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Radius_Landwirtschaft im Fokus_2026

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Wie Agrardrohnen Landwirte entlasten können

LANDWIRTSCHAFT IM FOKUS

Mindesthaltbarkeit & Haltungsformen

Tierwohl und Nachhaltigkeit stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir realisieren Ställe, Stadel, Reithallen, Agrar- und Maschinenhallen, Güllegruben und Wasserspeicher... und vieles mehr!

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PRÄZISIONSARBEIT AUS DER LUFT Zukunftswerkzeug der Landwirtschaft

NOCH PLATZ FÜR HENNE UND EI Lagerung und Haltungsformen

HEIMISCHES GOLD

AUS DEM BIENENSTOCK

Das Wundermittel als Medikament 22

IMPRESSUM

Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen, Eintrag LG Bozen

Nr. 26/01, am 27.11.2001

Chefredakteur: Elmar Pichler Rolle

Projektleiterin: Magdalena Pöder

Verkaufsleitung: Patrick Zöschg

Redaktion: Dr. Nicole D. Steiner, Edith Runer, Florian Mair

Werbung/Verkauf: Michael Gartner, Markus Hatzis, Siegfried Rungaldier, Isaak Lechner

INHALT

Aktuelles

4 Präzisionsarbeit aus der Luft

7 Die unglaubliche Reise des Apfels

10 Bio auf dem Prüfstand

12 Noch Platz für die Henne und Ei

15 Schutzschild der Landwirtschaft

17 Marmsolhof: Mehr Weite für starke Charaktere

22 Heimisches Gold aus dem Bientenstock

26 Schnatzhof: Hightech am Naturnser Sonnenberg

Info-PR

6 Fly Südtirol – DiMotion GmbH, Kaltern

9 Baumschule Star Export, Auer

14 Brimi – Milchhof Brixen

25 Schlosserei Stockner, Natz-Schabs

Rubrik

24 Portrait: Nadja Thaler

EDITORIAL

PEFC-zertifiziert

DiesesProduktstammt ausnachhaltig bewirtschaftetenWäldern, Recyclingund kontrolliertenQuellen www.pefc.org

PEFC/18-31-166

produziert nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, Athesia Druck GmbH, UW 1492

Verwaltung: Weinbergweg 7 | 39100 Bozen Tel. 0471 081 561 info@mediaradius.it | www.mediaradius.it

Fotos: „Dolomiten“-Archiv, shutterstock, verschiedene Privat-, Firmen- und Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen.

Grafik/Layout: Simon Krautschneider

Art Director: Elisa Wierer

Lektorat: Magdalena Pöder

Produktion: Athesia Druck Bozen www.athesiadruck.com

Landwirtschaft ist heute mehr denn je ein Zusammenspiel aus Tradition und Innovation. Diese Ausgabe zeigt, wie vielseitig und dynamisch die Branche ist: vom Weg des Apfels, der längst ein hochorganisierter Prozess aus Ernte, Technik, Logistik und internationalem Handel ist, bis hin zu neuen Technologien wie Drohnen, die Präzision, Effizienz und Sicherheit auf ein neues Niveau heben. Gleichzeitig wird deutlich, welches Potenzial in Bereichen wie der Eierproduktion steckt, gerade wenn Regionalität, Qualität und Nachfrage zusammenkommen. Doch Landwirtschaft ist nicht nur Produktion. Sie ist auch Lebensraum, Identität und stetige Weiterentwicklung. Das zeigt sich besonders in den Umbauten zweier Bauernhöfe, welche präsentiert werden.

Vertrieb: Als „Dolomiten“-Beilage und im Postversand

Druckauflage: 24.000 Stück

Preis: Einzelpreis 2,30 Euro, A+D: 2,90 Euro

Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und der angeführten Webseiten. Athesia Druck GbmH hat gemäß Art. 37 der EU-Verordnung 2016/679 (GDPR) den Datenschutzbeauftragten (Data Protection Officer, DPO) ernannt. Die Kontaktaufnahme für jedes Thema in Bezug auf die Verarbeitung der personenbezogenen Daten ist über dpo@athesia.it möglich.

AUS DER LUFT PRÄZISIONSARBEIT

Drohnen entwickeln sich weltweit zu einem wichtigen Werkzeug in der modernen Landwirtschaft. Während sie ursprünglich vor allem in der Fotografie, beim Militär oder bei Vermessungsarbeiten eingesetzt wurden, entdecken zunehmend auch landwirtschaftliche Betriebe ihr Potenzial.

Diese Technologie gehört zum Bereich der Präzisionslandwirtschaft, bei der digitale Werkzeuge und automatisierte Systeme genutzt werden, um Arbeitsprozesse effizienter, sicherer und ressourcenschonender zu gestalten. Drohnen können sowohl zur Beobachtung von Feldern als auch für aktive Arbeitsschritte wie das Ausbringen von Betriebsmitteln eingesetzt werden. Grundsätzlich lassen sich landwirtschaftliche Drohnen in zwei Hauptkategorien einteilen: Beobachtungs- und Arbeitsdrohnen. Beobachtungsdrohnen werden vor allem für die Analyse von Kulturen eingesetzt. Mit hochauflösenden Kameras oder speziellen Multispektralsensoren können sie Pflanzenbestände aus der Luft erfassen. Landwirte erhalten dadurch wertvolle Informationen über Wachstumsunterschiede, Schädlingsbefall oder Trockenstress. Die daraus gewonnenen Daten ermöglichen eine präzisere Bewirtschaftung der Flächen, etwa durch gezieltes Düngen oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nur dort, wo sie tatsächlich notwendig sind.

Reduzierter Arbeitsaufwand Arbeitsdrohnen hingegen übernehmen konkrete Aufgaben auf dem Feld. Dazu gehört vor allem das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, Dünger oder anderen Präparaten. Moderne Agrardrohnen verfügen über Tanks und

TROTZ DER TECHNISCHEN MÖGLICHKEITEN STECKT DER PRAKTISCHE EINSATZ VIELERORTS NOCH IN DEN ANFÄNGEN – SO AUCH IN SÜDTIROL.

Sprühsysteme, mit denen Flüssigkeiten oder Granulate sehr gezielt verteilt werden können. Dank GPS-gestützter Navigation und automatisierter Flugrouten lassen sich Felder systematisch abfliegen. Das reduziert nicht nur den Arbeitsaufwand, sondern kann auch den Einsatz von Betriebsmitteln optimieren.

Trotz der technischen Möglichkeiten steckt der praktische Einsatz vielerorts noch in den Anfängen. „So gut wie niemand nutzte 2025 Drohnen in der Landwirtschaft, es dürften aber mehr werden“, sagt Fabian Call von Fly Südtirol. Ein Grund dafür sei sicher, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln erst im vergangenen Dezember geschaffen worden seien. Und die genauen Richtlinien sollten im Frühjahr 2026 festgelegt werden. „Zum Glück wurde diese Entscheidung getroffen, denn Italien ist in diesem Bereich stark im Rückstand, gefühlt wird sonst schon überall geflogen“, sagt der Drohnen-Experte. Das größte Potenzial in Südtirol liegt zweifelsohne im Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und biodynamischen Präparaten an Steilhängen. „In erster Linie geht es dort um die Sicherheit, viele Unfälle sind schon passiert. Zudem wird der Boden geschont, das muss man ebenfalls bedenken“, berichtet Fabian Call. In steilen Lagen sind bekanntlich viele landwirtschaftliche Tätigkeiten anstrengend und mit Risiken verbunden.

Maschinen können dort oft nur eingeschränkt eingesetzt werden, und auch Traktoren stoßen an ihre Grenzen. Drohnen ermöglichen es, Arbeiten aus der Luft zu erledigen. Dadurch entfällt das Befahren sensibler Böden, was wiederum Verdichtungen vermeiden kann. Darüber hinaus müssen Landwirte gefährliche Hanglagen weniger häufig betreten.

Granulat ausbringen

Neben Pflanzenschutzmitteln können Drohnen auch andere Stoffe verteilen. Es ist deshalb möglich, Düngemittel auszubringen – nicht Gülle, aber Granulat. „Eine Drohne hat jeweils einen Tank für Flüssigkeiten und einen für feste Stoffe“, sagt Call. Mit einer sogenannten Agrardrohne sei man einfach drei- bis viermal so schnell wie mit dem Traktor. Technisch gesehen handelt es sich bei diesen Geräten um leistungsstarke Multikopter, die speziell für landwirtschaftliche Anwendungen entwickelt wurden. Sie verfügen über mehrere Rotoren, gro-

ße Akkus und automatisierte Steuerungssysteme. Die Flugrouten werden in der Regel vorab digital geplant. Während des Einsatzes hält die Drohne automatisch Höhe, Geschwindigkeit und Sprühmenge konstant, was eine gleichmäßige Verteilung ermöglicht.

GERADE IN REGIONEN MIT SCHWIERIGEN GELÄNDEFORMEN KÖNNEN DROHNEN BESONDERE VORTEILE BIETEN.

Wasserstoff kein Thema

Betrieben werde eine Agrardrohne mit Strom; man fliege etwa zehn Minuten mit einer Akkuladung. „Wasserstoffbetriebene Drohnen sind in diesem Bereich kein Thema“, erklärt Fabian Call, „aber der Akku einer Drohne kann in sieben Minu-

CLICK & COLLECT

für Pflanzenschutzmittel & Blattdünger

ten aufgeladen werden.“ Die relativ kurze Flugzeit wird also durch schnelle Akkuwechsel oder Ladezyklen ausgeglichen. In der Praxis arbeiten viele Betriebe mit mehreren Batterien, sodass eine Drohne nahezu durchgehend eingesetzt werden kann. Dadurch lassen sich innerhalb kurzer Zeit größere Flächen bearbeiten.

Zunehmend Teil der Landwirtschaft Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fachleute in Drohnen ein wichtiges Element der Digitalisierung in der Landwirtschaft sehen. Denn sie können dazu beitragen, Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten, Risiken zu reduzieren und den Einsatz von Betriebsmitteln genauer zu steuern. Die Entwicklung zeigt also, dass Drohnen zunehmend Teil moderner landwirtschaftlicher Systeme werden. Mit fortschreitender Technik, klareren gesetzlichen Rahmenbedingungen und wachsender Erfahrung in der Praxis dürfte ihr Einsatz in den kommenden Jahren also weiter zunehmen.

Fly Südtirol – der Allround-Partner für Drohnen in Südtirol

Drohnen haben sich in den letzten Jahren rasant vom technischen Trendprodukt zu einem vielseitigen Werkzeug für Arbeit, Freizeit und kreative Anwendungen entwickelt. Genau hier setzt Fly Südtirol an.

Als junges, spezialisiertes Unternehmen mit Sitz im Überetsch begleitet Fly Südtirol Kundinnen und Kunden aus Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus, Industrie, öffentlichem Bereich sowie private Anwender und Hobbypilotinnen entlang des gesamten Weges – von der ersten Information über Kauf und Ausbildung bis hin zu Service und langfristigem Support. Fly Südtirol versteht sich als zentraler Ansprechpartner für Drohnentechnologie in Südtirol und im Trentino. Betriebe werden bei der Auswahl professioneller Systeme für Anwendungen wie Landwirtschaft, Thermografie, Vermessung, Inspektion, Sicherheitsaufgaben umfassend beraten. Gleichzeitig unterstützt das Team auch Privatpersonen und Einsteiger dabei, die passende Drohne für Freizeit, Fotografie oder Videoproduktion zu finden. Neben dem Verkauf hochwertiger Modelle stehen praxisnahe Demonstrationen, ehrliche Produktempfehlungen und eine verständliche Einführung in Technik und Vorschriften im Mittelpunkt. Auf Wunsch begleitet Fly Südtirol Kundinnen und Kunden auch bei Registrierung, Versicherung und allen organisatorischen Themen rund um den sicheren Drohnenbetrieb.

Ausbildung, Spezialisierung und praktische Unterstützung

Ein wesentlicher Teil des Angebots ist die fundierte Ausbildung von Drohnenpilotinnen und -piloten. Fly Südtirol bietet theoretische und praktische Schulungen nach europäischen Standards an – sowohl für ambitionierte Hobbypilotinnen als auch für professionelle Anwender. Ergänzend organisiert das

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Dann melden Sie sich einfach beim Fly-Südtirol-Team, das Sie gerne persönlich und unverbindlich beraten.

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Service, Fly Care und langfristige Begleitung

Auch nach dem Kauf bleibt Fly Südtirol ein verlässlicher Partner. Mit dem Servicekonzept „Fly Care“ werden regelmäßige technische Checks, Software- und Firmware-Updates, Reparaturabwicklung sowie direkter Support angeboten. Dadurch bleiben Drohnen dauerhaft einsatzbereit – egal ob im beruflichen Alltag oder bei privaten Projekten. Bei Bedarf stellt Fly Südtirol zudem Ersatzgeräte zur Verfügung, um Stillstand zu vermeiden. Dieser ganzheitliche Ansatz macht das Unternehmen zu einem starken Allround-Partner für Drohnenlösungen in Südtirol.

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DIE UNGLAUBLICHE REISE DES APFELS

Ein frischer Herbstmorgen in Südtirol. Über den Obstwiesen liegt noch ein leichter Dunst. Zwischen den Reihen der Apfelbäume sind die ersten Traktoren unterwegs, und die Erntehelferinnen und Erntehelfer pflücken bereits fleißig die reifen Früchte. Kiste um Kiste füllt sich mit knackigen Äpfeln.

Schon bald machen sich die Traktoren auf den Weg zu einer Obstgenossenschaft – mit prall gefüllten Großkisten auf den Ladeflächen.

Auf dem Gelände der Genossenschaft herrscht ebenfalls schon reger Betrieb. Traktor um Traktor rollt zur Anlieferung, die Kisten werden entladen, Gabelstapler fahren hin und her. Doch bevor die Äpfel ihren weiteren Weg in Europa und darüber hinaus antreten, wird jede Lieferung genau erfasst. Digital werden alle wichtigen Daten gespeichert: von welchem Betrieb die Früchte stammen, um welche Sorte es sich handelt, wann sie geerntet wurden, wie viel sie wiegen und welche Qualität sie haben. So lässt sich später jeder Apfel exakt zurückverfolgen.

Nach einer kurzen Sichtkontrolle werden die Großkisten abgeladen. Von hier aus geht es entweder direkt zur Verarbeitung oder zunächst in eine der großen Kühlzellen. Dort lagern die Sorten Gala, Fuji, Golden Delicious und Co. unter streng kontrollierten Bedingungen. Die Temperatur liegt zwischen etwa 0,8 und 2,5 Grad Celsius. Zusätzlich wird der Sauerstoffanteil stark reduziert. Das verlangsamt den Reifeprozess der Früchte erheblich – und sorgt dafür, dass Äpfel je nach Sorte bis zu einem Jahr oder sogar länger gelagert werden können.

Übrigens: Die Kühlzellen dürfen nicht einfach betreten werden, denn wegen des geringen Sauerstoffgehalts besteht Lebensgefahr. Deshalb gibt es genau festgelegte Sicherheitsabläufe, wenn eine solche Zelle geöffnet wird.

JEDER APFEL WIRD

MEHR ALS 100­MAL FOTOGRAFIERT – DAS COMPUTERSYSTEM ERFASST GRÖSSE, FORM, GEWICHT SOWIE FARBE – UND ERKENNT SELBST KLEINSTE DRUCKSTELLEN ODER ANDERE DEFEKTE.

Sortieranlage als Herzstück

Viele Äpfel gelangen jedoch direkt weiter in die Sortieranlage – das Herzstück der Genossenschaft. Zunächst gleiten die Früchte aus den Großkisten in ein Wasserbad. Das Wasser sorgt dafür, dass sie besonders schonend transportiert werden können. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entfernen dabei beschädigte oder faule Früchte. Anschließend werden die Äpfel gründlich gebürstet und gereinigt.

Dann beginnt der Hightech-Teil der Reise: Jeder Apfel wird mehr als 100-mal fotografiert – das Computersystem erfasst Größe, Form, Gewicht sowie Farbe – und erkennt selbst kleinste Druckstellen oder andere Defekte. Auf Grundlage dieser Daten werden die Äpfel in bis zu 50 verschiedene Klassen eingeteilt, andere bzw. moderne Sortiermaschinen arbeiten heute schon mit bis zu 75 Kanälen. Die derzeitige Anlage arbeitet mit beeindruckender Geschwindigkeit: Rund 22 Tonnen Äpfel können pro Stunde sortiert werden. Sollte diese Anlage einmal ausfallen, steht praktisch der gesamte Betrieb still.

Grundlage für Erlösverteilung

Die Sortierung ist deshalb so wichtig, weil sie entscheidet, welche Früchte auf welchen Markt gelangen. Gleichzeitig bildet sie die Grundlage für die Erlösverteilung an die Bauern. Eine Genossenschaft erhält ihre Einnahmen von Vermarktungsorganisationen wie dem Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) in Terlan für Tafelware, von VOG Products in Leifers für Industrieprodukte wie Saft-, Schäl-, Püreeäpfel. Dank der genauen Daten aus der Sortieranlage – etwa zu Größe, Farbe oder möglichen Mängeln – können gemeinsam mit den Bauern auch Verbes-

serungen im Anbau erarbeitet werden. Jeder Apfel ist also bis zur jeweiligen Obstwiese rückverfolgbar. Unglaublich, aber wahr!

Lagerung bis zum Verkauf

Nach der Sortierung gleiten die Äpfel über zahlreiche Wasserbahnen weiter. Schließlich werden sie wieder in Großkisten gefüllt und mit Staplern zurück in die Kühlzellen gebracht. Dort bleiben sie dann so lange, bis sie für den Verkauf gebraucht werden. Sobald es so weit ist, beginnt der Verpackungsprozess. Die Großkisten werden aus den Kühlräumen geholt und die Äpfel erneut in Wasser entleert. Von dort gelangen sie zu einer der Verpackungslinien, an denen zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Die Vielfalt der Verpackungen ist enorm: Es gibt Tausende Varianten, denn die Wünsche der Kunden sind bekanntlich sehr unterschiedlich. Die Äpfel können zum Beispiel in Tragetaschen, Netzen, Holzsteigen, KunststoffMehrwegsteigen, Kartons, Fruchtschalen verpackt werden.

Damit all diese Verpackungen entstehen können, verfügt die Genossenschaft über ein großes Lager mit Verpackungsmaterial. Spezielle Maschinen falten und kleben angelieferte Kartonplatten automatisch zu fertigen Verkaufseinheiten. Kunststoff-Mehrwegsteigen werden maschinell auseinandergeklappt, und Einlagen aus Holzschliff oder Kunststoff sorgen dafür, dass die Früchte sicher liegen. Während draußen im Herbst vor allem bei der Anlieferung Hochbetrieb herrscht, ist im Frühjahr besonders viel Arbeit in der Verpackung zu bewältigen.

Von der Genossenschaft in alle Welt Sind die Äpfel verpackt, läuft auch die Logistik vollautomatisch weiter. Die Verkaufseinheiten werden auf Paletten gestapelt, mit Folie umwickelt und mit Etiketten versehen, die eine lückenlose Rückverfolgung ermöglichen. Die Paletten stammen aus einem vollautomatischen Leerpalettenlager mit Platz für verschiedene Palettentypen. Es sei erwähnt, dass die meisten Genossenschaften im

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Land heutzutage noch nicht über ein solches Palettenlager für die verpackte Ware verfügen.

Anschließend gelangen die fertigen Paletten in die Verladehallen. Dort warten bereits die Lastwagen, welche die Ware zu Zentrallagern des Handels, zu Großmärkten oder zu Exportpartnern bringen. Denn Südtiroler Äpfel werden bekanntlich auf der ganzen Welt gegessen. Und was passiert eigentlich mit faulen Äpfeln? Entgegen einer weit verbreiteten Annahme werden sie nicht zu Saft verarbeitet. Stattdessen kommen sie in eine Biogasanlage, wo sie zur Energiegewinnung genutzt werden.

Der Weg des Südtiroler Apfels von der Obstwiese in die weite Welt hinaus ist also ein genau durchdachter und perfekt organisierter Prozess – von der Anlieferung über Kühlung, Sortierung und Verpackung bis hin zur Auslieferung. Hinter jedem Apfel im Supermarktregal steckt nicht nur die Arbeit im Obstgarten, sondern auch ein hochmodernes Zusammenspiel aus Technik, Logistik und sorgfältiger Qualitätskontrolle.

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Fotos © Florian
Mair

„Apfelwirtschaft muss wirtschaftlicher werden“

Der Südtiroler Apfel gilt als Inbegriff von Qualität: glänzend, aromatisch und knackig. Doch hinter dieser makellosen Oberfläche wächst die Sorge. Georg Gallmetzer von Starexport in Auer spricht es offen aus: „Bauern und Genossenschaften müssen in Zukunft günstiger produzieren, damit wir weltweit konkurrenzfähig sind.“

Ein Blick über den eigenen Tellerrand genügt, um zu verstehen, warum. Gallmetzer nennt Südafrika als Beispiel: Dort werde vielleicht nicht mit demselben Hightech gearbeitet wie in Südtirol, sagt er, doch die Kostenstruktur in der Apfelproduktion sei eine völlig andere. „Während hierzulande rund 35.000 Euro an Produktionskosten pro Hektar anfallen, kommt man dort mit etwa 8.000 Euro aus“, weiß der Präsident der Arbeitsgruppe „Zukunft Landwirtschaft“. Und genau dieser Unterschied entscheide über Gewinn oder Verlust. „Am Ende greift der Kunde meist zum günstigeren Produkt“, sagt er. Südtirol, so Gallmetzers Befürchtung, könnte also zunehmend unter Druck geraten. Ein Blick in den Weinbau zeige bereits, wohin die Entwicklung gehen könnte: In anderen Regionen Italiens werde günstiger produziert, die Mengen nähmen zu, und der Absatz steige. „Wir in Südtirol sind aber zu teuer – und der Absatz geht deshalb zurück“, betont Georg Gallmetzer.

Zu starke Ausrichtung

Hinzu komme in der Apfelwirtschaft die starke Ausrichtung auf den deutschen Markt. Vieles in der Produktion sei auf diese Zielgruppe zugeschnitten, erklärt Gallmetzer – inklusive einer Vielzahl von Zertifizierungen. Jede einzelne davon bedeute

zusätzliche Bürokratie und damit mehr Arbeit. Und damit auch höhere Kosten. „Gleichzeitig werden solche Standards in vielen anderen Märkten gar nicht verlangt“, betont er. Für Gallmetzer sei das ein Risiko.

Wenn 100 Prozent der Produktion auf die Anforderungen eines einzigen Marktes abgestimmt seien, entstehe eine gefährliche Abhängigkeit. „Von heute auf morgen kann der deutsche Markt einbrechen – und dann?“, fragt er. Deshalb fordert er eine grundlegende Diskussion über die Kostenstruktur der gesamten Branche. „Aber nicht nur die Bauern selbst müssen effizienter werden“, fügt er hinzu, „auch die Genossenschaften sind gefragt, sie arbeiten zwar gut, aber zu teuer.“ Gleichzeitig müssten öffentliche Förderungen in erster Linie dort ankommen, wo die eigentliche Produktion stattfinde – bei den Bauern, nicht nur bei Organisationen und Verbänden.

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BIO AUF DEM PRÜFSTAND

Südtirol gilt als Vorzeigeregion in Sachen „Bio“. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen steckt eine Statistik mit Tücken – und ein Markt, der nicht so dynamisch wächst wie erhofft. Mit einer neuen Strategie bis 2035 versucht die Landwirtschaft nun, der Biosparte Schwung zu geben.

Auf 34 Prozent der bäuerlichen Flächen Südtirols wird biologisch produziert. Das ist ein deutlich höherer Wert als in anderen Regionen Italiens. Seit einigen Jahren werden allerdings auch die Südtiroler Almen als biologisch bewirtschaftet eingestuft. Das verzerrt die Statistik deutlich, denn auf den Almen entstehen keine klassischen Bioprodukte. In der letzten vergleichbaren Statistik des Landes lag der Bioanteil deshalb bei nur neun Prozent – und damit deutlich unter dem italienischen Durchschnitt von rund 15 Prozent. Das heißt nicht, dass Südtirol ein „schlechter Schüler“ ist, sondern der Rückstand hat vor allem strukturelle Gründe: Im Unterschied zu anderen, vor allem südlicheren Regionen prägen in Südtirol klein strukturierte Familienbetriebe die Landwirtschaft. Dass da insgesamt weniger Fläche vorhanden ist, versteht sich von selbst.

Zwischen Ideal und Markt

Um stärker agieren zu können, gehören die meisten Betriebe und Verarbeitungsunternehmen einigen wenigen Bioverbänden an, die meisten dem BiolandVerband. Die jeweiligen Verbandslogos dürfen sie auf ihren Produkten verwenden – vorausgesetzt, sie erfüllen Richtlinien, die über die EU-Öko-Verordnung

hinausgehen. Für die Betriebe hat das viele Vorteile: Neben einem Gütesiegel erfahren sie auch Unterstützung durch Beratung und Marketing. Gleichzeitig bringt das System zusätzliche Verpflichtungen und Kontrollen mit sich.

Der Aufwand für die Biobauern ist generell groß. Noch größer ist allerdings der Druck des Marktes. Höhere Preise, ohne

Foto©D-Life/LukasP ernt e r

„DEN KAUFKRAFTVERLUST UND DIE

GEOPOLITISCHEN

KRISEN HATTEN WIR

DAMALS NICHT AUF DER RECHNUNG.“

OBMANN DES SÜDTIROLER BAUERNBUNDES, DANIEL GASSER

die ein Biobetrieb kaum wirtschaftlich arbeiten kann, lassen sich nur begrenzt durchsetzen. Das ist auch der Grund, warum das ambitionierte Biokonzept 2025, das vor neun Jahren aufgesetzt worden war, ins Stocken geraten ist. Damals hatte sich Südtirol zahlreiche Maßnahmen vorgenommen. Unter anderem sollten die Bioflächen in allen wichtigen Sektoren bis 2025 doppelt so groß sein. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. „Den Kaufkraftverlust und die geopolitischen Krisen hatten wir damals nicht auf der Rechnung“, räumt der Obmann des Südtiroler Bauernbundes, Daniel Gasser, ein. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten gehören Bioprodukte oft zu den ersten, bei denen Konsumentinnen und Konsumenten sparen. Das hat auch dazu geführt, dass sich in den Supermärkten die Preise für konventionelle und biologische Lebensmittel in den vergangenen Jahren immer stärker angenähert haben. Absatz ja, aber bei sehr mäßigem Gewinn.

Neuer Anlauf bis 2035

Mit der Biostrategie 2035 startet nun ein neuer Versuch, die Sparte zu stärken. Denn: „Wir glauben daran, dass die biologische Landwirtschaft keine Nische ist, sondern eine feste Größe“, so Daniel Gasser. Immerhin sei Südtirol im Bioobst-

bau Weltmarktführer: Rund 20 Prozent der Äpfel stammen aus biologischer Produktion. Bei der Milch hingegen liegt der Anteil mit gut drei Prozent deutlich niedriger.

Das zu ändern, haben sich 17 Organisationen – vom Bauernbund über Bioverbände, Genossenschaften und Beratungsringe bis hin zu Forschung und Landesverwaltung – zum Ziel gesetzt und 24 konkrete Maßnahmen ausgearbeitet. Bis 2035 soll die Strategie umgesetzt werden, die Fortschritte werden jährlich überprüft. Die Ziele sind bewusst moderat formuliert. Die Zahl der Bioproduzenten soll beispielsweise von derzeit etwas mehr als 1.600 auf über 1.700 steigen, die Biofläche von 8.700 auf über 9.000 Hektar wachsen. Ein sehr kontrolliertes Wachstum also.

Der Ansatz hat sich im Vergleich zum Biokonzept 2025 zudem verschoben. „Statt uns auf die Produzenten zu konzentrieren, wollen wir stärker bei den Konsumenten ansetzen“, erklärt Daniel Gasser. Stichwort Marketing. Und zwar nicht nur im privaten Konsumbereich. „Gerade in der Gastronomie, aber auch in öffentlichen Strukturen schlummert noch viel Potenzial“, ist der Bauernbund-Chef überzeugt. In der Gastronomie soll sich

der Anteil regionaler Bioprodukte in den nächsten zehn Jahren auf drei Prozent einpendeln, das ist wenig, aber immerhin doppelt so viel wie aktuell. Mit der Initiative „Bio Fair Südtirol“, bei der sich Partnerbetriebe verpflichten, einen Min-

DIE ZAHL DER BIOPRODUZENTEN SOLL BEISPIELSWEISE VON DERZEIT ETWAS MEHR ALS 1.600 AUF ÜBER 1.700 STEIGEN, DIE BIOFLÄCHE VON 8.700 AUF ÜBER 9.000 HEKTAR WACHSEN.

destanteil an Südtiroler Bioprodukten einzukaufen, ist bereits ein erstes Ausrufezeichen gesetzt worden. Öffentliche Strukturen wie Kindergärten, Mensen haben die Möglichkeit, Lebensmittellieferungen im Wert von bis zu 20.000 Euro ohne Ausschreibung zu vergeben. Hier soll regionale Bioware stärker zum Zug kommen. Im Handel wiederum geht es vor allem um Sichtbarkeit: mehr Regalfläche, mehr Präsenz.

Beratung und Forschung

Parallel dazu soll auch die Beratung der Betriebe ausgebaut werden. Biobauern arbeiten mit strengeren Auflagen, höheren Produktionsrisiken und oft schwankenden Erträgen – entsprechend wichtig ist betriebswirtschaftliches Know-how. Der Beratungsring für Obst- und Weinbau sowie BRING wollen ihre Angebote erweitern und Mitarbeiter gezielt schulen. Ein zentrales Ziel ist es, die Produktmenge pro Hektar um 15 Prozent zu steigern und so die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Forschung, die vor allem über das Versuchszentrum Laimburg und die Freie Universität Bozen abgewickelt wird. Trotz aller Bemühungen bleibt ein Faktor allerdings weiterhin unklar: Wie wird sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln? Das zu prognostizieren, ist im Biobereich weitaus schwieriger als im konventionellen. Auch der BauernbundObmann hat darauf keine Antwort. Allerdings meint er: „Ich erlebe die Biobauern durchaus optimistisch.“ Stillstand sei für niemanden eine Option, die Biostrategie 2035 aber ein wichtiges Instrument, um den Herausforderungen die Stirn zu bieten.

EIER LESEN

Seit 2004 verrät ein Stempel auf jedem einzelnen Ei seine Herkunft. Die erste Ziffer ist entscheidend: 0 steht für Bio, 1 für Freiland, 2 für Bodenhaltung, 3 für Käfighaltung. Es folgen das Herkunftsland –etwa „IT“ für Italien – sowie eine dreistellige Zahl. Sie ist die Identifikationsnummer des Erzeugerbetriebes. Auf der Packung oder einem beigelegten Zettel muss der Code erklärt werden. Von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind Betriebe mit weniger als 50 Legehennen, Eier, die direkt ab Hof verkauft werden, und verarbeitete Produkte mit Eiern als Zutat.

NOCH PLATZ FÜR HENNE UND EI

„Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei?“ Während Philosophen noch grübeln, legen Südtirols Hennen „die Fakten“ auf den Tisch: schätzungsweise rund 70 Millionen Eier. So viele produzieren die – ebenfalls schätzungsweise – 250.000 Hühner im Jahr. Pro Kopf und Kamm sind es in etwa 280 Eier. Das sind stolze Zahlen. Und doch gibt es noch Luft nach oben.

Wie viele Eier essen die rund 550.000 Südtirolerinnen und Südtiroler?

Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber ein Blick nach Deutschland (rund 250 Eier pro Kopf und Jahr) und Italien (etwa 210 Eier) erlaubt eine Annäherung. Rechnet man mit 230 Eiern pro Person, kommt man auf einen Gesamtverbrauch von rund 126 Millionen Stück jährlich. Das bedeutet bei 70 Millionen Hühnereiern: Südtirol deckt etwa 55 Prozent seines eigenen Bedarfs. Mehr als die Hälfte. Aber da fehlt noch jene Menge, die zusätzlich durch den Tourismus konsumiert wird. Der Bedarf ist also da. Was fehlt, sind die Produzenten.

Gut ist auf jeden Fall, dass fast alle heimischen Eier aus Freiland- und Biohaltung stammen. Nur rund 400.000 Stück werden in Bodenhaltung produziert. Das ist bemerkenswert, denn EU-weit dominiert die Bodenhaltung mit rund 40 Prozent vor der ausgestalteten Käfighaltung mit 38 Prozent. Weniger als 16 Prozent der

Hennen für die Eierproduktion haben in den EU-Ländern Freigang, und weniger als sieben Prozent genießen alle Vorteile der biologischen Haltung.

WARUM LIEGEN EIER IM GESCHÄFT MEIST UNGEKÜHLT IM REGAL? GANZ EINFACH: SIE WERDEN NICHT GEWASCHEN UND BESITZEN DADURCH NOCH IHRE NATÜRLICHE SCHUTZSCHICHT.

Wie lange halten Eier?

Hochwertig bedeutet auch frisch. Diesbezüglich herrscht bei vielen noch Unklarheit. Auf der Eierschachtel steht immer das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Bis zu diesem Datum geben die Hersteller die Garantie, dass das Ei seine spezifischen Eigenschaften (z. B. Nährwert) behält. Das MHD darf höchstens 28 Tage nach dem Legedatum liegen. Verkauft werden dürfen Eier allerdings nur bis zum 21. Tag nach dem Legen. Warum liegen Eier im Geschäft meist ungekühlt im Regal? Ganz einfach: Sie werden nicht gewaschen und besitzen dadurch noch ihre natürliche Schutzschicht. Diese wirkt wie eine hauchdün-

ne Versiegelung gegen Keime. Erst ab dem 18. Tag nach dem Legen sollten Eier durchgehend gekühlt werden. Und nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums? Kein Grund zur Panik. Wurden die Eier kühl gelagert, sind sie oft noch genießbar, sollten aber vor dem Genießen gekocht werden. Eine kleine Ausnahme bilden gefärbte, industriell gekochte Ostereier: Durch das Kochen und einen speziellen Schutzlack halten sie bis zu drei Monate – vorausgesetzt, die Schale ist unbeschädigt. Wer ganz sicher gehen will, macht den Klassiker unter den Küchenexperimenten: den Wasserglas-Test. Frische Eier sinken zu Boden und bleiben flach liegen. Steht das Ei schräg, ist es älter, aber noch brauchbar – bitte gut erhitzen. Schwimmt es oben, hat sich im Inneren zu viel Luft gebildet: Dann gehört es nicht mehr in die Pfanne.

VIER HALTUNGSFORMEN

In der EU sind vier Haltungsformen für Legehennen erlaubt. Seit 2012 verboten ist die Käfighaltung mit extrem wenig Platz pro Tier. Dennoch leben weiterhin Millionen Hühner in alten Käfigsystemen – teils illegal. An ihre Stelle trat die sogenannte Kleingruppenhaltung oder ausgestaltete Käfighaltung: mindestens 600 Quadratzentimeter nutzbare Fläche pro Henne, außerdem Sitzstangen und Nestbereiche. Das entspricht etwa 13, 14 Hennen pro Quadratmeter. In der Bodenhaltung bewegen sich die Hennen frei im Stall, allerdings ohne Zugang ins Freie. Die erlaubte Besatzdichte beträgt neun Hennen pro Quadratmeter Nutzfläche, sie können sich aber frei bewegen, picken und scharren. Freilandhaltung bietet zusätzlich Auslauf im Freien – rechnerisch mindestens vier Quadratmeter pro Tier. In der Praxis nutzen jedoch nicht alle Tiere den Außenbereich gleichermaßen.

In der Biohaltung sind die Regeln noch strenger: maximal sechs Hennen pro Quadratmeter Stallfläche, ebenfalls vier Quadratmeter Auslauf pro Tier, biologisches Futter – möglichst vom eigenen Hof – und ein Verbot von Gentechnik sowie vorbeugendem Antibiotikaeinsatz.

Auch beim Aufschlagen zeigt sich das Alter: Ein frisches Ei hat ein festes, zähes Eiklar. Bei älteren Eiern zerfließt es wässrig und breit.

Warum lokale Eier?

In Südtirols Geschäften stehen nahezu immer Eier von lokalen Produzenten im Regal. Im Direktverkauf von den Bauernhöfen ist die Herkunft ohnehin klar. Orientierung bieten in jedem Fall einige Marken wie das Qualitätszeichen Südtirol, der Rote Hahn, Bioland. Alle stehen für klar definierte Standards und kontrollierte Qualität. Die Standards bei diesen Marken sind strenger als von der EU vorgeschrieben – auch weil die Nachfrage nach hochwertigen einheimischen, wenngleich etwas teureren Eiern vorhanden ist.

IM WALD LIEGT ETWAS IN DER LUFT.

Extra viel Sauerstoff.

Brimi: fast 50 Jahre Mozzarella aus Südtirol

Seit fast fünf Jahrzehnten stellt man im Milchhof Brixen – Brimi-Mozzarella her – und das an einem Ort, der zunächst überrascht: in Südtirol. In den 1970erJahren war Mozzarella hier noch weitgehend unbekannt. Doch bei Brimi war man von Anfang an entschlossen, sich dieses Handwerk anzueignen und eine eigene Kompetenz aufzubauen.

M it viel Engagement und echtem Pioniergeist wurde experimentiert, gelernt und verfeinert. Dabei blickte man auch über die Landesgrenze nach Süden, ließ sich inspirieren und entwickelte Schritt für Schritt eine eigene Handschrift. Dieser Einsatz hat sich ausgezahlt.

Heute gehört Brimi zu den führenden Mozzarella-Produzenten in Norditalien, ein bemerkenswerter Erfolg für ein Unterneh-

men, das fernab der klassischen Mozzarella-Hochburgen seinen Anfang nahm und konsequent seinen eigenen Weg gegangen ist.

Seit Jahrzehnten Qualität

Der Erfolg kam jedoch nicht von ungefähr. Seit den 1970erJahren verarbeitet der Milchhof Brixen für seine Marke Brimi ausschließlich Bergbauermilch der Genossenschaftsmitglieder. Sie bildet die Grundlage für die zuverlässige, gleichbleibende Qualität der Produkte.

Dass Brimi anderes tickt, zeigt sich auch mit der Einführung zweier neuer Spezialitäten: Burrata und Stracciatella. Die beiden Produkte gehören zu den beliebtesten Frischkäseklassikern Italiens, stehen für Genuss, Cremigkeit und moderne Küche und ergänzen das bestehende Sortiment perfekt. Durch die Erweiterung zeigt Brimi, wie italienische Tradition und Südtiroler Verlässlichkeit zusammenwirken können: hochwertige Rohstoffe, kontrollierte Prozesse, gleichbleibend hohe Standards und ein Geschmack, der überzeugt.

Die neuen Produkte sind nicht nur ein logischer Schritt in der Sortimentsentwicklung, sondern auch ein klares Signal an Handel und Konsumenten: Brimi bleibt in Bewegung. Nach fast 50 Jahren Mozzarella-Kompetenz erweitert das Unternehmen seine Position im Segment der italienischen Frischkäsespezialitäten und positioniert sich einmal mehr als der Frischkäsespezialist aus Südtirol.

Milchhof Brixen Gen. u. landw. Ges. Brennerstraße 2 | 39040 Vahrn Tel. 0472 271 300 www.brimi.it | www.brimi.it

SCHUTZSCHILD DER LANDWIRTSCHAFT

Wussten Sie, dass das Hagelschutzkonsortium in Bozen die zentrale Einrichtung für das Risikomanagement der Südtiroler Landwirtschaft ist? Ja, Sie haben richtig gelesen. Gegründet wurde es vor mehr als 50 Jahren mit einem klaren Ziel: landwirtschaftliche Betriebe gegen Hagelschäden zu versichern.

Doch die Aufgaben des Konsortiums haben sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich weiterentwickelt. Heute spielt es eine zentrale Rolle beim Schutz der Landwirtschaft vor verschiedenen Risiken und unterstützt die Betriebe dabei, sich langfristig abzusichern.

Dazu zählen nicht nur Schäden durch extreme Wetterereignisse, sondern auch wirtschaftliche Unsicherheiten

EIN WICHTIGER BESTANDTEIL DIESES MODERNEN RISIKOMANAGEMENTS IST DER EINKOMMENSSTABILISIERUNGSFONDS.

wie Marktschwankungen, andere unvorhersehbare Entwicklungen, die landwirtschaftliche Betriebe treffen können.

Dabei arbeitet das Hagelschutzkonsortium Hand in Hand mit öffentlichen Institutionen, Versicherungen sowie mit landwirtschaftlichen Organisationen zusammen.

Einkommen stabilisieren

Ein wichtiger Bestandteil dieses modernen Risikomanagements ist der Einkommensstabilisierungsfonds. „Es handelt sich um einen Mutualitätsfonds“, sagt Manfred Pechlaner, Direktor des Hagelschutzkonsortiums. Dieser Fonds wurde vor einigen Jahren eingerichtet, um Einkommensverluste in der Landwirtschaft auszugleichen, die durch unvorhersehbare Entwicklungen entstehen können – etwa durch Marktkrisen, po-

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Versicherungsvermittler, eingetragen im Register der Versicherungsvermittler (RUI) Sektion E Nr. E000811928, tätig als Mitarbeiter von im RUI eingetragenen Vermittlern.

litische Konflikte, starke Preisschwankungen im internationalen Handel. Landwirtschaftliche Betriebe können sich freiwillig in diesen Fonds einschreiben. In Südtirol gibt es ihn derzeit für zwei wichtige Bereiche: die Apfelwirtschaft und die Milchwirtschaft. Die teilnehmenden Bauern zahlen jährlich einen Beitrag ein, dessen Höhe sich nach der Größe des Betriebes und dem erzielten Einkommen richtet. Gleichzeitig wird der Fonds durch öffentliche Fördermittel unterstützt – sowohl vom Staat als auch von der Europäischen Union.

Vorreiterrolle in Europa

Instrumente zur Stabilisierung landwirtschaftlicher Einkommen sind innerhalb

„DAS DURCHSCHNITTLICHE BETRIEBSEINKOMMEN DIESER DREI JAHRE IST DANN DIE SUMME, DIE DER FONDS ABSICHERT“

der Europäischen Union zwar grundsätzlich vorgesehen. In vielen Regionen werden sie jedoch nur selten umgesetzt oder bleiben auf dem Papier bestehen. Südtirol nimmt hier gemeinsam mit einigen Regionen Norditaliens – insbesondere mit dem Trentino – eine Vorreiterrolle ein. Hier wurden solche Modelle nicht nur eingeführt, sondern auch praktisch umgesetzt. Das Hagelschutzkonsortium übernimmt dabei die Verwaltung der Fonds und ist vom Landwirtschaftsministerium offiziell als zuständige Einrichtung anerkannt.

Absicherung durch Solidarität

Doch wie funktioniert die Auszahlung, wenn die Krise eintritt? Zunächst wird überprüft, welches Betriebseinkommen (Produktionseinnahmen abzüglich der Produktionskosten) der betroffene Betrieb in der Apfel- oder Milchwirtschaft in den vergangenen drei Jahren erzielt hat. „Das durchschnittliche Betriebseinkommen dieser drei Jahre ist dann die Summe, die der Fonds absichert“, erklärt Direktor Pechlaner, „der Fonds kann aber nur dann zahlen, wenn ein generelles, ein systemisches Problem in der Vermarktung vorliegt, das eine Einkommensschwankung von über 15 Prozent generiert. Dann kann der Fonds allen Bauern eine Entschädigung zahlen, die einen Einkommensausfall von mehr als 20 Prozent verzeichnen.“

Von solchen Einkommenseinbrüchen seien nie nur einzelne Betriebe betroffen, sondern viele gleichzeitig – meist sogar alle eingeschriebenen Bauern eines Sektors. „Solche Situationen können öfters eintreten“, betont der Direktor des Konsortiums. Gleichzeitig weist Pechlaner auf

eine wichtige Voraussetzung hin: „Der Fonds kann nur das Geld auszahlen, das er natürlich liquide hat.“ Dennoch zeigt er sich zuversichtlich. Seit der Einrichtung im Jahr 2020 sei bereits ein beträchtlicher Betrag in den Fonds eingezahlt worden.

„Wir stehen gut da.“

Bedeutung für die Landwirtschaft

Trotz der Vorteile ist die Beteiligung bislang noch überschaubar. Laut Pechlaner sind derzeit nur etwa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Südtirol, welche die Voraussetzungen erfüllen, in einen der beiden Einkommensstabilisierungsfonds – für Apfelwirtschaft oder Milchwirtschaft – eingeschrieben.

„Ich gehe aber davon aus, dass die Anzahl steigen wird“, meint Pechlaner. Gleichzeitig räumt er ein, dass es nicht immer leicht sei, Landwirte von einer Teilnahme zu überzeugen. „Grund dafür ist, dass eine solche Absicherung für viele nicht greifbar ist“, betont er. Ein landwirtschaftlicher Betrieb müsse dem Fonds nach der Einschreibung mindestens drei Jahre angehören. Danach sei ein Ausstieg zwar möglich – das bereits eingezahlte Geld werde jedoch nicht zurückerstattet.

Eines ist fix: Langfristig kann der Einkommensstabilisierungsfonds ein bedeutendes Instrument werden, um landwirtschaftliche Betriebe in unsicheren Zeiten zu unterstützen und ihnen mehr Planungssicherheit zu geben. Gerade in einer Branche wie der Apfel- und Milchwirtschaft, die stark von Märkten und politischen Entwicklungen abhängig ist, gewinnt ein solches solidarisches Absicherungssystem zunehmend an Bedeutung.

Mehr Raum für sein behorntes Grauvieh – und damit mehr Tierwohl und Sicherheit für die Rinder: Mit diesem klaren Ziel vor Augen machte sich Bauer Matthias Rier vom geschlossenen Marmsolhof in St. Valentin/Kastelruth vor etwa vier Jahren an die Planung eines neuen Wirtschaftsgebäudes mit Laufstall.

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Matthias Rier strahlt die Leidenschaft eines echten Viehbauern aus.

Heute blickt er zufrieden auf das Projekt zurück: „Ich würde diesen Weg wieder gehen – auch wenn es eine große Investition war und uns die Bürokratie einiges an Nerven gekostet hat. Die Auflagen sind auf alle Fälle übertrieben.“

Aus einer klaren Idee und einer festen Überzeugung heraus ist Schritt für Schritt ein Wirtschaftsgebäude mit Stall und Stadel entstanden, das dem Marmsolhof eine klare Richtung gibt. Entstanden ist ein Stall, der den Bedürfnissen des behornten Grauviehs gerecht wird: mit ausreichend Platz, damit die Tiere ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen können, mit viel Licht und einem guten Luftaustausch – Voraussetzungen, die für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Rinder entscheidend sind. Ganz neu ist der Stall am auf etwa 1.250 Meter hoch gelegenen Marmsolhof (Hofstelle) allerdings nicht.

Alter Stall integriert

Denn der alte, in die Jahre gekommene Stall wurde umfassend saniert, angepasst und in das neue, ortstypisch gestaltete Wirtschaftsgebäude integriert. So ist ein

stimmiges Ensemble aus Alt und Neu entstanden – eines, das den gewachsenen Bestand respektiert und zugleich die Anforderungen eines modernen Heumilchbetriebs erfüllt. Im sogenannten Altstall ist das Jungvieh untergebracht – allerdings nur für einen Teil des Jahres. Denn

INSGESAMT

STEHEN NUN RUND 900 QUADRATMETER STALLFLÄCHE ZUR VERFÜGUNG. DER STALL IST FÜR 30 KÜHE UND 20 STÜCK JUNGVIEH

GEPLANT, DIE

FÜTTERUNG ERFOLGT

KONSEQUENT MIT HEU, GANZ OHNE SILAGE.

zum Marmsolhof gehören auch Flächen auf der Seiser Alm, wo das Jungvieh einen großen Teil der Zeit verbringt. Im neuen, lichtdurchfluteten Laufstall leben die Milchkühe und Kälber. Insgesamt stehen nun rund 900 Quadratmeter

Stallfläche zur Verfügung. Der Stall ist für 30 Kühe und 20 Stück Jungvieh geplant, die Fütterung erfolgt konsequent mit Heu, ganz ohne Silage. Dieser klare Kurs zieht sich wie ein roter Faden durch den Hofalltag.

Technik und Praxis

Bei der Stallarbeit verbinden sich moderne Technik und bewährte Praxis. Ein selbst fahrender Entmistungsroboter sammelt den Dung ein und bringt ihn zur Güllegrube. So bleiben die Laufflächen sauber, die Tiere haben einen festen Tritt und der Arbeitsrhythmus im Stall ist ruhiger. Gefüttert wird mit einem Heukran, der über dem Futtertisch entlangfährt – gleichmäßig und übersichtlich. Gemolken wird am TandemMelkstand: Jede Kuh geht einzeln zu einem freien Melkplatz und kann dort ungestört gemolken werden, ohne von anderen Tieren bedrängt zu werden. „Wir haben moderne Technik eingebaut, aber bewusst auf zu viel Hightech verzichtet“, erklärt Matthias Rier, „uns war ein guter Mittelweg wichtig.“ Diese Haltung prägt die gesamte Anlage: effizient, ruhig, klar strukturiert – und doch ohne technischen Überschwang.

Seit 1999 betreuen wir mit unseren dynamischenTeam Bauprojekteim Schlerngebietund Umgebung!

Das Tierwohl steht am Marmsolhof an erster Stelle.

Ein gelungenes Werk: Das neue Wirtschaftsgebäude überzeugt durch Funktionalität und fügt sich zugleich als Blickfang harmonisch in das Gesamtbild der Hofstelle ein.

Im Stall finden übrigens auch zwei Pferde ihren Platz; auch das gehört zum Bild eines Hofes, auf dem man die Pflege von Tradition und Brauchtum hautnah spürt.

Heutrocknung draußen und drinnen Mitgedacht wurde auch bei der Heuwirtschaft. Neben der gesamten Heulagerung findet ein Teil der Trocknung im neuen Stadel oberhalb der Stallflächen statt. Zunächst trocknet das Futter auf der Wiese, anschließend wird es im Stadel in speziellen Heuboxen weitergetrocknet. Die Luft wird dabei über das Stadeldach angewärmt, von einem Lüfter angesaugt und in die Boxen geblasen. „So erreicht der Bauer eine bessere Futterqualität“, erklärt Agrartechniker Erich Rottensteiner, „gleichzeitig kann die Arbeit auf dem Feld besser eingeteilt werden, weil man weniger stark vom Wetter abhängig ist.“ Diese Technik ist einfach, robust und schlüssig – und sie passt zu einem Betrieb, der Heu ohne Silage als Grundsatz versteht. Die Arbeitsabläufe werden berechenbarer, die Qualität bleibt hoch, und die Lagerung ist so organisiert, dass das Futter dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Weite, Übersicht und Sicherheit

Bei der Projektierung galt es, viele Aspekte unter einen Hut zu bringen. „Es stand für uns als Planungsbüro natürlich an erster Stelle, auf die Bedürfnisse des Bauern einzugehen“, sagt Projektant

„SO ERREICHT DER BAUER EINE BESSERE FUTTERQUALITÄT, GLEICHZEITIG KANN DIE ARBEIT AUF DEM FELD BESSER

EINGETEILT WERDEN, WEIL MAN WENIGER STARK VOM WETTER ABHÄNGIG IST.“

AGRARTECHNIKER ERICH ROTTENSTEINER

Rottensteiner. „dann war es unsere Aufgabe, daraus eine Lösung zu entwickeln, die auch den Bestand, das Gelände und die umliegende Landschaft berücksichtigt. Und das Grauvieh, eine widerstandsfähige und temperamentvolle

Rasse, braucht bekanntlich einiges an Platz.“ Dieser Satz Rottensteiners ist im wahrsten Sinne des Wortes Programm: Weite, Luft, Übersicht – und Sicherheit, gerade für behornte Tiere. Bewusst aufgegriffen wurde die traditionelle Bauweise des Schlerngebiets: oben, im Bereich des Stadels, das typische Heugitter, dazu eine ortstypische Dachkonstruktion. So entstand Wiedererkennbarkeit: Man sieht sofort, dass man sich auf dem Marmsolhof am Fuße des Schlern befindet. Der Hof fügt sich ein, ohne zu verschwinden; er zeigt Haltung, ohne zu dominieren.

Tierwohl als Herzensanliegen

Der Bauablauf mit einheimischen Firmen verlangte Feingefühl im Timing. Zwischen Herbst 2024 und Herbst 2025 wurde das neue Wirtschaftsgebäude am Marmsolhof in St. Valentin bei Kastelruth verwirklicht. Begonnen wurde mit der Erweiterung, und nach dem Auftrieb des Viehs auf die Alm konnte der alte Stadel abgebrochen und der Stall von anno dazumal saniert sowie angepasst werden. Diese Abfolge sicherte den laufenden Betrieb und ließ gleichzeitig Raum für die baulichen Ein-

Wir unterstützen landwirtschaftliche Betriebe mit präziser Planung, Berechnung und Auslegung moderner Trocknungsund Belüftungssysteme. Unsere Lösungen sind individuell angepasst und sorgen für höchste Effizienz und Qualität bei der Ernteverarbeitung und Lagerung.

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Viel Platz und Licht gibt es für das Vieh am Marmsolhof.

AGRARTECHNIKER ERICH ROTTENSTEINER,

Jahrgang 1969, wuchs als jüngstes von sieben Kindern auf einem Bauernhof mit Rinderhaltung und Weinbau auf. Schon früh entwickelte er großes Interesse an der Landwirtschaft, was ihn zum Besuch der Oberschule für Landwirtschaft in Auer und zum Abschluss als diplomierter Agrartechniker führte. Nach vielen Jahren Berufserfahrung in einem Betrieb für Stalleinrichtungen und Landmaschinen widmet er sich seit rund 20 Jahren der Planung landwirtschaftlicher Betriebe, mit besonderem Schwerpunkt auf Wirtschaftsgebäuden und Laufställen. In seiner Arbeit sieht er eine wichtige Aufgabe darin, sowohl das Tierwohl zu verbessern als auch den Arbeitsalltag der Bauern zu erleichtern. Damit leistet er einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Landwirtschaft – und damit auch der einzigartigen Landschaft und Gesellschaft Südtirols.

Erich Rottensteiners Erfahrung und bäuerliche Herkunft sowie die umgesetzten Wünsche der Bauernfamilie Rier spiegeln sich im Ergebnis wider.

griffe, ohne die Tiere zu überfordern. Am Ende steht den Bauersleuten Rier nun ein funktionierendes Wirtschaftsgebäude zur Verfügung.

DIESES WIRTSCHAFTSGEBÄUDE IST DER BEWEIS DAFÜR, DASS

TRADITION UND MODERNE SICH NICHT

NUR VERTRAGEN, SONDERN SICH GEGENSEITIG ERGÄNZEN, UND

DASS DAS TIERWOHL

AM MARMSOLHOF TATSÄCHLICH GELEBT WIRD.

„Der Familie Rier ist das Tierwohl ein großes Anliegen“, erwähnt Erich Rottensteiner lobend. „Der Bauer ließ einen größeren Stall errichten, hat aber keinen

– 12:30

– 12:00

Cent mehr Förderungen bekommen. Dieses Wirtschaftsgebäude ist der Beweis dafür, dass Tradition und Moderne sich nicht nur vertragen, sondern sich auch gegenseitig ergänzen, und dass das Tierwohl am Marmsolhof tatsächlich gelebt wird.“ Rottensteiner fasst damit zusammen, was Planung und Entscheidung geprägt hat: kein Wachstum um jeden Preis, sondern ein kluges Mehr an Platz, Sicherheit und Arbeitsqualität. Und dass das behornte Grauvieh einiges an Raum braucht, war für die Familie Rier bei der Projektierung des Wirtschaftsgebäudes keine Nebensache, sondern Ausgangspunkt.

Erfahrung eingebracht

Auch die Zusammenarbeit wird positiv bewertet. „Erich Rottensteiner hat uns dank seiner Erfahrung und seiner bäuerlichen Herkunft sehr gut beraten –er versucht immer, auf dem neuesten Stand zu sein“, sagt Bauer Matthias Rier über den Projektanten, „das neue Wirtschaftsgebäude stellt aber nicht nur eine Arbeitserleichterung für uns dar, auch die Tiere fühlen sich sichtlich wohl. Aus

Beim Projekt Schnatzhof wurde der Melkroboter „GEA Dairy Robot R9500“ und beim Marmsolerhof die Stalleinrichung der Firma „Zimmermann Stalltechnik“ verkauft und montiert

/ 13:30-18:00

Dairy Robot R9500

meiner Sicht ist das Wirtschaftsgebäude

sehr gelungen, wir haben eine große Freude damit. Unser Grauvieh kann sich optimal bewegen – denn das Gehörn zu entfernen, das ist für uns kein Thema, es gehört zu diesen Rindern.“

Während der Arbeiten habe man sich voll auf den Neubau konzentriert und nach Möglichkeit Kleinigkeiten verändert, die später einen großen Effekt hätten. „Das Bauen selbst war herrlich – wenn ich aber auf die Bürokratie zurückblicke, hat sie uns sehr belastet und gefordert“, betont Matthias Rier. Es ist der nüchterne Blick eines Bauern, der Prioritäten setzt: Sinnvolle Lösungen zählen – trotz der Nerven, die der Papierkram kostet.

Tourismus als zweites Standbein

Der Marmsolhof wird von Matthias und Margareth Rier sowie von den gemeinsamen Kindern Tatjana, Manuel und Lukas bewirtschaftet. Zur Landwirtschaft kommt die Tourismusarbeit hin-

zu: Urlaub auf dem Bauernhof und eine Ferienwohnung in der Almhütte. Letztere befindet sich direkt auf der Seiser Alm. Zum Hof gehören etwa 20 Hektar Wiesen und Almweiden. Übrigens: Im Sommer ist der Stall leer, weil das Vieh die Sommerfrische auf der Seiser Alm genießt – und Matthias Rier ist mit seinen Rindern dann auch beim bekannten Almabtrieb im Herbst mit dabei. So erzählt der Marmsolhof heute eine kla-

re Geschichte: von einem Hof, der Alt und Neu unter einem Dach vereint. Von Tieren, die Platz und Sicherheit haben. Von Technik, die hilft, ohne zu dominieren. Von Futter, das konsequent als Heu gedacht wird – ohne Silage. Und von Menschen, die mit Augenmaß bauen, mit Maß und Mitte wirtschaften und sich nicht scheuen, Widerspruch zu äußern, wenn Auflagen über das Ziel hinausschießen.

Beim Abtrieb von der Seiser Alm – Bauer Matthias Rier voller Stolz mit seinen Tieren.

HEIMISCHES GOLD

AUS DEM BIENENSTOCK

Wenn der Prophet im eigenen Land nicht viel gilt, lohnt es sich, von außen einen Blick auf das werfen zu lassen, was direkt vor der Haustür entsteht. Bei Honig und Propolis ist der bayerische Professor Matthias Kunth der richtige Ansprechpartner.

Honig aus der eigenen Region ist der beste, weil sich darin das heimische Pollenmuster abzeichnet, welches das Immunsystem stärkt“, sagt der bekannteste Experte für Apitherapie im deutschsprachigen Raum. Damit bestätigt er den Standpunkt des Imkerbundes. Honig gehört zu den wertvollsten Nahrungs- und Naturheilmitteln. Analysen zeigen, dass Honig eine Vielzahl biologisch aktiver Inhaltsstoffe enthält: Enzyme, organische Säuren, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Flavonoide. Diese wirken antioxidativ und helfen dem Körper, schädliche freie Radikale abzuwehren. Die antibakterielle Wirkung des Honigs beruht auf seiner Zusammensetzung: Die hohe Zuckerkonzentration bindet Wasser und entzieht Mikroorganismen die Lebensgrundlage, sodass sich Bakterien, Pilze und andere Keime kaum vermehren können. Zusätzlich entstehen beim Reifungsprozess Stoffe, die das Wachstum von Krankheitserregern hemmen. Deshalb wurde Honig schon früh zur Behandlung von Wunden eingesetzt und unterstützt die Heilung von Infektionen, zum Beispiel bei Magen-Darm-Erkrankungen.

Auch Kinder profitieren

Honig lindert Husten bei Erkältungen mindestens genauso effektiv wie herkömmliche Medikamente, beruhigt die Schleimhäute und kann bereits mit einem Teelöffel vor dem Zubettgehen den Hustenreiz spürbar mindern. Er kann zu-

ANALYSEN ZEIGEN, DASS HONIG EINE VIELZAHL BIOLOGISCH AKTIVER INHALTSSTOFFE ENTHÄLT: ENZYME, ORGANISCHE SÄUREN, MINERALSTOFFE SOWIE SEKUNDÄRE PFLANZENSTOFFE WIE POLYPHENOLE UND FLAVONOIDE.

dem Hautprobleme wie Schuppenflechten, Juckreiz lindern und in Kombination mit einer Darmsanierung die langfristige Hautgesundheit fördern. Auch die Knochengesundheit profitiert: In Verbindung mit Milchprodukten verbessert

Honig die Kalziumaufnahme und stärkt so die Knochen.

Kinder können ebenfalls von den gesundheitsfördernden Eigenschaften von Honig profitieren, wobei die Dosierung altersgerecht angepasst werden muss. Und auch auf das Körpergewicht wirkt sich Honig positiv aus: Er kann den Stoffwechsel anregen, das Hungergefühl regulieren und dadurch beim Abnehmen helfen. Besonders interessant ist laut Professor Kunth der Waldhonig: Er enthält viele Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die ihm eine besonders starke entzündungshemmende Wirkung verleihen. Kunth vergleicht regionalen Waldhonig mit Manukahonig aus Neuseeland, der international für seine Heilwirkung geschätzt wird.

Propolis immer wichtiger Wertvoll ist aber auch die Propolis, eine harzartige Substanz, die Bienen aus Pflanzenknospen und Baumharzen sammeln. Im Bienenstock dient sie als Schutzstoff. Die Tiere dichten damit kleine Ritzen ab und überziehen Oberflächen mit einer dünnen Schutzschicht, die das Eindrin-

gen von Krankheitserregern erschwert.

Propolis enthält eine Mischung aus Polyphenolen, Flavonoiden, aromatischen Säuren und ätherischen Ölen. Viele dieser Stoffe besitzen antimikrobielle und antivirale Eigenschaften. Untersuchungen zeigen, dass Bestandteile von Propolis in das Enzymsystem von Viren eingreifen können, das für deren Vermehrung nötig ist. Auf diese Weise lässt sich die Ausbreitung von Krankheitserregern zumindest teilweise bremsen.

Darüber hinaus wird Propolis auch wegen ihrer entzündungshemmenden und antioxidativen Wirkung geschätzt.

Ein wachsendes Forschungsfeld ist die Rolle von Propolis in der begleitenden Behandlung von Tumorerkrankungen.

„Einzelne Inhaltsstoffe der Propolis sind krebshemmend oder sogar krebstötend“, unterstreicht Professor Kunth.

Oxymel als besonderes Getränk

Auch Oxymel lässt Kunth nicht ungenannt: Diese Mischung aus Honig

und Essig wird seit Jahrtausenden als stärkendes Getränk verwendet. Häufig wird die Grundmischung noch mit Zutaten wie Zitrone, Limette, Ingwer, Kräutern ergänzt. Der Essig kann das bakterielle Milieu im Darm positiv beeinflussen, während der Honig Enzyme und Pflanzenstoffe liefert. Da ein großer Teil des menschlichen Immunsystems eng mit dem Darm verbunden ist, kann diese Kombination die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen. Zur Stärkung der Körperabwehr empfiehlt Kunth, im Winter morgens und abends jeweils einen Teelöffel Oxymel einzunehmen, verdünnt in warmem Wasser. Auch Kinder können in angepasster Dosierung davon profitieren. Und im Sommer kann Oxymel als Erfrischung genossen werden – natürlich verdünnt mit Wasser. Abschließend ist hervorzuheben, dass Honig nicht nur Heilwirkungen besitzt, sondern auch ein Genussmittel ist. „Ich empfehle, immer mehrere Gläser mit Honig of-

„HONIG AUS DER EIGENEN REGION IST DER BESTE, WEIL SICH DARIN DAS HEIMISCHE POLLENMUSTER ABZEICHNET, WELCHES DAS IMMUNSYSTEM STÄRKT“

PROFESSOR MATTHIAS KUNTH

fen zu haben und verschiedene Sorten abwechselnd zu verzehren, um von den unterschiedlichen Eigenschaften jedes Honigs zu profitieren“, sagt Kunth.

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Rund 36.400 Bienenvölker gibt es in Südtirol, rund 3.600 Imkerinnen und Imker betreuen sie. Für 1 kg Honig müssen Bienen 60.000 Mal ausfliegen und 3 kg Nektar transportieren. Eine Meisterleistung, die Du durch den Kauf von lokalem Honig unterstützen kannst.

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ES LEBE. ES WACHSE. ES BLÜHE.

I have a dream. Nadja Thaler wusste schon immer, was sie werden wollte. Bäuerin.

Mit Anfang 20 hat sie sich daran gemacht, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und heute, mit 28, lebt sie ihn. Tag für Tag: in der Natur und von der Natur leben.

An Mut fehlt es Nadja nicht. Zusammen mit ihrem Mann Silvan und zunächst auch einem befreundeten Paar hat sie nicht nur einen Hof, sondern gleich einen Weiler gepachtet. Riol, 1.300 Meter hoch über Franzensfeste gelegen. Zu erreichen nur über eine holprige Forststraße, drei Gehöfte, von denen ein Wohnhaus renovierungsfähig war; von den anderen nutzen Nadja und Silvan die Stallungen. Der Zufall brachte das junge Paar mit Kloster Neustift zusammen, Besitzer des seit vielen Jahren aufgelassenen Weilers und gewillt, diesen wieder zu beleben. Der gemeinsame Deal: Nadja und Silvan bewirtschaften Riol als Pächter, sie stellen alle Arbeit, die sie bewerkstelligen können, das Kloster als Besitzer trägt die Materialkosten. Im Sommer 2021 haben sie mit den Arbeiten begonnen, damals noch zu viert, im Frühjahr 2022 konnten sie einziehen.

Beeren und Kräuter und alles, was es zum Leben braucht

Sie bewirtschaften insgesamt neun Hektar, auf denen sie vornehmlich Beeren und Kräuter zum Weiterverarbeiten an-

bauen – Marmeladen, Sirup, Kräutermischungen, Tinkturen und Kräutertees, die im Laden des Klosters verkauft werden. Das Fleisch setzen sie über eine Kooperative ab. Und dann alles, was sie zum täglichen Leben brauchen. Denn das Ziel ist: im Rahmen des Möglichen unabhängig und autark sein. Vivat. Crescat. Floreat. Es lebe, es wachse, es blühe. Und vom Verdienst bezahlen sie das, was sie nicht selbst herstellen oder leisten können. Der Weg zur völligen Autarkie ist noch weit, aber in fünf Jahren haben Nadja und Silvan schon viel gepackt. Das Haus ist renoviert, die Felder sind gerichtet. Noch arbeiten beide nebenher. Nadja beim Jugenddienst Sterzing und Silvan als Maurer. In fünf Jahren, sagt Nadja, möchte sie nur noch ins Tal, um Besorgungen zu erledigen und zum Ausgehen und nur vom Hof, vom Riol-Gehöft, wie sie auch ihre Instagram-Seite genannt hat, leben. Am Anfang war alles etwas leichter, erinnert sich Nadja. „Wir waren vier Köpfe und acht Hände.“ Als die beiden anderen aus dem Projekt ausgestiegen sind, waren Nadja und Silvan zunächst voller Zweifel und Ängste. „Aber ich habe mir gedacht, wir können diese Chance

nicht einfach so aufgeben. Wir schaffen das!“ Nadja ist wissbegierig, neugierig, offen, manchmal etwas zu verkopft und auf Kontrolle bedacht. In der Natur musste sie lernen, locker zu lassen. Alles selbst machen schließt das Nach-Hilfe-Fragen nicht aus.

Am liebsten in der Natur

Rückblickend sagt Nadja, die ebenso wie Silvan vor dem Riol-Abenteuer noch nie an einem Hof gearbeitet hat, noch nie eine Wiese gemäht hat, „man kann mit den Aufgaben wachsen“. Das „Naturkind“ sieht man ihr schon von außen an: lange, hellbraune Haare, ein brauner Hu, von dem sie sich nicht trennen kann,

„WIR WAREN VIER KÖPFE UND ACHT HÄNDE. ABER ICH HABE MIR GEDACHT, WIR KÖNNEN

DIESE

CHANCE NICHT

EINFACH SO AUFGEBEN. WIR SCHAFFEN DAS!“ NADJA THALER

und ein von der frischen Luft gebräuntes Gesicht. „Die Stadt, zu viele Leute, das war noch nie mein Ding.“ Oben auf Riol fühlt sie sich eins mit der Natur. Ihr Selbstversorger-Konzept hat einen philosophischen Hintergrund. „In der Natur lasse ich alles auf mich wirken. Was passt und was passt nicht? Ich pflanze die Streuobstbäume nicht nach dem Kriterium des maximalen Ertrags, sondern wo sie am besten hinpassen und vielleicht auch noch eine andere Funktion erfüllen.“ Der Bauernhof als ganzheitliches, auf Kreisläufen beruhendes Ökosystem. Permakultur, die mehr ist, als nur Mulch aufzutragen. „Wir mähen die Wiesen nicht auf einmal, sondern nach und nach, sodass immer etwas am Blühen ist. Wir haben einen Mindestsatz an Tieren.“ Alte Rassen, die genügsam und robust sind und sich mit artenreichen Magerwiesen zufriedengeben. Buischa (Grauvieh), Alpine Steinschafe und dazu für den Eigenbedarf Schwedische Blumenhühner. Geheizt wird mit Stückholz, das sie in den umlie-

genden Wäldern des Klosters sammeln. Und damit wird auch der kleine tägliche Luxus garantiert: eine Fußbodenheizung.

Das ganz persönliche tägliche Glück Nadja genießt die Einsamkeit auf Riol. Menschenscheu ist sie nicht. Lebt den Lauf der Jahreszeiten, arbeitet manchmal bis zum Umfallen, um dann müde, aber glücklich und erfüllt ins Bett zu fallen. Kann sich nachts in der totalen Dunkelheit nicht sattsehen am Sternenhimmel. Gelernt hat sie viel in den Jahren, seit das Abenteuer Riol begonnen hat. Manches ging schief, manches war schwieriger als gedacht, anders. Nicht alles ist erfüllend und beglückend, auch das Leben in, mit und von der Natur hat Schatten. Aber die positiven Seiten überwiegen. Beim Beobachten des Wachsens und Werdens. Die Gewissheit, eines Tages ganz von der Arbeit in ihrem ganz persönlichen Stück Paradies zu leben. Haben Kinder einen Platz in diesem Traum? Eine gute Frage, sagt Nadja. „Im

Augenblick wüssten wir nicht, woher die Zeit nehmen.“ Die Frage bleibt offen. Und eine Bilanz? Hat es sich gelohnt? Ist es tatsächlich das, was sie sich für ihr Leben vorgestellt hat? „Wir wussten von Anfang an, dass es nicht leicht wird. Ein Knochenjob. Man hängt. Das Leben wird anders, die Partnerschaft wird anders, die Prioritäten wechseln“, sagt Nadja. Eine Belastungsprobe, die vor allem eine gute Kommunikation erfordert. Arbeitskollegen am Hof sein, aber eben auch Paar. „Aber ich kann es noch mehr genießen, als ich mir vorgestellt hatte. Es ist wunderbar, wenn man gemeinsam einen Traum, ein Lebensziel realisieren kann.

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Landwirtschaft ist unsere Leidenschaft

Mit einem starken Fokus auf Landwirtschaft, viel Liebe zum Detail und eigener Produktion entwickelt die Schlosserei Stockner hochwertige Zusatzgeräte für die Landwirtschaft. Ein motiviertes, junges Team arbeitet kontinuierlich daran, praxisnahe Lösungen zu schaffen, die Landwirten die tägliche Arbeit erleichtern und auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt dabei auf Zusatzgeräten für die Heuernte.

Zu den Hauptprodukten zählt der Bandschwader Mountain Max. Er ist mit einem eigens entwickelten Pick-up mit vier Zinkenreihen ausgestattet. Ein besonderes Merkmal ist das geteilte Pick-up, das für maximale Bodenanpassung sorgt und die Niederhalterrolle, die für kontinuierlichen Futterfluss in Richtung Förderband sorgt. Der Mountain Max zählt zu den Leichtgewichten in seiner Klasse. Mit einer Aufnahmebreite von 2,5m, 2,75m und 3,0m sind sie auch im alpinen Gelände sicher unterwegs.

Schlosserei Stockner erleichtert den Arbeitsalltag

Seit Kurzem hat das Unternehmen außerdem die Produktion des bekannten „Waldhofer“-Ladewagens übernommen, der nun als „Stockner“-Ladewagen weitergeführt wird. Derzeit ist er in den

Modellen LB und XL erhältlich, während ein Vielschnittmodell bereits in Ausarbeitung ist. Zur Produktpalette gehören außerdem 3-Seiten-Kipper in verschiedensten Ausführungen, Heckschaufeln, Wieseneggen, Ballengabeln sowie Schlauchhaspeln. Bei allen Geräten setzt die Schlosserei Stockner auf Präzision, Haltbarkeit und kundennahe Lösungen – damit Landwirte effizient und zuverlässig arbeiten können.

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Hightech am Naturnser Sonnenberg

Am Naturnser Sonnenberg thront der Schnatzhof der Familie Ladurner. Auf der 1.535 Meter hoch gelegenen Hofstelle steht eines im Mittelpunkt – gute Arbeitsbedingungen für die Menschen sowie Wohlbefinden für die Rinder und Schafe. „Am wichtigsten war uns beim Umbau und bei der Modernisierung des Wirtschaftsgebäudes, unsere Arbeit zu erleichtern und den Tieren mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen“, sagt Bauer Paul Ladurner.

Auf dem Bergbauernhof werden Kühe sowie Jungvieh der Rassen Braunvieh und Schwarzbunte erfolgreich gehalten. Der Schnatzhof wird aber nicht nur für seine Heumilch und den Urlaub auf dem Bauernhof geschätzt, sondern auch für seine erfolgreiche Rinderzucht. Und neben dem denkmalgeschützten Wohnhaus steht das Wirtschaftsgebäude, das von außen kaum verrät, wie viel Hightech sich seit dem Umbau darin verbirgt. Damit der Betrieb auch in Zukunft gut funktioniert, hat Paul Ladurner sein Wirtschaftsgebäude technisch auf den neuesten Stand gebracht. Herzstück der Modernisierung ist der

Melkroboter. Die Kühe können nun selbst entscheiden, wann sie gemolken werden möchten. Ergänzt wird das System durch einen Fütterungsroboter, der mehrmals täglich frisches Futter zum Futtertisch bringt, sowie einen Entmistungsroboter, der für saubere Laufgänge sorgt. „Es funktioniert alles vollautomatisch“, erklärt Agrartechniker Erich Rottensteiner.

„DIE AUTOMATISIERUNG DES WIRTSCHAFTSGEBÄUDE LÄUFT OPTIMAL.“
PAUL LADURNER

Kein einfacher Umbau

Der Umbau war jedoch nicht ganz einfach: Denn das Wirtschaftsgebäude sollte erhalten bleiben und gleichzeitig modernisiert und erweitert werden, um eben den Milchkühen mehr Platz zu bieten. „Die äußere Hülle blieb bestehen“, sagt Projektant Rottensteiner. Der Stall wurde vollständig erneuert und erweitert – mit besonderem Augenmerk auf das Tierwohl. Viel Tageslicht, ein zeitgemäßes Belüftungssystem sowie großzügige Liegeund Bewegungsflächen fallen sofort auf. Rund 1.000 Quadratmeter umfasst der Stall heute. Hier finden etwa 40 Milchkühe und zehn Kälber Platz, während das Jungvieh und mehrere Schafe in einem danebenliegenden Bestandsgebäude untergebracht sind. Gleichzeitig bilden Stall und Stadel als Einheit zusammen mit dem Wohnhaus und einem Nebengebäude ein wertvolles bäuerliches Ensemble. Für Paul Ladurner hat sich die Investition gelohnt. „Die Automatisierung läuft optimal“, sagt er zufrieden. Der Hof mit seinen rund 17 Hektar Fläche – davon etwa vier Hektar Weide – wird seit Generationen von der Familie Ladurner bewirtschaftet. Und die Technik hilft, den Arbeitsalltag am Berg zu erleichtern.

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RE 170 PLUS REINIGER

VERTIKUTIERER

RLE 240 € 239,–

RLA 240 € 429,–

RL 540 € 799,–

RASENMÄHER

GEHÖLZSCHNEIDER

GTA 26 € 169,–

GTA 30 € 329,–

GTA 40 € 399,–

ASTSCHEREN

ASA 20

ASA 130

ASA 140

HSA 50 € 269,–

Die Fachhändler in Ihrer Nähe beraten Sie gerne und sind auch nach dem Kauf für Sie da!

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