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Rick Joyner

Das Heer der Morgenrรถte Eine neue Generation Teil 2


Titel der Originalausgabe: Army of the Dawn, Part II © 2016 by Rick Joyner Distribution durch MorningStar Publications, Inc., ein Arbeitszweig der MorningStar Fellowship Church 375 Star Light Drive, Fort Mill, SC 29715 1. Auflage Januar 2019 © Schleife Verlag, Pflanzschulstr. 17 CH-8400 Winterthur, Switzerland, Tel. 0041 (0) 52 2322424 E-Mail: verlag@schleife.ch, www.schleife.ch ISBN 978-3-905991-42-0 Bestellnummer: 120.131 Übersetzung aus dem Amerikanischen: Judith Petri Umschlaggestaltung: Atelier Pia Maurer-Petri Satz: Nils Großbach Herstellung: Optimal Media, DE-Röbel Die Bibelstellen sind, wenn nicht anders angegeben, der Revidierten Elberfelder Bibel (Rev. 26) © 1985/1991/2008 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten entnommen. Die Bibelstellen aus der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, sind mit LUT gekennzeichnet. Die Bibelstellen aus der Schlachter Bibel, revidierte Fassung von 2000, © 2000 Genfer Bibelgesellschaft, sind mit Schlachter 2000 gekennzeichnet. Alle Rechte vorbehalten, auch für auszugsweise Wiedergabe und Fotokopie.


Inhaltsverzeichnis   1. Die herrliche Absicht......................................................... 5   2. Neue Weinschläuche........................................................ 27   3. Sterben, um zu leben........................................................49   4. Der Feind in den eigenen Reihen...................................65   5. Transformation.................................................................79   6. Eine neue Generation...................................................... 91   7. Höher, tiefer, weiter........................................................ 103   8. Die Botschaft...................................................................125   9. Die Weichen stellen........................................................ 141 10. Die grosse Hoffnung...................................................... 155 11. Zusammenkommen....................................................... 177


Kapitel 1

Die herrliche Absicht Der Herr bezeichnete das Ende dieses Zeitalters als «die Ernte», wenn mehr Menschen als jemals zuvor seinem Reich hinzugefügt werden. Zu den entscheidenden Dingen, auf die wir uns vorbereiten müssen, zählen die Mobilisierung, das Training und die Zurüstung des Volkes Gottes auf dieses Ereignis, welches mit nichts zu vergleichen ist, seit Jesus auf dieser Erde gelebt hat. Es ist unter anderem der Hauptgrund, warum wir dazu auserwählt wurden, in genau dieser Zeit zu leben. Während dieser grössten aller Bewegungen Gottes werden wir als sein Volk erkennen, wofür wir bereits vor Grundlegung der Welt geschaffen wurden, und wir werden darin leben. In dem Missionsbefehl geht es darum, Jünger zu machen, nicht nur Bekehrte, und sie zu lehren, alles zu befolgen, was der Herr geboten hat. Es heisst dort auch: «… macht alle Nationen zu Jüngern» (Matthäus 28,19), nicht nur Einzelpersonen. Wir werden schon bald erleben, wie ganze Nationen sich dem Herrn zuwenden werden, und wir müssen darauf vorbereitet sein, sie zu Jüngern zu machen. Das schliesst alle wichtigen Bereiche mit ein, die eine Kultur beeinflussen, wie die Regierung, das Bildungswe-

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sen, die Geschäftswelt, die Medien, die Künste, die Unterhaltungsindustrie und auch die Gemeinde. Zur gleichen Zeit wird die Ernte alles an den Tag bringen, was in den Menschen gesät wurde, das Gute wie auch das Böse. Aus dem Grund wird am Ende alles verstärkt sichtbar werden. Wir werden das schlimmste Übel und dabei die grösste Herrlichkeit sehen, wie es auch der Prophet Jesaja in Kapitel 60 beschreibt. Dieser Zeitabschnitt wird als «der grosse und schreckliche Tag des HERRN» (Maleachi 3,23; LUT) bezeichnet. Es wird auf der einen Seite die schwierigste und auf der anderen Seite die herrlichste Zeit auf Erden werden. Und wir müssen auf beides vorbereitet sein – nicht nur um zu überleben, sondern um unsere Bestimmung zu erfüllen.

Baut eine Strasse! In Jesaja 40 lesen wir davon, dass wir dem Herrn den Weg bereiten sollen, indem wir eine Strasse bauen. Eine Strasse zu bauen kann Jahre dauern. Möglicherweise muss man sich dabei durch Berge, Sümpfe, Felsen und Wälder hindurcharbeiten und Berge abtragen sowie Täler auffüllen. An einigen Tagen wird man nur zentimeterweise vorankommen. Doch wenn die Strasse, für die so lange und hart gearbeitet wurde, erst einmal fertiggestellt ist, kann ein Fahrzeug mit 100 km/h darüber hinwegfahren. So ist es auch mit denjenigen, die dem Herrn den Weg bereiten. In-

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dem sie ihm eine Strasse bauen, wird es den Nachfolgenden möglich sein, sich um ein Vielfaches schneller fortzubewegen, als sie es selbst tun konnten. Denken Sie nur einmal darüber nach, dass ich mehr als vier Jahrzehnte gebraucht habe, um mir gewisse Dinge, die ich in diesem Buch weitergebe, anzueignen. Ich habe sie hier zusammengefasst und Sie sind in der Lage, all dieses Wissen in nur wenigen Stunden zu erwerben. Damit habe ich kein Problem, denn ich habe selbst viele Bücher gelesen, für die jemand anders ein Leben lang studiert hat, und ich konnte mir dieses Wissen auf die gleiche Weise zulegen. Das ist wirklich ein Segen und ein Beispiel dafür, dass der Herr den besten Wein bis zum Schluss aufbewahrt. In gewisser Weise bauen wir «Strassen», damit andere sich mit hoher Geschwindigkeit durch ein Gebiet bewegen können, für das wir jahrelang gekämpft haben. Weil Wissen zunimmt und weithin verfügbar ist, beschleunigt sich alles. In 1. Korinther 15,46 lesen wir, dass zuerst das Natürliche kommt und danach das Geistliche. Aus dem Grund können wir mit einer Zunahme an geistlicher Erkenntnis rechnen, so wie es auch im Natürlichen geschieht. Wenn wir anfangen, wirklich zu sehen, werden wir eine Langzeitperspektive entwickeln. Wir werden verstehen, dass das, was wir jetzt tun, nicht nur für uns selbst ist, sondern auch für die Generationen, die nach uns kommen. Diese Welt geht nicht zu Ende, sondern sie steht vor einem Neuanfang, und wir sind hier, um diese gewaltige Veränderung mitzuerleben.

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Weisheit befähigt zu sehen Ich wünschte, ich hätte die Gabe, Menschen in ihrem Glaubensleben augenblicklich zur Reife zu verhelfen, indem ich ihnen schlicht und einfach die Hände auflege. Doch diese Gabe ist niemandem von uns gegeben. Reife kommt durch Erfahrung, und wenn aus der Erfahrung die rechten Schlüsse gezogen werden, führt sie zu Weisheit. Weisheit ist die Fähigkeit, Erkenntnis richtig anzuwenden. In der Schrift wird Weisheit oftmals mit grauem Haar verglichen, weil sie gewöhnlich das Ergebnis jahrelanger Erfahrung ist. Weisheit hat nicht notwendigerweise etwas mit dem Alter zu tun, da es vielen nicht gelingt, vom Leben zu lernen. Weisheit entwickelt sich, wenn wir angemessen auf gemachte Erfahrungen reagieren – insbesondere auf schwierige Situationen. Einer der Gründe, warum viele Menschen am Ende dieses Zeitalters schneller zur Reife kommen, hat mit der Intensität der Zeit zu tun, in der wir leben. Wir werden mit mehr Herausforderungen in einem kürzeren Zeitabschnitt konfrontiert werden. Es gibt gewisse Dinge, die mit Exzellenz und geistlicher Autorität verbunden sind und nicht auf die Schnelle erworben werden können. Das muss uns in der Schnelllebigkeit unserer Zeit bewusst sein. Einiges baut der Herr zügig und anderes nicht. Er verwandelte in einem Moment Wasser in Wein, doch in Jesaja 25,6 heisst es, dass er bei seinem Hochzeitsmahl «alten Wein» servieren wird. Offensichtlich bietet der Herr jungen und alten Wein an, doch

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der alte benötigt Zeit. Diejenigen, die Weisheit besitzen, werden wissen, wann welcher Wein angebracht ist. Im Folgenden werden einige Beispiele von Menschen angeführt, die diese Strasse gebaut und dadurch den Weg bereitet haben, indem sie das, was sie im Laufe ihres Lebens gelernt haben, in einer Weise etabliert haben, dass die nächste Generation es sich in kurzer Zeit aneignen kann.

Leitende Musiker Leonard Jones war einer unserer ersten Mitarbeiter bei MorningStar. Als ich ihn in 1988 traf, war er bereits ein hervorragender Musiker, und beinahe 30 Jahre später ist er nach wie vor bestrebt, besser zu werden. Diesen Charakterzug haben wir versucht, in allen unseren Dienstbereichen in Menschen zu entwickeln; und dazu hat Leonhard massgeblich beigetragen. Als Leonhard Teil unseres Teams wurde, gab es für einen Musiker wie ihn nicht viel zu tun. Also bekam er den Auftrag, den Herrn den ganzen Tag einfach anzubeten. Er baute sich eine kleine Hütte im Wald und ging seiner Aufgabe mit grosser Ernsthaftigkeit nach. Wann immer ich an dieser Hütte vorbeikam, hörte ich ihn anbeten, und ich konnte spürte, dass er es von ganzem Herzen tat. Bisweilen war ich völlig überwältigt von der unwahrscheinlich guten Musik, die er «nur» für den Herrn machte. Als wir ihn besser kennenlernten, wurde uns klar, dass in ihm noch viel

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mehr steckte, als Musik zu machen. Er war ein Meister seines Fachs, der zudem viel Weisheit besass. Er konnte innerhalb weniger Minuten tiefgründige Weisheiten weitergeben, die eine grosse Wirkung auf seine Zuhörer hatten. Leonhard hat in entscheidender Weise unseren Dienst wie auch unser Leben geprägt. Ich habe wahrscheinlich niemanden getroffen, der mit so wenigen Worten so viel sagen konnte. Seine Blogs, die er später anfing zu schreiben, zeugen davon. In einem Blogbeitrag brachte Leonhard seine Beunruhigung darüber zum Ausdruck, dass einige Musiker die Anbetungszeit nutzen, um zu üben, statt die Übungszeit zu nutzen, um anzubeten. Leonard weiss, wovon er spricht, denn er lebt darin. Seine Übungszeiten haben immer einen hohen Standard, weil er mit seinem ganzen Herzen vor dem König spielt. In unserer Stadt ist Leonhard für sein hohes Mass an Exzellenz bekannt und seine Lieder werden auf der ganzen Welt gespielt. Viele erstklassige Musiker, Songwriter und Anbetungsleiter sind durch MorningStar hervorgekommen und sie alle wurden in entscheidender Weise von ihm beeinflusst. Auch wenn er nicht der typische Lehrer oder Prediger ist, gibt er doch regelmässig Weisheiten von sich, die Menschen zum Nachdenken bringen. Ich glaube allerdings, dass sein wichtigster Beitrag darin besteht, eine Atmosphäre der Exzellenz zu kreieren, in der Musiker vor dem wichtigsten Zuhörer überhaupt, dem Herrn, spielen können. So etwas lernt man nicht in einer Unterrichts-

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stunde; man muss Teil einer aussergewöhnlichen Gemeinschaft sein, um das zu ergreifen.

Wiederholungen sind nicht langweilig Wir alle schätzen Personen, die grosses musikalisches Talent besitzen, doch ich glaube nicht, dass wir am Tag des Jüngsten Gerichts den Herrn sagen hören: «Recht so, du guter und treuer Knecht, du hast Gitarre gespielt wie Jimi Hendrix.» Wenn wir das, was uns anvertraut wurde, eingesetzt haben, um ihn anzubeten, und wenn wir es von ganzem Herzen getan haben, werden wir Lob empfangen. Und wenn wir alles, was wir machen, für den Herrn und nicht für Menschen machen, werden wir immer besser werden. Nur ein Narr würde seine Gabe lässig vor dem König ausüben. Alles, was wir tun, sollte ein Ausdruck der Anbetung aus unserem tiefsten Herzen für den König sein. Wir sollten immerfort um Exzellenz bemüht sein und darum, unsere Gaben weiterzuentwickeln; darüber hinaus sollten wir uns das nötige Wissen aneignen und Erfahrungen sammeln, die uns helfen, dem Herrn besser zu dienen. Das ist die Grundlage für wahre Grösse und unvergleichlich mehr wert als kurzlebiger Ruhm. Wir werden die ganze Ewigkeit damit beschäftigt sein. Um eine Gabe auf hohem Niveau weiterzuentwickeln, ist ständige Wiederholung erforderlich. Professionelle

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Golfspieler schlagen bei ihrem Training täglich 300 bis 500 Bälle. Professionelle Basketballspieler üben ebenfalls 300 bis 500 Würfe pro Tag. Diejenigen, die begabt sind, wissen Wiederholung zu schätzen, und diejenigen, die sehr erfolgreich sind – egal auf welchem Gebiet –, trainieren am härtesten. Das Gleiche gilt für Christen, die Bedeutsames bewirken. Auch ihnen ist bewusst, wie wichtig Wiederholung ist, um Exzellenz zu entwickeln. Darum lassen sie keine Gelegenheit aus, eine Wahrheit zu prüfen und anzuwenden.

Wohlstand oder Reichtum? Es gibt einen Unterschied zwischen Wohlstand und Reichtum. Die Schrift spricht davon, dass Reichtum schnell kommt, aber auch schnell wieder verschwindet. Im Gegensatz dazu kann Wohlstand über Generationen Bestand haben. Wohlstand ist das Resultat von Fleiss, harter Arbeit, Treue, Ausdauer und Weisheit. Das Sprichwort ist wahr: «Wenn man nicht die Erfahrung hat, Reichtum zu erwerben, wird man auch nicht die Weisheit besitzen, ihn zu behalten.» Das Gleiche gilt für die wesentlich wertvollere Währung des Reiches Gottes – Glaube, Hoffnung und Liebe. Es ist ein grosses Vorrecht, Dienste und die Gaben des Geistes anvertraut zu bekommen oder Autorität und Einfluss im Reich Gottes zu besitzen. Beides muss auf der

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Frucht des Geistes gegründet sein. Frucht ist nicht plötzlich da – sie muss wachsen. Man kann nicht einen Samen säen und erwarten, dass er sofort als ein reifer Baum, der Früchte trägt, aus dem Boden schiesst. Bäume benötigen Zeit, um sich zu entwickeln. Wenn wir Frucht sehen wollen, ist Geduld und sorgfältige Pflege nötig. Ich bin schon des Öfteren von Menschen gefragt worden, ob ich nicht für sie beten und ihnen die Gabe des Schreibens übermitteln könnte. Einige von ihnen tun es aus den richtigen Gründen, denn sie verstehen die Gabe der Übermittlung. Doch einige scheinen auch zu denken, ich könnte ihnen meine Gabe übertragen, indem ich ihnen einfach die Hände auflege und für sie bete, und sie würden sie sofort empfangen. Meine Fähigkeit ist eine Gabe von Gott, doch ich musste sie entwickeln, indem ich das Handwerk des Schreibens studiert und jahrelang praktiziert habe. Ich schreibe inzwischen seit über 40 Jahren und ich bin immer noch dabei, meine Kenntnisse zu erweitern und mich darin zu verbessern. Die Bibel lehrt uns, dass geistliche Gaben durch das Auflegen der Hände übertragen werden. Es steht jedoch nirgendwo geschrieben, dass wir sie in einem ausgereiften Zustand empfangen. Sie werden in Saatform übermittelt und müssen sorgfältig gepflegt werden, während sie heranreifen. Wie die Muskeln in unserem Körper wird auch eine Gabe entweder klein bleiben oder wachsen in dem Mass, wie sie genutzt wird. Nicht viele Menschen scheinen willig zu sein, durch die Wachstumsphase zu gehen, doch auf die-

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se Weise machen wir unsere Berufung und Erwählung fest. Die Bereitschaft, die harte Arbeit des Übens auf sich zu nehmen und das Ganze zu einem Akt der Anbetung zu machen, unterscheidet diejenigen, die das erreichen, von denen, die es nicht tun. Wenn wir jemandem eine Gabe übermitteln, der weder diszipliniert noch hingegeben genug ist, sie zu entwickeln, haben wir lediglich Gericht über ihn gebracht. Das ist in dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten das Urteil über den «bösen und faulen Knecht» (Matthäus 25,26), der vergrub, was ihm anvertraut worden war. Aus dem Grund lege ich auch niemandem die Hände auf, den ich nicht gut kenne. Ich muss mir sicher sein, dass die Person den Glauben und die Geduld aufbringt, die nötig sind, um die Verheissung in Besitz zu nehmen; andernfalls werde ich ihr nur schaden. Weisheit kommt durch Liebe zu Erkenntnis verbunden mit Sorgfalt, Erfahrung und der Demut, von anderen zu lernen. Weisheit ist nötig, um Erkenntnis und unsere Gaben richtig einzusetzen. Das Saatgut für unsere Gaben können wir in einem Moment empfangen; doch diese Weisheit ist die Frucht des Geistes, die kultiviert werden muss. Aus dem Grund sind, wie bereits erwähnt, Glaube und Geduld nötig, um die Verheissungen in Empfang zu nehmen. Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen, die keine Frucht hervorbringen, obwohl sie mit grossartigen Gaben gesegnet sind, glauben, sie hätten es aufgrund ihrer

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Begabung nicht nötig, hart zu arbeiten. Ihnen geht es nur darum, Spass zu haben. Sie sind wie Athleten, die an grossen Wettkämpfen teilnehmen wollen, ohne dafür zu üben. Die wirklich Grossen werden – selbst wenn sie schon zu Ruhm gekommen sind – ihre Disziplin noch steigern. Diejenigen, die das nicht tun, sind sogenannte «Eintagsfliegen», die genauso schnell wieder verschwunden sind, wie sie gekommen sind. Nochmals, die harte Arbeit des Übens ist der Schlüssel zu Erfolg und Langlebigkeit.

Der Beste, der es aber nicht schaffte Ich wurde einmal von der International Church in Las Vegas als Sprecher eingeladen. Da ein Freund von mir College-Basketball an der Universität von Las Vegas gespielt hatte, bat ich ihn, mich zu begleiten. Sein Name ist Armen Gilliam und er hat den Spitznamen «Armen, der Hammer». Er gehörte zu den besten Spielern in der NBA (National Basketball Association, die nationale Basketball-Profiliga in Nordamerika; Anm. des Übers.) in den Jahren, als einige der besten Basketballspieler aller Zeiten wie Michael Jordan, Magic Johnson, Larry Bird und andere aktiv waren. Auf dieser Reise erzählte Armen mir von einem seiner Mannschaftskameraden von der Universität, der aus seiner Sicht der beste Basketballspieler war, den er jemals getroffen hatte. Ich war überrascht, denn ich kannte all die gro-

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ssen Spieler mit denen bzw. gegen die er in der NBA gespielt hatte. Armen hatte keine Ahnung, warum dieser talentierte Teamkollege es nicht in die NBA geschafft hatte, sondern einfach von der Bildfläche verschwunden war. Als er mir seinen Namen nannte, konnte ich mich nicht einmal daran erinnern, ihn jemals gehört zu haben. Während ich mich in einem Raum in der Gemeinde auf meine Predigt vorbereitete, kam Armen zu mir und teilte mir mit, er habe seinen früheren Mitspieler im Saal unter den Besuchern entdeckt! Ich wollte ihn gern kennenlernen und Armen holte ihn. Als ich ihm erzählte, dass ich von Armen gehört habe, er sei einer der besten Basketballer gewesen, mit denen er jemals zusammen gespielt hatte, stimmte er mir zu. Ich fragte ihn, warum er niemals den Sprung in die NBA geschafft habe, und er meinte, er sei so sehr von seinem Talent überzeugt gewesen, dass er es nicht für nötig gehalten habe, hart zu trainieren. Diejenigen, die weniger talentiert gewesen waren wie er, doch härter trainierten, hatten ihn schliesslich aus dem Team gedrängt. So endete er als Türsteher in einem Kasino. Das ist eine wichtige Lektion, die wir alle lernen müssen: Diejenigen, die diszipliniert sind und hart arbeiten, werden erfolgreicher sein als diejenigen, die zwar äusserst talentiert, aber nicht diszipliniert sind. Wenn wir unser Talent – was auch immer es sein mag – nicht nutzen, ist das eine traurige Verschwendung von Potenzial. Doch wenn wir unsere Berufung in Christus nicht erfüllen, stellt dies das schrecklichste Versagen überhaupt dar.

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Jeder von Ihnen, der diese Zeilen liest, kann in seiner Lebenszeit zu Gottes bestem Freund werden. Sie können Grosses für den König bewirken. Als der Herr sagte, dass es unter allen Menschen keinen Grösseren gegeben habe als Johannes den Täufer, fügte er hinzu, dass selbst der Kleinste in seinem Reich grösser sein würde als er. Wenn wir in ihm sind, sind wir gleichzeitig auch in seinem Reich. Nirgendwo heisst es in der Schrift, dass wir in unseren Möglichkeiten in irgendeiner Weise begrenzt wären. Wenn also grossartige Athleten eine solche Hingabe an ihren Sport an den Tag legen, sollten wir nicht alles geben, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu erlangen?

Die Besten Nachdem ich einmal zu einem Team der NFL (National Football League, eine US-amerikanische Profiliga im American Football; Anm. des Übers.) sprechen durfte, wurde ich eingeladen, an dem Mannschaftsessen vor dem Spiel teilzunehmen. Zu den Spielern, mit denen ich zusammensass, gehörten einige, welche die Heisman Trophy gewonnen hatten (eine Auszeichnung für die besten Spieler im College Football der Vereinigten Staaten) und nun erfolgreich auf professioneller Ebene spielten. Die anderen am Tisch gehörten ebenfalls zu den herausragendsten Spielern in der Liga. Ich wollte gern wissen, wie sie es so weit nach vorn geschafft hatten, und jeder Einzelne von ihnen erzähl-

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te mir im Grunde genommen die gleiche Geschichte. Sie beschrieben, wie sie als junge Männer von der Vision erfüllt gewesen waren, professionelle Football-Spieler zu werden. Als sie sich entwickelten und ihre besonderen Fähigkeiten sichtbar wurden, konzentrierten sie sich auf eine bestimmte Position. Die meisten von ihnen berichteten mir, dass sie durchschnittlich acht Stunden pro Tag trainierten, Gewichte hoben und das Spiel anderer analysierten, die zu den Besten an ihrer jeweiligen Position gehören. Was wäre, wenn das Volk Gottes anfangen würde, denselben Eifer zu demonstrieren, wenn es darum geht, einen Platz in Gottes Team einzunehmen? Ich kenne viele Menschen, die zu den Besten ihres Fachs gehören – Sportler, Künstler, Musiker, Leiter von Unternehmen, militärisches Führungspersonal, Politiker, geistliche Leiter und Medienvertreter. Was sie alle miteinander verbindet, ist ihr aussergewöhlicher Fokus wie auch ihre Hingabe und Ausdauer. Die Zeit, die sie investieren, um ihre Gaben und Talente zu entwickeln, wie auch die Ernsthaftigkeit, die sie dabei an den Tag legen, sind Ausdruck dieser Hingabe. Wie lange sie ganz oben bleiben, steht in direktem Zusammenhang damit, ob sie – auch nachdem sie Erfolg hatten – weiterhin Disziplin beweisen. Wenn wir in Christus sind, geht es natürlich nicht nur darum, was wir für ihn tun, sondern inwiefern wir ihm ähnlicher werden. Wo würden wir geistlich stehen, wenn wir uns genauso viel Zeit nehmen würden, unseren inne-

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ren Menschen zu pflegen, wie wir täglich damit verbringen, unseren Körper zu pflegen? Was wäre, wenn wir genauso viel Aufwand betreiben würden, den geistlichen Menschen zu ernähren wie den natürlichen? Unser physischer Leib wird vergehen, doch unser Geist lebt ewig. In was sollten wir mehr Zeit investieren und worauf sollten wir uns stärker fokussieren – das Natürliche oder das Geistliche? Weil wir einen Beruf haben und für vieles andere Verantwortung tragen, meinen wir, wir könnten nicht all unsere Zeit in «das Geistliche» investieren – doch da bin ich anderer Auffassung. Wir können genau das tun, indem wir unsere Aufgaben im Namen des Herrn tun und das Ganze zu einem Akt der Anbetung machen. Warum entscheiden wie uns nicht, jede Prüfung oder jeden persönlichen Konflikt zu nutzen, um im Geist zu wachsen? Warum sollten wir uns die Gelegenheit entgehen lassen, in einer schwierigen Situation einen Sieg zu erleben und dadurch dem Herrn näher zu kommen?

Die grösste Gabe Der Hunger nach Gott ist eine der kostbarsten Gaben, die wir besitzen können. Im Hinblick auf die Ewigkeit ist das grösste natürliche Talent bedeutungslos im Vergleich zu der geringsten geistlichen Gabe. Ein bemerkenswerter Mann Gottes, den diese Sichtweise auszeichnet, ist Don Potter. Wenn Don seinen Lauf einmal vollendet haben

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wird, wird man sich auf dieser Erde an ihn erinnern als jemanden, der die Ewigkeit in seinem Herzen getragen hat. Don ist ein bekannter Studiomusiker, Songwriter und Musikproduzent sowie einer der besten Gitarristen weltweit. Er war der Leadgitarrist und Leadsänger für einen der grössten Jazzkomponisten und Trompeter aller Zeiten. Bereits in jungen Jahren schrieb Don seine eigenen Hits und war sehr erfolgreich. Dann lernte er den Herrn kennen. Er zog nach Nashville, eine der weltweit bedeutendsten Musikmetropolen. Als er dort ankam, liess der Herr es nicht zu, dass er in irgendeiner Weise mit der Musikindustrie in Berührung kam. Er verdiente sein Geld als Zimmermann und verbrachte viele Jahre damit – vielleicht die besten Jahre seines Lebens –, den Herrn mit seiner grossartigen musikalischen Gabe im Verborgenen anzubeten. Viele Menschen fürchten, der Herr würde etwas Ähnliches von ihnen verlangen, wenn sie ihm ihr ganzes Leben anvertrauen würden. Don wusste nicht, ob er sein Talent jemals wieder einsetzen würde, um etwas anderes zu tun, als in aller Abgeschiedenheit für den Herrn zu spielen. Er gab sich zufrieden damit und war schliesslich sogar glücklich darüber. Don fing an, mehr Gefallen daran zu finden, für den Herrn zu spielen, als er es genossen hatte, vor grossen Mengen zu stehen. Es genügte ihm nicht nur, vor dem König zu spielen, es wurde zu seiner grossen Leidenschaft. Nur diejenigen, die wirklich «sehen», sind in der Lage zu tun, was Don mit seiner wahrlich ausserordentlichen

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Gabe getan hat. Darum betete der Apostel Paulus für die Epheser, dass die Augen ihres Herzens erleuchtet würden (siehe Epheser 1,18). Mit den «Augen des Herzens» sind unsere geistlichen Augen gemeint; und was wir sehen, entscheidet darüber, wofür wir uns hingeben. Sehen ist von grundlegender Bedeutung für unsere Berufung; und lernen zu sehen und zu deuten, was wir sehen, spielt ebenso eine wichtige Rolle bei unserem Training. Wie wir Gott sehen und wie wir uns selbst sehen, entscheidet darüber, wie wir ihn anbeten. Schlussendlich wurde Don freigesetzt, wieder als professioneller Musiker zu arbeiten, und er war sehr bald erfolgreicher als jemals zuvor. Dennoch erfüllte ihn nichts mehr, als vor dem König zu spielen. In seinem Herzen wollte er lieber anbeten, statt weltliche Hits zu produzieren. Ich traf Don zum ersten Mal während einer Konferenz in Nashville in der Belmont Church, wo ich als Sprecher diente. Amy Grant, Michael W. Smith und John G. Elliott waren die Anbetungsleiter bei dieser Veranstaltung und einige bekannte Grössen aus der Welt der Countrymusic wie auch der christlichen Musik befanden sich unter den Zuhörern. Als Don sagte, er würde ein Album für meine Frau Julie produzieren, erkundigte ich mich bei einigen dieser Stars nach «Don Potter», denn ich wusste nicht, wer er war. Ich bekam Antworten wie «Er ist einer der Besten» und «Es gibt kaum einen Hit, der aus Nashville kommt, an dem Don Potter nicht beteiligt war».

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Ich war ausserdem überrascht, als Don fragte, ob er nicht einmal zu uns nach Charlotte kommen könnte, um die Anbetung zu leiten. Zu dem Zeitpunkt waren wir lediglich ein grosser Hauskreis, und ich denke, wir hatten das schlechteste Soundsystem weit und breit. Die meisten unserer Musiker waren nicht viel besser als das Soundsystem – bis auf Leonard Jones. Leonhard hatte «sein Kreuz auf sich genommen» und benutzte nicht nur das Soundsystem, sondern arbeitete auch mit einigen dieser Musiker (die sich im Laufe der Zeit enorm verbesserten). Don und seine Frau Christine kamen mit ihren Freunden nach Charlotte – und Gott kam mit. Leonard schwebte im siebten Himmel. Er war bereit, sich Dons Leitung zu unterstellen, wann immer es erforderlich war, wofür man ihn wirklich ehren muss. Bis zu diesem Tag habe ich keine Spur von Eifersucht in ihm wahrgenommen – was nur selten unter Musikern, Künstlern oder Predigern vorkommt. Als Don und Leonard anregten, eine Konferenz zu veranstalten, bei der nur Gott angebetet werden sollte, wusste keiner von uns, ob das funktionieren würde. Wir setzen das Ganze dennoch um und es war die beste Konferenz, die wir jemals erlebt haben. Die Anbetung kam auf eine solche Ebene, dass Don sich entschied, trotz seiner guten Position in Nashville von dort wegzuziehen und zu uns zu kommen, um sich voll und ganz in den Anbetungsbereich zu investieren. Wir werden in der Schrift angewiesen, dem Ehre zu geben, dem Ehre zusteht (siehe Römer 13,7). Es gibt viele

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Menschen, die sich dem Herrn auf diese Weise hingeben, doch ich kenne nur wenige wie Don, die auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere dem allen den Rücken zugekehrt haben, um Gott nachzufolgen. Wir konnten ihm nur einen kleinen Teil von dem bezahlen, was er in Nashville verdient hatte, doch das schreckte ihn nicht ab. Don brachte nicht nur diese zwei grossen Opfer, um dem Herrn zu dienen – er lebt ein Leben des Kreuzes. Uns ist verheissen, dass wir, wenn wir unser Leben um seinetwillen verlieren, es finden werden. Ich glaube, Don und Christine haben das erlebt. Kein irdischer Reichtum ist mit dem Frieden und der Freude zu vergleichen, die wir in Gottes Reich erleben; ganz zu schweigen von der Frucht, die uns in der Ewigkeit erwartet. Für diejenigen, die in der Lage sind zu sehen, ist diese ewige Frucht viel realer als alles, was wir in diesem Leben, das lediglich ein «flüchtiger Hauch» ist, erreichen können. Ich höre Menschen des Öfteren sagen, dass sie sich selbst ausgiessen wollen, damit der Herr sie füllen kann, doch viele von ihnen haben nichts, was sie ausgiessen könnten. Als Johannes der Täufer sagte, dass Jesus wachsen, er aber abnehmen müsse (Johannes 3,30), gab es etwas in seinem Leben, wovon er abnehmen musste – und zwar einen Dienst, der Menschen aus «ganz Judäa» anzog. Don liess hinter sich, wofür viele Menschen fast alles geben würden. Er tat es in der Erwartung, Teil von etwas zu sein, das von Gott und nicht von Menschen erbaut wurde. Das Gleiche tat Abraham, als er seine Heimat verliess und

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an einen Ort zog, ohne zu wissen, wo er hinkommen würde. Doch er wusste, was er suchte – die Stadt Gottes, nach der all diejenigen Ausschau halten, die auf der Erde Fremdlinge sind. Don und Christine waren massgeblich an dem Aufbau von MorningStar beteiligt, doch darüber hinaus haben sie eine neue Welle der Anbetung freigesetzt, von der nach wie vor viele Menschen weltweit berührt werden. Wenn Sie bei einigen der frühen Veranstaltungen anwesend waren, werden Sie verstehen, was Don veranlasste, alles hinter sich zu lassen. Die Gegenwart des Herrn zu erleben, ist mit nichts anderem in dieser Welt zu vergleichen. Jahrzehnte später sind Don und Christine immer noch dabei, dem Herrn mit aller Entschlossenheit nachzufolgen. Sie helfen anderen dabei, die Gegenwart Gottes zu erleben, und werden sich nach all den Jahren wohl niemals mit weniger zufriedengeben, als den König anzubeten. Wenn man ihren Dienst anschaut, kann man leicht nachvollziehen, warum der Wiederaufbau der Hütte Davids dazu führen wird, dass «die übrigen Menschen» den Herrn suchen werden (siehe Apostelgeschichte 15,16–17). Sie haben mir geholfen zu verstehen, dass die Zeit nahe ist, in der Menschen die Gemeinde nicht länger nur als ein Sprungbrett gebrauchen, um eine professionelle Karriere zu verfolgen. Im Gegenteil, die Besten und Erfolgreichsten werden darum bitten, vor dem König spielen zu dürfen. Einige der grössten Missionare, Pastoren, Lehrer, Evangelisten, Anbetungsleiter und Songwriter leben in die-

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ser Zeit. Es werden Propheten hervorkommen, die einen gewaltigen Einfluss haben und zweifelsohne in der grössten prophetischen Autorität dienen werden, die wir je gesehen haben. Vielleicht gehören Sie dazu? Wenn Sie suchen, werden Sie finden. Wir alle sind Gott heute so nahe, wie wir es sein wollen. Haben Sie ein Verlangen danach, ihn zu finden? Über Don, Leonard und andere, die jetzt Älteste in der Gemeinde sind, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Herr bewahrt den besten Wein bis zum Schluss auf, und sie alle haben noch nicht vollständig «ausgeschenkt», was in sie hineingelegt wurde.

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