Nr. 20 (211) 03.10.13 I.P. 9 Jg.
Standpunkte | Marksteine | Kritikpunkte | Empfehlungen
Energie f端r den Vinschgau lokal organisieren
Energiewirtschaft der Gegenwart und Zukunft Eine Informationsinitiative des Vinschgauer Energie Konsortiums
Energie notWende Der Vinschgau gibt nicht auf und ... kämpft mit Erfolg um die Heimholung seiner Energierechte und die Neuausrichtung der Energiepolitik des Landes. Energie ist das Thema schlechthin. Weltweit - und ganz besonders im Vinschgau. An der lokalen Energieentwicklungsgeschichte kann die Globalisierung der weltweiten Energieproblematik nachgezeichnet werden.
Ein Tal steht unter Strom. Erfolge kommen. Der Zusammenhalt bewährt sich. Visionen verwirklichen sich.
Etappen | Siege der Vinschgauer Energieakteure und Energiepolitiker auf dem Weg zur Neuausrichtung der Energiepolitik - einige Errungenschaften:
Strombezugsrecht für Gemeinden Direktbeteiligung am Reschen Stausee mit 8% Direktbeteiligung am Kraftwerk Laas/Martell
Die Pioniere und Tüftler der Tiroler Elektrifizie-
Umweltpläne
rung haben im Vinschgau ebenso ihren Ursprung
Beteiligung an Konzessionen
wie die Visionäre, die die Bedeutung Erneuerba-
Verteilerpläne
rer Energien lange schon vor der Interessens-
Netzübernahme auf Vorzugsschiene durch Gemeinden
wahrnehmung der politischen Öffentlichkeit erkannt haben. Energieproduktion, -versorgung und -verteilung unter dem Wohlfahrtsgedanken der Subsidiarität standen von Anfang an im Mittelpunkt der Vinschgauer Bemühungen. Energie im Interesse und zum Wohle des Bürgers: der konsequente Leitfaden der Vinschgauer Energiepioniere – bis zum heutigen Tag.
Rest-Hindernisse auf dem Weg zu einer autarken Energieversorgung beseitigen. Vor rund 5 Jahren hat das Vinschgauer Energie Konsortium (VEK) in einer Informationsschrift auf lokale und globale Entwicklungen, Tendenzen, Probleme, Schwierigkeiten und Chancen
Verteilung über lokale Genossenschaften Schlanders: Netzübernahmevertrag für Kortsch und Nördersberg unterschrieben Netzübernahmevertrag für Prad und Stilfs folgt Verwaltungsratsposten in SELEDISON
Als einer der bedeutendsten Etappensiege in der Vinschger Energiepolitik ist die kurz vor Abschluss stehende Vereinbarung mit der Hydros GmbH (60% SEL AG und 40% Edison) an der Beteiligung am Marteller Zufritt Stausee.
der Energierealität aufmerksam gemacht. Dem
Wasserkraft „heimzuholen“ und die ENEL-Netze
ehrlichen Bestreben, Vinschgau zum ersten Tal
zu erwerben. Jetzt ist es mehr als gerecht und
ohne fossile Brennstoffe zu machen, ist man
höchste Zeit, wenn die politischen Entschei-
trotz vermaledeiter Hindernisse durch akribi-
dungsträger Südtirols dem Vinschgau endlich so
sche „Bocksprünge“ ein gutes Stück näher ge-
viel Strom aus den Großkraftwerken im Tal zuge-
kommen. Die damaligen Einführungssätze („...
stehen, dass der lokale Strombedarf der Vinsch-
dass man nicht davor zurückschreckt, Waffen
ger Familien und Betriebe damit gedeckt werden
einzusetzen...“) um Energiehoheiten zu vertei-
kann. Wie weit dieser Gedanke bereits umge-
digen, haben nichts von ihrer Brisanz verloren.
setzt ist und welche elementaren Eckpunkte da-
Im Gegenteil. (Energie)Machthaber tricksen und
bei noch erreicht werden müssen, davon wollen
fuchsen mit immer ausgefeilteren Strategien und
wir hier kurz Zeugnis geben – am Scheitel- oder
Netzwerken. Der Vinschgau war bis vor wenigen
Scheiterpunkt dezentraler Energiepolitik.
Jahren rechtloses Energie-Kolonialgebiet für nationale Konzerne. Die Beute war erklecklich. Der wirtschaftliche und moralische Schaden für die Vinschger Bevölkerung unermesslich.
Autonomiestatut ermöglicht die „Heimholung“ der Wasserkraft und (Teil)Übernahme der ENEL-Netze. Durch das Autonomiestatut ist es gelungen, die multinationalen Konzerne aus dem Land zu vertreiben und einen großen Teil der Südtiroler
Der Umweltplan für das Einzugsgebiet des Kraftwerkes Laas/Martell ist genehmigt.
Gesegnete
meilen Steine Vinschgauer | Energie Konsortium Hinter den gesegneten Mauern von Kloster Marienberg haben Präsidenten der Energieunternehmen und Bürgermeister der Gemeinden aus dem Vinschgau vor 15 Jahren einen energiepolitischen Meilenstein gesetzt. Das Vinschgauer Energiekonsortium (VEK) wurde gegründet. Dass das VEK zum Bollwerk und visionäre Schaltzentrale lokaler Energieangelegenheiten werden sollte, ahnten die „aufrechten Streiter“ einer eigenständigen Energieversorgung noch nicht. Aber die geistigen Energien in Marienberg waren optimal. Zum 1. Vinschgauer Energiegipfel 1998 hatte man geladen, um über die Möglichkeiten einer eigenständigen Stromversorgung und Stromverteilung zu debattieren.
Ziel | Etappen die Vinschgauer Energieakteure und Energiepolitiker stecken auf ihrem Weg zur Neuausrichtung der Energiepolitik folgenden Parcours:
Partnerschaftliches Verhältnis der Gemeinden zur SEL AG Direkte Beteiligung der Gemeinden an den Produktionsgesellschaften Hydros und SE Hydropower inklusive anteilsmäßiges Strombezugsrecht Nutzung der Wasserkraft für Kleinableitungen durch Gemeinden und Genossenschaften Rückgabe der SEL-Anteile an den Kleinkraftwerken Die stetige und unermüdliche Arbeit der Vinschgauer Energiearbeiter fruchtet in konkreten Erfolgen. Allerdings gibt es in den kommenden Jahren noch eine Reihe von Problemen zu lösen. Die Voraussetzungen dafür, scheinen jetzt geschaffen zu sein. Permanent im Einsatz für die Energiebelange des Vinschgaus. Von rechts: Georg Wunderer, Andreas Tappeiner, Albrecht Plangger, Sepp Noggler, Hubert Variola, Florian Pinggera (es fehlt Sigfried Stocker als Mitglied des Verwaltungsrates des VEK).
Marienberg – Grundstein für eigenständige Stromversorgung und Verteilung Die Vertreter der 13 Gemeinden und der damals bestehenden 6 Energiebetriebe erörterten gemeinsam mit ranghohen Experten und Rechtsberatern die rechtliche Situation in der Energiefrage. Dabei wurde sofort klar: Will der Vinschgau im Wettstreit um die lokale Energieversorgung mithalten, muss die zukunftsweisende Vorgehensweise der Vinschgauer Gemeinden auf einer soliden rechtlichen Basis gründen. Die Überzeugung, den begonnenen Weg entschlossen und furchtlos weiterzugehen, war bestärkt. Seither
kämpfen die Vinschger solidarisch für eine eigenständige Energieversorgung im Tal. Das VEK ist visionäres Vehikel, den Gedanken der dezentralen Energieerzeugung- und –verteilung und die Idee der Subsidiarität vom strukturschwachen Westen in die Machtzentralen zu bewegen. Dass im gleichen Jahr des 1. Vinschgauer Energiegipfels fast zeitgleich die Landesenergiegesellschaft SEL gegründet wurde, kann als Ironie des Schicksals oder astralenergetischer Zufall gewertet werden. Mit VEK und SEL standen zwei David-und-Goliath-ungleiche Protagonisten auf
Seit seiner Gründung im Jahr 1998 zählt das VEK 26 Mitglieder. Davon sind 13 die Gemeinden des Vinschgaus, die Bezirksgemeinschaft Vinschgau, 6 die Energieversorgungsunternehmen und 6 reine Fernheizwerkgenossenschaften. Obmann des VEK war seit der Gründung bis 2010 Sepp Noggler, anschließend ünernahm Albrecht Plangger dieses Amt.
dem Energieparkett, die sich bis heute nichts schenken. Die einen mit List und Kraft. Die anderen mit Ideen, Konzepten und Visionen.
„Bei einem subsidiären Organisat onsprinzip organisieren die Akteure der Energiewirtschaft nur jene Dinge auf zentraler Ebene, die dort wirklich besser erledigt werden können. Alles andere aber wird dezentral umgesetzt und betrieben.“ Georg Wunderer
„Nach dem Prinzip der Subsidiarität ist ein zentrales Unternehmenssystem auf der Basis einer dynamischen Kooperation aufzubauen, das die notwendigen zentralen Funktionen der Energiewirtschaft übernimmt und steuert.“ Georg Wunderer
Energie modell Bauer Energie | Trägerschaft | Modell Der Prader Georg Wunderer zählt zum ener-
Der Energiepionier ist unermüdlicher Mahner
giepolitischen Urgestein. Nichtsdestotrotz oder
und Rufer für eine „Kopernikanische Wende“
gerade deshalb sprudelt der mittlerweile seit 35
in der Energiepolitik. Georg Wunderer sieht dies
Jahren im Energiesektor tätige und über die Lan-
im umfassenden inhaltlichen, technischen und
desgrenzen hinaus bekannte Energiefachmann
politischen Kontext. „Die rasant voranschreiten-
vor Ideen und Projekten. Smart Grid Systeme
de Klimaänderung duldet keinen Aufschub der
sind im Augenblick sein Kompetenzfeld. Seit 30
radikalen Energiewende!“, ruft der engagierte
Jahren ist Georg Wunderer Obmann der Ener-
Visionär seinen Genossenschaftsmitgliedern und
giegenossenschaft Prad und hat diese zum an-
Energiefachleuten zu.
erkannten Vorzeigemodell geformt. Dafür hat er zusammen mit seinen Mitarbeitern eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Heuer war sein in der Marktgemeinde Prad umgesetztes Modell einer autarken Energieversorgung auf der Grundlage Erneuerbarer Energien in der Ausscheidung für den Wettbewerb weltweiter Projekte.
„Eine Neuausrichtung der Stromwirtschaft kann nur erreicht werden, wenn sie nicht von oben her aufgezwungen oder politisch vorgeschrieben wird.“
„Es ist meine persönliche Meinung, dass ein lokales Wasserkraftwerk in erster Linie unmittelbar den Menschen und Betrieben und nicht den Ansprüchen auf Kapital und Gewinn des Betreibers dienen soll.“ Denn die traditionelle Energieversorgung, die weltweit und auch in Südtirol immer noch zu einem hohen Anteil auf Fossilenergie setzt, ist radikal umzubauen! Mit den 33 Mrd. Tonnen CO2, die derzeit jährlich in die Luft gejagt werden,
ruinieren wir das Klima, unseren Lebensraum und gefährden die Zukunft unserer Kinder. In erster Linie verlangt die Energiewende die Effizienz- und Energiesparpotenziale zu nutzen. Der Rest des Energiebedarfs muss mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Ein Merkmal der Erneuerbaren Energien ist ihre „räumliche Streuung“. Um diese effizient nutzen zu können, braucht es dezentrale, kleinstrukturierte Organisationssysteme. Zentralistische Megastrukturen sind ein Modell der Vergangenheit. Georg Wunderer ist zusammen mit seinen Mitstreitern davon überzeugt und dazu entschlossen, die Energieversorgung im Vinschgau selbst in die Hand zu nehmen. Das Trägerschaftsmodell der Genossenschaften im Energiebereich, wie diese in Prad und Stilfs und für die Führung verschiedener Fernwärmewerke zur Anwendung kommt, eignet sich dazu hervorragend.
Die traditionelle Energieversorgung, die weltweit und auch hier in Südtirol immer noch zu einem hohen Anteil auf Fossilenergie setzt, ist radikal umzubauen, denn mit den 33 Mrd. Tonnen CO2, die derzeit jährlich in die Luft gejagt werden, ruinieren wir das Klima und gefährden die Zukunft unserer Kinder.
Deutschland und auch Italien haben bereits die Energiewende eingeleitet. Dabei sind in erster Linie die Effizienz- und Energiesparpotenziale zu nutzen; der Rest des Energiebedarfs muss aber möglichst mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.
Strom Verteilung | Umweltplä lösungen Probleme Stromverteilung
Umweltplan
Karlinbach
ICI
Verwaltungsrat SELEDISON
eltpläne | Karlinbach | ICI
Die SELnet hat das Verteilernetz der ENEL in Südtirol teilweise abweichend von den besagten Durchführungsbestimmungen übernommen, also gekauft. Die Weitergabe von Teilen des Verteilernetzes an die interessierten Gemeinden kann somit nur analog zur Übernahme erfolgen, wobei sich die Landesregierung für den Grundsatz entschieden hat, die Weitergabe „eins zu eins“ abzuwickeln, und zwar so dass der SELnet keine Verluste entstehen, aber sie daraus auch keine Gewinne erzielt.
Nebenableitung Melz-Arunda-Marienbergbach und Haidersee (Kraftwerk Glurns) Für die besagten Nebenableitungen gibt es keinen Umweltplan. Die Ableitung ist seit 1962 nur provisorisch. Damals wollte die EDISON den Haider See zum Stausee machen und in Laatsch - in der Nähe der Cesarius-Kapelle ein Kraftwerk bauen. Die „Fischerhäuser“ und der Bereich um das Hotel Post in St. Valentin wären unter Wasser gesetzt worden. Die damalige Landesregierung - vor allem Alfons Benedikter - konnte dieses Projekt verhindern. Den Gemeinden wurde der Uferzins vorenthalten, keine Beteiligung am Kraftwerk gewährt; an einen Umweltplan wurde nicht gedacht. Das VEK kämpft für die Anrainergemeinden Graun, Mals und Glurns um Wiedergutmachung sowie eine angemessene Beteiligung und Rechtssicherheit.
Provisorische Konzession am Karlinbach (Hydroskraftwerk in Graun) Seit 1962 wird das Kraftwerk (Jahresproduktion 41 Mio. kWh) nur mit einer provisorischen Ermächtigung geführt. Die definitive Konzession wurde nie ausgestellt, weil etwas völlig anderes gebaut als eigentlich genehmigt wurde. Das Krafthaus ist nicht in der Kaverne, sondern mitten im Dorf. Außerdem werden 20% mehr Wasser genutzt als bewilligt. Der Gemeinde wurde der Uferzins auf die gesamte genutzte Wassermenge vorenthalten. Auch die Konzession für dieses Werk hätte ausgeschrieben werden müssen; der Umweltplan fehlt. Das VEK unterstützt die betroffenen Gemeinden und kämpft um Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung (auch die Landesgesellschaften müssen ihre Konzessionen in Ordnung bringen).
ICI bei Kraftwerksanlagen für Staumauer - Druckleitung - Turbinen Die Großkraftwerke in Kavernen waren bis vor einem Jahr nicht im Kataster eingetragen. Ausnahme bilden die Kraftwerksbauten „im Freien“. Den Gemeinden hat man im Zeitraum 2006 bis 2012 größtenteils die Immobiliensteuer ICI vorenthalten. Seit 2012 wird die Nachfolgesteuer IMU direkt an den Staat entrichtet. Die Katasterwerte müssen richtiggestellt und angepasst werden. Auch hier kämpft das VEK für Steuergerechtigkeit, Gleichbehandlung und die Erstattung der vorenthaltenen Rückstände.
DISON Seit geraumer Zeit vertritt das VEK die vehemente Forderung, dass ein Vertreter aus einer Anrainergemeinde im Verwaltungsrat der SELEDISON vertreten sein muss. Auf dieses Ansinnen wird man weiterhin beharren und konsequent für die Umsetzung arbeiten. Auch Wassermanagement und Stauraumbewirtschaftung müssen von der EDISON in Mailand zurückgeholt werden in lokale Hände.
Fern wärme warm wärmer
Lebensraum | Wald | Bewirtschaftung Fernwärme bringt nicht nur Wärme in die Haus-
aus der Nachbarprovinz Trient). Sigfried Stocker
halte, sondern Wohlstand in das Tal und Ordnung
macht sich aber nichts vor.
in den Wald. Davon ist Sigfried Stocker felsenfest überzeugt. Und die Tatsachen sprechen für ihn. Seit die Fernwärme im Jahre 2000 im Tal „ein-
„‘Hausgemachte‘ Hackschnitzel als Rohstoff für Fernwärme.“
gezogen“ ist, haben die größtenteils genossen-
Die Energiegenossenschaft Prad war Impulsgeber
schaftlich organisierten Fernwärmewerke und die
für diese nachhaltige Art der Energiegewinnung -
angeschlossenen Haushalte und Betriebe rasant
Sigfried Stocker von Anfang an begeisterter Weg-
zugenommen. In den Vinschger Fernheizwerken
bereiter und „Wärmemacher“. Die Anlagen tal-
werden im Jahr ca. 150 Mio. kWh Wärme mit
auf – talab sind technisch alle von höchster Güte,
Biomasse (Hackschnitzel) erzeugt und an 3.300
werden gut geführt und bringen gute Leistungen.
Haushalte und Betriebe verteilt. Es werden da-
Besonderes Augenmerk wird immer mehr auf die
bei jährlich ca. 230.000 Schüttraummeter Hack-
architektonisch einfühlsame Einbindung in die
schnitzel verfeuert. Die Biomasse kommt zu 40%
Kultur- und Naturlandschaft gelegt.
aus Südtirol (davon knapp 10% Vinschgau) und
Die jüngste vom VEK gestartete Initiative ist der
zu 60% von außerhalb des Landes (vorwiegend
zentral organisierte Zukauf der Biomasse. Durch die Abnahme von Großmengen können wirt-
„Biomasse aus den heimischen Wäldern fördert den gesunden Wald und damit Lebensraum.“
schaftlich interessantere Preise erzielt werden. Die einzelnen Genossenschaften erhalten zudem logistische und organisatorische Unterstützung. Im
Augenblick arbeiten die Fernwärmeinitiatoren an einem innovativen „Bringsystem“.
Fernwärme
aus Vinschgaus Heizwerken, die bis auf Mals und Schlanders alle genossenschaftlich geführt werden, erzielt überzeugende Resultate.
„Ein innovatives Bringsystem als logistische Erleichterung für die Fernwärmegenossenschaften.“ Voraussetzung zum guten Gelingen dieses Bringsystems ist die enge und verlässliche Mitarbeit der Waldbesitzer. Das sind zum Großteil Gemeinden und Fraktionen, aber auch einige Private. Von Seiten der Forstbehörde kam schon grünes Licht. „Es gibt viel zu tun!“, sagt Sigfried Stocker begeistert und er verschweigt nicht: „Vieles ist noch verbesserungswürdig. Daran arbeiten wir.“
Fernwärme spielt in der Energieversorgung des Vinschgaus mittlerweile eine große Rolle. Vor allem bei Nutzung und Technik wurden enorme Fortschritte erzielt. Die Organisation der Fernwärme liegt zum großen Teil in den Händen von Genossenschaften. Damit die Fernwärme und alle damit zusammenhängenden organisatorischen und verwaltungstechnischen Arbeiten optimal genutzt werden können, braucht es die tatkräftige Unterstützung aller.
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„Wir bemühen uns im VEK durch die lokale Energieproduktion um Lebensqualität und Wohlstand im Tal. Andere arbeiten dagegen, indem sie durch einen Justament-Standpunkt gewinnbringende Windenergie vernichten, die für gemeinnützige Strukturen genutzt werden könnte.“ Sigfried Stocker | Präsident SEG
L
Energie Wende hälse
Radar für
Energiegerechtigkeit | Familien | Gemeinden Vieles kann man über Sepp Noggler erzählen.
ker eisiger Gegenwind von vielen Seiten entge-
Dass er aber zu der Gattung der umfallenden
gen. Besonders zu spüren bekam er das bei dem
Wendehälse gehört, wäre schlichtweg gelogen.
1998 von der Landesregierung proklamierten
Mit seiner Kämpfernatur gehört er zu den tradi-
Diktat, dass die Gemeinden der SEL AG beitreten
tions- und mittlerweile erfolgreichsten Energie-
müssen. Mit diesem Diktat sollten die Gemein-
menschen des Vinschgaus.
den dazu verpflichtet werden, die ihnen laut DPR 235/1977 zustehenden stromwirtschaftlichen
„Der Kampf um das heimische Wasser mit der Logik der Gerechtigkeit.“
Tätigkeiten (anstelle der ENEL Strom zu produziern und zu verteilen) an die SEL AG abzutreten. Die 13 Bürgermeister des Vinschgaus waren mit ihren Verwaltungen auf eine harte Probe gestellt.
Der „Michael Kohlhaas“ der Vinschger Energie-
Aber „zusammengeschweißt“ wie sie nun wa-
gerechtigkeit hat nie aufgehört an die Logik zu
ren, beschlossen alle Gemeinderäte von Graun
glauben, dass das Wasser jenen mitgehört, die
bis Kastelbell, nicht auf die Zuständigkeit für die
an ihm wohnen. Und diese Menschen müssen
Ausübung der genannten stromwirtschaftlichen
daraus auch einen Zusatznutzen gewinnen kön-
Tätigkeiten zugunsten der SEL AG zu verzichten
nen. Das gilt für die Familien, für Betriebe und
und am Aufbau der eigenständigen Stromversor-
für die lokalen Energieunternehmen. Die Legi-
gung festzuhalten.
timation der kleinen Energieakteure und Kraftwerke darf nie und von niemandem in Frage gestellt werden. Für seine Überzeugungen und politischen Leitlinien bläst dem Vinschger Politi-
„Energieakteure, Bürgermeister, politische Funktionäre wurden in Energiefragen auf eine harte Probe gestellt.“
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„Ein Standpunkt ist ein Standpunkt - bleibt ein Standpunkt; ist ein Ort, von dem aus ein Mensch seine Meinungen und das gesellschaftlich situierte Wissen als Referenzpunkt entwickelt.“ Sepp Noggler
L
Dass man mit diesem selbstbewussten und tollkühnen Auftreten unter der Federführung von Sepp Noggler im Palais Widmann für Unruhe sorgte, war allen bewusst. Es war ein langer Kampf. Aber er hat sich gelohnt. Nach 8 Jahren zäher und oft harziger Verhandlungen konnten die Vinschger Stromkämpfer 2004 ihren Teilerfolg mit einer 8%-igen Beteiligung an der Reschen-Stausee-Konzession und dem Bezugsrecht von ca. 50 Mio. kWh vom „Stromkuchen“ feiern (beide Kraftwerke Glurns und Kastelbell erreichen eine mittlere Jahresproduktion von 630 Mio. kWh). Der Anteil des „Kuchens“ bringt jährlich ca. 1,5 Mio. € in die Gemeindekassen.
„Auch kleine Erfolge sind große Motivationen für zähe Verhandlungen.“ Sepp Noggler ist mittlerweile energiepolitisch geeicht und es entgeht im nichts, was an der Energiegerechtigkeit im Land nagen könnte. Auf das Monopoly-Spiel in Bozen um die großen Kraftwerke und Konzessionen hat er zusammen mit seinen Mitstreitern mit Argusaugen geachtet. Deshalb wurde es nicht versäumt, im Februar 2006 um die Wasserkonzession Laas/Martell anzusuchen, die 2011 verfallen sollte. Das VEK stellte das Gesuch in Vereinbarung mit den drei Anrainergemeinden (Martell-Latsch-Laas).
„Fiat iustitia, et pereat mundus“ (dt.: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“)
Energie Transformator Konzepte | Diensleistungen | Arbeiten
Vor 15 Jahren haben Gemeinden und Energiever-
langwierigen und zähen Verhandlungen gelang es,
sorgungsunternehmen des Vinschgaus im Kloster
die erforderlichen stromwirtschaftlichen Daten zu
Marienberg das VEK, das Vinschgauer Energie Kon-
erhalten (!). In den nächsten Monaten soll eine Ver-
sortium, gegründet. Das Konsortium ist eine Genos-
brauchergenossenschaft gegründet werden. Damit
senschaft, an der die Vinschger Gemeinden und die
soll der Strom aus den Bezugsrechten (Reschen Stau-
Energieunternehmen im Tal beteiligt sind. Seither
see und Marteller Stausee, insgesamt rund 110 Mio.
kämpft das VEK für eine eigenständige Energiever-
kWh) den Familien und Betrieben zur Verfügung
sorgung im Tal. Anlässlich der „Heimholung“ der
gestellt werden. Die Familien und Betriebe können
großen Wasserkraft, hat das VEK sich verstärkt um
sich im Sinne des Genossenschaftsgedankens und
Beteiligungen an den großen Wasserkraftwerken im
der Subsidiarität direkt an der Verbrauchergenossen-
Tal eingesetzt. Das VEK erstellte mit Unterstützung
schaft beteiligen. Neben der politischen Energiearbeit
des SEV (Südtiroler Energie Verband) die Konzepte
entwickelt sich das VEK unter der verwaltungstechni-
und Machbarkeitsstudien für die Übernahme der
schen Leitung von Florian Pinggera mehr und mehr
ENEL-Netze in den einzelnen Gemeinden. Nur nach
zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen.
Gemeinden im Aufwind
Geplante Netz
«Wir unter
Ein neuer N verteilen. M Gemeinden und organis
Di da tun ha de Ra S-c tre ste fen Sti wi ab ge sio las
«Klar wollen w Mit der Lösung die Netze in de Hand. Die breit schafft eine Bas guten Start für verspricht.» Fotos: Urs Homberger
In den letzten fünf Jahren haben die Bürgermeister der Vinschger Gemeinden tatkräftig am Neu- und Ausbau lokaler Energieproduktionsanlagen gearbeitet, um den Energiebedarf möglichst eigenständig zu decken. Einige der vielen Beispiele mit ihren Akteuren werden in den nächsten Ausgaben des „Vinschger Wind“ ausführlich dargestellt. Weitere Informationen auch auf www.vek.bz.it
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Jonpeider Strime Gemeindepräsid
Kleinod des Visionärs Die Energiegenossenschaft Prad ist ein „Kleinod“ moderner Energieerzeugungsbetriebe. Georg Wunderer hat das ehemals kleine und vor dem Aus stehende Wasserkraftwerk zusammen mit seinen Mitarbeitern zu einem modernen Produktions- und Dienstleistungsbetrieb gestaltet. Neueste Technik, vorauseilende Ideen und liebevolle Begeisterung für saubere Energie sorgen dafür, dass die Genossenschaft jedes Jahr unter den „Ausgezeichneten“ bei nationalen und internationalen Wettbewerben gehört.
Die
Fantastischen Drei Vorzeigemodelle Prad | Stilfs | Engadin
Es wurde Licht Seit 90 Jahren ist die E-Werk Genossenschaft Stilfs aktiv. Sie sorgte dafür, dass im Jahre 1921 zum ersten Mal elektrisches Licht brannte. Die Genossenschaft überdauerte Weltkriege, Faschismus und die Verstaatlichung durch das ENEL. 20 Mio. kWh Strom werden in drei modernen Wasserkraftwerken im Jahresdurchschnitt produziert. Die Mitglieder profitieren wie nirgends anders von den günstigen Energiepreisen. Haushalte sparen rund 65%, Nicht-Haushalte rund 35% im Vergleich zu den Tarifen der Strombehörde. Gelebter Genossenschaftsgedanke.
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«Von der Zusammenarbeit profitieren alle. Als Gemeinde gewinnen wir mit der Energia Engiadina einen professionellen Netzbetrieb und setzen auf einen verlässlichen Partner im Unterhalt.»
Geplante Netzfusion
«Wir setzen das Unterengadin unter Strom» «Dass die Stromverteilung unserer Streusiedlung professionell unterhalten wird, ist erstrangig. Die Ressortchefs können sich im Milizsystem nicht genügend mit den Kantons- und Bundesvorschriften sowie den Auflagen befassen.»
Ein neuer Netzverbund soll im Unterengadin ab 2013 den Strom verteilen. Mit dem Projekt «Rait Engiadina» reagieren acht Gemeinden auf die veränderten Bedingungen im Strommarkt und organisieren sich gemeinsam in einer Gesellschaft. Die Gemeinden im Unterengadin haben früh erkannt, dass ihre Stromnetz-Infrastruktur von hoher Bedeutung ist. Seit Inkrafttreten des StromVG im Jahr 2009 haben sich die Aufwände für die Betreiber erhöht. Mit dem Projekt «Rait Engiadina» spannen Tschlin, Ramosch, Sent, Scuol, Ftan, Tarasp, Scuol, Ardez, und S-chanf in der Stromversorgung zusammen. Die Vertreter der acht Konzessionsgemeinden wollen die bestehende Energia Engiadina in eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt überführen – bei gleichem Stimmrecht aller beteiligten Gemeinden. Klappt alles wie geplant, so betreibt die Energia Engiadina das Netz ab dem 1. Januar 2013. Entstehen soll ein Zentrum mit gebündeltem technischem Wissen. Von dieser Professionalisierung versprechen sich die Vertreter eine Entlastung und mehr Synergien. Marcel Leibacher
«Für uns steht die langfristige Sicht im Vordergrund. Alle können sich daran beteiligen, zusammen sichern wir die regionale Stromversorgung. Was 1903 lokal mit dem gemeindeeigenen Kraftwerk Clemgia in Scuol begann, wird 2013 mit der Energia Engiadina fortgeschrieben.»
Fotos: Urs Homberger
Jonpeider Strimer, Gemeindepräsident Ardez
(CCC OEE) im Unterengadin haben erkannt, dass das Stromnetz eine der zentralsten Infrastrukturen für die Gemeinden ist. Sie halten es für wichtig, den Einfluss über diese 3 Fragen an Not Carl
Unsere Türen stehen weit offen
Dr. Jon Domenic Parolini, Gemeindepräsident Scuol
Herr Carl, wieso kommt die Zusammenlegung gerade jetzt?
«Die Zusammenarbeit endet nicht an der Grenze von Oberund Unterengadin. Wir unterstützen das Projekt von Anfang an und sind dabei. Ob 2013 oder später, das zeigt sich im Verlauf dieses Jahres.» Duri Campell, Gemeindepräsident S-chanf
Men Notegen, Gemeindepräsident Tschlin
«Klar wollen wir mitmachen! Mit der Lösung behalten wir die Netze in der eigenen Hand. Die breite Abstützung schafft eine Basis, die einen guten Start für die Zukunft verspricht.»
Die in einer Kooporation zusammengeschlossenen Konzessionsgemeinden der EKW
Albert Mayer, Gemeindepräsident Sent
Christian Fanzun, Gemeindepräsident Tarasp
«Eine gute Idee, die unsere Unterstützung verdient. So fördern wir unseren Wirtschaftsraum – entsprechend den Zielen der AlpenAllianz.»
«Das Unterengadin lebt massgeblich vom Tourismus. Neben der intakten Natur ist die zeitgemässe Infrastruktur wichtig. Wer kennt die Bedürfnisse besser als wir selbst?» Reto Pedotti, Gemeindepräsident Ftan
«Strom war einst ein Zeichen für Fortschritt. Jetzt kommen wir bei den Netzen weiter und fusionieren mit Tschlin zur Gemeinde Valsot. Das alles sind wichtige Schritte für unsere Entwicklung.» Victor Peer, Gemeindepräsident Ramosch
SÖRA - Die Netz-Ablöser
Mit den neuen Regulatorien hat sich der Druck auf die Gemeinden erhöht. In der Korporation der Konzessionsgemeinden haben wir deshalb nach einer Lösung gesucht, die auf Bewährtem aufbaut und den Unterhalt sichert.
Acht Gemeinden stehen am Start, wo bleiben die anderen? Wir wollen ab 1. Januar 2013 operativ sein. Die interessierten Gemeinden bringen uns eine Grösse, die den Betrieb kostengünstig ermöglicht. Daneben laufen die Gespräche weiter, unsere Türen stehen weit offen.
Netze nicht zu verlieren, und nach Formen zu suchen, um den Netzbetrieb aus eigener Kraft effizient gewährleisten zu können. Kurz: Die aus dem Netzbetrieb resultierenden Vorteile sollen den Gemeinden und ihren Einwohnern zustehen und nicht in fremde Hände gegeben werden. Die Gemeinden S-chanf, Ardez, Ftan, Tarasp, Scuol, Sent, Ra-
Worauf sind Sie persönlich stolz?
mosch und Tschlin gründen deshalb mittels gleichlautender Gemeindegesetze gemein-
Wir zeigen, dass sich gemeinsame Anstrengungen lohnen. Am meisten freut mich, dass wir mit der regionalen Lösung qualitative Arbeitsplätze erhalten und so unseren Beitrag für die Entwicklung der Region leisten können.
sam eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt (SÖRA) mit dem Namen „Rait En-
Zur Person: Not Carl ist Rechtsanwalt und Notar in Scuol sowie Präsident des Verbands der Konzessionsgemeinden der Engadiner Kraftwerke.
giadina“. Die SÖRA steht hundertprozentig im Eigentum der beteiligten Gemeinden.
überraschungs strom skandal Intrigen | Überraschungscoup | Skandal Infolge der Liberalisierung im Energiesektor wur-
zessionsübernahme die Mindestbeteiligung von
de auch den Anrainergemeinden am Kraftwerk–
15% am Kraftwerk zugesichert (im Vergleich
Laas/Martell vor dem Abgabetermin für die Kon-
dazu, konnten sich die Anrainergemeinden der
zessionserneuerung von der SEL AG und dem
Kraftwerke Glurns und Kastelbell in langen Jah-
Energielandesrat eine angemessene Direktbeteili-
ren nur 8% erkämpfen).
gung versprochen und in Aussicht gestellt.
Die Liberalisierung im Energiesektor verursacht gewaltige Wellenbewegungen.
Gemeinden ringen um energiewirtschaftliche Tätigkeiten im Interesse ihrer Bürger. Generalstabsmäßig hat der VEK-Obmann mit den Bürgermeistern - eine Stunde vor Terminablauf
Doch nur wenige Wochen vor dem Abgabe-
für den Wettbewerb um die Konzessionserneu-
termin zur Konzessionserneuerung im Februar
erung am 6. Februar 2006 - ein eigenständiges
2006 hatten die Gemeinden nichts Schriftliches
Gesuch abgegeben. Der Überraschungscoup war
in der Hand. Jetzt hatten auch die Vinschger ver-
geglückt! Wie sich jetzt erst laut Medienberich-
standen: Selbsthilfe war gefragt! Und Teamarbeit.
ten herausstellt, musste Konkurrent SEL AG gar die Wettbewerbsunterlagen austauschen und
Konzessionserneuerungen. Versprechungen. Hinhaltetaktik. Geheimarbeit.
nachbessern. Nur dadurch konnte die SEL AG das
Insgeheim hat der damalige Grauner Bürger-
Zankapfel Vinschger Wasser: nicht nur Wasser-Wosser sondern vielfältige Energiequelle.
meister Albrecht Plangger - mit einschlägiger Erfahrung - selbst einen Umweltplan für das Ein-
Gesicht wahren und – wenn auch auf illegalem Wege – die Konzession erhalten.
zugsgebiet erstellt: ein Züricher Ingenieur hat die technischen Unterlagen beigesteuert, das VEK
Alles nur, weil die Landesenergiegesellschaft nicht
- unter der Führung des damaligen Bezirkspräsi-
gewillt oder nicht im Stande war, den Anrainerge-
denten Josef Noggler - hat die Trägerschaft für
meinden nach dem Vorbild bei den Kraftwerken
die gesamte Operation übernommen. Den Ge-
Glurns und Kastelbell eine überaus bescheidene
meinden wurde im Fall einer erfolgreichen Kon-
Direktbeteiligung von 8% zuzugestehen.
Der Kampf um den Zufritt-Stausee-Kraftwerk Laas/Martell scheint kurz vor einem Abschluss. Immerhin geht es um 210 Mio. kWh Jahresproduktion. Im Bild von links die Akteure: Richard Theiner, Andreas Tappeiner, Sepp Noggler, Hans Mitterer, Georg Altstätter, Albrecht Plangger
Die Fortsetzung der Überraschungen im Kampf ums Stromnetz.
Energie ein Bezirksanliegen
Der Stromkrieg findet im Kampf ums Stromnetz seine Fortsetzung. Im Vinschgau gibt es 5 Stromverteilungsunternehmen (EW-Latsch, EW-Schlanders, EW-Prad, EW-Stilfs und die EGO Graun). Außer dem EW-Latsch versorgen die genannten Verteiler ihre Gemeinde nicht flächendeckend mit Strom. Im Verteilerplan sind für derartige Verhältnisse „Arrondierungsprozeduren“ vorgesehen. Voraussetzung dafür ist, dass der betreffende Stromverteiler mindesten 20% des Gemeindegebietes bereits versorgt. Das VEK hat sich für die drei lokalen Verteiler (Prad, Stilfs, Schlanders) stark
„Die SVP Bezirksleitung Vinschgau hat
gemacht, damit diese die EX-ENEL–Verteilerzonen in
die Standpunkte und Anliegen der
ihrem Gemeindegebiet versorgen können. Leider wa-
Energieakteure und Gemeindepolitiker
ren auch diese Verhandlungen äußerst mühsam und
immer wieder zum Thema gemacht
langwierig. Vor ein paar Wochen erst wurden den 3
und sie in den verschiedenen Anliegen
Vinschgauer Verteilern die Vorverträge für die Über-
unterstützt. Der sich abzeichnende Er-
nahme der Restnetze zugestellt – mit einem Bündel
folg ist bestimmt auch ein Verdienst
an Hindernissen!
dieser kontinuierlichen und gemeinsamen politischen Arbeit.“ SVP Bezirksobfrau Roselinde Gunsch-Koch
walter netz^Ver Teiler Kabelsalat | Bruchbuden | Ausbaukonzept
Hubert Variola und Andreas Tappeiner: zwei Akteure im Bemühen um Netzverteilung und -verwaltung.
Bei den Verhandlungen und Untersuchungen um
besteht hier vor allem am Preis der Netzübernah-
die EX-ENEL-Netze im Vinschgau hat sich heraus-
me. Der wesentliche Streitpunkt ist die von SELnet
gestellt, dass bei den Verbindungsanlagen mit dem
geforderte Übernahme der vollen Kosten bei in
Hochspannungsnetz Ausbau- und Potenzierungs-
den letzten Jahren durchgeführten Investitionen
bedarf besteht. Es gibt praktisch 4 Primärkabi-
für Stromanschlüsse. Bei den Stromanschlüssen
nen (20 kV/132 kV) im Vinschgau, davon eine in
haben die Kunden schon einen Anschlussbeitrag
Graun, eine in Glurns, eine in Laas und eine in
für die Finanzierung der Anschlussinvestition an
Kastelbell. Der Großteil der Primärkabinen (PK) ist
die SELnet geleistet. Das VEK besteht darauf, dass
veraltet. Sie sind überlastet und technisch adaptie-
der Anschlussbeitrag von den effektiven Investiti-
rungsbedürftig. Dazu hat das VEK Verhandlungen
onskosten der Anschlussinfrastruktur abzuziehen
mit SELnet und TERNA geführt. Nach langem Zau-
ist. Es geht um beträchtliche Gelder. Ansonsten
dern ist es dem VEK gelungen, die Kolosse TERNA
ist das Führungs- und Betriebskonzept für die
und SELnet von einem Ausbaukonzept zu über-
Stromverteilung bereits entworfen. Die Gemein-
zeugen. Dabei soll eine neue PK in Vetzan errich-
den würden das Netz kaufen und in ihr Eigentum
tet, die PK in Glurns potenziert und später auch
übernehmen. Den eigentlichen Stromverteilungs-
noch die PK in Laas adaptiert werden. Die erfor-
dienst (Stromtransport, Messung, Netzausbau,
derlichen Zusagen von TERNA und SELnet wurden
Instandhaltung, Wartung und Stromverrechnung)
letzthin erteilt. Ein Knackpunkt bei der Stromver-
würde eine Konsortialgesellschaft besorgen, die
teilung ist vor allem die Übernahme der EX-ENEL-
sich aus den 4 Inhabern der Stromverteilungskon-
Netze in den Gemeinden Graun, Mals, Taufers,
zession (VEK, EGO-Graun, EW-Prad und EW-Stilfs)
Glurns, Schluderns und Laas. Verhandlungsbedarf
zusammensetzt.
Ausbau Verteilernetz Aufbau Verteilung Verteilung Übernahme Ex-ENEL-Netz und Organisation des Stromverteilerdienstes in den Gemeinden Laas-Prad-StilfsGlurns-Schluderns-Taufers-Mals-Graun
Grundstruktur des Stromnetzes im Obervinschgau mit den drei Primärkabinen Graun, Glurns und Laas.
Die E-Werke Prad und Stilfs erwerben das Restnetz in den Gemeinden Prad und Stilfs. Die Gemeinde Graun kauft das Netz und überträgt dieses und die Stromverteilung an die EGO. Die 5 Gemeinden Mals, Taufers, Glurns, Schluderns, Laas kaufen das Stromnetz und beauftragen das VEK mit der Stromverteilung.
Die 4 Verteiler organisieren sich in einer Konsortialgenossenschaft und diese übernimmt verschiedene Dienstleistungen.
Chronolgie der Ereignisse im Ringen um das Verteilernetz Stromverteilung – Verhandlungen mit SELnet und dem Land
1. Jänner 2011: Die SEL/SELnet übernimmt das ENEL-Netz in Südtirol Jänner 2011: Die Vinschger Gemeinden bekräftigen den Beschluss das ENEL-Netz zur eigenständigen Stromverteilung auf Genossenschaftsbasis zu übernehmen 20. Juni 2011: SeLnet legt den Schätzpreis des Ex-ENEL-Netzes im Vinschgau vor: gut 10 Mio. €. Die konkreten Verhandlungen beginnen. Finanzgesetz 2012: Die Gemeinden können Körperschaften ohne Gewinnabsicht (Verteilergenossenschaften) in Anspruch nehmen, welche die erforderlichen technischen Anforderungen erfüllen (die Verteilung kann nicht von der Gemeinde direkt ausgeübt werden). 4. Juli 2012: Das Land schreibt für die Netzübernahme verpflichtend ein „Rating“ über die Wirtschaftlichkeit und rationelle Nutzung vor - Land, SEL/SELnet, Gemeinden und Gemeindeverband vereinbaren die Bedingungen für die Übernahme-Investitionsausgaben. Dabei wird vereinbart, dass neben der Übernahmeentschädigung auch die Kosten und die getätigten Investitionen entsprechend berücksichtigt werden, ebenso wie die mit dem Dienst verbundenen Einnahmen/Einkünfte. Die SELnet wird im Sinne einer Transparenz die Investitionsausgaben belegen und die wesentlichen Unterlagen offenlegen. 24. September 2012: Die Gemeinden organisieren eine qualifizierte Struktur für die „Zertifizierung/Rating der eigenen Stromverteilermodelle“ und beauftragen ein Juristenteam mit der Vertragserstellung. 6. November 2012: Technisches Treffen mit SELnet – Abkoppelung von SELnet (E-Werk Latsch/Schlanders/VEK/E-Werk Prad/Stilfs und EGO) 19. November 2012: Treffen Arbeitsgruppe mit Ergebnis: Primärkabine Glurns gleichzeitig mit der Gemeinden-Arrondierung – nicht erst nach Netzübernahme durch Gemeinden. Dezember 2012: Vorbereitung Rating Genossenschaften und Schlanders – Befassung Landeshauptmann mit Strompreisproblematik 4. Februar 2013: VEK Obmann bleibt Arbeitsgruppensitzung fern, weil SELnet nicht Unterlagen zum Netzpreis herausrückt (Beweis doppelte Verrechnung) - Land will nicht Schiedsrichter zwischen Gemeinden und SELnet spielen - Landesregierung entscheidet nicht. 13. Februar 2013: Technisches Treffen mit SELnet wegen Kabine Laas und Option Primärkabine Vetzan 6. März 2013: Treffen mit SELnet und LR Florian Mussner 28. März 2013: Technisches Treffen zu Option Primärkabine Vetzan Abkoppelungsprojekt von SELnet 15. April 2013: Sitzung Arbeitsgruppe – VEK Obmann wieder mit dabei – SELnet legt mehrere Rechtsgutachten zur Netzpreisbestimmung vor 31. Mai 2013: Vorstellung Machbarkeitsstudie Primärkabine Vetzan und Laas – Netzsituationsanalyse Vinschgau. 31. Mai 2013: Der Obmann des VEK erhält im Zuge von Verhandlungen über die Kraftwerkskonzession Laas/Martell die Zusage, dass SELnet die Anschlussgebühren in Abzug bringen muss 17. Juni 2013: Der Netzpreis wird auf den Stand Juni 2013 gebracht und die geplanten Investitionen aufgelistet (ohne Abzug Anschlussgebühren!). SELnet legt eine Schätzung zur Übergabe zum „Marktwert“ der Verteilergebiete Sulden und Lichtenberg an die Genossenschaften von Prad und Stilfs vor. Für die Genossenschaften wird um ca. € 200.000 mehr verlangt als von Gemeinden. 4. Juli 2O13: Treffen mit der TERNA und SELnet über die Errichtung einer neuen Primärkabine in Vetzan (zwischen Latsch und Schlanders) und zur Potenzierung der Primärkabine Glurns und einer neuen 20 kV Leitung von Glurns nach Prad (die Bestehende ist überlastet). 19. September 2013: Der Gemeinde Schlanders wird ein konkreter Übernahmevertrag (Vorvertrag) für das Verteilergebiet Kortsch und Nördersberg vorgelegt – mittlerweile unterzeichnet.
„Die einzige Änderung der Netzübernahme durch die SELnet von der ENEL sind die jetzt einsprachigen Briefe und Rechnungen. (!)“ Andreas Tappeiner | Bürgermeister Laas
Strippenzieher Mühle auF | MÜHLE ZU Zugegeben: Die Verhandlungen um den Vinschger Strom waren – und sind – beinhart. Energie wurde zur Chefsache erklärt und mit dem Chef LH Durnwalder war es kein Zuckerschlecken. Es brauchte Argumente, Überzeugungskraft, eine Portion Sturheit und jede Menge Gespür für Taktik und geschickte Verhaltensspielregeln. Die Menschen aus dem strukturschwachen Vinschgau wollten sich ihr „natürliches“ Recht auf das eigene Nutzwasser zurückholen. Sie klopften damit unverhohlen am Tabernakel der Macht und des Geldes. Nicht allen war das willkommen. Die gesamte politische
und energiekompetente Kraft des Vinschgaus musste zusammenhalten und die seit Jahrzehnten proklamierte Energievision im Namen und Interesse der Vinschger Menschen verteidigen, um Schritt für Schritt Minimalerfolge zu erringen.
„Überzeugungskraft, Sturheit und jede Menge Fingerspitzengefühl.“ Nur durch den geschlossenen Einsatz der Energiepioniere und mit tatkräftiger Unterstützung der Bürgermeister des Vinschgaus – insbesondere auch der jungen Generation – konnten allmählich erfolgreiche Zwischenetappen für den Erfolg zurückgelegt werden. Besonders LR Richard Theiner erwies sich in den oft verfahrenen Patt-Situationen als einfühlsamer und geschickter Vermittler.
„Einigkeit und Zusammenhalt auf allen Ebenen: Bürger, Bürgermeister, Fachleute, Politiker - eine ganze Talgemeinschaft.“ Unermüdlich kämpfte er für die Sensibilisierung der gegenseitigen Anliegen, damit konkrete Verhandlungsergebnisse erzielt werden konnten. Das Bezugsrecht von 8% der Stromproduktion aus den Kraftwerken des Reschenstausees (rund 50 Mio. kWh) war ein erster konkreter Teilerfolg. Demnächst soll endlich der Vertrag mit der Hydros - betreffend das Wasserkraftwerk am Marteller Stausee - abgeschlossen werden, welcher dem VEK und den drei Anrainergemeinden ein Bezugsrecht an der Stromproduktion zu
Gestehungskosten zusichert. Auch um dieses Be-
L
zugsrecht wurde lang gekämpft. Man musste sogar den Gerichtsweg beschreiten.
Wie beim Strom, kommt es auch in der Energiepolitik auf die richtige Verbindung an. Ich kann sagen, dass wir Vinschger ohne Richard Theiner als geduldige Integrationsfigur zwischen Vinschger Strominteressen und Landespolitik heute nicht diese Erfolge vorweisen könnten.
L
Albrecht Plangger | Präsident VEK
In Memoriam Karl Weiss „Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.“ Lieber Karl, Du hast vieles an Gutem - besonders an die Menschen in unserem Tale des Vinschgaus - hinausgegeben und Du hast das Gemeinwohl stets über alles gestellt. Du warst ein ganz feiner Mensch mit Vorbildcharakter in jeder Hinsicht. Der Vinschgau verliert mit Dir eine der ganz großen Persönlichkeiten: einen Menschen, der durch seine gradlinige und zielstrebige Art Politik zu machen, vieles zum Wohle der Menschen erreicht und umgesetzt hat. Von Deinem reichen Erfahrungsschatz im Genossenschaftswesen durften auch wir profitieren. In den diversen Verwaltungsratssitzungen und Vollversammlungen hast Du durch Deine „stoische“ Ruhe und Deine Ratschläge wie ein „guter Vater“ unter Deinen Amtskollegen der jüngeren Generation gewirkt. Auch wenn Deine Krankheit zuletzt die körperlichen Kräfte schwinden ließ: „Du warst eine große Kämpfernatur bis zum letzten Atemzug.“ Der Herrgott möge Dich reichlich belohnen.
„Der Kirchturm im See fällt nicht. Er hat im Fundament drei Meter dicke Mauern – so stark sind auch unsere Geduld und Nerven. Der Turm ist Symbol und Mahnmal der eigenständigen und zukunftsweisenden Vinschger Energiepolitik.“ Albrecht Plangger
Karl Weiss † - zweiter von rechts
Fotovoltaik | Wind | Erneuerbare Zukunft | Smart Grid
WindMühlen sonnenPlantagen
„Vinschger Wind. Nomen es Omen.
„Der Wind als erneuerbare, wert-
„Energiegerechtigkeit ist kein
Man kann das jetzt in vielerlei
volle Energie geht uns im Vinschgau
Steckenpferd, sondern menschliche
Hinsicht lesen. Tatsache ist, dass in
ja nicht verloren. Daher können
und politische Verantwortung. Von
Sachen Energiepolitik und Energie-
wir es in aller Ruhe den Menschen
einer an der Natur und am Men-
arbeit aus dem Vinschgau stets ein
im Tal überlassen, ob sie diese Art
schen orientierten Energiepolitik
kräftiger Wind bläst. Produktion,
der Energiegewinnung zum ei-
hängt es ab, welche Entwicklungs-
Innovation und Vision geben sich
genen Vorteil zu einem späteren
chancen ein Tal als kultureller und
die Hand und machen aus dem
Zeitpunkt doch noch wirtschaftlich
sozioökonomischer Lebensraum hat.
„strukturschwachen Gebiet“ eine
nutzen wollen. Schade ist nur, dass
Das ist entscheidend für die
„Energieoase“, die kräftig gedeihen
die talübergreifende Initiative von
Lebensqualität der Generationen.
würde, wenn man die Freiheit dazu
Gemeinden und Genossenschaften
Die Erneuerbaren Energien
hätte, saubere Energie zum Vorteil
nicht erfolgreich war.“
im Vinschgau sind unsere
der Menschen zu nutzen.“
Albrecht Plangger, Präsident VEK
Chance auf Gerechtigkeit.“
Georg Wunderer, Obmann E-Werk Prad
Sepp Noggler, Landtagsabgeordneter
Energie Erneuerbare Autarkie Mit Erneuerbaren Energien zu arbeiten bedeutet: • weniger | keine Abhängigkeit von Energiekonzernen • Arbeitsplätze • Stärkung des lokalen Wertschöpfungsprozesses • Nachhaltiges und eigenständiges Wirtschaften • Nutzung lokaler Ressourcen • Urbanisierung strukturschwacher Räume • Lebenszukunft für junge Familien (damit wird dem Abwanderungsgedanken vorgebeugt) • Innovation • konkreter Umweltschutz • saubere Energie • (relativ) autonome Preisgestaltung • mitgliederorientierte Energiepreisgestaltung • Einbeziehung der Menschen vor Ort • Sensibilisierung für die Energie-Kraft • Kooperationsmöglichkeit und damit Schaffung von Mehrfachnutzen (z. B. Beregnungsanlagen) • Autarkie
Die Arbeit mit Erneuerbaren Energien ist unerlässlich für die nachhaltige Entwicklung eines Tales. Die energietechnisch Verantwortlichen des VEK und des Vinschgaus haben erkannt, dass die Lebens- und Überlebensqualität eines kleinstrukturierten und insbesondere „strukturschwachen“ Wirtschaftsraumes in entscheidendem Maße von einer autarken Energieversorgung abhängt. Dass damit der - weltweit allzuoft mit leeren Versprechungen proklamierten - Energiewende sinnvoll zugearbeitet wird, ist eine wertvolle Tatsache.
Vinschgerwind SPEZIAL Impressum ‘ENERGIE LOKAL ORGANISIEREN’ Sondernummer zum „Vinschger Wind“ Nr. 20/2013 Dantestraße 4, 39028 Schlanders , Tel. 0473 732196, Fax 0473 732451; Chefredakteur: Erwin Bernhart; Koordination: Georg Wunderer, Florian Pinggera, Albrecht Plangger; Textkonzept | Grafik | Layout | Stefan Tschenett Foto: VEK, Energiewerke, Genossenschaften, Florian Pinggera, Fotolia, signs4silence Photography - Roman Gröbmer Druck: Fotolito Varesco, Auer, Nationalstraße 57; Eigentümer und Herausgeber: Info-Media GmbH Ermächtigung des Landesgerichtes Bozen Nr. 6/2005; „Der Vinschger Wind“ erscheint alle zwei Wochen. www.vinschgerwind.it
„Große Wasser vermögen nicht die Liebe auszulöschen, und Ströme überfluten sie nicht.“
Der Weg EnergieKultur zu einer neuen
ist der Weg
• der Dezentralität, der lokalen Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bei der Energieversorgung
• der Nachhaltigkeit | Effizienz der Energiesysteme
• der moderaten Nutzung der erneuerbaren Energiequellen
• des Klimaschutzes
• der Mitsprache und der Beteiligung
• der sozialverträgliche Weg
• der fairen Preise
• der Kooperation, des Miteinanders in der Genossenschaft.
Für saubere Energie und schonenden Umgang mit unserem Lebensraum .-