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Prospekt Das Magazin der deutschen Oper am Rhein DÜSSELDORF DUISBURG HEFT 3 — Spielzeit 2013/14

4   Gegen die Wand – Duvara Karşi: Ludger Vollmers Oper als Dialog der Kulturen 8   b.20 – DEEP FIELD: Eine Uraufführung von Adriana Hölszky, Martin Schläpfer und rosalie 14  J ochen Grote: Das Ziel ist, die Kunst zu ermöglichen   18   BRITTEN-ZYKLUS: TOD IN VENEDIG 22   Was macht eigentlich … Beate Oberholtzer  25  BELVEDERE, OPERNGALA USW.

Danach schlafen Sie besser als Dornröschen: Melden Sie Ihre Gartenhilfe einfach an. Nicht angemeldete Haushaltshilfen rauben Ihnen vor Sorge nicht nur den Schlaf, sondern auch traumhafte Steuervorteile. Und wenn etwas passiert, schützt Sie keine Fee vor hohen Krankenhauskosten. Melden Sie Ihre Haushaltshilfe lieber an und schlafen Sie wie eine Prinzessin. Märchenhaft einfach unter www.minijob-zentrale.de oder telefonisch unter 0355 2902 70799.

Endspur t 2013/14 und Vor freude auf 2014 /15

von September 2014 bis Ende Juni 2015 sind schon jetzt erhältlich. Für alle Gäste, die mehr als einmal und/oder mit Freunden in die Oper oder ins Ballett kommen, lohnt sich der Kauf einer 8er- oder 6er-Karte: Die Gutscheine sind beliebig einsetzbar, übertragbar und deutlich günstiger als Einzeltickets. Lesen Sie dazu mehr in diesem Heft auf Seite 26.

Endspurt für die Saison 2013/14: Mit sechs Premieren in Düsseldorf und Duisburg, der großen Gala mit dem Freundeskreis „Oper am Rhein für alle“ und den Finalrunden des Belvedere-Wettbewerbs bieten wir Ihnen in den letzten Wochen vor der Sommerpause noch rund 70 sehenswerte Veranstaltungen an – gute Gelegenheiten, vor den Theaterferien reichlich Kultur zu tanken! Bitte denken Sie daran, Ihre Achterkarten-, Umtausch- oder Geschenkgutscheine dieser Spielzeit rechtzeitig einzulösen.

Das neue Spielzeitheft liegt in den Opernshops, im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg aus. Gern senden wir es Ihnen auch kostenlos nach Hause: Rufen Sie unseren Telefonservice an (siehe unten) oder senden Sie eine Mail an spielplan@operamrhein.de. Zum Online-Blättern steht das Heft unter www.operamrhein.de im Bereich „Service & Abos“ unter „Infos bestellen“. ——

Vorfreude auf die neue Saison: Auf 172 Seiten stellt Ihnen das neue Spielzeitheft 2014/15 das kommende Jahresprogramm vor. Zehn Premierentermine mit sechs großen Neuproduktionen in der Oper, vier neue Ballettabende, dazu insgesamt 17 Wiederaufnahmen sowie eine Reihe von Galas, Sonderveranstaltungen, Extras und Angebote für junges Publikum spannen einen großen Bogen vom Barock über die Klassiker des Repertoires bis hin zu Oper und Tanz des 20. und 21. Jahrhunderts. Abonnements und Karten für alle Veranstaltungen

Foto: Das Leitungsteam freut sich auf die neue Spielzeit, v.l.n.r.: Ballettdirektor und Chefchoreograph Martin Schläpfer, Des. Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown, Generalintendant Prof. Christoph Meyer, Generalmusikdirektor Axel Kober. Kleines Foto: Spielzeitheft 2014/15.

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Gegen die Wand Duvar a K arşi Lu dger Voll m er s Oper A L S DIA LOG DER K U LTUREN T E X T — Hella Bartnig  F O T O S — Axel Fuhrmann, Hans Jörg Michel

D E R FIL M E M A CH E R U N D D E R KO M P O NIS T Fatih Akin im Gespräch mit Ludger Vollmer

mit den alten Kulturen entsteht, die jenseits des Bosporus noch lebendig sind. Back to the roots, so könnte man – um auf Goethe Bezug zu nehmen – auch die Motivation beschreiben, die den 1961 in Berlin geborenen Komponisten Ludger Vollmer bewog, sich schon während seines Studiums in Leipzig mit außereuropäischen bzw. sehr alten europäischen Musiktraditionen zu beschäftigen. Er schlug diese Wegrichtung ein, als er sich in der westlichen Musiktradition, mit Kontrapunktik und Harmonielehre sowie in verschiedenen Strömungen der modernen Musikentwicklung bereits gut auskannte. „Ich habe mich sehr früh mit der zeitgenössischen Komposition beschäftigt, die ja sehr vielschichtig und komplex ist, und festgestellt, dass mir trotz der Reichhaltigkeit etwas grundsätzlich fehlte. Es ist der Witz, die Leichtigkeit,

„Liebe sei vor allen Dingen unser Thema, wenn wir singen“, so dichtete Goethe, als er im vorgerückten Alter die orientalischen Literaturen entdeckte und seine Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“ verfasste. Sich in das fremde Eigenleben der alten Lieder und Gesänge zu ver­ tiefen und den Orient als spirituelle Welt zu begreifen, das empfand der Dichterfürst als einen Aufbruch in die „Urheimat des Menschen“. Dieses Orientbild der Goethe-Zeit hat sich heute, in Zeiten unbegrenzter Reisemöglichkeiten und der vielerorts entstandenen transnationalen Nachbarschaften, längst überholt. Zu einem modernen westöstlichen Divan würden auch türkischer Hip Hop, arabischer Metal, moderne Bauchtanzmusik oder Breakbeat mit nahöstlichen Einflüssen gehören, die keinen exotischen Seltenheitswert besitzen. Doch geblieben ist das Ungewohnte und Rätselhafte, das durch die Berührung

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IN D E N H A U P T R O LL E N Günes Gürle und Şirin Kiliç

der Charme, auch die naive Unmittelbarkeit, die man bei Komponisten das Gedächtnis weitergegeben. Solche Studien können sich daher wie Mozart oder auch Verdi findet, und die ich vermisst habe. Ich wollte über Jahrzehnte hinziehen, bevor eine bestimmte Perfektion ermit meiner Musik dem Hörer verständlich sein. Ich wollte mit Melodien reicht ist. Ludger Vollmer hat 2005 eine Zeit lang in der PrivatakaStimmungen entwickeln und transportieren, die der Hörer nachempfin- demie des bekannten Kaval-Virtuosen Sinan Çelik in Istanbul studiert und damals erstes Material für „Gegen die Wand“ angeden kann, auch wenn ihm das melodische Material fremd erscheint.“ Vorbilder fand Vollmer bei den alten Griechen und Ägyptern. legt. Später reiste er auch nach Israel zu Taiseer Elias. Er lehrt Ihre Musik beruht auf verschiedenen Tonskalen, mit denen man durch an der Academy of Music and Dance und ist Dekan des DepartVerknüpfung und Modulation die verschiedensten Stimmungen er- ments für klassische arabische Musik. Aus diesen Erfahrungen hat zeugen und Energien freisetzen kann, die unmittelbar berühren und Vollmer sein eigenes musikalisches System entwickelt. Man geht also mitreißen. Diese alten Musikkulturen basieren auf den Grundelemen- fehl in der Annahme, die Partitur von „Gegen die Wand“ sei nur eine ten Rhythmus und Melodie, worin sich Körperlichkeit beziehungs- Melange aus türkischer Musik und westlicher Kompositionsweise. weise emotionale Erfahrungen ausdrücken. Das klingt einfach, beruht Genaugenommen gibt es nur zwei Zitate: eine Melodie, die auf einer aber auf einem weitläufigen System eigener Strukturen und Regeln. türkischen Hirtenflöte, der Kaval, vorgetragen wird und die VollDas klassische Dur-moll Tonsystem, aus dem das westliche Musik- mer seinem Lehrer Sinan Çelik zu Ehren von diesem übernommen verständnis resultiert, hat die auch in Europa früher vorhandenen hat, und den Schlusschor, der auf einem anrührenden türkischen Liebeslied beruht. Der wichtigste Ansatz seimikrotonalen Strukturen verdrängt und, so ner Kompositionsweise besteht in der Entmeint Vollmer, trotz aller genialen musikaZ U M S T ÜC K Erzählt wird die dramatische Geschichte wicklung der rhythmischen Melodik. Volllischen Erfindungen letztlich zu einer Verarder jungen Deutschtürken Sibel und Cahit. mer erarbeitet seine großformatigen Werke mung geführt. Die orientalische Musik hingeSibel geht mit Cahit eine Scheinehe ein, zumeist als formelgebundene, modal strukgen beruht nicht auf Akkorden, sondern auf um der Familienkonvention zu entfliehen. turierte Kompositionen, häufig monophon Skalen, den sogenannten Makamen, die aus Davon befreit, stürzt sie sich lebens- und nach außereuropäischem oder gregorianivielfach modulierten Tetrachorden bestehen. liebeshungrig in viele Affären. Cahit spürt, schem Vorbild. Dabei geht es ihm aber imManche dieser Tonskalen kann man problemdass er sich tatsächlich in seine (Schein)mer um die Nachzeichnung und Entwicklung los auf europäischen Instrumenten spielen. Ehefrau verliebt hat. Im Affekt erschlägt er psychosozialer Vorgänge und (zwischen-) Andere entsprechen einer extrem hochspeeinen ihrer Ex-Geliebten. Auch Sibel hat ihre menschlicher Stimmungen. „Bevor ich mit zialisierten Musiktheorie, deren Strukturen Gefühle für Cahit entdeckt. Sie verspricht, dem Komponieren beginne, analysiere ich nur auf Originalinstrumenten darstellbar und auf ihn zu warten, solange er im Gefängnis zuerst die Psyche meiner Protagonisten, entschwer zu erlernen sind. Sie werden von sitzt. Doch das gelingt ihr nicht. In Istanwickle eine Art Psychogramm und suche bul beginnt sie ein neues Leben. —— Spezialisten gelehrt und hauptsächlich durch

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nach Tetrachorden (Makamen), die dem entsprechen.“ Ludger Vollmer braucht also stets konkrete Inhalte, Texte oder ein soziales Spannungspotential, um daran Musik festzumachen. „Wenn man komponieren möchte, muss man einen starken Impuls dafür spüren. Für mich war es der Wunsch, anderen etwas Wesentliches mitzuteilen.“ Wer die Werkliste des Komponisten anschaut, versteht, was mit diesem Wesentlichen gemeint ist. In seiner Rap’ n dance opera adaptierte Vollmer Schillers „Die Räuber“. Entstanden ist ein heutiges Drama, das von Liebe, Hass und Rebellion einer jungen Generation handelt. In der Jugendoper „Border“ beschäftigte er sich mit der Flüchtlingsproblematik, und in „Lola rennt“ nahm er einen erfolgreichen Filmplot auf, um sich mit Zeit als dem modernen Maß aller Dinge auseinanderzusetzen. Den bislang größten Erfolg erlangte er zweifelsohne mit seiner Oper „Gegen die Wand“, der ersten türkisch-deutschen Oper nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin. Dieser Film war die große Sensation der Berlinale 2004, wo er mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Damals überschlugen sich die Medien: „Es ist ein Kino, das sich selbstbewusst zwischen den Welten bewegt und das nun mit ‚Gegen die Wand‘ zu einem wunderbar freien Blick auf die eigene community gelangt ist“, hieß es in der ZEIT, und auf Spiegel online war zu lesen: „Selten spürt man im Kino einen derartigen Lebenshunger. Mit wenigen Sätzen hat Fatih Akin in ‚Gegen die Wand‘ die Sehnsucht und das Dilemma der jungen Türkin Sibel (Sibel Kekilli) zusammengefasst. Die Atmosphäre dabei vibriert, die Gefühle in dieser Szene springen einen geradezu an.“ Inzwischen liegt die Filmpremiere bereits zehn Jahre zurück. Fragt man die Generation der heute 20-jährigen, so ist ihnen Fatih Akins „Gegen die Wand“ kaum noch ein Begriff. Der Film ist der Schnelllebigkeit der Kinobranche zum Opfer gefallen. Mit seiner Oper konnte Ludger Vollmer eine andere Erfahrung machen. Nach der Bremer Uraufführung 2008 ist die Deutsche Oper am Rhein mittlerweile das fünfte Haus, das dieses Werk mit großem Engagement auf die Bühne bringt. Neben den beiden türkischdeutschen Sängerprotagonisten Şirin Kiliç und Günes Gürle, dem Solistenensemble der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern sind auch Instrumentalspezialisten für das türkische Instrumentarium und ein Projektchor, dem vor allem Studentinnen und Studenten der Düsseldorfer Musikhochschule angehören, an dieser Produktion beteiligt. Außerdem gibt es eine Gruppe junger Duisburger Rapper und Breakdancer, denen es diese Oper angetan hat.

Ludge r V o l l me r „G ege n d i e Wa n d “ Oper nach dem Film von Fatih Akin Libretto vom Komponisten nach einer Idee von Dorotty Szalma In deutscher und türkischer Sprache mit deutschen und türkischen Übertiteln Dauer: ca. 2 ½ Stunden, eine Pause M u s i ka l i s c h e Le i tu n g Wen-Pin Chien I n s ze n i e r u n g Gregor Horres B ü h n e Jan Bammes Ko s t ü me Yvonne Forster L i c h t Volker Weinhart C h o r ­ l e i tu n g Gerhard Michalski D r amatu r g i e Hella Bartnig Ca h i t Günes Gürle S i b e l Șirin Kiliç Y u n u s G ü n e r Michail Milanov D r . S c h i l l e r Felix Rathgeber B i r s e n G ü n e r Sarah Ferede Y i l maz G ü n e r Tansel Akzeybek N i ko Conny Thimander H ü s ey i n Conny Thimander Se l ma Elisabeth Selle Luka s David Laera M a r e n Caterina Mascia C h o r Studierende der Robert Schumann Musikhochschule // Duisburger Philharmoniker P r em i e r e Fr 20.06.2014, 19.30 Uhr ↗ Theater Duisburg T h eate r D u i s b u r g So 22.06., 15.00 Uhr | Mi 25.06., 19.30 Uhr | So 29.06. | So 21.09. | So 05.10. | So 12.10., jeweils 18.30 Uhr O p e r n we r k s tatt Mi 11.06.2014, 18.00 Uhr ↗ Theater Duisburg Eintritt frei Foto -A u s s te l l u n g Duisburger Schüler der Gesamtschule Emschertal und der Realschule Fahrn erkunden das Thema der Oper als Fotoprojekt. Ab 20. Juni 2014 ↗ Theater Duisburg, Foyers Tau s e n du n de i n e K u ltu r (siehe Seite 28 in diesem Heft) So 28.09.2014, ab 15.00 Uhr – Eintritt frei ↗ Theater Duisburg

Mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreises der Deutschen Oper am Rhein e. V.

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Liebe, Beziehungsängste oder die Frage: Was würde ich für einen anderen tun? – das reflektieren sie in eigenen Songs und Moves, mit denen sie in das Stück integriert sind. Denn es sind nicht nur junge Deutschtürken wie Sibel und Cahit, die sich in einem Dilemma von Selbstzerstörung und Lebenshunger befinden. Auch in einem anderen Lebensumfeld können die Gefühlswelten junger Menschen extrem aufeinanderprallen und zu Verzweiflung und Destruktion führen. Die Energie und Wut, die in solchen dramatischen Momenten freigesetzt werden, hat schon der Filmemacher Fatih Akin musikalisch aufgewertet. Der Opernkomponist Vollmer steigert dieses Potenzial. Er nutzt die Musik als Katalysator, um die Reaktionsgeschwindigkeit des dramatischen Geschehens noch zu erhöhen. Dabei kontrastiert er die orientalischen Klangfarben von Cymbalon, Kaval, Duduk, Mey und anderen Originalinstrumenten mit harten Klangkulminationen oder enervierten Rhythmen und scheut auch den großen Operngestus nicht. „Die Oper ist das größte Gesamtkunstwerk mit allen ästhetischen Mitteln, über die wir verfügen, und wenn wir den Zuschauer dann noch thematisch packen, dann wird er infiziert, das ist völlig klar.“ Die Reaktionen des Publikums scheinen ihm recht zu geben. Ob in Bremen, Stuttgart, Hagen oder Freiburg, nirgends ließ das Werk die Zuhörer kalt. Diese Oper ist keine leichte Kost, denn sie spielt in einer zerrissenen Welt, in der sich Sibel und Cahit verloren haben, zerrieben zwischen patriarchalen Familienstrukturen und einer entfesselten westlichen Lebensgier. Und doch ist sie auch ein Lied der Liebe, das nicht von west-östlichen Weisheiten erzählt, sondern sich wandelnde Lebens- und Erfahrungswelten beschreibt und dementsprechend ein offenes Ende hat. ——

b.20 – DEEP FIELD

T E X T — Anne do Paço  F O T O S — Thomas Jürgens, Sascha Kreklau, Gert Weigelt

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Eine U r au ff ü h ru ng von A dr i a na Höl sz k y, M a rt i n S c h l ä pf e r u n d rosa l i e

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„Der Tanz braucht gute Musik und umgekehrt“ – befand Martin Schläpfer und erteilte Adriana Hölszky einen Auftrag für eine abendfüllende Komposition. Die in Stuttgart lebende Klangvisionärin hatte noch nie zuvor für den Tanz komponiert, doch dann begegnete sie Martin Schläpfer und entdeckte in seinen Werken etwas, das sie zutiefst faszinierte: „Ein innerliches Vibrieren, das in jeder Ader, jedem Muskel der Tänzer sichtbar wird, ein permanentes Ausloten und Ausweiten der Grenzen: eine Orchestrierung von Kräften, Farben und Gefühlen.“ Getroffen hatten sich die beiden – der Choreograph und die Komponistin – erstmals im Stuttgarter Atelier von rosalie. Und zusammen mit der Licht- und Bildenden Künstlerin, Bühnen- und Kostümschöpferin machten sie sich 2011 schließlich auf den gemeinsamen Weg hinein in ein neues Bühnenwerk. Am 23. Mai kommt „DEEP FIELD“ als Premiere b.20 des Balletts am Rhein nun im Opernhaus Düsseldorf zur Uraufführung.

A d r i a n a H ö l s zky u n d M a r t i n S c h l ä p f e r während der Proben zu „DEEP FIELD“

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Es sind nur noch zweieinhalb Wochen bis zur Premiere und in al- Hörens und Empfindens beschreibt, der einen immer mehr von der len Bereichen wird auf Hochtouren gearbeitet: Im Balletthaus sind Ausgangssituation wegführt: „In zehn Phasen stellte ich mir zehn alle drei Studios mit Proben zu „DEEP FIELD“ belegt. Während die Einstellungen des Hubble-Weltraum-Teleskops vor, wie sein RiesenBallettmeister in den beiden kleinen Sälen an den bereits fertig cho­ auge tiefer und tiefer ins Universum vordringt. Erst sieht man nichts, reographierten Passagen feilen und die Bewegungsabläufe mit den dann immer mehr Sterne, und schließlich pulverisiert sich alles, das gerade freien Tänzerinnen und Tänzern memorieren, taucht Mar- ganze Drama der Menschheit, die Geschichten vom Leben und Stertin Schläpfer im großen Studio 1 schon seit vielen Stunden in einen ben, die Sprache, alles wird Universum, Geheimnis.“ Adriana Hölszky, 1953 in Bukarest geboren und heute in Stuttäußerst intensiven Dialog mit seinem Ensemble ein, kreiert winzige Segmente, die sich nach und nach zu einem Ganzen fügen, schält aus gart lebend, zählt zu den wichtigsten Komponistinnen ihrer Generaden Körpern seiner Tänzerinnen und Tänzer eine Choreographie tion und hat sich seit der Uraufführung von „Bremer Freiheit“ 1988 heraus, in der das Unbegreifliche, das Nichtsichtbare sichtbar wird, in München mit der Musik-Theater-Bühne und ihren Parametern wie uns aber auch elementare Geschichten über Menschen und mensch- Stimmen, Szenen, Gesten oder Räumen auf unterschiedlichste Weise liche Situationen erzählt werden. Mit Louisa Rachedi arbeitet Martin auseinandergesetzt. Zahlreiche Preise, Ehrungen und CD-EinspielunSchläpfer gerade an einem Solo auf Spitze. Voller Expressivität sucht gen sowie Aufführungen u. a. bei der Münchener Biennale des Zeitsich die Tänzerin ihren Weg diagonal durch den Raum, doch ihre genössischen Musiktheaters, den Donaueschinger Musiktagen, WieKraft ist nur eine scheinbare: Immer wieder gerät sie in geradezu ge- ner Festwochen, Schwetzinger Festspielen, in der Staatsoper Stuttgart, fährlichen Off-Balancen aus dem Gleichgewicht, kippt ihr Körper Oper Frankfurt sowie bei den Wittener Tagen für Neue Kammermuweg – wird fragil. Eine Gruppe Männer, heftig sich in den Hüften dre- sik bezeugen ihre Bedeutung. Seit 2000 ist sie Professorin für Kom­ hend und zugleich nach vorne schnellend, überrennt sie wie eine ge- position am Mozarteum Salzburg, seit 2002 Mitglied der Berliner Akawaltige Woge … In einer anderen Szene zieht eine Gruppe in losem demie der Künste. Nur eine Woche nach der Uraufführung von „DEEP Verbund über die Bühne. Die Körper sind gebückt, wirken geschwächt, FIELD“ in Düsseldorf wird am Nationaltheater Mannheim ihr Musikmanche mit leeren Blicken, andere mit weit aufgerissenen Augen – wie theater „Böse Geister“ nach Fjodor Dostojewski uraufgeführt. Auf der Bühne des Düsseldorfer Opernhauses haben es die Mitein stummer Schrei in einer Welt, in die ein Chaos, eine Verwüstung, ein Sterben hinein gebrochen ist, eine Szenerie, als wären Franz Marcs glieder der technischen Mannschaft der Deutschen Oper am Rhein heute mit einem besonderen Bühnenaufbau zu tun. Schon einmal ha„Tierschicksale“ lebendig geworden. „Adriana Hölszky dringt mit ihrer Musik in extreme Bereiche ben sie die riesige Skulptur rosalies aufgebaut und unter den genauen vor – nicht nur in den Himmel, sondern gleich viel weiter ins Uni- Anweisungen der Künstlerin und ihres Mitarbeiters Thomas Jürgens versum, und dann wieder ganz tief hinein in die Erde, wo es brodelt“, in die richtige Form gebracht, doch nun wird es ernst. Die Aufhänäußert sich Martin Schläpfer über die Komposition „DEEP FIELD“, gung an den Zügen aus dem Schnürboden wird genau austariert, mit welche Adriana Hölszky wiederum als einen Prozess des Sehens, aller Behutsamkeit das fragile Metallobjekt aufgerichtet – und schon

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kal übereinander getürmt oder in Vokalisen im schnöden Arbeitslicht spüren wir, welche B A LL E T T A M RH E IN – b . 2 0 D E E P FI E L D und Phonemen in die Fläche aufgelöst. Nur Geheimnisse diese Skulptur in sich birgt: Wie URAU F F Ü H RU N G manchmal beginnt ein einzelnes Wort zu eine überdimensionale Wabe oder Koralle erleuchten wie ein Stern, dessen Aura auch auf scheint sie auf den ersten Blick, doch kaum ist M u s i k „DEEP FIELD. Zehn KLANGbelichsein Umfeld abfärbt: „Ich bin dein Labyrinth“, man ein paar Schritte um sie herum gegangen, tungen einer METAmorphose“ von Adriana „Vorwärts! Durch den Regen, durch das Feuwird sie zu einer Grotte aus düsterer, amorHölszky (Auftragskomposition / Urauffüher“, „Wo ist Gott? Wo ist Gnade? Wo ist Güte?“, pher Lava, die sich im nächsten Moment wierung) CH O R E O G R A PHI E Martin Schläpfer „Erde … hingeworfen … das Sterben … bluder zu einem höchst lebendigen, organischen M u s i ka l i s c h e Le i tu n g Wen-Pin tende Finsternis“, „Trümmer von Sternen“, Gewebe verwandelt. Erdschichten scheinen Chien M ed i e n - LICH T- Sku l p tu r & „Glück … aus Augen“, „ein Traum davon“ … sich aufzutürmen wie die PlattenverschiebunKo s t ü me rosalie L i c h t Thomas Diek Plötzlich sitzt man mittendrin in dieser gen verschiedener Kontinente, dann wieder C h o r l e i tu n g Denis Comtet Le i tu n g Musik und wird hinein katapultiert in eine beginnt sie wie ein überdimensionales GeisT o n au f n a h me & K l a n g r eg i e Otto Welt aus eruptiven Klängen und filigransterschiff zu schweben. Die Skulptur ist präKränzler D r amatu r g i e Anne do Paço ten Geräuschen, Klanglinien im Raum und sent und hält sich zugleich zurück, wirkt wie Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg bebenden Clustern. Sind es Menschen oder eine durchlässige Membran, die den Blick auf WDR Rundfunkchor Köln Tiere oder gar die Sterne, die hier singen, laWelten freigibt, die viel weiter und tiefer sind Düsseldorfer Symphoniker & Gäste chen, schreien, schnalzen, gurgeln, zischen, als der reale Bühnenraum des Düsseldorfer blubbern, stampfen, klatschen? Sind es wirkOpernhauses. Wie wird sie sich erst noch verIn Kooperation mit dem lich Orchesterinstrumente, die diese Sounds wandeln, wenn rosalie zusammen mit ThoWDR Rundfunkchor Köln zu produzieren in der Lage sind? Man fühlt mas Diek in den nächsten Tagen mit Licht auf sich wie in einer riesigen Kugel, in einem ihren Flächen spielt und in ihre Höhlen, Risse fremden, auch bedrohlichen Raum, der Bound Durchblicke hinein dringt? den unter den Füßen bekommt Risse, man Zwei Tage zuvor war es am gleichen beginnt zu schweben. Ort zu einer anderen außergewöhnlichen Erst„DEEP FIELD“ wird gefördert im Rahmen des Mit dem WDR Rundfunkchor Köln ist begegnung gekommen: Aus Köln ist der 48Fonds Neues Musiktheater 2014 das Ballett am Rhein für diese Produktion köpfige WDR Rundfunkchor angereist und eine besondere Zusammenarbeit eingegantrifft bei der ersten sogenannten Sitzprobe gen, handelt es sich doch nicht um ein Gast­ auf die Orchestermusiker – die Düsseldorfer engagement des Chores, sondern um eine Symphoniker verstärkt durch eine Reihe von richtige Partnerschaft, zu der jede Seite ihren Gästen. Die Spieler von sechs Trompeten, Beitrag leistet: Mit einer Rundfunkaufzeichsechs Posaunen und einem Euphonium, sechs P r em i e r e nung der Endproben, die zu einem späteren Schlagzeuger, zwei Gitarristen, zwei Akkor23.05.2014, 19.30 Uhr Zeitpunkt auf WDR3 gesendet wird, erfüllt deonisten, zwei Klarinettisten sowie Pianis↗ Opernhaus Düsseldorf das Kölner Ensemble einen seiner Sendeauften für Klavier, Cembalo und Celesta, eine träge – und lässt zugleich in den acht VorstelSpielerin des japanischen Zupfinstruments W E I T E R E V O RS T E LL U N G E N lungen im Opernhaus Düsseldorf mit seiner Koto und ein Kontrabassist haben im OrchesSa 24.05. | Do 29.05. | So 01.06. | Sa 07.06. weit gefächerten Erfahrung in der Interpretergraben ihre Plätze eingenommen. Beide Mo 09.06. | So 15.06. | Do 19.06.2014 Dauer b.20: ca. 1 ¼ Stunden, keine Pause tation zeitgenössischer Musik Adriana Hölsz­ Ensembles haben in Einzelproben die Musik kys Partitur live lebendig werden. Seinen Adriana Hölszkys bereits intensiv studiert und sind auf diese Probe gut vorbereitet. Mit den Mitgliedern des Platz hat der Chor im 3. Rang. Von ganz weit oben interagiert er mit Chores hat der aus Frankreich stammende Pianist, Organist, Chor- den Musikern im Orchestergraben und Martin Schläpfers Tanz in roleiter und Dirigent Denis Comtet ihren Part einstudiert. Mit den salies Medien-Licht-Skulptur. Hinzu kommen Tonzuspielungen, die Musikern hat Kapellmeister Wen-Pin Chien, der bei den Vorstellun- über ein Mehrkanal-Surround-Lautsprecher-System durch den Raum gen auch die musikalische Gesamtleitung haben wird, gearbeitet und wandern – „alle Ebenen des Werkes kommen wie Ströme permanent sich intensiv in die ganz besonderen Klangwelten von „DEEP FIELD“ aufeinander zu und trennen sich wieder – wie Zirkulationen des Lehineinbegeben. Adriana Hölszkys Komponieren stellt höchste An- bendigen“, so Adriana Hölszky. Nicht unähnlich der Arbeit Martin forderungen an die Musiker. Alle müssen eine große Flexibilität mit- Schläpfers ist ihre Komposition aber auch wie ein Seismograph, bringen und besonders die Grauzonen und Räume zwischen den rei- der in unsere Zeit hineinhorcht, sich schutzlos ihren Widersprüchen nen Klängen ihrer Instrumente ausloten. Die Stimmen des Chores und Gefährdungen, Leerstellen und Sehnsüchten aussetzt und den sind bis in die feinsten Strukturen hinein verästelt, jeder Sänger hat Zuschauer und Hörer immer wieder auch auf unbekanntes Terrain seine eigene Partie und ist doch Teil des Kollektivs: „Die Vokalisten entführt: „Man muss die Menschen auf einen anderen Untergrund verhalten sich wie eine Population, die sich in einem Schwarm orga- führen, auf dem sie sich nicht sicher fühlen. Und dann passieren Sanisiert. Man nimmt den Einzelnen nicht wahr, sondern die Bewegung chen, die Nachdenken verlangen“, äußerte sich Adriana Hölszky eindes ganzen, die aber von einem Einzelnen ausgelöst werden kann. Ein mal in einem Gespräch mit Maria Kostakeva. Auf ein neues Terrain ständiges Wechselspiel lässt Individuen hervortreten und dann wie- wagte sich die Komponistin auch selbst, indem sie erstmals eine Musik der in der Masse abtauchen“, erläutert Adriana Hölszky ihre Komposi- für den Tanz schrieb und sich damit ganz unmittelbar auf ein Erlebnis tionsweise, bei der sie auch auf Texte zurückgriff. In Werken Fried- dieser Bühnenkunst auch einließ: „Das Wissen um unsere Begrenztrich Hölderlins, Friedrich Nietzsches, Hanns Johsts und Hermann heit und nicht nur der Wunsch, sondern auch die Möglichkeit, über Hesses fand sie Reibungsflächen, die sie inspirierten, Worte, die sie diese hinauszugehen – das sehe ich in Martin Schläpfers Choreograwie Nahrung zu sich nahm oder wie aus einem gewaltigen Steinbruch phie. Ein Ballettabend ist dies nicht!“ —— herausschlug, um ihre Splitter neu zusammenzusetzen. Dabei wurden sie zerstampft oder zermahlen, verschachtelt und fragmentiert, verti-

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JOCHEN GROTE „ Da s Z i e l ist, di e K u nst z u er mögl ich e n “ IN T E R V I E W — Dr. Eva Hölter  F O T O S — Sascha Kreklau, Gert Weigelt

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Kunst kostet Geld. Hinter dieser Binsenweisheit verbirgt sich oft ein Balanceakt, bei dem sich der Geschäftsführende Direktor eines großen Opernhauses als wahrer Trapezkünstler beweisen muss. Jochen Grote hat dieses Amt an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg in zwölf Spielzeiten ­bekleidet, in denen finanzielle Engpässe, strukturelle Hürden und politische Debatten zu steuern und zu bewältigen waren. Doch die eigentliche Bilanz besteht in der hochgradigen künstlerischen Kontinuität und unvergesslichen Opern- und Ballettereignissen. Dies ist auch ein wesentliches Verdienst von Jochen Grote, der sich zum Ende dieser Spielzeit 2013/14 aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet. Dr. Eva Hölter sprach mit ihm über diese Zeit.

Der Geschäftsführende Direktor ist laut der zeit hatten wir über 36.000 junge Besucher Aufgabenbeschreibung des Deutschen Bühnen- allein schon in den Jugendproduktionen. Nur vereins „für alle juristischen und betriebswirt- so kann das Interesse an Kultur und das Beschaftlichen Belange eines Theaters zuständig“ wusstsein ihres Wertes in der Gesellschaft und hat die Aufgabe, „die künstlerischen Vor- erhalten werden. stellungen des Intendanten finanziell und juristisch zu ermöglichen“. Das klingt sehr Gibt es besondere Eigenschaften oder einen sachlich – aber man braucht auch eine starke bestimmten Werdegang, die du als Voraussetzung für die Geschäftsführung an einem Affinität zu Musik und Theater, oder? künstlerischen Institut nennen würdest? Ich bin mit Musik aufgewachsen: Mein Kinderzimmer lag direkt über dem Steinway Es gibt keinen Königsweg. Man kann die Funkmeines Großvaters, der allabendlich zu sei- tion als Jurist, als Betriebswirt oder Verwalner Entspannung mindestens eine Stunde Kla- tungswissenschaftler bekleiden (insbesondevier spielte. Es gab regelmäßig Hauskonzerte re mit der Qualifikation als Kulturmanager – und so habe ich fast natürlich auch In­ meine Nachfolgerin Frau Stampler-Brown strumente erlernt, zunächst Cello, später Kla- hat alle drei Qualifikationen!), Hauptsache, vier. Außerdem war ich im Schulchor und man entwickelt oder hat bereits ein Verhältnis im Schulorchester. Als Student in Hamburg entdeckte ich dann die Oper für mich und besuchte auch Seminare an der Hochschule für Musik und Theater. Insbesondere die italienische Oper, aber auch Mozart und die russischen Komponisten gefallen mir am besten. Mit Wagners von mir so empfundenem „Lärm“ bin ich hingegen nie warm geworden. Nach meinen Erfahrungen in Norddeutschland war die Qualität der Deutschen Oper am Rhein für mich überragend. Dieses hohe Niveau des Sängerensembles ist, auch nach berufsbedingter Erweiterung meines Erfahrungsspektrums in Europa, so bestätigt geblieben, und auch beide städtischen Orchester können sich im nationalen Vergleich hören lassen, ebenso wie die Düsseldorfer Hofmusik als Spezialorchester für alte Musik. Auch die Vielseitigkeit des Chores beeindruckt mich immer wieder. Wichtig finde ich den Schwerpunkt, den Christoph Meyer sehr erfolgreich im Bereich der Kinder- und Jugendoper setzt – bereits in der letzten Spiel-

J O CH E N G R O T E Der Geschäftsführende Direktor hat auch eine süße Seite: Jochen Grote ist nicht nur bekennender Schokoladenliebhaber, sondern ein echter Experte. Für das große Foto hat er uns zu „Gut & Gerne“ in die Düsseldorfer Altstadt mitgenommen, wo er gern bei einer Tasse heißer Schokolade entspannt und die neuesten Sorten probiert. „Criollo heißt die seltene Kakaobohne aus Südamerika, aus der die beste Schokolade gemacht wird“, sagt er, und schenkt dem Fotografen eine Tafel „Porcelana“. ——

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zur Andersartigkeit von Kunst- und künstlerischen Prozessen gegenüber „normalen“ betriebswirtschaftlichen und Verwaltungsabläufen. Ich bin Jurist und Verwaltungswissenschaftler von der Ausbildung her, aber in der Praxis hat die Personalführung sich als mein Hauptarbeitsfeld erwiesen. Die unterschiedlichen Denkweisen und Arbeitskulturen aller Bereiche zusammenzuführen, ist die bedeutendste Aufgabe. Das Ziel ist, die Kunst zu ermöglichen. Und man braucht Rückgrat wie auch Diplomatie gegenüber den An- und Zumutungen von unter finanziellen Zwängen stehenden Gesellschafterstädten. Letztere Eigenschaften hatte ich in meinen früheren beruflichen Rollen wie z. B. in der Senatskanzlei des Landes Bremen hinreichend erworben. Neben deinem Interesse für die Oper bist du vor allem ein bekennender Ballettenthusiast. Bist du diesbezüglich vorgeprägt? Mit klassischem Ballett war ich vor meiner Arbeit für die Deutsche Oper am Rhein nicht so vertraut – ich war lange Jahre durch das Tanztheater Reinhild Hoffmanns sowie Pina Bauschs geprägt und habe in Hamburg die Arbeit John Neumeiers kennengelernt. Den klassischen Tanz habe ich erst hier bei Youri Vàmos erlebt. Durch Gastspiele habe ich dann die Arbeit Martin Schläpfers kennen und schätzen gelernt und diese Eindrücke durch Besuche in Mainz vertieft. Deshalb war ich sehr begeistert, als es dem neuen Generalintendanten Christoph Meyer und dem Düsseldorfer Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe gelang, Martin Schläpfer hierher zu holen. Über die internationale Anerkennung für ihn und die Compagnie freue ich mich wirklich sehr.

Die Deutsche Oper am Rhein ist eine besonders traditionsreiche Theatergemeinschaft. Bist du – als ehemaliger Scheidungsanwalt – zuversichtlich für die Zukunft dieser vor zwei Jahren nur knapp geretteten Ehe? Ein schöner Termin in meiner Amtszeit war die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Theatergemeinschaft, die 2006 in Duisburg stattfand. Schade ist nur, dass die Düsseldorfer Feier wegen des damaligen OpernhausUmbaus nicht stattfinden konnte und auch nie nachgeholt wurde – vielleicht klappt es ja zum 60-jährigen Bestehen 2016! Ich hoffe sehr, dass die Theatergemeinschaft bis dahin wieder in stabileres Fahrwasser gekommen sein wird. Leider wurde die existenzielle Krise der Gesellschaft zum wichtigsten Thema meiner Geschäftsführung. Duisburg beschloss 2011, aufgrund der Überschuldung den städtischen Haushalt drastisch zu beschränken und plante zuerst einen völligen Ausstieg aus der Theatergemeinschaft, dann eine Kürzung des bis dahin rund 10 Millionen betragenden Duisburger Zuschusses um 2,5 Millionen Euro. Damit wäre die Operngemeinschaft nicht mehr fortführbar gewesen. Mit breitester gesellschaftlicher Unterstützung, über 69.000 Unterschriften, und wesentlich auch durch den Wechsel im Amt des Duisburger Oberbürgermeisters konnte diese Kürzung auf 1 Million Euro reduziert und die Theatergemeinschaft damit gerettet werden. Düsseldorf seinerseits hat eine neue Finanzierungsregelung mit reduziertem Angebot in Duisburg zunächst bis zur Spielzeit 2016/17 akzeptiert – das Thema einer stabilen Fortführung über diese Zeit hinaus wird bald wieder Politik und Theaterleitung intensiv beschäftigen. Auf meine Nachfolgerin Alexandra Stampler-Brown und Christoph Meyer kommt die schwierige Aufgabe zu, schon bald ein neues Konzept für die Spielzeiten ab 2017/18 zu entwickeln – wohl in Varianten, je nachdem wie die Finanzierungsmöglichkeiten der Partnerstädte dann aussehen könnten. Obwohl Kulturfinanzierung immer nur einen minimalen Anteil am Gesamthaushalt hat, wird gerade in diesem Bereich immer wieder versucht zu kürzen. Wie siehst du diese Entwicklung?

lichkeit der Finanzierung immens wichtig – bei Vàmos‘ Ballettgastspielen in Shanghai nur so können wir ein attraktives Programm und Hangzhou, Moskau, Mallorca und Seplanen und umsetzen. Nichts ist schwieriger villa, mit dem Ballett am Rhein in Barcelona als dauernd mit reduzierten finanziellen Sze- und Paris, sowie mit der Oper in Taipeh und narien konfrontiert zu werden. Dazu gehört Mézières. Auf diesen Reisen habe ich nicht auch das Problem der Tariferhöhungen, die nur viele unserer Ensemblemitglieder und von der Deutschen Oper am Rhein neuer- die technischen Teams besser kennengelernt, dings ständig zu Teilen selbst übernommen sondern auch Einblicke in die teilweise ganz werden müssen – das geht zu Lasten der unterschiedliche Arbeitsweise internationakünstlerischen Etats und gefährdet die Qua- ler Häuser gewonnen. Höhepunkt war für mich die Einladung des kompletten „Ring“ lität von Oper und Ballett. nach Prag 2005 als offizieller Festbeitrag der Glücklicherweise kann ich auch einen gro- Tschechischen Republik zum EU-Beitritt. ßen Lichtblick nennen: Die kürzlich getrof­ fene Entscheidung der Stadt Düsseldorf für Du bist zwar im Schwarzwald aufgewachsen, den Neubau eines Ballettprobenhauses! Er aber in Norddeutschland sozialisiert. Wird wird die Arbeitsfähigkeit des Balletts ent- dir das Leben am Rhein fehlen? scheidend verbessern. Die Regionen Düsseldorf und Rhein-RuhrGleichzeitig wird von den Kulturbetrieben er- Gebiet sind voll von interessanten insbesonwartet, dass sie immer mehr selbst erwirtschaf- dere kulturellen Einrichtungen und Anregungen, die in dieser Dichte fast nirgends ten und über Sponsoring hereinholen? in der Welt zu finden sein dürften. Die Deshalb haben wir gleich zu Beginn meiner Menschen empfand ich in der Regel als sehr Tätigkeit unsere Verwaltung und die Abläu- kontaktfreudig und kommunikativ. Die Arfe im ganzen Haus gestrafft und technisch beitszeiten in der Oper machen es aber sehr modernisiert. Die Eigenverantwortlichkeit schwer, Freundschaften aufzubauen und zu der Abteilungen in ihren Teilbudgets und unterhalten, und so ist es mir in nur wenidamit die Sachnähe von Entscheidungen gen Fällen gelungen, neue tragende Freundwurden erhöht. Dies hat sich auf die Wirt- schaften zu schließen. Dazu gehört das schaftlichkeit sehr positiv ausgewirkt. Wir geradezu ungewöhnlich intensive und verkonnten Überschüsse erzielen, die den schwie- trauensvolle Arbeitsverhältnis mit Christoph rigen Übergang in die Spielzeiten 2014/15 bis Meyer, aus dem eine tiefe Freundschaft er2016/17 mit drastischen Zuschussabsenku­ wachsen ist. Sie wird mir im täglichen Erlebnis bei aller Freude der Rückkehr zu meingen abfedern helfen sollen. ner Familie und den vertrauten Freunden in Das Aufkommen an Spenden und Sponso- Bremen sehr fehlen! Vermissen werde ich ring wurde ganz erheblich gesteigert – vom auch die sehr gute, zuverlässige und vertrauBeginn meiner Amtszeit und insbesondere ensvolle Zusammenarbeit insbesondere mit seit Beginn der Intendanz von Christoph dem aktuellen künstlerischen und techniMeyer bis jetzt haben wir das Volumen schen Leitungsteam – mit Martin Schläpfer, mehr als versechsfacht. Hinzu kommt die Axel Kober und Peter Krottenthaler, und Unterstützung durch den Freundeskreis der meinem Team in der Geschäftsführenden Deutschen Oper am Rhein, der auch Mit- Direktion, von denen ich nur ungern scheide. gesellschafter ist, von jährlich rund 300.000 Euro. Bedenklich finde ich die Tendenz, Und wie lautet dein Fazit? dass potentielle Sponsoren immer häufiger nur an „Events“ interessiert sind. Glückli- Rückblickend bin ich zufrieden, in meiner cherweise haben wir z. B. mit den Unter- Funktion zur Ermöglichung der künstlerinehmen im Freundeskreis und dem Sponsor schen und wirtschaftlichen Erfolge der beWGZ Bank Partner gefunden, die uns aus gleiteten zwölf Spielzeiten in Oper und Balwirklichem Interesse an unserer Kunst län- lett beigetragen zu haben. In der Deutschen Oper am Rhein zu arbeiten, war für mich gerfristig verlässlich unterstützen. wirklich eine Erfüllung und die schönste Gibt es rückblickend etwas, an das du dich Station meiner vielseitigen 45-jährigen be­ ruflichen Laufbahn. —— besonders gerne erinnerst?

In Teilen der Politik, und das beileibe nicht speziell in unseren Gesellschafterstädten, ist die Erkenntnis der Notwendigkeit der Kul- Besonders gerne erinnere ich mich an die tur für die Stadt und deren Bewohner ge- Gastspiele, die ich begleitet habe, um Kon­ schrumpft. Dies hat sehr negative Folgen: takte vor Ort zu knüpfen, Sponsoren zu Für eine Oper mit ihren langen Planungsvor- treffen oder auch den begleitenden Freunläufen von mehreren Jahren ist die Verläss- deskreis zu betreuen. So war ich z. B. mit

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TOD IN VENEDIG Regisseur Immo Karaman schließt mit „Death in Venice“ seinen vierteiligen Benjamin Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein ab T E X T — Anne do Paço  F O T O S — Sascha Kreklau, Hans Jörg Michel

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B r i tte n -Z yk l u s 1 u n d 2: „ Pete r G r i me s “ ( l i n k s) u n d „ B i l ly Budd “ ( M i tte , r e c h t s) Beklemmende Außenseiter-Geschichten über Schuld und Unschuld

„Ein Traumteam!“ So bezeichnete Lars Wallerang in der Westdeut- seinem Gedicht „Tristan“. Gustav von Aschenbach sieht Tadzio, den schen Zeitung Immo Karaman (Regie), Fabian Posca (Choreogra- engelhaften polnischen Knaben, an und verfällt einer Faszination, phie), Kaspar Zwimpfer (Bühne) und Nicola Reichert (Kostüme). an der sein letzter Lebenswille schließlich zugrunde gehen wird. Der Handlungsverlauf der Oper folgt im Wesentlichen ThoMit „Death in Venice“ nach Thomas Manns berühmter Novelle „Der Tod in Venedig“ schließen die vier Künstler nun den gefeier- mas Manns 1912 erschienener Novelle: Gustav von Aschenbach ist ten Benjamin Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein ab seinem Erfolg als Schriftsteller nicht mehr gewachsen. Auf einem und bringen damit – nach „Peter Grimes“, „Billy Budd“ und „The Spaziergang über einen Münchner Friedhof gibt ihm ein Fremder Turn of the Screw“ – Brittens letzte, 1973 uraufgeführte Oper auf den Rat, in den Süden zu reisen. In Venedig angekommen sieht er sich nicht nur mit einer Reihe seltsamer die Bühne: Ein Schlüssel- und Alterswerk, Gestalten konfrontiert, die er als Vorboten das in seiner psychologischen Dichte, theaBe n jam i n B r i tte n „ D eat h i n V e n i c e “ des Todes interpretiert, sondern lässt sich tralischen Ausdruckskraft und unverwechOper in zwei Akten von einem Jungen, der mit seiner Familie selbar glühenden Klangintensität zu den fasim gleichen Hotel am Lido Urlaub macht, zinierendsten Musiktheaterwerken des 20. Libretto von Myfanwy Piper immer weiter in Bann ziehen. In Tadzio Jahrhunderts zählt. nach der Novelle „Der Tod in Venedig“ meint Aschenbach eine Vollkommenheit Waren die drei vorausgegangenen Wervon Thomas Mann zu erkennen, um die er als Schriftsteller biske stark durch das Kolorit von Brittens engIn englischer Sprache mit lang vergeblich gerungen hat. Als Zuschaulischer Heimat geprägt – die raue, düstere deutschen Übertiteln er und Anbetender gibt er sich ganz seiund bedrohliche Naturgewalt des Meeres Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause ner Zuneigung hin, die sich immer mehr in „Peter Grimes“ und „Billy Budd“, in der ins Dionysisch-Rauschhafte steigert. Als die sich wie in einer „Seelenlandschaft“ die inneP r em i e r eN Cholera ausbricht, wird Venedig zu einem ren Gefühle und Konflikte der Protagonisten Sa 14.06.2014, 19.30 Uhr Ort des Todes. Am Strand sieht Aschenbach widerspiegeln, sowie die geisterhaftunheim↗ Opernhaus Düsseldorf Tadzio und seinen Freunden ein letztes Mal liche Atmosphäre des einsam gelegenen Fr 04.07.2014, 19.30 Uhr ↗ Theater Duisburg beim Spielen zu. Landsitzes Bly, die sich als subtiler HorrorThomas Manns Novelle fällt werkgetrip voller Unerbittlichkeit immer enger bis O p e r n h au s D ü s s e l do r f schichtlich genau in die Mitte einer tiefen zum tödlichen Ende zuzieht in „The Turn Mi 18.06., 19.30 Uhr | Fr 20.06., 19.30 Uhr | künstlerischen Krise, in die der Schriftsteller of the Screw“ –, so entführt uns „Death in So 22.06., 15.00 Uhr | So 29.06., 18.30 Uhr nach der Vollendung seines Romans „Die Venice“ in südlichere Gefilde. Doch BenjaBuddenbrooks“ gestürzt und die im Grunde min Brittens Venedig ist genauso wenig wie T h eate r D u i s b u r g erst mit der Veröffentlichung des „Zauberdas Venedig Thomas Manns jene herausgeSo 06.07., 18.30 Uhr bergs“ 1924 beendet war. Für ihren Charakputzte Serenissima, wie wir sie von Postkarter als Krisendokument spricht, dass Mann tenmotiven kennen, sondern vielmehr jener O p e r n we r k s tatt: offensichtlich an Gustav von Aschenbach morbide, dem Verfall ausgesetzte Ort, der D eat h i n V e n i c e literarische und essayistische Projekte abbereits im 19. Jahrhundert zu einem Topos Di 10.06., 18.00 Uhr trat, mit denen er in der Wirklichkeit nie der Vergänglichkeit alles Schönen geworden Eintritt frei fertig wurde. Allen plumpen, moralisierenwar. „Wer die Schönheit angeschaut mit Au↗ Opernhaus Düsseldorf den Deutungen stellte er sich dabei immer gen / Ist dem Tode schon anheim gegeben“ wieder vehement in den Weg und schrieb schrieb der Dichter August von Platen in

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B r i tte n -Z yk l u s 3: „T h e T u r n o f t h e S c r ew “ ( M i tte , r e c h t s auSSe n ) Ein Opern-Thriller: Geister- und Psychodrama

noch als fast Achtzigjähriger: „‚Pervers‘? Die Verfallenheit Aschen- von erzählenden und reflektierenden Passagen mit der konkreten bachs an den Knaben Tadzio ist mit diesem recht pfuscherischen Handlung und der Integration des Tanzes als wortlose, aber in der Wort nicht abzutun, denn sie ist nicht ordinäres Begehren, sondern Bewegung ebenso beredte Sprache niederschlägt. Dem Schriftsteller Aschenbach stellt Britten sechs geradezu mephistophelische Berauschtheit durch das Schöne.“ Gedacht als das vielleicht letzte große Geschenk an seinen Gegenspieler in einer Sänger-Gestalt gegenüber, die mal als ReisenLebensgefährten und wichtigen künstlerischen Partner Peter Pears, der, mal als ältlicher Geck, Gondoliere, Hotelmanager, Friseur oder dem er die Partie des Aschenbach geradezu auf den Leib schrieb, Straßensänger erscheint, um sich schließlich als Stimme des Gottes um – so der Komponist – „das Beste zu machen, das ich jemals Dionysos zu entlarven. Bilder innerer Gefangenheit und brennender Sehnsucht spiegeln sich in der labyrinthigeschaffen habe“, fand Britten in Manns schen Atmosphäre Venedigs mythenmächNovelle eines jener Motive wieder, das ihn M u s i ka l i s c h e Le i tu n g Lukas Beikircher I n s ze n i e r u n g Immo Karatig wider. Tadzio und seine Familie werden über sein gesamtes Schaffen hinweg immer man C h o r eog r a p h i e Fabian Posca dagegen von Tänzern interpretiert und so wieder faszinierte: jene so fragile Kategorie B ü h n e Kaspar Zwimpfer Ko s t ü me auf raffinierte Weise von der gesungenen der Unschuld. Nicht nur Peter Grimes’ UnNicola Reichert C h o r l e i tu n g Christoph Aktion getrennt. Mit einer sparsamen, aber schuld am Tod des Jungen kann bezweifelt Kurig D r amatu r g i e Sonja Westerbeck äußerst feinsinnigen Instrumentierung, in werden. Auch Captain Vere wird durch den der die nur vom Klavier begleiteten Selbstgutaussehenden Vortoppmann Billy Budd G u s tav vo n A s c h e n b a c h Raymond gespräche Aschenbachs in starkem Kontrast auf eine Weise in die Abgründe der Ambi­ Very D e r Re i s e n de Peter Savidge zu den lyrischen Ausbrüchen des Orchesvalenz von Schuld und Unschuld versetzt D i e St i mme A p o l l o s Yosemeh Adjei ters stehen, findet Britten zu einer bewegenwie in „Death in Venice“ der trockene Asket I n we i te r e n Sä n ge r - Pa r t i e n den Ausdruckstiefe. des Geistes Aschenbach durch den dionysiFlorian Simson, Attila Fodre, Torben Neben Mitgliedern aus dem Sängerenschen Blick Tadzios. Kinder sind in Brittens Jürgens, Alma Sadé, Cornel Frey, Hagar semble und dem Chor der Deutschen Oper Werken dabei nicht einfach „unschuldige Sharvit sowie Mitglieder des Chores der Deutschen Oper am Rhein am Rhein, Gasttänzern sowie den DüsselInstanzen oder Objekte des erwachsenen dorfer Symphonikern unter der Leitung von Blicks“, wie Norbert Abels feststellte, sonTä n ze r Tadz i o Denys Popovich* / Lukas Beikircher ist der amerikanische Tedern auch „dämonische Kräfte“, welche „die Jarod Rödel* J a s c h i u Talib Jordan* / nor Raymond Very, der in Düsseldorf beWelt der Großen fermentös zersetzen“. Nikolai Petrak* M utte r Bettina Fritsche reits als Captain Vere in „Billy Budd“ begeisFür Britten und seine Librettistin MyA mme Elodie Lavoignat terte, als Gustav von Aschenbach zu erleben. fanwy Piper stellte die Umsetzung der eher In der Siebenfachrolle des Reisenden ist der handlungsarmen Novelle in ein OpernlibretI n we i te r e n Tä n ze r - Pa r t i e n renommierte britische Bariton Peter Savidge to zunächst eine immense Herausforderung Victoria Wohlleber, Anna Maldonado, zu Gast, als Stimme des Apollo der Counterdar. Der berühmte Film von Luchino VisFranziska Angerer, Michael Kitzeder, tenor Yosemeh Adjei. Für die stummen Tänconti, der 1971 herausgekommen war, dienToralf Vetterick, Jochen Vogel zerrollen des Tadzio und des Jaschiu konnte ihnen bei der Arbeit an der Architektur ten vier Schüler der Staatlichen Ballettschule und Struktur des Librettos als Hilfestellung, Chor der Deutschen Oper am Rhein // Berlin gewonnen werden. —— darüber hinaus fanden sie aber zu einem Düsseldorfer Symphoniker Zugriff auf den Stoff von ganz eigener Qualität, die sich insbesondere in der Kons* Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin tellation der Figuren, der Durchmischung

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WAS M ACHT EIGENTLICH …

BE ATE OBERHOLT ZER

L EITERIN DES K ÜNST L ERISCHEN BETRIEBSBÜROS T E X T — Bernhard F. Loges  F O T O S — Sascha Kreklau

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Ein Sänger wird krank, muss die abendliche Vorstellung absagen, es muss schnell ein „Einspringer“ gefunden werden: Jetzt heißt es Ruhe bewahren, Besetzungslisten durchschauen, Telefonate tätigen, mit Agenturen verhandeln. Fast immer kann eine Lösung gefunden werden und die Vorstellung findet statt. Doch zu den Aufgaben der Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros – kurz: „KBB“ – und ihrer Mitarbeiter gehören nicht nur „Katastrophenmanagement“, sondern auch weitere Aufgaben, die den Ablauf des Theaterbetriebes gewährleisten.

Erste Sympathien für eine Position im Betriebsbüro hatte Beate Ober- man denkt immer kurz vorher: Was tue ich hier eigentlich? Dann hat holtzer bereits als junge Sängerin während des ersten Engagements man kurze Zeit extreme Angst, geht auf die Bühne und macht die im Opernstudio der Zürcher Oper. Dennoch entschied sie sich zu- Erfahrung, dass es trotzdem geht. Das habe ich mir mit ins Betriebsnächst für eine Sängerkarriere, „wohlwissend, dass das Sängerleben büro genommen. Bei wirklichen Katastrophen bleibe ich immer ruhig.“ Solche können kurzfristige Umbesetzungen sein. Wenn ein Sänein kurzes sein kann“, und war selbst überrascht, als eine 25-jährige Karriere folgte. Nach ihrer Hochzeit mit dem amerikanischen Bariton ger eine Vorstellung krankheitsbedingt absagen muss, schaut Beate William Oberholtzer entschied sie sich 1989, frei zu arbeiten, und gas- Oberholtzer zunächst, ob ein Ensemblekollege kurzfristig übernehmen kann. Sollte dieser nicht verfügbar sein, „funktioniert mein Gehirn tierte regelmäßig an zahlreichen Häusern. Nach ihren Rollen gefragt antwortet sie kurz und knapp: „Quiet- so, dass meistens schon ein paar Namen kommen“. In selbstangelegscheentchen“ – das heißt: Partien des lyrischen Koloraturfachs wie ten Akten sammelt sie regelmäßig die Premierenbesetzungen anderer Olympia in „Hoffmanns Erzählungen“, Blondchen („Die Entführung Häuser und weiß, wer die erforderlichen Partien gerade an welchen aus dem Serail“), Ännchen („Der Freischütz“) und immer wieder die Häusern singt. Außerdem überprüft sie in einer Online-Datenbank, zwitschernden Sopranpartien in diversen Operetten wie Hannchen welche Künstler noch verfügbar sind. Anschließend setzt sie sich mit den entsprechenden Agenturen in Verbindung. Die knappste Umbein „Der Vetter aus Dingsda“. Mit zahlreichen Gastengagements lief ihre Karriere sehr gut, doch setzung hatte Beate Oberholtzer, als an einem Feiertag eine Salome Beate Oberholtzer hatte sich immer die Frist gesetzt, ihre Bühnen­ gegen 17.00 Uhr mitteilte, dass sie ihre Stimme verloren hätte und laufbahn mit 45 Jahren zu beenden. Nebenbei überlegte sie, welche ­absagen müsste. Beate Oberholtzer erinnerte sich spontan an eine Aufgaben sie anschließend reizen würden. Sowohl die Arbeit in ei- ­Sängerin in Bielefeld, die glücklicherweise frei hatte und sich kurzner Künstleragentur als auch in einem Betriebsbüro interessierten fristig in den Zug setzen konnte, um 19.20 Uhr das Haus betrat und sie, „wobei ich allerdings von beidem nur recht nebulöse Vorstellun- um 19.30 Uhr für die erkrankte Kollegin von der Seite singen konnte, gen hatte“. Wie es am Theater so läuft, fand sich schneller als gedacht während diese spielte. Aus eigener Erfahrung weiß Beate Oberholtzer: eine Möglichkeit, diese Vorstellungen einem Realitätstest zu unter- „Einspringen ist eine Nerven- und Konzentrationssache. Man muss ziehen. Die Betriebsdirektorin des Theaters Bielefeld benötigte drin- sein Repertoire wirklich beherrschen, sich beim Lernen Zeit lassen, gend eine Assistentin, als ihre Mitarbeiterin in Mutterschutz ging. dann ist die Rolle jederzeit abrufbar – auch noch nach zehn Jahren.“ Jeden Morgen um 9.00 Uhr ist Beate Oberholtzer im Büro, Was als Schwangerschaftsvertretung für sechs Wochen angedacht abends oder am Wochenende hat sie ebenfalls war, sollte zu Beate Oberholtzers neuem Lehäufig Dienste. Mit ihrem Mann lebt sie in bensweg werden. Doch vorerst musste sie ins Düsseldorf und in einem kleinen gemütlichen kalte Wasser geworfen „erst einmal schwimDorf im Münsterland, wo sie jedes zweite men lernen“. Aus den geplanten sechs Wochen Wochenende, weit weg vom Alltag, den Kopf wurde bald ein ganzes Jahr. Glücklicherweifrei bekommen kann. Neben Umbesetzungen se gab es in Bielefeld eine Sekretärin, „die gehören noch zahlreiche weitere Aufgaben gute Seele des Betriebsbüros“, die ihr alles zum Künstlerischen Betriebsbüro: von der Erbeibrachte, was sie für ihren neuen Aufgabenstellung sämtlicher künstlerischer Dienstpläbereich wissen musste. ne über die Koordination der Proben mit Ist es ein Vorteil für eine Tätigkeit den technischen Abteilungen, die Organisaim Betriebsbüro, Sängerin gewesen zu sein? tion von Vorsingen, Genehmigung der Ur„Man merkt einfach bei Leuten, die auf der Beate O b e r h o ltze r laube, das Einpflegen der Besetzungen in das Bühne gestanden haben, dass sie ein andewar zunächst als lyrischer Koloratursopran Dispositions-Programm bis hin zu Vorbereires Verständnis für Stresssituationen haben.“ an zahlreichen Theatern in Europa engagiert. tungen für die nächste Spielzeit. Auch bei der Wie ging sie mit der neuen Form von Stress Nach 25 Bühnenjahren wechselte sie ins bürokratischen Arbeit gilt es, die Nerven zu um, die sie dann im Betriebsbüro erwartete, ­Betriebsbüro. Zunächst war sie als Mitarbeibehalten und kreativ zu sein: „08/15-Lösunplötzlichen Umbesetzungen und anderen Katerin der Betriebsdirektorin am Theater Biegen funktionieren nicht immer, man muss tastrophen im Vorstellungsbetrieb? „Ich bin lefeld engagiert, schließlich seit 2005/06 auch um die Ecke denken – ‚geht nicht‘ geht hoffnungsloser Optimist, immer der Überan der Deutschen Oper am Rhein. Hier ist nicht – jedenfalls nicht im Theater.“ —— zeugung, dass alles zu regeln ist. Vielleicht sie seit 2009 Leiterin des Künstlerischen Bekommt das von dem vielen Einspringen, denn triebsbüros. ——

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Alle Termine auf einen Blick 05.2014 — 10.2014 Mai 2014 ↗ O p e r n h au s D ü s s e l do r F

September 2014 ↗ T h eate r D u i s b u r g

↗ O p e r n h au s D ü s s e l do r F

Di 27

19.30 Tosca

15.00 An Ariadnes Faden

19.30 Orpheus Britannicus

Mi 28

19.30 Die Zauberflöte

18.00 Opernwerkstatt:

18.30 Ballett am Rhein – b.20

Do 29

18.00 Lohengrin

19.30 La traviata

Fr 30

19.30 Le nozze di Figaro

sa 31

* P

Sa 13

18.30 Die Zauberflöte

* FP

So 14

19.30 Die Zauberflöte

Sa 20

15.00 Die Zauberflöte

So 21

17.00 Opernwerkstatt:

Di 23

↗ O p e r n h au s D ü s s e l do r F

nicht schlafen wollte

↗ T h eate r D u i s b u r g So 01

18.00 Lohengrin

19.30 La traviata

Fr 06

20.00 Rosige Zeiten

Mi 24 *P

Sa 07

19.30 Die Zauberflöte

19.30 Tosca

So 08

20.00 Rosige Zeiten

19.30 Ariadne auf Naxos

18.30 Ballett am Rhein – b.20

Mo 09

18.00 Lohengrin

18.30 Die Zauberflöte

18.00 Opernwerkstatt:

Di 10

18.00 Opernwerkstatt:

11.00 Symphoniker im Foyer

19.30 La traviata

So 05

18.30 Gegen die Wand

Fr 13

19.30 INFINITA

18.00 Ballettwerkstatt: b.21

Di 07

Sa 14

19.30 Was ihr wollt

So 15

11.00 Profile-Konzert

19.30 Tosca

Do 09

* FP

Mi 08

18.00 Lohengrin

19.30 Ariadne auf Naxos

Fr 10

Mo 16

20.00 Rosige Zeiten

19.30 Die Zauberflöte

Sa 11

Di 17

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

15.00 Die Zauberflöte

So 12

19.30 Tosca

Di 14

*P

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer 20.00 Bestie Mensch

19.30 Ballett am Rhein – b.21

19.30 Death in Venice

Fr 20

19.30 Gegen die Wand

19.30 Le nozze di Figaro

SA 21

19.30 Don Giovanni

18.30 Ballett am Rhein – b.21

So 22

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

11.00 Vom Mädchen, das 

15.00 Gegen die Wand

Do 16

19.30 La traviata

Fr 17

19.30 Der fliegende

11.00 Symphoniker im Foyer

So 19

20.00 Rosige Zeiten

10.30 Vom Mädchen, das

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

20.00 Rosige Zeiten

19.30 Tosca

Mi 25

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

19.30 Die Zauberflöte

* WA

Mi 22 Do 23

nicht schlafen wollte Fr 24

20.00 Rosige Zeiten

sa 28

19.30 Ballett am Rhein – b.09 *WA

19.30 Ballett am Rhein – b.21

18.30 Death in Venice

s 0 29

18.30 Gegen die Wand

11.00 Vom Mädchen, das

Sa 25

19.30 Meisterklasse (maxhaus)

19.30 Der fliegende Holländer

18.30 Le nozze di Figaro Mo 27

↗ T h eate r D u i s b u r g Di 01

19.30 Ballett am Rhein – b.21

19.30 Othello

15.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

nicht schlafen wollte

11.00 Vom Mädchen, das nicht … 10.00 Belvedere: Finalrunde RSS

Di 28

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

Mi 29

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

Do 30

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

Fr 31

Mi 02

10.00 Belvedere: Finalrunde RSS

Do 03

19.30 Othello

19.30 La traviata 10.00 Belvedere: Finalrunde RSS

Fr 04

19.30 Death in Venice

19.30 Werther

Sa 05

19.30 Ballett am Rhein b.09

11.00 Vom Mädchen, das nicht …

So 06

19.30 Belvedere: Finalkonzert *S

*P

P Premiere  FP Freundeskreispremiere  Wa Wiederaufnahme  G Gala

18.30 Death in Venice

S Sonderveranstaltung  R s s Robert Schumann-Saal

24

* WA

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

11.00 Vom Mädchen, das nicht … 19.30 Le nozze di Figaro

* WA

So 26

18.30 Ariadne auf Naxos

Juli 2014

19.30 La traviata

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

Fr 27

↗ O p e r n h au s D ü s s e l do r F

15.00 Der fliegende Holländer

nicht schlafen wollte

19.30 Werther

10.00 Belvedere: Finalrunde RSS

* WA

Holländer

* FP

19.30 Gegen die Wand *G

18.30 Gegen die Wand

Sa 18

19.30 Die Zauberflöte *P

Di 24

nicht schlafen wollte

* P

19.30 La traviata

18.30 Die Csárdásfürstin

Vom Mädchen, das nicht...

19.30 Oper am Rhein für alle 

↗ T h eate r D u i s b u r g

Sa 04

15.00 Death in Venice

* S

Fr 03

15.00 Tosca

18.30 Ballett am Rhein – b.20

15.00 Tausendundeine Kultur

19.30 Ariadne auf Naxos

11.00 Zauberflöte für Kinder Foyer

*P

19.00 !SING – Day of Song

So 28

18.30 Die Zauberflöte

D 0 19

Sa 27

20.00 Rosige Zeiten

Mi 18

18.00 Vom Mädchen, das 

Fr 26

* P

19.30 Die Zauberflöte

*FP

18.30 Familienopernwerkstatt:

* WA

↗ O p e r n h au s D ü s s e l do r F

Gegen die Wand

20.00 Bestie Mensch 19.30 Death in Venice

* WA

Do 12

18.30 Ballett am Rhein – b.20 19.30 La traviata

19.30 La traviata

Oktober 2014

Death in Venice

*P

* WA

Do 25

19.30 Die Zauberflöte

19.30 Ballett am Rhein – b.20

19.30 Death in Venice

18.30 Gegen die Wand

Ariadne auf Naxos

18.30 Norma

19.30 Werther

Mi 10

Die Zauberflöte

19.30 Die Zauberflöte

18.30 Ballett am Rhein – b.20

Mi 11

↗ T h eate r D u i s b u r g

So 07

18.00 Vom Mädchen, das

Juni 2014

* S

Finale in Düs seldor f: B elvedere -We t tbewerb Drei Fragen an Chris toph Meyer Zum ersten Mal findet das Finale des renommierten Internationalen Hans Gabor Belvedere Wettbewerbs in Deutschland statt. Generalintendant Christoph Meyer, der in der ganzen Welt als Jur ymitglied gefrag t ist, ist es gelungen, die 33. Ausgabe des bis 2012 in Wien beheimateten Sängerwettstreits an den Rhein einzuladen.

Für wen sind Gesangswettbewerbe wichtig? Weltweit bekannte Wettbewerbe wie der „Belvedere“ sind für junge Sänger ein Karrieresprungbrett – eine unglaublich wichtige Chance, sich vor Fachleuten, Intendanten und Agenten zu präsentieren. Jeder Sänger hofft natürlich dabei entdeckt zu werden und gute Engagements zu bekommen. Uns Intendanten ist es sehr wichtig, ständig nach neuen Talenten zu suchen, um diese fördern und ein Stück auf ihrem Weg begleiten können – dies gehört zu einer meinen schönsten Aufgaben.

Saal vom 1. bis 4. Juli alle hören, morgens um zehn Uhr geht es los. Diese jungen Sänger haben sich in den weltweiten Vorrunden in über 50 Orten auf allen fünf Kontinenten qualifiziert und treten jetzt gegeneinander an: Das ist fast so spannend wie die Fußball-Welt­ meisterschaft! Weitere Informationen zum Belvedere-Wettbewerb 2014: www.belvedere-competition.com ——

Deshalb sind Wettbewerbe für uns wichtig: Wir hören neue Stimmen aus allen Ländern der Welt und haben in den Jurys gleichzeitig die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Kollegen, wobei alle auch insgeheim den Wunsch haben, dabei die neue Netrebko zu entdecken!

I n f o s u n d T i c ket s f ü r d i e F i n a l r u n de n i n D ü s s e l do r f Alle Tickets erhältlich in den Opernshops und unter www.operamrhein.de

Können Sie Beispiele für Ihre bisherigen Entdeckungen nennen? Von den vielen jungen Sängern, die wir seit 2009 für unser Opernstudio engagiert haben, habe ich einige bei Wettbewerben entdeckt, andere haben wir bei Vorsingen kennengelernt. Sieben der bislang 19 Absolventen haben wir in unser Ensemble übernommen, sieben weitere sind an anderen Theatern fest engagiert. Ein schönes Beispiel ist die slowakische Mezzosopranistin Judita Nagyová, die ich 2009 beim Belvedere-Wettbewerb in Wien gehört und direkt in unser Opern­ studio geholt habe. 2011 wurde sie ans Staatstheater Nürnberg engagiert und jetzt – zur Spielzeit 2014/15 – wechselt sie ins Ensemble der Oper Frankfurt.

E n d r u n de n & Sem i f i n a l s Di 01.07., Mi 02.07., Do 03.07. Fr 04.07.2014, jew. 10.00 Uhr bis nachmittags — Robert Schumann-Saal (Museum Kunstpalast) Tagesticket: 10,00 € p. P. / Tag FIN A L KO N Z E R T M I T D E N FIN A LIS T E N des Wettbewerbs M O D E R AT I O N Bo van der Meulen M U SI K A LISCH E L E I T U N G Axel Kober Duisburger Philharmoniker So 06.07.2014, 19.30 Uhr — Opernhaus Düsseldorf

Was empfehlen Sie den Opernbesuchern?

Kartenpreise: 20,00 / 30,00 €

Am besten sollten sie sich vom 1. bis 6. Juli frei nehmen, um alle Finalrunden und das Preisträgerkonzert mitzuerleben: 150 Finalisten kommen nach Düsseldorf, und wir werden im Robert Schumann-

Gefördert vom

25

SPIELZEIT 2014/15 – GENUSS IN SERIE Lieblingsplätze zum Sonderpreis: Buchen Sie jetzt Ihr Abonnement! Als Abonnent sind Sie ein besonderer Gast: Sie erleben einzigartige Abende in der Oper und im Ballett. Sie kennen unsere Ensemblemitglieder und ihre verschiedenen Rollen, sehen unsere Ballettcompagnie in unterschiedlichen Choreographien. Und mit unseren Premieren-Abos in Düsseldorf (Serie 21) und Duisburg (Serie P) etwa erleben Sie die ganz besondere Atmosphäre und Spannung, die bei der allerersten Vorstellung einer Neuproduktion in der Luft liegt – inklusive Premierenfeier im Foyer mit den Künstlern des Abends! Finden Sie jetzt Ihre persönliche Lieblings-Vorstellungskombination und wählen Sie aus zwischen unseren 19 verschiedenen Aboserien in Düsseldorf – vom festen Wochentagsabo übers Ballett-Abo bis zum kleinen Abo mit vier Terminen, die in jeden Terminplan passen, – und den 15 verschiedenen Serien in Duisburg – vom „reinen“ Opern- und Ballettabo über unsere Gemischten Abos gemeinsam mit dem Schauspiel Duisburg oder dem Klassik-Abo mit den Duisburger Philharmonikern. Unsere Abo-Teams beraten Sie gern bei der Entscheidung für Ihr neues Abo – Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten auf Seite 3 des Prospekts. Alle Infos finden Sie auch im Internet: www.operamrhein.de. Zwei ausgewählte Serien aus dem Düsseldorfer und Duisburger Programm stellen wir Ihnen hier vor:

Donnerstags in Düsseldorf

Wochentags in Duisburg

Ihr Opern- und Ballett-Tag ist Donnerstag? Mit der Serie 15 erleben Sie im Opernhaus Düsseldorf vier Neuproduktionen und drei Repertoire-Höhepunkte!

Vier Neuproduktionen, zwei Klassiker und ein Gutschein für eine Vorstellung nach Wahl – die Serie A im Theater Duisburg zeigt Ihnen die Vielfalt von Oper und Ballett!

Serie 15 Die Zauberflöte Do 25.09.14, 19.30 Uhr Tosca Do 23.10.14, 19.30 Uhr Ballett am Rhein – b.21 Do 27.11.14, 19.30 Uhr Ariadne auf Naxos Do 29.01.15, 19.30 Uhr Ballett am Rhein – b.23 Do 19.03.15, 19.30 Uhr Xerxes Do 30.04.15, 19.00 Uhr Der Rosenkavalier Do 04.06.15, 18.00 Uhr + eine Vorstellung nach Wahl

Serie A La traviata Mi 24.09.14, 19.30 Uhr Werther So 28.12.14, 18.30 Uhr Ballett am Rhein – b.22 Fr 30.01.15, 19.30 Uhr Aida So 12.04.15, 18.30 Uhr Un ballo in maschera Sa 30.05.15, 19.30 Uhr Die Zirkusprinzessin Mi 17.06.15, 19.30 Uhr + eine Vorstellung nach Wahl

Sitzplatzkategorie Preise

Sie lieben die Oper und das Ballett, planen Ihre Vorstellungsbesuche ganz individuell und möchten dabei sparen: Dann sind 8eroder 6er- Karten genau das Richtige für Sie! Mit den übertragbaren Gutscheinen unserer 8er- / 6er- und Junge 4er- Karten können Sie spontan an der Abendkasse oder langfristig im Vorverkauf die Lieblingsplätze für sich und Ihre Begleiter flexibel zusammenstellen – als Minigruppe, zu zweit oder mehrfach allein.

8er-Karte — für das Opernhaus Düsseldorf — 8 Gutscheine für 8 Eintrittskarten Ihrer Wahl * — in sechs Preiskategorien von 113,60 bis 378,00 € — auch für das Theater Duisburg einlösbar ** 6er-Karte — für das Theater Duisburg — 6 Gutscheine für 6 Eintrittskarten Ihrer Wahl * — in sechs Preiskategorien von 66,00 bis 198,00 € — auch für das Opernhaus Düsseldorf einlösbar ** Junge 4er-Karte

Sitzplatzkategorie Preise

A

324,00 €

A

189,00 €

B

268,00 €

B

168,00 €

C

240,00 €

C

154,00 €

D

204,00 €

D

126,00 €

E

168,00 €

E

98,00 €

F

132,00 €

F

84,00 €

G

84,00 €

G

56,00 €

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Ihr ganz persönlicher Spielplan: 8er- / 6er- und Junge 4er-Karten

— für alle Schüler, Studenten, Auszubildenden und Freiwilligen (BFD/FSJ) unter 28 Jahren *** — 4 Gutscheine zum Festpreis von 36,00 € — gültig im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg — einlösbar in allen Preiskategorien (außer A) Die 8er- / 6er- und Junge 4er-Karten verlängern sich nicht automatisch. * ** ***

Premieren, Sonderveranstaltungen, Silvester und Gastspiele ausgenommen Bei einer Differenz der Preiskategorie werden Sie ggf. besser platziert oder können aufzahlen. Den Berechtigungsausweis bitte bei jedem Vorstellungsbesuch unaufgefordert am Einlass vorzeigen.

Festliche italienische Operngala in Düsseldorf: „Oper am Rhein für alle“ mit José Cura, Emily Magee und Götz Alsmann an der Heinrich-Heine-Allee hautnah zu erleben sind. Übrigens: Abonnenten und Achterkarten-Inhaber erhalten 15% Ermäßigung beim Kartenkauf!

Bella Italia in Düsseldorf: Die große Gala „Oper am Rhein für alle“ am 27. Juni steht ganz im Zeichen der italienischen Oper. Im fest­ lichen Ambiente des Düsseldorfer Opernhauses erklingen die schöns­ ten Arien, Duette und Ensembles aus Rossinis „Il barbiere di Si­ viglia“, aus „Otello“ von Giuseppe Verdi, aus „Tosca“, „Manon Lescaut“ und „La fanciulla del West“ von Giacomo Puccini sowie aus Leoncavallos „Pagliacci“ und Catalanis „La Wally“. Die Sängerbesetzung hat Weltklasse: Als Stargäste kommen der argentinische Tenor José Cura und die amerikanische Sopranistin Emily Magee an den Rhein. Beide sind an den großen internationalen Opernhäusern von Chicago bis Mailand regelmäßig zu Gast. In Düsseldorf präsentieren sie neben mehreren großen Arien gemeinsam zwei berühmte Duette der italienischen Oper – als Otello und Desdemona (aus „Otello“) ebenso wie als Floria Tosca und Cavaradossi (aus „Tosca“) werden sie sicher für Begeisterungsstürme sorgen. Ein „Heimspiel“ wird die Gala für unsere Ensemble-Solisten Brigitta Kele, Maria Kataeva, Boris Statsenko und Bogdan Baciu sowie den Chor der Deutschen Oper am Rhein. Begleitet werden sie von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Generalmusik­ direktor Axel Kober. Mitten im Fußball-Weltmeisterschafts-Fieber dieses Sommers bietet die Operngala eine wunderbare Gelegenheit, mit der eventuell vernachlässigten Damenwelt in eleganter Abendrobe klassisch auszugehen: Der Begrüßungs-Prosecco ist für alle Gäste des Opernhauses im Eintrittspreis bereits enthalten. Auf dem roten Teppich wird italienisch-prickelnde Vorfreude auf dieses Fest der schönen Stimmen spürbar sein. Fußballbegeisterte Musikliebhaber verpassen an diesem Abend nichts: Der 27. Juni ist als Vorabend des Achtelfinales ein spielfreier Tag bei der WM in Brasilien. Sportlich wird „Oper am Rhein für alle“ für den u. a. als „Zimmer frei!“-Gastgeber (WDR) bekannten Moderator Götz Alsmann: Er tritt abwechselnd auf der Bühne des Opernhauses und beim Opern-Public-Viewing auf dem Düsseldorfer Burgplatz auf, während die Gesangsstars, der Opernchor, die Philharmoniker und Axel Kober exklusiv im Opernhaus

„Oper am Rhein für alle“ ist die diesjährige Gala des Freundeskreises der Deutschen Oper am Rhein e. V.: Seit vielen Jahren ermöglicht der Freundeskreis mit seiner Unterstützung das Engagement international renommierter Gäste für einen besonderen Sommerabend im Opernhaus. In der kommenden Saison findet die Gala des Freundeskreises am Freitag, 12. Juni 2015, um 19.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf statt. Programm und Mitwirkende werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. ——

O P E R A M RH E IN FÜR A LL E Fr 27. Juni 2014, 19.30 Uhr Gala im Opernhaus Düsseldorf inkl. Begrüßungsgetränk: 49,00–175,00 € Public Viewing auf dem Burgplatz Düsseldorf: Eintritt frei

M u s i ka l i s c h e Le i tu n g Axel Kober M ode r at i o n Götz Alsmann s ta r gä s te Emily Magee, José Cura s o l i s te n de r deut s c h e n o p e r am r h e i n Brigitta Kele, Maria Kataeva, Boris Statsenko, Bogdan Baciu Chor der Deutschen Oper am Rhein Duisburger Philharmoniker

M I T A U D I G E W INN E N Audi verlost 3 x 2 Gala-Karten inklusive VIP Shuttle und Galamenü. Vom 6. bis 17. Juni können Sie über unsere Internetseite www.operamrhein.de am Gewinnspiel teilnehmen – viel Glück!

27

Festspielsommer mit GMD Axel Kober

Kennen Sie dieses Bühnenbild? Mitspielen und gewinnen: In unserem Bilderrätsel verlosen wir diesmal 5 x 2 Karten für eine Aufführung dieser Oper im September. Senden Sie Ihre Lösung bitte an: Deutsche Oper am Rhein // Kommunikation // Heinrich-Heine-Allee 16a // 40213 Düsseldorf // kommunikation@operamrhein.de – Einsendeschluss: 07.07.2014. Im letzten Heft war übrigens die Rückseite der „Don Giovanni“-Kulisse abgebildet, die in Kooperation mit der Tokyo Nikikai Opera Foundation entstand. ——

Feiern Sie mit uns den Saisonstart! In Düsseldorf beginnt die neue Spielzeit am 7. September mit dem Theaterfest: Das Motto ­liefert Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“, die am 27. September Premiere feiert. An Ariadnes Faden führen wir Sie zuerst an einige Orte in der Altstadt, ehe um 15.00 Uhr die Türen des Opernhauses öffnen. Erleben Sie u.a. mit dem Ballett am Rhein einen ersten Eindruck von Terence Kohlers neuem Stück „ONE“ und den Pas de deux „Quartz“ von Martin Schläpfer. Der Abschluss des Tages ist ein Querschnitt aus Mozarts „Zauberflöte“. In Duisburg überraschen wir Sie am 28. September mit „Tausendundeiner Kultur“: Während der Vorbereitungen zu Ludger Vollmers deutsch-türkischer Oper „Gegen die Wand“ entstanden enge Kontakte zu Duisburger Ensembles, die wir einladen, mit uns gemeinsam diesen Theatertag zu gestalten. Ausklang und Höhepunkt ist das abendliche Konzert mit einer musikalischen Reise: Hören und erleben Sie, wie die Musik verschiedener Epochen und Kulturen wirkt, von Mozart bis heute. ——

Nach seinem erfolgreichen Debüt auf dem „Grünen Hügel“ 2013 wird Axel Kober erstmals die Bayreuther Festspiele eröffnen: Richard Wagners „Tannhäuser“ steht vom 25. Juli bis zum 28. August sechs Mal auf dem Spielplan. Zur Festspiel-Eröffnung wird wie in jedem Jahr viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien erwartet. In den Wochen vor diesem wichtigen Gastspiel dirigiert Axel Kober eine Reihe her­ ausragender Konzerte und Aufführungen in Düsseldorf und Duisburg: Nach der Duisburger Premiere des „Lohengrin“ am 24. Mai leitet Kober das 11. Philharmo­ nische Konzert im Theater am Marientor am 4. und 5. Juni. Die Duisburger Phil­ harmoniker spielen Blachers „Paganini-Vari­ ationen“, Jongens „Suite für Viola und Or­ chester“ und Rotts „Sinfonie Nr. 1 E-Dur“. In Düsseldorf steht Axel Kober am 27. Juni am Pult der vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein mitveranstalteten Gala „Oper am Rhein für alle“: José Cura und Emily Magee sind die Stargäste des Abends, den Götz Alsmann moderiert. Und auch den letzten Abend dieser Saison dirigiert der GMD persönlich: Am 6. Juli stellen sich die Finalisten des Internationalen Hans Gabor Belvedere Wettbewerbs im Opernhaus Düsseldorf mit ihren schönsten Arien vor. ——

A xe l Ko b e r s Somme r te r m i n e Lo h e n g r i n 24.05. / 29.05. / 01.06. / 09. 06. / 15.06. ↗ Theater Duisburg D i e Z au b e r f l ö te 28.05. / 07.06. / 12.06. ↗ Theater Duisburg 11. P h i l h a r mo n i s c h e s Ko n ze r t 04.06. / 05.06. ↗ Theater am Marientor G A L A : O p e r am R h e i n f ü r a l l e 27.06. ↗ Opernhaus Düsseldorf / Burgplatz

A n A r i ad n e s Fade n Theaterfest in Düsseldorf, So 07.09., ab 15.00 Uhr – ↗ Opernhaus Düsseldorf

Be lvede r e: F i n a l ko n ze r t

Tau s e n du n de i n e K u ltu r

06.07. ↗ Opernhaus Düsseldorf Bay r eut h e r Fe s t s p i e l e

Theater Duisburg für alle, So 28.09., ab 15.00 Uhr – ↗ Theater Duisburg

Tannhäuser 25.07. / 02.08. / 12.08. / 18.08. / 21.08. / 28.08. ↗ Festspielhaus

An beiden Tagen ist der Eintritt frei!

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wdr3.de

Werbebotschaft auf vier Rädern: Zwei neue Fahrzeuge, 53 neue Partner

Kulturpartner Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg

Wir freuen uns über zwei neue „Opern-Mobile“, die uns dank der großzügigen Unterstützung von 53 regionalen Unternehmen bereit­ gestellt wurden und jetzt für die Düsseldorfer Kostümabteilung und das Produktionszentrum in Duisburg-Wanheimerort im Einsatz sind. Die beiden VW-Caddys sind täglich unterwegs: Kostbare Kostüme werden behutsam zwischen den Werk- und Spielstätten transportiert, und die Kollegen der verschiedenen Werkstätten – Schreiner, Schlosser, Maler, Plastiker und Dekorateure ­– sind für Transportfahrten mit Werkzeugen und Materialien bestens ausgestattet. Seit 1999 sind solche über Werbepartner finanzierte Fahrzeuge bei der Deutschen Oper am Rhein im Einsatz. Wir sind glücklich über die zahlreichen Geschäftsleute, die uns seitdem unterstützen. Der persönliche Kontakt zu unseren Mobil-Sponsoren ist uns wichtig: Als Dankeschön und zum gegenseitigen Kennenlernen laden wir sie zu einem gemeinsamen Opernbesuch ein und präsentieren ihnen bei dieser Gelegenheit die neuen Fahrzeuge. Zu unserem Fuhrpark gehören aktuell sechs „Opern-Mobile“, vom PKW bis zum Kleintransporter mit Hebebühne. Die unterschiedlich großen Werbeflächen, auf ­denen zwischen 20 und 30 Unternehmen pro Fahrzeug ihr Werbemotiv platzieren können, werden jeweils für einen Zeitraum von fünf Jahren vermietet. Gerade im innerstädtischen Verkehr erzeugen unsere „Opern-Mobile“ große Aufmerksamkeit und bieten eine ideale Mög­ lichkeit, um öffentlichkeitswirksam auf Dienstleistungen, Produkte, Geschäfte, Restaurants, Anwaltskanzleien und vieles mehr hinzuweisen. Schon im Oktober erhalten wir den nächsten PKW – als Botenfahrzeug wird er für die Poststelle in Düsseldorf, Duisburg und Umgebung auf den Straßen zu sehen sein. Im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein akquiriert die Firma Mobil Sport- und Öffentlichkeitswerbung die Werbepartner für neue Fahrzeuge, www.mobil-werbung.com. Wenn Sie uns unterstützen möchten, wenden Sie sich gern auch direkt an die Deutsche Oper am Rhein: Stefani Schmoll, Kommunikation & Fundraising, Tel. 0211 . 89 25-493, s.schmoll@operamrhein.de. ——

Ihr Radio für beste Musik und aktuelle Kultur In Düsseldorf und Duisburg auf

© Foto Frank Schemmann

MHz

95,1

wdr 3. Aus Lust am Hören.

Impressum He r au s ge b e r Deutsche Oper am Rhein Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg gGmbH G e n e r a l i n te n da n t Prof. Christoph Meyer G e s c h ä f t s f ü h r e n de r D i r ekto r Jochen Grote Redakt i o n & T exte Dr. Hella Bartnig, Dr. Eva Hölter, Heide Koch, Dr. Bernhard F. Loges, Anne do Paço, Katrin Schmidt

Zur Premiere „Death in Venice“ Hommage an Benjamin Britten

A n ze i ge n b et r euu n g Stefani Schmoll V E R A N T W O R T LICH

Im Rahmen der Premiere von Benjamin Brittens „Death in Venice“ am 14. Juni ist der britische Komponist Anlass für zwei Foyer-Konzerte im Düsseldorfer Opernhaus: In einem Liederabend präsentiert Ensemblemitglied Cornel Frey, begleitet von Christoph Stöcker am Klavier, am 28. Mai Werke des britischen Komponisten. Die „Symphoniker im Foyer“-Matinee am 15. Juni entwirft dagegen mit Kammermusik und Liedern von Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams ein Bild der britischen Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts. Benjamin Britten (1913 –1976) wurde spätestens nach dem sensationellen Erfolg der Uraufführung von „Peter Grimes“ 1945 in seiner Heimat als „Orpheus Britannicus“ gefeiert. Britten sah sich selbst in einer großen musikalischen Tradition, die sich nicht zuletzt in seiner Verehrung für Henry Purcell ausdrückte. Im Zentrum des Liederabends von Tenor Cornel Frey stehen Brittens Liedzyklus „On this Island“ und seine „Folksongs from the British Isles“ sowie Henry Purcells „Songs from Orpheus Britannicus“ in Brittens Arrangement. Eingerahmt wird das Programm durch William Crofts (1678 –1727) „Hymn on Divine Musick“ – ebenfalls in Brittens Bearbeitung – und den Liedzyklus „On Wenlock Edge“ seines Landsmanns Ralph Vaughan Williams. Ralph Vaughan Williams, der im Zentrum der ersten Konzerthälfte der „Symphoniker im Foyer“ steht, zählte zu den beherrschenden Lehrerfiguren des Londoner Royal College of Music, als Britten dort 1930 sein Musikstudium aufnahm. Die beiden erklingenden Werke führen uns in die Frühphase seines Schaffens: Mit seinen „Songs of Travel“ schrieb er zwischen 1901 und 1904 eine Art „Englische Winterreise“ auf Gedichte des „Schatzinsel“-Autors Stevenson. Sein expressives, spätromantisches Klavierquintett aus dem Jahre 1903 ist bis heute eine RepertoireRarität. Als „geisterhaftes Zeug“ bezeichnete Edward Elgar den 1. Satz seines Klavierquintetts, den er im Januar 1919 vollendete. Elgar, der durch Oratorien, Sinfonien und Märsche zum Repräsentanten des British Empire avanciert war, hatte sich während des Ersten Weltkriegs immer mehr zurückgezogen und begann die kleinen Formen Violinsonate, Streichquartett und Klavierquintett auszuloten – Kompositionen, die wie Rück-Erinnerungen an große Emotionen in einer stilleren, friedlichen Zeit wirken. —— L i ede r a b e n d

Sym p h o n i ke r i m Foye r

O r p h eu s B r i ta n n i c u s

Z u r P r em i e r e „ D eat h i n V e n i c e “

William Croft: A Hymn on Divine Musick

Ralph Vaughan Williams: Klavierquintett c-Moll

(arr. Benjamin Britten)

Ralph Vaughan Williams: Songs of Travel auf

Henry Purcell: Songs from Orpheus Britannicus

Gedichte von Robert Louis Stevenson

(arr. Benjamin Britten)

Edward Elgar: Klavierquintett a-Moll op. 84

Benjamin Britten: On this Island op. 11

M I T David Jerusalem, Bass; Franziska Früh,

Folksongs from the British Isles

Violine; Christian Paul Suvaiala, Violine;

(arr. Benjamin Britten)

Gabriel Bala, Viola; Nikolaus Trieb, Violoncello;

Ralph Vaughan Williams: On Wenlock Edge

Vlado Zatko, Kontrabass; Thomas Hell, Klavier;

M I T Cornel Frey, Tenor; Christoph Stöcker, Klavier

Matthew Ottenlips, Klavier

Mi 28.05.2014, 19.30 Uhr

So 15.06.2014, 11.00 Uhr

↗ Opernhaus Düsseldorf, Foyer

↗ Opernhaus Düsseldorf, Foyer

Eintrittspreise: 10,00 / erm. 5,80 €

Eintrittspreise: 10,00 / erm. 5,80 €

30

Heide Koch T I T E LBIL D Gegen die Wand – Şirin Kiliç (Sibel), Günes Gürle (Cahin). Foto: Hans Jörg Michel FOTOS Susanne Diesner (Seite 3 Spielzeitheft), Paul Esser (Seite 30), Axel Fuhrmann (Seite 4/5), Thomas Jürgens / atelier rosalie (Seite 8/9), Sascha Kreklau (Seite 10, 14/15, 18, 19, 22, 23, 28 unten, 29), Hans Jörg Michel (Titel, Seite 6, 20, 21), Thomas Müller (Seite 8/9), Enrico Nawrath (Seite 28 oben rechts), Tomas Rodriguez (Seite 27 rechts), Gert Weigelt (Seite 11, 13, 16), Stephan Wieland (Seite 3 Gruppenbild, 25) Urheber, die nicht zu erreichen waren, werden zwecks nachträglichem Rechtsabgleich um Nachricht gebeten. Co r p o r ate D e s i g n u n d G e s ta ltu n g Markwald Neusitzer Identity / www.mnidentity.de L i t h og r a p h i e u n d D r u c k druckservice duisburg medienfabrik GmbH & Co. KG 15. Mai 2014, Änderungen vorbehalten!

Sponsor der Deutschen Oper am Rhein und des Balletts am Rhein

Offizieller Automobilpartner

Kulturpartner

infOs & k arten

↗ Düsseldorf: Tel. + 49 (0) 211. 89 25 - 211

gener alintenDant

Christoph Meyer

↗ Duisburg: Tel. + 49 (0) 203 . 940 77 77

gener almusikDirek tOr

o p E r

Axel Kober

&

www.operamrhein.de

Ballet tDirektOr & chefchOreOgr aph

Martin Schläpfer

B A l l E t t

spielZeit 2014/15 — Deutsche Oper am rhein – premieren

Ballet t am rhein – premieren

W. A . M o z A rt

J u l E S M AS SE n E t

b.21

b.23

— ML: Beikircher / Altstaedt // I: Rechi — 06.12.2014 ↗ Theater Duisburg 29.03.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf (WA)

GEORGE BALANCHINE serenaDe HANs vAN MANEN urauffÜhrung TERENCE KOHLER One UraUfführUng — 17.10.2014 ↗ Opernhaus Düsseldorf

MARTIN sCHLäpfER jOhannes Brahms – sYmphOnie nr. 2 BRIGITTA LUIsA MERKI … aDÓnDe Vas, siguiriYa? caprichO flamencO UraUfführUng MATs EK rättika DeUtsChe erstaUfführUng — 14.03.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf

Die ZauBerflöte

— ML: Piollet / Kober // I: Kosky & „1927“ — 13.09.2014 ↗ Opernhaus Düsseldorf 17.12.2014 ↗ Theater Duisburg (WA) r ic hA r d St r Au S S

ariaDne auf naxOs

— ML: Kober // I: Hilsdorf — 27.09.2014 ↗ Opernhaus Düsseldorf

Werther

G A E tA n o d on i z E t t i

l’ elisir D’ amOre

— ML: Beikircher // I: Rechi — 30.01.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf Jör n A r n E c K E

E M M E r ic h K á l M á n

Die ZirkusprinZessin

— ML: Koloseus // I: Köpplinger — 08.11.2014 ↗ Theater Duisburg

U r aU f f ü h r U n g / aU f t r ag s ko m p o s i t i o n für jUnges pUblikUm ab 8 jahren

G i u SE p p E V E r di

ML: Beikircher / Stöcker // I: Schmid — 26.02.2015 ↗ Theater Duisburg 26.03.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf

— ML: Kober // I: Himmelmann — 28.11.2014 ↗ Opernhaus Düsseldorf 29.03.2015 ↗ Theater Duisburg

Der feurige engel

aiDa Foto: Hans Jörg Michel / Design: Markwald Neusitzer Identity

rOnja räuBertOchter

SE rG E J p roKof J E W

ML: Chien // I: Karaman — 13.06.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf

b.22 MARTIN sCHLäpfER VerWunDert seYn – Zu sehn UraUfführUng JEROME ROBBINs mOVes a Ballet in silence MARTIN sCHLäpfER ein WalD, ein see — 23.01.2015 ↗ Theater Duisburg 22.05.2015 ↗ Opernhaus Düsseldorf

b.24 YOUNG sOON HUE illusiOn UraUfführUng MARCO GOECKE lOnesOme geOrge UraUfführUng AMANDA MILLER VOices BOrrOWeD UraUfführUng — 08.05.2015 ↗ Theater Duisburg

Oper am rhein für alle

FEsTliCHE Gala im OpErNHaUs StargäSte: emily magee, JoSé Cura moderation: götz alSmann muSikaliSChe leitung: axel kober SoliSten: brigitta kele, maria kataeva, boriS StatSenko, bogdan baCiu Chor der deutSChen oper am rhein duiSburger philharmoniker

Fr 27. Juni 2014, 19.30 uhr opernhauS düSSeldorF — m i t p u b l ic V i e w i n g au f de m bu rg p l at z

p r äse n t i e rt VOm f r e u n de sk r e i s de r de u t s c h e n Op e r a m r h e i n e . V.

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Prospekt // Das Magazin der Deutschen Oper am Rhein // Heft 3