Fazit 170

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Erfolg braucht Führung

Managementserie

Selbstführung in der Krise Ayurvedische Prinzipien für unseren Alltag

Ein Gespräch von Carola Payer mit der Leiterin der Praxis für Kalari-Ayurveda, Michaela Zettl

Fotos: Marija Kanizaj, Archiv (3)

Dr. Carola Payer betreibt in Graz die »Payer und Partner Coaching Company«. Sie ist Businesscoach, Unternehmensberaterin und Autorin. payerundpartner.at

48 /// FAZIT MÄRZ 2021

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er plötzliche »Einfall« des Coronavirus in unser Leben war für das letzte Jahr sehr fordernd. Die Panik, sich anzustecken und krank zu werden, Menschen und den Job zu verlieren, erzeugt Ängste. Lockdowns, die das gewohnte Leben komplett umkrempeln und keine Planbarkeit zulassen, verursachen Unsicherheit, Stress, Ärger und Aggression. Viel Zeit im eigenen Heim zu verbringen, führt manchmal auch zu schlechten Essgewohnheiten, überhöhtem Medienkonsum und dem Konfrontiertsein mit Konflikten. Ein Zustand, der dazu beigetragen hat, dass auch manche Menschen in die Hände von Michael Zettl gelangt sind. Die Masseurin und Spezialistin für Kalari-Ayurveda ist bei ihren Reisen in Asien und Indien und den Studien von Tibetisch und Sanskrit mit dem alten Wissen der Heilkunst des Ayurveda in Berührung gekommen. Ayurveda ist das Wissen vom Leben. Es ist ein ganzheitliches, Jahrtausende altes Gesundheitssystem, das den Menschen in seiner Einzigartigkeit und Ganzheit wahrnimmt, im Sinne von Körper, Geist und Seele. Michaela Zettl: »Es geht nicht um einen Muskel oder um ein Organ. Es spielt immer alles zusammen: körperlich, energetisch, emotional, mental und geistig.« Ayurvedische Heilkunst zur Stressbekämpfung Michaela Zettl: »Ayurveda hat effiziente Ansätze, um mit gesundheitlichen Folgen der Krise, wie Schlafstörungen, Überlastung, Erschöpfung, Stress, Verspannungen, Schmerzen des Bewegungsapparates, Übergewicht usw. zurecht zu kommen. Die ayurvedischen Ansätze gehen von vielen kleinen Routinen, die wir im Alltag integrieren können, bis hin zu geführten Ayurveda-Kuren. Diese sind nicht nur im Rahmen einer Auszeit im Hotel durchführbar, sondern auch als ambulante Kurz-Kuren mit hoher Effektivität. Dies ist in der COVID-Krise, wo auch der Zugang zu Hotels nicht gegeben ist, eine gute Möglichkeit, sich zu stabilisieren.« Ambulante Kur zur Stabilisierung Michaela Zettl erklärt, inwieweit eine Ayurvedakur einerseits stärkt, mit den körperlichen, geistigen und seelischen Auswirkung der Krise umzugehen, und andererseits auch das Immunsystem kräftigt: »Sinn und Zweck einer ayurvedischen Reinigungskur ist es, mittels adäquater Behandlungen, ayurvedischer Ernährung, Heilpflanzen, Körperübungen und Meditation die Energiebahnen von Blockaden, Stoffwechselschlacken und Toxinen zu befreien. Gleichzeitig werden durch spezielle Massagen und Anwendungen mit medizinierten Kräuterölen die Selbstheilungskräfte angeregt und somit eine nachhaltige Regeneration eingeleitet. Der Organismus beginnt sich nach spätestens drei Behandlungstagen, auf eine neue Körper- und Sinneswahrnehmung umzustellen. Bei körperlichen, psychischen und geistigen Belastungen kann dadurch eine deutliche Verbesserung erzielt werden, innere Balance und Kraft stellen sich wieder ein und das Immunsystem wird gestärkt.«

Ayurveda im Alltag: Rhythmus, Routinen, Ruhe Die ayurvedische Philosophie bringt auch Anregungen, wie man eigenverantwortlich dazu beitragen kann, in der Krise ausgeglichener und fitter zu werden. Michaela Zettl: »Besonders wesentlich ist in instabilen Zeiten die Tagesstruktur. Man sollte seinen Rhythmus und fixe Zeiten für Schlafen, Essen und Bewegung einhalten. Empfehlenswert sind auch die täglichen ayurvedische


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