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Ausgabe September 2016

O‘zapft ischs

Historisches

Bierfest

Eine uralte Sorte wiederentdeckt

Der Kloster-

Hopfen

Der Seniorchef ganz persönlich...

Rolf Baader Pilgern zum Bussen

Ausflugstipp

Die Zwiefalter

Klosterbräu-

Festspiele


LUST AUF OFFENE OBERGÄRUNG?

on v d r ga e d il H r te s e w ch chon S S . ch is fr r ge n lä s e t häl sM as d , ge r o S r ü af d t köstliches Aroma und h ac it And m t ag r T . s e s h äc w e G tu s n o te r k e r w Ve s n te e af k h r n e e m s e b is s w e ge s die durch ch u e gt u e z r e b ü d n u n e misch t sie r ge la d n u n e lg ga is E stetes Umrühren gut ver m e unser s au is E n o v fe il H it i m e z B r ü n e h W ic gl ie ü d z lt r h o ü v K m . u e ch bräus z e G s e d g n lu d an W ie tig z te s t it r ch ts r o F n e d m es Klosterkellers ein. D u , Sinne le al t e tz u N . ck li b it e g r e W m n e im ß r o ie gr n e B in e m e d d n t u e n s be arum las D . n e ab h e il e W l il w ing utat. E Z te gs ti h ic w e r e s n u es Gelingen. Gut D n fe und Hop te s r e G , r e s as w au es r t ll ü F B . n te e b äs e n t G is d n it e u Z r e d ie ü d e Br r e s n u r fü m h e n ge s e t t, is Tra ie d t r ah w e B . e k ensten unter euch munde än ch s loster K ie d in ie s ft af ch s r e v ch u nd e u ie " e d r , r ta r te o is p e x m au "E r l ge B ie S er und d ü r B ie d an r e it e w sen n im U e ch s n e M ie d t s s lten und gebt euer Wis la d n unst u k au r B r e r u e g n lu k stets an der Fortentwic

n e z i e w r U DUNKEL, NA TURTRÜB


Braukunst ist,

was wir sind!

W

ir brauen, gären, lagern und füllen sämtliche Bierspezialitäten in unserer traditionsreichen Privatbrauerei gegenüber der ehemaligen Klosteranlage. Das deutsche Reinheitsgebot von 1516 und die Einflüsse der Benediktiner stellen die Basis unserer Braukunst dar. Hierzu kommen viele bis ins kleinste Detail definierte selbst auferlegte Qua- aus. Besondere Kriterien sind zudem ein schonendes litätsgebote, die den besonderen Geschmack unserer und ursprüngliches Brauverfahren und die 8-wöchige Reifezeit sämtlicher Bierspezialitäten. Biere unterstreichen.

Mit unserem neuen Magazin wollen wir Ihnen zweimal im Jahr tiefe Einblicke in Themen rund um unsere handwerkliche Braukunst geben. Worin liegen die brautechnischen Unterschiede, was zeichnet eine regionale Privatbrauerei aus, wie prägt unsere Braukunst die Region, welche Personen und Persönlichkeiten stehen hierfür, weshalb riechen und schmecken unsere Biere besser als die industrielle Masse und brauen auch wir "Craftbeer"?

Unser Handeln baut seit Generationen auf traditionelle Werte wie Vertrauen, Loyalität und Ehrlichkeit auf. Sämtliche Lieferanten kommen aus der Region – „Fair Trade“ (faires Handeln) steht als Synonym für unsere Privatbrauerei. Der Mensch steht bei uns in allen Bereichen als wichtigster Faktor im Vordergrund. Die Tür in meinem Büro steht beispielsweise für jedes Anliegen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter offen und wir pflegen brauereiintern und mit unseren Kunden und Partnern ein sehr familiäres Verhältnis. Wir förDer Name "Craftbeer" stammt ursprünglich aus den dern darüber hinaus nachhaltig unsere schwäbische USA und bedeutet übersetzt handwerklich gebrau- Heimat in den Bereichen Natur, Kultur, Sport, gastrotes Bier. Die unabhängigen Brauereien wollten dort nomischer Vielfalt und Vereinsleben. bewusst ein Zeichen gegen die kommerziellen Einheitsbiere des heute weltweit größten Braukonzerns, Ich freue mich wenn unser Magazin „Braukunst“ dazu Anheuser-Busch InBev, mit Biermarken wie Budwei- beiträgt, dass Sie das schwäbische Kulturgut Bier mit ser, Corona oder hierzulande Beck's und Franziskaner neuen Sinnen entdecken. Auf die regionale Brausetzen. kunst in Zwiefalten und ein Wiedersehen auf unserem Historischen Bierfest vom 23. bis 26. September. Prost! Unsere Biere überzeugen durch Geschmack, Reinheit aber vor allem auch durch die Wahl der Rohstoffe. Kristallklares Brauwasser aus dem eigenen Klosterbrunnen, ausgewählte Gersten- und Weizenmalze nach Vorgabe strengster Anbaukriterien aus dem Ihr Peter Baader Biosphärengebiet Schwäbsche Alb und eine wieder Geschäftsführer in sechster Familiengeneration entdeckte alte Hopfensorte zeichnen die Zutatenliste

BRAUKUNST  3


Inhalt Spezial

10 500 Jahre Reinheitsgebot

26 Die Zwiefalter Klosterbräu

Festspiele Die Veranstaltung im September ist ein audio

visuelles Erlebnis der Extraklasse: 160 Darsteller in originalgetreuen Kostümen erwecken die fast 500jährige Geschichte unserer Brauerei zum Leben. Alles zu den Festspielen und Interviews mit den Machern vor und hinter den Kulissen.

22 Historisches Bierfest in

Zwiefalten Vier Tage feiern im Zeichen der Braukunst 42 Küchenfest im Esszimmer Walking Dinner in Mittelbiberach

Aus unserer Brauerei 06 Gutes bleibt

Aktuell

08 Der Kloster-Hopfen

Eine uralte Sorte, wiederentdeckt

08

06

4 BRAUKUNST

Die Erfolgsgeschichte der deutschen Bierkultur

Was unsere Brauerei ausmacht

16 Wir sind Zwiefalter Klosterbräu Die Menschen hinter dem Bier

10

20


Ausgabe September  2016

20 Portrait Rolf Baader

36 Fangesang

Unser Seniorchef ganz persönlich

41 Zwiefalter Naturfonds-

Wettbewerb Wir fördern Umweltprojekte in der Region

Schwäbische Alb-Schorle mit neuer Sorte

38 Ausgehen

Angesagte Clubs und Bars

43 Auf ein Wort

Essen und Trinken in der Region

Mit Rainer Seiz, Friedrich Seiz GmbH

44 Vorschau, Impressum

32 Ausflugstipp

40 Kurz & Knapp

12 Eingekehrt

15 Vorgestellt

Rubriken

Thema: Handball-Bundesliga

Der Bussen – Heiliger Berg Oberschwabens

34 Eingecheckt

Urlaub bei Willi Wolf in der Blockhütte

16

22

26

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34

BRAUKUNST  5


Gutes bleibt!

Zwiefalter Klosterbräu Seit 1521 wird in Zwiefalten ein ganz besonderes Bier gebraut. Die Mönche des Benediktinerordens wählten diesen Ort am Fuße der Schwäbischen Alb als Sitz für ihre Abtei. Doch sie bauten hier nicht nur eine der schönsten Klosteranlagen weit und breit, sondern begründeten auch die jahrhundertealte Zwiefalter Kunst des Bierbrauens, die bis heute andauert.

D

ie Benediktiner gehörten zu den größten Experten in Sachen Gerstensaft. Sie verfeinerten den Biergeschmack, denn dadurch konnten Sie die harten Einschränkungen der Fastenzeit umgehen:„Was flüssig ist, bricht das Fasten nicht“, lautete der Grundsatz. Bald war das köstliche Zwiefalter Bier weit über die Klostermauern

hinaus bekannt und die Mönche brauten nicht mehr nur für den Eigenbedarf. Reisende kehrten gerne auf ein frisches Klosterbier ein. Auch heute, fast 500 Jahre nach der Gründung, steht Zwiefalter Klosterbräu als familiengeführte Privatbrauerei für Bierspezialitäten in bester klösterlicher Tradition. Heimische Rohstoffe, ehrliches Brauhandwerk und viel Zeit zum Reifen machen dieses besondere Bier aus, dem das Reinheitsgebot von 1516 und viele, bis ins kleinste Detail definierte, selbst auferlegte Qualitätsgebote zugrunde liegen. Der eigene Klosterbrunnen ist das Heiligtum der Brauerei. Das klare Wasser sickert tief in die Erde ein und wird durch die verschiedenen Kies-, Sand- und Gesteinsschichten zu Wasser von höchster natürlicher Reinheit gefiltert. In der Güteskale als „Tiefenwasser“ eingestuft, gilt es von Natur aus als rein und zeichnet sich deshalb als besonderes Trinkwasser aus. Dieses köstliche Zwiefalter Brauwasser sorgt für den weichen Geschmack der Biere. Hinzu kommt als besonderer Rohstoff die Braugerste, die von 35 Landwirten auf der Alb exklusiv für die Klosterbrauerei angebaut wird. Inmitten der unbelasteten Natur des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gedeiht der 

6 BRAUKUNST

Bierbrauer Peter Moll, August Ziterell, Julian Schwertle, Lukas Bleher, Braumeister Stefan Aschenbrenner, Sven Milosevic und Laborantin Adelheid Kloker


besonders gute Geruch und Geschmack dieser regionalen Braugerste. Auf einen offenen und regen Austausch zwischen Landwirten, Mälzern und Brauerei wird großen Wert gelegt. So findet jedes Jahr ein Braugerstenstammtisch statt, bei dem über Sorten und Anbaubedingungen informiert wird. Denn diese unterliegen strengen Kriterien nach dem Qualitätszeichen Baden-Württemberg und verbieten zum Beispiel den Landwirten, ihren Boden mit Glyphosat zu behandeln. Dies ist Zwiefalter Klosterbräu im Vergleich zur handelsüblichen Ware ein deutlicher Aufpreis wert, der wiederum den heimischen Landwirten und damit der ganzen Region zu Gute kommt. Auch wenn die Mönche selbst schon längst nicht mehr an den Sudkesseln stehen – die klösterliche Braukunst lebt in Zwiefalten weiter. Damals wie heute kommt es auf Fingerspitzengefühl und die Erfahrung der Braumeister an. Sie komponieren aus feinsten regionalen Rohstoffen - zu denen auch der Tettnanger Hopfen gehört - individuelle Sude, die sich in ihrem Geruch und Geschmack wohltuend von der industriellen Masse abheben. Die Mischung und Dosierung von Hopfen und Braumalz entscheidet über den Charakter einer jeden einzelnen Zwiefalter Bierspezialität. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die lange Reifezeit, die den Bieren

 

Unser Brauer schöpft den Gärschaum von Hand aus dem offenen Gärbottich ab.

hier gegönnt wird. Ganze acht Wochen lagern die Biere in den kalten Kellern der Brauerei. Angesichts der Schnelllebigkeit unserer Zeit ist dies eine absolute Rarität. Kaum eine Brauerei kann ihrem Bier heute aufgrund der Mengenauslastung diese Reifezeit noch gönnen, denn Zeit ist Geld. Zwiefalter Klosterbräu schlägt auch hier die Brücke zu den Benediktinern, die bereits im 16. Jahrhundert die lange Lagerung von 56 Tagen in ihren zehn Geboten des Bierbrauens zur Entstehung des köstlichen Trunks festhielten. Schließlich reichert sich durch die lange Lagerung das Bier ganz natürlich mit eigener Kohlensäure an.

BRAUKUNST  7


Eine uralte Sorte wiederentdeckt

Der Kloster-Hopfen Ohne Hopfen kein Bier. Er ist derjenige, der das Bier herb und haltbar macht, teilweise verleiht er ihm auch eine beruhigende Wirkung. Doch Hopfen ist nicht gleich Hopfen. Auf die Qualität der Sorte kommt es an. Deshalb war es Zwiefalter Klosterbräu ein Anliegen, die alte Landsorte „Rottenburger Spät“ in Tettnang wieder zu kultivieren. Sie gibt nun den Bieren dieser Privatbrauerei eine ganz besondere Note.

S

orgfalt, Tradition und beste heimische Zutaten sind die Basis eines jeden Bieres, das von Zwiefalter Klosterbräu hergestellt wird. Zu diesen edlen Rohstoffen zählt auch der Hopfen aus dem Gebiet rund um Tettnang. „Die Tettnanger haben immer darauf geachtet, hochwertige Sorten anzubauen. Ihre Böden sind ideal, die klimatischen Bedingungen bestens“, sagt Geschäftsführer Peter Baader. Eine solch hochwertige


Sorte ist auch die alte Landsorte „Rottenburger Spät“, die fast komplett von den Hopfenfeldern Deutschlands verschwunden war und nun wieder in die Bierkultur grandiosen Einzug gehalten hat.

Bodensee und in der Nähe einer Hopfenanlage wurde ein Zierstock des Rottenburger Spät aus nostalgischen Gründen erhalten. Das wusste Bruno Bohner vom Hopfenversuchsfeld in Tettnang/ Strass.

„Rottenburger Spät“ – eine geschichtsträchtige Hopfensorte Früher erfreute sich die „Rottenburger Spät“ bei den Bierbrauern eines gewissen Bekanntheitsgrads. Insbesondere für Zwiefalter Klosterbräu hat dieser Hopfen eine besondere historische und emotionale Bedeutung. Das Bierbrauen in Zwiefalten wurde zwar 1521 erstmals in der Klosterchronik des Benediktinerklosters schriftlich niedergeschrieben, jedoch ist anzunehmen, dass schon viele Jahrzehnte zuvor die Mönche in Zwiefalten Bier brauten. Sogar Hildegard von Bingen, die bei ihrer letzten Predigerfahrt 1170 die Abtei besuchte, hinterließ nach ihrem Tod Aufzeichnungen über die wichtigen Eigenschaften des Hopfens für das Bier. Den Geschmack und die antiseptische Wirkung dieser charakteristischen Zutat machten sich die Benediktiner in Zwiefalten beim Bierbrauen zu Nutzen. Jahrzehntelang galten sie als die ersten und besten Brauer im Land und gaben ihrem Bier durch den eigenen Hopfen den entscheidenden Geschmack.

Neueintrag in die Sortenliste Es war ein langer Weg, bis es die „Rottenburger Spät“ schließlich wieder in die deutsche Sortenliste schaffte. Die Sorte zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu anderen Sorten kein Farnesen ausbildet. Dieser Stoff kommt häufig in ätherischen Ölen vor und sorgt für den Unterschied. Schon der erste Anbau von 25 Pflanzen und 80 gezogenen Jungpflanzen auf einem Versuchsfeld in Tettnang/Strass vor vier Jahren war äußerst vielversprechend. Und tatsächlich: Die Ernte im vergangenen Jahr war mit einem halben Hektar durchaus zufriedenstellend. Heute baut Hopfenlandwirt Bentele die „Rottenburger Spät“ ausschließlich für Zwiefalter Klosterbräu an. Die Privatbrauerei veredelt damit ihre sämtlichen untergärigen Bierspezialitäten. Denn die Sorte zählt mit einem geringen Alphasäure-Gehalt, der unter anderem für die Bitterung des Bieres verantwortlich ist, zu den feinen Aromahopfen und wird als blumig und fruchtig beschrieben.

Eine Tradition stirbt fast aus Mit der Säkularisation und der Auflösung der Abtei im Jahr 1803 fand auch der Anbau des Kloster-Hopfens in Zwiefalten ein jähes Ende. Von nun an wurde er aufgrund besserer klimatischer Bedingungen und enger Verbindungen der ehemaligen Abtei zur Diözese in Rottenburg angebaut und von dort auch von der heutigen Privatbrauerei bis zur Stilllegung des Anbaugebietes bezogen. Doch nach und nach verdrängten andere Sorten die „Rottenburger Spät“, bis der Anbau fast vollständig zum Erliegen kam. Doch Mitten in der Hopfenvielfalt am

Wiedergeburt Dank des Engagements von Bruno Bohner, der Landwirtsfamilie Bentele und Zwiefalter Klosterbräu hat diese uralte Sorte mitten in der Hopfenvielfalt am Bodensee wieder Einzug gehalten. „Ein Hopfen als Rohstoff, der auf traditionelle und nicht überzüchtete Weise angebaut wird, ist für uns unheimlich wichtig“, sagt Peter Baader. Für Braumeister Stefan Aschenbrenner ist der Unterschied zwischen „Rottenburger Spät“ und anderen Hopfensorten deutlich definierbar. „Die Hopfennote ist akzentuierter, deshalb dosieren wir mit viel Sorgfalt und Fingerspitzengefühl“, erklärt er und betont, dass es beim Brauen von Bier auch auf die richtige Mischung verschiedener Hopfensorten ankommt. Die Wiederentdeckung dieser alten Hopfensorte ist für Zwiefalter Klosterbräu ein wichtiger Meilenstein, schließlich wird hier auf Tradition und ursprüngliche Braukunst höchsten Wert gelegt.

Ein helles Vollbier: Das Pilsner-Hell wird wie alle untergärigen Biere mit feinem Kloster-Hopfen eingebraut 

BRAUKUNST  9


Eine Erfolgsgeschichte

500 Jahre Reinheitsgebot Auch 500 Jahre nach dem Erlass des Reinheitsgebots hat es in Deutschland einen hohen Stellenwert. Deutsches Bier ist im Sinne des Gebots von 1516 ein Naturprodukt und soll es auch bleiben. In der Art des Brauens hat die Technik natürlich längst Einzug gehalten, dennoch gelten in modernen Brauereien höchste hygienische Standards bei der Herstellung von Bieren.

B

ier ist sicherlich nicht das älteste alkoholische Getränk, aber seine Ursprünge gehen wohl rund 6000 Jahre bis zu den alten Ägyptern zurück. Das Grundprinzip des heutigen Brauens lässt sich bis zum 12. und 13. Jahrhundert nachverfolgen, an ihm hat sich bis heute nicht viel geändert. Vor allem in Klöstern herrschte die Bierherstellung vor, doch nach und nach wurde vielerorts das Brauen zum bürgerlichen Recht. Bereits 1156 gab es Vorschriften zu Qualität und Preis des Bieres. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und im frühen 16. Jahrhundert häuften sich regionale Vorschriften. Bevor 1516 das Reinheitsverbot als verbrieftes Qualitätsversprechen erlassen wurde, beschränkte eine bereits im Jahr 1493 durch Herzog Georg in Landshut vorgegebene „Biersatzordnung“ die Bierproduktion auf die Rohstoffe Gerste, Hopfen und Wasser. Dass der Bevölkerung das Genuss- und Kulturgut Bier schon immer wichtig war, zeigt sich daran, dass es bereits im Mittelalter als schützenswert angesehen wurde. 10 BRAUKUNST

Die Verkündigung des Reinheitsgebots im neuen Schloss zu Ingolstadt 1516 stellte den Höhepunkt einer Jahrzehnte dauernden rechtlichen Entwicklung dar. Die Urfassung legte fest, dass Bier nur aus Wasser, Gerste und Hopfen hergestellt werden darf. Erst später wurde Hefe ausdrücklich hinzugefügt, da zunächst deren genaue Wirkungsweise im Brauprozess noch nicht bekannt war. Ziele des Reinheitsgebotes waren, Menschen vor überzogenen Bierpreisen zu schützen, den Einsatz des Brotgetreides Weizen auszuschließen und die Zugabe von Zutaten zu verhindern, die dem Bier zwar Würze, Vollmundigkeit oder berauschende Wirkung verliehen, jedoch im


Vergleich zu Hopfen und Malz minderwertig oder sogar giftig waren. Bis zum Erlass des Reinheitsgebotes wurden oft die abenteuerlichsten Zutaten wie Binsenkraut, Stechapfel, Späne, Wurzeln, Ruß oder Tollkirschen ins Bier gemischt. Nach und nach weitete sich das Reinheitsgebot von Bayern in andere Landesteile aus. Die erstmalige Erwähnung des Begriffs „Reinheitsgebots“ geht auf den 4. März 1918 zurück, heute ist es in der ganzen Welt bekannt. Mit dem Begriff „Reinheitsgebot“ verbindet man überall ein verbrieftes Qualitätsversprechen. 1516 erlassen, wird es als das älteste, nach wie vor noch gültige Verbraucherschutzgesetz der Welt gehandelt. Im Unterschied zu Brauereien im Ausland dürfen deutsche Bierbrauer bis heute keine künstlichen Aromen, Enzyme und  

Braukunst auf höchstem Niveau: das bernsteinfarbige, fruchtige Urweizen wird durch die offene Obergärung traditionell vergärt.

auch keine Konservierungsstoffe verwenden. So bleibt im Kern das Brauen auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe beschränkt. Ein Einheitsgebot ist dieses Reinheitsgebot mit 70 verschiedenen Malzsorten, 200 Hopfensorten und 170 unterschiedlichen Hefestämmen trotzdem nicht. Die deutsche Brauwirtschaft und ihre Biermarken sind durch ihren einzigartigen Sorten- und Markenreichtum, durch höchste Qualitätsansprüche und eine geradezu leidenschaftliche Beziehung zum Bier in der ganzen Welt berühmt. Derzeit erlebt Deutschland eine Renaissance des Bierbrauens, der Bierkultur und der Biervielfalt. Dies ist wohl auch der Kreativität der 1274 Brauereien zu verdanken, die ca. 5000 verschiedene Biersorten nach den Grundsätzen des Reinheitsgebotes von 1516 brauen und die deutsche Bierkultur immer wieder von Neuem mit Leben füllen.

BRAUKUNST  11


Eingekehrt Neueröffnung Kesselhaus Bad Urach im Mai 2016 Die Wilde Mann-Chefbesatzung Michael und Anja Bischoff, deren Küche bereits  mehrfach ausgezeichnet wurde, und der Designer Jens Staudt von „4zig“ haben sich zusammengetan – entstanden ist im alten Kesselhaus der ehemaligen Brauerei Quenzer eine für die Region ungewöhnliche Kombination: der Boden brennt und die Atmosphäre ist künstlerisch. Die Küchenchefs Michael Bischoff und Söhnke Franz haben eine bodenständige Speisekarte kreiert, ohne den bekannt hohen Anspruch des Wilden Mannes zu schmälern. Sommelier Anja Bischoff erfüllte sich den Traum einer eigenen Vinothek und bietet im Kesselhaus neben einer Vielzahl von Bieren eigens für dieses Ambiente ausgewählte Weine. Entstanden ist ein Konzept für jedermann - mit Mittagstisch, Soulfood, einem gemütlichen Glas Bier oder Gläschen Wein. Das alte Gebäude hat seinen industriellen Charme

behalten und verleugnet seine Herkunft nicht. Immer wieder trifft man beim Gang durch das Kesselhaus auf altes Interieur, das einen in bereits vergangene Zeiten entführt.  Die Einrichtung hat eine Frischzellen-Kur erhalten, wobei der Reutlinger Künstler und Miteigentümer des Designbüros „4zig“ nicht nur beratend mitmischte. Mit seinem Team entwickelte er das Corporate Design inklusive Speisekarte, Leitsystem und Kunst an den Wänden. Wichtig war ihm, das ursprüngliche Kesselhaus - auch in seiner neuen Nutzung - zu erhalten und möglichst viel „Altes“ in Designelemente zu integrieren. Damit jedoch nicht genug. Im September eröffnet der Wilde Mann Bad Urach sein neues Hotel und das neugestaltete Restaurant mit weiteren spannenden Konzepten und Überraschungen.

Kesselhaus Pfählerstraße 7 72574 Bad Urach Telefon: 07125 - 947330 www.restaurant-wildermann.de Öffnungszeiten: 11.30 - 14.30 und 18.00 - 22.00 Uhr

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40 Jahre Stauseehotel Glems Umgeben von Streuobstwiesen und Wald liegt das von Familie Klose betriebene Hotel am Glemser Stausee seit 40 Jahren inmitten des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und eingerahmt von einer malerisch reizvollen Landschaft. Funktionell-moderne und lichte Gasträume laden ebenso zum Verweilen ein wie die sonnige Terrasse, die mit Blick auf den Stausee die Schönheit der Alb offenbart. Hier lassen sich die kulinarischen Köstlichkeiten des Restaurants mit allen Sinnen genießen. Das Stauseehotel ist Biosphärengastgeber und verwendet für seine Gerichte überwiegend hochwertige Zutaten aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Damit unterstreichen die drei Klosebrüder mit Ehefrauen ihre Verbundenheit mit der einzigartigen Kulturlandschaft und ihre Verpflichtung für die Region. Das reichhaltige Angebot an erlesenen Weinen lässt keine Wünsche offen. Nur wenige Autominuten entfernt bietet die Outletcity Metzingen ein besonderes Shopping-Erlebnis. Stauseehotel Glems Unterer Hof 3, 72555 Metzingen Telefon: 07123 - 92360 www.stauseehotel.de

20 Jahre Berghofstüble Obermarchtal Das Berghofstüble in Obermarchtal präsentiert sich seinen Gästen behaglich und ansprechend. In den gemütlichen Gasträumen, im Terrassenbereich und im sonnendurchfluteten Wintergarten werden schwäbische Spezialitäten auf höchstem kulinarischem Niveau präsentiert, dazu werden neben alkoholfreien Erfrischungsgetränken auch erstklassige Zwiefalter Biere und edle Weine ausgeschenkt. Die idyllische Lage des Berghofstüble ist ein zentraler Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen. Günther Widmann hat den ehemaligen Bauernhof seiner Eltern zum Berghofstüble umgebaut und vor 20 Jahren in Betrieb genommen, dieses Jubiläum wird mit einem Hoffest am 10. und 11. September gefeiert. „Letztendlich ist die Qualität der angebotenen Speisen und der Service ausschlaggebend für den Erfolg meiner Gastronomie“, sagt er. Einen Namen gemacht hat sich das Berghofstüble auch mit seinem Gänsebraten aus eigener Gänsezucht. Sohn Jonas will den Betrieb später von seinen Eltern übernehmen, Tochter Judith leitet bereits den Klostergasthof Adler, der ebenfalls von der Familie Widmann in Obermarchtal betrieben wird.

Berghofstüble Reutlingendorfer Str. 5 89611 Obermarchtal Telefon: 07375 266 www. berghofstueble.de Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr bis 23:00 Uhr

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Becks Restaurant in Pfullingen Freuen Sie sich auf einen neuen „Hot-Spot“ in Pfullingen. Im Juli hat nach umfangreicher Bauphase BECKS Restaurant in der Wörthstrasse 93 endlich wieder seine Pforten geöffnet. Die hochwertige Einrichtung in Grau-, Braun- und Naturtönen gehalten, vermittelt – nicht zuletzt auch durch die gekonnte Beleuchtung  – nun angenehme Behaglichkeit und Wohlfühlatmosphäre. In dieser Umgebung fällt das Genießen leicht. Die Speisekarte bietet vom perfekt gegrillten Steak über Pizza & Pasta bis hin zu knackigen Salaten und zahlreichen Zwiefalter Bierspezialitäten eine überschaubare, aber leckere Auswahl. Das angenehme Ambiente eignet sich hervorragend für Events jeglicher Art. Hier findet man ganz bestimmt den passenden Raum:  Ob Kaminzimmer,  Lounge Bereich oder luftiger Wintergarten, mit einem reichhaltigen Menü- und Buffet-Angebot macht BECKS aus Ihrer Feier ein unvergessliches Fest. BECKS Restaurant in Pfullingen - genau mein Geschmack! Becks Klosterstraße 1472 72793 Pfullingen Telefon: 07121 - 756439 www.becks-restaurant.de

Rosengarten in Riedlingen neu eröffnet Der Rosengarten in Riedlingen präsentiert sich mit neuem Gesicht: Nach umfänglicher Renovierung der Gasträume und der Terrasse sind die Gäste nun eingeladen, moderne Tradition in schönem Ambiente zu genießen. Die kulinarischen Köstlichkeiten bestehen aus Gerichten der regionalen und saisonalen Küche, die in neuartigen und verlockenden Kompositionen in einer modernen Interpretation serviert werden. Besonderen Wert wird bei der Zubereitung der Leckereien auf die überwiegende Verwendung von frischen Produkten aus der Region gelegt. Zu den abendlichen À-la-Carte-Gerichten wird ein täglich wechselnder Mittagstisch geboten. Die Gastgeber Angela Grosse und Markus Haberbosch samt Team sorgen dafür, dass nicht nur kulinarische Genüsse den Gast verwöhnen. Er kann sich auch in gemütlichen und komfortablen Gästezimmern beherbergen lassen. Und auch den kleinen Gästen wird es nicht langweilig: Sie dürfen sich im neu gebauten Kinderspielplatz amüsieren. Rosengarten Gammertinger Str. 25, 88499 Riedlingen Telefon: 07371 - 7336 www.rosengarten-riedlingen.de Öffnungszeiten: Montag - Sonntag (Mittwoch Ruhetag) 11.30 bis 14.00 Uhr und 17.30 bis 22.00 Uhr

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Mitarbeiter vorgestellt

Wir sind Zwiefalter Klosterbräu Zwiefalter Klosterbräu ist ein Familienunternehmen, dessen Erfolg maßgeblich von der Motivation seiner rund 50 Mitarbeiter abhängig ist. Seniorchef Rolf Baader war es stets ein Anliegen, dass sich seine Mitarbeiter mit ihren Tätigkeiten und der Philosophie der Brauerei identifizieren können, daran knüpft sein Nachfolger Peter Baader nahtlos an. Die Zufriedenheit im Team ist groß, das Arbeitsklima wird als „sehr gut“ und „harmonisch“ beschrieben.

Z

ufriedene Mitarbeiter sind das Kapital eines Unternehmens. So war Zwiefalter Klosterbräu von jeher bestrebt, als Arbeitgeber entsprechende Voraussetzungen für motivierte Mitarbeiter zu schaffen. Denn die Zufriedenheit der Angestellten wirkt sich positiv auf die Kundschaft aus, sie sichert die Qualität und sorgt für ein stimmiges Erscheinungsbild nach außen. Rund 50 Mitarbeiter leisten mit ihrem Einsatz bei Zwiefalter Klosterbräu einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg. Sie identifizieren sich mit der Brauerei und ihren Zielen, durch die Bindung der Arbeitnehmer zu ihrem Betrieb entsteht ein Vertrauensverhältnis, von dem beide Seiten profitieren. Notwendige Entscheidungen und Maßnahmen werden von allen Betei-

16 BRAUKUNST

ligten getragen und unterstützt. Für eine hohe Einsatzbereitschaft sind Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen verantwortlich. Zwiefalter Klosterbräu weiß, dass Mitarbeiterzufriedenheit ein wichtiges Kriterium für Erfolg ist. Es kommt nicht nur auf die finanziellen Zuwendungen an, sondern auch darauf, ob Mitarbeiter wertgeschätzt werden und ob ihre Wünsche, Bedenken und Vorschläge Gehör finden. Bei Gerhard Hofherr war dies stets der Fall. Er arbeitet seit 45 Jahren im Betrieb, den familiären Charakter schätzt er sehr. „Man kennt alle persönlich, bespricht sich und kann das loswerden, was einem auf dem Herzen liegt“, sagt der 62-jährige Fuhrparkleiter. Hofherr hat alle Stationen in der Brauerei durchlaufen, bis er schließ-

lich im Versand die Leitung übernahm. Er nimmt Bestellungen entgegen, teilt die Fahrer ein und koordiniert die Touren, er steht im Kontakt mit Kunden und organisiert die Ausstattungen für Festlichkeiten. „Meine Arbeit ist sehr interessant und stellt mich vor immer neue Herausforderungen. Sie macht mir viel Spaß, vor allem auch deshalb, weil ich stets in der Führungsebene mit meinen Anliegen Gehör finde und auch Verbesserungen anbringen darf“, sagt Hofherr. Er kennt Peter Baader von Kindesbeinen an, ihn jetzt als Chef zu akzeptieren, fällt dem 62-Jährigen überhaupt nicht schwer. „Der Übergang von Rolf Baader auf seinen Sohn erfolgte reibungslos. Mit beiden habe ich stets gut zusammengearbeitet, Schwierigkeiten hat es bis heute nie gegeben“.


André Niederich gehört seit einem Jahr dem Zwiefalter Unternehmen an. Der 28-jährige ist im Außendienst tätig und betreut überwiegend Bestandskunden in den Gebieten Riedlingen, Biberach, Ehingen und Ulm. Seine Entscheidung, von einer anderen Brauerei zu Zwiefalter Klosterbräu zu wechseln, ist dem Unternehmenskonzept zu verdanken: „Die Zukunftsausrichtung hat mich sofort begeistert. Besonders gefällt mir der Zusammenhalt unter den

Mitarbeitern und der Bezug von Rohstoffen aus der Region“. Damit könne er sich als Mensch und Angestellter identifizieren. Nicht zuletzt ist er schon ganz früh auf die Produkte dieser Brauerei aufmerksam geworden: „Das erste Bier, das ich in meinem Leben getrunken habe, war ein Zwiefalter. Es ist kein Massenbier, sondern ein Produkt von höchster Qualität aus der Heimat“. Dadurch könne er voll und ganz hinter dem stehen, was er tagtäglich verkaufe.

Das Füllteam um 2. Braumeister Hans-Peter Schumacher mit Sinasi Durgun, Dietmar, Randecker, Markus Dura, Tobias Haberbosch, Günther Auer und Hugo Schrodi 

Von einem „überaus fairen Umgang untereinander“ spricht auch Elmar Engst. Der 49-Jährige aus Mörsingen ist Bierkutscher und fährt von Ulm bis Balingen zahlreiche Getränkehändler an. Er liebt die Freiheit und Eigenständigkeit, die sein Beruf mit sich bringt. „Ich besteige morgens meinen voll beladenen LKW und kann dann meinen Tagesablauf selbst bestimmen. Das gefällt mir sehr“, erzählt er. Als gelernter Zimmermann entschied er sich vor 14 Jahren, eine völlig neue Richtung einzuschlagen. Dass nun die Tage der „rauen Baustellentöne“ längst vorbei sind, macht ihn nicht traurig. „In der ganzen Zeit, in der ich bei Zwiefalter Klosterbräu arbeite, habe ich noch nie ein böses Wort gehört. Wenn etwas ist, kann ich jederzeit zum Senior- oder zum Juniorchef kommen“. Die Stimmung im Betrieb sei äußerst harmonisch, noch nie hätte er seinen Wechsel bereut.


Tagtäglich hat Lukas Bleher als Brauer mit Bier zu tun. Der 26-Jährige aus Münsingen hat bei Zwiefalter Klosterbräu seine Ausbildung absolviert: „Für mich war dieser Betrieb erste Wahl. Er hat genau die richtige Größe. Jeder kennt jeden, jeder weiß, was er zu tun hat“. Die Vielfältigkeit seines Berufes ist es, was ihm besonderen Spaß macht. Seinen Arbeitstag verbringt er in verschiedenen Abteilungen, unter anderem auch im Lager-, Filter- und Gärkeller. Dort ist er für die richtige Lagerung des Bieres in sauberen Tanks und für die Filteration zuständig. Sein Favorit unter den Zwiefalter Klosterbieren ist das neueste Produkt: das Urweizen. „Seine fruchtige Hefenote passt wunderbar in unser Sortiment. Ich bin ein Fan der offenen Obergärung und von dunklen Bieren, deshalb schmeckt es mir auch so gut“.

Anita Bendel ist seit 1989 bei Zwiefalter Klosterbräu beschäftigt. Zunächst arbeitete sie im Sekretariat, heute ist sie im Vertriebsinnendienst tätig, betreut den Außendienst, organisiert federführend das Historische Bierfest und die Klosterbräu-Festspiele. „Ich bin sehr kommunikativ, deshalb gefällt es mir, auch mit vielen Kunden intensiv im Kontakt zu stehen“, sagt die 51-Jährige. Ihre Arbeit beschreibt sie als abwechslungsreich, den Umgang im Team als „bereichernd“ und „sehr gut“. Wir bilden alle ein tolles Miteinander“. Sie sei stolz, ein Teil dieser Brauerei zu sein und freue sich stets, die Früchte ihrer Arbeit ernten zu können. „Ich bin eigenständig tätig, meine Meinung wird gehört. Wir pflegen untereinander einen offenen Austausch, jeder weiß, was läuft. Und wenn es mal Probleme gibt, werden diese offen an-

gesprochen und beseitigt. Das war schon vor der Übergabe an den Juniorchef so und so wird es nach wie vor auch mit Peter Baader gehandhabt“, berichtet Anita Bendel.

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Der Seniorchef ganz persönlich...

Rolf Baader Rolf Baader ist ein Unternehmer durch und durch. Ein Mensch mit Realitätssinn, tief verwurzelt in seiner Heimat Zwiefalten und fest verankert in der Region. Er ist aber auch ein Familien- und Vereinsmensch, dem ein gutes Miteinander stets intensiv am Herzen lag. Als Seniorchef nimmt er sich heute mehr Zeit für das Privatleben, die Brauerei verliert er dennoch nicht aus den Augen.

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W

er die Region kennt, kennt auch Zwiefalter Klosterbräu. Und er kennt Rolf Baader, der in einem Atemzug mit diesem Namen genannt werden muss. Die Gemeinde Zwiefalten hat dem mittlerweile 73-Jährigen viel zu verdanken. Ihm ist es gelungen, die Brauerei zu einem erfolgreichen, kleinen mittelständischen Betrieb auszubauen, ihn vor Ort trotz schwieriger Standortbedingungen zu halten und Arbeitsplätze zu schaffen. Doch Rolf Baader richtete seinen Fokus nie ausschließlich auf den Erfolg des Un-


ternehmens. „Es war mir immer ein großes Anliegen, dass sich auch der Ort Zwiefalten kontinuierlich weiterentwickelt. Man muss in der heutigen Zeit immer das Wohl der Gesamtgemeinde im Blick haben“, sagt er. Dabei scheute er sich nie, sich selbst mit viel Zeit und Schaffenskraft einzubringen. Er war aktiver Fußballer und stets ins örtliche Vereinsleben eingebunden. Rolf Baader leitete über viele Jahre als Vorsitzender den Verein zur Pflege der deutsch-französischen Partnerschaft Zwiefalten-La Tessoualle sowie den Verein für Tourismus und Gewerbe, er war Mitglied im Zunftrat und saß 15 Jahre lang im Kreistag. Darüber hinaus gehörte er über 20 Jahre dem Aufsichtsrat der Volksbank Münsingen an. „Meine Frau Annelies hat mir stets den Rücken gestärkt. Auf sie konnte ich mich immer sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich verlassen und wir arbeiten seit über 30 Jahre Hand in Hand“. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde Rolf Baader vor vier Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Schon als Kind war Rolf Baader in die Abläufe des damals kleinen Betriebes seiner Eltern Albert und Sofia mit eingebunden. Er lernte die Berufe Bierbrauer und Bankkaufmann, später absolvierte er ein BWL-Studium. Ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1969 stieg er in den Betrieb ein und übernahm gleich VerLieblingsbier: Lieblingsgericht: Lieblingskünstler: Lieblingslektüre: Lieblingsspiel:

antwortung in den Bereichen Verwaltung und Vertrieb. Sein Bruder Albert ist ebenfalls als Gesellschafter in der Brauerei tätig und für den technischen Ablauf zuständig. „Die 1970er und 1980er Jahre waren geprägt von einer stetigen Erweiterung. Wir dehnten unser Verkaufsgebiet aus und streuten unseren Vertriebsweg breiter auf

hinaus hat sich das Sortiment der Biere geradezu explosionsartig vergrößert und immer mehr Biersorten drängen auf immer weniger Fläche auf den Markt. Die Entscheidung, Tradition und Region treu zu bleiben, wurde weder von Rolf Baader noch von seinem Sohn Peter je angezweifelt. Ganz im Gegenteil. „Wir leben die

Annelies & Rolf, umringt von ihren Töchtern Sophie und dern Marie-Charlotte sowie Sohn Peter zusammen mit Ehepartnern und Enkelkin

einen Radius von heute 70 Kilometern“. Dabei verlor er als Geschäftsführer nie das Bewusstsein für Tradition und Region. Und auch wenn es überregionale Anfragen gab: „Zu keiner Zeit haben wir uns mit Export beschäftigt“. Der Wettbewerbsdruck ist im Laufe der Jahre größer geworden, die Situation hat sich verschärft. Lag in den 1980er Jahren der Bierverbrauch noch bei fast 150 Litern pro Kopf und Jahr, sind es heute lediglich noch 100 Liter. Darüber vierfach gehopftes Pils Alb-Linsen mit Spätzle und Saitenwurst Harry Belafonte Inside, Wirtschaftsmagazin Binokel

Region und identifizieren uns mit ihr und ihrer Bevölkerung“, betont der Seniorchef und verweist darauf, dass alle Rohstoffe aus der Region stammen. Dass sein Nachfolger eben diese Regionalität und die Verwurzelung mit der Tradition in neuen Ideen sichtbar macht, freut ihn sehr. „Dadurch erkennt der Verbraucher, dass unsere Brauerei ein Bestandteil der Region ist. Es ist sehr schön, dass sich auch junge Menschen an ihre Wurzeln erinnern und nicht dem Druck der Masse und Menge nachgeben“. Als sechsfacher Großvater genießt er nun mehr Freizeit, die er seiner Frau und der Familie widmet. Dennoch arbeitet er nach wie vor ganz eng und Seite an Seite mit seinem Sohn Peter zusammen, der vor einem Jahr die Geschäftsleitung übernommen hat. BRAUKUNST  21


Ein Bier überdauert die Zeit

Historisches Bierfest in Zwiefalten Das Historische Bierfest zählt zu den bedeutendsten Heimatfesten auf der Alb. Es schlägt die Brücke zwischen Historie und Moderne, es besinnt sich auf Tradition und stellt vor Augen, was Gutes daraus erwachsen ist. In diesem Jahr wird vom 23. bis 26. September die 1521 begründete klösterliche Braukunst im Dobeltal mit Musik, Kulinarik und Kultur gefeiert.

Z

wiefalter Klosterbräu geht mit der Zeit, ohne dabei die Vergangenheit und damit ihre Verpflichtung zu Brauchtum und Tradition aus den Augen zu verlieren. Seit Jahren macht das Historische Bierfest mit über 15000 Besuchern jährlich deutlich, dass sich die Brauerei auf ihre Wurzeln besinnt und dennoch mitten im Hier und Jetzt steht. Schon vor 500 Jahren war das Bier der Mönche etwas ganz Besonderes: Es übertraf alles, was an Gerstensaft bisher im Umkreis ausgeschenkt wurde. Zum einen, weil sich die Brüder intensiv mit der Braukunst beschäftigten, zum anderen, weil auf die Qualität der Rohstoffe großen Wert gelegt wurde. An diesem Grundsatz hat sich bis heute nichts geändert. Mit Brauwasser aus dem eigenen Kloster22 BRAUKUNST


»Darum heben wir zum Gruß Richtung Himmel unsern Krug «

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brunnen, feinster Gerste von den Feldern der Schwäbischen Alb und Hopfen aus Tettnang wird kein Bier der großen Masse gebraut, sondern eine Spezialität, die nur für die schwäbische Heimat im Umkreis von 70 km erhältlich ist. Und das schmeckt man. „Gutes bleibt“, verspricht Zwiefalter Klosterbräu im 500. Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes. Woraus dieses „Gute“ besteht und wie es hergestellt wird, zeigt das Historische Bierfest auf. Es bietet Besuchern die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Brauereibetriebes zu blicken. Bei geführten Brauereibesichtigungen erschließt sich die Komplexität der regionalen Brautradition. Braumeister erklären, wie in Zwiefalten seit 1521 besondere Biere gebraut werden. Dabei wird deutlich, dass die einzigartige Braukunst in dieser familiengeführten Brauerei auch heute noch nach den goldenen Brauregeln der Benediktiner erfolgt: besonders schonend und nur in kleinen Mengen. Bei Zwiefalter Klosterbräu trifft traditionelles Handwerk auf moderne Betriebsabläufe, alle 13 Bierspezialitäten werden ausschließlich in der Klostergemeinde hergestellt. Hier wird gebraut, gereift, gelagert und schließlich abgefüllt. Die Besucher können in die kühlen Gärund Lagerkeller einen Blick werfen und sie lernen das aufwändige Zweitankverfahren kennen. Am Ende der Besichtigung wartet noch eine Verkostung der ganz besonderen Art auf sie.

Julian Schwerte und Lukas Bleher brauen für Sie im Minisudhaus live ein

Parallel findet am Sonntag auf dem Hof der traditionelle Brauhandwerksmarkt statt. Auszubildende und Brauer führen die Prozesse im Sudhaus in Form einer Minaturbrauerei vor und lassen sich über die Schultern schauen. Auf Wunsch füllen sie eine Bügelflasche mit individuell beschrifteten Etiketten ab. Weitere Markstände von Partnern und Rohstofflieferanten zeigen das Brauhandwerk in seiner ganzen Breite. In der Klosterbräu-Schenke können Souvenirartikel erworben werden. Im festlich geschmückten Bierzelt sorgen tagsüber Blasmusik-Kapellen für zünftige Stimmung, am Abend heizen Partybands den Besuchern kräftig ein. Zu frisch ge-

zapften Zwiefalter Bierspezialitäten gibt es kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Höhepunkt der dreitägigen Festlichkeiten sind die Klosterbräu-Festspiele, die auf einer großen Freilichtbühne aufgeführt werden und in die Zeit des 15. Jahrhunderts intensiv eintauchen lassen. Ein Strohballenlabyrinth, historische Fahrgeschäfte und jährlich wechselnde Attraktionen runden das breitgefächerte Festangebot ab. Ein Organisationsteam von zahlreichen Mitarbeitern sorgt dafür, dass alles rund läuft. Ihm gehören Jochen Hamberger, Andreas Münst, Andreas Reuchlin, Stefan Bonaduce, Max Geiger, Stefan Aschenbrenner, Wolfgang Hepp, Anita Bendel und Peter Baader an.

Trettraktorfahren im Strohparcour liegt bei den Kleinen groß im Rennen


Tischreservierung online unter: www.zwiefalter-bierfest.de

Bierzelt Programm 

Freitag, 23.09.2016  19:00 Uhr Partystimmung mit „Hautnah“ – Eintritt frei 20:00 Uhr „Hautnah“ begleitet den traditionellen Einzug der

Vereine & Handwerkszünfte mit Fassanstich durch Bürgermeister Matthias Henne.

Samstag, 24.09.2016  14:00 Uhr Blasmusik im Bierzelt 19:00 Uhr Zwiefalter Bierfestband „Ois Easy“ – Eintritt 5€

Sonntag, 25.09.2016  11:00 Uhr Traditioneller Frühschoppen mit dem Musikverein Kettenacker e.V. 13:45 – 14:15 Uhr Tanzaufführung des Trachtenvereins Echaztaler Pfullingen e.V. 14:30 Uhr Musikalische Unterhaltung mit dem Musikverein Betzenweiler e.V. 17:15 Uhr - 17:45 Uhr Tanzaufführung des Trachtenvereins Echaztaler Pfullingen e.V. 18:00 Uhr Musikalische Unterhaltung mit dem Musikverein Bingen-Hitzkofen e.V. 19:00 Uhr Prämierung des Zwiefalter Bierkönigs

Tagsüber: Historischer Bauernmarkt mit Landwirten aus dem Biosphärengebiet, Hopfenlandwirten aus Tettnang, Mälzerei, Schaubrauerei, sowie Hofläden mit lokalen Spezialitäten von A wie Amaranth bis Z wie Ziegenkäse. Kinderattraktionen wie Strohlabyrinth, Trettraktorparcour, Gerstenspeicher, Karussell, historische Fahrgeschäfte, Ponyreiten, Vorführungen der Malteser-Hundestaffel auf dem Sportplatz. 

 Montag, 26.09.2016 15:00 Uhr

17:00 Uhr

Kinder- und Seniorennachmittag mit Vorführungen des Kindergartens und der Jugendkapelle Zwiefalten Handwerkerabend & Festausklang zu den Oberkrainerklängen des „Bodensee-Quintett“ – Eintritt frei


Die Westfassade des MĂźnsters dient als beeindruckende Hintergrundkulisse ď ľ


Die Zwiefalter

KlosterbräuFestspiele Die Geschichte der Münstergemeinde und der Brauerei ist eng mit der Geschichte des Klosters verknüpft. Was vor knapp 500 Jahren seinen Anfang nahm, hat nach wie vor Bestand. Im Rahmen der Klosterbräu-Festspiele darf in die Vergangenheit eingetaucht werden.

S

eit der Entdeckung des „göttlichen Trunks“ im Jahr 1521 durch die Mönche der Abtei Zwiefalten hat die Geschichte des Bieres in Zwiefalten eine unaufhaltsame Fortsetzung und Weiterentwicklung gefunden. Die Zwiefalter Klosterbräu-Festspiele lassen die Historie des Ortes, der Bewohner, der Mönche und des Bieres wieder aufleben. Hier wird das Leben des armen Bauernsohnes Benedikt nachgespielt, der wegen seines besonderen Fleißes im Kloster aufgenommen wurde. „Benedikt mei Bua, gang mit de Mönch ins Kloster ond sei en guater Knecht“ – mit diesen Worten verabschiedete sich Sofia, Benedikts Mutter, von ihrem Sohn. Und er sollte ihren Wünschen folgen. 160 ehrenamtliche Akteure aus dem ganzen Ort erwecken vor der atemberaubenden Kulisse des Zwiefalter Münsters die bewegte und bewegende Geschichte von Benedikt, des Klosters und der Brauerei zum Leben. Sie geben damit der Handlung eine glaubhafte Intensität, wirken sich doch die Geschehnisse von damals bis heute auf Zwiefalten und seine Einwohner aus. Peter Baader, der Geschäftsführer von Zwiefalter Klosterbräu, hat das Drehbuch geschrieben – basierend auf wahren

Gegebenheiten. In originalgetreuen Kostümen wird die Entdeckung des Bieres, die Freude und Trauer der damaligen Zeit, prächtige Feierlichkeiten, die dramatische Auflösung des Klosters und der Erhalt der Braukunst bis zum heutigen Tage szenisch eindrucksvoll dargestellt. Die Zuschauer tauchen sitzend auf einer Freilichtbühne mitten hinein in die Geschehnisse der Vergangenheit, hautnah erleben sie diese faszinierende Geschichte vor historischer Kulisse mit. Eindrucksvoll ist die Bewahrung von Benedikts Vermächtnis der Braukunst in turbulenten Zeiten inszeniert, echte Tiere, grandiose Effekte und die markante Stimme des berühmten Sprechers Hans-Jörg Karrenbrock machen die Aufführungen auch in diesem Jahr zu einem beeindruckenden audiovisuellen Erlebnis. Das Stückt lebt von der Geschichte, es lebt aber insbesondere auch von den Menschen, die daran mitwirken. In einer theatralischen Meisterleistung wird ein hoher künstlerischer Anspruch mit der Begeisterung der Laienschauspieler zusammengebracht. Unter der Regie von Herbert Ott treten Bauern, Mönche und Soldaten BRAUKUNST  27


Freuen Sich auf die Premiere: Anita Bendel und Herbert Ott 

NACHGEFRAGT...

auf und die Zeit nimmt ihren unaufhaltsamen Lauf. Durch die vielen Tiere, die munter durch die Aufführung laufen, durch alte Geräte aus Landwirtschaft und Brauerei, erhalten die Klosterbräu-Festspiele eine überzeugende Lebendigkeit. Es ist spürbar, dass sich Autor und Akteure mit der vorgetragenen Geschichte identifizieren und sie selbst ein maßgeblicher Teil dieser Geschichte sind. Dieses Stück, das für die Öffentlichkeit viermal aufgeführt wird, ist keine bloße Erzählung, es ist eine regelrechte Verin-

engagierte Bürger, die sich mit ihrer Heimat auf diese Weise identifizieren. Doch nur wenige hatten Schauspielerfahrung. „Dieser Regisseur Schuh ist uns zu groß“, sagten zunächst viele. Aber nach und nach fanden wir alle in unsere Rollen. Es war eine gute Idee, die In diesem Jahr findet die 3. Aufführung der KlosterSprechrollen aufzunehmen und zur Lippenbewegung abzuspiebräu-Festspiele statt. Wie sind Sie Regisseur geworden? len. Das brachte Gelassenheit und sorgte dafür, dass vier Proben Ich komme aus Zwiefalten, habe früher selbst Theater ge- ausreichten. Auch der Sprecher Hans-Jörg Karrenbrock stellt eine spielt und war schon Spielleiter unserer Kolping-Theater- große Bereicherung dar. Er führt uns wie ein roter Faden durch gruppe. Doch dies war für mich dennoch etwas völlig Neues, das Stück. es stellte mich vor eine große Herausforderung und ich wusste zunächst nicht, ob ich ihr gerecht werden würde. Ist die Koordination und Zusammenführung nicht schwierig? Eigentlich gar nicht. Jeder weiß, was er zu tun hat und gehört zu Wie bekommt man mehr als 150 Laienschauspieler einer Gruppe mit einem festen Ansprechpartner. Das erleichtert unter einen Hut? die Koordination sehr. Hier kommen Leute zusammen, die sich Das war mir anfangs auch eine große Sorge. Genügend Spieler vorher nicht sehr gut kannten und sich jetzt als Teil der Gemeinde zu finden, machte dagegen überhaupt keine Probleme. ‚Vie- ganz neu kennenlernen. Binnen weniger Proben gehören sie – le kommen aus den örtlichen Vereinen oder sind einfach nur gleich welchen Alters – dieser großen Familie an. Das berührt

Herbert Ott

28 BRAUKUNST


Zwiefalter Klosterbräu-Festspiele Aufführungstermine:

nerlichung der Historie. Für das authentische Bühnenbild sorgen auch in diesem Jahr Guido Brunner, Waldemar John, Richard Tress, Harry Grabarits, Max Geiger und Anita Bendel. Eine der beiden Nachtaufführungen sollten Sie am Freitag, 23.09. und am Samstag, 24.09. um jeweils 19 Uhr keinesfalls verpassen. Weitere Aufführungstermine sind am Sonntag, dem 25.09. um 14 Uhr und um 16 Uhr.

F reitag, 23.09.2016 Beginn: 19 Uhr

amstag, 24.09.2016 S Beginn: 19 Uhr

Sonntag, 25.09.2016  1. Vorstellung Beginn: 14 Uhr 2. Vorstellung Beginn: 16 Uhr

Tickets an der Abendkasse oder online reservieren unter: www.zwiefalter-bierfest.de

alle, wie man nach den letzten Aufführungen sehen konnte. Brunner oder wie der gelernte Maler Georg Tress. Er malt uns Da hatten viele Akteure selbst Tränen in den Augen. in diesem Jahr das Bräuhaus im Jahre 1728 und bringt das Gemälde am Seitengebäude des Münsters an.

Anita Bendel

Woher stammen die Kostüme und woher die vielen Tiere? Die Kostüme leihen wir im Ulmer Kostümhaus und vom Naturtheater Hayingen aus. Von der Schäferei Fauser werden wir Bei Ihnen laufen die Fäden für Kulisse und Bühnenbild mit Schafen und Eseln versorgt, Hühner und Küken kommen zusammen. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? vom Bauernhof Bendel in Sonderbuch, Kälber und Pferde Ich kann auf ein tolles Team bauen. Heute schöpfen wir aus einem von landwirtschaftlichen Betrieben in der Region. Außerdem Vorrat der beiden vorangegangenen Festspiele. Aber als wir 2012 fährt Karl Herb aus Hayingen mit seiner Kutsche vor. starteten, musste alles komplett neu entworfen und gefertigt werden. Dabei konnte ich auf viele Rentner der Brauerei bauen. Was fasziniert Sie an den Klosterbräu- Festspielen? Sie haben zum Beispiel einen Braukessel gemauert oder einen Ich finde es sehr beeindruckend, dass so viele Akteure derart Brunnen für das Klosterwasser gebaut – Requisiten, die wir auch unkompliziert und harmonisch zusammenarbeiten. Trotz wediesmal verwenden können. Künstlerisch und handwerklich be- niger Proben klappt immer alles gut. Der Zusammenhalt ist gabte Menschen unterstützen uns sehr. So wie Schreiner Guido wie in einer großen Familie, das ist wirklich bewundernswert.

Mitarbeiterin von Zwiefalter Klosterbräu

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Die Inbesitznahme des Klosters durch württembergische Soldaten wird gefeiert

Doch auf die Zeit der Blüte folgt großes Leid: Die Pest

NACHGEFRAGT... Hans-Jörg Karrenbrock Sprecher

die Bühne, es treten die großen Persönlichkeiten der Vergangenheit auf, es entwickeln sich bunte Feste und es entbrennen wilde Schlachten! Wo sonst gibt es so etwas?

Herr Karrenbrock. Sie sind vielseitig unterwegs. Man sagt, Ihrer Stimme wohne ein Zauber, eine Magie bei. Worin liegt für Sie der Reiz der Klosterbräu-Festspiele? Ich erzähle immer wieder historische Texte. Und doch sind diese Festspiele in jeder Hinsicht etwas ganz besonderes, fern jeder Routine. Die Texte sind so lebendig und mitreißend wie die Geschichte selbst. Der Werdegang des jungen Benedikt zum Urvater der Zwiefalter Braukunst ist keine abgeschlossene Geschichte. Sie setzt sich im Hier und Jetzt fort, sie kann erlebt und genossen werden mit jedem Schluck Zwiefalter Bieres. Die Lebensgeschichte Benedikts und die Entstehungsgeschichte der Zwiefalter Klosterbräu wird „vor unseren Augen“ lebendig. In dem Augenblick, da ich es sage, belebt sich

Welche Wirkung hat das Stück auf Sie ganz persönlich? Wenn über 150 Darsteller vom Kind bis zum Greis, Gänse, Hühner, Hasen, Esel und Pferde zur lebendigen Geschichte werden, entwickelt sich eine großartige Dynamik auf der gesamten Bühne. Das muss man einfach höchstpersönlich miterlebt haben. Mittlerweile hängt mein Herz in besonderer Weise an dieser Produktion, denn im Laufe der Jahre sind wir alle zu einer großen Familie geworden, es haben sich richtige Freundschaften entwickelt. Ich komme nicht nur zu den Klosterbräu-Festspielen nach Zwiefalten, sondern auch zwischendurch, etwa zur Fasnet. Ich freue mich schon wieder sehr auf die Tage auf der Schwäbischen Alb. Es wird wie immer richtig aufregend werden und doch auch einfach wunderschön.

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Interview Peter Baader Autor Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Drehbuch über Ihre eigene Geschichte zu schreiben? Durch unseren Austausch mit der Partnergemeinde La Tessoualle im wunderschönen Maine et Loiretal durfte ich mit 16 Jahren im Rahmen der Jugendfahrt das Puy du Fou besuchen. Dort wird vor der Kulisse einer alten Ruine die Geschichte Frankreichs inszeniert. Als ich dies zum ersten Mal gesehen habe war klar: das muss mit unserer Jahrhunderte alten Kloster- und Braugeschichte in kleinerem Format vor dem einzigartigen Portal unserer Klosterkirche ebenfalls möglich sein. Was ist das Besondere an diesen Festspielen? Über 150 Darsteller aus Zwiefalten in originalgetreuen Kostümen, echte Tiere und tolle Effekte erwecken die bewegte Geschichte Zwiefaltens und unserer Brauerei zum Leben. Durch die Handlung und das Vorlesen der Geschichte durch den berühmten Sprecher Hans-Jörg Karrenbrock wird diese fast 500-jährige Zeitreise zum besonderen Erlebnis. Die eigens komponierte Musik in verschiedenen Facetten, Spezial-Effekte und die Dialoge runden das Stück ab und machen es so imposant. Haben Sie eine Lieblingsszene? Ich liebe jede einzelne Szene, da die Schauspieler die Geschichte über ihr Kloster und ihre Brauerei final auch zu ihren ganz persönlichen Festspielen machen. Die 500-Jahrfeier, welche 1589 (1089 - 1589) im Kloster gefeiert wurde, wird mit den Gauklern, Theaterleuten, Musik und dem Feuerwerk zu einem echten Highlight. Aber auch die melancholischen Szenen, wie etwa der Abschied Benedikts von seiner Familie oder das Aufkommen der Pest mag ich sehr. Was erwartet die Besucher bei den Festspielen? Sie können sich gemütlich in ihren nummerierten Schalensitzen auf der Freilichtbühne direkt vor der Zwiefalter Aach zurücklehnen und das Geschehen auf der Bühne hautnah miterleben. Sie werden mit Snacks, Getränken und warmen Kissen versorgt, so dass es ihnen an nichts fehlen wird.

Sind diese Festspiele ein Gemeinschaftsprodukt? Zweifelsohne. Deshalb möchte ich allen ehrenamtlichen Darstellern, vor allem Herbert Ott für seinen Einsatz als Spielleiter, Anita Bendel mit Max Geiger und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Zwiefalter Klosterbräu danken. Sie haben diese Vision mitgetragen und sie mit mir gemeinsam umgesetzt. Außerdem gilt mein Dank auch Stefan Benk, der sämtliche Spezialeffekte live einmischt und nach dieser Zeit ein guter Freund geworden ist, Torsten Bader, der den „Zwiefalter Traum" mit vielen extra Versionen komponierte und aufgenommen hat, Daniel Gramer als Liedtexter, Freund, Partner und Berater, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Festspiele das sind, was sie sind. Und natürlich möchte ich mich bei unserer unverkennbaren Stimme Hans-Jörg Karrenbrock bedanken. Er lässt unsere Festspiele zu einem audiovisuellen Spektakel werden!

Peter Baader spielt seinen Urgroßvater mit dessen Auftritt die Geschichte der Klosterbräu-Festspiele im Jahre 1897 endet.


Fotograf: Thomas Warnack

AUSFLUGSTIPP  Pilgern zum Bussen – dem „Heiligen Berg Oberschwabens“ Früher pilgerten hauptsächlich Frauen zum Bussen, um bei der Gottesmutter Maria Kindersegen zu erflehen. Heute nehmen jedes Jahr viele Tausende Besucher den steilen Aufstieg zum „heiligen Berg Oberschwabens“ in Kauf, um die wunderschöne Marienwallfahrtskirche aufzusuchen.

M

it seinen 761 Metern ist der Bussen die höchste Erhebung zwischen Donau und Bodensee. Bei klarer Fernsicht oder gar Fönwetterlage bietet sich vom „Heiligen Berg Oberschwabens“ ein grandioses Alpenpanorama von den bayrischen bis zu den schweizerischen Alpen. Eingebettet zwischen Uttenweiler und Unlingen liegt ihm die Gemeinde Offingen zu Füßen. Hier steht ein Denkmal für einen Flugkampf, der sich einst über dem Bussen abgespielt hat. An die Opfer wird auch auf dem Berg erinnert, außerdem finden für sie regelmäßig Gedenkfeiern statt.

Der Anstieg zum Bussen ist steil, doch die Aussicht lohnt die Anstrengung allemal. Bei Fön ist sogar der Bodensee als Silberstreif zu sehen, darüber hinaus überblickt man von hier aus das ganze hügelige und landwirtschaftlich geprägte Oberschwaben. Ein Feld reiht sich ans andere – hellgrün, dunkelgrün, braun und gelb sind die verschiedenen Anbauflächen in abwechslungsreicher Unregelmäßigkeit aneinandergefügt. Dazwischen lassen die kleinen Dörfer mit ihren herausragenden Kirchen den typischen Charakter Oberschwabens erkennen. Wer den Blick nach Norden richtet, erblickt Ulm mit seinem Münster und die Schwäbische Alb.

Fotograf: Thomas Warnack

Es ist zum einen der atemberaubende Ausblick, der den Bussen zum beliebten Wanderziel macht. Doch es ist auch die Marienwallfahrtskirche, die viele Besucher magisch und immer wieder anzieht. Bereits um 805 wurde sie zum ersten Mal an diesem Standort erwähnt. Der romanische Vorgängerbau war Sankt Leodegar gewidmet, wie Urkunden von 892 belegen. Seit 1432 ist die Kirche dem Heiligen Johannes Baptist geweiht, dazu gesellt sich die Schmerzhafte Muttergottes. Das Patronat ging im Jahr 1693 an das Kloster Reichenau, welche den Bussen als Wallfahrtsort ausbaute. 

Bei Fön erhält man ein traumhaftes Alpenpanorama geschenkt 

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Um 1300 gehörte zum Bussen nicht nur die Kirche, sondern auch eine Burg, die jedoch an anderer Stelle stand als heute. Immer wieder wechselte der strategisch wichtige Berg Bussen seinen Besitzer, im 15. Jahrhundert wurden weitere Burganlagen auf oder um den Berg herum erbaut. Während des 30-jährigen Krieges wurde die Burg 1633 angezündet und fast völlig zerstört. Der Burgturm, der heute als Aussichtsplattform dient, wurde 1869 erbaut. Mit dem Fall des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen ging der Berg an das Königreich Württemberg. Seit 1997 gehört der Bussen in Oberschwaben dem Landkreis Biberach, der auch für die Renovierung der Gebäude zuständig ist. Vom Bussen bis nach Riedlingen zieht sich der sogenannte Schöpfungsweg – eine Wanderroute für Gläubige.

diesem Raum getragen wurde. Sie besteht aus einem langen, nach unten weit fallenden Kleid aus buntem Stoff, einem Halbschurz, der Holzmaske mit Kopftuch und einem Henkelkorb. Die Geschichte um diesen Berg hängt eng mit dem Umland, mit Alemannen, verschiedenen Klöstern oder Adeligen zusammen. Während die Bussenburg komplett zerstört wurde, blieb die Bussenkirche unversehrt. Nach dem 30-jährigen Krieg kam die Pest, das Umland

Schon seit der Antike gilt der Bussen als heilig. Durch Funde von Keramiken konnte die Besiedelung des Bussen von der Bronzezeit bis ins 5. Jahrhundert vor Christus zurückdatiert werden. Vermutlich war es die Erhebung an sich, weswegen schon die Kelten hier Fruchtbarkeitsopfer darbrachten. Zum Wallfahrtsort wurde der Bussen 1521, als eine Truchsessin ein Gnadenbild der Muttergottes stiftete. Kinderlose Paare pilgerten von nun an dorthin, junge wie   Seit über 50 Jahren ist der Bussen Ziel der großen Männer- und Familienwallfahrt am Pfingstmontag ältere Eheleute baten und beteten für ein „Bussakendle“. Die heutigen „Bussakendle“ sind aus Marzipan und käuflich erwerbbar, außerdem kön- war kaum noch besiedelt. Jahre später allerdings zogen wieder Mennen sie lebendig als Wickelkinder gekleidet zur Fasnetszeit bestaunt schen aus Tirol, Vorarlberg und der Schweiz in die Region. werden. Die Narrenfigur symbolisiert den reichlichen Kindersegen, den der Storch (Unlinger Adebar) bringt. An dessen Schnabel ist Viele Ausflügler, Wanderer und Radfahrer kommen nicht nur weein „Bussakendle“ angebracht, während sich die „Bussaweibla“ als gen des Bussens hierher, sondern auch, weil sie die schöne und freundliche Frauengestalten präsentieren, die Kindersegen bei der noch weitgehend unberührte Natur und Erholungslandschaft „Bussenmutter“ in der Wallfahrtskirche erbitten. Ihre Kleidung ist rund um den Bussen zu schätzen wissen. Der internationale Doder Bussentracht angeglichen, die bis zur Jahrhundertwende in nau-Radwanderweg und der Radweg Donau-Bodensee führt hier direkt vorbei, nach jeder Biegung entstehen neue Eindrücke durch die Stille der Donauauen, das Rauschen des Wassers der Donau und das Zwitschern der Vögel. So ist der Bussen und seine Umgebung immer einen Ausflug wert.

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Urlaub machen in der Blockhütte Willi Wolf ist ein Original. Ein schwäbischer Cowboy, der mit sich und der Natur im Reinen ist. In Meidelstetten bewirtschaftet er 160 Hektar landwirtschaftliche Fläche, er hält 25 Pferde und 280 schwarze Albbüffel, die das Bild der Region prägen. Mitten in dieser Idylle schmiegt sich ein kleines Blockhüttendorf ein, das Willi Wolf für Menschen bereit hält, die Lust auf einen unvergesslichen Urlaub der besonderen Art verspüren.

N

ie hätte sich der LandWC, Dusche und einen wirt mit Leib und Seele Schlafbereich, sowie einen träumen lassen, dass er Matratzenboden unterm eines Tages auch in die Dach. Beheizt werden die Tourismusbranche einsteigen werde. Und Häuser mit einem Gusseigentlich geschah es eher aus der Not ofen, der im Winter eine heraus, dass er auf seinem weitläufigen kuschelige Wärme verbreiHofgelände gleich sieben Holztet und das Naturerlebnis blockhäuser auf einmal baute. noch intensiver macht. In Eins für sich selbst, sechs zum einer urigen Sitzecke oder Vermieten. Seit nunmehr neun auf der Veranda können die Gäste gemütlich sitzen und die Jahren serviert er am Rande des Weiten der direkt angrenzenden Landschaft oder den AnBiosphärengebiets die Natur auf blick der Pferde genießen. einem Silbertablett: intensiv Die Hütten sind liebevoll eingerichtet und riechen noch leicht erlebbar und mittendrin in der Landschaft. Die hellen und freundlichen Blockhäuser verfügen nach Harz, vor dem Fenster grasen die schwarzen Albbüffel von Wilüber Küche, die zur Selbstversorgung genutzt werden kann, über li Wolf, der den Wilden Westen mit seiner Cowboy-Art auf die Alb


Willi und seine Alb-Büffel sind bald in einem ARD-Spielfilm zu sehen.

geholt hat. Seine Westernwelt ist rau, meistens ziemlich arbeitsintensiv, seine Urlaubsgäste aber empfinden das Dasein in diesem Fleckchen als äußerst romantisch. Sie werden das ganze Jahr über in den Blockhütten namens „Little Joe“, „Geronimo“ oder „Jolly Jumper“ untergebracht und können einen Wanderritt durch die schöne Landschaft der Alb unternehmen. Vor allem Familien verbringen hier Wochenenden und Ferien, von der Ranch aus erkunden sie Höhlen, fahren Rad oder unternehmen Wanderungen. Bei einem reichhaltigen Frühstück im Reiterstüble können sie sich mit selbstgemachten Marmeladen, delikatem Käse aus der Region und feiner Albbüffelwurst verwöhnen lassen. Für größere Gruppen, Betriebsfeste und Familienfeiern besteht die Möglichkeit, mehrere Blockhäuser oder

die große Hütte für zehn Personen anzumieten. Selbst eine Hochzeit konnte hier schon gefeiert werden. „Unsere Urlauber genießen die Gemächlichkeit, die die Natur ausstrahlt. Sie sitzen vor ihrer Blockhütte und spielen Gitarre oder lassen einfach die Ruhe und die Schönheit der Landschaft auf sich wirken“, erzählt der 61-jährige Willi Wolf. Er ist stolz auf sein kleines Dorf und legt Wert darauf, dass die Idylle erhalten bleibt. Deshalb verzichtet er auch ganz bewusst auf einen WLAN-Anschluss, einen Fernseher sucht man ebenfalls vergeblich in den Holzhäusern. „Die Zeit hier oben auf der Alb kann sinnvoller genutzt werden. Selbst gezieltes Nichtstun ist erholsamer, als vor dem Fernseher zu sitzen und sich berieseln zu lassen“, ist der Alb-Cowboy überzeugt.

INFO

Am 16. Oktober findet in Meidelstetten der Weideabtrieb der Albbüffel mit dem schwäbischen Cowboy Willi Wolf statt. Das Spektakel wird mit Livemusik, einer Western-Stunt-Show, einem großen Kinderprogramm, einem Regional- und Countrymarkt sowie mit Leckerem aus der Westernküche umrahmt. Auch im Fernsehen gibt es Willi Wolf zu sehen. Das ARD zeigt wenige Tage nach dem Weideabtrieb im Abendprogramm den Spielfilm „Die Büffel sind los“, der 2015 in Meidelstetten rund um den Stall von Willi Wolf und mit ihm selbst gedreht wurde.  Ob schlichte Hüttenromantik, Reiterausflüge oder Wanderungen, bei Willi Wolf kann man natürlich genießen.

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THEMA: HANDBALL-BUNDESLIGA Der TV 1893 Neuhausen (TVN) setzt auf junge Talente „Wir wollen im gesicherten Mittelfeld landen und uns dort etablieren“ - so definiert der TVN sein Ziel für die anstehende Saison 2016/17, die in der 2. Handball-Bundesliga am 4. September beginnt. Die vergangene Saison wurde im letzten Tabellendrittel beendet, doch Mannschaft und Fans sind sich sicher: „Da geht noch mehr“. Vier erfahrene Spieler wurden abgegeben und drei junge Talente in den Kader geholt. Sportdirektor Aleksandar Stevic zeigt sich überzeugt, dass er mit dieser jungen Mannschaft, die zu den jüngsten in der 2. Liga zählt, punkten und Erfolg haben kann. Mit der Verpflichtung des Flensburgers Nick Witte konnte zuletzt auch die letzte vakante Position auf dem linken Flügel besetzt werden. Der 20-Jährige hat mit sportlichen Argumenten überzeugt.

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Er verfügt über eine große Wurfvarianz, besitzt eine hohe Endgeschwindigkeit und weist eine stattliche Größe von 1,83 Metern auf. „Das ist optimal für die Außenposition“, findet Stevic. Der Kader ist seit Mitte Juni komplett und gut besetzt. Neben Nick Witte wurden noch Srdjan Predragovic (21 Jahre) von der TUSEM Essen und Karl Toom (19 Jahre) aus Estland verpflichtet. Die neue Saison kann also kommen. Falls wir das Interesse am Handballsport bei Ihnen geweckt haben, sichern Sie sich Ihre Tickets und genießen Sie die einzigartige Hofbühlhallen-Atmosphäre und ab dieser Saison wieder Zwiefalter Klosterbräu! TV 1893 Neuhausen Handball-Bundesliga GmbH Uracher Str. 77, 72555 Metzingen Telefon: 07123/9765080 E-Mail: gmbh@handball-neuhausen.de Homepage: www.handball-neuhausen.de

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FANgesang


TV Weilstetten blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück 1. Männermannschaft in der Relegationsrunde zum Aufstieg in die Baden-Württemberg Oberliga dem SV Remshalden. Unter dem neuen Trainerduo Klaus Schuldt und René Wismar, welche bereits in früheren Jahren das TVW- bzw. JSG-Trikot getragen haben, greifen die „Füchse“ somit auch in der kommenden Saison in der Württembergliga Süd zur Harzkugel. Mit frischen Schwung werden sie dann erneut versuchen, sich an die Spitze der 5. Liga zu setzen. Gleich zwei Damenmannschaften konnten den Aufstieg feiern: die 1. Mannschaft spielt künftig ebenfalls in der Württembergliga Süd und die 2. Mannschaft in der Bezirksliga. Die 2. Männermannschaft konnte sich in der Landesliga halten und die 3. Männermannschaft stieg in die Kreisliga B auf.

fotolia / iamsania

Die vergangene Saison war für den TV Weilstetten äußerst erfolgreich. Insgesamt gehören dem TV Weilstetten fünf aktive Handballmannschaften und 19 Jugendmannschaften aus der JSG Balingen-Weilstetten (gemeinsame Jugendspielgemeinschaft des TV Weilstetten & des Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten). „Wir legen sehr großen Wert auf eine gute Jugendausbildung. Deshalb ist es erfreulich, dass es uns auch jetzt wieder gelungen ist, den eigenen Nachwuchs in die aktiven Mannschaften zu integrieren. Dadurch kommen wir nahezu ohne externe Zugänge aus“, erklärt Handballabteilungsleiter Dietmar Kipp. In der abgelaufenen Runde hat Trainer Ralf Bader hervorragende Arbeit geleistet und nur knapp unterlag die

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VORGESTELLT Aus Direktsaft

Das Schwäbische

Alb-Schorle

Das Schwäbische Alb-Schorle Apfel naturtrüb hat mit der neuen Kreation Apfel-Johannisbeere Verstärkung bekommen. Beide Schorlen sind Qualitäts­produkte der Zwiefalter Klosterbräu und werden nur aus besten Rohstoffen und Zutaten hergestellt. Wichtigste Zutat: Äpfel von Streuobstwiesen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb

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treuobstwiesen prägen das Bild der Kulturlandschaft Schwäbische Alb und sorgen dafür, dass Tradition weiterlebt. Denn der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Aus der Not heraus erkannten weitsichtige Lehnsherren der Albregion den Wert von Obstbäumen zur Selbstversorgung. Diese lieferten Obst und Viehfutter und boten zugleich Schutz vor Wind und Trockenheit. Heute zählen Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wachsen zwei Millionen Obstbäume. Sie bilden einen breiten Gürtel zwischen den Dörfern und der umliegenden Hügellandschaft. Im Frühling ziehen blühende Obstbäume Insekten an, in abgestorbenen Bäumen nisten Spechte und Eulen. Das Gras der Streuobstwiese dient im Sommer als Viehfutter und im Herbst verwandeln die satten Farben der leuchtenden gelb-roten Äpfel die Alb in eine wunderbare Landschaft. Diese geschmacksintensiven Früchte aus kontrolliertem Anbau werden von einer regionalen Fruchtsaftkelterei auf der Alb zu Apfel-Direktsaft verarbeitet, der schließlich als wichtigster Rohstoff für die Schwäbische Alb-Schorle von Zwiefalter Klosterbräu dient. Die Fülle der leckeren, sonnenreifen Apfelsorten wird in der Mischung mit dem kristallklaren Brunnenwasser und mit Kohlensäure zum Geschmackserlebnis. Gleichzeitig kann dadurch ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen als Kulturlandschaft geleistet werden.

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Das Schwäbische Alb-Schorle Apfel naturtrüb besteht aus Apfel-Direktsaft von besten Äpfeln der Streuobstwiesen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Vermischt mit dem kristallklaren Wasser aus dem Zwiefalter Klosterbrunnen ist es ein ausschließlich regionales, nachhaltiges und veganes Erfrischungsgetränk. Zutaten: Apfel-Direktsaft (60 %), Wasser, Kohlensäure.

Für die neue Kreation Schwäbische Alb-Schorle Apfel-Johannisbeere wird noch Johannisbeer-Direktsaft zum Apfel-Direktsaft hinzugefügt, so dass eine ganz neue fruchtig, frische Geschmacksrichtung entsteht. Zutaten: Apfel-Direktsaft (52 %), Johannisbeer-Direktsaft (8 %), Wasser, Kohlensäure.

NEU!


Umweltschutz

28. Zwiefalter NaturfondsWettbewerb Bereits zum 28. Mal gibt es von Zwiefalter Klosterbräu für ehrenamtliche Umweltprojekte in der Region 5000 Euro zu gewinnen. Einsendeschluss für den Naturfonds-Wettbewerb ist der 31. Dezember 2016.

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Teilnahmebedingungen Die Maßnahmen müssen im Jahr 2016 durchgeführt worden sein und sind auf einem DINA A4 Blatt wie folgt zu dokumentieren:

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Ausführungsort 

or mehr als 25 Jahren hat Zwiefalter Klosterbräu den Zwiefalter Naturfonds ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir schützen unsere Natur und Umwelt“ soll der ehrenamtliche Einsatz für einen nachhaltigen Natur- und Umweltschutz in der Region honoriert werden. Dieser 28. Wettbewerb soll einen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt leisten. Zu den Ursachen des Artensterbens zählen neben Lebensraumzerstörung auch Klimaveränderung und Umweltverschmutzung. Mit jeder ausgestorbenen Art wird die Welt ärmer, wichtige und unbezahlbare Ökosystemfunktionen gehen verloren. Vereine, Bürgerinitiativen, Einzelpersonen, Jugendgruppen und Schulklassen können sich mit ihren Projekten um eine Förderung bewerben. Seit 1989 hat die jährlich neu zusammengesetzte Jury bereits fast 80000 Euro an Siegprämien für regionale Umweltprojekte ausgeschüttet.

 Projektbericht mit Ideenumsetzung, Ziel sowie vier hochaufgelöste Digitalbilder auf einer CD-ROM. (Fotos sowie Kopien von Vereins- Presseberichten können als Anlage beigefügt werden)

 Arbeitseinsatz in Stunden und Zeitraum der durchgeführten Maßnahmen

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Zahlenangaben wie z. B. Größe der gepflegten Fläche etc.

Bewerbungen an: Zwiefalter Klosterbräu Naturfonds Postfach 50, 88529 Zwiefalten

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AUSGEHEN EL

 CA N T I NA M E X I CA NA • B A R • C LU B

Jetzt in neuer Location

coco

EL

Poco Loco, Biberach

CA N T I NA M E X I CA NA • B A R • C LU B

Anfang Juli hat das „El Poco Loco“ am Viehmarkt 1 in Biberach neu erĂśffnet. Im ehemaligen Kronensaal kĂśnnen nun mexikanische Spezialitäten, Cocktails und Partystimmung genossen werden, denn das „El Poco Loco“ präsentiert sich mit neuem Konzept: „Wir sind jetzt ein Restaurant, eine Bar und ein Club“, beschreibt Inhaber Alex Ristic seine Location, die er gemeinsam mit seiner Frau Rosalie fĂźhrt. Man wolle den Menschen etwas Besonderes bieten: „Wir haben viele Ideen im Kopf und planen Events, die fĂźr Ăœberraschungen sorgen werden“. Die neuen Räume sind doppelt so groĂ&#x; wie das alte Restaurant, das einige Häuser weiter lag. Es gibt zusätzlich einen Raucherraum und eine Tanzfläche. Die hohen Wände sind bemalt, das ganze Ambiente vermittelt mexikanisches Flair.

Cape Collins, Stuttgart Die intergalaktische Einkehr

Am RotebĂźhlplatz in Stuttgart gibt es mit dem„Cape Collins“ einen neuen Club, bei dem sich alles um die unendlichen Weiten des Weltraums dreht. GrĂźnder Bastian Sommer hat eine Szene geschaffen, die in intergalaktische Sphären entfĂźhrt. Der DJ Pult gleicht einem UFO, die Cocktailbar „Collins“ erinnert an ein Holodeck , das CafĂŠ  „Cape“ nĂźchtern an Mission Control, wobei die Gäste dazu einen spacigen „MakeMake-Kaffee“ bei feinstem Soul, Funk und Disco genieĂ&#x;en kĂśnnen. Der „Welt-raum-hafen“ setzt auf Neuheit: vieles, das hier geboten wird, ist in Stuttgarts Nachtleben bisher noch nie dagewesen. 

TrĂśdler, Engstingen Partystimmung pur

Nirgends sieht man so viele unterschiedliche Menschen gemeinsam tanzen und feiern! Den TrĂśdler in Engstingen zeichnet aber noch weit mehr aus, als beste Partystimmung: Service in einer Disco? Mit Vornamen begrĂźĂ&#x;t werden? Eigentlich undenkbar – beim TrĂśdler gehĂśrt dies zum Standard! Seit Ăźber 23 Jahren ist er jetzt schon fĂźr seine Gäste da und will noch viele weitere Jahre gemeinsam mit seinen Besuchern feiern! Denn im TrĂśdler wird das Feiern noch groĂ&#x;geschrieben. Immer Eintritt frei!

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franz K., Reutlingen

Kultur im alten französischen Kino Das franz K. bietet als Kulturzentrum im alten französischen Kino in Reutlingen eine kulturelle Vielfalt für Menschen jeglichen Alters. 2008 wurde das franz. K eröffnet, seither finden jährlich rund 350 Veranstaltungen wie Konzerte, Theater- und Kabarett-Aufführungen, Lesungen, Podiums-Diskussionen und vieles mehr statt. Der Saal verfügt über 400 Sitz- und 620 Stehplätze sowie zwei kleinere Bühnen- und Seminarräume. Die Vielfältigkeit des Programms zeigt sich an den Angeboten. Am Mittwoch, 14. September um 20.30 Uhr steht die Kultband „Tito & Tarantula“ mit teilweise rockigen, manchmal trashigen doch stets ehrlichen und seelenvollen Songs auf der Bühne. Am Samstag, 17. September um 20.30 Uhr präsentiert der Kleinkunstherbst Andreas Rebers mit politischem Kabarett und am Dienstag, 20. September gibt es um 20 Uhr eine Impro-Comedy, bei der sich die Besucher im „Tauschrausch“ fühlen und über die Genialität der Akteure staunen dürfen. Soul und Reggae ist am Samstag, 8. Oktober um 20 Uhr mit „AMI“ angesagt. Ihre Songs sind tanzbar mit hypnotischen Beats, doch AMI bietet auch soulige Balladen und entspannte Stücke. Das ganze Programm unter www.franzk.net

Kreuz, Obermarchtal Kneipe & Konzerte

Bis 1998 war Obermarchtal eigentlich nur wegen seiner geschichtsträchtigen Klosteranlage bekannt. Dass inzwischen auch viele Musik- und Rockfans den kleinen Ort an der Donau ansteuern, liegt an Herbert „Rich“ Knab, der seither das „Kreuz“ betreibt. Es ist im weiten Umkreis bekannt für hochklassige Konzerte mit bekannten Acts wie Anne Haigis, Jane, End of Green oder auch Gunter Gabriel. Mit Ektomorf, Lord Bishop, Shakra und vielen anderen stehen auch immer wieder international erfolgreiche Künstler auf der Bühne, auch die oberschwäbische Fraktion wie Grachmusikhoff, Pommfritz, Rock und Rollinger oder Herzdropfa kommt nicht zu kurz. In der neu gestalteten Kneipe trifft sich zu Bier, Longdrinks und Cocktails, zu Wurstsalat, Pizza und Baguettes die ganze Region.

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Kurz & Knapp...

Offizieller Fassanstich „ Schwarzbier “ im Rahmen des Dapfener Schlachtfests

Frohe Weihnachten – unser Festbier!

Fassanstich am Samstag, den 17.09.2016 um 18:00 Uhr. Bei einer traditionellen Schlachtplatte, herrlich frischem Holzofenbrot, einem kühlen Bier und guter Blasmusik kommen Sie inmitten einer einzigartigen Landschaft garantiert auf Ihre Kosten.

Speziell für die kalten Wintermonate brauen die Zwiefalter Brauer diese bernsteinfarbige und würzige Bierspezialität. Durch eine zusätzliche Schüttung an Caramalzen, entsteht ein Sondersud mit 13,5% Stammwürze, der nach 56-tägiger Lagerung eine Bierspezialität mit 5,6% Alkohol ergibt, die nach Noten von Mandeln und Maronen besonders riecht und schmeckt. Schon probiert?

Tolle kostenlose App, poste Fotos von deinem Bier das du gerade trinkst und bewerte es mit Sonnen. Oder halte in der Stadt in der du dich befindest Ausschau nach der nächstgelegensten Bierkneipe, Brauhaus oder Brauerei. Leider noch nicht auf Deutsch, dafür kostenlos. Registrierung erforderlich, aber das muss man heute fast überall.

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fotolia / Syda Productions

UNTAPPD – Discover Beer


Übersetzungen aus dem Bierjargon

Was ist die Stammwürze? Mit der Stammwürze misst der Brauer den prozentuellen Anteil an gelöstem Malzzucker in der unvergorenen Würze. Kräftige Biere werden mit viel Malz eingebraut und haben eine höhere Stammwürze, sprich auch nach der Gärung einen höheren Alkoholgehalt.

fotolia / fotobi, shutterstock / jcjgphotography, shutterstock / : BlueSkyImage, shutterstock / AlenKadr, shutterstock / DenisNata, shutterstock / Scisetti Alfio, Zwiefalter Klosterbräu

Wie viel Alkohol hat das stärkste Bier? Im mittelfränkischen Gunzenhausen braut Georg Tscheuschner sein „Schorschbock 57“ dieser kommt auf 57,5 Prozent Alkohol und hält somit den Weltrekord für das stärkste Bier der Welt.



Wie viel Bier wird beim Münchner Oktoberfest getrunken? Die Oktoberfest-Gäste tranken 2015 nach Angaben der Festwirte insgesamt 7,5 Mio. (2014: 7,7 Mio.) Maß Bier. Diese Biermenge wird in Zwiefalten über das gesamte Jahr hinweg nicht gebraut.

Was bedeutet Rezens im Bier? Das ist ein Geschmackseindruck, der sich beim Trunk eines Bieres ergibt, indem sich auf der Zunge  die Kohlensäure entbindet, kurz  „Spritzigkeit“.

Was versteht man unter untergärig? Für das Spezial, Pilsner Hell oder Pils gibt der Zwiefalter Braumeister bei der Gärung eine untergärige  Kellerhefe hinzu. Diese spaltet bei Temperaturen um die 4-6 Grad ganz natürlich den Malzzucker in Alkohol und Kohlendioxid auf und setzt sich danach am Boden des Gärtanks ab.

Wie viel Liter sind ein Hektoliter? Messgröße in der Braubranche: 100 Liter entsprechen 1 Hektoliter.

Was bezeichnet man als Sud? Ein Sud ist eine Produktionseinheit im Sudhaus.  Hinter jedem Sud steckt die jeweilige Rezeptur für den gewünschten Bierstil.

Wie viele Kalorien haben 0,5 Liter Bier im Vergleich zu 0,5 Liter Wein? In 0,5 Liter Bier stecken rund 200 Kcal, in 0,5 Liter Wein etwa das Doppelte.

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bigstock / Semmick Photo

K chenfest Kaisers Küchenfest

im Esszimmer

Am Samstag, 22. Oktober, ist es wieder soweit: Zum dritten Mal findet in Mittelbiberach das Küchenfest im Restaurant ESSZIMMER statt. Dieses „Walking Dinner“ ist ein ganz besonderes Ereignis, das den Gästen Genuss für alle Sinne bietet: Sechs Gänge – zubereitet von sechs Köchen, die sich bei ihrer Arbeit über die Schultern sehen lassen. Das ESSZIMMER ist im Landkreis Biberach längst kein Geheimtipp mehr. Simon Kaisers regional kreative Küche hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren viele Genussmenschen und Gäste erreicht, die Wert auf Qualität und Hausgemachtes legen. Seine Frau Sarah Kaiser leitet den Service als leidenschaftliche Gastgeberin gemeinsam mit Ihrem jungen Team.

von Häussler Backöfen Heiligkreuztal ihre Kochkunst. Dazu werden zu jedem Gang korrespondierende Weine der Weinbastion Ulm ausgeschenkt, welche sich die Gäste selbst an der Weinbar abholen: „Unsere Gäste sehen ganz genau, was mit den hochwertigen Produkten passiert. Sie kommen mit den Köchen ins Gespräch und erhalten vielleicht sogar ein paar kulinarische Tipps“, verrät Simon Kaiser. An diesem Abend werEinmal im Jahr findet mitten unter den Gästen eine Küchenparty den pro Gast 12 verschiedene Weine plus Aperitif passend zum Menü statt, bei der die Verarbeitung saisonaler und köstlicher Produkte serviert, das ganze Jahr über stehen aber natürlich auch ausgewählzu feinen Gerichten im Fokus steht. Sechs verschiedene Köche und te Bierspezialitäten auf der Karte. Freunde von Kaiser stehen – verteilt im Esszimmer – am Herd und bereiten in ihrem ganz eigenen Stil grandiose Gänge zu. „Jeder Gang Hundert Gäste können diesen außergewöhnlichen Event miterleben. wird unter den Augen der Besucher frisch gekocht, das komplette Wer beim Küchenfest keinen Platz mehr ergattert, kann sich mit „EsMenü ist eine Überraschung“. Neben Simon Kaiser vom Restaurant szimmer trifft Scala“ am 8. September als echte Alternative trösten. ESSZIMMER präsentieren Egon Durach vom Hotel Kleber Post aus Kaiser kocht zusammen mit Scala Küchenchef Simon Schuwerk aus Bad Saulgau, Simon Russ vom Restaurant Wielandshöhe (Vincent Bad Waldsee ein exklusives Fünfgänge-Menü: „Jeder von uns beiden Klink) Stuttgart, Markus Gröber von der Goldenen Krone Leutkirch, kreiert abwechselnd einen Gang. Heraus kommt eine spannende Manuel Felder vom Gasthof Sonne Herbertingen sowie Alex Weinl Menüfolge in zwei Stillrichtungen“, verspricht Simon Kaiser.

Kartenvorverkauf unter: Telefon 07351 /5749890, 108 € incl. Aperitif, Korrespondierende Weine, Wasser Öffnungszeiten: Mi - Sa 18:00 - 23:00 Uhr, So 12:00 - 14:30 Uhr + 18:00 - 23:00 Uhr. Mo & Di Ruhetag. Restaurant ESSZIMMER Ziegeleistr. 37 88441 Mittelbiberach www.restaurantesszimmer.de


Auf ein

WORT

Erfolgreiche Unternehmer von der Schwäbischen Alb und unserer Heimat im Gespräch, heute:

Rainer Seiz

Geschäftsführer der Friedrich Seiz GmbH, Metzingen The Glove Factory Ihr Unternehmen gehört aktuell zu den 100 besten mittelständischen Betrieben in Deutschland und wurde mit einem Förderpreis für Innovation ausgezeichnet. Was macht Ihren Erfolg aus? Rainer Seiz: „Wir bei Seiz wollen die besten Handschuhe fertigen. Für jede Hand. Für jeden Einsatz. Das schaffen wir, weil wir uns selbst und unserer Tradition treu bleiben. Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen und schätzen Werte wie Zusammenhalt, Loyalität, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und gegenseitige Wertschätzung. Diese Werte und der beständige Wille, mit immer neuen Innovationen unsere Handschuhe immer noch besser für unsere Kunden zu machen, treiben uns an“.

Rainer Seiz: „Im Kreise meiner Familie oder, wenn ich die Zeit habe, beim Angeln an meinem Lieblingsplatz in Zwiefaltendorf. Die Ruhe, die Natur und das Flair helfen mir dabei Kraft zu schöpfen und auf neue Ideen zu kommen“.

Sie führen das Lebenswerk Ihrer Eltern weiter. Was gab Ihnen die Motivation, diesen Weg zu gehen? Rainer Seiz:„Bereits in jungen Jahren kam ich ins Unternehmen. Meine Eltern haben sich krankheitsbedingt schon früh aus dem Geschäft zurückgenommen. So war ich Anfang Zwanzig für leitende Aufgaben und unternehmerische Entscheidungen verantwortlich. Ich erkannte das Potential der Branche und setzte schon damals meine Ideen - mit etwas Mut - in die Tat um“.

Sind Sie ein Wein- oder ein Biertrinker?   Rainer Seiz: „Die innere Stimme entscheidet, ob ich lieber einen guten Wein oder ein gutes Bier trinke. Das naturbelassene Zwiefalter Abt mit seiner feinen Hefe und das Zwiefalter Radler sauer als Durstlöscher sind meine absoluten Favoriten“.

Ein solch erfolgreiches Unternehmen zu führen kostet Kraft und Zeit. Wie und wo finden Sie Ihren ganz persönlichen Ausgleich?

Wenn Sie ein Genussmensch sind – worin liegen für Sie ganz persönlich besondere Genüsse? Rainer Seiz: „Definitiv würde ich mich selbst als Genussmensch bezeichnen. Genuss bedeutet nicht überteuertes Essen oder erlesene Getränke. Vielmehr geht es um das, was man damit verbindet. Ein Stück Schokolade einer Marke aus der Kindheit oder ein kühles Bier an einem Sommerabend im Garten mit Freunden. Der Moment ist es, der für mich den Genuss ausmacht“.

Was lieben Sie an Ihrer Heimat? Rainer Seiz: „Ich bin beruflich und auch privat viel unterwegs, habe aber festgestellt, dass man in der Fremde erfährt, was einem die Heimat wert ist und liebt sie dann umso mehr“.

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In der nächsten

:

Impressum Herausgeber: Zwiefalter Klosterbräu GmbH & Co. KG Hauptstr. 24 Postfach 50 88529 Zwiefalten

 Eröffnung des Jahres Am 23. April 2017 öffnet das Zwiefalter Klosterbräu Kundenzentrum seine Pforten. Die Highlights: Klösterliche Braukunst zum Anfassen und ein wunderschöner Biergarten mit Blick aufs Münster. Wir stellen das neue Ausflugsziel ausführlich vor!

123RF / Jaime Pharr / Ludmila Smite

Fotos allgemein: Wenn nicht anders vermerkt, wurden uns die Fotos zur Verfügung gestellt. Auflage: 60000 Exemplare

 Da goht dr Doig! Backhaushocketse auf der Schwäbischen Alb  Danke für die Lieder… Ehrenamtlich im Einsatz für das Kulturgut Blasmusik

Vertrieb: Das Magazin erscheint 2 mal jährlich und ist kostenfrei. 123RF / Dmitriy Tereshchenko

123RF / Yulia Yunovidova

 Der Mälzer macht's Besuch bei der Mälzerei, die unsere regionale Braugerste zu feinstem Alb-Braumalz veredelt

Fotos rund um Zwiefalter Klosterbräu: Johannes Schröppel Thomas Warnack

facebook.com/zwiefalter

Außerdem: Neue Gastro- und Ausflugstipps in unserer Region, Fan-Gesänge, Eingecheckt und vieles mehr!

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BRAUKUNST - September 2016