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V OPUS

Angela Hewitt

Programmheft Mai – Juni 2016


Klänge, die berühren Ob der satte Klang eines 12-Zylinders oder die zarte Passage von Klavier und Geige – uns fasziniert harmonisches Zusammenklingen. www.amag.ch

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Mit Leidenschaft. Für Sie.


Liebes Konzertpublikum Der Sommer naht mit grossen Schritten. Nebst dem Gang in den Garten lohnt sich auch ein Konzertbesuch. Gerade in den Wonnemonaten Mai und Juni sprühen bei uns die Funken. Begegnen Sie im Rahmen der Zürcher Festspiele unserem Artist in Residence, Fazil Say. Dieses Mal steht er zusammen mit dem Ausnahmetrompeter Gábor Boldoczki und dem Zürcher Kammerorchester auf der Bühne. Es erklingen Werke von Beethoven und Schostakowitsch. Die Pianistin Angela Hewitt wurde durch ihre Bach-Interpretationen weltberühmt. Lassen Sie sich von ihrer Hingabe an den grossen Komponisten inspirieren – egal, ob Sie bereits zu den BarockFans gehören oder es noch werden möchten. Den Meisterzyklus beenden wir mit keinem Geringeren als dem Organisten Cameron Carpenter. Der glamourösvirtuose Amerikaner zeigt die Königin der Instrumente in ihrer ganzen klanglichen Pracht. Auch unserem jüngsten Publikum präsentieren wir Musik in allen Facetten. Beim Kinderkonzert «Wulche, Wind und Wätter» wechseln sich Stürme, Regengüsse und Sonnenstrahlen ab. Wir freuen uns, Sie musikalisch in den Sommer zu begleiten. Das Zürcher Kammerorchester und ich wünschen Ihnen viele unvergessliche Konzertmomente. Ihr Michael Bühler, Direktor

Unsere Konzerte werden ermöglicht durch Subventionen der Stadt und des Kantons Zürich sowie durch Beiträge der ZKO-Freunde und unserer Hauptpartner AMAG und Zürcher Kantonalbank. Wir bedanken uns. 3


1. Violine

Willi Zimmermann, Konzertm. Donat Nussbaumer, Stv. Konzertm. Michael Gebauer Sandra Goldberg Jana Karsko Asa Konishi Jankowska

2. Violine

Daria Zappa Matesic, Stimmf. Silviya Savova-Hartkamp, Stv. Stimmf. Anna Tchinaeva, Stv. Stimmf. Kio Seiler Hiroko Takehara Strahm

Viola

Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmf. Janka Szomor-Mekis Pierre Tissonnier

Violoncello

Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmf. Silvia Rohner Geiser

Kontrabass

Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmf.

Oboe

Roman Schmid

Horn

Thomas Müller Martin Ackermann

Cembalo

Naoki Kitaya

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Zürcher Kammerorchester – Saison 2015/16 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang erlangte das Ensemble internationale Anerkennung. In der Ära mit dem weltweit angesehenen Principal Conductor Sir Roger Norrington, von 2011 bis 2015, konnte das Zürcher Kammerorchester seine hervorragende Reputation nachhaltig festigen. Ab der Saison 2016/17 wird Daniel Hope als Music Director die künstlerische Leitung des Orchesters übernehmen. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals, Auftritte in den bedeutenden Musikzentren Europas, Konzerttourneen auf fast allen Kontinenten sowie zahlreiche, gefeierte CD-Produktionen belegen das weltweite Renommee des Orchesters. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von Barock (in historisch informierter Spielweise auf Darmsaiten und mit Barockbögen) über Klassik und Romantik bis zur Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, abc- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammerorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten.

www.zko.ch


Inhalt

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Im Gespräch mit Angela Hewitt

Kinderprogramm 31

So, 8. Mai 2016, 14.00 & 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Konzertprogramm 10

Cameron Carpenter

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Di, 17. Mai 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal 14

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Kinderkonzert «Wulche, Wind und Wätter» So, 22. Mai 2016, 11.00 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

Enrico Onofri Nicola Mosca Do, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr Kirche St. Peter

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ZKO-Inside Michael Gebauer

Angela Hewitt

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Konzertvorschau

Di, 7. Juni 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal 22

Nuggi-Konzert

September – Oktober 2016

Fazil Say Gábor Boldoczki Willi Zimmermann Di, 21. Juni 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

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Kammermusik@ZKO So, 8. Mai 2016, 11.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

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Im Gespräch mit

Angela Hewitt Klavier

Angela Hewitt, von Ihnen stammt die Äusserung, dass Sie sich ärgern, vor allem mit Bach verbunden zu werden. Jetzt machen Sie in Zürich ein reines Bach-­Programm. Ärgern Sie sich?

Zumal zu Bachs Zeiten kein modernes P­ edal wie heute existierte. Mit dem Finger-­Legato lassen sich aber ähnliche Wirkungen erzeugen.

Genau. Natürlich braucht man das Nein. Es ist natürlich wunderbar, als Pedal, vor allem von Beethoven an, aber Bach-Spielerin bekannt zu sein – weil es man muss darauf achten, es intelligent keine grössere Musik gibt. Ich habe mein zu nutzen. Wenn man ein Finger-Legato Leben mit Bach verbracht. Ich liebe es, zu entwickeln weiss, ist das eine der seine Musik zu spielen und freue mich wichtigsten Fertigkeiten – nicht nur auf das Konzert in Zürich. Ich spiele aber beim Spielen von Bach. auch viele Werke anderer Komponisten, von Couperin und Rameau bis hin zur Hilft das auch bei Liszt, Chopin oder zeitgenössischen Musik. ­Messiaen? Hilft die Auseinandersetzung mit Bachs Musik für das Spiel anderer Komponisten? Ja. Wenn man Bach versteht, ist einem für alles eine wunderbare Grundlage gegeben. Durch Bach denke ich nicht nur in vertikalen Harmonien, sondern stärker horizontal, also in Stimmen. Das bringt so viele spannende Aspekte hervor. Es hilft auch sehr, wenn man nicht ständig das Pedal benutzt. Das wird schnell zu einer schlechten Gewohnheit. 6

Natürlich, absolut! Genau das ist es doch, was ich persönlich in vielen ­Interpretationen vermisse: ein Gespür für A ­ rtikulation und Phrasierung. Es ist stets wichtig zu wissen, an welcher S­ telle man atmet – die Interpunktion in einer Phrase. Das macht Musik erst richtig lebendig. In meinen Meisterklassen versuche ich ebendies den Studentinnen und Studenten zu vermitteln, weil sie nicht wirklich viel darüber nachdenken, wie mir scheint.


Auch Ihr eigenes Bach-Spiel hat sich im Lauf der Zeit verändert. Was waren die zentralen Erfahrungen? Natürlich hatte ich einen schönen BachBeginn, weil meine Eltern tolle Musiker waren. Mein Vater war Organist. Seit meinem vierten Lebensjahr habe ich vermittelt bekommen, wie man Bach stilgerecht artikuliert, indem man einen schönen Ton erschafft, das richtige «Timing» und die entsprechende Dynamik einsetzt. Aber manches hat sich über die Jahre geändert. Der vielleicht grösste Wandel setzte ein, als ich 1985 nach London kam. Das war die goldene Ära der Bewegung Alter Musik, und ich arbeitete mit Sir Roger Norrington und Trevor Pinnock zusammen.

«Wenn man Bach versteht, ist einem für alles eine wunderbare Grundlage gegeben.»

Sir John Eliot Gardiner hat einmal gesagt, Bach wolle getanzt sein. Oh ja, absolut! Übrigens tanze ich seit meinem dritten Lebensjahr und habe bis 23 klassisches Ballett gemacht. Diese Erfahrung war nicht nur für Bach Gold wert, sondern für die Interpretation jeder Musik, und das hört man meinem Spiel auch an. Spielen heute viele Interpreten Bach zu schnell? Das lässt sich nicht pauschal so behaupten, aber ja – die Gigue oder die französische Courante werden oft zu schnell gespielt. Die Courante war kein rasend schneller Tanz. Sie zählte zu den gemässigteren Tänzen, mit komplexen Schritten. Man kann das nachlesen. Auch in der Gigue sollte man alle Noten hören.­ Sie kann nicht so schnell sein, dass es sich nicht mehr dazu tanzen lässt. Und ich habe sie getanzt und kenne die Schritte. Weshalb spielen Sie Bach auf einem modernen Flügel?

Wenn ich Bach auf dem modernen Klavier spiele, denke ich an Barockorchester, Was hat das konkret bewirkt? Barockbögen, die Orgel, das Cembalo und auch an den damaligen Gesang. Es mag keine 180-Grad-Wende bewirkt Das imitiere ich, und das Grossartige ist, haben, aber sie brachten Freude in die dass man auf dem Klavier den menschliMusik und den Geist des Tanzes. Ich chen Gesang besser nachbilden kann als habe das Beste von ihnen übernommen auf einem Cembalo. Mein Spiel wurde und auf das moderne Klavier übertra- zudem positiv beeinflusst, als ich um gen. Ich reduzierte generell das Pedal in das Jahr 2000 auf Fazioli-Flügel zu spiemeinem Spiel, änderte Fingersätze oder len begann. Dieses Instrument gibt mir eine grössere Flexibilität im Klang und die Tempi. 7


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im Anschlag sowie mehr Leichtigkeit. Es ist sehr einfach, einen Fazioli-Flügel sprechen zu lassen – selbst wenn man sehr weich und leicht spielt. Ich liebe das sehr, weil es den Arm nicht ermüdet und die Musik öffnet. Mit wenig Einsatz wird einem eine gewaltige Bandbreite an Differenzierungen in Dynamik und Anschlag geboten. Wenn ich auf einem anderen Instrument – mit einem harten Anschlag – spiele, ändert das definitiv mein Spiel. Die Leichtigkeit ist für mich ganz entscheidend. Jeder kann schnell und laut spielen, leicht und mit einem schönen Ton jedoch ist weit weniger gewöhnlich und geläufig.

Inwieweit haben Sie frühzeitig das getan, was heute fast alle machen – nämlich zwischen dem Originalklang und der modernen Praxis zu vermitteln? Als ich Bach aufzunehmen begann, wollten ihn viele nur auf dem Cembalo hören, für andere war mein Spiel wohl zu wenig romantisch. Plötzlich gab es viele Pianisten, die Bach auf dem Klavier spielten. Man kann es nie allen recht machen, und das sollte auch nicht das eigene Ziel sein. Manche mögen meinen Bach, anderen ist er zu trocken. Sie mögen mehr Pedal, mehr Romantik, ich aber nicht. Man sollte sich selbst treu bleiben – und der Musik.

«Man sollte sich selbst treu bleiben – und der Musik.» Sie leiten das Orchester vom Flügel aus. Wie vermitteln Sie den Musikern Ihre Auffassung von Bachs Musik? Ich komme mit eingerichtetem Material nach Zürich, samt Bogenstrichen und Angaben zur Dynamik. Natürlich diskutieren wir offen über die Interpretation, aber die Musiker sind stets froh und dankbar für eine klare interpretatorische Meinung. Eine gemeinsame Artikulation wie in der Kammermusik ist ­gerade bei Bachs Musik wichtig. Dirigenten sind dabei nicht immer hilfreich. Daher leite ich das Orchester selbst vom Klavier aus. Unmittelbar mit Orchestermusikern zu arbeiten, ist immer eine grosse Freude.

Marco Frei, Autor «Musik&Theater» Konzert mit Angela Hewitt am 6. Juni in Chur und am 7. Juni in Zürich. Informationen und Programm ab Seite 18. 9


Dienstag, 17. Mai 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

MEISTERZYKLUS -ABO

Cameron Carpenter International Touring Organ

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Dienstag, 17. Mai 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Johann Sebastian Bach 1685  – 1750

Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 «St. Anne»

15´

Johann Sebastian Bach / Gustav Mahler 1860 –1911 Syncretisches Präludium und Fuge in D-Dur, arr. Cameron Carpenter

30´

Johann Sebastian Bach

Chaconne d-Moll nach Busonis Klavierbearbeitung von BWV 1004, arr. Cameron Carpenter

16´

Gustav Mahler

«Rondo-Finale», aus: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll, arr. Cameron Carpenter

15´

Pause

20´

Olivier Messiaen 1908 – 1992

«Dieu parmi nous», aus: La Nativité du Seigneur, neuf méditations pour orgue

10´

Claude Debussy 1862 – 1918

«La cathédrale engloutie», aus: Préludes I

Maurice Ravel 1875 – 1937

La Valse, arr. Cameron Carpenter

Konzertende: ca. 21.45 Uhr

Änderungen vorbehalten

15´

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Billettpreise: CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16 Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 11


Dienstag, 17. Mai 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Cameron Carpenter International Touring Organ

Mit seinem exzentrischen Äusseren und seiner leidenschaftlichen Spielweise bricht Cameron Carpenter mit Stereotypen der Orgelmusik. So erzeugt der Amerikaner weltweit Kontroversen, gleichzeitig entfacht sein virtuoses Spiel aber auch grosse Begeisterung. Von allen Organisten besitzt er womöglich das vielfältigste Repertoire. Es reicht von den Werken J. S. Bachs über Filmmusik bis hin zu eigenen Kompositionen, Hunderten von Transkriptionen und Arrangements. 2014 erfüllte sich für den Ausnahmeorganisten ein lang gehegter Traum: die Fertigstellung seines eigenen Instruments. Die nach seinen Plänen gefertigte mobile Orgel ermöglicht ihm, an fast jedem Ort der Welt konzertieren zu können – eine Selbstverständlichkeit für die meisten Instrumentalisten, eine Revolution jedoch für Cameron Carpenter als Organisten. Mit der sogenannten International Touring Organ (ITO) war er bereits in vielen bedeutenden Spielstätten weltweit zu Gast. Zu den Höhepunkten der Saison 2015  /  16 zählen die Uraufführung seines ersten Orgelkonzertes für grosses O ­ rchester mit dem Pittsburgh S­ymphony ­Orchestra unter Manfred Honeck, Konzerte mit dem Orchestre National du ­ Capitol de Toulouse unter Tugan ­ ­ Sokhiev, dem Orchestre Philharmonique du ­ ­ Luxembourg unter A ­lexander Shelley sowie eine Tournee mit dem ORF RadioSymphonieorchester Wien unter der 12

Leitung von ­Cornelius Meister. Im Sommer 2015 debütierte C ­ ameron ­Carpenter beim ­Boston ­Symphony Orchestra unter Stéphan Denève und beim ­Shanghai Symphony Orchestra. Eine besondere Zusammenarbeit verbindet C ­ameron Carpenter mit der Berliner Philharmonie, deren Orgelsaison er 2015 zum vierten Mal eröffnete. 1981 in Pennsylvania, USA, geboren, führte Cameron Carpenter mit elf Jahren erstmals J. S. Bachs Wohltemperiertes Klavier auf. An der North Carolina School of the Arts studierte er Komposition sowie Orgel und transkribierte währenddessen über 100 Werke für Orgel, unter anderem Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 5. Die ersten eigenen Kompositionen entstanden während Carpenters Zeit an der Juilliard School New York von 2000 bis 2006. 2011 wurde sein Konzert für Orchester und Orgel «Der Skandal», ein Auftragswerk der Kölner Philharmonie, von der Deutschen Kammerphilharmonie uraufgeführt. 2012 erhielt er den Leonard Bernstein Award des SchleswigHolstein Musik Festivals. Als erster Organist überhaupt wurde Cameron ­Carpenter für sein Album «Revolutionary» 2008 für einen Grammy nominiert.


Dienstag, 17. Mai 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Arrangements für die Schattenkönigin Die Orgel führt in unseren Tagen eher ein Schattendasein im Konzertrepertoire. Orgelmusik war lange Zeit Gebrauchsmusik und hatte ihren Platz im liturgischen Kontext. Insbesondere die protestantische Kirchenmusik hat eine lange Orgeltradition, angefangen im Barock, in dem auch der Orgelbau revolutioniert wurde. Die Ausweitung der Register und die damit verbundene Vielfalt an Klangfarben erweiterten die Möglichkeiten dieses Instruments enorm. Raumgreifend in der Orgelliteratur ist das Schaffen des Leipziger Thomaskantors Johann ­Sebastian Bach. Präludium und Fuge in Es-Dur BWV 552 umrahmen den dritten Teil seiner sogenannten «Clavierübungen», einer Sammlung von Choralbearbeitungen, die 1739 veröffentlicht wurde. Die meisten Stücke waren für Tasteninstrumente aller Art konzipiert; «Die Orgel klingt die Unterscheidung zwischen Cembalo, wie ein grosser Pianoforte und pedalloser Orgel spielte dabei eine untergeordnete Rolle. sinfonischer Bei Präludium und Fuge handelt es Orchesterapparat.» sich jedoch explizit um Stücke für grosse Orgel, «pro organo pleno», wie Bach anmerkt. Im 19. Jahrhundert erlebte die Orgel eine Renaissance, vor allem auch im Konzertsaal. Im Gegensatz zum barocken Vorläufer erlaubte die romantische Orgelbauweise eine noch grössere Auswahl an unterschiedlichen Klangfarben sowie eine differenziertere Dynamik. Die Orgel wurde somit vergleichbar mit einem grossen sinfonischen Orchesterapparat. Im Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts taucht die «Königin der Instrumente» dagegen deutlich seltener auf. Eine Ausnahme bildet der Komponist Olivier Messiaen. Messiaen hatte nach seinem Studium am Pariser Conservatoire eine Organistenstelle an der Kirche La Trinité in Paris angenommen. Dass das Dilemma zwischen der festen Anstellung als Organist und der schöpferischen Tätigkeit als Komponist deutlich grösser war als zu Bachs Zeiten, zeigte sich an den anfänglichen Reaktionen der Gläubigen auf Messiaens Eigenkompositionen. Heute zählen Werke wie die 55-minütige Orgelmeditation «La Nativité de Seigneur», deren Uraufführung 1936 in La Trinité stattfand, zu den zentralen Kompositionen für Orgel. Gemessen an der Vielfalt der Möglichkeiten, welche die Orgel bietet, gibt es viel zu wenig Kompositionen, die für dieses Instrument geschrieben sind. Einen zentralen Platz nehmen daher Arrangements bekannter Werke für Orgel ein, womit sich der Ausnahmekünstler Cameron Carpenter unter anderem einen Namen gemacht hat. cg 13


Donnerstag, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr Kirche St. Peter

BAROCK-ABO

historisch informiert

Enrico Onofri Violine und Leitung Nicola Mosca Violoncello ZĂźrcher Kammerorchester

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Donnerstag, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr – Kirche St. Peter

Samuel Scheidt

1587  – 1654 Die VII. Symphonie aus dem D 2´ Battaglia

Arcangelo Corelli 1653  – 1713 Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 7

Giovanni Gabrieli 1557  – 1612 Canzon Duodecimi Toni in due cori aus: Symphoniae Sacrae 1 4´

Antonio Vivaldi

Dario Castello

Allegro | Largo | Allegro

Sonata XVI a quattro

Heinrich Ignaz Franz von Biber 1644  – 1704

Battaglia für Streicher und B.c. 10´ Sonata | Die liederliche Gesellschaft von allerley Humor | Der Mars | Presto | Aria | Die Schlacht | Lamento der verwundten Musquetirer | Allegro

Matthew Locke

1622  –1  677 Music for «The Tempest»

10´

Vivace – Allegro | Adagio | Allegro | Andante | Allegro | Vivace

1678  – 1741 Concerto F-Dur RV 544 für Violine, Cello, Streicher und B.c. «Il proteo, ossia il mondo al rovescio» 10´ Concerto grosso d-Moll op. 3 Nr. 11 RV 565 für zwei Violinen, Cello, Streicher und B.c. 11´ Allegro | Adagio e spiccato | Allegro | Largo e spiccato | Allegro

Arcangelo Corelli Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 4

11´

Adagio – Allegro | Adagio | Vivace | Allegro – Presto

15´ Introduction | Galliard | Gavot | Saraband | Lilk | Rustick Air | Minoit | Curtain Tune

Konzertende: ca. 21.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einheitspreis: CHF 70 Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli.

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Donnerstag, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr – Kirche St. Peter

Enrico Onofri

Nicola Mosca

Der im italienischen Ravenna geborene Enrico Onofri gehört zur Spitze der international erfolgreichen Barockgeiger. Bereits während seiner Studienzeit spielte er als erster Geiger in der Capella Reial de Cataluny von Jordi Savall. Später musizierte er mit verschiedenen anderen renommierten Ensembles. Von 1987 bis 2010 war er Konzertmeister und Solist bei Il Giardino Armonico. 2000 gründete er die Kammermusikgruppe Imaginarium Ensemble. Seine Karriere ­ als Dirigent setzte 2002 mit grossem Erfolg ein. Er bekam Einladungen von Orchestern und Festivals in Europa, Japan und Kanada. Bis 2013 war er Chefdirigent des Divino Sospiro. Darüber hinaus dirigierte er unter anderem die C ­ amerata Bern, die Festival Strings Lucerne, das Kammerorchester Basel, das Orchestra Ensemble Kanazawa, das Cipango Consort Tokyo, das Real Orquesta de Sevilla und das Orchestre de l’Opéra de Lyon. Seit 2000 lehrt Onofri als Professor für Barockvioline und Barockmusikinterpretation am Conservatorio Bellini in ­Palermo. 2011 wurde er von der Abteilung historische Aufführungspraxis der Juilliard School eingeladen, eine Meisterklasse in New York zu geben. Im Juli 2015 übernahm Onofri die künstlerische und pädagogische Leitung der Europäischen Barockakademie in Ambronay.

Nicola Mosca wurde 1976 als Sohn einer Amerikanerin und eines Italieners in Turin geboren. Sein Cellostudium begann er bei seinem Vater, Antonio M ­ osca, in der Suzukischule in Turin. Er setzte den Unterricht am Konservatorium fort, wo er elfjährig parallel mit dem Harfenstudium begann. 1996 erhielt Nicola Mosca für beide Instrumente die Lehrdiplome mit Auszeichnung. Anschliessend setzte er seine Studien an der Musikakademie der Stadt Basel fort, wo er 1999 das Solistendiplom für Harfe und 2000 das Konzertreifediplom für Cello erlangte. Mosca war Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Als Solist trat er unter anderem mit dem Orchestra da camera di Salerno,­ dem Basler Sinfonieorchester und dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Bobby McFerrin auf. Als Kammermusikpartner musizierte Nicola Mosca mit Künstlerpersönlichkeiten wie Giuliano Carmignola, Rudolf Buchbinder, Oliver Schnyder und Mario ­Brunello. Seit 2001 ist er Solocellist des Zürcher Kammerorchesters. Regelmässig tritt er als Cellist des Zürcher Kammerorches­ ter-Quartetts auf. Besonders gern widmet er seine Zeit dem Barockcello und dem Violoncello piccolo.

Violine und Leitung

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Violoncello


Donnerstag, 26. Mai 2016, 19.30 Uhr – Kirche St. Peter

Mit gespannten Bögen in den Krieg Die Battaglia ist ein früher Vorläufer der späteren Programmmusik. Nicht von ungefähr feierte diese Form eines musikalischen Schlachtengemäldes zur Zeit des 30-jährigen Krieges Hochkonjunktur. Sie macht mit musikalischen Mitteln den Kampf konkurrierender Truppen und Armeen sinnlich erlebbar. Trommelwirbel oder Paukenschläge imitieren Kanonenschüsse. Auch Fanfarenzeichen, Glockengeläut oder Trompetenrufe lassen vor dem inneren Auge des Zuhörers die Kriegsszenerie entstehen. Der Komponist Samuel Scheidt bekam die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges am eigenen Leib zu spüren. Mit der Flucht seines Dienstherrn Wallenstein im Jahre 1628 war er praktisch arbeitslos. Zwei Jahre später verlor er im Zuge der Rekatholisierung seiner Heimatstadt Halle darüber hinaus seine Stellung als Organist und war seitdem nur noch als «blosser Privatus» unterwegs. Nimmt man die wörtliche Übersetzung des lateinischen Wortes «privatus» (beraubt) ernst, so kann man sich vorstellen, was das für einen Musiker zu dieser Zeit bedeutete. Einen kleinen Einblick in das soldatische Leben auch jenseits des Schlachtfeldes, namentlich in die «liederliche Gesellschaft von allerley Humor», gibt Heinrich Ignaz Franz von Biber, der die Wirren des 30-jährigen Krieges selbst «Stürme und nicht mehr erlebt hat. Mit den einzelnen Schlachten sind Satzbezeichnungen steckt er in seiner Battaglia ein Programm ab, das vom prädestiniert munteren Soldatentreiben über die dafür, in Musik gesetzt Verehrung des Kriegsgottes Mars bis hin zum Kampf und dessen fatalen Folgen zu werden.» reicht. Die Geschichte der frühen Programmmusiken erfuhr eine Fortsetzung im Bereich der Schauspielmusiken. Hier war beispielsweise Shakespeares «Macbeth» ein beliebter Stoff, den man musikalisch effektvoll umrahmte. Die Musik zu «The Tempest» des britischen Komponisten Matthew Locke bezieht sich nicht direkt auf Shakespeares Drama, sondern auf ein an Shakespeare angelehntes Opernlibretto von Thomas Shadewell. Das Stück zeichnet panoramaartig eine verwirrende Handlung nach, in der Zauberer, Geister, Schiffbrüchige und Verliebte umherwandeln. Und natürlich ist der titelgebende «Sturm» geradezu prädestiniert dafür, in Musik gesetzt zu werden. Der Meeresgott treibt auch in Vivaldis Konzert «Il proteo, ossia il mondo al rovescio» sein Unwesen. Mit Vivaldis «Concerti con titoli» ging der Typus des barocken Programmkonzerts gewissermassen in Serie, bis das klassisch-romantische Zeitalter die reine, absolute Musik zum stilbildenden ästhetischen Prinzip erhob. cg 17


Dienstag, 7. Juni 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal Montag, 6. Juni 2016, 20.00 Uhr Theater Chur, Theatersaal

GROSSES ABO PIANO-ABO

Angela Hewitt Klavier und Leitung Zürcher Kammerorchester

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Dienstag, 7. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal Montag, 6. Juni 2016, 20.00 Uhr – Theater Chur, Theatersaal

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Klavierkonzert Nr. 3 D-Dur BWV 1054

21´

Ohne Satzbezeichnung (Allegro) Adagio e piano sempre Allegro

Klavierkonzert Nr. 5 f-Moll BWV 1056

12´

Ohne Satzbezeichnung Largo Presto

Klavierkonzert Nr. 7 g-Moll BWV 1058

13´

Ohne Satzbezeichnung Andante Allegro assai

Pause

20´

Klavierkonzert Nr. 2 E-Dur BWV 1053

19´

Allegro Siciliano Allegro

Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052

24´

Allegro Adagio Allegro

Konzertende: ca. 21.30 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Billettpreise: CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16 Konzert Chur: CHF 60 / 49 Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 19


Dienstag, 7. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal Montag, 6. Juni 2016, 20.00 Uhr – Theater Chur, Theatersaal

Angela Hewitt Klavier

Wer den Namen Angela Hewitt hört, denkt wohl unweigerlich auch an J­ ohann Sebastian Bach. Als «die überragende Bach-Pianistin unserer Zeit» bejubelte der britische «Guardian» die Kanadierin. Der Grund dafür ist vor allem ­Hewitts Einspielung sämtlicher Klavierwerke des grossen Komponisten. Die Bach-Aufnahmen entstanden in einem Zeitraum von zehn Jahren und sicherten ­Hewitt einen Platz in der «Gramophone Hall of Fame». ­Angela Hewitts Diskografie­ widmet sich aber auch Werken von ­Mozart, ­Beethoven, Liszt, ­Schumann, Messiaen, Ravel, Chopin, Couperin, ­ Rameau und Chabrier. Anfang dieses Jahres erschien ausserdem ihr erstes Album von ­Scarlattis Sonaten. Angela ­Hewitt ist regelmässig zu Gast bei führenden Orchestern in Europa, den USA und Asien, so beim Orpheus Chamber Orchestra, beim Philharmonia Orchestra, bei den Philharmonikern von Oslo und Rotterdam, beim Mozarteum-Orchester Salzburg, beim City of Birmingham Symphony Orchestra, beim Verbier Festival Chamber Orchestra und beim ­Montreal Symphony Orchestra. Mit Solorezitalen gastiert Angela Hewitt in den renommiertesten Konzertsälen und bei wichtigen Festivals, darunter die Berliner Philharmonie, der Münchener Herkulessaal, das National Arts Centre ­Ottawa, die Carnegie Hall New York und die BBC Proms. In London ist sie ausserdem 20

gern gesehener Gast in der Royal Festival Hall und der Wigmore Hall, wo sie im November 2010 die Uraufführung von sechs Auftragswerken verschiedener Komponisten unter dem Titel «Angela Hewitt’s Bach Book» spielte. Die Werke, die alle auf Bach als Inspirationsquelle zurückgreifen, wurden gemeinsam mit einer Auswahl von Angela Hewitts eigenen Bach-Transkriptionen herausgegeben. Engagements 2016 führen die Künstlerin unter anderem nach Italien, in die Türkei, nach England, Amerika, China und in die Schweiz. In eine kanadische Musikerfamilie hineingeboren, begann Angela Hewitt schon im Alter von drei Jahren mit dem Klavierspiel, trat mit vier Jahren erstmals öffentlich auf und erhielt ein Jahr später ihr erstes Stipendium. Sie studierte beim französischen Pianisten Jean-Paul Sévilla in Ottawa und gewann 1985 den Toronto International Bach P­ iano Competition. 2006 erhielt sie den Verdienstorden «Order of the British Empire». 2015 wurde sie ausserdem zur «Companion of the Order of Canada» ernannt. Angela Hewitt lebt in London, Kanada und Italien, wo sie das T ­ rasimeno Music Festival ins Leben gerufen hat.


Dienstag, 7. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal Montag, 6. Juni 2016, 20.00 Uhr – Theater Chur, Theatersaal

Das Klavier spielt Geige Die Tasten waren Bachs Domäne. Mit seinem «Wohltemperierten Klavier» läutete er eine neue Epoche der Klavierliteratur ein. Der Begriff «Clavier» umfasste zur Zeit Johann Sebastian Bachs – abgesehen von der Orgel – alle damals existierenden Tasteninstrumente. Insofern werden die Konzerte in der heutigen Aufführungspraxis wahlweise auf dem Cembalo, auf dem Clavichord oder dem Klavier aufgeführt. In die Geschichte ist etwa die Interpretation der Bachschen Klavierkonzerte durch Glenn Gould eingegangen. Auch Angela Hewitt hat Bachs sogenannte Cembalokonzerte auf dem Klavier zu neuem Leben erweckt. In den Cembalokonzerten setzte Bach das Tasteninstrument nicht nur als Basso continuo, sondern auch als Soloinstrument ein – eine Neuheit zu seiner Zeit. Die meisten Cembalokonzerte Bachs beruhen auf früheren Solokonzerten für Violine oder Oboe. Bach «Bach verwendete bearbeitete diese für Aufführungen das Cembalo im Leipziger Collegium Musicum, eine Vereinigung musizierender Studenten. erstmals als SoloDie Adaptionen entstanden allesamt in instrument.» den Jahren 1729 bis 1740 und hatten vermutlich einen praktischen Hintergrund: In Leipzig mangelte es an Stars für virtuose Instrumentalkonzerte, sodass Bach den Solopart selbst am Cembalo übernahm. Auf den ersten Blick wirken die Cembalokonzerte Bachs wie ein musikalischer Steinbruch seiner anderen Werke. Es sind Teile aus den «Brandenburgischen Konzerten» ebenso darin eingeflossen wie Teile aus Kantaten. Dies war für eine Zeit, in der es noch keinen klar umrissenen Werkbegriff gab, ein vollkommen übliches Verfahren. Während der Tonumfang des Konzerts Nr. 1 ein Violinkonzert als Ausgangswerk nahelegt, geht man davon aus, dass es sich bei dem Konzert Nr. 2 ursprünglich um ein Konzert für Blasinstrument, vermutlich für Oboe, gehandelt hat. Das Konzert Nr. 3 ist eine Bearbeitung des Violinkonzerts in E-Dur. Mindestens genauso berühmt ist das Violinkonzert in a-Moll BWV 1041, der Vorläufer des Cembalokonzerts Nr. 7. Durch den Wechsel des Soloinstruments erhalten die Konzerte gegenüber den heute wesentlich bekannteren Violin-Versionen einen vollkommen anderen Charakter: Die Tasteninstrumente mögen im Klang eindimensionaler sein, dafür wirkt der Solopart durch die spezifischen Möglichkeiten der Artikulation brillanter. Auffällig ist darüber hinaus, dass das Tasteninstrument in den TuttiPassagen auch als Basso-continuo-Instrument fungiert. Das verleiht den Konzerten bisweilen eine gravitätische Strenge. cg 21


Dienstag, 21. Juni 2016, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

GROSSES ABO KLEINES ABO PIANO-ABO

ZÜRCHER FESTSPIELE

Fazil Say Klavier Gábor Boldoczki Trompete Willi Zimmermann Konzertmeister

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Gábor Boldoczki

Fazil Say

Zürcher Kammerorchester


Dienstag, 21. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Georg Friedrich Händel 1685  – 1759

Suite D-Dur HWV 341 für Trompete, Streicher und B.c.

Ouvertüre Gigue – Allegro Air – Minuetto Bourrée Marche

Dmitri Schostakowitsch 1906  –1  975

Konzert Nr. 1 c-Moll op. 35 für Klavier, Trompete und Streichorchester

21´

Allegretto Lento Moderato Allegro con brio

Pause

20´

Adagio und Allegretto für Streichorchester

Elegie Polka

Ludwig van Beethoven 1770  – 1827

Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95 «Quartetto serioso», arr. für Streichorchester von Gustav Mahler

20´

Allegro con brio Allegretto, ma non troppo Allegro assai vivace, ma serioso Larghetto espressivo – Allegretto agitato

19.00 Uhr: Einführung im Foyer der Tonhalle mit Majordomus (Stephan Mester) Konzertende: ca. 21.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Billettpreise: CHF 105 / 95 / 82 / 58 / 40 / 16 Konzertflügel Steinway & Sons – Vertretung Musik Hug AG und Jecklin Musikhaus AG Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 23


Dienstag, 21. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Fazil Say Klavier

Mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazil Say seit nunmehr 25 Jahren Publikum und Kritik. Konzerte mit diesem Künstler sind andere Konzerte, sie sind direkter, offener, aufregender. Say erlernte das Klavierspiel bei Mithat Fenmen und erhielt bei ­David Levine den Feinschliff als klassischer Pianist. Dank seiner herausragenden Technik und seinem improvisatorischen Talent gewann er 1994 den internationalen Wettbewerb Young Concert Artists in New York. Seitdem spielte Say mit zahlreichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern sowie Dirigenten zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier. Mit dem Konzert vom 21. Juni endet Fazil Says Zeit als Artist in Residence beim Zürcher Kammerorchester.

Gábor Boldoczki Trompete

Der ungarische Trompeter Gábor ­Boldoczki ist die Ausnahmeerscheinung seiner Generation. «Leichtzüngige Artikulation, höchste Beweglichkeit, extrem sicherer Ansatz, Koloraturkunst … ein Solist von solchem Rang veredelt jedes Musikwerk», schrieben die Salzburger Nachrichten nach Boldoczkis Auftritt bei den Salzburger Festspielen 2004. Dort spielte er als erster Trompetensolist welt24

weit. Boldoczki gewann den 1. Preis des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD sowie des internationalen MauriceAndré-Wettbewerbs. Im Rahmen seiner Tourneen gastiert er zusammen mit namhaften Orchestern, zum Beispiel mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Russischen Nationalorchester und den Wiener Symphonikern. Nebst seiner Konzerttätigkeit lehrt er an der Franz-Liszt-Musikakademie.

Willi Zimmermann Konzertmeister

Willi Zimmermann wurde 1978 in die Klasse von Sandor Zöldy aufgenommen und schloss sein Lehr- und Konzertdiplom mit Auszeichnung ab. Ein Stipendium ermöglichte ihm die Weiterbildung bei Sandor Végh und Günter Pichler. Von 1985 bis 2007 war Zimmermann Primarius des Amati Quartetts. Als ers­ ter Konzertmeister im Orchester Mu­ sikkollegium Winterthur und Konzertmeister des Zürcher Kammerorchesters seit 2008 leitet er viele Konzerte vom Pult aus. Daraus ergaben sich zahlreiche Zusammenspiele mit namhaften Künstlern wie Sir András Schiff, ­Rudolf Buchbinder, Heinrich Schiff oder ­ Thomas ­Zehetmair. Als Co-Solist konzertierte er zudem mit Daniel Hope, ­Patricia Kopa­ tchinskaja und vielen anderen. 2016 leitet Willi Zimmermann die Berliner Barocksolisten, das Barockensemble der Berliner Philharmoniker.


Dienstag, 21. Juni 2016, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Täuschungsmanöver Lange Zeit waren Pauken und Trompeten der Gottesverehrung bzw. der Huldigung des weltlichen oder geistlichen Oberhauptes vorbehalten und kündigten fanfarenartig besondere Ereignisse an. Dabei war der glanzvoll-silbrig oder hervorstechendschmetternde Klang der Trompete besonders in Mode. Auch Händel verwendete das Instrument gerne, wie in der Wassermusik von 1717 deutlich wird, deren 11. Satz für die Ouvertüre D-Dur HWV 341 bearbeitet wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlor die Trompete jedoch schlagartig an Popularität. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr die Trompete eine Renaissance als Soloinstrument, nicht zuletzt durch das breite Klang- und Ausdrucksspektrum, das dem Instrument im Bereich der Unterhaltungsmusik, vor «Schostakowitsch: allem im Jazz, zukam. Der festliche, Ein skurriler Kopf, der heroische Klang der Barocktrompete verkehrte sich ins Melancholisches liebte, mit unterGebrochene oder ironisch-grotesk schiedlichen Formen Übersteigerte, wie wir es aus Gustav Mahlers Sinfonien oder Dmitri spielerisch zu Schostakowitschs Opern «Die Nase» oder «Lady Macbeth von Mzensk» experimentieren.» kennen. Schostakowitschs Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35 zeigt seinen Schöpfer als einen skurrilen Kopf, der es liebt, mit unterschiedlichen Formen und Stilrichtungen spielerisch zu experimentieren. Er selbst nannte das Werk eine «spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzert-Gestus». Zu Beginn des Konzerts zitiert er Beethovens Sonate «Appassionata», doch schon hier zeigt sich die wichtigste Eigenschaft des Werkes: Es geht stets anders weiter, als man erwarten würde. Das Werk ist ein einziges Täuschungsmanöver, eine Persiflage auf das klassische Solistenkonzert, wobei der Komponist offen lässt, ob es sich um ein Klavier- oder ein Trompetenkonzert handelt. Die Solotrompete durchbricht immer wieder den Ablauf des klassischen Konzerts mit Einwürfen, die an Unterhaltungsmusik erinnern. In den teils karikaturistisch-überzeichneten, teils übertrieben-platten oder naiv-fröhlichen Klängen der Trompete, die mal von Haydn oder Beethoven inspiriert scheinen, teils Virtuosität à la Liszt aufblitzen lassen, schwingt immer eine gewisse ironische Doppelbödigkeit mit. Ein leichter Hauch von Ironie durchzieht auch das 11. Streichquartett von Ludwig van Beethoven, das sogenannte «Quartetto serioso». Kein Wunder, dass ausgerechnet Gustav Mahler, neben Schostakowitsch eine der sensibelsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, eine besondere Affinität zu diesem Werk entwickelte. cg 25


DER SANDMANN

Exklusiver Partner Ballett Zürich

Exklusiver Partner Ballett Zürich

ab

PR 26 EMIER E 28 M AI 2O16


Sonntag, 8. Mai 2016 11.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Francesco Antonio Bonporti 1672–1749 Sonata a tre g-Moll op. 6 Nr. 7

Preludio : Adagio | Allemanda : Allegro | Giga : Presto

Kammermusik  Antonio Vivaldi @ ZKO 1678 –1741 Kio Seiler Violine Daria Zappa Matesic Violine Nicola Mosca Violoncello Naoki Kitaya Cembalo Emanuele Forni Laute

Concerto D-Dur RV 93 für Laute, Streicher und B.c.

10´

Allegro | Largo | Allegro

Arcangelo Corelli 1653–1713 Sonata a tre d-Moll op. 3 Nr. 2

Grave | Allegro | Adagio | Allegro

Tomaso Albinoni 1671–1751 Balletto a tre G-Dur op. 3 Nr. 3

Preludio: Largo | Allemanda: Allegro | Corrente: Allegro | Gavotta: Presto

Nicola Antonio Porpora 1686–1768 Sinfonia da camera a tre op. 2 Nr. 3

12´

Nicola Mosca

Adagio sostenuto | Allegro | Adagio | Aria prima | Aria secunda

Konzertende: ca. 12.00 Uhr Änderungen vorbehalten Handy ausgeschaltet? Vielen Dank! Einheitspreis: CHF 40 inkl. Kaffee und Gipfeli ab 10.00 Uhr 27


Sonntag, 8. Mai 2016, 11.00 Uhr – ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Kio Seiler Violine

Kio Seiler studierte an der Yale University in Amerika sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London. Sie spielte in renommierten Orchestern Europas, Nordamerikas und Asiens. Neben ihrer Tätigkeit beim Zürcher Kammerorchester erlebt man sie regelmässig im Orchester der Bayerischen Staatsoper München, beim Scottish Chamber Orchestra und der Camerata Salzburg.

Daria Zappa Matesic Violine

Die Tessinerin Daria Zappa Matesic ist Stimmführerin der 2. Geigen im ZKO. Als erste Geigerin des casalQuartetts gab sie Konzerte in aller Welt. Auch als Solistin hat Zappa mit renommierten Orchestern in verschiedenen Ländern gespielt. Sie unterrichtet an der Musikschule Konservatorium Zürich und leitet mit ihrem Mann Massimiliano Matesic das Festival der Stille in Kaiserstuhl.

Nicola Mosca Violoncello

Nicola Mosca wurde in Turin geboren und studierte dort parallel Cello und Harfe. 1999 erhielt er in Basel das Solistendiplom für Harfe, 2000 das Konzertreifediplom für Cello. Mosca spielte 28

als Solist mit zahlreichen Orchestern wie dem Orchestra da Camera di Salerno, dem Basler Sinfonieorchester und dem Münchener Rundfunkorchester. Seit 2001 ist er Solocellist des Zürcher Kammerorchesters.

Naoki Kitaya Cembalo

Naoki Kitaya, geboren in Tokio, ist seit seiner Jugend auf den Bühnen Europas zu Hause. Nach drei Jahren als Dozent für Continuo-Praxis an der Musikhochschule Zürich arbeitet Kitaya als freischaffender Musiker. Als Cembalist und Organist konzertiert er mit namhaften Künstlern und gastiert an internationalen Festivals. Der vielseitige Künstler ist auch als Komponist tätig.

Emanuele Forni Laute

Emanuele Forni studierte klassische Gitarre, zeitgenössische Musik und Alte Musik. Seine bisherige Konzerttätigkeit umfasste unter anderem Konzerte mit dem Venice Baroque Orchestra und dem Orchester La Scintilla unter Dirigenten wie Sir Roger Norrington oder Pierre Boulez. Er realisiert Projekte mit Sängern wie Cecilia Bartoli, bekannten klassischen Solisten und Ensembles für zeitgenössische und Alte Musik.


Celebrate classical music Sommer-Festival 12. August – 11. September 2016 Berliner Philharmoniker Gewandhausorchester Leipzig LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA Münchner Philharmoniker São Paulo Symphony Orchestra

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela West-Eastern Divan Orchestra The Cleveland Orchestra Wiener Philharmoniker und viele mehr 29

www.lucernefestival.ch www.lucernefestival.ch


VOLKSHOCHSCHULE ZÜRICH SOMMER 2016

Lehrgang Musikgeschichte In 8 Teilen Thomas Meyer, Musikwissenschaftler Der Lehrgang Musikgeschichte gibt einen umfassenden Überblick über die europäische Musikgeschichte, die wichtigen Epochen und ihre Übergänge mit den prägenden Komponisten. Modul 1: Modul 2: Modul 3: Modul 4: Modul 5: Modul 6: Modul 7: Modul 8:

Einführung in die Musikgeschichte (Sept. 2016) Von den Anfängen bis 1650 (Okt. – Dez. 2016) Die barocke Musik und die Frühklassik (Jan. – Feb. 2017) Klassik und Frühromantik (April – Juni 2017) Oper und Oratorium von Monteverdi bis Mozart (Sept. 2017) Romantik (Okt. – Dez. 2017) Die Nationalen Schulen (Jan. – Feb. 2018) Das 20. Jh.: Aufbruch in die Moderne (April – Juni 2018)

Zu jedem Modul eine freiwillige Prüfung. Alle Module jeweils dienstags 19h30 Uhr an der Universität Zürich. Weitere Informationen unter www.vhszh.ch/lehrgaenge. WEITERE KURSE: Fredi Rottenschweiler Geschichte des musikalischen Klangs 16S-0365-06, ab Fr 9.9., 4x, Haus Bärengasse Amanda Manda Seiler Lieder singen. Offenes Singen für jedefrau, jedermann 16S-0365-13, ab Di 30.8., 6x, 17h45, Kulturpark, Züri West Felipe Cattapan Villa-Lobos 16S-0365-11, ab Mo 23.5., 3x, 19h30, Universität Zürich Zahlreiche weitere Kurse und Vorlesungen in Musik, Kunst, Literatur!

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Anmeldung, vollständiges Programm: Bärengasse 22 Volkshochschule Zürich 8001 Zürich info@vhszh.ch www.vhszh.ch T 044 205 84 84 Werden Sie Mitglied des Fördervereins der VHS Zürich foerderverein@vhszh.ch


Sonntag, 8. Mai 2016, 14.00 und 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 KONZERT Für Familien mit Kleinkindern bis 1 Jahr

Nuggi-Konzert Kio Seiler Violine    Daria Zappa Matesic Violine Nicola Mosca Violoncello  Naoki Kitaya Cembalo Emanuele Forni Laute Eine kleine Formation des Zürcher Kammerorchesters spielt speziell geeignete Kompositionen für die feinen Ohren von Säuglingen bis zu einem Jahr. Auf Yogamatten und Kissen können Mütter und Väter zusammen mit ihrem Nachwuchs zu den kammermusikalischen Klängen entspannen. Zu hören sind Werke von Vivaldi, Corelli, Albinoni und Porpora.

Konzertdauer: ca. 45´

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einheitspreis: CHF 25 für Erwachsene, Kinder bis 1 Jahr gratis Wir danken unserem Sponsor für die Yogamatten! 31


Sonntag, 22. Mai 2016, 11.00 Uhr Tonhalle, Grosser Saal KINDERKONZERT Für Kinder ab 5 Jahren

«Wulche, Wind und Wätter» Schweizerdeutsch

Andrew Bond Gesang und Erzähler  Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

Werke von Bach bis Bond

Konzertende: ca. 12.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Billettpreise: Erwachsene CHF 39/29, Kinder bis 12 Jahre CHF 15 32

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!


Sonntag, 22. Mai 2016, 11.00 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Blitz und Donner! Regen und Sonnenschein! Wohl kaum ein anderes Thema wurde in der Musik so oft und so eindrücklich beschrieben wie das Wetter. Wenn das Zürcher Kammerorchester spielt und Andrew Bond in der Wetterküche werkelt, dann kann es sogar in der Tonhalle regnen, stürmen oder schneien.

Andrew Bond

Willi Zimmermann

Andrew Bond wuchs im Kongo, in England und in der Schweiz auf. Nach einem Theologiestudium unterrichtete er Musik und Religion an der Oberstufe. Als Teilzeithausmann sang er viel mit seinen beiden Kindern. Nur fehlten ihm zu gewissen Alltagssituationen die passenden Lieder, wie zum Beispiel beim Backen von Weihnachtsguetzli. So komponierte Bond kurzerhand eigene Lieder und sammelte sie auf seiner ersten CD «Zimetschtern han i gern». Bis heute wurden alleine von dieser Erstlings-CD über 125 000 Tonträger in der Schweiz verkauft. Es folgten bislang weitere 23 Musik-CDs, drei Hörspiel-CDs, diverse Kinderbücher, Singspiele und Lehrmittel.

In Basel geboren, erhielt Willi Zimmermann seinen ersten Violinunterricht mit sechs Jahren. Er kam 1978 in die Klasse von Sandor Zöldy und schloss sein Lehr- und Konzertdiplom mit Auszeichnung ab. Ein Stipendium ermöglichte ihm die Weiterbildung bei Sandor Végh und Günter Pichler. Von 1985 bis 2007 war Zimmermann Primarius des Amati Quartetts. Als erster Konzertmeister im Orchester Musikkollegium Winterthur und Konzertmeister des Zürcher Kammerorchesters seit 2008 leitet er viele Konzerte vom Pult aus. Daraus ergaben sich zahlreiche Zusammenspiele mit namhaften Künstlern. 2016 leitet Willi Zimmermann die Berliner Barocksolisten, das Barockensemble der Berliner Philharmoniker.

Gesang und Erzähler

Konzertmeister

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In Zusammenarbeit mit:

So, 12. Juni 2016 Park im Grüene, Rüschlikon

Parkkonzert

Ein Open-Air-Anlass der besonderen Art für die ganze Familie: Mit einem Kinderkonzert und dem beliebten Instrumentenparcours am Nachmittag sowie dem Konzert des Zürcher Kammerorchesters «Highlights from Classics». Der Eintritt ist frei. Ersatztermin bei schlechter Witterung: So, 26. Juni 2016 www.parkimgruene.ch

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ˇ Janá P F I N G S T KO N Z E R T 2 0 1 6 GRENZEN ÜBERSCHREITEN

PROJEKT J A N Á Cˇ E K

KO N Z E RTC H O R

GLARISEGGER CHOR

ZÜRCHER

L E O Sˇ J A N Á Cˇ E K GLAGOLITISCHE MESSE A N T O N Í N D V Oˇ R Á K T E D E U M G I U S E P P E V E R D I S TA B AT M AT E R

Gabriela Benˇacˇková, Sopran Edita Adlerová, Alt Tomáš Cerný, Tenor Jurij Kruglov, Bass Václav Metodeˇ j Uhlírˇ, Orgel Heinz Bähler, André Fischer, Dirigenten Glarisegger Chor Zürcher Konzertchor Filharmonie Hradec Králové 14. Mai 2016, 11:00 Uhr Veitsdom Prag TV-live Übertragung

16. Mai 2016, 17:00 Uhr KKL Luzern Tickets: CHF 138 / 128 / 118 / 98 / 78 / 48

www.ds ign-l k .de

Die Glagolitische Messe ist sprachlich und musikalisch ein ungewöhnlichesWerk. Leoš Janácˇek (1854 – 1928) verwendete als Textgrundlage die altslawische Übersetzung der „Ordinarium Missae“, die ursprünglich in der glagolitischen Schrift aufgezeichnet war. Er komponierte dazu eine festlich beschwingte, diesseitigeMusik. Sie bringt einen freien, undogmatischen Gottesglauben zum Ausdruck. Auf Einladung von Dominik Kardinal Duka, Erzbischof von Prag, führt der Zürcher Konzertchor zusammen mit dem Glarisegger Chor und der Filharmonie Hradec Králové das Werk am 14. Mai 2016 imVeitsdom in Prag anlässlich der Jubiläumsfeier zum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV auf. Eine weitere Aufführung folgt am 16. Mai 2016 im KKL Luzern, wo das Programm um das Stabat Mater von Giuseppe Verdi und das Te Deum von Antonín Dvorˇák ergänzt wird.

Ticketverkauf: www.kkl-luzern.ch Tel +41 41 226 77 77 / janacek-projekt.ch

Glarisegger Chor

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ZKO-Inside

Michael Gebauer zu Musik und Menschlichkeit

Michael Gebauer ist ein Urgestein – seit 1983 gehört er zum Orchester. Per Ende Saison tritt der Violinist in den Ruhestand; das ZKO verliert damit ein wertvolles Mitglied. Nun blickt Michael Gebauer zurück auf seinen bisherigen Lebensweg. Was hätte ich mit meinem Leben wohl angefangen, wenn ich nicht mit neun Jahren regelmässigen Geigenunterricht bekommen hätte und als 10- bis 14-jähriger Bub fast alle meine Freizeit bei den Stuttgarter Hymnuschor­ knaben verbracht hätte? Hier durfte ich in die grosse Welt der Passionen, O ­ ratorien und Kantaten eintauchen, hier ­erhielt alles Künstlerische seinen grundle­ genden Sinn. Später konnte ich mein 36

Können auf der Geige etliche Jahre­im Stuttgarter Jugendkammerorchester erweitern. Hätte ich diese musikalischkünstlerische Sichtweise auf das Leben nicht entdeckt, ich hätte sicher auch ­andere Wege gefunden, mit dieser Welt etwas anzufangen. Das unablässige Fragen nach dem Sinn unserer Existenz wäre mir dann aber sicher schwerer zu ertragen gewesen. Die Musik ermöglichte es mir, in den Fragen des Daseins nicht zu ertrinken. Die Musik wurde mein Schiff, in dem ich die grosse Lebensreise begann.

«Die Musik ermöglichte es mir, in den Fragen des Daseins nicht zu ertrinken.»


Wanderjahre Diese Reise führte mich nach der Matura­ an die Münchener und Wiener Musikhochschule, nach dem Geigen­ diplom nach New York zu Ivan Galamian und zuletzt in ein Streichquartett zurück nach Wien, mit dem ich während fünf Jahren die ganze Welt bereiste. In diese Zeit fällt auch meine Familiengründung mit meiner in allen Fragen Verbündeten, die ich 1971 auf einer Orchesterreise kennengelernt hatte. Wie schon meine Vorfahren – mein Vater war Bildhauer, mein Grossvater Maler – sind nun auch meine beiden Töchter im künstlerischmusikalischen Tun verwurzelt.

«Das Wichtigste waren mir immer die Menschen, die Raum für gute Entwicklungen schaffen.»

Grosse Ideale Nach diesen Wanderjahren wurde ich in der zweiten Hälfte meines bisherigen Lebens mit meiner Familie in Zürich ­ sesshaft. Im Zürcher Kammerorchester traf ich auf einen Menschen, der mit seiner bedingungs- und selbstlosen Hingabe das Zusammenwirken vieler Menschen in der Musik prägte. Edmond de Stoutz, der Gründer und damalige Leiter des Orchesters, besass die wunderbare

Leidenschaft, die Freiheit, Unabhängigkeit und Weltoffenheit zum Credo für das musikalische Arbeiten zu erklären und unablässig Verbündete und Unterstützer für diese Ideale zu suchen und auch zu finden. Ein Geist, der die ganze Umgebung prägte und auf das Publikum ausstrahlte …

Der Kunst treu bleiben Vieles durfte ich im Kammerorchester erleben an erfüllten und auch verpassten Möglichkeiten. Aber das Wichtigste waren mir immer die Menschen, die einen Raum für gute menschliche Entwicklungen schaffen und verteidigen. Nach dem Tod von Edmond de Stoutz standen die Musiker vor der Herausforderung, diesen Raum ohne seinen einstigen Hüter zu bewahren. Es war in mancher Hinsicht ein steiniger Weg. Aber ihn zu gehen, hat sich gelohnt. Wenn es einen Orchestergeist gibt, so hat er bis jetzt manches erdulden müssen, aber er hat sich entwickelt! In meinen letzten Jahren im Zürcher Kammerorchester durfte ich erleben, wie sich anspruchsvollste Musik mit gutem menschlichen Verbundensein ergänzte. Ausgerechnet jetzt hindert mich eine kalte Altersregel, mich an dieser schönen Entwicklung im Ensemble weiter zu beteiligen. Und so bleibt mir nur noch das Wünschen: Bleibt der Kunst in Freiheit treu, und – wenn es nötig ist – verteidigt sie …

Text: Michael Gebauer

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Konzertvorschau September 2016 So, 25. September, 11.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 Kammermusik@ZKO «Bass mit Spass» Seon-Deok Baik, Kontrabass Aline Spaltenstein, Kontrabass Shiho Fujimori, Kontrabass Katharina Jing An Gebauer, Gesang, Komposition und Bearbeitung Wolfgang Fritz, Klavier und Gesang So, 25. September, 14.00 und 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 Nuggi-Konzert «Bass mit Spass» Seon-Deok Baik, Kontrabass Aline Spaltenstein, Kontrabass Shiho Fujimori, Kontrabass Katharina Jing An Gebauer, Gesang, Komposition und Bearbeitung Wolfgang Fritz, Klavier und Gesang Für Familien mit Kleinkindern bis 1 Jahr

S AIS O N ERÖ FFN U N G Di, 27. September, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal Zürcher Kammerorchester Daniel Hope, Violine und Leitung Willi Zimmermann, Konzertmeister Werke von Bach, Mendelssohn, Weinberg, Beethoven

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Oktober 2016 So, 2. Oktober, 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 Krabbel-Konzert «Mama Huhn sucht ihr Ei» Musikerinnen und Musiker des ZKO Renata Blum, Konzept und Erzählung Für Kinder von 1– 3 Jahren

Di, 25. Oktober, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal «Krieg, es lebe der Krieg !?» Klaus Maria Brandauer Daniel Hope, Violine und Leitung Sechs weitere Instrumentalisten Werke von Beethoven, Strawinsky

Sa, 29. Oktober, 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 Purzel-Konzert «Wie Findus zu Pettersson kam» Musikerinnen und Musiker des ZKO Renata Blum, Konzept und Erzählung Für Kinder von 3– 5 Jahren


Tonhalle

Billettkasse

Claridenstrasse 7, Zürich

Mo–Fr, 11–17h: 0848 848 844 billettkasse@zko.ch www.zko.ch

Mit Tram 2, 5, 8, 9, 11 bis Bürkliplatz oder mit Tram 6, 7, 8, 13, 17 bis Stockerstrasse Parkmöglichkeiten: Parkhaus «Park Hyatt», Beethovenstrasse 21 Parkhaus «Bleicherweg», Beethovenstrasse 35

Vorverkaufsstellen

ZKO-Haus im Tiefenbrunnen Jecklin Musikhaus am Pfauen Musik Hug am Limmatquai Jelmoli an der Seidengasse Tonhalle Gesellschaft www.starticket.ch

ZKO-Haus

Seefeldstrasse 305, Zürich Mit S-Bahn Nr. 6, 16 oder mit Tram Nr. 2, 4 bis Bahnhof Tiefenbrunnen, durch die Unterführung und den Hinweisschildern «ZKO-Haus» folgen Parkmöglichkeiten: entlang der Seefeldstrasse in der blauen Zone oder auf gebührenpflichtigen Parkplätzen

Kirche St. Peter

St. Peterhofstatt, Zürich Mit Tram Nr. 4, 15 bis Rathaus. Die Limmat überqueren und rechterhand die Weggengasse hinauf, um in den Hof der Kirche St. Peter zu gelangen.

Billettpreise Tonhalle Kat I Kat II Kat III Kat IV Kat V Kat VI

CHF CHF CHF CHF CHF CHF

105 95 82 58 40 16

Herausgeber

Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305 8008 Zürich Telefon: +41 44 388 36 00

Impressum

Redaktion ZKO: Lukas Bernays, Theresia Schlegel-Hoehne, Simone Pflüger Autoren: Christian Geltinger cg Foto Carpenter: Thomas Grube Foto Onofri: Bertrand Pichene Fotos Hewitt: Bernd Eberle (Deckblatt, S. 6, S. 18) / Mai Wolf (S. 8) Foto Say: Marco Borggreve Foto Boldoczki: Marco Borggreve Foto ZKO, Bühler, Mosca, Gebauer: Thomas Entzeroth Foto Bond: Christoph Kaminski Illustration Wulche, Wind und Wätter: art.I.schock GmbH Produktion: Somedia Production Layout: MO Bereich Erscheinungsweise: zweimonatlich, fünfmal im Jahr Auflage: 30 000 Exemplare

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Damit klassische Musik unser Leben auf höchstem Niveau bereichert: Wir unterstützen das Zürcher Kammerorchester.

www.zkb.ch/sponsoring

Mit einer Karte der Zürcher Kantonalbank erhalten Sie an den Billettkassen ZKO und Tonhalle 20% Vergünstigung auf Ihre Konzerttickets. 40

ZKO OPUS 5/2015  
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