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P RO G R A M M M AG A Z I N M A I   –   J U L I 19


Klänge, die bewegen Ob das sanfte Summen eines Elektromotors, der tiefe Ton eines 12-Zylinders oder das Crescendo im Konzertsaal – Klänge sind Schlüssel zu unseren Emotionen. www.amag.ch

Mit Leidenschaft. Für Sie.


E D I TO R I A L

E D I TO R I A L

MICHAEL BÜHLER Liebe Konzertbesucherinnen, liebe Konzertbesucher Montags Pizza, dienstags ein Thai-Curry, mittwochs Älplermagronen und donnerstags Sushi – beim Essen mögen wir Abwechslung. Denn selbst die leckerste Speise wird auf Dauer eintönig. Ganz anders erleben es klassische Musiker mit ihrem Repertoire. Der Pianist Rudolf Buchbinder etwa meinte einst: «Man kann sich an manchen Speisen möglicherweise abessen. Aber niemals an den Meisterwerken der Klavierliteratur ‹abspielen›, auch nicht wenn man sie hunderte Male aufgeführt hat. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.» Wenn Sie regelmässig klassische Konzerte besuchen, dürfte es Ihnen da nicht anders gehen: In klassischer Musik steckt solch ein Reichtum an Gefühlen und Einsichten und je öfter und besser man hinhört, desto mehr Schattierungen und feine Verästelungen erkennt man. Stücke, die beim ersten Hören einfach nur harmonisch klangen und für Entspannung sorgten, gewinnen dann plötzlich an Ecken und Kanten. Einer, der sich daran gerne aufreibt, ist der Organist

Hauptpartner Hauptpartner

Cameron Carpenter. Mit seinem überwältigenden Instrument und seinem extravaganten Äussern setzt er natürlich auf die grosse Show. Doch dahinter steckt noch mehr. C ­ arpenter möchte zeigen, welch vielfältige Emotionen die Orgelmusik zum Ausdruck bringt – nicht nur Frieden und Harmonie, sondern auch ungezähmte Kraft, Leidenschaft und Ekstase … Auch der Cellist Nicolas Altstaedt, die Klarinettistin Sabine Meyer, der Pianist Teo Gheorghiu, der Violinist Fabio Biondi und unser Music ­Director Daniel Hope präsentieren Ihnen in den kommenden Monaten unerwartete musikalische Programme – neuartige Empfindungen, nicht für Ihren Gaumen, dafür aber für Ihre Ohren! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr Michael Bühler Intendant

Innovationspartner Innovationspartner

Subventionsgeber Gönner Subventionsgeber und und Gönner

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Music Director / Violine Daniel Hope 1. Violine Willi Zimmermann, Konzertmeister Donat Nussbaumer, Stv. Konzertmeister Jana Karsko  |  Asa Konishi  |  Kio Seiler 2. Violine Daria Zappa Matesic, Stimmführung Silviya Savova-Hartkamp, Stv. Stimmführung Anna Tchinaeva, Stv. Stimmführung Hiroko Takehara Strahm 1. / 2. Violine Inès Morin  | Tanja Sonc  |  Arlette Meier-Hock Viola Ryszard Groblewski, Stimmführung Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmführung Janka Szomor-Mekis | Pierre Tissonnier Violoncello Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmführung Silvia Rohner Geiser Kontrabass Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmführung Ivo Schmid Flöte Stéphane Réty Oboe Marc Lachat  |  Roman Schmid Horn Thomas Müller | Martin Ackermann Cembalo Naoki Kitaya

DA S Z Ü R C H E R K A M M E RO R C H E S T E R S A I S O N 2 018 – 2 019 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang erlangte das Ensemble internationale Anerkennung. In der Ära mit dem weltweit angesehenen Principal Conductor Sir Roger Norrington, von 2011 bis 2015, konnte das Zürcher Kammerorchester seine hervorragende Reputation nachhaltig festigen. Seit der Saison 2016 / 17 leitet Music Director Daniel Hope das Orchester. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals wie die BBC Proms in der Londoner Royal Albert Hall, Gastspiele in bedeutenden Musikzentren, Konzerttourneen durch europäische Länder, Amerika, Asien und Südafrika sowie zahlreiche, von der Fachpresse gefeierte Tonträger belegen das weltweite Renommee des Zürcher Kammerorchesters. 2017 wurde das Orchester für zwei CD-Produktionen sogar mit dem Echo Klassik in der Kategorie «Klassik ohne Grenzen» ausgezeichnet. Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von Barock über Klassik und Romantik bis zur Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, abc- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammerorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten.

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I N H A LT

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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Konzertübersicht Alle ZKO-Konzerte auf einen Blick

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Kammermusik@ZKO Frühlingsgefühle

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Fokus Orgel-Punk Cameron Carpenter

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Kinderkonzerte Grosse Töne für die Kleinen

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Rudolf Buchbinder Eine historisch seltene Konstellation

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ZKO Porträt Im Gespräch mit Lena-Catharina Schneider

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Nicolas Altstaedt Wie Haydn die Musik neu erfand

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ZKO Inside Zwanzig Kinder mit dem Kontrabass

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Sabine Meyer Wenn Klassik die Popcharts erobert

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ZKO Freunde Den Musikern über die Schulter geschaut

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Teo Gheorghiu Meilensteine der Kammermusik

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Kolumne von Daniel Hope Nicht nur Schall und Rauch

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Fabio Biondi Mozart auf Reisen

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Vorschau / Impressum

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Bach and Friends Mit Daniel Hope durch Bachs musikalisches Umfeld

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KO N Z E RT Ü B E R S I C H T

A L L E Z KO - KO N Z E RT E AUF EINEN BLICK MAI RUDOLF BUCHBINDER Do, 2. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Rudolf Buchbinder Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Haydn und Mozart

SABINE MEYER Di, 7. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

KAMMERMUSIK@ZKO So, 19. Mai 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus

Sabine Meyer Klarinette Alliage Quintett Werke von Bernstein, Schostakowitsch, Strawinsky und weiteren

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Nicola Mosca Violoncello Werke von Dvořák und Strauss NUGGI-KONZERT So, 19. Mai 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

ZKO IM PFAUEN: NICOLAS ALTSTAEDT So, 5. Mai 2019 16.00 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Nicolas Altstaedt Violoncello und Leitung Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Haydn und Veress

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Nicola Mosca Violoncello Werke von Dvořák und Strauss DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN So, 12. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters abc-Konzert TEO GHEORGHIU Mo, 13. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Teo Gheorghiu Klavier Willi Zimmermann Violine Ryszard Groblewski Viola Nicola Mosca Violoncello Seon-Deok Baik Kontrabass Werke von Mahler, Mozart und Schubert

RIESE RICK MACHT SICH SCHICK Sa, 25. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Krabbel-Konzert EINE GEBURTSTAGSTORTE FÜR DIE KATZE So, 26. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Purzel-Konzert


TICKETS ZKO BERATUNG UND VERKAUF Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich tickets@zko.ch, Tel. 044 552 59 00

JUNI KAMMERMUSIK@ZKO So, 2. Juni 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus Thomas Douglas Rezitation Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Suguro Ito Klavier Werke von Chopin NUGGI-KONZERT So, 2. Juni 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Suguro Ito Klavier Werke von Chopin

ABSCHLUSSKONZERT JUNGES ZKO & ZKO TEENS Di, 18. Juni 2019 19.30 Uhr, ZKO-Haus Junges ZKO ZKO Teens Zürcher Kammerorchester Magische Zeiten

ÖFFNUNGSZEITEN Mo – Fr 11.00 bis 17.00 Uhr durchgehend BILLETTKASSE TONHALLE MAAG Zahnradstrasse 22, 8005 Zürich Tel. 044 206 34 34

CAMERON CARPENTER Sa, 22. Juni 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

VORVERKAUFSSTELLE TONHALLE MAAG AM PARADEPLATZ Schalterhalle Credit Suisse Paradeplatz 8, 8001 Zürich

Cameron Carpenter International Touring Organ Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Carpenter, Bach, Poulenc und Gershwin

SCHAUSPIELHAUS PFAUEN (für Konzerte im Schauspielhaus) Rämistrasse 34, 8001 Zürich Tel. 044 258 77 77 MUSIK HUG Limmatquai 28 – 30, 8001 Zürich

FABIO BIONDI Do, 13. Juni 2019 19.30 Uhr, Kirche St. Peter

STARTICKET www.starticket.ch

Fabio Biondi Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Monza, Sammartini und weiteren

JULI BACH AND FRIENDS Mi, 3. Juli 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

A P P « Z KO P E R F E C T M AT C H » J E T Z T D OW N L OA D E N .

Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Violine Zürcher Kammerorchester Werke von Bach, Geminiani, Händel und weiteren

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IN DER SCHMIEDE DER

MUSIK Der Organist Cameron Carpenter definiert sein Genre neu. Nun spielt er mit dem ZKO – ein Porträt.


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FOKUS

Wenn Cameron Carpenter die Geschichte seines Lebens erzählt, hört sich das ein bisschen an wie der Comic eines Superhelden. Auf YouTube zeigt der Organist gern seinen von Liegestützen, Pilates und Yoga gestählten Oberkörper und erzählt die Geschichte vom Kind als Genie: Sohn eines Ofenmachers aus dem 13 000-Einwohner-Kaff Meadville in Pennsylvania, wo auch Sharon Stone herkommt. Schulbesuch? Fehlanzeige! Carpenter verbrachte seine Jugend in der Ofenbauerwerkstatt seines Vaters, die in seinen Erzählungen einem mythologischen Schauplatz nahekommt: «Um mich herum schlugen die Männer das Eisen», erzählt er, «und ich wollte sie unterhalten – laut, lauter, am lautesten.»

«Ich wollte sie unterhalten – laut, lauter, am lautesten.» Dafür stellten die Eltern dem Kind eine Hammond-Orgel aus den 30er-Jahren in die Schmiede. Carpenters Werkzeuge hiessen Bach, Chopin und Buxtehude – mit ihnen hämmerte er gegen Amboss, Metall und Schweiss. An diesen Komponisten konnte er seine überschüssige Energie loswerden, in ihnen suchte er seine Sehnsüchte, sie retteten ihn vor dem Alltag. Und er wurde besessen von der Idee, für sie die Welt zu revolutionieren. Auf jeden Fall die Welt der biederen Orgelmusik. Carpenter erfand ein Instrument, das alle Dimen­ sionen sprengt: Seine International Touring Organ ist ein Monstrum mit fünf Keyboards, sechs Subwoofern für den Knalleffekt und einem S ­ peicher, der mit Originalsounds von Hunderten historischer Orgeln vollgestopft ist. Mit ihr reist er um die Welt. Und wenn er mit seinen Füssen auf den Pedalen tanzt und mit den Fingern über die Tasten rast, nimmt er sich die Freiheit, Bachs «­Toccata» in eine andere Tonart zu transponieren, einige A ­ kkorde Mozarts auszubessern oder die «­Symphonie f­antastique» von Berlioz als Sound­ track eines Horror­films vorzustellen. Mit dieser Geschichte ist Cameron Carpenter zum Liebling der Medien geworden. Ein Liebling, der auch optisch für Aufmerksamkeit sorgt. Das gewachste, schwarze Haar ist perfekt gestylt, die Augenbrauen ordentlich gezupft. So stellte sich Carpenter von Beginn an gegen das Klassik­klischee und

erarbeitete sich einen Ruf als Orgel-Revolutionär, als Schrecken der Musikszene, der mit genialischer Gewalttätigkeit manch ehrenwertes Kircheninstrument durchhämmert und mit seinen Interpretationen dem Musikdünkel eine Absage erteilt. Man könnte die Geschichte von Cameron Carpenter aber auch etwas anders erzählen, mit An-


FOKUS

führende Juilliard School in New York besucht hat, unterschlägt Carpenter gern. Vielleicht, weil das Autodidaktische für ihn wichtiger ist. Weil für ihn der Soundtrack zu «Die Schöne und das Biest» ebenso zur Klassik gehört wie die Miniaturen Anton Weberns. Weil Popkultur und das Klassikerbe für ihn in der gleichen Liga spielen. «Mir gefällt es, wenn es unter der Oberfläche Substanz gibt», sagt er, «doch auch das Aussehen ist längst Teil der Kultur.» Carpenter ist ein Pop-Intellektueller, für den die Erfindung gleichberechtigt neben der Wirklichkeit steht und die Bearbeitung des Vorhandenen zur neuen Kunst wird.

«Die Orgel wurde nicht erfunden, um brav zu sein, sondern um das Ungezähmte erklingen zu lassen.»

klängen an Thomas Mann statt Superman. Ein Kaffeehaus in Berlin. Carpenter grüsst in geschliffenem Englisch. Das Lesen hat er zwar nicht in der Schule gelernt, sich seinen Schopenhauer, Kant und Foucault aber selbst angeeignet. Da steht kein Verrückter, sondern ein Bildungsbürger, der sich selbst wie das Eisen im Feuer geformt hat. Das Punk-Image pflegt er mit Akkuratesse. Dass er die

Was Carpenter hingegen nicht ist, ist ein Hallodri. Das Genie fällt ihm nicht zu. Er ist vielmehr ein manischer Arbeiter, einer, der sein Repertoire ebenso gewissenhaft pflegt, wie er seinen Körper auf Touren bringt. Er kann sich unvorbereitet an jedes Klavier setzen und so ziemlich jede Sinfonie, jedes Kammermusikstück und natürlich jedes Orgelwerk aus dem Effeff spielen. Das Einzige, was er hasst, sind Dogmen. Wenn ihn die Orgelorthodoxen ins Fegefeuer werfen wollen, argumentiert er freundlich, rational und scharf. «Die Orgel», sagt er dann, «ist ein missverstandenes Instrument. Sie wurde nicht erfunden, um brav zu sein, sondern um das Ungezähmte erklingen zu lassen.» Die meisten europäischen Kirchenorgeln sind für ihn «zur Langsamkeit, zur Trägheit, zur Dummheit» gequält worden. «Dabei ist es mit der Orgel wie mit einem Körper: Er muss trainieren, um fit zu bleiben.» Die Orgel ist für Carpenter ein ausgegliedertes menschliches Organ. Und ja, auch wenn es manche nicht hören möchten: Gewalt, Körperlichkeit und ungezügelte Begierde – all das sind Ausdrücke des Menschen. Wenn man die Geschichte Cameron Carpenters so erzählt, so zeigt man ihn nicht nur als Rebell, sondern auch als belesenen, strebsamen und klugen Musiker. Vielleicht kennt er keine Grenzen für seine Ziele, wohl aber den Willen und die Disziplin, die nötig sind, um sie zu erreichen.  ab

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«ICH HABE KEINE B OT S C H A F T » Cameron Carpenter über sein Zürcher Programm mit Bach, Poulenc und Gershwin. Cameron Carpenter, in Zürich spielen Sie neben eigenen Improvisationen Werke von Bach, Poulenc und Gershwin. Beginnen wir mit Bach: Ist seine Musik heute noch eine Möglichkeit, unsere verrückte Welt ein wenig zu ordnen? Das hört sich immer so gut an, aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht an diese Effekte der Musik. Die Welt ist heute viel komplizierter, es leben viel mehr Menschen auf der Erde – nein: Bach hilft uns kaum, unser eigenes Chaos zu ordnen. Es ist als Künstler heute schwer, keine Botschaft zu haben, keine aktuelle Bedeutung, sondern nur die geniale Musik, die einem gefällt. Es braucht Mut zu sagen: «Ich spiele ein Stück einfach nur, weil ich es gross­ artig finde.» Genauso ist es aber bei mir und Bach.

Sie haben Bach immer wieder gehörig ­gegen den Strich gebürstet … … so sehen das einige. Ich sehe das anders. Ich habe mich mit Bach beschäftigt. Als Mensch sagt er mir gar nichts: zu religiös, zu fanatisch. Gäbe er die in seinen Briefen enthaltenen Aussagen heute öffentlich von sich, würde sich in der Strassenbahn wahrscheinlich niemand neben ihn setzen. Aber als Musiker war er ein Genie! Er hat die Wissenschaft in die Musik geholt, eine Idee, die erst viel später bei anderen Komponisten populär wurde. Er ist so etwas wie der erste Architekt der Musik, an dem sich eigentlich alles Nachfolgende orientiert. Das ist, was mich fasziniert – nicht der Mensch, nicht seine religiöse Botschaft, sondern seine Musik als Selbstzweck!


FOKUS

Auch Francis Poulenc dürfte Ihnen dann als Mensch nicht gefallen haben – er war ebenso gläubig wie Bach. Aber Poulenc war auch ein Pariser Strassenjunge. Die Gläubigkeit interessiert mich nicht, wenn sie nicht den Kern der Musik betrifft. Es ist klar, dass damals fast jeder irgendwie Christ oder Jude war. Bei Poulenc interessiert mich etwas anderes: Alle schwärmen von der Bearbeitung Maurice Duruflés, aber ich mochte sie nie – auch deshalb, weil mir Duruflés nationalistische Einstellung suspekt ist. Mir ging es darum, seinen Einfluss auf die wunderbare Musik Poulencs vergessen zu machen. Ich habe die Register, wie Duruflé sie vorschlägt, einfach gestrichen. Am Ende Ihres Programms in Zürich spielen Sie Gershwin – wie fügt sich dieser Komponist ins Programm ein? Als amerikanischer Komponist passt Gershwin zum einen sehr gut zur Orgel. In Europa denken die Leute oft, dass die Orgel ein typisch europäisches Instrument sei, aber das ist Quatsch! Die europäische Orgel war zwar eine grossartige Erfindung, im Zeitalter der Elektrizität wurde sie dann aber von den Amerikanern auf ein neues Level gehoben – ich denke da etwa an die Theater- oder

die Kinoorgel, an diese Monster und technischen Wunder, die in den USA entwickelt wurden. Und was Gershwin mit Bach vereint, ist, dass seine Werke wunderbar für jegliche musikalische Konstellation geeignet sind. Bei Bach funktioniert ein Quartett auch für die Orgel, ein Flötenkonzert auch für die Geige. Genauso ist es bei Gershwin: Er hat universelle Musik komponiert, die auf jedem Instrument gespielt werden kann, etwa die «Rhapsody in Blue». Und bei ihm gibt es auch keine religiösen Vorbehalte? Gershwins Religion war eine sehr moderne Reli­ gion, die Religion der Werbung! Und ich liebe diese Religion! Wenn Sie so wollen, ist auch meine International Touring Organ ein Instrument, das die Religion der Werbung in die Welt trägt: Werbung für das Instrument an sich, für das Konzert­ ereignis im Hier und Jetzt. Wenn man es so betrachtet, hat letztlich auch Bach die Musik bereits als Werbung genutzt – in seinem Fall einfach als Werbung für das Versprechen des Himmels.  ab

C A M E RO N C A R P E N T E R S a , 2 2 . J u n i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Cameron Carpenter International Touring Organ Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr

Cameron Carpenter (*1981) Improvisationen

20 min

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Klavierkonzert Nr. 4 A-Dur BWV 1055 Allegro |  Larghetto |  Allegro ma non tanto

16 min

Pause

20 min

ABO Grosses Abo

Francis Poulenc (1899 – 1963) 24 min Konzert g-Moll für Orgel, Streicher und Pauke Andante |  Allegro giocoso |  Subito andante moderato |  Tempo allegro, molto agitato | Très calme, lent |  Tempo de l’allegro initial | Tempo introduction, largo

TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

George Gershwin (1898 – 1937) Gershwiniana

12 min

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RUDOLF BUCHBINDER

«MEIN MOZART-GEHEIMNIS? DER SWING!» Rudolf Buchbinder spielt gemeinsam mit dem ZKO Klavierkonzerte von Mozart und Haydn. Welche Gemeinsamkeiten die beiden Komponisten verbinden und was Jazzkneipen mit Mozarts Musik zu tun haben, darüber spricht der Pianist im Interview. Rudolf Buchbinder, in Zürich stellen Sie zwei Klavierkonzerten von Mozart eines von Haydn voran. Wer hat eigentlich wen beeinflusst: Haydn Mozart oder andersherum? Das ist die ewige Frage nach der Henne und dem Ei, die bereits Nikolaus Harnoncourt gestellt hatte. Ich persönlich glaube, dass die Freundschaft zwischen Haydn und Mozart für beide Seiten beflügelnd war. Es war eine historisch seltene Konstellation, in der sich zwei Genies getroffen haben.

«Die Freundschaft zwischen Haydn und Mozart war eine historisch seltene Konstellation.» Warum haben Sie gerade das D-Dur-­ Konzert von Haydn ausgewählt? Weil es für unseren derzeitigen Konzertalltag zehn ­Minuten zu kurz ist, meiden es viele meiner ­Kollegen. Dabei ist es ein so unglaublich tolles und spannendes Werk, und ich versuche, es so oft wie möglich in meine Programme mitaufzunehmen. Gerade in Kombination mit den beiden Mozart-Konzerten stellt es für mich die perfekte Ouvertüre dar. Es heisst, dass erst Beethoven die Formen seiner Zeit gesprengt habe. Aber ein wenig dieser Kraft können wir schon in Mozarts C-Dur-Konzert KV 467 hören, oder? Zum einen die Schläge gleich am Anfang, der Vorausblick auf Motive der Sinfonie in g-Moll Nr. 40 KV 550 – und dann dieses unglaubliche Andante, in dem die Zeit stehenzubleiben scheint ... Mozart hat die Grenzen seiner Zeit sicherlich gekitzelt. Aber es war dann tatsächlich erst Beethoven,

der sie sprengte. Was ich faszinierend finde, ist die unglaubliche Intimität und Persönlichkeit, die in Mozarts Klavierkonzerten zu hören ist. Oft operieren Komponisten in ihrer Kammermusik besonders individuell. Bei Mozart ist das anders: Seine Sonaten und einen Grossteil seiner Kammermusikwerke hat er primär für andere Menschen geschrieben, sie waren Auftragswerke oder wurden in den Wiener Salons gespielt. Dafür hat er dann die Klavier­ konzerte für sich allein komponiert und darin gezeigt, was er kann. Wenn man den individuellen und privaten ­Mozart hören will, bieten sich die Klavierkonzerte daher besonders an. Mit ihnen trat er als jener ­Musiker auf, der er wirklich sein wollte.

«In den Klavierkonzerten trat Mozart als jener Musiker auf, der er wirklich sein wollte.» Welch einem Mozart begegnen wir denn da? Zum einem natürlich einem sehr virtuosen Klavierspieler. Einem Musiker, der der eigenen Freiheit vertraute. Aber immer auch einem Menschen, der – und das eint ihn mit Haydn – unglaublich viel Humor hatte. Achten Sie nur auf die «Marseillaise»­Zitate in KV 503. Manchmal denke ich – und das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint –, dass ­diese Beschwingtheit auch daher rührte, dass man zu Mozarts und Haydns Zeit aufgrund der schlechten Wasserqualität wesentlich mehr Alkohol getrunken hatte als heute. So wurde etwa am Hofe der Esterházys bereits am Morgen irgendein alkoholisches Getränk gereicht. Aber jetzt wieder ernsthaft: Bei Mozart liegt das Humorvolle sehr nahe beim Melancholischen, das Lachen und das Weinen

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RUDOLF BUCHBINDER

bedingen sich gegenseitig. Auch das ist in KV 503 besonders gut zu hören. Ich bin der festen Überzeugung, dass Musik, wie Mozart sie komponiert hat, nur entstehen konnte, weil ihm bewusst war, dass er nicht sehr lange leben wird. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ein so junger Mensch diese existenzielle und grossartige Musik in so kurzer Zeit schreiben konnte.

«Mozart zeigt den Menschen mit all seinen Schwächen und erteilt ihm gleichzeitig die Absolution.» Sie meinen, bei Mozart steht das volle Leben immer im Kontrast zum Bewusstsein des nahen Todes? Könnte man so sagen. So hat er auch gelebt. Ich habe mir einmal seine Finanzen angeschaut: Mozart hat nie wenig Geld verdient, es aber stets zum Fernster hinausgeworfen. Seine Laster waren kostspielig: Er sammelte Spielschulden an und schrieb Bettelbriefe an seine Freunde. Ausserdem werden ihm zahlreiche Liebesabenteuer nachgesagt. Von all diesen Schwächen erzählt auch seine Musik, besonders in den Opern: Mozart zeigt den Menschen mit all seinen Fehlern und erteilt ihm gleichzeitig die Absolution.

Auf den ersten Blick sieht seine Musik sehr simpel aus. Nehmen wir den 2. Satz von KV 467: Andauernde Triolen in der linken, eine eingängige, einfache Melodie in der rechten Hand. Trotzdem gelingt es nur wenigen Musikern, diesen Satz zum Schweben zu bringen. Was ist Ihr Mozart-Geheimnis? Der Swing! Ich bin in meinen frühen Jahren oft in Jazzkneipen aufgetreten, und ich sehe durchaus Parallelen zu Mozarts Musik. Im zweiten Satz von KV 467 hat man in der Linken quasi das Metronom, das möglichst genau schlagen sollte. Spannend wird es in der Rechten, in der man in der Melodie durchaus frei sein darf, also aus dem Korsett der starren Rhythmik ausbrechen kann. Einziges Gesetz ist es, auf der Eins mit beiden Händen wieder mehr oder weniger im Rhythmus zu sein. Der zweite Satz von KV 467 erklärt Mozart eigentlich sehr gut: Er baut ein sehr klares, unverschnörkeltes Werk, das aber von jedem Interpreten fordert, ihm Leben einzuhauchen. Mozart verlangt von uns Atem und ja, Swing – erst dann beginnt seine Musik zu leben.  ab

RU D O L F B U C H B I N D E R D o, 2 . M a i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Rudolf Buchbinder Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

Joseph Haydn (1732 – 1809) 21 min Klavierkonzert D-Dur Hob. XVIII:11 Vivace |  Un poco adagio |  Rondo all’ungherese: Allegro assai Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467 Allegro maestoso |  Andante |  Allegro vivace assai

30 min

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr

Pause

20 min

Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur KV 503 Allegro maestoso |  Andante |  Allegretto

30 min

ABO Grosses Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40


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N I C O L A S A LT S TA E D T

«OHNE HAYDN IST WAHRHEIT NICHT ERFAHRB AR» Der Cellist und Dirigent Nicolas Altstaedt ist einer der grössten Fans von Joseph Haydn. Seinen Blick auf den Komponisten stellt er an einem Abend mit dem ZKO vor.

Nicolas Altstaedt, Sie haben mit der Saison 2015/16 die künstlerische Leitung der Haydn-Philharmonie übernommen. Haydn scheint als Komponist oft im Schatten Mozarts zu stehen … Das stimmt leider. Dabei begründete Haydn die Musikgeschichte unserer Neuzeit und ergründete als «einziger Komponist der Aufklärung», so sagte es der Musikwissenschaftler Anton Haefeli, neue ­Horizonte, mit denen sich alle nach ihm identifizierten. So würdigte etwa Johannes Brahms Haydns ­musikalische Leistung mit den Worten: «Eine ­Sinfonie ist seit Haydn kein blosser Spass mehr, s­ ondern eine ­Angelegenheit auf Leben und Tod.» Und von Mozart stammt der Satz: «Keiner kann ­alles, ­schäkern und erschüttern, Lachen erregen und tiefe Rührung, und alles gleich gut als Haydn.»

«Haydn ergründete neue Horizonte, mit denen sich alle nach ihm identifizierten.» Was macht für Sie das Besondere an Haydns Musik aus? Er ringt um das Höchste, das geistig möglich ist, und schafft ein neues Feld menschlicher Bedingungen. Haydn erschuf meiner Meinung nach das fortschrittlichste Laboratorium der Menschheit und liess dabei stets Selbstlosigkeit und Bescheidenheit walten. Seine Offenheit und Hingabe, die in den «Jahreszeiten» oder in der «Schöpfung» bis zu synästhetischen Erfahrungen führen, rühren mich zutiefst. Ohne Haydns Kunst ist Wahrheit für mich nicht erfahrbar.

Das erste Cellokonzert, welches Sie in Zürich spielen, ist ein Werk, das noch mit einem, wenn nicht mit beiden Beinen im Spätbarock steht. Wie erklären Sie sich die Rolle Haydns im Übergang vom Barock in die Klassik? Oder anders gefragt: Wie kommt es, dass sich harmonische Regeln plötzlich verändern? Liegt es an einem neuen Zeitgeist oder an der Experimentierfreude individueller Komponisten wie Haydn? Im Barock erschien alles als gottgewollt, in der neuen Zeit der Klassik hingegen regierte die Selbstbestimmung – auch, was die Wege der M ­ usik betraf: Du konntest gehen, wohin du wolltest. Für das Phänomen Haydn gibt es allerdings keine wirkliche Erklärung. Ein neues Zeitalter war angebrochen, und es war an ihm, die Musik dafür zu erfinden. Anders als der junge Beethoven oder auch Bach bezog sich Haydns Schaffen nirgends auf das Werk eines namhaften Vorgängers. Der Musikwissenschaftler Wolfram ­Steinbeck sprach einmal von einem «Missing Link» in der Musikgeschichte zwischen Bach und Haydn. Sein Cello-Konzert hat Haydn Joseph Franz Weigl gewidmet, dem Ersten Cellisten am Hause Esterházy, wo auch Hadyn eine feste Stelle fand. Wie wichtig waren die Esterházy-Fürsten sowie der Zugang zu seinem eigenen kleinen Orchester für Haydn, um Neues zu schaffen? Haydn schwärmte von der Freiheit, die er am Hofe des Fürsten genoss. Er konnte als Chef seines ­Orchesters experimentieren und die Wirkung seiner Kompositionen direkt verfolgen. Er genoss diese Position, in der er schalten und walten konnte, wie er wollte. Dadurch konnte er seine Originalität auch so stark entfalten.

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N I C O L A S A LT S TA E D T

Das Zürcher Programm verbindet Haydn mit dem ungarisch-schweizerischen Komponisten Sándor Veress. Welche Verbindungen gibt es zwischen ihren Werken? Zunächst teilten die Komponisten denselben Lebens­ raum, denn Haydn befand sich auf dem Hofe der Esterházy im damaligen Königreich Ungarn. Bei Haydns C-Dur-Konzert fallen einem im ersten Satz die lombardischen Rhythmen auf, welche mit der ungarischen Silbenbetonung zusammenhängen. Ebenso ist beiden Komponisten eine ganz eigene Originalität und Bescheidenheit zu eigen. Veress war Lehrer von György Kurtág, György Ligeti und Lajos Vass – wie würden sie seine Wirkung auf diese Komponisten-­ Generation beschreiben? Seine Musik hat seine Schüler stark beeinflusst. Kurtág etwa schwärmte von Veress’ musikalischer Wahrheit und nannte ihn «originell ohne Absicht». Das Schweizerische Bern wurde für den durch den Stalinismus immer weiter unter Druck geratenen Veress wichtig. Wie hat ihn die Schweiz geprägt? Und war Veress’ Musik, die mit vielen Erinnerungen an seine Heimat spielt, politisch?

Musik ist immer grösser als Politik, weil sie auf den ganzen Menschen zielt. Einschneidend für Veress war, glaube ich, die Entdeckung der Kunst Paul Klees – sie hat ihm in der Zeit der Emigration geholfen. So ist das Werk «Hommage à Paul Klee» ein wunderbares Beispiel für Befreiung durch künstlerische Überwindung. In Zürich treten Sie nicht nur als Solist auf, sondern übernehmen auch die musikalische Leitung. Müssen Sie Ihren musikalischen Geist in dieser Doppelrolle «teilen» oder verschmelzen der Instrumentalist und der Dirigent zu einer Person? Es läuft beides auf das Musik machen hinaus. Für manches steht mir das Cello als Instrument zur Verfügung, für alles andere das Orchester. Am Ende ist es eine Symbiose aus beidem. Worauf freuen Sie sich am meisten hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem ZKO? Auf einen tollen Klangkörper mit exzellenten ­M usikern und auf das gemeinsame Erkunden ­musikalischer Landschaften.  ab

Z KO I M P FA U E N : N I C O L A S A LT S TA E D T S o, 5 . M a i 2 0 1 9 , 1 6 . 0 0 U h r, S c h a u s p i e l h a u s P f a u e n Nicolas Altstaedt Violoncello und Leitung Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester KO N Z E RT E N D E ca. 18.00 Uhr ABO Kleines Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40 Z KO I M P FA U E N Die Konzertreihe des ZKO in Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich

Joseph Haydn (1732 – 1809) Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob.VIIb:1 Moderato |  Adagio |  Allegro molto

25 min

Sándor Veress (1907 –1992) Vier Transsylvanische Tänze Lassu |  Ugrós |  Lejtos |  Dobbantós

15 min

Pause

20 min

Sándor Veress Musica Concertante für zwölf Streicher

24 min

Joseph Haydn 20 min Sinfonie Nr. 80 d-Moll Hob. I:80 Allegro spiritoso |  Adagio |  Menuetto |  Finale. Presto


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SABINE MEYER

T R A N S F O R M AT I O N E N ZUM HIT Die Klarinettistin Sabine Meyer und das Alliage Quintett gestalten einen aussergewöhnlichen Abend mit Meisterwerken, die sich im Film oder als populäre Melodien verselbstständigt haben.

Einzigartig ist sie bereits, die Besetzung des Alliage Quintetts, bestehend aus vier Saxophonen und einem Klavier. Doch für ihr Programm in Zürich laden die zweifachen Echo-Klassik-Preisträger zusätzlich eine der prägendsten Musikerinnen unserer Zeit ein: die Klarinettistin Sabine Meyer. Ihr ist es zu verdanken, dass die Klarinette, als Soloinstrument oft unterschätzt, das Konzertpodium zurückerobert hat. Wenn die Klarinettistin mit dem Alliage Quintett auf der Bühne steht, scheint man die Kraft eines grossen Orchesters zu spüren. Gleichzeitig ist die intime Spiellust jedes einzelnen Musikers zu hören und die Freude an der eigenen Lesart grosser Klassiker. Bei ihrem Auftritt in Zürich bringen Sabine Meyer und das Alliage Quintett Musikperlen des klassischen

Repertoires zum Klingen, die mit originellen und verblüffenden Arrangements weit über die Grenzen des Konzertpodiums ihr Publikum gefunden haben – in Film, Show oder Unterhaltung. Dass Musik ein Eigenleben führt, dass sie Bekanntes aufnimmt, Mythen der Literatur verarbeitet und zuweilen für den Film vorbereitet, wird an einem Werk wie Paul Dukas’ «Zauberlehrling» deutlich. Grundlage ist Goethes gleichnamige Ballade, welche von einem neugierigen Schüler handelt, der die Besen seines Meisters endlich selbst verhexen will und damit eine Katastrophe anrichtet: Unermüdlich tragen die verzauberten Besen immer neue Wassermassen ins Haus des Zaubermeisters und sind nicht zu stoppen.


SABINE MEYER

Der französische Komponist Paul Dukas hat die Ballade 1897 in Musik gegossen. Und zwar so, dass seine Klänge Goethes Worte als musikalischen Rausch erleben lassen. Vom ursprünglich in den Trompeten vorgetragenen Zauberspruch bis zu den, durch das übrige Orchester hörbar gemachten, unendlich sich entladenden Wassereimern, schuf Dukas Programmmusik in Vollendung. Er landete nicht nur in den Konzertsälen einen Publikumserfolg, sondern liess viel später auch den Comiczeichner Walt Disney aufhorchen, der die Komposition 1940 als Sound­ track für seinen Film «Fantasia» benutzte, in dem sich ­Micky Maus als verzweifelter Zauberlehrling versuchte. Ein Kino-Erfolg, der Dukas’ ursprünglicher Komposition zum weltweiten Durchbruch verhalf.

«Ein Kino-Erfolg verhalf Dukas’ ursprünglicher Komposition zum weltweiten Durchbruch.» Als der Disney-Konzern 1999 eine Fortsetzung des ursprünglichen «Fantasia»-Films auf den Markt brachte, «Fantasia 2000», wurde ein anderer Sound­ track benutzt, der einst ebenfalls wegweisend für die Musikgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts war: Igor Strawinskys «Feuervogel». Dieses Ballett um einen Zauberwald, eine magische Feder, einen Prinzen und seine Prinzessin, liess das Premierenpublikum im Pariser Théatre National de l’Opéra im Jahre 1910 völlig neue Klänge hören. Die Verbindung aus Moderne, uralter Mystik und lautmalerischer Musik begann ihren Siegeszug durch die ganze Welt – und landete natürlich ebenfalls in der Populärmusik. Zuweilen ist aber auch der Film selbst Grundlage grosser Kompositionen. So wurde etwa das Präludium der «Fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier» des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch als Soundtrack im Film «Hornisse» eingesetzt. Das Alliage Quintett hat dieses Stück nun für Bläser umgeschrieben und zeigt, dass wir auch heute noch bewegte Bilder sehen können, wenn wir Schostakowitschs Musik hören. Auf den Flug der Hornisse folgen in diesem Zyklus eine Gavotte, eine Elegie, ein Walzer und eine Polka. An vollkommen neuen Formen des Musizierens war die «Groupe des Six» der Komponisten Francis

Poulenc, Georges Auric, Arthur Honegger, Louis Durey, Germaine Tailleferre und Darius Milhaud interessiert. Mit ihren Werken wollten sie ein breites Publikum möglichst unmittelbar erreichen. Als ­Darius Milhaud von zwei Pianistinnen, die regelmässig im Duo spielten, gebeten wurde, ein Werk für zwei Klaviere zu schreiben, war er allerdings nicht sonderlich begeistert und arbeitete einfach eine seiner Ballettmusiken um. Unter dem Titel «Scaramouche» entstand eine Hommage an die berühmte Figur der Commedia dell’arte, vor allen Dingen aber an den Schauspieler Tiberio Fiorilli, der unter anderem ­Molière und Ludwig XIV. mit seiner Kunst begeisterte. Bis heute gehört der Finalsatz von Scaramouche, eine Brasilien-Hommage in Form einer Samba, zu den wohl populärsten Werken Milhauds. Einem grossen französischen Poeten verdankt ­Leonard Bernstein einen seiner grössten Hits. In der Operette «Candide» hat er Voltaires Roman in prickelnde Musik übertragen. Die Ouvertüre enthält dabei alle «Schlager» der Operette und ist bis heute eines der meist gespielten Orchesterstücke Bernsteins. Sabine Meyer und das Alliage Quintett stellen das heitere Extrakt dieser überschäumenden Musik in den Vordergrund.

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SABINE MEYER

Auch der Russe Aleksandr Borodin schuf Werke, die sich auf Grund ihrer Eingängigkeit schnell verselbstständigt haben. Zunächst arrangierte er aus den Chorgesängen seiner Oper «Fürst Igor» Orchestertänze mit dem Titel «Polowetzer Tänze», die an das Turkvolk der Kyptschaken erinnern sollen. Borodins Bearbeitung seiner eigenen Oper wurde später wiederum von den Komponisten Robert Wright und George Forrest für das Broadway-Musical «Kismet» verwendet und fand so ihren Weg in den Pop-Song «Stranger in Paradise», der unter anderem von

Show-Legenden wie Bing Crosby und Tony Bennett interpretiert wurde. Nur konsequent, dass Sabine Meyer und das Alliage Quintett eine weitere, auf sie selbst zugeschnittene Version dieses Meisterwerks der russischen Musik vorstellen und den Konzert­ abend damit stimmungsvoll ausklingen lassen.  ab

SABINE MEYER D i , 7 . M a i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Sabine Meyer Klarinette Alliage Quintett: Daniel Gauthier Sopransaxophon Miguel Vallés Mateu Altsaxophon Simon Hanrath Tenorsaxophon Sebastian Pottmeier Baritonsaxophon Jang Eun Bae Klavier

Leonard Bernstein (1918 – 1990) Ouvertüre zu «Candide»

5 min

11 min Paul Dukas (1865 – 1935) Der Zauberlehrling – Scherzo nach der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe (arr. Rainer Schottstadt) 4 min Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) Fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier (arr. Levon Atovmian) Präludium aus der Musik zum Film «Hornisse» op. 97  |  Gavotte Nr. 2 aus der 3. Ballettsuite Darius Milhaud (1892 – 1974) Scaramouche (arr. Sebastian Pottmeier) Vif | Modéré | Brazileira

10 min

Pause

20 min

Igor Strawinsky (1882 – 1971) 20 min Suite aus: Der Feuervogel (arr. Sebastian Gottschick) Einleitung  | Tanz des Feuervogels  | Variation des Feuervogels  |  Reigen der Prinzessinnen  |  Höllentanz des Königs Kaschtschei  |  Wiegenlied | Finale KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Meisterzyklus TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Dmitri Schostakowitsch 7 min Fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier (arr. Levon Atovmian) Elegie Nr. 4 aus der 3. Ballettsuite  | Walzer  |  Polka Nr. 4 aus der 1. Ballettsuite 12 min Aleksandr Borodin (1833 – 1887) Polowetzer Tänze (arr. Stephane Gassot, Famille Pépin) Introduzione: Andantino | Allegro vivo | Allegro | Presto

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DIE SKIZZENBÜCHER DER MUSIK Gemeinsam mit dem Pianisten Teo Gheorghiu stellen die Stimmführer des ZKO Kammermusik-Höhepunkte von Mozart, Schubert und Mahler vor.

Kammermusik ist für viele Komponisten die beste Möglichkeit, etwas vollkommen Neues auszuprobieren. Sie ist quasi das Skizzenbuch der Musik. Der Pianist Teo Gheorghiu, der im schweizerischen Freiburg wohnt, und die Stimmführer des Zürcher Kammerorchesters, Willi Zimmermann (Violine), Ryszard Groblewski (Viola), Nicola Mosca (Violoncello) und Seon-Deok Baik (Kontrabass), stellen in ihrem Programm drei Kompositionen von Musikern unterschiedlicher Epochen vor und machen den Innovationsdrang von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Gustav Mahler hörbar. Der Quartettsatz in a-Moll für Violine, Viola, Violoncello und Klavier von Gustav Mahler ist nicht nur das einzige kammermusikalische Werk des Komponisten, das noch erhalten ist. Es ist auch ein zehn­minütiges musikhistorisches Rätsel: Es ist nicht bekannt, in welchem Jahr Mahler es genau geschrieben hat oder für wen – und schon gar nicht, warum nur ein Satz dieses frühen Werkes überlebt hat. Vermutlich stammt es aber aus Mahlers Studienjahren am Wiener Konservatorium zwischen 1875

und 1878. Mahler war bereits damals sehr erfolgreich; mindestens zwei seiner frühen kammermusikalischen Stücke wurden zu dieser Zeit mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Unter Mahler-Forschern ist die populärste Theorie, dass der a-Moll-Satz Teil eines Quartetts ist, das bei einem Wettbewerb im Hause des Mediziners Theodor Billroth erstmals aufgeführt wurde. Doch die Spur verliert sich schnell … Heute liegt das Autograf, das zum Vermächtnis von Mahlers Frau Alma gehörte, in einer Bibliothek in New York, wo der Dirigent und Komponist Peter R ­ uzicka es 1973 wiederentdeckt und sich für eine Drucklegung eingesetzt hatte. Ruzicka geht davon aus, dass Mahler den Satz mit nur 16 Jahren komponiert hatte, und notierte einst entsprechend beeindruckt: «So negiert der in düsterem a-Moll versinkende Schluss des Sonatensatzes jede Konvention von Äusserlichkeit, die bei einem Sechzehnjährigen wohl zu erwarten gewesen wäre. Überhaupt darf diese Tonart, die im Werk Mahlers (und auch in einer der Jugend-Symphonien) eine bedeutsame Rolle spielte, durchaus als unbewusstes Antizipando des Kommenden gewertet werden.»


TEO GHEORGHIU

Eine neue Radikalität und die Suche nach Neuem ist schon in den ersten Takten von Mozarts erstem Quartett in g-Moll zu hören: ein schroffes Hauptthema, das ohne Vorbereitung eintritt – mit einer Energie, die Beethovens grosse Sinfonien vorwegnimmt. Mozart schrieb dieses Kammermusikstück auf Anfrage des Verlegers Franz Anton Hoffmeister, der es als Subskription an das Wiener Bürgertum verkaufen wollte. Die Hausmusik von Laien war damals sehr gefragt, und Klavierquartette in der Regel so angelegt, dass die Streicher dem Pianisten einen Klangteppich ausbreiteten, auf dem er sich profilieren konnte. Aber das war nicht nach Mozarts Geschmack. Gerade mit seiner Oper «Le nozze di Figaro» beschäftigt, wollte er auch in der Kammermusik neue Wege gehen: Er frönte der Gleichberechtigung aller Stimmen und schrieb Musik, die jeden Salon-Laien überforderte. Das Ergebnis war künstlerisch wertvoll, finanziell aber ein Fiasko. Das Quartett verkaufte sich schlecht, und ­Hoffmeister löste seinen Vertrag mit Mozart auf. Wie sehr das g-Moll-Klavierquartett das Leistungsvermögen und den Horizont der damaligen Musikliebhaber überstieg, ist in Berichten von Zeitgenossen nachzulesen. So schrieb ein Reisender, der einer Aufführung des Quartetts beiwohnte: «Beinahe wo ich auf meyner Reise nur hinkam, und in einige Concerte eingeführt wurde, kam ein Fräulein, oder eine stolzi-

rende bürgerliche Demoiselle, oder sonst ein naseweiser Dilettante mit diesem Quadro angestochen, und prätendierte, dass es goutirt würde. Es konnte nicht gefallen; alles gähnte vor Langerweile über dem unverständlichen Tintamarre von 4 Instrumenten, die nicht in vier Takten zusammen passten … Welch ein Unterschied, wenn dieses vielbemeldete Kunstwerk von vier geschickten Musikern höchst präcis vorgetragen wird! Aber freylich ist hiebey an keinen Eclat, an keinen glänzenden Mode-Beyfall zu denken.» Heute gilt Mozarts Quartett als Meilenstein des Genres – gerade weil es sich nicht an die Konventionen seiner Zeit hielt. Das ist im ersten Satz von Franz Schuberts «Forellenquintett» ganz anders. Schubert komponierte das Werk im Auftrag des Hobby-Cellisten Sylvester Paumgartner, der bei ihm kammermusikalische Variationen auf Schuberts Lied «Die Forelle» bestellt hatte. Das Quintett beginnt eher konventionell, im Stile eines Klavierkonzerts mit modischen Reminiszenzen an die Musik Rossinis. Wesentlich innovativer ist das Andante mit seinen drei Themen in entfernten Tonlagen (F, Fis und D), das durch seine spektakulären Harmoniewechsel einen ureigenen Sog entwickelt. Das Scherzo stellt schliesslich das Motiv der Forelle in fünf Variationen vor, in denen Schubert all sein kreatives Können entfaltet und dem Auftraggeber, dem Cellisten Paumgartner, mit einem grossen, lyrischen Cello-Solo huldigt.  ab

TEO GHEORGHIU M o, 1 3 . M a i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Teo Gheorghiu Klavier Willi Zimmermann Violine Ryszard Groblewski Viola Nicola Mosca Violoncello Seon-Deok Baik Kontrabass

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Meisterzyklus TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Gustav Mahler (1860 – 1911) Quartettsatz a-Moll für Violine, Viola, Violoncello und Klavier

11 min

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Quartett Nr.1 g-Moll KV 478 für Violine, Viola, Violoncello und Klavier Allegro |  Andante |  Rondo: Allegro moderato

26 min

Pause

20 min

Franz Schubert (1797 – 1828) Klavierquintett A-Dur D 667 «Forellenquintett» Allegro vivace |  Andante |  Scherzo: Presto |  Thema und Variationen |  Finale: Allegro giusto

40 min

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FA B I O B I O N D I

M O Z A RT I N M A I L A N D Der Geiger und Dirigent Fabio Biondi und das ZKO entführen in die Welt Italiens zur Zeit Mozarts.

Mozart war 14 Jahre jung, als er das erste Mal nach Italien reiste. In jenes Land, in dem der Umbruch vom Barock zur Klassik bereits begonnen hatte, in dem das musikalische Leben florierte – und wo der junge Komponist auf Aufmerksamkeit hoffte. Die Italien-Reise dauerte, mit einer kurzen Unterbrechung, insgesamt drei Jahre. Gemeinsam mit seinem Vater besuchte Mozart alle grossen Städte und stellte seine Werke vor, nahm aber auch Kompositionsunterricht bei den italienischen Meistern.

Der italienische Geiger und Dirigent Fabio Biondi hat sich intensiv mit der Musik Italiens im späten 18. Jahrhundert auseinandergesetzt und immer wieder nach deutschen Einflüssen auf die italienische Musikkultur und andersherum gesucht. Mozarts erste beiden Italienreisen sind dafür die vielleicht besten Knotenpunkte. So stellt Biondi, der das Ensemble «Europa Galante» gegründet und mit seiner Barockvioline mit Legenden wie Jordi Savall, Philippe Herreweghe oder Marc Minkowski musiziert hat, gemeinsam mit dem ZKO ein Programm rund um das musikalische Leben in Mailand vor. Im Fokus stehen Werke der 1770er-Jahre, wie Mozart sie wahrgenommen

­ aben muss. Gleichzeitig zeigt Biondi auch Mozarts h Verarbeitung der italienischen Musik in dreien seiner Sinfonien.

«‹La tempesta di mare› vereint italienische Dramatik mit deutschem Sturm und Drang.» Seiner Schwester schrieb Mozart im August 1770 aus Italien: «Unterdessen habe ich schon vier italienische Sinfonien komponiert.» Darunter fällt sowohl die Sinfonie Nr. 10, nach deren erstem Satz Mozart das Gotteslob «Finis Laus Deo» notiert hatte, als auch die Sinfonie Nr. 11. Beide Werke ähneln der typischen italienischen Ouvertüre, wie Mozart sie in Italien sicherlich oft gehört hat. In seinen Sinfonien verbindet Mozart seine Kompositionserfahrungen aus Salzburg mit den neuen Eindrücken aus Italien, wobei er sich besonders durch die radikalen Stimmungswechsel innerhalb der klaren kompositorischen Form inspirieren liess. Für ihre schwungvollen Finale waren die Sinfonien in Italien ebenso bekannt – und so verfügt auch die Sinfonie Nr. 13, die Mozart 1771 im Mailand komponierte, über ein solches. Das Stück wurde wahrscheinlich im Haus von A.M. Mayer, des Verwalters der königlichen Privatschatulle von Erzherzog Ferdinand, uraufgeführt. Um diese Sinfonien zu verstehen und einordnen zu können, lassen Biondi und das Zürcher Kammerorchester auch Werke jener Komponisten hören, die Mozart inspiriert haben und die Mozarts Auftritte in Mailand zum grossen Teil selbst miterlebten. Carlo Monza sticht dabei besonders heraus. Er war der wohl bekannteste Komponist Mailands und prägte das Opernleben der Stadt mit über zwanzig erfolgreichen Werken. Fabio Biondi verhalf Monzas Komposition «La tempesta di mare»


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FA B I O B O N D I

mit seiner Wiederentdeckung einst zu neuem Leben. Sie diente eigentlich als Ouvertüre zur Oper «Ifigenia in Tauride» und vereint italienische Dramatik mit deutschem Sturm und Drang. Monza war, wie viele andere Komponisten auch, Schüler des Mailänder Meisters Giovanni B ­ attista Sammartini. Dieser war Kapellmeister in der ­Kirche Sant’Ambrogio und erlebte am Ende s­ eines Lebens noch die Mailänder Auftritte ­M ozarts. ­Dabei konnte er feststellen, wie sich Mozart an ­seinen italienischen Sinfonien orientiert hatte, ­unter anderen auch an der Sinfonia in G-Dur.

geführt, auch er eine Mailänder Musikgrösse. Brioschi steht für den Übergang vom Barock in die Mailänder Frühklassik. Seine Werke wurden schnell zu europäischen Exportschlagern, die unter anderem in London und Paris begeistert aufgenommen wurden. Immer wieder also zeigt dieses Programm, in dem auch noch das Concerto in Es-Dur von ­Angelo Maria Scaccia erklingt, wie klein das Europa der 1770er-Jahre wurde, wie internationale Stile miteinander verschmolzen und wie sich die Frühklassik überall in Europa aus dem italienischen Barock entwickelte.  ab

Sammartinis Werke wurden oft gemeinsam mit den Kompositionen von Antonio Brioschi auf-

FA B I O B I O N D I D o, 1 3 . J u n i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, K i r c h e S t . Pe t e r

Fabio Biondi Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Sinfonie Nr. 11 D-Dur KV 84 Allegro |  Andante |  Allegro Carlo Monza (1735 – 1801) Sinfonia D-Dur «La tempesta di mare» Allegro |  Andante |  Allegro assai

KO N Z E RT E N D E ca. 21.00 Uhr ABO Barock-Abo TICKETPREISE CHF 70

11 min

6 min

Giovanni Battista Sammartini (um 1700 – 1775)  Sinfonia G-Dur für Streicher und B.c. Allegro | Tempo di Minuetto |  Grave |  Presto

11 min

Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 10 G-Dur KV 74 Allegro |  Andante |  Rondo: Allegro

12 min

Angelo Maria Scaccia (um 1690  – 1761) Concerto Es-Dur für Violine, Streicher und B.c. Allegro |  Adagio |  Allegro

10 min

Antonio Brioschi (um 1700  – 1750) Sinfonia D-Dur Allegro |  Andante | Presto

10 min

Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 13 F-Dur KV 112 Allegro |  Andante |  Menuetto e Trio |  Molto allegro

14 min

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B AC H A N D F R I E N D S

B AC H A N D F R I E N D S Der Barockmeister und seine Welt: Daniel Hope, Willi Zimmermann und das ZKO unternehmen musikalische Hausbesuche in Bachs Freundeskreis.

Johann Sebastian Bach – das Nonplusultra des ­Barock. Manche sehen in seinen Werken so etwas wie das Alte Testament der Musik: Perfekt konstruierte Konzerte, die mit der Seele nach dem Himmel greifen und dennoch mit beiden Beinen auf der Erde stehen. Daniel Hope, Willi Zimmermann und das Zürcher Kammerorchester lassen in ihrem Konzert nun jene Welt hören, die Bach inspirierte, stellen ­seine Mitstreiter und Freunde vor und zeichnen dabei ein akustisches Bild einer aufregenden Musikepoche. Eingerahmt wird das Konzert von zwei genialen Bach-Kompositionen. Am Anfang steht das dritte Brandenburgische Konzert, das Bach für den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt komponiert hatte. Eine typisch Bach’sche Gigue, in der die einzelnen Figuren – in Umkehrungen und Moll-Variationen, begleitet von dramatischen ­Akkordbrechungen – durch das gesamte Orchester wandern, bevor am Ende wieder die alte Ordnung hergestellt wird. Doch das Werk verweist auch auf einen anderen Komponisten, der später am Abend vorgestellt wird: auf Tomaso Albinoni.

«Ein Abend, der das Werk des grossen Meisters durch die Musik seiner Freunde spiegelt.» Wie es auch im dritten Brandenburgischen Konzert der Fall ist, hat Tomaso Albinoni als einer der ersten Komponisten Konzerte ohne ausgeführten langsamen Satz geschrieben. Ausserdem sorgte er besonders mit seinen Opern für Aufsehen. Im Gegensatz zu Vivaldi, der als Romantiker und Dramatiker galt, setzte ­Albinoni­ auf den klassischen italienischen Stil und auf strenge Formen. Bach selbst verehrte den Komponisten und verarbeitete Albinonis Themen in einigen Fugen für Cembalo. Ausserdem zog er ihn immer wieder im Unterricht heran, wenn er seine Schüler Generalbässe zu den Werken des Italieners aussetzen liess.

Neben Albinonis Violinkonzert in d-Moll wird das Zürcher Kammerorchester auch das Concerto ­grosso in g-Moll von Francesco Saverio ­Geminiani vorstellen. Der internationale Star-Komponist pflegte ­engen Kontakt mit Arcangelo Corelli, war ­Schüler von D ­ omenico Scarlatti und führte seine Werke in ­London an der Seite von Georg Friedrich Händel auf. Natürlich darf ebendieser Händel im Programm nicht fehlen. Obwohl Händel und Bach im gleichen Jahr geboren wurden, sind sie sich nie begegnet. Es war wohl hauptsächlich Händel, der Globetrotter, an dem eine Begegnung mit dem eher reiseunwilligen Bach scheiterte. Dennoch kannten und schätzten die beiden die Werke des jeweils anderen. Während Bach heute als unanfechtbarer Meister des Barock gilt, war Händel zu Lebzeiten der bekanntere Komponist. Das Violinkonzert in B-Dur stellt den Facettenreichtum und die ­Lebendigkeit des Komponisten besonders unter Beweis. Vivaldi hob sich mit seiner Kompositionsweise, wie gesagt, von Tomaso Albinoni ab, aber ohne seine Werke wäre das Barock undenkbar. Das Concerto grosso in d-Moll, welches das ZKO spielen wird, ist das wohl bekannteste Konzert des Zyklus «L’Estro Armonico»: Die beiden Violinen begleiten sich am Anfang gegenseitig mit den leeren D-Saiten, bevor das Konzert an Fahrt aufnimmt. Der begeisterte Bach bearbeitete das Konzert in einem eigenen Orgelwerk. Johann Pachelbel stand der Familie Bach sehr nahe. Seine wohl berühmteste Komposition, den Kanon und die Gigue in D-Dur, schrieb er 1694 zur Hochzeit von Johann Christoph Bach, dem älteren Bruder Johann Sebastians. Ein starkes Werk, das längst in die Populärkultur übergegangen ist, etwa als Hymne der Russischen Föderation oder in Pop-Songs wie «Go West» von den Village People oder «All the Young Dudes» von David Bowie. Inspirierend für Bach war auch Georg Philipp ­Telemann, der bereits vor ihm in Leipzig gewirkt hatte. Telemann gründete ein 40-köpfiges Amateur­

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B AC H A N D F R I E N D S

orchester, für das er sein Violinkonzert in a-Moll schrieb. Als Telemann Leipzig verliess, führte Bach dessen Orchester weiter und spielte mit ihm unter anderem im legendären Café Zimmermann. Bach bewunderte Telemann und fertigte zahlreiche Abschriften seiner Kantaten an. Darüber hinaus war Telemann auch Pate für Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel. Nachdem das vielfältige Schaffen von Bachs Freunden, Vorbildern und Wegbegleitern erkundet wurde,

schliesst der Abend wieder beim grossen Meister selbst – und zwar mit dem wohl bekanntesten Doppelkonzert Bachs, jenem in d-Moll. Der erste Satz ist eine klassische Bach-Fuge, der zweite ein Siciliano mit dramatischen Höhepunkten, der dritte ein Kanon der beiden Violinen, der an Vivaldi und dessen musikalisches Unwetter erinnert. Daniel Hope und Willi Zimmermann werden hier Bachs Liebe für die Geige feiern, ein Instrument, das der Komponist bis ins hohe Alter spielte.  ab

B AC H A N D F R I E N D S M i , 3 . J u l i 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Violine Zürcher Kammerorchester

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048 Ohne Bez. (Allegro moderato)  |  Adagio  |  Allegro

13 min

Francesco Saverio Geminiani (1687 – 1762) Concerto grosso g-Moll op. 5 Nr. 5 Adagio | Vivace | Adagio | Allegro

9 min

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) Violinkonzert B-Dur HWV 288 Andante | Adagio | Allegro

10 min

Antonio Vivaldi (1678 – 1741)  Concerto grosso d-Moll für zwei Violinen, Cello, Streicher und B.c. op. 3 Nr. 11 RV 565 Allegro | Adagio e spiccato | Allegro |  Largo e spiccato  |  Allegro

11 min

Pause

20 min

Johann Pachelbel (1653 – 1706) Kanon und Gigue D-Dur für drei Violinen und B.c., P 37 Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) Violinkonzert a-Moll TWV 51:a1 Allegro | Andante | Presto KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Grosses Abo, Kleines Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Tomaso Albinoni (1671 – 1751) Violinkonzert d-Moll op. 5 Nr. 7 Allegro | Adagio | Allegro

6 min

10 min

8 min

15 min Johann Sebastian Bach Konzert d-Moll für zwei Violinen, Streicher und B.c. BWV 1043 Vivace | Largo ma non tanto | Allegro


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MUSIKALISCHE L I E B E S E R K L Ä RU N G E N Von aussergewöhnlich zarten Tönen bei Strauss bis zu einer hingebungsvollen Liebeserklärung bei Chopin: Die nächsten Konzerte bei Kammermusik@ZKO werden romantisch. Diesen Frühling gibt es gleich zwei Kammermusikkonzerte im ZKO-Haus – beide Male mit Werken romantischer Komponisten. Getreu dem Konzept von Kammermusik@ZKO stellen die Musizierenden ihre eigenen Lieblingswerke aufs Programm. Das Publikum sitzt ganz nah bei den Künstlern und erlebt das Zusammenspiel der Instrumente in einer neuen Intensität. Beim ersten Konzert am Sonntag, 19. Mai teilt ZKO-Violinistin Inès Morin ihre Begeisterung für Streichsextette mit den Zuhörern. «Neben der Intimität der Kammermusik erreicht man im Streichsextett beinahe einen Orchesterklang», sagt die Geigerin. Auf der Suche nach passenden Werken hat sie sich unter anderem für Dvořáks Streichsextett in A-Dur entschieden – ein lyrisch-tänzerisches Stück, inspiriert vom Charme der tschechischen Volksmusik. Trotz seiner mitreissenden Melodien ist das Stück eher selten auf Konzertprogrammen zu finden. Sehr bekannt hingegen ist das Streichsextett aus Richard Strauss’ letzter Oper «Capriccio». In der Opernhandlung dient das Streichsextett als Liebeserklärung an eine Gräfin. Zu Beginn der Oper lauschen hohe Herrschaften dem Sextett, dessen Klänge aus dem Nebenzimmer in den Gartensaal des Schlosses hinüberwehen. Der Komponist Flamand und sein

Rivale, der Textdichter Olivier, beobachten dabei gebannt die Gräfin, die sie beide anbeten: Wird die Liebesbotschaft in den Tönen des Sextetts die verehrte Dame wohl erreichen? Inès Morin gefällt an diesem Streichsextett besonders seine Feinheit: «Dass Strauss, dessen Werke oft sehr dicht instrumentiert sind, seine letzte Oper mit einer so intimen Besetzung und solch zarter Musik eröffnet, ist sehr aussergewöhnlich.» Auch der zweite Kammermusik-Morgen am 2. Juni, dessen Programm die ZKO-Cellistin Anna Tyka Nyffenegger und ihre Kollegin an der Geige, Anna Tchinaeva, gemeinsam erarbeitet haben, dreht sich um eine grosse Liebe: die zwischen Frédéric Chopin und George Sand. Den schon zu Lebzeiten bewunderten Komponisten und die erfolgreiche, emanzipiert lebende Schriftstellerin verband ein neunjähriges Liebesverhältnis. Die Briefe, die sich die beiden in dieser Zeit schrieben, werden beim Konzert im ZKO-Haus vom Schauspieler Thomas Douglas vorgetragen – natürlich verbunden mit der wunderbaren Musik Chopins. Dabei erklingt zunächst die Sonate in g-Moll, welche Chopin wenige Jahre vor seinem Tod schrieb – vielleicht wusste er damals bereits, dass er nicht mehr lange leben würde. Anna Tyka Nyffenegger glaubt


K A M M E R M U S I K @ Z KO

dies jedenfalls zwischen den Noten zu hören. Den dritten Satz der Sonate beschreibt die Cellistin als Liebeserklärung an George Sand: «Man merkt, dass dieser Satz nur für sie gedacht war. Er ist sehr intim, sehr berührend – ein überaus romantischer Satz, der unter die Haut geht und einen zum Weinen bringt.»

sprung in polnischen Tänzen haben. Dass Chopin wie sie selbst aus Polen stammt, verstärkt Nyffeneggers Bewunderung für den Komponisten. Eine Bewunderung, die von ihren Kammermusikpartnern Anna Tchinaeva und Suguru Ito – und spätestens nach dem Konzert hoffentlich auch vom Publikum – geteilt wird.  sp

Etwas leichter kommt danach das Trio in g-Moll daher. Chopin schrieb es mit gerade einmal 18 Jahren und verarbeitete darin viele Melodien, die ihren Ur-

K A M M E R M U S I K @ Z KO S o, 1 9 . M a i 2 0 1 9 , 1 1 . 0 0 U h r, Z KO - H a u s

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Nicola Mosca Violoncello KO N Z E RT E N D E ca. 12.00 Uhr

Antonín Dvořák (1841 – 1904) Streichsextett A-Dur op. 48 Allegro moderato  |  Dumka: Poco allegretto |  Furiant: Presto |  Finale: Thema con variazioni

30 min

Richard Strauss (1864  – 1949) Streichsextett aus: «Capriccio» op. 85 Andante con moto

12 min

TICKETPREISE CHF 40 inkl. Kaffee und Gipfeli vor dem Konzert

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Thomas Douglas Rezitation Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Suguru Ito Klavier KO N Z E RT E N D E ca. 12.15 Uhr TICKETPREISE CHF 40 inkl. Kaffee und Gipfeli vor dem Konzert

Frédéric Chopin (1810 – 1849) Sonate g-Moll op. 65 für Violoncello und Klavier Allegro moderato  |  Scherzo |  Largo |  Finale: Allegro

25 min

Frédéric Chopin Trio g-Moll op. 8 für Violine,Violoncello und Klavier Allegro con fuoco |  Scherzo: Vivace |  Adagio sostenuto |  Finale: Allegretto

30 min

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K I N D E R KO N Z E RT E

K I N D E R KO N Z E RT E

G RO S S E T Ö N E F Ü R D I E K L E I N E N DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN abc-Konzert (5 – 7 Jahre) So, 12. Mai 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters «Wenn der Schneider das Land von den Riesen befreit, bekommt er die Prinzessin zur Frau», verspricht der König. Doch als die Riesen besiegt sind, stellt er dem Schneider neue Aufgaben …


K I N D E R KO N Z E RT E

NUGGI-KONZERT (0 – 1 JAHRE) So, 19. Mai 2019, 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

NUGGI-KONZERT (0 – 1 JAHRE) So, 2. Juni 2019, 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffeneger Violoncello Nicola Mosca Violoncello Werke von Dvořák und Strauss

Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffeneger Violoncello Suguru Ito Klavier Werke von Chopin

RIESE RICK MACHT SICH SCHICK Krabbel-Konzert (1 – 3 Jahre) Sa, 25. Mai 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Riese Rick kleidet sich neu ein und singt stolz: «Niemand ist so schick wie der Riese Rick!» Dann aber trifft er auf viele Tiere, die seine Hilfe brauchen – und seine Kleider.

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ABSCHLUSSKONZERT JUNGES ZKO & ZKO TEENS Di, 18. Juni 2019, 19.30 Uhr, ZKO-Haus Junges ZKO ZKO Teens Zürcher Kammerorchester Mehrere Schulklassen haben das ZKO in der aktuellen Saison begleitet. Beim gemeinsamen Abschlusskonzert «Magische Zeiten» präsentieren sie dem Publikum ein zauberhaftes Programm aus Livemusik und Video, Rap und Klassik. Infos folgen auf www.zko.ch.

EINE GEBURTSTAGSTORTE FÜR DIE KATZE Purzel-Konzert (3 – 5 Jahre) So, 26. Mai 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Jedes Mal, wenn seine Katze Findus Geburtstag hat, backt der alte Pettersson ihr eine Pfannkuchentorte. Aber an einem Geburtstag geht alles schief …

Bestellen Sie unsere Kinderbroschüre: Tel. 044 552 59 00


Z KO P O RT R Ä T

L E N A - C AT H A R I N A S C H N E I D E R Vor drei Jahren hat das ZKO Lena-Catharina Schneiders Herz erobert – im Januar ist sie als dessen «Head of Artistic Administration and Planning» in die Schweiz gezogen. «Züri Gschnätzlets» hat sie bereits probiert, die wichtigste Nahrung ist und bleibt für sie aber die Musik. Lena, wann bist du dem ZKO zum ersten Mal begegnet? 2016 habe ich mit Daniel Hope eine Kammermusik­ reihe in Lübeck gestaltet, bei der das ZKO zu Gast war. Ich war begeistert vom Orchester, ­seiner Spielfreude und dem seelenvollen Klang. Es war ein Konzerterlebnis, bei dem ich mir sagte: So muss es sein! Hast du dich deshalb vor einigen Monaten für die freie Stelle in unserem Künstlerischen Betriebsbüro beworben? Ja, ausserdem wollte ich eine neue Herausforderung. Sechs Jahre lang hatte ich in der Künstlerischen Planung des Schleswig-Holstein Musik Festivals ein buntes Betätigungsfeld: Wir haben jeweils über den Sommer das gesamte Bundesland bespielt, wobei ich die nicht-klassischen Projekte vorangetrieben und Jugend-Workshops aufgebaut habe. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern war aber immer nur temporär. Beim ZKO habe ich nun die Chance, ganz nah an einem Ensemble dran zu sein. Ich stelle gemeinsam mit der Programmkommission das Programm für die Saison zusammen, treffe Absprachen mit Spielstätten, schliesse Verträge ab und vieles mehr. Welche künstlerischen Ziele verfolgst du? Ich möchte langfristige musikalische Partner mit uns verbinden. Das bietet die Chance, sich repertoire-

mässig zu vertiefen und zu konzentrieren. Hier gilt es, nicht nur von Projekt zu Projekt zu denken, sondern über die Jahre thematische Bögen zu schaffen. Ausserdem möchte ich dann und wann musikalische Experimente eingehen. In der Vergangenheit gehörten musikliterarische Projekte zu meinen Steckenpferden. In Kombination mit Texten entfaltet die Musik oft eine besondere Kraft – als Sprache ohne Worte, die ganz ins Spürbare geht. Was fasziniert dich sonst an der Musik? Musik ist Nahrung für die Seele: Sie richtet einen auf und stabilisiert innerlich. Privat mache ich mit meiner Geige Folkmusik. Ein Leben ohne kann ich mir gar nicht vorstellen. Neu gehört auch Zürich zu deinem Leben – wie gefällt es dir hier? Es ist wunderbar. Ich schätze das grosse Kulturangebot, die Berge und den See. Und dann sind da natürlich immer wieder die Konzerte des ZKO. Ich war bereits bei der Saisoneröffnung dabei, die ich sehr feierlich fand. Dass ich danach mit den Solisten noch die «Kronenhalle» besuchte, war natürlich der perfekte Abschluss. Es gab «Züri Gschnätzlets» (lacht). Das hat mich sehr beflügelt für die künftigen Herausforderungen.  sp


Noten gesucht? Sie möchten sich auf das nächste Konzert des ZKO vorbereiten? Oder Sie suchen Noten zum Musizieren? Die Musikabteilung der Zentralbibliothek Zürich bietet ein breites Angebot an ausleihbaren Noten. Im Workshop «Recherche Musiknoten» geben wir praktische Tipps zur Suche in unserem Rechercheportal und beantworten Ihre Fragen. Dienstag, 14. Mai 2019, 11.00 Uhr, Seminarraum A Samstag, 25. Mai 2019, 11.00 Uhr, Seminarraum A Dauer 60 Minuten. Anschliessend Rundgang durch die Musikabteilung im Predigerchor. Eintritt frei, ohne Voranmeldung.

Zentralbibliothek Zürich, Zähringerplatz 6, 8001 Zürich, www.zb.uzh.ch

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DAVOSFESTIVAL.CH

EINSCHNITT

SAVE THE DATE!


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Z KO I N S I D E

Z KO I N S I D E

M I T D E M KO N T R A B A S S AU F S C H U L B E S U C H Damit bereits Kinder die Orchesterwelt kennenlernen, schauen unsere Musikerinnen und Musiker gelegentlich in Primarschulklassen vorbei. Wir haben die Kontrabassistin Seon-Deok Baik im März auf einem Besuch begleitet. Ein sonniger Mittwochmorgen um 9 Uhr vor dem Schulhaus Scherr im Z ­ ürcher Quartier Oberstrass: Seon-Deok Baik trägt ihren riesigen, schwarzen In­ strumentenkoffer über den leeren Pausen­platz, dann im Schulhaus die ­grosse Treppe hinauf bis vors Zimmer der Klasse 4A. Zwanzig Schülerinnen und Schüler warten darin auf den Besuch der Kontrabassistin – sobald sie die Tür aufmacht, ist ihr die Aufmerksamkeit sicher. «Wow, so gross», ruft ein Junge mit Blick auf den Instrumentenkoffer. Auch die anderen schauen neugierig zum schwarzen Kasten, der aber erst mal in der Ecke warten muss.

Zunächst erzählt Seon-Deok den Kindern nämlich etwas über ihre südkoreanische Herkunft, ihr jetziges Leben in Truttikon, ihre zwei Kinder und natürlich über ihre Arbeit beim Zürcher Kammerorchester. Was ein Kammerorchester ist, können die Kinder anhand des Wortes «Kammer» ziemlich schnell erraten: Ein kleineres Orchester muss das sein – eines, das in einer Kammer Platz hat. Der Begriff des «Konzertmeisters» bereitet dann schon etwas mehr Mühe: Ist das nicht der Dirigent? Oder gar eine Art DJ? Seon-Deok klärt auf und lässt die Schülerinnen und Schüler gleich selbst in die Rolle des Konzertmeisters schlüpfen. Jeweils ein Kind

darf beim Lied «Bruder Jakob» einmal den Ton angeben und versuchen, die mehrstimmig singende Gruppe beieinander zu halten. Gar nicht so leicht … «Mir ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, wie das harmonische Zusammenspiel funktioniert», sagt Seon-Deok. «Jeder ist mit seiner individuellen Rolle Teil des Ganzen.» Dann ist es endlich soweit und der Kontrabass wird aus seiner Hülle freigelassen. Seon-Deok, die ursprünglich für ihr Musikstudium in Genf in die Schweiz kam und seit 1999 beim Zürcher Kammerorchester spielt, gibt Kostproben von Bach bis hin zur Neuen Musik. Dabei


Z KO I N S I D E

darf auch der Klassiker «Drei Chinesen mit dem Kontrabass» nicht fehlen, bei dem die Kinder lauthals mitsingen. Immer wieder staunen sie über den tiefen Klang des Instruments und applaudieren spontan nach besonders virtuosen Passagen. Spannend: Je nach Spielweise klingt ein- und dieselbe Melodie beschwingt, gelangweilt, traurig oder gar wütend. Schliesslich dürfen die Schülerinnen und Schüler den Bogen selbst in die Hand nehmen. Einer nach dem anderen stellt sich hinter den Orchesterrie-

sen und zupft vorsichtig an den Saiten. «Die sind ja dick!», ruft einer aus. Wenn Seon-Deok die Hand des jeweiligen Spielers führt, so gelingen auch ein paar einfache Melodien. «Klingt professionell», witzelt die Klasse dann jeweils. Und jetzt, möchten alle Kontrabass spielen lernen? «Ich finde das Instrument lustig, aber es wäre mir viel zu gross», meint Johnny. Auch für klassische Musik kann er sich noch nicht wirklich erwärmen. «Ich mag Musik, die nicht zu düster, aber auch nicht zu fein ist.

Musik, zu der man tanzen kann», erklärt er. Luisa hingegen sagt: «Ich habe zwar keine Ahnung von Mozart, aber ich finde seine Musik sehr schön.» Das passt gut! Wenige Tage später besuchen die 4.-Klässler nämlich noch eine Probe im ZKO-Haus und hören dabei erneut Werke des berühmten Komponisten. Vom vollen Klang des Orchesters und den verschiedenen Instrumenten fasziniert, halten natürlich trotzdem alle Ausschau nach der hintersten Reihe – dort steht sie fröhlich lächelnd, ihre neue Heldin Seon-Deok.  sp

MUSIK FÜR JUNGE OHREN «Keiner zu klein, ein Klassik-Fan zu sein» – unter diesem Motto richtet sich das Zürcher Kammerorchester immer wieder an die nächste Generation. Bereits Gründer Edmond de Stoutz veranstaltete in den 1950er-Jahren Spezialkonzerte für Kinder. Heute können Kinder aller Altersklassen in den Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, abc- und Kinderkonzerten die Welt der klassischen Musik entdecken. Da nicht alle Eltern

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mit ihren Kindern ins Konzert gehen, liegen dem ZKO auch die Schulklassenbesuche am Herzen, bei denen Orchestermusiker wie Seon-Deok Baik den Schülern einen besonderen Zugang zu einem Instrument ermöglichen. Schliesslich läuft seit der Saison 2013/14 das Schuljahresprojekt «Junges ZKO», bei dem eine Schulklasse während einer ganzen Saison mit dem ZKO verbunden ist.


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EIN KITT FÜRS GANZE LEBEN Die Probenbesuche stossen bei den ZKO Freunden auf grossen Anklang. Wir haben nachgefragt, weshalb.

Den Mitgliedern unserer Gesellschaft bieten wir an, «mittendrin statt nur dabei zu sein». Ein grosses Privileg der Freunde sind die zahlreichen Probenbesuche. Wie beliebt diese sind, zeigte sich wieder einmal am 12. März. Bei einer Generalprobe mit Daniel Hope, Willi Zimmermann und dem Orchester füllten zahlreiche Besucherinnen und Besucher das ZKO-Haus. Wir haben uns bei den Anwesenden umgehört, was ihnen an solchen Probenbesuchen besonders gefällt.

Ulla und Andreas Sprung schätzen vor allem das unmittelbare Hörerlebnis. Es klingt für sie oft so, also ob man mittendrin im Orchester sässe. Der Austausch mit Musikern und anderen Probenbesuchenden ist für sie Motivation, bei den ZKO Freunden dabei zu sein. Auch Hilda Hörler, seit mehr als 20 Jahren Freundin des ZKO, erlebt die Musik bei den Proben besonders intensiv: «Man ist so nah beim Orchester.» Sie


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besucht generell lieber Proben als Konzerte, weil sie ausserhalb auf dem Land wohnt und ihr die Heimfahrt nach einem Konzert zu beschwerlich ist. Bei den Proben trifft sie mittlerweile viele Freunde – sie seien über die Jahre ein richtiges «Clübchen» geworden. Für Prof. Thomas Szucs ist ein Probenbesuch gelebte Didaktik. Als Dirigierschüler geniesst er es, zu erleben, wie die verschiedenen Maestri arbeiten. Am­ 12. März hat ihm besonders gefallen, wie Daniel Hope und Willi Zimmermann Hand in Hand zusammenarbeiteten. So werde erlebbar, wie Musik entsteht. «Richtig geniessen kann man Konzerte nur, wenn man die Technik und den Weg hin zum perfekten Klang versteht», sagt Thomas Szucs und fügt an: «Diese Proben werden zu Recht kontingentiert. Sie sind ein tolles Angebot für die Freunde des ZKO.» Wenn man Beatrice Huldi nach einem besonders eindrücklichen Erlebnis bei einer Probe des ZKO

fragt, so kommen ihr sofort zwei Veranstaltungen vor Jahrzehnten in den Sinn. Eine Sängerin und ein Harfenist begeisterten damals das Publikum. Leider konnte sich Beatrice Huldi nicht mehr an die Namen dieser Solisten erinnern. Mithilfe der von den ZKO Freunden initiierten und finanzierten Datenbank konnten wir herausfinden, dass es sich um Teresa Bergenza und Nicanor Zabaleta gehandelt hatte. Martin Eichenberger, der es bereut, nicht öfter Proben zu besuchen, schätzt das Erleben des Schaffensprozesses. Erst zu hören, wie die Musik besprochen wird, und wie diese dann auch gemäss den Anweisungen des «Chefs» erklingt, sei für ihn sehr beeindruckend. Der Probenbesuch ersetzt für ihn aber nicht den Konzertbesuch, wo man dann das Endergebnis bestaunen kann. Martin Eichenberger singt selbst seit 50 Jahren im Zürcher Konzertchor und so trifft man bei den Freunden Freunde: Das ist ein Kitt fürs ganze Leben.  pm

V E R A N S TA LT U N G E N F Ü R Z KO F R E U N D E ARBEITSPROBE Öffentlich für ZKO Freunde Mi, 12. Juni 2019 Ca. 15.15 bis 16.45 Uhr, ZKO-Haus

GENERALVERSAMMLUNG Mo, 2. Dezember 2019 18.00 Uhr, ZKO-Haus Mit anschliessendem Dankeskonzert und Apéro

Fabio Biondi Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Monza, Sammartini und weiteren Programm nach Ansage, anschliessend Apéro, Anmeldeformular folgt Ende April

I N E I G E N E R S AC H E GENERALPROBE Öffentlich für ZKO Freunde Mi, 3. Juli 2019 10.00 Uhr, ZKO-Haus Bach and Friends Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Bach, Geminiani, Händel und weiteren

Helfen tun wir gern, aber manchmal dürfen wir nicht, selbst wenn wir wollten. Zum Beispiel können wir unseren Mitgliedern keine Adressen oder Telefonnummern von Musikern herausgeben. Wenn Sie aber mit unseren Künstlern in Kontakt treten möchten, unterstützen wir das gerne. Schreiben Sie uns und wir leiten es dann mit den besten Empfehlungen weiter.

Mitglied werden / Informationen: Sekretariat GFZKO, Gisela Stäheli, Tel. 044 552 59 12, www.gfzko.ch


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VO R S C H AU Z KO I N S I D E

KO L U M N E VO N DA N I E L H O P E

NICHT NUR SCHALL UND RAUCH Namen, sagte Goethe einmal, seien Schall und Rauch. Bis heute nehmen wir Namen vielleicht ein bisschen zu wichtig – auch in der Welt der Klassik. Auf der anderen Seite: Was wäre unsere Kunst ohne Namen wie Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder Georg Friedrich Händel? Diese Namen stehen für die jeweilige individuelle Persönlichkeit, sie weisen aber auch über sie hinaus, sind sie doch im Laufe der Zeit zu Symbolen, Mythen und Gefühlen geworden. Ich bin stolz darauf, dass wir Ihnen in den kommenden Wochen neben grossen Komponisten auch spannende Künstlernamen präsentieren können, bei denen das Individuelle und das Kollektive ebenfalls miteinander in Wechselwirkung treten.

«Namen wie Bach, Mozart oder Händel sind im Laufe der Zeit zu Symbolen geworden.» Ich gebe zu, bei einem so unkonventionellen Künstler wie dem Organisten Cameron Carpenter sticht einem erst einmal die Person selbst ins Auge. Wer Carpenter hört, merkt aber schnell, dass er seine Virtuosität, seine tiefe Beschäftigung

mit der Musik und seine Offenheit für unsere Zeit dafür nutzt, jene Klänge, die er verehrt, vollkommen uneitel neu zu befragen. Dabei ist es ihm völlig egal, ob seine Helden Bach, Poulenc oder Gershwin heissen. Einen weiteren grossen Namen präsentieren wir Ihnen mit Rudolf Buchbinder, der sich sein ganzes Leben lang in den Schatten der Partituren Beethovens und Mozarts gestellt hat und mit über 70 Jahren noch immer begeistert davon ist, Neues darin zu entdecken. Wenig später begrüssen wir die Klarinettistin Sabine Meyer, die gemeinsam mit dem Alliage Quintett grosse Klassiknamen in neue Zusammenhänge stellt. Der Cellist Nicolas Altstaedt löst nicht nur als Virtuose, sondern auch als Dirigent sein Ich im Kollektiv der Musik auf und der Geiger Fabio Biondi steigt in die Archive hinab, um neue Namen und die mit ihnen verbundene Musik aufzustöbern. Sie sehen, es sind grosse Namen, die in den nächsten Wochen zu Gast beim Zürcher Kammerorchester sind, bei Ihrem Orchester, dessen Name dafür steht, dass ein Konzert zum gelungenen Wir-Erlebnis wird.


IMPRESSUM HERAUSGEBER Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich Tel. 044 552 59 00 REDAKTION Simone Pflüger (Leitung), Melanie Hadam, Valentina De Marchi, Daniela Wachter AUTOREN Axel Brüggemann ab, Michael Bühler, Daniel Hope, Peter Marschel pm, Simone Pflüger sp

VOR SC H AU S A I S O N 2 019 / 2 0 FREUEN SIE SICH AUF: ALICE SARA OTT / SIR ROGER NORRINGTON / DANIEL HOPE / MAURICE STEGER / VESSELINA KASAROVA / RICHARD GALLIANO / DANIEL LOZAKOVICH / AVI AVITAL / OLIVER SCHNYDER / JAN LISIECKI / UND VIELE MEHR …

FOTOGRAFIE Cameron Carpenter (Cover): Heiko Laschitzki, Cameron Carpenter (S. 5, 7, 8, 10, 12): Thomas Grube, Michael Bühler (S. 3): Thomas Entzeroth, Orchesterbild (S. 4): Sandro Diener, Nicolas Altstaedt (S. 5, 6, 18, 21): Marco Borggreve, Sabine Meyer (S. 5): Thomas Rabsch, Sabine Meyer (S. 6, 23, 24): Christian Ruvolo, Teo Gheorghiu (S. 5, 26): Cityscape Digital, Fabio Biondi (S. 5, 7, 28, 29): James Rajotte, Fabio Biondi (S. 30): Emile Ashley, Rudolf Buchbinder (S. 6, 14, 17): Marco Borggreve, Alliage Quintett mit Sabine Meyer (S. 22): Ira Weinrauch, Orchester in Action (S. 32, 35): Sandro Diener, Anna Tchinaeva (S. 36): Sandro Diener, Anna Tyka Nyffenegger (S. 36): Sandro Diener, Inès Morin (S. 36): Sandro Diener, Lena-Catharina Schneider (S. 40): Sandro Diener, Schulbesuch (S. 42, 43): Simone Pflüger, ZKO Freunde (S. 44, 45): Thomas Entzeroth, Daniel Hope (S. 46): Nicolas Zonvi, Oliver Schnyder (S. 47): Marco Borggreve, Daniel Lozakovich (S. 47): Lev Efimov / DG, Jan Lisiecki (S. 47): Christoph Köstlin / DG, Alice Sara Ott (S. 47): Esther Haase / DG ILLUSTRATION Kinderseite (S. 38, 39): Michel Bumann GESTALTUNG UND LAYOUT Tschirren und Grimm PRODUKTION Druckerei Landquart AG AUFLAGE UND ERSCHEINUNGSWEISE 14 000 Exemplare, viermal jährlich ERSCHEINUNGSDATUM April 2019

Die Maestrani Schokoladen AG sponsert die Gastgeschenke an den Konzerten.

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