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Klänge, die bewegen Ob das sanfte Summen eines Elektromotors, der tiefe Ton eines 12-Zylinders oder das Crescendo im Konzertsaal – Klänge sind Schlüssel zu unseren Emotionen. www.amag.ch

Mit Leidenschaft. Für Sie.


E D I TO R I A L

E D I TO R I A L

MICHAEL BÜHLER Liebe Konzertbesucherinnen, liebe Konzertbesucher Im Moment läuft ein Film über Huldrych Zwingli im Kino, welcher die Lebensgeschichte des berühmten Reformators nacherzählt und uns das bewegte Leben dieses Menschen vor Augen führt. Wenn Sie sich den Film ansehen, hören Sie auch das Zürcher Kammer­ orchester, das die Filmmusik eingespielt hat und den Geist der Reformation in berührenden Melodien auf­ erstehen lässt. Dem Kinobesucher wird dabei schnell klar, dass Zwingli nicht bloss an religiösen Dogmen interessiert, sondern auch von grossen Gefühlen ge­ leitet war. Mit Leidenschaft setzte er sich für eine gerechtere Gesellschaft ein und revolutionierte etwa die Armenfürsorge.

Historische Grössen wie Zwingli oder Menuhin lassen uns erkennen, dass – neben aller individu­ ellen Begabung – letzten Endes der Einsatz für die Gemeinschaft zählt. Zwingli und Menuhin nahmen beide herrschende Umstände nicht als gegeben, son­ dern suchten nach Möglichkeiten, diese positiv zu beeinflussen. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb wir uns Jahrzehnte oder Jahrhunderte nach ihrem Tod noch an sie erinnern. Lassen Sie sich in den kommenden Konzerten von radikalen Lebensgeschichten und verändernden Klängen anstecken – hören wir gemeinsam zu, was ein Zwingli oder Menuhin, aber auch ein Mozart oder Vivaldi, uns heute noch zu sagen haben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Man muss aber kein Theologe sein, um die Welt zu verändern. So hat sich auch der Geiger Yehudi Menuhin für eine bessere Gesellschaft eingesetzt, als er im Rahmen von «Live Music Now» Konzerte an Orten durchführte, an denen sonst keine Musik erklingt – in Krankenhäusern, Altersheimen und Ge­ fängnissen. Dieses ebenfalls grossen Mannes, der eng mit Daniel Hope und dem ZKO verbunden war, gedenken wir mit einem Konzert am 12. März.

Hauptpartner Hauptpartner

Ihr Michael Bühler Intendant

Innovationspartner Innovationspartner

Subventionsgeber Gönner Subventionsgeber und und Gönner

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Music Director / Violine Daniel Hope 1. Violine Willi Zimmermann, Konzertmeister Donat Nussbaumer, Stv. Konzertmeister Jana Karsko  |  Asa Konishi  |  Kio Seiler 2. Violine Daria Zappa Matesic, Stimmführung Silviya Savova-Hartkamp, Stv. Stimmführung Anna Tchinaeva, Stv. Stimmführung Hiroko Takehara Strahm 1. / 2. Violine Inès Morin  | Tanja Sonc  |  Arlette Meier-Hock Viola Ryszard Groblewski, Stimmführung Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmführung Janka Szomor-Mekis | Pierre Tissonnier Violoncello Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmführung Silvia Rohner Geiser Kontrabass Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmführung Ivo Schmid Flöte Stéphane Réty Oboe Marc Lachat  |  Roman Schmid Horn Thomas Müller | Martin Ackermann Cembalo Naoki Kitaya

DA S Z Ü R C H E R K A M M E RO R C H E S T E R S A I S O N 2 018 – 2 019 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang erlangte das Ensemble internationale Anerkennung. In der Ära mit dem weltweit angesehenen Principal Conductor Sir Roger Norrington, von 2011 bis 2015, konnte das Zürcher Kammerorchester seine hervorragende Reputation nachhaltig festigen. Seit der Saison 2016 / 17 leitet Music Director Daniel Hope das Orchester. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals wie die BBC Proms in der Londoner Royal Albert Hall, Gastspiele in bedeutenden Musikzentren, Konzerttourneen durch europäische Länder, Amerika, Asien und Südafrika sowie zahlreiche, von der Fachpresse gefeierte Tonträger belegen das weltweite Renommee des Zürcher Kammerorchesters. 2017 wurde das Orchester für zwei CD-Produktionen sogar mit dem Echo Klassik in der Kategorie «Klassik ohne Grenzen» ausgezeichnet. Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von Barock über Klassik und Romantik bis zur Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, abc- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammerorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten.

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I N H A LT

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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Konzertübersicht Alle ZKO-Konzerte auf einen Blick

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Kinderkonzerte Grosse Töne für die Kleinen

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Fokus Lars Vogt – eine Hand spricht mit der anderen

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Mozarts Zauberflöte für Kinder Unterwegs mit dem lustigen Papageno

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Jeremiah David Orlowsky und SingerPur auf den Spuren eines Propheten

ZKO Inside So entsteht Filmmusik

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OpenSPACE Ein neuer Begegnungsraum im ZKO-Haus

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ZKO Freunde Das geschah an der Generalversammlung

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ZKO Porträt Im Gespräch mit Naoki Kitaya

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Kolumne Daniel Hope – Die Geschichten hinter den Tönen

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Vorschau / Impressum

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Robert Levin & Sir Roger Norrington Zwei Mozart-Experten auf einer Bühne

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Daniel Hope Vorbild Menuhin – ein Konzert zu seinen Ehren

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Enrico Onfori Treffpunkt London

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Maurice Steger Wenn die Blockflöte ba-rockt

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Kammermusik@ZKO Jana Karsko spielt mit Zarin Moll

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KO N Z E RT Ü B E R S I C H T

A L L E Z KO - KO N Z E RT E AUF EINEN BLICK F E B RU A R DIE SCHNEEKÖNIGIN So, 3. Februar 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters abc-Konzert

JEREMIAH So, 24. Februar 2019 19.30 Uhr, Fraumünster

ENRICO ONOFRI Di, 19. März 2019 19.30 Uhr, Kirche St. Peter

David Orlowsky Klarinette SingerPur Werke von Palestrina, Gesualdo und Porat

Enrico Onofri Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Händel, Geminiani, Sammartini und weiteren

MÄRZ ZKO IM PFAUEN: ROBERT LEVIN & SIR ROGER NORRINGTON Di, 5. März 2019 19.30 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Robert Levin Klavier Sir Roger Norrington Ehrendirigent Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart

MAURICE STEGER Di, 26. März 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

KAMMERMUSIK@ZKO So, 10. Februar 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus Jana Karsko Violine und Barockvioline Zarin Moll Werke von Senfl, Schubert, Schumann und weiteren NUGGI-KONZERT So, 10. Februar 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jana Karsko Violine und Barockvioline Zarin Moll Werke von Senfl, Schubert, Schumann und weiteren

Maurice Steger Blockflöte und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Händel, Purcell, Avison und weiteren DANIEL HOPE Di, 12. März 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Vivaldi, Fletcher, Mozart und Gershwin Yehudi Menuhin – zum 20. Todestag

DER KLEINE IGEL RETTET SEINE FREUNDE Sa, 30. März 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Krabbel-Konzert


TICKETS ZKO BERATUNG UND VERKAUF Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich tickets@zko.ch, Tel. 044 552 59 00 RÄUBER RATTE So, 31. März 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Purzel-Konzert

APRIL ZKO IM PFAUEN: MOZARTS ZAUBERFLÖTE FÜR KINDER So, 7. April 2019 11.00 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Zürcher Kammerorchester Kinderkonzert LARS VOGT Sa, 13. April 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

PINGUIN GEFUNDEN / LOST AND FOUND So, 14. April 2019 11 / 14 (Engl.) / 16 Uhr, ZKO-Haus Thomas Douglas Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Krabbel-Konzert

ÖFFNUNGSZEITEN Mo – Fr 11.00 bis 17.00 Uhr durchgehend BILLETTKASSE TONHALLE MAAG Zahnradstrasse 22, 8005 Zürich Tel. 044 206 34 34 VORVERKAUFSSTELLE TONHALLE MAAG AM PARADEPLATZ Schalterhalle Credit Suisse Paradeplatz 8, 8001 Zürich SCHAUSPIELHAUS PFAUEN (für Konzerte im Schauspielhaus) Rämistrasse 34, 8001 Zürich Tel. 044 258 77 77 MUSIK HUG Limmatquai 28 – 30, 8001 Zürich STARTICKET www.starticket.ch

Lars Vogt Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Elgar, Mozart und Dvořák

A P P « Z KO P E R F E C T M AT C H » J E T Z T D OW N L OA D E N .

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« P E R S Ö N L I C H K E I T: J A . EGO: NEIN!» Wenn Lars Vogt mit dem Zürcher K ­ ammerorchester auftritt, so begeistert er das Publikum nicht nur mit seinen Klavierkünsten, sondern auch als Dirigent. I­m Interview spricht er über seine zwei grossen Leidenschaften und die Wichtigkeit des Zuhörens.


FOKUS

Lars Vogt, Sie treten in Zürich sowohl als Pianist als auch als Dirigent auf. Das Dirigieren ist bei Ihnen irgendwann dazugekommen – wie kam das? Mich hat schon immer fasziniert, dass ein Orchester komplett anders klingt, abhängig davon, wer es lei­ tet: die gleichen Noten, die gleichen Musiker – und dennoch vollkommen andere Klänge! Ich erinnere mich, als ich 1991 gemeinsam mit Simon Rattle in den USA bei der Hollywood Bowl aufgetreten bin und er hinter der Bühne zu mir sagte: «Lars, irgendwann wirst du meinen Job machen.» Erst neulich habe ich ihn gefragt, wie er auf die Idee gekommen sei, und er meinte: «Das war ein Bauch­ gefühl, i­rgendwie habe ich es gespürt.» Und: Er hatte Recht! Das Dirigieren hat mich immer mehr angezogen und ich habe begonnen, mich mit unter­ schiedlichen Menschen darüber zu unterhalten: mit Christian Thielemann, Daniel Harding oder Robin Ticciati. Das waren sehr beflügelnde Gespräche. Gab es einen Moment, an dem Sie sich wirklich sicher waren, dass Sie selbst ebenfalls dirigieren wollen? Ja, als ich mit der Camerata Salzburg das dritte Klavierkonzert von Beethoven aufführte, dirigierte ich vom Klavier aus. Dabei hat sich plötzlich eine Art Rausch eingestellt, ein Dialog der Leidenschaft zwischen mir und den Musikern. Da war plötzlich eine unglaubliche Kraft, die freigesetzt wurde, ein totales High – und in diesem Moment wusste ich: Ich will das Ziel, selbst zu dirigieren, ernsthaft ver­ folgen. Ich habe Dirigierstunden genommen und zunächst Amateurorchester geleitet, um zu sehen, ob diese Arbeit etwas für mich ist. Hat man, wenn man selbst Solist ist, als Dirigent automatisch eine andere Autorität? Ich glaube, dass Autorität im Sinne von autoritä­ rem Handeln in der Musik nichts zu suchen hat. Aber es stimmt schon, dass irgendjemand bestim­ men muss, wohin die Reise geht – trotz und gerade auch wegen aller Diskussionen, die ich für sehr wichtig halte. Wenn man als Solomusiker vor ein Orchester tritt, hat man vielleicht einen kleinen Bonus. Aber natürlich stehe ich auch Musikern gegenüber, deren Instrumente ich nicht beherr­ sche. Ich schlage auch den Geigen einen Strich vor, und dann probieren wir es aus – aber all das geschieht gemeinsam in einem Prozess, in dem wir

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FOKUS

den letzten Satz von Mozarts Jupiter-Sinfonie am besten hin?» Die Antworten sind dann oft ganz einfach. In diesem Fall riet er mir, mit kleinen Gesten zu dirigieren, denn die sorgen im Vergleich zu grossen Bewegungen für mehr Klarheit. Es ist dieses Handwerkszeug, das man sich im Lauf der Jahre aneignet.

alle um die beste Interpretation ringen. Mit der Royal Northern Sinfonia habe ich ein wunderbares Ensemble, mit dem ich viel ausprobieren kann. Aber auch heute noch gibt es einige Stücke, die bei mir erst einmal nicht fliegen wollen ...

«Ich bin mir nicht zu schade, Rat einzuholen.» Was machen Sie dann? Dann bin ich mir nicht zu schade, Rat einzuholen. Es kommt schon mal vor, dass ich einem Dirigen­ ten-Freund wie Robin Ticciati eine SMS schreibe und ihn frage: «Sag mal, wie bekomme ich denn

Unterscheidet sich der Zugang zu einem Werk, wenn Sie als Pianist oder als Dirigent auftreten? Oder gelingt es Ihnen in beiden Fällen, Ihre Vorstellung durchzusetzen? Es geht in der Regel nicht darum, mich selbst zu verwirklichen. Ich verstehe das Musizieren eher als Akt einer detektivischen Suche danach, wie die In­ terpretation eines Werks dem Komponisten gerecht wird. Natürlich braucht jeder Musiker eine Persön­ lichkeit, die sich in seine Interpretation einschreibt – aber man sollte diese nicht mit dem Ego verwech­ seln. Während die Persönlichkeit beim Musizieren hilft, steht das eigene Ego einer wahrhaftigen Inter­ pretation meist im Weg. Für mich wird das Musik­ machen dann spannend, wenn ein Austausch statt­ findet: Natürlich erkläre ich dem Orchester meine Philosophie und meinen Blick auf ein Stück, aber ich bin auch neugierig auf seine Sichtweise. Beim Klavierspielen haben Sie mit dem physischen Widerstand der Tasten zu tun. Als Dirigent fällt dieser weg – ist das ein seltsames Gefühl? Tatsächlich ist das der vielleicht grösste Gegensatz der beiden Disziplinen. Während ich beim Klavierspiel den Klang durch die Tasten spüre, schlage ich als Dirigent nur in die Luft. Doch diese Luft verändert sich für mich als Dirigenten, es wird eine andere Luft, eine Luft, die Widerstand ausübt, mal weniger, wie bei Mozart und dessen homogener Musik, mal

M U S I K F Ü R D I E S I N N E : D I E M AG I E D E S A U G E N B L I C K S Als Pianist und Dirigent setzt Lars Vogt auf fla­ che Hierarchien, vor allen Dingen aber auf das Zuhören und das Spüren – auf den sechsten Sinn, der in der Musik so unendlich entscheidend ist. So können nach intensiver Vorbereitung magi­ sche Momente entstehen, Augenblicke, die unsere

Logik übersteigen und mit den üblichen Sinnen nicht fassbar sind. Eine Magie, die sich in jenem Moment entfaltet, in dem alle fünf Sinne an der Grenze zu tanzen beginnen und der sechste Sinn nötig wird, um das, was grösser ist als der Mensch, erlebbar werden zu lassen.


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FOKUS

mehr, wie bei Beethoven, der den Widerstand quasi beschwört. Im Ernst: Mir kommt es beim Dirigieren oft so vor, als ob meine Hände durch eine Flüssigkeit fahren würden, sodass ich beginne, den Klang, den das Orchester anbietet, auch physisch zu spüren. Das ist eine unglaublich grossartige Erfahrung.

«Wenn ich dirigiere, beginne ich den Klang, den das Orchester anbietet, physisch zu spüren.» Sie sind ein gefeierter Kammermusiker, haben sogar ein eigenes Kammermusik­ festival. Es heisst oft, dass grossen Orchestern das kammermusikalische Denken abgeht ... Damit ist wohl gemeint, dass die Grundtugend des Zuhörens manchmal fehlt oder zu wenig ausge­ prägt ist. In der Kammermusik ist es eine Notwen­ digkeit, auf die Nebenstimmen zu hören, den ge­ meinsamen Rhythmus zu erspüren und zusammen zu atmen. Jeder einzelne Musiker weiss, dass es auf ihn ankommt, dass er gehört wird, und vielleicht ist das besonders motivierend. Es kann tatsächlich vorkommen, dass nur zwei Pulte mehr in den Gei­ gen dafür sorgen, dass sich der einzelne Musiker plötzlich etwas zurückzieht und alles nicht mehr so

flexibel und wach wirkt. Aber letztlich sollte auch in einem Sinfonieorchester das gemeinsame Zuhö­ ren die Grundlage bilden. Dem Dirigenten Carlos Kleiber wird der Ausspruch zugeschrieben: «Ich habe zwar nicht viele Fähigkeiten, aber eine davon ist, dass ich sehr wohl merke, ob die Begleitung auf die Hauptstimme hört.» Damit ist eigentlich alles gesagt. Beim Klavierspiel ist das übrigens nicht anders: Die linke Hand muss immer auf die rechte hören und die rechte auf die linke – nur so entsteht am Ende Musik. Sie sind inzwischen schon öfter mit dem Zürcher Kammerorchester aufge­treten, sowohl als Pianist als auch als Dirigent. Wie würden Sie dieses Orchester einschätzen? Wenn ich nur ein Wort zur Beschreibung dieses Orchesters hätte, würde ich mich für «Flexibilität» entscheiden. Natürlich hört man beim ZKO die wunderbare Tradition eines Sir Roger Norrington, gleichzeitig wirken die Musiker aber nie dogma­ tisch. Alles scheint in diesem Orchester Neugier zu sein, der Spass daran, sich in freien Formen zu bewegen und sich flexibel auf die Künstler einzu­ stellen, mit denen man gerade musiziert. Das ist eine wunderbare Eigenschaft, die ich am Zürcher Kammerorchester sehr bewundere.  ab

L A R S VO G T S a , 1 3 . A p r i l 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Lars Vogt Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Grosses Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Edward Elgar (1857 – 1934) Serenade e-Moll op. 20 Allegro piacevole | Larghetto | Allegretto

12 min

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Klavierkonzert Nr. 27 B-Dur KV 595 Allegro | Larghetto | Rondo: Allegro

32 min

Pause

20 min

Antonín Dvořák (1841 – 1904) Serenade E-Dur op. 22 B 52 Moderato | Tempo di Valse | Scherzo. Vivace |  Larghetto  |  Finale. Allegro vivace

27 min

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David Orlowsky


JEREMIAH

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« E T WA S , DA S G R Ö S S E R I S T ALS WIR SELBST» Gemeinsam mit dem Vokalensemble SingerPur begibt sich Klarinettist David Orlowsky auf die Suche nach dem Propheten Jeremia und stellt ein Programm zwischen überirdischer Schönheit und tiefster Menschlichkeit vor. David Orlowsky, gemeinsam mit SingerPur haben Sie sich Jeremia vorgenommen – was ist so besonders an dieser Figur? Zunächst einmal, dass er in den monotheistischen Weltreligionen, im Christentum, im Judentum und im Islam, als wichtiger Prophet akzeptiert ist. Jere­ mia, der den Untergang Jerusalems vorhergesagt hat, ist bekannt durch seine Klagelieder. Unser Ausgangspunkt war, diese Gesänge in der Version des Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina in Szene zu setzen.

«Zu Zeiten Jeremias muss die Welt ebenso verrückt gewesen sein wie heute.» Was gefällt Ihnen an Giovanni Pierluigi da Palestrina? Was ich spannend finde, ist, dass er es geschafft hat, Musik zu komponieren, die eine Art Frieden ausstrahlt. Wenn man sich mit dem Leben Jeremias auseinandersetzt, mit dem Streit der Religionen, dem Kampf um Jerusalem, dann spürt man, dass die Zeit damals ebenso aufgeladen und verrückt gewesen sein muss wie heute. Und vielleicht ist es

gerade jetzt auch sinnvoll, die Welt mit der Gelas­ senheit Palestrinas in Klängen zu ordnen. Wie erlebten Sie die Zusammenarbeit mit SingerPur? Wir haben uns wochenlang eingeschlossen und experimentiert. Das ist in der Welt der Klassik nicht mehr selbstverständlich. Ich wusste zunächst nur, dass ich etwas mit Jeremia und Palestrina machen wollte. Und dass es mir wichtig war, mit der Klarinette quasi als siebte Stimme neben den Sängern aufzutreten. Während der Arbeit mit Sin­ gerPur hat sich dann herausgestellt, dass unsere Programmideen am Ende mehr waren als die Sum­ me unserer ursprünglichen Gedanken – es ist eine vollkommen neue Welt entstanden, die wir nun in einem 70-minütigen Programm vorstellen, das eine Art Trip sein kann, ein Rausch ... Auch deshalb, weil Palestrinas Musik so unglaublich harmonisch, fast engelsgleich ist? Ja, er kümmert sich wenig um den doch oft eher brutalen Text, sondern schafft es, wie bereits er­ wähnt, Ruhe einkehren zu lassen. Eine Art geist­ liche Gelassenheit, die gerade in unserer Welt nur noch selten zu erleben ist. Seine Musik ist unfassbar schön, er legt die Dissonanzen auf die

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17:00 U H GEÖ FFN

Bistro K2 Zahnradstrasse 22 8005 Zürich (Direkt bei der Tonhalle MAAG gelegen) www.k2bistro.ch

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Saisonale Küche und ein industrielles Kulturambiente – das sind die Zutaten, die den Besuch im Bistro k2 zum feinen Besuch machen.


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JEREMIAH

SingerPur bestehend aus (v.l.) Manuel Warwitz, Markus Zapp, Claudia Reinhard, Rüdiger Ballhorn, Reiner Schneider-Waterberg und Marcus Schmidl

schwachen Schläge und arbeitet mit wunderba­ ren Symmetrien. Die einzelnen Lamenti sind im Original durch Gesänge über die Buchstaben des hebräischen Alphabets voneinander getrennt. Hier nehmen wir uns dann die Freiheit zur Improvisa­ tion und experimentieren mit dem Zusammenspiel der Stimmen und dem Instrument.

«Palestrinas Musik steht im Kontrast zu unserer schnellen und schrillen Zeit.» Sie meinen, Palestrina ist es gelungen, in seiner Jeremia-Musik eine Philosophie unterzubringen? Ich weiss nicht, ob man das Philosophie nennen kann. Sicher aber steht seine Musik im Kontrast zu seiner sowie unserer schnellen und schrillen Gegenwart: Palestrina schafft es, die Zeit aufzu­ lösen und, auch wenn ich nicht im eigentlichen ­S inne gläubig bin, erlebe ich in dieser Musik etwas, das grösser ist als wir selbst. Palestrinas Musik ist einfach berührend und weist auf einen grösseren Kosmos.

Gleichzeitig mischen Sie die Musik Palestrinas mit Werken von Carlo Gesualdo. Ein Komponist, der mit dramatischen Ausdrucksformen brilliert – der aber leider auch dafür bekannt ist, dass er in einem Eifersucht­s­anfall seine eigene Frau ermordet hat … Ja, dieses Verbrechen überschattet die Vita ­Gesualdos. Seine Musik aber beeindruckt mich sehr. Mit ihrer ungestümen Art ist sie der per­ fekte Gegenpol zur vergeistigten Schönheit von Palestrinas Werken. Man könnte auch sagen, dass ­Gesualdos Musik für das allzu Menschliche steht, für grosse Gefühle, die Ecken, die Kanten, das Un­ geschliffene. Und dann haben wir auch noch Wer­ ke von Matan Porat im Programm – seine Musik ist so etwas wie die Vereinigung der beiden Welten. Sie weist zum einen in unsere Zeit, zum anderen vermittelt sie zwischen überirdischer Schönheit und menschlichem Ungestüm. Sie haben bereits erwähnt, dass ein Projekt wie dieses eine intensive Auseinander­ setzung voraussetzt. Können Sie nochmals näher darauf eingehen, was in der Zeit passiert ist, in der Sie gemeinsam mit SingerPur am Programm gearbeitet haben?


JEREMIAH

Man hatte eine Idee, die sich dann von alleine immer weiter entwickelte, bis sie irgendwann aus­ gereift erschien. Die Ausgangssituation hatte dabei oft nur noch wenig mit den Erkenntnissen zu tun, die am Ende des Prozesses standen. Das ist die Arbeit, die mich eigentlich begeistert: Zu spüren, dass durch die Musik etwas mit uns passiert, dass wir an Orte gelangen, die uns vorher unbekannt waren. Und ich hoffe, dass es dem Publikum ähn­ lich geht. Ein durchgehendes Programm, in dem nicht geklatscht wird, ist auf den ersten Blick viel­

leicht ungewohnt, aber ich bin sicher, dass es einen Sog entwickelt und dass wir schaffen, was Kom­ ponisten wie Palestrina vielleicht im Sinn gehabt haben: einen Kosmos zu kreieren, in dem man die Welt verlässt und sich allein im Raum der Musik bewegt.  ab

JEREMIAH S o, 2 4 . F e b r u a r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, F r a u m ü n s t e r David Orlowsky Klarinette SingerPur

Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 – 1594) «Iamed. Matribus suis dixerunt», aus: «Klagelieder des Propheten Jeremias – Feria VI in Parasceve, Lectio II» Giovanni Pierluigi da Palestrina O bone Jesu Carlo Gesualdo (1566 – 1613) Choral «Sicut ovis ad occisionem» Matan Porat (*1982) Tota pulchra es Giovanni Pierluigi da Palestrina Pulchra es, o Maria virgo Giovanni Pierluigi da Palestrina «Aleph. Quomodo obscuratum est aurum», aus: «Klagelieder des Propheten Jeremias – Sabbato Sancto, Lectio II» Carlo Gesualdo Choral «Tristis est anima mea»

KO N Z E RT E N D E ca. 21.00 Uhr ABO Meisterzyklus TICKETPREISE CHF 90 / 80 / 60 / 35 / 20

Carlo Gesualdo «O vos omnes» Matan Porat «Lux Aeterna» Giovanni Pierluigi da Palestrina «Aleph. Ego vir videns paupertatem meam», aus: «Klagelieder des Propheten Jeremias – Feria VI in Parasceve, Lectio II»

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RO B E RT L E V I N & S I R RO G E R N O R R I N G TO N

D R E I G E S I C H T E R M O Z A RT S Mit Sir Roger Norrington und Robert Levin nehmen sich zwei eingefleischte Experten Mozarts Musik vor – und lassen dabei ganz unterschiedliche Stimmungen hören. Was der Ehrendirigent des Zürcher Kammeror­ chesters, Sir Roger Norrington, und der US-ame­ rikanische Pianist Robert Levin im Pfauen auf die Bühne bringen, ist mehr als nur ein Mozart-Kon­ zert. Sowohl der Dirigent als auch der Pianist haben sich ein Leben lang mit den Werken des Komponisten auseinandergesetzt, mit dem Men­ schen und Musiker Mozart, mit seiner Zeit und den Strukturen seiner Werke. Sir Rogers lustvoll-strenge Mozart-Exegese ist dem Zürcher Publikum aus seiner Zeit als Chefdirigent des ZKO bekannt: Sein vibratoloser, historisch informierter Ansatz hat weltweit für Aufhorchen gesorgt. Und auch Robert Levin hat sich intensiv mit Mozart beschäftigt: Der Pianist, Musikpädago­ ge und Musikwissenschaftler, der unter anderem bei Nadia Boulanger in Paris Komposition studiert hat, spielte die Mozart-Klavierkonzerte unter Lei­ tung von Christopher Hogwood ein und rekon­ struierte zahlreiche Werke des Komponisten. Für grosses Aufsehen sorgte seine Komplettierung des Mozart-Requiems, das 1991 von Helmuth Rilling aufgeführt wurde. Im Zürcher Pfauen stellen die beiden Ausnahme­ musiker nun gemeinsam mit dem Zürcher Kammer­ orchester die vielfältigen und zutiefst unterschied­

lichen Seiten des Komponisten vor. Den Anfang macht dabei das sogenannte «Nannerl-Septett». Es ist die vielleicht lebensfrohste Musik, die Mozart je geschrieben hat. Gleichzeitig ist sie, wenn man so will, auch eine Charakterstudie, die uns jenen Komponisten hören lässt, als den wir Mozart so gern sehen wollen: als Vollblut-Musikanten, der sich von der Lebendigkeit der Salzburger Volksmu­ sik anstecken lässt, der die verschiedenen, zu seiner Zeit modernen Stile ironisch bricht, den Marsch in eine Maskerade verwandelt, die französische Musik ad absurdum tanzen lässt und für das furiose Finale ganz besondere Überraschungen bereithält. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie Mozart beim Schreiben über seine eigenen Inspirationen schmunzelte. Als Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle hatte Mozart wahrscheinlich mehr im Sinn, als mit diesem Werk den Namenstag seiner Schwester Maria Anna, genannt Nannerl, zu eh­ ren. Nicht auszuschliessen, dass ihm bereits eine weitere Verwendung des äusserst schwungvollen und mit Verwandlungen spielenden Septetts in der Karnevalsaison vor Augen schwebte. Vor allen Dingen aber schien er anzustreben, dass sich die Musiker beim Spielen prächtig amüsierten. Ganz anders das A-Dur-Klavierkonzert, das Mozart 1786, 10 Jahre nach dem «Nannerl-Septett» und

M U S I K F Ü R D I E S I N N E : W I E M O Z A RT U N S B E R Ü H RT Gibt es etwas Sinnlicheres, als berührt zu werden? Neben dem physischen Kontakt hat Berührung für Musiker immer auch einen anderen, innerlichen Aspekt: uns durch Emotionen, durch die Unmit­ telbarkeit der Musik, durch musikalische Streichel­ einheiten und Gänsehautmomente zu stimulieren, unsere Sinne, Gedanken und Gefühle anzufassen und so die Klänge physisch werden zu lassen. Ge­ nau das tut der Pianist Robert Levin seit jeher:

Seine Auftritte sind berührend im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn sich Levin an sein Tastenin­ strument setzt, wenn die Hämmer auf die Saiten treffen, dann geht mehr vor sich als ein physischer Klangmechanismus. Dann beginnt seine Musik die Zuhörer zu umfliessen, sie abzutasten nach ihren inneren Sehnsüchten und sie sachte zu umarmen. Ein Konzert, bei dem akustische Berührungen ­garantiert sind.


Robert Levin

Sir Roger Norrington


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ZKO

PERFECT MATCH AP P Sie erhalten ab sofort auf Sie zugeschnittene Konzertvorschläge sowie exklusive Spezial-Angebote. Sie können direkt Tickets buchen und sich ausserdem mit anderen Musikbegeisterten vernetzen. Jetzt downloaden!

M U Z T R O H E G . N O T N E T GU Für Kulturgenuss, den einfach nichts stören kann, präsentiert Ricola eine Sinfonie aus dreizehn Schweizer Kräutern: Extra beruhigend und wohltuend für Hals und Rachen, unvergleichlich mild und wunderbar köstlich im Geschmack – und Husten spielt keine Rolle mehr. Geniessen Sie die Vorstellung. ricola.com


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parallel zu seiner Oper «Die Hochzeit des Figaro», fertigstellte. In diesem heute wohl beliebtesten Kla­ vierkonzert Mozarts ist bereits der späte und reife Komponist zu hören, der mit seinen sinfonischen Klavierkonzerten Beethoven am Horizont durch­ scheinen liess. Obwohl das A-Dur-Konzert eher kammermusikalisch orchestriert ist (ohne Trompe­ ten und Pauken), gilt es trotzdem als Inbegriff des klassischen Klavierkonzerts, mit dessen Formen Mozart hier experimentiert: Im ersten Satz neh­ men die verschiedenen Bestandteile der Sonaten­ satzform etwa gleich viel Raum ein, in der Reprise webt Mozart dann die Entwicklung seiner Ideen ein – ein Mittel, das in der Romantik stilprägend werden sollte. Auch die innere Einheit der Sätze ist neu und verweist bereits auf die Zukunft. Zwischen «Nannerl-Septett» und dem A-Dur-Kla­ vierkonzert entstand 1779, noch in Salzburg, die sogenannte «Posthorn-Serenade», das wahrschein­ lich letzte Werk, das Mozart in seiner Heimatstadt geschrieben hatte, bevor er nach Wien ging. Ein Werk, in dem der Abschied eine wesentliche R ­ olle spielt: Mozart komponierte es für die Studenten der Salzburger Universität, die es bei ihrem Studien­ abschluss als «Finalmusik» aufführten. Virtuos setzt

Mozart in diesem Werk die Solopassagen für Flöte und Oboe in Szene, und im zweiten Trio erklingt das bekannte Solo für Posthorn, das dem Werk seinen Titel gab.

«Die ‹Posthorn-Serenade› ist ein Werk, in dem der Abschied eine wesentliche Rolle spielt.» Sir Roger Norrington und Robert Levin werden mit diesen drei Stücken die unterschiedlichen Ausdrucksformen Mozarts vorstellen, den ausge­ lassenen Komponisten im «Nannerl-Septett», den virtuosen Komponisten, der gezielt für besondere Anlässe komponierte, wie mit seiner «Posthorn-­ Serenade», und den ausgereiften Musiker, der mit seinem A-Dur-Klavierkonzert bereits die Epoche der Romantik vorausahnen liess.  ab

Z KO I M P F A U E N : RO B E RT L E V I N & S I R RO G E R N O R R I N G TO N D i , 5 . M ä r z 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, S c h a u s p i e l h a u s P f a u e n

Robert Levin Klavier Sir Roger Norrington Ehrendirigent Zürcher Kammerorchester

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Divertimento D-Dur KV 251 «Nannerl-Septett» Allegro molto | Menuetto | Andantino |  Menuetto: Tema con variazione  |  Rondo: Allegro assai

23 min

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488 Allegro | Adagio | Allegro assai

26 min

Pause

20 min

ABO Grosses Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40 Z KO I M P FA U E N Die Konzertreihe des ZKO in Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich

Wolfgang Amadeus Mozart 40 min Serenade Nr. 9 D-Dur KV 320 «Posthorn-Serenade» Adagio maestoso – Allegro con spirito  |  Menuetto: Allegretto  |  Concertante: Andante grazioso  |  Rondo: Allegro ma non troppo  |  Andantino  |  Menuetto | Finale: Presto

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DA N I E L H O P E

Yehudi Menuhin mit dem jungen Daniel Hope

« E R F E H LT N O C H I M M E R » Daniel Hope und das Zürcher Kammerkammerorchester gedenken des vor 20 Jahren verstorbenen Yehudi Menuhin mit einem ganz persönlichen Konzert, in dem Werke von Vivaldi, Mozart, Gershwin und Fletcher auf dem Programm stehen. Daniel Hope, Sie standen Yehudi Menuhin, der vor 20 Jahren gestorben ist, sehr nahe. Welche Erinnerung haben Sie an seinen Todestag? Ich war in den Tagen zuvor mit ihm auf Tour, zu­ nächst in Köln, dann in der Tonhalle in Düsseldorf. Da haben wir uns zum letzten Mal verabschiedet – er wollte zwischendurch nach London fliegen, weil es seiner Frau sehr schlecht ging. Ihm selbst aber schien es gut zu gehen. Unser nächstes Treffen sollte nur wenige Tage später in Berlin stattfinden. Meine Mutter, die seine Assistentin war, hatte ihn vom Flughafen in Tegel abgeholt, ihn gesehen und sofort gesagt: Er muss ins Krankenhaus. Und das hat er dann leider nicht mehr verlassen ...

Sie haben von seinem Tod also von Ihrer Mutter erfahren? Nein, leider nicht. Es ging damals alles so schnell. Ich war in Hamburg und habe die Nachricht zu­ nächst im Fernsehen gesehen. Yehudi Menuhins Tod hat ja grosse Wellen geschlagen, was zeigt, wie wichtig er nicht nur in der Welt der Musik, sondern weit darüber hinaus war. Freunde haben mich angerufen und wollten mich trösten oder Hintergründe wissen. Erst danach kam der Anruf meiner Mutter. Wir sind dann – und das werde ich nie vergessen – ins Kempinski-Hotel in Berlin gefahren, um seine Sachen abzuholen. Das waren sehr bedrückende Momente. Und schliesslich hat meine Mutter ihn auf seiner letzten Reise beglei­


DA N I E L H O P E

tet, im Flugzeug von Berlin nach London. Diese Tage waren für uns alle sehr schwer. Wie viele hu­ morvolle, tiefgründige, musikalische und mensch­ liche Momente haben wir mit Yehudi Menuhin geteilt! Sein Tod kam für uns alle aus dem Nichts. Auf der einen Seite überflutete uns all das, was in einem solchen Moment zu tun ist, auf der an­ deren Seite war da diese unendlich grosse Trauer darüber, dass einer der wohl nobelsten Musiker überhaupt gestorben war. Nun ist sein Tod 20 Jahre her. Doch es scheint, dass grossartige Menschen wie Yehudi Menuhin stets präsent bleiben – viele seiner Aufnahmen und Ideen leben noch immer. Was würden Sie sagen, ­kristallisiert sich heute als sein wahres Erbe heraus? Natürlich all seine grossartigen Aufnahmen, sei­ ne Pionierarbeit als Musik-Aufklärer, besonders aber seine Erfindung «Live Music Now», mit der er die Musik aus den Konzertsälen holte und an Orte brachte, wo sonst keine Musik erklingt, zum Beispiel in Krankenhäuser, Altersheime oder in

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Gefängnisse. Es war Yehudi Menuhins felsenfeste Überzeugung, dass Musik für alle Menschen da sein sollte, dass sie für jeden zugänglich sein muss, für Kinder ebenso wie für Senioren, für freie Men­ schen ebenso wie für solche, die eingesperrt sind. «Live Music Now» ist für mich eines der grössten Vermächtnisse dieses wunderbaren Menschen. Und dann ist da noch seine politische Grösse: der ver­ folgte Jude, der bereit war, Deutschland nach 1945 wieder die Hand zu reichen. Dieses Vergeben, sein ungebrochener Glaube an die Menschlichkeit – das ist, was mich auch heute noch zutiefst beeindruckt. Gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester setzen Sie ihm mit einem eigenen Programm ein Denkmal – wie haben Sie die Stücke ausgewählt? Das Vivaldi-Doppelkonzert liegt auf der Hand: Es ist das Werk, das ich wahrscheinlich am häufigs­ ten gemeinsam mit Yehudi Menuhin aufgeführt habe. Und Mozart war für ihn immer die grösste musikalische Instanz, vor der er grosse Ehrfurcht hatte. Gerade die «Salzburger Sinfonie» dirigierte er besonders gern.

Das Magazin der Reformierten N° 1 / 2019 – 11. Januar

Die Musik zum Zwinglifilm vom ZKO. Das Magazin dazu vom bref.

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Zwingli, Schweiz 2019, FSK ab 12 J. Wie ein Kinofilm entsteht


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DA N I E L H O P E

Es steht aber auch George Gershwin auf dem Programm, die Song Suite für Geige – warum das? Das ist ein Aspekt von Yehudi Menuhin, der nur wenigen bekannt ist: Der jugendliche Yehudi Menuhin und George Gershwin haben gemeinsam auf Partys in New York musiziert, und Menuhin wollte immer jazzhaft improvisieren. Das gelang ihm allerdings nicht so gut, er brauchte letztlich immer aufgeschriebene Noten. Aber die Freiheit des Jazz, die Gershwin in seiner Musik feierte, bewunderte Menuhin ungemein.

«Am Ende ist Yehudi Menuhin auch ein Knotenpunkt zwischen dem Zürcher Kammerorchester und mir.»

dass Alan Fletcher, der ja sehr romantisch und emo­ tional komponiert, ein Komponist ganz nach dem Geschmack Menuhins wäre. Ganz abgesehen davon freut es mich, dass das Zürcher Kammerorchester Menuhin einen Abend widmet. Das ist ein Zeichen der Dankbarkeit dafür, dass Menuhin immer an die­ ses Orchester geglaubt hat, dass er es geliebt und gern mit ihm musiziert hat. Und am Ende ist ­Yehudi Menuhin auch ein Knotenpunkt zwischen dem Zür­ cher Kammerorchester und mir: Die Konzerte des ZKO am Menuhin Festival Gstaad zählten zu den prägendsten Musikerlebnissen meiner Kindheit. Menuhin war, ist und bleibt ein Vorbild, dem ich so unendlich viel zu verdanken habe. Einer wie er fehlt auch heute noch.  ab

Ausserdem spielen Sie noch ein Auftragswerk des Zürcher Kammerorchesters, ein neues Violinkonzert von Alan Fletcher … Yehudi Menuhin hat junge Komponisten immer gern gefördert und er war überzeugt davon, dass Auftrags­ werke sich dafür besonders gut eignen. Ich glaube,

DA N I E L H O P E D i , 1 2 . M ä r z 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

Antonio Vivaldi (1678 – 1741) 10 min Concerto a-Moll für zwei Violinen, Streicher und B.c. RV 522 Allegro | Larghetto e spirituoso | Allegro

KO N Z E RT E N D E ca. 21.45 Uhr

Alan Fletcher (*1956) 25 min Violinkonzert (Europäische Erstaufführung, Auftragswerk des ZKO und New Century Chamber Orchestra)

ABO Grosses Abo

Pause

TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

20 min

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) 18 min Divertimento D-Dur KV 136 «Salzburger Sinfonie Nr. 1» Allegro | Andante | Presto George Gershwin (1898 – 1937) 35 min Song Suite, arr. für Violine und Streicher von P. Bateman

Medienpartner


Daniel Hope


D I E AC H S E I TA L I E N - L O N D O N Enrico Onofri begibt sich gemeinsam mit dem ZĂźrcher Kammerorchester auf die Spuren der Stars des Barock, die von Italien nach England reisten.


ENRICO ONOFRI

Den Einfluss Georg Friedrich Händels auf das Musikleben Europas kann man gar nicht über­ schätzen. Während der Komponist aus Halle in London zum Star wurde, bekam er immer wieder Besuch aus Deutschland und aus Frankreich, vor allen Dingen aber aus Italien. Und um diese Achse geht es dem Geiger Enrico Onofri nun in seinem Programm mit dem Zürcher Kammerorchester: Nach der Ouvertüre zu Händels Oper «Theodora» werden die Musiker ein Panoptikum jener Kom­ ponisten entfalten, die aus Italien nach England reisten, um sich dort inspirieren zu lassen oder die Musikszene der englischen Hauptstadt mit ihrem italienischen Stil zu bereichern. Der Geiger Enrico Onofri gilt als einer der klügs­ ten Barock-Experten überhaupt. Schon früh wech­ selte er zur Barock-Geige, spielte zunächst in der Capella Reial de Catalunya von Jordi Savall und trat immer wieder mit Nikolaus Harnoncourts Concentus Musicus Wien auf. Onofri, der seit 1987 erster Konzertmeister des Ensembles Il Giardino Armonico ist und im Jahre 2000 das Imaginarium Ensemble gegründet hat, stellt seit jeher Program­ me vor, die einen vollkommen neuen Blick auf die musikalische Landschaft des Barock werfen. Einer seiner Schwerpunkte ist dabei die Musik Vivaldis, der er gemeinsam mit Cecilia Bartoli in deren Album «Viva Vivaldi» ein Denkmal gesetzt hat.

«Onofri wirft einen vollkommen neuen Blick auf die musikalische Landschaft des Barock.» Nun hält Onofri gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester Hof in London und empfängt italienische Musiker, die es, wenn wir sie denn nicht bereits kennen, zu entdecken lohnt. Einer von ih­ nen ist Alessandro Scarlattis Schüler Francesco Sa­ verio Geminiani. Geminiani pflegte in Rom enge Kontakte mit Arcangelo Corelli, dessen Sonaten er immer wieder in Concerti grossi verarbeitet hat – die beiden vom ZKO aufgeführten Werke zeugen davon. Bei einem Aufenthalt in ­London wurden Geminiani und seine Werke gefeiert, er selbst aber auch despektierlich als «Meister der musikalischen Kochkunst» bezeichnet, denn oft machte sich der Komponist die Ideen anderer in kongenialer Art

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und Weise zu eigen. Gemeinsam mit Händel kon­ zertierte Geminiani am englischen Hof, bevor er sich in Dublin niederliess: Der Plan, dort eine Musikzeitschrift herauszugeben, scheiterte, und der Musiker war gezwungen, weiterhin als Geiger aufzutreten und sich als Kunsthändler einen Na­ men zu machen, der mit zahlreichen Meistern der bildenden Kunst befreundet war. Nach Geminianis Tod wurde sein Leichnam aus England wieder an seinen Geburtsort Lucca zurückgeführt.

«Onofri stellt italienische Musiker vor, die wir vielleicht nicht immer kennen, deren Entdeckung sich aber lohnt.» Als «Londoner Sammartini» machte sich Giuseppe Sammartini einen Namen. Ihm gelang der Durch­ bruch unter Georg Friedrich Händel am King’s Theatre, wo er als Oboenvirtuose auftrat. Seine eigenen Kompositionen sind ungezügelt und «vol­ ler Feuer», wie seine Zeitgenossen lobten. Aller­ dings gelang Sammartini zu Lebzeiten nie der ganz grosse Wurf. Viele seiner Werke wurden erst nach seinem Tod entdeckt und ausgegraben. Gerade für die historisch informierte Aufführungspraxis wurde Sammartini zu einem Komponisten, dessen Werk immer wieder neu befragt wurde. Bekannter als Giuseppe Sammartini war sein jüngerer Bruder Giovanni Battista Sammartini, der «Mailänder Sammartini». Er schrieb mehr als 70 Sinfonien und gilt als einer der Väter des Streichquartetts, mit dem er Mozart beeinflusste. ­Giovanni Battista Sammartini schrieb ausserdem drei Opern und war Lehrer von Christoph Willi­ bald Gluck, den er musikalisch inspirierte. 1740 erhielt auch der in Venedig geborene Opern-Komponist Baldassare Galuppi eine Einla­ dung nach London. Während Händel sich immer wieder abfällig über Galuppis Musik äusserte, fan­ den seine Opern beim Publikum grossen Beifall – sie wurden auch dann noch in London gespielt, als Galuppi wieder in Venedig war, wo er an der ehrwürdigen Capella Ducale von St. Markus arbei­ tete. Galuppi galt als Wegbereiter der Opera buf­ fa, die er mit unglaublicher Leichtigkeit in Szene setzte und mit der er Haydn, Mozart und Rossini


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ENRICO ONOFRI

inspirieren sollte. Er war einer der prominentes­ ten Komponisten Italiens und galt als ehrwürdiger Meister, was auch mit seinem Auftreten zusam­ menhing: Trotz seiner kleinen Körpergrösse galt Galuppi als Grandseigneur. Damals wie heute sind seine Konzerte weniger bekannt als seine Opern. Grund genug für das Zürcher Kammerorchester, sein drittes Konzert in D-Dur aufzuführen. Weniger Erfolg als Galuppi war dem in Lucca geborenen Francesco Barsanti in England be­ schieden. Er kam 1714 nach London, spielte dort zunächst Oboe und Flöte in verschiedenen Opernorchestern, bis er eine Stellung bei einem

Adeligen in Schottland fand. Obwohl Barsanti nie der grosse Durchbruch gelang und er verarmt als Bratschist in London starb, strahlen seine Werke bis heute eine grosse Lebendigkeit aus. Mit ihrem Programm lassen Enrico Onofri und das Zürcher Kammerorchester all diese unterschied­ lichen Komponisten vortreten und erwecken so das Zeitalter zum Leben, in dem das Barock zu blühen begann.  ab

ENRICO ONOFRI D i , 1 9 . M ä r z 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, K i r c h e S t . Pe t e r Enrico Onofri Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) Ouvertüre zu «Theodora» HWV 68

7 min

Francesco Saverio Geminiani (1687 – 1762) 11 min Concerto grosso F-Dur op. 5 Nr. 10 nach Arcangelo Corelli Preludio | Allemanda | Sarabanda | Gavotta | Giga Giuseppe Sammartini (1695 – 1750) 15 min Concerto g-Moll op. 3 Nr. 4 für zwei Violinen, Streicher und B.c. Andante sostenuto | Allegro |  Sarabanda: Allegro ma non tanto e grazioso Giovanni Battista Sammartini (1700 – 1775) Sinfonia A-Dur für Streicher und B.c. Presto | Andante | Presto assai

8 min

Baldassare Galuppi (1706 – 1785) 7 min Concerto Nr. 3 D-Dur für zwei Violinen, Streicher und B.c. Maestoso | Allegro | Andantino

KO N Z E RT E N D E ca. 21.00 Uhr ABO Barock-Abo TICKETPREISE CHF 70

Francesco Barsanti (1690 –  1770) 11 min Concerto grosso Nr. 1 G-Dur nach G.B. Sammartini op. 6 Vivace | Andante | Allegro Francesco Saverio Geminiani Concerto grosso d-Moll op. 5 Nr. 12 «La Follia» nach Arcangelo Corelli Adagio | Allemanda: Allegro | Sarabanda: Largo |  Giga: Allegro | Gavotta

12 min


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MAURICE STEGER

BOMBASTISCH: DA S B R I T I S C H E B A RO C K Maurice Steger und das Zürcher Kammerorchester reisen durch das England des 18. Jahrhunderts.

England im 18. Jahrhundert – heute könnte man meinen, dass sich auf der Insel damals alles nur um einen Namen drehte, um den wohl erfolg­ reichsten Musik-Immigranten aller Zeiten, um Georg Friedrich Händel, der aus Halle nach London kam. Er war der heimliche König der grossen Oper, regierte den Prunk in Tönen und organisierte ausufernde Spektakel mit millionen­ schweren Kastraten. Für ihn war die Musik ein Geschäftsmodell, das stets neue, spektakuläre und virtuose Kompositionen verlangte. Aber all das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wenn der Flötist Maurice Steger gemeinsam mit dem ­Zürcher Kammerorchester auftritt, zeichnet er ein differenzierteres Bild der britischen Musikland­ schaft des Barock. Steger ist bekannt für s­eine sorgfältig recherchierten Programme, in d ­ enen er alte Zeiten rekonstruiert und ihnen neues ­musikalisches Leben einhaucht. Seine Reise durch England zeigt, dass das britische Barock nicht nur bombastisch, sondern auch äusserst vielfältig war.

Natürlich beginnt auch das Programm von Steger und dem ZKO bei der Schlüsselfigur Georg Friedrich Händel. Dessen «Suite de danse» und das Concerto in F-Dur für Blockflöte, Streicher und B.c. zeigen ziemlich gut, warum Händel so erfolgreich war: Neben Superlativen in der Oper schenkte er seinen begeisterten Zuhörern vor allen Dingen beste Unterhaltungsmusik und Klänge, die ganz England in Bewegung brachten.

«Händel brachte mit seinen Klängen ganz England in Bewegung.» Aber wer durch das England des 18. Jahrhunderts wandelt, darf auch einen anderen Komponisten nicht vergessen: Henry Purcell schrieb Melodien, die in allen Gassen gepfiffen wurden. Seine SemiOper nach Shakespeare, «Timon of Athens», war ein gigantischer Erfolg, und mit seiner Chaconne in g-Moll hat der wohl bekannteste Komponist

M U S I K F Ü R D I E S I N N E : FA R B E N U N D F O R M E N Was sehen Sie, wenn Sie zur Musik die Augen schliessen? Farben oder Formen, ihre innere Seele oder das, was Ihre Augen noch nie erblickt haben? Wenn der Flötist Maurice Steger musiziert, befin­ det er sich meist in der Epoche des Barock. Und was wäre diese Zeit der Kunst ohne das Auge? Ca­ ravaggio, Tiepolo, Rubens oder Rembrandt haben Figuren geschaffen, die in den Himmel zu tanzen scheinen. Es entstand Architektur, die in dauern­ der Bewegung ist, die Perspektiven verschiebt und dennoch eine optische Harmonie ausstrahlt. Blick­ winkel, die das Auge in Bewegung halten.

Die Komponisten des Barock erschaffen genau diese bewegte Welt in ihrer Musik, sie kreieren Formen und Farben, in denen wir mit den Oh­ ren zu sehen beginnen: Bewegungen, Figuren, die gen Himmel streben und mit beiden Beinen auf der Erde stehen, Landschaften und Körper, die in dauernd schwankende, theatralische Töne gemeisselt sind. Maurice Stegers Ausflug in das englische Barock ist ein Konzert, bei dem Sie die Schönheit der Kunst nicht nur hören, sondern auch erblicken.


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MAURICE STEGER

Englands bereits Ende des 17. Jahrhunderts den Ton vorgegeben, der die englische Musik nach­ haltig prägen sollte: Die «süsse Dissonanz», in der Kritiker den Schmerz hörten, den Amors Pfeil bei Verliebten hinterlässt, ist eines der bekanntesten Stilmittel Purcells. Heute weitgehend vergessen ist der Komponist Godfrey Finger. Er wurde 1660 in Mähren ge­ boren, wanderte ebenfalls auf die britische Insel aus und wurde dort besonders als Komponist für König Jakob II. erfolgreich. Maurice Steger stellt nun sein Stück «A Ground» vor. 20 Jahre jünger als Finger war William Babell – ein grosser Epi­ gone Händels, der unter anderem dessen Opern bearbeitet hat. Steger und das Zürcher Kammer­ orchester werden mit Babells D-Dur-Konzert für lebhaft-beschwingte Stimmung sorgen. Überhaupt war die Unterhaltung ein wesentli­ cher Baustein des britischen Barock. Musik und Markt befeuerten sich gegenseitig. Der Komponist Charles Avison war der erste, der im 18. Jahrhun­ dert so etwas wie Abonnentenkonzerte angeboten hatte. Und mehr noch: Avison war ein umstrittener Musiktheoretiker, der keine Angst hatte, sich mit den Grossen seiner Zeit anzulegen. So kritisiere er in seinem Essay «on Musical Expression» die Wer­ ke Händels und lobte jene von Benedetto Marcello und vor allem von Francesco Saverio Geminiani.

Sein Aufsatz sorgte für Aufruhr in der Musikszene und brachte dem Komponisten, der hauptsächlich in Newcastle und Durham aktiv war, viel Kritik ein. In seinem Concerto in d-Moll liess Avison erahnen, wer sein wahrer musikalischer Gott war: Domenico Scarlatti, dessen Klavier­sonaten er ­publikumswirksam bearbeitet hat. Letztlich kommen Steger und das ZKO bei jenem Komponisten an, dessen Name bislang nur als ­musikalischer Geist, als Lehrer zahlreicher engli­ scher Komponisten und als Gegenspieler Händels, durch das Programm geschwebt ist, bei F ­ rancesco Saverio Geminiani. Er war ein musikalischer Denker, der nebenbei erfolgreich mit Gemäl­ den handelte. Geminiani hat unter anderem die ­Violinsonaten von Arcangelo Corelli umgearbeitet und wurde wegen seiner zahlreichen Zitate der «Meister der musikalischen Kochkunst» genannt, der aus bekannten Melodien neue und äusserst verträgliche Musik-Menüs zauberte. Wenn Maurice Steger und das ZKO nun Geminianis Concerto in G-Dur nach einer Sonate von Corelli auffüh­ ren, wird klar, dass sich die englische Musikszene des 18. Jahrhunderts nicht allein auf Händel ­reduzieren lässt, sondern einige der einfallsreichs­ ten, publikumswirksamsten und schönsten Stücke des Barock hervorgebracht hat.  ab


MAURICE STEGER D i , 2 6 . M ä r z 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Maurice Steger Blockflöte und Leitung Zürcher Kammerorchester

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) 13 min Suite de danse, HWV 1 & 287 Ouverture | Courante | Menuett | Ritornello 1 & 2 |  Sarabande | Rigaudon | Chacconne 8 min Georg Friedrich Händel Concerto F - Dur für Blockflöte, Streicher und B.c., HWV 369 & 293 Larghetto | Allegro | Alla Siciliana | Presto Henry Purcell (1659 – 1695) Ground, aus: «Timon of Athens», Z. 632

3 min

Henry Purcell Chacony in g-Moll, Z. 730

7 min

Godfrey Finger (1660 – 1730) A Ground für Blockflöte und B.c.

3 min

William Babell (1688 – 1723) Concerto Nr. 1 D-Dur für Blockflöte,Violinen und B.c. Allegro | Adagio | Allegro

9 min

Pause

20 min

Charles Avison (1709 – 1770) 11 min Concerto Nr. 5 für zwei Violinen, Streicher und B.c. d-Moll Largo | Allegro | Fuga: Andante | Allegro KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Kleines Abo, Barock-Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Georg Friedrich Händel 13 min Suite de danse, HWV 1, 287 & 399 Rondeau | Bourée | Saraband | Allegro | Passacaglia Francesco Saverio Geminiani (1687 – 1762) 10 min Concerto G-Dur für Blockflöte nach der Sonate op. 5 Nr. 11 von Arcangelo Corelli Preludio: Adagio | Allegro | Adagio | Vivace | Gavotta: Allegro


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K A M M E R M U S I K @ Z KO

K A M M E R M U S I K @ Z KO Ein Konzert im ZKO-Haus setzt Ihrem entspannten Sonntagmorgen das i-Tüpfelchen auf. Im Februar musiziert die ZKO-Violinistin Jana Karsko gemeinsam mit dem Ensemble Zarin Moll. Morgenstund hat Gold im Mund – das gilt auch beim ZKO. Wer sich an vier ausgewählten Sonn­ tagen um 11 Uhr im ZKO-Haus einfindet, kommt in den Genuss eines ganz besonderen Konzertfor­ mats. In der Reihe Kammermusik@ZKO findet jeweils eine kleine Runde ZKO-Musikerinnen und -Musiker zusammen. Während sie ihre persönli­ chen Lieblingswerke spielen, sitzt das Publikum ganz nah bei den Künstlern und erlebt die einzel­ nen Instrumente in einer neuen Intensität. Beim Konzert vom 10. Februar ist Jana Karsko ­feder- oder besser gesagt bogenführend. Die

ZKO-Violinistin ist ein grosser Fan von Kammer­ musik@ZKO: «Diese Reihe gibt uns die Mög­ lichkeit, unsere kammermusikalischen Ideen und Träume zu verwirklichen», sagt sie. Einer dieser Träume, ein Auftritt mit dem Trio Zarin Moll, geht nun in Erfüllung. Jana Karsko verfolgt die Arbeit der Harfenistin Vera Schnider sowie der beiden Sängerinnen ­Corina Schranz und Christina Boner-Sutter schon seit einigen Jahren, und erlebte dabei viele krea­ tive und experimentelle Programme, in welchen die Musik unterschiedlichster Epochen anklang.


K A M M E R M U S I K @ Z KO

Zarin Moll bestehend aus (v.l.) Vera Schnider, Corina Schranz und Christina Boner-Sutter

«Die drei jungen Frauen haben mich durch ihre Vielseitigkeit, ihre Offenheit, ihren Mut sowie ihre Kompetenz bezaubert», so Jana Karsko.

«Die drei jungen Frauen haben mich durch ihre Vielseitigkeit, ihre Offenheit, ihren Mut sowie ihre Kompetenz bezaubert.»

zum Romantiker Schumann. Eigenwillige Arran­ gements und Improvisationen werden ebenfalls zu hören sein wie unbearbeitete Werke. «Wir haben uns die Stücke quasi auf den Leib geschneidert», sagt die Harfenistin Vera Schnider. Das Publikum darf gespannt sein, wie dieses aussergewöhn­liche Programm, sowie die seltene Besetzung mit zwei Sopranen, Violinen und Harfe, die gewohnte Wahrnehmung erweitert.  sp

Wenn Jana Karsko und Zarin Moll nun gemeinsam auftreten, dann spannen sie den Bogen weit: von den Madrigalen des Baslers Ludwig Senfl bis hin

K A M M E R M U S I K @ Z KO S o, 1 0 . F e b r u a r 2 0 1 9 , 1 1 . 0 0 U h r, Z KO - H a u s Jana Karsko Violine und Barockvioline Zarin Moll

KO N Z E RT E N D E ca. 12.15 Uhr TICKETPREISE CHF 40 inkl. Kaffee und Gipfeli vor dem Konzert

Werke von Ludwig Senfl (um 1490 – 1543), Orlando Gibbons (1583 – 1625), Thomas Welkes (1576 – 1623), Franz Schubert (1797 – 1828), Robert Schumann (1810 – 1856) und weiteren Detailprogramm nach Ansage

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K A M M E R M U S I K @ Z KO

K I N D E R KO N Z E RT E

G RO S S E T Ö N E F Ü R D I E K L E I N E N DIE SCHNEEKÖNIGIN abc-Konzert (5 – 7 Jahre) So, 3. Februar 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

RÄUBER RATTE Purzel-Konzert (3 – 5 Jahre) So, 31. März 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Gerdas lieber Freund Kay wird von der Schneekönigin in ihren Eis­ palast entführt. Gerda macht sich auf die Suche nach Kay – ob sie ihn findet und erlösen kann?

Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Räuber Ratte ist ein Dieb. Er raubt Reisenden ihr Essen, bis nichts mehr übrig bleibt. Doch eines Tages kommt eine Ente des Wegs – und die ist schlau.

NUGGI-KONZERT (0 – 1 JAHRE) So, 10. Februar 2019, 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

PINGUIN GEFUNDEN / LOST AND FOUND Krabbel-Konzert (1 – 3 Jahre) So, 14. April 2019, 11 / 14 (Engl.) / 16 Uhr, ZKO-Haus

Jana Karsko Violine und Barockvioline Zarin Moll Werke von Senfl, Schubert, Schumann und weiteren DER KLEINE IGEL RETTET SEINE FREUNDE Krabbel-Konzert (1 – 3 Jahre) Sa, 30. März 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Thomas Douglas Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Ein Junge findet vor seiner Haustür einen Pinguin. Da ihm klar ist, dass der Pinguin wohl nicht alleine nach Hause findet, möchte er ihm gerne helfen. Und so beginnt eine aufregende Reise bis zum Südpol.

Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Der kleine Igel freut sich riesig, als er beim Aufwachen den Regen auf die Erde tropfen hört. Doch als ein heftiger Sturm aufkommt, beginnt für den kleinen Igel ein grosses Abenteuer.

Konzertdauer jeweils ca. 45 Minuten. Bestellen Sie unsere Kinderbroschüre: Tel. 044 552 59 00


M O Z A RT S Z A U B E R F L Ö T E

M I T PA PAG E N O D U R C H D I E M Ä R C H E N W E LT Jolanda Steiner und das Zürcher Kammerorchester erzählen Mozarts Zauberflöte für Kinder ab fünf Jahren.

Kern eindampft, so ist sie auf der anderen Seite ein auch für Kinder perfektes Musikmärchen, eine Ge­ schichte, die mit den Naturelementen spielt, in der es Prüfungen zu bestehen gibt und in der eindeutige, fast holzschnittartige Charaktere auftreten.»

Für Jolanda Steiner ist es aufregend zu sehen, wie Kinder und Jugendliche sich noch immer für ur­alte Märchenwelten begeistern. «Manchmal habe ich den Eindruck», sagt die Erzählerin, «je mehr digitale ­Medien die Kinder umgeben, desto grösser wird ihre Sehnsucht nach Geschichten, die im Kopf entste­ hen, nach Storys über das Gute und das Böse, über ­Helden, mit denen sie sich identifizieren können.» Es war seit jeher ein grosser Traum der Erzählerin, sich Mozarts «Zauberflöte» vorzunehmen. Die 1791 uraufgeführte Oper enthält viele Querverweise. Auf die Freimaurerei ebenso wie auf uralte Märchenge­ schichten. Am Ende geht es aber vor allem darum, Schwierigkeiten zu überwinden, um die Liebe zu retten. «Es ist auf der einen Seite eine sehr komplexe Oper», sagt Steiner. «Wenn man sie aber auf ihren

Obwohl Jolanda Steiner einen grossen Teil der Hand­ lung umgeschrieben und gekürzt hat, legt sie Wert darauf, dass die einzelnen Figuren klar werden: Der lustige, etwas naive, aber herzensgute Vogelfänger Pa­ pageno, der Prinz Tamino, der für seine Liebe durchs Feuer geht, die rachsüchtige Königin der Nacht, de­ ren Machtgier sogar ihre Mutterliebe übersteigt, oder der weise Priester Sarastro. «Das sind Charaktere, die Kinder aus uralten Märchenwelten kennen», sagt sie. Aus Welten, deren Wirkung auf ein junges Publikum Steiner immer wieder begeistert: «Es ist fantastisch, wie Kinder auf die Symbole und archaischen Erzähl­ weisen von Märchen reagieren», sagt sie, «dass sie kein Problem damit haben, die Bilder und Gleich­ nisse zu verstehen. Während Erwachsene zuweilen schockiert über die Handlung sind, sind die Kinder viel eher bereit, auch das Absurde und Zauberhafte als Möglichkeit zu akzeptieren.» Die «Zauberflöte» mit dem Zürcher Kammerorchester ist eine Wande­ rung durch diese wunderbare Welt, die aus Worten, Bildern und Musik, vor allen Dingen aber in den Köpfen der Kinder entsteht.  ab

Z KO I M P F A U E N : M O Z A RT S Z A U B E R F L Ö T E F Ü R K I N D E R S o, 7 . A p r i l 2 0 1 9 , 1 1 . 0 0 U h r, S c h a u s p i e l h a u s P f a u e n Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 12.30 Uhr (inkl. kurzer Pause)

Z KO I M P FA U E N Die Konzertreihe des ZKO in Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich

TICKETPREISE Erwachsene CHF 39 / 29 Kinder 5 – 12 Jahre CHF 15

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Z KO I N S I D E

Z KO I N S I D E

M U S I K D E S A U F B RU C H S Eine Verfilmung über Zwinglis Zürcher Jahre zieht seit Mitte Januar die Kinobesucher in ihren Bann. Für die emotionale Wirkung der Geschichte ist auch das Zürcher Kammerorchester verantwortlich – es hat die Filmmusik des mehrfach preisgekrönten Komponisten-Trios Diego Baldenweg mit Nora Baldenweg und Lionel Baldenweg eingespielt. Bitte in den oberen Stockwerken nicht in hohen Absätzen herumstolzieren, keine Stühle verschieben und – vor allem – nicht die Kaffeemaschine im Foyer bedienen! Ende Oktober 2018 herrschen andere ­Regeln im ZKO-Haus. Wer einen Blick in den Saal wirft, sieht gleich weshalb: Dort sitzt das Orchester nämlich mucksmäu­ schenstill zwischen unzähligen Kabeln und Mikrofonständern und wartet auf das «Go» des Dirigenten. Auf sein Zeichen hin beginnen die Flöten mit einer ebenso einfachen wie schönen Melodie, zu der sich nach und nach weitere Instrumen­ tengruppen dazugesellen, um schliesslich wieder zu verklingen. Es ist eine von vie­ len Melodien, die vereint die Filmmusik zum Zwingli-Film bilden. Der grosse Re­ formator löste mit seinen Ideen in Zürich

beinahe einen Bürgerkrieg aus – und auch sein Privatleben steckte voller Tur­ bulenzen, wie die Liebesgeschichte mit Anna Reinhart zeigt. Bei den Filmmusik-­ Aufnahmen im ZKO-Haus kann man die unterschiedlichen Gefühle, die im Film zum Ausdruck kommen, bereits erahnen. Das soll auch so sein, denn «Filmmusik lebt schliesslich von grossen Emotionen», so der Dirigent André Bellmont. Bitte stillsitzen Der Dirigent sowie der Konzertmeister Willi Zimmermann sind die Einzigen, die bei den Aufnahmen ihren Blick so­ wohl auf die Partitur als auch auf die dazugehörige Filmszene gerichtet haben. So können sie stets überprüfen, ob Ton und Bild zusammenpassen. Die anderen

Musiker konzentrieren sich lediglich auf die Noten und auf die Klicktöne in den Kopfhörern, die ihnen beim Spielen den Rhythmus vorgeben. Genauso wichtig wie Präzision ist aber auch, keine unnö­ tigen Geräusche zu erzeugen. Eine He­ rausforderung, meint Anna Tchinaeva: «Das Stillsitzen in den Spielpausen fällt uns schwer – da sind wir halt wie kleine Kinder», witzelt die Violinistin. Glückli­ cherweise lassen sich die einzelnen Ab­ schnitte beliebig oft wiederholen, wobei manchmal bis zu zehn sogenannte Takes nötig sind. Im Cockpit Wann ein Stück schliesslich im Kasten ist, bestimmen die Komponisten Diego, Nora und Lionel Baldenweg aka ­GREAT


Z KO I N S I D E

GARBO, die als Werbe- und Filmkompo­ nisten grosse Erfolge feiern. Gemeinsam mit zwei Assistenten und einem Tonmeis­ ter haben sich die Geschwister während den Aufnahmen in der Musikergarderobe eine Art Kommandozentrale eingerichtet, in der sie das Orchester via Kopfhörer ­hören können. Die Konzentration im ­engen Raum ist beinahe mit Händen greif­ bar. Während die Aufnahme läuft, beugen sich die drei Komponisten gebannt über die Partitur, verfolgen das Fortschreiten der Musik und markieren jeden Ton, der noch verbessert werden muss. Via Mikro­

fon können sie das Orchester dann auf die entsprechenden Stellen aufmerksam machen. «Das ­Crescendo bitte kontinu­ ierlicher aufbauen», heisst es dann, oder: «Stellt euch ab Takt 32 eine Spirale vor, die immer tiefer und dunkler wird.» Reise in die Vergangenheit Welche Nuancen auch immer gewünscht sind – das Orchester setzt diese rasch und zielsicher um. «Wir spüren eine un­ glaublich grosse Motivation», freut sich Komponist Diego Baldenweg. Gemein­ sam nähert man sich so Stück für Stück

dem Soundtrack, der die Kinobesucher in eine längst vergangene Zeit entführt. In die Zeit der Reformation, als alte Glau­ benssätze über den Haufen geworfen wurden, gesellschaftliche Unruhen an der Tagesordnung waren und natürlich – wie zu allen Zeiten – auch Liebesgeschichten geschrieben wurden. «Wir möchten mit unseren Kompositionen eine Brücke schlagen und einen emotionalen Zugang zu den damaligen Ereignissen schaffen», erklärt Nora Baldenweg. Im Kino kann man sich derzeit davon überzeugen.  sp

ZUM FILM Zürich im Jahr 1519. Die junge Witwe Anna Rein­ hart (Sarah Sophia Meyer) lebt ein karges Leben zwischen Furcht vor der Kirche und Sorgen um die Zukunft ihrer drei Kinder, als die Ankunft eines Mannes in der Stadt für Aufruhr sorgt: Der junge Priester Huldrych Zwingli (Max Simonischek) tritt seine neue Stelle am Zürcher Grossmünster an und entfacht mit seinen Predigten gegen die Missstän­ de der Katholischen Kirche heftige Diskussionen. Zwinglis revolutionäre Gedanken machen Anna

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Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächs­ tenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann. Doch Zwinglis Erfolg wird rasch gefährlich. Seine Ideen lösen beinahe einen Bürgerkrieg aus, und gleichzeitig entbrennt im inneren Zirkel der Bewegung ein Kampf um Macht und Deutungshoheit. Als sich die katholi­ schen Kräfte international zu formieren beginnen, wird die Beziehung von Zwingli und Anna auf eine harte Probe gestellt.


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O P E N S PA C E

O P E N S PAC E

R A U M F Ü R K R E AT I V I T Ä T U N D I N N OVAT I O N Im ZKO-Haus öffnete ein neuer Begegnungsort seine Türen. Ob Kunstausstellungen oder Business-­Events: Der OpenSPACE plus bietet all jenen ein Zuhause, die sich gerne mit anderen Menschen vernetzen und von aussergewöhnlichen Ideen inspirieren lassen. Seit 2002 finden im ZKO-Haus in der Nähe des Bahnhofs Tiefenbrunnen sämtliche Proben des Orchesters sowie diverse Konzerte statt. Das ehemali­ ge Starkstromlabor hat in den letzten Jahren einige Umbauten erfahren, die gross­zügigen, hohen Räume begeistern die Besucher jedoch seit eh und je. So erging es auch Alex Jeschek vom Open­ SPACE-Team: «Als ich das ZKO-Haus zum ersten Mal betrat, war es für mich wie ein Traum. Ich habe sofort gespürt, dass diese Umgebung die Menschen be­ rührt.» Jeschek, der seit einiger Zeit klei­

ne Home-Vernissagen organisiert, war auf der Suche nach einem neuen Veranstal­ tungsort – für Kunstausstellungen aber auch für Wirtschaftssymposien, Kunden­ anlässe und andere neuartige Eventkon­ zepte. «Die Idee war, einen sogenannten OpenSPACE zu schaffen, einen offenen Raum, in dem sich Menschen vernetzen und gemeinsam bereichernde Momen­ te erleben können», sagt Jeschek, dem gerade das Zusammenbringen von Wirt­ schaft und Kunst am Herzen liegt. Als ihn Regula Pfister, die Präsidentin der Stiftung ZKO-Haus, erstmals durch die

Räumlichkeiten an der Seefeldstrasse führte, war es Liebe auf den ersten Blick. Beseelte Kunst Der ersten Besichtigung folgten un­ zählige Planungssitzungen und Bau­ arbeiten, wobei die Räumlichkeiten des ZKO-Hauses um eine Galerie erweitert wurden. Anfang November 2018 konnte der neue Begegnungsraum schliesslich eröffnet werden. Dazu fanden, über ein Wochenende verteilt, gleich drei Events statt, sodass zwischen Donnerstag und Samstag insgesamt 350 Gäste die neue


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Eventlocation besuchten. Sie alle erleb­ ten die Ausstellung des Holzbildhauers Stephan Schmidlin, der für seine glei­ chermassen witzigen wie imposanten Skulpturen bekannt ist. Der grösste Blick­ fang der Ausstellung im ZKO-Haus war wohl das riesenhafte, eineinhalb Tonnen schwere, halb glatzköpfige Männchen, das es sich vor dem Gebäude gemütlich gemacht hatte und gelassen Richtung See blickte – dank komplizierten statischen Berechnungen sass es ­quasi in der Luft, was ihm bereits den inoffiziellen Spitz­ namen «Der ­Schwebende» eintrug. Im Innern der G ­ alerie trafen die Besucher der Vernissage dann auf weitere Skulptu­ ren – zum Beispiel auf eine etwas beleib­ tere Dame in gepunktetem Badeanzug, wenige Sekunden vor dem Absprung ins Wasserbecken, oder auf zwei s­ chwingende Eidgenossen, einer schon mit beiden Füs­ sen in der Luft. Immer wieder erscheinen Masse und Leichtigkeit als zwei wichtige Kategorien in Schmidlins Werk, und stets gilt sein Interesse den Menschen. Mal mit amüsiertem, mal mit nachdenk­lichem

Blick wendet sich Schmidlin unterschied­ lichen Charakteren zu und schafft so wahrnehmbar beseelte Kunstobjekte. Skulpturen, Malerei und Musik Wenn sich das fünfköpfige OpenSPACE-­ Team zum Ziel gesetzt hat, Besucher der Galerie mit Kunst zu berühren und zu inspirieren, so ist dies mit Schmidlins Skulpturen mehr als gelungen. Bei der Eröffnungsfeier vom Freitag, 9. ­November, folgte der Ausstellung in der Galerie ein Dinner im Saal des ZKO-Hauses, wo die Harfenistin Désirée Dell’Amore spielte und eine Performance von ­ExpressoBlau, bestehend aus dem Saxofonisten D ­ aniel Küffer, der Malerin Michaela Maria Drux und dem Pianisten Martin Villiger, auf dem Programm stand. «Viele Gäste sagten mir, dass sie so etwas noch nie erlebt hätten. Sie genossen es sehr, durch die unterschied­ lichen Räume des ZKO-­Hauses geführt und mit immer wieder neuen Inszenierun­ gen überrascht zu werden», erzählt Alex ­Jeschek. Während den ­Gesprächen und Begegnungen an den ­Eröffnungstagen

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tauschten sich die Besucher dann auch bereits über zukünftige Nutzungsmög­ lichkeiten dieser R ­ äume aus. Viele neue Kontakte konnten geknüpft werden – auch zwischen den K ­ ünsten, wenn sich etwa Orchestermitglieder mit Stephan Schmidlin über ihre kreative Arbeit unter­ hielten. OpenSPACE-­­Initiant Alex ­Jeschek ist gespannt, welche Synergien hier noch entstehen und freut sich bereits auf wei­ tere Anlässe im ZKO-Haus, welche der Ausstellung von Stephan Schmidlin – sie läuft noch bis Mitte März – folgen. Zwei bis vier eigene Veranstaltungen möchte das OpenSPACE-Team pro Jahr orga­ nisieren, wobei auch E ­ xpressoBlau als Kooperationspartner des OpenSPACE mehrere Anlässe im B2B-Bereich plant. Daneben werden die Räumlichkeiten des ZKO-Hauses vermietet. Mehr über den neuen Veranstaltungsort, zukünftige Events und die Möglichkeiten der Raummiete erhalten Sie auf www. openspaceplus.ch oder auf der Website des ZKO.  sp


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OHNE VERGANGENHEIT KEINE ZUKUNFT An ihrer 57. Generalversammlung blickten die ZKO-Freunde zurück auf ein besonders erfolgreiches Geschäftsjahr. Höhepunkt des Abends war die feierliche Übergabe der Geschichte des ZKO an Intendant Michael Bühler.

Mitherausgeber des ZKO-Buchs Peter Marschel (links) und der am Projekt beteiligte Silvano Berti (Mitte) bei der Übergabe des Archivs an ZKO-Intendant Michael Bühler.

Am 26. November 2018 fanden die ZKO-Freunde zu ihrer 57. Generalversammlung zusammen. Der protokollarische Teil der Veranstaltung wurde von Vorstandsmitglied Urs Fellmann souverän geführt: Das Protokoll der 56. Generalversammlung und der Jahresbericht 2017/18 wurden einstimmig geneh­ migt, die Jahresrechnung mit einer Stimmenthal­ tung bestätigt und bei der Déchargeerteilung an den Vorstand musste die Stimmenzählerin Ruth Züblin nicht einmal nachzählen. Das zurückliegende Ge­ schäftsjahr der Gesellschaft war ja auch ausseror­ dentlich erfolgreich. Die Mitglieder erlebten unter anderem 7 Generalproben und 3 Arbeitsproben mit ihrem ZKO und seinen musikalischen Gäs­ ten; ein weiterer Höhepunkt war das Konzert des ZKO-Freunde-Orchesters. Vorstandsmitglied Mar­ cel Gamma konnte weiter von einer erfolgreichen Modernisierung der Mitgliederstruktur berichten. Da es kaum Austritte zu verzeichnen gab, zählten die ZKO-Freunde per Ende der letzten Saison erst­

mals seit 2015/16 wieder mehr als 500 Mitglieder. Im Vergleich zum Vorjahr konnte dem ZKO ausser­ dem der einmalig hohe Betrag von 649 000 Franken für seine Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Nach diesem Rückblick auf die vergangene Saison wandte man sich dem fertiggestellten ZKO-Buch zu, aus dem die Zürcher Schauspielerin Graziella Rossi zur Begeisterung der Anwesenden las. Der ange­ hende Musikwissenschaftler und Historiker Silvano Berti, der am Buchprojekt massgeblich beteiligt war, übergab dann gemeinsam mit dem Autor dieses Beitrags dem ZKO-Intendanten Michael Bühler ein besonderes Geschenk: ein Archiv der Geschichte des ZKO. Dieses ist sozusagen als Nebenprodukt des Buches entstanden. Silvano Berti zitierte pas­ send zur Übergabe den Schriftsteller Wilhelm von Humboldt: «Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.» Die im Buch abgedruckten Texte, Anekdoten, Bilder und Daten können naturgemäss


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nur die Spitze des Eisbergs der über 73-jährigen, äusserst reichhaltigen Geschichte des ZKO aufzei­ gen. Während den Arbeiten zum Buch ist einiges mehr an Material an die Oberfläche getreten, wel­ ches in einem eigens angelegten Archiv gesammelt und geordnet wurde. Als Gedächtnis des Orchesters und als ein Ort der Erinnerung soll dieses Archiv auch zukünftig betreut und möglichst der Öffent­ lichkeit zugänglich gemacht werden.

Da auch eine Generalversammlung nicht ohne Mu­ sik auskommen sollte, brachte das ZKO anschlies­ send unter der Leitung von Willi Zimmermann, der ebenfalls Vorstandsmitglied ist, Dvořáks Zwei Walzer op. 54/1 und Mendelssohns 10. Streicher­ sinfonie zur Aufführung. Das ZKO und seine Freun­ de können, wie Franz Schubert es formulierte, mit Zuversicht auf «eine lichte, helle, schöne Ferne» hoffen.  pm

V E R A N S TA LT U N G E N F Ü R Z KO - F R E U N D E GENERALPROBE Öffentlich für ZKO-Freunde Di, 12. März 2019 10.00 Uhr, ZKO-Haus

ARBEITSPROBE Öffentlich für ZKO-Freunde Mi, 12. Juni 2019 Ca. 15.15 bis 16.45 Uhr, ZKO-Haus

Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Vivaldi, Fletcher, Mozart und Gershwin Maximal 170 Plätze

Fabio Biondi Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Monza, Sammartini, Scaccia und Brioschi Programm nach Ansage, anschliessend Apéro, maximal 170 Plätze, Anmeldeformular folgt Ende April

Mitglied werden / Informationen: Sekretariat GFZKO, Gisela Stäheli, Tel. 044 552 59 12, www.gfzko.ch


Z KO P O RT R Ä T

N AO K I K I TAYA Der Cembalist des ZKO versteht sich auch als Archäologe: Er hebt Schätze aus der Barockzeit und versucht, sie dem heutigen Zuhörer nahezubringen. Naoki, wie oft musst du Leuten erklären, was ein Cembalo ist? Das kommt schon ab und zu vor. Viele verwechseln das Cembalo lustigerweise mit dem Cello. Dabei unterscheidet das Cembalo einiges vom Cello … … und auch von allen anderen modernen Streich­ instrumenten. Wenn ein Cellist oder eine Geigerin beginnt, mit dem Bogen über die Saiten zu strei­ chen, dann dauert es eine kleine Weile, bis der Klang entsteht. Beim Cembalo drücke ich auf die Tasten und schon ist der Ton da – man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Glockenton. Ich muss im­ mer sehr gut aufs Timing achten, denn ich gebe im Orchester oft den Rhythmus vor. Das gilt insbeson­ dere für Musik aus der Barockzeit – damals hatten die Menschen grosses Interesse an einem verlässli­ chen Rhythmus, an der Genauigkeit, welche die Zeit strukturiert. Schliesslich ist die Zeit für den barocken Menschen ein Geschenk Gottes. Mit Gott hast du ein wichtiges Thema der Barockmusik angesprochen. Meiner Meinung nach ist die Musik des Barock sehr doppeldeutig. Viele Werke sind sinnlich-erotisch und gleichzeitig eng mit religiösen Ideen verwoben. Auch der Tod ist ein wichtiges Thema. Man empfand ihn

als etwas, was zum Leben dazugehört – als etwas, das einem die freudigen Seiten des Daseins erst wirklich bewusst werden lässt. Es ist ein bisschen so wie mit einer weissen Schrift, die man erst auf einem schwar­ zen Hintergrund deutlich sieht. Das 16. Jahrhundert liegt weit zurück – wie schaffst du dir einen Zugang? Ich bin wie ein Kunsthistoriker, der versucht zu ver­ stehen, was damals passiert ist, wie ein Archäologe, der nach Zeugnissen der Vergangenheit gräbt. Das ist also eine Art wissenschaftliche Arbeit. Aber darüber hinaus – und das ist das Allerwichtigste – muss ich alle Gefühle und alle Informationen, die in meinen Körper und in meinen Kopf hineinkommen, selbst auskosten und einen Ausdruck dafür finden. Gerade arbeitest du auch an einer CD, bei der du als Solist und im Duo mit einer Barockgeigerin zeitgenössische Werke interpretierst. Ja, denn mir scheint auch manche moderne Musik sehr nahe am Leben und an der Natürlichkeit. In gewissen musikalischen Epochen wurde der Mensch viel zu gross, viel zu wichtig dargestellt. Da war alles heroisch und die Möglichkeiten scheinbar grenzen­ los. Doch wir sind keine Helden, sondern sterbliche Wesen – das lehrt uns ja auch der Barock.  sp


Z KO I N S I D E

KO L U M N E VO N DA N I E L H O P E

DIE GESCHICHTEN HINTER DEN TÖNEN Musik beinhaltet für mich immer auch die Be­ gegnung mit wunderbaren Menschen. Mit Freun­ den, welche die Begabung haben, tiefste Gefühle durch Töne auszudrücken, ja, mehr noch: die mit ihren Instrumenten zuweilen etwas vermitteln, was Worte nicht zu sagen vermögen. Menschen, die vollkommen neue Aspekte herausarbeiten, die neue und vor allen Dingen zutiefst emotionale Geschichten erzählen.

«Jedes Konzert stellt eine neue Ideenwelt vor.» Das Zürcher Kammerorchester ist auch deshalb so fantastisch, weil es genau solche Menschen zu sich einlädt, sich von ihnen inspirieren lässt und dem Publikum am Ende mit jedem Konzert eine neue Ideenwelt vorstellt. Es ist grossartig, wenn dem Weltklasse-Pianisten Lars Vogt in dieser Ausgabe des Opus besonders ein Wort für das Orchester einfällt: Flexibilität. Denn das bedeutet, dass wir Interesse an den Gedanken anderer haben, dass wir es lieben, ihnen zuzuhören, und dass wir ver­ suchen, Ihnen, liebes Publikum, diese Gedanken so leidenschaftlich und überraschend vorzustellen, wie es nur geht.

Allein in den kommenden Wochen haben wir die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Menschen zu erleben: Es ist bewundernswert, wie sich der ­Klarinettist David Orlowsky gemeinsam mit dem Vokalensemble SingerPur wochenlang eingeschlos­ sen hat, um einen vollkommen neuen Blick auf die Geschichte des Propheten Jeremia zu werfen. Es ist unglaublich, wie das jahrelange Forschen des Dirigenten Sir Roger Norrington und des Pi­ anisten Robert Levin dazu führt, dass wir Mozart in all seiner Komplexität begreifen. Und es ist wunderbar, wie sich Jolanda Steiner denselben Komponisten vorgenommen hat, um bereits Kin­ der mit dem «Zauberflöten»-Virus zu infizieren. Auch der grossartige Flötist Maurice Steger sowie der Geiger Enrico Onofri sind Menschen, denen es gelingt, in ihren Programmen ganze Welten zu öffnen – wenn die beiden mit dem ZKO auftreten, erwartet Sie eine abenteuerliche Reise durch das englische Barock. Musik zu machen ist die Kunst, Geschichten zu erzählen. Es ist die Kunst, sich auf die Erfahrungen anderer Menschen einzulassen und in sie einzu­ tauchen. So entfalten sich am Ende zwischen den Tönen all jene Geschichten, die unsere Gäste aus ihrer Welt über unsere Welt erzählen können.

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VO R S C H AU

VO R S C H A U M A I – J U L I

DIESE UND WEITERE HIGHLIGHTS E RWA RT E N S I E I M N Ä C H S T E N O P U S MAI RUDOLF BUCHBINDER Do, 2. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Rudolf Buchbinder Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Haydn und Mozart

DAS TAPFERE SCHNEIDERLEIN So, 12. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters abc-Konzert

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Nicolo Mosca Violoncello Werke von Dvořák und Strauss NUGGI-KONZERT So, 19. Mai 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

ZKO IM PFAUEN: NICOLAS ALTSTAEDT So, 5. Mai 2019 16.00 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Nicolas Altstaedt Violoncello und Leitung Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Haydn und Veress

KAMMERMUSIK@ZKO So, 19. Mai 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus

TEO GHEORGHIU Mo, 13. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Teo Gheorghiu Klavier Willi Zimmermann Violine Ryszard Groblewski Viola Nicola Mosca Violoncello Seon-Deok Baik Kontrabass Werke von Mahler, Mozart und Schubert

Inès Morin Violine Daria Zappa Matesic Violine Ryszard Groblewski Viola Hannes Bärtschi Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Nicolo Mosca Violoncello Werke von Dvořák und Strauss RIESE RICK MACHT SICH SCHICK Sa, 25. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Krabbel-Konzert

SABINE MEYER Di, 7. Mai 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

EINE GEBURTSTAGSTORTE FÜR DIE KATZE So, 26. Mai 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Sabine Meyer Klarinette Alliage Quintett Werke von Bernstein, Dukas, Borodin und weiteren

Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Purzel-Konzert


IMPRESSUM HERAUSGEBER Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich Tel. 044 552 59 00

JUNI KAMMERMUSIK@ZKO So, 2. Juni 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus Thomas Douglas Rezitation Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Suguro Ito Klavier Werke von Chopin

CAMERON CARPENTER Sa, 22. Juni 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Cameron Carpenter International Touring Organ Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Carpenter, Bach, Poulenc und Gershwin

NUGGI-KONZERT So, 2. Juni 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Anna Tchinaeva Violine Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Suguro Ito Klavier Werke von Chopin

AUTOREN Axel Brüggemann ab, Michael Bühler, Daniel Hope, Peter Marschel pm, Simone Pflüger sp FOTOGRAFIE Lars Vogt (Cover): Anna Reszniak, Michael Bühler (S. 3): Thomas Entzeroth, Orchesterbild (S. 4): Sandro Diener, Lars Vogt (S. 5): Neda Navaee, Singer Pur (S. 5, 16): Arne Schultz, Sir Roger Norrington (S. 5, 19): Manfred Esser, Enrico Onofri (S. 5): Setsuko Sugita, Maurice Steger (S. 5, 31, 32, 33): Molina Visuals, Robert Levin (S. 6, 19): Clive Barda, Enrico Onofri (S. 6, 26, 29): Koichi Miura, Lars Vogt (S. 7, 8, 10, 11, 12): Giorgia Bertazzi, David Orlowsky (S. 14): Kaupo Kikkas, Daniel Hope mit Yehudi Menuhin (S. 22): Privates Archiv Daniel Hope, Daniel Hope (S. 25, 45): Nicolas Zonvi, Jana Karsko (S. 34): Sandro Diener, Zarin Moll (S. 35): Christian Henking, Szene Zwingli-Film (S. 38): C-FILMS AG, Eröffnung OpenSPACE (S. 40, 41): Paul Merki, Generalversammlung ZKO-Freunde (S. 42, 43): Thomas Entzeroth, Naoki Kitaya (S. 44): Sandro Diener, Nicolas Altstaedt (S. 46): Marco Borggreve, Teo Gheorghiu (S. 46): Roshan Adhihetty, Fabio Biondi (S. 47): James Rajotte, Cameron Carpenter (S. 47): Thomas Grube ILLUSTRATION Die Schneekönigin (S. 6): Bernadette, Nord-Süd-Verlag GESTALTUNG UND LAYOUT Tschirren und Grimm

FABIO BIONDI Do, 13. Juni 2019 19.30 Uhr, Kirche St. Peter Fabio Biondi Violine und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Monza, Sammartini und weiteren

REDAKTION Simone Pflüger (Leitung), Melanie Hadam, Valentina De Marchi, Daniela Wachter

PRODUKTION Druckerei Landquart AG

JULI

AUFLAGE UND ERSCHEINUNGSWEISE 14 000 Exemplare, viermal jährlich ERSCHEINUNGSDATUM Januar 2019

BACH AND FRIENDS Mi, 3. Juli 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Daniel Hope Music Director Willi Zimmermann Violine Zürcher Kammerorchester Werke von Bach, Geminiani, Händel und weiteren

Die Maestrani Schokoladen AG sponsert die Gastgeschenke an den Konzerten.

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ZKO Opus III Saison 2018/19  

Das dritte Opus-Magazin der Saison 2018/19 steckt voller spannender Interviews und Berichte. So verrät Pianist Lars Vogt, wie er Solist und...

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