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IN HALT EINLEITUNG

3

BERUFLICHE HANDLUNGSSITUATIONEN UND ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG IN 6 SCHRITTEN ERFASSEN

6

1.

AUFGABEN UND TÄTIGKEITEN BESCHREIBEN

7

2.

ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG DEN TÄTIGKEITSFELDERN ZUORDNEN

3.

BASISBILDUNGSANFORDERUNGEN ZUSAMMENFASSEN

4.

10

12

ALLGEMEINE TÄTIGKEITSPROFILE MIT BETRIEBLICHEN ANFORDERUNGEN UND SITUATIONEN ABGLEICHEN

5.

15

ARBEITSPLATZBEOBACHTUNG UND BEFRAGUNG VON MITARBEITERINNEN

6.

UND MITARBEITERN

18

RESÜMEE

20

SONDERFALL ANALYSE DER FACHSPRACHLICHEN PRÜFUNGSANFORDERUNGEN IN BEZUG AUF BASISBILDUNG

21


EINLEITUNG

Im Vorfeld zu einer Arbeitsplatzanalyse in

führung dieser Tätigkeiten notwendigen

einem Unternehmen sollten Sie sich als

Basisbildungsanforderungen zu definie-

Bildungsanbieter – falls Sie nicht bereits

ren.

über branchen- und berufsspezifische Ex-

Wie man hierbei vorgehen kann, zeigt das

pertise verfügen – gut vorbereiten.

Beispiel aus dem Bereich Bau, genauer ge-

Denn Sie müssen in der Lage sein, die Tä-

sagt - die sogenannten Bauhilfskräfte, die

tigkeiten, die an einem Arbeitsplatz aus-

nahezu auf allen Baustellen zu finden

zuführen sind (auch von gering qualifizier-

sind.

ten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen), genau zu beschreiben, um die für die Aus-

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Es ist hilfreich, sich erst einmal das Tätig-

Behelfs-, Arbeits-, Schutz-, fahrbaren Ge-

keitsfeld in Gänze anzusehen, auch wenn

rüsten sowie zur Reinigung und Pflege

später im Rahmen einer Arbeitsplatzbe-

von Geräten und Werkzeugen, zum Laden

obachtung evt. nur ein Teil dieser Tätig-

und Entladen sowie Transport und Lage-

keiten relevant wird.

rung von Baustoffen, Werkzeugen, Maschinen, Einrichtungsgegenständen.

Eingesetzt werden Bauhilfskräfte zum Beispiel bei dem Transport von Materialien, zur Mitarbeit am Auf- und Abbau von

Zudem führen sie im Vorfeld von Sanie-

durch Reinigen, Schleifen, Aufrauen und

rungsarbeiten Abrissarbeiten durch (Alt-

Entrosten, Ausbesserungsarbeiten, Ent-

bausubstanz abreißen und lagern, Stem-

fernen alter Wand- und Fußbodenbeläge.

marbeiten von Hand oder maschinell ausführen) und vorbehandeln Oberflächen

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Bauhilfskräfte müssen auf der Baustelle

(Rigipswände aufstellen) sowie Renovie-

flexibel sein und helfen oft anderen Hand-

rungs- und Instandhaltungsarbeiten (Ma-

werkern/innen, z.B. Tischlern/innen, Stu-

lern).

ckateuren/innen, Malern/innen. Sie ar-

Bauhilfskräfte arbeiten normalerweise

beiten dabei als Teil eines Teams mit qua-

unter direkter Aufsicht. Bauhilfskräfte mit

lifizierten Fachkräften bei der Durchfüh-

Berufserfahrung können auch selbststän-

rung der beauftragten Arbeiten, wie z.B.

dig arbeiten, Anweisungen, Pläne und

dem Herstellen von Putzen oder von Bau-

Spezifikationen lesen und interpretieren.

körpern aus Steinen (Mauern), der Montage von Bauteilen des Trockenbaus

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BERUFLICHE HANDLUNGSSITUATIONEN UND ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG IN 6 SCHRITTEN ERFASSEN Der vorliegende Leitfaden beschreibt, wie

petenzen erfassen kann. Das beschrie-

man die Anforderungen einer Tätigkeit o-

bene Vorgehen umfasst die folgenden

der eines Arbeitsplatzes am Beispiel von

Schritte:

Bauhilfskräften in Bezug auf die BasiskomSCHRITT 1 Beschreibung der Aufgaben und Tätigkeiten für Bauhilfskräfte am Beispiel ausgewählter Tätigkeitsfelder SCHRITT 2 Zuordnung der Anforderungen an Basisbildung pro Tätigkeitsfeld SCHRITT 3 Zusammenfassung der Basisbildungsanforderungen SCHRITT 4 Aufschlüsseln der allgemeinen Tätigkeitsprofile auf betriebliche Anforderungen und Situationen SCHRITT 5 Arbeitsplatzbeobachtung und Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern SCHRITT 6 Resümee -------------------------------------------------------------SONDERFALL ANALYSE DER FACHSPRACHLICHEN PRÜFUNGSANFORDERUNGEN IN BEZUG AUF BASISBILDUNG --------------------------------------------------------------

Das im Folgenden beschriebene, relativ

absehbar die schriftsprachlichen Anforde-

aufwändige Vorgehen eignet sich, wenn

rungen steigen werden. Die Analyse sollte

man solide Grundlagen für einen vielfälti-

daher mögliche zukünftige Entwicklungen

gen späteren Gebrauch haben möchte,

bei den spezifischen Tätigkeiten bzw. an

wenn z.B. in einem Unternehmen die Ein-

Arbeitsplätzen einbeziehen.

führung neuer Technik geplant ist oder -6-


AUFGABEN UND TÄTIGKEITEN BESCHREIBEN Holen Sie sich hierzu Unterstützung von

- Herstellen von Putzen und Estrichen

Experten (Ausbilder/innen, Poliere oder

- Herstellen von Baukörpern aus Stei-

Berufsschullehrer/innen), um ein „typi-

nen (Mauern)

sches“ Tätigkeits- und Anforderungsprofil

- Montage von Bauteilen des Trocken-

für Bauhilfskräfte zusammenzustellen, o-

baus

der recherchieren und nutzen Sie Be-

- Renovierungs- und Instandhaltungsar-

schreibungen modularer Qualifizierun-

beiten (Malern, Fliesen)

gen. Typische Tätigkeitsfelder, in denen Bau-

Detaillierte Beschreibungen von Aufga-

hilfskräfte eingesetzt werden, sind:

ben und Tätigkeiten (hier an zwei Beispielen aufgezeigt) könnten nun wie folgt aus-

- Baustelle/Arbeitsplatz einrichten - Sanierungsarbeiten

sehen:

(Altbausubstanz

abreißen und lagern, Stemmarbeiten von Hand oder maschinell ausführen)

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BEISPIEL 1: Tätigkeitsfeld: Herstellen von Putzen Untergrund vorbereiten (Putzmatten befestigen)    

Vorbereiten der Putzwerkzeuge Reinigen der Oberfläche von Staub, Ölflecken, Putzresten usw. Anfeuchten Auftragen der Haftungsmatten (u.a. Drahtgeflecht, Leisten, Schilf)

Spritzbewurf von Hand auftragen  

Vorbereiten der Werkzeuge und Materialien Auftragen des Mörtels auf die vorgesehene Oberfläche (z.B. Wand, Decke, Pfeiler)

Einlagigen Putz auf kleinen Flächen auftragen (ausbessern)   

Reinigen und Anfeuchten der zu bearbeitenden Flächen Putzmörtel auftragen und flächig verreiben Nachbehandlung

Flächen säubern  

Entfernen des überschüssigen Mörtels und anderer Materialien Säubern der Estrichfläche und der Zugangsflächen

BEISPIEL 2: Tätigkeitsfeld: Herstellen von Baukörpern aus Steinen (Mauern) Material und Hilfsstoffe am Arbeitsplatz bereitstellen 

Vorbereiten der benötigten Werkzeuge, Geräte und Baumaterialien (z.B. Wasser, Mörtel, Steine) - nur auf Anweisung der Fachkraft

Handreichungen (Zuarbeit) für das Erstellen des Mauerwerkes leisten    

Lagern der Baustoffe in Reichweite des/der Maurers/in Anreichen der Baustoffe Ergänzen der Baustoffe und Werkzeuge Unter Anleitung Maurerarbeiten ausführen (inklusive Messen und Loten)

Beräumung des Arbeitsplatzes  

Reinigen der Werkzeuge Einsammeln der nicht verwendeten Baustoffe (z.B. Mauerziegel), Transport und Lagern Reinigen des Arbeitsplatzes

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Das vollst채ndige Profil finden Sie in

Download: www.spinpro.info

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ANFORDERUNGEN AN BASISBILDUNG DEN TÄTIGKEITSFELDERN ZUORDNEN Als nächstes können nun die für die Aus-

- Fachmathematik,

führung dieser Tätigkeiten erforderlichen

- Kritisches Denken und

Basisbildungskompetenzen zugeordnet

- Umgang mit Medien und Geräten

werden. Gehen Sie zunächst Tätigkeits-

zu. Bei der Definition der notwendigen

feld für Tätigkeitsfeld durch und ordnen

Anforderungen an Basisbildung sollte

Sie die Basisbildungsanforderungen in

man davon ausgehen, dass die Arbeiten

den Bereichen

auch selbstständig und ohne kleinschrit-

- Sprechen und Zuhören,

tige Anweisungen ausgeführt werden

- Lesen und Verstehen,

können.

- Schreiben,

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Die Anforderungen an Basisbildung für das

Schreiben

Tätigkeitsfeld „Herstellen von Baukörpern

- Routinedaten in Formularen oder Lis-

aus Steinen (Mauern) BEISPIEL 2“ sind fol-

ten eintragen

gende:

- Ausfüllen von Stundenzetteln

Sprechen und Zuhören

Fachmathematik

- Arbeitsanweisung verstehen und um-

- Unterschiedliche Messungen durch-

setzen

führen, z. B. Schichtenmaße kontrol-

- Fragen stellen, um sicher zu gehen,

lieren

dass die Anweisungen verstanden

Kritisches Denken

wurden

- Auf Veränderungen in der Ausführung

- Absprachen mit Kollegen treffen

von Arbeiten reagieren können, z.B.

- Melden von Unstimmigkeiten

entscheiden, ob Vorarbeiter und Kol-

- Arbeitsrelevantes Fachvokabular ver-

legen informiert werden müssen; im Team zusammenarbeiten

stehen und anwenden

- Arbeitsanweisungen selbständig um-

Lesen und Verstehen

setzen

- Gefahrenkennzeichen im Baustellenbereich, z.B. Bilder, Symbole, Codes

- Arbeitsordnung einhalten

und Abkürzungen erkennen und inter-

- Arbeiten ohne Hilfestellung ausführen

pretieren

oder um Hilfe bitten

- Fachtermini erkennen und verstehen,

- Probleme bei der Arbeitsausführung

z.B. Sicherheits- und Gesundheits-

erkennen und darauf adäquat reagie-

schutz

ren

- Arbeitsordnung des Unternehmens:

- Qualitätsnormen einhalten (Kontrolle

z.B. Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsauf-

der eigenen Arbeit)

gabe, Urlaub, Krank-/Unfallmeldung

Sind alle Tätigkeitfelder in der dargestell-

kennen und verstehen

ten Art und Weise beschrieben, werden

- Kurztexte lesen und verstehen, z.B.

Sie feststellen, dass es u.U. zahlreiche

Verarbeitungsvorschriften, Informati-

Überschneidungen und Wiederholungen

onsblätter zu Arbeits- und Gesund-

gibt.

heitsschutz

- 11 -


BASISBILDUNGSANFORDERUNGEN ZUSAMMENFASSEN Daher empfiehlt es sich, um zu einer bes-

Durch die Beschreibung der Häufigkeit

ser überschaubaren und lesbaren Über-

der benötigten Kompetenzen ergeben

sicht zu kommen, die für alle Tätigkeiten

sich bereits erste Hinweise auf eine mög-

vorliegenden Anforderungen an Basisbil-

liche Gestaltung von Fortbildungssequen-

dung unter den jeweiligen Kompetenzbe-

zen (z.B. gestaffelt nach Dringlichkeit oder

reichen (Lesen, Schreiben etc.) zusam-

Relevanz der Kompetenzen für konkrete

menzufassen.

Arbeitsplätze in einem Unternehmen).

Bewährt hat sich hier zudem eine Unterteilung der Anforderungen nach der Häufigkeit (regelmäßig / oft / ab und zu).

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LESEN REGELMÄSSIG

OFT

AB UND ZU

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

Informationsblätter zu Arbeits- und Gesundheitsschutz

Arbeitsordnung des Unternehmens: z.B. Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsaufgabe, Urlaub, Krank-/Unfallmeldung

Gefahrenkennzeichen im Baustellenbereich Bauzeichnungen (Gründungsplan, Grundriss, Stockwerkspläne, Vertikalschnitt, Details) Baustellenablaufpläne und Wocheneinsatzplan

Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit elektrischen Arbeitsmitteln (Werkzeuge, Maschinen, Anschlussleitungen) Fachliche Informationen (Pläne, Zeichnungen, Berichte, Beschreibungen, Herstellerinstallationsanleitungen)

Allgemeine Vorschriften des Umwelt-/Naturschutzes Lagervorschriften für Baustoffe und Erdaushub

Werkzeug- und Ausrüstungslisten für die Arbeitsausführung

SCHREIBEN REGELMÄSSIG

OFT

AB UND ZU

Dokumentation der täglichen Arbeitsergebnisse

Kontrolle der Baustelleneinrichtung anhand der Checkliste und Anfertigen einer Baustelleninformation

Dokumentation der Arbeitsergebnisse als Hinweis für Folgearbeiten (Lage von Rohrleitungen, Untergrund von Wegen usw.)

Ausfüllen von Stundenzetteln Aufstellen von Werkzeug- und Ausrüstungslisten für bestimmte Aufgaben

Lagerlisten und Inventarverzeichnisse anlegen und führen

Aufstellen von Materiallisten Notizen für Vorarbeiter zu ausgeführten Arbeiten

MATHEMATIK REGELMÄSSIG

OFT

AB UND ZU

Genau messen (millimetergenau)

Zeit zur Ausführung eines Arbeitsauftrages abschätzen

Winkel in Räumen messen

Materialzuschnitt mit möglichst geringem Abfall

Abstände und Ausschnitte messen

Räume ausmessen, Flächen berechnen

Prozentrechnung und Mischungsverhältnisse ermitteln

Berechnung von Materialbedarf für Einzelarbeiten (z.B. Mörtel, Zement, Kalk, Holz, Farbe)

Umrechnung (Formel) von maßstäblichen Größen in reale Werte

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Volumenberechnungen von Baugruben, Sammelgruben, Gräben, Kellern usw. Skizze mit Maßen anfertigen


Das vollst채ndige Profil finden Sie in

Download: www.spinoro.info

Haben Sie einen T채tigkeitbereich und die

einem Unternehmen die Anforderungen

damit in Zusammenhang stehenden An-

an Basisbildung an Arbeitspl채tzen zu er-

forderungen an Basisbildung nun be-

heben.

schrieben, sind Sie gut vorbereitet, in

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ALLGEMEINE TÄTIGKEITSPROFILE MIT BETRIEBLICHEN ANFORDERUNGEN UND SITUATIONEN ABGLEICHEN Je nach Unternehmen und Unterneh-

Die zuvor gesammelten Informationen zu

mensgrößen sind Tätigkeitsbereiche un-

Basisbildung dienen nun dazu, die Tätig-

terschiedlich strukturiert und Personal

keitsprofile und im Weiteren auch die An-

wird in unterschiedlicher Weise einge-

forderungen an Basisbildung auf den je-

setzt. Auch werden Sie oft nicht alle von

weiligen Betrieb herunter zu brechen.

Ihnen vorbereiteten und beschriebenen Tätigkeitsbereiche in einem Unternehmen wiederfinden.

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Die Befragung von Leitungspersonal (mittleres Management, Team- oder Gruppenleitungen, Kolonnenführer etc.) In Gesprächen mit diesem Personenkreis

Die Ergebnisse der Befragungen können

(am besten mit zwei bis drei Personen, die

sich unterschiedlich auf das von Ihnen be-

auch eine unterschiedliche Perspektive

schriebene Tätigkeitsprofil auswirken:

auf den Arbeitsplatz oder -bereich haben

- Teile des Tätigkeitsprofils müssen er-

können) gleichen Sie Ihre Vorarbeiten

gänzt oder gestrichen werden.

durch konkretes Nachfragen ab. Hier-

- Die Gewichtung verschiedener Ar-

durch erhalten Sie auch Informationen

beitsschritte verschiebt sich.

darüber, welche Aspekte der Tätigkeitsprofile im Detail für einen reibungslosen

- Situationen müssen konkretisiert wer-

Betriebsablauf bzw. an einem bestimm-

den, da die Beschreibung zu allgemein

ten Arbeitsplatz erforderlich sind (z.B. Ge-

bzw. ungenau war.

nauigkeit von Messungen, Grad der Präzi-

Bereits in diesem Schritt ergeben sich

sion bei der Ausführung von Arbeitsschrit-

erste Hinweise darauf, ob und wie be-

ten).

schriebene

Basisbildungskompetenzen

modifiziert, ergänzt oder in ihrer Gewich-

Diese Befragung kann durch das Heran-

tung neu gefasst werden müssen.

ziehen vorhandener Dokumente, wie Stellenbeschreibungen, Organigramme, Prozessbeschreibungen ergänzt werden.

Beispiele für Fragestellungen an das betriebliche Leitungspersonal Stellen Sie möglichst konkrete Fragen, die

- Wie stellen Sie oder die Mitarbeiter

sich auf die Ausführung von Aufgaben in

und Mitarbeiterinnen sicher, dass Be-

einer konkreten Arbeitssituation bezie-

rechnungen

hen, wie zum Beispiel:

werden?

korrekt

durchgeführt

- Kommt es vor, dass die Mitarbeiter

- Welche Hilfsmittel (z.B. Taschenrech-

und Mitarbeiterinnen die Menge des

ner) kommen dabei zum Einsatz?

benötigten

Werden Berechnungen und Ergeb-

Materials

ausrechnen

nisse schriftlich festgehalten?

müssen?

- Werden Materialeinsatz und Ver-

- Müssen sie hierfür die Daten aus Bau-

brauch dokumentiert?

plänen selbst ermitteln oder sind die Bezugsgrößen (zu verputzende Fläche; Längenmaße, die nicht aus einer Bauzeichnung maßstabgerecht umgerechnet werden müssen) von der Teamleitung/Polier vorgegeben?

- 16 -


Aus dieser Befragung ergeben sich zu je-

benannten Anforderungen sich für Mitar-

der Situation eine Reihe spezifischer

beiter und Mitarbeiterinnen erfahrungs-

Kenntnisse und Fertigkeiten, aber auch

gemäß als schwierig erweisen oder wel-

die notwendigen Basisbildungskompe-

che Tätigkeiten besonders fehleranfällig

tenzen sowie das Niveau der Beherr-

sind.

schung (am Beispiel Mathematik):

Dieses im Betrieb gesammelte Hinter-

- Addieren/Multiplizieren (einfach)

grundwissen ist für den nun folgenden

- Flächen berechnen (komplexer)

Schritt der Beobachtung am Arbeitsplatz und der Befragung von Mitarbeiterinnen

- Maßstabgerechtes Umrechnen oder

und Mitarbeitern äußerst nützlich, denn

Volumenberechnungen (komplex)

nur so kann fokussiert beobachtet und

Für die weitere Planung von Bildungs-

nachgefragt werden.

maßnahmen sollten Sie bereits zum jetzigen Zeitpunkt auch erfragen, welche der

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ARBEITSPLATZBEOBACHTUNG UND BEFRAGUNG VON MITARBEITERINNEN UND MITARBEITERN Arbeitsplatzbeobachtungen sind zeitlich

Beispielsweise bei Tätigkeiten im Reini-

aufwändig und führen - als alleinig ange-

gungsgewerbe, bei Umzugsunternehmen

wandte Methode - gerade im gewerbli-

oder auch bei Arbeiten im Lager stehen

chen Bereich bei Tätigkeiten mit geringen

oft andere Fähigkeiten und Fertigkeiten,

Qualifikationsvoraussetzungen hinsicht-

wie

lich der Analyse der Basisbildungsanfor-

Schnelligkeit im Vordergrund; Anforde-

derungen oft zu keinem zufriedenstellen-

rungen an die Basisbildung sind oft nicht

den Ergebnis.

unmittelbar erkennbar bzw. beobachtbar.

- 18 -

körperliche

Belastbarkeit,

Kraft,


Eine Beobachtung am Arbeitsplatz kann

Informationen aus der Befragung von

jedoch zusätzlich zu einer Arbeitsplatz-

Vorgesetzten können abgeglichen wer-

analyse zwei Ziele verfolgen:

den: Dabei ist auf Abweichungen der tatsächlichen Praktiken von der geschilder-

Sollte eine Befragung der Vorgesetzten

ten „Norm“ des Vorgehens zu achten.

nicht möglich sein, so kann sie diese erst

Treten solche Abweichungen auf, werden

einmal ersetzen, muss aber im Nach-

sie notiert, anschließend mit der beo-

hinein (spätestens bei der Beschreibung

bachteten Person besprochen und die Be-

des Angebotes mit dem Unternehmen)

schreibung der Basisbildungsanforderun-

nachgeholt werden.

gen u.U. angepasst.

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RESÜMEE Sind die Anforderungen an Basisbildung

ausgewählte Situationen fokussieren. O-

erstmal definiert und zusammengefasst,

der es kann sich auf bestimmte Basiskom-

haben Sie bereits eine optimale Grund-

petenzen konzentrieren - z.B. das Lesen

lage erarbeitet, um den nächsten Schritt

komplexerer Texte oder die Anforderun-

zu tun, nämlich den konkreten Bildungs-

gen an mathematische Kenntnisse, die für

bedarf der Mitarbeiterinnen und Mitar-

bestimmte Tätigkeiten erforderlich sind.

beiter zu erheben.

Ebenfalls kann ein einmal beschriebenes

Jetzt ist auch der geeignete Zeitpunkt, mit

Anforderungsprofil in Zusammenhang mit

dem Unternehmen die Zielrichtung und

den erhobenen Bildungsbedarfen dazu

den zeitlichen Umfang einer Weiterbil-

genutzt werden, um Bildungsmodule zu

dung festzulegen. Denn ein Verfahren,

konzipieren, die die Bedarfe des Unter-

z.B. ein Assessment zur Ermittlung des Bil-

nehmens und der Mitarbeiterinnen und

dungsbedarfs, kann mit ganz unterschied-

Mitarbeiter berücksichtigen sowie praxis-

licher Zielsetzung erfolgen.

nah und flexibel gestaltet werden können.

Es kann ein relativ breites Spektrum von beruflichen Situationen erfassen oder - 20 -


SONDERFALL - ANALYSE DER FACHSPRACHLICHEN PRÜFUNGSANFORDERUNGEN IN BEZUG AUF BASISBILDUNG Bei den Adressaten handelt es sich um

Beispielen nicht der jeweilige Arbeitsplatz

Migranten und Migrantinnen, die durch

in einem Unternehmen, sondern vor al-

eine modulare berufliche Weiterbildung

lem die mündlichen und schriftsprachli-

(Nachqualifizierung) mit integrierten Ba-

chen Kompetenzen (Fachsprache), wel-

sisbildungsangeboten in die Lage versetzt

che die sprachliche Grundlage für eine er-

werden sollen, einen anerkannten Berufs-

folgreiche Ausbildung und Prüfung dar-

abschluss (Kammerprüfung) zu erlangen.

stellen.

Die modulare berufliche Weiterbildung

Das Ziel der Nachqualifizierung ist es, die

wird bei der Zukunftsbau GmbH im Maler-

Kursteilnehmenden zu befähigen, sich im

und Lackierer- sowie im Tischler-Hand-

zunehmenden Maße selbsttätig mündli-

werk angeboten. Ziel ist die Vorbereitung

che und schriftliche Informationen zu er-

auf die fachliche Zwischenprüfung bei der

schließen und eigenständig die schrift-

Kammer mit besonderer Förderung der

sprachlichen Anforderungen zu meistern.

arbeitswelt- und fachbezogenen Basisbil-

In dem folgenden Beispiel sind das fachli-

dungskompetenzen.

che Qualifizierungsziel, Fachtheorie und

Ausgangspunkt für eine Analyse der be-

Fachpraxis beschrieben sowie die Basis-

ruflichen Handlungssituationen und der

bildungsziele zugeordnet.

daraus abzuleitenden Basisbildungsanforderungen ist anders als in den vorherigen - 21 -


Berufsbild: Maler(in)/Lackierer(in) Fachrichtung: Gestaltung und Instandsetzung Modul: Oberflächen herstellen, bearbeiten und gestalten Fachkompetenz: Die Teilnehmenden stellen Oberflächen her, bearbeiten und gestalten sie. Fachtheorie

Fachpraxis

Die Teilnehmenden…

Die Teilnehmenden…

- unterscheiden Materialien nach Eigenschaften und Verarbeitungsmöglichkeiten

- wählen nach Kundenauftrag die Hilfs- und Beschichtungsstoffe aus und bereiten sie vor

- unterscheiden manuelle und maschinelle Applikationsverfahren

- erstellen manuelle und digitale Vorlagen und übertragen diese maßstabsgerecht auf die zu gestaltende Oberfläche

- unterscheiden Applikationswerkzeuge, -geräte, -maschinen und anlagen

- wählen die zur Beschichtung nötigen Werkzeuge, Geräte und Maschinen aus, setzen sie ein, reinigen und warten sie

- fertigen Skizzen, räumliche Darstellungen und Farbentwürfe an - kennen Grundlagen der Farbenlehre - überprüfen ihre Arbeitsergebnisse im Rahmen der Qualitätssicherung - beurteilen die Ergebnisse nach handwerklicher und ästhetischer Qualität - dokumentieren und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse

- mischen Farbtöne und gleichen diese mit Vorlagen ab

- wählen Beschichtungssysteme aus

- wenden unterschiedliche Arten der Oberflächenbearbeitung an: beschichten, bekleiden, kleben und montieren mit unterschiedlichen Materialien, - wenden unterschiedliche Techniken an: Putz-, Spachtel-, Spritz-, Roll-, Streich-, Lackier-, Klebe-, Spann- und Montagetechniken - verwenden für die notwendigen Bearbeitungstechniken die passenden Werkzeuge, Geräte und Maschinen und reinigen diese im Anschluss - vergleichen das Arbeitsergebnis mit den Vorgaben des Kundenauftrages, dokumentieren Fehler und erstellen einen Arbeitsbericht

Basisbildungsziele Die Teilnehmenden… -

kennen grammatische Mittel zur Beschreibung von Werk-, Hilfs- und Beschichtungsstoffen und deren Eigenschaften sowie von Geräten, Werkzeugen und deren Funktionen (z.B. Attribute)

-

kennen und verstehen sprachliche Mittel zum Beschreiben von Arbeitsabläufen (Passiv, manKonstruktionen, Satzverknüpfungen wie Konjunktionen, Adverbien)

-

leiten aus kompletten Arbeitsprozessen (Oberfläche beschichten) einzelne Arbeitsschritte ab, formulieren diese Arbeitsschritte und bringen sie in eine logische Reihenfolge

-

entnehmen selbstständig Informationen aus berufsbezogenen Fachtexten und berufsübergreifenden Sachtexten (z.B. Vorschriften, Gesetze)

-

kennen und nutzen Lesestrategien zum verstehenden Lesen wie: frage- bzw. absichtsgeleitetes Lesen, Schlüsselwörter markieren, Fachwörter nachschlagen

-

verstehen und verwenden modulspezifischen Fachwortschatz


IM PRESSUM ZUKUNFTSBAU GMBH CHARLOTTENBURGER STR. 33 A 13086 BERLIN INFO@ZUKUNFTSBAU.DE WWW.GRUNDBILDUNG-UND-BERUF.INFO

KONTAKT DR. KLAUS J. BUNKE KJBUNKE@ZUKUNFTSBAU.DE

DIE VORHABENSPARTNER SIND: ZUKUNFTSBAU GMBH BERUFSFÖRDERUNGSWERK E.V. DES BAUINDUSTRIEVERBANDES BERLIN-BRANDENBURG E.V. TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN, INSTITUT FÜR BERUFLICHE BILDUNG UND ARBEITSLEHRE L.I.S.T. LÖSUNGEN IM STADTTEIL STADTENTWICKLUNGSGESELLSCHAFT MBH

Das Vorhaben „Strategien zur Personalentwicklung gewerblicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ ist Teil des Förderschwerpunktes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“. Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01AB12017A, 01AB12017B, 01AB12017C, 01AB12017D gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.


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SPINPRO LEITFADEN BUCH # 2 zuTritt BASISBILDUNG AM ARBEITSPLATZ IDENTIFIZIEREN  
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