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REGION

Zuger Presse · Zugerbieter · Mittwoch, 26. September 2018 · Nr. 36

Juniorenförderung

Drei Vereine haben ein gemeinsames Ziel Der FC Luzern bildet zusammen mit dem SC Kriens und Zug 94 die Fussballprofis von morgen aus. Wer am Ende vom Erfolg der Spieler profitieren soll, wird derzeit neu verhandelt. Lukas Z’berg

Der Start in die neue Saison ist dem FC Basel alles andere als geglückt. Trotzdem konnte sich ein Spieler besonders hervortun: Torwart Jonas Omlin. Der 24-jährige Luzerner ist das Vorzeigebeispiel der Innerschweizer Talentförderung unter der Federführung des FC Luzern. Die Förderung im Juniorenspitzenfussball, wie man sie heute kennt, nahm ihren Anfang zur Jahrtausendwende. Der Schweizerische Fussballverband lancierte damals ein auf nationaler Ebene flächendeckendes Förderprogramm für talentierte Junioren. «Dafür wurden für die verschiedenen Altersstufen U-Mannschaften mit entsprechenden Meisterschaften eingeführt», sagt Genesio Colatrella, technischer Leiter Nachwuchs beim FC Luzern. Damit dem Verband keine Spieler durch die Maschen fal-

len, suchte dieser für alle Regionen der Schweiz Partnervereine, die sich um die Förderung in der Region verantworten. In der Innerschweiz sind dies Zug 94, der SC Kriens und der FC Luzern. Als Partner wurden

«Das beste Training ist das Spiel.» Genesio Colatrella, technischer Leiter Nachwuchs FC Luzern die Clubs bei der Spitzenförderung finanziell unterstützt, mussten aber im Gegenzug auch bestimmte Anforderungen erfüllen, wie beispielsweise eine passende Infrastruktur, professionelle Trainer und Spezialisten.

Verträge vereinheitlichen die Spitzenförderung überregional Während die Förderung in den Clubs immer besser zu greifen begann, konnte besonders der SC Kriens mit seiner grossen Juniorenabteilung effizient arbeiten und Talente wie Valentin Stocker hervorbringen. «Valentin Stocker steht exemplarisch für die frühe Talentförderung. Anstatt von der zweithöchsten Spielklasse bei

Kriens den Weg nach Luzern in die Nati A zu finden, schnappte sich der FCB den damals 17-Jährigen», erinnert sich Colatrella. Kriens erhält noch heute als Ausbildungsverein Beiträge, wenn Stocker einen Vereinswechsel vornimmt. Für Colatrella ist dies der falsche Ansatz, auch wenn er dem SC Kriens diesen Erfolg gönnt: «Mein wichtigstes Anliegen war auch stets, den Gedanken der Förderung zu etablieren, unabhängig von Verein, Mannschaft oder Stärkestufe.» Um dies zu erreichen, unterzeichnete der 46-Jährige mit den beiden Vereinen Zug 94 und SC Kriens Verträge, um die Spitzenförderung überregional zu vereinheitlichen. So liefen in Luzern die 60 grössten Talente aus der Region zusammen, und Colatrella konnte die verheissungsvollen Spieler ab der U15-Stufe auf die einzelnen Mannschaften verteilen. Während das Team aus Luzern in der nationalen Meisterschaft spielt, kicken die Teams von Kriens und Zug in der zweithöchsten Meisterschaft. «Die grösste Herausforderung ist das Erkennen des Potenzials der einzelnen Spieler», meint Colatrella und sagt weiter: «Das beste Training ist das Spiel. Entsprechend verteile ich die Jungs so, dass sie möglichst oft

Jonas Omlin spielt heute beim FC Basel und entsprang der Talentförderung des FC Luzern. zum Einsatz kommen und sich weiterentwickeln können», erklärt Colatrella. Auch sei inzwischen für die Spieler das Vereinswappen, unter dem sie im Spiel auflaufen, nicht mehr erste Priorität. «Was die Jugendlichen schon früh lernen müssen, ist, dass ihre Entwicklung und ihr Traum vom Profifussballer im Zentrum stehen – und nicht die Farbe des Trikots.»

Bei Transfer werden Vereine finanziell entschädigt Als Gegenzug für die Abgabe der jungen Talente erhalten Zug 94 und der SC Kriens Entschädigungen, sollte einer der

Ihren den Sprung zum Profi schaffen. Doch diese Verträge wurden letztes Jahr aufgelöst. «Der Einheitsgedanke soll auch bei den Clubs ankommen und nicht nur bei den Spielern», begründet Colatrella die Vertragskündigungen. Deshalb ist er derzeit daran, einen Einheitsvertrag für alle drei Vereine auszuarbeiten. «Wird ein Spieler aus dem Verbund heraus transferiert, werden Kriens und Zug finanziell entschädigt. Aber die Kosten trägt Luzern», gibt Colatrella zu bedenken. Ein Spieler kostet beim FC Luzern im Jahr über 10 000 Franken. Insgesamt

Bild: Tino Meienberger

sind 200 Spitzenjunioren beim FCL aktiv, was Gesamtkosten von mehr als zwei Millionen Franken pro Jahr zur Folge hat. Bei Kriens kostet ein Spieler im Jahr dagegen 3000 Franken. Beim Team Zugerland, der Kaderschmiede von Zug 94, belaufen sich die Kosten für die 110 Spieler gesamthaft auf 230 000 Franken. Nur logisch, dass bei diesen unterschiedlichen Ausgangslagen dieVerhandlungen intensiv werden. Gerade wenn man bedenkt, dass sich schweizweit pro Jahrgang 15 000 Kinder lizenzieren lassen. Davon schaffen es lediglich 15 zum Profi.

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