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Baureportage

Im Zentrum des Neubaus befindet sich als Lichthof das Atrium

Die öffentliche Cafeteria ist lichtdurchflutet, modern und aus natürlichen Materialien

Bilder: Meyer Gadient Architekten

Projektbeschrieb der Meyer Gadient Architekten AG aus Luzern

Das Projekt «Hofgarten» Ausgangslage Im Oktober 2010 wurde

der Projektwettbewerb für die Erweiterung und die baulichenAnpassungen des Alterszentrums Suhrhard öffentlich ausgeschrieben. Einerseits entsprach das bestehende Altersheim nicht mehr den betrieblichen und baulichenAnforderungen und andererseits sollte die Anzahl Pflegeplätze von 84 (z.T. in Doppelzimmern) auf ca. 100 erhöht werden (alles Einzelzimmer mit separater Nasszelle). Die Jury, bestehend aus Sach- und Fachpreisrichter, empfahl im Mai 2011 einstimmig das Projekt «Hofgarten» der Meyer Gadient Architekten AG aus Luzern zur Weiterbearbeitung.

Besondere Herausforderung der Aufgabe Die Sanierung und Erweiterung

des Alterszentrums Suhrhard erfolgte in zwei Etappen (zuerst die Erstellung des Neubaus, anschliessend der Umbau und die Sanierung des Altbaus). Eine komplexe Schnittstelle trennt den Neubauteil vom bestehenden Gebäude, was insbesondere für die Etappierung eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten bedeutete. Ferner mussten die bestehenden, geringen Geschosshöhen (2.70 m in den Obergeschossen) übernommen werden, so dass der Übergang vom Neubau zum Umbau niveaulos erfolgt. Der Neubau und der Umbau wurden im Minergie-P-Eco Standard gebaut. Dies bedeutet, dass nebst einer sehr gut gedämmten Gebäudehülle und einem ressourcenschonendem Heizsystem grosser Wert auch auf gesundheitliche und ökologische Qualitäten gelegt wurde.

Situation Das bestehende Gebäude

wurde in der Höhe um ein Geschoss reduziert, in der Horizontalen jedoch um einen neuen Lichthof herum zu einem kompakten quadratischen Volumen erweitert.

Die Zufahrt für Mitarbeiter und Besucher wurde auf der Nordseite belassen. Der Eingang befindet sich jedoch neu an der Ostfassade. Dies führt zu einer Konzentration von Vorfahrt, Eingang, Cafeteria, Aussenterrasse und Zugang zu den Alterswohnungen und damit zu einem Ort mit hoher Erlebnisdichte. Es ist ein äusseres, hofartiges Zentrum der Anlage, das im Westen und Osten durch Gebäudefassaden und im Norden durch die gedeckte Vorfahrt gefasst ist und das sich im Süden zum Park hin öffnet, der durch den Abbruch des bisherigen Mehrzweckraumes grosszügiger und zugänglicher wird.

Aussenraum/Umgebung Der Aussen-

raum besteht aus zwei Elementen. Zwischen Alterszentrum und Alterswohnungen liegt ein rechtwinkliger, städtischer, hofartiger Bereich mit einem grossen Seerosenteich. Dem gegenüber steht im Süden eine offene, von Wegen durchzogene Parklandschaft mit freistehenden einzelnen Bäumen.

Innere Organisation

Erdgeschoss: Die innere Organisation ist einem Hotel nachempfunden. Direkt neben dem Eingang befindet sich die Cafeteria. Im Zentrum der Anlage liegt der grosse überdachte Lichthof, welcher alle Geschosse miteinander optisch verbindet und die Korridore und Essräume belichtet. Nördlich des Lichthofes befinden sich administrative Räume, westlich die Liftanlage sowie die Küche und südlich der neue Mehrzweckraum. Obergeschosse: Die bisherigen Pflegegeschosse wurden zum grossen Teil erhalten und ins neue Gebäudevolumen integriert. Durch die Erweiterung der Pflegestationen um einen neuen Lichthof entstanden diverse helle, vielseitige Rundgänge. Das Pflegegeschoss kann

als Dorfstruktur mit Wegen und kleinen Plätzen interpretiert werden. Kernstück ist der Lichthof, der es den Bewohnern einer Station erlaubt, auch das Geschehen im Erdgeschoss oder auf den anderen Stationen zu sehen. Attikageschoss: Hier befinden sich die Dementenstation mit Dachgärten sowie die Aufenthaltsräume für das Personal mit separater Dachterrasse. Untergeschosse: Die Baustruktur der zwei bisherigen Untergeschosse wurde weitgehend beibehalten. Das 1. UGgeschoss unter dem Neubau wird primär für die Haustechnikanlagen des Neubaus sowie für die zusätzlichen Zivilschutzplätze benötigt. Die neue Einstellhalle mit 27 Parkplätzen wurde direkt neben dem Neubau unter der Vorfahrt und dem Seerosenbecken angeordnet.

Material- und Farbkonzept Das Farb-

und Materialkonzept unterstützt die Orientierung und stärkt das räumliche Konzept. Dies erfolgt durch helle Materialien und eine feine Farbgebung. Vier unterschiedliche Farbtöne der Zimmertüren gruppieren die vielen Zimmer und erleichtern die Orientierung. Es wurden möglichst ökologische und natürliche Materialien (Eco) verwendet, welche eine wohnliche Atmosphäre erzeugen. Zentrales architektonisches Element ist der Lichthof, der alle Geschosse miteinander verbindet. Bronzefarbene Metalltafeln zwischen den Fenstern, die der Raumakustik dienen, sorgen für eine edle Atmosphäre.

Fassade Das Gebäude erhielt ein kom-

plett neues Fassadenkleid. Die bis anhin die Vertikalität betonende Fassade erhielt horizontale Brüstungsbänder aus vorgehängten, sandgestrahlten Sichtbetonelementen mit warmer Ausstrahlung (Juramergel). Die Aussenwandflä-

chen zwischen den Fenstern wurden mit einem fein gezackten, farbig eloxierten Aluminiumblech verkleidet. Diese verleihen dem Gebäude einen edlen und wohnlichen Ausdruck.

Minergie-P-Eco Der Minergie-P-Eco-

Standard des Neubaus wurde mit folgenden Massnahmen erreicht: Das Gebäude ist sehr kompakt und es wurde auf die konsequente Trennung von beheizten und unbeheizten Bauteilen geachtet. Das Gebäude ist sehr gut gedämmt und der sommerliche Wärmeschutz wird mit der Steinwolldämmung, der massiven Aussenwand sowie dem aussenliegenden, elektrisch gesteuertem Sonnenschutz gewährleistet. Die Innendämmung des bestehenden Gebäudeteils wurde entfernt, was eine leichte Vergrösserung der bestehenden Zimmer erlaubte. Die Aussenwände des bestehenden Gebäudes wurden gleich gut gedämmt wie der Neubaubereich, weshalb auch beim Umbaubereich der MinergieP-Eco-Standard erreicht wurde. Der verglaste Lichthof dient in der kalten Jahreszeit der Energiegewinnung und ist im Sommer mit aussenliegenden Sonnensegeln vor Überhitzung geschützt.

Haustechnik Die Haustechnikinstalla-

tionen liegen übereinander und sind gut zugänglich. Alle Räume sind mit einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung versehen. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe.

Brandschutz Das Flucht- und Ret-

tungskonzept wird durch zwei Treppenhäuser mit je einem eigenen Brandabschnitt sichergestellt. Im Erdgeschoss führen die Treppenhäuser über gesicherte Korridore ins Freie. PD

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