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Welcome, Sir Roger Norrington! Nuggi-Konzert – Das neue Format für die Allerjüngsten Midori spielt Schubert & Bach

OPUS.I DAS MAGAZIN ZUM ZÜRCHER KAMMERORCHESTER

Sept ––– Okt ––– 2010


Sehr geehrte Damen und Herren Liebes Konzertpublikum Im Namen des Zürcher Kammerorchesters begrüsse ich Sie ganz herzlich zur Konzertsaison 2010/11. Nach fünf Jahren intensiver Zusammenarbeit mit Muhai Tang geben wir dem perfektionierten Zusammenspiel zwischen Chefdirigent und Orchester in dieser Saison den letzten Schliff und krönen die erfolgreiche Zusammenarbeit. «Passion in Perfektion» heisst das Motto der Saison. Lassen Sie mich Ihnen einige besondere Perlen unseres Programms ans Herz legen: Begegnen Sie dem wohl prominentesten und aussergewöhnlichsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart höchstpersönlich: Unser «Composer in Residence» heisst in dieser Saison Philip Glass. Das einzigartige musikalische Miteinander von Klassik und Moderne wird Sie bestimmt fesseln. Aussergewöhnlich attraktiv ist auch die Liste der Solisten, die wir für diese Saison gewinnen konnten. Freuen Sie sich mit uns auf Hilary Hahn, Julian Rachlin, Emmanuel Pahud, Midori, Renaud Capuçon, Steven Isserlis oder Matti Salminen, um nur einige zu nennen. Sie möchten sich musikalisch auf eine Jahreszeit einstimmen? Dann empfehle ich Ihnen unser neues Herbst-, Winter- oder Frühsommer-Abo. Und für die Mozart-Fans unter Ihnen haben wir auch genau das richtige Angebot. Unser Personal an der Billettkasse berät Sie gerne. Das Zürcher Kammerorchester und ich freuen uns, Sie bei einem unserer nächsten Konzerte begrüssen zu dürfen und wünschen Ihnen eine erlebnisreiche Konzertsaison.

«Es ist nicht schwer, zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen.» Johannes Brahms

Willkommen beim ZKO Sept / Okt 2010 Seite 4

Sir Roger Norrington, James Gilchrist, Thomas Müller Haydn / Britten / Mozart

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Alison Balsom Haydn / Hummel / Beethoven

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Antonello Manacorda, Midori Bach / Schubert / Schnittke / Bartók

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Steven Isserlis Mozart / Beamish/Debussy / Saint-Saëns / Haydn

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Ramón Ortega Quero Mozart / Lebrun / Martin

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L’Arpeggiata Monteverdi u.a.

Ihr Michael Bühler, Direktor

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Stephan Mai, Vittorio Ghielmi Graun, Bach, Abel u.a.

Herausgeber: Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305, Postfach 1284, 8034 Zürich Tel. +41 44 388 36 00, Fax +41 44 388 36 10 Billettkasse 0848 84 88 44, www.zko.ch

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ZKO im Museum Rietberg

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Kammermusik@ZKO: «Musica del Mondo!»

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Nuggi-Konzert: «Musica del Mondo!»

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ZKO inside: Hayk Khachatryan

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Konzertkalender

ZKO ‹Opus.I›

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Sir Roger Norrington

James Gilchrist

T

Haydn: Sinfonie c-Moll Hob. I:95 + + + Britten: Serenade op. 31 Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 ‹Jupiter-Sinfonie›

«Letztlich kommt es auf die Ideen an, die hinter der M Sir Roger Norrington Sir Roger Norrington stammt aus einer musikalischen Familie in Oxford (England). In seiner Schulzeit lernte er als erstes Instrument die Geige zu spielen, was ihn bis heute stark geprägt hat. Er studierte Geschichte

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ZKO ‹Opus.I›

und englische Literatur und war gleichzeitig als Chorleiter tätig. Nachdem er einige Jahre mit erstklassigen Amateuren Erfahrungen gesammelt hatte, begann er am Royal College of Music in London eine professionelle Karriere als Sänger und Dirigent. 1978 gründete er die London Classical Players, um die Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten in der Zeit von 1750 bis 1900

zu erforschen. Das Orchester erntete viel Lob, insbesondere für die Gesamteinspielung der Beethoven-Sinfonien für EMI. Aufnahmen der Werke von Haydn, Mozart und Beethoven vermitteln den Hörern eine Vorstellung davon, wie diese Stücke in ihrer Zeit geklungen haben könnten. Als Gastdirigent ist Sir Roger Norrington seit den 80er-Jahren gefragt. Er arbeitete in Grossbritannien


ZKO

homas Müller

für Tenor, Horn und Streichorchester

TONHA

EPT FR 10. S h 19.30

Charakteristische Gegensätzlichkeit

Musik stecken.» am Opernhaus Covent Garden und der English National Opera. Als Chefdirigent der Camerata Salzburg und seit 1998 des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart etablierte Sir Roger Norrington einen ihm am Herzen liegenden historischen Aufführungsstil. Auch als Autor zahlreicher Fachbücher ist er in Erscheinung getreten, die er parallel zu seiner künstlerischen Arbeit geschrieben hat.

LLE

Es gibt wohl keinen Komponisten in der Musikgeschichte, dessen Leben und Schaffen im Laufe der Jahrhunderte zu so divergierenden Darstellungen und Fehleinschätzungen geführt hat, wie das bei Wolfgang Amadeus Mozart der Fall war. Zu den scheinbar ungeklärten mysteriösen Umständen seines Todes hat die Mystifizierung des 19. Jahrhunderts ihr Übriges getan, so dass wir erst allmählich wieder zu einer objektiven Sicht auf Leben und Werk des Komponisten gelangen. Die Bezeichnung ‹Jupiter-Sinfonie› für die Sinfonie C-Dur KV 551 ist ebenfalls dem verklärenden Blick der Nachwelt auf diese 1788 entstandene, letzte Sinfonie Mozarts geschuldet. Die romantische Deutung interpretierte seine letzte Sinfonie gewissermassen als ein bewusst gesetztes Schlusswort des genialen Komponisten, welches den End- und Reifepunkt seines sinfonischen Schaffens markiere. Ohne Zweifel besticht Mozarts letzte Sinfo-

nie vor allem durch die gigantische Schlussfuge. – Haydns Londoner Sinfonie Nr. 95 c-Moll kann als ein Parallelstück zu Mozarts letzter Sinfonie gelten. In Mozartscher Manier strebt Haydn nach einem harmonischen Ausgleich der beiden Tongeschlechter und hält diese in ihrer charakteristischen Gegensätzlichkeit bewusst in der Schwebe. Auch der pathetisch-leidenschaftliche Ton, den Haydn hier von Anfang an anschlägt, erinnert an Mozart. – Benjamin Britten hatte seine Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester während des Zweiten Weltkrieges für seinen Lebenspartner Peter Pears und den jungen Hornisten Dennis Brain geschrieben, der mit diesem Stück seine Weltkarriere begründete. Die Serenade ist als ein Zyklus von Orchesterliedern angelegt, der von zwei Sätzen für Solohorn eingerahmt wird. In Anlehnung an die bezaubernd-abgründigen Landschaftsbilder, die die Texte aus dem 17. und 18. Jahrhundert evozieren, besteht der Part des Solohornisten in den beiden Ecksätzen ausschliesslich aus den Naturtönen dieses Instruments. cg

James Gilchrist

Thomas Müller

James Gilchrist hat als Arzt gearbeitet, bis er sich 1996 einer vollzeitlichen Musikkarriere widmete. Zu seinen Konzertauftritten gehören u.a. Damon in ‹Acis und Galatea› und Bachkantaten mit dem Monteverdi Choir. Im Rezital ist er mit Malcolm Martineau, Stephen Varcoe und Della Jones beim St. John’s Smith Square und mit John Constable mit Brittens ‹Canticles› aufgetreten. Mit der Pianistin Anna Tilbrook als Partnerin hat er Schumanns ‹Liederkreis›, Finzis ‹Till Earth Outwears› und Poulencs ‹Metamorphosen› für BBC Radio 3 gespielt, ebenso konzertiert er mit der Harfenistin Alison Nicholls. Zu Gilchrists vielen CD-Aufnahmen gehören Alberts ‹Albert Herring›, Vaughan Williams’‹A Poisoned Kiss› für Chandos und Bachs ‹Matthäuspassion›. In Zukunft sind Auftritte u.a. mit Haydns ‹Jahreszeiten› und ‹Schöpfung› mit dem Monteverdi Choir auf Tour in Europa und in den USA geplant. ds

Thomas Müller wurde 1956 in Basel geboren. Er studierte zunächst am dortigen Konservatorium beim polnischen Hornisten Joszef Brejza und vervollständigte seine Ausbildung anschliessend an der Musikhochschule in Essen bei Professor Hermann Baumann. Thomas Müller wirkt als Lehrer für Naturhorn an der Schola Cantorum Basiliensis, dem Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik in Basel und an der Hochschule für Musik in Bern, ausserdem führt er regelmässig internationale Meisterkurse durch. Seine musikalischen Aktivitäten weisen ein breites Spektrum auf, von der barocken Literatur (auf dem Corno da caccia) über die Klassik (mit dem Inventionshorn) bis hin zur Moderne (auf dem Ventilhorn). Thomas Müller zählt heute zu den herausragenden Spielern des Naturhorns. Vom Kanton Solothurn wurde ihm der Kulturpreis für Musik zugesprochen.

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Muhai Tang

Alison Balsom

Haydn: Sinfonie c-Moll Hob. I:52 + + + Hummel: Trompetenko Wir sprechen mit Alison Balsom Frau Balsom, Sie sind seit wenigen Wochen Mutter. Wie geht’s Ihnen und Ihrem Kind?

Gut, sehr gut. Es ist gerade eine aufregende Zeit. Ich habe vor kurzem wieder mit Üben begonnen und zum Glück festgestellt, dass mein Sohn den Klang der Trompete mag (sie lacht). Darüber bin ich erleichtert! Er hat sich ja schon während der ganzen Schwangerschaft daran gewöhnen können. Sie haben bis zwei Monate vor der Geburt noch Konzerte gespielt. Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht?

Die Konzerte verliefen sehr gut, das letzte hatte ich in der 38sten Woche. Ich war selbst erstaunt: Ich dachte, ich würde nicht auf die gleiche Art spielen können, doch eigentlich hat mich die Schwangerschaft in keiner Weise am Spiel gehindert.

Ihr Leben wird sich wohl ziemlich verändern, nun da Sie eine kleine Familie haben. Wissen Sie schon, wie Sie ihr Familien- und Berufsleben organisieren wollen?

Saisoneröffnung Das Konzert zur Saisoneröffnung schlägt mit Haydn, Beethoven und Hummel den Bogen über ein ganzes Jahrhundert und spiegelt im Kern die Entwicklungsgeschichte der klassisch-romantischen Musik wider. «Haydns Symphonie führt uns in unabsehbare, grüne Haine, in ein lustiges, buntes Gewühl glücklicher Menschen. Kein Leiden, kein Schmerz; nur süsses, wehmütiges Verlangen», schreibt E.T.A. Hoffmann über die Musik Haydns. Führen uns Mozarts Sinfonien in die «Tiefen des Geisterreiches», so erreiche die Sinfonie mit dem «Geisterseher» Beethoven seinen Höhepunkt. Beethovens Musik lässt sich nur schwer aus ihrem politischen Kontext lösen. Aus seiner Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 spricht die Ent-

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täuschung eines gescheiterten politischen Neuanfangs, den sich der Komponist, einst glühender Anhänger der Ideale der Französischen Revolution, mit dem Auftreten Napoleons erhofft hatte. In ihrer Entschiedenheit, mit musikalischen Mitteln gegen den Grössenwahn des Kriegstreibers Napoleon vorzugehen, steht diese Sinfonie als Bekenntniswerk in einer Reihe von Kompositionen wie etwa der ‹Coriolan›-Ouvertüre und ist gewissermassen die musikalische Antwort auf die ‹Eroica›. Komponiert wurde die ‹Sinfonie gegen Napoleon› (Harry Goldschmidt) bereits in den Jahren 1811 und 1812. Napoleon befand sich auf der Höhe seiner Macht. Seine Uraufführung erlebte die Sinfonie allerdings erst am 8. Dezember 1813, unter grosser Anteilnahme der damaligen Musikwelt. cg

Sicher ist, dass mein Partner und ich weit in die Zukunft planen müssen. Wir arbeiten ja beide als Künstler und kümmern uns jetzt um Projekte in bis zu drei Jahren. Gleichzeitig hat jetzt unser Sohn seinen festen Platz in unserem Leben. Da ich oft zwischen verschiedenen Ländern unterwegs bin und mein Partner in London bleibt, wird mein Kind teilweise mitreisen und wir können zusammensein, wenn ich nicht gerade auftrete. Gleichzeitig wird auch mein Partner mal für ihn schauen können, wenn ich unterwegs bin. Zu Ihrem Musikstil: Sie sind ja klassische Trompeterin, haben aber auch Jazz in Ihrem Repertoire. Können Sie Ihren persönlich bevorzugten Musikstil beschreiben?

Ich mag klassische und barocke Musik am liebsten, nicht nur Trompetenmusik, sondern ganz allgemein sagt mir diese Musik am meisten zu. Mein Spiel ist auch beeinflusst vom Jazz, gerade weil das Instrument Trompete grossartig im Jazz eingesetzt wird. Es scheint mir daher wichtig, dies zu erkennen und für die eigene Musik immer wieder umzusetzen.


nzert E-Dur + + + Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 «Ich setze mich dafür ein, dass jedes Mädchen, das sich wünscht, Trompete zu spielen, dies auch tun kann.»

ZNKHAO LLE

T . SEP DI 28 30 h 19. TO

Sie haben das Trompetenspiel mit Tanzen verglichen. Können Sie diesen Vergleich vielleicht erklären?

Ich wollte erklären, dass Trompete spielen nicht wie irgendein Sport ist, auch wenn es physisch sehr anstrengend ist, sondern dass es vielmehr Gemeinsamkeiten mit der Kunstform Tanz hat. Tänzer benötigen einen unglaublich starken Körper. Gleichsam erfordert das Trompetenspiel stets einen konditionierten Körper, aber neben der Kraft ist der Ausdruck genauso wichtig. Beide Komponenten müssen übereinstimmen. Dasselbe muss wohl auch ein Tänzer für eine gute Show zustandebringen.

Wie erleben Sie Ihre Pionierrolle als Trompeterin?

Für mich persönlich ist das eigentlich kein grosses Thema. Ich war schon immer überzeugt, dass die Trompete mein Instrument sein würde und das stellte niemand in Frage. Nun setze ich mich jedoch dafür ein, dass Vorurteile im Zusammenhang mit dem Trompetenspiel möglichst verschwinden und dass auch jedes Mädchen, das Trompete zu spielen wünscht, dies tun kann. Bei Ihrem Konzert mit dem ZKO stehen Haydn, Hummel und Beethoven auf dem Programm. Können Sie uns etwas zu dieser Werkwahl erklären?

Das Trompetenkonzert von Hummel als mehrheitlich romantisches Werk passt perfekt in das weitere Programm mit den Klassikern Haydn und Beethoven. Es ist zudem ein grossartiges virtuoses ‹Show Piece›. Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Mozart, damit bin ich bisher seinem Stil am nächsten gekommen. ds

Alison Balsom – Startrompeterin Die Engländerin Alison Balsom geniesst international den Ruf, eine der wichtigsten Botschafterinnen klassischer Musik zu sein. Die Musikerin erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, u.a. wurde sie im Jahr 2009 als erste Britin ‹Female Artist of the Year› bei den Classical BRITs. Höhepunkte der Saison 2009/10 waren u.a. Konzerte mit der City of Birmingham Symphony und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Ebenso ging sie mit dem Irish Chamber Orchestra und ihrem eigenen Balsom Ensemble auf Tournee. Im September 2009 war Alison Balsom das Aushängeschild eines der berühmtesten klassischen Kon-

zerte – The Last Night of the BBC Proms –, welches damit seine bisher grösste Zuhörerzahl erreichte. Unter Exklusivvertrag bei EMI Classics nahm sie u.a. die international gefeierte Bach Trumpet and Organ Disc (2005) und das Caprice Album auf. Alison Balsom hat Trompete an der Guildhall School of Music und am Paris Conservatoire studiert. Zuvor war sie Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und des National Youth Orchestra of Great Britain. Heute hat Alison Balsom an der Guildhall School of Music eine Gastprofessur inne und konzertiert mit einem breiten Rezitalund Konzertrepertoire, von Albinoni bis Zimmermann. Alison Balsom spielt nicht nur klassisches Repertoire, sondern setzt sich für zeitgenössische Kompositionen der Neuen Musik ein. ds

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Antonello Manacorda

Midori

Bach: Violinkonzert E-Dur BWV 1042 +++ Schubert: Rondo A-Dur für Violine und Streichorchester D 438 + + + Schnittke: Sonate Nr. 1 für Violine und Streichorchester + + + Bartók: Divertimento für Streichorchester Sz 113

Midori

Antonello Manacorda

Gefühl von Geheimnis und Beständigkeit Bevor J.S. Bach Thomaskantor zu Leipzig wurde und damit in eine künstlerische Existenzform wechselte, die vom Rhythmus des liturgischen Kalenders bestimmt war, war er als Kapellmeister und ‹Director derer Cammer-Musiquen› am Hof von Köthen engagiert. Dieser Zeit verdanken wir einen Grossteil seiner höfisch-repräsentativen Kompositionen für Orchester, etwa die berühmten ‹Brandenburgischen Konzerte›. In diese Zeit fällt auch Bachs hell aufstrahlendes, dynamisch überbordendes Violinkonzert in E-Dur BWV 1042, das er später zu seinem Cembalo-Konzert BWV 1054

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Die japanische Violinistin Midori gehört eindeutig zu den wichtigsten Musikerinnen unserer Tage. Sie wurde 1971 in Osaka geboren und begann unter der Anleitung ihrer Mutter im frühesten Alter Violine zu spielen. Als der Dirigent Zubin Mehta Midori spielen hörte, lud er sie als Überraschungssolistin für das traditionelle Silvesterkonzert des New York Philharmonic Orchestra ein. Die damals Elfjährige erhielt Standing Ovations: Der Grundstein für eine grossartige Karriere war gelegt. – Heute reist Midori unermüdlich rund um den Globus und tritt mit namhaften Orchestern, wie den Phil-

harmonikern Hamburg unter der Leitung von Simone Young, dem London Symphony Orchestra unter Sir Colin Davis und dem Atlanta Symphony Orchestra unter Lothar Zagrosek auf. Midori beherrscht sowohl den Umgang mit Barock-, als auch mit Avantgarde-Musik mühelos und wird berechtigterweise für ihre intensive musikalische Zwiesprache mit dem Publikum gerühmt. So setzt sie sich auch für verschiedene gemeinnützige Organisationen ein, mit dem Ziel, Menschen den Zugang zur Musik zu ermöglichen, egal welcher Herkunft sie sind oder welches Alter sie haben. mb

Antonello Manacorda wurde in Turin geboren und schloss sein Violinstudium am Konservatorium Giuseppe Verdi mit Auszeichnung ab. 1997 gründete Manacorda zusammen mit Claudio Abbado das ‹Mahler Chamber Orchestra›. Dort wurde er zum Konzertmeister und Vizepräsidenten ernannt. Nach fünf Jahren beschloss er, eine Dirigentenkarriere einzuschlagen. Ein Stipendium der De Sono Associazione per la Musica ermöglichte Antonello Manacorda, sein Studium bei Herman Krebbers, Eduard Shmider und Franco Gulli fortzusetzen. Von 2003 bis 2006 konnte die ‹Académie

Européenne de Musique› Antonello Manacorda als Künstlerischen Direktor für Kammermusik gewinnen. Zu Antonello Manacordas Karriere als Dirigent zählen die Leitungen von namhaften Orchestern in Venedig, Lugano, Helsinki und Schweden. Kurzfristig und sehr erfolgreich leitete er im April 2007 das ‹Ensemble Orchestral de Paris›. Gegenwärtig agiert Manacorda als Musikdirektor der ‹Pomeriggi Musicali› in Mailand, wo er zur Eröffnung seiner ersten Spielzeit im September 2006 mit Mozarts Oratorium ‹David de Penitente› Presse und Publikum begeisterte. mb

umarbeitete. – Erstaunlicherweise hat Franz Schubert kein Violinkonzert komponiert, obwohl die Violine «sein» Instrument war. Das Rondo A-Dur für Violine und Streichorchester (wahlweise für Streichquartett) D 438 ist ein tröstlicher Ersatz. Es steht am Ende einer Reihe von Kompositionen, in denen sich der erst neunzehnjährige Schubert mit der Violine als Soloinstrument beschäftigt hatte. Schubert gliedert das Stück in zwei Teile: eine ausdrucksstarke langsame Einleitung (Adagio) rollt den Teppich aus für den Rondo-Satz, in dem zwei rhythmisch prägnante Motive einen heiteren Rundtanz bilden. – Ähnlich wie Béla Bartók experimentierte auch der russlanddeutsche Komponist Alfred Schnittke mit barocken

Formen. Aus seiner Feder stammen mehrere Concerti grossi, eine Kantate und eine Oper auf das Leben des Renaissancekomponisten Gesualdo. Midori selbst hat sich ausführlich mit dem Werk, das Schnittke 1968 für Streichorchester bearbeitete, auseinandergesetzt. Anschaulich beschreibt sie die «gespenstische Atmosphäre» des kurzen ersten Satzes, den «Sarkasmus und die Ironie» des zweiten sowie das «Gefühl von Geheimnis und Beständigkeit», das dem B-A-C-HThema im letzten Satz folgt. cg

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PT 2. SE 0 O D h 19.30 TO


Muhai Tang

Steven Isserlis

Mozart: Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 ‹Pariser› + + + Beamis Beamish / Debussy: Suite für Violoncello und Orchester (Rekonstruktion) +++ Saint-Saëns: Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 + + + Haydn: Sinfonie Es-Dur Hob. I:99

Steven Isserlis

Perfekt geschliffener Brillant

Der britische Cellist Steven Isserlis geniesst grosses Ansehen als Solist, Kammermusiker und als Lehrperson. So konzertierte Isserlis u.a. mit dem Budapest Festival Orchestra, mit dem Deutschen Symphonieorchester Berlin und dem Hong Kong Philharmonic Orchestra. Er ist bekannt für sein vielseitiges Repertoire und für seinen markanten Sound, den er nicht zuletzt durch das Verwenden von Darmsaiten erreicht. Er studierte am ‹Oberlin Conservatory of Music› in Ohio und wurde stark beeinflusst vom russischen Cellisten Daniil Shafran. 1998 wurde er mit dem CBE (Order of the British Empire) und im Jahr 2000 mit dem Robert-SchumannPreis der deutschen Stadt Zwickau ausgezeichnet. In den vergangenen zwölf Jahren war Isserlis Artist Director beim International Musicians’ Seminar in Cornwall. Schwerpunkt seines Interesses ist das Komponieren und Musizieren für Kinder. Isserlis schrieb zwei Kinderbücher über das Leben von Beethoven und Händel. Seit 2006 werden Kinderkonzerte durchgeführt, die auf seinen Büchern basieren. mb

Die grosse Literatur für Cello und Orchester ist relativ überschaubar. Zudem sind einige Werke, wie im Falle von Debussys Suite für Cello und Orchester, nur unvollständig überliefert. Der Cellist Steven Isserlis wirkte diesem Missstand entgegen und beauftragte die schottische Komponistin Sally Beamish mit einer Rekonstruktion dieses Werks. Beamish ergänzte zwei in einer Fassung für Cello und Klavier überlieferte Sätze um drei weitere Werke aus den 1880er Jahren, die sie für Orchester und Cello arrangierte. Das Ergebnis wurde bei seiner Uraufführung im Jahre 2007 als «neues» Werk von Claude Debussy gefeiert. «Niemand kennt die Musik der ganzen Welt besser als Monsieur Saint-Saëns», so das Urteil von Claude Debussy. SaintSaëns war ein Universalist. Er war Dichter, Komponist, interessierte sich für die naturwissenschaftlichen Forschungen seiner Zeit ebenso wie für aktuelle philosophische Diskurse. Sein ungestillter Erkenntnisdurst erstreckte sich auch auf sein ureigenstes Gebiet, die Musik. Als Musikwissenschaftler betreute er die ersten Gesamtausgaben der

Werke von Rameau und Gluck. Dem kühlen Rationalisten ging es bei seinem eigenen Schaffen stets um die Kunst als eine objektive Grösse: «Ich habe es schon gesagt und zögere nicht, es als die Wahrheit zu wiederholen, dass die Musik, ebenso wie die Malerei und Bildhauerei, aus sich selbst heraus und unabhängig jeder Emotion existiert; sie ist nichts als nur Musik.» Von seinem Werk, das mehr als hundert Kantaten, Orchesterlieder, Sinfonien, Konzerte und Opern umfasst, ist heute nur noch eine überschaubare Auswahl bekannt, der ‹Karneval der Tiere›, die Oper ‹Samson et Dalila› und die grosse Orgel-Sinfonie. Seine Musik ist nicht unumstritten. Von den Kritikern des Eklektizismus bezichtigt, gelten seine Stücke als äusserst publikumswirksam. Saint-Saëns geht es weniger um die grosse Emphase oder das tiefe Bekenntnis, vielmehr wird seine Musik mit Attributen wie spielerisch, kultiviert oder geschmackssicher treffend umschrieben: «Musik zum Gebrauch und vom Feinsten, wie ein perfekt geschliffener Brillant», so charakterisierte der englische Komponist John Foulds das 1872 entstandene Cellokonzert. cg

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KT DI 05. O h 19.30

«Niemand kennt die Musik der ganzen Welt besser als Monsieur Saint-Saëns» Claude Debussy

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Willi Zimmermann Ortega Quero

Ramón

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DI 19 LLE .O 19.30 hKT

Mozart: Sinfonie Nr. 17 G-Dur KV 129; Oboenkonzert C-Dur KV 314 Lebrun: Oboenkonzert Nr. 1 d-Moll +++ Martin: Pavane couleur du temps für Streichorchester

Ramón Ortega Quero Ramón Ortega Quero absolvierte seine Grundausbildung im Oboenspiel bei Miguel Quirós in Granada. Mit zwölf Jahren wurde er ins Andalusische Jugendorchester aufgenommen und 2003 vom Dirigenten Daniel Barenboim für das ‹West-Östliche Diwan-Orchester› engagiert. Darauf wirkte er häufig an deren Konzertperioden mit, wobei er auf seinem künstlerischen Werdegang vom Solo-Oboisten der Wiener-Staatskapelle Gregor Witt betreut wurde. Internationale Bekanntheit erreichte Ramón Ortega Quero als erster Preisträger des ARD-Wettbewerbs in München. Damit öffnete sich für den Musiker die Tür für wichtige Engagements, worauf er in Konzertsälen in München, Frankfurt, Berlin, Wien und Zürich auftrat und ebenso an internationalen Festivals wie Gstaad und dem Jerusalem Chamber Music Festival teilnahm. Seit Januar 2008 ist er Solo-Oboist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons.

Die schillernde Farbigkeit der Impressionisten Ludwig August Lebrun war einer der bedeutendsten Oboenvirtuosen seiner Zeit. Bereits mit zwölf Jahren war er am Mannheimer Hof Karl Theodors von der Pfalz, jenes kunstsinnigen Monarchen, der sich um die Herausbildung der sogenannten Mannheimer Schule verdient machte und später als Kurfürst von Bayern den jungen Mozart in seine neue Residenzstadt München holte, wo dieser seinen Idomeneo komponierte. Lebrun, der «mit seiner göttlichen Oboe bezauberte», wie man damals lesen konnte, hat insgesamt sechs Konzerte für sein Instrument geschrieben. Stilistisch sind eindeutig die Einflüsse der Mannheimer Schule erkennbar, das Zurücktreten der

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Generalbassbegleitung und des spätbarocken Pathos, die Betonung der einfachen Melodie gegenüber streng durchgeführter Polyphonie. Mozart dagegen hat nur ein Konzert für Oboe geschrieben. Er schrieb lieber für «sein» Instrument, das Klavier, das insbesondere im Wien der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts deutlich populärer war. Sein Oboenkonzert entstand noch in den Salzburger Jahren. Im dritten Satz nimmt Mozart das Thema der Arie des Blondchens ‹Welche Wonne, welche Lust› aus seinem späteren Singspiel ‹Die Entführung aus dem Serail› vorweg. Es gilt als belegt, dass sich Mozart bei der späteren Komposition dieser Arie von seinem Vater das Material zum Oboenkonzert zuschicken liess. Das Oboenkonzert, das heute zu den Meilensteinen in der Oboenliteratur gehört, verwertete er

wiederum bei der Komposition seines Flötenkonzerts D-Dur KV 314. Frank Martin hatte sein Werk ‹Pavane couleur du temps› im Jahr 1920, während seiner Zeit in Zürich, komponiert. Das Wort ‹Pavane› meint einen feierlichen Schreittanz, wie er im 16. und 17. Jahrhundert an den europäischen Adelshöfen beliebt war: «Den Königen, Fürsten und grossen Herren dient die Pavane dazu, sich aufzublähen und sich prunkend zu zeigen», so der Tanztheoretiker Thoinot Arabeau. In nachabsolutistischer Zeit liessen sich Komponisten wie Fauré oder Ravel davon inspirieren. Martins Komposition spielt mit der historischen Form ebenso wie mit der magisch-schillernden Farbigkeit der Impressionisten und zeigt die Suche des jungen Komponisten nach einem eigenen Stil. cg


Christina Pluhar

Nuria Rial

Werke von Monteverdi u.a. ‹Teatro d’Amore›, dieses Motto ist charakteristisch für das Ensemble L’Arpeggiata, das sich im Jahr 2000 zusammengefunden und sich insbesondere der Musik der Renaissance und des Frühbarocks verschrieben hat. Mit seiner Leiterin Christina Pluhar bewies L’Arpeggiata, dass Tradition nicht nur das Bewahren der Asche, sondern vor allem auch das Schüren der Flamme bedeutet. Für dieses Credo erhielt L’Arpeggiata im Jahr 2009 den ECHO KLASSIK. Das Ensemble fühlt sich insbesondere der Pflege der Vokal- und Instrumentalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts verpflichtet. Dabei hebt es sich nicht nur durch ein klares Bekenntnis zur historischen Aufführungspraxis, sondern vor allem durch ein beeindruckendes Gespür für Theatralik und dem erklärten Ziel, das Publikum zu berühren und zu begeistern, von den vielen anderen sogenannten ‹Spezialistenensem-

Stephan Mai

bles› ab. Gerade die Musik von Komponisten wie Claudio Monteverdi, die den Wechsel von der frühbarocken Mehrstimmigkeit hin zur Einstimmigkeit des schlichten Gesangs markiert, lebt von der Bühne. Nicht umsonst gilt dieser Komponist als einer der Mitbegründer der Oper und des dramatischen Gesangs. Erleben Sie ein barockes Fest der Sinne! – Das Ensemble L’Arpeggiata wurde im Jahr 2000 von Christina Pluhar gegründet und bis heute erfolgreich geleitet. Zusammen mit Solisten verschiedenster Nationen hat L’Arpeggiata mehrere gefeierte CDs aufgenommen. L’Arpeggiata spielt an vielen Festivals und in Konzertsälen der Welt, wie London, Versailles und Oude Muziek Utrecht und versetzt Publikum und Presse immer wieder in Begeisterung. cg

SA 16. O KT 19.30 h

Die in Graz geborene Christina Pluhar kam über das Gitarrenstudium zur Renaissanceund Barockmusik und studierte Laute am Koninklijk Conservatorium in Den Haag. Seit 1992 lebt sie in Paris und tritt als Solistin und Continuistin mit Kammermusikensembles und Barockorchestern auf. 2000 gründete sie das Ensemble L’Arpeggiata. ds

Nuria Rial Die in Barcelona geborene Nuria Rial studierte dort Gesang und Klavier und absolvierte das Solistendiplom bei Kurt Widmer in Basel. Sie ist bereits an Festivals in Mexiko, Bolivien, Kuba und der Schweiz aufgetreten. Nuria Rial hat mit namhaften Dirigenten wie Paul Goodwin, Lawrence Cummings und Howard Griffiths gearbeitet. ds

Vittorio Ghielmi sischer König wurde, verlagerte sich die Musikszene nach Berlin. – Der Violinist und Komponist Johann Gottlieb Graun, der Lehrer Wilhelm Friedemann Bachs, war neben Friedrichs Flötenlehrer Quantz einer der führenden musikalischen Köpfe dieser Jahre. Die Gambe, die sogenannte Kniebzw. Schossgeige, erhielt am preussischen Hof seine besondere Bedeutung unter dem Neffen Friedrichs II., der sich im Gambenspiel unterweisen liess. – Einer der letzten Meister dieses Faches war Carl Friedrich Abel. Sein Ruf reichte bis nach London, wo er gemeinsam mit Johann Christian Bach die legendären «BachAbel-Concerts» durchführte. All diese Komponisten, die leider heute noch gelegentlich als ‹Kleinmeister› abgetan werden, repräsentieren die Vielfalt der musikalischen Stile zwischen Barock und Frühklassik: Willkommen in Preussen zur Zeit Friedrichs des Grossen! cg

ERZYK LU S TONHA LLE

Christina Pluhar

Werke von Graun, Bach, Abel u.a. Musik lag in Berlin bereits im Barockzeitalter in der Luft. Komponisten wie Graun, Bach, Abel und wie sie alle hiessen – jeder sprach einen anderen musikalischen Dialekt. Kaum einer kennt diese verschiedenen Berliner Ausdrucksweisen so perfekt wie Stephan Mai, Gründungsmitglied und langjähriger Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin. Der preussische König Friedrich der Grosse, der sich selbst als «erster Diener des Staates» bezeichnete, ist nicht nur als einer der wichtigsten Repräsentanten des aufgeklärten Absolutismus in die Geschichte eingegangen, sondern vor allem als Musiker und Kunstmäzen. Er korre s p o n d i e r t e mit Freigeistern wie Voltaire und scharte bereits in seinen Jugendjahren auf Schloss Rheinsberg die wichtigsten Komponisten seiner Zeit um sich. Als er am 31. Mai 1740 nach dem Tod seines Vaters selbst preus-

M E IS T

ZKO

KIRCH

ETER E S T. P

OKT FR 22. h 19.30

Stephan Mai Stephan Mai wurde 1953 in Leipzig geboren. Nach dem Besuch der Kinderklasse studierte er Violine an der Hochschule für Musik in Leipzig. 1976 wurde er Mitglied des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin sowie des Kammerorchesters Berlin. Darüber hinaus engagierte er sich für den Aufbau eines Ensembles, das sich mit zunächst modernem Instrumentarium der historischen Aufführungspraxis widmete. ds

Vittorio Ghielmi Der 1968 in Mailand geborene Vittorio Ghielmi hat als Solist mit Orchestern wie ‹Il Giardino Armonico›, den Wiener Philharmonikern und dem Philharmonia Orchestra London zusammengespielt. Häufig tritt er im Duo mit Partnern wie Cecilia Bartoli und Giuliano Carmignola auf. ds

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ZKO-Konzert FR 17. SEPT 19.30 h

«Bhutan – Heilige Kunst aus dem Himalaya» Zürcher Kammerorchester

In dem kleinen Königreich Bhutan am Rande des Himalaya sind die alten Traditionen bis heute lebendig geblieben. Noch immer prägt der Buddhismus das kulturelle, politische und religiöse Leben. In den zahlreichen Tempeln und Klöstern Bhutans werden Figuren und Bilder als heilige Objekte verehrt. Nur in bestimmten Ritualen werden sie hervorgenommen, um ihre spirituelle Aura zu entfalten und die Gläubigen auf den Weg zur Erleuchtung zu führen. Über 100 dieser eindrucksvollen buddhistischen Kunstwerke werden hiermit erstmals einem grösseren Publikum präsentiert und sind nach Honolulu, San Francisco und Paris nun auch in Zürich zu sehen. Ausstellungsdauer: 4. Juli bis 17. Oktober 2010, Werner-Abegg-Saal. Die Ausstellung wurde organisiert vom Honolulu Academy of Arts und dem Department of Culture, Ministry of Home and Cultural Affairs of the Royal Government of Bhutan.

im Museum Rietberg Kammermusik@ZKO: «Musica del Mondo!» ZKO-Haus

SO 05. SEPT 11.00 h

Asa Konishi, Violine; Hiroko Takehara, Viola Silvia Rohner, Violoncello; Seon-Deok Baik, Kontrabass; Suguru Ito, Klavier Hoffmeister: Soloquartett concertino Nr. 2 D-Dur + + + Beethoven: Klavierquartett C-Dur WoO 36/3 Farrenc-Dumont: Klavierquintett Nr. 2 E-Dur op. 31 Kaffee und Gipfeli ab 10.00 h

Beethoven

ZKO-Haus

SO 05. SEPT 14.00 h

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Franz Anton Hoffmeister hat sich insbesondere als Begründer des Peters-Musikalienverlages einen Namen gemacht. Beethoven nannte den Verleger und Komponisten galanter Unterhaltungsmusik seinen «Bruder in der Tonkunst». Die Gattin seines französischen Verlegerkollegens Aristide Farrenc ist innerhalb der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts gewissermassen eine Art französisches Pendant zu Figuren wie Fanny Hensel oder Clara Schumann. Mit ihren deutschen Mitstreiterinnen zählte Jeanne-Louise Farrenc-Dumont zu den ersten Frauen, die versucht haben, auf dem Musikmarkt Fuss zu fassen. Als Klavierprofessorin am Pariser Konservatorium kämpfte sie acht Jahre um volle Anerkennung. Als Komponistin setzte sie sich in den 50er und 60er Jahren durch, insbesondere mit ihren Werken für Kammermusik, für die sie 1861 und 1869 den Prix Chartier der Französischen Akademie der Künste erhielt. cg

Nuggi-Konzert: «Musica del Mondo!» Konzert für Familien mit Kindern bis zu einem Jahr

Das neue Format für die Allerjüngsten unter den ZKO-Fans: Am Sonntagnachmittag um 14 Uhr spielt eine kleine Formation des Zürcher Kammerorchesters speziell geeignete Kompositionen für die feinen Ohren von Säuglingen bis zu einem Jahr. Auf Yogamatten und Kissen können junge Mütter und Väter zusammen mit ihrem Nachwuchs zu den kammermusikalischen Klängen entspannen, die beruhigende Wirkung von klassischer Musik auf Säuglinge in ungezwungener Atmosphäre ausprobieren und sich mit anderen Eltern austauschen. cf


+ + + ZKO inside: Hayk Khachatryan + + +

Geige, Bassgeige und Gewichtheben Weshalb haben Sie sich für das Instrument Kontrabass entschieden?

Als Kind habe ich Geige gespielt und gleichzeitig Gewichtheben trainiert, wobei mich sowohl mein Geigenlehrer als auch mein Trainer davon überzeugen wollten, mich ganz auf das Instrument bzw. den Sport zu konzentrieren. Irgendwann hörte ich mit beidem auf, da für mich ein Konflikt zwischen den beiden Interessen entstand. Nach einem Jahr Pause entschied ich mich für die Musik. Statt Geige wählte ich die Bassgeige, da diese auch physisch besser zu meinem Körper passte. Mit 16 Jahren begann ich also dieses Instrument zu spielen.

Welche musikalischen Einflüsse haben Ihre Ausbildung besonders geprägt?

Hayk Khachatryan Hayk Khachatryan hat, 1973 in Armenien als Kind einer Musikerfamilie geboren, mit sieben Jahren mit dem Violinstudium begonnen. 1990 führte er seine Ausbildung in der Kontrabassklasse am Yerevan State Conservatory fort und schloss dort 1997 sein Studium ab. Von 1997 bis 2001 machte er sein Konzert- und Lehrdiplom an der ‹Tibor Varga› Musikhochschule Sion bei Professor Ferenc Bokany als Hauptlehrer. Während dieser Zeit hat er ein Stipendium der ‹Ghoukassyants Brothers Foundation› erhalten. Hayk Khachatryan hat als Solist unter Emin Khachatryan mit dem armenischen Staatskammerorchester, mit dem Tibor Varga Fes­ tivalorchester (unter Tibor Varga) und mit dem Orchester La Folia (mit Mirion Glas) gespielt. Noch als Student hat Hayk Khachatryan den ersten Preis beim Kammermusikwettbewerb ‹Valentino Bucci› gewonnen und war Mitglied von Orchestern, wie dem Yerevan Symphony Orchestra (1990–1997) und dem ‹Serenade› Chamber Orchestra. Seit 2000 tritt Hayk Khachatryan mit dem Orchester des Opernhauses Zürich, seit 2006 mit dem Mahler Chamber Orchestra, seit 2007 mit dem Lucerne Festival Or­ches­ tra und seit 2009 mit dem ZKO auf.

Im Gespräch mit Hayk Khachatryan Hayk Khachatryan, Sie sind seit der vergangenen Saison 2009/10 beim Zürcher Kammerorchester. Ist für Sie damit ein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen oder hat Sie Ihr Weg mehr zufällig zum ZKO geführt?

Für Musiker ist es nie zufällig, dass sie zu einem bestimmten Orchester kommen. Sie spielen vor, wo eine Stelle frei ist und gehen dahin, wo sie angenommen werden. So bin ich auch zum Zürcher Kammerorchester gekommen. Welche Charakteristika eines Kammerorchesters gefallen Ihnen?

Mir gefällt die Möglichkeit, andere Musik zu spielen als in grossen Orchestern. Ich bin ja ebenso beim Opernhaus Zürich und beim Mahler Chamber Orchestra angestellt und spiele da ein ganz anderes Repertoire als beim Zürcher Kammerorchester. Zudem mag ich es, häufig nur mit Streichern und ohne Dirigent zu spielen. Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Ich kam ganz logisch zur Musik, weil meine ganze Familie da zu Hause ist. Meine Mutter hat am Konservatorium unterrichtet und mein Vater bei der Oper gespielt.

Seit ich klein bin, hat mich vor allem die Oper, wo mein Vater tätig war, beeinflusst. Oft begleitete ich ihn an Proben und bekam somit viel von der Oper mit. Die Musikwelt ist für mich also Normaliät, und es war auch ganz klar, dass ich selbst meinen Beruf darin ausüben würde. Erzählen Sie uns ein wenig von Armenien, wo Sie aufgewachsen sind!

Verglichen mit der Schweiz ist die armenische Gesellschaft viel menschlicher und sozialer. Der zwischenmenschliche Umgang ist freundlicher – das mag ich sehr an meinem Heimatland. Im Gegensatz dazu sind Schweizer Beziehungen häufig von Egoismus und Kälte geprägt. Ich habe persönlich nicht viel Kontakt mit Schweizern. Ich habe mit 25 Musikern in Sion studiert, von welchen nur zwei Schweizer waren. Ähnlich verhält es sich in den Orchestern, wo ich spiele.

Wie gefällt Ihnen das Leben hier in der Schweiz?

Ich lebe sehr gerne in der Schweiz: Fast alles ist hier perfekt organisiert und die Leute sind meist diszipliniert. Die Lebensqualität ist sehr gut und dieses Land gibt mir vor allem die Möglichkeit, als Musiker zu LEBEN! In Armenien wäre das nicht möglich, da man nie genug verdienen würde. Ich mag die Schweiz auch deshalb, weil ich schon 13 Jahre mit meiner Familie hier lebe und somit hier zu Hause bin. Wenn ich einmal nicht mehr professionell Musik mache, gehe ich sehr wahrscheinlich trotzdem zurück nach Armenien. ds

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Konzertkalender

Vorverkauf

September 2010 DO 02 Tonhalle Zürich

Midori ZKO; Antonello Manacorda, Dirigent; Midori, Violine

19.30 h

Werke von Bach, Schubert, Schnittke und Bartók Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

SO 05 ZKO-Haus

Impressum 11.00 h

Kammermusik@ZKO – «Musica del Mondo!» Asa Konishi, Violine; Hiroko Takehara, Viola; Silvia Rohner, Violoncello; Seon-Deok Baik, Kontrabass; Suguru Ito, Klavier Werke von Hoffmeister, Beethoven und Farrenc-Dumont Preis: CHF 40.– inkl. Kaffee und Gipfeli ab 10.00 h

SO 05 ZKO-Haus

ZKO: Tel. 0848 84 88 44 (Mo – Fr 11 – 18 h) Fax 044 388 36 10 billettkasse@zko.ch, www.zko.ch Tonhalle: Tel. 044 206 34 34 sowie die üblichen Zürcher Vorverkaufsstellen

14.00 h

Nuggi-Konzert – «Musica del Mondo!» Asa Konishi, Violine; Hiroko Takehara, Viola; Silvia Rohner, Violoncello; Seon-Deok Baik, Kontrabass; Suguru Ito, Klavier

Redaktionsleitung ZKO: Carola Fischer Autoren: Michael Bühler, Carola Fischer cf, Christian Geltinger cg, Deborah Stoffel ds, Mirjam Bentele mb // Fotografien: Thomas Entzeroth, Alberto Venzago, Agenturen // Anzeigenverkauf: Rewomedia, Zürich // Produktion: Südostschweiz Print, Chur // Konzept & Gestaltung: Eisbeer AG/ZH Erscheinungsweise: zweimonatlich 5x im Jahr (Sept. / Nov. / Jan. / März / Mai) Auflage: 40 000

Werke von Hoffmeister, Beethoven und Farrenc-Dumont Preis: CHF 20.– für Erwachsene, Kinder bis 1 Jahr gratis

FR 10 Tonhalle Zürich

Sir Roger Norrington ZKO; Sir Roger Norrington, Dirigent; James Gilchrist, Tenor; Thomas Müller, Horn

19.30 h

Werke von Haydn, Britten und Mozart Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

FR 17 Museum Rietberg

ZKO im Rietberg – «Bhutan» Zürcher Kammerorchester

19.30 h

Preis: CHF 50.– / Mitglieder Rietberggesellschaft: CHF 40.–

DI 28 Tonhalle Zürich

«Saisoneröffnung» ZKO; Muhai Tang, Dirigent; Alison Balsom, Trompete

19.30 h

Werke von Haydn, Hummel und Beethoven // Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

Oktober 2010 DI 05 Tonhalle Zürich

Steven Isserlis ZKO; Muhai Tang, Dirigent; Steven Isserlis, Violoncello

19.30 h

Werke von Mozart, Beamish/Debussy, Saint-Saëns und Haydn Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

SA 16 Tonhalle Zürich

Meisterzyklus – L’Arpeggiata; Christina Pluhar, Theorbe und Leitung; Nuria Rial, Sopran

19.30 h

Werke u.a. von Monteverdi // Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

DI 19 Tonhalle Zürich

19.30 h

Ramón Ortega Quero ZKO; Willi Zimmermann, Violine und Leitung; Ramón Ortega Quero, Oboe Werke von Mozart, Lebrun und Martin // Preise: CHF 16.– bis CHF 105.–

FR 22 Kirche St. Peter

«Berliner Luft» ZKO; Stephan Mai, Leitung; Vittorio Ghielmi, Viola da Gamba Preis: CHF 70.–

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ZKO ‹Opus.I›

19.30 h Programmänderungen vorbehalten.


Kaufen Sie JETZT Ihr Herbstabo beim Zürcher Kammerorchester! Donnerstag, 2. September 2010 19.30 Uhr, Tonhalle

Zürcher Kammerorchester Antonello Manacorda, Dirigent

MIDORI, Violine Bach, Schubert, Schnittke & Bartók

Freitag, 10. September 2010 19.30 Uhr, Tonhalle

Zürcher Kammerorchester

SIR ROGER NORRINGTON, Dirigent James Gilchrist, Tenor Thomas Müller, Horn Haydn, Britten & Mozart

Dienstag, 28. September 2010 19.30 Uhr, Tonhalle

Zürcher Kammerorchester Muhai Tang, Dirigent

ALISON BALSOM, Trompete Haydn, Hummel & Beethoven Unsere Billettkasse berät Sie gerne: Tel. 0848 84 88 44 Mail billettkasse@zko.ch (Mo -Fr 11.00-18.00 Uhr) www.zko.ch


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OPUS.I  

OPUS.I - Das Magazin zum Zürcher Kammerorchester - Sept. - Okt. 2010

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