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V OPUS

Sir Roger Norrington

Programmheft des Zßrcher Kammerorchesters Mai – Juni 2015


Klänge, die berühren Ob der satte Klang eines 12-Zylinders oder die zarte Passage von Klavier und Geige – uns fasziniert harmonisches Zusammenklingen. www.amag.ch

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Mit Leidenschaft. Für Sie.


Liebes Konzertpublikum Mit dem nahenden Sommer geht nicht nur eine spannende Konzertsaison dem Ende entgegen, sondern auch eine Ära. Am 23. Juni leitet Sir Roger Norrington das Zürcher Kammerorchester zum letzten Mal als Principal Conductor. Er hat mit seinem erfrischenden britischen Humor nicht nur eine lockere Atmosphäre in den Konzertsaal gezaubert, sondern auch das Orchester mit viel Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit immer wieder zu Höchstleistungen motiviert. Die unverwechselbare Klanggebung und die inspirierende Spielfreude des ZKO sind nicht zuletzt Zeichen seiner persönlichen Handschrift. Ich danke Sir Roger im Namen von uns allen ganz herzlich für die unvergesslichen Konzertmomente und die bereichernden Begegnungen. Wir freuen uns sehr, dass er auch in Zukunft beim ZKO zu Gast sein wird. Bevor wir uns in die Sommerpause verabschieden, zünden wir noch einmal ein glanzvolles Feuerwerk: Freuen Sie sich auf Julian Rachlin, Fabio Biondi, Thomas Zehetmair, Fazil Say und Sir James Galway. Das Zürcher Kammerorchester und ich wünschen Ihnen viele unvergessliche Konzertmomente. Ihr Michael Bühler, Direktor

Unsere Konzerte werden ermöglicht durch Subventionen der Stadt und des Kantons Zürich sowie durch Beiträge der ZKO-Freunde und unserer Hauptpartner AMAG und Zürcher Kantonalbank. Wir bedanken uns. 3


1. Violine

Willi Zimmermann, Konzertm. Donat Nussbaumer, Stv. Konzertm. Michael Gebauer Sandra Goldberg Jana Karsko Asa Konishi Jankowska

2. Violine

Daria Zappa Matesic, Stimmf. Silviya Savova Hartkamp, Stv. Stimmführung Anna Tchinaeva, Stv. Stimmf. Kio Seiler, 1. & 2. Violine Hiroko Takehara Strahm

Viola

Ryszard Groblewski, Stimmf. Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmführung Mirion Glas Pierre Tissonnier

Violoncello

Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmführung Silvia Rohner Geiser

Kontrabass

Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmf.

Oboe

Roman Schmid

Horn

Thomas Müller Martin Ackermann

Cembalo

Naoki Kitaya 4

Zürcher Kammerorchester – Saison 2014/15 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang konnte das Ensemble seinen Rang als Kammerorchester von internationaler Bedeutung ausbauen und nachhaltig festigen. Seit 2011 ist Sir Roger Norrington Principal Conductor des ZKO. Er gilt weltweit als angesehener Dirigent, der den historischen Aufführungsstil in der heutigen Zeit etablierte. Seit der Saison 2011/12 spielt das ZKO alle Barockprogramme historisch informiert auf Darmsaiten und mit Barockbogen. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals, Auftritte in den bedeutenden Musikzentren Europas, Konzerttourneen auf fast allen Kontinenten sowie zahlreiche gefeierte CD-Produktionen belegen das weltweite Renommee des Orchesters. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von Barock über Klassik und Romantik bis zur Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammerorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten. www.zko.ch


Inhalt

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Im Gespräch mit Sir Roger Norrington

Kinderprogramm 33

Sa, 9. Mai 2015, 11.00 und 14.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Konzertprogramm 10

Fazil Say Di, 5. Mai 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

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Fabio Biondi Di, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Kleiner Saal

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ZKO-Inside Daria Zappa Matesic

Thomas Zehetmair

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Konzertvorschau

Di, 9. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal 26

Kinderkonzert «Colorín colorado» So, 10. Mai 2015, 11.00 Uhr So, 24. Mai 2015, 11.00 Uhr Mo, 25. Mai 2015, 15.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Julian Rachlin Di, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

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Nuggi-Konzert

September– Oktober 2015

Sir Roger Norrington Sir James Galway Di, 23. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

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Kammermusik@ZKO Sa, 9. Mai 2015, 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

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Im Gespräch mit

Sir Roger Norrington Principal Conductor des ZKO

Sie verabschieden sich in dieser Saison Sie kombinieren jeweils eine frühe Sinfonie als Principal Conductor vom Zürcher mit einer aus der Spätzeit. Blitzt M ­ ozarts Kammer­orchester mit fünf reinen Mozart-­ Genie schon in seiner frühesten Jugend auf? Programmen. Zufall? Wolfgang war sechs oder sieben Jahre Natürlich nicht ! Eigentlich wollte ich alt, als er seine erste Sinfonie schrieb. Das sehen, wie das Publikum darauf rea- ist eine erstaunliche Leistung, aber das giert, wenn wir Mozart spielen. Als wir musikalische Material ist nicht aussergein unserer ersten gemeinsamen Saison wöhnlich. Rund zehn Jahre später mani­ Strawinsky aufführten, waren die Leute festierte sich Mozarts Genius definitiv. perplex. Als wir ein Jahr darauf Britten Da beginnt die lange Reihe jener Werke, spielten, waren sie noch ein wenig irri- in denen er wirklich zeigt, was er kann. tiert. Und nun, da wir Mozart aufführen, haben wir bei jedem Konzert ein volles Sie sehen den frühen Mozart vor allem als Haus … ein Kind seiner Zeit? Das ist mit Mozart wohl auch einfacher zu erreichen. Natürlich kann man das sagen. Aber kaum jemand hat die fünf frühesten Sinfonien zuvor gehört. Letztlich zählt nur, wie wunderbar diese Musik ist. Das ZKO spielt Mozart so lebendig und historisch informiert, dass ich dieses Programm unbedingt spielen wollte. 6

Er war absolut ein Kind seiner Epoche. Gleichzeitig war er ein Genie und hatte einen Vater, der ihn alles lehren konnte und seinen Weg sehr streng verfolgte. Das zahlte sich aus. Wenn ich allerdings mit meinen Kindern so verfahren wäre, sie so forciert hätte, hätten sie bestimmt einen ganz anderen Weg einge­ schlagen … Aber natürlich fiel Mozart alles sehr leicht.


Diesmal überraschen Sie mit der Wahl des Solisten: Sir James Galway ist ein phänomenaler Flötist. Für einen historisch informierten Aufführungsstil ist er jedoch nicht bekannt.

agieren würde, wenn er in eine meiner Proben hereinkäme: «Die spielen meine Sinfonie, wie es sein sollte !» Dies zu erreichen ist mein Ziel. Vielleicht gelingt mir dies nie – aber ich strebe es an !

Wir sind gute Kollegen und musizieren immer mal wieder zusammen. Es gibt einen unverkrampften Dialog zwischen einer konsequent gelebten Szene der Alten Musik und der Welt moderner Traditionen. Seit Langem nehme ich an diesem Austausch teil. Viele Jahre bevorzugte ich beinahe exklusiv den Gebrauch historischer Instrumente. Heute arbeite ich noch ein- bis zweimal pro Jahr mit einem solchen Instrumentarium und musiziere den Rest der Zeit mit Orchestern, die auf modernen Instrumenten spielen. Wesentlich dabei ist, die Früchte aus der intensiven Auseinandersetzung mit Alter Musik und ihrer Erforschung zu vermitteln. Ein Ghetto der Alten Musik möchte ich verhindern! Die Musik klingt einfach besser, wenn man sie historisch informiert aufführt.

Wie haben Sie die Jahre hier in Zürich erlebt? Sehr gut. Ich mag die Stadt und ihre ­Atmosphäre – ich komme ja auch immer wieder zurück! Ich liebe den See und die Tonhalle als Konzertsaal. Die Arbeit mit dem Zürcher Kammerorchester war und ist sehr erfüllend: eine kleine Gruppe von Leuten, die alle jederzeit voller Enthusiasmus mitarbeiten und alles geben, um meinen Ideen zu folgen.

«Ein Ghetto der Alten Musik möchte ich verhindern!»

Fühlen Sie sich heute als Interpret offener und freier als vor zwanzig, dreissig Jahren? Ich denke, dass ich immer offen für ganz unterschiedliche musikalische Welten war. So habe ich beispielsweise fünfzig oder sechzig Uraufführungen zeitgenössischer Werke dirigiert und auch ein breites Repertoire an Chormusik gepflegt. Diese Breite und Offenheit war mir immer wichtig. Wenn es jedoch darum geht, Mozart aufzuführen, bin ich sehr streng und widersetze mich modernen Ideen vehement. Ich möchte, dass Mozart mit einem erfreuten «Aha!» re-

Sie dirigieren regelmässig Kammer­ orchester wie auch sinfonisch gross besetzte Orchester. Gibt es grundlegende Unterschiede? Ein Orchester mit sechs ersten Geigen­ wie das ZKO ist wie eine Familie. Ein sinfonisch besetztes Orchester erscheint dagegen wie eine grosse Firma. Ein Kammer­ orchester sollte meiner Meinung nach wie ein grosses Streichquartett klingen – und ein grosses Sinfonieorchester wie ein Kammerorchester! Das 7


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erfordert natürlich, dass jeder auf den ­anderen hört und sich bewusst ist, was der andere tut. Letztlich geht es jedoch nur um eine unterschiedliche Ensemblegrösse, musiziert wird auf dieselbe Weise.

«Barock und Klassik verlangt einen eigenen Geist!» Und es ist eine Frage des Konzertsaals, in dem man spielt … Absolut ! Die Zürcher Tonhalle eignet sich perfekt für ein Kammerorchester, während sie für sinfonische Grossbesetzungen eher zu klein ist. Als der Saal gebaut wurde und Brahms hier dirigierte, spielte man nur mit acht ersten Geigen. Diese Grösse funktionierte bestens, dafür wurde der Saal konzipiert. Das renommierte dänische Kammerorchester sollte unlängst aufgelöst werden, auch andere Ensembles stehen unter Druck: Hat die Institution «Kammerorchester» noch eine Zukunft?

te Barockrepertoire ist ohne­hin ganz schlecht aufgehoben bei den grossen ­Orchestern – was einem Kammerorches­ ter wunderbare Möglichkeiten eröffnet. Voraussetzung ist natürlich, dass es sich mit Barock und Klassik intensiv auseinandersetzt. Diese Musik verlangt einen eigenen Geist ! Übernehmen Sie in der nächsten Saison ein anderes Orchester? Nein. Ich reduziere mein Pensum ab dem kommenden September auf 26 Wochen im Jahr. Das war ein Grund, meine Tätigkeit hier in Zürich ebenfalls zu verringern. Ich werde zu einigen Orchestern zurückkehren und einige neue dirigieren. So kann ich meine Ideen in Sachen Klang und Stil weitergeben. Zum ZKO kehren Sie nächste Saison mit zwei Beethoven-Programmen zurück. Was kommt in der Saison danach? Wer weiss. Mahler…? (Lacht) Andrea Meuli, Chefredaktor «Musik und Theater» Konzert mit Sir Roger Norrington am 23. Juni 2015. Informationen und Programm ab S. 26

Sicher hat das Kammerorchester eine Perspektive ! Immer mehr Leute erkennen, dass viele Werke, die auch von gross besetzten Sinfonieorchestern aufgeführt werden, eigentlich für ein Ensemble geschrieben wurden, das wir heute Kammerorchester nennen. Das klein besetz9


Dienstag, 5. Mai 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

KLEINES ABO

Fazil Say Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Z端rcher Kammerorchester

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Dienstag, 5. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Dmitri Schostakowitsch 1906–1975

Präludium und Scherzo op. 11 für Streichoktett

10´

Ludwig van Beethoven 1770–1827 Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37

28´

Allegro con brio Largo Rondo: Allegro

Pause

20´

Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

24´

Allegro molto – Allegro con brio Andante cantabile con moto Menuetto – Allegro molto e vivace Adagio – Allegro molto 19.00 Uhr: Einführung im Foyer der Tonhalle mit Majordomus (Stephan Mester)

Treffen Sie unsere Musiker und Solisten nach dem Konzert bei einem Freigetränk in unserer Lounge.

Konzertende: ca. 21.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Konzertflügel Steinway & Sons – Vertretung Musik Hug AG und Jecklin Musikhaus AG! Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 11


Dienstag, 5. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Fazil Say

Willi Zimmermann

Seinen ersten Klavierunterricht bekam Fazil Say bei Mithat Fenmen, einem ­Pianisten, der bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Bei David Levine erhielt er den Feinschliff als klassischer Pianist, zunächst an der Musikhochschule Robert Schumann in Düsseldorf und später in Berlin. Fazil Say gewann 1994 den ­ersten Preis beim internationalen Wettbewerb «Young Concert Artists» in New York. Er spielte in der Folge mit zahlreichen renommierten amerikanischen sowie europäischen Orchestern zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire. Gastspiele führten F­ azil Say in Länder auf allen fünf Kontinenten. Immer wieder trat Say auch als Kammer­ musiker in Erscheinung, etwa mit Sol Gabetta, ­ Nicolas Altstaedt, P­atricia Kopatchinskaja oder dem ­ ­ Borusan Quartet aus Istanbul. ­Seine zahlreichen Einspielungen wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrmals ausgezeichnet, darunter mit drei Echo-Klassik-­ Preisen. Als Komponist hat er unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, das Schleswig-­ Holstein Musik Festival und die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geschrieben. Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Solo­klavier und Kammermusik bis hin zu Solokonzerten und grossen Orches­ terwerken.

In Basel geboren, erhielt Willi Zimmermann seinen ersten Violinunterricht mit sechs Jahren bei Wolfgang U. Stettler.­ Er wurde 1978 in die Klasse von ­Sandor Zöldy­aufgenommen und schloss sein Lehr- und Konzertdiplom mit Auszeichnung ab. Mit seinem Klaviertrio erhielt er den Migros-Kammermusikpreis und ein Stipendium, das ihm die Weiterbildung bei Sandor Végh und ­ Günther ­Pichler ermöglichte. Von 1985 bis 2007 war Willi Zimmermann Primarius des ­Amati Quartetts. Im Rahmen des vielfach ausgezeichneten Streichquartetts musizierte Zimmermann mit Kammer­ musikpartnern wie David G ­eringas oder Krystian Z ­ imerman. Von 1992 bis 2010 war Willi Zimmermann­Konzertmeister des Orchesters Musik­kollegium ­Winterthur und hat dieselbe Position­ seit 2008 beim Zürcher Kammer­ orchester inne. Als Konzertmeister leitet er viele Konzerte vom Pult aus. Daraus ­ergaben sich zahlreiche Z ­ usammenspiele mit namhaften Künstlern wie ­ Daniel Hope, ­András Schiff, R ­ udolf Buchbinder,­ Thomas Z ­ ­ehetmair oder Sir James ­Galway. Als Co-Solist konzertierte er zudem mit Giuliano C ­ armignola, ­Patricia Kopatchinskaja und vielen anderen.

Klavier

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Konzertmeister


Dienstag, 5. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Klaviervirtuosen und Komponisten Präludium und Scherzo op. 11 ist ein dynamisches Jugendwerk des erst 18-jährigen Dmitri Schostakowitsch. 1924/25 entstanden, steht es in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft zu seiner ersten Sinfonie. Das für Streichoktett verfasste Werk blieb in seiner Form ein vorübergehendes Experiment des jungen Petersburger Komponisten. In seinen Satzbezeichnungen verrät es jedoch eine musikalische Orientierung, die auch für den reifen Schostakowitsch gültig blieb: Der erste Satz, Präludium genannt, ist eine Hommage an Johann Sebastian Bach, der zweite, ein Scherzo, zeigt in seinem ironischen Ton «Beethovens Schüler bereits die Doppelbödigkeit späterer Werke Schostakowitschs wie etwa seiner erblickte beim grotesken Oper «Die Nase». Wie Umblättern leere Schostakowitsch wurde auch Beethoven als Pianist gefeiert, dessen Erfolg als Blätter und Komponist wesentlich mit seiner Karriere unverständliche als Klaviervirtuose zusammenhing. Hieroglyphen.» Ludwig van Beethoven trat auf den grossen Konzertpodien Europas in Erscheinung und präsentierte sich auch mit eigenen Kompositionen. Wie eng die Konzerte an die Aufführungspraxis gebunden waren, erzählt eine Anekdote, die auf Beethovens Schüler Ignaz Xaver Seyfried zurückgeht, der bei der Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 3 durch den Komponisten umblättern sollte: «Ich erblickte in der Klavierstimme fast lauter leere Blätter; höchstens auf einer oder der anderen Seite waren ein paar, mir rein unverständliche Hieroglyphen hingekritzelt; denn er spielte beinahe die ganze Prinzipal-Stimme bloss aus dem Gedächtnis, da ihm, wie fast gewöhnlich der Fall eintrat, die Zeit zu kurz ward, solche vollständig zu Papiere zu bringen. So gab er mir also nur jedesmal einen verstohlenen Wink, wenn er mit einer dergleichen unsichtbaren Passage am Ende war, und meine kaum zu bergende Ängstlichkeit, diesen entscheidenden Moment ja nicht zu versäumen, machte ihm einen ganz köstlichen Spass, worüber er sich noch bei unserem gemeinschaftlichen jovialen Abendbrote vor Lachen ausschütten wollte.» Das Werk gilt als sein erstes Klavierkonzert mit sinfonischen Merkmalen, was der Gattung des Klavierkonzerts aus dem Salon in den Konzertsaal verhelfen sollte. Fazil Say spielt darin seine eigene Kadenz. Etwa zeitgleich zur Entstehung des Klavierkonzerts Nr. 3 wurde Beethovens erste Sinfonie in seiner ersten eigenen Akademie im Hoftheater in Wien uraufgeführt. Ähnlich wie das Klavierkonzert zeigt die Sinfonie noch eine deutliche Nähe zu den Vorbildern Mozart und Haydn. cg 13


Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

GROSSES ABO

Julian Rachlin Violine, Viola und Leitung Ryszard Groblewski Viola

Julian Rachlin

Z端rcher Kammerorchester

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Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Johann Sebastian Bach 1685–1750

Brandenburgisches Konzert Nr. 6 B-Dur BWV 1051

18´

Allegro Adagio ma non tanto Allegro

Violinkonzert g-Moll nach BWV 1056, rekonstruiert für Violine, Streicher und B.c.

12´

(Allegro) Largo Presto

Violinkonzert E-Dur BWV 1042

14´

Allegro Adagio Allegro assai

Pause

20´

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Violinkonzert Nr. 2 D-Dur KV 211

23´

Allegro moderato Andante Rondo: Allegro

Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201

22´

Allegro moderato Andante Menuetto Allegro con spirito 19.00 Uhr: Einführung im Foyer der Tonhalle mit Pauline (Anette Herbst)

Treffen Sie unsere Musiker und Solisten nach dem Konzert bei einem Freigetränk in unserer Lounge. Konzertende: ca. 21.30 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 15


Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Julian Rachlin Violine, Viola und Leitung

1974 in Litauen geboren, emigrierte ­Julian Rachlin 1978 nach Wien. Er studierte bei Boris Kuschnir am Wiener­ Konservatorium und privat bei Pinchas Zukerman. Als er 1988 den Titel «Young Musician of the Year» beim Eurovisions-­ Wettbewerb in Amsterdam e­ rhielt, wurde er international bekannt. Bis heute­ ist er der jüngste Solist, der je mit den Wiener Philharmonikern gespielt hat. ­ Seit September 1999 ist ­Julian Rachlin­ Professor am Konservatorium Wien Privat­ universität. Er spielt die ­ Violine «ex Liebig»­von Antonius Stradivari­ aus dem Jahr 1704 sowie eine Viola­

Ryszard Groblewski

von G ­ iovanni Battista Guadagnini von­ 1757. Aktuelle Highlights beinhalten Konzerte mit dem Gewandhausor­ chester Leipzig mit R ­ iccardo Chailly sowie dem ­Mariinsky-Orchester unter Valery ­Gergiev. In der Doppelrolle als Solist und Dirigent ­musizierte Julian Rachlin etwa mit dem Israel Philharmonic ­Orchestra, der Royal­Northern Sinfonia und dem Orchestre de Chambre de Lausanne. ­ Immer auf der Suche nach neuen Horizonten, ist Rachlin­mittlerweile auch ein geschätzter Bratscher und feiert als Dirigent ­Erfolge. Neben seiner musikalischen Tätigkeit wurde Julian Rachlin zum ­UnicefBotschafter ernannt und engagiert sich seit Langem in der musikalischen Bildung sowie Nachwuchsförderung.

nahm er an der Seiji Ozawa International Music Academy Switzerland teil und Viola arbeitete dort mit Seiji Ozawa, ­Pamela Ryszard Groblewski wurde 1983 in Frank, Robert Mann, Nobuko­Imai und ­Warschau geboren und absolvierte sein Sadao Harada. G ­ roblewski tritt regelStudium an der dortigen Musikakademie mässig in ganz E­uropa als S­olist und bei Piotr Reichert. In jüngster Zeit entwi- Kammer­ musiker auf. Er konzertierte ckelte er seine musikalischen ­Fähigkeiten mit zahlreichen europäischen Orches­ mithilfe verschiedener international be- tern,­so mit dem Symphonie­orchester kannter Künstler wie Kim Kashkashian,­ des ­Bayerischen Rundfunks, dem MünGabor Takačš und ­Wolfgang Marschner chener Kammerorchester oder der weiter. 2005 ­gewann ­Groblewski den ers­ Philharmonia­­ Hungarica. 2009 unterten Preis, den Zuschauerpreis und den nahm er mit Krystian Zimerman eine ­Breguet ­Spezialpreis des 60. International Tournee durch ­ Polen und spielte mit Geneva­Competition, 2004 den zweiten ihm eine CD ein. Er realisierte zahlreiche Preis beim internationalen ARD-Musik- Rundfunkaufnahmen. Von 2007 bis 2009 wettbewerb sowie viele weitere inter- war Groblewski Dozent an der Warnationale Wettbewerbe, etwa in Pört- schauer Musikakademie. Seit 2009 ist er schach, ­Essen und Bled. 2007 und 2008 Solobratschist des ZKO. 16


Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Barocke Brillanz, stilisierter Tanz Viele Stationen prägten das Leben von Johann Sebastian Bach. Seine letzte und längste Etappe, Leipzig, war auch die zeitintensivste. Dort übernahm Bach neben seiner Tätigkeit als Thomaskantor 1729 die Leitung des Collegium Musicum. Von dessen hohem künstlerischen Niveau zeugen jene Werke, die Bach mit dieser Laienvereinigung einstudierte. Oft griff der Komponist dabei auf eigene Stücke aus früheren Jahren zurück. Darunter waren auch die «Six concerts avec plusieurs instruments», denen der Bach-Biograf Philipp Spitta den Namen «Brandenburgische Konzerte» gab, da der Komponist die Werke dem Markgrafen von Brandenburg-Schwedt gewidmet hatte. Das sechste und letzte Brandenburgische Konzert ist mit zwei Bratschen als Soloinstrumenten ungewöhnlich besetzt und wird von einer Basso continuo-Gruppe, bestehend aus Violoncello, Laute, Bass und Cembalo, begleitet. Durch den Verzicht auf die solistischen Violinen entsteht ein auffällig dunkler Gesamtklang. Das Werk folgt der Form einer italienischen Ouvertüre aus Konzertsatz, langsamem Mittelsatz und stilisiertem Tanz. Bach hatte für seine Konzerte mit dem Leipziger Collegium Musicum auch eigene Werke bearbeitet. Seine Cembalo-Konzerte sind Umarbeitungen von Solokonzerten, bei denen das Soloinstrument durch das Cembalo ersetzt wird. Auf diese Weise lassen sich heute verloren geglaubte Solokonzerte wie das Violinkonzert in g-Moll rekonstruieren. Das ebenfalls später für Cembalo bearbeitete Violinkonzert E-Dur mit seiner «Der Verzicht auf barocken Brillanz ist ein typisches Werk solistische Violinen der Köthener Zeit. Der erste Satz enthält zahlreiche Anklänge an Vivaldi, geht erzeugt den jedoch in der musikalischen Verarbeitung auffällig dunklen des thematischen Materials darüber hinaus. Der zweite Satz ist eine gross Gesamtklang.» angelegte Passacaglia. Über das Thema, das zu Beginn leise in den Bässen erklingt, entwickeln die hohen Streicher und die Solovioline im Dialog Variationen. Das Finale ist ein für Bach ungewöhnlich einfaches Rondeau, dessen energisches Thema unverändert wiederkehrt, während die Soloepisoden immer virtuoser werden. Etwa zwanzig Jahre nach Bachs Tod hielt die Blütezeit der grossen Violinvirtuosen an, die sich von Italien auf ganz Europa ausbreitete und auch den jungen Mozart beeinflusste. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Sinfonie Nr. 29, die einen vorläufigen Höhepunkt in Mozarts sinfonischem Schaffen markiert. Ihre Besonderheit ist die sogenannte «Mannheimer Rakete» im vierten Satz, eine schnelle, aufsteigende Tonfolge. cg 17


Dienstag, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Kleiner Saal

BAROCK-ABO historisch informiert

Fabio Biondi Violine und Leitung Z端rcher Kammerorchester

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Samstag, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Kleiner Saal

Georg Philipp Telemann 1681–1767

Suite G-Dur TWV 55:G10 «Burlesque de Quixotte»

18´

Ouverture | Le Réveil de Quixotte | Son Attaque des moulins à vent | Ses Soupirs amoureux après la princesse Dulcinée | Sance Panche berné | Le Galope de Rosinante | Celui d'ane de Sanche | Le Couché de Quixotte

Divertimento B-Dur TWV 50:23 für Streicher und B.c.

10´

Allegro assai | Scherzo 1: Tempo di Minuetto tedesco | Scherzo 2: Tempo di Minuetto francese | Scherzo 3: Veloce | Scherzo 4 | Scherzo 5: Con giubilo | Scherzo 6: Arlechinoso

Konzert für 3 Violinen F-Dur TWV 53:F1

14´

Allegro | Largo | Vivace

Pause

20´

Suite g-Moll TWV 55:g2 «La Changeante»

18´

Ouverture | Loure | Les Scaramouches | Menuet I – II | La Plaisanterie | Hornpipe | Avec douceur | Canarie

Ouverture à quatre F-Dur «Schwerin Manuskript»

18´

Ouverture | Passetemps | Sarabande | Rigaudon I – II | Rondeau | Polonaise | Chasse | Menuet inegale

Konzertende: ca. 21.30 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Billettpreise: CHF 75 / 65 / 55 / 35 / 20 Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 19


Samstag, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Kleiner Saal

Fabio Biondi Violine und Leitung

Im sizilianischen Palermo geboren, hat Fabio Biondi bei Salvatore Cicerto und danach in Rom bei Mauro lo Guercio studiert. Bereits mit zwölf Jahren trat er als Solist beim italienischen Radio Symphony­Orchestra auf. Mit 16 Jahren gab er sein erstes Rezital im Wiener­ Musikverein, wobei er sich schon damals der historischen Aufführungs­ praxis widmete.­Anschliessend arbeitete er mit Ensembles wie La Capella Reial, Les ­Musiciens du Louvre, Musica­ ­Antiqua Köln und Il Seminario Musicale­ zusammen. 1990 gründete er sein ­eigenes ­Ensemble Europa Galante, das ­inzwischen zu den weltbesten Ensembles für Alte Musik zählt. Fabio Biondi und Europa Galante haben sich als kompetente Wiederentdecker zahlreicher Werke auch weniger bekannter Komponisten des 18. Jahrhunderts erwiesen. Darüber hinaus erstreckt sich ihr Repertoire über mehr als drei Jahr­hunderte. Das Ensemble wurde zu Festivals und in Konzerthäuser rund um die Welt eingeladen, darunter in das Teatro alla Scala­ in Mailand, die Accademia di Santa ­Cecilia in Rom, die Suntory Hall in T ­ okio, das Concertgebouw in Amsterdam, die Royal­Albert Hall in London, den Wiener­ Musikverein, das Lincoln Center in New York und das Sydney Opera House. Einspielungen von Fabio Biondi und Europa Galante sind ausnahmslos begeistert aufgenommen und mit zahlreichen 20

internationalen Preisen ausgezeichnet worden wie dem Choc du Monde de la Musique, D ­ iapason d’Or, Prix RTL, Echo Klassik. Fabio Biondis ­Repertoire u ­ mfasst drei Jahrhunderte und schliesst zahlreiche wiederentdeckte Komponisten ein. Dies spiegelt sich auch in ­seiner umfangreichen Disko­grafie ­wider. Er sucht dabei stets einen undogmatischen Stil und verschreibt sich dem Originalklang. Unter diesem Ansatz arbeitet er als S­ olist und Dirigent mit zahlreichen namhaften Ensembles zusammen wie dem ­ Mozarteum Orchester Salzburg, dem European Baroque ­Orchestra, der Oper Halle, dem Chamber­Orchestra of ­Norway, dem Orchestre­Nationale de Montpellier und dem Mahler Chamber Orchestra. Neben seiner Tätigkeit als Solist und vielgefragter Dirigent kon­ zertiert Fabio Biondi auch regelmässig mit Kammermusikpartnern. 2005 wurde ­Biondi künstlerischer Leiter für ­Barockmusik beim Stavanger Symphony­ Orchestra. Seit 2011 ist er Mitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia­ in Rom. Fabio Biondi spielt auf einer­ Goffredo-Cappa-Violine von 1690 und­einer Carlo-Ferdinando-Gagliano­Violine von 1766.


Samstag, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Kleiner Saal

Virtuoser Kampf gegen Windmühlen Programmmusik, so wird gemeinhin angenommen, ist eigentlich eine musikalische Gattung des 19. Jahrhunderts, die bei Richard Strauss in die Form der sogenannten «Sinfonischen Dichtung» mündete. Beispiele sind Stücke wie «Till Eulenspiegel» oder «Don Quixote». Aber bereits die barocken «Concerti con titoli» legen der Musik ein Thema zugrunde. Wo also liegt der Unterschied? Sicherlich zum einen in der Form: Im Gegensatz zur romantischen Programmmusik, in der das programmatische Thema oftmals die musikalische Form ausser Kraft setzt, ist für den barocken Musiker das Motto der Komposition eine Möglichkeit, ein immer gleiches Formschema auf unterschiedliche Art und Weise zu variieren. Der Reiz liegt in der Virtuosität der Variation und möglichst authentischen Illustration eines Ereignisses, einer Landschaft, einer Figur, einer Tages- oder Jahreszeit. Knapp zweihundert Jahre vor Richard Strauss beschäftigte sich Georg Philipp Telemann mit der Figur des Kämpfers gegen die Windmühlen. Telemann komponierte seine Suite, die den Titel «Burlesque de Quixotte» trägt, während seiner Frankfurter Zeit, kurz vor seiner Berufung nach Hamburg. Das Werk skizziert in instrumentaler Form Episoden aus dem Leben des Ritters als musikalische Verbeugung vor dem 1615 veröffentlichten Werk, das einen bleibenden Einfluss auf die Geschichte des europäischen Romans ausüben sollte. Formal trägt die Komposition eindeutig französischen Einfluss: Nach der Ouvertüre – Jean «Die authentische Baptist Lully könnte Pate gestanden Illustration haben – folgen eine Reihe von Tanzsätzen. von Ereignissen, Für das Erwachen seines Helden verwendet Telemann pastorale Töne. Landschaften Zugleich greift er zur Etablierung und Figuren.» eines Schauplatzes auf ein Kolorit zurück, das von den Zeitgenossen eindeutig als Spanisch identifiziert werden konnte. Auch von renommierten Musikern wurde der Komponist Telemann lange Zeit unterschätzt, seine Werke wurden gar als «Nähmaschinenmusik» deklassiert. Das Vergnügen des Hörens in unseren Tagen besteht aber ganz im Gegenteil in den stilistischen Kontrasten der einzelnen Sätze, ihrer Lebendigkeit, Farbigkeit und ihrem Abwechslungsreichtum, die die heutigen Interpreten dieser Musik entlocken. Zu einem der passioniertesten Exegeten Telemanns wurde der Dirigent und Geiger Fabio Biondi, der die Musik des lange unterschätzten Komponisten, ihren Ausdruck und ihre Farbigkeit, dem heutigen Publikum wieder nahebringen möchte. cg 21


Dienstag, 9. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

GROSSES ABO

Thomas Zehetmair Violine und Leitung Z端rcher Kammerorchester

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Dienstag, 9. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216

24´

Allegro Adagio Rondo: Allegro

Ernst Krenek 1900–1991 Symphonic Elegy op.105

14´

Pause

20´

Arnold Schönberg 1874–1951

Verklärte Nacht op. 4, arr. Arnold Schönberg für Streichorchester

30´

19.00 Uhr: Einführung im Foyer der Tonhalle mit Pauline (Anette Herbst)

Treffen Sie unsere Musiker und Solisten nach dem Konzert bei einem Freigetränk in unserer Lounge.

Konzertende: ca. 21.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 23


Dienstag, 9. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Thomas Zehetmair

E­ inspielung «Manto­and ­Madrigals», auf welcher Thomas Zehetmair­und s­eine Violine und Leitung Duo-Partnerin Ruth Killius eine Reise durch das moderne­und zeitgenössische Thomas Zehetmair geniesst als Geiger,­ ­Repertoire für Violine und V ­ iola unterDirigent und Kammermusiker weltweit nehmen. ­Thomas ­Zehetmairs ­Position grosses Ansehen. Seine inter­ nationale als Chefdirigent wird ergänzt durch Karriere als Dirigent wird insbesondere zahlreiche Gastdirigate bei O ­ rchestern von zwei Positionen bestimmt: der des wie z. B. dem Finnish Radio Symphony­ Chefdirigenten des ­Orchestre de Cham- ­Orchestra, dem Hallé Orches­tra Manbre de Paris sowie des Artistic Partners des chester, dem Residentie Orkest Den St. Paul Chamber Orchestra. Als Chefdi- Haag, dem Stavanger Symphony rigent der R ­ oyal ­Northern Sinfonia stand ­Orchestra, der C ­ amerata Salzburg (Salzer dem Orches­ter von 2002 bis 2014 vor burger Festspiele), dem Musikkollegium und prägte es zu einem der führenden Winterthur und dem Zürcher Kammer­ Orchester Englands. Als ­ «Conductor orchester. Als Solist­ist er ausserdem laureate» wird er dem ­Orchester auch immer wieder mit zahlreichen bedeuin Zukunft verbunden bleiben. Die er- tenden Orchestern zu hören. Für seine folgreiche ­ Zusammenarbeit ist durch vielseitige künstlerische Tätigkeit erhielt eine Reihe von Einspielungen doku- Thomas Z ­ehetmair die Ehrenurkunde mentiert. ­ Thomas Zehetmair hat den des Preises der Deutschen Schallplatgrössten Teil des ­Violinrepertoires ein- tenkritik sowie den Karl-Böhm-Intergespielt; zahlreiche seiner Veröffent­ pretationspreis des Landes Steiermark. lichungen sind vielfach ausgezeichnet. ­Zehetmair ist ­Ehrendoktor der HochZu diesen A ­ ufnahmen gehören unter schule für M ­ usik Franz Liszt in W ­ eimar anderem Bernd Alois Zimmermanns und der Newcastle University. ­Violinkonzert mit dem WDR Sinfonieorchester unter Heinz Holliger («Diapason d’Or de l’Année» 2009), die 24 Paganini-­ Capricen («Preis der deutschen Schallplattenkritik» 2009, Midem Classic Award 2010), eine Einspielung von E­ lgars Violinkonzert mit dem Hallé­Orchestra Manchester unter Mark ­ Elder (Gramophone Award 2010) sowie M ­ ozarts Violin­konzerte mit dem O ­ rchestra of the Eighteenth ­Century unter Frans Brüggen, die als Referenzaufnahme bezeichnet werden. Des Weiteren erschien 2011 die 24


Dienstag, 9. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Kontemplation, Expression, Inspiration Mozart war nicht nur ein Wunderkind am Klavier, sondern auch ein überaus talentierter Geiger. Niemand anders als sein Vater hielt ihm seine mangelnde Ernsthaftigkeit an diesem Instrument vor: «Du weisst selbst nicht, wie gut du Violine spielst. Wenn du dir nur die Ehre geben und mit Figur, Herzhaftigkeit und Geist spielen willst. Ja so, als wärst du der erste Violinspieler in Europa», so Leopold Mozart 1777 in einem Brief. In diese Zeit, zwischen 1773 bis 1779, fällt die Entstehung aller seiner fünf Violinkonzerte. Mozart hatte seinen Italienreisen grosse Virtuosen «Über dem samtenen auf wie die Tartini-Schüler Nardini und Teppich von zarten Pugnani sowie Joseph Mysliveček, einen Pizzicato-Klängen liegt Böhmen im italienischen «Exil» kennengelernt und inspiriert. Sein drittes eine Melodie voll Violinkonzert, das Mozart mit 19 Jahren tiefster Innerlichkeit.» komponierte, besticht vor allem durch seinen langsamen Satz. Über einen samtenen Teppich von zarten PizzicatoKlängen legt sich eine Melodie voll tiefster Innerlichkeit. Nach der kontemplativen Stimmung des zweiten Satzes wechseln sich im unbeschwerten Rondo unterschiedliche Tanztypen ab, darunter auch das Volksliedzitat «Willem von Nassau». Die Biografie und das künstlerische Schaffen des Komponisten Ernst Krenek sind von den Stürmen der Geschichte gezeichnet. Musikalisch in Wien sozialisiert, beschäftigte er sich mit Schönbergs Zwölftonmusik. Ohne einem dezidiert ideologischen Lager im Streit zwischen Traditionalisten und Neutönern anzugehören, galt seine Musik, die sich unterschiedlichster Stilrichtungen bedient, bald als «entartet», sodass er in die USA auswanderte. Dort entstand auch seine Symphonic Elegy als Hommage an den Komponisten Anton Webern, der im September 1945 gestorben war. Hier versucht Krenek die Strenge der musikalischen Form, wie sie für die sogenannte Zweite Wiener Schule bezeichnend war, mit emotionaler Expression zu verbinden. «Verklärte Nacht» zeigt den Komponisten Arnold Schönberg noch in seiner spätromantischen Phase. 1902 ursprünglich für ein Streichsextett komponiert, erstellte Schönberg selbst 1917 eine Fassung für Streichorchester, die er 1943 nochmals überarbeitete. Das Werk wurde inspiriert durch ein gleichnamiges Gedicht von Richard Dehmel. Es beschreibt den Gang eines Paars im Mondschein, bei dem die Frau ihrem Liebhaber gesteht, dass sie von einem anderen ein Kind erwartet. Dabei trifft sie jedoch auf grossmütige Verzeihung bei dem Mann, der das Kind als eigenes annehmen will. Die fünf ineinander übergehenden Teile folgen den wechselnden Stimmungen der fünf Gedichtstrophen. cg 25


Dienstag, 23. Juni 2015, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal

KLEINES ABO SIR ROGER-ABO

Sir Roger Norrington Dirigent Sir James Galway Flöte Zürcher Kammerorchester

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Dienstag, 23. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Sinfonie Nr. 6 F-Dur KV 43

19´

Allegro Andante Menuetto Allegro

Flötenkonzert Nr. 2 D-Dur KV 314

20´

Allegro aperto Adagio ma non troppo Rondo: Allegro

Pause

20´

Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 «Prager»

27´

Adagio – Allegro Andante Presto

Treffen Sie unsere Musiker und Solisten nach dem Konzert bei einem Freigetränk in unserer Lounge.

Konzertende: ca. 21.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einen bezaubernden Abend voller Kultur, Stil und Genuss wünscht Ihre Confiserie Sprüngli. 27


Dienstag, 23. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Sir Roger Norrington

Sir James Galway

Sir Roger Norrington studierte am Royal College of Music in London und gründete bereits in jungen Jahren mit dem Schütz Choir ein Ensemble, das sich der historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlt. 1969 wurde Sir Roger als musikalischer Leiter an die Kent Opera­ berufen, für die er in fünfzehn Jahren Vorstellungen von vierzig verschiedenen Opern leitete. Die London Classical Players gründete er 1978, um die Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten in der Zeit von 1750 bis 1900 zu erforschen. Seit den 80er-Jahren ist Sir Roger als Gastdirigent sehr gefragt und arbeitete unter anderem am Opernhaus Covent ­Garden, mit dem BBC Symphony Orches­tra, den Berliner sowie Wiener Philharmonikern, dem Orchestre de Paris sowie den ­Orchestern in New York, Washington, ­Chicago, San Francisco und Los Angeles. Er war von 1985 bis 1989 Chefdirigent der Bournemouth Sinfonietta und von 1998 bis 2011 beim Radio-Sinfonieor­ chester Stuttgart des SWR. In gleicher Funktion war er bis Sommer 2006 auch bei der Camerata Salzburg tätig. An beiden Wirkungsstätten hat er einen his­ torisch informierten Aufführungsstil etabliert, der ihm sehr am Herzen liegt. Seit der Saison 2011/12 leitet Sir Roger das ZKO als Principal Conductor. 2012 wurde ihm für seine Zusammenarbeit mit dem RSO Stuttgart das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Sir James Galway ist ein hervor­ ragender Interpret des klassischen ­Flötenrepertoires, dem es immer wieder gelingt, musikalische Grenzen zu überschreiten. In Belfast geboren, studierte er in London und Paris, bevor er in so namhaften Orchestern wie dem BBC Orches­ tra oder London Symphony­­Orchestra spielte. Bei den Berliner Philharmonikern übernahm er unter Herbert von Karajan die Stelle des Solo­flötisten. Neben seinen zahlreichen Konzerten nimmt sich Sir James regelmässig Zeit, sein Wissen und seine Erfahrung mit jungen Nachwuchstalenten zu teilen. So startet er 2013 die «James Galway­­Flute T ­ utor ­Series», welche o ­ nline mit Meister­klassen, Tipps und Live-Konzerten F­ lötisten und Flötenliebhaber jeden A ­ lters anspricht. Er stand bereits mit unzähligen weltbekannten Musikern wie etwa Stevie ­Wonder, ­Elton John, Ray Charles oder Andrea Bocelli­ auf der Bühne. ­ Unvergesslich bleibt auch sein Konzert mit Pink Floyd an der Berliner Mauer.­Wie seine Frau, Lady Jeanne­G ­ alway, setzt er sich für verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen wie ­Unicef oder The Caron K ­ eating Foundation ein. Erst kürzlich ­arbeitete er bei der Entwicklung einer neuen, qualitativ hochstehenden Flöte mit dem ­Namen «The Galway S­pirit» mit der Firma Conn-Selmer Inc. zusammen.

Dirigent

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Flöte


Dienstag, 23. Juni 2015, 19.30 Uhr – Tonhalle, Grosser Saal

Blossstellen, mitreissen, verführen Der Prophet im eigenen Land gilt bekanntlich nicht viel. Und so wurde auch die Uraufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts erster Da-Ponte-Oper «Le Nozze di Figaro» am Wiener Burgtheater vor allem vom Wiener Adel sehr verhalten aufgenommen. Die Vertreter der alten Aristokratie sahen in der Blossstellung des Grafen Almaviva als rücksichtslosem Schürzenjäger eine persönliche Beleidigung ihres Standes. In Prag dagegen feierte man den «Figaro» und trug den Komponisten auf Händen. 1787 wurde dort die Sinfonie Nr. 38 vor einer «Gesellschaft «Das Werk des grosser Kenner und Liebhaber» uraufgeElfjährigen zeigt trotz führt. Die Adagio-Einleitung des ersten erinnert aufgrund ihrer gravitäaller Konventionalität Satzes tischen Erhabenheit an eine Opernbereits Mozarts ouvertüre. Der darauf folgende Allegro-Teil, der das Thema vorstellt, entfaltet ausserordentliche eine mitreissende Sogwirkung, die den Musikalität.» aufmerksam gestimmten Zuhörer sofort in seinen Bann zieht. Der zweite Satz wirkt dagegen durch seine schlichte Eleganz und Kantabilität. Mozart verzichtet auf Pauken und Trompeten. Der Presto-Satz ist ein klassischer Rausschmeisser, der seine Durchschlagskraft durch den geschickten Wechsel zwischen unbeschwerten Solo- und kraftvollen Tutti-Passagen erhält. Das Konzert für Flöte und Orchester KV 314 wurde ursprünglich für Oboe geschrieben. Mozart hatte es ein Jahr nach seiner Entstehung für Flöte umgearbeitet, vermutlich im Auftrag des Amateurmusikers und holländischen Flötisten Ferdinand de Jean. Durch die transparente und leichte Orchestrierung wird die solistische Flöte hervorgehoben und die rhythmischen Figuren verstärkt. Im zweiten Satz ist ein elegischer Ton vorherrschend, der an Mozarts Opere Serie erinnert. Den Opernliebhaber mag das Thema aus dem dritten Satz an die Arie der Blonden «Welche Wonne, welche Lust» aus Mozarts wenige Jahre später entstandenem Singspiel «Die Entführung aus dem Serail» erinnern. Der allgemeinen Auffassung, Mozart sei kein Freund der Flöte gewesen, widerspricht der zweite Satz in Mozarts früher Sinfonie Nr. 6, in der zwei Querflöten solistisch ausgestellt werden. Dieser Satz ist durch seinen pastoralen Charakter und die sangliche Melodielinie gekennzeichnet, das galante Menuett durch seine auftaktigen Triolen. Im vierten Satz, der an eine Gigue erinnert, lassen sich Elemente der Jagdmotivik erkennen. Das Werk des erst elfjährigen Komponisten zeigt trotz aller Konventionalität die ausserordentliche Musikalität des bereits weitgereisten Wunderkindes. cg 29


Samstag, 9. Mai 2015, 16.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Kammermusik@ZKO Willi Zimmermann Violine Jana Karsko Violine Ryszard Groblewski Viola Nicola Mosca Violoncello

Theodor Kirchner

1823–1903 «Nur Tropfen» – Ganz kleine Stücke für Streichquartett 7´ Andante espressivo | Poco lento | Andante | Andante cantabile | Allegro | Andante | Poco vivace

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791

Streichquartett Nr. 1 G-Dur KV 80 «Lodi-Quartett»

16´

Nicola Mosca

Adagio | Allegro | Menuetto – Trio | Rondeau: Allegro

Antonín Dvorák

1841–1904 Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96 «Amerikanisches» 25´ Allegro ma non troppo | Lento | Molto vivace | Finale: Vivace ma non troppo

Konzertende: ca.17.00 Uhr

Änderungen vorbehalten

Einheitspreis CHF 40 inkl. Kaffee und Zvieri ab 15.00 Uhr 30

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!


Samstag, 9. Mai 2015, 16.00 Uhr – ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

Willi Zimmermann

Ryszard Groblewski

Willi Zimmermann wurde 1978 in die Klasse von Sandor Zöldy aufgenommen und schloss sein Lehr- und Konzert­ diplom mit Auszeichnung ab. Von 1985 bis 2007 war Willi Zimmermann Primarius des Amati Quartetts, 1992 bis 2010 Konzertmeister des Orchesters Musikkollegium Winterthur, und seit 2008 hat er hat diese Position beim Zürcher Kammerorchester inne. Als Konzertmeister leitet er viele Konzerte vom Pult aus. Als Co-Solist konzertierte er zudem mit ­Daniel Hope, Giuliano Carmignola,­ Patricia Kopatchinskaja und vielen ­anderen.

Ryszard Groblewski absolvierte sein Studium an der Warschauer Musikaka­ demie. Er gewann unter anderem den ers­ ten Preis des 60. International Geneva­ Competition und den zweiten Preis beim internationalen ARD-Musikwettbewerb. An der Seiji Ozawas International Music Academy­Switzerland nahm er mehrfach teil. Groblewski tritt regelmässig in ganz Europa als Solist, etwa mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, und Kammermusiker auf. Er war Dozent an der Warschauer­Musik­ akademie und ist seit 2009 Solobratschist des ZKO.

Jana Karsko

Nicola Mosca

Jana Karsko studierte am Konserva­ torium und der Musikakademie in ­Kosice. Sie bildete sich an der Internationalen Menuhin-Musik-Akademie in Gstaad weiter und schloss ihre Studien in Prag mit Auszeichnung ab. Schon während des Studiums gewann sie diverse Preise. 1988 bis 1999 war sie Mitglied des Gustav-Mahler-Jugend-Orchesters. Sie trat als Solistin sowie als Kammermusikerin im In- und Ausland auf. Seit 1997 ist Jana Karsko festes Mitglied des ZKO. Sie spielt zudem regelmässig Kammermusik in verschiedenen Formationen.

Nicola Mosca studierte Cello und Harfe­am Konservatorium in Turin und an der Musikakademie Basel, wo er das Solistendiplom für Harfe und das Konzertreife­ diplom für Cello erlangte. Er war Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und trat als Solist mit Orchestern wie dem ­Orchestra da camera di S­ alerno und dem Münchener Rundfunkorchester unter Bobby McFerrin auf. Als Kammermusikpartner musizierte er mit Künstlerpersönlichkeiten wie Giuliano ­Carmignola und Rudolf Buchbinder. Seit 2001 ist er Solocellist des ZKO.

Violine

Violine

Viola

Violoncello

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SOMMER 2015, MUSIK LERNEN – FÜRS LEBEN GERN VORTRAGSKURS 0365-13 DIENSTAG 9.6.2015, 19.30-21.00 Dr. Roger Cahn

Romeo und Julia – einmal anders

Vincenzo Bellini: „I Capuletti e i Montecchi“ im Opernhaus Zürich Romeo und Julia – das berühmteste Liebespaar der Literatur ist in Bellinis Version bereits heimlich verheiratet. Der Komponist konzentriert sich auf den Streit der Clans in Verona und die Katastrophe am Ende des Dramas. Künstlergespräche mit Dirigent Fabio Luisi Dienstag, 16.6. (19.30-21.00) und Benjamin Bernheim, Tebaldo Donnerstag, 25.6. (19.30-21.00) VORTRAGSKURS 0365-05 DIENSTAGS 1.9. – 22.9.2015, 19.30-21.00 Prof. Dr. Bernhard Billeter

Mozarts Klavierkonzerte Die Gattung Klavierkonzert wurde massgeblich von Mozart entwickelt. Im Kurs werden Konzertsätze und Themen mit Personencharakterisierung und Situationskomik in Opern verglichen. Hinzu treten Fragen der Aufführungspraxis. VORTRAGSKURS 0365-01 FREITAGS 4.9. – 25.9.2015, 14.15-16.00 Fredi Rottenschweiler

Musik und der Tod Die Musik hat sich schon immer mit dem vielfältigen Thema Tod befasst. Anhand von Werkbeispielen vom Requiem bis zum Totentanz wird der musikalische Umgang mit dem Tod in verschiedenen Stilepochen aufgezeigt. In jedem Semester 150 Veranstaltungen zu Musik, Kunst, Kultur. Das Winterprogramm 2015/2016 erscheint am 1. September, das Sommerprogramm 2016 am 1. März.

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Universität Zürich-Zentrum U30 – Halber Preis für Leute unter 30 Anmeldung, vollständiges Programm: Volkshochschule Zürich Riedtlistr. 19 8006 Zürich T 044 205 84 84 info@vhszh.ch www.vhszh.ch


Samstag, 9. Mai 2015, 11.00 und 14.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305 KONZERT Für Familien mit Kleinkindern bis 1 Jahr

Nuggi-Konzert Willi Zimmermann Violine Jana Karsko Violine Ryszard Groblewski Viola Nicola Mosca Violoncello Am Sonntagnachmittag spielt eine kleine Formation des Zürcher Kammerorchesters speziell geeignete Kompositionen für die feinen Ohren von Säuglingen bis zu einem Jahr. Auf Yogamatten und Kissen können junge Mütter und Väter zusammen mit ihrem Nachwuchs zu den kammermusikalischen Klängen entspannen. Zu hören sind Werke von Mozart und Dvořák

Konzertdauer: ca. 45´

Änderungen vorbehalten

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!

Einheitspreis: CHF 25, Kinder bis 1 Jahr gratis Wir danken unserem Sponsor für die Yogamatten! 33


Sonntag, 10. Mai 2015, 11.00 Uhr Sonntag, 24. Mai 2015, 11.00 Uhr Montag, 25. Mai 2015, 15.00 Uhr ZKO-Haus, Seefeldstrasse 305

KINDERKONZERT-ABO

KINDERKONZERT Für Kinder ab 5 Jahren

«Colorín colorado» Zürcher Kammerorchester Kinderzirkus Robinson Donat Nussbaumer Konzertmeister Claudia Kaspar / Sandro Weibel Choreografie und Regie Leroy Anderson Plink, Plank, Plunk

Wolfgang Amadeus Mozart Eine kleine Nachtmusik Menuetto | Rondo

Piotr Iljitsch Tschaikowsky Streicherserenade C-Dur op. 48 Walzer

Johann Sebastian Bach Cello-Suite Nr. 1 Präludium

Pharrell Williams Happy

Johann Pachelbel Kanon D-Dur

Wolfgang Amadeus Mozart Divertimento KV 136

Johannes Brahms Ungarischer Tanz Nr. 5 Konzertdauer: 60´

Änderungen vorbehalten

Einheitspreis CHF 34, Kinder bis 12 Jahre CHF 15 34

Handy ausgeschaltet? Vielen Dank!


So, 10. & So, 24. Mai 2015, 11.00 Uhr – Mo, 25. Mai 2015, 15.00 Uhr – ZKO-Haus

Wie klingt Rot, Gelb, Blau oder Grün? Und welche Farbe hat ein Salto, ein Spagat auf dem Horizontalseil oder eine Menschenpyramide? Lass dich von «Colorín colorado» in eine fantasievolle Welt entführen: Wunderbare Musik, unterschiedliche Klangfarben und märchenhafte Artistik laden ein zum Staunen und Geniessen.

Donat Nussbaumer Konzertmeister

Donat Nussbaumer studierte Violine­ in Basel, am Konservatorium ­ Zürich und anschliessend bei U. M. Haiberg in Berlin und Thomas Füri in Basel. Er besuchte Meisterkurse bei Igor ­Oistrach und Vladimir Spivakov. Orchestererfahrung sammelte er im Schweizer Jugend-­ Sinfonieorchester und als Mitglied der Festival Strings Lucerne unter ­Rudolf Baumgartner. Von 1998 bis 2003 war er stellvertretender Stimmführer der zweiten Violinen beim Rundfunk-­ Sinfonieorchester Berlin und seit 2003 ist er zweiter Konzertmeister im Zürcher Kammer­orchester. Er arrangiert zudem regelmässig für die beliebten Purzelund Krabbel-­Konzerte des ZKO und ist im Bereich Musikvermittlung tätig.

Kinderzirkus Robinson 1960 als Wanderzirkus Buchegg gegründet, hat der Kinderzirkus Robinson als ältester Kinderzirkus der Schweiz eine langjährige Tradition als innovative sozio­ kulturelle Freizeitinstitution für Kinder und Jugendliche. Er verfügt über ein eigenes Trainingslokal in Zürich und ist ganzjährig geöffnet. Die Angebote der Zirkusschule verbinden in idealer Weise körperliche Aktivität mit kreativem Tun. Die Kinder schulen in den abwechslungsreichen, professionell geführten Kursen und Trainings nicht nur ihre physischen Fähigkeiten, sondern stärken darüber hinaus ihre Persönlichkeit und Sozialkompetenz. Die Angebote stehen allen Kindern offen, die Freude an der Bewegung und am Zirkus haben.

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ZKO-Inside

Daria Zappa Matesic

Die Tessinerin Daria Zappa Matesic ist seit Beginn der Saison 2014/15 Stimmführerin der zweiten Geigen im Zürcher Kammerorchester. Als erste Geigerin des casalQuartetts von 2004 bis 2012 gab sie Konzerte in aller Welt und spielte viele CDs ein, die unter anderem mit einem Echo Klassik ausgezeichnet wurden. Sie studierte bei Susanne Holm, Jörg Hofmann und Rainer Kussmaul und schloss ihr Studium mit dem Solistendiplom ab. Daria Zappa Matesic war bis 2011 Assistentin von Benjamin Schmid an der Hochschule der Künste in Bern und unterrichtet bei Musikschule Konservatorium Zürich. 36

Sie kommen aus einer sehr musikalischen Familie. War Musik schon immer Teil Ihres Lebens? Mein Vater ist Liedermacher, schreibt Texte, Musik und spielt sehr viele Instrumente. Die musikalische Atmosphäre daheim hat mich natürlich geprägt. So war es naheliegend, dass auch ich eine musikalische Karriere eingeschlagen habe. Neben der klassischen Geigenausbildung habe ich im Familienensemble gesungen, Perkussion, Mandoline, Flöte und andere Instrumente gespielt. Ich lernte früh zu improvisieren und bin meinem Vater dafür unendlich dankbar. Geht es harmonisch zu, wenn man mit Familienmitgliedern Musik macht? Mmh, nicht immer ! (lacht) Es hat manchmal richtig Krach gegeben, aber heute erlebe ich dieses Zusammenspiel umso positiver, denn wir kennen uns so gut, dass wir uns auch ohne Worte verstehen. Bis heute spielen wir regelmässig zusammen, wie zum Beispiel im Juni bei der «Lenzburgiade». Dort bin ich zu-


erst mit meinem Bruder zu hören, der Cello spielt, und dann gemeinsam mit meinem Vater und seiner Band. Ihre erste Aufnahme war ein Live-Mitschnitt auf Schallplatte bei einem Konzert Ihres Vaters. Ja, ich war acht Jahre alt und so klein, dass ich mich im zweiten Teil hinter der Bühne hinlegen musste ! Die Aufnahme entstand in einem kleinen Theater und das Publikum war sehr nahe. Dank solch­ früher Erfahrungen hatte ich später ­weniger Lampenfieber. Wie gefällt es Ihnen beim ZKO ? Ich bin sehr glücklich hier. Zuvor habe ich elf Jahre Streichquartett gespielt und von dort aus ist es nur ein kleiner Schritt zum Streichorchester. Die Musiker sind sehr nett und sind es gewohnt, auf­ einander zu hören. Es ist ein sehr agiles Ensemble und ich finde es schön, dass wir auch ohne Dirigenten spielen. Da ist das aufmerksame Zusammenspiel besonders wichtig. Vermissen Sie das Streichquartettspiel? Manchmal, aber mit den anderen drei Stimmführern spiele ich ab und zu in dieser Formation als ZKO-Quartett. ­Willi Zimmermann, der jahrelang Primarius des Amati Quartetts war, ist ein ganz toller Streichquartettpartner ! Wie ist es für Sie, im Orchester mit grossen Dirigenten und Solisten zu musizieren? Ich empfinde es als grosse Bereicherung, mit inspirierenden Künstlern wie Sir Roger Norrington zusammenzuarbei­ ten. Da wir ein kleines Orchester sind, kann der Einzelne viel bewirken. Man

kann untereinander, aber auch mit den Solisten interagieren und arbeitet intensiver, als es in einem Sinfonieorchester möglich wäre. Wie gefällt Ihnen der Schwerpunkt des ZKO auf Barock und Klassik? Mit dieser Ausrichtung sind wir in Zürich eine Besonderheit. Ich finde es sehr wichtig, die Barockmusik zu pflegen und liebe das Spiel auf historischen Instrumenten seit meiner Quartettzeit.

«Das ZKO ist ein sehr agiles Ensemble, es ist schön, dass wir auch ohne Dirigenten spielen.» Sie leiten gemeinsam mit Ihrem Mann ein Festival. Als mein Mann, der Komponist und Dirigent ist, und ich in das mittelalterliche Städtchen Kaiserstuhl im Aargau zogen, verliebten wir uns gleich in diesen Ort. Schnell entstand die Idee, dort das « ­ Festival der Stille» zu gründen. Schon zum achten Mal können wir ein interessantes Programm zusammenstellen. Auch das ZKO wird im August dort spielen. Was hören Sie zur Entspannung? Zum Entspannen lese ich gerne Bücher. Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft? Ich hoffe, dass mein Kind mit Musik aufwächst und wir in der Zukunft zusammen Musik machen werden – ohne Druck, zum Spass. ts 37


Konzertvorschau September 2015 Fr, 4. September, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal Ein Konzert zum 25-Jahre-Jubiläum der Orpheum Stiftung zur Förderung junger Solisten Wiener Symphoniker Philippe Jordan, Dirigent Nikolaj Znaider, Violine Kyoungmin Park, Viola Werke von Mozart, Beethoven und Webern

So, 27. September, 11.00 Uhr ZKO-Haus, Konzertsaal Kammermusik@ZKO Anna Tchinaeva, Violine Inga Kazantseva, Klavier Beethoven «Frühlingssonate» und Franck Violinsonate

So, 27. September, 14.00 und 16.00 Uhr ZKO-Haus, Konzertsaal Nuggi-Konzert Anna Tchinaeva, Violine Inga Kazantseva, Klavier Für Familien mit Kleinkindern bis 1 Jahr Werke von Beethoven und Franck

Mi, 30. September, 19.30 Uhr Kirche St. Peter Zürcher Kammerorchester Sergio Azzolini, Fagott und Leitung Werke von Brescianello, Geminiani, Reichenauer und Zelenka

Oktober 2015 Di, 20. Oktober, 19.30 Uhr Tonhalle, Grosser Saal Zürcher Kammerorchester Fazil Say, Klavier und Leitung Willi Zimmermann, Konzertmeister und Violine Nicola Mosca, Violoncello Mozart Sinfonie Nr. 25, Klavierkonzert Nr. 12, Say Klavierkonzert «Silk Road» und Space Jump

So, 25. Oktober, 11.00, 14.00 und 16.00* Uhr Schweizerdeutsch ZKO-Haus, Konzertsaal Krabbel-Konzert «Mama Muh schaukelt» Musikerinnen und Musiker des ZKO Renata Blum, Konzept und Erzählung Für Kinder von 1–3 Jahren

So, 25. Oktober, 11.00 Uhr Kunsthaus Zürich, Vortragssaal ZKO im Kunsthaus: Joan Miró Zürcher Kammerorchester Willi Zimmermann, Konzertmeister Anders Miolin, Gitarre Werke von Rodrigo, Turina, Ravel und Brouwer

Sa, 31. Oktober, 11.00, 14.00 und 16.00* Uhr Schweizerdeutsch/Hochdeutsch ZKO-Haus, Konzertsaal Purzel-Konzert «Findus und der Hahn im Korb» Musikerinnen und Musiker des ZKO Renata Blum, Konzept und Erzählung Für Kinder von 3–5 Jahren

* Zusatzkonzert bei entsprechender Nachfrage 38


Billettkasse

Telefon: 0848 848 844 (Mo–Fr, 11–18 h) E-Mail: billettkasse@zko.ch Webpage: www.zko.ch

Vorverkaufsstellen

ZKO-Haus im Tiefenbrunnen Jecklin Musikhaus am Pfauen Musik Hug am Limmatquai Jelmoli an der Seidengasse Migros City am Löwenplatz Tonhalle Billettkasse BiZZ am Werdmühleplatz www. starticket.ch

Billettpreise Tonhalle Kat I Kat II Kat III Kat IV Kat V Kat VI

CHF CHF CHF CHF CHF CHF

105 95 82 58 40 16

Herausgeber

Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305 8034 Zürich Telefon: +41 44 388 36 00 Fax: +41 44 388 36 10

Impressum

Redaktion ZKO: Lukas Bernays Theresia Schlegel Autoren: Christian Geltinger cg Theresia Schlegel ts Fotos Norrington: Thomas Entzeroth, Chris Christodoulou Foto Say: Marco Borggreve Foto Rachlin: Julia Wesely Foto Biondi: Simon Fowler Foto Zehetmair: Dan Brady Foto Galway: Paul Cox Foto Zappa Matesic: Thomas Entzeroth Produktion: Somedia Production Layout: Martin Oberli Lektorat: Armin Kerber Erscheinungsweise: zweimonatlich, fünfmal im Jahr Auflage: 30 000 Exemplare 39


Damit klassische Musik auf höchstem Niveau unser Leben bereichert: Wir unterstützen das Zürcher Kammerorchester.

www.zkb.ch/sponsoring Schön, dass die Zürcher Klassik-Szene auch weiterhin auf höchstem Niveau vielfältig und lebendig bleibt. Als Kunde der Zürcher Kantonalbank erhalten Sie gegen Vorweisen Ihrer Karte an den Billettkassen ZKO und Tonhalle 20% Vergünstigung auf Konzerttickets.

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OPUS V  

Programmheft des Zürcher Kammerorchesters für Mai – Juni 2015

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