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Samstag, 26. März 201,L

12. Woche

Nur noch wenige Tage und der Zirkus Charles Knie kommt mit seinem neuen hogramm, dass bereits bei seinem ersten Gastspiel in FranKurt am 24. Februar große Erfolge feiert, nach Worms. Ausverkaufte Zelte und täSlich rund 3.000 begeisterte Zuschauer waren die Resonanz in Frankfurt. Auch Wbrms wird von dem einzigartigen Zirkusprogramm, das auf traditioneller Zirkuskunst mit Menschen, Tieren, Sensationen, modern verpacK, basiert und begleitet wird von Live-0rchester, Live-Gesang und Show-Balleft, begeistert sein. Karten sind ab sofort im Vorverkauf (zgl. Gebühren) unter anderem beim Nibelungen Kuder, Prinz-Carl-Anlage 20, erhältlich. Besonders für die Familienvoßtellung mit einem Einheitspreis in Höhe von 10 Euro auf allen Plätzen (außer Loge: 15 Euro) am 1. April um 15.30 Uhr empfiehlt es sich, bereits jetzt Tickets im Vorverkauf zu sichern. Die Vor6tellungen findet täglich um 15.30 und 19.30 Uht sowie

sonntags um 11 und 15.30 Uhr, statt. Mittwochs findet die Vorstellung nur um 15.30 Uhr statt. Weitere lnfos unter www.zirkus-charles-knie.de


3'l internationale Artisten und Tierlehrer taden im Zirkus Knie zu einer Reise durch ferne Länder ein - zu sehen sind etwa vorwitzige Seelöwen, fliegende Menschen, spektakuläre Akobatik und rasante

Rollschuhartisten.

Foto: privat

Magie in der Manege ZIRKUS KNIE ,,Eine Reise um den Globus" mit Clowns, fliegenden Menschen und wilden Tieren Von Susanne Müller

WORMS. Zirkus Charles Knie kommt nach Worms: vom Freitag, 1., bis Montag,

Taschendieb Kenny Quinn, fliegende Menschen unter der Zirkuskuppel - die sogar den legendären dreifachen Salto

Mortale zeigen, vorwitzige Seelöwen, der Bauchredner

Eine Familienvorstellung mit

mit 150 Minuten Unterhaltung geboten, der Eintritt kostet dann aber auf allen Plätzen nur zehn Euro (Loge gramm

4. April, gastiert das Unterneh-

Kenneth Huesca, Pferdedres-

men au.f dem Festplatz. Yorstellungen sind täglich um

ten, eine Vielzahl an exoti-

15 Euro).

gs Q Uhq,,-sggk um 11 und 15.50 Uhr. Tickets kostenufts*rchen

sche4 Tieren, spektakuläre Bo-

Euro, ermäßigt

16,.

Und wer einmal einen ganz besonderen Blick auf die Raubtiere des Zirkus werfen will, kann dtes am kommenden Samstag, 2. April, 1L Uhr, tun. Dann findet eine kommentierte Raubtierprobe mit Dompteur Alexander Lacey

1

5. 5B,

gqffi.l

suren, rasante Rollschuhartis-

den- und Luftakrobaten sowie

der gföltbekannte Clo"*rlBi4+,d-

und 26 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Pressehaus der Wormser Zeitung im Adenauerring, der Touristinfo, an den

Zirkuskassen und unter Telefon 01 7l / 9462456. Der Großzirkus kündigt sein Programm als völlig neu, tradi

iionell und zugleich modern an. Unter dem Motto ,,Eine Reise um den Globus - Die ganze Welt im Zirkusglanz" bieten 51 internationale Artisten und Tierlehrer eine Reise durch ferne Länder: Zu sehen sind eine gemischte Raubtier-

nummer von Dompteur Alexander Lacey, der charmante

Umrahmt werden die Manegen-Künstler aus der ganzen

Welt, die erstmals in

dieser

Form in Deutschland zu sehen sind, von einem zirkuseigenen Showballett und einem impo-

santen Zirkus-Liveorchester sowie einer hochmodernen reisenden Ton- und Lichtanlage. Die Zeltanlagen sind temperiert, und die Gastronomie lädt vor oder nach der Vorstellung zum Verbleiben ein.

u

besonderen Preisen gibt es am Freitag, L. April, 15.50 Uhr. Dann wird das komplette Pro-

statt. Er will Fragen beantworten wie: Wie dressiert man große Raubkatzen? Wozu benötigt man die Stöcke, die ein Dompteur immer dabei hat? Wann bekommen die Tiere ihr Fleisch? All dies und mehr erfahren Interessierte bei der Raubtier-

November 2010

Trainingseinheiten mit den jungen Löwen geboten, mit einjährigen und halbjährigen

geborenen Leoparden-f ungtier. Besichtigt werden können auch alle 104 Tiere des Zirkus Charles Knie. Eintrittskarten fär die Raubtierprobe gibt es zu fünf Euro pro Person ab 10 Uhr an den

Tiger-Jungtieten sowie dem im

Zirkuskassen.

probe. Außerdem

'werden


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Von Susanne Müller

WORMS. Sascha Melnjak ist 36 fahre alt. Der junge Mann ist Direktor des Zirkus Knie. Er ist

spross Charles Knie überrtom' men - und hält am Bewährten fest. Für ihn ist ein erfolgreicher

Zirkus immer noch:

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[illüfffiklt

Seiteneinsteiger, der gelernte Kaufmann hat das Unternehmen vom Schweizer Zirkus-

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,,Men-

schen, Tiere, Sensationen." Er setzt auf die große Artenvielfalt in der Manege und im rollenden Zoo. Melnjak weiß um die Vorbehalte gegen Zirkustiere - und hat trotzdem 105 Tiere aus 3L Arten mit dabei, am zugkräftigs-

ten ist sicher die

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der Lacey. Von heute bis zum Montag gastiert das Großzir-

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kus-Unternehmen auf dem Festplatz, der Direktor hat keine Bange vor Diskussionen um das Thema ,,Tiere im Zirkus" auch vor dem Hintergrund, dass er vier Tage in einer Stadt ist, in der es die SPD geme sähe, dass

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Zirkusse wie der seinige in Worms nicht mehr auftreten dürfen.

Der Sprecher des Zirkus, Sascha Grodotzki, betont, dass Zirkus Knie schon längst nicht mehr mit Wildfängen arbeite: ,,Alle unsere Tiere sind im Zitkus geboren", versichert er. Zirkus Knie erfülle nicht nur die

entsprechenden Vorschriften zur Tierhaltung im Zirkuq, man gehe sogar darüber hinaus, betont er und verweist auf die Haltung der Seelöwen. Sie haben ein Außenbecken mit 50000 Liter Wasser, ,,das wir an jedem

Gastspielort aufstellen". Generell, so sa$ er, zeigten die Tiere

in der Mange nur noch artgerechte Bewegungsabläufe:,,Vor 100 Jahren wurden hier Fehler gemacht", räumt er ein, das sei aber längst Vergangenheit. Und

Fro

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gemischte AJexan-

Raubtiernummer von

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Beschlüsse - auftreten mit ihrer Zirkus Knie führt auch Seelöwen mit. ln Heidelberg durften sie nach Zirkusangaben - trotz anderslautender photoagenten /Axel schmitz an.Foto: Trainerin Mona. ln WoJms strebt die SpD ein Zulasiungsverbot für zirzensische Unternehmen mit Wildtieren

er erzählt von Heidelberg,

das

ein Gastspiel habe ablehnen wollen wegen der Seelöwen

Stadt

eingeladen, sie hätten sich von der ,,guten Tierhal-

tung" überzeu$: ,,Und wir

er-

und der Känguruhs des Zirkus.

hielten die

Denn Heidelberg gehört zu den Kommunen in Deutschland (wie auch München, Köln und

für Heidelberg", so Grodotzki.

Kassel), die Regelungen getroffen haben, um die Zurschaustel-

lung von Wildtieren, die auf

einer

PositMiste verzeichnet sind, zu untersagen und Zirkilssen mit entsprechenden Wild-

tieren keine Standortgenehmigung zu erteilen. Zirkus Knie habe daher die Vertreter der

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lch werde den Zirkus

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Iich,, dass eine solche Tierhal-

mit Wildtieren mehr zulassen soll, sieht das Gastspiel von

zeitgemäß, aber auch gefährlich ist." Er habe den Eindruck, dass die Verwaltung die Prüfung der rechtlichen Grundlagen für ein sol-

Knie mit gemischten Gefühlen. Selbstverständlich sei der Zirkus zugelassen worden, da ja

Gastspielerlaubnis

nicht besuchen.

Worms künftig keine Zirkusse

,

SPD-Fraktionschef Jens Guth, der den Antrag fur seine Partei zur Entscheidung in den Stadtrat eingebracht hat, dass auch

noch die alte Satzung zurPlatz' vergabe gelte: ,,Aber wir halten an unserem Ziel fest", erklärte Guth und verwies darauf, dass gerade aktuell, Mitte März, zwei Löwen in Neuruppin aus dem Zirkus Humberto ausgöbrochen waren. Ein Tier musste erschossen werden, das zweite.wurde eingefangen: ,,Das macht deut-

tung nicht mehr

t-

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ioc b' CD

ches Zulassungsverbot ,,aussitzt", er habe bei Dezernent

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Hans-Joachim Kosubek die Vorlage der Früfungsergebnisse im

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Hauptausschuss angemahnt. ,,Ich werde den Zirkus nicht be-

suchen", sagte der SPD-Politiker, ,,auf jeden Fall werde ich

mir aber die schauen".

Tierhaltung an-

l< )

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Mantel dritter Arm des Taschendiebes -

woR rsr profi Kenny euinn vom Zirkus Knie rät als Schutz, potenzielle Beute zu minimieren Eln€ Poltzetschutung der €tn'as an- | rl€t!trArtgab€_s-gFitcm-inderPoli- l zcidlreldlotr Worms: Bühn€n-ra- | schendleb Kemv Quirm wm deF

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Polizeiseminar der besondeten Art

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Größere Bargeldbeträge sollte! auf rnehrere Tasähen vertÄlt und dtb paiichst'unzugänslich aüfbewahn wer-

"*.ät!r ä"-" iÄ uäa'üsei€n spezielle Geld.ffiE ]=a s-E " '* ritth derNtbeluns€ns-tadt card:- || rnn"nt""it'" t'irrett', .f --l re &^ I ll ö;"t '1 'niit sollten nicht auf dem renden ztuxüs chades Kde zetgtc I t G. nSR. ll f.l E*liü".t : :..,1 den Beaüten dte lHckr utrd l(nlfr! | ry: B";A genaeen werden, sondern Ej tw|li I 11 El .l def r.ansfng€r und demo$tdrrtc; | ,l;r. -5. -t _r. wte letcht €itr c€Jrbt€r lti€b llrit-d- | mit d€m ,:, * {F E tl ED 'i;ir - seitlichaeransezos€n -S,.|", machtB€ute -if fette was Ablentuns cen*utet I \{*si:,!:: il'sr€I.!;*rj1 rll G r"ut r 'rnt"' ,{crrsir. fest mit der auch mit l(etten rf könnten Als opr€I herhalten nussten der Lei- | ür"r eine Kordel ünd s! I!ry,. JS3-I.,*dß-&., Er ll i"ü "a". terderr.fiminalinspektionw9rry|,affii-I\lllirrertreitsnaaelmitder|ackev€rbunMichaelDomm€rnuth'undPolizei-l^€-A:mx;&fJar*==jaenweraen'"t"terktdeiDieb,dasseI 4,ü zwar ..

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Quinn: "Der Mantel ist der

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die fünf Monate alte Schwester

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von Max und Cashmere, sorgt nicht nur bei den kleinen Zu-

WORMS. Die beiden jungen Tiger sind noch Neulinge in der

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Lacey aus seiner täglichen Pra-

Angela Zimmermann

Manege. Dennoch

I

ist ihr

Er-

scheinungsbild bereits ziemlich imposant. Bei der Raubtierprobe des Zirkus ,,Charles Knie" demonstriert Tiertrainer Alexander Lacey, wie er mit seinen

wilden Katzen übt. Jede Menge gutes Zureden ersetzt inzwischen die Peitsche,

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schauern für Entzücken. Während Lacey die Fragen der Zu-

wenn die beiden

sie sich mit dem Manegensand. Dann stürmt sie au"f ihren

Jungkatzen

das Zelt verlassen haben, dür-

Trainer zu und springt an ihm

gen, was er bereits gelernt hat. Zwei der Löwenmädchen wttr-

Trotz des offensichtlich entspannten Umgangs zwischen

den 2009 im Zirkus geboren. In

Tieren und Trainem ist das The-

ebenfalls.

ALEXANDER LACEY

Lacey kennt die ,,Sprache" I seiner Tiere und weiß ihre SigI nale zu deuten. ,,Wenn sich das

Tier

hinlegt, ist das ein gutes

Zeichen, dann ist es entspannt", weiß der erfahrene Trainer.

,,Aber nicht klatschen", mahnt der Engländer. Denn noch ha-

ben sich die beiden Jungstars nicht an den Trubel im Zirkus-

ll Wenn sich das Tier

entspannt.

(

zwei Monaten dürfen ste

Lacey ,,spricht"

mithiHe seinen Tie-

hoch.

ma Wildtiene im Zirkus in

Worms noch längst nicht vom Tisch (die WZ berichtete). Doch welche Meinung haben die Zirkusbesucher? ,,Man muss differenzieren und schauen, wie mit den Tieren umgegangen wird",

spricht sich Friederike Schor-

Raubtierdompteur bei Zirkus Knie

vo-

ling aus Worms gegen ein generelles Verbot von Wildtieren aus. Ein Angebot wie die Raub-

raussichtlich zum ersten Mal in der Vorstellung auftreten. Obwohl die Riesenkatzen wie überdimensionale Kuscheltiere aussehen, sind sie nach wie vor Raubtiere. Das wird deutlich, als Goldie ihre Zähne fletscht und ihren Trainer anknurrt. Mali kann bereits Hindernisse

tierprobe sei eine Bereicherung

bungslos, das Gestänge wackelt und fällt schließlich. Lacey

sie sind eigens

überspringen. Bei Frincess klappt es noch nicht so rei-

Der Dompteur spricht mit Stöcken zu seinen Tieren

schauer beantwortet, beschäf-

tig

fen die Löwen hinein. Auch hier dar{ der Nachwuchs zei-

hinlegt, ist das ein gutes Zeichen, denn dann ist es

zelt gewöhnt.

a

ge,Lacey muss ihm gut zureden Fleischstückchen nach draußen locken. Denn erst

und ihn mit

der Trainer spricht unablässig mit den Raubtieren. Tiger Max feiert demnächst seinen ersten Geburtstag, Cashmere ist zehn Monate alt. Beide wurden im Zirkus geboren, ihre Eltem

J

o)

Cashmere verabschiedet

sich nur ungem aus der Mane-

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Von

für Kinder, da sie hier

sähen,

was es heiße, Tiere respektvoll zu behandeln ,,Von einem Verbot halten wir nichts"

Horst Jakobs, Martin Preuß, Karl-Heinz Bolz und Alfred Spaniol sind echte Zirkusfans, für die Raubtierprobe und die Nachmittagsvorstellung aus Neunkirchen und

zweier Stöcke mit ren. Auf einem Stock ist stets

bleibt gelassen, lobt die Löwendame trotzdem. Und beim zwei-

Kaiserslautem angereist. Sie be-

-

ten Versuch bleibt das Hinder-

fürworten zwar Tierschutz, wol-

nis tatsächlich stehen.

len ,,die Kirche aber im Dorf las-

ein Fleischstück aufgespießt

die Belohnung, wenn Max und Cashmere gehorchen. Die Peitsche, die ebenfalls zum Einsatz kommt, ist kein Instrument, mit dem die Tiere gequält werden, sondern dient als Orientierungs-

hilfe für die tierischen

Stars.

,,Zulange darf man mit den jungen Tigem nicht üben", erklärt

Ob sich die Tiere streicheln Iassen, hänge vom Charakter der Tiere ab, erklärt der Trainer. Besonders wichtig: ,,Der Trainer muss immer die Kontrolle behalten, sonst wird es für ihn, aber auch für die Tiere gefährlich", betont er. Tigerbaby Bella,

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sentt.

,,Von einem Verbot halten wir nichts", machen sie deutlich. ,,Der Zirkus ist ein Stück Kul-

turgut, das es zu erhalten gilt", betont Jakobs. Für ihn sei der Zirkus als Kind das Größte gewesen.

Alexander Lacey lässt sich beim Training im Zirkus ,,Charles Knie" nicht vom Zähnefletschen aus der Ruhe bringen. Foto: pa / Balzarin


Ein echter Hochstapler zlRKus KNIE

Jüngster Artist der Truppe steigt dem Theater aufs Dach

Von

Laura Ranzenberger

MAINZ. Mit dem Dom auf Augenhöhe und das auch noch auf

dem Kopf - wer kann das schon? Ren6 Sperlich! . Der jüngste Artist des Zirkus Knie stieg dem Theater aufs Dach.

Aber das war nicht alles. Eigentlich kletterte der i6-Jährige auf einen Turm aus drei Stühlen, die übereinandergestapelt auf vier Sekfflaschen standen. Diese $rramide krönte er mit einem einhändigen Handstand. Flaschenstuh lpyram ide

in der Manege

In dieser schwindelerregenden Höhe formte er mit einer bewundernswerten Leichtigkeit

au.f

einer Hand stehend Figuren mit seinem Körper. Mal in die Waagrechte oder mit den Beinen kerzengerade in die Luft. Ren6 Sperlich scheint das Risiko zu lieben. ,,Für mich ist das wie eine Droge, ich brauche den Kick", sagte der

Artist. ,,Aber ich weiß auch, wo meine Grenzen sind. Wenn ich zum Beispiel irgendwann keine Kraft mehr in den Armen habe", versicherte der junge Künstler. In der Manege baut er auch eine Flaschenstuhlpyramide. Dafür wird er auf einen zwei Meter hohen Tisch vier Sektflaschen sowie fünf Stühle stapeln. Steht der zwölf Meter hohe Turm, klettert er auch diese Snamide hoch und will Skulpturen im Handstand zeigen.

Zirkusfamilie in vierter Generation

Die Idee zu dieser Nummer

Ren6 Sperlich zeigt

Dom ganz

nah.

auf dem Dach des Staatstheaters atemberaubendeAkrobatik und scheint dabei dem Foto: hbz/Michael Bahr

hatte sein Vater, der eben_falls im

Zirkus Ituie arbeitet und füiher selbst solche Auffi.ihrungen gemacht hat. Sein Sohn kommt also aus einer richtigen Zirkusfämilie, die bereits in der vierten Generation ist. Ren6 ist seit seinem siebten Le-

bensjahr beim Zirkus tätig. Für seine Aufführungen übe er täg-

lich, erldärte er, damit alles einwandfrei funl<fioniert. Wer sich die verrückte Darbietung des jungen Artisten nicht vorstelleh kann, der hat die Möglichkeit, sich selbst von dieser Kunst sowie weiteren Künstlem und Attraktionen des Zirkus Knie überzeugen.

VORSTEI.TUNGEN

)

)

Vom Mittwoch, 6., bis zum Zur Eröffnung am Mittwoch, Mittwoch, 13. April, ist der Zirkus 6.April qibt es um 15.30 Uhr eine aut dem Messegelände Hechts- groÄe Familienvorstellung. heim. Vorstellungen täglich um 15.30 Uhr und um 1 9;30 Uhr, Sonntag 1 1 und 1 5.30

Uhr.

am )

im

lnformationen lnternet unter wwwzirkus-charles-knie.de.


6' \Nrtlt'rocn'

rer{Iteß Eine Woche Zirkus in der Stadt MAINz. Der Zirkus Charles Knie gastiert von heute (6.) bis Mittwoch (13.) auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim. Vorstellungen srnd jeden Werktag und am .l5.30 und um Samstag um 'I 9.30 Uhr. Sonntagsvorstellun,I5.30 gen sind um I I und um Uhr. Am 13. April gibt es nur die Vor'l5.30 Uhr. Parkplätze stellung um sind auf dem Messegelände aus-

reichend vorhanden. Außerdem gibt es einen Shuttleservice in Zusammenarbeit mit den Mainzer Verkehrsbetrieben vom Bahnhof zum Messegelände. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwischen I 2 und 30 Euro, für Kinder zwischen zehn und 26 Euro. Kleinkinder bis fünfJahre zahlen auf allen Plätzen zehn Euro (Loge I 5 Euro). Zur heutigen Premierenvorstellung um

.l5.30

Uhrkosten Karten auf allen

Plätzen zehn Euro (Loge 15 Euro).

Am Samstag (9.) können lnteressierte einen Blick hinter die Kulissen eines Groß-Zirkus werfen. Es gibt kommentierte Proben, ein Live-Konzert des Zirkusorchesters

und Ponyreiten. Der Eintritt kostet fünf Euro. Karten gibt es unter www.eventim.de oder beim Zirkustelefon unter 0171 9462456.

Ein lngelheiffi€Ir

Löwe,,Massai iunior"

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rkut Chaales Kt ie -

Der in Ingelheirn geborene Löwe wartet auf seinen ersten Auftdtt

- Heute beginnen die Vorstellungen

VON ]ENS FTZFISBER6ER

MAINZ. Zu dem Mainzer

Mes-

segelände hat Sascha Grodotzki

ein besorderes Verirältnis. Hier war es, wo er vor knapp zwei

Jahren das

Bewerbungsgespräch für seinen Traumjob hatte. Heute isl er da, wo er immer

sein wollte: Beim Zirkus. Und wieder auf dem Mainzer Messegelände. üenn dort gastiert der Zirkus Ch.rrles Knie, dessen Öffentlichkeitsarbeit der gebürtige

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Münchner Crodotzki

organisiert. In der bayerischen Landes-

P.36

hauptstadt hat der Betriebswirt nur noch ein Zimmer, sein Zu-

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hause ist 1ängst der Wohnwagen in der fahrbaren Stadt des Zirkus

Knie.

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Der Zirkus wächst in die Höhe

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Die wächst seit einigen Tagen wieder auf dem Messegelände

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und gestern fuiorgen ging es garrz hoch hinaus. An den vier großen Masten wurde die Plane für das Großzelt hochgezogen, das rund

1400 Besuchern Platz bietet. Obenauf der ieuchtende Schriftzug ,,Charles Knie", der Namensgeber des Zirkus, der seit

fünf Jahren Sascha Melnjak gehör't. Ilem Stuttgarter fehit zwai der ,,Stallgeruch" von ein paar Cenerationen in der Manege, aber dennoch führt er den Zirkus erfolgreich und hat ihn im vergangenen Jahr deutlich vergrößert. Stait 22 sind nun 31 Artisten im Programm und Doppelbelegungen, wo der'Clown auch Artist und der Conf6rencier auch Zauberer ist, gibt es nicht mehr,

erzählt Sascha

Grodotzki.

Charles Knie gehört zu den drei großen untel den 270 Zirkusbetrieben in Deutschland, neben

Plane nach Plan:

Das große Zirkuszelt soll einmal rund

.l400

Menschen fassen.

Krone und Roncalli. Die Anreise zum Mainzer Messegelände ist kurz, zuvor war der Zirkus vier Täge in Worms zu Cast. Nach der Ietzten Vorstellung werden die

ter tief im Boden stecken, probt Dompteur Alexander Lacey mit

ersten Tiere zum neuen Auftdttsofi transportiert, Werkstattwagen und Arbeiter folgen, die Artisten kommen nach. Wenn

,,Massai Junior" dabei. Dies wäre dann die Zirkuspremiere für den vor knapp zwei Jahren ge-

die Zirkusstadt steht, leben dort

Während die Zeltbahnen an den hunderten von Erdankern

paar Kilometer von seinem Geburtsort Ingelheim entfemt. Ein paar Meter weiter wendet Seelöwin Steffi dem geschäftigen Treiben den Rücken zu. Sie

festgezurrt werden, die zwei Me-

sitzt lieber am Rand ihres 50 000

ll4

Menschen, darunter acht

Kinder.

seinen Tigern.

In der

Manege

sollen dann noch Löwen hinzukommen und vielleicht ist auch

borenen Löwen. Und das nur ein

F0T0S:.JENS ETZELSBERCER

Liter fassenden

Salzwasserbe-

ihr

räuschkulisse.

Das

Postauto

das Das

kommt vorbei, es gilt ein Päckchen und ein paar Briefe zuzu-

Ganze geschieht mit der Professionalität von Menschen, die um die 50 Md im Jahr die Zeltstadt

stellen. ,,Zirkus Knie, denn kenn ich noch vom letzten Ma1", sagt der Postbote, der keine Probleme hat, seine Post an die nur

ckens, während hinter

Zelt in die Höhe wächst.

aufbauen. Niemand brüllt Anweisungen, keiner gibt Kommandos. Selbst die Raubkatzen brummeln nur leise vor sich hin.

Lediglich die

Dieselaggregate

der kleinen Baufahrzeuge und das Summen der Elektromotoren, die die Seilwinden bewegen, sorgt für ein wenig Ge-

wenige Tage güitige Adresse zu-

zustellen. Bis zum 13. April muss er die Briefe und Päckchen an den Zirkus zum Messegelände bringen. Danach übernimmt der Kollege aus Gießen, der

nächsten Station des Zirkus Charles Knie.

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show Der Zirkus Charles Knie gastiert auf dem Me'Ssegelände in Hechtsheim und bringt i nternationale Artisten und exotische Tiere mit Von unserem Mitarbeiter Marco Henkel

I Mainz. Schon von Weitem kann man es sehen, das rot-weiße Zelt des Zirkus Charles Knie. Rund zwölf Meter ragt die Kuppel des Hauptzelts in den Himmel. Unter dem Dach ist jedoch noch einiges zu tun bis zur Premiere am heuti-

gen Mittwoch, 6. April, um 15.30

Sonderbusse

Uhr: Seitenplanen fehlen noch, Zuschauerbänke müssen noch montiert werden, die Sägespäne für die Manege sind noch nicht aufgeschüttet. Doch alles geht gpt voran,

zvmZirkus I Mainz. Die MVG hat Sonderbusse für die Zirkusvorstellungen ein-

das Team ist prima eingesPielt. ,,Nur der Wind macht uns hier

gerichtet. Sie fahren an den Vorstellungstagen um 14.45 und 18.45 Uhr, sonntags um 13.45 und 14.15 Uhr am Hauptbahnhof, Haltestelle C, ab, Gegen Vorlage gültiger

oben etwas Probleme", erklärt Sascha Grodotzki, der Pressesprecher des Zirkus. Hier oben, das ist das MessegeIände Hechtsheim, Für einen Zirkus eine nicht ganz optimale Spielstätte. ,,Zwar brauchen wir so nicht mit unseren Lkw durch die enge Innenstadt, aber natürlich ist es bes-

Fahrscheine erhalten Besucher darüber hinaus ermäßigten Eintritt.

serr wenn man näher am Gesche-

hen ist. Dann sehen die Leute viel sphneller, dass ein Zirkus in der Stadt ist", bemerkt Grodotzki. ,,In Mainz komrnt noch hinzu, dass wir

verhältnismäßig wenige Plakate aufhängen durften." In das Klagen

vieler anderer Zirkusse will Grodotzki trotzdem nicht einstimmen.

,,Mainz ist unsere fünfte Station in diesern Jahr. Bis jetzt können wir sehr zufrieden sein. Unsere Auslastung liegt bei 80 Prozent. " Während am Wochenende fast immer alle 1440 Sitzplätze besetzt sind,

gibt es jedoch unter der

Woche mehr Probleme. Das liegt laut Grodotzki vor allem an den immer län-

geren Schulzeiten und daran, dass heute oft beide Elternteile berufstätig sind. Das Programm bietet alles, was man von einem klassischen Zirkus erwartet: Clowns, Flugartisten und natürlich jede Menge Tiere. Seelöwen, Papageien, Pferde, Tiger,

für

artgemäße Tierhaltung. Als

Löwen, Zebras, Kamele, Lamas. 31 verschiedene Tierarten reisen mit dem Zirkus und machen ihn damit zu einem der größten rolleflden

Tierarzt sieht man schon, dass die Tiere Freude bei der Arbeit haben und gesund sind. " Wäre dies nicht

Zoos Europas.

so, würden die Tiere sofort

Tierschützern

ist das oft

ein

Dorn im Auge, und auch viele Städ-

te und Kommunen wollen keine Tiere mehr in den Vorstellungen, ,,Das ist für uns mittlerweile Alltag", berichtet Grodotzki, Dabei werden die Tiere in jeder Stadt von einem Amtstierarzt untersucht. Seit

aus

dem Verkehr gezogen.

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Vom 6. bis zum 13. April in vaint. Die Vorstelllugen finden täglich um 15.30 Uhr und 19.30 Uhr statt, Sonntag, 10. April, um 11 und 15.30 Uhr, am Mittwoch, 13. April, nur um 15.30. Karten für

Jahren gab es keine Beanstandungen mehr. Auch Fachtierarzt Dietmar Steinmetz vom Ordnungsamt der Stadt Mainz ist zu-

Vorverkaufsstellen und unter Tele-

frieden, ,,Das ist ein gutes Beispiel

fon 0171/946 24 56.

das zweieinhalbstündige Programm kosten zwischen 12 und 30 Euro für Erwachsene. Es gibt sie an den


Hier wird

kräftig zugepackt, denn schon heute lädt der Zirkus Charles Knie zur premiere.

Foto: Sascha Kopp

Großes Lob vom Tierarzt zlRKUs Von Julia Sloboda

MAINZ. ,,Mainz

wird

nicht wiedererkennen,,,

uns

kün-

digt Sascha Grodotzki vomZirkus Charles Knie an. Bereits

vor zwei ]ahren hatte der Zirkus ein Gastspiel auf dem Messegelände, doch dieses Mal ist vieles neu. Neue Artisten, neue

Kostüme, neues Ballett und neue Tiere sollen die Zuschauer erfreuen. Der Aufbau für das

diesjährige Gastspiel, das vom 6. bis zum 15. April dauert, geht trotz des böigen Windes gut.r/oran. Rund relf Stunden benötigen die Zeltarbeiter für die Errichtung der 15 Meter hohen Manege, in der über 1,400 Zuschauer Platz finden werden.

cllAilLfs KNIE Heute premiere auf dem Messegelände Mit 3l Artisten aus den unterschiedlichsten Ländem ist der Zirkus angereist, darunter Taschendieb Kenny Quinn, von dem die Zuschauer angeblich ,,noch etwas lemen" können, sowie der Stardompteur Alexander Lacey, der mit Tigem und Löwen auftreten wird. Dass echte Tiere

im Zirkus

auftreten, darunter beispielsweise auch Kängurus, Lamas, Seelöwen und Pferde, ist heute

keine

Selbstverständlichkeit

und an einigen Spielstätten bekam der Zirkus das auch zu spüren.. . iriir e,r1-iir,, {i ;,Einige Städte setzen sich.für ein Auftrittsverbot von Wildtieren ein, aber unsere Tiere sind keine Wildtiere, sondern alle

hier geboren oder

aufgewach-

sen. Viele Menschen haben ver-

altete Bilder vom Zirkus im Kopf und Vorurteile',, so pressesprecher Grodotzki, der auf die Transparenz des Zirkus hin-

weist. ,,Man kann jederzeit in die Tierschau, und am Samstag haben wir einen Tag der offenen Tür, an dem auch öffentli-

che Proben stattfinden werden." In Mainz hätte es noch nie ein Problem aufgrund der Tiere im Programm gegeben. Das bestä-

tigt auch Tierarzt Dr. Dietmar Steinmetz, der für das Ordnungsamt der Stadt vor der Premiere zur Kontrolle vorbei schaut. ,,Bei so manchem Zir-

kus gibt es Probleme im Tierschutzbereich, aber der Zirkus

Charles Knie gehört weltweit

zu den führenden, was die artgerechte Haltung und Betreu-

ung betrifft", so der Tierarzt. Bei seinem Besuch überprüft er die Haltung, die Tiergesundheit

und die

tierschutzrechtlichen

Unterlagen. Besonders freut sich Steinmetz, den Tierlehrer Mare Jama wiederzusehen, der

für alle Vierbeiner außer

den

Raubtieren verantwortlich ist.

,,Er

ist einer der wel.tbesten

Dompteure und könnte wahrscheinlich sogar Ameisen dres-

sieren", lobt Steinmetz. yon Marek Jamas Qualitäten und denen der andercn,,.,fiere und

Darsteller können sich die Mainzer von hun: an selbst überzeugen. Am heutigen Mittwoch findet die große Familienvorstellung statt.


Tänzelnde Tiger und wippende Artisten Zirkus ,,Charles Knie" entführt in entlegene Länder - Löwenmännchen Masai ist noch schüchtern

und Stefanie, die nicht nur Fußball spielen können, sondern auch zur Instrumentalversion von Lily Allan's ,,The Fear" im Takt wippen. Ein vorläufiger Höhepunkt des kurzweiligen Abends war zweifel-

Von unserer Mitarbeiterin Sabrina Schmidt

mischten Raubtiernummer die mit

I Mainz. Von Indien über Spanien und Afrika bis nach Brasilien - seit gestem entführen die Künstler und Akrobaten des Zirkus Charles Knie unter dem Motto ,,Die ganze Welt im Zirkuszelt" ihr Publikum in entlegene Länder und vergangene

drohlichem Gefauche wälzten sich die Tiger und Löwen artig auf dem Sandboden und tänzelten auf den

los der Auftritt des Dompteurs Alexander Lacey, der mit seiner ge-

schweren Stahlzäunen abgesicherte Maneqe betrat. Trotz be-

Hinterbeinen durch

Zum ersten Mal mit dabei war das noch etwas verschüchtert wirken-

Eröffnet wurde die Auftaktshow am gestrigen Nachmittag vor rund 800 Zuschauern mit einer opulenten Mischung aus Seiltanz, Jonglage und Feuerkunst. ,,Zigeuner-

de Löwenmännchen Masai, das vor

knapp zwei Jahren in Ingelheim zur Welt gekommen ist. Uberaus beeindruckend präsentierte sich auch die vielfach preisgekrönten

Opening" nennt der Fachmann das, wenn Sinti und Roma in brokatbesetzten Kleidern und funkelnden Anzügen die Manege stürinen. Ruhiqer wurde es anschließend mit der Pferdedressur-

Hochseilartisten,,Flying Mendonca", die im fliegenden Wechsel von Schaukel zu Schaukel glitten und

mit ihrem legendären ,,Dreifachen Salto Mortale" einen fulminanten

nuqrmer von Dany und Denisa, die mit artistischen Meisterleistungen auf dem Rücken holländischer Friesenhengste beeindruckten.

Abschluss lieferten.

"

Der Zauber lndiens

versprühte

verziertem Kopfschmuck tanzte die apafte Gruppe über die Bühne, die anschließend von Monika Sperlich eingenommen wurde, die zeitweise zehn Hula Hoop-Ringe gleichzeitig um Arme, Hüften und Beine kreisen ließ. Später verzückte die

chen Neuerungen auf: Kenny Quinn erstaunt als geschickter

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0er Zirkus sastien vom Mimwoch, o. Airii, bis Mittwoch, 13. April, auf dem Messegelände Hechtsheim. Vorstellungen mon-

zierliche Blondine Jung und Alt Manta

Neben den altbewährten Zirkusnummern wartet der','Zirkus Knie in diesem Jahr mit zahlreiLangfinger und der erst 16-jährige Ren6 Sperlich zeigt sein Handstandkönnen ungesichert auf einer Flaschen- und Stuhlpyramide.

Charles l(nie's Show-Ballett: Mit knisternden Samtröcken und reich

mit ihren zwei Seelöwen

sandige

Löwe wirkt noch verschüchtert

Welten,

Den Zauber Indiens

die

Manege,

Seit diesem Jahr beim Zirkus Knie: Paolo Kaiser auf der Rola-Rola.

tags bis samstags um 15.30 Uhr und 19.30 Uhr sowie sonntags um 11 Uhr und 15.30 Uhr.


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n tp Nil' n c Fro

Von

Michael Heinze

MAINZ. Eine faszinierende Reirund um den Globus mit inter-

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nationalen Starartisten und schwungvollem Live-Orchester hatte der Circus Charles Knie versprochen - und den Mund

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nicht zu voll genommen. Bei der großen Familienvorstellung im 15 Meter hohen Chapiteau auf dem Hechtsheimer Messegelän-

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den nächsten - und die 766 Besucher in der 1440 Mann fassenden Arena kamen ob der vielen schönen

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de jage ein Höhepunkt

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lFrauen, exotischen Tiere und

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waghalsigen Nummem aus dem ct)

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Staunen gar nicht mehr heraus. Gleich zu Beginn ging es direkt

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von null auf 3000 Umdrehungen. Das feurige Zigeuner-Opening mit Fackel-Jonglage, Feuerschlucker, Seiltanz und Seidentuchakrobatik war die perfelite Einstimmung. Wie man Artistik bubhstabiert,.zeigten Dany und Denisa auf dem Rücken rassiger Friesenhengste. Die vielen Kindergarten- und Gtunschulkinder im Zelt kamen besonders bei

Clown Andrd

-

einem wahren Sauberkeitsfanatiker, der das Publikum mit jeder Menge Mimik und Gestik zum Kichem brachte und einen Weißen Hai in

der

Badewanne zur Strecke brachte - und natürlich beim Aufuitt von Marek Jama und seinen tierischen Freunden auf ihre Kosten. Der 55 Jahre alte Pole präsentierte neben Pferden auch

Zebras, Kamele, Lamas sourie einem schottischen Hochland-

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Atemberaubende Artistik unter der Zirkuskuppel.

Foto: hbzJJudith Wallerius

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rind names Zasu, ein

ungarisches Steppenrind sowie zwei aJ-

rikanische Watussi-Rinder mit Hömem wie Unterschenkel. Ein ganz besonderer Hingucker war

das putzige Känguru Norbert, das seine Hüpfl<raft bei mehreren Sprüngen über eine hellblaue Hürde unter Beweis stellte und die Herzen der Dreikäsehochs

im Nu eroberte. Die Eltem- und Großeltemgeneration indes spendete dem raffinierten Taschendieb Kenny

Quinn begeistert Applaus. ,,Sie brauchen keine Angst zu haben ich bin ein ehrlicher Dieb und

Sie bekommen alles wieder zurück", raunte der fingerfertige Gentleman-Gauner den graumelierten' Schläfen den Menschen auf den roten Polster-

mit

sttihlen und Schalensitzen at. Unbemerkt hatte der perfek:te Ablenker und Präzisions-Beklauer mit seiner Langfinger-Gattin als Platzeinweiser getamt den einen oder anderen Gast bereits

im Vor{eld der Vorstellung um

mit dem englischen Dompteur

ihr Hab und Gut gebracht. Drei

Alexander Lacey noch ein wenig anzumerken, aber er bestand seine Feuertaufe am Ende mit Bravour. Bestnoten gab es nicht zuletzt für Rend Sperlichds Handstandakrobatik, die brasilianische Trapezgruppe ,,Flying Mendoza" oder die grandiose Dambietung mit den Seehunden.

Herren nahm der Däne mit in die Manege und mopste ihnen vor aller Augenden Schlips oder die Uhr. Seine Premiere erlebte gestem Abend Masai junior, ein im Juni

2009 in Ingelheim zur Welt gekommener alrikanischer Löwe.

Sienene alelrstehe An der Seite von vier bengalischen Tigem und

zwei Löwinnen war dem Klei. nen die Nervosität beim Auftritt

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fin Video finden Sie unter www.allgemeine-

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VON JENS

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MAINZ. Schon der Auftakt war furioser als so manches Finale.

Tänzer, Musiker, Akrobaten,

Feuerschlucker - alle gemeinsam in buntes Licht getaucht irn Rund der Manege. Und von da an geht es Schlag auf Schlag. Beim Zirkus Charles Knie, der derzeit auf dem Mainzer Messegelände gastiert, bleibt kaum

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Zeil ntm Atem holen. Ein Programmpunkt jagt den anderen,

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eine Sensation die nächste. Kein Confdrencier, kein Direktor, der

das ,,särr verärrte Publikum" durchs Programm führt und jedes Mal wieder die Luft aus dem Geschehen nimmt. Stattdessen eine Stimme aus dem Off mit einigen wenigen Er-

läuterungen

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und wie. Dank hochklassiger Artisten, einer beeindruckenden

die immer

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neue

Stimmungen ins Zirkuszeit zaubert, einer perfekten Regie und nicht zuletzt dem Live-Orchester, das die Show mit Melodien abseits des Zirkus-Einerlei untermalt, vergehen die knapp drei Stunden unter der Planenkuppel wie im Nu.

Eine Show mit Liebe zum Detail Neben , den Leistungen (ler -Künstle*,istes vor allem die Liebe zum Detail, die den Zirkus Charles Knie zu etwas ganz Besonderem macht. Ein Showballett an sich ist schon nicht alltägIich. Aber dass die Tänzerinnen

auch noch jeden

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und

ansonsten sprechen die Nummern für sich

Lichtshow,

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Programm-

punkt mit passenden und auf-

wendig gestalteten Kostümen ankündigen, ist alles andere als normal. Auf, die Seehundnum-

b€eindruckender.

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- das ganze Pro- die aktuellen Rezeptionsge- und die Form der Darbietung kleinen Jungen schwebt davon. etwas Besonderes wohnheiten des TV-gewohnten den Tick besser, der sie über den Ein schönes Bild, das ein letztes

Warum auch

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ist

mer wird im Matrosenanzug ein-

irnd niemand muss das dem

gestimmt, die rassigen Pferde werden als Tängogruppe beglei

schauer

tet und vor der Raubkatzennummer wird es afrikanisch. Ja, die

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ne, trla ?ä Raubkaeennummer. Von jeher ten Welt in der ManeSe, die srab. an dern heure auch eh Zr- de Bräsrlj.ner am Itapez been% tto bäne eh kundjter CüF kus geme$en wird. Dentr die det sejD€D Auiritt mit ejDer ejn€r der Höheruntte irD Z;kus wirkr, % L(o. \rf Casdand, die und bei Chärles Kde besoDders ter die b$ten Sz€nen aüa eiDem Maxime,,Dr sollst mcht lanS- Hommage aD das s€hl ra_ Rolschuhartistm sind weil€D" hier wie don. fürs Femsehen seheDgwert.irompteü Ä]ex"r- zirkuslestival 8i1t Z U. V) $ der Lacey z€igr seitre Tiger-und- zusammeng$chninen. Charles Knie langweill nicht. s.nl und wds Ren6 Sperlich miL 9rr_ V ), Löwen-Num;er mlt eioer spie\ _die I,til der dichLm Dramaturgie, y.€in bisscheD. Selbsr der Pau- seineD geräde mal 16 JabrFD ao beeindmckend€n Bitdem von seDclown,dermeßtaheundaDft- HaDdstandalaobatikzeiSt, kann ledsclleü t€ichtigkeit, \ A*ocrundtrlotiv des ga;zen ärku5- aftikanischen Büffeln, die nit bar€ Aufgabe ha! die Umbau' sich mebr ab sehmlassen \ -L_;a progamms isL. Niemand bind ibJeo riesigen Hömem gemein- zerteD zu überbrücken, isl hier Das Pinäle schlägr den AUI_ 7.s, \ ?. -ol Cll irm-"absotxte Ruhe", daml die sam mirscLoftisclen Hochländ- ein Merster seines Faches uDd takt dann doch noch. Alle Anjo \ geüngt, kein dndem in der MaDege steher genaü das, was er seinsoll rich- teD b€danken sich üDter'toseD_ \ "" -*5 "Weitseßation" *9'. trffi'J1::iH'Jffi,ti: l"X'J"#,1#iläXJlfl11* "e'j.,'* sind d,e Kunsüer Nirtonv ist eiwas größerale ein Bierd€ckel, dieVoEtallunq aberauch

erklären.

Im Gegenteil, der ist von

ZuBe-

Zuschauers. Einen

Artistenzir- Durchschnittihres

Fachs

erhebt. Mal unterstreicht,

dass hier ein

kus mit irgendeiner Showpro- Der Taschendieb ist besonders Zirkus am Werk ist, der die beduktion fürs Fernsehen zu ver- fingerfertig und charmant, der sondere Magie des Genres erhal-

ginn an.gefangen von den Leis- gleichenistzwarnichtganzfair, Bauchredner hat einen schönen ten aber gleichzeitig in die Zuiungen aär artisten und der bun- äber dennoch ist das der Maß- subversiven Humor, der fliegen- kunft retten will.

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Das (jescnar ntnrer ZIRKUS

Ein Wirtschaftsunternehmen

...

Von Dennis Rink

MAINZ. Zirkus

,

ist

Freude,

Spaß und Unterhaltung. Zirkus

sind Clowns, Ponys und Tiger. Zirkus ist aber auch noch etwas

qeffiege

auf Reisen / Jedes Rädchen muss perfekt ins andere greifen

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iiixi a!:lta.:ir:'.],:. :r,i::,

anderes. Etwas, das die Besucher

bei den Vorstellungen nicht

se-

hen, sondem was hinter der Manege abläuft. Wenn Direktor Sascha Melnjak mit seinem Zirkus Charles Knie durch ganz Deutschland reist, dann leitet er nicht nur eine Unterhaltungsstätte, sondern auch ein kleines Unternehmen. ,Wir sind ein

Wirtschaftsbetrieb auf Reisen", sag Melnjak auf dem Hechtsheimer Messegelände, wo det Zitkus noch bis zum l5.APril Sta-

tion macht. Zirkusgen reicht nicht aus Heutzutage brauche es mehr als nur das,Zirkusgen im Blut, um einen solchen zuleiten.2007 hat der 3Gjährige Kaufrnann das Untemehmen von Namensgeber Charles Knie übemommen und den Betrieb seither in der europäischen Zirkusspitze etabliert' ,,Es ist eine Herausforderung, ein Untemehmen zu leiten, das alle paar Tage seinen Standort wech-

ein reisendes Der romantisierte wanderzirkus von einst hat ausgedient. Zirkuschef Sascha Melnjak führt

lich müsse sich sein KonzePt immer wieder in jeder Stadt aufs Neue bewähren, immer wieder

kalkulieren. kann?,,Damit muss man umgehen können", sagt er. ,,Man muss auch mit schlechten Tagen zurechtkornmen und den Blick nach vome werfen." Die Tageskosten für den Zirkusbetrieb liegen fast im fünßtelligen Bereich. Das Futter fih die

die Gunst der Zuschauer

rund 100 Tiere sei dabei noch

selt", lächelt Melnjak. Schließ-

er-

obem.

Bis zu 50 Städte im Jahr fährt der Zirkus Charles Knie an. ,,Es gibt viele Einllüsse, die den Erfolg in einer Stadt lenken können. So genau kann man deshalb nie kalkulieren", gibt Melnjak zu.

Ein Kaufrnann, der nicht genau

der

geringste Posten, betont Melnjak. Gehälter, Versicherungen für die 90 Mitarbeiter und die über 100 Fahrzeuge, Strom,

unternehmen'

Foto: sascha Kopp

|ahre zu tun,

kus noch immer ein Theater des

schees vergangener

000 Zuschauer müsse er bei

Volkes, das sich auch Familien leisten können sollen "

nach denen eine Zirkusfamilie durch ganz Deutschland reist und von der Hand in den Mund

keine roten Zaltlen nt schreiben. Da kommt er doch in ihm durch. Der kalkulierende KaufrnaPn, der er sein muss, um einen erfolgreichen Betrieb zu leiten. ,,Wir

nen Zirkus auftnerksam nt ma' chen, hat der Direktor sogar seine Reklameabteilung auf Profes-

einnahmen", sagt Melnjak. Um die

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jeder Vorstellung in das 1440 Plätze fassende Zelt locken, um

wollen schließlich kein Minus machen, den Besuchem aber

dennoch

ein

angemessenes

Werbekosten - die Liste der Abbuchungen ist lang und vielfältig.

heis-Leistungs-Verhältnis bieten", sagt Melnjak. ,,Die Menschen wollen bei uns eine gute

,,Das alles finanzieren wir ausschließlich über die Zuschauer-

Show mit einer guten Unterhaltung sehen. Für uns ist der Zir-

Um die Besucher auch auf

sei-

sionelle Beine gestellt und einen

Reklamechef mit an Bord genommen. ,,Man muss alles haben. Die Poster in der Stadt, die Briefl<astenwerbung, Freikarten. Um Erfolg zu haben, muss jedes Rad ins andere greifen", betont

Melnjak. Der Zirkus von heute hat also nur noch wenig mit den Kli-

lebt. Der modeme Zirkus ist ein

Wirtscha.ftsuntemehmen,

das

zahlt und sich auch an einer Gewinnkalkulation orientiert. Dass das feste Angestellte hat, Löhne

alles aber hinter der Manege bleibt, ist ebenfalls ein Teil

des

Konzeptes. Denn der Zirkus bedeutet in erster Linie für den Zu-

schauer noch immer Freude, Spaß und Unterhaltung. Nur der Rahmen worden.

ist professioneller

ge-


G 3266 A

0n0 u0m

Gl ofionor Nummer 89

66. Jahrgang

Freitag, 15. April 2011

Mo.-Do. 1,20 EUR, trl- u. Sa. 1,40 EUR

MDV-GmbH .Telefon (0641) 3003-0 Marburger Straße 20 35390 Gießen

MITTELHES S IS CHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Postfach

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Gießen

Fax (06 41) 30 03-3 05 (Red.), 30 03-3 01 (Anz.)

http ://www. giessener-allgemeine.de

Trickreicher als die Polizei erlaabt Meisler-Taschendieb Kenny 0uinn demonstrierte bei Dienstgruppenbesprechung Langlinger-Tricks Gießen (pd). Für PolizeisprecherWilli Schwarz endete die Begegnung mit Kenny Quinn mit dem Verlust von Ggl_d, Uhr und Krawatte. Und auch Ulrich Marschall von Bieberstein überstand das Treffen mit dem Meister-Taschendieb nicht ohne Verluste. Banknoten, Handy und

Der Künstler aus Dänemark ist nicht nur eine der Attraktionen des Zirkus Charles Knie, der vom heutigen Fleitag an auf dem Messeplatz an der Ringallee gastiert. Auch bei der Polizei sorgte der Taschendieb für Aufsehen. Dör Gentleman mit den flinken Fingern informierte die Beamten über die Tricks der Langfinger - in Theorie und Praxis. Er selbst habe sein Handwerk nur für künstlerische Zwecke - an Puppen oder eigens präparierten >Glockenjacken< erlernt, die jeden Fehler mit einem Klingeln entlarven. Quinn, der im vergangenen Jahr auch

sogar die Brille hatte Quinn dem Leitenden Polizeidirek- sehr zur Erheiterung der Kollegen im Plenum - sti-

tor

bitzt. Mit dem Langfinger hatte däs Polizeipräsidium

Mittelhessen am Donneistag einen besonderen Gast zu ihrerDienstgruppenleiterbesprechungeingeladen.

gerpalast hatte, ging auf diverse kriminelle Maschen von Taschendieben

ein. Er erwähnte die >Sandwich-Methode<, bei der das Opfer von den

Tätern im Gedränge eingequetscht wird und berichtete von dem Thick, Kleingeld fallen zu lassen. Sobald sich ein hilfsbereiter Mensch bücli:t, wird er vom Täter, der genau mit dieser Reaktion gerechnet hat, beklaut.

kaufswagen ist laut Quinn ein begehrtes Objekt von Langfingern. Vie-

le Diebe nutzen

zudem Utensilien

wie Regenschirme oder präparierte

Mäntel, um ihr Diebesgut unauffällig verschwinden zu lassen.

Zum Schutz vor

Taschendieben

empfahl der Künstler vom Fach, die Brieftasche beispielsweise mit Kordel und Sicherheitsnadel an der Kleidung zu befestigen. Wer viel Geld mit sich führe, könne dies in mehreren Taschen am Körper unter-

Manche Diebesbanden nutzten Kinder als Komplizen. Die seien rechtlich nur schwer zu belangen und wegen ihrer geringen Körper- bringen. Sch-ließlich sei auch der gugröße in der Lage, ohne großes Auf- te alte Brustbeutel noch immer ein Ja, wo ist denn die Krawatte? Nicht nur seinen Schlips vermisste Posehen in Taschen und Behälter zu wirksames Mittel gegen Menschen llzeisprecher Willi Schwarz (1.) naöh seiner Begegnu^ng mit Taschen-

ein Engagement im Fbankfurter Ti- greifen. Auch die Brieftasche im Ein- mit allzu neugierigen Fingern.

dieb Kenny

Quinn.

(Foto: pd)


qd rEine

Reise um den Globus<r stellt der

& zlit "t Charles Knie in den Mittelpunkt Programmes, das ^von heute an seines neuen

bis einschließlich- Dienstag auf dem Messenlatz Rineallee präsentiert wird. AIs einziger ääutsctrer" GroßZirkus verbindet dieses U,niäin"ttm"" alle traditionellen Elemente der Zirkus-Kunst in einer modern choreograZirkus-Revue, bei der keine Sekun"ni"ttu" äe Lanseweile aufkommt. 31 internationale o"te Artisten und Tierlehrer entfüh"iuGäeE ien d"as Publikum auf eine einzigartige, un-

Reise durch ferne Länder: versessliche --Z-" ääL1"" sind d.ie beste gemischte Raubtiernummer (ausgezeichnet beim Zirkustesti-

Ale-üiil Montci Cailo) von Raubtierlehrer t;;a;; i".uv der charmante Taschendieb Käil Ouinn,' ttieeende Menschen unier -der derlus-

Z-iit,itt üpput, vori,vltzige Seelöwen,

tipe Bauchiedner Kennöth Huesca, edle Pferäu-dt"rrnt"tr, rasante Rollschuhartisten, eine Vielzahl an exotischen Tieren'in einer einmatisen Dressurdarbietung, spektakuläre- Bodän- und Luftakrobaten sowie der weltbekannte humorvollen Clown Andr6. -ioistellunqen tiiqlich 15.30 und 79'30 Uhr

(sonntaq li und-15.30 Uhr, Dienstag nur '{{.iO Ühr; heute 75.30 uhr FamilienoorstelLäg). rict;ets: 077 7/146 2456. (Foto: Schepp)


Ranghöchstem Polizisten Brille von der Nase geklaut Meistertaschendieb gibt illustres Gastspiel im Präsidium GIESSEN (l). Da geht einer in eine immer den direkten Kontakt zu ihren OpVersammlung von rund 150 Polizeibeam- fer, berühren oder rempeln, erklärte ten, klaut, was das Zetg häl| und be- Quinn. Das Wichtigste für sie ist, neben

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kommt dazu noch tosenden Beifäll. Keine verkehrte Welt, sondern der Auftritt von Kenny Quinn, dem dänischen Meis-

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tertaschendieb, der derzeit mit dem Zirkus Charles Knie in Gießen gastiert und gestern Vormittag einen kurzen Gastauftritt im Polizeipräsidium hatte: Quinns nicht angekündigte Einlage Sollte etwas Abwechslung in das anstrengende Tagesseminar für alle Dienstgruppenleiter von Schutz- und Kriminalpolizei aus dem gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen bringen, und das mit vollem

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Erste Uberlegungen, dass der aus Dänemark stammende professionelle, aber nicht kriminelle Dieb, während einer Pause schon lange Finger macht, wurden fallen gelassen. Immerhin sind seine Opfer nun mal nicht unbedarft. Und die Gefalr, dass Quinn an den Falschen oder, je nach Sichtweise Richtigen geriet, und Handschellen angelegt bekommen hätte, wollte man bei den Organisatoren umgehen. So wurde er vom leitenden Polizeidirektor Ulrich Marschall von Bieber-

stein und dem Leiter der Pressestelle,

Willy

Schwarz, beide später potenzielle Opfer Quinns, ofüziell vorgestellt. Quinn, in Norwegen geboren und in Dänemark aufgewachsen, war schon als Kind fasziniert von der Welt der Manipulation und Taschentricks. Mit 17 traf er den Alt-Meister der Taschendiebe ,,Gentleman Jack", bei dem er zwei Jahre in die ,,Lehre" ging. Mit 19 stand Quinn dann auf Varietd-Bühnen und in Manegen. ,,In der Welt der Taschendiebe ist jeder

Opfer" verdeutlichte

er

gestern den

Beamten. In einem kurzen Vortrag zeichnete er die Ausbildung, die Arbeitsweisen und Tricks seiner krirninellen Kollegen auf. Taschendiebe suchen zwangsläufig

der Fingerfertigkeit, von ihrem Handeln abzulenken. Ob nun als Einzeltäter oder in der Gruppe.

Doch nicht nur, wie

Taschendiebe

arbeiten, sondern auch, wie man sich vor ihnen schützen kann, verdeutlichte Quinn den Ordnungshütern. So sollte man seine Wertsachen. sprich Geld oder Papiere an verschiedenen Stellen in der Kleidung

verteilt haben. Nützlich sei es auch, Geldbörsen mit dünnen Schnüren durch Klips oder Sicherheitsnadeln an der Kleidung zu befestigen. Ein unbemerktes ,,Ziehen" der Sachen ist dann nicht mehr möglich.

Die an vielen Orten angebrachten Schilder ,,Achtung Taschendiebe",

eigentlich eine Warnung, bewirken laut Quinn gerade das Gegenteil bewirken, so

Quinn. Jeder der diese Schilder leist,

würde nämlich unbewusst kontrollierend zu seinem Portemonnaie oder der Brieftasche fassen. Einen deutlicheren Hinweis, wo sich die Beute befindet, kann ein Taschendieb nicht bekommen. Am Ende des Besuches zeigte Kenny Quinn seine Fertigkeiten und suchte sich dazu drei Opfer aus. Was er ihnen alles unbemerkt aus den Taschen zog, obwohl diese eigentlich darauf gefasst waren; brachte den Saal zum Toben. Neben den Uhren, Handys und Geldbörsen ver-

schwand

wie durch Zauberhand

auch

eine Krawatte. Und selbst vor der aufgesetzten Brille des Polizeidirektors machte der Meisterdieb nicht halt. Also aufgepasst, wer in den nächsten Tagen auf den Messeplatz in der Ringal-

lee

in

den Zirkus Charles Knie geht.

Schon beim Eintrin, könnte einiges verschwunden sein. Ganz sicher aber ist, die

Opfer erhalten alles wieder zurück Gaunerehrenwort.

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Kaum fassen konnte es der leitende Polizeidirektor, was Quinn ihm unbemerkt nach und nach aus den Taschen gezogen

hatte. Dass ihm auch die Brille von der Nader Meisterdieb sie aufgesetzt hatte, bemerkte von Bieberstein gar nicht.

se abhandengekommen war und

Ablenkung ist alles. Während Quinn Polizeisprecher Schwarz für dessen Teilnahme an der Vorführung''dankte, zuvor hatte er ihm andere gemopste Gegenstände zurückgegeben, zog er ihm völlig unbemerkt auch noch die Krawatte vom Hals. Fotos: Lamberts


freuen sich auf die Besucher' Zirkusdirektor Sacha Melnjak (Mitte) und seine Artisten

Höchste Ansprüche sind Direktor gerade gut genug Zirkus charles Knie gasti"rt

-lt

31 Artisten und 103 Tieren bis Dienstag auf Messeplatz

Das beeinnt Heute Nachmittag um 15'30 Uhr Men- sind ihm gerade gut genug' ginnt die Premierenvorstellung' der um Niendonäs, äi. ,u""ttn"Mul schen unter der Zelttupi-eil t tur, pelden ,.ffi1:.;tiäi:;1,i1"#:1""'äL""-,.n, **g:X'n:ff#XH'?'ll"3t'J,ä: dasist Zirkus wie er r"1üi,.0 der Gießedie ro: und Montag. Am Sonntag präsentiert lebt. Genau das können o*'ää"l"räil;;;;;;;;i"i.n um I 1 und um Artisten und Tieri Zirkus seimit auf dann Tagen er bietet So ,r"i in 4"" nächsten näi :iä"*. 15.30 Uhr. Mit einer Nachmittagsvor,"" n"r""'äi; R;i; um den Globus stellung erlebÄ, denn ä;Mfitlau am Dienstag endet das GastZebnherde' TraÄpelti"r*' ,,Flying Mendonca" zeigen in 13 '- mit "ln"t Kängurus spier von Zirkus charres Knie.

be-

GIESSEN (Aat). Fliegende

^

ä",ir"pä".'l",nur. Nu"o"r. Merern Höhe eine *rrir?j'Jrr? s"t'au -it einem dreitacheriSatto äXi"];:'{[if;ä;:ffj1mf.*1ru. als Höhepunkt. Nach zwei Jahren 'Ji,l"..iri.r"n" Pferde ins Progiamm. charles Knie in-. . älä.;;iää. iä""; * fl'; ii" ci"tlJn;i"* ;;r;;;bd.i jahren - vor zwer der Stadt und das mit einem völlig ^'ät ' denn "ii",ääm''ter, ,punn"nde - Tigerneuen Programm, das alte circen-- p.a."ntiäri" "in" sische Tugenden mit rasanter

benprächtiger Show

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n.r,nro"rl'oii.io*"r, *ä"n

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Schau zu einem Einheitspreis y91zeh.n Euro pro Platz geboten (Lose: 15 Euro)' Tagliöh kann züdem zwischen 10 und 13 Uni ai" Tierschau besucht werden' Dabei gibt es eine weitere Besonderheit,

J3ff'ffi:i,' ifiili?k#,äffiHnäjA*;; g:ffi;ilä:fiT::',;;l'1#t*fi:'f;X und mächiigen Tigern nrä- möglich' .aus I

ti*"n Zirkusorchester' können ,"nti"r"nlwi" pJgtt "i dur ri*ht,'b"- öa spielt das in der groArtistenproben und DressuiPieise denn nong"", Ä*ä"i"t *"ir"n äi" und die werden beobachtet catiog"tin I\fonte l3-qn YT".g" Jahren aus einem Famlie'nu;;;;;;iffi; u"t1n cii",rsr"siwal können mit den Ponys reiten' Kinder Nesthakc"hen eÄcne. ör["J"t t"n t;;36eine Arr Superzirkus ,";;;;;. "rr itt^"fniogfi"' Nass werden kann man auch bei der Jährige hat einen InoO"fnän e;i.iJ ,u O* n"Jüliägttppt-uU"t die beiden Seelöwen Sascha Melnjak, einem gelernten

ii zirk r, Kaufmann, der sich "iri".i, 1n wenigen gelungen, es ist hat, verliebt sammengesrellt auch

g"i"ii"i"o" r.*r- o*r.r"iräi"ää."0*"iJ"i-oüouär* Mutter

Tierschau, denn treiben schon gern einmal in ihrem riesigen Becken neckische spiele mit den

männischen uuertegungen atlein mit thn mit dem ziet, Zirkus mogläir':, äi;'o'';; üilgö:ö;;;.'rr;;;v-!;i Bäsuchern begleitet von ihrem typi aufgezogen' Flf,schchen dem -i'e"nd- schen Gebell' präsenrieren. oie trociräen Ä;r;;.h" S.fruul?ttitt'tin' an die Leisrungslähigkeit von Artisten *unn *äär't.in. einem Zoo geboren, von seiner


'€ r! Gießen (kan). Sieben wild fauchende Baubkatzen sitzen im Halbkreis in der Manege, fletschen immer wieder die Zähne, brüllen

Dompteur Alexander Lacey an. Doch auf sein Kommando wälzen sie sich auf dem Boden, springen über Hindernisse und machen Männ-

chen. Diese beim Zirkusfestival in Monte Carlo als beste gemischte Baubtiergruppe der Welt ausgezeichnete Nummer ist nur ein Höhepunkt bei der >Beise um den Globus. des Zirkus Charles Knie, der noch bis zum Dienstag auf dem Messeplatz an der Bingallee gastiert.

Die 1200 Premiereu-Zuschauer erleben am Fleitagnachmittag in dem knapp dreistündigen Programm atemlose Augenblicke bei den

Artistiknummern, staunen über die Tlicks des Taschendiebes Kenny Quinn und lachen über die Missgeschicke'von Clown Andr6. Und immer wieder bevölkern die unterschiedlichsten Tiere die Manege. Die eleganten schwarzen Pferde lassen vor allem die Mädchenaugen leuchten. Auf ihrem Rücken zeigen Dany und Denisa scheinbar mühelos kunstvolle Figuren. Beeindruckend auch die Hörner der exotischen Rinderarten, die sich mit Kamelen, Nandus, Zebras, Lamas und ei-

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nem Känguru die Bühne teilen.

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Erleichtertes Aufatmen ist im Publikum zu hören, wenn die Artisten nach ihren Nummern in luftiger Höhe wieder festen Boden unter den Füßen haben. So stapelt Handstandakrobat Ren6 Sperlich fünf Stühle aufeinander und auf leere Flaschen, bis er auf

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seiner wackeligeg Pyramide den Stern erreicht, um di:n ihn s'öine Liebste gebeten hat. Rasante Akrobatik und einen dreifachen Salto mortale zeigen die Artisten am Flug'trapez. Sie schwingen sich hoch hinauf, um sich dann loszulassen und von einem anderen:Artisten wieder aufgefangen zu werden. Die Rollschuhnummer wird einem der Besucher wohl besonders im Gedächtnis bleiben. Er hat sich freiwillig gemeldet, an der

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Deliisa. (Foto: Schepp) schwer zu erlegende Fliege, will seinen Teddybär in die Luft bringen und wird in der

Artistische Meisterleistung auf zwei Pferderücken zeigen Dany und Ebenso eindrucksvoil ist

für einige

Gäste

Auftritt des Taschendiebes Kenny Quinn. schwindeleregenden Aktion mitzuwirken. Völlig ahnungslos schauen sie sich das Fro- Badewanne von einem Hai angegriffen. Danach erreicht er allerdings nur noch gramm an,'während der Künstler sie schon Zwischen den einzelnen Nummern führt schwankend wieder seinen Platz rängst bestohren n"t Charles Knies Show-Ballett die Zuschauer der

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toschlüsseL, Kameras und Bonbons zurückgibt. Noch in der Manege schafft er es un-

bemerkt, einem schon vorgewarntem Besucher mit den Worten >Jetzt gehört

wieder alles Ihnen< die Krawatte vom Hals zu stibitzen.

Die

zählreichen

I(inder in der Premierenvorstellung

haben

besonderen Spaß an den mehrfa-

immer wieder auf einen anderen Kontinent, bringt sie von Indien über Spanien und Afrika nach Brasilien. Am Ende des Programms steigt der Clown mit einem kleinen Passagier in einen Heißluftballon und bricht auf zu einer großen Reise. Allzu weit wird er akter nipht fahren, denn schon warten draußen die nächsten Besucher für die Abendvorstellung. Der Zirkus Charles Knie hat sein Zelt noch bis zum Dienstag an der Ringallee aufgeschlagen. Heute und am Montag beginnen die Vorstellungen um 15.30 und 19.30 Uhr, am Sonntag um 11 und 15.30 Uhr. Die ei.nzigeVorstellung am Dienstag böginnt um 15,30 Uhr. Außer am Sonntag und Dienstag können von 10 bis 13 IJhr sowie in den VorstelIungspausen die Tiere des Zirkus besucht werden, darunter auch ein erst fünf Monate altes Leoparden-Baby, Heute gibt eS zur glei* :phen Zeit auch eipe öffentliche Prqbe mit Ponyreiten, und"einige der Künsfler werden in

chen Auftritten von Clpwn Andr6. Er verteilt ,;'11*, Fuhlikum Ren6 Sperlich holt seiner Angebeteten mit der Flaschenpyramide ei- Popcorn, jagt eine of(Foto: Schepp) fensichtlieh nur der Inn€nstadt unterwegs sein. nen Stern vom Himmel.

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Fotos: Möller

Farbenfrohes Leben in der Manege wird während des gesamten Programms geboten.

:lebendig, atemberaubend Bunt, Charles Knie fesselt Besucher mit Attraktionen Von

Blick sieht es gar nicht

Erhard Goltze

GIESSEN. Ein Feuerwerk

-

Heute Weltzirkustag mit Einblicken ins Artistenleben

so grandios

aus, was da Paolo Kaiser auf sei-

in

schillernden Farben und heißen Rhythmen löst gleich zu Beginn Begeisterungsstürme vor allem der Kinder aus. Und wenn dann auch noch der gute, alte Feuerschlucker mit großen Flammen inAktion tritt, dann gibt es kein Halten mehr auf den ausverkauften Rängen.

nem Rollbrett liefert, aber sein Sal-

Fänger der Flying Mendoncas erfolgreich.

che verkünden lässt. Natürlich kennt jeder die Balancier-Künste

an. Schon'beim zweiten Auftritt von Seelöweri, weiß, wie riesige funktioniert dann alles reibungslo- Friesen bei einer Pferdedressur ser. Bei Alexander LaceY und sei- wirken können. Und Handstandarnen Tigern und Löwen geht - Gott tist Rene, ein Sprössling der besei Dank - nichts schief. Es kannten Artistenfamilie Sperlich, scheint, als spiele er mit den mäch- schafft es, mit aufeinandergestadie Werten, den scha Melnjak mit Zirkus ausmachen, indem er exoti- tigen Raubtieren, die bei jeder Be- pelten Stü-hlen eine glitzernde Kuzu holen. sche Tiere wieZebra-, Lama- und wegung ahnen lassen, welche gel aus der Zeltkuppel Zirkus zu Konzept, diesem an Was Diesteckt. in ihnen Kraft Kamel-Herde, Watussi-Rind oder enoffne RaRiesenkänguru durch die Manege se Macht, gepaart mit unnachahm- präsentieren, verblüfft, ist. die wird, gearbeitet hier der mit sanz, mit LaceY die zeigt Eleganz, licher lässt, sPringen laufen, hüpfen und mit Lichteffekten spielt, um dann scheinbarer Leichtigkeit seinem das immer wieder Tarbenfrohe

Der Zirkus Charles Knie, der sein Programm mit einem Blick fähigkeiten gearbeitet wird, wird auf die Traditionen des früheren bei den Flying Mendoncas deutJahrmarktreibens einleitet, zeigt, lich, die ein tolles Programm biewie lebendig auch heute nochZit- ten, dann aber Pech haben. als der kus präsentiert werden kann, wenn dreifache Salto am Trapez nicht Tieie aus allen Kontinenten die gelingen will. Auch beim ,,BlindManege bevölkem oder Artisten flug" seines Kollegen greift der atemberaubende Attraktionen am Fänger daneben. Die Erkl2irung ist Fließband bieten. Auf den ersten

aus dem Publikum ulkigste SPrü-

to rückwärts von einem Brett auf wackeliger Rolle auf ein irnderes gehört zu den Höchstleistungen. die Artistik zu bieten hat. Diese Art von Leistung mixt Zirkuschef Sa-

Artisten-Shows einzustreuen. Dass hier an den Grenzen der Leistungs-

Nicht immer war der

muss die Anlage neu justiert werden. Bei diesen Entfernungen kommt es selbst auf den Millimeter

einfach: Nach jedem Neuaufbau

Publikum. Es ist schon eine Kunst, wenn es gelingt, mit einem solchen Programm zweieinhalb Stunden Kinder zu fesseln. Die haben nattlrlich Spaß an ihrem Clown, freuen sich, wenn ein Taschendieb durch die

Reihen marschiert, mal

Bild, das eine beispielsweise

eine

Tanzhuppe mit ihren fantasievollen Kostümen bietet. Begleitet von einem Orcheqter, das in der Lage ist, auf alle Situationen in der Ma-

nege

zn

reagieren. Wer Zirkus

wirklich erleben will, der gönnt

einen

sich heute Vorrnittag einen Besuch,

Autoschlüssel, mal eine Uhr verblüfften Besitzern zurückgibt, oder

wenn am Weltzirkustag Einblicke ins tägliche Artistenleben gewährt

wenn ein Bauchredner Personen

werden.


G 3266 A

Gl ofionor Nummer 91

Jahrgang - trY.66. u. Sa. 1,40 EUR Montag, 18. April 2O11

Mo.-Do. 1,20 EUR,

MITTELHESSISCHE ALLGE M E r N E z E r r u N

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Marburger Straße

20

35390 Gießen

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Iiget, Löulen und Aflisten trainieten täglich Unternehmen Gharles Knie ließ Besucher am Weltzirkustag hinter dielKulissen blicken

- uUnseren Tieren geht es gut<

Gießen- (son). M-ali faucht. Die junge Löwin soll zurück auf ihr ständiges Wiederholen der Kommandos ,>Mali on Platz< und Gesten gehen, _möchte aber nicht. Raubtierlehrer Alexander l.acey mit dem grünen Eichtungsstock bringt er sie dazu, sich doch aul aei lässt der Großkatze ihrenWiderwillen nicht durchgehen. Durch be1 Erhöhun!zwischenihrefrerfahrenen-K.ollegi""e"i,i"a""ruü;;".

-fgdes!

Mali war eine von vier Junglöwen, die bei

der öffentlichen Raubtierprobe im Zirkus

Charles Knie am Samstag zu sehen waren. Im großen Zentra).käfig in der Manege sam-

melten die anmutigen Tiere Auftrittserfahrung. Augenscheinlich gelassener als MaIi zeigte sich dabei der zweijährige Massai. Er schaute ruhig auf Dompteur Alexander Lacey und schnupperte zwischendurch interessiert an der Tigerdame neben sich. >Die Löwenmännchen sind in der Regel friedlicher als die Weibchen und leichter zu dressieren<, erklärte Pressesprecher Sascha

Grodotzki. Der 24-Jährige führte am international ausgerufenen Weltzirkustag Besuchergruppen über das Gelände am-Messeplatz und gab Auskunft. "Bei unserem Zirkus arbeiten 98 Menschen, davon 31 Artisten.< Derzeit beherbergt der Betrieb 104 Tiere; neben den 16 Raubkatzen gehören unter anderem Pferde, Nandus, Seelliwen, ver- Die Raubkatzenpr_obe mit Alexander Lacey war einer der Höhepunkte am >Tag der der offe- (Foto: son) schiedene Rinderrassen und Kängurus dazu. nen Tür<< beim Zirkus Charles Knie. Die Aufmerksamkeit der Besucher erregten aber nicht nur die Exoten. Ein großer, biauner Hund, der wachsam auf dem abgesperrten Korridor zwischen Raubtiergehege und Besucherweg zu patrouillieren schien, weckte das Interesse. >Timba passt auf unsere LöMehr Bilder im lnternet unter

www,giessener-allgemeine.de/ mediathek

wen und Tiger auf<, antwortete Grodotzki auf die Flage eines Besuchers. Denn es komme leider vor, dass selbsternannte Tierschützer versuchten, die Käfige zu öffnen und die Tiere freizulassen. 'IJnseren Tieren hier geht es gut<, betonte Grodotzki. Das Ttaining, die eingehende Beschäftigung mit den Tleren und die Zuwendung ließen keine Langeweile aufkommen. Auch die Standort*echsel machten gerade den Großkatzen nichts aus.

>Im Gegenteil, neue Gerüche, neue Eindrücke sind für die Tiere positiv<, so Grodotzki. Nacll einem Rundgang über das Außengelände fand man sich wieder im großen ZeIt eirr,

wo einige Artisten Einblicke in ihren trai-

ningsintensiven Alltag gewährten. Der Zirkus Charles Knie gastiert noch bis zum nlgrgigen Dienstag auf äem Messeplatz. Vorstellungen sind am Montag um 15.30 und 19.30 Uhr sowi.e am Dienstag um 15.30 Uhr.

>Manege frei!" - psv Zirkus Charles Knie gasti.ert auf der4. Messeplatz Ri.ngallee


Zirkus Charles Knie - Pressespiegel 2011 (3)