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Inhalt

Musik nst AAA CC DD EE G Ku S.3

White Denim Enigma, Your Eyes! Halloween-Songs S.8

H IIII J KK LLL M NN OOOO RRRR U

l One Second Digita everyday S.15 lumne Qual der Wahl Ko Akira Kurosawa S.19 Film S.11

ur S.20 t a r e t i Reise an den L Rand des Universums ater Theaterregeln S.24 The sen S.25 Ein Stück Welt Wis für dich

S.28

atz w h c S Ein it… Moritz Stiefel m november 2013


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6. bis  8. Dezember 2013 Der Event für stimmungsvolle Shopping-, Kultur- & Adventstage rund ums Thema Design.

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Musik

eniam D e t i Wh a Lemon de an

Corsic

Kilian Mutter

«Es hat fünf Alben ge­ braucht, um auf Platte endlich so zu klingen wie auf der Bühne», sagt der Frontmann von White Denim, James Petralli. Und tatsächlich, die Jungs aus Austin haben es auf ihrem neusten Wurf ge­ schafft, ihren energetischen Livesound im Studio umzusetzen. Diese Aussage soll keineswegs die Qualität der Vorgängeralben in Frage stellen, sondern zeigt die Weiterentwicklung, die White Denim seit D gemacht haben. Corsicana Lemonade verbindet psychede­ li­ ­ schen Blues-Rock mit progressiven und jazzigen Elementen. Eine Mischung, die White Denim an manchen Stellen zu einer Art experimentier­ freudigeren Version von The Black Keys oder Thin Lizzy machen. Aber auch eingefleischte Fans kommen auf ihre Kosten: Immer wieder verlieren sich die 4 Bandmitglieder in ihren ausgiebi­ gen Jams im Südstaaten-Math-Rock, den man auf den älteren Alben vorfand. White Denim – Corsicana Lemonade 29. Oktober / Downtown Records

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Musik

es! y E r u o ? gma, Y From Here

Enhiere Do We Go W

Kilian Mutter

Ein Album von Anfang Sep­tem­ber? «Ist doch schon lange alter Käse!», wirst du dir sagen. Im Fall des Debutalbums des Wahlzürcher Duos Enigma, Your Eyes! ist eine Ausnahme unbedingt notwendig. Kaum eine Schweizer Veröffentlichung wurde dieses Jahr so sträflich vernachlässigt und unterschätzt, wie Where Do We Go From Here?. Dies soll sich nun ändern. Silvan Jeger und Maxime Paratte, beides aus­ gebildete Jazzmusiker, beweisen darauf nicht nur ihre Qualitäten als Multiinstrumentalisten, son­ dern zeichnen sich gleichzeitig als grandiose Songwriter aus. Enigma, Your Eyes! pendeln auf ihrem Debut zwischen melancholischem Indie Pop und Electronica und lassen schwere Stromgitarren gegen ausgeklügelte Beats antreten. Where Do We Go From Here? ist DER Soundtrack für die kalten Tage und beweist ein weiteres Mal, dass es sich lohnt, bei Schweizer Acts öfters mal genauer hinzuhören. Enigma, Your Eyes! – Where Do We Go From Here? 9. September / Self-Released

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Musik

besten 5 e i ngs D o S n e we tz Halloim Ne er

D rende t s r Ve ö

Keep Slipping Away [A Place To Bury Strangers]

Der lle imente r e p x E

te

rfluch Der Ve

it Der m ing l s o Ryan G

Lose Your Soul [Dead Man’s Bones]

Bela Lugosi’s Dead [Bauhaus]

I Put A Spell On You [Screamin’ Jay Hawkins]

hschwic Der Be nde tige

Friendly Ghost [Eels] ZIN°11


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SCHÜÜR.CH

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NovEmBEr 2013

SONNTAG

10.

SCoTT MaTTHEW BAUM

MITTWOCH

13.

ReetO VoN GUnTEN

SAMSTAG

16.

SONNTAG

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SkId RoW UGLy kID JoE

DIENSTAG

26.

& ThE SouND oUTSIDE

DONNERSTAG

28.

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Kunst

H G E E C DDLL M NN C A A A K L RR U K J I I II RR O O O O Laura Breitschmid

Wie die Permutationen und Kombinationen der Buchstaben im Titel verschiedene Anordnungen ergeben, so analysieren fünf Kunstschaffende die Sprache, fächern sie auf, um die Einzelteile zu potentiellen Möglichkeiten und Realitäten zusammenzuführen. Stéphanie Lagarde verknüpft Text und Bild oder Skulptur um im gleichen Moment eine Distanz zwischen den Dingen aufzubauen. Die von ihr gewählten Medien, Ma­ terialitäten und Themen führen Widersprüche zusammen, nur um der Realität noch einmal kurz zu entwischen. Das Original, die Kopie, Repetitionen, Neuanordnungen- und Auslegungen, das Vergangene und das Aktuelle: Oliver Laric verschiebt die Gren­ zen ohne Berührungsängste, bis sie vielleicht gar nicht mehr bestehen. Die in AAA CC DD EE G H IIII J KK LLL M NN OOOO RRRR U beteiligten Kunstschaffenden be­ dienen sich unterschiedlichen Methoden und ZIN°11


Kunst

Herangehensweisen um zu erforschen, analysie­ ren und Bilder in Worte, Objekte und Konzepte zu transformieren. Die Ergebnisse können überra­ schende, poetische und sinnhafte Kombinationen sein – müssen aber nicht. Mit: Nico Colón, Mexiko City Cecilie Bjørgås Jordheim, Oslo Mikko Kuorinki, Helsinki Stéphanie Lagarde, Paris Oliver Laric, Berlin Kuratiert von Stéphanie Lagarde und Ray Hegelbach 9. November – 7. Dezember 2013, Vernissage Freitag, 8. November 2013, 19.00 Uhr Alpineum Produzentengalerie Hirschmattstrasse 30a, 6003 Luzern

(Früh er be spiel galer te di ie, w e Alp ie de ineum Räuml r Nam Produ ichke e noc zente i t h era en de haus nhnen s heu Bar. lässt t igen Der A der H , die ALPIN usste irsch E l UM Ka lungs matts ffeeraum von K trass und G ünstl e wer aleri er un den v Meyer e an d on ei dem G gefüh ner G aleri rt un ruppe eleit d kur er St atier efan t.)

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DIGITAL

de, n u k e kte S lich e f r e p Die inmal täg e Sara Stäuble

Was hast du am 17. August diesen Jahres gemacht? – Kannst du dich an jeden einzelnen Tag des letzten Monats erinnern? Der Künstler Cesar Kuri­ yama hat aus seinem Kunstprojekt, in dem er ein Jahr lang jeden Tag eine Sekunde Film aufnahm, ein App entwickelt. Das Ziel hinter diesem Pro­ jekt war, sein Leben sinnvoll zu nutzen und so keine der gefilmten Sekunden zu bereuen. One Second Everyday wurde durch Fundraising finanziert und ist ein einziger Erfolg. Das App funktioniert wie ein Schnittpro­ gramm. Es ist mit deiner Smartphone-Media­ thek verknüpft und merkt so, an welchen Tagen du Videos aufgenommen hast. Aus diesen Videos kannst du dann eine Sekunde Film rausschneiden. Die Videostückchen werden automatisch aneinandergereiht und so wird dein Film jeden Tag um eine Erinnerungssekunde reicher. Eine Erinnerungsfunktion mahnt dich, jeden Tag ein Video aufzunehmen und bietet so Abhilfe gegen fehlende Sekunden. Denn wer hat schon gerne Blackouts? Illustration: Andrea Schneider

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NOVEMBER 2013

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Fr, 1. 11.

Fish (Ex-Marillion)

Sa, 2. 11. JUFO-Disco

NOVEMBER 13 Sa. 02.11.13 Mi. 06.11.13 Do. 07.11.13 Fr. 08.11.13 Sa. 09.11.13 Do. 14.11.13 Fr. 15.11.13 Sa. 16.11.13 Mi. 20.11.13 21.11.13 Fr. 22.11.13 Sa. 23.11.13 Do. 28.11.13 Fr. 29.11.13 Sa. 30.11.13

Reggae Dancehall Night Gesangscontest - Halbfinale Vive la Fête -Electro - Pop Communications Breakdown Pilomotor Release Party Martin Bisi (USA) & Cinema Cinema @ WAHU!BAR Reprise de Rock FUK/ ARCHIROCK Rantanplan (D) & Rude Tins (CH) Gute Nacht Show mit Michael Elsener Disagony @ WAHU!BAR Groove Jam Vol.1 15 Jahre Frontal Franky & the cheese @ WAHU!BAR Frisk Perspektive Plattentaufe End of Movember, Benefiz

Fr, 8. 11.

Stephan Rigert’s Drum&Voice

Sa, 9. 11. The Holmes Brothers (USA)

Support: Maxim Essindi

So, 10. 11. Roachford (UK) Fr, 15. 11. Jaeclectic (CH) Sa, 16. 11. The Swing Thing

Die einzigartige SwingShow aus den 20er bis 50er Jahren

So, 17. 11. Shayna Steele (USA) Mi, 20. 11. Altan (IRL) Do, 21. 11. Merz feat. Sartorius Drum Ensemble (UK / CH)

Merz, Julian Sartorius, Peter Conradin Zumthor, Arno Troxler, Lionel Friedli

Sa, 23.11. Zentralschweizer Talentshow – Finale Special Guest: Freda Goodlett (USA)

Sa, 30.11. Bliss (CH)

Merry Blissmas – Die zweite Bescherung

Chamerstrasse 177 chollerhalle.ch VVK: starticket.ch

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SAMSTAG 16. 11. 2013 21.30

TÜRÖFFNUNG

22.30

KONZERT

JULIEN QUENTIN (F), KLAVIER ANAHIT KURTIKYAN (ARM), VIOLINE SILVIA SIMIONESCU (RO), VIOLA CLAUDIUS HERRMANN (D), CELLO ROBERT SCHUMANN: KLAVIERQUARTETT ES-DUR OP. 47 23.30

PARTY

DJS: PHILIP BADER (D) JULIEN QUENTIN (F) THE CSC (ZG) AWRELIO (ZG) 00.15

KLASSIK-BATTLE

PHILIPP HUTTER (CH), TROMPETE MIROSLAV PETKOV (BUG), TROMPETE Theater Casino Zug: Artherstr. 2–4, 6300 Zug Eintritt (ab 18 J.): 20.- (Ü35: 45.-)/ab 00.30h: 15.– Vorverkauf, Infos und Videoclips: www.casinostyle.ch

Eine Veranstaltung der Theater- und Musikgesellschaft Zug Unterstützt durch Ernst Göhner Stiftung Zuger Kantonalbank, Hauptsponsorin

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NEW ALBUM

FREITAG, 8 NOVEMBER 2013 .5,(16/8=(51 SWITZERLAND

doors: 19.00 / concert: 20.30 afterparty: to be confimed Dj DC721 Vorverkauf: Sfr. 49.- inkl. VVK-Geb체hr Abendkasse: Sfr. 55.-

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Vorverkaufstelefon: 0900 32 53 25


Kolumne

er Qualhdl Wa Edgar Schwarz

In einer Welt voller Möglichkeiten verlernen wir uns festzulegen. Zeit die Strukturen einer Liebesbeziehung zu überdenken. Es gibt eine Fülle an Möglichkeiten. Millionen von tollen und schönen Menschen, die wir uns je nach Situation und Laune als Liebesgefährten vorstellen können. Nebst den physischen Begegnungsorten, wie z.B. eine Party, wo man das begehrte Geschlecht trifft, kann man sich auch im Internet mögliche Partner anschauen. Diese technische Errungen­ schaft ist nicht zu verharmlosen. Denn wie in einem Katalog werden uns Menschen schmack­ haft gemacht, verkauft auf eine fiese Art. So gelangen wir immer einfacher an neue Reize, neue Gelüste und erfahren die Dimension der Möglichkeiten noch extremer. So wird das Ge­ fühl vermittelt, dass es immer noch etwas besseres, oder zumindest etwas anderes gibt. Die Folge ist eine Reizüberflutung und die Unfähigkeit sich fest­zulegen. Klar, eine funktionierende Monogamie war schon immer eine Illusion und schon immer gab es den «Reiz des Anderen» und somit Lüge & november 2013

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Kolumne

Betrug. Doch die Herausforderungen an eine (langfristige) Beziehung sind enorm gestiegen und gewisse Konstrukte sind daher nicht mehr zeitgemäss. Bevor man sich also in die gängigen Normen einer Beziehung hineinzwängt, sollte man sich überlegen, ob man nicht gewisse Struk­ turen aufbrechen will. Und schon nur durch die ehrliche Kommunikation mit dem Gegenüber über dieses Thema, öffnet sich eine ganz andere Sichtweise einer Liebschaft.

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Sa. 30. Nov. bis Di. 31. Dez.

Allmend Luzern november 2013

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Täglich offen

Mo – Mi Do – Sa So

10.00 – 22.00 10.00 – 00.30 10.00 – 22.00

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Film

it Portrraosawa Ku Akira  Alan Mattli

Vielen gilt der Japaner Akira Kurosawa (1910–1998) als Meisterregisseur; sein Stil, in dem Bewegung und Austtatung eine Schlüsselrolle spielen, ist unvergleichlich. Nach einigen Noir-Krimis Ende der 1940er Jahre (Drunken Angel, Stray Dog) wandte er sich jenem Genre zu, das ihn und das asiatische Kino insgesamt international berühmt machte: der Samurai-Historie. Zwischen 1950 und 1961 entstanden so in Zusammenarbeit mit Darsteller Toshiro Mifune Meilensteine wie die Dramen Rashomon und Seven Samurai, die Macbeth-Verfilmung Throne of Blood und Yojimbo, welcher Sergio Leone zu seiner Dollar-Trilogie inspirierte. Nachdem er 1976 für den russischsprachigen Abenteuerfilm Dersu Uzala einen Os­ car erhielt, drehte er mit Kagemusha und Ran (nach King Lear zwei bildgewaltige, magistral inszenierte Kriegs-Epen. Es folgten noch drei zutiefst persönliche Projekte: Dreams, Rhapsody in August und Madadayo. «Madadayo» (1993), Kurosawas letzter Film, läuft anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Trigon-Filmverleihs am 13. November um 19 Uhr im stattkino.

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Literatur

er: m d s i W Urs en Rand de d n a e s i Re Universums Simone Keller

Zugegeben: Die Werkbezeichnung ‹Autobiographie› klingt etwas ab­ schreckend. Mit diesem Vorurteil hatte ich auch zu kämpfen, als mir Urs Widmers Reise an den Rand des Universums in die Hände fiel. Und der­ selben Meinung ist gar der Autor selbst: «Kein Schriftsteller, der bei Trost ist, schreibt eine Au­ tobiographie» lautet der erste Satz. In den Medien aber hochgelobt, habe ich Widmers neustem Streich eine Chance gegeben. Und es hat sich gelohnt. Urs Widmer wurde 1938 in Basel geboren und wuchs in einer weltgeschichtlich entscheiden­ den Epoche auf. Mit dreissig Jahren begann Widmers Leben als Schriftsteller. Die Zeit davor bildet das Fundament seines neusten Werks. Er beschreibt seine frühe Kindheit in Basel, die tra­ ditionsgemässen Sommerferien in den Schweiz­ er Bergen und seine jugendlichen Eskapaden in Montpellier. Banales wie Dramatisches – kein Detail lässt Widmer aus und überrascht den Leser mit einer abgrundtiefen Ehrlichkeit. ZIN°11


Literatur

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Literatur

So berichtet er schamlos über seinen ersten Samenerguss, über das gestörte Vater-SohnVerhältnis und über seine depressive Mutter. Unglaublich wie viel Widmer tatsächlich erin­ nert und wie weit seine Erinnerungen zurück reichen – nämlich bis in die jüngsten Kindheits­ jahre. Der Meister der Phantasie schafft es, seine eigene Geschichte so zu arrangieren, dass sie nicht mit Fakten überladen und trocken daher­ kommt. Mit seiner federleichten Sprache lässt Urs Widmer den Leser mitschweben und lässt offen, ob sich wirklich alles wahrheitsgemäss so zugetragen hat.

Weitere Lesetipps:

Reise an den Rand des Universums von Urs Widmer, Diogenes 2013

Nach Hause Schwi von R mmen olf L apper t

Der S teppe nwolf von H erman n Hes se

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Jochen Malmsheimer Wiglaf Droste & Elritschi Pedro Lenz

u.v.m

sind im November im

www.kleintheater.ch Bild: Wiglaf Droste

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Theater

regeln r e t a e rmann 3.5 Tdh ie jede sollte igen

beherz

Noemi Wyrsch

1. Behaupten Das ist DIE Regel des Theaters. Weißt du nicht mehr weiter – dann behaupte. Irgendwas. Tu ein­ fach so, als wüsstest du genau, was jetzt kommt. Du kannst auch behaupten, es wäre gerade ein Elefant reingekommen. Das sollte man auch im wahren Leben öfters machen. 2. Pfeifen Hinter dem Vorhang pfeifen ist eine Todsünde, glaubt man dem Schauspieler, der mich vor ein paar Monaten anbrüllte. Früher wurden die Theater noch mit Gaslampen beleuchtet. Und die konnten ein pfeifendes Leck haben. So bringt das Pfeifen hinter dem Vorhang noch heute Un­ glück, also lasst es bleiben. Ein paar weniger rumbrüllende Schauspieler tun der Welt gut. 3. Durchziehen Beende, was du angefangen hast. Du bist eine Szene zu früh auf der Bühne? Jetzt bloss nicht abhauen. Weitergehen und improvisieren. Du bist zu früh von der Bühne? Jetzt bloss nicht wie­ ZIN°11


Wissen

der auftauchen. Wegbleiben ist die Devise. Also: Ganz oder gar nicht. Sollte man auch auf der Lebensbühne beachten. 3.5 Gucken Keine Theaterregel. Trotzdem wichtig: Theater gucken. Und nur unter professioneller Leitung machen. Also: Keine öffentlichen Eifersuchts­ szenen auf der Strasse. Lieber die Energie nut­ zen, um das nächste Eintrittsticket zu besorgen.

elt W k c ü Ein Str dich fü n für Lexiko r_innen besse Weltve Kenny P.V.

Stell dir vor, die Erde würde morgen gerecht unter all ihren Bewohner_innen aufgeteilt. Du bekommst ein Stück von allem, was dein Herz begehrt und was die Erde so einzigartig macht. Ein bisschen Meer, Wald, Wüste, Wiese, Ackerland, Stadt und sogar eine kleine Insel dürftest du dein Eigen nennen. Das november 2013

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sieht auf den ersten Blick verlockend aus, doch wenn man mit der Gerechtigkeit Ernst machen will, müssten alle den gleichen Anteil von allem erhalten. Das sähe dann so aus: Du trinkst alle 60 Tage einen Kaffee. Du hungerst 60 Tage pro Jahr. Während 8 Monaten und 4,5 Tagen im Jahr hast du kein fliessendes Wasser. Ärztliche Hilfe kannst du 1 Stunde 19 Minuten und 27 Sekunden pro Jahr beanspruchen. An 154 Tagen im Jahr hast du keinen Zugang zu einer Toilette. 100 Tage im Jahr kannst du weder lesen noch schreiben. Während 14 Jahren und 8 Monaten bist du, im arbeitsfähigen Alter, arbeitslos. Du bekommst alle 70 Jahre ein paar neue Jeans und Ferien hast du alle 10 Jahre. Also, falls du dich heute genervt hast, als du nach dem Mittagessen deinen Kaffee über die neugekauften Jeans geschüttet hast, weil du vor der Arbeit noch schnell auf die Toilette eilen musstest, dann denk daran, es ist keine Selbst­ verständlichkeit, dass du dich über solche Dinge überhaupt nerven kannst. Die Idee der neuen radikal, gerechten Verteilung aller Ressourcen stammt von Manuela Pfrunder. Mehr Infos und die graphische Darstellung der Idee unter: www.neotopia.ch

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Ein Schwatz mit…

fel e i t S z Morit Angela Meier

Zwischennutzung hier, Zwischennutzung da. Neubad in der Neustadt, Tat- Ort im Stadtteil Littau. Und das Schiff mittendrin. Ich stehe auf dem Balkon des Hotel Schiffs. Hinter mir ein wunderschöner Saal, vor mir die Reuss. Es erinnert mich an eine Klassengesellschaft, ein Ort, der nicht für alle zugänglich ist. Dieser Ort, wo früher mehr oder weniger nur Touristen zu den Gästen zählten, wurde von Juli bis Oktober zwischengenutzt. Im Gegensatz zu den anderen Restaurants an dieser Lage konnte man im Schiff in dieser Zeit gutes Essen für wenig Geld geniessen. «Luzerns schönster Ort um ein Konzert zu spielen», war Pablo Nouvelle’s Fazit nach seinem Konzert im Schiff vom 19. September 2013. Das Restaurant wurde während der Zwischennutzung mit Veranstaltungen aufgelebt. Warum diese Kombination?

Die Veranstaltungsreihe Kentern hat das StubenFlair vom Schiff genutzt und das Schiff mit Kon­ zerten beglückt. Das Gute daran: Mit Veranstal­ tungen kannst du dich von der Masse abheben und bist nicht mehr nur eine Beiz. Kultur und Gastro ist für mich die perfekte Mischung. ZIN°11


KICK ASS RADIO 96.2 / 97.7 FM 3fach.ch

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Ein Schwatz mit…

Die letzten vier Monate waren bestimmt sehr lehrreich für dich. Eine Zwischennutzung ist bestimmt nicht ganz so schön und romantisch, wie man sich dies vielleicht im ersten Moment vorstellt?

Definitiv nicht. Den öffentlichen Raum kann man kaum nutzen, da die Stadt enorm viele Auflagen stellt. Bis die Leute zudem checken, was du überhaupt machst, musst du schon fast wieder schliessen. Um wirklich etwas aufzubauen, muss man sich drei bis vier Jahre Zeit geben. Diese Zeit ist bei einer Zwischennutzung leider nicht in jedem Fall garantiert. Mit dem Schiff wolltest du die Luzernerinnen und Luzerner zurück an die Reuss holen. Ziel erreicht?

Teils, teils. Während es im Verlaufe das Tages eher touristisch blieb, kamen mit der späteren Stunde jeweils viele Alt- und Jungluzerner vor­ bei. An einem Sommerabend verhockten zum Beispiel paar Luzerner Alt-Punks, die hier ihre Jugend verbracht haben. Sie waren begeistert, dass sie endlich wieder hier sein konnten. Ein altes Grosi war derselben Meinung. Sie hatte im Schiff geheiratet und fand es schön, dass ich, «ein so sympathischer Patron», das Haus nun führe.

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Ein Schwatz mit…

Die Zwischennutzung des Hotel/Restaurant Schiff ist definitiv Geschichte. Von Moritz Stiefel hat man aber bestimmt nicht das letzte Mal gehört. Ihn zieht es nun zwar für ein Projekt nach Zürich, er hält die Augen nach einem Lokal in Luzern jedoch offen. Dann hoffentlich keine Zwischennutzung mehr. Sondern Erhalt.

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Impressum

VERLAG

ZIN mag, Bernstrasse 57A, 6003 Luzern www.zinmag.ch HERAUSGEBER

Marco Schmidiger, Bruno Affentranger CHEFREDAKTION

Julia Furrer, redaktion@zinmag.ch REDAKTION

Kilian Mutter, Laura Breitschmid, Sara Stäuble, Edgar Schwarz, Alan Mattli, Simone Keller, Kenny P.V., Noemi Wyrsch, Angela Meier LAYOUT

Simon Rüegg, Kaj Lehmann MARKETING UND ANZEIGEN

anzeigen@zinmag.ch VERTRIEB

Modul AG DRUCK

B. Blöchlinger AG, Luzern KOOPERATION

Radio 3FACH ZIN°11


elt i p s n ma er , r e d n Ki fd u a t h zt. n nic a t n ma . , e s s a Str aus . r t h e G it m h c u Teilt ereiben fĂźr h Wir sc it Umsicht. Dich mperfekte Die . Unfass de n e. i u k m e a S g no elei. o M e r ba Ăśrg s N e s o Massl in sinkende Und e Schiff. os. L . n e Tanz


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