Issuu on Google+

DONNERSTAG, 30. JUNI 2011

Teil D

Markt

63 Euro legen Österreicher jeden Monat auf die Seite. „Es zeigt sich ein Unterschied zwischen Können und Wollen. 2010 meinten die Österreicher, sie wollten 111 Euro im Monat für die eigene Vorsorge zur Seite legen. Tatsächlich sind es nur 63 Euro“, so Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank.

Die Frage ist: Leben wir in einer freien Marktwirtschaft oder leben wir in einer Planwirtschaft? Richard Lugner, der gemeinsam mit neun weiteren Geschäftsleuten eine Verfassungsklage gegen die bestehenden Ladenöffnungs-Regelungen eingebracht hat.

Rückrufaktion bei Toyota

Wiener Kammer prüft Klage

WIEN.

WIEN.

Toyota muss wieder Autos wegen fehlerhafter Teile zurückrufen. Weltweit geht es um 100.000 Fahrzeuge, in Österreich allerdings nur um 238 Autos. Dabei handelt es sich um das Modell Lexus RX 400h aus dem Produktionszeitraum 24. September 2004 bis 9. August 2006. Dort kann es zu einer Überhitzung im Hybridsystem kommen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, heißt es bei Toyota Österreich.

Die Wirtschaftskammer Wien (WKW), die infolge der Insolvenz der R-QuadratGruppe mehrere Millionen Euro abschreiben muss, bereitet gegen ihren früheren Vermögensberater IMB eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts auf Anlagebetrug vor. WKW-Präsidentin Brigitte Jank musste aber einräumen, dass der Kammer Prospekte für die fraglichen Finanzprodukte nicht bekannt waren.

Industriekonjunktur zeigt Abkühlungstendenzen Das Wachstum der heimischen Industrie kühlt nach einem starken Jahresauftakt ab, geht aus dem „Bank Austria EinkaufsManagerIndex“ (EMI) für Juni hervor. „Weniger Neuaufträge aus dem In- und Ausland verringerten die Auftragspolster, sodass das Produktionswachstum spürbar zurückging“, so Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der noch starke Jobaufbau werde in der zweiten Jahreshälfte zu seinem Ende kommen. Der EinkaufsManagerIndex sank im Juni auf 53 Punkte, nach 55,6 Punkten im Mai. Mit dem vierten Rückgang in Folge liegt er auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2010. Noch werde aber die Marke von 50 Punkten überschritten, die auf eine Aufwärtsentwicklung

WIEN.

in der Industrie gegenüber dem Vormonat hinweist. Dass die Industrie im Juni dennoch zulegen konnte, liege an der Produktionsausweitung der Betriebe, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Bei den Fertigwaren sei es zum viertstärksten Lageraufbau seit 1998 gekommen. Das sei auch ein Grund dafür, dass es erstmals seit April 2009 mehr Lagerbestand als Neuaufträge gebe. Der Jobmotor rattert durch dieses Produktionsplus – zu Jahresbeginn noch zweistellig, für das Gesamtjahr geht Bruckbauer von acht Prozent Wachstum aus – auch im Juni noch weiter. „Zwar hat sich das Tempo des Beschäftigungsaufbaus erheblich verringert, noch ist es jedoch recht robust“, so Pudschedl.

Preiserhebung in Vorarlberg laut Preistransparenzverordnung (BGBl 7/II/2007) vom 29. Juni 2011 TKW Abfüllpauschale (inkl. MWSt.)

€ per 100 Liter (inkl. MWSt.)

bis 1000

88,59

31,80

1001 bis 5000

87,58

31,80

Euro 83,084 0,693 0,712 1,111 42,366 13,406 12,811 10,864 0,855 0,736 0,374 4,108 13,544 2,477

Für einen Euro erhalten Sie 1,204 1,443 1,404 0,900 2,360 7,459 7,806 9,205 116,930 1,359 267,050 24,342 7,383 40,378

Verbraucherpreisindex Mai 2011 (1996 = 100) Philharmoniker (1 Unze) Ankauf / Verkauf Zürcher Goldnotierung (1 Unze) Ankauf / Verkauf

Frankfurt, DAX Paris, CAC 40 London 100+ Tokio, Nikkei Mailand, FTSE MIB Zürich, SMI NY, Dow Jones

2724,8 +2,4 % 7294,1 +1,7 % 3924,2 +1,9 % 5856,0 +1,5 % 9797,3 +1,5 % 19853,8 +2,1 % 6101,6 +1,7 % 12261,4 +0,6%

Sehr erfolgreiches Jahr 2010 – Erste Projekte in Süddeutschland in zwei Jahren. DORNBIRN. „Insgesamt blicken

wir wieder auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Im Jahr 2010 haben wir den ersten Schritt nach Liechtenstein vollzogen und werden dort ein erstes Gewerbeprojekt realisieren. Generell wollen wir auch heuer unsere Position in den Kernmärkten Vorarlberg, Tirol, Schweiz und Südtirol weiter ausbauen und unsere Ideen verwirklichen. Aufgrund der derzeitigen Verkaufszahlen rechnen wir auch heuer wieder mit einem sehr guten Ergebnis.“ So Mag. Alexander Nußbaumer, Vorstandsvorsitzender der ZIMA-Holding AG mit dem Hauptsitz in Dornbirn zu den VN. Und weiter: „Als einer der führenden privaten Immobilienentwickler im Alpenraum erwirtschaftet unsere Unternehmensgruppe ein konsolidiertes EBT (Ergebnis vor Steuern) von 5,6 Millionen. Euro.“ Die im Geschäftsbericht ausgewiesene Betriebsleistung der ZIMA-Unternehmensgruppe mit ihren 155 Mitarbeitern ist mit 103,4 Mill. Euro auf dem Niveau von 2009. „Sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis zeigt sich auch Finanzvorstand Manfred Bauer.

Vorstandschef Mag. Alexander Nußbaumer: „2010 brachte hervorragendes Ergebnis.“

werden, was einer Eigenkapitalquote von 20 Prozent entspricht. Besonders erfolgreiche Projekte waren 2010 die Fertigstellung und der Verkauf des Fachmarktzentrums Näfels in der Schweiz sowie der Verkauf von 21.785 m2 Wohnfläche in allen Märkten. „Wir erzielen knapp ein Drittel unseres Umsatzes im Heimatmarkt Vorarlberg. Der Rest verteilt sich auf Tirol, die Schweiz und Italien. Das sind klare Indikatoren dafür, dass

Wir definieren unser Gebiet ganz klar mit dem Alpenraum. ALEXANDER NUSSBAUMER

wir hinsichtlich Effizienz und Wachstum in einem hart umkämpften Markt bestens aufgestellt sind. Diesen Markt definieren wir ganz klar mit dem Alpenraum, denn wir wollen unsere Projekte dort machen, wo wir zur Mentalität der Leute passen“, ergänzt Nußbaumer. Zahlreiche Großprojekte Als Großprojekt mit einem Volumen von über 50 Mill. Euro steht der Neubau Merkur/Leiner in Rankweil in Entwicklung. Auch die Bebauung des Bahnhofsareals in Bregenz gemeinsam mit den Unternehmen i+R Schertler-Alge und Rhomberg Bau ist ein weiterer Zukunftsschritt.

FOTO: VN/HARTINGER

Insgesamt hat die ZIMAUnternehmensgruppe derzeit neun Gewerbeprojekte und 31 Wohnbauprojekte im Bau und in Planung. Das Unternehmen steht aktuell in Verhandlungen über Projekte im Raum München. „Unser Ziel ist es , in den kommenden zwei Jahren dort die ersten Projekte umsetzen zu können“, hofft Nußbaumer VN-EE abschließend.

KENNZAHLEN ZIMA 2010 » Hauptsitz: Dornbirn » Weitere Standorte: Röthis, Lauterach, St. Gallen, Innsbruck und Bozen » Mitarbeiter: 155 » Betriebsleistung: 103,4 Mill. Euro » Eigenkapitalquote: 20 Prozent

„Die Anschuldigungen sind haltlos“ Liebherr in Nenzing weist Bestechungsvorwürfe entschieden zurück.

TAGESKURSE VOM 29. JUNI 2011 100 Schweiz. Franken 1 US-Dollar 1 Kan.-Dollar 1 Brit. Pfund 100 Türk. Lira 100 Dän. Kronen 100 Norw. Kronen 100 Schwed. Kronen 100 Jap. Yen 1 Austral.-Dollar 100 Ung. Forint 100 Tschech. Kr. 100 Kroat. Kuna 100 Russ. Rubel

Wien, ATX

VN INTERVIEW. Liebherr-Sprecher Wolfgang Pfister über die Bestechungs-Vorwürfe

Menge in Liter

EZB-Referenzkurse

TENDENZ DES VORTAGS (SCHLUSSKURSE)

ZIMA will nach München

20 Prozent Eigenkapitalquote Die Eigenkapitaldecke konnte auf 29,6 Mill. Euro angehoben

Heizöl Extraleicht

WELT-BÖRSEN

Schweiz. Franken US-Dollar Kan.-Dollar Brit. Pfund Türk. Lira Dän. Kronen Norw. Kronen Schwed. Kronen Jap. Yen Austral.-Dollar Ung. Forint Tschech. Kr. Kroat. Kuna Russ. Rubel 131,7 1044,00/1084,00 Euro 1504,00/1510,00 Dollar

Die angegebenen Kurse werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnet. Bei An- und Verkauf (Valuten) bzw. Überweisungen (Devisen) verrechnen die einzelnen Banken für die Abwicklung der Transaktionen unterschiedlich hohe Spesen.

NENZING. Die Anschuldigungen haben es in sich. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelt gegen sechs Mitarbeiter des LiebherrWerks Nenzing wegen des Verdachts der Untreue (die VN berichteten). So sollen in mehreren Fällen Bestechungsgelder geflossen sein. Liebherr bestätigt Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in den eigenen Räumlichkeiten. Hausdurchsuchungen der Mitarbeiter habe es aber nicht gegeben. Für Liebherr sind die Anschuldigungen „Nachwehen“ eines früheren Betrugsfalles. Ein ehemals führender Mitarbeiter, der mittlerweile wegen Untreue rechtskräftig verurteilt ist und gegen den das Unternehmen auch zivilrechtliche Schritte eingeleitet hat, soll hinter den Anschuldigungen stecken.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen sechs Liebherr-Mitarbeiter. Gibt es dazu auch interne Untersuchungen? PFISTER: Es hat zu den konkreten Vorwürfen interne Untersuchungen gegeben. Diese sind bereits abgeschlossen, dabei konnten alle Verdachtsmomente entkräftet werden. Obwohl die Untersuchungen seitens der Staatsanwaltschaft noch im Gange sind, ist die Geschäftsführung davon überzeugt, dass die Anschuldigungen haltlos sind und entkräftet werden können. Können Sie ausschließen, dass Bestechungsgelder bei Auftrags-Akquisitionen geflossen sind? PFISTER: Angesichts von noch anhängigen Verfahren sowie Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft bitten wir um Verständnis, dass wir dazu keine Informationen nach außen tragen können.

Es werden konkret zwei Aufträge genannt (Ölgigant Lukoil und ein Auftrag für einen spanischen Hafen) – gibt es da Auffälligkeiten? PFISTER: Diese Fälle sind intern geprüft, es gab jedoch hier keinerlei Auffälligkeiten. Wie erklären Sie sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft?

Liebherr-Sprecher Wolfgang Pfister weist Vorwürfe zurück.

PFISTER: Die Untersu-

chungen stützen sich auf neue Vorwürfe, welche im Zusammenhang mit der zwischenzeitlich rechtskräftigen Verurteilung eines ehemaligen Liebherr-Geschäftsleiters stehen. Die neuen Anschuldigungen sind in die Medien getragen worden, nachdem seitens der Firma Liebherr nun auch Ersatzansprüche an den früheren Mitarbeiter auf dem zivilrechtlichen Weg fortgesetzt werden. Was werden Sie jetzt unternehmen – stehen Suspendierungen der beschuldigten Mitarbeiter an? PFISTER: Wir warten auf die Ergebnisse beziehungsweise das Ende der Untersuchungen seitens der Staatsanwaltschaft. Es stehen keinerlei Suspendierungen an, zumal in den internen Untersuchungen alle gegen Einzelpersonen erhobenen Verdachtsmomente entkräftet werden konnten. VN-MIG


/Zima_30.06.11