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K A WM A M H ER L

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WIR BLEIBEN AUF KURS!

s schien ja fast wie verhext. Da bringen wir in Wien jahrzehntelang geforderte Reformen – von der Sozialversiche­ rungsreform über das Ende der Schul­ denpolitik bis hin zur Arbeitszeitflexi­ bilisierung – über die Bühne und dann verursacht die FPÖ plötzlich den Rie­ sencrash. Dabei ging einiges zu Bruch: das Vertrauen in verantwortungsvolle Politikerinnen und Politiker, der Fokus auf Inhalte und die erfolgreiche neue Kultur, mit der die Volkspartei die Menschen in unserem Land begeisterte.

Vor allem aber wurde eines abrupt gestoppt: das hohe Tempo in sachpolitischen Entscheidungen und ein bun­ despolitischer Kurs, der auch unserer Wirtschaft gutgetan hat. Nach der Unsicherheit, wie der künftige Weg wohl aussehen wird, steht nun jedoch fest: Wir bleiben auf Kurs! Sebastian Kurz hat erneut – und noch deutlicher als zuvor – das Vertrauen der Menschen auf seiner Seite. Zu Recht und verdientermaßen. Diesen klaren Wählerwillen gilt es nun in den Regierungsverhandlungen klar und deutlich zu positionieren.

„DU KANNST

FÜR WEITEREN RÜCKENWIND AUS DER HEIMAT SORGEN!“

Franz Hörl, Landesobmann

Dein Franz Hörl, Landesobmann

© ANDRE SCHÖNHERR

Es wird aber zu wenig sein, sich auf dem starken Wahl­ ergebnis auszuruhen und sich auf einen Ausnahmepoli­ tiker an der Spitze zu verlassen. Daher gilt: Voller Fokus auf die Anliegen der Tiroler Wirtschaft! Dabei spielt die anstehende Wirtschaftskammerwahl im Frühjahr 2020 eine große Rolle. Mit einem entsprechend guten Ergebnis für den Tiroler Wirtschaftsbund kannst Du für weiteren Rückenwind aus der Heimat sorgen. Für Deine Anliegen. Für Deine Vertretung in Wien. Denn das ist Deine Wahl.


INHALT Die wichtigsten Nachrichten aus dem Wirtschaftsbund

SAUBERE ARBEIT

16

Das Reinigungs­ imperium der Familie Jäger

30

TIROLERIN. UNTERNEHMERIN. VIZEPRÄSIDENTIN.

26DAS IST

ADABEI

Die spannendsten Veranstaltungen des WB in Bildern

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DIE WAHL. Alles, was man über die Kammerwahl 2020 wissen muss

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KOMMENTAR

WK­Präsident Christoph Walser über Teamarbeit, unternehmerisches Engagement und starke Signale bei der Kammerwahl 2020

„KAMMERWAHL SCHEISSEGAL!?“ Neun Meinungen zur Kammerwahl 2020

Die Ausnahmeunternehmerin im Porträt

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8

Die Veranstaltungsprofis von Fantasy Event Engineering

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STARKER WILLE, FREIER GEIST.

38

Österreichs jüngste Piercerin verwirklicht ihren unter­ nehmerischen Traum.

AUSSTIEG

Gefühlte Wirtschaftswahrheiten

IMPRESSUM: Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Österreichischer Wirtschaftsbund – Landesgruppe Tirol, Ingenieur­Etzel­Straße 17, 6020 Innsbruck, Tel. 0512 52022, ZVR 109526795/Bundespolizeidirektion Innsbruck | Mit der Produktion beauftragt: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Redaktion: Mag. Simon Leitner, Daniel Schreier, BA, Lisa Schwarzenauer, MA, Mag. Katharina Wildauer, Theresa Kleinheinz |Grafik: Sebastian Platzer, BA |Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr | Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Horn

© AXEL SPRINGER, SHUTTERSTOCK.COM, BRUNNER, SCHULTZ GRUPPE

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NEWS

DIE MEISTER DER INSZENIERUNG


NEWS 6 | 7

NEWS

INNSBRUCKER FLUGHAFEN IST WIRTSCHAFTSMOTOR IM HERZEN TIROLS Verständnislos zeigt sich Nationalratsabgeordnete Rebecca Kirchbaumer angesichts der Attacken der Innsbrucker Grünen auf den Flughafen Innsbruck: „An Stelle einer Diskussion um die Schließung sollten wir vielmehr die Sanierung und Moder­ nisierung des Flughafens in Angriff nehmen. Der Stadtsenatsbeschluss zum Terminalneubau ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“

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VOLLE FRAUEN­POWER IN DER WB-ORTSGRUPPE INZING/HATTING

Bei der Vollversammlung der Wirtschaftsbund-Ortsgruppe Inzing/Hatting wurde die Immobilienmaklerin Karin Tamerl einstimmig zur neuen Ortsobfrau gewählt. Unterstützung erhält die 49-Jährige von ihren ebenfalls einstimmig ge­ wählten Stellvertreterinnen Waltraud Stibernitz und Astrid Dummer. Tamerl folgt Karl Freudenthaler, der knapp 18 Jahre die Ortsgruppe geleitet hat und der für seine Verdienste mit dem silbernen Ehrenzeichen des Tiroler Wirtschaftsbundes ausgezeichnet wurde.

JULIA SAURWEIN NEUE BEZIRKSGESCHÄFTSFÜHRERIN IN DER LANDESHAUPTSTADT

KONKURS VON THOMAS COOK DARF NICHT ZUM PROBLEM DER HEIMISCHEN TOURISMUSWIRTSCHAFT WERDEN! „In seiner Resolution fordert das Europäische Parlament die Kommission auf, mögliche Fördertöpfe zu identifizieren, um den Schaden zu kompensie­ ren. Außerdem muss geklärt werden, warum trotz der bekannt schlechten Situation von Thomas Cook nichts unternommen wurde, um den Schaden abzuwenden. Und die wichtigste Frage: Wie ist in den zahlreichen Scha­ densfällen zu agieren? Bei so einem länderübergreifend wichtigen Fall muss eine Europäische Union, der ihre Bürger am Herzen liegen, tätig werden“, so Europa­abgeordnete Barbara Thaler.

MEHR NACHRICHTEN AUF UNSERER WEBSITE UNTER WIRTSCHAFTSBUND-TIROL.AT

© SHUTTERSTOCK.COM (4), DAVID SAILER, JULIAN ANGERER, WIRTSCHAFTSBUND

In der Nachwuchsschmiede des Tiroler Wirtschaftsbundes, dem Mentoringprogramm, schnupperte Julia Saurwein erstmals WBLuft. Seit September verstärkt die 26-jährige Agrarwissenschafts­ studentin das Team als Bezirksgeschäftsführerin für die Bezirks­ gruppe Innsbruck-Stadt und kämpft seither mit Bezirksobmann Mario Gerber für die Anliegen der Innsbrucker Mitglieder. Ein hartes Eisen! Denn seit Amtsantritt Georg Willis nehmen die Konflikte in der Landeshauptstadt täglich zu.


HARTNÄCKIGKEIT UND SACHLICH RICHTIGER KURS HABEN SICH GELOHNT! Tirol zählt zur europäischen Spitze bei Ausweisung von Natura-2000Schutzgebieten – „Mit der Entscheidung der EU-Kommission, von Österreich keine Ausweisung von weiteren Natura-2000-Gebieten zu fordern, endet ein jahrelanges Hin und Her, das auch maßgeblich von heimischen NGOs befeuert wurde. Damit wurde auch bestätigt, dass sich unser hartnäckiger und sachlich fundierter Kurs gelohnt hat“, so Wirt­ schaftsbundobmann Franz Hörl.

LEHRE & ASYL: BILDUNGS­POLITISCH, WIRTSCHAFTLICH UND MENSCHLICH DER EINZIG RICHTIGE WEG! Als richtigen Zugang bezeichnet Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl die Einigung auf Bundesebene, dass Asylwerber jedenfalls bis zum Lehrab­ schluss in Österreich bleiben und ihre Ausbildung beenden dürfen. Rund 800 Lehrlinge sind betroffen.

OSTTIROL BRAUCHT VERKEHRSKONZEPT CAROLINE WALLASCHÜBERGÄNGER ZUR NEUEN ORTSOBFRAU GEWÄHLT Bei der Vollversammlung der Wirtschaftsbund-Ortsgruppe Gschnitztal in Trins wurde Caroline Wallasch-Übergänger einstimmig zur neuen Ortsobfrau gewählt. Unterstützung erhält die 31-jährige Wirtsfrau von ihrem ebenfalls ein­ stimmig gewählten Stellvertreter Manfred Heidegger.

Die heimische Wirtschaft fordert ein umsichtiges Gesamtkonzept, um die „Mam­ mut-Herausforderung Verkehr“ in den Griff zu bekommen. „Wir müssen etwas gegen das steigende Verkehrsaufkommen tun“, erklärt Bezirksobfrau Mi­ chaela Hysek-Unterweger, „aber unseren Betrieben das Leben unnötig schwer zu machen, ist verzichtbar!“

BARBARA THALER ZUR STELLVERTRETENDEN VERKEHRSSPRECHERIN DER EVP GEWÄHLT „Damit kann unsere Europaabgeord­ nete Barbara Thaler in den für Tirol so wichtigen Verkehrsthemen die Interessen unseres Landes noch pro­ minenter vertreten und auch innerhalb der Europäischen Volkspartei an der wichtigen und noch immer notwendi­ gen Bewusstseinsbildung für unsere Herausforderungen arbeiten“, zeigt sich Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl erfreut.


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Die Meister der Inszenierung MIT EINER MUTIGEN ENTSCHEIDUNG HAT MARKUS WÖSS VOR 30 JAHREN DEN GRUNDSTEIN FÜR DEN ERFOLG VON FANTASY EVENT ENGINEERING GELEGT. HEUTE ZÄHLT SEIN UNTERNEHMEN ZU DEN ERFOLGREICHSTEN DER BRANCHE UND IST WEIT ÜBER DIE GRENZEN TIROLS FÜR SEINE DIENSTE BEKANNT.


Die Unternehmerfamilie Wöss

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it jährlich mehr als 800 umgesetzten Veranstal­ tungen, Messeauftritten und Ausstellungen im Inund Ausland und einem Umsatz von 3,34 Millio­ nen Euro im Jahr 2018 ist Fantasy Event Engineering der absolute Platzhirsch im Tiroler Eventbereich. Das Unternehmerehepaar Markus Wöss und Barbara Wöss-Zambai kann auf eine bewegte 30-jährige Firmengeschichte zurück­ blicken, in der sich der Familienbetrieb von einem Ein-Personen-Unternehmen zu einem der wichtigs­ ten Player und international aktivsten Anbieter der österreichischen Eventmanagementbranche entwi­ ckelt hat.

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© AXEL SPRINGER

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Das neue Firmengebäude von Fantasy Event Engineering im Gewer­ begebiet Gärberbach bei Mutters.

PIONIERGEIST

© AXEL SPRINGER (2), FANTASY EVENT ENGINEERING

Nach Abschluss der HTL wagt Markus Wöss den Sprung in die Selbstständigkeit. Durch das Veranstalten der le­ gendären „Fantasy Partys“ in Tirol ergibt sich der Kon­ takt zu Ö3, der größten Radiostation des Landes. Es entwickelt sich eine enge und langfristige Zusammen­ arbeit im Bereich der technischen Abwicklung von Ö3 Off-Air-Events in ganz Österreich. Eines der größten Probleme, mit dem sich Organi­ satoren von Events in den 1980er- und 1990er-Jahren konfrontiert sehen, ist der extreme Grad der Spezia­ lisierung am damals sehr überschaubaren Markt der Anbieter von Veranstaltungsinfrastruktur. Bei jeder Veranstaltung müssen unterschiedliche Gewerke ko­ ordiniert werden, von denen meistens jeder nur eine einzelne Dienstleistung, wie Licht, Ton oder Mobiliar, erbringt. Das macht es extrem schwierig, einen rei­ bungslosen Ablauf der Veranstaltungen gewährleisten zu können. Markus Wöss hat eine Idee, die die Branche nach­ haltig prägen wird: „Mein Ziel war es, alle Dienstleis­ tungen, die es rund um das Veranstalten von Events gibt, aus einer Hand anzubieten. Der Auftraggeber soll­ te von A bis Z, vom Stuhl über Scheinwerfer bis zum Zelt, alles von nur einem Anbieter erhalten“, erklärt Wöss. Am Anfang wird er dafür von seinen Mitbewer­ bern belächelt, ihm wird vorgeworfen, zehn Sachen zugleich, aber keine davon richtig zu machen. Doch das Konzept geht auf. Mit Geduld, Willen zur Perfek­ tion und Disziplin schafft es Wöss, das Unternehmen auf sichere Beine zu stellen und sich sukzessive einen immer größeren Kundenstamm aufzubauen. Er lernt seine Frau Barbara kennen, die ins Unternehmen ein­ steigt und ihn von Anfang an tatkräftig unterstützt.

Infrastruktur für die Entertainment­ industrie – Die Anlage der briti­ schen TV-Show „The Jump“

von neuen Netzwerken eröffnet Wöss die Chance, sein Angebot immer mehr in Richtung Corporate Events und Industrie und weg von reinen Konzert- und Par­ tyevents zu lenken.

DIFFERENZIERUNG DES ANGEBOTS

ALLES WIRD ZUM EVENT

Das Consultingunternehmen McKinsey, das die gro­ ßen Namen der deutschen Industrie berät, veranstal­ tete jedes Jahr Corporate Retreats, exklusive Teambuil­ dingveranstaltungen, für seine Mitarbeiter und ihre Familien in Tirol. Wöss gelingt es, aufgrund seines revolutionären Geschäftsmodells des Komplettanbie­ ters die Durchführung dieser Veranstaltungen zu über­ nehmen: „Durch die Zusammenarbeit mit McKinsey konnte ich sehr gute Kontakte zur Wirtschaft und In­ dustrie aufbauen“, so der Geschäftsführer. Der Aufbau

„Heute wird alles als Event verstanden, ob das eine komplizierte Operation an der Klinik ist, die weltweit übertragen wird, ein politisches Ereignis, ein Sport­ event oder die Eröffnung eines Einkaufszentrums. Überall wird die richtige Infrastruktur gebraucht, um die Veranstaltung umsetzen zu können“, erklärt der Firmengründer die extreme Bandbreite von Dienst­ leistungen, die Fantasy Event Engineering anbietet. Aus dem EPU ist in den letzten 30 Jahren ein Kom­ plettanbieter von Eventtechnik und -architektur ge­


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MEIN ZIEL WAR ES, ALLE DIENSTLEISTUNGEN, DIE ES RUND UM DAS VERANSTALTEN VON EVENTS GIBT, AUS EINER HAND ANZUBIETEN.“ Markus Wöss, Geschäftsführer Fantasy Event Engineering

worden. Das Unternehmen ist heute ein in ganz Europa anerkannter Profi für die Umsetzung von Events aller Art, von Sportereignissen, wie die Kletter-Weltmeisterschaften im Jahr 2018 in Inns­ bruck, über Produktpräsentationen weltbekannter Industrieunternehmen bis hin zu hochkarätigen Privatfeiern und Hochzeiten. Jährlich investiert Fantasy Event Engineering Hunderttausende Euros in Equipment, um am neusten Stand der Technik zu bleiben und erfolg­ reich mit den besten Agenturen Europas konkur­ rieren zu können.

SPEZIELLE KUNDEN

Auch so manch kurioser Auftrag wurde bereits von Fantasy Event Engineering abgewickelt: Kurz vor Weihnachten im Jahr 2006 erhält Markus Wöss einen Anruf. Er soll am nächsten Tag mit einem Privatjet in den französischen Nobelskiort Courchevel fliegen, um dort zwei russische Kun­ den zu treffen. Nach anfänglichem Zögern stimmt Wöss zu. In Frankreich angekommen stellt sich heraus, dass es sich bei den Kunden um zwei der einflussreichsten Oligarchen Russlands han­ delt, die zur Feier des russisch-orthodoxen Weih­ nachtsfestes Russlands bekannteste Rockband

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für ein Privatkonzert eingeflogen haben. Fantasy Event Engineering soll für das Konzert eine riesige Bühne direkt auf der Piste vor dem Hotel der Rus­ sen bauen. Markus Wöss übernimmt den Auftrag und startet kurzfristig mit den firmeneigenen Sattel­ schleppern und dem notwendigen Equipment in Richtung Frankreich. Fantasy Event Engineering baut die Bühne. Doch am Tag des Konzerts er­ kennen die reichen Russen, dass es ihnen vor der Bühne zu kalt ist, sie das Konzert lieber vor dem Kamin in ihrem Luxushotel genießen wollen. In­ nerhalb kürzester Zeit plant Markus Wöss um und realisiert den Wunsch der Kunden. Das Konzert wird mittels Videoübertragung im Luxushotel der Oligarchen gezeigt, während alle anderen Gäste die Darbietung im Freien genießen.

STIL, ELEGANZ UND NIVEAU Das Erfolgsgeheimnis und Alleinstellungsmerk­ mal von Fantasy Event Engineering lässt sich laut Barbara Wöss-Zambai folgendermaßen zusam­ menfassen: „Wir haben eine andere Auffassung von Stil, Eleganz und Niveau. Wir und unsere Mit­ arbeiter brennen für unsere Arbeit und somit ist jeder Event für uns einzigartig.“ weiter auf Seite 14 ,


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FANTASY FACTS

CA. 300.000 GEFAHRENE KM PRO JAHR

HERAUSFORDERNDSTER EVENT: Hochzeit auf einem privaten Anwesen (Mallorca) mit Künstlern vom

Cirque de Soleil

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DIE IM JAHR 2018 BETRUGEN

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Mit dem Portfolio an hochklassigen internationalen Kunden kommt aber auch der Druck, bei jeder Veran­ staltung ein perfektes Ergebnis abliefern zu müssen, vor allem da im Falle der Nichterfüllung von Verträgen enorme Strafzahlungen schlagend werden würden: „Wir können es uns absolut nicht erlauben, dass ir­ gendetwas nicht so funktioniert, wie es soll. Wir spie­ len in einer Liga, in der die Konsequenzen verheerend für unser Unternehmen wären.“

HERKULESAUFGABE ÜBERNAHME Dieser Zwang zur Perfektion ist eine große Herausfor­ derung für die geplante Übergabe des Unternehmens an den Nachfolger Christopher Wöss. Der Nachwuchs­ unternehmer, der vor zwei Jahren in den Familienbe­ trieb eingestiegen ist, muss sich innerhalb kürzester Zeit die notwendige Expertise aufbauen, um das Un­ ternehmen erfolgreich weiterführen zu können: „Ne­ ben dem technischen und betriebswirtschaftlichen Wissen, das für die Übernahme wichtig ist, geht es vor allem um das extreme Feingefühl und die Erfahrung, die sich meine Eltern in den letzten 30 Jahren im Ge­ schäft aufgebaut haben“, kommentiert Christopher Wöss die Herkulesaufgabe, der er sich nichtsdestotrotz gerne stellt. Der gelernte Kfz-Techniker und Elektroni­ ker, der bei Denzel Unterberger die Doppellehre mit Matura abgeschlossen hat, arbeitet sich zur Zeit durch alle Bereiche im Unternehmen und bereitet sich mit viel Fleiß und Herzblut auf die Übergabe vor.

© AXEL SPRINGER, FANTASY EVENT ENGINEERING (2)

HERAUSFORDERUNG FACHPERSONAL Eine große Herausforderung, die auch Christopher Wöss nach seiner Übernahme beschäftigen wird, ist die Schwierigkeit, geeignetes Fachpersonal in Tirol zu finden. „Wenn ich in der Eventbranche einigermaßen erfolgreich sein will, dann kann ich mich darauf ein­ stellen, dass ich 50 bis 60 Stunden in der Woche arbei­ ten muss“, klärt der Juniorchef auf. Viele der jungen Menschen, die sich bei Fantasy Event Engineering be­ werben, seien aber nicht willens, mehr als 30 Stunden zu arbeiten. Überhaupt ist es für das Unternehmen schwer, mit dem vorhandenen Pool von Absolventen diverser Eventmanagement-Studienlehrgänge in Tirol zu ar­ beiten, da in den Ausbildungsstätten oft ein falsches Bild vom Beruf des Eventmanagers suggeriert wird.

„ WIR UND

UNSERE MITAR­ BEITER BRENNEN FÜR UNSERE ARBEIT UND SOMIT IST JEDER EVENT FÜR UNS EINZIGARTIG.

Barbara Wöss-Zambai, Prokuristin Fantasy Event Engineering

OBERSTES GEBOT: VERLÄSSLICHKEIT Markus Wöss wünscht sich in der Branche mehr Pro­ fessionalität im Umgang mit den Kunden. Oberstes Gebot bei Fantasy Event Engineering ist nämlich Ver­ lässlichkeit: „Egal welchen Auftrag wir annehmen, uns ist immer bewusst, dass dieser für den Kunden einma­ lig ist. Wir haben keine zweite Chance und können auch nicht nachbessern. Verlässlichkeit benötigt der Kunde aber nicht nur bei der Organisation, sondern auch bei der Preisgestal­ tung: „Mich ärgert, wenn ich höre, dass es bei Großver­ anstaltungen zu unvorhergesehenen Kosten kommt, weil der Eventmanager vergessen hat, Transportkos­ ten, Personalkosten oder Sonstiges im Angebot anzu­ geben. So was kommt bei uns nicht vor“, mahnt Wöss.

ARBEITSZEITFLEXIBILISIERUNG UND ENTBÜROKRATISIERUNG Barbara Wöss-Zambai, die als Prokuristin auch für den Bereich Personal zuständig ist, wünscht sich in Zukunft mehr Arbeitszeitflexibilität, die in ihrer Branche auch von den Arbeitnehmern gefordert wird.


Bei den über 800 Events, die Fantasy im Jahr organisiert, ist von Sport bis Kultur alles dabei.

Bei der Einteilung der Schichten stehen sie oft vor dem Problem, Mitarbeiter während eines laufenden Events nach Hause schicken zu müssen, da sie auf zu viele Stunden pro Tag kommen. Ein Umstand, der vor allem für die Angestellten, aber auch für die Kunden äußerst unbefriedigend ist. Zum einen können sie den Event nicht in seiner Gesamtheit begleiten, was für viele eines der Highlights ihres Jobs ist, zum an­ deren haben sie dadurch am Monatsende auch weni­ ger Geld in der Tasche. Generell kritisiert Barbara Wöss-Zambai die Über­ regulierung in ihrer Branche, die das Arbeiten immer mehr erschwert und das Planen von Events zusehend schwierig macht. Deswegen ist sie froh, im Wirt­ schaftsbund eine starke Interessenvertretung zu ha­ ben: „Wir müssen um all unsere Rechte kämpfen, da wir Unternehmer oft einem Generalverdacht ausge­ liefert sind. Da braucht es eine Organisation wie den Wirtschaftsbund und Leute wie Franz Hörl, der sich für uns, wenn es sein muss, auch einmal lautstark ein­ setzt“, lobt Barbara Wöss-Zambai den Einsatz des Wirt­ schaftsbundes.


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SAUBERE

© SHUTTERSTOCK.COM, FRANZ OSS

ARBEIT


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FÜR MICH ALS VATER UND GESCHÄFTSMANN IST ES DER GRÖSSTE STOLZ, DASS MIR MEINE KINDER NACHGEFOLGT SIND. Werner Jäger, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer

LEICHT IST ES WERNER JÄGER NICHT GEFALLEN, ALS ER ANFANG DER 1990ER SEINEN JOB AUFGEGEBEN HAT, UM SEIN EIGENES GEBÄUDEREINIGUNGSUNTERNEHMEN ZU GRÜNDEN. LETZTLICH WAR DER SCHRITT IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT ABER NICHT NUR FÜR IHN, SONDERN AUCH FÜR SEINE FAMILIE EIN LOHNENDER.

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m Grunde ist Werner Jäger kein Mensch, der gerne Risiken eingeht. Dafür, so der gebürtige Haller, sei er zeit seines Lebens einfach zu sehr von Existenzängsten ge­ plagt gewesen. So habe er sich etwa bei allen größeren finanziellen Ausgaben und Anschaffungen, ganz gleich, wel­ cher Art, stets aufs Neue gefragt: Können wir uns das überhaupt leisten? Und was, wenn nicht? Zumindest einmal ist er aber dann doch ein Wagnis eingegangen, und zwar kein kleines: Anfang der 1990er­Jahre gab er seine sichere Anstellung bei einem Gebäudereinigungsunter­ nehmen auf, um selbst ein solches zu gründen. Dieser Schritt war kein leichter für den Tiroler, machte sich am Ende jedoch bezahlt: Was als kleiner Betrieb in Buch begann, hat sich mittler­

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weile nämlich zu einem gefragten Spezialisten mit über 300 Mitarbeitern und Kunden aus ganz Tirol entwickelt.

SEIN EIGENER CHEF

Initialzündung war dabei in gewissem Sinne eine simple Frage, gestellt von einem Bekannten, in dessen Betrieb Jäger zu jener Zeit im Auftrag seines Dienstgebers für Sauberkeit sorgte: „Werner, war­ um machst du dich eigentlich nicht selbstständig?“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jäger niemals ernst­ haft mit dem Gedanken eines eigenen Unterneh­ mens gespielt – nicht zuletzt, weil er seinen dama­ ligen Arbeitsplatz und insbesondere die Sicherheit, die ihm dieser bot, sehr zu schätzen wusste. Nachdem er allerdings an jenem Tag direkt darauf angesprochen wurde, erschien ihm die Vorstellung, sein eigener Chef zu sein, dann doch äußerst reizvoll. „Noch am selben Abend habe ich, weil es mich nicht mehr losließ, mit meiner Frau darüber gesprochen“, erinnert sich Jäger zurück. „Ich sagte ihr, dass es mich schon jucken würde, ich aber gleichzeitig große Angst davor hätte.“ Doch Marylen hatte Vertrauen in ihren Mann und bestärkte diesen in seiner Entscheidung. Letzt­ endlich, so Jäger, sei sie es gewesen, die den Aus­ schlag gegeben habe. „Sie hat gesagt: ‚Okay, versu­ chen wir’s.‘ Ohne ihre Unterstützung hätte ich das Ganze niemals durchgezogen.“

BESCHEIDENE ANFÄNGE So aber hat Jäger 1991 seine eigene Firma, die Ge­ bäudereinigung Werner Jäger, gegründet, wobei in den Anfangsjahren nicht nur er, sondern auch Marylen mit anpacken musste: Sie war, neben

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„IN UNSEREM JOB HAT

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MAN FÜR ALLES DEN SCHLÜSSEL UND KOMMT WIRKLICH ÜBERALL REIN. DIESES VERTRAUEN MUSS MAN SICH ERARBEITEN. Florian Jäger, Geschäftsführer

ihrer eigentlichen Tätigkeit als Lehrerin, für die Buchhaltung des Unternehmens zuständig, wäh­ rend Werner sich mit fünf Mitarbeitern um die Reinigung einer rasch wachsenden Anzahl an Ob­ jekten kümmerte. Das Büro war zu Beginn noch in der drei Quadratmeter umfassenden Speis, das La­ ger wiederum in der Garage des Jägerschen Privat­ hauses untergebracht, und Rechnungen wurden lange Zeit per Hand geschrieben. „Ich hatte zwar 14 Jahre Erfahrung in der praktischen Gebäude­ reinigung, aber sonst keine Ahnung“, erzählt Jäger. „Betriebswissenschaftliche Grundlagen mussten wir erst lernen.“ Nichtsdestotrotz wurde das Unternehmen schnell größer, sodass man nach wenigen Jahren in ein „richtiges“ Büro nach Schwaz übersiedeln und später mit der Jenbacher Gebäudereinigung sogar einen zweiten Betrieb gründen konnte. Die Klientel wuchs ebenfalls stetig an – man akqui­ rierte einen Kunden nach dem anderen, selbst als man hinsichtlich Auslastung schon an die eige­ nen Grenzen stieß. Dies war in erster Linie dem bereits erwähnten Risikobewusstsein geschuldet, das jede neue Investition mit Sorge betrachtete und sie schnellstmöglich mit neuen Aufträgen zu kompensieren versuchte. „Heute glaube ich, dass das mit ein Grund für unseren Erfolg war“, meint Jäger. „Denn dadurch haben wir niemals nachge­ lassen.“

© FRANZ OSS

FLIESSENDE ÜBERGABE Seit 2017 steht das Unternehmen nicht mehr unter der Leitung Werner Jägers, sondern seiner Kinder Elisabeth und Florian, die bereits früh im Betrieb mitgearbeitet haben: Elisabeth war seit 1997 im Büro tätig, Forian wiederum ist 2000 eingestie­ gen. Während die Tochter in ihrer Jugend noch andere Berufswünsche gehabt hatte, war für den Sohn immer klar gewesen, dass er irgendwann in die Fußstapfen des Vaters treten möchte. Dafür hat er, als erster Jugendlicher in Tirol, die Lehre

zum Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger begonnen und samt Meisterprüfung abgeschlos­ sen. Elisabeth legte diese etwas später, berufsbe­ gleitend ab. Dadurch, dass beide schon länger in verschie­ denen Funktionen im Unternehmen gearbeitet und dabei Einblicke in alle Bereiche des Betriebs erhalten haben, ist dessen Übergabe gewisser­ maßen schrittweise geschehen. „Wir hatten von Anfang an das Vertrauen von Papa, er hat nach und nach alles in unsere Hände gegeben und ist irgendwann einfach immer seltener ins Büro ge­ kommen“, berichtet Elisabeth. Die offizielle Über­ gabe sei folglich nur mehr ein Formalakt gewe­ sen, alles sei insgesamt so vonstattengegangen, wie sich jeder Unternehmensberater das vorstel­ le. Werner Jäger jedenfalls hätte mit dem Ablauf nicht glücklicher sein können: „Für mich als Vater und Geschäftsmann ist es der größte Stolz, dass mir meine Kinder nachgefolgt sind. Dass der Be­ trieb heute so gut dasteht, ist ihr Verdienst.“

MEHR ALS „NUR“ PUTZEN Zwar habe sich Jäger immer gewünscht, dass er seinen Betrieb mal als Familienunternehmen be­ zeichnen darf, sich jedoch trotzdem nicht unbe­ dingt begeistert davon gezeigt, als sein Sohn ver­ kündete, er wolle Gebäudereiniger werden. Grund


Familienangelegenheit: Werner, Elisabeth, Florian und Marylen Jäger

MEILENSTEINE DER UNTERNEHMENS­ GESCHICHTE 1991 Die Firma Gebäudereinigung Werner Jäger wird in Buch gegründet

1993 Das Unternehmen wird nach Schwaz verlegt

1995 Die Einzelfirma wird in eine GmbH umgewandelt

dafür sei das Image des Berufes gewesen, das sich Florian zufolge mittlerweile zwar etwas ge­bessert habe, aber noch immer nicht das beste sei – obwohl es sich bei der Gebäudereinigung um ein Handwerk, einen Lehrberuf handle, der einiges an speziellen Fähigkeiten voraussetze. So benötigt man als Gebäudereiniger unter an­ derem ein umfangreiches chemisches Grundwis­ sen, da man mit diversen Säuren und Lösungen hantiert. Ebenso muss man dazu in der Lage sein, unterschiedlichste Oberflächen zu erkennen, um sie schließlich richtig behandeln und etwaige Schäden bei der Reinigung vermeiden zu können. „Im Vergleich zu früher, als man nur rund zehn verschiedene Bodenbeläge verwendet hat, ist das heute gar nicht mehr so leicht“, erklärt Florian. „Es werden immer neue Materialien entwickelt, und nur weil etwas wie Holz aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei auch wirklich um Holz handelt.“ Der wichtigste Punkt ist jedoch Vertrauens­ würdigkeit, denn Gebäudereiniger erhalten meist Zugang zu allen Bereichen eines Betriebes, von Sanitäranlagen über Produktionshallen bis hin zur Chefetage. „In unserem Job hat man für alles den Schlüssel und kommt wirklich überall rein“, sagt Florian. „Dieses Vertrauen muss man sich er­ arbeiten.“ weiter auf Seite 22 ,

1996 Mit der Jenbacher Gebäudereinigung wird eine zweite GmbH gegründet

2000 In Innsbruck wird eine zweite Niederlassung eröffnet

2008 Die Schwazer Niederlassung übersiedelt in ein neues Gebäude

2017 Werner Jäger übergibt die Geschäftsleitung offiziell an seine Kinder Elisabeth und Florian


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DAS REINIGUNGSIMPERIUM

DER FAMILIE JÄGER

42 Firmenautos im Fuhrpark ca. 250 Betriebe werden täglich

© GEBÄUDEREINIGUNG WERNER JÄGER GMBH

betreut

ca.

37.000 Liter

Reinigungs­konzentrat werden pro Jahr verwendet – das ergibt

370.000 Liter Reinigungslösung


Standorte in Schwaz, Innsbruck und Jenbach (Gebäudereinigung Jenbach)

330

Mitarbeiter

54 Millionen

fast

über eine Million Kilometer werden jährlich mit den Firmenautos zurückgelegt

Quadratmeter werden jährlich gereinigt


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IMAGEPFLEGE Den Stellenwert der Gebäudereinigung und deren Ansehen zu verbessern, war immer ein großes Ziel Werner Jägers, der seit 2010 als Innungsmeis­ ter der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereini­ gung in Tirol fungiert. Mit Kursen und Kampa­ gnen möchte er einerseits das Niveau der Arbeit heben, andererseits auch nach außen kommuni­ zieren, dass die Gebäudereinigung ein attrakti­ ver Berufszweig ist. Besonderes Augenmerk legt

„Wir hatten von Anfang an das Vertrauen von Papa, er hat nach und nach alles in unsere Hände gegeben und ist irgendwann einfach immer seltener ins Büro gekommen.“

© GEBÄUDEREINIGUNG WERNER JÄGER GMBH, AXEL SPRINGER

Elisabeth Jäger, Geschäftsleitung

er dabei auf die Bekämpfung von Schwarzarbeit, da diese nicht nur die Preisgestaltung, sondern ebenso das Ansehen der ganzen Zunft nega­ tiv beeinflusse. Dafür steht Jäger auch in regem Austausch mit anderen Gebäudereinigern, de­ ren Kommunikation untereinander er stets zu fördern und zu verbessern suchte und weiterhin sucht – nicht zuletzt im Hinblick auf die regelmä­ ßigen und mitunter schwierigen KV-Verhandlun­ gen, in die er als Innungsmeister natürlich stark involviert ist. Als größte Herausforderung macht Jäger al­ lerdings den Fachkräftemangel aus, der auch in „seinem“ Zweig deutlich zu spüren sei. Neben dem schlechten Image dürfte vor allem ein Um­ stand maßgeblich dafür verantwortlich sein, wie

Jäger erklärt: „Die wenigsten wissen, dass die Ge­ bäudereinigung ein dreijähriger Lehrberuf ist, dementsprechend wenige Lehrlinge gibt es. Das gehört dringend geändert.“ In diesem Zusammenhang spiele auch die Mitarbeiterbindung eine wichtige Rolle – er selbst, so Werner Jäger, habe seine Angestellten als Geschäftsführer immer gut behandelt und entlohnt, in vielen Fällen sogar Wohnungen für sie bereitgestellt. Deshalb seien ihm große Tei­ le der Belegschaft über einen langen Zeitraum treu geblieben, wobei ein Mitarbeiter bereits seit 27 Jahren und damit fast seit der Gründung des Betriebs seinen Dienst in der Gebäudereinigung Jäger verrichte.

VON GANZ UNTEN NACH GANZ OBEN Wie sein Vater, so sieht auch Florian Jäger eini­ ge wirtschaftspolitische Hürden im Land, die den täglichen Betrieb heimischer Gebäudereini­ gungsunternehmen deutlich erschweren. Dazu zähle etwa die Einhaltung der Arbeits- und Ruhe­ zeiten, die in der Branche oftmals nicht einfach umzusetzen sei. „Wir haben beispielsweise vie­ le Angestellte mit Kindern, die am liebsten von 6 bis 8 und von 18 bis 21 Uhr arbeiten würden, weil sich das mit ihrem Familienleben am bes­


Innen und außen, oben und unten: Als Gebäude­ reiniger ist man (fast) überall im Einsatz.

ten vereinbaren ließe. Aber wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit dürfen sie das nicht“, erzählt Florian. Ein weiteres Problem sei der Umgang mit verschiedenen Lohngruppen. Es gebe Fälle, in denen ein Mitarbeiter am Vormittag eine Un­ terhalts­ und am Abend eine Sonderreinigung durchführen müsse. Doch obwohl es sich dabei um unterschiedliche Arbeiten handle, dürfe man seine Angestellten nicht unterschiedlich entloh­ nen, erläutert Florian. An diesen und ähnlichen Schrauben gelte es zu drehen. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten biete Tirol als Wirtschaftsstandort aber, da ist man sich in­ nerhalb der Familie Jäger einig, grundsätzlich gute Voraussetzungen, um als Unternehmer er­ folgreich zu sein – selbst wenn man, wie Werner Jäger seinerzeit, ganz unten beginnen müsse. „Wir haben bei null angefangen und unser Unterneh­ men Stück für Stück aufgebaut“, sagt Jäger. „Heute sind wir ein kleines Reinigungsimperium.“

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24 | 2 5 W I RTS C H A F TS BUND M AG A Z I N

Das ist Deine Wahl! Dein Tiroler Wirtschaftsbund.


Wirtschaftskammerwahl: 4. und 5. März 2020. 9: r 201 ter e b m n N ov e f o r d e r n u . a t . 2 2 an ko Ab kar te a nt rag.w l h a W n k a r t e a i l u n te r t l h a w i rol.a per M o d e r 02 0 @ w k t 2 wa h l


26 | 2 7 W I RTS C H A F TS BUND M AG A Z I N

DAS IST DIE WAHL

DER TIROLER UNTERNEHMERINNEN UND UNTERNEHMER. TIROLER WIRTSCHAFTSBUND AUF BEZIRKSTOUR ZUR WIRTSCHAFTSKAMMERWAHL 2020

Landesgeschäftsführerin Daniela Kampfl informiert über die Kampagne zur Wirtschafts­ kammerwahl 2020.

und maximale Effizienz – in der Wirt­ schaftskammer Tirol weiterzugehen. Dafür braucht es besonders in unseren Fachorganisationen die besten Köpfe! Daher treten wir mit 71 Listen zur Wirt­ schaftskammerwahl an.“ Unter dem Motto „Das ist deine Wahl!“ sollen die Mitglieder sehr per­ sönlich angesprochen und motiviert werden. „Wir möchten so die große Bedeutung der Wirtschaftskammer­ wahl zum Ausdruck bringen. Denn die

GEWINNSPIEL. Gewinne 4 × 2 Karten für den Ball der Tiroler Wirtschaft, der am 1. Februar 2020 im Congress Innsbruck stattfindet. Neben einer exklusiven Einladung zum Cocktailempfang des Tiroler Wirtschaftsbundes in Kooperation mit der Tiroler Tageszeitung warten prominente Sitzplätze in der Dogana auf Dich. Beantworte uns dazu folgende Frage:

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Fachorganisationen sind die emotio­ nale und fachliche Heimat eines jeden Mitglieds. Dort geschieht jene inter­ essenspolitische Basisarbeit, die den beruflichen Alltag unserer Unterneh­ merinnen und Unternehmer in ihren Branchen prägt“, erklärt Walser. Dementsprechend werde sich der Wirtschaftsbund mit voller Energie der maximalen Mobilisierung widmen. Diese ist auch für Franz Hörl mitent­ scheidend. „Der Wirtschaftsbund hat in der Vergangenheit stets bewiesen, dass er mit Fachkompetenz und poli­ tischem Geschick vieles für die Mit­ glieder erreichen kann. Neben unseren Abgeordneten im EU­Parlament über den Nationalrat bis in den Landtag brauchen wir dazu auch in Zukunft die notwendige Stärke in der Wirt­ schaftskammer. Daher werden wir in den nächsten Wochen durch ganz Tirol touren, um mit den Unternehmerin­ nen und Unternehmern über die Her­ ausforderungen der Zukunft zu disku­ tieren.“

© FOTO BERNARD, BRUNNER IMAGES

Am 4. und am 5. März 2020 wählen die Mitglieder der Tiroler Wirtschaftskammer ihre Branchenvertreter in den Fachorganisationen. Der Tiroler Wirtschaftsbund setzt dabei als stärkste wirtschaftspolitische Kraft auf ein schlagkräftiges Team mit 1.217 Kandidatinnen und Kandidaten, das für effektive und konsequente Interessensvertretung steht. Aus diesem Grund tourt der Tiroler Wirtschaftsbund derzeit durch alle Bezirke, um mit seinen über 10.000 Mitgliedern über die vergangene Periode Bilanz zu ziehen und um über die Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren. „Der Wirtschaftsbund ist die Ga­ rantie, dass die Anliegen aus der Praxis der Unternehmerinnen und Unterneh­ mer verstanden werden und auch ver­ lässlich in die politische Umsetzung einfließen“, so Tirols Wirtschaftsbund­ obmann Franz Hörl. Für Wirtschafts­ kammerpräsident Christoph Walser ist die Wahl richtungsweisend: „Als Präsident habe ich es mir zum Ziel gesetzt, den konsequenten Kurs der Weiterentwicklung – schlanke Struk­ turen, praxisnahe Serviceleistungen

Bei den ersten Auftakt­ veranstaltungen war sprich­ wörtlich die Hütte voll.


Heizen, Kühlen und Warmwasser in luftiger Höhe mit iDM Großwärmepumpen

D

Nicht nur die Speisen sind mutig und geschmackvoll, sondern auch das Ambiente und Design. In einer der vier luxuriösen Suiten des Albergos lässt sich der Urlaub ideal genießen. Für Tiefenentspannung sorgt sowohl der Spa-Bereich als auch die einzigartige Sonnenlounge. Doch der Bau bietet auch noch ein besonderes technisches Highlight: Das Objekt wird mittels 13 Tiefensonden und einer iDM Sole-Wärmepumpe im Winter angenehm warm gehalten und im Sommer komfortabel gekühlt. Zusätzlich wird elektrische Energie aus

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er auf einer Seehöhe von 2.400 m gelegene Neubau der Bergstation „Wimbachexpress“ mit dem modernen Panoramarestaurant und Hotel „Albergo“ bietet den Gästen feinste Gerichte in luftiger Höhe.

Bergstation Wimbachexpress mit Hotel Albergo auf 2.400 m

einer PV-Anlage gewonnen, welche die Wärmepumpe direkt nutzen kann. Neben der – auch von einer iDM-Wärmepumpe versorgten – Bergstation am Punta Helbronner (3.462 m) ist diese Wärmepumpenanlage in ihrer Form und Leistung wohl eine der höchstgelegensten ihrer Art. Vom Flachland bis zu

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W I RTS C H A F TS BUND M AG A Z I N

DAS IST

DEINE WAHL! UM DAS OHR BEI DEN UNTERNEHMERN ZU HABEN, GIBT ES EINE EINZIGE MÖGLICHKEIT: MAN MUSS ZU IHNEN HINGEHEN.

S

eit meinem Amtsantritt als Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer habe ich mehr als 200 Betriebe in sämtli­ chen Tiroler Bezirken besucht. So un­ terschiedlich die einzelnen Branchen mit ihren jeweiligen Produkten und Dienstleistungen sein mögen, eines hat sich durch alle Besuche durchgezogen: der Stolz auf das Geleistete und das Auftreten als Team. Allen Chefs in Tirol ist völlig bewusst, dass sie ihre tagtäglichen Höchstleistungen nur in Teamarbeit erreichen kön­ nen. Der oft strapazierte Begriff des „Klassenkampfs“ hat mit der Realität in unseren mittelständischen Betrieben nichts zu tun. Auch das größte, künstlich aufgeblasene Reizthema, der 12-Stunden-Tag, bietet in den Tiroler Unternehmen kein Konfliktpotenzial, weil alle im Betrieb ganz genau wissen, dass es bei Auftragsspitzen ab und zu eben nur mit längeren Ar­ beitstagen geht.

Mich haben nicht nur die vielen Erfolgsgeschich­ ten und auch der Umgang mit Rückschlägen in Ar­ beitgeberbetrieben beeindruckt, sondern auch das leidenschaftliche Engagement der Tiroler Ein-Per­ sonen-Unternehmer. Sie sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Land geworden und besetzen als hochprofessionelle Spezialisten Nischen, die das ge­ wisse Etwas am Standort Tirol ausmachen. Ganz egal, wie groß ein Unternehmen ist – die Politik braucht den Betrieben nicht zu sagen, was sie zu tun haben. Das wissen sie selber besser – inklusive einem hohen Bewusstsein für Soziales und Umwelt. Die Politik braucht sich zwar nicht in das unter­ nehmerische Engagement einzumischen – aber sie hat trotzdem eine wichtige Rolle: indem sie den entspre­ chenden Raum für pfiffige Innovationen, kompro­ misslose Qualität und mutige Projekte schafft. Dazu gehören etwa der Platz für notwendige Betriebserwei­ terungen, der Ausbau der Öffis auch in ländlichen Ge­


KOM M E N TA R

© BRUNNER

Christoph Walser Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer

„DER WIRTSCHAFTS­

bieten, flächendeckende Kinderbetreuung – und vie­ les mehr, was Betrieben und ihren Mitarbeitern den Rücken dafür freihält, Top-Leistungen zu erbringen. Sich um diese berechtigten Anliegen der heimi­ schen Betriebe zu kümmern, darin sehe ich eine der Kernaufgaben der Wirtschaftskammer. Der Wirt­ schaftsbund stellt auf politischer Ebene die Weichen dafür, um unternehmerische Interessen auf Schiene zu bringen. An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Funktionären, die sich in den Tiroler Gemeinden und in den verschiedenen Branchen um die Anliegen „ih­ rer“ Mitglieder kümmern. Diese Struktur ermöglicht es uns, die Unternehmer abzuholen und Praxispro­ bleme rasch zu lösen. Die Schlagkraft der Wirtschafts­ kammer lässt sich in einer einfachen Gleichung zu­ sammenfassen: Je deutlicher das Ergebnis bei den WK-Wahlen ausfällt, desto größer ist der Druck, den die Wirtschaft auf die Politik ausüben kann. Genau darum geht es am 4. und 5. März 2020.

BUND STELLT AUF POLITISCHER EBENE DIE WEICHEN DAFÜR, UM UNTERNEHM­E­ RISCHE INTERESSEN AUF SCHIENE ZU BRINGEN.“ Christoph Walser Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer


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TIROLERIN.

UNTERNEHMERIN. VIZEPRÄSIDENTIN. TIROLS PARADEUNTERNEHMERIN MARTHA SCHULTZ FÖRDERT IN IHREN VIELEN FUNKTIONEN DIE STÄRKUNG DES UNTERNEHMERTUMS IN VIELEN VERSCHIEDENEN FACETTEN. AUS IHRER TÄGLICHEN ERFAHRUNG WEISS SIE DABEI, WIE EINMALIG DAS HEIMISCHE KAMMERSYSTEM UND WIE WICHTIG EIN KRITISCHER UND KREATIVER BLICK NACH VORNE IST.

D

ie Leidenschaft für die Vertretung wirt­ schaftspolitischer Interessen nahm für Martha Schultz in ihrer Zeit bei der Jungen Wirtschaft ihren Anfang. „Ich wollte wissen, wie Politik funktioniert. Wir waren schon damals revolutionär unterwegs und haben Themen wie die Pflichtmitglied­ schaft und die Interessensvertretung immer offen thematisiert und disku­ tiert. Dabei habe ich schon sehr früh den Nutzen und Sinn von Netzwerken kennengelernt und persönlich erlebt, wie mich die Wirtschaftskammer mit

meinem damals noch kleinen Unter­ nehmen unterstützen und vertreten kann“, blickt die 56-Jährige zurück. Das waren für die Zillertalerin wert­ volle Erfahrungen, die ihr heutiges En­ gagement als Funktionärin des Wirt­ schaftsbundes wesentlich prägen. „Wer mich kennt, weiß, dass ich jede Diskus­ sion rund um die Pflichtmitgliedschaft aus voller Überzeugung auf mich neh­ me und alles daran setze, unser Kam­ mersystem nicht nur zu erhalten, son­ dern weiter zu stärken“, so Schultz. Dazu haben auch ihre Erfahrungen auf euro­ päischer Ebene beigetragen, die zeigen, wie wichtig budgetäre Planbarkeit und politische Unabhängigkeit sind. „Dies

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© SCHULTZ GRUPPE

MARTHA SCHULTZ: Vizepräsidentin der Wirt­ schaftskammer Österreich, Bundesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ & Präsidentin der Julius­Raab­Stiftung


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UNTERNEHMERINNENVERTRETUNG Davon profitiert auch die Unterneh­ merinnenvertretung „Frau in der Wirt­ schaft“, welche programmatisch und finanziell ebenfalls auf eigenen Beinen steht und dementsprechend aktiv für die Interessen der Unternehmerinnen agieren kann. Nur so sei es auch mög­ lich, die zentralen Forderungen der Organisation durchsetzen und mit star­ ker Stimme in den politischen Prozess einbringen zu können. Zu den Themen zähle unter anderem, so Schultz, un­ verändert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Die muss vom Neusiedler See bis zum Bodensee funktionieren und an die neuen Arbeitswelten ange­ passt werden. Dazu müssen wir endlich die Barcelona-Ziele der Europäischen Union erreichen! Was bringt es uns im

ser aufgestellt sei als manch andere europäische Länder. „Auch da spielt unser Sozialpartnersystem eine ent­ scheidende Rolle. Denn wir verhan­ deln jeden Kollektivvertrag aus, der keine Unterschiede zwischen Frau und Mann kennt“, so Schultz. Ihr Appell an die Frauen: „Überzahlung ist Verhand­ lungssache. Was oft fehlt, ist das not­ wendige Selbstbewusstsein, wenn es darum geht, höhere Entlohnungen zu fordern und durchzusetzen.“ In Österreich wird bereits jedes dritte Unternehmen von einer Frau ge­ leitet, die Zahl der Gründerinnen liegt bei über 45 Prozent. Umso wichtiger ist daher die eigenständige Interes­ sensvertretung der weiblichen Selbst­ ständigen. Als wesentliche Erfolge der jüngeren Zeit bezeichnet Schultz die Angleichung des Wochengeldes und das damit verbundene Ende der Be­ nachteiligung für Unternehmerinnen. Auch in Sachen Rechtssicherheit wur­ de nachgebessert und die Werteerhö­ hung bei geringfügigen Wirtschafts­ gütern bezeichnet sie als wichtige, von „Frau in der Wirtschaft“ massiv unter­

Energie tanken: Ihre Freizeit verbringt die Zillertaler Unter­ nehmerin am liebsten in den Bergen.

tourismusintensiven Tirol, wenn Kin­ derbetreuung nur von Montag bis Frei­ tag angeboten wird. So macht man es Menschen unmöglich zu arbeiten und zugleich reden wir dann vom Fachkräf­ temangel“, so Schultz, die hier von den Ländern noch mehr Engagement und Zielstrebigkeit einfordert. Zum viel diskutierten „Equal Pay Day“ betont die WK-Vizepräsidentin, dass Österreich in dieser Hinsicht bes­

stützte, Verbesserung. Bestehen bleibt die Forderung nach besserer steuerli­ cher Absetzbarkeit von Arbeitsräumen in den eigenen vier Wänden. „Nur wer sein Arbeitszimmer ausschließlich be­ ruflich nutzt, kann die Betriebsausga­ ben geltend machen. Diese Regelung ist absolut praxisfern. Unser Ziel: Ar­ beitszimmer und -bereiche müssen umfassender anerkannt werden,“ so Schultz.

„Ich bin nicht hauptberuflich Vizepräsidentin. Ich bin aktive Unternehmerin, die ihr Knowhow als Funktionärin für die Allgemeinheit einbringt.“ Martha Schultz

ZUKUNFTSVISIONEN Als neugewählte Präsidentin der Juli­ us-Raab-Stiftung hat die Tirolerin nicht nur die Gegenwart, sondern zugleich auch die Zukunft im Visier. Denn hier sei es Aufgabe, offen, kritisch und kre­ ativ nach vorne zu blicken. „Unsere Thinktanks sollen das freie Denken fördern und aufzeigen, welche Wege Unternehmertum morgen finden kann und muss. Ich bin ja eigentlich eine, die lieber etwas auf den Boden bringt, als Luftballone steigen zu lassen, aber vielleicht wollte man mich auch gerade deshalb in dieser Position“, schmunzelt die Unternehmerin. Zuletzt hat die Stif­ tung im Buch „Lust auf Zukunft“ ihre wirtschaftspolitischen Visionen zu Pa­ pier gebracht. Dazu zählt für die Präsi­ dentin auch der Wunsch nach mehr Un­ ternehmertum und der entsprechenden Steigerung von Respekt und Ansehen. „Wir müssen früher damit beginnen, unseren Kindern eine Ausbildung in Wirtschaft und Finanzen anzubieten – nicht freiwillig, sondern in Lehrplänen festgeschrieben!“ Für die Zukunft der Wirtschafts­ kammer sieht die Powerfrau jeden ein­

© SCHULTZ GRUPPE

ist international nicht selbstverständ­ lich, weshalb viele Länder neidvoll nach Österreich blicken. Diese Errungen­ schaften hängen unmittelbar mit der Pflichtmitgliedschaft zusammen“, weiß die Unternehmerin.


zelnen Funktionär mehr denn je gefor­ dert: „Aus Selbstverständlichkeit haben wir verlernt, unser System zu schätzen. Die Kammer bietet Vorteile auf zwei Ebenen. Einerseits die politische Vertre­ tung, die unsere Anliegen in den Land­ tag, den Nationalrat und nach Brüssel bringt. Und andererseits unsere ausge­ zeichneten Expertinnen und Experten, die bei Problemen immer mit hochqua­ lifiziertem Rat zur Seite stehen. Dieses Angebot muss man jedoch auch kennen und nützen. Erst dann verstehen die Mitglieder, welche Leistungen möglich und welche Tore – vor allem auch in Richtung Außenwirtschaft – geöffnet werden können. Dabei spielt der per­ sönliche Kontakt die größte Rolle und hier sind unsere Funktionäre in der Schlüsselposition.“

CHANCE KAMMERWAHL Mit Blick Richtung Wirtschaftskammer­ wahl findet die leidenschaftliche Wirt­ schaftsbündlerin klare Worte: „Wenn

„DER RÜCKEN­

WIND AUS TIROL IST SO STARK WIE NOCH NIE! Martha Schultz

wir als Wirtschaft im Landhaus oder im Parlament in Wien sowie in Brüssel et­ was erreichen wollen, müssen wir uns auch entsprechend positionieren. Die nächste Chance dazu haben wir bei der anstehenden Kammerwahl im März 2020. Nur wenn wir Unternehmerinnen und Unternehmer auch zur Wahlurne schreiten, haben wir die entsprechen­ de Kraft, unsere Anliegen umzusetzen.“ Hilfreich sei dabei die Entwicklung des Tiroler Wirtschaftsbundes: „Dieser hat

sich in den vergangenen Jahren zu ei­ nem echten Motor entwickelt. Als Teil der Westachse ist unser Einfluss größer denn je und der Rückhalt aus der Hei­ mat macht vieles einfacher, in Wien er­ folgreich zu sein. Und eines ist klar: Die Interessensvertretung kann nur aus der Arbeit des Wirtschaftsbundes wachsen, denn dieser beheimatet alle Werte, die uns als Gemeinschaft wichtig sind und auf deren Basis wir unser Engagement und unsere Expertise einbringen!“

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„KAMMERWAHL SCHEISSEGAL!?“

WB-Mitglieder erzählen, warum sie im März wählen gehen.

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JOHANNES ANZENGRUBER Arzler Alm, Innsbruck

„Ich war ein vehementer Kritiker des ver­ pflichtenden Kammersystems, bis ich mit dem bedeutenden Wirtschaftsjournalisten Ronald Barazon darüber diskutieren durfte. Er konnte mich überzeugen, dass die gewählten Vertreter unsere Interessen in der Legislatur umsetzen und ein Ohr für Innovationen ha­ ben. Interessen, die dann entweder rasch oder auch längerfristig in die Umsetzung geführt werden. Es geht nicht darum, ob mir jemand sympathisch ist, sondern darum, dass ich mit der Wahl meine Interessenvertretung mit der Wahrnehmung meiner Bedürfnisse als Unter­ nehmer beauftrage und sie stärke.“

„Ich habe die Wirtschaftskammer als wich­ tigen Auskunftgeber und Top­Dienstleister kennengelernt. Speziell die Rechts­ und Gewerbeauskünfte sind für Unternehmer eine erstklassige Serviceleistung. Zudem agiert die Wirtschaftskammer als Schnitt­ stelle zwischen Politik und Wirtschaft. Wir Unternehmer können mit unseren Themen jederzeit bei der Wirtschaftskammer vor­ stellig werden, dort werden die Anliegen kanalisiert und unsere Interessen bei den entsprechenden politischen Stellen mit Nachdruck vertreten.“

SCHNELLE HILFE „Wir haben erst kürzlich wertvolle Unterstützung seitens der Wirtschaftskammer erhalten: schnell, unbürokratisch und engagiert – und vor allem erfolgreich! Damit die WK weiterhin die zentrale Servicestelle für uns Unternehmer bleibt, ist es wichtig, zu wählen. So entscheiden wir direkt, wer unsere Interessen und Anliegen vertritt!“

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„ Die Wirtschaftskammer war für mich und meine Firma schon immer ein wichtiger Partner. Als europaweit tätiges Unterneh­ men mit über 200.000 Artikeln weiß man die Beratung und Hilfestellungen der WKO sehr zu schätzen. Daher ist es wichtig, dass die Wirtschaftskammer mit den richtigen Entscheidungsträgern und Kompetenzen besetzt ist. Denn nur so ist auch garantiert, dass der gute Service bestehen bleibt bzw. ausgebaut wird.“

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Hier servierte er ein Drei-Gänge-Menü. Pommes. Fischstäbchen. Pudding. Ein Auszugstisch für harmonische Familien-Dinner um nur € 999,– Stuhl ab € 89,– Wir verstehen, dass Dinkel mit Spinat bei den Kleinen nicht auf dem Speiseplan steht. Auch dann nicht, wenn der Esstisch feines Balkeneichen-Furnier besitzt und die Designstühle bequem sind. Da hilft nur, das Menü zu ändern. Guten Appetit allen Kleinen. Und Großen.

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JURISTISCHES KNOW-HOW

HERMANN LADNER Schuhhaus Ladner, Zams

„Ich gehe zur Wahl, weil es unsere Interessenvertre­ tung ist, die über das rechtliche Know-how verfügt und es dank der Kammer auch für kleine Betriebe möglich ist, sich rechtlichen Beistand zu sichern. Nicht nur starke Stimmen im Landtag und im Parlament helfen uns, sondern auch die Funktionäre auf Bezirksebene und in den Gremien, die Themen lokal behandeln.“

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MARKUS SCHERNTHANNER Hotel Tyrol, Söll

„Ich gehe zur Kammerwahl, damit meine Interessenvertreter best­ möglich gestärkt werden. Wer nicht wählt, kann von der Kammer auch nichts erwarten.“

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„Ich wähle, weil die Wirt­ schaftskammer unser Sprach­ rohr zur Politik und gleichzei­ tig eine wichtige Vertretung nach außen ist. Alleine tut man sich immer schwer, etwas zu bewegen, aber zusammen kann man etwas bewirken, deshalb brauchen wir die Wirtschafts­ kammer – sie vertritt die Inter­ essen von uns allen.“

„Die Wirtschaftskammer ist wichtig, weil sie die Interessen der Unter­ nehmer in der Politik vertritt, aber leider ist das vielen überhaupt nicht bewusst. Sie gestaltet die Rahmenbe­ dingungen für uns Unternehmer und bietet ein umfangreiches, kostenloses Beratungsnetz für alle Mitglieder, egal ob es um Betriebsanlagengenehmi­ gungen, Arbeits- und Sozialrecht oder andere Fragen geht.“

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UNVERZICHTBARE UNTERSTÜTZUNG „Immer wieder wird davon gesprochen, dass die sogenannte ‚Zwangsmitgliedschaft‘ und die Wirt­ schaftskammer als Institution überholt sind, was ich jedoch völlig verneinen muss. Ausgelöst durch die Digitalisierung ist nicht nur die globale, sondern auch die lokale Wirtschaft einer enormen Schnelllebigkeit ausgesetzt. Genau aus diesem Grund ist ein starker Wirtschaftsbund innerhalb der Kammer unverzichtbar: Der Tiroler Wirtschaftsbund hat das Ziel ausgegeben, dafür zu sorgen, dass Unternehmen entlastet und die Digitalisierung nicht zum Nachteil wird. Mit einer starken Stimme innerhalb der Wirtschaftskammer und einer hohen Wahlbeteiligung können unsere Interessen und Ziele in die Tat umgesetzt werden.“

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STARKER WILLE,

FREIER GEIST. © AXEL SPRINGER

MIT 21 JAHREN IST MELANIE REICH ÖSTERREICHS JÜNGSTE PIERCERIN. DIE JUNGUNTERNEHMERIN VERWIRKLICHTE SICH MIT „FREIGEIST“ DEN TRAUM VOM EIGENEN STUDIO.


„WENN ICH ES SCHAFFE, SCHAFFEN ES ANDERE AUCH.

Melanie Reich, Inhaberin Freigeist Piercing & Tattoo

I

m Teenageralter wissen noch nicht viele Jugendliche, welchen Weg sie einmal einschlagen wer­ den. Nicht so bei Melanie Reich. Der Patscherin ist schon früh klar, was sie will: Piercerin werden. Ihre Faszination für die Körper­ kultur rund um Piercings und Tattoos be­ ginnt im zarten Alter von elf Jahren, mit 13 Jahren besucht Melanie Reich mit ih­ rer Mutter zum ersten Mal ein Studio. „Da wusste ich: Das will ich machen“, blickt sie zurück. Sie ist begeistert von den Men­ schen, der Atmosphäre, dem Schmuck und weiß – das ist ihre Zukunft. Heute, sechs Jahre später, ist Melanie Reich Jungunternehmerin und Inhaberin eines eigenen Studios in der Innsbrucker Innenstadt.

STUNDE NULL Für diesen Traum hat die 21­Jährige hart gekämpft. Sie finanziert sich ihre Ausbildung selbst, pendelt lange Zeit für teure Kurse und unbezahlte Praktika nach Wien und München. Auch die teilweise Rück­ erstattung der Schulungskosten ist letztlich in Tirol nicht möglich. Nach zwei intensiven Ausbildungs­

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40 | 41 W I RTS C H A F TS BUND M AG A Z I N

jahren erhält sie im November 2017 ihre Befä­ higungsprüfung. Die Ausbildung zum Piercer ähnelt zwar einer Lehre, ist offiziell aber kei­ ne. Die organisatorischen und finanziellen Hürden der Ausbildung sind gerade für junge Menschen und Berufstätige erheblich. Prakti­ ka werden meist im rechtlichen Graubereich absolviert. Melanie Reich versucht dennoch so viel praktische Erfahrung wie möglich zu sam­ meln, mietet sich in einem Tattoostudio in Vomp ein und gründet „Freigeist Piercing“. „Ich wollte sehen, ob es einen Markt für mein eigenes Studio gibt“, sagt Reich. Das Lokal ist im Gewerbegebiet, hat keine Schaufens­ ter und ist dadurch eigentlich nur schlecht für ihr Unterfangen geeignet. Aber dennoch: Melanie Reich hat Erfolg, die Nachfrage nach ihren Piercings steigt, der Kundenstamm wächst stetig. Damit wird ihr klar: „Ich möch­ te auf eigenen Beinen stehen.“

© AXEL SPRINGER, SHUTTERSTOCK.COM

HÜRDENLAUF Ihr eigenes Studio soll in der Landeshaupt­ stadt sein – der Markt sei hier schlicht grö­ ßer, die Verkehrsanbindung ins Unter­ und Oberland am besten. Neben Piercings will Reich „Freigeist“ über Gasttätowierer um den Tattoobereich erweitern. Es beginnt ein steiniger Weg, denn ein passendes Geschäftslokal in Innsbruck zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Noch schwieriger erweist es sich in der Piercing­ und Tattoobranche. Mehr als 50 Lokale hat die Unternehmerin im Visier. „Meist kamen sie aufgrund zu hoher Preise, horrenden Ab­ lösen oder einer dezentralen Lage einfach nicht infrage“, erklärt Melanie Reich. Rund 15

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Präzision und Hygiene sind das Um und Auf bei Piercings.


„JUNGE MENSCHEN KÖNNEN IN DIESER BRANCHE NUR SCHWER UNTERNEHMER WERDEN“ Als Phase tut Manfred Reich das Interesse seiner Tochter Melanie an Piercings anfangs ab. Doch bald wird klar: Sie wird ihren Weg gehen, ob mit oder ohne elterliche Unterstützung. „Man kann den Kopf in den Sand stecken. Oder man hilft dem eigenen Kind, seinen Traum zu verwirklichen“, sagt Reich heute. Er selbst führt einen Installationsbetrieb und kennt die Herausforderungen als Unternehmer. Was ihn erschreckt, waren die administrativen und finanziellen Hürden: „Junge Menschen können in dieser Branche nur schwer Unternehmer werden.“ Deshalb war für ihn klar, dass er seine Tochter bei der Gründung unterstützt. „Melanie war schon immer stur, sie gibt nicht auf“, weiß Reich.

Teamwork: Manfred Reich unterstützt seine Tochter Melanie tatkräftig.

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Geschäfte kommen zwar in die engere Wahl, doch es folgen nur Absagen. „Die Ablehnung in der Gesellschaft ist groß, man hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Niemand wollte einen Pier­ cingbetrieb in seinem Geschäftslokal“, so die Unternehmerin.

„Ich wollte ein modernes Piercing- und Tattoostudio, das mit den veralteten Klischees aufräumt.“ Melanie Reich, Inhaberin Freigeist Piercing & Tattoo

IMAGEWANDEL Als die 21-Jährige ihren Traum vom ei­ genen Studio fast schon aufgeben will, klappt es endlich. In der Bürgerstraße findet sie ein passendes Geschäft, sie bleibt hartnäckig bei den Eigentümern und erhält letztlich eine Zusage. Im Spätsommer beginnen die Umbauar­ beiten, ein gepflegtes Shopdesign ist Melanie Reich wichtig: minimalistisch und hochwertig, mit großen Schau­ fenstern, die den Blick auf das Studio und die Schmuckkästen freigeben. „Ich wollte ein modernes Piercing- und Tattoostudio, das mit den veralteten Klischees aufräumt“, meint Reich. Mehr als überzeugt von „Freigeist“ ist mittlerweile auch Familie Reich: Vater Manfred, selbst Unternehmer, unterstützte seine Tochter mit betrieb­ lichem Know-how und legte beim Um­ bau des Studios fleißig Hand an. Und

Für Piercingbetriebe gelten strenge Hygiene­ vorschriften, die Investitionskosten der dafür notwendigen Geräte sind beträchtlich.

auch Oma und Opa fiebern mit ihrer Enkelin mit: „Anfangs reagierten sie zögerlich auf meine ersten Tattoos und Piercings, aber schon bald über­ wog die Neugier auf diese Branche. Die Eröffnung des Studios konnten sie nun kaum erwarten und waren natür­ lich Teil der Party“, freut sich Melanie Reich.

DER RICHTIGE WEG In jungen Jahren schon als Unterneh­ merin selbstständig zu sein sieht Me­ lanie Reich als Chance. „Man muss der Typ dafür sein. Für mich ist es das Richtige“, ist sie überzeugt. Sie mag die Verantwortung, schätzt den Frei­ raum und weiß, dass sie mit ihrem Namen einsteht. Eine Herausforde­ rung sei jedoch der finanzielle Aspekt: „Als junger Mensch Unternehmer zu werden ist schwer, besonders in dieser Branche.“ Man bekomme keinen Kre­ dit von der Bank, auch nicht mit Un­ terstützung der Eltern. Die Meldung des Gewerbes ist ohne ein Geschäfts­ lokal beinahe unmöglich, da eine po­ sitive Hygieneprüfung erforderlich ist. Diese Umstände würden es jungen Menschen erschweren, ihren Traum

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BEFÄHIGUNGSPRÜFUNG 3 Module Schriftlich, mündlich, praktisch „Die Rahmenbedingungen müssen sich verbessern, es braucht Rechtskonformität“, so Reich. Die Jungunternehmerin fordert eine Lehre für Piercer. Die lasse sich gut umsetzen und würde die Qualität in der Branche erhöhen. Sollte ihre Vision Realität werden, sei sie auch bereit selbst Lehrlinge auszubilden.


In der Innsbrucker Bürger­ straße eröffnete „Freigeist“ im Oktober seine Pforten.

zu verwirklichen. „Ohne meinen Papa hätte ich es nicht geschafft“, ist sich Reich bewusst.

© AXEL SPRINGER (2)

VORBILDWIRKUNG Die Herausforderungen, denen Melanie Reich als Jungunternehmerin begegne­ te, veranlassten sie, sich in der Interes­ senvertretung einzubringen. Die Unter­ stützung, die sie seitens Kammer und Wirtschaftsbund selbst erfuhr, will sie weitergeben. „Ich bin jung und moti­ viert und will mich für Verbesserungen in der Branche einsetzen“, sagt Reich. Im kommenden Jahr will sie Bundesin­ nungssprecherin werden, verstärkt in der Kammer aktiv werden und das Aus­ bildungsmodell besser gestalten. Auch der Zusammenhalt in der Branche ist ihr wichtig, weshalb sie Stammtische mit Piercern und Tätowierern besucht und engen Austausch pflegt. Melanie Reich will Vorurteile in der Gesellschaft abbauen und andere mit ihrer Leidenschaft anstecken. Ihre Geschichte soll Vorbildwirkung haben: „Wenn ich es schaffe, schaffen es andere auch“, sagt sie stolz.


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CORNELIA HAGELE

NEUE BEZIRKSOBFRAU DES WIRTSCHAFTSBUNDES INNSBRUCK-LAND

Das neue Team des Wirtschaftsbundes Innsbruck-Land

Bei der Bezirksgruppenhauptversammlung im Einrichtungshaus Föger in Pfaffenhofen wurde Cornelia Hagele mit 98,4 Prozent zur neuen Obfrau des Wirtschaftsbundes Innsbruck-Land gewählt. Die Landtagsabgeordnete und Telfer Vizebürgermeisterin folgt damit Anneliese Junker nach, die seit 2002 an der Spitze der Organisation im größten Bezirk Tirols stand. „Ein Anlass, der im wahrsten Sinne für ein lachendes und ein weinendes Auge sorgt. Einerseits verlieren wir mit Anneliese Junker einen politischen Vollprofi und eine besonders prägende Gestalterin unseres Wirtschaftsbundes. Andererseits

gewinnen wir mit Cornelia Hagele eine Politikerin und Unternehmerin, die mit klaren Zielen und Schwerpunkten für die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit steht“, so Landesobmann Franz Hörl. Als besondere Anerkennung für das Wirken von Anneliese Junker durfte Hörl der ehemaligen Bundesrats- und Landtagsabgeordneten die Julius-Raab-Medaille des Wirtschaftsbundes überreichen. Der neuen Obfrau Cornelia Hagele stehen in Zukunft mit Marc Achmüller, Marco Blaha, Norbert Denifl, Andreas Giner, Heinrich Haid, Christoph Kiechl, Robert Lechner, Martin Schwaninger und Patrick Weber neun gleichberechtigte Stellvertreter zur Seite, die zur vermehrten Verwurzelung der Wirtschaftsbundarbeit in allen Regionen des Bezirks beitragen werden.

© TANJA CAMMERLANDER, KLICKFISCH

ZUR PERSON: Cornelia Hagele ist 44 Jahre alt und lebt in Telfs. Nach der Matura studierte sie Betriebswirtschaftslehre und Rechtswis­ senschaften (inkl. Doktorat) an der Leo­ pold­Franzens­Universität in Innsbruck. Hagele ist verheiratet mit ihrem Mann Mat­ thias und hat zwei Kinder. Seit 2018 ist sie Abgeordnete zum Tiroler Landtag und Bereichssprecherin der Tiroler Volkspartei für Industrie, Wissenschaft und Forschung. Neben ihrem Amt als Vizebürgermeisterin der Marktgemeinde Telfs organisiert sie noch die rechtlichen und betriebswirt­ schaftlichen Belange an der Montessori Schule in Telfs, managt die Kanzlei ihres Mannes und betreibt eine Unternehmens­ beratung. Eine wahre Powerfrau.


Anneliese Junker, Viktoria Kapferer und Cornelia Hagele Hausherr Stefan Föger begrüßt die Gäste.

Julius-RaabMedaille für Anneliese Junker

Franz Hörl, Johannes Tratter, Anneliese Junker, Cornelia Hagele und Christoph Walser

Alt-Bezirksgeschäftsführer Martin Hassl freut sich über jeden Besuch in seiner Heimat.


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LABG. MARIO GERBER

NEUER OBMANN DES WIRTSCHAFTSBUNDES INNSBRUCK-STADT

Das neue Team des Wirtschaftsbundes Innsbruck-Stadt

Mit 93 Prozent der Delegiertenstimmen wurde Landtagsabgeordneter Mario Gerber von der ordentlichen Bezirksgruppenhauptversammlung zum neuen Obmann des Wirtschaftsbundes Innsbruck-Stadt gewählt. Ihm werden mit Gemeinderat Johannes Anzengruber (Arzler Alm), Lisa Grießer (Immobilien Netzwerk Tirol), Karin Hatzl (Werbeagentur Karin Sophie), WK-Bezirksstellenobmann Karl Ischia (Ischia Obst & Gemüse), WK-Spartenobmann Franz Jirka (Jirka Heizungstechnik) und Dieter Unterberger (Unterberger Gruppe) sechs gleichberechtigte Stellvertreter zur Seite stehen.

Die bisherige Obfrau, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, selbst neun Jahre lang an der Spitze der Bezirksorganisation, freut sich über den neuen personellen Schwung. „Ich gratuliere Mario Gerber und seinem Team und freue mich auf die Zusammenarbeit. Das enge Zusammenspiel zwischen Landesregierung und Wirtschaftsbund wird auch weiterhin von enormer Bedeutung – auch für die Innsbrucker Wirtschaft – sein", so Zoller-Frischauf, der von Landesobmann Franz Hörl im Namen des Österreichischen Wirtschaftsbundes die Julis-Raab-Ehrenmedaille für besondere Verdienste um Österreichs Wirtschaft verliehen wurde.

© BLICKFANG

ZUR PERSON: Mario Gerber ist 38 Jahre alt, lebt mit seiner Familie in Igls und ist Geschäftsführer der Gerberhotels in Kühtai. Seit 2018 ist er Abgeordneter zum Tiroler Landtag und Bereichssprecher der Tiroler Volkspartei für Tourismus und Wirtschaft. In der Wirtschaftskammer Tirol ist er Fachgruppenobmann der größten Fachorganisation, der Hotellerie. Im Wirtschaftsbund engagiert sich Gerber seit 2016. Zuerst als Ortsgruppenobmann und seit der Vollversammlung als Bezirksobmann Innsbruck-Stadt,, wo er mit seinem Team neuen Schwung in die Landes­ hauptstadt bringt.


Franz Hörl und Mario Gerber bedanken sich bei Patrizia Zoller Frischauf für ihren Einsatz.

Barbra Thaler referierte über die Zukunft Europas

volles Haus bei der Firma ROWA-Moser

Thomas Luhan, Robert Perischa, Alexander Schatz, Patrizia Zoller-Frischauf, Wolfgang Ullmann und Philipp Heel

© WIRTSCHAFTSBUND

Stadtparteiobmann Christoph Appler gratuliert zur Wahl


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BETRIEBSBESUCH SPORTALM KITZBÜHEL: Peter Seiwald, Bettina Huber, Margarete Schramböck, Ulli Ehrlich und Wilhelm Ehrlich

Großes Interesse herrschte beim Unternehmerfrühstück mit Margarete Schramböck und Franz Hörl im wiedereröffneten SCHMALZERHOF IN WEER.

AUSGEZEICHNETE QUALITÄT VON REGIONALEN ANBIETERN: Hubert Almberger, Margarete Schramböck, Bettina Huber und Peter Seiwald besuchten den Wochenmarkt in St. Johann.

© BRUNNER IMAGES, WIRTSCHAFTSBUND

SOMMERTREFF IN KUFSTEIN: Franz Hörl, Alois Rainer, Margarete Schramböck, Barbara Schwaighofer und Herwig van Staa

NEUWAHL IN KRAMSACH: Stefan Schuler, Barbara Schwaighofer, Andreas Bankler und Markus Vögele

EINBLICKE IN DIE PRODUKTION VON HANDL TYROL: Pepi Raich, Johannes Wechner, Karl Christian Handl, Margarete Schramböck, Karl Handl, Petra Erhart-Ruffer, Toni Mattle, Otmar Ladner, Herbert Mayer und Simon Klotz

W I RTS C H A F TS BUND M AG A Z I N


ERSTER WAHLKAMPFAUFTAKT ZUR WIRTSCHAFTSKAMMERWAHL IN OSTTIROL: Marianna Oberdorfer, Anna Geiger-Vergeiner, Michaela Hysek-Unterweger, Kathrin Jäger, Karin Thum-Zojer und Daniela Kampfl

MARIO GERBER UND FRANZ HÖRL zu Gast bei Versicherungsmakler Christian Klausner

VOR ORT. Patrick Weber, Roland Zankl, Cornelia Hagele und Hermann Steixner beim UNTERNEHMER.FRÜHSTÜCK IM HOTEL STUBAI

JOHANNES ANZEN­GRUBER MIT NEU-MITGLIED PETER PERKTOLD vor einem seiner Schuhgeschäfte in den RathausGalerien in Innsbruck

ZU GAST IN REUTTE AM HALDENSEE: Peter Müller, Christian Strigl, Daniela Kampfl, Walter Barbist, Franz Hörl, Christian Hammerle und Wolfgang Winkler

BETRIEBSBESUCH BEI DER METALLFORM HAIDNOTHDURFTER GMBH IN IMST: Leonhard Haid, Daniela Kampfl, Vanessa Haid und Hannes Staggl

Alle Fotos zu unseren Veranstaltungen findest Du auf www.wirtschaftsbund-tirol.at


Mitglied im Tiroler Wirtschaftsbund werden. Mitglied in der Tiroler Volkspartei werden.

Vor- und Zuname

Geburtsdatum

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Anzahl der Beschäftigten

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Mobil

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GEFÜHLTE WIRTSCHAFTSWAHRHEITEN Was Chef und Mitarbeiter verbindet. D E N K T, D A S S DER „ANDERE“ ZU WENIG ARBEITET

75 %

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Ja, ich will:

50 | 5 1 G U T Z U W I SS E N

FREUT SICH ÜBER ZUFRIEDENE KUNDEN

15 %

10 %

CHECKT WÄHREND DER ARBEITSZEIT (HEIMLICH) INSTAGRAM

8218

Zusammengehörigkeitsgefühl der Belegschaft WEIHNACHTSFEIER

BÜROALLTAG

Dein Praktikum im EU-Parlament. Du willst Brüssel kennenlernen und Europa erleben? Dann absolviere ein Praktikum im Europäischen Parlament. Unsere EU-Abgeordnete Barbara Thaler freut sich über Bewerbungen aus der Heimat (barbara.thaler@europarl.europa.eu).

Datum/Unterschrift

ZUM BEITRETEN DAS FORMULAR AUSFÜLLEN UND AN DEN TIROLER WIRTSCHAFTSBUND RETOURNIEREN ODER EINFACH UND BEQUEM ONLINE UNTER WIRTSCHAFTSBUND-TIROL.AT ANMELDEN. Ing.-Etzel-Straße 17, 6020 Innsbruck

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Wirtschaftsbundmagazin 03/19  

Das Magazin von der Wirtschaft für die Wirtschaft. Mitgliedermagazin des Wirtschaftsbund Tirol.

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