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DIE TIROLER

WIRTSCHAFTSMINISTERIN. MARGARETE SCHRAMBÖCK IST DER BESTE BEWEIS DAFÜR, DASS QUER­ EINSTEIGERINNEN IN DER POLITIK ERFOLGREICH SEIN KÖNNEN.

© VP/GLASER, VP/ANGERER

WBM: DU WURDEST 2017 VON SEBASTIAN KURZ ALS EXPERTIN IN DIE BUNDESREGIERUNG GEHOLT. WIE HAST DU DIE VERGANGENEN EINEINHALB JAHRE WAHRGENOMMEN? Schramböck: Ich habe mich damals sehr gefreut, als ich gefragt wurde, und habe gerne Ja gesagt. Für mich war damit auch eine kleine Premiere verbunden, immerhin durfte ich die erste Wirtschafts- und Digitalministerin Österreichs sein. Uns ist in den vergangenen 1,5 Jahren einiges gelungen und wir hätten gerne noch weitergemacht, die inhaltliche Arbeit für Österreich und für den Wirtschaftsstandort im Speziellen war gut. Als im Mai das unsägliche Ibiza-Video

aufgetaucht ist, war ich schockiert, das Vertrauen in die FPÖ erschüttert. Neuwahlen waren nicht unser Wunsch, nach Ibiza aber eine notwendige Konsequenz.

INHALTLICH WAR DIE ZUSAMMEN­ ARBEIT GUT. WAS HAST DU FÜR DEN WIRTSCHAFTSSTANDORT AUF DEN WEG GEBRACHT? Wir haben für die Wirtschaft viele Maßnahmen umgesetzt, auf die die Unternehmen jahrelang gewartet haben und die mit der SPÖ nie möglich gewesen wären. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit war eine jahrelange Forderung der Wirtschaft, wir haben dies als eine der ersten Maßnahmen in Angriff genommen. Mit den Erleichterungen bei den Anlagengenehmigungen, der Regionalisierung der Mangelberufs­ liste – die gerade für Tirol ein wichtiges Instrument ist –, der Modernisierung und Neuentwicklung von Lehrberufen und dem Standortentwicklungsgesetz sind uns weitere wichtige Dinge gelungen. Als Wirtschaftsministerin war mir immer ein besonderes Anliegen,

Österreich als Wirtschaftsstandort zu stärken. Daher habe ich wiederholt Auslandsreisen unternommen und massiv für den Standort Österreich geworben, um Investitionen nach Österreich zu holen. Im Inland hat sich der Event „Invest in Austria“ etabliert, bei dem sich Investorinnen und Investoren aus aller Welt in Schönbrunn von Österreich als attraktivem Standort überzeugen konnten. Ich hätte gerne noch weitergemacht, leider war das nach dem Ibiza-Frühling nicht mehr möglich.

WAS KONNTEST DU NICHT MEHR UMSETZEN? Wir haben intensiv an der Modernisierung der Rot-Weiß-Rot-Card gearbeitet und es fehlte schlussendlich nur noch der Beschluss im Parlament. Gerade das Fachkräftethema ist in Tirol und für heimische Firmen ein zentrales Problem. In der Vergangenheit war die Anwerbung von Spezialisten aus dem Ausland bürokratisch, langwierig und nicht praxisorientiert. Dass Bewerber noch vor der Zusage zu einer Rot-Weiß-

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Wirtschaftsbundmagazin 02/19 (Wahl Extra)  

Das Magazin von der Wirtschaft für die Wirtschaft. Mitgliedermagazin des Wirtschaftsbund Tirol.

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