top.tirol (März 2018)

Page 1

Ausgabe # 1 3/März 2018

FINANZSTANDO

RT TIROL

Umbruch: Die Branche im er dazu sagen Was Tiroler Bank

STEUER-SPEZIA

PROJEKT: AUTO

Neu­heiten der Vienna Autoshow

L

chrift schützen! Daten nach Vors registrier t? … Umsätze richtig auf. Experten klären

BITCOIN & CO.

Erfolgsgeschichte, Pläne und Prognosen des Tiroler KryptowährungsGurus Julian Hosp Im Interview: Julian Hosp EINE BEILAGE DER


Tischlerei & Topmarken Österreichs erste Adresse für Wohnkultur: Mit internationaler Erfahrung aus hunderten Hotelprojekten sorgen die hauseigene Innenarchitektur und Tischlerei für Perfektion vom Plan bis zur Umsetzung.

2

5

1 1 3 6

Wetscher Wohngalerien Zillertalstraße 30, Fügen / Tirol

3

4

6

7

ElisabethHotel Premium Private Retreat Mayrhofen 2 Severin*s The Alpine Retreat Lech am Arlberg Hotel zur Pfeffermühle St. Anton am Arlberg 4 Hotel Zürserhof Zürs (CH) 5 Das Posthotel – ZillerSeasons Zell Elizabeth Arthotel Ischgl 7 Hotel Hirzer Hafling (I)

05288-600-0 mail@ wetscher.com

www.wetscher.com


T O P.T I R O L

© CROPSTER/MAYUMI ACOSTA

22

TIROLER STARTUP EROBERT DEN KAFFEEMARKT

Liebe Leserinnen und Leser!

K

ryptowährungen – sie sind aktuell in aller Munde. Einige hoffen, damit auf einfachstem Weg zum Millionär zu werden, andere warnen davor, „echtes“ Geld in virtuelles zu investieren. Doch wie funktioniert eine virtuelle, digital erzeugte Währung überhaupt? Einer, der derzeit durch die Welt reist, um Menschen diese Frage zu beantworten und sie zum Thema zu beraten, ist Julian Hosp. Der derzeit sehr gefragte Tiroler hat es sich zur Mission gemacht, die Welt aufzuklären. Was den 32-Jährigen antreibt und wie er diese Aufgabe lösen will, erzählt er im Interview ab Seite 8.

FINANZSTANDORT TIROL

STEUERSPEZIAL

© AXEL SPRINGER (2)

Das Magazin für die mobile Wirtschaft

Experten schaffen Klarheit über neue, geänderte oder bekannte, aber komplizierte Steuerverordnungen und -gesetze.

© SHUTTERSTOCK.COM

Eine Branche im Umbruch: Was Tiroler Banker dazu sagen

25

© SHUTTERSTOCK.COM

Technologische Entwicklungen beschäftigen auch die traditionellen Geldinstitute. In unserem Schwerpunkt „Finanzstandort Tirol“ sprechen Tiroler Banker über die Umbrüche in der Branche: Hat Bargeld noch eine Daseinsberechtigung? Wie gehen sie mit Fintechs, sprich Startups, die sich im Finanzwesen ansiedeln, um? Wie schaut der Banker der Zukunft aus? – Antworten auf solche Fragen finden Sie ab Seite 21. Alt triff t neu, heißt es auch in unserem Steuerspezial ab Seite 39: Experten informieren über Änderungen – Stichwort Aus für Aktion 20.000 oder Pause für die KMU-Investitionszuwachsprämie – sowie bekannte Steuerthemen, die bei Unternehmern immer wieder Fragen aufwerfen, wie der Gewinnfreibetrag oder die Registrierkassenpflicht.

AUTO F R Ü H L I N G 20 18

P R O J E K T:

DAS GROSSE

39

VIENNA AUTO SHOW 2018 Messestar: der neue BMW i8 Roadster

Erdgas-Kfz: Mythen und Fakten

Im Interview: Andrew Shepherd, Leiter der Abteilung CNG-Produkte Seat

DIE SPANNENDSTEN NEUHEITEN DES JAHRES

Im Test

Neue Modelle von BMW, Hyundai, Kia und Škoda

61

I N H A LT 5

Kurz gefragt: Inge Prader

6

Infografik: Treibstoff in Tirol

8

Neues vorgestellt wurde außerdem vergangenen Monat auf Österreichs größter Automesse, der Vienna Autoshow. Von den Highlights berichten wir ab Seite 61.

Interview: Die Erfolgsgeschichte, Pläne und Zukunftsprognosen des Kryptowährungsexperten Julian Hosp

18

Interview: Die neue EurogastSpitze über die Zukunft des Gastrogroßhändlers

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Die Redaktion

22

Startup: Wie Cropster für mehr Geschmack in der Kaffeetasse sorgt

25

Finanzstandort Tirol: Tiroler Banker über die Umbrüche in der Branche

38

Klüger werden mit: Jens-Uwe Meyer

39

Steuer-Spezial: Experten schaffen Klarheit über neue, geänderte oder bekannte, aber komplizierte Steuerthemen

61

Projekt Auto: Die Neuheiten präsentiert auf der Vienna Autoshow

IMPRESSUM: top.tirol – März 2018 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Redaktion: Eva Schwienbacher, BA, Mag. Klaus Erler, Walter Mair, Daniel Feichtner, Rebecca Müller, BA, Kathrin Fenkiw, BA, Mag. Anja Larch Grafik: Thomas Bucher, Christina Wulfert, Alina Klampfer • Anzeigenverkauf: Wolfgang Mayr • Hersteller: Intergraphik, Innsbruck Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

3


Die Kandidat/innen* der Tiroler Wirtschaft. Mario Gerber Spitzenkandidat für Tirol (3)

Cornelia Hagele

Spitzenkandidatin für Innsbruck-Land (2)

Patrizia Zoller-Frischauf Spitzenkandidatin für Innsbruck (1)

Stefan Weirather

Spitzenkandidat für Imst (3)

Hermann Mitteregger

Spitzenkandidat für Lienz (3)

Barbara Schwaighofer

Spitzenkandidatin für Kufstein (2)

Daniel Dax

Spitzenkandidat für Kitzbühel (4)

Martin Wex

Spitzenkandidat für Schwaz (3)

Anton Mattle Spitzenkandidat für Landeck (1)

*Kandidat/in (Landes- oder Bezirksliste)

Am 25.02.: Deine Stimme für die Wirtschaft! So wählst Du richtig für das Land und Deine Region. wirtschaftsbund-tirol.at

P004_007_03_02_AZ_Top_Tirol_190x261_RZ.indd 1

Deine Stimme für die Tiroler Volkspartei. Schreib „Gerber“!

Damit was weitergeht in Tirol: Schreib „Gerber“ in das Feld für die Vorzugsstimme auf Landesebene.

Gerber

Die Kraft aus der Region.

Unterstütze den/die Kandidaten/in des Tiroler Wirtschaftsbundes in Deinem Bezirk mit Deinem Kreuz.

19.02.18 10:16


© NINA HELF

KURZ GEFR AGT

KURZ GEFRAGT Mein Tag startet mit: Kaffee. Mich inspiriert: alles – Literatur, Kunst, Film, Menschen, die Natur. Ich bin Fotografin, weil: ich ein visueller Mensch bin.

INGE PRADER INTERNATIONAL TÄTIGE MODEUND PORTRÄTFOTOGRAFIN

Der Schritt in die Selbstständigkeit war: anstrengend. In den Anfangsjahren waren Buchhaltung, Vertrieb, Marketing für mich: lästige Notwendigkeiten. Um als Fotografin international erfolgreich zu sein, sollte man: ehrgeizig und fleißig sein. Mein aufregendster Auftrag war: die erste internationale Werbekampagne für Wolfgang Joops Label „Wunderkind“. Ein Porträtbild finde ich gelungen, wenn: ich glaube, ein wenig die Ausstrahlung der Person eingefangen zu haben, nicht nur ihr Abbild. Mit meiner Fotografie möchte ich: Freude bereiten und Geld verdienen.

So gehe ich mit Erfolgsdruck um: Ich versuche mich auf die existenziellen Dinge im Leben zu konzentrieren. Osttirol bedeutet für mich: meine Wurzeln. Der wertvollste Tipp für mich als Unternehmerin war: „das Wichtigste zuerst“ – sich nicht in Unwichtigkeiten verzetteln. Das schätze ich an meinem Beruf: die Vielfalt der Herausforderungen. Ausgleich finde ich: in der Natur, vorzugsweise am Meer.

Zur Person:

Inge Prader wurde 1956 in Lienz/Osttirol geboren, besuchte die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die sie 1980 mit der Meisterprüfung abschloss. Anschließend gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Paul Prader ihr eigenes Studio „Prader“ in Wien, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Dennis Hopper, Wolfgang Joop, Swarovski, Ronan Keating oder auch Anna Netrebko zählen zu ihren Kunden.

5


T O P.T I R O L

TREIBSTOFF IN TIROL

IM TRANSIT- UND TOURISMUSLAND TIROL IST VERKEHR EIN ESSENZIELLER FAKTOR. WIE VIEL SPRIT DER MOTOR DER TIROLER WIRTSCHAFT SCHLUCKT UND WO SIE IHREN TANK NEU FÜLLT, ZEIGT TOP.TIROL.

PREISGEMISCH Treibstoffkosten fluktuieren mit dem Ölpreis. Gleich bleibt dagegen das Verhältnis der einzelnen Preisfaktoren zueinander.

VS.

SUPERBENZIN 8%

34 %

PRODUKT

DIESEL 8%

VERTRIEB

40 %

PRODUKT

6

Fahrzeuge gemeldet.

Knapp 80 Prozent auf Privatpersonen, der Rest zur gewerblichen Nutzung im weitesten Sinne.

Privatbenutzer bauen dabei gleichermaßen auf Benzin wie auf Diesel, während Unternehmen Diesel klar präferieren. Gleichzeitig ist bei ihnen auch Elektromobilität stark im Kommen.

58 % STEUERN

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Mineralölindustrie

549.523 2016 waren in Tirol

VERTRIEB

52 % STEUERN

DIESEL BENZIN

GEWERBLICH*

PRIVATPERSONEN

Diesel

95.059

218.859

Benzin

18.282

212.497

Elektro

820

452

Erdgas

244

363

Andere**

762

2.181

* Juristische Personen, Firmen, Gebietskörperschaften etc. ** Benzin/Flüssiggas (bivalent), Benzin/Erdgas (bivalent), Benzin/Elektro (hybrid), Diesel/Elektro (hybrid), Wasserstoff Quelle: STATcube – Statistische Datenbank von Statistik Austria


T O P.T I R O L

JAHRES­BILANZ

WO TIROL TANKT

Jährlich werden in Tirol

124.655 TONNEN BENZIN verbraucht.

211 TANKSTELLEN versorgen den Tiroler Verkehr mit Benzin und Diesel. Zumindest 28 weitere bieten außerdem ERDGAS an. STROMTANKSTELLEN gibt es in Tirol mittlerweile WEIT MEHR ALS 100. Allerdings sind viele davon privat oder an Unternehmen gebunden. Eine allgemeine Erfassung des tirolweiten Stromtankstellennetzes liegt nicht vor.

Das ist verhältnismäßig wenig im Vergleich zum vor allem kommerziell genutzten DIESEL : Hier fließen ganze

516.241 TONNEN.

Tankstellen Erdgas-Tankstellen

Quelle: Bundesländer-Energiebilanz 2016, Statistik Austria

REUTTE

15

KUFSTEIN

41

2

KITZBÜHEL

23

INNSBRUCK-STADT IMST LANDECK

13

4

21

2

23

SCHWAZ

24

4

INNSBRUCK-LAND

34

2

5

2

7

LIENZ

17

0

Quelle: WK Tirol, Sparte Transport und Verkehr | Tigas.at

€/l 1,6 1,5 1,4 1,3 1,2 1,1

PREISSCHWANKUNGEN

TREIBSTOFFPREISE SIND SEHR VARIABEL. ROHÖL-FÖRDERMENGEN UND POLITISCHE ENTWICKLUNGEN BEEINFLUSSEN ANGEBOT UND NACHFRAGE.

1,0 0,9 0,8 0,7 0,6

– NORMALBENZIN – SUPER – SUPER PLUS – DIESEL

0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 1970

1972

1974

1976

1978

1980

1982

1984

1986

1988

1990

1992

1994

1996

1998

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

Quelle: Statistik Austria, Österreichische Energieagentur

7


© TENX

INTERVIEW

„Jede Krypto­währung ist anders, das wäre im Vergleich wie Öl zu Gold.“ JULIAN HOSP

8


INTERVIEW

„Es gibt definitiv eine Blase und sie wird auch platzen“ Der Tiroler TenX-Mitbegründer und Blockchain-Experte Julian Hosp spricht im Interview über seine Anfänge, über Kryptowährungen und seine Prognose für die Branche. DA S INTERVIEW FÜHRTE E VA-M ARIA HOT TER .

H

err Hosp, Ihr Lebenslauf ist äußerst bunt und spannend – Sie sind vom Arzt und Profi-Kitesurfer zum Kryptowährungsexperten avanciert – wie kam es dazu? JULIAN HOSP: Im Grunde ist das flüssig ineinander übergegangen. Ich war zuerst zehn Jahre Profi-Kitesurfer und wusste aber, man muss im Leben etwas „Richtiges“ lernen – und habe deshalb Medizin studiert. Rektor und Professoren waren dort so nett, dass ich beides miteinander kombinieren konnte. Als ich mit 24 Jahren promovierte, war ich bereits acht Jahre Profi. Es zeichnete sich ein Ende meiner Kitesurf-Karriere ab, weil der Sport auf Bänder, Gelenke und Knochen geht. Für kurze Zeit war ich als Unfallchirurg tätig. Medizin habe ich immer sehr geliebt, als Arzt dann aber doch die Freiheit vermisst, Neues auszuprobieren. Das geht als Arzt natürlich nicht (schmunzelt). Für mich war klar, es muss etwas Neues geben. 2012 bin ich nach Hongkong gezogen und habe dort Coachings und Persönlichkeitsentwicklung für Athleten und Firmen gehalten. Wie trafen Sie damals auf Ihre Mitbegründer von TenX? 2014 lernten Toby, Paul (CEO Toby Hönisch und COO Paul Kittiwong, Anm. d. Red.) und ich uns durch Zufall in Bangkok kennen. Toby erklärte mir in jener Zeit Bitcoin grundsätzlich und auch die Macht von Blockchain als dezentrales Konzept, wo es keine Bank braucht und wo trotzdem Vertrauen da ist. Das hat mich total begeistert. Ich begann,

mich intensiv dafür zu interessieren. Ich las mich in die Materie ein, schrieb Professoren in Deutschland an, die Kryptographie-Experten waren, um Studien­ unterlagen zu bekommen. Wie funktioniert Kryptographie, wie funktioniert das Programmieren? Und wie funktioniert die ganze Technik? Das war anfangs unglaublich viel, ich versuchte mit YouTube-Videos, das einfach und simpel zu erklären. Toby, Paul und ich blieben in Kontakt, während jeder seinen Beruf weiterverfolgte. Zu dieser Zeit war die ganze Blockchain- und Kryptowährungen-Thematik ziemlich negativ behaftet, weil gerade davor Mt. Gox, die größte japanische Bitcoin-Börse, gehackt worden ist. Welche Schritte folgten als Nächstes? Im Mai 2015 gab es in Singapur von DBS, der größten singapurischen Bank, einen Blockchain Hackathon, also ein Wochenende, wo Startups ihre Ideen vorschlagen. Da wir alle in Asien waren, haben wir uns gedacht: Das probieren wir aus, schließlich gab es nichts zu verlieren. Unsere Idee: Bitcoin über eine Kreditkarte auszugeben. Das kam bei den Juroren gut an, wir haben als Gewinn die 15.000 Dollar bekommen und unsere Firma ist registriert worden. Wie lässt sich das Geschäftsmodell von TenX beschreiben? Unsere Kunden sind hauptsächlich Personen, die bereits Kryptowährungen, wie Bitcoin oder Etherum, haben, und diese on- wie offline flexibel nutzen wollen. Die TenX Wallet kann als App am Handy kostenlos heruntergeladen werden. Für

Zur Person: Der gebürtige Milser Julian Hosp (32 Jahre) ist Autor, BlockchainExperte und Unternehmer. Hosp war zehn Jahre lang Profi-Kitesurfer. Mit 24 Jahren promovierte er in Medizin und arbeitete als Unfallchirurg in Innsbruck. 2012 zog er nach Asien, wo er 2015 mit seinen Co-Foundern TenX gründete.

➔ 9


© TENX

INTERVIEW

Über TenX 2015 Die Idee von TenX wird beim DBS Blockchain Hackathon vorgestellt und gewinnt den ersten Preis in Höhe von 15.000 Singapur-Dollar (rund 9.210 Euro). Das Unternehmen wird im Mai in Singapur registriert (damals noch unter dem Namen OnePay). 2016 Das junge Startup schafft es im Juli in den PayPal-Inkubator. Zwei Monate später geht die Alpha-Version der TenX Wallet online – inklusive dem Re­ branding als TenX. Im Oktober wird Bitcoin der erste BlockchainAsset bei dem Startup. 2017 Im April können sich erstmals singapurische User bei TenX registrieren. Einen Monat später werden zusätzlich die Kryptowährungen Ether und Dash als Assets für die TenX Wallet hinzugefügt. Seit Juni sind weltweit User freigeschaltet (mit wenigen Ausnahmen). Am 24. Juni spielte schließlich der Initial Token Sale von TenX 80 Millionen Dollar ein. 2018 TenX plant weltweit bis zu neun Tochtergesellschaften und soll demnächst auch eine Banklizenz erhalten. Zudem will sich das Unternehmen noch umfassender als Blockchain-Plattform etablieren.

10

Über Kryptowährungen aufklären – das sieht Julian Hosp, der derzeit als einer der gefragtesten Blockchain-Experten gilt, als seine Aufgabe.

knapp 15 Euro kann man sich eine Karte bestellen. Damit lässt sich dann am Bankomat Geld beheben und im stationären Geschäft oder Online-Shop bargeldlos bezahlen. TenX behält sich dabei eine kleine Umsatzbeteiligung ein. Momentan haben wir knapp 200.000 Kunden, die meisten davon in Europa.

ren. Es entsteht eine Unternehmenskultur, das ist anders, wenn man zu fünft in einem Wohnzimmer zusammenarbeitet. Mittlerweile ist TenX in einer Phase, wo es egal ist, wenn zwei Personen krankheitsbedingt ausfallen.

Das heißt, gar nicht in Asien, wie man bei einem Firmensitz in Singapur im ersten Moment vermuten würde? Das liegt daran, dass unsere Partner, mit denen wir angefangen haben, großteils aus Europa kommen. Das hat auch einen großen Vorteil, weil Unternehmen durch die Europäische Union im Grunde flächendeckend arbeiten können – man erreicht mit einem System 400 bis 500 Millionen Menschen. In Singapur gibt es zum Beispiel sechs Millionen potenzielle Kunden, aber für die Nachbarländer Indonesien oder Malaysien benötigt man wieder neue Partner vor Ort.

… Wohnzimmer – hat es bei Ihnen auch so begonnen? Genau, am Anfang hatten wir eine ZweiZimmer-Wohnung in Singapur. Ein Zimmer zum Arbeiten, das andere zum Schlafen. So konnten wir uns auch immer abwechseln. Nach einem größeren Investment leisteten wir uns schließlich ein größeres Haus, wo wir zu acht Platz hatten. Unser Vermieter wunderte sich schon, warum jeden Tag so viele Leute ins Haus kommen und abends wieder gehen (lacht). Damals stand uns nicht so viel Geld zur Verfügung und jeder musste nebenher arbeiten, um leben zu können. Es hat gedauert, bis wir 2016 in den PayPal-Inkubator gekommen sind.

Es gibt in dem Bereich Krypto-Kreditkarten nicht wenig Konkurrenz – was unterscheidet TenX von Mitbewerbern? Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir uns nicht nur auf Bitcoin fokussieren wollten. Das war zwar anfänglich die Idee, die wir jedoch schnell angepasst haben. Und dann haben wir uns gesagt, unser System muss sein, dass wir jede Krypto­währung ausgebbar machen – und nicht nur Bitcoin. Der Großteil unserer Konkurrenz spezialisiert sich nur auf Bitcoin. Jede Kryptowährung ist anders, das wäre im Vergleich wie Öl zu Gold – nicht wie Goldmünze zu Goldbarren.

TenX hat seinen Firmensitz in Singapur – sind auch andere Niederlassungen geplant? Unser Hauptfirmensitz liegt in Singapur. Aktuell arbeiten bei TenX 52 Mitarbeiter, 45 davon in Singapur. Künftig soll es weltweit acht oder neun kleine Tochtergesellschaften geben. Es steht auch im Raum, dass wir eine davon in Innsbruck gründen, das ist allerdings noch nicht zu 100 Prozent sicher. Dass wir uns weltweit verteilen wollen, liegt an der Risikostreuung. So ist das Unternehmen abgesichert für den Fall, dass ein Land negative Regelungen für Kryptowährungen beschließen sollte.

Ihr Unternehmen ist auch eines der wenigen Startups, das bereits ein Produkt vorweisen kann … Meiner Ansicht nach gibt es drei Stadien: von der Idee über die Umsetzung bis hin zur Firma. Erst in der letzten Phase etablieren sich Prozesse und Struktu-

Das vergangene Jahr war äußerst erfolgreich – TenX hatte im Juni 2017 einen Token Sale über umgerechnet 80 Millionen Dollar … Mit fast neun Monaten hatten wir eine relativ lange Vorbereitungszeit, damit alles rechtlich sauber über die Büh-


INTERVIEW

JAHRBUCH DER WIRTSCHAFT

„Ich bin pro Regulierung, aber nicht pro Überregulierung.“

Tirols auflagenstärkstes Wirtschaftsmagazin

JULIAN HOSP

ne geht, zum Beispiel in puncto Identifi kationsdaten unserer Kunden. Dafür haben wir hin und wieder auch Kritik geerntet, weil das in der Branche nicht alle tun. Haben Sie mit einem derartigen Betrag gerechnet? Anfangs haben wir mit zehn bis 20 Millionen Dollar gerechnet. Der Grund, warum es 0 Millionen wurden, war, dass der Ether-Preis zeitgleich in die Höhe schnellte, und die feste Zahl an Ether und Co. war schon programmiert. Die Ether-Anzahl blieb somit gleich, aber ihr Preis gewann an Wert. Dabei hatten wir auch ein risikosicheres System. Die Hälfte haben wir sofort in US-Dollar verkauft, damit das Unternehmen gesichert und unabhängig von Kryptopreisen ist. Das restliche Geld verkaufen wir immer wieder, wenn es signifi kante Anstiege gibt.

Beilage

119.00 Gesam

0 Stüc

tauflag

Was sind aktuelle Herausforderungen in der Kryptobranche? Das größte Problem, das ich derzeit sehe: Viele etablierte Finanzinstitute und Regulatoren können mit Kryptowährungen noch recht wenig anfangen. Deshalb mache ich auch viel Grundlagenarbeit, wo ich mich mit Unternehmen treffe und aufk läre. Oft gibt es Aussagen wie: Kryptowährung werde nur für Geldwäsche verwendet. Statistiken zeigen, dass nur ein Prozent für derartige Machenschaften verwendet werden, bei der Eurowährung sind es im Vergleich vier Prozent. Kryptowährungen sind insofern ungeeignet, weil alle vorherigen Transaktionen nachvollziehbar sind. Durch Vorfälle wie der umgerechnet 7 Millionen Euro Kryptoraub an der japanischen CoincheckBörse Ende Jänner wird auch der Ruf nach Regulierungen laut ... Um Coincheck kurz zu kommentieren: Es kann immer etwas passieren, auch wenn man noch so gut vorbereitet ist. Dennoch muss man

der

e

k

JETZT BUCHEN! Erscheinungstermin: 28. Juni 2018 Anzeigenschluss: 8. Juni 2018

Ihr Ansprechpartner für maßgeschneiderte Werbelösungen: Wolfgang Mayr T: 0512/58 6020-2191 E: w.mayr@target-group.at

➔ 11


© TENX

Als Speaker füllt Julian Hosp Säle – wie hier den Audimax der Universität Wien.

gen gibt, das heißt, Unternehmen wissen nicht genau, was sie machen dürfen und was nicht. Kunden sind ebenfalls unschlüssig. Rechtliche Gewissheit für beispielsweise steuerliche und regulatorische Aspekte fehlt derzeit noch – für Unternehmen wie für Exchanges. Ich glaube, dass die EU hier schlau vorgehen wird, ebenso Korea, Japan und Amerika. Gibt es erste Regulierungen, wird es wahrscheinlich Unsicherheit geben, was schlecht für den Preis ist, aber danach wird dieser wieder anziehen.

„Ich gehe stark davon aus, dass wir Bitcoin dieses Jahr locker noch bei 40.000 bis 50.000 Euro sehen werden.“ JULIAN HOSP

kritisch anmerken, dass sich das Geld dabei in einer sogenannten Hot Wallet (siehe Seite ) befunden hat, das heißt, es gab hier keinen sekundären Sicherheitsmechanismus. Dass es einen solchen im Fall Coincheck nicht gab, ist in meinen Augen fahrlässig. Normalerweise liegen nur ein paar Prozent des Geldes in einer Hot Wallet und für den Rest gibt es eine sogenannte Cold Wallet, das ist ein Speicher mit sekundärem Autorisierungsmechanismus, wenn jemand Geld abheben will. Hier ist die spannendere Frage, ob das die Spitze des Eisbergs war oder ob es mehrere Exchanges gibt, die das so machen. Denn so etwas könnte den Kryptomarkt derzeit wirklich um 0 oder 0 Prozent in die Knie zwingen – durch den theoretisch drohenden Vertrauensverlust. Sind Sie für oder gegen rechtliche Beschränkungen? Ich bin pro Regulierung, aber natürlich nicht pro Überregulierung. Zurzeit hat die Kryptobranche das Problem, dass es kaum gesetzliche Bestimmun12

Wie sehen die künftigen Pläne für TenX aus? Wir wollen uns als Plattform etablieren, wo Leute nicht nur Kryptowährung ausgeben, sondern wo sie Zugang zum dezentralisierten Blockchain-System haben. In Zukunft soll man über TenX zum Beispiel Gold oder Aktien dezentral kaufen oder dezentral Geld senden können. Dafür wird es eine kleine Service-Gebühr geben. Wir werden dieses Jahr schon einiges davon anfangen: TenX bekommt dieses Jahr eine Bankenlizenz, damit wir viele unserer Vorhaben selbst umsetzen können. Man wird durch die App auch mit einem Klick Euro- in Kryptowährung wechseln oder auch einfach in die fünf größten Kryptowährungen investieren können. Zum Schluss noch zur Branchenentwicklung: Gibt es eine Kryptoblase? Und wenn ja, wird sie platzen? Es gibt definitiv eine Blase und sie wird auch platzen. Ich glaube nicht, dass dies 201 geschieht, dafür sind derzeit zu viele Stimuli, zu viele neue Leute und neues Kapital vorhanden. Wenn im Jahr 201, dann sehr spät. Ich glaube jedoch eher 201, und es gibt eine Ausnahme, nämlich ein sogenanntes Black Swan Event, also ein Ereignis, das überhaupt nicht vorhersehbar ist. Hier gibt es in meinen Augen ein paar Szenarien, zum Beispiel, dass eine Regulierung überreguliert, dass eine Kryptowährung durch die Decke geht und es keiner erwartet, dass eine Finanzblase platzt und den Kryptomarkt mitrunter nimmt. Das kann immer passieren. Ich gehe stark davon aus, dass wir Bitcoin dieses Jahr locker noch bei 40.000 bis 50.000 Euro sehen werden, also beim Vier- bis Fünffachen des momentanen Wertes. Es wird auch turbulent werden. Hier gilt es einfach die Nerven zu bewahren, nicht auf Nachrichten in Social-Media bzw. Reddit-Foren zu hören und panisch zu werden.

Vielen Dank für das Gespräch.


KRYPTOWÄHRUNGEN

Kryptowährungen – 7 Basics Kryptowährungen

In der Bezeichnung stecken das Wort Kryptographie – die Wissenschaft der Informationsverschlüsselung – und Währung – eine Art von Geld. Es handelt sich also um eine Währung, die unter Einsatz kryptographischer Techniken verwaltet wird. Sie kann ohne zentrale Stelle, wie eine Bank, von A nach B überwiesen werden.

MINING

BLOCKCHAINTECHNOLOGIE

Miner ordnen mithilfe der Mining-Software anstehende Überweisungen in Blöcken (Blocks) an und versiegeln jeden Block mithilfe eines mathematischen Rätsels. Dazu wird für jeden Block eine Art „Prüfsumme“ errechnet, die dem darauffolgenden Block beigelegt wird und eine Prüfung der Blockkette (Blockchain) auf Manipulation ermöglicht. Stimmt sie, ist die Blockchain intakt und kann akzeptiert werden. Jedes Mining-Programm macht einen Vorschlag, wie das nächste Glied der Blockchain aussehen könnte. Darüber, welche Variante angenommen wird, entscheiden die Rätsel, sprich mathematische Aufgaben, die von Mining-Programmen gelöst werden. Wer sie als erster löst, dessen Blöcke werden in die Kette eingebunden, und die enthaltenen Transaktionen sind damit bestätigt. Für jedes gelöste Rätsel bekommen Miner Bitcoins, die niemandem abgezogen, sondern neu geschaffen werden. Weil die Rätsel so designt sind, dass sie jeweils zehn Minuten bis zur Lösung brauchen, ist das berechenbar. Die letzte und 21-millionste Bitcoin wird voraussichtlich im Jahr 2140 erzeugt werden.

ICO

Initial Coin Offerings ist eine nicht regulierte Form des Crowdfundings für Firmen in der Kryptobranche. In ICO wird ein Anteil einer neu emittierten Kryptowährung an Investoren im Austausch gegen staatliche Währungen oder gegen andere Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin verkauft. Entsteht dabei Kryptowährung, die auf einer bestehenden Blockchain aufbaut, spricht man vom Token Sale.

INFORMATIONEN ÜBER DIE STEUERRECHTLICHE BEHANDLUNG VON KRYPTOWÄHRUNGEN GIBT ES AUF SEITE 46.

MINER

Da bei Kryptowährungen eine zentrale Kontrollinstanz fehlt, braucht es jemanden, der die Transaktionen kontrolliert. Das ist Aufgabe der Miner, also Schürfer. Sie sind quasi die Buchhalter bei Kryptowährungen. Im Prinzip kann jeder Miner werden, der über eine entsprechende Software und genügend Rechenleistung verfügt.

Sie ist die Grundlage für die Existenz von dezentralen digitalen Währungen. Warum es sie braucht? Damit jeder nur das überweisen kann, was er besitzt. Eine Blockchain ist eine vollständige und unveränderliche Historie aller Transaktionen. Jeder, der Transaktionen tätigt, stimmt dem Verlauf zu und speichert ihn (zumindest teilweise) am Computer ab.

BITCOIN

Bitcoin wird seit 2009 gehandelt, gilt als erste Kryptowährung und zählt zu den bekanntesten. Mit dem Begriff bezeichnet man die Idee und das Konzept der ersten dezentralen Kryptowährung, die auf Blockchain-Technologie basiert, Bitcoins ist die Währungseinheit von Bitcoin. Mittlerweile gibt es über 1.500 Kryptowährungen, z. B.: Ether, Ripple, Bitcoin Cash, Litecoin.

WALLET

aber hbar. Da es rse verg leic bö ld , wird Ge bt r gi ne ng is t mit ei Kr yptowähru Eine Walle t ns tand der ge Ge en ird ch is t. Hier w keinen phys e verwende e“ Geldbörs ng gespeiru äh eine „dig it al W e di chlüssel für ss ng nen Orten ga de Zu ie r ch de kann an vers t le al W ne tphone, cher t. Ei Tablet , Smar werden (PC, t er iedene Anch ch ei rs sp ve ge line). Es gibt on er od besitzen. k ic ts USB-St le ts , ehrere Walle man kann m von Cold Wal d an un m , t er ch et ri bi sp n ze ät pl Speicher alle ts . Bei O fflinen von Hot W eicherplät ze Sp ein nl O i be

13


P1 (Headline), Innsbruck

P2, Innsbruck

P3, Innsbruck

Haus am Schottentor, Wien


Geerdete Perspektiven „Bei neuen Projekten ist für die PEMA Gruppe besonders wichtig, eine moderne und kreative architektonische Lösung zu schaffen, die unseren hohen ästhetischen Ansprüchen gerecht wird. Erfolgreich ist eine Immobilienentwicklung aus unserer Sicht, wenn nach der Fertigstellung oder Revitalisierung eines Gebäudes ein Mehrwert für die Mieter, die Investoren und die BürgerInnen am jeweiligen Standort realisiert wurde. Wir sind immer bestrebt, einen urbanistischen Mehrwert für Generationen zu schaffen.” Mag. Markus Schafferer, Gründer und Mehrheitseigentümer PEMA Gruppe

PEMA Gruppe | Bruneckerstraße 1, 6020 Innsbruck | Stock im Eisen Platz 3, 1010 Wien | T +43 512 251276-10 | E office@pema.at


KURZNACHRICHTEN AUS DER TIROLER WIRTSCHAFT

MENSCHEN UND MÄRKTE Heimische Unternehmen und erfolgreiche Veranstaltungen machen Tirol zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort.

© IV TIROL

NEUJAHRS­E MPFANG DER IV TI ROL

Finanzminister Hartwig Löger zu Besuch in Tirol

Gemeinsam mit Bezirksobmann Christoph Walser stattete Finanzminister Hartwig Löger dem Familienbetrieb MPreis in Völs einen Besuch ab.

© WKT

Beim Tiroler Traditionsunternehmen MPreis stehen bereits die Urenkel des Gründerpaares Johann und Therese an der Spitze. Die vierte Generation, Peter Paul und Sebastian Mölk, gewährte Finanzminister Hartwig Löger und Bezirksobmann Christoph Walser kürzlich Einblicke in die Therese Mölk Bäckerei. Bei einer gemeinsamen Gesprächsrunde im Anschluss erfolgte ein ausführlicher Austausch über aktuelle wirtschaftliche Themen. Vizepräsident Rainer Carqueville, Präsident Christoph Swarovski, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Bischof Hermann Glettler, Vizepräsident Hermann Lindner, GF Eugen Stark

Die Tiroler Industrie ist mit einem Produktionswert von mehr als 10 Milliar­den Euro und mehr als 41.000 Beschäftigten der größte Wirtschaftssektor des Landes. Beim traditionellen Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol (IV Tirol) nutzte Präsident Christoph Swarovski die Gelegenheit für eine Standortbestimmung.

Bezirksstellenleiter Innsbruck-Land Matthias Pöschl, Bezirksobmann Christoph Walser, Finanzminister Hartwig Löger mit Peter Paul und Sebastian Mölk (v. l.)

© BFI TIROL

Berufliche Zukunft aufbauen Tiroler Teams feierten große Erfolge beim First-Lego-League-Semifinale Austria.

Die NMS Söll Scheffau konnte Platz 2 erringen.

16

Anfang Februar fand in Bregenz das Österreichfinale der First Lego League mit 18 Teams aus ganz Österreich statt. Der Einsatz der Tiroler Teams mit ihren Coaches und die Zusammenarbeit des BFI Tirol mit allen Partnern und Unterstützern hat sich dabei mehr als gelohnt: Von den ersten drei der Gesamtwertung (FLL-Champion Austria) gingen zwei Plätze nach Tirol. Gewonnen hat die HTL BULME Graz vor den beiden Tiroler Teams der NMS Söll Scheffau und der NMS

Telfs Weissenbach. Beide Tiroler Teams vertreten damit Österreich beim ZentraleuropaFinale in Aachen, das Mitte März stattfindet.

Motivation wecken

Die First Lego League (FLL) ist ein Förderprogramm, das Kinder und Jugendliche in einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie heranführt. So soll ihre Motivation, einen Ingenieur- oder IT-Beruf zu erlernen, frühzeitig geweckt werden.


KURZNACHRICHTEN AUS DER TIROLER WIRTSCHAFT

NEUE ABTEILUNG IN DER WK TIROL

BLICK HINTER DIE KULISSEN

Das Konzept des Offenen Werkstors hat sich bewährt und wird auch in der dritten Auflage unverändert beibehalten. Sechs Touren führen interessierte Besucher zu jeweils zwei Betrieben, in denen sie an 99-minütigen Führungen teilnehmen. Erstmals ist auch Innsbruck mit dabei. Ab sofort heißt es somit für interes­ sierte Besucher, sich auf www.offeneswerkstor.at zu akkreditieren, um am 12. April dabei sein zu können.

PETER SIDON, ABTEILUNGSLEITER MARKETING UND KOMMUNIKATION, WK TIROL

Mit 1. Jänner 2018 wurden die Abteilungen Kommunikation und Marketing der WK Tirol zusammengeführt. Leiter der neuen Abteilung ist Peter Sidon, der bereits seit 2012 die Abteilung Kommunikation der WK Tirol führt.

© STADTMARKETING HALL IN TIROL

© WK TIROL

Mit der dritten Auflage des Offenen Werkstors Hall in Tirol wird das Angebot erstmals auf Innsbruck ausgeweitet.

Freuen sich auf die dritte Auflage des Offenen Werkstors Hall in Tirol: (v. l.) Michael Gsaller (Stadtmarketing Hall in Tirol), Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Bürgermeisterin Eva Maria Posch, Landesrat Johannes Tratter und Christoph Walser (Wirtschaftskammer Tirol/Bezirksstelle Innsbruck-Land)

Wachstum und Arbeitsplätze schaffen durch Innovation – dabei unterstützt die Standortagentur Tirol heimische Unternehmen seit 20 Jahren. Anfang Februar luden Kuratoriumsvorsitzende LRin Zoller-Frischauf und Geschäftsführer Marcus Hofer Partner und Weggefährten zur runden Geburtstagsfeier.

AKTUELLE SEMINARE Datenschutzgesetz – das müssen Sie beachten! Infonachmittage ab März in Innsbruck und in allen Bezirken Fachlehrgang Betrieblicher Datenschutzbeauftragter Start am 4. April 2018 Zertifikatslehrgang Public Relations Fachmann/-frau – Öffentlichkeitsarbeit professionell gestalten Start am 16. März 2018 B2 English Power Pack – Legal English Start am 11. April 2018

© VIKING

© STANDORTAGENTUR TIROL

20 JAHRE STANDORTAGENTUR TIROL

Wechsel an der Viking-Spitze Geschäftsführer Peter Pretzsch wechselt in den Stihl Vorstand.

Übernimmt zum 1. Juni 2018 die Geschäftsführung bei Viking in Langkampfen: Clemens Schaller.

Viking-Geschäftsführer Peter Pretzsch wurde zum 1. Juli 2018 vom Aufsichtsrat der Stihl AG zum neuen Entwicklungsvorstand bestellt. Pretzsch ist seit 2011 Viking-Geschäftsführer. Unter seiner Leitung wurde der Standort umfangreich ausgebaut und es konnte ein erhebliches Wachstum realisiert werden. Zum 1. Juni 2018 wird somit Clemens Schaller die Geschäftsführung bei Viking übernehmen.

BILDUNG. FREUDE INKLUSIVE. Social Media Marketing Strategie und Planung Start am 5. März 2018 Buchhaltung Lehrgang – Vorbereitung auf die Prüfung zum Buchhalter/-in (inkl. Kostenrechnung) Start am 30. März 2018 Fasziale Rückengesundheit am Arbeitsplatz Start am 9. März 2018 Elektrotechniktag 2018 Am 8. März 2018 Ausbildung der Ausbilder Start am 9. April 2018

ne Jetzt onli buchen! l www.bfi

.tiro

BFI Tirol, Ing.-Etzel-Straße 7, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/59 6 60, info@bfi-tirol.at, www.bfi.tirol 17


INTERVIEW

„Es wird nicht ohne Personal gehen“ Wechsel an der Eurogast-Spitze: Die neuen Führungskräfte Susanna Berner und Peter Krug sprechen im Interview über das Kaufverhalten der Tiroler Wirte und Hoteliers, die Zukunft des stationären Handels und die Folgen des Fachkräftebedarfs im Tourismus für Eurogast.

© EUROGAST SINNESBERGER

DA S INTERVIEW FÜHRTE E VA SCHWIENBACHER.

Die Eurogast-­ Zentrale in Kirchdorf direkt bei Eurogast Sinnesberger

F

rau Berner, zusammen mit der neuen Geschäftsführung kündigte Eurogast Österreich ihren neuen Webshop und Investitionen in die C+C-Märkte an. Wo kaufen Sie ein, online oder in Supermärkten? SUSANNA BERNER: Ich bin für einen Mix: Der stationäre Handel bietet den Vorteil, dass man gewisse Produkte anschauen und anfassen kann. Wenn es um die Geschwindigkeit geht, bestelle ich gerne online. Wie schaut es bei Tirols Gastronomen und Hoteliers aus? BERNER: Mittlerweile machen wir 30 Prozent unseres Umsatzes österreichweit über Onlinebestellungen. Der Kunde ist bereit, Onlinekanäle zu nutzen. Speziell in Tirol findet derzeit in vielen Betrieben ein 18

Generationenwechsel statt. Es wird verstärkt auf Prozessoptimierung geachtet. Dazu gehört auch die Zeiteinsparung und damit der Onlineeinkauf, der in Zukunft maßgeblich zum Erfolg eines Betriebes beitragen wird.

B2C-Bereich gibt es im B2B-Bereich wenige Standardlösungen, die den umfangreichen Anforderungen entsprechen. Deshalb haben wir viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung gesteckt.

Unterscheidet sich das Kaufverhalten nach Produktgruppen? PETER KRUG: Es gibt Produkte, die der Kunde – egal ob Profi oder Privatperson – angreifen möchte. Wesentlich ist, dass der Gastronom 24 Stunden lang einkaufen kann. Ein Gastronomiebetrieb hat die Möglichkeit, bei uns abends online Produkte nachzubestellen, die wir dann am nächsten Tag liefern. Wir sind quasi der Amazon Prime in Tirol und in Österreich – nach dem Motto: Heute bestellt, morgen geliefert. Das erfordert sehr viel Einsatz. Denn anders als im

Gleichzeitig ermöglicht es der Webshop, wertvolle Daten über die Kunden zu sammeln. Inzwischen braucht man keinen Marktforscher mehr, um das Kaufverhalten der Kunden zu analysieren. BERNER: Die Datenanalyse ist sehr wichtig für die Eurogast Österreich und befindet sich derzeit noch im Aufbau. Vielen Unternehmen geht es so, dass sie ein enormes Datenvolumen haben. Es geht darum, die Daten zu sortieren und zu analysieren. Wir analysieren das Kaufverhalten österreichweit, etwa danach, ob es Unterschie-


INTERVIEW

© AXEL SPRINGER

„Im B2B-Sektor funktionieren pauschale Produkt­vorschläge, wie wir sie von Amazon kennen, nicht.“ PETER KRUG

de zwischen West- und Ostösterreich gibt. Während im Westen die gehobene Hotellerie und Gastronomie vorherrscht, dominieren im Osten eher der Großverbraucher und Hotelketten. Die Daten so aufzuarbeiten und zu kanalisieren, dass wir sie analysieren können, ist sicher eine der großen Herausforderungen der Zukunft. KRUG: Im B2B-Sektor funktionieren pauschale Produktvorschläge, wie wir sie von Amazon kennen, nicht. Sie werden als störend empfunden. Vom Haubenlokal bis zum Landgasthof, von der Cocktailbar bis zum Catering­betrieb – unser Kundenstamm ist sehr vielfältig, und genauso unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse des Einzelnen. Diese müssen wir genauer analysieren, um bestmöglich auf unsere Kunden eingehen zu können. In Amerika gibt es mit Amazon Go bereits einen kassafreien Shop, in Innsbruck soll im März das erste Geschäft ohne Kassen eröffnen. Ist „kassalos“ im Großhandel Thema? KRUG: der Check-out ist im Großhandel nicht so aufwendig wie im Einzelhandel. Wenn ein Gastronom einkauft, geht es viel um Beratung, Verkostung, Inspiration – anders als eine Privatperson will er nicht einfach schnell einkaufen. Der Profi hat Lieferscheine, Monatsrechnungen und muss meistens nicht bar bezahlen. Wir gehen nicht davon aus, dass es eines Tages ohne Personal geht. Im Gegenteil, wir gehen einen anderen Weg und setzen noch mehr auf Beratung. BERNER: Es stimmt, dass C+C-Märkte ruckläufig sind. Österreichweit machen wir nur mehr 30 Prozent des Umsatzes über die Märkte, sprich über die Abholung. Der Rest ist Zustellung. Je mehr digitalisiert wird, desto mehr muss man gerade in unserer Branche auf Touchpoints (Berührungspunkte, Anm.) zum Kunden achten. Wie zum Beispiel? BERNER: Die Aufgaben des Außendienstes haben sich stark verän-

Neue EurogastGeschäftsführung: Peter Krug und Susanna Berner

Die Eurogast Gruppe ist ein Zusammenschluss von insgesamt 11 privaten Gastro­ großhändlern in Österreich mit

12

Standorten (5 in Tirol), die auf die Gastronomie, Hotellerie und den Großverbraucher spezialisiert sind. Mit Jahresbeginn kam es zur Neuaufstellung der Geschäftsführung. Ein Managementboard mit der Sprecherin und Geschäftsführerin Susanna Berner sowie Peter Krug und Marcello Posch übernahm per 1. Jänner 2018 die Gesamtverantwortung. Die bisherige Geschäftsführung der drei Eigentümer Armin Riedhart, Thomas Walser und Alexander Kiennast wechselte in den Beirat.

dert. Früher war er der klassische Bestellabholer, jetzt wird er zum Berater. Wir haben verschiedenste Fachabteilungen, die allesamt mit Fachkräften besetzt sind – vom Sommelier bis zum Fleischfachmann. Es wird auch kräftig in die C+C-Märkte investiert. Welche Strategie steckt dahinter? BERNER: Wir versuchen, den Gastronomen wieder in die Märkte zu bringen, wo er sich inspirieren und beraten lassen kann, bestellt wird dann online. Heute geht der Trend wieder dahin, dass der Koch selbst auf den Markt geht. Er will an der Petersilie riechen. Das Erlebnis und der Genuss dürfen nicht fehlen. KRUG: Ein wichtiger Punkt ist auch die Verkostung. Es gibt bei uns Köche, die immer wieder Vorführungen in den C+C-Märkten machen, oder Restaurants, die tagesaktuell zu einem bestimmten Thema Gerichte zubereiten. BERNER: Die digitalen Handelsriesen zeigen es: Es fehlt der Touchpoint zum Kunden, daher gehen sie jetzt den umgekehrten Weg und suchen über den stationären Handel den Kundenkontakt. Die Gastronomie hat ein großes Problem und das sind die fehlenden Facharbeiter. Das heißt, es gibt immer weniger geschulte Mitarbeiter. Wir sehen immer wieder bei Bestellungen, dass sich Köche zum Beispiel nicht mehr mit Fleisch auskennen. Genau hier setzen wir an und versuchen, unseren Kunden die nötige Unterstützung zu bieten. Inwiefern spüren Sie den Fachkräftebedarf im Tourismus? KRUG: Wir sehen, dass viele nur mehr Frühstück anbieten und das Essen

➔ 19


INTERVIEW

Peter Krug

Der 44-Jährige ist seit 2002 bei Eurogast in führenden Positionen tätig, seit 2018 in der Geschäftsführung.

„ V iele bieten nur mehr Frühstück an und lassen das Essen à la carte weg. Ginge das so weiter, hätten wir keine Daseins­berechtigung mehr.“ PETER KRUG

à la carte weglassen. Ginge das so weiter, hätten wir keine Daseinsberechtigung mehr. Mit Milch und Haferflocken am Buffet wird es für uns schwierig. Der Gast verlangt auch kulinarische Erlebnisse, wenn er im Urlaub ist. Würde das verschwinden, hätten wir alle in Tirol ein großes Problem. BERNER: Wir als Eurogast müssen schauen, unseren Kunden jetzt zu helfen. Jetzt gibt es den Fachkräftemangel. Jetzt besteht der Bedarf. Wir müssen schauen, Lösungen wie den High-Convenience-Bereich oder Patisserie anzubieten. KRUG: Das hat nichts mit billigen Suppenwürfeln zu tun. Sondern mit Frische. Und hier liegt unsere Zukunft. Wichtig sind dabei Regionalität und kurze Wege. Mit einer Firmenstruktur, die sich aus regionalen Betrieben zusammensetzt, sind wir hier flexibler als große Konzerne. Wie ist es um die Nachwuchsfachkräfte im Großhandel bestellt? BERNER: Ein Lehrling kann mindestens zwischen vier Stellen aussuchen. Da geht es allen Branchen gleich. KRUG: Wir sind die Dienstleistungszentrale für unsere Mitglieder. Wir merken den Fachkräftemangel etwa im IT-Bereich oder in der Logistik. Wir haben österreichweit gute Ausbildungsmöglichkeiten, aber die Facharbeiter ziehen in die Welt hinaus. Für uns ist es wichtig, als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Wir investieren sehr viel in die Lehrlingssuche – es fällt aber in der Tat nicht leicht, Nachwuchs zu finden – in allen Bereichen würden wir vorbeugend Lehrlinge mit offenen Armen begrüßen. Fachkräfte selbst auszubilden, ist ein entscheidender Punkt. Wir 20

• Gastro-Voll­ sortiment mit über

36.000 Artikeln

• Über 45.000 Kunden österreichweit (Gastronomie, Hotellerie, Großverbraucher) • Über 1.160 Mitarbeiter österreichweit • 351 Mio. Euro Umsatz (2017) • 95.000 m2 Lagerfläche • 50.000 m2 Verkaufsfläche

haben sehr anspruchsvolle Kunden, denen wir auf Augenhöhe begegnen müssen. Ein weiterer Schwerpunkt der Eurogast Gruppe liegt in Kooperationen mit regionalen Unternehmen. Wie wichtig ist Ihren Tiroler Kunden Regionalität? BERNER: Nicht nur in Tirol, sondern generell ist der Trend zu mehr Regionalität bzw. Lokalität zu spüren. Bio war in der Gastronomie nie so Thema wie im Einzelhandel. Beim Thema Regionalität kommt uns unsere Firmenstruktur zugute. Die Eurogast Österreich ist als Dachunternehmen auf allen Ebenen vertreten: lokal durch unsere Mitglieder, die in ihrer Region verankert sind, national durch die Eurogast Gruppe und international durch das ECD, die European Catering Distributors, ein Zusammenschluss internationaler Gastrogroßhändler. KRUG: Über unsere Mitgliedsunternehmen können wir Kleinstmengen vermarkten, was sonst oft ein Problem von Großhändlern ist. Als zentraler Dienstleister unterstützen wir unsere Mitglieder dabei: Wir kümmern uns beispielsweise um die Einhaltung von Allergenverordnungen, Kontrollen usw. Die Region kann sich auf die Vermarktung konzentrieren. Mit in Tirol produzierten Produkten können wir jedoch nur eine bestimmte Nachfrage abdecken. Worauf wir aber schauen, ist die Qualität. Denn Regionalität hat nicht unbedingt immer mit Qualität zu tun, und da haben wir ganz spezielle Anforderungen im Großhandel. Nimmt mit dem Trend zur Regionalität auch die Direktakquise beim Produzenten zu und damit der Einkauf beim Großhändler ab? KRUG: Wir als Großhändler bieten ein Rundum-Paket inklusive zertifizierter gekühlter Logistik, Lagerung, Lieferung, Kontrollen, Daten – Stichwort Allergenverordnung – diese Vorteile nimmt der Gastronom wahr. Wir wollen auch keine Konkurrenz zum Produzenten sein und legen großen Wert darauf, dass er uns nicht als mächtigen Großhändler sieht, sondern als potenziellen Partner. BERNER: Viele kleine Produzenten können aufgrund der Menge gar nicht in den Großhandel gehen und beliefern deshalb auch nur ein Hotel. Auch das hat seine Berechtigung. Mit Jahresbeginn hat es einen Wechsel an der Spitze der Eurogast Gruppe gegeben. Warum hat man sich für diese Neuaufstellung entschieden? BERNER: Bis dato waren die drei Geschäftsführer auch Eigentümer von Mit-


INTERVIEW

Welche Pläne haben Sie für die Eurogast Österreich? BERNER: Die Eurogast Österreich hat ein spannendes Firmenkonstrukt, das sehr viele Möglichkeiten bietet und sehr erfolgreich ist. Es geht darum, diesen erfolgreichen Weg konsequent weiterzugehen – unter Berücksichtigung der Prozessoptimierung, Stichwort Digitalisierung, aber ohne voreilige große Veränderungen. Wir möchten die Marke Eurogast Österreich stärken. Unsere Herausforderung ist es, das Potenzial der nationalen Gruppe zum Vorschein zu bringen. KRUG: Als Führungsteam können wir dynamischer die Zukunft beschreiten. Unsere Kunden stehen vor zahlreichen Herausfor-

© AXEL SPRINGER (2)

gliedsunternehmen der Eurogast Österreich. In den letzten fünf Jahren hatten Herr Krug und ich bereits als Prokuristen die operative Geschäftsführung inne. Die drei Geschäftsführer und Eigentümer sind in den Beirat gewechselt. Gemeinsam mit Marcello Posch vertreten wir beide nun Eurogast Österreich nach außen.

„Je mehr digitalisiert wird, desto mehr muss man auf Touchpoints zum Kunden achten.“ SUSANNA BERNER

derungen – vom Generationenwechsel über die Datenschutzgrundverordnung bis hin zu ausländischen Investoren – wir müssen ihnen den Rücken stärken, damit sie sich wieder um das Wesentliche kümmern können. Und wie kauft ihr Wunschkunde der Zukunft ein? BERNER: Er bestellt online und kommt mindestens ein- oder zweimal im Monat in den C+C-Markt und lässt sich inspirieren. Jeder geht nur den digitalen Weg, aber wir setzen auch auf das persönliche Einkaufserlebnis und die kompetente Beratung im stationären Handel. KRUG: Mein Wunschkunde hat Mut zu Qualität. Das führt uns zum Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.

Susanna Berner

Die 45-jährige Oberösterreicherin war in den vergangenen fünf Jahren als Prokuristin für die operative Geschäftsführung der Eurogast Gruppe verantwortlich. Seit Jänner 2018 ist sie Geschäftsführerin.

WIR KÖNNEN ES WIR WISSEN ES WIR TUN ES Immobilien: bewerten. kaufen. mieten

Inn R eal

.at 21


S TA R T U P

Mehr Qualität in der Tasse Wie ein Innsbrucker Unternehmen am weltweiten Kaffeemarkt mitmischt und mit Software-Lösungen Produktion und Handel zu Qualitätssprüngen verhilft. T E X T: J U L I A TA P F E R

Die Unternehmensgründer Andreas Idl, Martin Wiesinger und Norbert Niederhauser (v. l.) unterstützen mit ihrer Software den Trend hin zu mehr Qualität im Kaffee.

W

er qualitativ hochwertigen Kaffee aus Kolumbien, Brasilien oder auch Äthiopien trinkt, kann sich vielleicht auch bei einem kleinen Tiroler Unternehmen dafür bedanken. Cropster nennen sich die Innsbrucker Softwareentwickler, die mit ihren Apps zur Qualitätssicherung bei Kaffee Weltmarktführer sind. Bauern, Kooperativen, Röster und Händler aus über 80 Ländern zählen zu Cropsters Kunden. Schlechter Kaffee Andreas Idl, Martin Wiesinger und Norbert Niederhauser arbeiteten vor zehn Jahren

22

als Informatiker in einem Agrikulturforschungszentrum in Kolumbien. „Schon damals haben wir uns gefragt: Was beeinflusst eigentlich die Qualität von Kaffee? So ganz genau hat man das nämlich nicht gewusst“, erinnert sich Idl heute bei einer Tasse Filterkaffee im Büro in der Innsbrucker Sterzingerstraße. „Die Qualität und damit auch der Preis des Kaffees sind kontinuierlich gesunken. Dadurch hat der Konsument auf der ganzen Welt immer schlechteren Kaffee getrunken“, erklärt Martin Wiesinger das Problem des weltweiten Kaffeemarktes. Hier wollten die drei Informatiker ansetzen – vor allem auch, um die Bauern zu unterstützen, wieder mehr Geld für ihr Produkt zu erhalten. Die Idee einer Software für die Qualitätssicherung war damit geboren. Daten sammeln und auswerten Viele Faktoren haben Einfluss auf die Qualität von Kaffee. Angefangen bei der Ernte, über die Fermentierung bis hin zu Lagerung und Röstung – jeder Fehler in einem dieser Bereiche kann zu Defekten im Kaffee führen. Cropster führt heute mehrere Produkte für Produzenten, Röster und Käufer. Qualitätssteigerung wird oft schon allein dadurch erzielt, dass verschiedene Daten, wie etwa Menge, Feuchte oder Geschmack der Bohnen, gezielt gesammelt und je nach Bedarf durch die App abrufbar sind. „Aufzeichnun-


S TA R T U P

„Der Konsument auf der ganzen Welt hat immer schlechteren Kaffee getrunken.“ MARTIN WIESINGER, CROPSTER

KAFFEEKONSUM IN ÖSTERREICH

58 % Filterkaffee

27 %

Espresso oder Crema

QUELLE: KAFFEEVERBAND.AT

gen wurden auch früher schon gemacht. Aber nur auf Papier, und deshalb sind die Informationen einfach verlorengegangen“, so Wiesinger. Man wusste oft auch gar nicht, wie etwa die Ernte vor zwei Jahren ausgesehen und inwiefern sich die Qualität verändert hat. Cropster Roast Welche Qualitätssprünge durch die Cropster-Software möglich sind, lässt sich am Beispiel von Cropster Roast, der App für Röster, veranschaulichen: Ohne diese war es für Röster kaum möglich festzustellen, welcher Prozess im Röstvorgang für welche Ergebnisse bei der Verkostung, dem Cupping, verantwortlich ist. „Wir können nun auch minimale Änderun­ gen im Röstprozess visualisieren“, erklärt Idl. Röster können nun nicht nur genau nachvollziehen, welche ihrer Arbeitsschritte den Kaffee beim Cupping überzeu-

DER DURCH­ SCHNITTS­ ÖSTERREICHER TRINKT

gen ließ, sondern auch rückschließen, woher bestimmte Defekte im Kaffee kommen. Gründung in der Krise Die drei Informatiker gründeten ihre Firma im Jahr 2008 und erlebten durch die Finanzkrise „einen recht stressigen Reality-Check“. Investment ließ sich keines auftreiben, weshalb die drei auch weiterhin für verschiedene Forschungsprojekte arbeiteten, um Geld zu verdienen. Jede freie Zeit steckten sie in die Entwicklung ihrer Software. Die Anfangszeit war von viel Ausprobieren geprägt, was aber nötig gewesen ist, um genau das richtige Produkt für den Markt zu entwickeln. Mitbewerber machten den Entwicklern keine

2,9

© CROPSTER/MAYUMI ACOSTA (3)

15 %

Einzelportionen wie Kapseln und Pads

TASSEN KAFFEE AM TAG.

Die Reife der Kirsche hat großen Einfluss auf die Qualität. Da die Früchte auf einem Strang unterschiedlich schnell reifen, muss jede Pflanze mehrmals händisch abgeerntet werden.

23


© CROPSTER/MAYUMI ACOSTA (3)

S TA R T U P

FACTS RUND UM DIE

KAFFEEBOHNE Die Kaffeepflanze ist sehr empfindlich. Die Temperatur darf das ganze Jahr nicht unter 10 Grad Celsius sinken oder über 20 Grad Celsius steigen. Diese Bedingungen herrschen im sogenannten „Kaffeegürtel“ rund um den Äquator vor. Die Qualität von Kaffee wird auf einer internationalen Skala von 0 bis 100 angegeben. Bewertet werden dabei etwa Säure, Süße, Körper und Aroma. Kaffees unter 75 Punkten haben grobe Defekte, ab 85 Punkten spricht man von hochwertigen Bohnen. s gibt um die 170 Varietäten E der Arabica-Bohne, kommerziell verwendet werden aber nur einige wenige.

Die Cropster Apps kommen etwa bei der Ernteorganisation, beim Rösten und beim Verkosten zum Einsatz.

Sorgen, denn Konkurrenz gibt es bis heute kaum. Seit sieben Jahren ist die Röst-App von Cropster erhältlich und scheint die Bedürfnisse der Kaffeebranche, die sich verstärkt auf Qualität und Spezialitätenkaffee fokussiert, genau zu treffen. 25 Mitarbeiter, 3 Millionen Euro Umsatz Cropster wächst seitdem kontinuierlich: 2013 noch zu fünft, zählt das Unternehmen mit einem Umsatz von ca. drei Millionen Euro heute 25 Mitarbeiter in Innsbruck und Kalifornien. Ein weiterer Standort in Asien ist angedacht. „Für uns ist der Kundenservice wahnsinnig wichtig. Da brauchen wir Leute 24

BRASILIEN, VIETNAM UND KOLUMBIEN SIND DIE GRÖSSTEN KAFFEEPRO­ DUZENTEN.

Das Gesamtmarktvolumen wird von Euromonitor International für 2016 mit 755 Millionen Euro und 40.397 Tonnen beziffert.

vor Ort“, so die Gründer. Innsbruck ist für sie als Standort ihres Unternehmens vor allem wegen der guten Anbindung attraktiv. „Ohne Flughafen wären wir sicher nicht hier“, bringt es Idl auf den Punkt. Die Softwareentwickler ruhen sich nicht auf ihren Erfolgen aus, sondern tüfteln bereits an neuen Projekten. Geplant ist auch eine Ausweitung auf andere Produkte: „Kakao, Tee oder Olivenöl bieten sich für uns an“, erklärt Wiesinger. Cropster könnte durch seine App-Lösungen auch diese Branchen bei der Verkostung unterstützen – und damit vielleicht auch hier zu Qualitätssprüngen verhelfen.


FINANZ­STANDORT TIROL

© SHUTTERSTOCK.COM

Eine Branche im Umbruch: Was Tiroler Banker dazu sagen


TIROLER BANKER IM GESPR ÄCH

Hypo Tirol Bank

© AXEL SPRINGER

„Kurskorrekturen als Chance“

HANS PETER HÖRTNAGL, VORSTANDSVORSITZENDER DER HYPO TIROL BANK

2.

WELCHE BEDEUTUNG HABEN KURSSCHWANKUNGEN FÜR DEN TIROLER ANLEGER? Für alle, die überlegen angesichts der niedrigen Zinsen bei klassischen Anlageformen an die Börse zu wechseln, stellen Kurskorrekturen eine Chance dar, zu guten Konditionen einzusteigen. Voraussetzung ist: Man kann Kursschwankungen, wie wir sie letztens erlebt haben – und erleben werden –, aushalten. Deshalb empfehle ich Anlegerinnen und Anlegern eine fundierte Beratung und eine angemessene Streuung. 26

1.

Wie schätzen Sie die jüngsten Turbulenzen an den Börsen ein?

Nach dem Boom der letzten Monate war es historisch gesehen wahrscheinlich, dass es zu einer Konsolidierung der Börsen kommt. Kursschwankungen sind nichts Ungewöhnliches. Fakt ist, dass die Weltwirtschaft wächst. Das beweisen alle vorliegenden Zahlen. Und auch ein abruptes Ende der Billigzinsstrategie der Zentralbanken ist nicht absehbar, was wiederum die Entwicklung an den Börsen stützt. 3.

Hypo Tirol Bank AG • FILIALEN IN TIROL: 20 • M I TA R B E I T E R : 519 • B ILANZSUMME: 7, 6 M R D . E U R O ( G J 2 0 1 6 ) QUELLE: GESCHÄFTSBERICHT 2016, STAND 2016

Fürs Sparbuch gibt es kaum Zinsen. Wie kann der Tiroler Durchschnittsverdiener gewinnbringend veranlagen?

Sparen mit Fonds ist ideal für den langfristigen Vermögensaufbau. Es bietet bessere Ertragschancen als das Sparbuch und ist schon ab 50 Euro im Monat möglich. Im Einklang mit der persönlichen Risikoeinstellung baut sich das Kapital sicherheits-, wachstums- oder chancenorientiert auf. Und das Beste: Sollte das Kapital gebraucht werden, so können Fondsanteile dank der Rücknahmeverpflichtung schnell wieder zu barem Geld gemacht werden.


TIROLER BANKER IM GESPR ÄCH

Raiffeisen-Bankengruppe Tirol

© RAIFFEISEN

„Agilität ist besonders wichtig“ 1.

Herr Ortner, verändert der digitale Wandel die Rolle des Bankangestellten?

Wir sind am Arbeitsmarkt einem steten Wandel unterworfen. In der Finanzbranche merken wir dies aktuell besonders, da sich einerseits das Kundenverhalten ändert und andererseits die Anforderungen aus den rechtlichen Rahmenbedingungen wachsen. Dennoch bleiben die Bankangestellten für die Kunden auch in Zukunft die wichtigste Anlaufstelle. Die digitale Zusatzkompetenz wird aber wichtiger, Agilität ist deshalb besonders wichtig.

Raiffeisen-Bankengruppe Tirol • M I TA R B E I T E R I N T I R O L : 2 . 2 0 0 • B A N K S T E L L E N I N T I R O L : 2 4 2 • B I L A N Z S U M M E : 1 4 , 3 M R D . E U R O ( G J 2 0 1 6 )

2.

Welche Beschäftigungsmöglichkeiten tun sich mit den technologischen Entwicklungen auf, welche Jobs verschwinden?

Wenn zunehmend weniger Personen die Schalter für alltägliche Aufgaben wie Ein- oder Auszahlungen aufsuchen, wird es in diesen Bereichen langfristig zu Umwandlungen kommen. In allen IT-nahen und digitalen Aufgabenbereichen der Banken rechnen wir mit einem Personalwachstum. Das betrifft beispielsweise den Digitalvertrieb, die Onlineberatung oder auch die IT-Sicherheit.

JOHANNES ORTNER, VORSTANDSVORSITZENDER DER RLB TIROL AG

3.

Wie schaut Tirols Banker der Zukunft aus?

Raiffeisen ist die führende Privat­kunden- und Unternehmerbank. Wir brauchen deshalb Menschen, die die Lebensumstände der Kunden verstehen, und Berater, die unternehmerisch denken. Wir setzen bereits jetzt auf ausgezeichnet ausgebildetes Personal mit großem Sach-, aber auch Hausverstand. Und auch in Zukunft glauben wir, dass das Persönliche entscheidend sein wird, auch wenn Digitalisierung en vogue ist. 27


TIROLER BANKER IM GESPR ÄCH

Unicredit Bank Austria

„Branchenmix als Stärke Tirols“ 1.

Wie bewerten Sie Tirol als Wirtschaftsstandort im Bundesländervergleich?

2017 hatte in Tirol das im Bundesländervergleich überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent mit kräftigen Impulsen aus Industrie, Bauwirtschaft, Tourismus und Handel eine breite Basis. Dieser Branchenmix ist neben der optimalen geografischen Lage eine der großen Stärken des Tiroler Wirtschaftsstandorts.

2.

Wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Wie wird in Zukunft das Filialnetz der Bank Austria Tirol aussehen? Die UniCredit Bank Austria bietet ein hoch modernes barrierefreies Filialnetz sowie zukunftsweisende digitale Services als gleichwertige Service- und Beratungsschienen an. Dabei setzen wir voll auf Beratungskompetenz und können zum Beispiel Expertinnen und Experten zu Beratungsgesprächen per Video-Telefonie hinzuschalten. 28

© UNICREDIT BANK AUSTRIA

3.

Beim verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte könnte Tirol besser abschneiden. Das liegt unter anderem daran, dass im Bundesländervergleich relativ wenig Tiroler im gehobenen Dienstleistungssektor wie zum Beispiel in der IT tätig sind. Die Digitalisierung – auch im Tourismus – wird immer wichtiger. Dort soll auch der Fokus bei der Ausbildung liegen.

Unicredit Bank Austria Tirol • FILIALEN IN TIROL: 10 • M I T A R B E I T E R I N T I R O L : 1 3 0 • B ILANZSUMME: K . A .

MARKUS SAPPL, LANDESDIREKTOR FIRMENKUNDEN DER UNICREDIT BANK AUSTRIA IN TIROL


TIROLER BANKER IM GESPR ÄCH

Volksbank Tirol

© VOLKSBANK

„Fokus auf die Kernkompetenzen“ 1.

Wie führt man in Zeiten des Umbruchs im Finanzsektor erfolgreich eine Bank in Tirol?

In Zeiten großer Veränderungen ist es wichtig, sich auf Kernkompetenzen zu fokussieren. Wir als Volksbank Tirol sehen uns als regionale und qualitätsorientierte Beraterbank. Dieses Bewusstsein spiegelt sich in der Kundennähe und -orientierung wider. Mit über 30 Filialen in Tirol positionieren wir uns als finanzieller Nahversorger der Tiroler Bevölkerung, und insbesondere sehen wir uns als Tiroler Anlage-, Wohnbau- und UnternehmerBank mit hoher Beratungskompetenz.

MARKUS HÖRMANN, VORSTANDSVORSITZENDER DER VOLKSBANK TIROL AG

2.

Welche Entscheidungen für die Volksbank Tirol AG haben Sie in Ihrer langjährigen Funktion als Vorstandsvorsitzender gerne getroffen?

Die Fusion der drei Tiroler Volksbanken zur Volksbank Tirol AG war eine ausgezeichnete Entscheidung. Durch den einheitlichen Bankenauftritt können wir Synergieeffekte nun über alle Regionen hinweg nutzen, bleiben durch die örtliche Verankerung der Filialen aber dennoch eine starke Regionalbank. Davon profitieren unsere Kunden als auch unsere Mitarbeiter.

3.

Volksbank Tirol AG • M I T A R B E I T E R : 4 2 4 (S TA N D 2 0 1 6) • F I L I A L E N : 3 5 • B I L A N Z S U M M E : 2 , 9 8 M R D . E U R O (G J 2 0 1 6)

Welchen Herausforderungen müssen sich Banken in Tirol in den kommenden Jahren stellen? Eine Herausforderung, von der viele unserer Geschäftsprozesse betroffen sind, ist die Digitalisierung. Manche Banken verlagern all ihre Leistungen in den Onlinebereich. Wir bieten weiterhin persönliche Kundenberatungen an. Unsere Online-Services ergänzen unser Kerngeschäft und stellen damit Mehrwertangebote dar, welche die Beratungsqualität plattformübergreifend steigern.

29


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

Unsere Landesbank

© GÜNTHER EGGER

Wenn es um Geld geht, sind drei Dinge wichtig: Kompetenz, Erfahrung, Sicherheit. Genau das können wir unseren Kundinnen und Kunden bieten.

A

ls Bank des Landes Tirol haben wir uns einem Ziel verschrieben: die Menschen unseres großartigen Landes zu unterstützen. Konkret, zukunftsorientiert, tagtäglich. Damit aus Chancen, die sich ihnen bieten, realisierte Träume werden. Beruflich und privat. Erfolg durch Leistung Das ist die Leitlinie unserer Arbeit. Dabei haben wir immer langfristige Erfolge im Blick. Schließlich sind wir uns der Verantwortung bewusst, die uns unsere Kundinnen und Kunden übertragen. Gewissenhaft analysieren wir Chancen und Risiken. Um anschließend unser gesamtes Können dafür einzusetzen, passgenaue Lösungen zu finden: für ein glückliches Geldleben, flexibles Finanzieren, intelligentes Investieren und vernünftiges Vorsorgen.

Starkes Land. Starke Bank. 30

Dass wir Tirols Landesbank sind, bedeutet nichts anderes, als dass der Fokus bei allem, was wir tun, immer auf dem Erfolg Tirols liegt. Als Wirtschaftsstandort und Lebensraum. Deshalb können wir unseren Kundinnen und Kunden besonders gut zur Seite stehen: • Als echte Kenner der heimischen Wirtschaft. • Nahe an unseren Kunden und ihren alltäglichen Lebenswelten. • Den Regionen, ihren Menschen und Traditionen verbunden. • Den wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Anliegen und Erfolgen verpflichtet. Global denken, regional handeln Mit 20 Geschäftsstellen in Nord- und Osttirol und einer Geschäftsstelle in Wien


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

© AXEL SPRINGER (3)

DIE VORSTÄNDE DER HYPO TIROL BANK AG

und Bozen sind wir für alle Geldangelegenheiten der Vor-Ort-Ansprechpartner. Für Selbständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler, für Unternehmer, Institutionen und Kommunen. Für Tirols Menschen, ihre Anliegen und Ziele. Kleine ebenso wie große. Unsere Online-Services machen unsere Kundinnen und Kunden unabhängig von Zeit und Ort. So finden sie uns immer da, wo sie uns brauchen: an ihrer Seite. Heimatverbunden und weltoffen – das ist

Hans Peter Hörtnagl

Alexander Weiß

für uns kein Widerspruch. Denn unsere Experten haben die Entwicklungen auf den internationalen Märkten immer im Blick. Um Trends aufzugreifen, Chancen zu erkennen und Risiken zu managen. Dieses Know-how stellen wir in den Dienst unserer Kunden. Damit ihr Kapital ihren Erfolg unterstützt. Passend zu ihren Zielen und Möglichkeiten, zu ihren kurz- und langfristigen Perspektiven. Das beweisen wir immer wieder gerne!

Hypo Tirol Bank AG Meraner Straße 8, 6020 Innsbruck Tel.: 050 700 800 1 E-Mail: service@hypotirol.com www.hypotirol.com

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Johannes Haid

Tirol: ein wunderbares Land mit großartigen Stärken. Das immer wieder neu erlebbar zu machen, ist unsere Aufgabe. Konkret, verantwortungsvoll, tagtäglich. www.hypotirol.com 31


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

„Maschinen können kein Vertrauen vermitteln“

© AXEL SPRINGER

Die Vorstände der Hypo Tirol Bank AG, Alexander Weiß, Johannes Haid und Hans Peter Hörtnagl, über die Zukunft des Bargelds, Fintechs als Chancen und Risiko und die zukünftige Rolle der Banken.

Die Vorstände der Hypo Tirol Bank AG (v. l.), Alexander Weiß, Johannes Haid und Hans Peter Hörtnagl, sind sich einig: Die Bezahlung in bar wird weniger, aber nicht komplett verschwinden.

„Eine gänzliche Abschaffung des Bargelds wäre bedenklich.“ ALEXANDER WEISS

32

H

eute haben die meisten Tiroler noch Münzen und Banknoten im Geldbeutel. Wie schaut es bei den Vorständen der Hypo Tirol Bank aus? Bezahlen Sie noch mit Bargeld? ALEXANDER WEISS: Ich halte es mit einer guten Mischung. Im Geldleben ist es gut, nicht alles auf eine Karte zu setzen – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Tiroler bezahlt mittelgroße Anschaffungen bar und die schnellen Einkäufe mit der Bankomat- oder Kreditkarte oder dem Smartphone. HANS PETER HÖRTNAGL: Ich bezahle sehr viel mit Karte, gehöre damit aber zur Minderheit – laut Statistik erfolgen in Tirol zwei Drittel der Transaktionen bar.

JOHANNES HAID: Es ist sehr betragsabhängig. Bei kleinen Summen bin ich für Barbezahlungen, da man besser den Überblick behält. Ich halte es für wichtig, dass auch die Jugend Bargeld verwendet. Es fördert das Kopfrechnen und hilft dabei, Ausgaben im Blick zu haben. Wie, glauben Sie, wird es in zehn Jahren aussehen? HAID: Der Trend geht immer mehr zum Verzicht auf Bargeld. Gerade bei jungen Menschen spielt digitales Geld bereits eine große Rolle. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Menschen dagegen wehren, das Bargeld abzuschaffen, weil sie einen großen Bezug dazu haben.


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

JOHANNES HAID

Hat das Bargeld aus ökonomischer Sicht eine Daseinsberechtigung? HAID: Ja. Der Mensch braucht ein Tauschmittel – das hat er immer schon, egal, ob es nun Gegenstände, Geld oder – wie früher – Gold ist. Der Mensch hat das Bedürfnis, zu geben und zu nehmen. Bei Abschaffung des Bargelds würde es zum Tauschhandel kommen. Internetplattformen ermöglichen das teilweise bereits jetzt schon. HÖRTNAGL: Gegen die Abschaffung spricht, dass der Mensch eine bestimmte Freiheit genießen möchte und mit dem Bargeld etwas in der Hand hat. Die Regulierung würde die Abschaffung zwar befürworten. Aber ich glaube, dass zumindest die ältere Generation nicht darauf verzichten möchte. Wäre eine Bargeldabschaffung überhaupt möglich? WEISS: Technisch wäre das natürlich möglich. Unsere Wirtschaft wird stark von den Notenbanken kontrolliert und gesteuert. Ohne Bargeld hätten die Notenbanken zum Beispiel die Möglichkeit, noch höhere Negativzinsen einzuführen und im Prinzip mit einer reinen Buchwährung die Geldpolitik noch stärker zu regulieren. Gleichzeitig würde man dem Menschen eines der letzten Instrumente nehmen, Einfluss auf diese Regulierung zu nehmen. Ich denke, dass eine gänzliche Abschaffung nicht im Sinne der Menschen und bedenklich wäre. Es geht um eine gute Mischung. Nicht nur bezahlt wird mittlerweile mit dem Smartphone. Sogenannte Fintechs ermöglichen es Kunden, komplett ohne Bank ihre Geldgeschäfte abzuwickeln. Spürt die Hypo Tirol diese Konkurrenz? HAID: Man sollte Fintechs nicht als Konkurrenten betrachten. Sie sind Herausforderung und Chance und potenzielle Partner. WEISS: Als Universalbank bildet die Hypo Tirol ein breites Spektrum ab und kann alle Kernbereiche selbst abdecken. Es gibt jedoch bestimmte Dienstleis-

tungen, die wir in Kooperation mit Fintechs anbieten. Ein schönes Beispiel dafür ist unsere Online-Video­ legitimierung für jene Transaktionen, die eine Identifizierung mittels eines Ausweisdokuments erfordern, etwa eine Kontoeröffnung. Die Videolegitimation wurde in Kooperation mit einem Berliner Fintech entwickelt und produziert. Sie ermöglicht es Kunden, von überall und mit allen Endgeräten Geldgeschäfte online abzuwickeln, ohne eine Geschäftsstelle zu besuchen. Es gilt also herauszufinden, welches der vielen Startups aus dem Finanzdienstleistungssektor der richtige Partner für uns ist. Wie schaut Ihrer Meinung nach die Bank der Zukunft aus? HÖRTNAGL: Wir müssen als Bank schneller und flexibler werden und mit den Technologien mitgehen. Der Kunde entscheidet, wie er sein Geldleben gestalten will, und wir müssen das entsprechende Angebot liefern. Eine Herausforderung ist die Ausbildung der Mitarbeiter. Die Bankangestellten vor vierzig Jahren und heute sind komplett verschieden. Zudem werden wir uns noch intensiver auf unsere Stärken fokussieren, die in der persönlichen Beratung und in der Kenntnis der regionalen Wirtschaft liegen.

„ Wir müssen als Bank schneller und flexibler werden.“ HANS PETER HÖRTNAGL

WEISS: Zahlreiche traditionelle Bankgeschäfte werden heute online angeboten. Ich sehe dieses Angebot als Ergänzung und nicht als Ersatz. Der typische Tiroler sucht bei größeren Anschaffungen das Gespräch mit der Bank, genauso ein Unternehmer, der eine große Investition tätigt. Ein Bankgeschäft ist für beide Seiten ein Vertrauensgeschäft. Und Vertrauen kann eine Maschine bei all den tollen Algorithmen nicht vermitteln. Das wird auch in 200 Jahren noch so sein.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

„Der Mensch braucht ein Tauschmittel, egal, ob es nun Gegenstände, Geld oder – wie früher – Gold ist.“

Vielen Dank für das Gespräch. 33


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

Business, Blockchain, Banking DER MENSCH BLEIBT BEI RAIFFEISEN IM MITTELPUNKT – AUCH IM JAHR 2018. Raiffeisen ist die größte Bankengruppe des Landes. Mehr als eine halbe Million Kundinnen und Kunden betreut die Bank mit dem Giebelkreuz in Tirol, zusätzlich sind mehr als 44.000 Unternehmen bei Raiffeisen zu Hause. Doch die Bank will mehr: Mehr digital, mehr Business, mehr Service, erzählt Dr. Johannes Ortner, Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol AG.

I

n der Finanzwelt ist die Geschwindigkeit hoch. Fintechs schießen geradezu aus dem Boden und verändern die ursprünglichen Machtverhältnisse. Gibt es auch in Zukunft noch traditionelle Banken mit Bankstellen? Die Branche verändert sich und das ist gut so. Fintechs liefern viele Ideen, brauchen vielfach aber größere und starke Partner, um am Markt erfolgreich zu sein. Deshalb nützen wir diese Chance und forcieren hier eine Zusammenarbeit. Abseits davon wird es aber auch in Zukunft das klassische Bankgeschäft geben. Versuchen Sie doch einmal bei einer Onlinebank ihr Betriebsgebäude zu finanzieren. Sie merken dann schnell, dass sich eine greifbare Partnerschaft vor Ort auszahlt.

Die Zukunft liegt in einer Balance zwischen Digitalisierung, Kundennähe und Regionalität, sagt Johannes Ortner, Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol AG.

Das Thema Digitalisierung befasst aktuell so gut wie jeden Betrieb. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Bankgeschäft aus? Die Herausforderungen, vor der die Wirtschaft und der Finanzmarkt stehen, sind enorm. Banken sind zwar schon seit vielen Jahren mit dem Thema „Multimedialer Vertrieb“ konfrontiert, haben aber auch einen ganz großen Veränderungsbedarf. Wir müssen weg von einem bankzentrierten Vertrieb hin zu einem System, bei dem der Kunde im Zentrum steht. Raiffeisen arbeitet ganz intensiv an diesem Thema. Dazu kommt eine Reihe von neuen technischen Möglichkeiten, Regulatorien und auch Datenschutzfragen. Das alles befasst uns als Bank in hohem Maße. Was heißt das konkret für Raiffeisen? Wir wollen unseren Kunden jene Kontaktmöglichkeiten bieten,

34


© RAIFFEISEN (2)

F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

Die Vorstände der RLB Tirol AG: Thomas Wass, Johannes Ortner und Reinhard Mayr

die man für ein zeitgemäßes und modernes Leben braucht. Sie entscheiden, wie sie mit uns in Kontakt treten möchten. Wir bauen deshalb unsere digitalen Leistungen massiv aus und haben mit unserem neuen Onlinebanking Mein ELBA bereits das erste sichtbare Zeichen gesetzt. Bis Ende des Jahres wird es zu weiteren Veränderungen bei unseren Angeboten kommen. Dennoch braucht es eine Balance zwischen Digitalisierung, Kundennähe und Regionalität. Im Herzen sind wir eine persönliche Bank. Wir halten deshalb am persönlichen Gespräch und somit an unseren Bankstellen vor Ort fest.

JOHANNES ORTNER

Raiffeisen ist die größte Bankengruppe des Landes. Sie sprechen immer von Bankengruppe und nicht von Bank. Warum? Raiffeisen in Tirol besteht aus 67 selbständigen und unabhängigen Banken. Diese sind als Genossenschaften organisiert und stehen im Eigentum ihrer Mitglieder, alle Tiroler Raiffeisenbanken gehören somit den Tirolerinnen und Tirolern. Eine Entwicklung bei Raiffeisen wird damit nie von oben herab diktiert, sondern direkt in der Region entschieden. Das macht uns eigenständig. Wir sind eine Gruppe und nicht ein zentralistisches Institut. Dieses System ist einzigartig und verbindet uns unmittelbar mit der Region. Regionalität und Nähe sind bei uns kein Werbeversprechen, sie sind ein Selbstverständnis. Wir sind Raiffeisen und nicht nur eine Bank! Durch diese Verbindung in alle Regionen sind Sie vor allem bei den Privatkunden stark. Nun wollen

Sie aber mehr … Raiffeisen ist eine starke Privatkundenbank, Gemeindebank, Tourismusbank und Unternehmerbank. Wir wollen in Zukunft noch mehr Leistungen in Richtung Industrie und gehobenes Gewerbe anbieten. Denn wir sehen, dass unsere Werte, die Themen Regionalität, Nähe und Vertrauen, auch bei den Tiroler Unternehmen wichtig sind. Raiffeisen passt inhaltlich sehr gut zu den vielen familiengeführten Betrieben in Tirol. Bereits jetzt schätzen mehr als 44.000 Unternehmer unsere Leistungen. Diese Kundengruppe wollen viele Bankhäuser gewinnen. Kommt nun die große Preisschlacht? Bei einer Bankbeziehung geht es längst nicht mehr nur um den Preis. Gerade im Businessbereich sind Kompetenz, Flexibilität und Vertrauen gefragt, beidseitig. Es geht um eine echte Partnerschaft, in der man über Jahre gemeinsame Wege geht. Man kennt sich gegenseitig: Der Unternehmer kennt die Bank, ganz oft auch die regionalen Entscheider und Eigentümer, und wir kennen den Betrieb, oft die Mitarbeiter und die Eigentümerfamilien. Das muss auch so sein. Denn eine Finanzierung ist immer eine Vertrauenssache für beide Seiten.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

„Bis Ende des Jahres wird es zu weiteren Veränderungen bei unseren Angeboten kommen.“

➔ 35


F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

Die Wirtschaft brummt, vor allem die Tourismuszahlen sind gut. Wie geht es Ihrer Bank? Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Der Satz ist heute aktueller denn je. Die Tiroler Raiffeisenbanken und insbesondere die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG blicken auf ein risikoarmes Geschäftsjahr 2017 zurück und sind gut aufgestellt. Generell ist die Lage am Finanzmarkt aber herausfordernd. Bei wenig Zinsen und einer immensen Regulatorik muss eine Bank heute schon präzise planen und wirtschaften. Das ist auch richtig so. Denn wenn wir als Bank die Unternehmen beraten und begleiten, müssen wir selbst vorbildliche Unternehmer sein. Jede Raiffeisenbank für sich ist ein kleineres oder größeres Unternehmen im Land und kann insofern auf Augenhöhe mit den Unternehmern in ihrer Region kommunizieren. Sie haben das Thema Regulatorik angesprochen, die vor allem auch der Finanzkrise geschuldet ist. Werden die Banken mit gesetzlichen Regeln überschüttet? Einerseits hat gerade die Finanzkrise gezeigt, dass es strenge Regeln und eine starke Aufsicht braucht, andererseits waren es aber vor allem große Investmentbanken, die die Wirtschaftsprobleme erzeugt haben. Die Herausforderung ist das Gießkannenprinzip: Denn für alle Banken gelten dieselben Regelungen. Eine Regionalbank wie wir ist deshalb mit denselben Regeln konfrontiert wie milliardenschwere, internationale Großbanken. Das ist teuer und belastet viele Banken schwer. Es braucht eine Zeit des Innehaltens, um nachzudenken und zu analysieren, ob wir jede Regelung in dieser Form wirklich brauchen.

„Wir leben nach den Werten Vertrauen, Nähe und Sicherheit, weil es unser Verständnis vom menschlichen Zusammenleben per se ist.“ JOHANNES ORTNER

36

Dr. Johannes Ortner ist seit 2016 Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG und Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol. Bei der RLB Tirol AG verantwortet er als Vorstand die Firmenkunden, das Treasury, die Banken-Beratung sowie die Kommunikation. Er wurde 1966 in Salzburg geboren und studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Salzburg, Linz und Oxford. Nach einer Vorstandsassistenz bei der Volksbank Salzburg sowie einem Firmenkunden-Traineeprogramm und der Großkundenbetreuung bei der DG Bank AG in Frankfurt leitete er diverse Firmenkundenabteilungen bei der DG Bank und später bei der DZ Bank in München. Ab 2005 war er Vorstandsmitglied der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg, ab 2009 ihr stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Er ist außerdem Autor von Fachbüchern u. a. zu den Themen Geldwäsche und Bankgeheimnis und dozierte Genossenschaftswesen an der Fachhochschule Dornbirn.

Das Jahr 2017 war vor allem am Finanzmarkt sehr erfolgreich. Die Tirolerinnen und Tiroler sind bei der Geldanlage aber dennoch konservativ und spekulieren wenig. Warum ist das so? Für die Tirolerinnen und Tiroler sind Sicherheit, Unabhängigkeit und Verfügbarkeit bei der Geldanlage besonders wichtig. Deshalb ist Tirol ein Sparbuchland, dasselbe gilt aber eigentlich für ganz Österreich. Wir merken zwar, dass immer mehr Menschen die Chancen am Anlagemarkt erkennen und vorsichtig nutzen, dennoch bleiben viele zurückhaltend, weil die Angst vor Geldverlust groß ist. Ich verstehe das. Niemand will das verlieren, was er sich hart erarbeitet hat.


© RAIFFEISEN (2)

F I N A N Z S TA N D O R T T I R O L

„Es braucht eine Zeit des Innehaltens, um nachzudenken und zu analysieren, ob wir jede Regelung wirklich brauchen.“ JOHANNES ORTNER

Und Sie glauben, dass diese Werte auch in Zeiten von Onlinebanken noch Platz haben? Wir leben nicht nach diesen Werten, weil es gerade hip ist, sondern weil es unser Verständnis von menschlichem Zusammenleben per se ist. Den Menschen nahe zu sein, Vertrauen zu schenken und auch zu erhalten und Sicherheit zu geben sind Kernwerte des menschlichen Seins. Die gab es schon lange vor dem Internet und wird es lange danach noch geben. Wir versuchen, uns stets am Menschen auszurichten, und sehen, dass diese Haltung über Generationen geschätzt wird. Besitzen Sie Bitcoins? Als Bank raten wir davon ab, und auch ich persönlich tausche mein Geld nicht gegen einen Binärcode, der von niemandem kontrolliert wird. Wie investieren Sie dann Ihr Geld? In meine Kinder. Aber natürlich auch in meine Wohnung und meine Altersvorsorge.

Die Raiffeisen Bankengruppe Tirol ist mit 67 Banken und mehr als

500.000 Kunden die mit Abstand größte Bankengruppe in Tirol.

Das Spitzeninstitut der Gruppe ist die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG. Groß geschrieben wird unter anderem Familienfreundlichkeit. So zählt die RLB Tirol AG zu den drei familienfreundlichsten Großunternehmen im Land. Mehr als 2.200 Mitarbeiter sind bei den Tiroler Raiffeisenbanken beschäftigt, mehr als 80 verschiedene Teilzeitmodelle bietet die Bank. Knapp 1.000 Projekte fördert Raiffeisen tirolweit in den Bereichen Sport, Bildung, Soziales, Kultur und Umwelt. Mit einer Bilanzsumme von EUR 14,3 Mrd. und Einlagen von mehr als EUR 10 Mrd. ist Raiffeisen die größte Bankengruppe des Landes.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Sie feiern heuer ein großes Geburtstagsfest: Der Gründervater der Genossenschaften, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, wird 200 Jahre alt. Ist seine Idee auch nach zwei Jahrhunderten noch zeitgemäß? Die genossenschaftliche Idee Raiffeisens finden Sie oft, auch wenn sie nicht immer als solche erkennbar ist. Immer dort, wo man gemeinsam etwas macht und die Idee wichtiger ist als das Kapital, steckt im Kern unsere Denkweise dahinter. Heute finden sich dafür attraktive Projekte, die wir alle kennen: Denken Sie nur an Shared Spaces oder Carsharing. Alle diese Modelle funktionieren grundsätzlich gleich und sind inhaltlich Raiffeisen. Wir nehmen den runden Geburtstag zum Anlass, diese Denkweise nach außen zu tragen. Denn schlussendlich geht es um gemeinsames Wirtschaften, ganz stark damit auch um Vertrauen, Nähe und Sicherheit. Das ist das, was wir als Raiffeisen bieten können und das auch so geschätzt wird.

ALLE ZAHLEN GJ 2016

Vielen Dank für das Gespräch. 37


KLÜGER WERDEN MIT

KLÜGER WERDEN MIT …

JENS-UWE MEYER Disruptiv gedacht DA S INTERVIEW FÜHRTE ANJA L ARCH.

© JENS-UWE MEYER

W Zur Person

Vor seiner Karriere als Autor, InternetUnternehmer und Vortragender war Jens-Uwe Meyer Reporter. Während dieser Zeit begann er, Lehrprogramme zur Steigerung von Kreativität bei Journalisten zu entwickeln, und gründete darauf aufbauend die Firma Die Ideeologen.

© BUSINESS VILLAGE

Er promovierte an der Leipzig Graduate School of Management über die Innovationsfähigkeit von Unternehmen und entwickelt als Geschäftsführer von Innolytics Software für Innovationsmanagement, Kollaboration und Zukunftsmarktforschung.

ie definieren Sie „Digi- ist das Einzige. Alles andere, von der Geschäftsmodelle auf die Stunde Null talisierung“? Der Be- Kundengewinnung bis hin zu Abläu- zurückführen. Um sie dann neu zu griff wird ja immer in- fen und Prozessen, wird verändert. erfinden. flationärer verwendet. Ich sehe das aber nicht negativ. Im JENS-UWE MEYER: Digitalisierung Gegenteil bietet die Digitalisierung In Tirol sind über 99 Prozent der funktioniert meines Erachtens auf viel mehr Chancen als Gefahren. Unternehmen KMUs. Ressourcen zwei Ebenen. Auf der einen Seite steht sind oft nicht ausreichend, um didie „Transformation“: Sämtliche Ge- Sie empfehlen Unternehmen, zu gitale Innovationen umzusetzen. schäftsprozesse werden vom Papier lernen, wie ihr aggressivster Mitbe- Was raten Sie in diesem Fall? Die auf digital umgestellt. Auf der anderen werber zu denken. Wenn Unterneh- wesentliche Barriere findet im Kopf Seite steht die „digitale Disruption“: men ein funktionierendes Geschäfts- statt. Jedes Startup ist am Anfang Geschäftsmodelle, Produktionspro- modell haben, neigen Sie dazu, neue nichts weiter als ein Kleinstbetrieb zesse und Kundenbeziehunmit Gründern, die weder gen werden radikal verändert. Geld noch Erfahrung haben. Dies betrifft alle Bereiche von Wer heute eine geniale Idee „Um disruptiv zu denken Unternehmen. Teilweise werfür digitale Anwendungen in müssen wir Geschäfts­ den Märkte aufgelöst. Eines seiner Branche hat, tat sich in der Hauptprobleme aktuell modelle auf die Stunde Null der Umsetzung nie so leicht. ist, dass viele Unternehmen Verglichen mit den Entwickzurückführen. Um sie dann nur den ersten Teil sehen. lungskosten für eine MaschiSie sagen „Wir digitalisieren“, ne sind sie mehr als günstig. neu zu erfinden.“ meinen damit aber lediglich, Meine Firma war anfangs das Bisherige im Internet weiein Beratungsunternehmen ter zu betreiben. In vielen Fällen wird Technologien lediglich als Optimie- für Ideen- und Innovationsmanagedies nicht genügen. rung davon zu sehen. Innovative ment – fünf Jahre später haben wir Startups zum Beispiel sehen dies an- eine komplette Software für diese 90 Prozent der Unternehmer erken- ders: Sie nutzen die gleichen Tech- Anwendungsbereiche entwickelt und nen Ihrer Meinung nach nicht, dass nologien, um bisherige Geschäftsmo- gehören zu den führenden Anbietern. ihre Geschäftsmodelle unmittelbar delle zu ersetzen. Als Apps aufkamen, Das war schwierig, aber generell gilt: bedroht sind. Ist diese Entwicklung wollten traditionelle Taxizentralen Unternehmer zu sein ist nicht die wirklich so negativ zu sehen? Ich diese nutzen, um Bestellprozesse zu Lebensform, mit der man mit gerinhabe lange gebraucht, um zu so ei- vereinfachen. Unternehmen wie my- gem Aufwand durchs Leben kommt. ner radikalen Aussage zu kommen. Taxi machten Taxizentralen überflüs- Am Ende ist die Entwicklung digitaler Am Anfang habe ich mir – wie vie- sig. Unternehmer müssen ihre eige- Innovationen vor allem eines: solides le Unternehmer – überlegt, welche nen Schwachstellen kennen. Und da Unternehmertum. Branchen von der Digitalisierung bleibt keine andere Wahl als zu denwirklich betroffen sind. Mir wurde ken wie ein aggressiver Mitbewerber. Vielen Dank für das Gespräch. klar: Es gibt praktisch keine Branche, Buchtipp die nicht betroffen ist. Die Landwirt- Im besten Falle „disruptiv zu denJens-Uwe Meyer, schaft wird durch Digitalisierung ge- ken“? Ja. Wir neigen dazu, Neues unDigitale Disruption nauso verändert wie die Medienwelt. ter der Maßgabe zu entwickeln, dass BusinessVillage-Verlag, Die Kernkompetenz in bestimmten das Alte erhalten bleiben soll. Um 284 Seiten, 24,95 Euro Jobs bleibt vielleicht erhalten, aber sie disruptiv zu denken, müssen wir aber

38


DAS GROSSE

STEUERSPEZIAL

© SHUTTERSTOCK.COM

Experten schaffen Klarheit über neue, geänderte oder bekannte, aber komplizierte Steuerverordnungen und -gesetze.


T O P.T I R O L

STEUER-SPEZIAL

Best Arbeiten SiePerformance beim Marktführer Spannende undBest facettenreiche Jobs rund um die Steuerberatung Performance Als führendes Unternehmen unserer Branche suchen wir immer nur eines – die Besten.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Spannende und facettenreiche Jobs rund um die Steuerberatung Partnerschaft, hohe Ansprüche an die Qualität der Leistung und kundenorienartnerschaft, hohe Ansprüche an die tiertes Handeln sind die Leitlinien für die Qualität der Leistung und kundenoriECA Treuhand Partner Steuerberatung entiertes Handeln sind die Leitlinien GmbH Innsbruck. für dieinECA Treuhand Partner Steuerbera-

Selbständiges, genaues Arbeiten und gute EDV-Kenntnisse sind bei Ihnen ebenso fen? Selbständiges, genaues Arbeiten und eine Selbstverständlichkeit wie Teamfähiggute EDV-Kenntnisse sind bei Ihnen ebenso keit, Engagement, Belastbarkeit und Kuneine Selbstverständlichkeit wie Teamfähigdenorientierung? keit, Engagement, Belastbarkeit und Kun-

tungsind GmbH in Innsbruck.ausgebildet oder Sie kaufmännisch Sie sind kaufmännischStudium ausgebildet haben ein facheinschlägiges aboder haben ein facheinschlägiges Studium solviert und können vielleicht noch auf einabsolviert und können vielleicht noch auf schlägige Berufserfahrung zurückgreifen?

denorientierung? Dann warten in unserer Steuerberatungs Dann warten in unserer Steuerbeund Wirtschaftsprüfungskanzlei diverse ratungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei Jobmöglichkeiten auf Sie.

P

einschlägige Berufserfahrung zurückgrei-

diverse Jobmöglichkeiten auf Sie. Neben interessanten Aufgabengebieten von der

Neben interessanten Aufgabengebieten von der Buchhaltung und PersonalverrechBuchhaltung und Personalverrechnung über nung über Bilanzierung und SteuersachbeBilanzierung und Steuersachbearbeitung bis arbeitung bis hin zur Wirtschaftsprüfung hin zur Wirtschaftsprüfung bieten wir zahlbieten wir zahlreiche und reiche AusbildungsundAusbildungsFortbildungsmögFortbildungsmöglichkeiten. lichkeiten. Ein angenehmes Betriebsklima, flexiEin angenehmes Betriebsklima, flexibles bles Arbeiten mit Gleitzeit sowie zahlreiche Arbeiten mit Gleitzeit sowie zahlreiche Social Benefits sind bei uns Realität. Social Benefits sind bei uns Realität.

treuhand partner Steuerberatung

G

Ta quam quatures enis dolliti onsecusae nobit ut qui im

a. Nequas ex eum restisc imintur, tintium et volupta quunditis se num eatas que es doluptatio officia sum di inihicium re laut volupta ssequo iur aut ut ofUNSERE OFFENEN oditatur, eum dolorei undempo ficit, et velisqu isseqam quatures enis dolliti rumquas atur? asgnonserionobit utrio voluptur, >> U n s e r AU s b i Quia ldUn s - A n g e bonsecusae ot 1 >>con U neveratem s e r AU s b i l d U n g s - A n g e b ot 2 rae nus dollautem quo officia pro consequi et occus, escipsae seque pligutatem venimi, aboreribus andae etur si non consed magni- omnihic tem nosamus • Lagerleiter m/w für die reperum atibea prat et adia cum für die ma aperum • Einkaufsleiter que nonsequia pos ducias perspitat la cones- Flexible Arbeitszeiten Stellvertreter m/w tem sed qui invelle catempore millestintem minis voluptist, omnimil igenien ditatium u/o u/o • Schichtleiter volupta culla quaspe eturebea dolum isci- cumque nia voluptatem earumqui occabo. Metallverarbeitung /w minvenda dolore verectur? Nequi adit alit alis es aut ea ue in cum, culpa volorruue in cum, culpa volorrusaectis Mehr Infos zu denod. offenen Jobs finden (Anforderung: abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, (Anforderung: kaufmännische Ausbildung facheinschlägiges aut volecta voloratia verro ea volum sundeInteresante Mitarbeiteraktionen Sie auf www.targetindusries.com/jobs wie zB. Handelsakademie) Studium in Rechts- od. Wirtschaftswissenschaften) Harupta quaspis isitature volupta quid quo bitas ex et que in cum, culpa volorrumpore erum ilit, ulpa sit, cupta doloribus quibusam, paribusnimus coribus. Oeumenistibus eaque aut quas rectus et, offictu sandian dandun- nonsent volorat emporendenis rest doluptati dant ratia venihic tempos dolor magnimil ut volupta tiisquia volesto inctias aut et, aut Details zu den Stellenbeschreibungen auf www.innsbruck.eca.at Target Industries ipsapist voloresed quis etur adicimaximo vi- et et recuptur acculpa dem. Bepe met. Brunecker Straße 3 dunti aecestr uptatatur. INDUSTRIES 6020 Innsbruck Ute niendissi rempel estium hillis enet Leistungsgerechte Bezahlung ECA – Das österreichische Steuerberaternetzwerk Die Zukunft im Griff. Tel.: 0512/58 60 20 labo. Nequibus am reptatquam res ea den- Facilignit eate inis doluptaes eaque rest es- E-Mail: verkauf@target-group.at tota soluptas as rest, a sedis pliquid cilicia consequi in nis consedi pienimagnate www.target-group.at ECAtusdam Treuhand Partner Steuerberatung GmbH min pa dit, 25 sam, aut omnimus dolupta preperro ra di |suntiauat. | 6020 | Austria | Tel. +43 Rennweg Innsbruckeaqui (0)512que 571415 Fax +43 (0)512 571415-1011 | innsbruck@eca.at | www.innsbruck.eca.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Bilanzbuchhaltung Personalverrechnung

TOP-STELLEN

Steuerberatung Wirtschaftsprüfung

TARGET

40

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

G

rae nu aborer ma ap que no tem se volupt minve

Intere Harup erum aut qu dant r ipsapi dunti

labo. N tota tu min p


STEUER-SPEZIAL

EDITORIAL

INHALT

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

EU-Datenschutz-Grundverordnung: 42

M

Was kommt auf Unternehmer zu?

46 Bitcoin & Co.: Wie sind Kryptowährungen zu versteuern?

Univ.-Lekt. StB MMag. Dr. Klaus Hilber führt eine Steuerberatungskanzlei in Mutters und ist Präsident der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

Während Steuerberater für die strategische Ausrichtung eines Unternehmens sorgen, Bilanzen samt Steuererklärungen erstellen, Firmengründungen begleiten, als Vertreter vor den Finanzbehörden agieren (zum Beispiel bei Betriebsprüfungen) und zielsicher die Investitions- und Finanzplanung übernehmen, richtet sich das Hauptaugenmerk des Wirtschaftsprüfers auf Konzern- und Jahresabschlussprüfungen, aktienrechtliche Sonderprüfungen bis hin zu Prüfungen bei Umgründungen und der Kreditwürdigkeit. In ihrem Berufsleben müssen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mehr tun, als sich auf Erfahrung und fundierte Ausbildung zu verlassen. Sie lernen ein Leben lang, um für ihre Klienten die unzähligen gesetzlichen Änderungen im Steuer- und Unternehmensrecht im Blick zu behalten. Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer vertritt in Tirol die Interessen von ca. 450 Steuerberatern und knapp 100 Wirtschaftsprüfern. Darüber hinaus betreut sie derzeit etwa 250 Berufsanwärter. Damit sind Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die zweitgrößte Gruppe der freien Berufe in Österreich.

© SHUTTERSTOCK.COM

© DIE FOTOGRAFEN

it 1. Jänner 2018 wurde aus der vormaligen Kammer der Wirtschafts­ treuhänder die „Kammer der Steuer­ berater und Wirtschaftsprüfer“. Damit erkennt man besser, welche beiden Berufsgruppen unsere Kammer vertritt.

48 Kleinunternehmerbefreiung: Wann der Verzicht auf die Umsatzsteuer Sinn macht und wann nicht.

50 Gewinn machen, Steuern sparen: Wie der Gewinnfreibetrag die Steuerlast senken kann.

52 Pause für KMU-Investitions­

zuwachsprämie: Was Unternehmer wissen sollten.

54 Registrierkassenpflicht: Was ist bei Kontrollen zu berücksichtigen?

56 Aus für Aktion 20.000: Was Arbeit­ geber beachten sollten.

Auf den nächsten Seiten finden Sie Beiträge mit ausgewiesenen Experten ihres Faches zu verschiedensten Steuer- und Gesetzesverordnungen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre. Klaus Hilber, Präsident der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Landesstelle Tirol

41


© SHUTTERSTOCK.COM

STEUER-SPEZIAL

DATENSCHUTZ NEU:

WAS AUF UNTER­NEHMER ZUKOMMT

A

Durch die EU-DatenschutzGrundverordnung ergeben sich viele Neuerungen im Umgang mit Daten. Wer davon betroffen ist und welche Strafen bei Nichteinhaltung drohen, erklärt Datenrechtsexperte Werner Pilgermair.

b 25. Mai 2018 gilt die DatenschutzGrundverordnung (DSGVO) und bringt umfassende Änderungen. „Bisher hatte jeder Mitgliedsstaat sein eigenes Datenschutzrecht, nun gibt es EU-weit ein einheitliches Datenschutzrecht“, erklärt Datenrechtsexperte Werner Pilgermair. Das sei im Sinne der Wettbewerbsfairness zu begrüßen, da sich nun jeder an dasselbe Datenschutzniveau halten müsse.

T E X T: E V A - M A R I A H O T T E R

Weitreichender Schutz Das neue Datenschutzrecht gilt für Einpersonenunternehmen (EPUs) wie für große Industriebetriebe – ebenso unter anderem für Vereine, Behörden oder Gebietskörperschaften. Doch das Gesetz geht noch weiter: Grundsätzlich ist jeder betroffen, der personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitet. Bietet beispielsweise ein Konzern aus einem Drittstaat wie den USA seine Dienst-

42

leistungen via Internet an seine europäischen Kunden an, fällt dies unter das europäische Datenschutzrecht. „Das betrifft somit auch unentgeltliche Social-Media-Dienste wie Face­book, Instagram und Co.“, konkretisiert Datenrechtsexperte Pilgermair. Personenbezogene Daten reichen weiter als Name, Geburtsdatum oder Adresse. „Personenbezogene Daten sind alle Informationen, durch die eine Person identifiziert werden kann.“ Darunter fallen dem Experten zufolge ebenfalls Einkommen, Vermögen, Ausbildung, Beruf, aber auch Wünsche, Bedürfnisse oder Daten aus dem Gesundheitsbereich, wie Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten. Hohe Strafen „Grob gesagt, gibt es einen Katalog mit Pflichten, den jedes Unternehmen erfüllen muss, abhängig von Größe und Mitarbeiter-


© PRIVAT

STEUER-SPEZIAL

Dr. Werner Pilgermair ist selbständiger Unternehmensberater und seit mehr als zehn Jahren im Bereich Datenschutz tätig.

keine Rechtsgrundlage für die längere Speicherung, zum Beispiel gesetzliche Aufbewahrungspflichten, gibt. Vorab informiert Künftig müssen Unternehmen ihre Kunden oder Gäste im Vorfeld darüber informieren, was im Zuge der Vertragserfüllung mit den gesammelten Daten geschieht. Sollen Daten aus einem Gewinnspiel im Nachhinein für

Neue Selbständige

Beitragszuschlag in der Sozialversicherung vermeiden

N

eue Selbständige sind selbständig erwerbstätige Personen, die aufgrund einer betrieblichen Tätigkeit steuerliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb erzielen, für diese Tätigkeit jedoch keinen Gewerbeschein benötigen. Neue Selbständige sind erst ab Überschreiten der Versicherungsgrenze (steuerpflichtige Einkünfte) in Höhe von 5.256,60 Euro pro Jahr sozialversicherungspflichtig. Wenn noch keine Pflichtversicherung besteht, sollten Sie das Überschreiten dieser Grenze der zuständigen Sozialversicherungsanstalt unbedingt rechtzeitig melden! Rechtzeitig ist eine

Überschreitungserklärung, wenn diese entweder schon während des laufenden Jahres erfolgt oder spätestens innerhalb von acht Wochen ab Ausstellung des Einkommensteuerbescheides für das relevante Jahr. Erfolgt keine rechtzeitige Überschreitungserklärung verhängt die Sozialversicherung einen Beitragszuschlag in Höhe von 9,3 Prozent der Beiträge! Bei der Überschreitungserklärung handelt es sich um eine formlose Erklärung. Achtung – bitte geben Sie diese nicht unüberlegt ab, da eine rückwirkende „Stornierung“ der Pflichtversicherung für dieses Jahr nicht möglich ist! Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie

Mag. Astrid Graf und Mag. (FH) Daniel Nöbauer, Geschäftsführer

eine Überschreitungserklärung abgeben müssen, wenden Sie sich bitte an den/die Steuerberater/in Ihres Vertrauens. augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/29 44 39 www.fidas-innsbruck.at

43

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Begrenztes Speichern „Die Europäische Union will endlose Datenarchive vermeiden und legt deshalb fest, dass Daten grundsätzlich nur so lange verarbeitet oder aufbewahrt werden dürfen, wie sie für die Zwecke der Verarbeitung benötigt werden“, so Pilgermair. Veranstaltet ein Unternehmen beispielsweise ein Gewinnspiel, ist der Zweck im Grunde vorbei, wenn der Gewinner sein Geschenk bekommen hat, und die Daten müssen gelöscht werden, sofern es

VON DER NEUEN DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG IST JEDER BETROFFEN, DER PERSONENBEZOGENE DATEN VON EU-BÜRGERN VERARBEITET.

© FRANZ OSS

zahl jedoch in unterschiedlichem Umfang“, sagt Werner Pilgermair. Bei Nicht-Befolgung drohen Geldbußen bis 20 Millionen Euro bzw. bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des vorigen Geschäftsjahrs. „Das ist natürlich ein großer Spielraum“, so der Datenschutzexperte. „Aber die Datenschutz-Grundverordnung gibt vor, dass diese Geldbußen im Einzelfall abschreckend und wirksam sein müssen, das heißt, dass sie abhängig von Vorfall, Verschulden und Unternehmensgröße spürbar sein werden.“ Kontrolliert wird die Einhaltung von der Datenschutzbehörde.


STEUER-SPEZIAL

„Personenbezogene Daten sind alle Informationen, durch die eine Person iden­ tifiziert ist oder identifi­ ziert werden könnte.“ W E R N E R PI L G E R M A I R , DAT ENR EC H T S E X P ER T E

Marketingmaßnahmen wie einen Newsletter genutzt werden, ist das nicht mehr vom Gewinnspiel abgedeckt, sondern es bedarf einer neuen Rechtsgrundlage, wie der eigenen Einwilligung des Kunden. Außerdem muss ein Unternehmen seinen potenziellen Kunden bzw. Interessierten, die seine Homepage besuchen, gewisse Informationen offenlegen. Im Prinzip sind das Rechte der Betroffenen, wie das Recht auf Auskunft, Löschung, Widerspruch, ob es einen Datenschutzbeauftragen gibt bzw. wer für derartige Angelegenheiten im Unternehmen zuständig ist. „Früher wurde das gerne irgendwo ins Impressum geschrieben, durch die DSGVO ist nun eine eigene Datenschutz­ erklärung auf der Homepage notwendig“, erklärt der Datenrechtsexperte. Darüber hinaus müssen Unternehmen ein Verzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten führen. Das Ziel: die gesamte Datenverwaltung zu dokumentieren – egal ob Kundenbetreuung oder Personalverwaltung. Eine weitere wichtige Rolle spielen technische und organisatorische Maßnahmen, kurz oftmals auch TOMs genannt. „Dahinter verbergen sich zum Beispiel regelmäßige Mitarbeiter-Schulungen, um sie im Umgang mit der Datenverarbeitung zu sensibilisieren“, präzisiert Pilgermair. Löschungskonzepte fallen ebenfalls in diese Kategorie – jeder Betrieb muss sich überlegen, welche gesetzlichen Aufbewahrungspflichten gelten und wann Geschäftsbeziehungen enden.

44

KÜNFTIG MÜSSEN UNTERNEHMEN IHRE KUNDEN ODER GÄSTE IM VORFELD DA­RÜBER INFORMIEREN, WAS IM ZUGE DER VERTRAGSERFÜLLUNG MIT DEN GESAMMELTEN DATEN GESCHIEHT.

Für Datenschutz verantwortlich Verhältnismäßig wenige Unternehmen brauchen einen Datenschutzbeauftragten – vor allem jene, die sensible oder strafrelevante Daten verarbeiten. Doch Pilgermair warnt: „Nur, weil man keinen Datenschutzbeauftragten braucht, benötigt man trotzdem einen Mitarbeiter, der Datenschutzaufgaben im Unternehmen erledigt und sich diesbezüglich aus- und fortbildet.“ Vor allem kleinere Unternehmen seien mit einer Vielzahl an Gesetzesvorschriften konfrontiert. „Einige sehen Datenschutz als lästige Zusatzplicht, die keiner braucht, andere sind dann auch schlicht überfordert, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen“, berichtet Pilgermair. Hier könne man nur raten, sich rechtzeitig zu informieren. Zudem gebe es Online-Tools, die in dieser ersten Phase Unterstützung bieten.


Vertrauen Sie dem größten Immobilienmakler Tirols Unsere erfahrenen Immobilien-Profis beraten Sie gerne in ganz Tirol Geschäftsführer

Ingmar Schwabl

Martin Farbmacher

Innsbruck & Umgebung

Monika Lentsch

Mag. Marion Abfalterer

Mag. Max Elsner

Unsere Erfahrung ist Ihr Erfolg Thomas Passmoser

Innsbruck & Umgebung

VERKAUFEN

Von der Objektanalyse bis zur Schlüsselübergabe – wir begleiten Sie bei ihrem Immobiliengeschäft. Ülker Hasbolat

Richard Schuchter, MAS

Mag. Johannes Schneider

Mag. Beate Struggl

Peter Weiskopf

Rattenberg

Reutte

Elmar Michael

VERMARKTEN

Imst/Landeck

Kufstein

Susanne Heel

Martina Eisele

Birgit Wechselberger

Kitzbühel

Luca Scoppetta

Robert Siegele

Jasmin Morherr

Schwaz

Rufen Sie uns an Tel. 05 0100 – 26350 oder per e-Mail an info.tirol@sreal.at Dkfm. Stefan Knapp

Mag. Goran Novalusic

Andreas Harringer

Eva Siding

Mit der Erteilung eines Verkaufsauftrages an s REAL sichern Sie sich die Vermarktung Ihrer Immobilie durch den größten Immobilienmakler Tirols. Mehr Vermarktungswege, mehr Kunden und mehr Anfragen kann Ihnen kein anderer Immobilienmakler bieten.

BEWERTEN

Das Gutachten der s REAL gibt Auskunft über den Marktwert Ihre Immobilie.

Jetzt mit s REAL zum erfolgreichen Immobilienverkauf

www.sreal.at


STEUER-SPEZIAL

KRYPTOWÄHRUNGEN IM BETRIEBS- UND PRIVATVERMÖGEN

ECHTE STEUERN FÜR VIRTUELLES GELD Steuerberaterin Hedwig Bendler erklärt nicht, ob es sich lohnt, in Bitcoin oder andere virtuelle Währungen zu investieren, sondern was Privatpersonen und Unternehmer steuerrechtlich im Geschäft mit Kryptowährungen berücksichtigen müssen.

© AXEL SPRINGER

T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R

„Sind Krypto­ währungen Teil des Betriebs­ vermögens, wird es sehr komplex.“ HEDWIG BENDLER

46

Hedwig Bendler Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin der Kitzbüheler Wirtschaftstreuhand

W

as sind Kryptowährungen für das Finanzamt? Mit dem Boom von virtuellen Währungen ist diese Frage aufgekommen, die mittlerweile auch vom Finanzministerium geklärt wurde, wie Steuerberaterin Hedwig Bendler von der Kitzbüheler Wirtschafts­ treuhand weiß: „Kryptowährungen sind steuerrechtlich sonstige unkörperliche, somit nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter.“ Wie beispielsweise Patente, Lizenzen oder Konzessionen gehören sie vor dem Steuergesetz zu den immateriellen Wirtschaftsgütern und unterscheiden sich von körperlichen (zum Beispiel Fabrikhallen, Bürogebäuden, Maschinen usw.) oder Wertpapieren. Was das für den Steuerzahler heißt, hängt von zwei Faktoren ab: Erstens, ob man als Privatperson oder Unternehmer Finanz-

geschäfte mit Kryptowährungen abwickelt, und zweitens, ob Kryptowährungen zinsbringend oder nicht zinsbringend veranlagt werden. Kryptowährungen im Betriebsvermögen Vereinfacht gesagt haben Unternehmer verschiedene Möglichkeiten, Kryptowährungen zu verwenden: Einerseits kann man selbst einen Kryptowährungswert neu erzeugen (das sogenannte „Mining“), eine Online-Börse (Tausch oder Handel mit Kryptowährungen) oder einen Geldautomat für Kryptowährungen (Bargeld gegen Kryptowährungen) betreiben. Dabei handelt es sich um gewerbliche Tätigkeiten. Andererseits können Unternehmer in Kryptowährungen investieren. Dann werden sie zum Betriebsvermögen gezählt, entweder zum Anlagevermögen (wenn diese langfristig gehalten werden sollen) oder zum Umlaufvermögen. Somit kann es zu steuerlich relevanten Bewertungen in Form von Abschreibungen oder Zuschreibungen kommen. Gewinnrealisierungen bzw. Verluste sind folglich in der Steuererklärung anzusetzen (siehe Beispiel). „Steigt der Wert, sind maximal die Anschaffungskosten zu bilanzieren. Verkauft man Kryptowährungen gewinnbringend, ist der


STEUER-SPEZIAL

KAUF VON KRYPTOWÄHRUNGEN ALS UNTERNEHMER IM BETRIEBSVERMÖGEN

ALS PRIVATPERSON mit zinsbringender Veranlagung

Zinsen und Wertsteigerungen müssen versteuert werden, da Einkünfte aus Kapitalvermögen vorliegen (Steuersatz 27,5 %).

ohne zinsbringende Veranlagung für mehr als zwölf Monate

Gewinne und Wertsteigerungen sind steuerfrei.

Gewinn zu versteuern. Bei Wertverlust kann der Verlust geltend gemacht werden“, erklärt die Expertin. Welcher Ertragssteuersatz bei Gewinnen oder Wertsteigerungen zur Anwendung kommt, hängt von der Veranlagung ab: Generell sind diese wie sonstige betriebliche Wirtschaftsgüter zum Tarifsteuersatz (normaler Steuersatz) zu erfassen. Sind sie jedoch zinsbringend veranlagt, ist grundsätzlich der „Sondersteuersatz“ für Einkünfte aus Kapitalvermögen (Kapitalertragssteuer – KESt) heranzuziehen. „Sind Kryptowährungen Teil des Betriebsvermögens, wird es sehr komplex. Als vernünftiger, stabiler Unternehmer wird man wohl nur dann in Kryptowährungen investieren, wenn man eine spekulative Ader hat. Bisher hatte ich noch keine Erfahrungen mit Betrieben, die auf Kryptowährungen setzen“, sagt Bendler. Kryptowährungen im Privatvermögen Wahrscheinlicher ist, dass eine Privatperson in Kryptowährungen investiert. Auch hier ist nach Anlageart zu differenzieren: Erfolgt a) eine nichtzinsbringende Veranlagung, die b) länger als ein Jahr dauert (sprich, man verzichtet auf einen Tausch/Verkauf für mindestens zwölf Monate), dann sind die Gewinne steuerfrei. Warum? „Im Einkommensteuergesetz gibt es den Paragraf 31, den sogenannten Spekulationstatbestand“, erklärt Bendler. „Er sieht eine Spekulationsfrist von einem Jahr vor. Hält man diese Frist ein, fallen für Privatpersonen keine Steuern bei Gewinnen durch Kryptowährungen an.“ Bei einer zinsbringenden Veranlagung müssen die Privatperson wie auch der Unternehmer Zinsen, Gewinne oder eine Wertsteigerung versteuern. Es gilt der KESt-Satz von 27,5 Prozent bzw. 25 Prozent für Körperschaften.

ohne zinsbringende Veranlagung für weniger als zwölf Monate

Gewinne und Wertsteigerungen sind steuerpflichtig zum Tarifsteuersatz.

Kursverluste oder -gewinne

Steuerliche Abwertungen oder Zuschreibungen sind möglich.

Neues immaterielles Wirtschaftsgut „Bitcoins sind ein neues steuerlich zu beurteilendes Wirtschaftsgut. Durch die Kategorisierung von Kryptowährungen als immaterielles Wirtschaftsgut ist eine steuerrechtliche Behandlung von Bitcoins und Co. mit dem bestehenden Steuerkonstrukt möglich", sagt Bendler. Zudem können diese ähnlich einem Finanzinstrument, wie es Wertpapiere – Aktien, Anleihen, Optionen usw. – sind, gestaltet sein. „Wie das Gesetz in der Praxis gelebt wird, wird sich noch herausstellen. Es werden noch viele Feinheiten auftauchen, mit denen man sich in Analogie zu immateriellen Wirtschaftsgütern und/oder Kapitalerträgen auseinandersetzen muss.“

Was sind Kryptowährungen? Vereinfacht gesagt handelt es sich um virtuelle, digital erzeugte Währungen. Sie unterliegen bislang keiner staatlichen Kontrolle, sprich Staat und Zentralbanken können nicht über Menge und Rahmenbedingungen bestimmen. Sie sind begrenzt verfügbar und werden auf speziellen Börsen/Plattformen gehandelt. Man kann sie bei bestimmten Anbietern auf einer Art Online-Konto anlegen – in bestimmten Fällen auch zinsbringend – oder auch am eigenen Computer speichern – dafür gibt es keine Zinsen. Es handelt sich um eine fiktive Währung, für die es keine klassischen Sicherheiten gibt, wie es bei staatlichen Währungen meist der Fall ist. Sie gehört dem Käufer und kann in kurzer Zeit und mit geringem Aufwand vom Absender zum Empfänger gelangen. Nähere Infos auf Seite 13

BEISPIEL :

FÜR UNTERNEHMER Erwerb von Kryptowährungen um 10.000 Euro im Betriebsvermögen: • Bei gleichbleibendem Wert sowie bei einer Wertsteigerung durch Kurssteigerungen muss nur der Anschaffungswert von 10.000 Euro bilanziert werden. • Bei Wertverlust um 3.000 Euro, kann der Verlust steuerlich abgeschrieben werden, d. h. 7.000 Euro müssen bilanziert werden. • Bei gewinnbringendem Verkauf um 15.000 Euro, muss der Gewinn von 5.000 Euro versteuert werden.

47


STEUER-SPEZIAL

BEFREIUNG ODER VERZICHT? Wer nicht mehr als 30.000 Euro im Jahr umsetzt, muss grundsätzlich keine Umsatzsteuer abliefern. Ein Experte erklärt, wann diese Befreiung sinnvoll ist, wann nicht und was sich im dazugehörigen Umsatzsteuer­gesetz zuletzt geändert hat.

© DIE FOTOGRAFEN

T E X T: R E B E C C A M Ü L L E R

Prof. Mag. Dr. Helmut Schuchter ist Steuerberater und Partner der Stauder Schuchter Kempf Wirtschaftsprüfungs- und SteuerberatungsgesellschaftmbH & Co KG, Innsbruck.

E

s gibt verschiedene Methoden, Unternehmen – wie Kleinunternehmen – zu klassifizieren. Eine davon ist, sie über das Steuer- und Sozialversicherungssystem zu definieren. Im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind Kleinunternehmen Unternehmen, deren Jahresumsatz 30.000 Euro nicht überschreitet. Kleinunternehmer sind – wenn ihr Umsatz diese Grenze nicht überschreitet – grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Diese Regelung wird Kleinunternehmerbefreiung genannt. Umsatzsteuer nicht ausweisen! Nimmt ein Kleinunternehmer die Befreiung in Anspruch, gilt es einiges zu beachten. Zum Beispiel dürfen die Unternehmer dann eines nicht tun, warnt Helmut Schuchter: „Die Umsatzsteuer auf einer Rechnung ausweisen, das ist unzulässig. Tun sie das, müssen sie die Umsatzsteuer auch ans Finanzamt abliefern.“ „Steuerschuld aufgrund der Rechnungslegung“, nennt sich dieser Tatbestand im Umsatzsteuergesetz. Auf die Befreiung verzichten Außerdem gilt: Wer die Kleinunternehmerbefreiung in Anspruch nimmt, hat nicht die Möglichkeit, den sogenannten Vorsteuerabzug geltend zu machen. Der Kleinun-

48

ternehmer kann aber beim Finanzamt eine schriftliche Erklärung abgeben, dass er auf die Befreiung verzichtet. „Allerdings, und das muss man sich gut überlegen, bindet dieser Verzicht auf fünf Jahre“, erklärt der Steuer­ experte.

BEISPIEL : Jemand erbt eine Wohnung, die er vermieten will. Für die Sanierung muss er 50.000 bis 60.000 Euro in die Hand nehmen. Soll er sich die Vorsteuer auf diese Investitionen auszahlen lassen und dafür auf mindestens fünf Jahre mit Umsatzsteuer vermieten? Dazu kommt, wer die Vorsteuern geltend macht, bleibt 20 Jahre lang unter Beobachtung der Finanzauf­ sicht. Wer sich also die Vorsteuer zurückholt, sollte sich im Klaren sein, dass er dann eigentlich 20 Jahre umsatzsteuerpflichtig vermie­ ten sollte. Trotzdem kann es oft die günstigere Variante sein.


© SHUTTERSTOCK.COM

STEUER-SPEZIAL

Zwei wesentliche Neuerungen Mit 1. Jänner 2017 sind zwei Neuerungen im Rahmen des Umsatzsteuergesetzes in Kraft getreten. Bislang galt die Umsatzgrenze von 30.000 Euro als allumfassend. Was das in der Praxis bedeutete, erklärt Schuchter an einem Beispiel: „Ein Arzt verbucht 300.000 Euro Jahresumsatz und vermietet eine Wohnung, die Einnahmen hier liegen bei 12.000 Euro. Ist er Kleinunternehmer? Bis Ende 2016 lautete die Antwort: Nein, weil er insgesamt 312.000 Euro im Jahr umsetzt.“ Neu ist nun, dass bestimmte, ohnehin steuerfreie Umsätze, außerhalb der 30.000-Euro-Grenze liegen. „Ärzte sind, wie alle Gesundheitsberufe EU-weit umsatzsteuerbefreit, weil der Staat über die Umsatzsteuer nicht an der Gesundheit der Bevölkerung verdienen soll“, erzählt Schuchter. Die 12.000 Euro, die der Arzt durch die Vermietung der Wohnung einnimmt, werden seit 1. Jänner 2017 isoliert betrachtet und sind nach der Kleinunternehmerregelung befreit. Wohn- vs. Wirtschaftssitz Die zweite Neuerung bezieht sich darauf, wo der Kleinunternehmer Kleinunternehmer ist – oder auch nicht. Als Kleinunternehmer kann man nur in einem EU-Mitgliedstaat begünstigt sein. Bis Ende 2016 galt: Wer seinen Wohnsitz

im Inland hat, ist hier auch Kleinunternehmer. „Mit der Neuerung gilt der Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit. Diese Neuerung ist aufgrund der zahlreichen italienischen oder deutschen Anleger, die hier eine Wohnung vermieten, in Tirol besonders relevant.“

BEISPIEL : Eine selbständige Architektin wohnt und arbeitet in Bozen und vermietet in Innsbruck eine Wohnung. Sitz der wirt­ schaftlichen Tätigkeit ist also eindeutig Italien – wo sie umsatzsteuerbefreit ist. In Österreich müsste sie, auch wenn sie nur 1.000 Euro mit der Wohnung pro Jahr verdienen würde, die Umsatz­ steuer, in diesem Fall 10 Prozent, abliefern, da sie mit ihrem Umsatz als Architektin über die 30.000 Euro kommt. Oder: Eine Lehrerin, die in Bozen wohnt, vermietet in Innsbruck eine Wohnung. Lösung bei ihr: Der Sitz des Unternehmens ist in diesem Fall dort, wo die wesentlichen Entscheidungen getroffen werden. Im Fall der Lehrerin kann man davon ausgehen, dass dieser in Bozen ist. Also muss sie keine Umsatzsteuer abliefern.

„Der Verzicht auf die Klein­ unter­nehmer­ befreiung bindet auf fünf Jahre.“ HELMUT SCHUCHTER

Knifflige Frage Einen Aspekt dieser Neuerung beschreibt Schuchter als „heißes Thema“, das die Experten beschäftigt. Beim sogenannten Partnerwohnungseigentum, das in Österreich häufig vorkommt, ist es oft schwer festzustellen, wo der Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit ist. Zum Beispiel wenn Bruder und Schwester – mit unterschiedlichen Wohnsitzen in Südtirol – gemeinsam eine Wohnung in Innsbruck vermieten. Ist der Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit am Wohnort der Schwester, des Bruders oder möglicherweise beim Hausverwalter in Innsbruck? „Im Streit muss diese Frage zwischen Steuerberater, Klienten und dem Finanzamt geklärt werden“, sagt Schuchter. 49


STEUER-SPEZIAL

MEHR VOM GEWINN Der Gewinnfreibetrag ermöglicht es Unternehmern, bei Gewinnen oder getätigten Investitionen Steuern zu sparen. Wie genau diese Steuererleichterung funktioniert und wie Unternehmer davon profitieren können.

© ALEXANDER HULAK

T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R

Bernhard Messner, MSc ist Steuerberater und Geschäftsführer der Innsbrucker Kanzlei Prof. Pircher & Partner Steuerberatungs GmbH.

D

er Gewinnfreibetrag ist eine Steuererleichterung für Unternehmer und betrifft natürliche Personen im Rahmen der betrieblichen Einkünfte. „Es handelt sich dabei um das Pendant zur begünstigten Besteuerung für Dienstnehmer beim 13. und 14. Monatsgehalt“, erklärt der Steuerberater Bernhard Messner. Man unterscheidet zwischen dem Grundfreibetrag und dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. 50

Gewinne bis zu 30.000 Euro Der Grundfreibetrag steht jedem Unternehmer zu, der einen Gewinn bis zu 30.000 Euro erwirtschaftet hat. Bis zu 13 Prozent der 30.000 Euro, sprich maximal 3.900 Euro, müssen nicht versteuert werden. „Jeder Unternehmer kann davon profitieren – unabhängig von getätigten Investitionen“, erklärt Messner. Auch ob der Gewinn per Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder doppelter Buchführung ermittelt wird, spielt dabei keine Rolle. Für den Grundfreibetrag sind in der Steuererklärung keine zusätzlichen Formulare notwendig – die Begünstigung muss aber in der dafür vorgesehenen Kennzahl geltend gemacht werden. Wichtig ist zu beachten, dass der Gewinnfreibetrag nur einmal zusteht – auch dann, wenn eine Person mehrere Unternehmen (Einzelunternehmen oder Anteile an Personengesellschaften) besitzt.

BEISPIEL : Im Geschäftsjahr 2017 macht ein Unternehmer einen Gewinn von 20.000 Euro. 13 Prozent davon, sprich 2.600 Euro, können aufgrund des Gewinnfreibetrags vom Gewinn abgezogen werden. Er muss noch einen Gewinn von 17.400 Euro versteuern.

Mehr als 30.000 Euro Gewinn Bei Gewinnen, die höher sind als 30.000 Euro, gibt es zusätzlich zum Grundfreibetrag einen investitionsbedingten Freibetrag. Dieser ist an Bedingungen geknüpft: Im abgelaufenen Geschäftsjahr mussten begünstigte Investitionen getätigt werden. Zu den begünstigten Wirtschaftsgütern beim investitionsbedingten Freibetrag zählen zum einen abnutzbare, körperliche Wirtschaftsgüter (zum Beispiel Möbel, Server, Maschinen usw.). Weitere Bedingungen sind: „Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer muss mindestens vier Jahre betragen. Außerdem muss das Wirtschaftsgut in einer inländischen Betriebsstätte verwendet werden“, erklärt Messner. Ausgenommen sind Investitionen in Pkws (hier gibt es noch Ausnahmen), Luftfahrzeuge, gebrauchte oder geringwertige Wirtschaftsgüter und wenn eine Forschungsprämie geltend gemacht wurde. Scheidet ein Wirtschaftsgut vor Ablauf der vier Jahre aus, muss grundsätzlich nachversteuert werden. Es besteht jedoch eine Ausnahme bei Ausscheiden durch höhere Gewalt. Beim investitionsbedingten Gewinnfreibetrag müssen die begünstigten Wirtschaftsgüter in der Steuererklärung und entsprechend im Anlageverzeichnis angeführt werden. Er ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung geltend zu machen. Der Gewinnfreibetrag ist gestaffelt: • für Gewinne bis zu 175.000 Euro: 13 Prozent • für die nächsten 175.000 Euro: 7 Prozent • für die nächsten 230.000 Euro: 4,5 Prozent


STEUER-SPEZIAL

Für Unternehmer mit hohem Gewinn: Für Gewinne über 580.000 Euro steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Der maximale Gewinnfreibetrag liegt nach dieser Staffelung bei 45.350 Euro. Änderungen bei Wertpapieren Des Weiteren gibt es auch für Wertpapiere einen Gewinnfreibetrag. Hier hat es mit 2017 Änderungen gegeben. „Im Zeitraum von 2014 bis 2016 waren bestimmte Wertpapiere ausgeschlossen. Mit 2017 wurden die Beschränkungen wieder aufgeweicht“, erklärt Messner. „Zum erweiterten Wertpapierkreis zählen seit 2017 neben Wohnbauanleihen auch wieder bestimmte Bank- und Unternehmensanleihen sowie Anteile an Investmentfonds und Immobilienfonds.“ Da die Möglichkeiten vielfältig sind und bestimmte Einschränkungen bestehen, sollten sich Unternehmer mit ihrem Bank- oder Steuerberater besprechen, empfiehlt Messner. Auch Wertpapiere müssen bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Betriebsvermögen nachversteuert werden. Um dies zu vermeiden, können im selben Jahr Ersatzbeschaff ungen durch abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter getätigt werden. Erfolgt bei einem Wertpapier eine vorzeitige Tilgung, so kann innerhalb von zwei Monaten ein Ersatzwertpapier angeschaff t werden. In Wertpapiere oder Wirtschaftsgüter investieren? Grundsätzlich rät Messner dazu, den Gewinn immer im Auge zu behalten bzw. frühzeitig zu prognostizieren, um gegebe-

Wenn man bei einem Grenzsteuersatz von 50 bzw. 55 Prozent liegt, wird die Investition in das Wirtschaftsgut durch die Steuerersparnis komplett amortisiert. Der Grund: „Der Kauf des Wirtschaftsguts vermindert im ersten Schritt den Gewinn, dadurch kann man Steuern sparen. Im zweiten Schritt wird über die Laufzeit das Wirtschaftsgut abgeschrieben. Insgesamt kommt man so zu einer Steuerersparnis in Höhe der gesamten Investition“, erklärt Messner. Wertpapiere unterliegen hingegen keiner Abschreibung. Hier profitiert man von einer allfälligen Rendite.

Hinweis:

Unternehmer, die ihren Gewinn pauschal ermitteln, können nur einen Grundfreibetrag geltend machen, erhalten aber keine steuerlichen Begünstigungen auf Investitionen. „Hier müsste man eine Vergleichsrechnung aufstellen, um zu klären, ob ein Verzicht auf die Pauschalierung für den Unternehmer interessant ist“, empfiehlt Bernhard Messner.

nenfalls rechtzeitig (vor Jahresende) sinnvolle Investitionen zu tätigen, sprich für das Unternehmen notwendige Anschaff ungen zu erledigen oder, falls keine Anschaff ungen anstehen, Wertpapiere zu kaufen, um so von der Steuererleichterung zu profitieren. Zeichnet sich ab, dass die Gewinne regelmäßig höher als 30.000 Euro sind und Investitionen möglich sind, so ist es grundsätzlich ratsam, zuerst in körperliche Wirtschaftsgüter zu investieren. Wenn kein Bedarf besteht, bleibt immer noch die Möglichkeit, Wertpapiere zu kaufen. „Wichtig ist beim

BEISPIEL : Investition in ein körperliches Wirtschaftsgut von 1.000 Euro (Nutzungsdauer vier Jahre) bei einem Grenzsteuersatz von 50 Prozent. Steuerersparnis durch investitionsbedingten Gewinnfreibetrag 500 Euro (= 1.000 Euro x 50 Prozent). Ab­ schreibung pro Jahr 250 Euro. Steu­ erersparnis durch Abschreibung von 125 Euro (= 250 Euro x 50 Prozent) pro Jahr. In Summe ergeben sich somit 1.000 Euro an Steuerersparnis (4 x 125 Euro aus Abschreibung + 500 Euro aus investitionsbedingtem Gewinnfreibetrag). Dies entspricht den Ausgaben für die anfangs getätigte Investition.

Kauf von Wertpapieren, eine ausreichende Vorlaufzeit einzuplanen. Denn um in den Genuss des investitionsbedingten Freibetrags zu kommen, müssen die Wertpapiere bis Jahresende auf dem Depot liegen“, rät Messner.

TIPP!

Frühzeitig einen Investitionsplan erstellen, um sinnvoll zu investieren und von der Steuererleichterung zu profitieren.

ENTDECKEN SIE UNSERE NEUBAUPROJEKTE IN TIROL

HES STADTNA N WOHNE

Dorfstelle, Aldrans » 3- und 4-Zimmer Wohnungen ab 65 m2 » Herrlicher Blick auf die umliegende Bergwelt

CH JETZT NO EN! K VORMER

T IM BAUSTAR 2018 R FRÜHJAH

Minkuswiese, Schwaz » 3- und 4-Zimmer Wohnungen » Mitgestaltung bei Grundrissen & Ausstattung

Achenfeldweg, Kundl » 2- und 4-Zimmer Wohnungen » Verkaufsstart Ende 2017

ZIMA Wohn- und Projektmanagement GmbH | 0512 348178 | innsbruck@zima.at | zima.at

51


STEUER-SPEZIAL

KMU-INVESTITIONSZUWACHSPRÄMIE:

AUF EIS GELEGT

2017 wurde eine Prämie für Investitionen von Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben (KMUs) eingeführt: die KMU-Investitionszuwachsprämie. Was hinter der Förderung steckt, warum aktuell keine neuen Anträge möglich sind und weshalb Investitionen nicht an Förderungen geknüpft werden sollen, erklärt Unternehmensberater Andreas Loidl.

© FRANZ OSS

T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R

B

ei der KMU-Investitionszuwachs­ prämie handelte es sich um eine Prämie für Investitionszuwächse. Sie wurde als Einmalzuschuss von der letzten Bundesregierung mit dem Ziel eingeführt, die verhaltenen Investitionen anzukurbeln, erklärt Andreas Loidl von der augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH in Innsbruck. „Mit der Prämie wollte man einen Anreiz schaffen, dass KMUs überdurchschnittlich hohe Investitionen tätigen, und damit die Wirtschaft ankurbeln.“ Unter Investitionszuwächse verstand man Neuinvestitionen, die höher waren als die im Durchschnitt getätigten Investitionen in den letzten drei Jahren – bei Kleinst- und Kleinunternehmen um mindestens 50.000 Euro, bei mittleren Unternehmen um mindestens 100.000 Euro.

Mag. Andreas Loidl ist Unternehmensberater in der Steuerberatungs­kanzlei augustin+ nöbauer+partner Steuerberatung GmbH

Gefördert wurden materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen. „Darunter versteht man größere materielle Investitionen, die über einen gewissen Zeitraum abgeschrieben werden, zum Beispiel die Anschaffung einer neuen Produktionslinie, die Erweiterung der Produktionsstätte usw. Es darf kein immaterielles Gut sein, wie eine Software,

Die Förderung richtete sich an KMUs. Welche Betriebe darunterfielen, wurde genau definiert: Als Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe galten kurz zusammengefasst Unternehmen mit a) jeweils weniger als zehn, 50 bzw. 250 Beschäftigten und b) einem Jahresumsatz von maximal zwei, zehn bzw. 50 Millionen Euro. Im Moment können keine neuen Anträge für die KMU-Investitionszuwachsprämie gestellt werden, da es noch offen ist, ob die neue Bundesregierung die Förderung wieder einführt. Daher sollte man als Unternehmer im Moment auch nicht mit diesem Zuschuss rechnen, rät Loidl: „Ich kann mir vorstellen, dass die Prämie aufgrund des großen Erfolges wieder eingeführt wird. Doch man sollte prinzipiell keine Investition aufgrund einer Förderung tätigen. Eine Förderung kann ein Anreiz sein, eine notwendige Investition vorzuziehen, aber sie sollte nicht der Anlass für die Investition sein.“ Bei größeren Investitionen sei eine detaillierte Planung unverzichtbar. „Für einen Kleinstunternehmer mit einem Umsatz von 100.000 Euro ist selbst die Anschaffung eines Firmenwagens eine beträchtliche Investition“, weiß Loidl.

„Eine Förderung sollte nicht der Anlass für die Investition sein.“

Die Höhe der Prämie variierte nach Betriebsgröße: Für Betriebe mit weniger als 49 Mitarbeitern war eine Prämie in Höhe von 15 Prozent auf Investitionen von mindestens 50.000 bis maximal 450.000 Euro, also maximal 67.500 Euro vorgesehen. Für Unternehmen mit einer Beschäftigtenanzahl zwischen 50 und 249 Mitarbeitern sank die Prämie auf zehn Prozent für Investitionen, die den Durchschnitt der letzten drei Jahre um mindestens 100.000 und höchstens 750.000 Euro überschritten, maximal bekamen sie also 75.000 Euro. 52

ANDREAS LOIDL

ein Patent oder eine Lizenz“, erklärt Loidl. Es wurden nicht alle Kosten und auch nicht alle Unternehmen jeder Branche gefördert. Von der Förderung ausgeschlossen waren zum Beispiel leasingfinanzierte und gebrauchte Wirtschaftsgüter oder Investitionen, die vor der Antragstellung getätigt wurden.

Bereits genehmigte Anträge werden noch ausbezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass das geförderte Projekt innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen und bezahlt wird und dass man die angefallenen Kosten nachweisen kann.


STEUER-SPEZIAL

Bildungsangebote der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Tirol

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Lohnverrechnungscamp Das Lohnverrechnungscamp richtet sich in erster Linie an Studierende der Rechtswissenschaften und der Betriebswirtschaft. Diese erfahren im zweiwöchigen Basiscamp eine detaillierte, EDV-unterstützte Grundausbildung in der Lohnverrechnung und Einblicke in die Bereiche Arbeitsrecht, Kollektivverträge und GPLA-Prüfungen. Ab August starten die TeilnehmerInnen dann in das Praxiscamp, bei welchem in 80 Arbeitsstunden in

beograd bratislava budapest linz ljubljana praha

einer Kanzlei das theoretische Wissen direkt in die Praxis umgesetzt werden darf.

© SHUTTERSTOCK.COM

Die Tiroler Steuerberater­kammer hat auch im heurigen Jahr verschiedenste Formate der fach­ lichen Aus- und Weiterbildung in Kooperation mit der Universität Innsbruck initiiert.

Universitätslehrgang Steuerrecht Der viersemestrige, berufsbegleitende Lehrgang Steuerrecht, Rechnungslegung und Rechnungswesen bietet AkademikerInnen eine praxisorientierte Zusatzausbildung und bildet die Basis für all jene, die eine Karriere in der Steuerberatung, Wirtschaftsberatung und Wirtschaftsprüfung anstreben. Die viersemestrige Ausbildung startet erneut Ende Septemer und schließt mit einem Master of Laws (Tax and Accounting Law LL.M.) ab. Neu: Universitätskurs Rechnungswesen Erstmalig beginnt im September der Univer­ sitätskurs Rechnungswesen und Umsatzsteuerrecht. Nachdem das Rechnungswesen eines der zukunftsträchtigsten Berufsfelder darstellt,

kann den Studenten durch diesen innovativen Lehrgang ein solides, fachliches Fundament für ihre berufliche Karriere im Bereich des Rechnungs­wesens angeboten werden.

salzburg sarajevo wien zagreb zürich sofia

karrierestart berufseinsteiger/in? dann sind sie bei uns richtig! Wir suchen laufend engagierte Talente für die Bereiche Steuerberatung, Buchhaltung, Bilanzierung und Personalverrechnung, die mit unserem Unternehmen wachsen und sich weiterentwickeln möchten. Durch ihre Mitarbeit an herausfordernden Projekten und spannenden Aufgaben tragen Sie maßgebend zu unserem Erfolg bei.

Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

www.leitnerleitner.com

2018 01 30 top.tirol_B190xH125mm_3.indd 1

Maria Schlagnitweit Christoph Kneidinger

LeitnerLeitner Wirtschaftsprüfer Steuerberater 5020 Salzburg, Hellbrunner Straße 7 A karriere.salzburg@leitnerleitner.com E 4040 Linz, Ottensheimer Straße 32 karriere.linz@leitnerleitner.com

A E

1030 Wien, Am Heumarkt 7 karriere.wien@leitnerleitner.com

A E

07.02.2018 07:35:55

53


STEUER-SPEZIAL

ALLES REGISTRIERT?

Bereits seit 2016 gilt in Österreich die Registrierkassenpflicht, trotzdem wirft sie immer wieder Fragen auf. Was sich seit Beschluss getan hat und was Unternehmer beachten müssen, weiß Steuerberater Michael Reimair.

©BLICKFANG PHOTOGRAPHIE/JULIA TÜRTSCHER

T E X T: K A T H R I N F E N K I W

Mag. Michael Reimair ist Steuerberater, Gerichtssachverständiger und Inhaber der Innsbrucker Steuerberatungskanzlei Reimair und Partner. Die Kanzlei mit rund 17 Mitarbeitern ist auf die Beratung von Klein- und Mittelbetrieben spezialisiert.

54

D

ie Einführung der Registrierkassenpflicht verursachte in vielen Branchen Beunruhigung. Allerdings wirkte sie auf die meisten Unternehmer anfangs dramatischer, als sie letztendlich war: „Viele dachten, sie müssten sich eine unhandliche, teure Registrierkasse anschaffen. Es muss aber nur eine entsprechende Software vorhanden sein, die auf jedem PC verwendet werden kann“, so Reimair. Ein Thema – viele Fragen Die Vorgaben der Registrierkassenpflicht sind genau definiert: Alle Unternehmen, deren Jahresumsätze 15.000 Euro – davon 7.500 Euro Barumsätze – überschreiten, sind betroffen. Trotzdem gab es Unsicherheiten. „Einige Unternehmen waren der Meinung, sie bräuchten keine Registrierkasse, da sie kein räumliches Geschäft betreiben. Betroffen sind jedoch alle, die Geld bar oder per Bankomat- oder Kreditkarte kassieren“, warnt Reimair. Auch die Belegerteilungspflicht war anfangs unklar, denn sie trat gleichzeitig mit der Registrierkassenpflicht in Kraft, gilt aber unabhängig von ihr. Alle Unternehmen – egal ob mit oder ohne Registrierkasse – müs-

„Die Registrierkasse zeichnet genau auf, zu welchen Uhrzei­ ten Umsätze gemacht werden. Deshalb wird sie auch bei Lohnprü­ fungen inspiziert.“ MICHAEL REIMAIR

sen ab dem ersten Euro für jede Bareinnahme einen nummerierten Beleg ausstellen. In der Praxis treten außerdem immer wieder spezifische Fragen für einzelne Geschäftsfälle auf, die schnellstmöglich durch den zuständigen Steuerberater beantwortet werden sollten. Ansonsten können bei Prüfungen des Finanzamts hohe Geldstrafen drohen. Was laut Reimair ebenfalls nach wie vor in vielen Betrieben für Verunsicherung sorgt, ist der Manipulationsschutz, der seit April 2017 vorgeschrieben ist: „Einige Registrierkassen verfügen immer noch nicht über einen Sicherheitschip. Das liegt in den meisten Fällen allerdings daran, dass die Kassenlieferanten in Verzug sind.“


STEUER-SPEZIAL

Optimierte Betriebs­ übergabe im Tourismus – ein Erfahrungsbericht

Checkliste

✔ TAGESABSCHLUSS Bevor neue Umsätze gebucht werden, ist immer ein Kassenabschluss des Vortages zu machen. ✔ DATENSICHERUNG Das Datenerfassungsprotokoll muss alle drei Monate auf einen externen Datenträger überspielt werden. ✔ DATENEXPORT Bei einer Finanzamt-Prüfung wollen die Zustän­digen in der Regel die Daten der letzten Monate behalten. Deshalb sind Unternehmer dazu verpflichtet, das Protokoll exportieren zu können. ✔ BELEGE Bei jeder Transaktion muss ein entsprechender Beleg ausgehändigt werden – unabhängig davon, ob der Kunde danach fragt oder nicht. ✔ AUFBEWAHRUNG Die Aufbewahrungspflicht für Start- und Jahresbelege sowie für die Datensicherung der Registrierkasse beträgt sieben Jahre. ✔ QR CODE Jede Registrierkasse braucht einen Sicherheitschip und den dazugehörigen QR Code. Der Code wird per App gescannt und zeigt, ob die gespeicherte Umsatzsumme mit der Buchhaltung übereinstimmt.

Nicht vergessen!

Beim Finanzamt kann eine Prämie von 200 Euro pro Registrierkasse beantragt werden. Im ersten Jahr ist die Registrierkasse außerdem zur Gänze abschreibungsfähig.

MMag. Dr. Philipp Hagele, Wirtschaftstreuhänder & Steuerberater

Ausgangsbasis Ein bisher als Einzelunternehmen geführtes Hotel stand vor der Betriebsübergabe an beide Kinder. Beim Hotel lag ein Investitionsrückstau vor: Sanierungen bezüglich Heizung, Dach, Zimmer sowie Aufenthaltsräume waren dringend notwendig. Die bisherige Auslastung war zufriedenstellend, aber verbesserungswürdig. Bestehende Altschulden lagen noch im Ausmaß von einem Drittel des Liegenschaftswertes bzw. im Schulden-Umsatz-Verhältnis von eins zu zwei vor. Ziel Die Übergeberin wollte sich operativ aus dem Betrieb zurückziehen, zur finanziellen Absicherung aber noch gering beteiligt bleiben. Durch die angestrebten Sanierungsmaßnahmen sollten der Preis und auch gleichzeitig die Bettenauslastung erhöht werden. Zwei Phasen Auf unser Anraten hin wurde das Unternehmen unter Ausnutzung der steuerlichen Begünstigungen nahezu grunderwerbssteuerneutral an die Nachfolger übergeben. Die bestehenden Restkredite wurden übernommen. Die Übernehmer arbeiteten mit vollem Elan an und für das neue Unternehmen, die Übergeberin blieb als Kommanditistin am Unternehmen geringfügig noch beteiligt.

Nach eineinhalb Jahren begann man mit der Planung der Sanierungen. Zu diesem Zeitpunkt konnten der Bank bereits höhere Gewinne und Auslastungsgrade mit dem bestehenden Haus nachweislich vorgezeigt werden. Zusammen mit der Hausbank wurde in der Folge ein Maximalbudget abgesteckt und dann gemeinsam mit dem Baumanagement finanziell mögliche und wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsmaßnahmen identifiziert. Finanzierung und Förderungen Mit den durch uns mit den Unternehmern ausgearbeiteten Planungsrechnungen konnten unter Ausnutzung der ÜbernehmerInitiative der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank eine Zinsersparnis von rund 200.000 Euro auf zehn Jahre, im Jahr 2017 eine Investitionszuwachsprämie von 65.000 Euro sowie thermische Sanierungsförderungen für die Übernehmer erreicht werden. Zudem konnten auch die Altschulden auf eine längere Laufzeit ausfinanziert werden. Durch die gesetzten Sanierungsmaßnahmen konnten Umsatz, Gewinn und Auslastung entscheidend verbessert werden. Rückwirkend kann davon gesprochen werden, dass die Übergabe für alle Beteiligten „mehr als optimal“ verlaufen ist.

Bangratz & Hagele, Wirtschafts­ treuhänder – Steuerberater Lieberstraße 3/3. Stock 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59 55 50 E-Mail: kanzlei@bangratz-hagele.at www.bangratz-hagele.at

55

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

✔ AUSSER-HAUS-UMSÄTZE Werden Geschäfte außerhalb der Betriebsstätte getätigt, müssen diese unbedingt in der Registrierkasse nachgetragen werden. Das betrifft zum Beispiel Tierärzte oder Masseure bei Hausbesuchen.

© BANGRATZ & HAGELE

Die wichtigsten Punkte, die bei einer Betriebsprüfung kontrolliert werden:

Unlängst durfte unsere Kanzlei die Betriebs­ übergabe eines Hotelbetriebes begleiten.


STEUER-SPEZIAL

AUS FÜR AKTION

20.000 Was das Aus der Aktion 20.000 und des Beschäftigungsbonus für Arbeitgeber bedeutet. Und was sich Unternehmer von den Steuerplänen der neuen Regierung erwarten können. T E X T: R E B E C C A M Ü L L E R

D

ie Aussetzung der Aktion 20.000 mit 31. Dezember 2017 war eine der ersten Amtshandlungen der schwarz-blauen Bundesregierung, eigentlich hätte sie bis 30. Juni 2019 laufen sollen. Erst Anfang 2017 von der alten, damals rot-schwarzen Regierung eingeführt, hatte die Maßnahme für Langzeitarbeitslose über 50 Jahre zwei Aspekte. Job für Langzeitarbeitslose Einmal wollte man diese Menschen über Anreize für Arbeitgeber wieder in Beschäftigung bringen. Die Arbeitslosen mussten dafür mindestens ein Jahr beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet sein. Welche Voraussetzungen seitens der Arbeitgeber nötig waren, erklärt Steuerberaterin Marion Schneider: „Der Dienstgeber musste einen neuen Arbeitsplatz im Ausmaß von mindestens 30 Wochenstunden schaffen.“ Die Dienstgeber waren in diesem Fall Gemeinden, gemeindenahe Betriebe und gemeinnützige Organisationen. Erfüllte ein Arbeitgeber diese Voraussetzungen, erhielt er eine sogenannte Eingliederungshilfe des AMS in Form des Lohns für den Mitarbeiter und einer Pauschale von 50 Prozent für die Lohnnebenkosten. Mit den Anträgen, die noch bis 31. Dezember 2017 eingebracht wur-

56

AUCH FÜR DIE ZULETZT EINGEBRACHTEN ANTRÄGE SOLLTEN DIE ARBEITGEBER DIE FÖRDERUNG AUF DREI JAHRE ERHALTEN.

den und die derzeit noch in Bearbeitung sind, wird man auf ca. 5.000 kommen. Rund 5.000 Langzeitarbeitslosen über 50 konnte also ein Job vermittelt werden bzw. wurden für sie neue Arbeitsplätze geschaffen. Beschäftigungsbonus Der zweite Teil der Aktion 20.000 war der sogenannte Beschäftigungsbonus. Hier konnte sich der Arbeitgeber auf drei Jahre 50 Prozent auf alle Lohnnebenkosten vom Staat zurückholen. Der Zuschuss wurde einmal jährlich im Nachhinein ausbezahlt. Die angesetzten Bruttogehälter sollten zudem alle zwei Jahre um zwei Prozent valorisiert werden. Für den Beschäftigungsbonus konnten noch bis 31. Jänner 2018 Anträge eingebracht werden. „Auch hier werden die letzten Anträge noch bearbeitet. Österreichweit wurden 13.000 Ansuchen für 64.000 Beschäftigte eingebracht“, erzählt Marion Schneider. Auch für die zuletzt eingebrachten sollten die Arbeitgeber die Förderung auf drei Jahre erhalten. „Zumindest ist das der aktuelle Stand“, betont Schneider. Vereinfachung des Systems Die Argumente für die Aussetzung der Aktion 20.000 seitens der Regierung sind unter anderem: Die Konjunkturdaten seien derzeit so gut, dass es den Bonus nicht brauche, und außerdem würden mit der Aktion 20.000 auch keine nachhaltigen Arbeitsplätze für ältere Langzeitarbeitslose geschaffen. Vielmehr strebt die neue Regierung eine „generelle Reduzierung der Steuer- und Abgabenquote an“, wie Schneider erklärt: „Die Lohnnebenkosten sollen gesenkt, und auch die Lohnverrechnung soll vereinfacht werden.“ Zum Beispiel soll der Dienstgeberbeitrag weiter reduziert werden und er wurde auch schon gesenkt. 2016 waren es: 4,5, 2017: 4,1, heuer sind es: 3,9 Prozent.


STEUER-SPEZIAL

Mag. (FH) Marion Schneider ist Steuerberaterin und Wirtschaftstreuhänderin sowie Vortragende an der Akademie der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer der Uni Innsbruck und am Wifi.

Überhaupt hat Österreich eine hohe Abgabenquote, die aktuell bei 42 Prozent für Arbeitgeber liegt. Im Regierungsprogramm ist das Ziel ausgegeben, sie auf 40 Prozent zu senken. Gelingen soll das auch über eine weitere Senkung der Arbeitslosenversicherung für niedrige Einkommen sowie des Dienstgeberbeitrags und der Unfallversicherung. Versprechungen Dass Vereinfachung der Lohnverrechnung durchaus erstrebenswert wäre, findet auch Marion Schneider, die sich laufend mit Aspekten des österreichischen Steuersystems auseinandersetzt: „Derzeit gehen die Abgaben an Gebietskrankenkassa, Finanzamt und Gemeinden, und diese drei Behörden können auch alle separat prüfen.“ Hier soll es eine Finanzverwaltung neu geben, also eine Behörde, die alle Abgaben einhebt, die Beiträge anschließend entsprechend weiterleitet und auch Steuerprüfungen durchführen soll. Insgesamt stellt sie fest: „Das System ist tatsächlich hochkomplex, zudem ändert sich die Rechtslage häufig. Eine Vereinfachung wird schon lange versprochen und nun hoffentlich umgesetzt.“

Was kommen könnte:

✔ Abgabenquote soll von 42 auf 40 Prozent sinken ✔ Senkung der Lohnnebenkosten durch z. B. Reduzierung des Dienstgeberbeitrags und der Unfallversicherung ✔ Senkung der Arbeitslosenversicherung für niedrige Einkommen in Form eines großzügigeren Stufensystems ✔ Vereinfachung des Lohnverrechnungssystems

B

angratz & Hagele versteht sich seit mehr als 50 Jahren als modernes, beratungsorientiertes Dienstleistungsunternehmen. Wir sind Anlaufstelle in allen betriebswirtschaftlichen, wirtschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Fragen. Tätigkeitsfelder Neben den traditionellen Leistungen einer Steuerberatungskanzlei wie Lohnverrechnung, Buchhaltung oder Bilanzierung ist unsere Kanzlei aufgrund jahrelanger und generationenübergreifender Erfahrung auch bei Sonderberatungen wie Betriebsgründungen, -übergaben, -aufgaben, -veräußerungen oder Umgründungen tätig. Persönliche Betreuung und Beratung stehen hierbei stets im Vordergrund, unser Ziel ist die optimierte Planung Ihrer steuerlichen Belastungen.

renommierten mittelständischen Unternehmen ebenso kleine Unternehmen insbesondere aus den Bereichen Handel, Hotellerie und Gastronomie, Handwerk und Dienstleister, Freiberufler (Ärzte, Gesundheitsberufe, Notare, Rechtsanwälte), Land- und Forstwirte, Vermietungen und Hausbesitzgemeinschaften, aber auch Gemeinden, Vereine oder Privatstiftungen. Neue Kunden kommen sehr oft über Empfehlung von bereits bestehenden Kunden zu uns – dies stellt für uns die höchste Auszeichnung dar!

Bangratz & Hagele, Wirtschafts­ treuhänder – Steuerberater Lieberstraße 3/3. Stock 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59 55 50 E-Mail: kanzlei@bangratz-hagele.at www.bangratz-hagele.at

Kunden Zu unseren Kunden zählen neben

UNSERE OFFENEN TOP-STELLEN:

•S teuerberater oder Berufs­anwärter im Prüfungsstadium sowie • Buchhalter/in

Wir bieten: • Spaß an der Arbeit in einem fachlich sehr kompetenten und familiären Team • hervorragendes Betriebsklima • EDV am aktuellen Stand der Technik (Vollelektronischer Akt, Bankdaten- und Belegimport) • berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten • flexible Arbeitszeiten (auch Teilzeit möglich) sowie leistungsgerechte Entlohnung

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

© FRANZ OSS

© BANGRATZ & HAGELE

Steuerberater als Steueroptimierer

57


© DELOITTE (2)

STEUER-SPEZIAL

Im Team gemeinsam mehr erreichen

Einblicke in den Arbeitsalltag bei einem internationalen Beratungsunternehmen

C

hristine Huber ist als Director bei Deloitte am Standort Tirol in leitender Funktion für Personal, Controlling und IT verantwortlich. Im Interview erzählt sie, worauf es bei der Arbeit für ein globales Beraternetzwerk ankommt.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Wie kann man sich den Einstieg beim Beratungsunternehmen Deloitte vorstellen? CHRISTINE HUBER: Bei Deloitte Tirol wird man Teil eines motivierten Teams. Teamwork hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir erarbeiten am Standort Tirol sowohl für regionale KMUs als auch für internationale Unternehmen kluge Lösungen – sei es für steuerliche oder andere betriebswirtschaftliche Aufgaben. Die besten Ergebnisse kommen immer dann zustande, wenn wir zusammenarbeiten. Was macht die Arbeit bei Deloitte aus? Jedes neue Teammitglied bringt sich mit seinem Wissen, aber vor allem mit persönlichem Engagement ein. Der Erfahrungsaustausch untereinander macht die Arbeit spannend. Expertinnen und Experten unterschiedlicher Bereiche treffen sich bei Deloitte auf Augenhöhe. Offene Diskussionen und ehrliches Feedback werden geschätzt. Wie ist es, in einem großen internationalen Netzwerk tätig zu sein? Es scheint paradox, denn gerade in einer großen Beratungskanzlei könnte man vermuten, dass die oder der 58

„Teamwork hat bei uns einen hohen Stellenwert – sowohl am Standort Tirol als auch im internatio­ nalen Netzwerk.“ CHRISTINE HUBER, DIREC TOR BEI DELOIT TE TIROL

Einzelne in der großen Belegschaft keinen Unterschied macht. Die Realität beweist das Gegenteil. Die persönliche Beratung vor Ort ist der Schlüssel zum Erfolg. So halten die Beziehungen vieler Unternehmen zu ihren Beraterinnen und Beratern Jahrzehnte und gehen von einer Generation zur nächsten über. Vertrauen erwirbt man sich langfristig und Handschlagqualität zählt. Durch das internationale Netzwerk haben wir außerdem Zugang zu umfassendem Know-how und können uns weltweit austauschen. Brauchen neue Deloitte-Mitarbeiter bereits viel praktische Erfahrung? Wir stoßen in

Bewerbungsgesprächen immer wieder auf Verwunderung: Nehmen Sie wirklich gerne Berufseinsteiger? Unsere klare Antwort: Ja. Die Erfahrung zeigt, dass junge Menschen gerne und schnell Neues lernen. Mit einem guten Patensystem und passenden Einstiegsschulungen gelingt der Berufsstart gleich viel leichter. Gelernt wird zum einen bei internen Trainingsprogrammen, zum anderen unterstützen wir die Fachausbildung bei anerkannten Instituten. Worauf legen Sie als Arbeitgeber besonderen Wert? Wir erwarten uns eine hohe Lernbereitschaft und vollen Einsatz. Das fördern wir mit zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten und Leistungspaketen. Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen können sich in der Deloitte University fortbilden und sich so zu umfassenden Beraterinnen und Beratern entwickeln. Daneben bieten wir ein hohes Maß an Flexibilität: Gleitzeit, Homeoffice und digitalisierte Arbeitsschritte sind bei Deloitte selbstverständlich.

Deloitte Tirol Wirtschaftsprüfungs GmbH Wilhelm-Greil-Straße 15 6020 Innsbruck Tel.: 0512/582 555 E-Mail: tirol@deloitte.at www.deloitte.at/tirol www.deloitte.at/karriere


T O P.T I R O L

Immobilien sind Vertrauenssache Nicht oft werden in einem Leben solche Summen bewegt, wie beim Erwerb oder Verkauf von Immobilien. Wer dabei nicht auf professionelle Beratung zurückgreift, geht ein hohes Risiko ein.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

© DIE FOTOGRAFEN/CHARLY LAIR

W

ir stehen unseren Kunden als wichtiger Vertrauter zur Seite, wenn sie ihre wohl größte fi nanzielle und emotionale Entscheidung treffen. Grundlage dieser Vertrauensbasis ist ein Maximum an Seriosität und Fachkompetenz“, erklärt Ingmar Schwabl, Geschäftsführer von s REAL Tirol. Derzeit erzielen Immobilien Bestpreise am Markt. Für viele ein idealer Zeitpunkt, um über einen Verkauf nachzudenken. „Auf sich alleine gestellt, können Privateigentümer mit dem Verkauf der Immobilie schnell überfordert werden“, warnt Schwabl. Denn es sind vielfältige steuerliche, rechtliche und bautechnische Facetten zu berücksichtigen. „Wer von Beginn an einen Experten mit der professionellen Vermittlung beauftragt, kann nicht nur rechtliche und finanzielle Risiken vermeiden, sondern spart sich viel Zeit

Ingmar Schwabl, Geschäftsführer von s REAL Tirol

und Nerven. Wir begleiten unsere Kunden vom Erstgespräch bis hin zum Kaufvertrag und bieten Sicherheit während der gesamten Abwicklung. Zudem bieten wir unseren Kunden ein effektives Vermarktungspaket an“, so Schwabl.

s REAL ist Österreichs größter Wohnimmobilienmakler und konnte in Tirol im vergangenen Jahr die Marktposition weiter ausbauen. Mit insgesamt 350 vermittelten Immobilien und einem Verkaufsvolumen in Höhe von ca. 68 Mio. Euro blickt Geschäftsführer Ingmar Schwabl auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Dementsprechend fällt auch sein Ausblick auf 2018 sehr optimistisch aus.

Der Immobiliendienstleister der Erste Bank, Sparkassen und s Bausparkasse. Tel.: 05 0100-26350 E-Mail: info.tirol@sreal.at www.sreal.at

FRAU. BUSINESS. TIROL. Das neue Magazin der TIROLERIN erscheint am 16. März.

Agenda

/tirolerinagenda /tirolerin_agenda

59



AUTO F R Ü H L I N G 20 18

P R O J E K T:

© AXEL SPRINGER (2)

Das Magazin für die mobile Wirtschaft

VIENNA AUTO SHOW 2018 Messestar: der neue BMW i8 Roadster

Erdgas-Kfz: Mythen und Fakten

Im Interview: Andrew Shepherd, Leiter der Abteilung CNG-Produkte Seat

DIE SPANNENDSTEN NEUHEITEN DES JAHRES

Im Test

Neue Modelle von BMW, Hyundai, Kia und Škoda


Der neue T-Roc. Jetzt Probe fahren.

Verbrauch: 4,9 – 5,4 l/100 km. CO2-Emission: 116 – 135 g/km. Symbolfoto. Stand 01/2018.

6020 Innsbruck

Haller Straße 165 6020 Innsbruck Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at Haller Straße 165 Tel. +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at Unbenannt-42 1

6020 Innsbruck

MitterwegInnsbruck 26 6020 Telefon +43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at Mitterweg 26 Tel. +43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at

Unbenannt-55 1

05.01.17 13:44

6300 Wörgl

Innsbrucker Straße 59 6300 Wörgl Telefon +43 5332 74100 www.porschewoergl.at Innsbrucker Straße 59 Tel. +43 5332 74100 www.porschewoergl.at Unbenannt-52 05.01.17 1 14:24

6330 Kufstein

Rosenheimerstraße 11 6330 Kufstein Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at Rosenheimerstraße 11 Tel. +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at Unbenannt-51 05.01.17 1 14:21

6380 St. Johann in Tirol

Birkenstraße 6380 St.18Johann in Tirol Telefon +43 5352 64838 www.porschestjohann.at Birkenstraße 18 Tel. +43 5352 64838 www.porschestjohann.at Unbenannt-5405.01.17 1 14:26

05.01.17 14:26


km Mit 123 g/ n km CO2 Emissio / g 3 2 1 it M ion IO CO2 Emiss Mit 4MOT N Allradantrie O I Lehrlinge für T O M 4 Mit ieb Allradantr

Trendline 4MOTION, 150 PS TDI P R O J E K T: A U T O

INHALT

spannende Lehr­ berufe JETZT FÜR UNTE BEI PORS gesucht!

© PORSCHE

© REED EXHIBITIONS/ANDREAS KOLARIK, AXEL SPRINGER (2)

64

FINA B

Die Porsche Inter Auto Betriebe – zwei Mal in Innsbruck, Wörgl, Kufstein und St. Johann – bieten hervorragende Ausbildungsplätze.

1) Preis inkl. NoVA, MwSt u. in neuen Passat Variant Trendline bzw. solange der Vorrat reicht JETZT FÜR UNTERNEHMER lich beiBANK Finanzierung eines Ne BEI PORSCHE FINANZIERUNG JETZT FÜR UNTERNEHMER tigBEREITS bis 30.06.2017 (Kaufvertra AB

€ 31. €Kraftstoffverbrauch: 31.330,–4 € 31.330,– M € 31.330,–

BEI PORSCHE BANK 1) FINANZIERUNG JETZT FÜR UNTERNEHMER BEREITS AB BEI PORSCHE BANK it den Top-Fahrzeugen arbeiter/innen 1) finden nach abFINANZIERUNG JETZT FÜR UNTERNEHMER von VW, Audi, Seat und geschlossener Lehre im Konzern BEREITS AB BEI PORSCHE BANK 1) Preis inkl. 1) NoVA, u. inkl. €Vielzahl 4.990,– Sonderbonus u. € 1.000,– Porsche Bank Bo Škoda macht eine Leh-MwSteine an Berufsund FINANZIERUNG Passat Variant Trendline 4MOTION mit 150 PS TDI Motor. Gültig bei Kauf (Datu re nicht nur Spaß, neuen sondern bieKarriere­möglichkeiten. bzw. solange der Vorrat reicht. Bonus ist inkl. NoVA u. MwSt u. wird v. Listenpreis abg BEREITS AB tet NoVA, jungen auch eine u. 1) Preis inkl. MwStMenschen u. inkl. € 4.990,– Sonderbonus € 1.000,– Porsche Bonus. €Bank. 4.990,– Sonderbonus36 beiMon Ka lich bei Finanzierung eines Neuwagen überBank die Porsche Mindestlaufzeit neuen Passat Variant Trendline 4MOTION 150 PS TDI Motor. Gültig bei Kauf (Datum Kaufvertrag u. Zulassung) bis 29. tig bis mit 30.06.2017 (Kaufvertrags-/Antragsdatum). Ausgen. Sonderkalk. für Flottenkun langfristige, gesicherte Perspekbzw. solange der Vorrat reicht. Bonus ist inkl. NoVA u. MwSt u. wird v. Listenpreis abgezogen. € 1.000,– Porsche Bank Bo Kraftstoffverbrauch: 4,7 l/100 km. CO -Emission: 123 g/km. tive für die Zukunft. 1) Preis inkl. NoVA, MwSt u. inkl. € lich 4.990,– Sonderbonus u. berufliche € 1.000,– Porsche Bonus. Bank. € 4.990,– Sonderbonus Kauf2Mindest-Nettokredit eines bei Finanzierung eines Neuwagen überBank die Porsche Mindestlaufzeit 36bei Mon., 50 % v. Kauf neuen Passat Variant Trendline 4MOTION mit 150 PS TDI Motor. Gültig bei Kauf (Datum Kaufvertrag u. Zulassung) bis 29.12.2017 Im Porsche Inter Auto tig bis 30.06.2017 (Kaufvertrags-/Antragsdatum). Ausgen. Sonderkalk. für Flottenkunden u. Behörden. Stand 05/2017. S bzw. solange der Vorrat reicht. Bonus ist inkl. NoVA u. MwSt u. wird v. Listenpreis abgezogen. € 1.000,– Porsche Bank Bonus erhältKonzern wird durch eigene Kraftstoffverbrauch: 4,7 l/100 km. CO -Emission: 123 50 g/km. 6020 Inn 2Mindest-Nettokredit 1) Preis inkl. NoVA, MwSt u. inkl. € 4.990,– Sonderbonus eines u. € 1.000,– Porsche Bonus. €Bank. 4.990,– Sonderbonus bei Kauf eines 6020 Innsbruck lich bei Finanzierung Neuwagen überBank die Porsche Mindestlaufzeit 36 Mon., % v. Kaufpreis. Gül6020 I 6020 Innsbruck Haller Straße 165 Symbolfoto. Mitterwe neuen Passat Variant Trendline 4MOTION mit 150 PS TDI Motor. Gültig bei Kauf (Datum Kaufvertrag u. Zulassung) bis 29.12.2017 Lehrwerkstätten nicht nur sehr u. Behörden. tig bis 30.06.2017 (Kaufvertrags-/Antragsdatum). Ausgen. Sonderkalk. für Flottenkunden Stand 05/2017. Telefon +43 512 2423-0 Telefon + bzw. solange der Vorrat reicht. Bonus ist inkl. NoVA u. MwSt u. wird v. Listenpreis abgezogen. € 1.000,– Porsche Bank Bonus erhältMitterw Haller Straße 165 viel Wert auf die fachliche AusKraftstoffverbrauch: 4,7 l/100 km. CO -Emission: 123 g/km. www.po lich bei Finanzierung eines Neuwagen über die Porsche Bank. Mindestlaufzeit 36 Mon.,2Mindest-Nettokredit 50 % v. Kaufpreis. Gül-www.vowainnsbruck.at 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6300 Wörgl bildung u.gelegt, auch Telefon Telefon +43 512 2423-0 tig bis 30.06.2017 (Kaufvertrags-/Antragsdatum). Ausgen. Sonderkalk. für Flottenkunden Behörden. sondern Stand Mitterweg 26 Haller05/2017. Straße 165 Symbolfoto. Innsbrucker Straße 59 Telefon +43 512 22755 Telefon +43 512 2423-0 Telefon +43 5332 74100 auf die Persönlichkeitsbildung. www.p www.vowainnsbruck.at Kraftstoffverbrauch: 4,7 l/100 km. CO2-Emission: 123 g/km. www.porscheinnsbruck.at www.vowainnsbruck.at www.porschewoergl.at 64 AUTO-NEUHEITEN 2018 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6300 Wörgl 6330 Kufstein Mit einer Vielzahl an Seminaren Die Highlights der Vienna Autoshow Mitterweg 26 Haller Straße 165 Innsbrucker Straße 59 Rosenheimerstraße 11 und Veranstaltungen werdenUnbenannt-42 die Telefon Telefon +43 512 22755 Telefon +43 512 2423-0 +43 5332 74100 Telefon +43 5372 6 24 1 Unbenannt-55 1 26 www.porscheinnsbruck.at www.vowainnsbruck.at www.porschewoergl.at www.porschekufstein.at 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck Wörgl eigenen Per6330 Kufstein 6380 St. Johann in Tirol Lehrlinge in6300 ihrer Mitterweg 26 Haller Straße 165 Innsbrucker Straße 59 Rosenheimerstraße 11 Birkenstraße 18 72 BALDRIAN FORTE sönlichkeit Telefon für +43 den und Telefon +43 512 22755 Telefon +43 512 2423-0 5332Beruf 74100 Telefon +43 5372 6 24 26 Telefon +43 5352 64838 www.porscheinnsbruck.at www.vowainnsbruck.at www.porschewoergl.at www.porschekufstein.at www.porschestjohann.at Der Kia Optima SW Plug-In Hybrid im Test fürs Leben gestärkt. 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6300 Wörgl 6330 Kufstein Junge Mit6380 St. Johann in Tirol

72

77

6020 Innsbruck Haller Straße 165 Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at

6020 Innsbruck Haller Straße 165 Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at

6020 Innsbruck Haller Straße 165

Telefon +43 512 2423-0 Haller Straße 165 www.vowainnsbruck.at Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at

74 GOLDENE MITTE

6020 Innsbruck Mitterweg 26

Telefon +43 51226 22755 Mitterweg Unbenannt-42 1 www.porscheinnsbruck.at Telefon +43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at

So fährt sich der Škoda Karoq 4x4 TDI Unbenannt-42 1

Unbenannt-55 1

76 CNG: MYTHEN UND FAKTEN Interview mit Andrew Shepherd

76 BUSINESS-JET

Kurztest: BMW 540d X-Drive Touring

77 SPAREFROH

Test: Hyundai Ioniq Plug-In

78 BLITZLICHTER

Neues aus der Branche

05.01.17 13:44

6020 Innsbruck Mitterweg 26 Telefon +43 512 22755 Unbenannt-42 1 www.porscheinnsbruck.at 6300 Wörgl Innsbrucker Straße 59

Telefon +43 5332Straße 74100 Innsbrucker 59 05.01.17 13:44 www.porschewoergl.at Telefon +43 5332 74100 www.porschewoergl.at

Unbenannt-55 1

Unbenannt-52 05.01.17 1 14:24

6300 Wörgl Innsbrucker Straße 59 Telefon +43 5332 74100 05.01.17 13:44 www.porschewoergl.at

Unbenannt-55 1

6330 Kufstein Rosenheimerstraße 11 Telefon +43 5372 6 24 26 Rosenheimerstraße www.porschekufstein.at

11 Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at

Unbenannt-52 05.01.17 1 14:24

6300 Wörgl Innsbrucker Straße 59 Telefon +43 5332 74100 www.porschewoergl.at

6300 Wörgl Innsbrucker Straße 59 Telefon +43 533205.01.17 7410013:44 www.porschewoergl.at

6330 Kufstein Rosenheimerstraße 11 Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at

Unbenannt-55 1

6330 Kufstein Rosenheimerstraße 11 Telefon +43 5372 6 24 26 www.porschekufstein.at

Unbenannt-52 05.01.17 1 14:24

Unbenannt-52 05.01.17 1 14:24

6380 St. Johann in Tirol Birkenstraße 18 Telefon +43 5352 64838 www.porschestjohann.at

Unbenannt-5105.01.17 1 14:21

6380 St. Johann in Tirol Birkenstraße 18

Telefon +43 5352 64838 Birkenstraße 18 www.porschestjohann.at Telefon +43 5352 64838 www.porschestjohann.at

Unbenannt-5105.01.17 1 14:21

Unbenannt-5405.01.17 1 14:26

UNSERE OFFENEN TOP-STELLEN: Unbenannt-5105.01.17 1 14:21

Unbenannt-5405.01.17 1 14:26

05.01.17 14:26

Wir suchen zum Lehrbeginn ab 1. August 2018:

• KFZ Techniker/in mit Systemelektroniker – der erweiterte Lehrberuf für die wachsende Elektromobilität • Karosseriebautechniker/in • KFZ Lackierer/in • Bürokaufmann/frau • Einzelhandelskaufmann/frau Bewerbungen bitte direkt an den jeweiligen Wunschbetrieb über­mitteln. Alle Informationen finden sich auf deren Homepage. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

6020 Innsbruck Haller Straße 165 Telefon +43 512 2423-0 www.vowainnsbruck.at

6020 Innsbruck Mitterweg 26 Telefon +43 512 22755 Unbenannt-42 1 www.porscheinnsbruck.at

6020 Innsbruck Mitterweg 26 Telefon +43 512 22755 www.porscheinnsbruck.at

63


VIENNA AUTOSHOW

Autoneuheiten 2018 Auf der diesjährigen Vienna Autoshow wurden sie präsentiert, jetzt kommen sie auf die heimischen Straßen: die Autoneuheiten 2018, die zwar mehr dem Motto „Evolution statt Revolution“ folgen, sich aber gediegen und durchdacht präsentieren wie selten zuvor.

© REED EXHIBITIONS/DAVID FABER

T E X T: K L A U S E R L E R , W A L T E R M A I R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

Austragungsort der Vienna Autoshow: Die Messe Wien, die 2018 bestens besucht war.

D

ie Vienna Autoshow ist nicht nur Österreichs bedeutendster Autosalon, sondern bundesweit die einzige Messe, die vom Verband der österreichischen Automobilimporteure beschickt wird. Sie ist zudem seit Jahren der mit Abstand zugkräftigste und größte Publikumsevent des österreichischen Messe­ betriebs. Die diesjährige Vienna Autoshow (11. bis 14. Jänner) markierte mit insgesamt 153.224 Besuchern einen neuen Besucherrekord: Das Interesse der Österreicherinnen und Österreicher am Thema Automobil ist somit sichtbar lebendig, trotz Dieseldebatte, trotz omnipräsenter Staubproblematik. 2018 präsentierten insgesamt 40 Marken rund 400 Neuwagen-Modelle in Wien, darunter eine Welt-, eine Europa- und mehr als 30 Österreich-Premieren. Die spannendsten Modelle, die im Laufe des Jahres auch auf 64

Tirols Straßen kommen werden, finden Sie auf den folgenden Seiten. Auf welche aktuellen Fahrzeuge die Profis – in diesem Fall die Pressevertreter der Automobilimporteure – persönlich stehen, lesen Sie ebenfalls hier.

Automotiver Sektor: Leitbranche der österreichischen Wirtschaft

Wie wichtig das Automobil als Wirt­ schaftsfaktor in Österreich ist, belegen folgende Zahlen: Jährlich erwirtschaftet der automotive Sektor rund 43 Milliarden Euro und damit knapp 11 Prozent des Brutto­ inlandsproduktes. Direkt und indirekt finden 450.000 Öster­ reicher dadurch eine Beschäftigung. Anders gesagt: Jeder neunte Arbeitsplatz in Öster­ reich hängt direkt oder indirekt mit dem automotiven Sektor zusammen.

NEUWAGENTREND UNGEBROCHEN Pkw-Neuzulassungen in Österreich

2016

329.604

2017

353.320

+7,2 %

2017 wurden in Österreich 353.320 Pkw neu zugelassen (+7,2 % gegenüber 2016). Die Zunahme ist laut Statistik Austria auf benzinbetriebene Pkw zurückzuführen, die um ein Viertel zulegen konnten, während die Zulassung von Diesel-Fahrzeugen rück­ läufig war. Die Neuzulassungen alternativ betriebener Pkw nahmen 2017 um mehr als die Hälfte auf 14.161 zu, wobei sich die Anzahl von Benzin-Hybrid-Pkw auf 8.161 Stück fast verdoppelte und jene aus­ schließlich elektrisch betriebener Pkw um 42 Prozent auf 5.433 Stück anstieg. Quelle: Reed Exhibitions/Statistik Austria


VIENNA AUTOSHOW

ALFA ROMEO

EUROPAPREMIERE

Alfa Romeo präsentiert den Stelvio Quadrifoglio, der mit einer Zeit von 7:51,7 Minuten die bisher schnellste Runde eines Serien­SUV auf der Nord­ schleife hinlegte. Seine Eckdaten: 2,9 Li­ ter V6­Motor mit 510 PS, ein Top­Speed von 283 km/h und der Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden. Ebenfalls neu: die Giulia Veloce.

Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

ALPINE

Alpine A110

Mit dem legendären Namen A110 tritt ein brandneuer Mittelmotor­ Sportwagen ein großes Erbe an – jenes der Renault Alpine A110 Berlinette. Leichtbau, ein leistungsstarker Vierzylinder und kompakte Abmessungen sind dabei die Zutaten. Für entspre­ chende Fahrleistungen sorgen ein 1,8­Liter­Turbomotor mit 252 PS und das geringe Leergewicht von 1.080 Kilogramm. Damit lässt sich der Racer in 4,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

MICHAEL EBNER, LEITER KOMMUNIKATION BMW GROUP ÖSTERREICH Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der BMW 520d als Limousine, weil er in Österreich produziert wird, ein fantastisches Fahrverhalten besitzt und dabei äußerst sparsam ist! Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Jaguar EPace, weil er Innovation und Schönheit vereint.

AUDI

ÖSTERREICHPREMIERE

GUDRUN GLÜCK, MARKENKOMMUNIKATION AUDI Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Audi RS6 Avant, weil er als echtes Understatement-Auto weit mehr leistet, als man ihm ansieht. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Land Rover Defender, weil er für mich die automobile Freiheit ausdrückt.

Audi A8

BMW

Mit der Österreichpremiere des neuen Plug­ In­Hybrid­Supersportlers BMW i8 Roadster sowie dem neuen BMW i3 und dem BMW i3s kommen gleich drei neue BMW­Modelle aus dem Bereich Elektromobilität. Die BMW 5er Limousine fährt 2018 als Plug­In­Hybrid vor. Ebenfalls neu ist der BMW X3. Als weitere Highlights können sich Fans auf den BMW M5 als First Edition, auf den neuen BMW 6er Gran Tourismo sowie erstmalig auf die neue Generation des BMW 2er Active Tourer und des BMW 2er Gran Tourer freuen.

Highlight ist heuer der neue Audi A8 mit mehr als 40 Fahrerassistenz­ systemen. Als erstes Serienauto­ mobil der Welt wurde er speziell für hochautomatisiertes Fahren ent­ wickelt. Österreichpremiere feiern der neue Audi RS 4 Avant und der Audi A7 Sportback.

ÖSTERREICHPREMIERE

BMW i8 Roadster

65


VIENNA AUTOSHOW

BUGATTI

Mit dem Bugatti Chiron präsentiert VW den exklu­ sivsten Serien­Supersport­ wagen der Welt mit einer bis dato unerreichten Leis­ tung von 1.500 PS, einem Drehmoment von 1.600 Nm und einer Höchstgeschwin­ digkeit von 420 km/h.

Bugatti Chiron CHRISTOPH STUMMVOLL, LEITUNG PR/PRESSE PEUGEOT, CITROËN, DS AUTOMOBILES IN ÖSTERREICH

WELTPREMIERE

Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marken? Der Citroën C3 Aircross. Er ist klein und doch groß genug für die alltäglichen Lieferaufgaben. Zudem ist er optisch so eigenständig, dass man ihn auf jedem Parkplatz wiederfindet. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Rolls Royce Ghost, weil er das Thema Fahrkomfort wichtig nimmt, so wie auch Citroën.

Als Weltpremiere startet der neue Citroën C4 Cactus mit vielen neuen Features vor allem auch im Bereich Komfort. Außerdem zeigt Citroën den C3 Aircross mit zwölf Assistenzsystemen. Im Euro NCAP­ Testverfahren erhielt der Citroën so­ eben fünf Sterne. Der Kompakt­SUV unterstützt mit der intelligenten Traktionskontrolle, Grip­Control so­ wie dem Bergabfahrassistenten „Hill Assist Descent Control“ seine Fahrer insbesondere auf Schnee und Eis.

Citroën C4 Cactus 2

DACIA

ÖSTERREICHPREMIERE

Dacia Duster 2

66

CITROËN

Der Dacia Duster besticht in seiner Zweiten Generation durch sein Design, neue Ausstattungs­ highlights und einen Einstiegspreis von 11.990 Euro. Für eine Extraportion Lifestyle sorgt der Dacia Logan MCV in der Stepway­ Variante.

ANDREAS BLECHA, PR MANAGER FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES AUSTRIA Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marken? Der Alfa Romeo Stelvio, weil er trotz seiner SUV-Gene ein echter Alfa ist und sich fast wie eine Giulia fährt! Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Ein Mercedes AMG Coupé, weil es Eleganz und Sportlichkeit gekonnt miteinander verbindet.


VIENNA AUTOSHOW

FORD

Die Marke Ford zeigt drei Öster­ reichpremieren: den neuen Ford EcoSport, den neuen Ford Tourneo Custom und den neuen Ford Mus­ tang. Der EcoSport ist erstmals mit Allradantrieb erhältlich. Der Per­ sonentransporter Tourneo Custom wurde umfassend neugestaltet, der neue Ford Mustang ist 2018 mit überarbeitetem 5,0­Liter­V8­Motor, 450 PS und neuem Design erhältlich.

ÖSTERREICHPREMIERE

HONDA

ÖSTERREICHPREMIERE

Die Civic­Modellpalette wird erweitert. Neben Civic Fünftürer und Limousine ist mit dem neuen Civic Type R ein echter Rennwagen mit 320 PS für die Straße am Start. Neu in der Civic­Familie ist der 1,6­Liter­Dieselmotor ab März. Innen wie außen aufgefrischt zeigt sich der Jazz, nun auch mit 130 PS.

Ford Mustang 2018

VALESKA HAAF, PRESSE- UND PRODUKTMANAGERIN HYUNDAI AUSTRIA

Hyundai i30 Fastback

HYUNDAI

Der 4,17 Meter lange SUV Hyundai Kona hat die Lifestyle­ orientierte Kundschaft im Visier. Im Sommer 2018 ergänzt ein neu entwickelter 1,6­Liter­Dieselmotor in zwei Leistungsstufen (115 PS oder 136 PS) das Motorenangebot. Ebenfalls neu ist der Kona Elektro mit zwei Batteriegrößen und einer theoretischen Reichweite von ca. 500 Kilometer, die eine neue Benchmark set­ zen will. Zudem präsentiert Hyundai mit dem i30 Fastback eine optisch sehr ansprechende Fließheck­Limousine. Den neuen Hochleistungssportler i30 N gibt es mit einem 2,0 T­GDI Motor und wahlweise 250 PS oder 275 PS. STEFAN SKRABAL, LEITER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT FORD MOTOR COMPANY AUSTRIA Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Ford Mustang, eine automobile Ikone, die seit zwei Jahren auch in Österreich offiziell erhältlich ist. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Alfa 4C, weil er ein kompromissloses Sportgerät ist und das Thema Sportlichkeit von einer ganz anderen Seite als der Mustang angeht. Ein Vergleich zwischen beiden Autos für ein Wochenende würde mich sehr reizen.

Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Ioniq Elektro als perfekter Cruiser und der i30 N als alltagstaugliches Sportgerät: Beide zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht! Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Aston Martin Vantage Roadster, mein Traumauto, in das ich mich beim ersten Sehen und Hören verliebt habe.

ÖSTERREICHPREMIERE

JAGUAR

Jaguar feiert die Österreichpre­ miere des kompakten E­PACE. Das jüngste Mitglied der neuen Jaguar SUV­Familie – made in Austria – ist der erste Jaguar, der ausschließlich mit 2,0­l­ Vierzylinder­Motoren angeboten wird, vom 150­PS­Diesel bis zum 300­PS­Benziner. Zweite Österreichpremiere ist der Jaguar XE SV Project 8 – mit 600 PS der stärkste straßenzugelassene Jaguar der Markenhistorie.

Jaguar E­PACE

67


VIENNA AUTOSHOW

KIA

GILBERT HAAKE, PR MANAGER KIA MOTORS AUSTRIA Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der neue Kia Stinger, weil er der schönste Kia ist, den es je gegeben hat!

Mit Stonic und Stinger kommt Kia 2018 mit zwei völlig neuen Modellkategorien. Der Stonic wird als kleiner SUV­ Crossover im Segment mit den größten Wachstumsraten mitmischen, während das neue Topmodell Stinger mit Design und purer Fahrleistung punktet. Der Kia Sorento kommt aufgefrischt mit neuer 8­Gang­Automatik. Kia Stinger

ÖSTERREICHPREMIERE

Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Bugatti Chiron, weil er nicht nur wirklich schön ist, sondern auch der teuerste VW aller Zeiten.

ÖSTERREICHPREMIERE

MERCEDES

Die neue X­Klasse, der erste Pick­up von Mercedes, ist ein Modell der Schwaben, das 2018 für besondere Spannung sorgen wird.

DIETER PLATZER, PUBLIC RELATIONS MANAGER JAGUAR LAND ROVER AUSTRIA

Range Rover Velar

LAND ROVER

Österreichpremiere für den Range Rover und Range Rover Sport Plug­in­Hybrid. Der neu entwickelte Plug­In­Hyb­ ridantrieb sichert eine rein elektrische Reichweite von bis zu 51 Kilometern. Weiteres Highlight ist der Range Rover Velar, der sich zwischen Range Rover Evoque und Range Rover Sport positioniert.

Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Jaguar XF Sportbrake weil er sich trotz seiner Größe und Eleganz unglaublich leichtfüßig fährt. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Hier würde ich einen VW-Bus T6 in der PKW-Variante mit Basisausstattung wählen.

MITSUBISHI

Das coupé­artige SUV­Modell Eclipse Cross ist ein Vertreter einer neuen Fahrzeug­Generation. Neue Motoren mit Front­ oder Allradantrieb sorgen für einen Antrieb, der ähnlich dyna­ misch ist wie die Linienführung. Aus dem Rennsport kommt das Allrad­ system Super All­Wheel Control­Sys­ tem, das hohe Sicherheitsreserven mit Fahrvergnügen vereint.

ÖSTERREICHPREMIERE

Mitsubishi Eclipse Cross

68


VIENNA AUTOSHOW

ÖSTERREICHPREMIERE

RUDOLF GLASS, MARKENKOMMUNIKATION SEAT Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Seat Leon Cupra, da er für ein kompaktes Modell unglaubliche Fahrleistungen bietet und sie ausgewogen auf die Straße bringt. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Porsche 911 Turbo, weil er enorme Leistung und Ganzjahrestauglichkeit perfekt miteinander kombiniert.

Nissan Leaf 2

NISSAN

Nissan startet mit der zweiten Generation des Nissan Leaf in das neue Autojahr. Der Leaf war schon bisher das erfolgreichste Elektro­Automobil der Welt und will es mit gesteigerter Reichweite und Leistung auch bleiben.

JOSEF ULRICH, DIREKTOR PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT OPEL AUSTRIA Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Insignia Country Tourer, weil er fast schon in der Oberklasse spielt und dabei optisch und technisch das ausgereifteste Modell der Opel-Palette darstellt.

OPEL

Der neue Grandland X zählt zu den wichtigsten Highlights von Opel. Fast schon ein „Must­ha­ ve“ für Liebhaber deutscher Sportlimousinen ist der neue Opel Insignia GSi.

Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Eine Corvette Stingray V8, weil sie 50 km/h im Standgas fährt.

PORSCHE

Ganz neu bei Porsche sind die Modelle 911 GT3 mit Touring­Paket sowie der 718 Boxster GTS. Im 911 GT3 leistet ein Vierliter­ Saugmotor 500 PS und ermöglicht eine Höchst­ geschwindigkeit von 316 km/h. Der 718 Boxster GTS steigert die Leistung sei­ nes 2,5­Liter­Vierzylinder­ Turbo­Boxermotors auf 365 PS. Weitere Porsche­ Highlights sind die dritte Generation des Cayenne sowie der Panamera Sport Turismo.

RICHARD MIELING, PRESSESPRECHER DER PORSCHE-HOLDING, MARKENKOMMUNIKATION PORSCHE Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Porsche 911 Carrera 4S: ein Klassiker, der seinen Ursprung vor 70 Jahren in Gmünd/Österreich gefeiert hat. Es gibt keinen anderen Sportwagen auf der Welt, der diese Faszination ausübt. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der neue Range Rover würde mich ansprechen.

Porsche 911 GT3 Touring

RENAULT

ÖSTERREICHPREMIERE

Renault startet mit dem brandaktuellen Mégane R.S. sportlich in das neue Jahr. Das Kompaktmodell schickt 280 PS aus einem neuen 1,8­Liter­Turbomotor an die Vorderräder und besitzt serienmäßig eine Allradlenkung.

SEAT

ÖSTERREICHPREMIERE

Seat präsentiert mit dem neuen Leon Cupra R eine spannende Österreichpremiere. Das mit 310 PS leistungsstärkste Serien­Straßenfahr­ zeug in der Geschichte des Unternehmens wird auch das exklusivste der Marke werden: Die Produktion ist auf 799 Einheiten limitiert. 20 Stück sind für Österreich geplant.

69


VIENNA AUTOSHOW

ÖSTERREICHPREMIERE

ŠKODA

Škoda feiert zwei Österreich­ premieren: den Kodiaq Scout und den Kodiaq Sportline. Der Scout verfügt serienmäßig über Allradantrieb und betont seine Offroad­Qualitäten auch optisch. Der Sportline richtet sich an Fans des sportlichen Auftritts.

GREGOR WAIDACHER, MARKENKOMMUNIKATION ŠKODA

SUBARU

ÖSTERREICHPREMIERE

Subaru präsentiert zwei Österreichpremie­ ren – die neue Generation des Subaru XV sowie den neuen Impreza. Beide Modelle punkten mit neuen Sicherheitsfeatures, wie dem Fahrer­ assistenzsystem EyeSight. Dabei überwachen zwei Stereokameras die Straße. Sobald das Sys­ tem eine Gefahr ausmacht, warnt es den Fahrer und betätigt sogar im Bedarfsfall die Bremsen.

Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der Škoda Superb Combi SportLine 4x4 mit 190 Diesel-PS, weil er nutzbaren Raum, spannendes Design und sportliche Gene auf eine wunderbare Art vereint. Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Der Lotus Exige Sport 350, ein Auto, das mich in seiner reduzierten Sportlichkeit im doppelten Wortsinn bewegt.

TOYOTA

Der asiatische Technologie­ führer zeigt zwei Österreich­ premieren – den neuen Land Cruiser und den Yaris GRMN, ein limitierter „Hot Hatch­ back“ mit knapp 220 PS.

ÖSTERREICHPREMIERE

Toyota Land Cruiser 2018

KARIN ANGERER, MARKENKOMMUNIKATION VOLKSWAGEN Ihr Lieblingsmodell der eigenen Marke? Der VW Tiguan, weil er gleichzeitig erwachsen und dynamisch, sportlich und komfortorientiert ist. VW Golf Rabbit 40

VOLKSWAGEN

Volkswagen stellt den neuen Kompakt­SUV T­Roc vor, der am 11. Jänner Markteinführung feierte. Ein weiterer Schwerpunkt am VW­ Stand ist der Golf. Das beliebteste Modell Österreichs ist seit 40 Jahren Marktleader. Volkswagen feiert 2018 mit dem Sondermodell „Golf Rabbit 40“ mit besonders starker Ausstattung.

70

Ihr Lieblingsmodell der Konkurrenz? Den gibt es nur noch als Gebrauchten und leider zu zunehmend hohen Preisen: den Citroën Méhari, ein offenes Freizeitauto auf 2CV- und Dyane-Basis mit Kunststoff-Karosserie und unglaublichem Charme.


DER NEUE ŠKODA

KAROQ

Jetzt bei uns Probe fahren. Symbolfoto. Details bei Ihrem ŠKODA Berater. Stand 02/2018.

Verbrauch: 4,4–5,6 l/100 km. CO2-Emission: 117–138 g/km.

Hallerstraße 165, 6020 Innsbruck Tel. 0512/2423 www.vowainnsbruck.at Hallerstraße 165, 6020 Innsbruck Tel. 0512/2423 www.vowainnsbruck.at

Rosenheimer Straße 11, 6330 Kufstein Tel. 05372/62426-6201 Herr Waldner oder 6200 Herr Horn www.porschekufstein.at

Rosenheimer Straße 11, 6330 Kufstein ŠKODA Service- Partner in Wörgl Tel. 05372/62426-36 Hr. Waldner od. 31 Hr.Ihr Horn Innsbrucker Straße 59, 6300 Wörgl www.porschekufstein.at

Tel. 05332/74100, www.porschewoergl.at

ŠKODA Servicebetrieb Innsbrucker Straße 59, 6300 Wörgl KAROQ_190x261_VOWA.indd 1 Tel. 05332/74100, www.porschewoergl.at

08.02.18 09:42


IM TEST

PLUG-IN HYBRID

Baldrian Forte

Als Plug-In Hybrid ist der Kia Optima SW kein Sonderangebot. Wesentlich teurer als ein vergleichbarer Diesel spart er unterm Strich (zu) wenig, überholt das herkömmlich angetriebene Modell in der Summe seiner positiven Eigenschaften aber dennoch deutlich.

Kia Optima SW Platin Plug-In Hybrid

Motoren: VierzylinderBenzinmotor und Elektromotor Hubraum: 1.999 ccm Getriebe: 6-GangAutomatik Leistung: 115 KW / 156 PS plus 50 KW / 68 PS (Elektromotor), Systemleistung 151 KW / 205 PS Höchstgeschwindig­ keit: 192 km/h (120 km/h rein elektrisch) Testverbrauch: 4,0 Liter bis 7,4 Liter (abhängig vom E-Fahrten-Anteil) Länge: 4.850 mm Preis ab: 44.390 Euro (Kia Optima Gold SW Plug-In) Preis Testwagen: 49.390 Euro

Schlicht und gediegen: Der Optima trägt nicht auf und überzeugt vor allem auch im urbanen Alltag.

72

D

T E S T: K L A U S E R L E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

as Schmerzhafteste am Kia Optima Plug-In Kombi ist mit Sicherheit das Bezahlen des Einstiegspreises von mindestens 44.000 Euro: Eine Optima-Kombi-Dieselversion mit 1,7 Litern Hubraum und 141 PS wäre in vergleichbarer Ausstattung rund 7.000 Euro billiger. Sie würde aber auch weit weniger Spaß machen. Damit ist man auch schon mitten im Thema KiaPlug-In Hybrid: Es geht hier um Fahrfreude, nicht zwingend ums Sparen. Lustvoll sparen Diese Freude ist vor allem dem bestens funktionierenden Hybrid-System des Optima geschuldet: Es ermöglicht dank kleiner Batterie und E-Motor mit 68 PS auch rein elektrisches Fah-

ren rund 40 Kilometer lang und 120 km/h schnell. Wer je mit einem E-Auto durch die Stadt und über stadtnahe Autobahnen fuhr, weiß, welchen Genuss diese kräftige, lautlose und emissionsfreie Fortbewegung bringt. Solange der Optima eine Ladekapazität um die 20 Prozent besitzt, kann der Fahrer per Knopfdruck bestimmen, ob er rein elektrisch oder im Hybrid-Strom-Benzinmodus mit über 200 PS unterwegs sein will. Sinkt der Ladezustand weiter, ist nur noch der Hybridmodus möglich, der jedoch ebenfalls jede Menge Freude macht. In aller Ruhe Im Hybrid/Benzinmodus ist der Optima gut gedämmt, im E-Modus bis auf die Reifengeräusche lautlos. Die

Automatik schaltet unmerklich und butterweich, auch der Wechsel der Antriebmodi ist kaum wahrnehmbar. Nur beim forcierten Beschleunigen wirkt der Motor etwas angestrengt, sonst lässt sich der Optima kaum aus der Ruhe bringen. Das hat auch mit dem Fahrwerk zu tun, das unbeladen etwas härter, beladen ausgewogen reagiert. So präsentiert sich der Kia Optima als nahezu perfekte Langstreckenlimousine für alle, denen Prestige und das letzte Quäntchen Innenraum-Materialqualität weniger wichtig sind als die Gelassenheit der Fortbewegung gepaart mit Top-Ausstattung und einer GTI-verdächtigen Motorstärke. Um den Optima PlugIn artgerecht bewegen zu können, braucht es allerdings eine Lademöglichkeit im Büro oder zu Hause. An einer normalen Haushaltssteckdose (230 Volt) beträgt die Ladezeit rund fünf bis sechs Stunden an einer Ladesäule mit Typ-2-Stecker reduziert sie sich auf rund drei Stunden. Auf öffentliche Ladestationen sollte man sich in Tirol allerdings derzeit noch nicht verlassen: Sie sind selten und meistens belegt.


Der SEAT Ateca. Wir liefern den begehrten SUV - so schnell wie noch nie!

Ab € 19.490,– Verbrauch: 4,5-7,0 l/100 km, CO2-Emission: 118-159 g/km. Symbolfoto. Unverbindl., nicht kart. Richtpreis inkl. MwSt., NoVA, € 1.000,– Porsche Bank Finanzierungsbonus für Privatkunden und € 500,– Versicherungsbonus bei Finanzierung über die Porsche Bank und Abschluss einer vollKASKO-Versicherung über die Porsche Versicherung. Mindestlaufzeit 36 Monate, Mindestnettokredit 50 % vom Kaufpreis. Ausgen. Sonderkalkulationen für Flottenkunden und Behörden. Aktionen gültig bis 30.06.2018 (Antrags-/Kaufvertragsdatum) für SEAT NW und JW bis 18 Monate ab EZ. Stand 01/2018. Die Boni sind unverbindl, nicht kart. Nachlässe inkl. MwSt. und NoVA und wurden bereits vom Listenpreis abgezogen. *Die Garantie von bis zu 5 Jahren und 100.000 km Laufleistung endet, wenn entweder die vereinbarte Zeitdauer abgelaufen ist oder die max. Laufleistung überschritten wird, je nachdem, welches der beiden Ereignisse zuerst eintritt. Aktion gültig bis auf Widerruf.

VOWA INNSBRUCK MARKUS PILSER* SEAT DABLANDER* AUTO KAPFERER* H. EISENRIGLER GMBH* AUTOHAUS WOLF GMBH*

6020 Innsbruck 6020 Innsbruck 6414 Mieming 6441 Umhausen 6460 Imst 6604 Höfen

Tel. 0512/2423-2500 Tel. 0512/345310 Tel. 05264/5757 Tel. 05255/5218 Tel. 05412/66410 Tel. 05672/66111

www.vowainnsbruck.at www.pilser.at www.autohaus-dablander.at www.auto-kapferer.at www.autohaus-eisenrigler.at www.autohaus-wolf.at

*Autorisierte Verkaufsagentur

Ateca_Winter_190x261_VOWA.indd 1

08.02.18 09:43


IM TEST

Die goldene Mitte Der neue Midsize-SUV Karoq ist fesch wie zuletzt alle Škoda und als Sprössling des VW-Konzerns bis ins kleinste Detail durchdacht. Solcherart zum Bestseller geboren, kennt er eigentlich nur ein Problem: seinen Preis. T E S T: K L A U S E R L E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

F

ür ein Auto in Golf-Länge (wenn auch nicht Golf-Höhe) sind 47.000 Euro natürlich viel Geld. Diesen Betrag führt der von uns getestete, brandneue und voll ausgestattete Test-Škoda Karoq selbstbewusst am Preisschild, bietet dafür allerdings auch einiges an Gegenwert: Allrad, Automatik, 150 Turbodiesel-PS samt SCR-Kat, Panorama-Glasdach, etwas weichere Sportsitze, ein ausgezeichnetes Sportlenkrad, Standheizung samt Fernbedienung, jede Menge Infotainment und vor allem eine mehr als gelungene Optik. Letztere würde wohl schon reichen, um den Karoq zum Bestseller zu machen. Der Škoda-Yeti-Nachfolger besitzt allerdings noch viele andere gute Eigenschaften: eine entspannte Sitzposition in einer übersichtlichen Karosserie, einen etwas rau klingenden,

74

Škoda Karoq 4x4 Style TDI DSG SCR

Motor: Vier ­z ylinderDiesel Hubraum: 1.968 ccm Getriebe: Automatik DSG 7-Gang Leistung: 110 kW / 150 PS Höchstgeschwindig­ keit: 195 km/h Verbrauch: 5,2 Liter (Werksangabe kombiniert), 7,4 Liter (Testverbrauch) Länge: 4.382 mm (Vergleich VW Tiguan: 4.486 mm) Preis ab: 25.790 Euro (Karoq Ambition TSI 115 PS 2WD) Preis Testwagen: 47.323 Euro

dafür vor allem im oberen Drehzahlbereich sehr lebendigen Motor, eine straffe, fast schon sportliche Federung und ausreichend Platz für vier trotz parkplatzfreundlicher Abmessungen. Überlegenswerte Alternative Das einzige Problem mit diesem SUV der goldenen Mitte: Hat man sich erst einmal an seinen unkomplizierten Komfort und seine fast schon

deutsche Art gewöhnt, elegant und unaufdringlich 90 Prozent aller automobilen Alltags-Probleme zu lösen, mag man ihn nicht mehr missen. Die gute Nachricht für alle, die trotzdem nicht zwei Netto-Jahresge­ hälter für ein gutes Auto ausgeben wollen: Viele der Karoq-Tugenden finden sich auch im Einstiegs-Modell Ambition TSI mit 115-PS-Dreizylinder, und das ist um 22.000 Euro billiger.

Optik und Qualität machen den neuen Škoda SUV zum Gewinner.


P R O J E K T: A U T O

Mit Erdgas auf der Überholspur Erdgasfahrzeuge haben viele Vorteile – sie sind nicht nur kostengünstig und klimaschonend, sondern überzeugen auch in puncto Sicherheit gegenüber Fahrzeugen mit herkömmlichen Antriebsmotoren.

E

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Kein Feinstaub, kein Ruß Die Feinstaub- und Rußpartikel sind bei Erdgasfahrzeugen kein Thema und der CO2Ausstoß ist deutlich geringer als bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Antriebsmotoren. Erdgasautos zeichnen sich durch Motoren

© TIGAS

rdgas ist der günstigste Treibstoff, der in Tirol bereits an 28 Tankstellen zur Verfügung steht. Der Preis für Erdgas als Kraftstoff (CNG) ist seit Längerem schon – im Gegensatz zu Benzin und Diesel – stabil bei 79,9 Cent je Kilogramm. Dadurch reduzieren sich die Treibstoffkosten bei Erdgasautos gegenüber Diesel- und Benzinautos um rund die Hälfte. Dies zeigt auch ein Vergleich der Reichweite: Bei einer Betankung um 10 Euro fährt ein Erdgas-Golf ca. 350 km, das gleiche Modell mit Benzintank erreicht knapp 160 Kilometer. Erdgasfahrer tanken günstiger und schonen dabei auch noch die Umwelt.

mit hoher Leistungsfähigkeit, ausgereifter Technik und hohem Fahrkomfort aus. In puncto Sicherheit haben Crashtests bewiesen, dass Erdgasautos im Unfallverhalten

keine Nachteile gegenüber herkömmlich mit Diesel oder Benzin betriebenen Fahrzeugen aufweisen. Da Erdgas im Gegensatz zu Flüssiggas leichter ist als Luft, ist auch ein Parken in Tiefgaragen problemlos möglich. Zahlreiche CNG-Modelle Namhafte Autohersteller haben die Vorteile von Erdgas erkannt und bieten zahlreiche serienmäßige CNG-Modelle an. Diese reichen von kleinen Cityflitzern über Mittelklasseautos bis hin zu Nutzfahrzeugen. VW hat angekündigt, den Bereich der Erdgasmobilität in Deutschland langfristig zu forcieren, und stellt kürzlich zwei neue CNGModelle vor.

Nähere Infos unter der kostenfreien Serviceline 0800/828 829 und auf www.tigas.at

SCHON GEHÖRT?

MIT ERDGAS KANNST DU SAUBER GAS GEBEN.

Sichern Sie ie sich jetzt d = mie Umweltprä € 1.000,– Förderung FAHREN MIT ERDGAS. Sie glauben, Ökologie und Fahrspaß passen nicht zusammen? Dann haben Sie noch nie in einem der neuen, leistungsstarken Erdgas-Autos so richtig Gas gegeben. Und dabei bis zu 80% an Schadstoffen gespart. Noch mehr Freude kommt auf, wenn Sie Erdgas- und Benzinpreise vergleichen: An den vielen TIGAS Erdgastankstellen zahlen Sie nämlich deutlich weniger. Und im Übrigen erhalten Sie bis 31.12.2018 Förderungen bei Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs. Weiter denken. Besser bleiben. TIGAS.

www.tigas.at

75


IM TEST / INTERVIEW

Extravaganter Business-Allrounder Luxuriös und sportlich: Die fünfte Generation des BMW 5er Touring überzeugt mit elegantem Design, powerstarker Motorisierung und vielen praktischen Features. T E S T: W A L T E R M A I R • F O T O : A X E L S P R I N G E R

BMW 540d xDrive Touring, Modell M Sport

Motor: R6-Zylinder TwinPower Turbo­ diesel Leistung: 235 kW / 320 PS Antrieb: Allrad xDrive Getriebe: 8-GangSteptronic Hubraum: 2.993 ccm Laderaum: 570–1.700 Liter Testverbrauch: zw. 5,1 (Autobahn) und 8,1 l (Stadt) / 100 km Preis: 73.250 Euro Preis Testmodell M Sport: 122.329 Euro

Herausragende Fahrdynamik, sportliches De­ sign, optimaler Komfort: BMW 540d xDrive Touring

F

rei nach dem Erfolgsmotto „never change a winning team“ hat BMW bei der Neugestaltung seines Premium-Kombis 5er Touring auf spezielle Design-Experimente verzichtet. So ist er geblieben, was er war: ein elegantes, fast schon zeitloses Automobil für Führungskräfte und erfolgreiche Unternehmer. Eine weitere gute Nachricht: Die Passagiere haben mehr Platz und können zu-

dem mehr Gepäck mitnehmen. Der Kofferraum fasst jetzt mindestens 570 Liter und lässt sich auf 1.700 Liter erweitern. Praktisches Detail: Für die Schnellbeladung kann die Heckscheibe des knapp 4,95 Meter langen Bayern-Kombis separat geöffnet werden. Parken auf Knopfdruck Dass die Kombi-Neuauflage mit smartem BMW-Schlüssel auch in der

Lage ist, in eine Parklücke ferngesteuert vorwärts hinein- und rückwärts herauszufahren, ist nicht nur ein bewundernswertes Feature, sondern verhindert Lack-Beschädigungen bei schmalen Stellflächen. Unter der lang gestreckten Fronthaube des 540d Touring arbeitet ein akustisch äußerst dezenter Reihen-Sechszylinder mit 320 PS und 680 Newtonmetern Drehmoment. Er schiebt den Premium-Kombi mit mächtigem Schub in nur 4,9 Sekunden auf Tempo Hundert. Erwartungsgemäß hat das Fahrwerk keine Schwierigkeiten damit, diese Power sicher auf die Straße zu bringen. Neu beim Touring sind Ausweich-, Querverkehr-, Spurwechsel und Spurhalteassistent. Außerdem ist der Premium-Kombi dank Lenkund Spurführungsassistenten in der Lage, teilautonom zu fahren.

Erdgas-Kfz: Mythen und Fakten

I

Erdgas(CNG)-Fahrzeuge sind billig, sauber und sicher. Dennoch kursieren über sie verschiedene Negativ-Mythen. Diese entkräftet Andrew Shepherd, Leiter der Abteilung CNG-Produkte Seat. © SEAT

st ein Gastank ebenso sicher wie ein Benzin- oder Dieseltank? Absolut. Gastanks werden nach den höchsten Branchenstandards konstruiert, gefertigt und zertifiziert.

Wie viel spart man bei den Treibstoffkosten? Bis zu 50 Prozent gegenüber einem Benzin- und bis zu 30 Prozent gegenüber einem Diesel-Pkw.

Kann man mit leerem Gastank weiterfahren? Ja. Wenn das Gas aufgebraucht ist, schaltet das Fahrzeug automatisch auf Benzin um. Kosten CNG-Fahrzeuge in der Anschaffung dasselbe wie herkömmliche Fahrzeuge? Ja. In Österreich gibt es derzeit auf CNG-Fahrzeuge von Seat einen Bonus von 2.000 Euro. Damit kostet der Ibiza TGI 15.990 Euro und ist mit dem Ibiza TSI 95 PS preisgleich. Erfordern die Fahrzeuge denselben Wartungsaufwand? Ja. Der einzige Unterschied ist, dass die Dichtheit der Gasanlage und der Zustand der Tanks geprüft werden müssen. 76

sich bei wesentlich geringeren Temperaturen als Erdgas.

Wie viele Erdgastankstellen gibt es in Österreich? Derzeit über 170, 28 davon in Tirol. Europaweit sind es 2.250 Tankstellen.

Ist Gas nicht giftig und explosiv? Erdgas ist prinzipiell nicht toxisch und es ist geruchlos, daher wird ihm ein stark riechendes Odormittel beigemischt. Dieses wird bereits bei einer Konzentration von 1 Prozent – und damit weit unter der Gefahrengrenze (14–16 Prozent) – wahrgenommen. Benzin entzündet

Wie schont Erdgas die Umwelt? Der Ausstoß von Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid-, Ruß und anderen Partikelemissionen wird nahezu vollständig vermieden. CO2-Emissionen sind bei Erdgasfahrzeugen um bis zu 25 Prozent geringer als bei Benzinern. Der Ausstoß von Stickoxiden ist im Vergleich zum Dieselfahrzeug rund 70 Prozent niedriger.


IM TEST

Sparefroh Der Hyundai Ioniq Plug-In ist ein ausgereifter Nervenschoner und Spaßmacher für Fahrer mit Lust an der entspannten Fortbewegung. T E S T: K L A U S E R L E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

PLUG-IN HYBRID

Hyundai Ioniq Plug-In Style 1,6 GDi PHEV

Motor: Vierzylinder-Benzin­ motor 105 PS / zusätzlich Elektromotor mit 61 PS, Systemleistung: 141 PS Hubraum: 1.580 ccm Getriebe: Sechs­g angDoppelkupplungsgetriebe Systemleistung: 77 KW / 105 PS Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h Testverbrauch: 3,9–5,5 Liter (abhängig vom Anteil reiner Stromfahrt) Reichweite rein elektrisch: 40–45 km Länge: 4.470 mm (Vergleich VW Golf 7: 4.250 mm) Ladezeit Typ 2 Kabel: 2–2,5 Stunden Preis ab: 27.590 Euro (inkl. E-Förderung Anteil Herstel­ ler & Finanzierungsbonus) Preis Testwagen: Testmodell 36.090 Euro (inkl. E-Förderung)

V

ielleicht schaut der Ioniq Plug-In nicht zwingend danach aus, aber er macht jede Menge Spaß. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Fahrer ein spielerisches Naturell mitbringt und die Vollendung des Fahrens nicht im Heizen, sondern im Gleiten erkannt hat. Mit einem derartigen Fahrerprofil ausgestattet, wird es zur täglichen Freude, innerstädtisch bis zu 45 Kilometer rein elektrisch zu fahren, überland und beim Überholen mit der Kraft von insgesamt 141 PS Systemleistung immer schnell genug zu sein und beim bergabfahrenden Bremsen Strom statt Stress und Co2 zu produzieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei Hybrid-Fahrzeugen nur den motorbezogenen PS-Anteil versichern und versteuern muss, hier also 36 PS „gratis“ dazu bekommt.

Zielgruppe: entspannt Im Zusammenspiel funktionieren beide Antriebe harmonisch und unauffällig. Dass der Federungskomfort des Hyundai dabei ähnlich geschmeidig arbeitet wie die Automatik, ist ein weiterer Vorteil, der ebenfalls auf eine entspannte Zielgruppe verweist. Der Einstiegspreis ist im Vergleich mit der Konkurrenz moderat, der Alltagsnutzen mit fünf Sitzen und einem Kofferraum un-

gefähr in Golf-Dimension uneingeschränkt vorhanden. Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, den Ioniq Plug-In nicht zu kaufen: seine etwas gewöhnungsbedürftige, nicht zwingend auf den mitteleuropäischen Markt abzielende Optik und eine Sitzposition, von der aus man zu jedem SUV weit aufschauen muss. Wer sich daran nicht stößt, bekommt ein Auto mit Spritspar-Spaßfaktor für viele Jahre. Macht Spaß (und kostet nicht die Welt): Der neue Hyundai Ioniq Plug-In Hybrid ist bereits ab 27.590 Euro erhältlich.

77


BLITZLICHTER

Neues vom Automarkt T-Roc am Start

Österreichs bester Ioniq-Händler

I

m Vorjahr startete Hyundai mit der Modellreihe Ioniq in die Welt der Elektromobilität. Kürzlich wurde die Autowelt Denzel-Unterberger als Österreichs bester Händlerbetrieb 2017 ausgezeichnet. Der Pionier für Elektromobilität in Tirol vertrieb mit dem „Think“ 2010 bereits das erste serientaugliche Elektrofahrzeug in Österreich sowie in der Folge den Mitsubishi iMiev. Darüber hinaus ist Unterberger mit dem BMW i3 seit 2013 auf der elektrischen Überholspur unterwegs. Über die Auszeichnung, die von Hyundai Österreich GF Roland Punzengruber (2. v. l) und Gebietsleiter Siegfried Gaßner (re.) übergeben würde, freuten sich Verkaufsleiter Walter Kuen (li), Betriebsleiter Andreas Resch (Mitte) und Ioniq-Experte Andreas Heel.

© PROMEDIA

D

Wolfgang Leitner (GF fiegl+spielberger), Prokurist Alexander Gutmann und Alois Wach (GF da emobil GmbH) präsentierten die Ladestation (Wall­ box) an der GutmannTankstelle in Hall in Tirol (v. l.).

ie Tiroler Traditionsunternehmen fiegl+spielberger und das Energieversorgungsunternehmen Gutmann steigen mit ihrer gemeinsamen im Herbst 2017 gegründeten Tochter „da emobil“ in den Elektromobilitätsmarkt ein. da emobil bietet Ladelösungen für alle elektrisch betriebenen Fahrzeuge, vom eBike bis hin zum eBus, sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden. Die Angebotspalette des innovativen E-Mobilitätsanbieters reicht vom Verkauf von Wallboxen über spezifische Softwarelösungen bis hin zu umfassenden Dienstleistungen bei Beratung, Wartung und Service. Die Unternehmensziele sind ambitioniert: da emobil will der führende E-Mobilitätsanbieter im B2B- und B2C-Bereich in Westösterreich werden. 78

© WALTER MAIR

Stromtankstellen von da emobil

Vorab-Premiere: Kia Ceed 3

D

rei Wochen vor der offiziellen Publikums-Premiere auf dem Genfer Automobilsalon hat Kia die dritte Generation des Ceed vor rund 400 Journalisten in München enthüllt. Der Eyecatcher zeigt ein sportlich-emotionales Design, das vom Stinger inspiriert ist. Drei Benziner und zwei Diesel­ aggregate zwischen 100 und 140 PS stehen zur Auswahl. Zudem feiert im neuen Ceed der Stauassistent Premiere, den Kia erstmals in Europa einsetzt. Der neue Kia Ceed ist Ende Juni erhältlich, die Kombi-Variante folgt im Herbst. Die Preise stehen noch nicht fest.

© WALTER MAIR

© SCHLOSSMARKETING

I

m Rahmen einer von den Volkswagen-Händlern Vowa und Porsche Innsbruck initiierten Roadshow legte der neue VW T-Roc Mitte Jänner am Marktplatz der Tiroler Landeshauptstadt einen Zwischenstopp ein. Grund dafür war die am 11. Jänner erfolgte offizielle Markteinführung des Newcomers aus Wolfsburg, von dem zehn Exemplare mit unterschiedlichen Motorisierungen und Antrieben für erste Probefahrten zur Verfügung standen. Insgesamt konnten die VW-Betriebe rund einhundert Probefahrten verbuchen und zahlreiche (Neu-)Kunden von den Vorzügen des ab 21.490 Euro erhältlichen Allrounders überzeugen.


informiert

FORD KA+ 1,2 85 PS

Verbrauch 4,8 l / 100 km, CO2 110 g / km Ausstattung: • 5 Türen • Stahlräder 6Jx15 Multispeichendesign • Komfortsitze • Nebelscheinwerfer • Rücklehne 40:60 umklappbar • Zentralverriegelung • Audiosystem Radio/CD mit Ford SYNC und AppLink • Mobiltelefon-Vorbereitung mit Bluetooth®-Schnittstelle • Notrufassistent • MyKey Schlüsselsystem • Klimaanlage • Sitzheitzung vorne • uvm.

STATT € 11.910,JETZT NUR

€9.990,– ( ) BEI LEASING

1)

+ 6 Monate Kasko GRATIS 2)

tk. nur 20 S lagernd

Symbolfoto. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten, Kurzzulassung, Metallic gegen Aufpreis. *) Garantiestart immer mit Erstzulassung, beschränkt auf 100.000 km. 1) Laufzeit 48 Monate, 15.000 km p. a., Anzahlung € 2.500,-, Restwert € 4.950,-, Vertragserrichtungskosten € 175,-, Rechtsgeschäftsgebühr € 64,35, Gesamtbelastung € 8.999,79. Mehr Informationen in Ihrem Autopark. 2) Angebot der Ford Versicherung, 300,- € SB bei Vorzug-Vollkasko, 36 Monate Vertragsbindung, nur in Verbindung mit Ford Versicherung Vorteils-Paket, Kaskovorteil wird zum Versicherungsbeginn gutgeschrieben, Aktionszeitraum bis Zulassung 31.03.2018, gilt nicht für Sonderfuhrparks, nur einmal pro Kunde anwendbar.

I N N S B R U C K | Tel. 0 512 - 3336-0 V O M P | Tel. 0 52 42 - 642 00-0 W Ö R G L | Tel. 0 53 32 - 737 11-0 K I R C H D O R F | Tel. 0 53 52 - 645 50

www.autopark.at

€ 79,- / MONAT


Für’n AU T G

W

ch a f Einnline rn! o che si r e v www.studius.at

DIE TIROLER HAUSHALTS -VERSICHERUNG FÜR STUDIERENDE

VERSICHERUNGSSUMME € 15.000,-

H

C GLI

Studius