top.tirol (Jänner 2017)

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Spezial:

GRÜNDEN IN T IR O L

Ausgabe # 7/Jänner 2017

Ranking:

MIT N E M H E N R E T N DIE U EN G IN L R H E L N E T IS DEN ME

E T S S Ö R TIROLS G E B E I R T E B LEHR Leopold und Lorenz Wedl sind sich einig: „ DER STATIONÄRE HANDEL WIRD NICHT VERSCHWINDEN.“

Rückblick 2016: Was die Tiroler Wirtschaft bewegt hat.

EINE BEILAGE DER


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EDITORIAL

Inhalt

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Liebe Leserin, lieber Leser!

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s gibt mehr als 3.500 Lehrbetriebe in Tirol. Sie alle spielen eine tragende Rolle in der Fachkräfteausbildung und für unsere Wirtschaft. Die Unternehmen stehen dabei einigen Herausforderungen gegenüber: Wie findet man geeigneten Nachwuchs (S. 26) und wo erhält man Unterstützung bei Problemen (S. 23)? Welche Vorteile bietet das Prädikat „ausgezeichneter Lehrbetrieb“ (S. 32) und wie kann die Lehre als berufliches Sprungbrett genutzt werden (S. 20)? Zudem erfahren Sie in unserem Ranking, wer zu den größten Lehrbetrieben Tirols zählt, die bis zu 350 Lehrlinge ausbilden (S. 14). Außerdem werfen wir einen Blick auf Tirols „Inseln der Ideen“ – sprich Gründungszentren, die beim Eintritt in das Wirtschaftsleben untertützen (S.42) und fragen beim Business Angel Hermann Hauser nach, was Start-ups auszeichnet (S. 38). Leider sind neue Geschäftsideen nicht immer von Erfolg gekrönt (S.48). Denn oft müssen Rückschläge in Kauf genommen werden, um am Ende oben zu stehen.

INTERVIEW: LEOPOLD UND LORENZ WEDL

20 SPRUNGBRETT LEHRE

38 INTERVIEW: HERMANN HAUSER, BUSINESS ANGEL

54 AUTO

42 TIROLS INSELN DER IDEEN

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Impressum

Kurz gefragt: Roland Wolf

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Ausgezeichnete Lehrbetriebe

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Infografik: Auszeichnungen in Tirol

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Gründen in Tirol

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Interview: Leopold und Lorenz Wedl

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Rückblick 2016

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Klüger werden mit: Raphael M. Bonelli

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top.tirol – Ausgabe #7, Jänner 2017 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Marco Lösch, BA, Thomas Bucher, Kristina Fallenegger, BA, Lisa Untermarzoner, Eva-Maria Hotter, Eva Schwienbacher, BA, Mag. Klaus Erler, Matthias Krapf, BA, Walter Mair, Stefan Eckerieder, Rebecca Müller, BA, Daniel Feichtner, Hannelore Wimmer Anzeigenverkauf: Wolfgang Mayr Hersteller: Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/ offenlegungen abgerufen werden.

Tirols größte Lehrbetriebe

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Rentiert sich doppelt: die betriebliche Altersvorsorge

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steuer- und Sozialabgaben. Bei der betrieblichen Altersvorsorge profitieren also beide: der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Raiffeisenberater. Er informiert Sie gerne über alle Details. ¬ STEUERLICHE TIPPS: • Der Arbeitnehmer darf das Maximalalter bei der Pensionszusage nicht über­ schritten haben (gerade bei „Familien­ angehörigen“ ein Thema).

Vorteile auf beiden Seiten. Unternehmen, die auf betriebliche Vorsorge setzen, sparen Lohnnebenkosten, profitieren von Bilanzvorteilen und schaffen sich einen Imagevorteil bei Bewerbern. Auf Mitarbeiter wirkt die betriebliche Altersvorsorge wie eine Gehaltserhöhung, die erst in der Pension finanziell spürbar wird. Sie ergänzen damit nicht nur die staatliche Pension, sondern optimieren auch ihre Lohn-

Steuerrechtliche Auswirkungen. Einem betrieblichen Vorsorgemodell liegen zwei Verträge zugrunde: einer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Pensionszusage), ein zweiter zwischen Arbeitgeber und Versicherung (Rückdeckungsversicherung). Letzterer dient als Finanzierungsquelle für die spätere Zusatzpension des Arbeitnehmers. Die Pensionszusage wird in der Bilanz als „Rückstellung für die Pensionen“ dotiert. Die Anerkennung als Betriebsausgabe ist an steuerliche Bedingungen geknüpft. Wurden Aufwandsbuchungen zu Unrecht vorgenommen und damit die Steuerlast zu Unrecht vermindert, können Säumniszuschläge für zu wenig geleistete Steuern anfallen.

ie Differenz zwischen dem letzten Gehalt vor Pensionsantritt und der Rente wird immer größer. Das ist kein Geheimnis. Dass Arbeitgeber mit einer betrieblichen Vorsorge nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für ihre Mitarbeiter Steuern und Abgaben sparen und Fachkräften einen guten Grund bieten können, im Unternehmen zu bleiben, ist weniger bekannt. Auch für den Chef selbst kann eine solche Vorsorge getroffen werden.

Achten Sie auf eine korrekte Verein­ barung der Pensionszusage bei einmaligen Kapitalabfindungen, zum Beispiel darf die Kapitalabfindung nicht zu einem Zeitpunkt vereinbart werden, zu dem noch gar keine Ansprüche bestehen.

Die Höhe der Pensionszulage darf die Maximalgrenze nicht über­schreiten, da sie sonst als „Überversorgung“ bewertet wird.

www.raiffeisen-tirol.at

So gewinnen alle – mit der Betrieblichen Vorsorge für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter. Starten Sie die Betriebliche Vorsorge in Ihrem Betrieb und schaffen Sie eine Win-Win-Situation. Ihr Unternehmen profitiert von Steuervorteilen und spart Lohnnebenkosten. Ihre Mitarbeiter erhalten zur staatlichen auch noch eine betriebliche Vorsorge. All das macht Ihr Unternehmen attraktiver für qualifizierte Arbeitskräfte. www.raiffeisen.at/firmenkunden

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KURZ GEFRAGT

„Sich selbst treu bleiben“ Roland Wolf, Geschäftsführer der ROLF Spectacles, Holz-, Stein- und Hornbrillen aus Tirol

Ausbildung: gelernter Optiker, Snowboardlehrer

Die beste Entscheidung in meinem Leben: Mich selbstständig zu machen

Funktion: Geschäftsführer und Entwickler

Das Material Holz ist für mich: Etwas Besonderes, Warmes und Lebendiges

Werte, die mir wichtig sind: Tradition, geistige Freiheit, Familie, Ehrlichkeit Mein Lebensmotto: Sich selbst treu zu bleiben

Für die Zukunft wünsche ich mir: Etwas mehr Zeit für mich selbst zu haben.

Mich motiviert: Neues zu schaffen Das Besondere an meinem Unternehmen: Die speziellen Fähigkeiten der vier Unternehmensgründer, die zu etwas Großem zusammenwachsen und somit Produkte entstehen, die komplett in Österreich gefertigt werden können. Der Standort Tirol ist für mich: Meine Heimat Meine Mitarbeiter sind: Ein Traum und ein Kinderersatz Mein größter Erfolg in den letzten fünf Jahren: Meine Mitarbeiter An meinem Beruf gefällt mir: Dass ich mich selbst verwirklichen und entfalten kann.

© EDER ROBERT

Regionalität und Nachhaltigkeit bedeuten mir: Auf die Umwelt achten. Nach dem Prinzip der Regionalität ist auch unser Unternehmen ausgerichtet, da wir alle Produkte in unserem Standort in Weißenbach produzieren.

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AUSGEZEICHNET! Jährlich werden in Tirol Unternehmen für besondere Leistungen und Ideen prämiert. Doch wer kann welche Preise bekommen? top.tirol bietet einen Einblick in die Welt der Auszeichnungen.

... Engagierte Die bundesweite Auszeichnung TRIGOS der WKO mit Partnern wird seit 2004 an Unternehmen für ihre Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility verliehen. Die regionale Variante – TRIGOS Tirol – wird seit 2011 an Betriebe für ihre gesellschaftliche Verantwortung in den Kategorien „kleines Unternehmen“, „mittleres Unternehmen“ und „großes Unternehmen“ vergeben. www.trigos.at

... Innovative Seit 1993 wird jedes Jahr der TIROLER INNOVATIONSPREIS von der WK Tirol, dem Land Tirol und Partnern in den Kategorien „technische Innovationen im Bereich Produkt und Verfahren“, „Dienstleistungsinnovationen“ und „Konzepte mit hohem Innovations­ potenzial“ vergeben. Von etwa Mai bis Juli können Tiroler Unternehmen ihre Projekte einreichen. In den Sommermonaten werden diese von einer Jury bewertet und schließlich im Herbst ausgezeichnet. Infos gibt es beim Land und der WK Tirol.

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... Lehrbetriebe Das Prädikat „AUSGEZEICHNETER LEHRBETRIEB“ trägt zur Qualitätsverbesserung der Lehre bei: Um den Preis zu bekommen, müssen Unternehmen verschiedenste Voraussetzungen erfüllen. Eine Jury mit Vertretern von Landesregierung, WK und AK bewertet diese. Die Auszeichnung ist für drei Jahre gültig, danach muss sie wieder beantragt werden. Einreichungen sind von Jänner bis April möglich. Infos gibt es beim Land und der WK Tirol.


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... die besten Arbeitgeber Der heuer erstmals verliehene TOP COMPANY AWARD TIROL richtet sich an Betriebe und Non-Profit-Organisationen. Ziel ist es, dem Fachkräftemangel in Tirol mit der Auszeichnung des Unternehmens als attraktiven Arbeitsplatz entgegenzuwirken. Die Teilnehmenden unterziehen sich einer Mitarbeiterbefragung. Ins Leben gerufen wurde der Award vom Business Pool Austria.

... Kreative In der Werbebranche ist der TIROLISSIMO ein heiß begehrter Award. Einmal im Jahr wird er in verschiedenen Kategorien – von Werbekampagne über Imagefilm bis zu Werbefotografie – an die kreativsten Agenturen vergeben. www.tirolissimo.at

... Forscher

FÜR

Der CAST TECHNOLOGY AWARD richtet sich an Tiroler Forscher. Gesucht werden Ideen zur wirtschaftlichen Verwertung von wissenschaftlichen Entwicklungen, Erfindungen und Forschungsergebnissen aus allen Technologiebereichen. Ausgezeichnet werden die Ideen mit der höchsten Chance auf wirtschaftlichen Erfolg. Teilnehmen können Forscher der folgenden Einrichtungen: Universität Innsbruck, Medizinische Universität Innsbruck, MCI, FH Kufstein, FH Gesundheit, Institut für Quantenoptik und Quanteninformation oder Tiroler Krebsforschungsinstitut. Die Gewinner erhalten neben Preisgeld ein Gutachten über das Marktpotenzial ihrer Einreichung sowie Beratung von CAST und seinem Netzwerk. www.cast-tyrol.com

... junge Unternehmer ... Beständige Um das Tiroler Unternehmertum wertzuschätzen, ehrt das Land Traditionsbetriebe für ihren langjährigen Einsatz in der Wirtschaft. Geehrt werden Unternehmen, die (genau im Jahr der Ehrung) ein rundes Betriebsjubiläum (z. B. 30 oder 40 Jahre) feiern. Die Geehrten bekommen bei einer Veranstaltung eine „TIROLER TRADITIONSBETRIEB“Urkunde. Anmeldungen sind online über die Land-Tirol-Homepage möglich.

Mit dem TIROLER JUNGUNTERNEHMERPREIS werden junge Wirtschaftstreibende für herausragende Leistungen prämiert. Damit möchte die WK Tirol auf die Bedeutung von Jungunternehmern für das Land und den Wirtschaftsstandort Tirol aufmerksam machen. Er wird in den vier Kategorien „kreative Dienstleistung“, „neue Ideen, neue Produkte, neue Märkte“, „moderne Tradition“ und in der Sonderkategorie „Start-up“ vergeben.

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Generationenwechsel im Hause Wedl Seit knapp einem Jahr assistiert Lorenz Wedl KR Leopold Wedl in der Geschäftsleitung. Bald wird er komplett das Ruder übernehmen. top.tirol hat Vater und Sohn zum Interview getroffen. Das Interview führte Stefan Eckerieder.

© EMANUEL KASER (4)

H

err Wedl, Digitalisierung und der OnlineHandel stellen eine große Herausforderung für den Handel dar. Wie gehen Sie damit um? Lorenz Wedl: Wir haben bereits vor fünf Jahren begonnen, darauf zu reagieren. Wedl ist im Bereich der Digitalisierung deshalb bereits gut aufgestellt. Wir machen derzeit schon 25 Prozent Umsatz mit unserem OnlineShop. Zudem sind wir stetig dabei, unseren Online-Shop auszubauen und zu verbessern. Nächstes Jahr wird es einen Relaunch des Online-Shops geben. Unser klares Ziel ist es, in den kommenden zwei bis drei Jahren 50 Prozent unseres Zustellumsatzes über den Online-Shop zu generieren. Und das schaffen wir auch. Wir sind nun auch erstmalig im Social-Media-Bereich tätig, um unseren Kunden Informationen über das Unternehmen sowie unsere Produkte 24 Stunden am Tag anbieten zu können, und damit einfach eine Nähe zu unseren Kunden zu haben. Und wir haben auch unsere Website relauncht. Das ist sehr gut angekommen. Die Besuche auf der Website sind seitdem stetig steigend.

Verändert sich mit dem digitalen Wandel auch der stationäre Handel? Lorenz Wedl: Man sieht schon einen klaren Trend Richtung Zustellung. Der stationäre Handel stagniert eher. Man darf den stationären Handel aber nicht außer Acht lassen. Es gibt viele Köche, die die Ware sehen und nicht auf das Einkaufserlebnis verzichten wollen. Hier sind wir stets bemüht, den Kunden ein Erlebnis anzubieten. Das geschieht durch Weinoder sonstige Produktverkostungen, durch schöne Warenpräsentation und vieles mehr. Leopold Wedl: Einfache Waren wie etwa Teigwaren oder Reis werden immer mehr über den Web-shop generiert. Aber Dinge, die man ansehen will, wie Obst, Gemüse, Trüffel oder andere Spezialitäten und Frischwaren, sehen sich die Küchenchefs gerne persönlich an. Sie kommen am Vormittag ins C+C und mittags steht es bereits in der besten Qualität auf der Menükarte. Die Ware sehen und verkosten zu können, wird noch lange aufgrund des Erlebnisses und der Nähe zum Produkt über das C+C gehen. Lorenz Wedl: Ich glaube, mittelfristig wird Multichanneldenken wichtig sein: Dass die Leute sich online informieren, aber trotzdem noch im stationären HanDie besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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Seit fast einem Jahr assistiert Lorenz Wedl seinem Vater in der Geschäftsleitung.

del kaufen. Dass man etwa vorbestellt und die Sachen nur noch abholt oder sie zugestellt werden. Das ist alles denkbar. Aber der stationäre Handel wird nicht verschwinden. Auch wenn wir bereits zwei Drittel des Handels mit dem Zustellbereich machen. Wird die Präsentation der Produkte im stationären Handel, Stichwort Handel als Erlebnis, wichtiger für den stationären Handel, um sich gegen den Online-Handel durchzusetzen? Leopold Wedl: Das ist richtig. Wenn Sie in unser C+C schauen, dann werden Sie einen deutlichen Unterschied zu vor ein paar Jahren sehen, in Richtung Erlebnis beim Einkaufen. Ich glaube schon, dass es im Spezialitätenbereich wichtig ist, sich gegenüber dem Online-Handel zu profilieren, sonst ist man am Abstellgleis. Wir wollen beide Dinge erfüllen und sind sicher, am richtigen Weg zu sein. Und wir haben mit unseren Profikunden wieder eine Umsatzsteigerung von vier bis fünf Prozent. Das zeigt, dass wir gut mit dem Trend mitkommen. Können Sie Befürchtungen, wonach vor allem im Handel Arbeitsplätze durch die Digitalisierung bedroht sind, entkräften? Lorenz Wedl: Ich sehe nicht, dass durch die Digitalisierung massiv Arbeitsplätze verloren gehen werden. Es gibt immer noch einen starken Fokus auf Beratung und Dienstleistung. Das kann nur der menschliche Kontakt herstellen. Sie haben angekündigt, die Wedl Handels-GmbH in rund zwei Jahren an Ihren Sohn übergeben zu wollen. Fällt die Übergabe angesichts der Umwälzungen im Handel schwerer oder ist es womöglich sogar der richtige Zeitpunkt, die jüngere Generation ans Ruder zu lassen? Leopold Wedl: Was die Digitalisierung anbelangt, ist ein 20-Jähriger einem 70-Jährigen überlegen, das ist klar. Der Fahrplan steht. Beim 10

„Ich glaube schon, dass es im Spezialitätenbereich wichtig ist, sich gegenüber dem OnlineHandel zu profilieren, sonst ist man am Abstellgleis.“ KR Leopold Wedl Geschäftsführer

Wedl-Handel, der von den 550 Mio. Euro Umsatz den größten Part ausmacht, wäre mein Wunsch, nach der intensiven Einarbeitung von Lorenz, noch ein oder zwei weitere Personen teils aus der Verwandtschaft mit an Bord zu holen. Es gibt ja zum Beispiel Logistik und Finanzen, Einkauf, Marketing und den Vertrieb. Viele Bereiche, in denen mein Sohn mit seinen Fähigkeiten ein Spezialist sein wird. Mein Sohn hat nach sehr gutem Abschluss im Masterstudium in Deutschland bei einschlägigen Firmen Praktika gemacht. Etwa bei der Firma Globus in

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der Neuentwicklung von Supermärkten. Das war eine sehr gute Erfahrung. Ebenso bei Alnatura, die einen Trend bedient und einen ganz eigenen Führungsstil hat. Seit einem Jahr ist er nun bei mir und ich freue mich schon, wenn er gewisse Dinge übernehmen wird. Es gibt bei unseren 30 Firmen, die wir haben, genug zu tun. Fad wird mir auch danach sicher nicht sein. Welches sind die größten Herausforderungen für Sie als Übergeber bei der Übergabe des Unternehmens? Leopold Wedl: Ich sehe keine Schwierigkeiten. Wenn er eine gute Idee hat, kann er sie ja jetzt schon durchsetzen. Lorenz Wedl: Ich bin froh, dass ich schon jetzt gewisse Freiräume habe. Ich darf auch Fehler machen. Daraus lernt man. Ich kann mich selbst entfalten und selbst einarbeiten. Ich muss natürlich in riesige Fußstapfen treten. Deshalb ist mir die Zusammenarbeit mit meinem Vater wichtig, weil ich von ihm sehr viel lernen kann. Mein Verantwortungsbereich wird step-by-step ausgeweitet und darüber bin ich froh. Wie gehen Sie als Übernehmer mit diesen sehr großen Fußstapfen um, in die Sie ja erst hineinwachsen müssen? Lorenz Wedl: Ich habe das immer schon als große Chance gesehen, habe


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diesen Weg ja auch mit dem Besuch der Handelsakademie eingeschlagen. Am Anfang habe ich mich schon gefragt, ob das der richtige Weg für mich ist. Aber mit jedem Jahr, in dem ich in das Geschäft hineingewachsen bin, habe ich bemerkt, dass ich das Lebenswerk von meinem Vater und unseren Vorfahren fortführen will. Es macht riesigen Spaß, mit meinem Vater zu arbeiten. Wurde das Wirtschaften schwieriger für die Übernehmergeneration? Leopold Wedl: Was mich stört, ist, dass vor allem in den letzten drei Jahren immer neue Gesetze herausgekommen sind, die nur Geld gekostet haben. Teilweise von der EU – ich muss sagen, ich bin ein euphorischer EU-Befürworter – aber teilweise wurde es übertrieben. Aber auch nationalstaatliche Dinge. Wenn neben dem harten Wettbewerb enorme Dinge kommen, wie der vorgeschriebene Betriebsarzt, das Energieeffizienzgesetz, die Kennzeichnungspflicht etc., wird das positive Wirt-

schaften schwierig. Alles, was wirtschaftlich sinnvoll ist, macht man ja gerne, aber vieles ist einfach nur erschwerend und mit enormen Kosten verbunden. In Tirol sind wir etwa durch den Brenner Basistunnel gestraft. Wir Tiroler haben als Einzige täglich diese erhöhte Autobahnmaut zu zahlen, für uns ist das eine Erschwernis und Ungerechtigkeit gegenüber jenen, die das nicht haben. Dazu kommt die Topografie in Tirol. Die Lieferkosten sind bei uns höher als im Flachland. Hier nimmt die Politik zu wenig Rücksicht. Lorenz Wedl: Dazu kommen die bürokratischen Hürden, die unsere Kunden betreffen und damit indirekt uns. Seien es Nährwertangaben, Allergenverordnung oder die Mehrwertsteuererhöhung im Tourismus. Hier sind bei Letzterem unter anderem die Nachbarländer begünstigt. Leopold Wedl: Das sind ungleiche Wettbewerbsverhältnisse. Hier muss man die Politiker aufrufen, standortbezogener und wirtschaftlicher zu denken.

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Das Handelshaus Wedl: 1904 gründete Leopold Wedl I. in Hall in Tirol ein Kolonialwarengeschäft und legte damit den Grundstein für das Lebensmittelhandelsunternehmen.

In den 20er Jahren begann Leopold Wedl II. mit der Großhandelstätigkeit.

Nach seinem Tod im Jahr 1965 übernahm Leopold Wedl III. mit 25 Jahren die Führung des Familienunternehmens und baute es zusammen mit Wilhelm Hofmann zur heutigen Größe aus.

Im Jänner 2016 ist Lorenz Wedl als Assistenz seines Vaters, inzwischen Kommerzialrat, ins Unternehmen eingetreten. Zum Unternehmen zählen 30 Firmen, darunter eine italienische Kaffeerösterei und die 1999 entstandene internationale Franchisekette „Testa Rossa caffèbar“.

Im letzten Jahr zählte das Handelsunternehmen 1.288 Beschäftigte im In- und Ausland und erwirtschaftete einen Konzernumsatz von 532 Millionen Euro.

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„Ich sehe nicht, dass durch die Digitalisierung massiv Arbeitsplätze verloren gehen werden. Es gibt immer noch einen starken Fokus auf Beratung und Dienstleistung.“ Lorenz Wedl Assistenz der Geschäftsführung

Wir haben eine exorbitante Steuerbelastung. Wir arbeiten bis zu zehn Monate für den Staat und nur die letzten zwei Monate gehören einem selbst. Wedl ist insbesondere mit Kaffee in zahlreichen Märkten der Welt aktiv. Ist eine weitere Expansion zu erwarten? Leopold Wedl: Denkbar ist, dass wir unser Franchise-System mit den TestaRossa-caffébars auf die USA ausweiten, in Kufstein wird zudem bald eine weitere eröffnet. Es wird eine ganz moderne neue Linie, die einen frischeren Auftritt hat, mit modernen Möbeln. Es wird eine Mischung aus Bar und Markt, wo man frische italienische Produkte kaufen und verkosten kann und einen guten Wein oder Kaffee trinken kann. Nach und nach sollen dann alle Testa-Rossa-caffébars auf das neue System umgestellt werden und den Zunamen Enzo bekommen. Kaffee ist ein Herzstück unseres Unternehmens. Im Kaffee-Geschäft erwarten wir uns, dass bezüglich Russland Erleichterungen kommen. Russland ist unser größtes KaffeeExportland. Allerdings, wegen des Embargos und der Rubelschwäche, weit hinter den Vorstellungen, die wir mit unseren Partnern gehabt haben. Wir wollen in der ganzen Welt zulegen. In Italien haben wir im Export Zuwachsraten von 20 bis 30 Prozent. Die Firma dort entwickelt sich ausgezeichnet. Wir beliefern von dort die ganze Welt, von China bis Australien. Zu-

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dem wollen wir im kommenden Jahr unser C+C in Berchtesgaden völlig umbauen und auf den neuesten Stand bringen. In zwei Jahren wollen wir in Saalfelden einen ganz großen neuen Betrieb bauen, der ein gemischtes C+C- und Zustelllager sein wird, ungefähr in der Größe wie in Innsbruck. Noch Ende dieses Jahres ist dafür die Bauverhandlung. Umgesetzt wird es Ende 2018 oder Anfang 2019. Lorenz Wedl: Mittelfristig wollen wir weiße Flecken in Österreich abdecken. Wie gut sehen Sie die Tiroler Wirtschaft und den heimischen Handel auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet? Leopold Wedl: Ich habe mit Freuden vernommen, dass Österreich sich aus Sicht der Manager weltweit vom 19. auf den 8. Platz verbessert hat. Tirol steht zudem besser da als die restliche österreichische Wirtschaft. Ich glaube, dass wir, wenn wir tüchtig und bescheiden sind, einer guten Zukunft entgegenblicken können. Wir leben in einer paradiesischen Gegend. Ich möchte nicht in Ländern leben, wo man vielleicht steuerlich günstiger dran ist, aber nur in einer Enklave leben kann, weil man Angst um Leib und Leben haben muss. Wir sind auch zwischen Bayern und Südtirol gut eingebettet. Ich will nirgendwo anders leben. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.


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Ein Logistiknetzwerk, das überzeugt Dachser ist die Nummer eins im europäischen Stückgutmarkt. Die Voraussetzungen dafür schaffen ein umfassendes Verkehrs- und Niederlassungsnetzwerk sowie eine vorausschauende strategische Netz- und Kapazitätsplanung.

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ls weltweiter Logistikdienstleister arbeitet Dachser für zahlreiche österreichische Unternehmen. In Tirol ist Dachser mit einem von insgesamt elf österreichischen Standorten vertreten und bietet das volle Spektrum an logistischen Dienstleistungen. Über das Dachser Netzwerk – direkt nach West- und Osteuropa. Das weltweite Dachser Netzwerk umfasst 428 eigene Niederlassungen, die sowohl IT-seitig als auch mit Stückgutverkehren direkt verbunden sind. Dadurch sind schnelle Abwicklungen und Direktverkehre wie zum Beispiel nach Deutschland möglich. Exakt getaktete Verkehre verbinden den Standort in Hall i. T. direkt mit einer Vielzahl von Orten in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Frank-

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feldübergreifende Dienstleistungen wie DACHSER Contract Logistics und Beratung sowie branchenspezifische Lösungen für die chemische Industrie und die DIY-Branche ergänzen das Angebot. Die Dachser-IT verknüpft die verschiedenen Transportleistungen auf intelligente Weise – und macht so einen reibungslosen und effizienten Warenverkehr über alle Grenzen hinweg erst möglich. ¬ reich Spanien, Portugal, Benelux, Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa. Auf dem Logistikgelände in Hall i. T. betreibt Dachser eine Umschlagshalle an der bis zu 23 LKWs gleichzeitig be- und entladen werden können. Direkt angeschlossen ist das Warehouse mit rund 5.000 Palettenstellplätzen. Geschäfts-

DACHSER-Austria Gesellschaft m.b.H. Logistikzentrum Tirol Schlöglstraße I 59, 6060 Hall i. T. Tel.: 05223 / 450 40 0 E-Mail: dachser.innsbruck@dachser.com www.dachser.at

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TIROLS GRÖSSTE

LEHRBETRIEBE Das sind Tirols Unternehmen mit den meisten Lehrlingen.

1.

SPAR ÖSTERREICHISCHE WARENHANDELS-AG Unternehmenssitz: Wörgl

Von Eva-Maria Hotter & Eva Schwienbacher

Das Lebensmittelhandels­unternehmen SPAR bildet tirolweit

350 Lehrlinge

aus, vier davon in einer Filiale in Imst unter der Leitung von Barbara Lechleitner.

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© DOMINIQUE HUTER

2. Das Familienunternehmen MPreis rangiert auf Platz zwei mit

214 Lehrlingen.

Leiterin Personalentwicklung Kathrin Zobl und Lehrlingsausbilder Thomas Schrott mit Lehrlingen in der umgebauten MPreis-Filiale im Innsbrucker Stadtteil Wilten.

MPREIS WARENVERTRIEBS GMBH Unternehmenssitz: Völs

3.

SANDOZ GMBH Unternehmenssitz: Kundl

Wie das Ranking entstanden ist: Die Angaben beruhen auf Rückfragen bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden. Die Lehrlingsanzahl ist unabhängig vom Lehrjahr und bezieht sich auf den Stand am 31. Oktober 2016.

Das Chemieunternehmen in Kundl qualifiziert

171 Lehrlinge –

im Bild mit Michael Öfner, Leiter des Ausbildungszentrums.

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© DOMINIQUE HUTER

4.

ÖBB-INFRASTRUKTUR AG Unternehmenssitz: Wien Zentrale Leitstelle: Innsbruck

Bei den Österreichischen Bundesbahnen in Tirol lernen

147 Lehrlinge

ihr Handwerk in der Lehrwerkstatt in Innsbruck.

© FRANZ OSS

5. PLANSEE SE Unternehmenssitz: Reutte

Das international tätige Unternehmen Plansee bildet

136 Lehrlinge

aus.

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Strom ist unsere Leidenschaft! Fiegl+Spielberger ist das größte private Elektrounternehmen Westösterreichs und hat sich seit seiner Gründung auf die Planung, den Verkauf, die Installation und die Wartung von Anlagen der Stark- und Schwachstromtechnik spezialisiert.

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ehrlinge sind eine Investition in die Zukunft. Die Ausbildung junger und motivierter Menschen sieht das Unternehmen als Grundlage und Investition für die Zukunft. Somit ist der Spruch „Karriere mit Lehre“ bei Fiegl+Spielberger keine leere Floskel, sondern gelebter Alltag, sind doch bereits zahlreiche ehemalige Lehrlinge in leitende Positionen aufgestiegen. Bewirb dich jetzt! Interessenten, die auf der Suche nach einer Lehrstelle in einem innovativen Umfeld sind und die Herausforderung suchen, sind bei Fiegl+Spielberger, einem ausgezeichneten Tiroler Lehrbetrieb, genau richtig! Lehrlinge sind

hier von Anfang an aktiv mit dabei, wenn die spannendsten und prestigeträchtigsten Bauvorhaben der Industrie und Hotellerie realisiert werden. Infos zur Lehre unter ¬ www.fiegl.co.at

BEWIRB DICH JETZT BEI UNS! LEHRLING ALS EINZELHANDELSKAUFFRAU/-MANN Die Ausbildung der Lehrlinge liegt uns am Herzen, denn sie sind die Zukunft. Deshalb ist es unser Ziel ihnen eine hervorragende Ausbildung und exzellente Zukunftsperspektiven zu bieten. Seit 2009 bieten wir unter dem Motto „doppelt hält besser“ auch Lehre mit Matura an. Dies ist der kürzeste Weg zur Matura und ermöglicht Dir gleiche Studien- und Karrierechancen wie AHS- und BHS-Absolventen. Wenn Du Dich für Mode begeistern kannst, mach Dein Hobby zum Beruf und bewirb Dich bei dem von der Tiroler Landesregierung zum fünften Mal in Folge „Ausgezeichneten Tiroler Lehrbetrieb“ für den Ausbildungsstart im August: Mode von Feucht GmbH, Schergentorgasse 1, 6060 Hall in Tirol, oder via E-Mail an bewerbung@feucht.co.at

HARD FACTS: Dauer:

3 Jahre | 3,5 Jahre bei Lehre mit Matura

Beginn:

Jährlich im August

Ausbildung: Praxis in allen Abteilungen (Verkauf, Deko, Visual Merchandising)

Landeck • Imst • Reutte • Hall • Wattens • Schwaz • Wörgl • Kufstein

Vergütung:

526 € Einstiegsgehalt zzgl. Verkaufsprovison ab 1. Lehrjahr Sonderprämien bei Jahresendzeugnissen mit Auszeichnung

Karriere:

Durch eine exzellente Ausbildung schaffen wir es Lehrlinge als Filialleiter, Einkäufer oder anerkannte Top-Modeberater auszubilden

Alle Infos unter: www.feucht.at Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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Die Top 30 im Überblick ANZAHL DER LEHRLINGE (STICHTAG 31. OKTOBER 2016)

LEHRBETRIEB 1

SPAR ÖSTERREICHISCHE WARENHANDELS-AG

350

2

MPREIS WARENVERTRIEBS GMBH

214

3

SANDOZ GMBH

171

4

ÖBB-INFRASTRUKTUR AKTIENGESELLSCHAFT

147

5

PLANSEE SE

136

6

MARKUS STOLZ GMBH & CO KG

122

7

THÖNI INDUSTRIEBETRIEBE GMBH

121

8

GE JENBACHER GMBH & CO OG

104

9

D. SWAROVSKI KG

100

10

ING. HANS BODNER BAU GES. M.B.H. & CO. KG

73

11

IBIS ACAM BILDUNGS GMBH

66

12

DM DROGERIE MARKT GMBH

60

13

PORSCHE INTER AUTO GMBH & CO KG

56

14

RIEDER GMBH & CO KG

55

14

TIROL KLINIKEN GMBH

55

15

TIWAG-TIROLER WASSERKRAFT AG

53

15

XXXLUTZ KG

53

16

MULTIVAC MASCHINENBAU GESELLSCHAFT MBH & CO. KG

52

17

FIEGL & SPIELBERGER GMBH

51

18

STRABAG AG

47

19

ELEKTRO MÜLLER GMBH & CO KG

46

20

UNTERBERGER GRUPPE

44

21

INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AKTIENGESELLSCHAFT

40

Hinweis: Die Angaben beruhen auf Rückfragen bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden. Die Lehrlingsanzahl ist unabhängig vom Lehrjahr und bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2016.

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ANZAHL DER LEHRLINGE (STICHTAG 31. OKTOBER 2016)

LEHRBETRIEB 22

HERVIS SPORT- UND MODEGESELLSCHAFT M.B.H.

39

22

HOFER KG

39

23

BILLA AKTIENGESELLSCHAFT

38

23

RETTERWERK GMBH

38

23

WÜRTH-HOCHENBURGER GMBH

38

24

FRITZ EGGER GMBH & CO. OG

36

24

LUZIAN BOUVIER HAUSTECHNIK & FLIESEN GMBH

36

24

„UNSER LAGERHAUS“ WARENHANDELSGESELLSCHAFT M.B.H.

36

25

TYROLIT – SCHLEIFMITTELWERKE SWAROVSKI K.G.

35

26

SWAROVSKI OPTIK KG

33

27

KIKA MÖBEL-HANDELSGESELLSCHAFT M.B.H.

31

28

ELEKTRIZITÄTSWERKE REUTTE AG

30

28

ING. HANS LANG GMBH

30

28

LIEBHERR-WERK TELFS GMBH

30

28

OPBACHER INSTALLATIONEN GMBH

30

29

OBERLANDESGERICHT INNSBRUCK

29

30

EMPL FAHRZEUGWERK GMBH

28

30

FALKNER & RIML GMBH

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Diese Unternehmen bilden 20 und mehr Lehrlinge aus: • • • • • • • • • • •

arl Reiter Posthotel Achenkirch GmbH (27) K MAN Truck & Bus Vertrieb Österreich GesmbH (27) Biohotel Stanglwirt GmbH (26) Land Tirol (26) Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH (26) MODE VON FEUCHT GmbH (26) Binderholz GmbH (25) Grissemann Gesellschaft m.b.H. (25) Johann Huter & Söhne (23) Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (23) Porr Bau GmbH (23)

• WELLNESS-HOTEL ENGEL Mattersberger HotelbetriebsgmbH (23) • Hamacher Hotel- und Beteiligungs GmbH (22) • Swietelsky Baugesellschaft m.b.H. (22) • EAE Stöckl ElektroanlagenElektrifizierungsgesellschaft m.b.H. (21) • AT Thurner Bau GmbH (20) • FELDER KG (20) • Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H. (20) • J. Zimmer Maschinenbau GmbH (20) • Landeshauptstadt Innsbruck (20)

Hinweis: Die Angaben beruhen auf Rückfragen bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden. Die Lehrlingsanzahl ist unabhängig vom Lehrjahr und bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2016.

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Sprungbrett Lehre Welche Aufstiegschancen ein Lehrabschluss bietet, beweisen beispielhaft drei erfolgreiche Tiroler Persönlichkeiten. top.tirol hat sie gefragt, warum sie sich für eine Lehre entschieden haben und was aus ihrer Sicht erfolgsentscheidend ist. Eva Schwienbacher

Erfolgsfaktor Weiterbildung

Bewä h und N rtes komb eues iniere n

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e t n e l Ta n r e d för


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Eveline Wild (36) aus Inzing ist vielen als Fernseh-

köchin und -pâtissière bekannt. Die Karriere der Konditormeisterin begann mit einer Lehre in der Konditorei Valier in Innsbruck, die sie wie auch die Meisterprüfung (2003) mit „ausgezeichnetem Erfolg“ abschloss. Wild hat mehrere Wettbewerbe gewonnen, darunter die Berufsweltmeisterschaften in Seoul/Südkorea (2001) und ihre eigene Marke namens „Eveline Wild Chocolatier“ gegründet. Derzeit arbeitet sie im Wohlfühl- und Wellnesshotel EDER in der Steiermark, wo sie unter anderem selbst Lehrlinge ausbildet.

Josef Pieggrer de Geschäftsführer egger Pi ei er zg et m nd La

Josef Piegger

(54) ist Geschäftsführer der von seinen Eltern gegründeten Landmetzgerei Piegger, zu der drei Filialen, die Messegastronomie sowie ein Cateringservice gehört. Im Schnitt ist er für 65 Mitarbeiter zuständig. Piegger war vor 36 Jahren zum ersten Mal auf der Messe Innsbruck vertreten, hat dann sein Angebot laufend vergrößert und ist schließlich seit zehn Jahren für die komplette Messegastronomie zuständig. Sieben bis zehn Tonnen Fleischwaren pro Woche gehen in der Metzgerei über die Theke. Piegger hat das Handwerk von der Pieke auf gelernt, durfte von Kindesbeinen an daheim mithelfen, absolvierte mit 17 Jahren die Metzgerlehre und mit 21 die Meisterprüfung. Neben seiner Tätigkeit im Familienbetrieb unterrichtete er zehn Jahre lang an der Berufsschule in Innsbruck.

Eveline Wild Konditormeist

erin

Ich war eine Einserschülerin. Meine Entscheidung für eine Lehre stieß bei vielen auf Unverständnis. Doch ich wollte etwas Kreatives und Praktisches machen – was genau, war zweitrangig. Unterstützung erfuhr ich hauptsächlich durch meine Familie. Sie ermöglichten mir die Teilnahme an Wettbewerben, die mein Selbstbewusstsein stärkten. Ich war ehrgeizig, aber nicht verbissen und habe es auch nicht angestrebt, ins Fernsehen zu kommen, jedoch die Chance genutzt, als es mir angeboten wurde. Die Förderung durch Führungskräfte, die Eltern oder einfach Personen, die an einen glauben, spielt eine wesentliche Rolle im beruflichen Werdegang eines jungen Menschen. Zudem braucht es Neugier, Interesse, Fleiß, ein Quäntchen Glück und letztendlich Freude an der Arbeit – dann ist es ganz egal, ob man dieser mit einem Studien- oder Meistertitel nachgeht.“

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© EMANUEL KASER, DER-MACHER

Ich bin familiär bedingt in den Beruf hineingewachsen und wollte nie etwas Anderes machen. Die hochwertige Lebensmittelbranche bietet sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten: Ich kann ausgehend vom Wissen, das mir meine Eltern vermittelt haben, neue Produkte kreieren, die dem Bedürfnis der Kunden, sich gesund zu ernähren, gerecht werden. Um im Metzgereibereich erfolgreich zu sein, ist Einsatz und – wie überall – Leidenschaft für den Beruf gefragt. Zudem ist es wichtig, nach vorne zu blicken und bei Beibehaltung der Qualität, nicht stehenzubleiben. Ein weiterer Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen sind kompetente Mitarbeiter. In meinem Fall sind es – was die Führungspositionen betrifft – ausschließlich Familienmitglieder, die sich für die Firma engagieren und zum Erfolg beitragen. Die Arbeit ist zeitintensiv, doch die Entschädigung dafür sind zufriedene Kunden, die hochwertige Produkte schätzen.“


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Kurt PlanTigrogl unedr

Ich interessierte mich bereits in der Schulzeit für Elektronik. Als keine Lehrstellen als Radio- und Fernsehtechniker frei waren, machte ich die Lehre zum Elektroinstallateur. Ich war von Anfang an mit Begeisterung dabei und motiviert, neue Aufgaben zu übernehmen. Das merkten meine Vorgesetzten und vertrauten mir schließlich die technische Leitung bei Telesystem Tirol an. Nach der Übernahme des Unternehmens durch UPC wurde ich Bereichsleiter für den Standort Tirol. Ich denke, dass Eigeninitiative und Interesse am Unternehmen wichtige Eigenschaften sind, um erfolgreich zu sein. Außerdem sind fachliche Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen unerlässlich. Darüber hinaus sollte man die Angst vor Neuem überwinden, die der eigenen Entwicklung oft im Wege steht. Letztlich sind auch die Führungskräfte gefragt, Talente zu fördern und diese in ihrer Entwicklung zu unterstützen.“

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Die Bezahlung erfolgt nach Kollektivvertrag und beträgt brutto EUR 563,68 /Monat im 1. Lehrjahr. Swarovski bietet dir außerdem vielseitige Sozialleistungen.

© MARIO BRUNNBAUER

UPC Prokurist bei Vorarlberg

Kurt Plangger

(60) ist Prokurist bei UPC Tirol und Vorarlberg. Der Innsbrucker schloss 1975 die Lehre als Elektroinstallateur ab. Es folgten die Ausbildung zum Werkmeister für Industrieelektronik, eine kaufmännische Qualifizierung sowie zahlreiche Fortbildungen – zuletzt in den Bereichen Marketingmanagement und Betriebswirtschaft. Einen im Jahr 2013 gestarteten MAS (Master of Advanced Studies) hat er aus zeitlichen Gründen auf Eis gelegt. Plangger hat sich auf der Karriereleiter sukzessive hochgearbeitet. Als Bereichsleiter bei UPC Tirol und Vorarlberg war er für bis zu 64 Mitarbeiter zuständig.

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Coaching für Lehrbetriebe Während der praktischen Ausbildung können Situationen aufkommen, die Lehrbetriebe überfordern. Ist das der Fall, können Unternehmen die kostenlose Unterstützung von Coaches in Anspruch nehmen. Von Eva Schwienbacher

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© WK TIROL

n der Qualifizierung von Nachwuchsfachkräften können Probleme, die etwa das Privatleben, die Berufsschule oder die Berufswahl des Lehrlings betreffen, den erfolgreichen Lehrabschluss gefährden. Oft ist die Hemmschwelle zu groß, das Problem direkt anzusprechen, manchmal fehlt es schlichtweg an der nötigen Erfahrung. „Die Lehrlingsausbildung ist für beide – Ausbildner und Lehrling – eine große Herausforderung. Es kann zu Situationen kommen, die professionelle Unterstützung von außen erfordern“, erklärt Hansjörg Rauth, Leiter des Förderservice in der WK Tirol.

Anspruch genommen. Nun möchte man verstärkt Tirols Betriebe damit ansprechen.

Zielgruppe. „Grundsätzlich können alle Unternehmen, die bereits Lehrlinge ausbilden oder sich für die Lehrausbildung interessieren, das Angebot in Anspruch nehmen“, erklärt Rauth. „Primär richtet es sich jedoch an kleine und mittlere Betriebe, die sich in einer dieser Lagen befinden: Sie stehen vor einer akuten Herausforderung, möchten Mädchen in für Frauen untypischen Berufen ausbilden, verstärkt Jugendliche anderer Kulturen für die AusbilAnonyme Beratung. dung gewinnen oder haben selbst „Die Lehrlings­ einen Migrationshintergrund Diese Hilfe sollen Lehrbetriebe ausbildung ist für und möchten sich mit dem österim Rahmen des bundesweiten Programms „Lehre statt Leere“ beide – Ausbildner und reichischen Ausbildungssystem bekommen, das vom Bundesbesser vertraut machen.“ Lehrling – eine große Der erste Schritt ist ein ministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz 90-minütiges Gespräch mit eiHerausforderung.“ gemeinsam mit dem Bundesnem Coach, um die gegenwärtiministerium für Wissenschaft, ge Situation zu analysieren. In Mag. Hansjörg Rauth Leiter des Förderservice in der WK Tirol Forschung und Wirtschaft und manchen Fällen ist es damit auch der Wirtschaftskammer ins Leschon getan. Bei Bedarf können ben gerufen wurde. Die Initiative beinhaltet kos- Betriebe aber auch eine längerfristige Begleitung in tenlose und anonyme Coachings und richtet sich Anspruch nehmen. Die Kontaktaufnahme erfolgt sowohl an Lehrlinge als auch Lehrbetriebe. Sie entweder über den Förderservice der Lehrlingszielt darauf ab, Menschen, die sich in Ausbildung stelle in der WK Tirol oder anonym über die bunbefinden, zu einem erfolgreichen Abschluss zu ver- desweite Koordinationsstelle für Lehrlings- und helfen und einen Beitrag zur Fachkräftesicherung Lehrbetriebscoaching auf www.lehre-statt-leere.at über das Anfrageformular. zu leisten. ¬ In Tirol wurde die Initiative im Rahmen eines Pilotprojekts vor vier Jahren getestet. Im vergangeInformationen zum Lehrbetriebscoaching: nen Herbst erfolgte dann der definitive Projektstart. Förderservice in der Lehrlingsstelle der WK Tirol Umgesetzt werden die Coachings durch Experten Ansprechperson: Mag. Hansjörg Rauth des Bildungsträgers ibis acam. Bisher haben laut Tel.: 0043/ (0) 590 905-7606, E-Mail: hansjoerg.rauth@wktirol.at Rauth vor allem Lehrlinge das Gratis-Angebot in www.lehre-statt-leere.at Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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Die Lehre in Zahlen

10.947 LEHRLINGE

«

BEFINDEN SICH IN TIROL IN AUSBILDUNG, DAVON 7.242 BURSCHEN UND 3.705 MÄDCHEN

... IM BUNDESVERGLEICH SIND DAS RUND 10 PROZENT ALLER LEHRLINGE IN ÖSTERREICH.

3.554 AUSBILDUNGSBETRIEBE

2.046

DIE DREI BELIEBTESTEN LEHRBERUFE 1.

EINZELHANDELSKAUFFRAU

2.

FRISEURIN UND STYLISTIN

3.

BÜROKAUFFRAU

DAVON IM GEWERBE UND HANDWERK

569 IM HANDEL

5.379

500

UND IM TOURISMUS

AUSBILDER

1.

METALLTECHNIKER

2.

ELEKTROTECHNIKER

3.

KFZ-TECHNIKER

Quelle: Tiroler Lehrlingsstatistik 2015 WK Tirol, Stand 31. 12. 2015

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Die meisten Lehrlinge werden in den Sparten Gewerbe und Handwerk (49 Prozent), Handel (16 Prozent) sowie Industrie und Tourismus (jeweils rund 11 Prozent) ausgebildet.


Entgeltliche Einschaltung

Lehre bei Goidinger Bau GmbH Bundeswettbewerben und der Tiroler Landesregierung. Die Weiterentwicklung von Lehrlingen über den Abschluss der Polierschule bis hin zum Bauleiter wurde von zwei der ehemaligen Lehrlinge bereits absolviert.

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oidinger Bau sucht Arbeitnehmer und speziell Lehrlinge, egal ob mit Pflichtschulabschluss oder sogenannte Schulabbrecher der Höher Bildenden Schulen, die das Maurerhandwerk in einem technisch versierten Umfeld von Grund auf erlernen wollen. Der Ausbildungsweg für die Lehrlinge endet nicht mit der Lehrabschlussprüfung. Die Firma

Goidinger Bau GmbH steht voll hinter dem Leitspruch „Karriere mit Lehre“. Die Lehrlinge der Goidinger Bau GmbH werden zusätzlich zur Ausbildung auf den Baustellen, der Berufsschulen und dem Lehrbauhof auch firmenintern im Rahmen der PORR-Academy bestens geschult. In den letzten Jahren erhielten einige der Lehrlinge mehrfach Auszeichnungen bei den diversen Landes- und

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Auf der Suche nach Nachwuchs Der Fachkräftemangel wächst europaweit und macht dabei auch vor Tiroler Unternehmen nicht halt. Zudem beginnen immer weniger junge Menschen eine Lehre, und das wirkt sich auch auf das Recruiting aus. Von Eva-Maria Hotter

ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

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er demografische Wandel und die wachsende Akademisierung führen dazu, dass das Nachwuchs-Recruiting für Firmen längst kein Selbstläufer mehr ist. Laut dem Fachkräftemonitor Tirol könnten 2030 bis zu 39.000 Fachkräfte fehlen. Das Online-Berechnungsmodell erfasst Fachkräftebedarf und -nachfrage in den einzelnen Branchen nach allen Qualifikationsstufen. „Im dualen Bereich wird es die meisten offenen Stellen geben“, sagt Martin Felder, WK-Vizepräsident. Besonders betroffen sind davon Tourismus, Handel und Gewerbe. „Es gibt auch regionale Unterschiede. Besteht ein großes schulisches Einzugsgebiet, wird es natürlich schwieriger, passende Lehrlinge zu finden.“ Felder zufolge hat die duale Ausbildung in Tirol einen wichtigen Stellenwert: „Es gibt ein klares Ost-West-Gefälle. Je weiter man in den Osten geht, desto mehr steht die schulische Ausbildung im Vordergrund.“ Auch an den Lehrlingswettbewerben der 26

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letzten Jahre würde man sehen, dass der Westen stets gut abschneidet, zuletzt bei den EuroSkills Anfang Dezember, den Berufseuropameisterschaften in Göteborg/Schweden. Lehrberufe ändern sich. In der dualen Ausbildung hat sich in den letzten Jahren einiges verändert, da die Digitalisierung (Industrie 4.0) Einzug hält: „Der Anteil der manuellen Arbeit verringert sich zunehmend, das trifft auch auf die Lehrbetriebe und Lehrberufe zu“, so Felder. „Kenntnisse wie Programmieren werden immer wichtiger. Dadurch ändern sich auch die Berufsbilder.“ F ür WK-Vizepräsident Felder gibt es eine erfreuliche Entwicklung. Mit der neuen Gewerbeordnung wird die Meisterprüfung auf dieselbe Ebene mit dem Bachelor gestellt. „Es ist ein wichtiges Zeichen für die duale Ausbildung, dass es nicht eine gleichartige Ausbildung ist, aber eine gleichwertige.


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TIROL

IN ZAHLEN Das heißt, wir forcieren eine berufliche Ausbildung gleichermaßen wie eine theoretische.“ Rechtzeitig orientieren. Damit sich Junge überhaupt für eine duale Ausbildung interessieren können, spielt das Thema Berufsorientierung eine wesentliche Rolle. „Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn junge Menschen nach der vierten Klasse Hauptschule, Neue Mittelschule oder Gymnasium noch mehr Unterstützung bekommen, indem sie durch Kompetenztests selbst testen können, was ihnen liegt und Spaß macht“, erklärt Gabriela Leiß, Hochschullektorin und Fachbereichsleiterin Personal, Organisationsentwicklung & Change am MCI. „Mit der Initiative berufsreise.at hat die Wirtschaftskammer mit dem Landesschulrat, der Industriellenvereinigung und der Arbeiterkammer eine gemeinsame Plattform geschaffen“, berichtet Felder. Auf der Online-Plattform sind Lehrer, Schüler, Eltern und Betriebe vertreten. Jugendliche können sich so einen ersten Überblick über mögliche Lehrstellen verschaffen.

© WK TIROL

Langfristiges Denken. Letztendlich dürfe laut WK-Vizepräsident Felder nicht vergessen werden, dass in Zukunft aufgrund zu weniger Lehrlinge auch Ausbildungsplätze wegfallen würden. „Bei dem aktuellen Verhältnis von Suchenden zu offenen Lehrstellen besteht dieses Problem noch nicht, aber langfristig könnte es zu einem werden.“ Ist man grundsätzlich gewillt, pas-

KR Martin Felder WK-Vizepräsident

„Der Anteil der manuellen Arbeit verringert sich zunehmend, das trifft auch auf die Lehrbetriebe und Lehrberufe zu.“

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offene Lehrstellen gibt es aktuell in Tirol. Die meisten offenen Lehrstellen: 292 im Bereich Beherbergung und Gastronomie, 98 im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz 83 im Bereich Bau

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Personen sind momentan auf der Suche nach einer Lehrstelle. Quelle: AMS Tirol, Stand: 30. 11. / 1. 12. 2016

sende Lehrlinge zu rekrutieren, müsse man eine vielschichtige Strategie haben. „Die Zeiten, in denen man nur eine Zeitungsanzeige schaltet und sich unzählige Bewerber melden, sind vorbei. Unternehmen müssen alternative Wege beschreiten und dafür braucht es Zeit und Ressourcen“, weiß auch Hochschullektorin Gabriela Leiß. Als Arbeitgeber attraktiv. „Es braucht andere Konzepte, um längerfristige Beziehungen herzustellen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.“ Ziel ist, sich als Unternehmen eine (Arbeitgeber-)Marke aufzubauen, um das Recruiting langfristig effizienter zu machen und in weiterer Folge die Bewerberzahlen zu steigern. Diese Maßnahmen funktionieren jedoch nicht von heute auf morgen, sondern müssen auf Jahre ausgelegt sein. Manche Unternehmen machen das bereits, indem sie etwa auf Berufsmessen vertreten sind, Aktionstage wie Girls’ bzw. Boys’ Days veranstalten. Eine weitere Möglichkeit ist, Schnupperwochen oder Ferialarbeiten zu vergeben, damit gegenseitiges Interesse entstehen kann. „Große Unternehmen haben zwar mehr Möglichkeiten, aber auch kleinere können sich präsentieren, etwa über Social Media“, erklärt Leiß. Besonders eignen sich dafür Corporate Blogs oder Interviews und Videos mit aktuellen Lehrlingen. Der Expertin zufolge gibt es einige Maßnahmen, die nicht zwingend teuer sein müssen. „Viele KMUs sind familiengeführt, diese BesonderDie besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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Unternehmenskultur entscheidet. Ein wesentlicher Faktor, wie attraktiv ein Betrieb als Arbeitgeber erscheint, ist mitunter die Unternehmenskultur: „Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, was die Generationen Y und Z suchen“, so Fachbereichsleiterin Leiß. Dazu zählen junge Menschen, die ab 1980 geboren sind. Sie suchen unter anderem vermehrt eine nicht-hierarchische Zusammenarbeit und Kommunikation, das heißt in Teams oder projektbezogen zu arbeiten, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung sowie Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten. Betriebe können sich selbst kritisch prüfen, ob die eigene Unternehmenskultur diesen Anforderungen standhält – oder ob schrittweise Neuerungen einzuführen sind. „Für viele Junge ist ein hierarchischer Aufstieg längst nicht das Wesentliche, sondern nach wie vor lernen zu können, vielleicht auch die Förderung zu erfahren, was Weiterbildungen betrifft, und in interessante Projekte eingebunden zu werden.“ ¬

© PRIVAT

heit könnte beispielsweise noch stärker kommuniziert werden – über einen ‚Tag der offenen Tür’ oder kleine Projekte mit Schulen oder Ausbildungseinrichtungen.“

FH-Prof. Dr. Gabriela Leiß, MBA

Hochschullektorin und Fachbereichsleiterin Personal, Organisationsentwicklung & Change am MCI

„Es ist wichtig sich bewusst zu werden, was Generationen Y und Z suchen.“ Ansätze für Recruiting • • • • •

Girls’ Day oder Boys’ Day Berufsmessen Tag der offenen Tür Schnupperwochen / Ferialarbeit Kooperationen und Projekte mit Schulen und Bildungseinrichtungen

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Innovative Lehrausbildung in Absam mit SWAROVSKI OPTIK in die Zukunft blicken. Die Lehrberufe Feinoptik und Zerspanungstechnik beim Tiroler Familienunternehmen SWAROVSKI OPTIK bieten hervorragende Zukunftsaussichten und attraktive Arbeitsbedingungen.

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Feinoptiker/innen stellen in Handarbeit, aber auch mit Hilfe von CNC-Maschinen feinoptische Teile und Komponenten wie z.B. Linsen oder Prismen her und sind für den Zusammenbau, die

Lehrberuf Zerspanungstechnik

Zerspanungstechniker/innen bearbeiten feinmechanische Teile und Komponenten wie z.B. Gehäuse von Ferngläsern, Fassungen für Linsen und Grundkörper von Zielfernrohren. Sie zerspanen verschiedene Metalle durch Drehen, Fräsen, Bohren, Feilen und Schweißen. Dafür erlernen sie Kenntnisse der CNC-Technik, des CAD-Zeichnens und der Mechanik sowie der Elektrotechnik, Hydraulik und Pneumatik. ¬

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Die triale Ausbildung als Erfolgsrezept Kristina Trupp, Lehrlingsexpertin in der BAUAkademie Tirol, im Interview über die Karrierechancen in der Bauwirtschaft und das triale Lehrlingsausbildungssystem.

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rau Trupp, was sind aktuell die Anforderungen der Baubranche an die Fachkräfte von morgen? Kristina Trupp: Die Baubranche stellt verschiedene Anforderungen an die Fachkräfte. Dazu gehören z. B. Geschicklichkeit, Genauigkeit, Teamfähigkeit, Kraft und Hausverstand. Wir suchen nur die Besten für den Bau, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Denn wir bauen die Welt von morgen. Wie steht es um die Karrieremöglichkeiten in der Bauwirtschaft? Es gibt viele Karrieremöglichkeiten am Bau. Man kann mit der Lehre starten und sich dann über den Facharbeiter, Vorarbeiter, Polier, Bauleiter bis hin zum Baumeister hocharbeiten. Worin liegen aus Ihrer Sicht die Stärken der Ausbildung von Lehrlingen für die Baubranche in Tirol? Die Stärken der Ausbildung der Lehr-

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Kristina Trupp, BA

linge liegen im trialen System. Neben der Berufsschule und dem Lehrbetrieb wird der Lehrling während seiner Lehre von der BAUAkademie begleitet. Hier bekommen seine Fertigkeiten und sein Wissen den letzten Feinschliff. Im internationalen Vergleich hat sich das triale Ausbildungssystem als wahres Erfolgsrezept bewährt.

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Welche Fertigkeiten können Lehrlinge über die triale Lehrlingsausbildungssystem der Bauakademie erwerben? Es werden viele Fertigkeiten im trialen Ausbildungssystem vermittelt. In jedem Lehrjahr kommt der Lehrling zwei Wochen an die BAUAkademie und lernt beispielsweise das Herstellen von verschiedenen Baukörpern mit verschiedenartigem Ziegelmaterial und -größen, die anschließend grob und fein verputzt werden. Im dritten Lehrjahr werden die Lehrlinge bestmöglich auf ihre Lehrabschlussprüfung vor­bereitet. Welche Anreize gibt es für Baufirmen, die Lehrlinge ausbilden? Die Landesinnung Bau unterstützt jede Firma mit einer Lehrlingsprämie von 1.650 Euro pro Lehrling und Lehrplatz. Zusätzlich gibt es Förderungen für überbetriebliche Weiterbildungen. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.


Entgeltliche Einschaltung top.tirol

Handwerkliches Geschick, technisches Interesse und Einsatzbereitschaft: Mit diesen Eigenschaften sind junge Menschen bestens für das Baugewerbe gerüstet.

Erschaffe die Welt von morgen! Im Tiroler Baugewerbe finden junge Menschen nicht nur eine hervorragende Ausbildung, sondern auch tolle Zukunftsperspektiven.

A

m Bau sind junge Menschen sehr gefragt, hier einige Beispiele: Eine Lehre als Maurer, Schalungsbauer oder Tiefbauer (mit jeweils dreijähriger Lehrzeit) bietet Jugendlichen nicht nur einen guten Verdienst, sondern auch vielfältige Karrierechancen. Die Voraussetzungen, die man für diese Berufe mitbringen sollte, sind gutes handwerkliches Geschick, technisches Interesse und eine entsprechende Einsatzbereitschaft. In allen drei Lehrberufen hat man es mit vielen spannenden Aufgaben zu tun: Energieeffizientes Bauen und Sanieren und barrierefreies Wohnen sind einige davon. Breites Tätigkeitsfeld und große Abwechslung. Maurer errichten Bauwerke aus den verschiedensten Baumaterialien wie Ziegel und Beton und führen auch Re-

paratur-, Restaurierungs- und Umbauarbeiten an Bauwerken durch. Nach technischen Unterlagen wie Plänen und Skizzen errichten sie Gebäude, und über Mischmaschinen stellen sie benötigte Baustoffe wie Mörtel oder Zement selbst her. Eine Lehre am Bau garantiert also ein breites Tätigkeitsfeld und große Abwechslung. Gute Aussichten am Arbeitsmarkt. Mit dem bewährten Ausbildungssystem werden die Lehrlinge optimal auf künftige Herausforderungen vorbereitet. Vor allem die BAUAkademie Tirol (www.tirol.bauakademie.at) – die Ausund Weiterbildungsstätte der heimischen Bauwirtschaft – punktet in der Lehrlingsausbildung in Innsbruck mit Qualität statt Quantität. Sie ist Garant für die Sicherstellung des Berufsnachwuchses und die Imageverbesserung des Lehrberufes Mau-

rer
durch zeitgemäße Lehrlingsausbildung. Wer nach der Lehre ehrgeizig ist und sich fortbilden will, der kann die Karriereleiter steil nach oben klettern. Besonders gute Aussichten haben Bauspezialisten, die gleich mehrere Qualifikationen nachweisen können. ¬

Lehrlingsexpertin für Tirol BauAkademie/Lehrbauhof Tirol Kristina Trupp, BA Egger-Lienz-Straße 132 6020 Innsbruck Tel.: 0512/57 86 24 16 F.: 0512/57 86 24 24 E-Mail: kristina.trupp@tirol.bauakademie.at www.facebook.com/LehrlingsexpertinTirol

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Engagierte Lehrbetriebe Welche Vorteile bringt das Prädikat „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ einem Unternehmen? Drei engagierte Unternehmen verraten ihre wichtigsten Erkenntnisse.

I ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

m Jahr 2000 wurde das Prädikat Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb zum ersten Mal vom Land Tirol gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Tirol (WK Tirol) und Arbeiterkammer Tirol (AK Tirol) vergeben. Ziel dieser Initiative ist es, hervorragende Ausbildungsleistungen hervorzuheben, die Ausbildungsqualität zu sichern und das Ansehen der Lehrausbildung zu ver­bessern. ¬

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© PFEIFER HOLDING GMBH

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Pfeifer Holz: Frisch prämiert Schon seit vielen Jahren bemüht sich das Unternehmen um eine hochwertige Lehrlingsausbildung. Mit der Bewerbung für das begehrte Prädikat möchte man nicht nur den Ausbildern bestätigen, dass sie exzellente Arbeit leisten, sondern auch in der Öffentlichkeit als ausgezeichneter Lehrbetrieb wahr­ genommen werden. Neben der regulären Ausbildung bietet Pfeifer Holz Lehrlingen die Teilnahme an fachlichen und persön­ lichkeitsbildenden Seminaren sowie ein Leistungsprämiensystem an.

„Seit 2011 unterstützt diese Auszeichnung die Weiterentwicklung unserer Lehrlingsausbildung. Durch den Austausch mit anderen ausgezeichneten Lehrbetrieben kommen immer wieder neue Ideen zustande. Die kontinuierliche Verbesserung nützt sowohl dem Unternehmen als auch unseren Lehrlingen.“

• 8 Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz • insgesamt 1.800 Mitarbeiter, davon 620 in Tirol • gruppenweit 30 Lehrlinge • Lehrberufe in Holz-, Elektro- und Metalltechnik • 2016 zum ersten Mal prämiert

„Das Prädikat spornt uns an, auch in Zukunft jungen Menschen eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Ausbildung zu bieten. Durch die strengen Kriterien für ausgezeichnete Tiroler Lehrbetriebe wird auch nach außen sichtbar, dass bei uns Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle spielt.“ Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Holz GmbH & Co KG

ADLER-Werk Lackfabrik: In die Verlän­gerung Die erneute Auszeichnung bestätigt dem Familienunternehmen, dass es sich auszahlt, Zeit und Wissen in die Fachkraft von Morgen zu investieren. Zudem versichert es den Eltern und Lehrlingen, dass ADLER Wert auf eine qualitative Ausbildung legt. Parallel zur regulären Ausbildung bietet der Betrieb wöchentlichen internen Zusatzunterricht an. Lehrlinge haben auch die Möglichkeit, an einem internationalen Lehrlingsaustauschprogramm teilzunehmen.

Mag. Michael Enders, Leiter Lehrlingsausbildung ADLER-Werk Lackfabrik

© ADLER

• insgesamt 510 Mitarbeiter • 12 Lehrlinge • Modularer Lehrberuf Labortechniker, mit Möglichkeit zur Vertiefung in Lacktechnologie; Chemieverfahrenstechniker • Seit 2011 prämiert, von 2016 bis 2019 verlängert

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© FELDER KG HALL

Felder Group: Der Pionier Das Unternehmen erhielt 2002 das Prädikat zum ersten Mal und betrachtete die Bewerbung als Möglichkeit, die Fachkräfteausbildung weiterzuentwickeln und den Qualitätsanspruch nach außen zu kommunizieren. Laufend wird in die Lehrlingsausbildung investiert, so baute die Felder Group vor Kurzem eine 1.300 Quadratmeter große Lehrwerkstatt für die technische Ausbildung. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sind regelmäßige Feedbackgespräche.

„Eine erfolgreiche Organisation zeichnet sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Darum haben wir versucht, unsere Art, Wissen zu vermitteln, an eine neue Generation anzupassen. Wir suchen den Kontakt auf Augenhöhe, denn eine erfolgreiche Ausbildung ist eine gemeinsame Sache.“

• insgesamt 550 Mitarbeiter am Stammsitz Hall in Tirol • 20 Lehrlinge • Lehrberufe in Metall- und Maschinenbautechnik, Mediendesign und Einzelhandel • Seit 2002 prämiert, im Jahr 2016 bis 2019 verlängert

KR Martin Felder, Geschäftsführer der Felder Group

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Wir suchen Talente für folgende Lehrberufe: • Elektrotechniker/in – Anlagen- und Betriebstechnik • Metalltechniker/in – Maschinenbautechnik • Holztechniker/in – Werkstoffproduktion • Betriebslogistikkaufmann/-frau • Bürokaufmann/-frau • Informationstechnologie - Techniker/in Die Bezahlung beträgt je nach Lehrberuf im 1. Lehrjahr zwischen € 566,– und € 680,–. Die Vielfalt unserer 7.800 Mitarbeiter macht uns zu einer lebendigen Großfamilie. In unserer Arbeit verbindet uns vieles: • Die Freude, Dinge zu tun anstatt nur darüber zu sprechen. • Die Stabilität, mit der wir uns entwickeln. • Die Zufriedenheit, täglich etwas geleistet zu haben. Wir suchen nicht einfach Mitarbeiter. Wir suchen Menschen, die zu uns passen. Deine Ansprechpartner für St. Johann in Tirol sind: Herr Thomas Pointner Frau Susanne Bachler t +43 50 600-10166 t +43 50 600-10156 thomas.pointner@egger.com susanne.bachler@egger.com Dein Ansprechpartner für Wörgl ist:

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Wie erfolgt die Verleihung? » Verleihungen erfolgen auf Vorschlag einer Jury » B estimmte Kriterien müssen erfüllt sein, um Prädikat zu erhalten » Wird jährlich für drei Jahre verliehen

TOP LEHRE 199x130mm INSERAT.qxp 06.12.16 14:04 Seite 1

Wie bewirbt man sich? » Bewerbung ist einmal jährlich innerhalb des Einreichzeitraums möglich: Jänner bis April » Bewerbungsunterlagen werden der Tiroler Landesregierung, WK Tirol und AK Tirol übermittelt und sind online abrufbar

GEMEINSAM zum ERFOLG.

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Menschen & Märkte Heimische Unternehmen und erfolgreiche Veranstaltungen machen Tirol zu einem höchst attraktiven Wirtschaftsstandort.

Was wäre wenn? „What if?“ – die Denkreise in die Zukunft des Tourismus begeisterte in Obergurgl/Hochgurgl

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pannende Geschichten, hochkarätige Persönlichkeiten und inspirierende Gäste an einem außergewöhnlichen Ort – so lässt sich die Premiere von „What if?“ wohl am besten beschreiben. Basierend auf der Frage „Was wäre wenn?“ widmeten sich am 21. November im Hochgurgler „Crosspoint“ drei bekannte Denker ebenso vielen Zukunftsthesen: Was wäre, wenn jedes Baby, das auf die Welt kommt, 100 Jahre alt würde? Was wäre, wenn Dreiviertel der sogenannten „Touristen“ nicht mehr aus dem Westen kämen? Was wäre, wenn wir den Tourismus abschafften?

Nur alle zwei Jahre wird in Wien der Anton-Benya-Preis für besondere Verdienste um die Facharbeit vergeben. In diesem Jahr wurde Oswald Zangerle, Leiter des Berufskundlichen Mittelschulkurses am BFI Tirol, mit dem Anton-Benya-Preis ausgezeichnet. Seit über 24 Jahren setzt sich Oswald Zangerle für Jugendliche aus teils schwierigsten Verhältnissen ein. Er erhält den Preis für sein beispielhaftes Engagement und seine außergewöhnlichen Leistungen in der Förderung benachteiligter Jugendlicher.

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© MICHAEL MAZOHL

Anton-Benya-Preis an Tiroler verliehen

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Kompetenz im Geschäftsumbau Die adam Architekturwerkstatt verbindet Architektur, Innenraumgestaltung und Baumanagement. Sie realisiert mit großer Kompetenz österreichweit Geschäftsumbauten. Durch die Vernetzung dieser Kompetenzen gelingt es, umfassendes Know-how in einer sich ständig weiterentwickelnden Bau- und Geschäftswelt anzubieten. Ein aktuelles Projektbeispiel aus Innsbruck ist der von der adam Architekturwerkstatt dieses Jahr fertiggestellte Umbau des Hansaton-Hörkompetenz-Zentrums in der Innsbrucker Anichstraße (siehe Foto). www.adam-architektur.at


© BÖHM/TT

© THOMAS BÖHM

© PLETZER GRUPPE

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Das diesjährige Wirtschaftsforum der Industriellenvereinigung Tirol in Kooperation mit der Tiroler Tageszeitung als Presenting Sponsor sowie den Partnern business bestseller, MCI, BMW Unterberger Denzel, Raiffeisen, Holzbau Saurer, Kador & Partner, Karriere.at sowie Herold.at

Großer Andrang beim Tiroler Wirtschaftsforum

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Der Unterländer Unternehmer und Industrielle Anton Pletzer ist neuer Präsident der Tiroler Adler Runde. Die Tiroler Adler Runde ist eine politisch unabhängige Vereinigung von namhaften und erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeiten aus allen Teilen Tirols sowie aus den unterschiedlichsten Branchen. Gemeinsames Ziel des 2003 gegründeten Vereins ist, den Wirtschaftsstandort im Dialog mit den politisch Verantwortlichen nachhaltig weiterzuentwickeln. Der neue Präsident der Adlerrunde Anton Pletzer beschäftigt mit der Pletzer Gruppe über 700 Mitarbeiter in den Sparten Industrie, Immobilien und Tourismus.

Steuerrrechtler tagten in Innsbruck

© ÖGWT TIROL/HILBER

Die Landesgruppe Tirol der Öster­ reichischen Gesellschafter der Wirtschaftstreuhänder (ÖGWT) veranstaltet alljährlich im November ein Fachseminar zu aktuellen Themen aus dem Steuerrecht.

© ADAM-ARCHITEKTUR.AT

DDr. Michael Lehofer, Zukunftsforscher Harry Gatterer und ORF-Journalist Hanno Settele beim Prolog zu „what if?“

© APA/HETFLEISCH

as 26. Tiroler Wirtschaftsforum lockte 400 Entscheidungsträger, Unternehmer, Manager sowie Persönlichkeiten aus Industrie, Tourismus, Politik und der öffentlichen Verwaltung ins Congress Innsbruck. „Die beste Art, die Zukunft vorherzusehen, ist, sie zu gestalten.“ – diesem Thema stellten sich fünf herausragende Gastredner, Experten und Vordenker aus den unterschiedlichsten Arbeitswelten. Sie fesselten das Publikum und gaben Antworten auf die brennendsten Fragen der Gegenwart.

Neuer Präsident

Präsident MMag. Dr. Klaus Hilber, Mag. Schlager, BMF-Sektionschef Univ.-Prof. DDr. Mayr, Prof. Dr. Schuchter. (v. l.)

Seit Jahrzehnten ist es dabei Brauch, dass Spitzenbeamte aus dem Finanzministerium gemeinsam mit lokalen Fachleuten die aktuellen Steuerthemen vortragen und diskutieren. Heuer wurden unter anderem die angekündigte Senkung der Körperschaftsteuer, die nächsten wichtigen Schritte bei der Umsetzung der Registrierkassenpflicht und Neuerungen in der Umsatzsteuer zum Jahresanfang 2017 vorgetragen.

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Spezial:

Hermann Hauser unterstützt Start-ups finanziell, mit seinem Know-how sowie Netzwerk.

GRÜNDEN IN TIROL

„Wachstumsorientiert und innovativ“ Unternehmer, Investor und Business Angel Hermann Hauser darüber, wie er sich entscheidet, welche Unternehmen er unterstützt, warum eine lebendige Start-up-Szene wichtig ist für Tirol und wie gut dieselbige bereits aufgestellt ist. Das Interview führte Rebecca Müller.

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err Hauser, Start-ups sind in aller Munde, aber was zeichnet sie eigentlich aus? Hermann Hauser: Start-ups sind typischerweise stark wachstumsorientiert und innovativ. Das zeichnet sie sicher am stärksten aus.

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Und was ist ein Business Angel? Ein Business Angel unterstützt diese Startups finanziell, mit seinem Know-how sowie seinem Netzwerk, damit das Unternehmen möglichst erfolgreich wird. Was reizt Sie an dieser Form des Investments und nach welchen Krite38

rien entscheiden Sie sich, welches Unternehmen Sie unterstützen? Mit dieser Form von Investment kann man motivierte Gründer unterstützen und somit auch Fortschritt bzw. Innovation schaffen. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt nach der Größe und Wachstumsrate des Markts, nach der Qualität des Teams und nach der Qualität der technischen Lösung. Wie sieht Ihre Unterstützung aus – geben Sie diese „nur“ in Form von Geld oder sind Kontakte und Knowhow genauso wichtig? Ich sehe mich nicht als reinen Finanzinvestor. Natür-

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lich bringe ich auch immer mein Knowhow und mein Netzwerk mit ein, falls das gewünscht ist. Sie sind damit auch sehr erfolgreich, wurden gerade als Business Angel des Jahres ausgezeichnet – was machen Sie besser als andere? Ich habe über 100 Investments in meinem Leben bisher gemacht und damit viel Erfahrung gesammelt, die ich gerne mit meinen Firmen teile. Mein internationales Netzwerk kann auch manchmal von Nutzen sein. Welche Art von Unternehmen hat es Ihrer Erfahrung nach leichter? Wel-


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„Anfangen, probieren und wenn es nicht beim ersten Mal klappt: nicht aufgeben, sondern aus den Fehlern lernen.“

che bekommen zum Beispiel die meisten Förderungen, tun sich am Markt am leichtesten? Ich spezialisiere mich auf Technologien die eine gute Intelectual-Property-Position (geistiges Eigentum) haben. Damit ist es viel leichter, sich gegen die kommende Konkurrenz zu behaupten. Es muss aber vor allem der Markt interessant sein und das Team muss beeindrucken. Aus Ihrer Erfahrung mit Start-ups, welche Tipps würden Sie jungen Gründern geben – zum Beispiel in Bezug auf ihr Produkt? Mein Tipp an junge Gründer ist ‚Do something!‘. Anfangen, probieren und, wenn es nicht beim ersten Mal klappt, nicht aufgeben, sondern aus den Fehlern lernen. In Bezug auf das Produkt ist es wichtig, den Markt und seine Kunden zu verstehen. Ein Fehler, der immer wieder gemacht

Hermann Hauser Unternehmer, Investor

wird, ist das Produkt am Markt vorbei zu entwickeln. Welche Fehler werden am häufigsten gemacht, wie können Sie vermieden werden? Zeitpläne werden meistens unterschätzt. Ein gutes Maß an Skepsis ist da angebracht und eine detaillierte Planung notwendig. Übersteigerte Erwartungen müssen realistisch begründet werden. Wenn Sie die Start-up-Szene in Österreich und Tirol mit der internationalen – etwa in den USA oder in Großbritannien – vergleichen, wie steht

Tirol da? Als ich vor 20 Jahren einen Vortrag über Risikokapital in Wien gehalten habe, war die Skepsis gegenüber Risikokapitalgebern noch sehr groß: Wie kann ein Business Angel einen Teil einer Firma haben wollen und gleichzeitig beraten, Mentor sein und mitbestimmen wollen? In England ist das anders. Da ist die Nachfrage nach genau diesen Business Angels sehr groß. In den letzten fünf Jahren hat sich die österreichische Haltung aber stark geöffnet. Ist Tirol ein guter Boden für Unternehmen? Die Tiroler sind von ihrer Grundeinstellung her sehr unternehmungslustig. Wir haben sehr gute Universitäten und mit der Universität in Innsbruck die zweitbeste in Österreich. Wir können hier durchaus auch was in der Technologie leisten und müssen uns nicht verstecken. Neben der hohen Lebensqualität ist Tirol vor allem geo→

, G A T SAMS . 2017 4. FEB ESS CONGRRUCK B S N N I

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Die Voraussetzungen für eine lebendige Start-up-Szene sind also gegeben? Als wir vor einem Jahr das erste Mal die Alpbach Summer School gemacht haben, ist mir bewusst geworden, dass hier einiges am Entstehen ist. Wir haben mit dem Institute for Entrepreneurship Cambridge (I.E.C.T.) über 300 Projekteinreichungen bekommen, die meisten mit einer sehr hohen Qualität. Ich hätte es mir zu Beginn nie träumen lassen, dass es in Österreich so viele Technologieprojekte gibt, die investitionsreif sind. Dies hat mit den jungen Leuten zu tun. Österreich hat ein gutes Bildungssystem, sie sprechen alle ausgezeichnetes Englisch und wissen, wenn

Zur Person

„Das hätte ich mir zu Beginn nie träumen lassen, dass es in Österreich so viele Technologieprojekte gibt, die investitionsreif sind.“ Hermann Hauser Unternehmer, Investor

sie international nicht wettbewerbsfähig sind, brauchen sie gar nicht anzufangen. Haben es Jungunternehmer in Cambridge leichter, als in Innsbruck? In Cambridge existiert bereits ein fertiges Ökosystem, das macht vieles leichter. Ich hoffe, dass wir in einigen Jahren etwas Ähnliches auch in Tirol schaffen werden.

Unternehmer und Investor Hermann Hauser hat mit I.E.C.T. einen Business Angel Club gegeründet, um gezielt Investoren für heimische Unternehmen und Start-ups zu finden. Hauser selbst, der auch in Cambridge lebt und arbeitet, unterstützt derzeit neun österreichische Jungunternehmer. Im November wurde er beim Austrian Business Angel Day in Obergurgl als Business Angel des Jahres ausgezeichnet.

Wie wichtig ist eine dementsprechende Szene für Tirol? Sehr wichtig, aber sowas braucht Zeit. In Cambridge und auch im Silicon Valley hat das 20 Jahre gedauert. Der Vorteil ist aber, dass man sich von denen viel abschauen kann. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.

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grafisch für Unternehmer interessant. Zwischen den wirtschaftsstarken Regionen Süddeutschland und Norditalien hat Tirol eine optimale Anbindung zu großen Wirtschaftsmärkten. Ich sehe eine Reihe von guten Ansätzen in Tirol.


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Blick auf

Tirols Gründerszene TOP 3 TIROLER BEZIRKE mit den meisten Neugründungen 2015

2.694

Unternehmen wurden vergangenes Jahr in Tirol gegründet.

1.

Innsbruck-Land

2.

Innsbruck-Stadt

3.

Kufstein

649 495 365

679 von 2.316

Tiroler Gründern*

stammten aus der Gruppe der 30- bis 40-Jährigen.

Am häufigsten gründen Tiroler im Bereich

Gewerbe und Handwerk. Im Durchschnitt sind Gründer ...

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Männer

41,1 Frauen

… Jahre alt. *natürliche Personen (Einzelunternehmer) Quelle: WKO Gründungsstatistik

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Inseln für Ideen Das Beratungsangebot für Gründer in Tirol wird laufend erweitert. Doch welche Anlaufstelle bietet was? Was unterscheidet die eine von der anderen und welche Zielgruppe spricht sie an? top.tirol bietet einen Überblick. Von Hannelore Wimmer

V

ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

on der Idee bis zum erfolgreichen Start-up-Unternehmen ist es meist ein langer Weg. Schwierige und komplexe Fragestellungen rund um Business-Pläne, Vermarktung, Konkurrenz, Finanzierung, u. Ä. begleiten die erste Zeit. Umfassende Beratung und Unterstützung können unnötigen Aufwand verhindern und dabei helfen, dass aus innovativen Einfällen erfolgreiche Geschäftsmodelle werden. Genau dieses Bedürfnis nach Experten-Know-how versuchen verschiedene Gründungszentren in Tirol zu decken und bieten verschiedene Services, die von der reinen Beratung bis ¬ hin zur Bereitstellung von Infrastruktur gehen.

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Gründer­zentrum CAST Infos Zielgruppe: Lehrlinge, Studenten, Quereinsteiger, alle unternehmerisch denkende Menschen Standort: Egger-Lienz-Straße 116, Innsbruck Kosten: keine im Rahmen des INNC Programms Infrastruktur: Werkstätten des WIFI-Campus, Coworking Spaces, Veranstaltungs- und Seminarräume Partner: WIFI Innsbruck www.inncubator.at

InnCubator Seit Herbst dieses Jahres gibt es das Gründerzentrum InnCubator am WIFI Campus in Innsbruck, das durch eine Kooperation der Wirtschaftskammer Tirol mit der Universität Innsbruck entstanden ist. Die Unternehmensschmiede begleitet und unterstützt Gründer bei der Entwicklung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Das Kernangebot des Zentrums ist das sogenannte INNC Programm – das Inkubationsprogramm für junge Startups und innovative Geschäftsideen. Es wird individuell angepasst und umfasst folgende Services: 1. Jedes Start-up erhält über einen Zeitraum von sechs Monaten einen persönlichen Coach. Im Rahmen eines Kick-off-Workshops werden der Status quo des Unternehmens analysiert und Ziele festgelegt. 2. Je nach Bedarf erhält man einen Platz in einem Coworking-Space sowie Zugang zur Werkstatt, um erste Prototypen oder Kleinserien mit Hilfe von Coaches und Technikern anzufertigen.

3. Neben dem kostenlosen Zugang zu verschiedenen Events und Workshops gibt es die Möglichkeit, erste Prototypen über eine GmbH zu vertreiben und somit zu testen, wie der Markt reagiert. 4. Über den Talentpool können junge Gründer Hilfe für spezielle Projekte oder neue Mitarbeiter suchen. 5. P roblemstellungen können mittels Studentenprojekte innerhalb von universitären Kursen bearbeitet werden. 6. Zudem erhält man Zugang zu einer Vielzahl an Mentoren aus den Netzwerken der Universität Innsbruck und der Wirtschaftskammer Tirol. Am Ende des INNC-Programms werden der Fortschritt, nächste Schritte und der Verbleib des Startups im InnCubator besprochen. Bewerbungen werden ganzjährig angenommen, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um als INNC-Start-up aufgenommen zu werden, müssen bestimmte Kriterien (z. B. Potenzial der Geschäftsidee, Innovationsgrad, Motivation und Erfahrung) erfüllt sein.

Das Gründerzentrum CAST – Center for Academic Spin-offs Tyrol gibt es seit 2002 und unterstützt Akademiker aus den Bereichen Forschung, Technologie und Kreativwirtschaft von der Umsetzung einer Geschäftsidee bis hin zur Gründung. CAST orientiert sich am Projekt, weshalb Beratung und Coaching individuell abgestimmt und mit Experten aus dem gesamten Netzwerk koordiniert werden. Jährlich findet die CAST Winter School – Business Model Development, ein mehrtägiger Workshop, statt. Sie richtet sich an angehende Gründer und Ideenträger aus dem akademischen Umfeld und ermöglicht es, mit Unterstützung von Coaches und Experten am eigenen Geschäftsmodell zu arbeiten. Auch Basiswissen zu Förderungen und Recht wird vermittelt. Die nächste CAST Winter School findet vom 11. bis 14. März 2017 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Bewerbungen mit kurzer Beschreibung der Idee an: Pinar Kilickiran, kilickiran@ cast-tyrol.com Infos Zielgruppe: Akademiker aus den Bereichen Forschung, Technologie und Kreativwirtschaft Standort: Wilhelm-Greil-Straße 15, Innsbruck Kosten: keine Infrastruktur: bietet selbst keine, unterstützt aber in der Vermittlung Partner: Universität Innsbruck, Med.-Uni Innsbruck, Management Center Innsbruck, Standortagentur www.cast-tyrol.com

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© DOMINIQUE HUTER

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Infos Zielgruppe: innovative und technologieorientierte Gründer und Unternehmer Standort: Weisstraße 9, Wattens Kosten: ja, abhängig von der Nutzung Infrastruktur: Werkstätten, Produktionsbereiche, Fablab, Coworking Space, Team Offices Partner: Land Tirol, Standortagentur, CAST, I.E.C.T – Hermann Hauser www.werkstaette-wattens.at

Werkstätte Wattens Die Werkstätte Wattens wurde vor ca. einem Jahr gegründet und ist ein internationales Unternehmens- und Kreativzentrum für Gründer, Start-ups, sowie produzierende und dienstleistende Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Auf einer Fläche von 2.400 Quadratmetern wird Folgendes geboten: ein Coworking Space mit 30 Arbeitsplätzen, sechs Team Offices, drei Werkstatteinheiten, ein FabLab – das sogenannte Central for rapid Innovation, das in fünf Labs unterteilt ist, die z. B. über einen 3D-Drucker, Laser Cutter oder einer Stickmaschine verfügen, Meeting- und Veranstaltungsräume in unterschiedlichen Größen und einer Werksküche. Ab

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35 Euro kann man das Central Lab inkl. Einschulungen nutzen. Weitere Labs können nach einer Sicherheitseinschulung benutzt werden. Die Kosten für den Coworking Space betragen für das Tagesticket 15 Euro, für den 10er-­Block 130 Euro, für die monatliche Nutzung zwischen 200 und 250 Euro. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Workshops unterstützt die Werkstätte Wattens Jungunternehmer bei komplexen Aufgabenstellungen und Fragen rund um Steuern, Finanzierung und Förderung. Zudem hat man die Möglichkeit, das Netzwerk aus Institutionen, Partnern, anderen Start-ups, Investoren, Förderstellen, Hochschulen und Unternehmen zu nutzen.


© DOMINIQUE HUTER

Entgeltliche Einschaltung

Höchste Kompetenz im Familienrecht

Wirtschaftskammer

Bei einer Ehescheidung geht es um Viel. Und bereits kleine Details können entscheidend sein. Das kann Rechtsanwalt Dr. Krall aus jahrzehntelanger Praxis­ erfahrung bestätigen.

Tirol Gründerservice ternehmen auch bei der Gewerbeanmeldung. Monatlich finden Gründer-Workshops statt. Zudem werden Veranstaltungen zum Thema Betriebsnachfolge und Gründermesse angeboten.

© PRIVAT

Neugründer, bestehende Unternehmen und Franchisenehmer erhalten beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Tirol umfangreiche Informationen und Beratungsleistungen. Bei einem Beratungsgespräch werden Fragen rund um Steuer-, Sozialversicherungsoder Gewerberecht bis zur Gewerbeanmeldung beantwortet, weitere Schritte erarbeitet und über die erforderlichen Behördenwege informiert. Zudem erhält man wichtige Informationen zu betriebswirtschaftlichen Themen, Finanzierungsthemen und Förderungen. Der Gründerservice der WK unterstützt Un-

Infos Zielgruppe: Neugründer, bestehende Unternehmen und Franchisenehmer Standort: Wilhelm-Greil-Straße 7, Innsbruck Kosten: keine

Dr. Friedrich Krall, Rechtsanwalt

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itunter steht bei einer Ehescheidung die gesamte Existenz bzw. das Familienvermögen auf dem Spiel. Aber auch dann, wenn es nicht um hohe Geldbeträge geht, lohnt es sich, eine kompetente Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Zentrales Anliegen ist neben den finanziellen Aspekten die Aufrechterhaltung einer guten Beziehung zu den Kindern, was insbesondere durch konfliktvermeidende Kontaktrechtsregelungen geschieht, weiß Dr. Krall zu berichten. Oft sind es Kleinigkeiten, die nachhaltig negative Folgen auslösen oder erzielbare Vorteile verhindern. Um solche Fehler und vor allem auch unnötige Kosten zu vermeiden, bedarf es im komplexen Umfeld des Familienrechts eines auf Erfahrung fußenden Weitblicks. Vielfach bilden Immobilien das Rückgrat des ehelichen Vermögens – Dr. Krall ist auch Experte in sämtlichen immobilienrechtlichen Angelegenheiten. ¬

www.gruenderservice.at

Junge Wirtschaft Die Junge Wirtschaft Tirol unterstützt Start-ups mit dem Programm „start ahead“. Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, ihr eigenes individuelles Programm aus den Bereichen Workshop, Network und Know-how zusammenstellen und mit anderen Start-ups an der eigenen Idee zu arbeiten. Für die Teilnahme muss man die Kriterien, kurz vor der Gründungsphase, in der Gründungsphase oder bereits Jungunternehmer in Tirol zu sein, erfüllen. Die Idee bzw. das Produkt oder Dienstleistung muss neu oder neu interpretiert sein. Eine ausgewählte Jury wählt bis zu max. zehn Kandidaten aus. Voraussichtlich startet die Ausschreibung des Programms im ersten Halbjahr 2017. Infos Zielgruppe: Jungunternehmer, Menschen kurz vor oder in der Gründungsphase Standort: Wilhelm-Greil-Straße 7, Innsbruck Kosten: keine

Rechtsanwalt Dr. Friedrich Krall

www.jungewirtschaft.at

Georg-Pirmoser-Straße 5, 6330 Kufstein Tel.: +43 (0)5372/65 46 50 E-Mail: ra.krall@aon.at www.kufstein-rechtsanwalt.at

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Entgeltliche Einschaltung

Zielgruppe: alle Unternehmer und Start-ups Standort: Ingenieur-EtzelStraße 17, Innsbruck Kosten: keine Partner: Land Tirol, Standortagentur, CAST, I.E.C.T – Hermann Hauser

© W7 SOLUTION

W7 Solution setzt der oft erfolglosen Suche nach geeigneten Fachkräften ein Ende und übernimmt für Betrie­ be die komplette Abwicklung des Logistikbereichs – schnell, effizient und verlässlich.

Infos

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Logistik in sicherer Hand

Gerhard Walz Geschäftsführer

D

ie Suche nach qualifiziertem Personal im Bereich Spedition und Logistik ist mit großen Herausforderungen verbunden und scheitert oft am Mangel qualifizierter Fachkräfte“, weiß Gerhard Walz, MBA, Geschäftsführer und Gründer von W7 Solution, aus eigener Erfahrung – jahrelang war er selbst in der Speditionsbranche tätig. Doch nicht nur die Herausforderungen in diesem Bereich sind ihm bekannt, sondern auch die Lösungen. Daher hat er sich auf die Abwicklung logistischer Aufgaben von Betrieben spezialisiert und bietet Firmen individuelle Rundumlösungen im Logistikbereich. Vieles spricht dafür, den oft mit komplexen Fragen verbundenen Bereich an das Beratungsunternehmen W7 Solution auszulagern: Man spart finanzielle und personelle Ressourcen, erhält die besten Lösungen, egal ob in puncto Warenversicherung, Zollthemen oder Erschließung neuer Märkte, und weiß die Abwicklung in sicheren Händen – all das zu einem fairen Preis und mit Unterstützung eines verlässlichen, erfahrenen Partners. ¬

W7 Solution e.U. Purnerstraße 15, A-6060 Hall in Tirol Tel.: +43 (0)512/34 24 32 E-Mail: office@w7-solution.com www.w7-solution.com

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Standortagentur Investorennetzwerk

Die Standortagentur Tirol unterstützt Unternehmen und Start-ups aus Tirol in der Suche nach Investoren und der Unternehmensentwicklung. Folgende Leistungen bietet die Standortagentur im Rahmen des Investorennetzwerkes des Landes Tirol: 1. Vorprüfung: Die Geschäftsidee wird hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Tragfähigkeit und Realisierbarkeit geprüft. 2. Fördermittel: Möglichkeiten zusätzlicher öffentlicher Finanzierungen werden recherchiert. 3. Matching: Passende Investoren werden gesucht und kontaktiert. 4. Begleitung: Während des gesamten Prozesses der Investorensuche, Vernetzung und Umsetzung. Zudem arbeitet die Standortagentur daran, die Attraktivität Tirols für Start-ups auch aus dem Ausland zu erhöhen, so zum Beispiel im Oktober mit dem Testprojekt COWO Tirol, einem Coworking Space am Patscherkofel, das zusammen mit Partnern entstand.


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Neues Erben: Tiroler Notare können helfen

Am 1. 1. 2017 tritt mit der Erbrechtsnovelle eines der größten gesetzgeberischen Vorhaben der letzten Jahrzehnte in Kraft. Eine Beratung durch einen Notar kann vor Überraschungen schützen und heimischen Erben und Erblassern helfen, bei den vielen Änderungen den Überblick zu bewahren.

© TIROLER NOTARE

WAS MACHT DER NOTAR? Der Notar ist Träger eines öffentlichen Amtes, dem staatliche Autorität übertragen ist, um öffentliche Urkunden zu errichten. Er stellt dabei die Echtheit, Beweiskraft und Aufbewahrung dieser Urkunden sicher. Der Notar ist vom Gesetz dazu verpflichtet, unparteiisch und objektiv zu sein. Notariellen Urkunden kommt vor Gericht und Behörden eine besondere Beweiskraft zu. Notarielle Urkunden können außerdem genauso vollstreckbar gemacht werden wie rechtskräftige Gerichtsurteile. Darüber hinaus bietet der Notar ein umfangreiches Spektrum an Rechtsdienstleistungen an, vor allem in den Bereichen des Erb-, Immobilien- und Gesellschaftsrechts. Er berücksichtigt nicht nur die zivilrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch die steuerliche Seite der Vorgänge.

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ährend sich Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen 200 Jahren grundlegend gewandelt haben, ist das Erbrecht seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1812 über weite Strecken unverändert geblieben. Das wird sich mit dem Jahreswechsel ändern: Das neue Erbrecht hat umfassende Änderungen im Pflichtteilsrecht, im gesetzlichen Erbrecht sowie hinsichtlich der Formvorschriften für Testamente zur Folge, auch sollen Pflegeleistungen künftig bereits durch ein Pflegevermächtnis im Verlassenschaftsverfahren berücksichtigt werden. Nicht nur, wenn man sich aufgrund der anstehenden rechtlichen Änderungen erstmalig mit dem Thema beschäftigt, tauchen eine Vielzahl von Fragen auf: Bleibt ein bereits errichtetes Testa-

ment gültig? Betreffen die aktuellen Änderungen auch meine Lebenssituation? Wie kann ich für meine Familie bestmöglich vorsorgen? Betriebsübergaben Auch wenn es um die Übergabe eines Betriebs geht, gibt es wesentliche Änderungen: In der Novelle wurde eine langjährige Forderung der Österreichischen Notariatskammer umgesetzt – die Auszahlung des Pflichtteils an weitere Pflichtteilsberechtigte kann ab 2017 unter gewissen Voraussetzungen auf bis zu 5 Jahre gestundet werden. Kostenlose Erstberatung. Fundierte Antworten auf all diese Fragen gibt es bei den Notaren, die ihre Rechtsberatung in ganz Tirol wohnortnah anbieten. Der Notar hilft dank

seines Fachwissens aber nicht nur, alle Fragen zu beantworten, sondern vor allem auch, die richtigen Fragen zu stellen. Was viele nicht wissen: Bei jedem Notar – rund 40 Kanzleien gibt es in Tirol – kann eine kostenlose Erstberatung in Anspruch genommen werden. ¬

E-Mail: notariatskammer.tirol@chello.at www.notar.at

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Fabian Rauch erzählt von seinen Rückschlägen und Erfolgen.

Lieber nicht geglückt, als nie probiert Start-ups zu gründen, ist riskant. Nicht zuletzt eine Vielzahl schwer vorhersehbarer Faktoren sorgt dafür, dass das Scheitern in der Gründerszene eher zur Regel als zur Ausnahme gehört. Dennoch wagen viele den Sprung ins kalte Wasser. Von Daniel Feichtner

© FRANZ OSS

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abian Rauch kann sich mit dem Begriff Serial-Entrepreneur gut identifizieren. Der 31-Jährige hat schon mehrere Unternehmen aus der Taufe gehoben – und auch so manche Idee zu Grabe getragen. Zu scheitern ist ihm alles andere als fremd. So hatte er unter anderem gemeinsam mit einem Geschäftspartner 2015 eine Idee, die allen Anforderungen gerecht wurde, um Erfolg zu haben: neu und bislang noch nicht da gewesen, technisch umsetzbar und mit dem Potenzial finanziell rentabel zu werden. Ein Konzept, das nicht nur den Zeitgeist traf, sondern ihm einen Schritt voraus war. „Gewissermaßen die Chance, nicht nur erfolgreich zu sein, sondern auch die Welt ein klein wenig zu verbessern“, meint er. „Anlass war die Erkenntnis, dass die Kommunikation im Internet, so wie sie derzeit passiert, auf Dauer nicht funktionieren kann. Und eine Idee, wie es besser werden könnte.“ Denn natürliche

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Sprache lässt sich nicht auf Getipptes, geschweige denn auf 140 Zeichen reduzieren, ist er überzeugt. Neue Gesprächskultur. So wurde Squabble geboren: Eine Internet-Diskussionsplattform, die dabei helfen sollte, die Kommunikation im Web auf eine neue Ebene zu heben: Weg vom anonymen und zur Polemik einladenden Kommentieren und hin zum fruchtbaren Austausch. Anders als im größten Teil der Social-Media-Welt wird auf Squabble nicht in erster Linie getippt, sondern gesprochen. Zwei Personen an beliebigen Orten beginnen eine Diskussion in einem Sprachchat. Und der Rest der Welt ist in Echtzeit mit dabei. Jeder Squabble-User kann bei dieser Konversation wie bei einem Live-Podcast zuhören. Doch das Publikum ist nicht zur Passivität verdammt. Ein Textchat erlaubt es, sich parallel auszutauschen und nicht zuletzt die Diskussion zu bewerten.


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„Fail early ist nicht das Schlechteste, was einem Gründer passieren kann. Selbst wenn es nicht glückt, lernt man deutlich mehr, als wenn man es nie probiert hätte.“ Fabian Rauch

Geld, Zeit und Energie. Seine Vision vor Augen machte Rauch sich an die Arbeit. Dabei kam ihm die Erfahrung zugute, die er bereits bei anderen Projekten als Gründer gesammelt hatte. Ein Businesskonzept wurde verfasst, ein Team zusammengestellt und mit der Entwicklung begonnen. Investitionen in das Projekt kamen zum einen von dem Vorarlberger Inkubator Speedstartstudio und nicht zuletzt aus eigener Tasche – ebenso wie viel Zeit und Energie. „Squabble war für mich von Anfang an ein Full-Time-Job. Ich und unser Team haben mittlerweile ein gutes Jahr in die

Zielgruppenerhebung, die Entwicklung der Technologie, der App und Vieles mehr investiert“, erzählt er. „Und seit rund drei Monaten wird mir zunehmend bewusst, dass das offenbar nicht genug war.“ Fehlstart. Denn auch nach mehr als einem Jahr hat Squabble es nicht geschafft, abzuheben. „Und das wird sich wohl nicht mehr ändern“, meint Rauch. Trotz des für den Web- und App-Bereich sehr langen Zeitraums, ist es dem Team bislang nicht gelungen, eine Community für die Plattform aufzubauen. Für ein System wie die-

ses ist das doppelt fatal: Ohne die Produzenten, die aktiv diskutieren, findet sich kein Publikum. Und ohne Publikum gibt es keinen Anreiz für die Produzenten, Content zu erzeugen. Und damit gibt es wiederum nichts, was Zuhörer anziehen könnte. Hinter dieser Symptomatik sieht Rauch allerdings ein größeres Problem. „Ich bin davon überzeugt, dass die Idee hervorragend ist“, meint er. „Nur war es offensichtlich nicht die nötige Konstellation aus Ort, Zeit und Leuten und die richtige Strategie, um ihr zum Erfolg zu verhelfen. Jemand anderer hätte es vielleicht schaffen können, ich aber nicht.“ →

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Risikobewusstsein. Das Resultat von Squabble ist ernüchternd: Gemeinsam wird aktuell nach alternativen Möglichkeiten gesucht, die Technologie zu verwerten und so vielleicht noch die Idee, die darin steckt, am Leben zu erhalten – wenn auch in den Händen jemandes anderen. Die Zeit und Energie, die sie in das Projekt gesteckt haben, sowie zumindest ein großer Teil der getätigten Investitionen sind verloren. „Das schmerzt natürlich“, meint Rauch. „Aber als Start-up-Gründer muss man sich des Risikos bewusst sein – und dennoch unerschütterlich an seine Idee glauben.“ Und das müsse auch der Businessplan reflektieren: Selbst zu investieren sei nahezu ein Muss. Zugleich gelte es jedoch, so zu planen, dass man sich nicht bis ans Ende seines Lebens in Schulden stürze, sollte die Idee – wider Erwarten – nicht aufgehen. „Gerade

„Squabble war für mich von Anfang an ein Full-TimeJob. Ich und unser Team haben mittlerweile ein gutes Jahr [...] investiert. Und seit rund drei Monaten wird mir zunehmend bewusst, dass das offenbar nicht genug war.“ Fabian Rauch Start-up-Gründer

deswegen muss man erkennen, wann es Zeit ist, loszulassen“, rät er. „Fail early ist nicht das Schlechteste, was einem Gründer passieren kann. Selbst wenn es nicht glückt, lernt man deutlich mehr, als wenn man es nie probiert hätte.“ Lernprozess. Die investierte Zeit und der finanzielle Verlust, selbst wenn er substanziell ist, werden damit bis zu einem gewissen Grad zu Lehrgeld. Und daran, dieses

auf die eine oder andere Art zu bezahlen, kommt in der Start-up-Szene kaum jemand vorbei, versichert Rauch: „Investoren gehen davon aus, dass es drei von zehn unterstützten Start-ups auf den Markt schaffen. Und meistens wird eines davon ein echter Erfolg und trägt die restlichen Investitionen.“ Trotz mehrere Rückschläge, des Risikos und der geringen Erfolgsaussicht bleibt er dem Start-up-Unternehmertum treu. „Hat man einmal ein Unternehmen gegründet und weiß, wie es geht, verliert es seinen Schrecken. Dann kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren und aus seinen Fehlern lernen“, meint Rauch. Er selbst sieht im Gründertum eine Form des Ausdrucks: „Andere verwirklichen sich durch Musik, Malerei oder Schreiben. Ich habe einen Weg gefunden, meine Kreativität in Unternehmen auszuleben, die ich gründe und mit denen ich meine Ideen umsetze.“ ¬

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Entgeltliche Einschaltung

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ichtig für alle Dienstleistungsbetriebe: Im August 2016 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass auch Dienstleistungsbetriebe weiterhin betreffend der Energieabgabe rückvergütungsfähig sind und die Einschränkung auf Produktionsbetriebe unzulässig war. Die Finanzbehörde hat dagegen Amtsrevision eingebracht und ist dieses Thema somit noch nicht endgültig geklärt. Da nun die Möglichkeit besteht, für Dienstleistungsbetriebe die Energieabgabe rückvergütet zu erhalten, empfehlen wir allen Dienstleistungsbetrieben mit hohen Energiekosten (z. B. Hotel) die 50

Anträge zu stellen. Achtung: Die Einreichfrist für 2011 endet am 31. 12. 2016. Sollten Sie für den Jänner 2011 bereits damals einen Antrag gestellt haben, so empfehlen wir Ihnen die Kontaktaufnahme mit Ihrem Steuerberater. Ob dann die Energieabgabenrückvergütungen für Dienstleistungsbetriebe tatsächlich erfolgt, wird wohl erst im Jahr 2018 ¬ durch den VwGH geklärt werden.

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Mag. (FH) Daniel Nöbauer, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Gerichtssachverständiger

Mag. Andreas Loidl Unternehmens- und Wirtschaftsberater augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum, A -6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512/29 44 39 www.fidas-innsbruck.at

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Geld vom Finanzamt – Energieabgaberückvergütung


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Müssen Start-ups Angst vor dem Scheitern haben? DREI FRAGEN AN: Bernd Ebersberger Betriebs- und Volkswirt, Professor für Innovationsmanagement und Ökonomik am MCI Innsbruck, Leiter der MCI Forschung, Innovation und Entrepreneurship

1. Wie scheitert man richtig? Das richtige Scheitern beinhaltet das Prinzip des „Fail often, fail fast, fail cheap“. Unternehmerisches Scheitern wird dabei als unvermeidliche Voraussetzung für Entwicklung und Verbesserung erkannt. Das mitteleuropäische Wirtschafts- und Denkmodell läuft leider Gefahr, rein erfolgsorientiert funktionieren zu wollen. Misserfolge werden tendenziell verschwiegen, eine fruchtbare „Misserfolgskultur“, die das Lernen aus Fehlern hochhält, fehlt deshalb. So laufen Fehler Gefahr, zu oft wiederholt zu werden.

2. Wie können Start-ups vom Scheitern profitieren? Verschiedenste Studien zeigen sehr deutlich, dass Menschen aus Fehlern viel mehr lernen als aus Erfolgen. Essenziell dabei ist aber das richtige „Debriefing“. Dabei wird noch einmal ganz genau geschaut, warum ein Projekt nicht funktioniert hat und was man das nächste Mal besser machen kann. Wenn das Prinzip „failure“ nicht um die Elemente „Lernen“ und „Verändern“ angereichert wird, bringt das schönste Scheitern nichts.

3. Scheitern Amerikaner besser? In Europa wird eher der rationale Ingenieurszugang gepflegt. Der zugrundeliegende Gedanke: „Wenn ich mir als Startup die richtigen Informationen besorge, bin ich in der Lage, durch systematisches Vorgehen mein Vorhaben bis zum Ende erfolgreich durchzuplanen“. Scheitern wird in diesem Denksystem ausschließlich zum Misserfolg. Zudem wird oft der Irrglaube gepflegt, alles unter Kontrolle haben zu können. Anders in Amerika: Dort hat man erkannt, dass jedes Start-up zu komplex ist, um dabei von Anfang an alles richtig zu machen. In dieser Denkschule wird nur ein paar Schritte nach vorn geschaut, es wird permanent modifiziert und korrigiert. Dabei kann Scheitern zum Bestandteil des Erfolgs werden.

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KarriereGipfel 2016 Im Oktober fanden an der Universität Innsbruck erstmals Karrieremessen statt. Studierenden, Absolventen sowie Akademikern bot sich dort die Möglichkeit, direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen.

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ie Karrieremesse „KarriereGipfel“ ist eine neue fachspezifische Veranstaltungsreihe des Career-Service der Universität Innsbruck mit dem Ziel, Studierende, Absolventen und Akademiker bereits während des Studiums mit interessanten zukünftigen Arbeitgebern zusammenzubringen. An drei Orten vertreten. Am 17., am 18. und 20. Oktober 2016 präsentierten sich an drei verschiedenen Standorten – SOWI, Technik und CCB – Unternehmen. Das Besondere: Jeder KarriereGipfel hatte einen branchenspezifischen Schwerpunkt, der es Betrieben ermöglichte, sich direkt und 52

persönlich mit einer bestimmten Zielgruppe in Verbindung zu setzen. Zu den Fachbereichen zählten Wirtschaft, IT & Technik sowie Life Sciences & Chemie. „An allen drei Standorten konnten namhafte Firmen Gespräche mit den Studierenden der dortigen Fachbereiche führen“, berichtet Priv.-Doz.Dr. Sara Matt-Leubner, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft-Wirtschaft-Gesellschaft an der Universität Innsbruck. „Auch für unser Team aus dem Bereich Wirtschaftskooperationen sind diese neuen Kontakte von großer Bedeutung.“ Verschiedene Branchen. Zu den Austellern zählten internationale Unternehmen wie Adler Lacke, ATP

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Architekten Ingenieure, BMW Bank, Biocrates, Hofer KG, Klausner Gruppe Europa, KPMG und Sandoz. „Mit 34 Ausstellern waren die heuer erstmals abgehaltenen KarriereGipfel ein respektabler Start“, so Matt-Leubner weiter. Auch das Unternehmen Biocrates nahm am KarriereGipfel Life Sciences & Chemie im CCB teil. Biocrates ist eines der führenden Biotechnologie-Unternehmen im Bereich Metabolomik. „Ausschlaggebend war eine interne Studentenstelle, für die wir geeignete Kandidaten gesucht haben. Das Studentenprofil mit den Studienrichtungen Chemie, Biochemie und Biologie hat sehr gut gepasst“, sagt Ing. Mag. Anton Grones, CFO bei Biocrates in Innsbruck.


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Kontakte knüpfen: Beim KarriereGipfel im Herbst kamen Arbeitssuchende mit Unternehmen ins Gespräch.

„Unser Resümee ist durchwegs positiv. Es gab einige Gespräche mit interessanten Kandidaten.“ Neu eingerichtet. Durch die neue Plattform „KarriereGipfel“ können sich künftige Absolventen so rechtzeitig über berufliche Chancen am Arbeitsmarkt informieren, damit der Berufseinstieg erfolgreich gelingt. „Die durch die Einrichtung der Transferstelle für mich neu hinzugekommenen CareerServices sind ein sehr spannender und wichtiger Bereich für die Universität“, sagt die Leiterin Priv.-Doz.Dr. MattLeubner. „Zukünftig wollen wir noch enger mit den Fakultäten zusammenarbeiten.“ Neben den beiden traditionellen Kernaufgaben Forschung und Lehre ist das Ziel der neuen Transferstelle, dabei zu unterstützen, die Bedeutung der Universität Innsbruck als Impulsgeberin für die Region, als Wissenspool für die Gesellschaft sowie als Partnerin für die Wirtschaft auszubauen. Insbesondere ist die Transferstelle auch Ansprechpartne-

rin für Anfragen zu Forschungskooperationen seitens der Wirtschaft. Vielseitiges Angebot. Die Termine für das kommende Jahr stehen bereits fest. Unterdessen gibt es online das Career-Portal, über das Firmen Stellenanzeigen schalten können. Außerdem wird Studierenden vor den KarriereGipfeln zur Vorbereitung auf den Messebesuch unter anderem die Möglichkeit geboten, die Workshops „Bewerbungstraining“ oder „Vorstellungsgespräch“ zu besuchen – in Kooperation mit dem Institut für Organisation und Lernen, Forschungsgruppe HRM, an der Fakultät für Betriebswirtschaft. ¬ TERMINE FÜR 2017 • Dienstag, 14. 11. 2017 – KarriereGipfel IT & TECHNIK • Mittwoch, 15. 11. 2017 – KarriereGipfel CHEMIE & LIFE SCIENCES • Donnerstag, 16. 11. 2017 – KarriereGipfel WIRTSCHAFT

Universität Innsbruck Transferstelle Wissenschaft-Wirtschaft-Gesellschaft Career-Service Mag. Annemarie Larl-Wolf Technikerstraße 21a (ICT-Gebäude), EG, ZiNr. 1N09, 
6020 Innsbruck Telefon: 0512/50732207 
 E-Mail: Annemarie.Larl@uibk.ac.at www.careerservice.at www.uibk.ac.at/transferstelle Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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BMW 5er

AUTO

2017

Ab Februar 2017 erhältlich wird die siebte Generation der BMW 5er-Reihe zum größten Herausforderer der Mercedes E-Klasse. Neu ist nicht nur das Design, sondern auch die Vielzahl an Assistenzsystemen. Sie unterstützen den Fahrer nicht nur bei kritischen, sondern auch in fahrerisch wenig anspruchsvollen Situationen wie Stau und zähfließendem Verkehr.

NEU

AUF VIER RÄDERN Elektro, 8-Zylinder, 3-Zylinder, SUV-Coupes, neuartige Designs, intelligente Raumausnutzung und jede Menge elektronische Novitäten: 2017 hat das Zeug, zu einem der spannendsten Autojahre seit Langem zu werden.

Porsche Panamera Die neue, zweite Generation des Porsche Panamera vereint einmal mehr zwei gegensätzliche Charaktere: die Performance eines Sportwagens und den Komfort einer Luxuslimousine. Dazu wurde nicht nur an seiner Form gearbeitet, sondern auch an seiner Antriebstechnologie, seinen Motoren sowie am Interieur. Der neue Panamera startet mit einem 2,9-Liter V6-Biturbo-Motor mit 440 PS.

Mercedes GLC 43 4MATIC Coupé

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Sportlich-elegantes Design gepaart mit den Vorteilen eines SUV bei Sitzposition, Innenraumvariabilität sowie Traktion: Das neue SUV-Coupé von Mercedes ist optisch besonders und erlaubt auch gelegentliche Off-RoadAusflüge. Die Bodenfreiheit lässt sich per Tastendruck erhöhen, die pneumatische Rundum-Niveau­ regulierung sorgt jederzeit für ein konstantes Fahrzeugniveau.

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NISSAN MICRA

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Nissan zeigt mit dem neuen Micra eine mutige Neudefinition des Themas „Kleinwagen“. Der Micra wird von fortschrittlichen Turbomotoren angetrieben und verfügt über innovative Sicherheits- und Technik-Features, die neu in dieser Fahrzeugklasse sind. Marktstart März 2017.

EBENFALLS NEU 2017: » AUDI A7 » BMW X2/X3 » CITROËN C3 PICASSO » DACIA DUSTER » FORD FOCUS » MERCEDES E-KLASSE CABRIO/COUPE » OPEL AMPERA-E » PEUGEOT 508 » PORSCHE CAYENNE III » RANGE ROVER SPORT COUPÉ

RENAULT GRAND SCÉNIC Ab Jänner 2017 liefert Renault die Langversion des Scénic aus. Die Neuauflage des geräumigen Familienfahrzeugs misst 24 Zentimeter mehr als der Basis-Scénic. Wie seine Vorgängermodelle ist er als Fünf- und Siebensitzer erhältlich.

» RENAULT ALPINE » SEAT IBIZA » SUZUKI SWIFT » TESLA MODEL 3 » TOYOTA SUPRA » VW POLO VI

Ideen alleine verändern nichts. Sondern der Mut, sie umzusetzen. Der neue Panamera.

Porsche Zentrum Tirol Mitterweg 27, 6020 Innsbruck Herr Martin Mairhofer Tel.: 0512/227 55-2400 martin.mairhofer@porsche.co.at www.porscheinnsbruck.at

Panamera 4S – Kraftstoffverbrauch: 8,2 – 8,1 l/100 km. CO2- Emission: 186 – 184 g/km. Nach EU 6 im NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus).

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FACTS:

KIA NIRO 1,6 GDI HYBRID PLATIN • Beschleunigung 0–100 km/h: 11,5 sec. •H öchstgeschwindigkeit: 162 km/h •V erbrauch kombiniert (Werk): 4,4 Liter • T estverbrauch: 6,9 Liter •P reis ab: 26.290 Euro top.tirol

•P reis Testwagen: 35.500 Euro • Garantie: 7 Jahre/150.000 km Eine Frage des Stils: Komfortorientierte werden den Kia Niro (links) wählen, sportliche Naturen eher den Hyundai Ioniq (rechts).

TEST HYBRID SPEZIAL

Zwei vom gleichen Stern Hyundai und Kia bringen mit den technisch eng verwandten Modellen Ioniq und Niro zwei Hybrid-Fahrzeuge mit höchstem Reifegrad auf den Markt. Test: Klaus Erler

T E C H N I S C H E DAT E N :

KIA NIRO 1,6 GDI HYBRID PLATIN/HYUNDAI IONIQ HYBRID STYLE 1,6 MOTOR

4-Zylinder-Benzinmotor plus Elektor-Motor mit Li-Ion-Polymer-Akku

ANTRIEB

1.580 ccm

GETRIEBE 6-Gang-DSG LEISTUNG

77 kw/105 PS Benzinmotor plus 32 kw/43,5 PS Elektromotor

SYSTEMLEISTUNG

104 kw/141 PS

DREHMOMENT

265 NM

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Hyundai Ioniq

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yundai und Kia kann man sich ein wenig so vorstellen wie Skoda und VW: Beide Marken gehören zum gleichen Konzern und fahren unter verschiedenen Namen, Designs und Ausstattungsvarianten mit unterschiedlichen Abstimmungen und Modifikationen, aber ganz ähnlicher Technik. Satte Systemleistung. So wundert es auch nicht, dass die neueste Innovation des koreanischen Konzerns Hyundai Kia Automotive Group – ein Hybrid-Antrieb samt DSG-Getriebe – sowohl im neuen Hyundai Ioniq Hybrid, als auch im ebenfalls neuen Kia Niro zu finden ist. Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Beide Fahrzeuge sind Fronttriebler und werden von einem 1,6 Liter starken Benziner angetrieben, der bei Bedarf einen rund 44 PS starken Elektromotor zuschaltet. Rein elektrisches Fahren ist nur auf wenigen Metern möglich. Die gesamte Motorsteuerung vollzieht sich für den Fahrer fast unmerkbar, auch die Schaltvorgänge des vorzüglichen und butterweich agierenden DSG-Sechsgang-Getriebes passieren oft unterhalb der Wahrneh-

Kia Niro 56

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mungsschwelle. Entspanntes Gleiten im Eco-Modus ist so genauso möglich wie eine forcierte Kurvenfahrt im deutlich kraftvolleren Sport-Modus, der einen die 140-PS-Systemleistung durchaus spüren lässt. Und das Beste: Bereits nach wenigen Minuten wird man vergessen haben, dass man in einem Hybrid-Auto sitzt. Bis ins Detail ausgereift. Was andauert, ist das Gefühl, bis ins Detail ausgereifte Fahrzeuge zu bewegen. Sowohl Kia, als auch Hyundai haben als Hybrid eine Verarbeitungs- und Technikreife erreicht, die wohl weder in Deutschland, noch in Japan unbemerkt bleiben dürfte. Das betrifft die ausgewogene Federung genauso wie die Qualität der Sitze und die Verwendung hochwertiger Innenraum-Materialien: Einsteigen, Platz nehmen, wohlfühlen: Diese bisher schwerpunktmäßig in deutschen Autos anzutreffende Qualität beherrschen inzwischen auch die Koreaner. Unterschiede im Detail. Die konzeptbedingten Unterschiede zwischen Kia und Hyundai fallen dann weitaus geringer aus, als man das aufgrund der unterschiedlichen Fahrzeug-


AM PREIS SPAREN, NICHT AM FAHRSPASS! UNSERE AKTUELLEN TAGESZULASSUNGEN: NISSAN NOTE ACENTA FAMILY © EMANUEL KASER (3)

1.2, 59 kW (80 PS) • EZ 08/2016, Anthrazit Metallic • Klimaanlage, Audiosystem • elektr. Fensterheber vorne • Navigationssystem • NISSAN SAFETY SHIELD u.v.m.

FACTS:

HYUNDAI IONIQ HYBRID STYLE 1,6 GDI • Beschleunigung 0–100 km/h: 11,1 sec.

LISTENPREIS: € 17.934,–1 AKTIONSPREIS: NUR € 14.617,–

• Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h • Verbrauch kombiniert (Werk): 3,9 Liter • Testverbrauch: 6,7 Liter • Preis ab: 24.990 Euro • Preis Testwagen: 32.400 Euro • Garantie: 5 Jahre ohne Kilometer­begrenzung, 8 Jahre auf die Hoch­volt-Batterie

NISSAN QASHQAI ACENTA

designs vermuten würde. Zwar ist der sportlich gezeichnete Ioniq leichter als der SUV-artige Niro (1370 bis 1477 kg statt 1458 kg bis 1479 kg), dazu ist er bei ähnlichem Kofferraumvolumen zwölf Zentimeter länger und acht Zentimeter tiefer: Erkennbar werden diese Unterschiede jedoch nur über die Sitzhöhe und Lautstärke des Motors: Der Kia ist um Nuancen leiser, im Verbrauch dennoch ähnlich zurückhaltend wie der Hyundai (rund 6,8 Liter Testverbrauch für 140 PS Systemleistung), der sich dafür etwas agiler bewegen lässt. Erstaunlich gut erfahrbar. Schlussendlich wird es wohl von den eigenen Designvorlieben abhängen, welches der beiden Fahrzeuge man auswählt. Wer sportlicheres Auftreten schätzt, wählt Hyundai, Komfortorientierte werden zum höheren Niro greifen. Und auch wenn beide Fahrzeuge nicht zu den billigen Vertretern ihrer Klasse gehören: Der technische Aufwand, der hier betrieben wurde, muss zwar bezahlt werden, er macht sich dafür wieder positiv an der Tankstelle bemerkbar. Vor allem aber lässt sich das Thema „Hybrid” mit beiden Fahrzeugen erstaunlich gut erfahren. ¬

1.2 DIG-T, 85 kW (115 PS) • EZ 12/2016, Bronze Metallic • Klimaautomatik • Sitzheizung vorne • Einparkhilfe vorne & hinten • Fahrerassistenz-Paket u.v.m.

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1.6 dCi 4x4, 96 kW (130 PS) • EZ 06/2016 • Navigationssystem mit 4 Rundumkameras • elektr. Heckklappe • Sitzheizung vorne u.v.m.

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WIR HABEN VIELE WEITERE MODELLE MIT VERSCHIEDENEN AUSSTATTUNGEN UND MOTORISIERUNGEN LAGERND! Gesamtverbrauch l/100 km: gesamt von 5,6 bis 4,7; CO2 Emissionen: gesamt von 143,0 bis 109,0 g/km. Abb. zeigen Symbolfotos. 1Für ein nicht zugelassenes Neufahrzeug. 2 Vier NISSAN Winterkompletträder, bestehend aus Stahlfelge und Winterreifen, exkl. Montage. Keine Barablöse möglich. Angebote gültig bis 31.12.2016 und nur solange der Vorrat reicht.

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© SCHLOSSMARKETING (2)

Dieter Unterberger, Martin Kornexl, Gerald Unterberger und Josef Gruber (v. l.).

Neuer Glanz, neuer Chef Unterberger Automobile baut den SalesPoint Telfs zu einem vollwertigen Autowelt-Standort aus. Dafür nimmt die Tiroler Unternehmerfamilie rund 1,2 Millionen Euro in die Hand, um das bestehende Markenportfolio mit Hyundai, Mitsubishi und BMW Premium Selection mit Land Rover und Jaguar zu erweitern. Als Betriebsleiter für die neue Autowelt Telfs konnte der Branchenexperte Martin Kornexl gewonnen werden.

TIROL-DEBÜT © WALTER MAIR

Der neue Renault Scénic begeistert mit seinem aufregenden Look. Davon konnten sich rund 150 geladene Kunden überzeugen, die das Autohaus Dosenberger auf den Bergisel einlud, wo der pfiffige Franzose in einem eigens aufgebauten Premieren-Zelt sein Tirol-Debüt feierte. Extra aus Wien angereist: Renault-Österreich Generaldirektor Olivier Wittmann, der den ab 20.990 Euro erhältlichen Scénic gemeinsam mit Dosenberger-Chef Wolfgang Rötzer und Schwiegersohn Emanuel Jahn präsentierte.

© PORSCHE INNSBRUCK

Wolfgang Rötzer, Olivier Wittmann, Emanuel Jahn (v. r.)

© AUTOBEDARF KASTNER

Motor-News Moderner Look Nach einer rund viermonatigen Bauzeit wurde der Verkaufsraum der Kastner-Zentrale in der Innsbrucker Rossau auf 600 Quadratmeter erweitert und modernisiert.

Weichen für die Zukunft

Dieter Unterberger, Andreas Resch und Klaus Kluckner (v. r.).

Das neue Jahr bringt für die Autowelt DenzelUnterberger einen Personalwechsel. Nachdem der bisherige Betriebsleiter Klaus Kluckner die Gebietsleitung West für Mitsubishi übernimmt, konnte Autohaus-Chef Dieter Unterberger bereits Mitte November dessen Nachfolger Andreas Resch präsentieren. Der Vertriebsprofi hat sich in über 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit zu einer fixen Größe im Tiroler Automarkt etabliert und zeigt sich für die neue Herausforderung „voll motiviert“.

PANAMERA ROCKT DEN PORSCHE-SALON

Rouven Springer, Gerhard und Martin Mairhofer, Melanie Grüll (v. l.).

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Rund 250 geladene Kunden waren Anfang November in den Porsche-Salon am Innsbrucker Mitterweg geladen, um bei der Enthüllung der zweiten Panamera-Generation mit dabei zu sein. Die Luxuslimousine ist jetzt mit einem neuen 330-PS-starken V6-Turbobenziner sowie in einer verlängerten Executive-Version bestellbar. Das zweit-meistverkaufte Porsche-Modell umfasst fortan zehn verschiedene Varianten mit Leistungen von 330 bis 550 PS. Für den BasisPanamera werden 103.179 Euro fällig.

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Emotionales Bayern-SUV Der BMW X4 M40i ist das Top-Modell der erfolgreichen BMW X-Serie, der im Segment der Sports Activity Coupés (SAC) neue Maßstäbe in punkto Design, Fahrspaß und Emotionalität setzt. Test: Walter Mair

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TEST

Das elegant designte Topmodell der X4Modellreihe bietet M-typischen Fahrspaß.

Im sportlich-exklusiven Interieur betont der X4 M40i seinen typischen M-Performance-Charakter.

Optik pur. Für den extrovertierten Look zeichnen unter anderem auch das markante MDesign für die Front- und Heckschürze, sowie gezielt gesetzte Farbakzente bei den Außenspiegeln und Nierengrill verantwortlich. Die breit und flach gestaltete Heckpartie mit den L-förmigen Endleuchten in LED-Technik empfiehlt den X4 als exzellenten Fahrdynamiker. Das Cockpit ist nach Art des BMW-Hauses gestaltet: sportlich-exklusiv mit Betonung auf den typischen BMW M-Performance-Charakter. Das Platzangebot ist trotz der coupéhaften Karosserieform hervorragend, im Fond fühlen sich auch große Personen wohl. Und für den Groß-

einkauf steht ein Mindestladevolumen von 500 Litern bereit, durch Umklappen der Rücksitze ist der Stauraum sogar auf bis zu 1.400 Liter erweiterbar. Wer sich für dieses außergewöhnliche Bayern- SUV entscheidet, sollte mindesten 78.900 Euro auf dem Konto haben. Unser Testfahrzeug war zusätzlich mit einer Flut an Extras wie Spurwechselwarner, Head-Up-Display oder dem HarmanKardon-Surround-System bestückt, was den Gesamtwert auf stolze 94.733 Euro befördert. Fahrgenuss extrem. Dafür lässt der M40i auf der Straße wahrlich nichts anbrennen: Denn im M40i feiert ein neu entwickelter TwinPowerTurbo Reihen-Sechszylinder Premiere, der aus drei Litern Hubraum rund 360 PS schöpft. Das Spaßknöpferl in der Mittelkonsole auf Sport-Modus gebracht, zischt der Sechszylinder mit Gänsehaut erzeugendem Sound in nur 4,9 Sekunden auf Tempo Hundert. In Folge vermittelt er ein Fahrgefühl, das man sonst nur von Sportwagen kennt. Dazu passend ist das

blitzschnell schaltende 8-Gang-Automatikgetriebe, das sich bei einer betont sportlichen Fahrweise auch über Schaltwippen am Lenkrad betätigen lässt. Der M40i ist sportlich straff abgestimmt und lässt sich dank intelligentem Allradantrieb xDrive erstaunlich wendig um schnelle Kurven zirkeln. ¬

T E C H N I S C H E DAT E N :

BMW X4 M40I MOTOR R6-benziner, 2.979 ccm, Twinturbo, Direkteinspritzung ANTRIEB

Allradantrieb xDrive

GETRIEBE 8-Gang-Steptronic LEISTUNG

265 kW/360 PS

DREHMOMENT SPITZE

465 Nm 250 km/h abgeregelt

TESTVERBRAUCH

8,6 l/100 km

PREIS AB

78.900 Euro

PREIS TESTWAGEN

94.733 Euro

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it seiner weißen (Lack)-Weste wirkt der BMW X4 M40i beinahe so, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch die ausgestellten Radhäuser, die übergroßen Lufteinlässe und die Sport-Abgasanlage machen auf den ersten Blick deutlich: Der BMW X4 M40i ist das Topmodell der X4-Baureihe.


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TEST

Fesch und komfortabel: Der neue Kia Sportage strahlt Souveränität, Sicherheit und Sportlichkeit aus.

Kultivierter Reisepartner Die völlig neu konzipierte vierte Generation des Kompakt-SUV Kia Sportage sieht nicht nur sportlicher aus, sie bietet jetzt auch mehr Raum, mehr Technik und ein völlig neues Fahrgefühl. Test: Walter Mair

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© GEBHARD WINKLER (3)

ie 2016 eingeführte vierte Generation des Kia Sportage ist äußerlich nur um ein paar Zentimeter gewachsen, bietet aber deutlich mehr Platz. Das Familien-SUV überrascht mit einem Look, der es angenehm vom Mainstream abhebt. Besonders sticht der markentypische Grill („Tigernase“) hervor, der neben der kraftvoll wirkenden Motorhaube, den markant geformten Scheinwerfern und dem aufwändig designten Nebellicht schon im Stand für ein Plus an Dynamik sorgt. Umfangreiches Equipment. Im Innenraum des knapp 4,5 Meter langen Sportage finden bis zu fünf Personen bequem Platz. Wer mit dem Sportage auf Reisen geht, wird sich über den 491 Liter (bisher 465 Liter) fassenden Gepäckraum freuen. Bei artgerechter Nutzung der 60:40 geteilt umlegbaren Rücksitzbank kann das Raumvolumen sogar auf bis zu 1.480 Liter vergrößert werden. Feinstes Leder und elektrisch verstellbare Sitze vorne – die sowohl beheizt, als auch gekühlt werden können – 60

sind neben der bei Kia schon ab der Ausstattung Silber verfügbaren Lenkradheizung nur ein kleiner Auszug aus der umfangreichen Mitgift der Top-Ausstattung Platin. Mit an Bord sind auch ein autonomes Notbremssystem zur Verhinderung von Auffahrunfällen, sowie die Smart-Parking-Technik inklusive Querverkehrswarner, der den Fahrer beim Zurücksetzen aus Parklücken vor herannahenden Fahrzeugen warnt. Ein SUV für jedes Terrain. Zum top.tirol-Test fuhr der 185-PSDiesel mit Sechsgangautomatik und mit einem in Österreich entwickelten Allradantrieb vor. Der angenehm leise arbeitende Selbstzünder bewältigt Bergstraßen genauso anstandslos wie Überlandstrecken, wo der Sportage zum perfekten Gleiter mutiert. Der Einstieg in den Kia-SUV beginnt bei 23.990 Euro, für die Platin-Ausstattung müssen 42.390 Euro veranschlagt werden. Immer mit dabei: sieben Jahre Mobilitätsgarantie ohne Kilometer-Begrenzung. ¬

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T E C H N I S C H E DAT E N :

KIA SPORTAGE 2,0 CRDI 4WD MOTOR

4-Zylinder-Turbodiesel, 1995 ccm

ANTRIEB LEISTUNG

Allradantrieb, 7-Gang-Automatik 136 kW/185 PS, 400 Nm bei 1.750

SPITZE TESTVERBRAUCH

201 km/h 7,5 l/100 km

PREIS AB

23.990 Euro

PREIS TESTWAGEN

42.390 Euro


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TIROL FÄHRT DIESEL Der Anteil von Dieselfahrzeugen an den PKW-Neuzulassungen Jänner bis Oktober 2016 nach Bezirken. KUFSTEIN

56,97 % REUTTE

76,22 %

KITZBÜHEL

50,65 %

INNSBRUCK STADT

63,82 %

Tirol gesamt

SCHWAZ

56,59 %

LANDECK

64,83 %

60,90 %

INNSBRUCK LAND

58,35 %

IMST

58,55 %

LIENZ

60,68 %

Quelle: WK Tirol/Eurotax Österreich / STATISTIK AUSTRIA

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Das war das

Wirtschaftsjahr 2016

ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

Um den Prozentsatz der Mehrgenerationen-Familienbetriebe zu erhöhen, deren allgemeine Struktur wissenschaftlich zu durchleuchten und Antworten auf spezielle Fragestellungen zu liefern, wird im März von MCI und Wirtschaftskammer Tirol das Zentrum Familienunternehmen unter Leitung von Dr. Anita Zehrer eröffnet.

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© RENDERWERK.AT

Eröffnet

Erbaut Im Dezember geht die neue 3S-Eisgratbahn am Stubaier Gletscher in Betrieb. Sie ersetzt die alte Eisgratbahn, ist mit 4,7 Kilometern die längste ihrer Bauart in den Alpen und die Investitionssumme von rund 64 Millionen Euro ist die höchste, die in der österreichischen Seilbahngeschichte je in eine Liftanlage gesteckt wurde.


Im Jahr 2016 kündigen mehrere Tiroler Firmen an, kräftig am Standort Tirol zu investieren, darunter Sandoz (930 Mio. Euro), die SWAROVSKI Gruppe (500 Mio. Euro), die Felder Gruppe (60 Mio. Euro) und der Autozulieferer aus Kufstein Vahle DETO (3,5 Mio Euro).

In diesem Jahr begann die Firma Vahle-Deto mit dem Bau eines neuen Innovations- und Kompetenzzentrums für Antriebs- und Steuerungssysteme im Bereich der Fördertechnik und Automatisierung in Schwoich. Investitionsvolumen: 3,5 Mio. Euro.

© FRÖSCHL

Investiert

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Verstorben Am 22. Juni 2016 ist der Haller Bauunternehmer Eduard Fröschl im Alter von 79 Jahren verstorben. Damit verliert Tirols Wirtschaft eine große Persönlichkeit. Von 1960 bis 2000 leitete er die Geschicke des Familienbetriebs.

Reformiert

Eingeschränkt Das sektorale Fahrverbot auf einem Teilabschnitt der A 12 Inntal Autobahn tritt mit 1. November in Kraft. Damit werden Lkw und Sattelkraftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen und bestimmten Gütern (z. B. Steine, Erde, Rundholz) von der Straße verbannt.

Im Jänner tritt die Steuerreform in Kraft und damit die Registrierkassenpflicht: Unternehmen müssen eine elektronische Registrierkasse haben und für jeden Barumsatz einen Beleg ausstellen. Die Registrierkassenpflicht gilt, wenn der Jahresumsatz je Betrieb netto 15.000 Euro und die Barumsätze dieses Betriebs netto 7.500 Euro im Jahr überschreiten.

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In Auftrag gegeben Das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) geben eine Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Bewerbung Tirols für die Olympischen Winterspiele 2026 in Auftrag. Kosten der Studie: 270.000 Euro netto.

Abgeschafft Die EZB kündigt im Mai an, den 500-Euro-Schein bis 2018 abzuschaffen.

Erhöht

Beschäftigt

Die Steuerreform bringt nicht Änderungen in puncto Registrierkassen, sondern auch eine höhere Mehrwertsteuer für Nächtigungen – von zehn auf 13 Prozent.

Im November 2016 geht die Arbeitslosigkeit in Tirol zurück. Die Branchen Tourismus, Handel und Bau weisen den stärksten Rückgang auf. Zum Stichtag 30. 11. 2016 beträgt die Arbeitslosenquote in Tirol 8,1 Prozent (November 2015: 8,8 Prozent). Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern gibt es einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Nach Altersgruppen betrachtet, sinkt die Arbeitslosigkeit bei fast allen – außer bei den älteren Personen ab 50. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren sinkt die Arbeitslosigkeit um 7,9 Prozent.

Entgeltliche Einschaltung

WIFI CAMPUS: die neue Atmosphäre des Lernens Lernen am WIFI Tirol war gestern. Lernen am neuen WIFI CAMPUS ist heute.

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ie Nummer 1 in der beruflichen Erwachsenenbildung hat einen großen Schritt in Richtung Neues Lernen gemacht und die Umgestaltung zum Campus abgeschlossen. Damit unterstreicht die Nummer 1 in der beruflichen Erwachsenenbildung seinen Führungsanspruch. Das WIFI Tirol konzentriert sich darauf, Sicherheit und Übersichtlichkeit zu bieten, setzt auf Lernen als soziales Erlebnis mit hohem Pra64

xisnutzen und möchte ein Leuchtturm in stürmischen Zeiten sein. Das Herzstück des Projekts ist der Campus-Garten, der auch als OutdoorSeminarraum nutzbar ist. Damit ist Unterrichten und Lernen im Freien möglich. Sämtliche Räumlichkeiten erfüllen in Funktion und technischer Ausstattung die Anforderungen modernen Lernens. Sie sind weitgehend frei gestaltbar und ¬ passen sich so an Inhalt flexibel an.

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WIFI Tirol Tel.: +43 (0)5/90 90 5-7000 E-Mail: info@wktirol.at www.tirol.wifi.at


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© WÜRTH-HOCHENBURGER

Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, das Tiroler Traditionsunternehmen Würth Hochenburger übernimmt mit 1. Feber 2017 die Kärtner Firma ÖBAU Gaggl Baustoffhandel. Die Würth-Hochenburger Gruppe setzt mit dieser Übernahme das Strategiekonzept einer konstanten Vergrößerung ihres Vertriebsnetzes fort. Würth-Hochenburger betreibt derzeit 19 Baustoffniederlassungen, acht Baumärkte und Produktionsbetriebe in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Bayern. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 660 Mitarbeiter. Der Konzernumsatz belief sich im Vorjahr auf 210 Mio. Euro.

Gewählt Im April 2016 wird Christoph Gerin-Swarovski einstimmig zum neuen Präsidenten der Tiroler Industriellenvereinigung gewählt. Gerin-Swarovski leitet die Tyrolit KG als geschäftsführender Gesellschafter und ist Aufsichtsratsvorsitzender der Tyrol Equity AG.

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Auch 2016 müssen Firmen in Tirol Insolvenz anmelden. Die höchsten Schulden verzeichnen laut Creditreform das Projektierungs- und Planungsbüro Projekt Alpha, Peter Singer e. U. aus Reutte (10,2 Mio. Euro), der Autohändler E. Bernhard GmbH aus Langkampfen (4,9 Mio Euro) und das Modehandelsunternehmen zero Retail GmbH aus Innsbruck (3,3 Mio. Euro).

Die Lehre bei Kühne + Nagel gefällt mir weil: „Kein Tag ist wie der andere. Mein Aufgabenbereich ist sehr abwechslungsreich und spannend. Mit der Unterstützung meiner Kollegen ist jede Herausforderung zu meistern! Das Beste an der Lehre bei Kühne + Nagel ist, dass ich meine eigenen Ideen einbringen kann und selbst Verantwortung übernehmen darf.“ n bei urfamuanbei hr a k f f s u n rja tisoka Spiteidoin t im23. .LLeehhrjahr 2p1e, d S , , s s 9 i m a 1 i l k , EvaLu e N+aNgaegleist n+ KühKnüeh TopTirol_Inserat_V1.indd 1

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02.12.2016 09:43:38


KLÜGER WERDEN MIT …

Alles andere als perfekt Das Interview führte Hannelore Wimmer.

Raphael M. Bonelli Neurowissenschaftler, Psychiater und Pyschotherapeut

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err Bonelli, der Titel Ihres Buches Maske sinken zu lassen und sich so zu zeigen, wie lautet „Perfektionismus – wenn das man wirklich ist: authentisch und fehlerhaft, einfach Soll zum Muss wird“. Was versteht menschlich. Für den Perfektionisten ist das ein groman unter Perfektionismus? Raphael ßer Schritt in die Freiheit. M. Bonelli: Man unterscheidet gesundes und ungesundes Perfektionsstreben. Das gesunde Perfekti- Besteht ein Zusammenhang zwischen peronsstreben ist nützlich, normal und sehr mensch- fektionistischem Denken und psychischen lich. Die Perfektion, also das fehlerhafte, vollendete Krankheiten? Macht Perfektionismus krank? Werk ist ein ausgesprochen sinnvolles Ziel im Sin- Ja, eine lange Reihe von Störungen haben perfektine eines „Soll“. Diese Form ist normal und tut dem onistisches Denken als innere Wurzel: allen voran Menschen gut. Das Perfektionsstreben darf aber die Essstörungen, bei dem sich der Betroffene umso nicht neurotisch werden, das wäre die ungesun- liebenswerter wähnt, je dünner er ist. Aber auch das de Art: der Perfektionismus. Der Neurotiker, also Burnout-Syndrom, bei dem der Mensch sich über seine Leistung definiert, die der Perfektionist, verkehrt Wertschätzung von außen drindas „Soll“ zum „Muss“. Das „Es gibt ein gesundes gend zum Leben braucht und heißt, alles, was nicht hundert Prozent ist, ist für ihn nichts Perfektionsstreben, das ist permanent über seine Grenzen wert. Er hat panische Angst für das Zusammenleben der geht. Aber auch Depressionen und Suchterkrankungen zeigen davor, Fehler zu machen, aufzufliegen, nicht zu genügen. Menschen irrsinnig wichtig. einen Zusammenhang mit PerAber Perfektionismus ist fektionismus. Was verstehen Sie unter per definitionem krank Wie kann man Perfektionisder „Maske der Unantastund ungesund.“ mus vermeiden? Indem man – barkeit“ und inwiefern hat wie Victor Frankl sagt – einen das mit Perfektionismus zu tun? Perfektionisten sind liebenswerte Menschen, Sinn findet, der die eigenen Person übersteigt. „Nur die nicht daran glauben können, liebenswert zu sein. das kranke Auge sieht sich selbst“ ist sein brillantes Sie sind sehr damit beschäftigt, was andere von ih- Zitat, mit dem er aussagen möchte, dass der Mensch nen denken und suchen ständig Wertschätzung. Sie für Höheres geschaffen ist, als ständig fremder Wertglauben, sich über Leistung definieren zu müssen schätzung der eigenen Person nachzulaufen. ¬ und fürchten, wegen ihrer Fehler und Schwächen abgelehnt zu werden. Kritik ist für sie eine Katast- Vielen Dank für das Gespräch. rophe! Deswegen tragen sie eine perfekte, fehlerlose Maske mit sich herum – um unantastbar zu sein. Das macht sie aber unnahbar und wenig authentisch. Raphael M. Bonelli lebt in Wien und ist Ein weiteres Stichwort ist „Imperfektionstoleranz“. Was ist damit gemeint? Imperfektionstoleranz ist die Eigenschaft, die Perfektionisten in der Psychotherapie üben: das Aushaltenkönnen der eigenen Unvollkommenheit. Sie ist die Fähigkeit, sich selbst in seiner Durchschnittlichkeit, Gewöhnlichkeit und Fehlerhaftigkeit anzunehmen. Also die 66

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Neurowissenschaftler an der Sigmund-FreudUniversität in Wien, sowie Psychiater und Pyschotherapeut in eigener Praxis. Buchtipp: Raphael M. Bonelli: Perfektionismus – Wenn das Soll zum Muss wird, Pattloch Verlag, 336 Seiten


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