top.tirol (Dezember 2018)

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Ausgabe # 16/Dezember 2018

T IRO L S G RÖ SS LE H R B E T R IE T E BE IM RA NK IN G

Wie Tiroler weltweit für weihnachtliche Beleuchtung sorgen

Woher Tirols Christbäume kommen Wie der Einzelhandel mit der Onlinekonkurrenz umgeht

ES WEIHNACHTET SEHR SIEBEN STATEMENTS

Der neue Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser zu Tirol, Lehre und Zukunft EINE BEILAGE DER


TIWAG – Ein verlässlicher Arbeitgeber Sicherheit, Verlässlichkeit und Regionalität – diese Werte gehören zum Selbstverständnis der TIWAG seit ihrer Gründung vor fast 100 Jahren. Mit zahlreichen Arbeits- und Ausbildungsplätzen trägt sie zur Wertschöpfung und hohen Lebensqualität in Tirol bei.

Über 1.400 Beschäftigte

Ein Drittel der derzeitigen MitarbeiterInnen hat mit

zählt die TIWAG-Gruppe

einer Lehre in der TIWAG begonnen.

und ist damit einer der größten

Der Landesenergieversorger bietet

Arbeitgeber Tirols.

nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern

MitarbeiterInnen mit Lehre bei TIWAG

auch umfangreiche Aus- und Weiterbil-

Andere Ausbildung

dungsmöglichkeiten.

1+1 230 Millionen Euro trägt die TIWAG pro Jahr über Sozialversicherungs-

Mit jedem Arbeitsplatz der TIWAG

gesichert. Insgesamt sind das rund 2.800 Arbeitsplätze.

er u.a. zur beiträge, Lohnsteuer, Umsatzsteuer

Rund 150 Lehrlinge wurden in den vergangenen Jahren n in der TIWAG ausgebildet. Zahlreiche s hohe Auszeichnungen verdeutlichen das Ausbildungsniveau.

www.tiwag.at


AU

T O P.T I R O L

Liebe Leserinnen und Leser! Es weihnachtet und das Christkind steht vor der Tür. So dreht sich diese Ausgabe, wie sollte es anders sein, nicht zuletzt um Weihnachten. top.tirol hat nachgefragt, wo die Tiroler ihre Christbäume herbekommen (S. 40) und mit dem Tiroler Einzelhandel darüber gesprochen, wie die Branchen mit der scheinbar übermächtigen Onlinekonkurrenz umgehen (S. 52). Außerdem erzählt MK Illumination Geschäftsführer Klaus Mark im Interview, wie Weihnachtsbeleuchtung aus Tirol zum weltweiten Verkaufsschlager geworden ist (S. 44). Auch abseits vom Weihnachtstrubel tut sich viel in der Tiroler Wirtschaft – nicht zuletzt in der Wirtschaftskammer. Zum Führungswechsel stand Jürgen Bodenseer top.tirol noch einmal Rede und Antwort (S. 28) und sein Nachfolger Christoph Walser feiert mit sieben Statements zu Tirol und den Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen, seinen Einstand (S. 6). Und auch das Thema Lehre bleibt ein Dauerbrenner. Deswegen präsentieren wir in dieser Ausgabe ein Ranking der 30 größten Tiroler Lehrbetriebe (S. 12). Natürlich lässt uns auch das Thema Digitalisierung nicht los. Diesmal stellen wir Bluecode vor – eine App, die in Tirol entwickelt wurde und eine datengeschützte Alternative zum bargeldlosen Bezahlen bietet (S. 60). Außerdem erklären die Experten von tunymedia, wie man potenzielle Kunden am besten in der digitalen Welt abholt. Und Data-Science-Pionierin Katharina Schüller erklärt, warum der Wetterbericht auch für Bäcker wichtig ist (S. 64). Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und eine spannende Lektüre.

WW

CH

W. O N TO LI N P.T IR OL E

I N H A LT 5

Kurz gefragt: Bettina Wenko

6

Herr Präsident, was sagen Sie zu ...: Christoph Walser in sieben Statements zu Tirol, Wirtschaft und Zukunft

12

Ranking: Tirols größte Lehrbetriebe

22

Aufstieg in und mit der Lehre: Wie Lehrlinge zu Weltmeistern werden

28

Interview: Jürgen Bodenseer

34

Wenn sich zwei streiten ...: Markenrecht angewandt

MARKE

W E I H N AC H T E N 40

Alle Jahre wieder: Wo die Tiroler ihre Christbäume kaufen

42

Menschen und Märkte

44

MK ILLUMINATION: Lichtbringer aus Tirol

50

Des Handels schiefer Weihnachtsfrieden: Wie der Einzelhandel der Onlinekonkurrenz begegnet

D I G I TA L I S I E R U N G 60

Die Datenspur des Geldes: Bargeldloses Bezahlen, ohne Persönliches preiszugeben

62

Neukunden aus dem Netz: Wie Digital Leads generiert werden können

64

Was den Bäcker das Wetter interessiert: Welches Potenzial Wetterdaten für Unternehmen haben 67

Klüger werden mit: Dirk Müller

AUTO 69

Camping-Spezial: Highlights vom Caravan Salon Austria

Die Redaktion

IMPRESSUM: top.tirol – Dezember 2018 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Mag. Klaus Erler, Daniel Feichtner, Lisa Hintner, Mag. Haris Kovacevic, Mag. Simon Leitner, Daniel Schreier, BA, Lisa Schwarzenauer, MA, Walter Mair Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, BA • Fotos sofern nicht anders gekennzeichnet: Axel Springer, Franz Oss • Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr • Hersteller: Intergraphik GmbH, Innsbruck Die Rankings entstanden in Kooperation mit Creditreform Wirtschaftsauskunftei. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

3


Novartis

Werde ein Teil von uns Die Sandoz GmbH mit Sitz in Tirol ist Teil der Novartis Gruppe und größter heimischer Pharmahersteller und -exporteur. Wir wollen neue Wege finden, um Menschen zu einem besseren und längeren Leben zu verhelfen. Die Sandoz GmbH ist ein vom Land Tirol ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb. Aktuell suchen wir Lehrlinge in folgenden Berufen: · Pharmatechnologie · Chemieverfahrenstechnik · Labortechnik (Hauptmodul Chemie) · Elektrotechnik (Hauptmodule Anlagen-und Betriebstechnik sowie Automatisierungstechnik- und Prozessleittechnik) · Mechatronik (Hauptmodul Automatisierungstechnik sowie Robotik) · Mechatronik (Hauptmodul Fertigungstechnik) · Metalltechnik (Hauptmodul Maschinenbautechnik sowie Automatisierungstechnik) Die monatliche Lehrlingsentschädigung (Brutto, 14-mal pro Jahr) beträgt lt. Kollektivvertrag 05/2018 im 1. Lehrjahr 927,– Euro, im 2. Lehrjahr 1.158,50 Euro, im 3. Lehrjahr 1.390,– Euro und im 4. Lehrjahr 1.622,– Euro. Lehrlinge mit Matura erhalten zusätzlich 100,– Euro monatlich (Brutto, 14-mal pro Jahr).

Mehr Informationen über die einzelnen Lehrberufe und eine Lehre in Kundl oder Schaftenau findest du im Internet unter www.novartis.at/karriere. Dort kannst du dich auch online bewerben. Sandoz GmbH, Biochemiestrasse 10, 6250 Kundl, Österreich


KURZ GEFR AGT

KURZ GEFRAGT

BETTINA WENKO

COMMUNITY MANAGERIN IM COWORKING SPACE WUNDERVOLL

Freiheit ist für mich: eine Illusion. Ich scheitere weil: ich menschlich bin. Ein richtiger Fuck-up muss: weh tun. Coworking bedeutet: so viel mehr als nur einen Schreibtisch. Wundervoll finde ich: (sich) verändern zu können. Teil einer Community zu sein heißt: gemeinsam mehr zu erreichen. Eine Karriere hat man, wenn: man einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leistet. In Zukunft wird Arbeit: nicht mehr das sein, woran wir heute noch festhalten.

Innovation bedeutet: aus bestehenden Denkmustern auszubrechen. Meine besten Ideen habe ich: aus dem Tun heraus. Mit seiner guten Idee muss man: unter die Leute. Jedem mit einer Vision rate ich: Tabletten nehmen oder machen!

Zur Person: Von 2008 bis 2016 war Bettina Wenko als Leiterin des Marketings und der Öffentlichkeitsarbeit das Gesicht des Centers for Academic Spin-offs Tyrol, kurz CAST. Zugleich gelang es ihr, das Format der Fuck-up-Nights, in dem Unternehmer offen, ungeschönt und oft humoristisch von ihrem Scheitern berichten, nach Innsbruck zu holen. Seither ist sie Gastgeberin der vierteljährlich stattfindenden Veranstaltungen. Seit 2018 ist sie am Aufbau des Innsbrucker Coworking Space Wundervoll beteiligt und leitet ihn seit der Eröffnung als Community Managerin.

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Mit Christoph Walser hat die Tiroler Wirtschaftskammer seit Kurzem einen neuen Präsidenten. Zum Einstand hat top.tirol ihn um sieben Statements dazu gebeten, wie es um Tirol, die Wirtschaft im Land, die Zukunft und mehr steht. 6


T O P.T I R O L

HERR PRÄSIDENT,

WAS SAGEN SIE ZU ... T E X T: D A N I E L F E I C H T N E R

... Digitalisierung? DER UNTERNEHMER Nachdem er zehn Jahre Erfahrung bei Speditionsunternehmen gesammelt hatte, wagte Christoph Walser 2005 den großen Sprung: Mit CWA Transporte gründete er sein eigenes Transportunternehmen – damals mit nur einem LKW. Heute hat CWA Transporte 50 Fahrzeuge, beschäftigt 60 Mitarbeiter und ist einer der größten Frächter Tirols.

Die Digitalisierung ist längst in unseren Betrieben und in unserem Alltag angekommen. Das zeigt auch das von der Fachgruppe durchgeführte „Digitalisierungsbarometer“. 57 Prozent der Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine Chance. Dieses Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr belegt, dass das Zukunftsthema die Breite erreicht hat. Ich sehe große Chancen für die Tiroler Wirtschaft, auch wenn es verständlicherweise Unsicherheiten gibt, wie bei jeder Neuerung. Klar ist für mich auch, dass es kein Entweder-oder gibt. Es geht nicht darum, dass sich Betriebe entscheiden müssen, ihre Leistungen digital oder „klassisch“ anzubieten. Entscheidend ist der richtige Mix – digitale und analoge Komponenten gehen Hand in Hand. Die Tiroler Wirtschaftskammer legt einen Schwerpunkt auf den Bereich Digitalisierung und unterstützt ihre Mitglieder etwa bei Fragen des Datenschutzes oder der IT-Sicherheit. Am WIFI gibt es darüber hinaus eine Reihe von branchenspezifischen Weiterbildungsangeboten.

➔ 7


T O P.T I R O L

... LEHRE? Ich habe selbst eine Lehre als Speditionskaufmann absolviert und bin von der Mischung aus theoretischem und praktischem Lernen überzeugt. Aber nicht nur ich finde, dass die Lehre ein Erfolgsmodell ist – viele Länder kopieren unser duales System. Und die laufenden Top-Plätze bei internationalen Berufsmeisterschaften zeigen, wie hoch unser Niveau ist. Ständig neue Lehrberufe spiegeln die aktuellen Entwicklungen in der Berufswelt wider. Zudem gibt es die Möglichkeit, parallel zur Lehre die Matura zu machen – eine unschlagbare Kombination. Erfreulich ist, dass die Lehrlingszahlen in den letzten beiden Jahren wieder leicht ansteigen – ein gutes Anzeichen für die Attraktivität der Lehre. Ein großes Anliegen ist mir, die Lehre weiter aufzuwerten. Die Wirtschaftskammer Tirol arbeitet mit der WKÖ daran, das berufspraktische System gleichwertig zum schulisch-akademischen System in Österreich zu verankern. Aktuell sind 1.551 offene Lehrstellen beim AMS gemeldet – das bietet Tiroler Jugendlichen eine große Auswahl und tolle Berufschancen.

DER POLITIKER Von 2008 bis 2016 bekleidete Walser das Vizebürgermeister-Amt seiner Heimatgemeinde Thaur. 2016 stellte er sich dann selbst zur Bürgermeister-Wahl und gewann mit mehr als 50 Prozent der Stimmen. Schon 2015 wurde Walser zudem sowohl als BezirksstellenObmann der Bezirksstelle Innsbruck-Land als auch als Fachgruppenobmann-Stellvertreter der Fachgruppe Güterbeförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer Tirol tätig.

... Verkehr? Eine der wichtigsten Voraussetzungen für konstruktive Lösungen beim Thema Verkehr ist Ehrlichkeit. Politik und Bevölkerung müssen ehrlich sein und auch sagen, warum es den Verkehr gibt: Er ist Wirkung dessen, dass es die Nachfrage an Gütern gibt. Volle Regale für unsere Konsumenten, verlässliche Exportleistungen für unsere ausländischen Kunden, reibungslose Reparaturleistungen – das geht alles nur mit einem funktionierenden Transportsystem.

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Dieselbe Ehrlichkeit brauchen wir auch bei der Verkehrsverlagerung. Die heimischen Transporteure leisten gerne einen Beitrag bei der viel zitierten Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Damit das möglich ist, muss das Angebot der Bahn – etwa in Hinblick auf Termintreue, Preisgestaltung und flächendeckende Verlademöglichkeiten – passen. Wichtig wird es auch für uns sein, alternative Antriebskonzepte zu fördern und zum Einsatz zu bringen – und zwar nicht nur im Massentransport, sondern auch im Bereich der individuellen Mobilität.


... Europa? Europäer zu sein bedeutet für mich, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Wenn wir jedoch auf Europa blicken, so steht vermehrt das Gegeneinander vor dem Miteinander. Das ist eine Entwicklung, die nicht in unserem Sinne sein kann – schon gar nicht, wenn wir auf frühere Zeiten zurückblicken und zugleich einen Blick auf die Zukunft unserer neuen Generation werfen. Ein vereintes Europa ist die einzige und alternativlose Vision für unseren Kontinent. Und da spreche ich nicht nur als überzeugter Europäer, sondern vor allem auch als Unternehmer. Gerade wir in der Wirtschaft wissen, wie vielfältig wir – bei allen Herausforderungen – von Europa profitieren. Wer hier die Augen und zugleich die Grenzen schließt, der gefährdet auch das eigene Wohl. Europa ist eine große Idee – insofern erwarte ich mir von der europäischen Politik, dass sie sich nicht bei Nebenschauplätzen wie der Sommerzeit verzettelt, sondern sich um die wirklich wichtigen Themen kümmert – von den Außengrenzen über die Migration bis hin zum gemeinsamen Wirtschaftsraum.

... BERUFSAUSBILDUNG

IN TIROL?

Tirol verfügt über eine bunte Vielfalt an Berufsbildungswegen. Mit den berufsbildenden Schulen, dem Weg AHS-Studium, der Lehrlingsausbildung und den Erwachsenbildungsinstituten gibt es für jeden Lerntyp und alle Neigungen ein attraktives Angebot. Ein ganz wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist, dass junge Menschen nicht aus gesellschaftlichen Zwängen einen Weg wählen, der ihren Neigungen und Talenten nicht entspricht. Diese Gefahr besteht vor allem bei Praktikern – obwohl diese in der Wirtschaft besonders gefragt sind. Damit Jugendliche ihren Weg finden, ist ausführliche Berufsorientierung und -beratung wichtig. Das Bildungsconsulting der WK bietet zahlreiche Möglichkeiten – von der Berufssafari über das Online-Portal berufsreise.at bis hin zur Potenzialanalyse. Und das WIFI sorgt mit 3.000 Kursen und Lehrgängen zu über 150 Berufen für Top-Angebote in der Erwachsenenbildung. Moderne Wissensvermittlung lässt sich ganz individuell maßschneidern – etwa mit dem WIFI Firmen intern Training (FIT) oder digitalem Lernen.

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etzt ist die letzte Möglichkeit, das steuerliche Ergebnis für das Jahr 21 zu gestalten!

Investitionen und Dispositionen vor dem Jahresende • Werden Wirtschaftsgüter noch bis spätestens 1. Dezember 21 in Betrieb genommen, so steht im Jahr 21 noch eine Halbjahres-Abschreibung zu. • Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch die Bezahlung von Ausgaben und das Nichtvereinnahmen von Einnahmen den Gewinn steuern.

Gewinnfreibetrag optimal nützen Einnahmen-Ausgaben-Rechner und „Bilanzierer“ (nicht: Kapitalgesellschaften) können den je nach Gewinnhöhe gestaffelten, bis zu 1%igen Gewinnfreibetrag in Höhe von maximal € . in Anspruch nehmen. Bis zu einem Gewinn von € . steht jedenfalls ein Grundfreibetrag von bis zu € .9 zu. Übersteigt der Gewinn € ., kann ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Weitere Steuertipps: Für Unternehmer gibt es noch weitere Optimierungsmöglichkeiten! Sollten Sie Unterstützung wünschen – wir beraten Sie gerne!

Mag. Astrid Graf und Mag. (FH) Daniel Nöbauer, Geschäftsführer

augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum 6020 Innsbruck Tel.: 0512/29 44 39 www.fidas-innsbruck.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende 2018

© FRANZ OSS

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T O P.T I R O L

... Fachkräftemangel? Das ist eine der größten Herausforderungen für unsere Firmen. Jeder Betrieb ist eine Wertschöpfungskette. Wenn Arbeitskräfte an einer Stelle fehlen, wird das für die gesamte Leistung eines Unternehmens zum Problem – und gefährdet damit auch andere Arbeitsplätze. Es gibt nicht EINE Antwort auf den Fachkräftemangel – sondern mehrere. Dazu gehören zum Beispiel die Regionalisierung der Mangelberufsliste und die neue Rot-Weiß-Rot-Card. Einer der wichtigsten Schlüssel liegt im Bereich Aus- und Weiterbildung. Die Wirtschaftskammer bringt sich hier intensiv ein, damit das vermittelte Wissen und die am Markt nachgefragten Kenntnisse möglichst harmonieren. Wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel liegen auch in einer optimalen Berufswahl, in einer höheren Treffsicherheit bei der Suche nach neuen Arbeitskräften sowie in der Personalentwicklung innerhalb der Betriebe. Das Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer deckt die drei Felder Berufsorientierung, Berufs- und Personalberatung ab und unterstützt die Tiroler Unternehmen.

... Energie? Ohne den weiteren Ausbau der Wasserkraft ist die Energiewende in Tirol nicht zu schaffen - weder mittelfristig noch langfristig. Dieser Ausbau muss natürlich so ökologisch verträglich wie möglich geschehen, aber ohne einen gewissen Eingriff in den Naturraum sind solche Projekte nicht zu realisieren.

DER PRÄSIDENT Am 14. November stellte sich Walser erneut zur Wahl – diesmal zum Präsidenten der Wirtschaftskammer Tirol. Daraus ging er, bestätigt von 97 Prozent aller Delegiertenstimmen, als Nachfolger von Jürgen Bodenseer hervor, der nach 14 Jahren sein Amt übergibt.

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Energie muss auch weiterhin leistbar sein. Es hat keinen Sinn, wenn man Öl- und Gasheizungen aus allen Wohnungen verdammen möchte, aber die möglichen Alternativen – wie die an sich sehr sinnvolle Wärmepumpe – für viele nicht oder nur schwer finanzierbar sind. In Bezug auf die Leistbarkeit sehen wir auch, dass derzeit die Energiekosten zum Teil massiv steigen. Die Trennung der deutschösterreichischen Strompreiszone hat in den letzten Monaten zu einem massiven Anstieg der Kosten geführt. Das ist eine untragbare Situation zulasten unseres Wirtschaftsstandortes. Die WK Tirol arbeitet gerade daran, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und der österreichischen Energiewirtschaft, hier eine bessere Lösung zu erreichen.


T O P.T I R O L

Akzente setzen im Bad © AXEL SPRINGER (2)

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T O P.T I R O L

RANKING

TIROLS GRÖSSTE LEHRBETRIEBE Auch wenn sie mit Image-Problemen zu kämpfen hat: Die Lehre ist weiterhin die entscheidende Form der praktischen Berufsausbildung. Sie bietet Unternehmen die Chance, den Arbeitskräften von morgen die beste Ausbildung zuteilwerden zu lassen und so nicht nur die eigene wirtschaftliche Zukunft zu sichern, sondern auch die ihrer gesamten Branche mitzugestalten. top.tirol hat sich unter den über 3.400 Lehrbetrieben Tirols umgesehen und die 30 größten Lehrlingsschmieden des Landes recherchiert.

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TO P 3 T O P.T I R O L

LEHRBETRIEBE

1. 2.

160

300

3.

Lehrlinge

155

Lehrlinge

Lehrlinge

Quelle: Die Angaben beruhen auf Rückfrage bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden und der WK Tirol gemeldet sind. Die Lehrlingszahl bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2018.

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RANKING

DIE TOP 30

BETRIEBE MIT DEN MEISTEN LEHRLINGEN:

MPREIS Im Jahr 2012 eröffnete MPreis den ersten Supermarkt in Passivbauweise in ganz Österreich. Das Unternehmen ist auch einer der größten Photovoltaikbetriebe des Landes.

1.

SPAR ÖSTERR. WARENHANDELS AG Das einzige in ganz Österreich aktive Lebensmittelhandelsunternehmen, das zu 100 Prozent in österreichischem Besitz ist, ist mit seinen über 2.300 Lehrlingen einer der größten privaten Lehrlingsausbilder Österreichs.

2.

NOVARTIS PHARMA GMBH Das Pharmaunternehmen mit Sitz in Kundl entwickelt und produziert im Tiroler Unterland Generikaprodukte. Seit dem Jahr 2017 tritt die ehemalige Sandoz GmbH unter dem Namen seines Mutterkonzerns auf.

3.

MPREIS WARENVERTRIEBS GMBH Das bereits im Jahr 1920 von Theresa Mölk gegründete Lebensmittelhandelsunternehmen ist Marktführer in Tirol und betreibt darüber hinaus Supermarktfilialen in Salzburg, Kärnten, Vorarlberg und Südtirol.

4.

PLANSEE SE Das Unternehmen aus Reutte stellt unter anderem Hochleistungswerkstoffe aus den hochschmelzenden Metallen Molybdän und Wolfram her, die für die Licht-, Elektronik- und Autoindustrie benötigt werden.

5.

ÖBB-Infrastruktur AG Die ÖBB-Infrastruktur AG ist eine Teilgesellschaft der ÖBB Holding AG. Sie ist unter anderem für die Trassenvergabe, den Betrieb und die Wartung des österreichischen Schienennetzes verantwortlich.

6.

THÖNI HOLDING GMBH Das Hauptgeschäftsfeld des Telfer Familienunternehmens sind Aluminiumprodukte. Zudem ist es in der Energietechnik, im Anlagenbau und in der Schlauchproduktion tätig. Seit 2009 bietet Thöni das Modell Matura mit Lehre an.

7.

INNIO JENBACHER GMBH & CO. OG Bereits seit über 60 Jahren werden in Jenbach Gasmotoren und Blockheizkraftwerke hergestellt. Im Jahr 2018 verkaufte General Electrics das Werk in Jenbach an den amerikanischen Finanzinvestor Advent.

Thöni Holding Durch eine Kooperation zwischen der Thöni Akademie und dem BORG Telfs können Schülerinnen und Schüler seit 2009 im Technischen Gymnasium eine AHS-Matura mit Berufsausbildung absolvieren.

* davon 80 in der Thöni Akademie Quelle: Die Angaben beruhen auf Rückfrage bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden und der WK Tirol gemeldet sind. Die Lehrlingszahl bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2018.

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Lehrlinge/

Mitarbeiter 2018

300

4.000

160

4.000

155

5.479

146

2.400

130

3.300

118 *

583

99

1.600

Lehrlinge im 1. Lehrjahr

100

32

57

36

37

10

25

Mitarbeiter/Lehrling

13,33

25,00

35,35

16,44

25,38

4,94

16,16

© SPAR/WILDBILD, KATHRIN KOSCHITZKI, NOVARTIS, THÖNI

LEHRBETRIEB


RANKING

Novartis Pharma Das Pharmaunternehmen bildet am Standort Kundl Lehrlinge in drei naturwissenschaftlichen und drei technischen Lehrberufen aus. Die Ausbildung erfolgt nach einem trialen Konzept, das die Ausbildung in der Berufsschule mit der am Arbeitsplatz und im unternehmenseigenen Training Center verknüpft.

SPAR

FIRMENSITZ: Kundl LEHRLINGE IN TIROL: 160 MITARBEITER IN TIROL: 4.000 BRANCHE: Pharmaindustrie

Spar ist mit seinen über 2.300 in Ausbildung befindlichen Lehrlingen der größte private Lehrlingsausbilder Österreichs. Das Unternehmen setzt neben einer Employer-Branding-Kampagne auch auf zahlreiche weitere Mitarbeitervorteile, wie Zusatzprämien für ein gutes Berufsschulzeugnis oder gratis Führerscheinkurse. FIRMENSITZ: Salzburg LEHRLINGE IN TIROL: 300 MITARBEITER IN TIROL: 4.000 BRANCHE: Lebensmittelhandel

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AUS

BILDUNGSBETRIEB

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RANKING

8.

XXXLUTZ KG Seit dem Jahr 2003 ist das Unternehmen mit Hauptsitz im oberösterreichischen Wels der umsatzstärkste und verkaufsflächenmäßig größte Möbelhändler Österreichs. Neben XXXLutz gehören auch Mömax und Möbelix zur Firmengruppe.

9.

DM DROGERIE MARKT GMBH Der deutsche Drogeriekonzern mit Sitz in Karlsruhe ist mit rund 3.500 Filialen und 59.000 Mitarbeitern das größte Drogerieunternehmen Europas. In Österreich betreibt das Unternehmen 391 Standorte und beschäftigt 6.763 Mitarbeiter.

10.

MARKUS STOLZ GES.MBH. & CO. KG Das Haustechnikunternehmen wurde im Jahr 1962 von Markus Stolz in Bludenz gegründet. Heute betreibt die Firma 16 Betriebe in ganz Österreich und ist das größte gewerbliche Installationsunternehmen für haus- und gebäudetechnische Anlagen.

11.

PORSCHE INTER AUTO GMBH & CO. KG Seit dem Jahr 1977 sind die verschiedenen Autohandelsbetriebe von Porsche in der Porsche Inter Auto zusammengefasst. Das Unternehmen verkauft Neu- und Gebrauchtwagen aller Volkswagen-Marken.

12.

TIROL KLINIKEN GMBH Die Tirol Kliniken GmbH ist nicht nur der wichtigste Arbeitgeber Tirols, sondern auch der größte und vielfältigste Gesundheitsbetrieb Westösterreichs. Das Unternehmen ist der Hauptträger der medizinischen Versorgung im Land.

13.

RIEDER GMBH & CO. KG, RIEDER UNTERNEHMENSGRUPPE Das Unternehmen aus dem Zillertal zählt mit seinen über 400 Mitarbeitern zu den Schwergewichten in der Tiroler Baubranche. Neben den Geschäftsfeldern Hoch-, Tiefbau und Holzbau produziert das Unternehmen auch Fenster, Türen und Möbel.

14.

MULTIVAC MASCHINENBAU GESELLSCHAFT MBH & CO. KG Das Unternehmen aus Lechaschau im Bezirk Reutte gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Verpackungslösungen, die für das Verpacken aller Arten von Lebensmitteln, Life-Science und HealthcareProdukten eingesetzt werden.

15.

FIEGL & SPIELBERGER GMBH Das bereits im Jahr 1927 in Innsbruck gegründete Unternehmen ist der größte Elektrotechnikspezialist Westösterreichs. Neben den klassischen Bereichen wie der Elektro-Installationstechnik bietet die Firma auch Zugangs- und Sicherheitslösungen an.

PORSCHE INTER AUTO DER VON LUDWIG LOHNER UND FERDINAND PORSCHE ENTWICKELTE LOHNER-PORSCHE GILT ALS ERSTES FAHRZEUG MIT ALLRADANTRIEB UND WURDE 1900 AUF DER PARISER WELTAUSSTELLUNG VORGESTELLT.

Tirol Kliniken

2017 wurden in allen Einrichtungen der Tirol Kliniken

112.743 Patientinnen und Patienten aufgenommen.

Quelle: Die Angaben beruhen auf Rückfrage bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden und der WK Tirol gemeldet sind. Die Lehrlingszahl bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2018.

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Lehrlinge/

Lehrlinge im 1. Lehrjahr

80

Mitarbeiter 2018 Mitarbeiter/Lehrling

550

30

6,88

79

554

27

67

7,01

295

17

4,40

65

455

57

8.400

54

429

52

378

52

366

27

21

17

14

17

7,00

147,37

7,94

7,27

7,04

© TIROL KLINIKEN/GERHARD BERGER, MARKUS STOLZ

LEHRBETRIEB


RANKING

Markus Stolz

Mit österreichweit 120 Lehrlingen ist der Haustechnikspezialist einer der größten Lehrlingsausbilder im Handwerksbereich. In den eigenen Lehrwerkstätten können Lehrlinge ihre technischen Fähigkeiten an für sie entwickelten Lehrbaustellen erproben und sich auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereiten.

FIRMENSITZ: Bludenz LEHRLINGE IN TIROL: 67 MITARBEITER IN TIROL: 295 BRANCHE: Gebäudetechnik

Tirol Kliniken

Der größte Arbeitgeber Tirols beschäftigt nicht nur Personal im Bereich der Pflege und Medizin. Im Jahr 2018 konnten Lehrlinge in 13 Lehrberufen ausgebildet werden. Die Tirol Kliniken bieten ihren Lehrlingen unter anderem kostenlose Bustickets für ganz Tirol und Sonderurlaube für gute Schulleistungen. FIRMENSITZ: Innsbruck LEHRLINGE IN TIROL: 57 MITARBEITER IN TIROL: 8.400 BRANCHE: Gesundheitswesen

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RANKING

Ing. Hans Bodner In den Betonwerken der Ing. Hans Bodner Baugesellschaft wurden im Jahr 2017 450.000 Kubikmeter Transportbeton erzeugt.

16.

SWIETELSKY BAUGESELLSCHAFT M.B.H. Das Bauunternehmen mit Hauptsitz in Linz betreibt neben Niederlassungen in allen Bundesländern und den Nachbarländern Österreichs auch etwa 100 Tochterfirmen. Das Unternehmen ist der drittgrößte Bauindustrie-Konzern Österreichs.

17.

ING. HANS BODNER BAUGESELLSCHAFT M.B.H. Das zu hundert Prozent in Familienbesitz befindliche Bauunternehmen wurde bereits im Jahr 1913 in Sillian in Osttirol gegründet und hat sich in den letzten 105 Jahren zu einem der führenden Unternehmen in seiner Branche entwickelt.

18.

ELEKTRO MÜLLER GMBH & CO. KG Der Familienbetrieb aus Landeck wurde im Jahr 1965 gegründet. Zum Geschäftsmodell von Elektro Müller gehören ein Elektrofachgeschäft, Elektrotechnik, Photovoltaikanlagen, Küchen und Multimedialösungen für Privat- und Großkunden.

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19.

PORR BAU GMBH Das aus der im Jahr 1869 gegründeten Allgemeinen österreichischen Baugesellschaft hervorgegangene Unternehmen zählt zu den führenden Bauunternehmen Europas. Sie ist auch die älteste börsennotierte Gesellschaft des Landes.

20.

STRABAG AG Der börsennotierte österreichische Technologieunternehmer für Baudienstleistungen entstand aus der im Jahr 1835 gegründeten Ilbau und der im Jahr 1895 gegründeten Strabag. Heute zählt das Unternehmen zu den wichtigsten Bauunternehmen Europas.

21.

SWAROVSKI OPTIK KG Bereits seit dem Jahr 1949 produziert Swarovski Optik am Standort Absam optische Präzisionsinstrumente wie Teleskope, Ferngläser, Zielfernrohre und optronische Geräte, die weltweit vertrieben werden.

22.

INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AG Zu den Geschäftsfeldern des Innsbrucker Infrastrukturdienstleisters zählen Strom, Wasser, Abwasserreinigung, Abfallentsorgung, Telekommunikation, Bäder, Saunen sowie Energieservices.

23.

BILLA AG Billa, ein Akronym für Billiger Laden, wurde im Jahr 1953 von Karl Wlaschek gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zum Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel. 1996 wurde das Unternehmen von der deutschen Rewe Group übernommen.

Swarovski Optik Die Swarovski Optik KG wurde im Jahr 1949 vom Hobbyastronomen und Sohn von Daniel Swarovski gegründet, der sein Hobby damit zu seiner beruflichen Passion machen konnte.

EM

Quelle: Die Angaben beruhen auf Rückfrage bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden und der WK Tirol gemeldet sind. Die Lehrlingszahl bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2018.

18

Lehrlinge/

Mitarbeiter 2018

50

1.147

50

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Lehrlinge im 1. Lehrjahr

13

17

44

10

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Mitarbeiter/Lehrling

22,94

22,74

149

3,39

800

16

18,60

42

1.015

11

40

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40 11

40

15

24,17

779

19,48

648

16,20

812

20,30

© IKB, SWAROVSKI OTRIK, FIEL & SPIELBERGER

LEHRBETRIEB


RANKING

Innsbrucker Kommunalbetriebe

Beim größten Infrastrukturdienstleister Tirols werden Lehrlinge in fünf technischen und kaufmännischen Lehrberufen ausgebildet. Lehrlinge können bei der jährlichen Jobrotation alle Geschäftsfelder des Unternehmens kennen lernen und bekommen in der betriebseigenen Lehrwerkstätte und speziellen Seminaren zusätzliches Wissen vermittelt.

Fiegl & Spielberger

FIRMENSITZ: Innsbruck LEHRLINGE IN TIROL: 40 MITARBEITER IN TIROL: 648 BRANCHE: Dienstleister u. a. in den Bereichen Energie, Internet/IT, Wasser und Abfall

Beim Tiroler Elektrounternehmen Fiegl & Spielberger werden Lehrlinge in den beiden Lehrberufen Elektrotechniker und Elektroniker ausgebildet. Das Unternehmen lockt mit Sonderzahlungen für schulische Erfolge und zusätzlichen Sozialleistungen für seine Lehrlinge. FIRMENSITZ: Innsbruck LEHRLINGE IN TIROL: 52 MITARBEITER IN TIROL: 366 BRANCHE: Elektroindustrie

Wir machen mehr aus Holz

➔ Wir suchen Talente für folgende Lehrberufe: • Elektrotechniker/in – Anlagen- und Betriebstechnik • Metalltechniker/in – Maschinenbau • Holztechniker/in Werkstoffproduktion • Bürokaufmann/-frau Die Bezahlung beträgt je nach Lehrberuf im 1. Lehrjahr zwischen € 617,– und € 900,–. Dein Ansprechpartner für St. Johann in Tirol ist: Susanne Wallner t +43 50 600-10156 susanne.wallner@egger.com Dein Ansprechpartner für Wörgl ist: Barbara Wäger t +43 50 600-13022 barbara.waeger@egger.com

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RANKING

LEHRBETRIEB

Hervis Der Name Hervis setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Gründers des Unternehmens Hermann Visser zusammen.

24.

KIKA MÖBELHANDELS GES. M.B.H. Im Jahr 1973 eröffnete Herbert Koch das erste Cash & Carry Möbelhaus Österreichs in Wien. Das Unternehmen wurde im Jahr 2013 an den südafrikanischen Steinhoff-Konzern veräußert, der die Möbeleinzelhandelsgruppe im Jahr 2018 an die Signa Holding verkaufte.

25.

HERVIS SPORT- UND MODEGESELLSCHAFT M.B.H. Die größte Sporthandelskette Österreichs ist eine Tochtergesellschaft der Spar Warenhandels-AG. Das Unternehmen wurde im Jahr 1973 vom deutschen Modekaufmann Hermann Visser übernommen.

26.

LAND TIROL Die Tiroler Landesverwaltung besteht aus dem Amt der Tiroler Landesregierung und den acht Bezirkshauptmannschaften. Das Land, wie es im Volksmund oft genannt wird, ist einer der größten Arbeitgeber Tirols.

27.

GRISSEMANN GESELLSCHAFT M.B.H. Das Familienunternehmen aus Zams wird mittlerweile in der vierten Generation geführt. Seit dem Jahr 1973 ist es Teil der Eurogast Gruppe, die sich auf Großkunden aus Gastronomie und Hotellerie konzentriert.

28.

FRITZ EGGER GMBH & CO. OG Das Familienunternehmen aus St. Johann in Tirol stellt in 18 Werken in acht Ländern eine umfassende Produktpalette aus Holzwerkstoffen sowie Schnittholz her.

29.

LIEBHERR-WERK TELFS GMBH Im Telfer Werk der Liebherr Gruppe werden seit 1976 Baumaschinen mit hydrostatischem Antrieb produziert. Das Werk hat mittlerweile eine Gesamtfläche von 170.000 Quadratmetern und beschäftigt 630 Mitarbeiter.

30.

FALKNER & RIML GMBH Das Ötztaler Elektrotechnikunternehmen betreibt drei Standorte in Imst, Längenfeld und Sölden. Neben dem Verkauf von Elektrogeräten ist das Unternehmen u. a. auf Elektroplanung, -installation und Sicherheit- und Schutztechnik spezialisiert.

Grissemann

Lehrlinge/

Lehrlinge im 1. Lehrjahr

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Mitarbeiter 2018 Mitarbeiter/Lehrling

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Grissemann

* keine Angaben Quelle: Die Angaben beruhen auf Rückfrage bei den Unternehmen. Angefragt wurden Lehrbetriebe, die mehr als zehn Lehrlinge in Tirol ausbilden und der WK Tirol gemeldet sind. Die Lehrlingszahl bezieht sich auf den Stand 31. Oktober 2018.

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© EGGER, HERVIS, LAND TIROL/BRANDHUBER

Der Grundstein für das 15.000 m2 große Einkaufszentrum des Familienunternehmens wurde 1886 durch die Gründung eines kleinen Lebensmittelgeschäfts durch Eduard Grissemann im Ortskern von Zams gelegt.


RANKING

Fritz Egger Der Holzwerkstoff-Produzent mit Hauptsitz in St. Johann in Tirol wurde schon mehrere Male als einer der besten Ausbildungsbetriebe Österreichs ausgezeichnet. Lehrlinge können sich in vier Lehrberufen ausbilden lassen. Das Unternehmen bietet seinen Lehrlingen unter anderem Zusatzausbildungen in verschiedenen Bereichen und einen gratis Shuttleservice. FIRMENSITZ: St. Johann in Tirol LEHRLINGE IN TIROL: 35 MITARBEITER IN TIROL: 1.171 BRANCHE: Holzindustrie

Land Tirol Das Land Tirol hat im Jahr 2016 sein Lehrstellenangebot im Rahmen der Fachkräfteoffensive auf 40 Lehrberufe erweitert. Das Angebot reicht vom Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistenten über den Chemielaboranten, den Elektrotechniker, den Koch bis zum Vermessungs- und den Zahntechniker. LEHRLINGE IN TIROL: 35 BRANCHE: Verwaltung

Meine Karriere

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Abwechslungsreiche Aufgabengebiete mit detailliertem Lehrlingsplan „Mittlerweile befinde ich mich im 2. Lehrjahr und weiß, dass ich mit meiner Lehre beim Stanglwirt die richtige Entscheidung getroffen habe. Besonders hervorzuheben ist, dass ich als Lehrling nach der Einschulung schon sehr selbständig arbeiten darf und dass ich von den Kollegen als wertvoller Mitarbeiter angesehen werde. Zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, interne Seminare sowie ein eigener Lehrlingsausflug runden die Ausbildung ‚daheim‘ perfekt ab.“ Nina Obermoser, 2. Lehrjahr, Hotel- und Gastgewerbeassistentin

Das legendäre Bio- & Wellnessresort in den Tiroler Alpen sucht zur Verstärkung der großen Stanglwirt- Familie weitere motivierte Lehrlinge, die sich bei uns „daheim“ fühlen …

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AUFSTIEG IN UND MIT DER LEHRE Schon seit Jahren verzeichnet Luzian Bouvier hervorragende Ergebnisse bei Berufswettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene. Ihr Lehrlingsbeauftragter Gerd Jehle verrät top.tirol, was der Schlüssel zum Erfolg sein könnte.

© WARTER & PARTNER (3)

T E X T: H A R I S K O V A C E V I C

D

as ordentliche Büro und das sichere und gepflegte Auftreten von Gerd Jehle verraten, dass er sich in seiner Rolle als Prokurist und Lehrlingsbeauftragter wohlfühlt. Seine zwei Meisterbriefe an der Wand und der feste, natürliche Händedruck verweisen auf eine Vergangenheit ohne Stempelkissen und Leitz-Mappen. „Wenn ich mich nur besinne, was hier für Burschen reingekommen sind, um eine Lehre zu beginnen: So klein, so schmal“, erklärt Jehle gestikulierend: „und das sind heute gestandene Männer geworden.“ Das Unternehmen aus dem Oberland Luzian Bouvier ist ein Tiroler Familienunternehmen, das in den Bereichen Heizung, Bäderbau, Lüftungs- und Klimaanlagenmontur tätig ist. Gegründet wurde die Firma vor 90 Jahren und beschäftigt heute ungefähr 250 Mitarbeiter an sechs Firmensitzen. In Zams, Pflach, Ried, Telfs, Kappl und Imst sieht man das Logo der Firma auf einer Filiale, doch auch die Betriebe Stockhammer, Auer und Airtech mit insgesamt etwa 150 Mitarbeitern gehören dazu. „Wir brauchen immer noch mehr Leute“, beharrt Gerd Jehle, in seinem Stuhl zurückgelehnt. Kürzlich musste die Firma sogar Leiharbeiter anstellen, weil sie mit dem Arbeitsaufwand kaum zurechtkam. Die 22

Die Unternehmensgruppe bildet derzeit 40 Lehrlinge aus, 27 bei Luzian Bouvier.


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wirtschaftliche Lage erlaube keine Pausen, der Bau boome seit zwei Jahren und kein Ende sei in Sicht. Das wirke sich auch auf die Ausbildung von Lehrlingen aus. Lehre bei Luzian Bouvier Denn nicht nur auf Baustellen hat sich der Betrieb einen Ruf erworben, auch als Ausbildungsort ist er einer der gefragtesten Namen Tirols. Besonders aufgefallen ist Luzian Bouvier durch beachtliche Erfolge bei internationalen Berufswettbewerben: Zwei Europameistertitel tragen den Namen der Firma, und Armin Taxer holte

WELTMEISTERLICH Armin Taxer sitzt vor seinem PC im oberen Geschoß des Firmensitzes in Zams. Er trägt ein einfaches weißes T-Shirt, hört manchmal Musik beim Arbeiten. „Es macht mir Spaß“, erklärt der junge Mann.

„Viele Eltern wollen, dass ihr Kind so lange wie möglich zur Schule geht.“ GERD JEHLE , LEHRLINGSBE AUF TR AGTER

2017 sogar den Weltmeistertitel nach Tirol. „Die Wettbewerbe bedeuten was, doch sie werden überbewertet“, versichert Jehle: „Sie sind natürlich eine Bestätigung für die gute Arbeit, die wir leisten.“ Zurzeit bildet Luzian Bouvier 27 Lehrlinge aus. „Viel zu wenig“, widerspricht Jehle. Der Ernst ist ihm anzuhören: „Ich kann mich an Zeiten erinnern, als wir 50 hatten. Das ist heute leider undenkbar“, gibt er etwas enttäuscht zu. Dabei scheitere es nicht an den Möglichkeiten der Unternehmen, diese hätten durchaus Bedarf. Lehrlingsmangel Über die Gründe, warum die Zahl der Lehrlinge so drastisch zurückgegangen ist, ließe sich lange und breit diskutieren: Geburtenschwache Jahrgänge seien sicher ein wichtiger Grund, auch der hohe Druck auf den Baustellen, da sei es ähnlich wie in der Hotellerie. Doch einiges wäre auch auf die

Taxer beendete seine Lehre bei Luzian Bouvier, machte seinen Meisterbrief und holte 2017 den Berufs-Weltmeistertitel für Installationstechnik nach Tirol. „Die Firma hat mich stets unterstützt und zum Üben sogar von der Arbeit freigestellt“, sagt er. In der Lehrlingswerkstatt unterrichte er mittlerweile selber und ist über seinen Ausbildungsweg froh: „Da ich Lehre mit Matura gemacht habe, stehen mir

mangelnde Attraktivität der Jobs zurückzuführen, was er sehr schade findet: „Viele Eltern wollen heutzutage, dass ihr Kind so lange wie möglich zur Schule geht und eventuell sogar studiert, anstatt einen Beruf zu erlernen.“ Unwissenheit ist hier laut Jehle das größte Problem: „Die 15-Jährigen wissen gar nicht, was sie erwartet, und können sich nicht richtig entscheiden.“ Information sei notwendig, und deswegen schlägt er vor, in der Mittelschule ein verpflichtendes einwöchiges Lehreschnuppern zu veranstalten. „So bekommt man einen guten Einblick und macht sich selbst ein Bild vom Beruf, anstatt auf Leute zu hören, die wenig wissen.“

heute alle Wege offen und ich könnte auch studieren gehen.“ Dies sei aber zurzeit nicht in seinem Interesse, da viel Arbeit zu erledigen ist und er spätestens seit dem Weltmeistertitel ein gefragter Mann ist. „Beim Rückflug von Abu Dhabi habe ich mein erstes Jobangebot bekommen und war überrascht, was für Wellen das geschlagen hat.“ In Österreich zurückgekehrt, wurde er vom Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen empfangen. Unter Installateuren genießt er einen gewissen Promistatus. Er selbst bleibt aber bescheiden: „Ich bin froh, einen guten Job zu haben und auf eigenen Beinen zu stehen.“

Falls jemand einen Tipp habe, wie man mit dem Fachkräftemangel umgehen solle, wäre er froh, er wisse es nämlich nicht. Die Firma holt sich, über ein Projekt der WKO, sogar Lehrlinge aus Spanien, weil Not am Mann ist. Alle Unternehmen suchen neue Mitarbeiter. Es werde kaum noch Werbung gemacht: „Jede Werbefläche wird als Stellenanzeige genutzt“, bemerkt Jehle lachend. Feinheiten, die viel bedeuten Luzian Bouvier garantiert seinen Lehrlingen eine Anstellung nach absolvierter Lehre. Für die Auszubildenden ist stets ein Betreuer verantwortlich, doch auch 23


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„Ich glaube nicht, dass wir unbedingt ein Geheimrezept haben.“ die Chefetage hat immer ein offenes Ohr. Außerdem hat das Unternehmen eine eigene Lehrlingswerkstatt eingerichtet. „Hier kann das geübt werden, wofür auf der Baustelle wenig Zeit bleibt“, sagt Jehle. Bei Urlaubszeiten ist man flexibel, und Fleiß werde sowohl auf der Baustelle als auch in der Schulbank stets belohnt, bis hin zur Finanzierung des Führerscheins. Dennoch stellt sich die Frage, was das Unternehmen anders macht. „Ich glaube nicht, dass wir unbedingt ein Geheimrezept haben“, erklärt Jehle nüchtern: „Unsere Firma

ist groß und wir können unseren Mitarbeitern vielseitige Aufstiegsmöglichkeiten bieten, kleinere Unternehmen können das nicht.“ Wenn Installateure guten Umgang mit Kunden und wirtschaftliches Verständnis beweisen, arbeiten sie als Filialleiter im Verkauf, hier ist man pragmatisch. Auch in den Büros sitzen mehrheitlich ehemalige Lehrlinge, die Baustellenerfahrung haben und die Arbeit „im Feld“ kennen. „Viele Eltern pochen bei ihren Kindern auf die Matura, doch ich glaube, dass das nicht notwendig ist. Ein guter Monteur beispielsweise wird bald gefragter sein als ein Jurist“, so Jehle. Er bedauere, dass Büroarbeitskräfte besser bezahlt werden als Leute auf der Baustelle. Aber inzwischen lässt sich eine Entwicklung in die andere Richtung beobachten: „Zurzeit kämpfen Leute noch dafür, im Büro arbeiten zu dürfen. Das wird bald anders sein.“

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odingKids sind einwöchige Workshops in den Sommerferien, in denen Kinder und Jugendliche von neun bis 1 Jahren unter Anleitung von pädagogisch geschulten IT-Fachleuten spielerisch die Welt des Programmierens und der Digitalisierung kennenlernen. Darüber hinaus gibt es ergänzende Spezial-Workshops zu den Themen Robotik, D-Druck, Mikrocontrollern und IOT,

zum Teil auch für Teenager (1 bis 19) mit Vorkenntnissen. Die Initiative für diese ehrenamtliche Non-Profit-Plattform ging 2017 von der innovativen Innsbrucker Kommunikations-Agentur p&p Marketing GmbH aus und wird von der Wirtschaftskammer Tirol, dem WIFI Tirol sowie weiteren institutionellen Partnern und namhaften Unternehmen unterstützt.

Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck hat 201 die offizielle Patronanz übernommen. WKO-Präsident Dr. Harald Mahrer ist ebenfalls ein Fürsprecher. Matthias Lechner (GF): „2019 wird es in allen neun Tiroler Bezirken kostenlose Kurse geben. Zudem gibt es reges Interesse und aktive Bestrebungen, CodingKids auf ganz Österreich auszuweiten. Derzeit laufen bereits Gespräche mit Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Wien und dem Burgenland.“ Mario Eckmaier (GF): „CodingKids leistet einen Beitrag, damit sich junge Menschen spielerisch und mit jeder Menge Spaß mit digitalen Technologien auseinandersetzen können. Dies ist wichtig für deren Zukunft sowie in weiterer Folge für unser Land und uns alle.“ Coding4Kids freut sich über Unterstützung jedweder Art, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen diese kostenlose Chance bieten zu können: www.coding4kids.at

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Die triale Ausbildung als Erfolgsrezept Martina Spornberger, Lehrlingsexpertin der BauAkademie Tirol, im Interview über die Karrierechancen in der Bauwirtschaft und das triale Lehrlingsausbildungssystem.

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rau Spornberger, was sind aktuell die Anforderungen der Baubranche an die Fachkräfte von morgen? MARTINA SPORNBERGER: Die Baubranche stellt verschiedene Anforderungen an die Fachkräfte. Dazu gehören z. B. Geschicklichkeit, Genauigkeit, Teamfähigkeit, Kraft und Hausverstand. Wir suchen die Besten für den Bau, die mit Leidenschaft bei der Sache sind. Denn wir bauen die Welt von morgen. Wie steht es um die Karrieremöglichkeiten in der Bauwirtschaft? Es gibt viele Karrieremöglichkeiten am Bau. Man kann mit der Lehre starten und sich dann über die Stufen Facharbeiter/in, Vorarbeiter/in, Polier/in, Bauleiter/in bis zum Baumeister/ zur Baumeisterin hocharbeiten.

Ausbildung der Lehrlinge liegen im trialen System. Neben der Berufsschule und dem Lehrbetrieb wird der Lehrling während seiner Lehre vom Lehrbauhof begleitet. Hier bekommen seine Fertigkeiten und sein Wissen den letzten Feinschliff. Im internationalen Vergleich hat sich das triale Ausbildungssystem als wahres Erfolgsrezept bewährt.

Welche Anreize gibt es für Baufirmen, die Lehrlinge ausbilden? Die Landesinnung Bau unterstützt jede Firma mit einer Lehrlingsprämie von . Euro pro Lehrling und Lehrplatz. Zusätzlich gibt es Förderungen für überbetriebliche Weiterbildungen. Vielen Dank für das Gespräch.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Worin liegen aus Ihrer Sicht die Stärken der Ausbildung von Lehrlingen für die Baubranche in Tirol? Die Stärken der

Martina Spornberger, Lehrlingsexpertin der BauAkademie Tirol

Welche Fertigkeiten können Lehrlinge im Rahmen der trialen Lehrlingsausbildung am Lehrbauhof in Innsbruck erwerben? Hier werden vielfältige Kompetenzen vermittelt. In jedem Lehrjahr kommt der Lehrling bis zu drei Wochen an den Lehrbauhof und lernt unter anderem das Herstellen verschiedener Baukörper aus unterschiedlichem Ziegelmaterial sowie das Verputzen mit Grob- und Feinputz. Im dritten Lehrjahr werden die Lehrlinge auch bestmöglich auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet.

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© DIE FOTOGRAFEN, BAUAKADEMIE TIROL, SHUTTERSTOCK.COM (3)

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Handwerkliches Geschick, technisches Interesse und Einsatzbereitschaft: Mit diesen Eigenschaften sind junge Menschen bestens für das Baugewerbe gerüstet.

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m Bau sind junge Menschen sehr gefragt. Eine Lehre als Maurer/in, Schalungsbauer/in oder Tiefbauer/ in mit jeweils dreijähriger Lehrzeit bietet Jugendlichen neben einem guten Verdienst auch vielfältige Karrierechancen. Die Voraussetzungen, die man für diese Berufe mitbringen sollte, sind handwerkliches Geschick, technisches Interesse und Einsatzbereitschaft. In allen drei Lehrberufen hat man es mit spannenden Aufgaben zu tun, wie etwa dem energieeffizienten und umweltfreundlichen Bauen und Sanieren oder dem barrierefreien Wohnen. Breites Tätigkeitsfeld und große Abwechslung Mithilfe von Plänen und Skizzen errichten Maurer/innen und Schalungsbauer/innen Bauwerke aus den verschiedensten Bauma-

terialien wie Ziegel und Beton und führen Reparatur-, Restaurierungs- und Umbauarbeiten durch. Tiefbauer/innen bauen Straßen und Kanalbauten und sorgen damit für eine funktionierende Infrastruktur. Eine Lehre am Bau garantiert also ein breites Tätigkeitsfeld und große Abwechslung.

Wer nach der Lehre ehrgeizig ist und sich fortbilden will, kann die Karriereleiter steil nach oben klettern. Besonders gute Aussichten haben Bauspezialistinnen und -spezialisten, die gleich mehrere Qualifikationen nachweisen können.

Gute Aussichten am Arbeitsmarkt Mit dem bewährten trialen Ausbildungssystem werden die Lehrlinge optimal auf künftige Herausforderungen vorbereitet. Unter anderem punktet die Bauakademie Tirol in Innsbruck – die Aus- und Weiterbildungsstätte der heimischen Bauwirtschaft – in der Lehrlingsausbildung mit Qualität. Sie ist Garant für die Sicherstellung des Berufsnachwuchses und die Imageverbesserung der Bau-Lehrberufe durch zeitgemäße Lehrlingsausbildung.

Martina Spornberger, MA BAUAkademie/Lehrbauhof Tirol Lehrlingsexpertin Egger-Lienz-Straße 132 6020 Innsbruck Tel.: 0512/578624-16 martina.spornberger@tirol.bauakademie.at www.tirol.bauakademie.at

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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Im Tiroler Baugewerbe finden junge Menschen nicht nur eine hervorragende Ausbildung, sondern auch tolle Zukunftsperspektiven.


INTERVIEW

„Wenn ich jetzt überheblich wäre, dann würde ich ihm raten, es genauso zu machen wie ich, aber das soll er nicht.“ JÜRGEN BODENSEER ÜBER SEINEN NACHFOLGER

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INTERVIEW

„Wie heißt es so schön:

Neue Besen kehren gut“ Eigentlich könnte es Jürgen Bodenseer ruhiger angehen lassen. Er ist einer der längst dienenden Wirtschaftspolitiker Österreichs und hat gerade das Amt des Tiroler WKT-Präsidenten an seinen Nachfolger übergeben. An den Ruhestand denkt Bodenseer aber noch lange nicht. Im Interview spricht er über seine Zeit als Interessenvertreter und die größten Herausforderungen für die Tiroler Wirtschaft. DA S INTERVIEW FÜHRTE DANIEL SCHREIER • FOTOS: A XEL SPRINGER

W

as waren für Sie die wichtigsten Meilensteine in Ihrer Amtszeit als Wirtschaftskammer-Präsident? JÜRGEN BODENSEER: Ein wichtiger Meilenstein ist sicher die Aufwertung der Bezirksstellen, allen voran Kitzbühel mit dem K3 – Kongresszentrum. Dann natürlich der Neubau des Wirtschaftskammergebäudes Innsbruck und die Öffnung zur Innenstadt. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war der Ausbau und die Weiterentwicklung des Bildungsangebotes am WIFI.

Was haben Sie als die größten Herausforderungen erlebt? Als Unternehmer ist man gewohnt, dass man Dinge verändern kann, ohne dass man fragen muss. Bei der Arbeit in der Wirtschaftskammer sind schon gewisse Strukturen zu beachten. In einer Organisation wie der WK müssen gewisse Routinen eingehalten werden. Nach dem Motto „Er kam, sah und siegte“ kann man dort nicht verfahren. Das hat auch sicher seine Vorteile, aber ist für jemanden aus der Wirtschaft etwas gewöhnungsbedürftig.

In welchem Zustand übergeben Sie die Wirtschaftskammer Tirol? Jugendlich, frisch, mit einem perfekten Mitarbeiterteam, einem vollen Sparbuch und geordneten Finanzen. Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben? Wenn ich jetzt überheblich wäre, dann würde ich ihm raten, es genauso zu machen wie ich, aber das soll er nicht. Er soll seinen eigenen Weg gehen. Wie heißt es so schön: „Neue Besen kehren gut.“ Sie haben in einem Ihrer letzten Interviews davor gewarnt, dass Europa Instabilität, Nationalismus und Klassenkampf drohen. Sind diese Tendenzen aufhaltbar? Und was muss getan werden, um sie zu stoppen? Diese Tendenzen sind leider schwer aufhaltbar. Es hängt von den agierenden Personen ab, und da kennen wir ja die üblichen Verdächtigen in Europa, die sich nicht an die Regeln halten. Jetzt schaut es so aus, als würde Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union für beide Seiten mit einem blauen Auge über die Bühne gehen. Das Problem einer nicht ganz be-

Zur Person

Dr. Jürgen Bodenseer, geboren am 8. Februar 1947 in Innsbruck, ist promovierter Jurist, Politiker und Unternehmer. Bereits während seiner Studienzeit arbeitet er im elterlichen Betrieb, den er später übernehmen wird. Schon sehr früh interessiert sich Bodenseer für die Wirtschaftspolitik, die neben seiner unternehmerischen Tätigkeit zu seinem wichtigsten Betätigungsfeld wird.

➔ 29


INTERVIEW

Politische Ämter

herrschten, in meinen Augen besser zu regelnden und geplanten Einwanderungspolitik in Europa bleibt aber. Wir brauchen Einwanderung, nicht nur bei uns in Österreich, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Aber wir müssen sie in den Griff bekommen, denn aus der derzeitigen Situation heraus entsteht ein Unbehagen breiter Bevölkerungsschichten. Ansonsten werden sich sehr national angehauchte Kreise dieses Unbehagen zunutze machen, um Angst zu schüren und den falschen Weg zu gehen. Aufhalten können wir Einwanderung nicht, aufhalten dürfen wir sie nicht, denn wir brauchen Zuwanderung. Wir müssen aber darauf achten, wie wir uns die richtigen Leute für den richtigen Platz aussuchen. In vielen Bereichen der Tiroler Wirtschaft wird das potenzielle Wachstum vom Mangel an Fachkräften, in vielen Fällen sogar Lehrlingen, gehemmt. Was ist Ihr Lösungsvorschlag für diese Situation? Über dieses Thema sprechen wir schon

• 1976 – 1978 Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft • 1990 – 2016 Landesobmann Wirtschaftsbund Tirol • 1994 – 1999 Abgeordneter zum Tiroler Landtag (ÖVP) • 2003 – 2005 Erneuter Einzug in den Tiroler Landtag • 2003 – 2018 Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich • 2004 – 2018 Präsident der Wirtschaftskammer Tirol

seit Jahren. Erstens lässt sich der Fachkräftemangel nicht schnell lösen. Er hängt mit der Familienund Bildungspolitik und der Digitalisierung, aber auch mit dem Umstand zusammen, dass vom Sozialstaat zu leben attraktiver als arbeiten zugehen ist, zusammen. In der europäischen und österreichischen Bildungspolitik muss die Wertigkeit der Lehre wesentlich erhöht werden. In Österreich ist das, mit der Gleichstellung des Meistertitels mit einem Bachelorabschluss, schon zum Teil geschehen. Die Lehre muss so behandelt werden wie ein höherer Schulabschluss, der, im Gegensatz zur Lehre, größtenteils vom Staat bezahlt wird. Man muss das Image der Lehre verbessern, damit alte Denkweisen wie „Wenn mein Kind nichts anderes machen kann, dann soll es halt eine Lehre machen“, der Vergangenheit angehören. Was muss getan werden, damit eine möglichst große Anzahl von Tiroler Unternehmen von der Digitalisierung profitieren kann? Grundsätzlich

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INTERVIEW

kann man die Digitalisierung nicht wegzaubern. Sie passiert, egal ob sich ein Unternehmen um sie kümmert oder nicht. Im Prinzip ist Digitalisierung eine Sache, mit der man Betriebe sehr gut auf Vordermann bringen und durch automatisierte Arbeitsabläufe Kosten sparen kann. Aufträge und Offerte schreiben, Mahnungen erstellen und verschicken, das alles wird durch die Digitalisierung einfacher. Die Digitalisierung bringt sehr viele Vorteile für die Tiroler Unternehmen, und die Wirtschaftskammer hilft dadurch, dass sie informiert und mithilfe von Expertengesprächen in den verschiedenen Branchen aufzeigt, was gemacht werden kann. Sie gelten als überzeugter Europäer, kritisieren aber des Öfteren die Bürokratie in Brüssel. Was wünschen Sie von der Europäischen Union? Ich kritisiere im Prinzip nicht nur die Bürokratie in Brüssel, sondern auch in Wien und vor unserer Haustüre in Tirol. Was ich mir wünschen wür-

„Wir brauchen Ein­ wanderung, nicht nur bei uns in Österreich, sondern auch in an­ deren europäischen Ländern.“ ➔

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INTERVIEW

Von links: Der damalige WK-Präsident Christoph Leitl, Jürgen Bodenseer, sein Vorgänger Hansjörg Jäger und der damalige LH Herwig van Staa bei der Amtsübergabe im Jahr 2004.

Positionen in der Wirtschaft • Stv. Vorsitzender Aufsichtsrat Hypo Tirol Bank AG • GF Qualibuyer Marketing GmbH • GF AV-Media Productions GmbH • GF Alois Wild Liegenschafts GmbH • GF BPS Beteiligungs GmbH • GF Alois Wild GmbH • GF O. u. E. Hierzenberg GmbH • GF Alois Scherzer GmbH & Co. • Komplementär Bodenseer Sport­ moden KG

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de ist, dass sich die Europäische Union nicht um Plastik-Trinkhalme, um die Krümmung von irgendwelchen Lebensmitteln oder dergleichen kümmert, sondern dass sie eine starke Außenpolitik und eine möglichst freizügige Wirtschaftspolitik betreibt. Ich möchte nicht, dass man in Europa das Gefühl hat, dass wir zwar die besten Ideen haben, diese aber dann in China oder Indien verwirklicht werden. Ich wünsche mir, dass sich die EU mehr um die großen Dinge kümmert. Momentan habe ich eher den Eindruck, dass das europäische Projekt an gewissen Egoismen und Nationalismen scheitert, während die großen Dinge nicht in Angriff genommen werden. Ich wünsche mir eine EU, die mehr in nationale Themen eingreift, auch zum Beispiel in ein gemeinsames Steuersystem. Dass Themen angegangen werden, wie die Internetsteuer, die über ganz Europa gleich geregelt werden müsste. Das wären die wichtigen Themen, damit wir am Weltmarkt weiterhin eine führende Rolle spielen. Am Thema Transit scheiden sich in Tirol die Geister. Welche Maßnahmen müssen gesetzt werden, um die Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler zu gewährleisten, aber auch den For-

derungen der Wirtschaft gerecht zu werden? Das ist ein politisch emotional und medial hochgespieltes Thema. Man muss sich die zentrale Frage stellen: „Wann ist Transit Transit?“ Das hängt immer davon ab, welche Brille man aufsetzt und in welcher Vergrößerung man das Thema betrachtet. Es ist erfolgreich gelungen, den Tirolerinnen und Tirolern einzureden, dass Verkehr fast der einzige Verursacher von Schadstoffen ist. LKWs sind nun einmal große Gefährte, und wenn man in der Früh zur Arbeit fährt, sind sie im Weg. So gesehen glaube ich, dass man den Warentransport in Europa für nicht terminsensible Güter und den Langstreckenverkehr unbedingt und mit entsprechendem gesetzlichen Zwang auf die Schiene verlagern muss. Wir reden immer davon, aber es passiert letztlich nicht. Es müssen die Preise stimmen, es müssen die entsprechenden Terminals und logistischen Systeme vorhanden sein. Wir reden nur davon und graben unser Loch durch den Brenner. Die Italiener tun nicht weiter, die Deutschen tun nicht weiter. So ein Jahrhundertprojekt kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen und die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Investitionen in die Schiene sind mehr als


INTERVIEW

notwendig, aber nicht nur bei uns in Österreich, sondern auch in anderen Ländern. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Denken Sie über ein Comeback in der Politik nach? Über ein politisches Comeback denke ich sicher nicht nach. Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich bin dankbar dafür, dass ich über so lange Zeit WK-Präsident sein durfte. Dadurch, dass ich zum Teil Alleineigentümer, zum Teil Mitgesellschafter in vielen Unternehmen bin, spüre ich eigentlich gar nicht, dass ich jetzt, ohne Kammerpräsident, plötzlich mehr Zeit hätte. Wenn man so ein Amt über drei Perioden ausgeübt hat und dann übergibt, wird einem klar, welche anderen Ämter man auch noch ausüben durfte. Ich war wirklich stark vom Glück begünstigt und hab ein bislang extrem schönes, zufriedenes und erlebnisreiches Leben gehabt. Würde ich jetzt tot umfallen, dann würde

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„Durch mein wirtschaftliches Engagement in vielen Unterneh­ men, merke ich eigentlich gar nicht, dass ich mehr Zeit hätte, weil ich nicht mehr Kammer­ präsident bin.“ JÜRGEN BODENSEER

ich sagen, vielen Dank für das was ich alles erleben und machen durfte, es war ein wunderschönes Leben. Ich bin sehr zufrieden und ausgeglichen. Ich würde jedem Menschen wünschen, dass er dieses Gefühl haben kann. Das ist etwas, auf das ich stolz bin, aber auch sehr dankbar. Vielen Dank für das Gespräch.

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MARKE

WENN SICH ZWEI STREITEN ... Eine Marke muss entwickelt, aufgebaut und gepflegt werden. Einmal etabliert, steckt nicht nur viel Energie und Arbeit in ihr – sie ist auch ein wichtiger Pfeiler geschäftlichen Erfolgs. Kein Wunder also, dass das Recht, wer welche Marke nutzen darf, mitunter heiß umkämpft ist. T E X T: D A N I E L S C H R E I E R

„Egal ob Gewerbe­ treibender, Flohmarkt­ ler oder Privater, jeder kann sich bei mir eine Verkaufsfläche mieten.“ MARKUS FEHRINGER, GE SCHÄF TSFÜHRER INN’S FACHL

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arken dienen dazu, Waren und Dienstleistungen verschiedener Anbieter voneinander zu unterscheiden. Darüber hinaus binden sie Konsumenten emotional an Unternehmen und schaffen ein Markenbewusstsein, das essenziell für den Erfolg von Produkten und Dienstleistungen ist. Darum ist das Markenrecht eines der heiß umkämpftesten Rechtsgebiete der Wirtschaft. Eine erfolgreiche Markenanmeldung ist in vielen Fällen die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg einer Ware oder Dienstleistung, da sie die eigenen Produkte vor der Nachahmung durch Mitbewerber schützt. Dass das Markenrecht aber eine komplizierte Materie ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Tiroler Wirtschaft. Der Fall des falschen Fachls Im Jahr 2013 eröffnet der Tiroler Unternehmer und Marktfahrer in dritter Generation, Markus Fehringer, sein auf Secondhand und Kunsthandwerk spezialisiertes Geschäft im Innsbrucker Stadtteil Pradl.

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Inn’s Fachl soll aber kein herkömmlicher Secondhand-Laden werden. Fehringer plant ein Geschäftsmodell, das er in Deutschland entdeckt hat, an die Innsbrucker Verhältnisse anzupassen. Das Modell basiert auf Regalen verschiedener Größen, die von Kunden als Verkaufsfläche gemietet werden können. Zum Verkauf können Waren jeglicher Art angeboten werden. „Egal ob Gewerbetreibender, Flohmarktler oder Privater, jeder kann sich bei mir eine Verkaufsfläche mieten. Kunden bringen ihre Sachen, erhalten von mir Etiketten, schreiben die Preise drauf, und wir verkaufen dann die Waren für eine kleine Provision von zehn Prozent“, erklärt Fehringer. Nachahmer aus Wien Auch andere haben Interesse am Geschäft mit den Mietregalen. Im Herbst 2015 gründen zwei Wiener Unternehmer ein Kreativgeschäft, das auf das gleiche Geschäftsmodell wie Fehringer setzt. Die Geschäftsinhaber aus der Hauptstadt geben an, dass sie bei der Recherche keine ähnlichen Unternehmen in Öster-


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reich finden konnten. Sie entscheiden sich für eine fast idente Unternehmensbezeichnung wie Fehringers und melden die Wortmarke im Januar 2016 beim Österreichischen Patentamt an, die im Februar des gleichen Jahres erfolgreich registriert wird. Das Wiener Unternehmen wird in einem Franchisemodell vermarktet. Innerhalb weniger Monate eröff nen Kreativgeschäfte von Franchisenehmern in einigen Landeshauptstädten Österreichs. Rechtliches Vorgehen Im Frühling 2016 soll auch in Innsbruck ein Konkurrenzgeschäft von Inn’s Fachl eröff net werden. Markus Fehringer, dem die Gründung der Franchisekette nicht verborgen geblieben ist, entscheidet sich, gegen den Mitbewerber vorzugehen: „Die Anfechtung ist von mir ausgegangen, als ich gesehen habe, dass der Laden nicht nur mit demselben Konzept, sondern auch mit einem sehr ähnlichen Namen in Innsbruck aufmacht. Ich kannte das Franchise schon aus dem Osten Österreichs und dachte mir, solange er nicht nach Tirol kommt, ist mir die Ähnlichkeit egal. Dass er dann aber in Innsbruck aufsperrt und die Franchisenehmerin auch noch eine ehemalige Kundin von mir war, hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt Fehringer über

die Hintergründe seines rechtlichen Einschreitens. Kunden melden sich bei ihm und fragen, wann er sein zweites Geschäft aufsperren wird. Sogar Stammkunden verwechseln die beiden Unternehmen mit dem fast gleichen Namen. Der Besitzer von Inn’s Fachl wendet sich an die Innsbrucker Anwaltskanzlei Toggler & Hofinger, die für ihn in der Causa aktiv wird. Wer zuerst kommt ... Das Problem für Fehringers Anwalt ist, dass sein Klient seine Unternehmensbezeichnung Inn’s Fachl nicht als Wortmarke beim Österreichischen Patentamt eingetragen hat. Er findet jedoch einen anderen Weg, um gegen das Konkurrenzunternehmen vorzugehen. Da sich die beiden Unternehmensbezeichnungen bis auf drei Buchstaben nicht unterscheiden und die gleiche Dienstleistung angeboten wird, beruft sich Fehringers Rechtsvertreter auf das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Laut UWG kann Markus Fehringer aufgrund der Verwechslungsgefahr der beiden Unternehmen seinen Mitbewerber rechtlich dazu zwingen, die äußerst ähnliche Unternehmensbezeichnung, zumindest in Innsbruck, zu ändern. Da Fehringer

Die gängigsten Marken: • Wortmarke • Wortbildmarke • Bildmarke • Körperliche und drei­ dimensionale Marken Schutzbereiche von Marken: • Österreichisches Patentamt (Österreichisches Staatsgebiet) • EUIPO (Staatsgebiet aller EU­Mitgliedsstaaten) • Weltorganisation für geistiges Eigentum (weltweit)

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Nachdem eine Franchisefiliale seines Mitbewerbers mit fast identem Namen in Innsbruck eröff­ net, entschließt sich Markus Fehringer rechtliche Schritte einzuleiten.

„Ich bin keiner, der mit aller Gewalt auf jemanden anderen schießen will.“ MARKUS FEHRINGER

die Unternehmensbezeichnung bereits seit dem Jahr 2013 nutzt, haben seine Kennzeichenrechte Vorrang, und das, obwohl die Gegenseite ihre Marke im Jahr 2016 eintragen ließ. Kein böses Blut Es kommt zu einer Einigung. Beide Parteien einigen sich darauf, dass das neu eröffnete Geschäft in Innsbruck unter einem anderen Namen firmieren muss. In anderen österreichischen Städten kann Fehringers Mitbewerber seinen Namen weiterhin führen. Es gibt aber kein böses Blut zwischen den Streitparteien. „Wir haben uns nach dem ganzen Markenrechtsstreit zusammengesetzt und die Sache beredet. Wir haben danach sogar über Kooperationspläne gesprochen. Ich bin keiner, der mit aller Gewalt auf jemanden anderen schießen will“, schildert Fehringer das versöhnliche Ende des Rechtsstreits.

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Rechtliche Grundlagen „Gemäß § 9 Absatz 1 des Bundes­gesetzes gegen unlau­ teren Wett­bewerb kann der­ jenige, der im geschäftlichen Verkehr einen Namen, eine Firma, die besondere Bezeich­ nung eines Unternehmens, [...] in einer Weise benützt, die geeignet ist, Verwechslungen mit dem Namen, der Firma oder der besonderen Bezeichnung hervorzurufen, deren sich ein anderer befugterweise bedient, von diesem auf Unterlassung in Anspruch genommen werden.“ Obwohl das Konkurrenzunternehmen von Markus Fehringer seine Unternehmensbezeich­ nung im Jahr 2016 als Marke schützen ließ, hat Fehringers Zeichenrecht, zumindest im Raum Innsbruck, Priorität, da er die Unternehmensbezeich­ nung „Inn’s Fachl“ schon seit dem Jahr 2013 verwendet. Der Streitgegner Fehringers hat sich durch die Verwendung einer in phonetischer, visueller und begrifflicher Hinsicht ähnlichen Unternehmensbezeichnung in Innsbruck einen wirtschaftli­

chen Vorteil verschafft, der die Wettbewerbsfähigkeit von Inn’s Fachl beeinträchtigt, da Kunden die beiden Geschäfte zu leicht verwechseln konnten. Markus Fehringer und sein Anwalt hätten auch noch weiter gehen können. Nach § 32 des österreichischen Markenschutzgesetzes könnte Markus Fehringer auch die österreichweite Löschung der Marke seines Konkurrenten beanspruchen, denn „Ein Un­ ternehmer kann die Löschung einer Marke begehren, wenn sein Name, seine Firma oder die besondere Bezeichnung seines Unternehmens oder eine diesen Bezeichnungen ähnliche Bezeichnung ohne seine Zustimmung als Marke oder als Bestandteil einer Mar­ ke registriert worden ist und wenn die Benutzung der Marke geeignet wäre, im geschäftli­ chen Verkehr die Gefahr von Verwechslungen mit einem der vorerwähnten Unternehmens­ kennzeichen des Antragstellers hervorzurufen.“


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Tiroler Privatuniversität UMIT entwickelt sich positiv

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it Start Wintersemester 2018/19 haben 434 Studierende an der Tiroler Privatuniversität UMIT und 136 Studierende, die die Universität als Kooperationspartner der neuen BachelorAusbildung Pflege in Kooperation mit der Fachhochschule Gesundheit und mit den Tiroler Gesundheits- und Kranken­ pflegeschulen betreut, erstmals ein Studium aufgenommen.

Damit studieren an der UMIT derzeit insgesamt 1.814 Studierende. Derzeit laufen an der UMIT 125 Forschungsprojekte mit einem Gesamtprojektvolumen von ca. acht Millionen Euro. Damit konnten im abgelaufenen Studienjahr insgesamt 45 Projekte mit einem Volumen von knapp über drei Millionen Euro neu eingeworben werden. Das bedeutet einen neuen Rekord in der Geschichte

der UMIT. Auch beim Studienangebot entwickelt sich die Universität stetig weiter. Derzeit befinden sich die Master-Studien „Advanced Nursing Practice“, „Pflege und Gesundheitspädagogik“, „Pflege und Gesundheitsmanagement“, „Public Health“ und „Destinationsentwicklung“ im Akkreditierungsverfahren durch die für Qualitätssicherung an Hochschulen zuständige AQ Austria.

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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

UMIT-Rektorin Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler und UMIT-Vizerektor Philipp Unterholzner, MSc intra


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HDI Tirol feiert Jubiläum © HDI TIROL

Mit zahlreichen Gästen feierte die HDI Versicherung Landesdirektion Tirol ihr 25-jähriges Bestehen in der Landeshauptstadt Innsbruck.

von links nach rechts: Tobas Purner, Günther Weiß (HDI Vorstandsvorsitzender), Roman Kennerth (stellv. Landesdirektor), Daniel Kljma (Landesdirektor), Sabrina Baier, Martina Eberharter, Julia Simper, Bettina Scheiring, Elisabeth Weiskopf, Heidi Egger

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Freunden wurde in der Villa Blanka nun auf dieses silberne Jubiläum angestoßen. Neben einem kulinarischen Gaumenschmaus wurde der Abend mit Auftritten der „Völser Plattler“ sowie den „Tiroler Schotten“ künstlerisch gestaltet. Aber auch musikalische Highlights durch Pianist Thomas Daubek sowie DJ Ninedegree durften an diesem Abend nicht fehlen und sie gaben ihr Bestes anlässlich dieser Jubiläumsfeier. Wir möchten uns auf diesem Wege nochmals für die tollen 25 Jahre Jahre bei unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden bedanken und hoffen weiterhin auf eine sehr gute Zusammenarbeit.

HDI Versicherung AG Landesdirektion Tirol Eduard-Bodem-Gasse 9 6020 Innsbruck Tel.: 050905 531 E-Mail: tirol@hdi.at www.hdi.at

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I

m Oktober 1993 wurde in Innsbruck die erste Landesdirektion der HDI Versicherung AG eröffnet. Damals noch mit einem Team bestehend aus zwei Personen, hat sich die HDI zu einem angesagten Partner für selbstständige Versicherungsmakler/ -agenten am Tiroler Versicherungsmarkt entwickelt. Das Team, rund um Landesdirektor Daniel Kljma hat sich speziell im Industriebereich sowie in den Privatsparten KFZ, Haushalt/Eigenheim und der Rechtsschutzversicherung als seriöser und verlässlicher Partner ausgezeichnet. Mit zahlreichen Gästen aus der Versicherungsbranche, Rechtsanwälten, Partnerwerkstätten sowie mit Familie und


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ALLE JAHRE WIEDER

Jeden Winter werden tausende Weihnachtsbäume im Land gekauft. Top.tirol spricht mit einem Experten darüber, woher die Bäume stammen, wie sich die Preise gestalten und woher die Tiroler ihren Christbaum beziehen. T E X T: S I M O N L E I T N E R

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eihnachten ohne einen schönen Christbaum ist einfach undenkbar. Dieser Meinung sind nicht nur die meisten Tiroler, sondern auch Johannes Astner. Er produziert und verkauft selbst Weihnachtsbäume, darüber hinaus fungiert er auch als Obmann der Tiroler Christbaumproduzenten. „Ich glaube, dass Christbäume nicht nur für die traditionsbewusste Bevölkerung noch immer eine große Rolle spielen“, meint Astner. „So ein geschmückter Baum ist einfach etwas Besonderes und bereichert das Fest.“ Augen auf beim Kauf Die Nachfrage an Christbäumen ist in Tirol seit Jahren konstant. Was sich Astner zufolge in der Vergangenheit allerdings enorm gesteigert habe, sei das Bewusstsein, das Kunden beim Kauf der Bäume an den Tag legten – Aspekte wie Qualität und Regionalität würden auch in dieser Sparte zunehmend wichtiger. „Die Leute möch40

„Die Leute möchten wissen, woher die Bäume stammen und wie sie produziert wurden.“ JOHANNES ASTNER , OBMANN DER TIROLER CHRISTBAUMPRODUZENTEN

ten wissen, woher die Bäume stammen und wie sie produziert wurden. Insofern ist das Interesse in den letzten Jahren also tatsächlich gestiegen“, erklärt Astner. Dies schlägt sich auch in dem Umstand nieder, dass viele Menschen ihren Baum mittlerweile direkt über heimische Produzenten beziehen. Diese bieten dementsprechend

immer öfter sogenannte Hoftage an, bei denen man sich nicht nur den perfekten Baum fürs Fest suchen, sondern auch mit Musik und Glühwein auf die besinnliche Zeit des Jahres einstimmen kann. Generell, so Astner, gebe es in Tirol landesweit eine gute Versorgung, was Christbäume anbelangt. Man bekommt diese nämlich nicht nur direkt bei den Produzenten, sondern auch bei diversen Händlern und mitunter sogar in Supermärkten – entsprechende Verkaufsstände findet man meist in der Nähe von Einkaufszentren und Geschäften großer Möbelketten. Der Wettbewerb unter den Händlern nimmt sich dabei je nach Region unterschiedlich stark aus, im Allgemeinen gibt es in Städten allerdings mehr Konkurrenz als in ländlichen Gebieten. Luxusbäume und Dumpingpreise Im Schnitt werden jedes Jahr in Tirol an die 300.000 Christbäume gekauft, wobei etwas mehr als zehn Prozent davon aus


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CHRISTBAUM­PRODUKTION/-VERKAUF Baum ist nicht gleich Baum

Die Frage nach dem perfekten Weihnachtsbaum ist letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Idealerweise sollte ein Christbaum allerdings eine schöne dunkelgrüne Farbe haben, gleichmäßig gewachsen sein und füllige Nadeln tragen, weswegen sich insbesondere die Nordmanntanne für diesen Zweck anbietet: Sie zeichnet sich nämlich nicht nur durch ihre satte Farbgebung, sondern auch durch weiche Nadeln und einen besonderen, silbernen Glanz aus. In Tirol macht diese Art 95 Prozent der heimischen Christbaumproduktion aus.

300.000 BÄUME WERDEN JEDES JAHR IN TIROL VERKAUFT

heimischer Produktion stammen. Die übrigen Pflanzen kommen aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland und Skandinavien. Der Preis eines Baums richtet sich dabei grundsätzlich nach dessen Größe und Qualität: Ein Christbaum erster Wahl kostet beispielsweise zwischen 20 und 25 Euro pro Laufmeter, wodurch für richtig hohe Bäume, wie man sie etwa in Hotels oder Firmen findet, schon mal bis zu 350 Euro verrechnet werden können. Aufgrund von Überproduktion und verschiedener Aktionen findet man in Tirol allerdings auch genug Exemplare zu deutlich geringeren Preisen. Insbesondere größere Unternehmen und Ketten böten Astner zufolge immer mal wieder Christbäume zu Tiefpreisen an, um Menschen damit in ihre Geschäfte zu locken. Leidtragende dieser Schleuderpreise sind nicht zuletzt die heimischen Produzenten, die überdies auch mit einer stagnierenden Preisentwicklung auf dem Christbaumsektor zu kämpfen haben. „Der Preis für

Davon stammen

32.000 bis 33.000 aus heimischer Produktion.

Je nach Qualität kostet ein Baum zwischen 10 und 70 Euro. Bäume guter Qualität kosten zwischen 20 und 25 Euro pro Laufmeter. Einzelne Tiroler Produzenten ernten jährlich zwischen 100 und 6.000 Bäume.

Bäume von hervorragender Qualität, von denen man in Europa nicht allzu viele findet, hat sich zwar leicht gebessert. Im unteren oder mittleren Qualitätsbereich gab es dafür allerdings seit Jahren keine großen Anpassungen“, erläutert Astner. Auf den letzten Drücker Mit der Ernte der Bäume wird in Tirol Ende

November begonnen. Der Verkauf startet schließlich Anfang Dezember und geht meist sogar bis zum heiligen Abend – denn auch bei Christbäumen gibt es viele LastMinute-Käufe. Und letzten Endes gilt in diesem Fall dasselbe wie bei Weihnachtsgeschenken: Wenn man zu knapp dran ist, darf man sich nicht wundern, wenn die besten Angebote vielleicht schon weg sind.

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KURZNACHRICHTEN AUS DER TIROLER WIRTSCHAFT

MENSCHEN UND MÄRKTE First Lego League

STEINMAYR & DIE TANZCOMPANY

Begeisterte Jungkonstrukteure beim Regionalwettbewerb der First Lego League

In der Brennerei Erber in Brixen im Thale werden seit mehr als 350 Jahren Tiroler Edelbrände von höchster Qualität gebrannt. Im August dieses Jahrs eröffnete das Traditionsunternehmen das neue „Brennhäusl“ samt Schaubrennerei, in dem Gäste die Tiroler Schnapskultur hautnah erleben können.

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Das Versicherungsmakler-Unternehmen Steinmayr & Co lud ein zu einem unvergesslichen Event für Kunden und Freunde im Landestheater zur Vorprobe des neuen Stücks „A Midsummer Night’s Dream“ der Tanzcompany Innsbruck. Das Unternehmen ist seit 2012 Partner und Hauptsponsor der Tanzcompany. Nach einer gelungenen Aufführung ließ man den Abend im BRAHMS/Haus der Musik ausklingen.

© INPUBLIC WERBUNG & PR GMBH

Ein Tempel des Genusses

Event der Extraklasse – Besucherinnen und Besucher der Vorprobe von „A Midsummer Night’s Dream“

Christian Schmid und Magdalena Schusterbauer im neu eröffneten Brennhäusl

© TARGET GROUP

© ANDI FILZWIESER, BFI TIROL

© STEINMAYR & CO.

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete das BFI Tirol den Tiroler Regionalwettbewerb der First Lego League (FLL), des weltweit größten Forschungs- und Roboterwettbewerbs für Jugendliche. Der Wettbewerb soll dabei helfen, Jugendliche für die MINTFächer zu begeistern und sie dazu motivieren, einen Ingenieuroder IT-Beruf zu erlernen.

Karriere mit Lehre Seit Oktober 2018 können sich Tiroler Lehrlinge auf dem Internetportal karrieremitlehre.tirol über offene Lehrstellen im Land informieren. Neben dem Stellenmarkt bietet das Portal auch Unternehmensporträts von Lehrbetrieben und Berufsbilder von über 300 Lehrberufen.


Der Cash&Carry-Abholmarkt von Eurogast Grissemann in Zams Als erste Cash&Carry-Abholmärkte in Österreich haben die drei Tiroler Eurogast Unternehmen Eurogast Grissemann, Eurogast-Unternehmen Riedhart und Eurogast Sinnesberger das „IFS C + C plus“ erhalten. Das Zertifikat bestätigt die überdurchschnittlich hohen Standards in Sachen Hygiene und Produktionssicherheit, die in allen drei Tiroler Unternehmen umgesetzt werden.

DREI ...

EINEN SCHRITT VORAUS Bei der dritten Auflage des KarrieGipfels der Universität Innsbruck konnten Studierende drei Tage lang mit Vertretern von Unternehmen aus verschiedensten Branchen an den Standorten Campus Technik, Campus SoWi und Campus Innrain/Centrum für Chemie und Biomedizin ins Gespräch kommen. Insgesamt standen über 60 Unternehmen – von Klein(st)- über Mittelstandsbis hin zu Großunternehmen – für Fragen rund um Praktika, Berufseinstieg und Karriere zur Verfügung.

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ÖsterreichPremiere

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KURZNACHRICHTEN AUS DER TIROLER WIRTSCHAFT

Von der Wirtschaft für die Wirtschaft Der Tiroler Wirtschaftsbund veröffentlicht seit dem November 2018 sein eigenes Wirtschaftsmagazin. Das Wirtschaftsbundmagazin wird dreimal jährlich erscheinen und an alle Mitglieder des Tiroler Wirtschaftsbunds verschickt. Im Zentrum des neuen Magazins stehen Reportagen und Unternehmensporträts, Analysen und Hintergrundgeschichten zur aktuellen Wirtschaftspolitik.

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Die Lichtinstallationen sollen wie der Anker in der slowenischen Hafenstadt Koper und die Tierfiguren in Hueckelhoven immer zu Ort und Kultur passen.


INTERVIEW

Ob Town Square in Dubai oder Fifth Avenue in Manhattan – MK Illumination setzt Projekte in den bekanntesten Metropolen der Welt um.

In Tirol beleuchtet das Unternehmen u. a. die Innsbrucker Innenstadt, den Weihnachtsmarkt in Kitzbühel und zahlreiche Hotels.

LICHTBRINGER AUS TIROL

Seit mehr als 20 Jahren lässt das Tiroler Familienunternehmen MK Illumination Städte, Freizeitparks und Shoppingcenter auf der ganzen Welt in festlichem Licht erstrahlen. Gründer Klaus Mark erzählt, was den Weltmarktführer im Bereich festlich dekorative Beleuchtung so erfolgreich macht. DA S INTERVIEW FÜHRTE LISA SCHWAR ZENAUER.

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INTERVIEW

Klaus Mark führt MK Illumination zusammen mit seiner Frau Marie und seinem Zwillingsbruder Thomas. Auch Sohn Markus ist im Betrieb tätig. Das 1996 in Weer gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund 1.000 Mitarbeiter in 39 Niederlassungen auf der ganzen Welt und rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro.

„Licht ist wesentlich, um Emotionen bei Menschen hervorzurufen – ganz besonders bei Weihnachtsgeschichten.“

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err Mark, was genau kann man sich unter festlicher Beleuchtung vorstellen? KLAUS MARK: Ganz klassisch denkt man bei festlich dekorativer Beleuchtung an Weihnachten. Licht ist wesentlich, um Emotionen bei Menschen hervorzurufen – ganz besonders bei Weihnachtsgeschichten, die zutiefst mit Gefühlen verknüpft sind. Wir bewegen uns allerdings aus der Welt von Weihnachten heraus in ein leuchtendes, urbanes Erlebnis. Mittlerweile bedienen wir alle möglichen Festivitäten auf der ganzen Welt, wie z. B. Ramadan, Diwali, Chinesisches Neujahr und Orthodoxes Neujahr. Sie sind mittlerweile Weltmarktführer in diesem Bereich. War das ein Ziel von Ihnen? Nein, überhaupt nicht. Ganz am Anfang ging es darum, erst einmal ein richtig gutes Produkt zu kreieren und das in Tirol anzubieten, dann kam ganz Österreich und irgendwann auch andere Länder, das hat sich alles so entwickelt. Wir hatten lange keinen strategischen Plan, aber wenn man etwas gerne tut und genug Passion hat, entsteht oft etwas Gutes. Wir haben das nie wegen des Geldes gemacht, oder weil wir Weltmarktführer werden wollten, davon konnten wir damals nicht mal träumen. Wir haben das Unternehmen gegründet, weil wir etwas machen wollten, das uns selber gefällt.

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Was unterscheidet MK Illumination von anderen Anbietern? Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis? Die Qualität, das Design und die Innovationsbereitschaft. Alles, was wir machen, ist seit Beginn an qualitätsgetrieben. Auch unsere Herangehensweise an Projekte unterscheidet uns, weil wir immer schauen, was man lokal verankert machen kann und was zum Ort passt. Ich nehme jetzt als Beispiel Skandinavien: Ich möchte kein amerikanisches Weihnachten in Skandinavien, sondern ein skandinavisches, und um das bieten zu können, muss ich mich mit der Kultur auseinandersetzen. Ein Teil des Erfolgs ist wahrscheinlich auch, dass wir relativ gut zuhören können und immer offen für Veränderungen sind. Offen durch die Welt zu gehen ist sehr wichtig für mich persönlich und auch für die Mitarbeiter. Es gibt ja schon so viel, deshalb muss man am Ende nicht viel erfinden, sondern schauen, was man neu kombinieren kann. Was fasziniert Sie am Thema Licht? Licht ist etwas sehr Emotionales. Es berührt Menschen, ganz egal welcher Nation, welcher Hautfarbe, welcher Kultur. Ich war gerade drei Wochen in Asien und habe mir vor Ort unsere Installationen angeschaut. Da habe ich mich dann oft in den ersten Stock hingestellt und von oben beobachtet, wie die Leute reagieren. Es ist wirklich faszinierend, wie diese Installationen die Leute anziehen. Da ist dieses Glitzern in den Augen, und es


INTERVIEW

In Tirol beleuchtet MK Illumination fast alle Gemeinden, in Innsbruck u. a. die Kaufhäuser DEZ, Sillpark, Kaufhaus Tyrol und die Rathausgalerien sowie die Innenstadt.

Seit mehr als 130 Jahren bieten wir als innovativer Handelsbetrieb sichere Arbeitsplätze in der Region. Im Gastrogroßhandel und in Riedhart‘s Markthalle bilden wir laufend in folgenden Bereichen Lehrlinge aus: •

Einzelhandels- oder Großhandelskaufmann/frau

Doppellehrer EH-Kaufmann/Bürokaufmann/frau

Fleischverarbeiterin/in

Neben attraktiven Lehrlingsprämien bieten wir viele Sozialleistungen (Mitarbeiterrabatte, Lunchbox).

ist wirklich berührend, wenn man sieht, wie ein Projekt letztendlich wirkt. Das ist einfach schön. Und ob ich einen Job habe, mit dem ich anderen eine Freude bereiten kann, oder nicht, das macht sehr viel aus. In der Weihnachtszeit ist festliche Beleuchtung überall präsent. Gibt es regionale Unterschiede und Trends? In Amerika sind Weihnachtsbeleuchtungen im privaten Bereich wirklich extrem bunt, mit viel Bewegung. Wenn man sich den öffentlichen Bereich anschaut, gibt es aber eher überdimensionale Sachen, auch sehr klassisch und traditionell, fast schon wie bei uns. In Asien hat man viel Farbe, und Interaktivität ist dort auch „Wir haben das ein großes Thema. Auff älUnternehmen gelig ist, dass es automatisch gründet, weil wir bunter und blinkender wird, wenn Kulturkreise etwas machen aus anderen Ländern verwollten, das uns mehrt an einem Ort wohselber gefällt.“ nen – das sieht man auch bei uns in Tirol. Wegen der Traditionen sind wir nicht so trendabhängig wie beispielsweise die Modebranche. Generell wird aber immer wichtiger, dass eine Installation auch eine gute Tagwirkung hat, und dass die Wirkung am Tag und bei Nacht harmonisch ist.

LehrlingsInfotag

1.02.2019 - ab 15:00 Uhr

telefonische Anmeldung: 05332/72106

Riedhart Handels GmbH Innsbrucker Straße 96, 6300 Wörgl +43(0)5332/72106, office@riedhart.at

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INTERVIEW

Alleine im November 2018 wurden über 4.000 Projekte verschiedener Art und Größe umgesetzt.

„Digitalisierung hat ja sehr oft einen negativen Touch, aber ich sehe das positiv – je mehr digitalisiert wird, umso mehr wird der Mensch wieder im Vordergrund stehen.“

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Welche Art der Beleuchtung gefällt Ihnen persönlich am besten? Mir gefällt es elegant, traditionell und warm. Auch eine Mischung mit Kaltweiß ist spannend, weil man damit Tiefen hineinbringen und etwas anderes kreieren kann, als wenn man nur mit einer Lichtfarbe arbeitet. Ein Tier, das ganz in warmem Licht gehalten ist, wirkt anders, als wenn man mit zwei Lichtfarben arbeitet, da bekommt man einen ganz anderen Ausdruck rein. Sie haben über die Jahre tausende Projekte weltweit umgesetzt. Gibt es Highlights, die aus all diesen Projekten herausstechen? Da gibt es extrem viele Highlights. Zum Beispiel die ganzen Hauptstädte, die wir in der Weihnachtszeit gestalten, wie Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Budapest und seit heuer auch Bukarest. Das ist wirklich ein Wahnsinnsprojekt, weil wir da die ganze Innenstadt beleuchten. Bukarest ist Wien mittlerweile Meilen voraus, weil man erkannt hat, was Beleuchtung für eine Destinationswirkung haben kann. Wir haben es auch geschafft, dass wir Plätze in Destinationen verwandeln mit dem, was wir tun. Unser Vorzeigeprojekt ist da Salerno, wo vor zehn Jahren das Event Luci d’Artista ins Leben gerufen wurde, unsere Kollegen in Turin haben jahrelang die Installationen für dieses Lichtfestival gemacht. Dann natürlich in Amerika die Fifth Avenue – in Manhattan gibt es eigentlich kein Großprojekt, das nicht wir machen. In Las Vegas haben wir einen 30-m-Drachen für das Crystals Center gemacht, das auch an ein Casino Ressort angeschlossen ist. Weil dort sehr viele asiatische Gäste sind, wollte man ein asiatisches Glückssymbol dort hinbringen, deshalb der Drache. Damit wir den richtigen Ausdruck treffen und diese Glücks-

Klaus, Marie und Thomas Mark im Schauraum

symbolik auch wirklich herauskommt, haben wir mit einem chinesischen Kunstprofessor zusammengearbeitet, und das Ergebnis ist wirklich ein Masterpiece. Welche Märkte sind am stärksten? Wir haben drei Regionen – Europa, Asien und Nordamerika mit USA, Kanada und Mexiko – und alle Regionen wachsen bei uns im gleichen Ausmaß. Europa ist aber natürlich immer noch der größte Markt für uns. Wir wollen alle drei Bereiche weiterentwickeln und zukünftig auch mehr in Afrika machen. Wir sind schon tätig in Südafrika und setzen da wunderschöne Projekte von Durban bis Johannesburg um, haben aber das Ziel, generell mehr zu machen dort. Afrika entwickelt sich sehr stabil und sehr stark in vielen Bereichen, und das Thema Licht ist für die Leute dort genauso spannend wie für uns. Nachhaltigkeit wird in allen Branchen ein immer größeres Thema. Wie wirkt sich das bei Ihnen im Unternehmen aus? Wir haben schon 2006 unsere Produkte komplett auf LEDs umgestellt. Bei der LED-Technik gibt es zwei wichtige Faktoren: Der ehrlichste und nachhaltigste Ansatz ist, dass man die Lebensdauer vom Produkt stark erhöht, denn am meisten CO2 wird bei der Produktion erzeugt. Auch der Energieverbrauch ist ein wichtiger Faktor. Je weniger Energie ich verbrauche, umso weniger Strom brauche ich natürlich und umso weniger CO2 wird ausgestoßen. Deshalb verwenden wir LEDs, die ganz wenig Strom verbrauchen und garantiert zehn, 15 Jahre halten, womit die Reproduktion verringert wird. Wie ist es, ein Unternehmen mit der Familie zu führen? Bei uns funktioniert es sehr gut. Das


INTERVIEW

2018 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 130 Millionen Euro.

Wichtigste ist, glaube ich, zu erkennen, mit wem es geht und unter welchen Bedingungen es geht. In einem Familienbetrieb ist es wichtig, dass klare Regeln aufgestellt sind, dass jeder seinen eigenen Bereich hat, für den er verantwortlich ist und dass man sich gegenseitig respektiert. Wer ist wofür zuständig? Meine Frau ist für den sozialen Bereich, für alles, was zum Beispiel mit der Einrichtung im Haus und mit dem Wohlbefinden der Mitarbeiter zu tun hat. Mein Bruder ist für das Netzwerken zuständig und ist wie ich auch sechs bis sieben Monate im Jahr unterwegs. Meine Aufgabe liegt in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, und ich kümmere mich um die Ländergesellschaften, Ländergründungen und alles, was damit zu tun hat. Wie sehen die Zukunftspläne aus? Es gibt natürlich regionale Ziele, aber wir werden uns vor allem damit auseinandersetzen, wie positiv Licht auf Menschen wirken kann und wie man das auf verschiedene Kulturkreise umlegen kann. Wenn uns das gelingt, ist Wachstum garantiert. Ein großes Thema ist auch, wie man die Möglichkeiten der Digitalisierung klug nutzen

kann. Digitalisierung hat ja sehr oft einen negativen Touch, aber ich sehe das positiv – je mehr digitalisiert wird, umso mehr wird der Mensch irgendwann wieder im Vordergrund stehen, damit die Balance stimmt, davon bin ich überzeugt. Wir wollen auch mehr im Bereich Kunst machen. Da sehen wir ein Ganzjahresthema für uns, weil wir ja sonst sehr saisonal unterwegs sind mit der festlichen Beleuchtung. Wir haben in diesem Bereich zum Beispiel gerade in Shanghai ein sehr interaktives Projekt umgesetzt: Da haben wir 1.000 Origami-Vögel gefaltet und auf einen knapp zehn Meter hohen Baum gesetzt. Die größeren leuchten von innen heraus, andere glitzern, wenn sie angestrahlt werden. Je mehr Menschen zu dem Baum hingehen und sich darum herumbewegen, umso mehr fängt es zu zwitschern an. Das funktioniert über Sensoren, die messen, wie viele Leute da sind, und mithilfe einer Software wird das Licht intensiver und das Zwitschern lauter, wenn mehr Leute da sind. So etwas ist besonders interessant für uns, weil wir hier Sachen machen können, die wir im Bereich festliche Beleuchtung nicht machen können.

„Ich möchte kein amerikanisches Weihnachten in Skandinavien, sondern ein skandinavisches, und um das bieten zu können, muss ich mich mit der Kultur auseinandersetzen.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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EINZELHANDEL

DES HANDELS

SCHIEFER WEIHNACHTSFRIEDE Die Konkurrenzlage im Einzelhandel hat sich verändert. Ritterten die Geschäfte vor Jahren noch untereinander um Kunden, müssen sie sich heute mit Amazon einem globalen Mitbewerber stellen. top.tirol hat sich bei der Wirtschaftskammer und vier Branchen erkundigt, wie man mit der Herausforderung umgeht.

E

s ist ein jährliches Ritual, das fast ebenso sicher ist wie Weihnachten selbst: die Suche nach dem richti­ gen Geschenk. In der Stadt ist viel los, die Geschäfte sind voll und dann ist da auch noch die Kälte. Umso verlockender erscheint es, bequem vom heimischen Sofa aus die gewünschten Waren bei Amazon zu bestellen. Als der Onlinehändler 1994 von Jeff Bezos gegründet wurde, verkaufte er praktisch nur Bücher. Der deutsche Ableger Amazon.de fei­ erte dieses Jahr seinen 20. Geburtstag und hat mit dem Anfangssortiment nicht mehr viel gemein: Von der Kontaktlinse über die Wollmütze bis zur Dübelhilfe findet sich so ziemlich alles. Der Konzern hat weltweit über eine halbe Million Mitarbeiter und ist auf Platz drei der wertvollsten Unter­ nehmen. Amazon.de als eine Herausforderung für Einzelhändler in Tirol zu bezeichnen, wäre noch milde formuliert. Oft wird eine düstere Zukunft befürchtet: Die Konkur­ renz aus dem Netz drängt erst die kleinen Läden ab, macht dann den größeren das Leben schwer und lässt schließlich ver­ waiste Einkaufsstraßen zurück. „Die In­ nenstädte werden sicher nicht sterben“, entgegnet dem Barbara Thaler, Vizepräsi­ dentin der Wirtschaftskammer Tirol. Perspektivenwechsel Natürlich sei der Onlinegigant eine He­ rausforderung. „Aber es ist nicht so, dass 50

© FRANZ OSS

T E X T: T H E R E S A K I R C H M A I R

„Ein Aufschrei, wenn das alteingesessene Lebensmittelgeschäft zusperrt, ist zu wenig.“ ALOIS SCHELLHORN, WIRTSCHAF TSK AMMER TIROL, SPARTENGE SCHÄF TSFÜHRER DES HANDEL S

das Internet den Handel abtöten würde“, so Thaler weiter. In der Wirtschaftskam­ mer beschäftigt man sich seit etwa 2010 intensiv mit der Thematik und berät Un­ ternehmen im richtigen Umgang mit dem Web. Wichtiger Teil davon sei es, die neu­ en Chancen zu nutzen, die sich bieten. Denn: „Einen Kampf gegen das Inter­ net würde jeder verlieren“, ergänzt Alois Schellhorn, der Spartengeschäftsführer des Handels. Dass „auf Amazon einkaufen“ viel­ fach mit „von Amazon kaufen“ gleichge­ setzt wird, sei gelungenes Wording des Konzerns. Immerhin stamme die Hälfte der Pakete von Amazons Marktplatz, den gewöhnliche Händler als weiteren Ver­

KUBA


© ANDRE SCHÖNHERR

EINZELHANDEL

triebsweg nutzen – das Unternehmen fun­ giert gewissermaßen als digitales Kauf­ haus. „Es sollte kein ‚offline gegen online‘ mehr geben. Wir leben immerhin im Jahr 2018, und digitaler Vertrieb auf der einen Seite sowie Onlineshoppen auf der an­ deren Seite sind total normal geworden“, schüttelt Thaler den Kopf.

„Die großen internationalen Onlinehändler haben hier einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber den lokalen Unternehmen.“

Hausgemachte Schwierigkeiten Der internationale Onlinehandel bringt unter anderem zwei Probleme mit sich, eines für den Einzelhandel und eines aus gesellschaftspolitischer Sicht: die Preis­ schlacht beim Versand sowie das verstärk­ te Verkehrsaufkommen. „Gerade durch niedrige Versandkosten wird Druck auf­ gebaut, da können heimische Händler ein­ fach nicht mitziehen“, führt Thaler aus. All die Pakete – sowie die zahlreichen Retou­ ren – müssen auf der Straße transportiert werden. Das führe zu einer erhöhten Zahl von Kleinlastern in der Stadt und auf der Autobahn.

„Durch unsere Bestellungen erzeugen wir einen Teil des Staus selbst“, so Schellhorn. Das belastet nicht nur die Nerven, sondern auch die Umwelt. Die Händler können dem auf verschiedene Arten und Weisen entgegenwirken, die meisten bedeuten aber trotzdem eine Verschränkung zwi­ schen dem herkömmlichen Geschäft und dem Onlinesektor. Wer die finanziellen und technischen Ressourcen hat, richtet einen eigenen Webshop ein. Alternativ sei­ en laut Schellhorn schon eine gut gepflegte Kundenkartei, ein regelmäßiger Newslet­

ter oder Messaging­Kommunikation mit den Stammkunden viel wert.

BARBAR A THALER , VIZEPR Ä SIDENTIN DER WIRTSCHAF TSK AMMER TIROL

Bewusster einkaufen Die Tragweite des Onlinehandels geht über Menschen und Städte hinaus, sie er­ reicht auch den Staat. Große Digitalfirmen wie Amazon, Google oder Apple haben in Österreich zwar viele Kunden, zahlen aber praktisch keine Steuern. „Dafür braucht es eine Lösung auf eu­ ropäischer Ebene. Aber das Problem bleibt. Die großen internationalen Onlinehändler haben hier einen unfairen Wettbewerbsvor­ teil gegenüber den lokalen Unternehmen“, so Thaler. Aber auch die Kunden selbst können etwas bewirken. „Die vielen klei­ nen Geschäfte machen den Flair der Stadt aus. Wenn mir als Konsumenten das etwas wert ist, dann muss ich auch entsprechend einkaufen. Ein Aufschrei, wenn das altein­ gesessene Lebensmittelgeschäft zusperrt, ist zu wenig“, appelliert Schellhorn an die Eigenverantwortung der Menschen.

➔ Amazon operiert mittlerweile nahezu weltweit. Einzig nach Kuba, Sudan, Afghanistan, Irak, Iran, Syrien und Nordkorea werden keine Lieferungen des Onlinegiganten verschickt.

SYRIEN AFGHANISTAN IRAK

IRAN

SUDAN

NORDKOREA

Die Welt von

Umsatz: Amazon als Gesamtunternehmen machte 2017 einen Umsatz von 177 Milliarden USDollar, Amazon.de liegt bei fast 17 Milliarden Dollar. Mitarbeiter: 566.000 Menschen arbeiten weltweit für Amazon, allein in Deutschland waren es Anfang 2018 über 16.000. Amazon in Österreich: Amazon unterhält ein Softwareentwicklungscenter in Graz. Standort: Amazon operiert global, die Hauptzentrale liegt im amerikanischen Seattle. Die europäische Sektion wird von Luxemburg aus verwaltet.

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EINZELHANDEL

N UND V IE R B R A N C H EIE N IH R E S T R AT EG

DAS BUCH VON NEBENAN

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er Buchhandel bekam den Druck Amazons als erster zu spüren. „Unser eigener Webshop wird nächstes Jahr ebenfalls 20. Wir haben also schon vor langer Zeit bemerkt, dass wir reagieren müssen“, erklärt Ste­ phan Bair, Handelsvorstand von Tyrolia. Im Vergleich zu anderen Branchen sei man schon deutlich weiter, was die Verzahnung von Onlinehandel und dem Geschäft vor Ort angeht. Algorithmen als Gegner Das heißt allerdings nicht, dass der Druck verschwunden wäre. „Viele Leute recher­ chieren zuerst auf Amazon zu einem Buch oder werden von den Algorithmen Googles gleich dorthin verwiesen. Oft wissen sie gar nicht, dass es auch regionale Anbieter und Lösungen mit eigenen Onlineshops wie jenen von Tyrolia gibt“, umschreibt Bair die Herausforderung. Zum Teil sei das eigene System sogar schneller als Amazon. Wird ein Buch bestellt, das bereits auf La­ 52

© TYROLIA

TYROLIA

Bücher allein können nicht mehr jeden Kunden ins Geschäft locken. Deshalb versucht man bei Tyrolia, aus dem Einkauf ein Erlebnis über das Papier hinaus zu machen.

„Online bestellen, aber in einem unserer Geschäfte abholen, sich dort noch zusätzlich etwas empfehlen lassen, das liegt im Trend.“ STEPHAN BAIR, H A N D EL S V O R S TA N D T Y R O L I A

ger ist, kann es noch am gleichen Tag gelie­ fert oder abgeholt werden. Papier und Kaffee Eine Besonderheit des Buchhandels ist das Wegfallen des Preiskampfes durch die Buchpreisbindung. So muss Tyrolia sich auf anderem Wege von den Konkurrenten ab­ heben. Ein Ansatz ist es, aus dem Buchkauf ein Erlebnis zu machen: „Unsere Geschäfte

verstehen sich als Wohlfühlorte, die zum Schmökern, aber auch auf eine Tasse Kaffee zum Verweilen einladen.“ Zusätzlich hält man immer wieder Lesungen bekannter Autoren ab, bietet Bestellen via WhatsApp an und setzt auf die Erfahrung der eigenen Mitarbeiter. „Online bestellen, aber in ei­ nem unserer Geschäfte abholen, sich dort noch zusätzlich etwas empfehlen lassen, das liegt im Trend. Unsere 18 Standorte tragen mit dazu bei, die Struktur der Innen­ städte aufrecht zu erhalten“, so Bair. eBook vs. Buch Der Verkauf von Büchern über den On­ lineshop macht inzwischen 5,5 Prozent des reinen Buchumsatzes aus. Eine Verbin­ dung zwischen der Welt des Papiers und jener von Bits und Bytes schaffen zudem die eReader. Sie stellen für Bair eine Ergän­ zung des Angebots dar, das besonders auf Reisen praktisch ist, werden das gedruck­ te Buch mit seiner vertrauten Haptik aber nicht verdrängen.


MIT EMOTION DABEI

B

ei über 600 Mitarbei­ tern lässt sich Sport­ ler schwer als kleines Geschäft bezeichnen. Dennoch setzt das Unterneh­ men in seiner Strategie gegen die gesichtslose Konkurrenz aus dem Netz sehr stark auf die menschliche Komponen­ te. „Unsere Verkäufer sind ei­ gentlich in erster Linie Berg­ sportfanaten, die den Kunden aus ihrer eigenen Erfahrung heraus Empfehlungen geben können. Dieses Vermitteln von Emotionen ist es, das den Sporthandel belebt“, erzählt Hjalmar Comploy, der Sportler Alpin in der Maria-TheresienStraße leitet.

Tradition und Moderne In dem historischen Gebäu­ de besteht seit 120 Jahren das Sporthaus Witting, das das älteste Sportgeschäft Öster­ reichs ist und vor 21 Jahren von Sportler übernommen wurde. „Es wäre einfacher gewesen, am Stadtrand zu bauen. Wir konzentrieren uns aber be­ wusst auf Standorte mit Ge­ schichte, die in den Altstädten liegen“, so Comploy. Vor acht Jahren wurde der Innenraum unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes umgebaut. „Es ist das Ambiente des physi­ schen Geschäfts, das ihm noch einen Sinn verleiht.“ Die digitale Visitenkarte Nicht nur altehrwürdiges Äu­ ßeres und modernes Inneres sind verschränkt, auch stati­ onärer Handel und der eige­ ne Onlineshop sind es. Die­ ser besteht seit zwölf Jahren und macht bei der gesamten Sportlergruppe 15 Prozent des

Umsatzes aus. Laut Comploy wird er quasi als eine weitere Filiale geführt: „Ohne einen Onlineauftritt geht es nicht mehr. Unsere Website ist quasi Aushängeschild und In­ formationsplattform für den Standort.“ Abseits der Hauptstraße Die Auswirkungen des On­ linehandels sieht er mit einer gewissen Sorge. „Gibt es in 20 Jahren die Maria-TheresienStraße noch so als Einkaufs­ straße? Ich bin grundsätzlich © ALEXSCHMIDT.AT

SPORTLER

EINZELHANDEL

„Es wäre einfacher gewesen, am Stadtrand zu bauen. Wir konzentrieren uns aber bewusst auf Standorte mit Geschichte.“ H J A L M A R C O M P L O Y, LEITER SPORTLER ALPIN, M A R I A -T H E R E S I E N - S T R A S S E

zuversichtlich, in unserer zen­ tralen Lage geht es noch. Aber ich frage mich, was wir verlie­ ren könnten. In kleineren Or­ ten oder auch in den Seiten­ straßen in Innsbruck wird es immer schwieriger.“ Großen Konzernen seien die Innen­ städte gleichgültig, gesunder Wettbewerb unter chancenglei­ chen Konkurrenten dagegen motiviere und bringe auch für die Kunden Vorteile.

Es ist eine bewusste Entscheidung des Unternehmens, historischen Gebäuden im Stadtkern den Vorzug zu geben.

➔ 53


EINZELHANDEL

IN TIROL

MEDIA MARKT

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ei den meisten Produkten geht dem Kauf kein langer Recher­ cheprozess voran. Elektrogeräte sind hier etwas speziell, denn die Käufer informieren sich meist sehr genau über die gebotene Auswahl. Das Resultat dieser Besonderheit fasst Gerhard Mo­ ser, Geschäftsführer von Media Markt in Innsbruck und Imst, wie folgt zusammen: „Unsere Branche ist sehr transparent, die Produkte lassen sich gut vergleichen. Da­ durch sind die Kunden sehr preissensibel geworden.“ Dementsprechend musste Me­ dia Markt sich dem Preisniveau von Ama­ zon ein Stück weit anpassen, um konkur­ renzfähig zu bleiben. Ins Netz gegangen Vor acht Jahren startete das Elektroge­ schäft seinen Onlinehandel. Ein ver­ gleichsweise später Start, man hatte die Entwicklung des Sektors etwas unter­

schätzt. Inzwischen zählt Media Markt laut Moser aber zu den größten Online­ händlern Österreichs. „Wir erwirtschaften 15 Prozent unseres Umsatzes online, die Website ist quasi ein verlängertes Regal. Gleichzeitig holen die Hälfte der Men­ schen, die die Ware im Netz bestellen, sie dann im Markt selbst ab.“ Echte Erreichbarkeit Dafür gibt es mehrere Gründe. Berufstä­ tige können Pakete tagsüber oft nicht an­ nehmen und müssten sie bei der Post abho­ len. Außerdem bietet ein Besuch im Markt Gelegenheit, Fragen zu stellen, sich weiter beraten zu lassen oder gleich nötiges Zube­ hör zu kaufen. „Bei uns sind die Produkte für die Kunden wortwörtlich greifbar. Und wir sind es ebenso – tritt ein Schaden auf, kann man diesen bei uns deutlich leichter beheben lassen als bei einem Händler, der via Amazon verkauft“, so Moser.


EINZELHANDEL

E V E N T.C I N E P L E X X . AT

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Media Markt trägt dem Online­handel Rechnung und bildet inzwischen sogar Lehrlinge im Bereich eCommerce aus.

GERHARD MOSER, G E S C H Ä F T S F Ü H R E R M E D I A M A R K T, INNSBRUCK

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Ungleiche Chancen Media Markt selbst liegt am Stadtrand, die Befürchtungen der Händler im Kern­ bereich kann man aber verstehen. Zwar könne der Onlinehandel den Markt auch beleben, aber Moser sieht im steuerlichen Bereich starken Nachbesserungsbedarf: „Wir schaffen in Österreich Arbeitsplätze und zahlen auch hier Steuern. Fair wäre es, wenn alle Unternehmen dort Abgaben leis­ ten, wo sie verkaufen.“

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„ Wir erwirtschaften 15 Prozent unseres Umsatzes online, die Website ist quasi ein verlängertes Regal.“

TA G U N G E N , S E M I N A R E , P R O D U K T P R Ä S E N TAT I O N E N , PREISVERLEIHUNGEN, K U LT U R E L L E E V E N T S , INCENTIVES, MESSEN, FILMPREMIEREN

eplexx

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➔ 55


EINZELHANDEL

MODEN GATT

Bei Moden Gatt bemerkt man deutlich den Wunsch der Kunden nach der menschlichen Komponente.

TEXTIL- UND SPRECHBEDARF

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eit fünf Generationen führt die Familie Gatt ihr Bekleidungsge­ schäft in der Innsbrucker Alt­ stadt. Tobias Gatt, der die Leitung gemeinsam mit seiner Schwester Barbara innehat, erzählt von neuen Herausforde­ rungen: „Man merkt, dass die Frequenz in der Stadt weniger wird. Gleichzeitig än­ dern sich die Anforderungen der Kunden, vom Einzelhandel werden immer mehr zu­ sätzliche Leistungen erwartet.“ Redebedarf Dass die Leute den Bequemlichkeiten des Onlinehandels zum Trotz noch stark di­ rekten Kontakt suchen, zeige sich deutlich. „Manchmal kommen Menschen nur zum Reden hierher. Wir setzen ja auf Service und Freundlichkeit, nun werden wir auch ein Stück weit zu Psychologen“, so Gatt. Eine weitere Strategie ist die Konzentra­ tion auf Marken, die online oder bei grö­ ßeren Ketten seltener zu finden sind. „Das macht unser Angebot wiedererkennbar.“

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Werben um Aufmerksamkeit Besonders im Bekleidungssektor ist die Konkurrenz durch extrem kapitalstarke Unternehmen wie Amazon, Otto oder Za­ lando hart. Bei Moden Gatt verfügt man aus Ressourcengründen zwar nicht über einen Onlineshop, nutzt neben der eige­ nen Website aber auch Social Media zur Bewerbung der Kollektionen. Via Facebook und Instagram postet das Geschäft Fotos der neuen Ware und hält so die Kunden auf dem Laufenden. Laut dem Modehändler würden dann häufig Interessierte anrufen und sich nach Details erkundigen – online und offline verbinden sich. „Weiters kön­ nen wir auf unsere Kundenkartei zurück­ greifen. Am Jahresende verschicken wir gerne persönliche Briefe und Gutscheine, was von den Leuten sehr geschätzt wird“, beschreibt Gatt. Vielfalt von Vorteil Für ihn hat die Innsbrucker Innenstadt als Standort einen großen Vorteil: Der Touris­

„Wir setzen auf Service und Freundlichkeit. Nun werden wir auch ein Stück weit zu Psycho­logen.“ T O B I A S G A T T, L E I T E R M O D E N G A T T

mus schwächt die Folgen des Onlinehan­ dels etwas ab. „In der Stadt gibt es noch einen gut durchmischten Fachhandel, das zieht die Leute an. Das Überleben der Geschäfte weiter draußen ist für uns aber auch von Bedeutung – leiden die Seiten­ straßen, leidet irgendwann auch der ganze Stadtkern.“


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D I G I TA L I S I E R U N G

© STUDIOLINE MÜNCHEN, BLUECODE INTERNATIONAL AG

ABSTRAKTE DATEN – BARE MÜNZE

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Mit der Digitalisierung herrscht unter Datensammlern und im Internet erneut Goldgräberstimmung. Während so mancher am Spagat zwischen DatenSchutz und Daten-Schatz zu knabbern hat, ist es anderen bereits gelungen, mit lukrativen Geschäftsideen die Chancen der digitalen Revolution in bare Münze zu verwandeln – oder anderen zu zeigen, was sie dazu brauchen.


D I G I TA L I S I E R U N G

D I G I TA L I S IERUN G

So bietet Bluecode eine Möglichkeit, bargeldlos zu bezahlen, ohne einen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen, Tunymedia erklärt, wie man Kunden online richtig abholt, und Katharina Schüller erklärt, warum das Wetter bestimmt, ob wir einen Urlaub buchen.

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DIE DATENSPUR DES GELDES Bargeldloses Bezahlen ist zweifelsohne praktisch. In vielen Fällen liefert es Konzernen aber auch eine bedenkliche Menge an Informationen über unser Verhalten. Die Bluecode App, entwickelt in Tirol, setzt ein Gegensignal und macht anonymes Einkaufen möglich. T E X T: T H E R E S A K I R C H M A I R

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martphones sind ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Daher ist es nur logisch, dass wir sie auch zur Geldbörse aufrüsten und mit Hilfe von Apps bezahlen. Allerdings sind die Taschencomputer der Traum jedes Unternehmens, das sein Geld mit dem Sammeln und Auswerten persönlicher Daten verdient. „Gerade Daten rund um unser Einkaufsverhalten sind sensibel. Wir wollen den Menschen eine Zahlungslösung bieten, die Datenmissbrauch ausschließt“, erklärt Michael Suitner, Gründer von Bluecode. Im Gegensatz zu den bisherigen appbasierten Bezahllösungen anonymisiert die Anwendung ihre Nutzer und bietet durch ihre Funktionsweise zugleich Sicherheit. Digitales Versteckspiel ie Besonderheit von Bluecode liegt darin, Die dass das Unternehmen von seinen Nutzern nie mehr erfährt als eine von der Hausbank ummer. Keivergebene Identifikationsnummer. ne Kontodaten, kein Name, nichts. Beim Bezahlvorgang meldet die App die Zahlung über diese Identifikationsnummer an die Bank. Nach der Überprüfung, ob der Kunde zahlen darf, wird die Erlaubnis an Bluecode gesendet und die Transaktion durchgeführt. Ist zudem eine Kundenkarte hinterlegt, werden Boni automatisch verbucht. Der Kunde sieht davon natürlich nichts, er lässt lediglich einen via PIN gesicherten Barcode „Bluecode“ an der Kasse einscannen.

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„Gehe ich mit einer Kreditkarte in mehreren Shops einkaufen, hinterlasse ich durch die immer gleiche Kreditkartennummer eine Datenspur. Der Bluecode wechselt aber bei jeder Zahlung, das heißt, es ist nicht verfolgbar, ob es sich um dieselbe Person handelt“, so Suitner. Auf dem Handy selbst werden keinerlei Daten gespeichert oder übertragen – wird es gestohlen, droht somit keine Gefahr für das Konto. Gleiches gilt, sollte ein Hacker Bluecode ins Visier nehmen. Die sensiblen Kundendaten verlassen nie die Hausbank, welche von massiven Firewalls geschützt wird.


© BLUECODE INTERNATIONAL AG (2), SECURE PAYMENT TECHNOLOGIES GMBH

D I G I TA L I S I E R U N G

Auf nach Europa Sicherheitsvorkehrungen und Anonymisierung lassen fast vergessen, dass die App für den Alltag gedacht ist. In 85 Prozent des österreichischen Lebensmittelhandels kann man mit ihr zahlen. Ebenso in BOETiefgaragen, in der Tyrolia, an Zigarettenautomaten oder innerhalb anderer Apps. Mit der Markteinführung in Deutschland ist der erste Meilenstein für die EuropaExpansion erreicht. Gründer Suitner: „Jeder Europäer soll die Möglichkeit haben, anonym zu bezahlen und seine Daten immer sicher bei seiner Bank zu wissen. Die App funktioniert nach europäischen Standards und entspricht den europäischen bankenaufsichtsrechtlichen Vorschriften.“ Letzterer Punkt hebt die Anwendung von den Mitbewerbern Apple Pay und Google Pay ab. Die beiden Großkonzerne sind Meister in der Datenverarbeitung und nutzen das unter anderem für individualisierte Werbung. „Mit Informationen aus Einkäufen im Einzelhandel finden diese Konzerne heraus, was der Kunde will. Sie bewerben es online, der Kunde kauft es im Netz und geht so dem Einzelhandel verloren“, beschreibt Suitner die Krux für lokale Geschäfte. Ein neuer Weg Den Datenkraken etwas entgegenzusetzen, war Suitners Grundgedanke, als er 2012 Bluecode gründete. Als erste Bank sprang die Hypo Tirol auf, MPreis stieß als erster Lebensmittelhändler dazu. Immer

Im Lebensmittelhandel ist Bezahlen mit Bluecode weithin möglich. Neben dem Frühstarter MPreis bieten auch die REWE- und die SPAR-Gruppe anonymes Einkaufen an.

mehr Finanzinstitute steigen ein – auch sie wissen um den Datenhunger von Google und Konsorten. „Die Banken wollen ihren Kunden guten Gewissens eine Bezahlapp empfehlen können“, erklärt Suitner. Mit ein Grund, weshalb es inzwischen eine sechsstellige Nutzerzahl gibt. Unterdessen sei der Bezahlsektor im Umbruch, was mit den Zielen der Europäischen Zentralbank zusammenhänge. „Die EZB forciert derzeit ‚instant payment‘, also die Durchführung einer Transaktion innerhalb von Sekunden. Bluecode kann das bereits, während herkömmliche Überweisungen noch ein bis zwei Tage dauern.“ Wie stark sich das Bezahlen via App verbreiten wird, bleibt abzuwarten. Laut Suitner wird Bluecode weder Bargeld noch Bankomatkarte verdrängen, sondern schlicht eine Alternative für technologieaffine Konsumenten sein.

„Wir wollen den Menschen eine Zahlungslösung bieten, die Datenmissbrauch ausschließt.“ MICHAEL SUITNER, GRÜNDER VON BLUECODE

Kontaktloses Bezahlen in Tirol – Raiffeisen Edition • 300.000 der von Raiffeisen ausgegebenen Bankomatkarten werden für kontaktloses Bezahlen genutzt, ebenso 80.000 Kreditkarten. • 80 % der Kassenterminals in Tirol sind für kontaktloses Bezahlen gerüstet. • 65 % der von Raiffeisen verzeichneten Transaktionen laufen bereits kontaktlos ab. • In Tirol werden drei kontaktlose Bezahlmöglichkeiten angeboten: Bankomat- und Kreditkarte (via NFC), die digitale Bankomatkarte auf dem Smartphone (via NFC) und Bluecode.

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D I G I TA L I S I E R U N G

NEUKUNDEN AUS DEM NETZ

Aus Marketingstrategien großer Unternehmen ist Online-Lead-Generierung längst nicht mehr wegzudenken. Auch immer mehr kleine und mittlere Betriebe nützen die digitalen Möglichkeiten, um online neue Kunden zu akquirieren. T E X T: E V A - M A R I A H O T T E R

Daniel Angeloff und Stefan Haberl haben sich mit ihrer Agentur vor allem auf OnlineLead-Generierung für Offlineunternehmen spezialisiert.

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ehr als 80 Prozent aller Kunden informieren sich vor einem Kauf gezielt online, so eine aktuelle Studie der KMU Forschung Austria. Nicht immer ist dabei für Unternehmen klar, ob ein Interessent bereits kurz vor dem Kauf steht oder erst bei der anfänglichen Recherche. Doch egal, in welchem Entscheidungsstadium sich ein potenzieller Kunde befindet, online können verschiedenste Anreize gesetzt werden, damit Interessenten mit dem Unternehmen in Kontakt treten, etwa durch das Hinterlassen von Name, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Das könnte der Fall sein, wenn jemand mehr über ein Produkt oder eine Dienstleistung erfahren will. Datenqualität entscheidet Im Fachjargon bezeichnet man diesen Erstkontakt zwischen potenziellem Kunden und Unternehmen als einen generierten Lead. „Leads alleine bringen zwar 62

„Der große Vorteil ist, dass online alles messbar und vergleichbar ist. Wird ein Werbeangebot angepasst, sieht man innerhalb kürzester Zeit die Ergebnisse.“ STEFAN HABERL , MITBEGRÜNDER VON TUNYMEDIA

weiter, aber das Ziel ist an sich, diese Leads in tatsächliche Kunden zu verwandeln“, sagt Daniel Angeloff von der Agentur tunymedia. In einem mittelgroßen Unternehmen zeigt sich dieser Prozess, unter anderem durch die Weitergabe der qualitativ hohen Leads vom Marketing an den Vertrieb. Das Ziel: Ein konkretes Verkaufsgespräch mit Vertragsabschluss. Daniel Angeloff hat sich 2014 gemeinsam mit dem Informatiker Stefan Haberl in Wörgl als Werbeagentur auf Digital Lead Generation für kleine und mittelständische Offlineunternehmen spezialisiert. Social Media als Werbekanal „Wir haben auch Kunden, die noch nie etwas auf ihrer Facebook-Seite gepostet haben. Im Grunde läuft alles über bezahlte Onlinewerbung, dabei muss es nicht von Nachteil sein, dass die Social-Media-Seite leer ist“, sind die Experten überzeugt.


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5 Experten-Tipps Um potenzielle Kunden auch online auf das Unternehmen aufmerksam zu machen, gilt es laut den beiden Experten, folgende Punkte zu beachten:

Nach einiger Zeit wisse man, wenn man online Werbung schaltet, wie viele Interessenten auf das Angebot klicken, wie hoch die Kosten pro Anfrage und wie viele Vertragsabschlüsse am Ende realistisch sind. „Der große Vorteil ist, dass online alles messbar und vergleichbar ist. Wird ein Werbeangebot angepasst, sieht man innerhalb kürzester Zeit die Ergebnisse“, erklärt Stefan Haberl. „Bei unseren Kunden haben wir gesehen, dass gut funktionierende Onlineangebote auch im Printbereich gut funktionieren. Es liegt vor allem an der Ansprache und dem Angebot“, berichtet Daniel Angeloff. Weiter sei es für Online-Lead-Generierung egal, ob man sich im B2B- oder B2C-Bereich bewegt. „Es ändert sich eher das Medium, über welches das Angebot beworben wird.“ Rückgriff auf Bewährtes Das Rad wurde dabei nicht neu erfunden, im Grunde greife man auf traditionelle Methoden aus dem Direktmarketing zurück, aber in neuer, digitaler Umgebung, so Angeloff. Bis ein Lead-System funktioniert, müsse gerade anfangs Kapital in die Hand genommen werden. Dabei sollten immer verschiedene Ansätze getestet werden, um ein passendes System zu finden. Laut den Experten müssen Unternehmen für erste Tests mit einem mittleren vierstelligen Eurobetrag rechnen. Beim Ankauf bereits generierter Leads raten die beiden eher zur Vorsicht, das Problem sei, dass diese Leads meist an mehrere Unternehmen gleichzeitig verkauft werden. „Zudem sind diese Leads oft nicht unbedingt nachhaltig und laufend, sondern eher eine kurzfristige Lösung“, so Stefan Haberl. Betreffend der Lead-Anzahl, sei es auch wichtig, zu bedenken, was eine verkaufte Dienstleistung oder ein verkauftes Produkt ein Unternehmen finanziell einbringt. „Im höherpreisigen Segment reichen oft wenige, aber qualitativ hohe Leads aus.“

1.

elche Zielgruppe soll angesprochen werden und W welches Problem soll gelöst werden?

2.

in attraktives Angebot finden: Was schafft beim E potenziellen Kunden einen Mehrwert? Etwa durch den Download eines kostenlosen Fachartikels.

3.

ieses Angebot ausformulieren bzw. gestalten: Es D kann zum Beispiel vorteilhaft sein, sich online durch brancheneinschlägige Fachbeiträge als Experte zu positionieren.

4.

as Angebot im Rahmen einer Kampagne auf den D Social-Media-Kanälen entgeltlich bewerben und Interessierte etwa auf eine sogenannte Landing Page leiten. Dort könnte es dann den besagten Fachartikel zum Download geben, der gegen das Hinterlassen seiner E-Mail-Adresse gratis abrufbar ist. Die Kostenlosigkeit führt dabei zu einer größeren Menge an Interessenten.

5.

ehen die ersten Leads beim Unternehmen ein, G sollten diese auf ihre Qualität überprüft werden. Die Onlinekampagne über Socialmedia oder auch Werbesysteme wie Google Ads (ehem. Google AdWords) sollte so lange angepasst werden, bis die gewünschte Anzahl an qualitativ hohen Leads erreicht ist.

Schutz der Daten Die neue Datenschutzgrundverordnung hat im Bereich Lead-Generierung vielfach rechtliche Anpassung notwendig gemacht, was für Betriebe unter Umständen mit hohen Kosten verbunden war. Außerdem, so Daniel Angeloff: „Je mehr Pop-ups ein User bestätigen muss, umso weniger Leads wird man bekommen.“ Grundsätzlich bewege man sich aber ohnehin im Bereich des Permission-Marketings, sprich es muss die ausdrückliche Erlaubnis potenzieller Kunden vorliegen, die eingegebenen Daten verwenden zu dürfen. Gerade im Hinblick auf den wachsenden E-Commerce, könne man sich künftig nicht vor Branchenentwicklungen wie Online-Lead-Generierung verschließen, so die Experten. Auch werde es im Hinblick auf digitale Transformation immer wichtiger, dass Marketing und Vertrieb eng abgestimmt zusammenarbeiten.

„Bei unseren Kunden haben wir gesehen, dass gut funktionierende Onlineangebote auch im Printbereich gut funktionieren. Es liegt vor allem an der Ansprache und dem Angebot.“ D A N I E L A N G E L O F F, M I T B E G R Ü N D E R VON TUNYMEDIA

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© STUDIOLINE MÜNCHEN, PROMEDIA/PICHLER (2)

D I G I TA L I S I E R U N G

WAS DEN BÄCKER DAS WETTER INTERESSIERT Unglaubliche Datenmengen und die nötigen Werkzeuge, um diese zu analysieren: Mit der Digitalisierung wird es möglich, Muster zu erkennen und zu analysieren, die bislang als zufällig gegolten haben. T E X T: D A N I E L F E I C H T N E R

„Es hängt teilweise vom Wetter ab, wann wir wel­ che Lebensmittel kaufen. Im Schnitt sprechen wir von zwischen zehn und, in Spitzen, 30 Prozent Unterschied im Kaufver­ halten.“ K AT H A R I N A S C H Ü L L E R , G E S C H Ä F T S F Ü H R E R I N S T A T- U P

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igitalisierung und Klimawandel sind in aller Munde – und waren auch die beiden Themen der ersten Auflage des Change Summit in Hochgurgl. Zu der Veranstaltung hatte Ötztal Tourismus mehrere hochkarätige Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen eingeladen, ihre individuellen Perspektiven zu den Themen zu teilen. Verbindendes Element Die Brücke zwischen den beiden Themenblöcken schlug Katharina Schüller. Die Psychologin und Statistikerin gründete mit Stat-up bereits vor 15 Jahren eines der ersten Data-Science- und Advanced-Analytics-Unternehmen in Deutschland und

zählt bis heute zu den Pionieren in diesem Bereich. Stat-up berät Unternehmen beim Einsatz von Daten, um ihre Geschäftsmodelle zu optimieren und Wert aus Daten zu schöpfen. „Dass der Klimawandel globale Auswirkungen hat und noch mehr haben wird, steht außer Zweifel“, sagt sie. Immer extremer werdende Wetterphänomene, steigende Meeresspiegel, Ressourcen- und Energieknappheit und alle ihre Folgen sind nur einige der größten Horrorszenarien, die uns in Zukunft drohen – insbesondere, wenn es uns nicht gelingt, das weitere Fortschreiten einzudämmen. Aber auch im Kleinen, abseits von der drohenden Klimakatastrophe, haben das Klima und


D I G I TA L I S I E R U N G

das Wetter, das es mit sich bringt, mitunter erstaunliche Auswirkungen – auch wenn diese nur wirtschaftlicher Natur sind. Datenschatz Wie bei allen Data-Science-Projekten war der erste Schritt zur Erforschung von Zusammenhängen zwischen Wetterlagen und Konsumentenverhalten auch in diesem Fall eine Frage der Datenlage. „Dazu haben wir mit wetter.com zusammengearbeitet“, berichtet Schüller. Verknüpft mit bereits vorhandenen Daten von Unternehmen erlaubte es die große Datenbank des OnlinePortals, Rückschlüsse auf Zusammenhänge mit dem Kaufverhalten von Kunden. „Dort haben wir entdeckt, dass Wettereffekte Einfluss auf ganz, ganz viele Bereiche des täglichen Lebens haben“, berichtet sie. Das nimmt natürlich bei Tourismus und Freizeitverhalten seinen Anfang. Aber wie sich zeigt, gehen die Auswirkungen des Wetters noch deutlich weiter: „Zum Beispiel hängt es auch teilweise vom Wetter ab, wann wir welche Lebensmittel kaufen.“ Torten-Regen Gezeigt hat sich das unter anderem bei einer Berliner Bäckereikette, die Stat-up berät. Hinterlegt mit den Wetterdaten zeigte sich, dass sich die Präferenzen der Kunden zu ändern begannen, sobald das Wetter

Wer beim Change Summit nicht vor Ort live dabei war, konnte den Event im Livestream verfolgen.

umschlug. „In dem Fall stieg bei Regenwetter der Bedarf an Torten merklich“, erzählt die Expertin. Denn: Ob wir Lust auf Eis oder Kuchen haben, Cola bestellen oder eine Breze holen, ist größtenteils unbewusst –und hängt alles stark mit dem Wetter zusammen. Diese Effekte waren bislang extrem schwer zu modellieren und zu berücksichtigen, obwohl sie erstaunlich ausgeprägt sind. „Im Schnitt sprechen wir hier von zwischen zehn und, in Spitzen, 0 Prozent Unterschied im Kaufverhalten“, sagt Schüller. „Deswegen befassen wir uns damit gerade sehr intensiv.“ Ziel sei es auch, nicht nur eine individualisierte Lösung für einen großen Kunden, sondern eventuell auch eine standardisierte „Fertiglösung“

anzubieten, die auch kleineren Betrieben zugutekommen würde. „Das wäre dann natürlich nicht ganz so präzise. Aber verbunden mit Branchenwissen und dem Wissen, wie ein bestimmtes Produkt funktioniert, könnten auch kleinere Unternehmen klar profitieren.“ Wie Werbung wirkt Aber nicht erst bei Vertrieb und Verkauf spielt das Wetter eine wichtige Rolle: Ob es draußen regnet oder die Sonne scheint, kann bereits darüber entscheiden, ob und wie gut Werbung wirkt. Für eine deutsche Hotelkette hat Stat-up Such- und Buchungs- mit Wetterdaten verknüpft und daraus erstaunlich präzise und regionalisierbare Handlungsmuster abgeleitet: „In

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urch das immer komplexer werdende und sich laufend weiterentwickelnde Steuer- und Abgabenrecht wird es für Steuerpflichtige immer wichtiger, einen kompetenten und verlässlichen Berater an der Seite zu haben. Als Ihr Steuerberater übernehmen wir für Sie neben den laufenden und herkömmlichen Dienstleistungen wie Buchhaltung, Lohn- und Gehaltsverrechnung und der Erstellung des Jahresabschlusses laufend individuelle Beratungen und versuchen, Sie in Ihren Angelegenheiten mit individuellen Lösungen zu unterstützen.

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D I G I TA L I S I E R U N G

Katharina Frick, Ökonomin vom Gottlieb Duttweiler Institut, und Thomas Schulz, Silicon-Valley-Korrespondent des Spiegel, sprachen beim Change Summit über Technologie, Digitalisierung, personalisierte Medizin und die Herausforderungen, die damit auf uns zukommen werden.

Premiere für Veränderung

„Erst die wetterberei­ nigten Daten verraten, ob dieser Standort wirklich un­ rentabel ist.“

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Hamburg war zum Beispiel das Hotel auf Sylt der Renner. Dessen Anzeigen haben 44 Prozent der User angeklickt. Schien die Sonne, stiegen die Buchungen um ganze 18 Prozent. Bei Regen wurde um 16 Prozent weniger gebucht.“ Ähnliches ließ sich für München extrapolieren. Dort war Kitzbühel die beliebteste der angebotenen Destinationen – mit einer Buchungssteigerung von 28 Prozent, wenn Schnee lag und immerhin acht Prozent bei Sonnenschein. „Anhand solcher Muster lässt sich im Vorfeld sagen, wo wann wofür geworben werden muss“, erklärt Schüller. „Richtig angewandt, lassen sich so zehn bis 20 Prozent mehr Erfolg mit demselben Werbebudget erzielen.“ Blick in die Vergangenheit Natürlich beeinflusst das Wetter unser Kaufverhalten nicht erst seit heute. Dementsprechend ist das Wissen um den Einfluss des Wetters und die dazugehörigen Wetterdaten auch rückblickend von enormem Wert. „Will ich herausfinden, ob sich ein Standort so entwickelt hat, wie er es sollte, muss ich so viele äußere Faktoren ausschließen wie möglich“, erklärt Schüller. Dazu zähle auch das Wetter: „Eine Regenperiode bei einem Eissalon kann zu einer drastischen Verzerrung führen. Und erst die wetterbereinigten Daten verraten mir, ob dieser Standort wirklich unrentabel ist.“ Das Gleiche gilt für die Planung: Nutzt man Zahlen aus vergangenen Quar-

Kaum zwei Schlagworte fassen die globale Situ­ ation besser zusammen als Digitalisierung und Klimawandel, zwei Entwicklungen, die ebenso Tatsache sind, wie sie unaufhaltsam erscheinen. Dabei sind sich die meisten Experten einig, dass es unerlässlich ist, die eine kontrolliert voran­ zutreiben, um ihre Chancen zu nutzen, und der anderen mit aller Macht entgegenzuwirken. Um sich mit genau diesen beiden Themen auseinanderzusetzen, lud Ötztal Tourismus am 22. Novem­ber zum ersten Mal zum Change Summit nach Hochgurgl ein. Von Meteorologin Corinna Borau über Spiegel-Korrespondent und Technologie-Reporter Thomas Schultz bis hin zu Medienmacher Kai Diekmann folgten hochkarätige Experten der Einladung. Moderiert von ProSieben-Moderator Kai Göde und dem Digitalexperten Gerold Riedman präsentierten sie im Top Mountain Crosspoint auf 2.200 Metern Seehöhe ihre jeweiligen Perspektiven zu den Themen.

talen oder Saisonen für Prognosen oder um Bestellmengen festzulegen, sollten diese immer von Wetterverfälschungen bereinigt sein. „Damit lässt sich zwar kein direkter Gewinn erzielen, aber es ermöglicht bessere Planung, weniger Überschuss und erlaubt, Abläufe zu optimieren“, meint die Expertin. Das bedeutet nicht nur Einsparungen und größere Gewinnmargen, sondern auch mehr Nachhaltigkeit, bei Rohstoffen, Produkten und Energiekosten – was sowohl einem Unternehmen als auch schlussendlich wieder dem Klima zugutekommt.


T O P.T I R O L

KLÜGER WERDEN MIT …

DIRK MÜLLER

Die Weltwirtschaftskrise des Jahrhunderts: Hintergründe und Chance

DA S INTERVIEW FÜHRTE LISA HINTNER .

tonischen Platten“ des Finanzsystems beben? Seit Jahren sehen wir, wie sich an den Plattengrenzen Spannungen aufbauen. Die Frage ist nicht, ob es zu einem Beben kommt, sondern wann und in welcher Stärke. Aktuell spüren wir kleine Vorbeben wie bei den großen chinesischen Konzernen HNA oder Wanda Group, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken und Notverkäufe machen müssen. China ist die größte Blase der Weltwirtschaftsgeschichte, und steigende

der steigende Wert des US-Dollars wird den Geldumtausch viel teurer machen und damit die Währung der Schwellenländer in die Bredouille bringen. Daraus resultiert dann sozusagen eine Kettenreaktion, die für Unternehmen in den Schwellenländern eine Katastrophe auslösen wird.

© ALEXANDER WOERL

S

ie zeichnen in Ihrem Buch ein düsteres Szenario: Einerseits warnen Sie vor der Weltwirtschaftskrise des Jahrhunderts, andererseits vor geheimen Machtkämpfen. Ist das nicht reine Schwarzmalerei? DIRK MÜLLER (lacht): So negativ sehe ich das alles gar nicht. Rezessionen gehören zu unserem Wirtschaftssystem dazu, da brauchen wir das Sprießen genauso wie den Herbststurm, und den müssen wir auch zulassen. Über mehr als zwanzig Jahre verzeichnet China nun einen wirtschaftlichen Boom ohne jegliche Rezessionen, aber letztlich braucht es auch eine Bereinigung der Schulden, damit das Wirtschaftssystem funktioniert. Ein schwerer Herbststurm in China würde auch bei uns als Orkan wahrgenommen werden. Was die Machtstrukturen anbelangt, so bin ich überzeugt, dass der Chef von Siemens mehr Einfluss auf die Politik der Regierung ausübt als ein Kindergärtner und das, obwohl wir in einer Demokratie leben, in der angeblich jeder nur eine Stimme hat. Letztlich geht es mir aber nicht um das Verteufeln der Situation, sondern darum, die Mechanismen so realistisch wie möglich zu beschreiben und mich mit den Investitionen darauf einzustellen.

Woran sollten sich Anleger orientieren, um den Crash zu ihren Gunsten zu nutzen? Sinnvoll scheint es mir, in Aktien großer Unternehmen zu investieZur Person ren, die auch in den nächsten Dirk Müller ist Finanz­ zehn Jahren an den Märkexperte und begann ten dominant sein werden. seinen Weg an der Gegen das Fallen der Kurse Börse 1992, wo er als amtlich vereidigter sichern wir uns in unserem eigenen Fonds entsprechend Kursmakler tätig war. ab. Auf diese Weise werden Heute ist er mehrfacher Spiegel­Bestseller­ nämlich die Verluste der AkAutor, Vortragsredner, tien ausbezahlt. Mit diesem Gründer des Finanzin­ Geld können wiederum neue formationsdienstleis­ Aktien angekauft werden, viel- ters Finanzethos GmbH leicht sogar zum halben Preis oder mit dem Markenkern Cashkurs.com und noch günstiger, ohne dazwischen Politikberater. Als Geld zu verlieren. Einem cleveren Investor kann nichts Besseres pas- Senator der Wirtschaft Deutschland und sieren als ein Börsencrash. Chairman „FairFinance“

„Einem cleveren Investor kann nichts Besseres passieren als ein Börsencrash.“

Zu einem solchen Mechanismus gehört auch das Machtbeben, wie der Titel Ihres Buchs verrät: Woran merken Sie, dass die „tek-

amerikanische Zinsen werden sie zum Platzen bringen. Sie prophezeien, dass der nächste Börsencrash noch viel schlimmer ausfällt als die Finanzkrise . Woran leiten Sie das ab? Im Jahr 2008 ist nur eine amerikanische Immobilienblase geplatzt. Die internationalen Schulden haben inzwischen eine ganz andere Dimension angenommen. Jetzt geht es um das Platzen von China, jenem Staat, von dem der europäische Export am stärksten abhängt. Zudem wurden die wirtschaftlichen Probleme von 2008 damals nicht gelöst, sondern aufgeschoben. Auch

Vielen Dank für das Gespräch.

Buchtipp

Dirk Müller, Machtbeben: Die Welt vor der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten – Hintergründe, Risiken und Chancen

des Diplomatic Council berät er nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Politikszene.

Verlagsgruppe Random House, 352 Seiten, € 22

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T O P.T I R O L

Führender Entsorger Westösterreichs

Machten im Rahmen eines Pressegesprächs auf die Gefahr von Lithium-Batterien als „Fehlwürfe“ im Restmüll aufmerksam (v. l.): UniversitätsProfessor Roland Pomberger, Geschäftsführerin Ingeborg Freudenthaler und Prokurist Christian Sailer.

W

enn es um das Thema Abfallentsorgung geht, ist die Firma Freudenthaler der Spezialist in Westösterreich. Am Standort in Inzing werden pro Jahr rund 60.000 Tonnen Abfälle übernommen – ein großer Teil davon wird direkt in den eigenen Anlagen behandelt. Mit einer Flotte von rund 15 Spezialfahrzeugen und einer 24-Stunden-Notrufhotline bietet Freudenthaler den Kunden die

Sicherheit, im Anlassfall rund um die Uhr vor Ort sein zu können. Diese hohe Qualität wird geschätzt: „Rund 2.600 Kunden zwischen Zell am See und Dornbirn setzen auf unsere Dienstleistungen“, so Ingeborg Freudenthaler. Neue Hallen zum Firmenjubiläum „Durch einen Brand in der alten Halle standen wir im ersten Halbjahr 2018 vor

der Herausforderung, so schnell wie möglich adäquaten Ersatz zu schaffen“, erklärt Geschäftsführerin Ingeborg Freudenthaler. „Dank des großen Einsatzes und des perfekten Zusammenspiels unserer Mitarbeiter und aller externen Firmen konnten wir bereits Anfang Oktober in den neuen Hallen starten.“ Im Zuge der Errichtung wurden die Hallen mit hochsensiblen Wärmebildkameras, die 24 Stunden lang auf jede kleinste thermische Veränderung reagieren und im Notfall die automatische Löschanlage aktivieren, ausgerüstet – neuartige Abfälle machen dies notwendig. Freudenthaler GmbH & Co KG Schießstand 8, 6401 Inzing Tel.: 05238/53045 office@freudenthaler.at www.freudenthaler.at

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Spannende Neuheiten vom Caravan Salon Austria

2019 auf vier Rädern: Auf diese Autos können Sie sich freuen.

Im Test: Hyundai Tucson, Hyundai Kona Elektro, Kia Sorento, BMW X5, Range Rover Sport P400e, Seat Tarraco, Kia Ceed

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IM TEST

So fahren sich der Hyundai Tuscon, der Hyundai Kona Elektro und der Kia Sorento.

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Hyundai Kona Elektro

INHALT 72 76

Kia Sorento

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AKTUELLE NEUVORSTELLUNGEN

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GOLFGEGNER

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BLITZLICHTER

CAMPING-SPEZIAL:

Highlights vom Caravan Salon Austria in Wels

AUTONEUHEITEN 2019

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C AR AVAN SALON AUSTRIA

CAMPING PUR

Der jährlich im Herbst stattfindende Caravan Salon Austria ist Hotspot der heimischen Camperszene: In Wels erlebten heuer knapp 40.000 Besucher eine Branche im ungebremsten Aufschwung.

© MESSE WELS

TE X T UND FOTOS: KL AUS ERLER

Aufwärtstrend bei Neuzulassungen

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s zeichnete sich bereits in den Vorjahren ab: Camping und Caravaning werden auch in Österreich immer beliebter. Die Gründe für diesen anhaltenden Trend sind offensichtlich: Kaum eine andere Reiseform verspricht mehr Freiheit und Individualität für eine neue Zielgruppe mit zeitlich flexiblerem und kurzfristigerem Reisever-

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halten. Durch automobiles Camping wird zudem der Wunsch nach Naturerlebnis, Outdoor-Aktivitäten und Abenteuer erfüllt, ohne dass dafür ein gravierender Komfortverzicht in Kauf genommen werden müsste. Auf den folgenden Seiten präsentiert top.tirol ausgewählte Camping-­Highlights 2019 aus den verschiedensten Sparten.

2018 wurden von Jänner bis September in Österreich 887 Wohnwägen und 1.342 Reisemobile zugelassen, das sind insgesamt 2.229 Neufahrzeuge. Verglichen mit insgesamt 2.170 im Jahr 2017 bedeutet das eine prognostizierte Steigerung von rund 12,5 %. Seit 2012 ist ein spürbarer Trend zum Reisemobil/Campingbus (gegenüber dem Wohnwagen) erkennbar. Quelle: Österreichischer Caravan Handelsverband ÖCHV/ Messe Wels


C AR AVAN SALON AUSTRIA

1.

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KLEINWOHNWAGEN

„PUSCHERL“ Das von Wohnwagen Pusch importierte „Puscherl“ ist Österreichs günstigster Kleinwohnwagen. Mit seinen geringen Maßen und seinem niedrigen Eigengewicht (Länge: 2,70 Meter, Breite: 1,94 Meter, Höhe: 2,25 Meter, Gewicht: 530 Kilo) kann er von den meisten Kleinwagen gezogen werden. Dabei steht das „Puscherl“ auf einem verzinkten Alko-Fahrgestell, besitzt einen feuchtbeständigen GFK-Aufbau und isolierverglaste Front- und Heckscheiben. Der Kleinwohnwagen ist zudem mit einem Hubdach, einer Küche mit Herd und Kühlschrank, zwei Sitzgruppen, diversen Hänge- und Kleiderschränken und zwei Liegeflächen (1,85 x 1,22 Meter und 1,85 x 0,50 Meter) ausgestattet. Preis: ab 7.500 Euro www.pusch-wohnwagen.at

Leicht und günstig: Das „Puscherl“ hat eine große Fangemeinde.

2.

DER ZEITREISENDE

MITTELGROSSER WOHNWAGEN

ERIBA TROLL 530 ROCKABILLY Als Sondermodell „Rockabilly“ ist der Eriba Touring unverkennbar von den 50er-Jahren inspiriert. Zu den bewährten Vorzügen des mittelgroßen Wohnwagens (GFK-Aufstelldach, aerodynamisches Konstruktionsprinzip für optimale Nachlaufeigenschaften) addieren sich farbenfrohe Ausstattungsdetails im AmericanDiner-Charme und eine umfang­ reiche Sonderausstattung. Der Eriba Troll „Rockabilly“ wiegt fahrbereit 1.059 Kilo, ist 4,71 Meter lang, 2,10 Meter breit und besitzt drei Schlafplätze.

Back to the Fifties: der Eriba Troll „Rockabilly“ im American-Diners-Design

Preis: 25.640 Euro www.eriba.com

➔ 73


C AR AVAN SALON AUSTRIA

3.

DER ALLTAGSHELD

CAMPINGUMBAU AUF BASIS KASTENWAGEN/VW T4 – T6

EASYGOINC „VANLIFE SPORT“ © STEFAN VOITL

Der oberösterreichische Anbieter easygoinc arbeitet im rasant wachsenden Segment der Bus- und Kastenwagen-Ausbauten (VW Transporter und vergleichbare Marken) mit einzigartigen Lösungen und bietet zum Beispiel Zirbenholz-Innenverkleidungen an. Der modular aufgebaute „Vanlife Sport“-Ausbau wird mit maßgefertigten Qualitätsmatratzen samt Lattenrost (bis zu 155 x 200 cm Liegefläche) ausgeliefert. Das integrierte Küchenmodul und die Arbeitsfläche aus Vollholz verwandeln den Bus in ein rollendes Eigenversorger-Restaurant. Auf Wunsch gibt es auch eine autarke Spüle mit Duschfunktion. Dabei bleibt der Bus oder Kastenwagen auch mit Camping-Ausbau ein vollwertiges Alltagsfahrzeug: Eine zweite Sitzreihe findet problemlos Platz. easygoinc-Module werden ohne jegliche Bohrung im Van befestigt: Damit sind auch Leasingfahrzeuge für einen Umbau geeignet. Zirbe pur: duftendes Holz im easygoinc-Ausbau

Preis: ab 4.390 Euro www.easygoinc.com

4.

DER VERWANDLUNGSKÜNSTLER

FALTCARAVAN ISABELLA

CAMP-LET PASSION

Kleiner Anhänger, großes Zelt: der Isabella Zeltanhänger Camp-let

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© ISABELLA

Der Isabella Camp-let ist ein Zeltanhänger, der zusammengefaltet sehr kompakt ist, sich aufgebaut aber als echtes Raumwunder entpuppt. Ausgestattet mit Küche, hochwertigen Betten, einem großen Aufenthaltsraum und viel Stauraum lässt er sich in drei einfachen Schritten von einer einzigen Person aufbauen. Die eingebaute Küche schwingt mit der Heckklappe des Anhängers heraus – alle Küchenmodelle können so auch unterwegs in Reisepausen genutzt werden. Danach wird der gesamte Anhänger geöffnet. Ein integriertes Federsystem hilft beim Auf- und Zuklappen der oberen GFKSchale. Als letzter Schritt werden das große Vorzelt und die aus atmungsaktivem Gewebe hergestellten Schlafkabinen für vier Personen aufgeklappt. Der eigentliche Anhänger ist bei allen Camp-let-Modellen gleich, Zelt und Küche lassen sich hinsichtlich Größe und Komfortbedarf individualisieren. Das zulässige Gesamtgewicht des Modells „Passion“ beträgt 500 Kilo, die Größe des Wohnbereichs beträgt 18 Quadratmeter. Preis Anhänger: ab 7.560 Euro • Preis Küche: ab 910 Euro www.isabella.net/at


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5.

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DER SIR

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HYMER B-KLASSE MODERNCOMFORT 580 Im Reisemobil Hymer B-Klasse ModernComfort 580 wächst erstmals die neu entwickelte Triebkopfvariante des neuen Mercedes-Benz Sprinter mit dem SLC-Chassis von HYMER zusammen. Das Exterieur entstand in Zusammenarbeit mit dem Designstudio SYN. Zentrales Gestaltungskonzept, das sich konsequent von der Ausrichtung der Möbelelemente über ihre Geometrie bis in das Komfortbad zieht, ist die strenge Linienführung in einer leicht schrägen Raumanordnung von sechs Grad. Eine entsprechend ausgelegte Flucht zieht sich vom Fahrerhaus über den Wohnraum bis in den Schlafbereich im Heck und ermöglicht einen Blick durch das gesamte Reisemobil. Unterstrichen wird das Design durch den durchgängigen Wohnraumboden, der im ganzen Fahrzeug mit einer indirekten Beleuchtung in Szene gesetzt werden kann. Dafür gab es den German Design Award! Preis: ab 100.290 Euro www.hymer.com

Prämiertes Design: Der Hymer B-Klasse Moderncomfort 580 ist Träger des „German Design Awards“.

6.

DER ABENTEURER

PICKUP-ABSETZ-WOHNKABINE

GEOCAR VIKUNJA

Fit für die Weltreise: die VikunjaWohnkabine

© MESSE WELS/ROLAND PELZL (2)

Die niederösterreichische Firma Geocar fertigt seit 28 Jahren Pickup-Wohnkabinen in gewichtsoptimierter GFK-MonocoqueBauweise unter besonderer Berücksichtigung der Aerodynamik. Dabei wird ein Gewichtsverhältnis von 50:50 für das Gesamtfahrzeug garantiert. Die Alltags- und Geländetauglichkeit des Trägerfahrzeugs bleibt so auch mit der rund 350 Kilogramm schweren Wohnkabine zu hundert Prozent erhalten. Alle Geocar-Wohnkabinen sind Einzelanfertigungen, die nach den Wünschen des Käufers optimiert werden können. Standardmäßig bieten sie Heizung, ein konisch zusammenlaufendes Alkoven-Doppelbett mit den Maßen 210 cm Länge, 180 / 140 cm Breite und einer Sitzgelegenheit für vier Personen. Für Übersee-Abenteuer lassen sich GeocarFahrzeuge auch containertauglich machen. Kabinenpreis fahrfertig ab: 40.000 Euro www.geocar.com

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AUTO-NEUHEITEN

BUSINESS MOBILITY 2019 Die Geschäfte laufen, die Auftragsbücher sind voll: Wer sich 2019 einen (Firmen)Wagen leisten will, hat die Qual der Wahl. Spannender war die Auswahl an neuen Modellen schon lange nicht. T E X T: K L A U S E R L E R • F O T O S : W E R K ( 6 )

AB FR Ü H JA H R 2019

DER BESTE DER GUTEN: Porsche 911 Der Porsche 911 startet in seine achte Generation. Unverkennbar dem Porsche-Design verpflichtet, präsentiert er sich muskulöser und mit neuem Interieur. Mit 450 PS in den S-Modellen ist er leistungsstärker, die Kraftübertragung übernimmt ein neu entwickeltes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

BUSINESSEXPRESS: BMW 3er

AB 9. M Ä R Z 2019

Die neue BMW 3er-Limousine kommt mit neuer Designsprache. Die Markteinführung erfolgt mit sechs Modellvarianten: Vierzylinder-Otto-, Vierzylinder-Diesel- und Sechszylinder-Dieselmotoren zwischen 150 PS und 265 PS. Auch ein Allradantrieb wird zum Marktstart angeboten, im Jahresverlauf folgt der Plug-in-Hybrid.

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AUTO-NEUHEITEN

AB A P R IL 2019

FAHRWERKER: Mercedes GLE Das neue Mercedes-SUV GLE wird sportlicher, die Optik erinnert jetzt an den CLS und die neue A-Klasse. Zudem kommt der GLE mit einem neu entwickelten aktiven Fahrwerk, das jedes Rad individuell regelt. Der Allradantrieb wurde weiterentwickelt. Im GLE ist jetzt auch das aktuelle Mercedes-Infotainment MBUX aktiv. Preis ab rund 66.000 Euro.

HOCHADEL: Range Rover Evoque Die zweite Modellgeneration des Range Rover Evoque besitzt noch immer den unverkennbaren Coupé-Charakter. Schmale Matrix-LED-Scheinwerfer, dynamische Blinker und passende Heckleuchten sowie ausfahrbare Türgriffe sorgen für weitere Showeffekte. Der verlängerte Radstand verschafft mehr Bein- und Kniefreiheit. DeutschlandPreis: 37.350 Euro.

AB R JÄNNE 2019

AB JÄ N N E R 2019

SCHWEDENSTAHL: Volvo V60 Cross Country Der neue Volvo V60 Cross Country erweitert die V60-Generation um einen besonders vielseitigen Alleskönner. Der Allroad-Kombi bietet erhöhte Bodenfreiheit, die Fahrten auf und abseits befestigter Straßen besonders angenehm macht. Der V60 Cross Country ist ab 50.510 Euro zunächst ausschließlich in der Ausstattung mit dem 190 PS starken Dieselmotor, Allradantrieb und Achtgang-Automatik bestellbar.

T TE AB M IER FEB 2019

KRAFTWERK: Audi e-tron Der e-tron ist das erste rein elektrisch angetriebene Serienmodell von Audi. Als Oberklasse-SUV wird der e-tron von zwei E-Maschinen angetrieben. Die Systemleistung liegt bei 407 PS und 664 Nm Drehmoment. Mit einer Batterieladung soll der Audi e-tron mehr als 400 Kilometer weit fahren. Ab 82.000 Euro. 77


P R OIJM E KTT: E SATU T O

HYUNDAI TUCSON 1,6 CRDi 4WD DCT LEVEL 6

DIESEL

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel Leistung: 100 kW/136 PS Antrieb: Allradantrieb Getriebe: 7-Gang-DCT-Getriebe Hubraum: 1.598 ccm L/B/H: 4.480/1.850/1.650 mm Laderaum: 513 – 1.503 Liter Testverbrauch: 6,9 l/100 km Preis: ab Euro 26.490 Preis Testmodell: 46.840 Euro

Schicker Look: Der „Moon Rock“-lackierte Tucson hat Klasse und wirkt richtig cool.

RUNDERNEUERT! Ein Bestseller wird noch besser: Drei Jahre nach seiner Österreich-Premiere hat Hyundai sein meistverkauftes Modell – den kompakten SUV Tucson – überarbeitet und mit zukunftsweisender Technik aufgerüstet. T E S T: W A L T E R M A I R

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er Hyundai Tucson zählt zu den Erfolgsmodellen des koreanischen Herstellers und wird in der Slowakei produziert. Optisch schon bisher einer der dynamischsten Vertreter bei den kompakten SUVs, tritt der Facelift-Tucson dank neuer Front- und Heckpartie noch unverwechselbarer auf: Vor allem der markentypische CascadingKühlergrill erhielt weiteren Feinschliff. Sowohl beim Platzangebot als auch bei der Ausstattung vermittelt der Tucson einen Hauch von Luxus. Das Topmodell hört nun auf den Namen „Level 6“ und ist mit allem bestückt, was die Baureihe zu bieten hat: Feinstes Ledergestühl, das beheiz- oder kühlbar ist, ein beheiztes Lederlenkrad sowie ein riesiges Panoramadach unterstreichen zudem das Premium-Niveau des Koreaners. Einsteigen und wohlfühlen lautet daher die Devise beim 4,48 Meter langen, 1,85 Meter breiten und 1,65 Meter hohen SUV aus Fernost. 78

teassistent warnt zudem vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Autobahnspur und hält den Tucson mittels Lenkeingriff eigenständig in der Mitte des Fahrstreifens.

Elegantes Cockpit: Der hoch oben platzierte Touchscreen ist auf den Fahrer ausgerichtet und intuitiv bedienbar.

Sicherheit auf höchstem Niveau Selbstverständlich spielt der Tucson auch beim Thema Sicherheit sämtliche Trümpfe aus. Dank einer 360-Grad-Übersichtskamera, eines Querverkehrswarners hinten und eines autonomen Notbremsassistenten inklusive Fußgängererkennung fühlt man sich im 1.697 Kilogramm schweren Wagen jederzeit sicher und geborgen. Ein Spurhal-

Flotter Selbstzünder Für den Vortrieb ist der 136 PS starke Turbodiesel verantwortlich, der seine Kraft über ein siebengängiges Doppelkupplungsgetriebe und einen mitdenkenden Allradantrieb auf alle Räder überträgt. Der gut gedämmte und vibrationsarme Motor bietet vor allem im Sportmodus spontane Fahrleistungen. Dank leichtgängiger Lenkung spielt der Tucson seine Stärken nicht nur im Stadtgewühl aus, sondern lässt sich auch elegant über kurvenreiche Passstraßen bewegen. Dabei bleibt der Verbrauch im grünen Bereich: Das HyundaiSUV begnügt sich an der Zapfsäule mit 6,7 bis 6,9 Litern je 100 gefahrenen Kilometern. So kommt der Tucson mit einer einzigen Tankfüllung rund 900 Kilometer weit.


IM TEST

ZUKUNFTSBOTE Der neue Hyundai Kona Elektro ist das erste bezahlbare Elektro-SUV mit alltagstauglicher Reichweite, das es in Österreich zu kaufen gibt. Dass der Kona nervenschonend, unkompliziert und spaßig zu fahren ist, wird zusätzlich zu seinem Erfolg beitragen. T E S T: K L A U S E R L E R

E-MOBIL

Power ohne Emissionen: Flott designt und kräftig motorisiert knackt der Kona Elektro die 400-KilometerReichweitenmarke.

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uch wenn der neue Hyundai Kona Elektro sicher nicht langweilig designt ist: Von außen sieht man diesem Kompakt-SUV kaum an, dass es das Potenzial hat, eine kleine Revolution am Automarkt anzuzetteln. Der Kona Elektro ermöglicht es erstmals in Österreich, ein E-SUV mit alltagstauglicher Reichweite und einem realitätsnahen Einstiegspreis von unter 40.000 Euro (anzüglich der Förderungen) zu erwerben. Hyundai spricht von theoretisch machbaren 482 Kilometer Reichweite, im winterlichen Tirol bleiben davon rund 350 Kilometer übrig. Im Sommer ohne Heizung und Klima dürften sich dann weit über 400 Kilometer ausgehen. Dabei erlebt der Fahrer den Kona Elektro nicht als Spar-, sondern als Spaßmobil: Die Beschleunigung ist GTI-verdächtig, die Einstufen-Automatik wird idiotproof über drei Tasten bedient, bis zum Landstraßentempo bleibt der Kona Elektro deutlich leiser als vergleichbare Benzin- und Dieselmodelle. Erst danach haben Wind und

Reifen einen höheren Anteil an der Lärmentwicklung als der Motor. Mein eigenes Kraftwerk Der Fahrer bremst wahlweise per Pedal oder über Schaltwippen am Lenkrad. In beiden Fällen verpufft die Bremsenergie nicht einfach, sondern wird direkt in Antriebsenergie umgewandelt, fachsprachlich „rekuperiert“: ein Vorgang, der mit jedem Tag mehr Freude macht und mit dem sich über eine einzige Abfahrt vom Zirler Berg neun innerstädtische Reichweiten-Kilometer generieren lassen. Ansonsten entspricht der Kona bezüglich Verarbeitungsqualität, einfacher Bedienung, Federungskomfort und Platzangebot weitgehend seinen fossil angetriebenen Konzernbrüdern: Auch hier müssen keinerlei Abstriche gemacht werden, und auch das Laden geschieht flott (siehe Factbox). Alles super also? Nicht ganz! Bemüht man die Kona-Heizung, geschehen zwei Dinge: Das Auto wird ähnlich schnell warm, wie die prognostizierte Reichweite sinkt:

Hat man am Vortag aufs Laden vergessen, kann es durchaus sein, dass man sich rasch in der unangenehmen Situation befindet, Heizungswärme gegen Reichweite eintauschen zu müssen. In Summe überwiegen aber die Vorteile und vor allem der Spaßfaktor ganz klar. Das merkt man dann unter anderem daran, dass einem das Diesel-SUV-Monster nebenan an der Ampel derart behäbig und unelegant vorkommt, dass man gerne den sehr guten Kona-Radio lauter dreht, um das antiquierte Dieselgenagle nicht mehr hören zu müssen.

Armaturen (fast) wie gehabt: Die Bedienung des Kona gibt keine Rätsel auf.

Hyundai Kona Elektro Level 5

Getriebe: 1-Stufen-Automatik, Frontantrieb Leistung: 204 PS Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h Batterie: Li-IonBatterie mit 64 kWh Ladezeiten: Haushaltssteckdose: 22 – 46 Stunden Wallbox: 8 – 9 Stunden 50 kW: rund 75 min (90 %) 100 kW: 38 min (90 %) Verbrauch/ Reich­weite: 14,3 kWh/ 100 km, 482 km Testverbrauch: 16,1 kWh/100 km, rund 360 km Garantie Batterie: 8 Jahre/200.000 km Preis ab: 43.990 Euro Preis Testwagen: 47.840 Euro (bei beiden Preisen wurde die E-Prämie von rund 4.300 Euro noch nicht abgezogen)

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IM TEST

DIESEL

Eine Wucht: Die Größe des Kia Sorento beeindruckt.

DIESELSAURUS REX Der facegeliftete Kia Sorento ist ein an jeder Ecke gutgemachtes Diesel-SUV, das schon an die Pforte der Luxus-Klasse klopft. Dass er dennoch einer Spezies angehört, die hierzulande langsam ausstirbt, hat mit seiner Antriebsart, vor allem aber mit seinem überbordenden Platzbedarf zu tun. T E S T: K L A U S E R L E R

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in kleiner Test zeigt rasch auf, was das aktuelle Kia Sorento kann (und was nicht): Fahren Sie mit ihm nach Wien und versuchen Sie dort, innenstadtnahe zu parken. Zweierlei werden Sie bemerken: Erstens, dass der Kia Sorento auf der österreichischen Autobahn so richtig in seinem Element ist und es ihm dort gelingt, seinen Fahrer auch dank enormen Platzangebots und anständig vollständiger Ausstattung nach Strich und Faden zu verwöhnen. Zweitens, dass das Kia-SUV-Flagschiff eigentlich für alles, was nicht mit der Autobahn und der einsamen Landstraße zu tun hat, zu groß ist. So richtig spüren werden Sie das in jeder durchschnittlichen 80

Kia Sorento GT-Line 2.2 CRDi ISG AWD

Motor: 4-Zylinder-Turbodiesel (EURO 6d TEMP) Hubraum: 2.199 ccm Getriebe: 8-Gang-Automatik, Allrad Leistung: 147 KW/200 PS Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h Beschleunigung 0–100 km/h: 9,4 sec Drehmoment: 441 Nm Kofferraum: 660 Liter (5-Sitzer) Länge: 4,8 Meter Breite: 1,89 Meter Testverbrauch gesamt: 8,7 Liter/100 km Garantie: 7 Jahre Preis ab: 38.790 Euro Preis Testwagen: 58.390 Euro

Tiefgarage, wo der Siebener-Golf schon dreimal bei der Tür draußen ist, während Sie selbst noch immer versuchen werden, den Sorento im vorsichtigen Hin und Her, von hellwachen Parkpipserl angeleitet, möglichst ohne Blessuren aus der viel zu kleinen Parklücke zu schieben. Cruisen statt Hetzen Natürlich wissen Kia-SUV-Käufer in dieser Klasse schon zuvor, worauf sie sich einlassen und dass sie mit dem Sorento ein Auto erwerben, das im Platzbedarf fast genau dem VW T6 entspricht. Dass der Sorento nur maximal sieben Personen (statt der neun im VW-Bus) transportieren darf, wird für den typischen So-


IM TEST

rento-Fahrer dabei eher zweitrangig sein, da er dieses SUV wahrscheinlich aus ganz anderen Gründen gekauft hat. Da geht es zunächst einmal um ein äußerst günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis: Mehr über die schiere Masse und das dynamisch-zugespitzte Design definiertes Überholprestige samt Allrad und Vollausstattung bekommt man ab 40.000 Euro wohl selten. Dann wäre da noch die sanfte Art der Fortbewegung. Im Sorento wird nicht gestresst, hier wird gecruist, obwohl der Motor sicher kein Langweiler ist. Zum Gleiten animiert er dank Hubraum und Kraft im Verbund mit der angenehmen, leicht schunkeligen Fahrwerksabstimmung und der drehzahlschonend ausgelegten Automatik umso mehr, da für ihn Verbräuche im zweistelligen Bereich grundsätzlich jederzeit denkbar sind. Der Wunsch nach wilder Kurvenhatz kommt bei mehr als 1.900 Kilo Lebendgewicht natürlich kaum auf. Wer diese sucht, greift sowieso zur deutschen Konkurrenz

Innen und außen modern gezeichnet: Den biederen Auftritt überlässt der Sorento den anderen.

und damit wesentlich tiefer in seine Geldtasche. Mit dem Kia Sorento wird glücklich, wer für die Innenstadt ein kleines Zweitauto hat, frei von Dieselängsten ist (als Benziner wäre dieses SUV denkunmöglich) und ein selbstbewusstes Auto für die weite Strecke sucht.

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CO2: 79 - 180 g/km, Verbrauch: 4,1 l Diesel - 7,6 l Benzin

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AUTO-EVENTS

Neuer Premium-SUV mit der Power eines Sportwagens: BMW X5 Generation IV

DER BAYERN-BOSS IST DA! Beim diesjährigen Winter Technik Drive präsentierte BMW die vierte Generation des Nobel-SUV X5 sowie das brandneue 8er-Coupé.

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ie vierte Generation des BMW X5 ist innen wie außen gewachsen und steht mit perfekt ausbalancierten Proportionen solide und dynamisch auf der Straße. Dank der großen BMW-Niere, dem fokussierten Ausdruck der Scheinwerfer und der auffällig dreidimensional geformten LED-Heckleuchten wirkt der noble X5 selbstbewusst und elegant. Keine Frage: Der neue BayernBoss vermittelt Führungsqualität und das, was nur die deutsche Sprache kennt, Überholprestige! Tirol mit an Bord Nicht nur die Platzverhältnisse sind opulent, auch die Anzahl der serienmäßigen Features kann sich sehen lassen. Neu ist ein hochauflösendes Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll hinter dem Lenkrad sowie ein zweites 12,3 Zoll großes Control Display in der Mitte der Armaturen. Die Liebe zum Detail, die BMW beim X5 beweist, lässt sich 82

T E X T: W A L T E R M A I R

beispielsweise beim Ganghebel erkennen, dessen Knopf aus geschliffenem Kristallglas von Swarovski besteht. Souverän auf Schnee In puncto Fahrdynamik lässt der X5 seine Vorgänger im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ aussehen. Ausgestattet mit neuester Technik garantiert das BMW-SUV sowohl auf festem Untergrund als auch beim Hütchenparcours auf der rutschigen Schneefahrbahn souveränes Vorankommen. Der

neue BMW X5 xDrive 30d mit 265 PS ist ab 75.800 Euro erhältlich, die Top-Variante M50d inklusive 8-Gang-Automatik kostet ab 103.950 Euro. Dafür kann der BayernSUV die letzten vorwärts gefahrenen 80 Meter per Knopfdruck völlig automatisch und komfortabel zurückfahren. Übrigens: Auch das wunderschöne neue 8er-Coupé ließ bei einem spontanen Kurztest dank ausgeklügelter xDriveTechnik nichts anbrennen und machte im Schnee richtig Spaß.

BMW X5 xDrive40i A

Motor: Reihen-Sechs-Zylinder TwinPower Leistung: 250 kW/340 PS Antrieb: Allrad xDrive Getriebe: 8-Gang-Steptronic Hubraum: 2.998 ccm L/B/H: 4.922/2.004/1.745 mm Laderaum: 650 – 1.870 Liter Verbrauch: 8,7 l/100 km Preis: ab 79.950 Euro


AUTO-EVENTS

CARAMBA TARRACO!

Nach dem kleinen Arona und dem kompakten Ateca zaubert Seat nun einen dritten SUV mit ganz viel Platz aus dem Hut: den neuen Tarraco. T E X T: W A L T E R M A I R • F O T O : W E R K

er Tarraco komplettiert als „Top of the Line“-Modell die sportlich gestylte SUV-Familie aus Spanien. Wir hatten die Gelegenheit, den Seat Tarraco bei seinem Premierenauftritt in Barcelona näher unter die Lupe zu nehmen. Das 4,74 lange Seat-Flaggschiff zeigt aus

E-Scooter inklusive Zum Marktstart sind zwei Benzinund zwei Dieselvarianten zwischen 150 PS und 190 PS verfügbar. Serienmäßig bis Mitte 2019 dabei: ein auf Segway-Elektronik basierender Elektroscooter, der im Kofferraum aufgeladen werden kann.

© WERK

Seat Tarraco: Das iberische SUV-Flaggschiff läuft im VW-Werk Wolfsburg vom Band.

optionalen Siebensitzer präsentiert sich das Interieur premiumtauglich. Der große Seat bietet zudem ein üppiges Platzangebot auch auf den längsverschiebbaren hinteren Sitzen. Beeindruckend ist auch der 10,25 Zoll große TFT-Bildschirm hinter dem Lenkrad, der sämtliche Informationen wie Tachometer und Drehzahlmesser bis hin zu vollfarbigen Karten und Navi-Funktionen digital und übersichtlich darstellt.

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Die ausführlichen

Fahrberichte unt

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allen Blickwinkeln die Sportlichkeit der Marke bis hin zum Heck, das mit durchgezogenem Leuchtenband zur Unverwechselbarkeit des Fahrzeugs beiträgt. Großzügiges Ambiente Sowohl im Fünfsitzer als auch beim

SEAT TARRACO 2.0 TDI 190 HP DSG Xcellence

Motor: ZweiliterTurbodiesel Leistung: 190 PS Antrieb: Allrad Getriebe: 7-Gang-DSG Hubraum: 1.968 ccm Laderaum: 760 bis 1.920 Liter Verbrauch: 7,0 – 7,6 l/100 km Einstiegs-Aktionspreis inkl. E-Scooter: 31.990 Euro

er:

RANGE ROVER SPORT P400E

Als neueste Variante des Bestsellers bringt Jaguar Land Rover sein erstes Plug-in-Hybrid-Modell an den Start. Mitte November fand die Europa-Premiere unterhalb der 007er-Erlebniswelt in Sölden statt.

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estatten, mein Name ist ... Range Rover! Um genau zu sein: Range Rover Sport Plug-in Hybrid. Ich bin mit dem ersten emissionsfreien Antrieb, der im Hause Land Rover entwickelt wurde, bestückt, entschärfe jede kritische Fahrsituation und stehe auf Abruf völlig unter Strom.“ So in etwa hätte sich der vierrädrige britische „Geheimagent“ bei seiner ersten offiziellen „Mission“ in den Ötztaler Alpen vorgestellt. 51 Kilometer unter Strom Konkret befinden sich unter der Motorhaube des 4,88 Meter langen und knapp 2,10 Meter breiten PremiumSUV ein Elektromotor mit 116 PS sowie ein Zweiliter-VierzylinderTurbobenziner mit 300 PS. Eine Sys-

T E X T: W A L T E R M A I R • F O T O : W A L T E R M A I R

RANGE ROVER SPORT P400e HSE

Powerstromer: Der Range Rover Sport ist ab sofort auch als Hybrid-Variante verfügbar.

temleistung von 404 Pferdestärken wird permanent an alle vier Räder verteilt. Damit beschleunigt der Powerbrite in nur 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 220 km/h. Das Fahrwerk des knapp 2,5 Tonnen

schweren Fahrzeugs ist neutral abgestimmt, die Lenkung angenehm leichtgängig. Die Achtstufen-Automatik arbeitet seidenweich. Die reine E-Reichweite des Plug-in Hybrid beträgt 51 Kilometer.

Motor: Zweiliter-R4Zylinder-Benziner Systemleistung: 404 PS Antrieb: Allrad Getriebe: Achtgang-Automatik Hubraum 1.997 ccm Verbrauch: 8,2 l/100 km Preis: ab 93.600 Euro

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IM TEST

GOLF-JÄGER AUS FERNOST

Kia hat die dritte Generation des kompakten Ceed komplett überarbeitet und ihn nicht nur fesch designt, sondern vor allem zukunftsweisend gebaut. T E S T: W A L T E R M A I R

DIESEL

Aus jeder Perspektive gelungen: der neue Kia Ceed

KIA Ceed 1,6 CRDi DCT Platin

Motor: VierzylinderTurbodiesel Leistung: 100 kW/136 PS Antrieb: Frontantrieb Getriebe: 7-GangDCT-Getriebe Hubraum: 1.598 ccm L/B/H: 4.310/1.800/1.447 mm Laderaum: 395 bis 1.291 Liter Testverbrauch: 5,7 l/100 km Preis: ab 17.490 Euro Preis Testmodell: 33.690 Euro

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ach rund 1,3 Millionen verkauften Modellen seit Anfang 2007 hat Kia Österreich heuer die dritte Ceed-Generation auf die heimischen Straßen gebracht. Dabei wurde der „cee’d“ zum leichter lesbaren „Ceed“, die Bedeutung des Akronyms steht aber noch immer für „Community of Europe, with European Design“. Flacher und breiter Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass der 4,31 Meter lange Kompaktwagen über sportlichere Proportionen verfügt als sein Vorgänger. Er ist nun ein wenig breiter (plus 2 cm) und flacher (minus 2,3 cm). Darüber hinaus hat sich der neue Ceed von der Sportlimousine Stinger inspirieren lassen. Von ihr übernimmt er die so genannte „Tiger Nose“ als markantes Element der Frontansicht mit serienmäßigem LED-Tagfahrlicht und LED-Scheinwerfern. Den Kofferraum vergrößerte Kia um 15 Liter auf 395 Liter. Maximal

passen hinter die Ladeluke des kompakten Koreaners 1.291 Liter. Silence is Golden Der Hitparaden-Song aus den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts von der Britenband „The Tremelos“ ertönte gerade aus den Lautsprechern, als wir an die beeindruckende Laufruhe des Vierzylinders aufmerksam wurden. Das 136 PS starke Triebwerk (Euro 6-Temp) geht dabei mit einer eindrucksvollen Agilität ans Werk und überzeugt dennoch mit einer Laufruhe, die ein Lauterdrehen der Musik überflüssig macht. Dank eines maximalen Drehmoments von 320 Newtonmetern prescht der Ceed in 9,9 Sekunden auf hundert. Auf Bergstrecken genügt der Druck auf die Sporttaste, um flotte Kurven noch intensiver genießen zu können. Zusätzlich erfreut man sich an der direkten Lenkung und auch an der 7-Gang-Doppelkupplung, die für geschmeidiges Wechseln der Gänge verantwortlich zeichnet.

Wer Sicherheitsfreak ist, kann auch teilautonom fahren, nur der übervorsichtige Spurhaltewarner könnte dabei zurückhaltender sein. Toll: Mit einem Tank kommt man über 900 Kilometer weit, der Verbrauch liegt bei sparsamen 5,7 Litern pro hundert gefahrenen Kilometern. Alles mit an Bord Die Top-Ausstattung „Platin“ verwöhnt mit einer Flut an Annehmlichkeiten: Dabei genießen Fahrer (und Passagiere) nicht nur ein mehr als ausreichendes Platzangebot, sondern können sich auch am gelungenen Cockpit-Design erfreuen. Die Vordersitze sind nicht nur beheiz-, sondern auch kühlbar. Und dank eines Panoramadachs, das bis ganz nach hinten reicht, lässt sich bei Nachtfahrten sogar der Sternenhimmel erforschen. Der kompakte Golf-Gegner aus Fernost ist bereits ab 17.490 Euro erhältlich, für die von uns getestete Platin-Ausstattung müssen 33.690 Euro hinterlegt werden.


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AUCH IMMER DIE REISE HINGEHT

Ob ans Ende der Welt oder einfach nur zum Shoppen in die Stadt – der Suzuki SX4 S-CROSS macht jede Fahrt zum Erlebnis. Mit kraftvollen Boosterjet-Motoren, dem ALLGRIP SELECT Allradsystem, smarter Funktionalität und fortschrittlichen Sicherheitssystemen. Bestimmen Sie Ihr Ziel – mit dem Suzuki SX4 S-CROSS, schon ab € 17.990,–*. Mehr auf www.suzuki.at

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Verbrauch „kombiniert“: 5,3–6,2 l/100 km CO2-Emission: 120–141 g/km**

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NEUES VOM

AUTOMARKT VVT vernetzt das ganze Land Tirol bekommt 2019 ein in das ÖffiTicketsystem integriertes E-Carsharing. Ermöglicht wird dieses Angebot durch die Kooperation zwischen Land Tirol, VVT und Tiroler E-Carsharing-Anbietern. Den Kunden eröffnet dies neue Möglichkeiten der Mobilität, ab Frühjahr wird mit einem ÖffiTicket erstmals jeder Punkt des Landes zu erreichen sein: Die „Last-Mile“ kann künftig mit einem Elektro-Auto bewältigt werden, ohne jedes Mal aufs Neue eine gesonderte Buchung vornehmen zu müssen.

© VERKEHRSVERBUND TIROL

T E X T E : W A LT E R M A I R

Über die E-Kooperation freuen sich (v. l.) VVT-GF Alexander Jug, Bruno Oberhuber (GF Energie Tirol), LHStv. Ingrid Felipe, Martin Tschurtschenthaler (Beecar, Stadtwerke Kufstein), Alexander Hronek (Jo-e, St. Johann) und Reinhard Jennewein (floMOBIL, GF Stadt­ werke Wörgl).

© UNTERBERGER

Unterberger zeigt Flagge im Salzburger Land

Die Gesellschafter Dieter und Gerald Unterberger, Markus Kaufmann und Unterberger-GF Josef Gruber (v. l.) freuen sich über den gemeinsamen Deal.

Unterberger Automobile beteiligt sich ab 1. Jänner 2019 zu 50 Prozent an der „Kaufmann KG“ in Kaprun. Damit übernimmt das Kufsteiner Familienunternehmen die operative Betriebsleitung des 1969 gegründetes Autohauses in der Nähe des Zeller Sees. „Mit unserem BMW und Mini-Betrieb in Freilassing standen wir ja bereits vor den Toren Salzburgs. Jetzt freuen wir uns auf

die Zusammenarbeit mit dem eingespielten Team in Kaprun, denn alle 48 MitarbeiterInnen bleiben dem Betrieb treu“, erklärt Gerald Unterberger, geschäftsführender Gesellschafter der Unterberger Automobile. Mit insgesamt 16 Standorten zählt das Familien­unternehmen zu den größten Autohändlern in Westösterreich und im benachbarten Bayern.

Die Tiroler Skirennläuferin Stephanie Venier ist jetzt Markenbotschafterin für das Autohaus Porsche Innsbruck am Mitterweg. Anfang November erhielt das ÖSV-Ass die Schlüssel für einen neuen Audi Q3 quattro, der die Athletin zukünftig zu ihren WeltcupEinsätzen begleiten wird.

Den exklusiven Rahmen des Tiroler Wirtschaftsforums im Congress Innsbruck nutzte Anfang November das BMW-Kompetenzzentrum Unterberger-Denzel für eine einzigartige Vorabpräsentation: Zwei Wochen vor ihrer offiziellen Österreich-Premiere konnten der BMW X5 und das BMW 8er-Coupé bereits in den Kristall Foyers des internationalen Veranstaltungszentrums bestaunt werden. Dabei zeigten sich rund 400 interessierte Teilnehmer sowohl vom sportlichen Gran Turismo als auch von der vierten Generation des SUV-Flaggschiffs X5 begeistert.

Stephanie Venier und Audi-Markenleiter Marco Reiter freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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© SCHLOSSMARKETING

X5 trifft „THE 8“

© PORSCHE-INNSBRUCK MITTERWEG

Auf Spur mit dem Audi Q3

Betriebsleiter Giovanni Di Valentino präsentierte „THE 8“ unter anderem Aplan-GF Hermann Schmid und Cura-GF Roland Kohl.


DER LEITWOLF.

Unterberger Denzel Innsbruck Griesauweg 32, 6020 Innsbruck Telefon 0512/33435 info@unterberger-denzel.bmw.at

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BMW X5: von 195 kW (265 PS) bis 294 kW (400 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 6,0 bis 8,5 l/ 100 km, CO2-Emissionen von 158 bis 193 g CO2 /km.

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Symbolfoto

DER NEUE BMW X5.

Freude am Fahren

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Des war a Pech mit’n Einkaufswogn, rollt davon und mocht an Schodn Margit Kröll, Schlitters

2. Platz von 3.000 Sprüchen