top.tirol (Oktober 2016)

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Ausgabe # 2/Oktober 2016

Spezial:

RANKING:

STEN K R Ä T S Z T A S M U DIE 50 EN M H E N R E T N U IE INDUSTR

S P E D IT IO N U ND L O G IS T IK

E I R T S U D N I S L O R I T ERBRECHT NEU:

TIROLER RECHTSANWÄLTE ERKLÄREN DIE WICHTIGSTEN ÄNDERUNGEN INTERVIEW: „ES WERDEN ARBEITSPLÄTZE VERLOREN GEHEN UND GLEICHZEITIG NEUE GESCHAFFEN.“ Christoph Swarovski, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol

EINE BEILAGE DER


INDUSTRIELLENVEREINIGUNG TIROL IM INTERESSE DES LANDES WER WIR SIND •

Die Industriellenvereinigung Tirol ist die freie Interessenvertretung der Industrie und industrienaher Unternehmen

Unsere Mitglieder sind Unternehmen bzw. Unternehmer, Manager und Führungskräfte

Die Industriellenvereinigung Tirol ist die wahlwerbende Gruppe der Industrie bei den Wirtschaftskammerwahlen.

UNSERE ZIELE •

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Tirols mitgestalten

Die soziale Marktwirtschaft als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sichern

Die bestmöglichen Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit und Internationalisierung der Tiroler Industrie schaffen

Tirol zu einem führenden High-Tech-Standort weiterentwickeln

Das Verständnis für Fragen der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vertiefen

Den Bestand des freien Unternehmertums forcieren

SO ERREICHEN SIE UNS Industriellenvereinigung Tirol Salurner Straße 15 6020 Innsbruck T: 0512 / 584134-0 iv.tirol@iv-net.at

www.iv-tirol.at


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EDITORIAL

Inhalt

8

Liebe Leserin, lieber Leser!

D

ie Herbstausgabe von top.tirol wartet mit drei Schwerpunktthemen auf: Im Industrie-Teil holen wir die 50 umsatzstärksten Industriebetriebe vor den Vorhang (ab S. 14) und präsentieren die fünf größten Arbeitgeber pro Bezirk. Passend zum Thema sprechen der Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung Christoph Swarovski (S. 8) sowie WK-Spartenobmann Hermann Lindner (S. 25) über die Industrie in Europa, Österreich und Tirol. Mit 1. Jänner 2017 tritt die neue Erbrechtsreform in Kraft, in Kooperation mit der Tiroler Rechtsanwaltskammer berichten wir über die wesentlichsten Änderungen in Bezug auf Testament, Pflichtteilsrecht und Co. (ab S. 42). Im dritten Spezial stehen Tirols Spediteure und Logistiker im Fokus: Der WK-Fachgruppen-Obmann Hannes Mayr spricht im Interview über Tirol als Logistikstandort und über die Herausforderung, neue Fachkräfte zu sichern (ab S. 76). Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Impressum top.tirol – Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft, Beilage der Tiroler Tageszeitung, Oktober 2016 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Kristina Fallenegger, BA, Eva Lobenwein, Marco Lösch, BA, Eva-Maria Hotter, Eva Schwienbacher, BA, Mag. Klaus Erler, Matthias Krapf, BA, Walter Mair, Stefan Eckerieder, Rebecca Müller, BA, Daniel Feichtner, Linda Brunner Anzeigenverkauf: Wolfgang Mayr Hersteller: Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/ offenlegungen abgerufen werden.

INTERVIEW: CHRISTOPH SWAROVSKI

44 ERBRECHT NEU

78 SPEDITION UND LOGISTIK

70 AUTO

14 TIROLS INDUSTRIE

Kurz gefragt: Christoph Holz

5

Auto-Special

70

Infografik: Erfindungen aus Tirol

6

Spedition und Logistik

78

Interview: Christoph Swarovski

8

Neugründungen in Tirol

94

Klüger werden mit: Sebastian Purps-Pardigol

98

Tirols Industrie

14

Erbrecht Neu

44

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KURZ GEFRAGT

Christoph Holz Geschäftsführer von visalyze

Funktion: CEO bei visalyze

Was ich an meinem Beruf mag: Begegnung mit Menschen

Ein guter Tag startet mit: zufriedenen MitarbeiterInnen – dann sind auch die KundInnen zufrieden

So leitet man ein Team: Eigenverantwortung einfordern, Spielräume geben

Wie ich mich entspanne: bei einem langsamen Foxtrott mit meiner Ehefrau Carmen

Innovation bedeutet für mich: wirtschaftliche Bewältigung einer Krise, denn nur Not macht innovativ (Plato)

Meine Lieblingsbeschäftigung am Wochenende: Mountainbiken mit Akkuunterstützung

In einer Führungsposition braucht man: Vertrauen in sich selbst und andere

Mein Lebensmotto: Die einzige Möglichkeit, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu gestalten. Besonders stolz bin ich auf: meine Kinder Laurin und Helena Die beste Entscheidung meines Lebens: meine Frau zu heiraten und Unternehmer zu werden

Dafür steht Visalyze: eine neue visuelle Kulturtechnik, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt einer datengetriebenen Zukunft stellt Wo ich meinen Betrieb in fünf Jahren sehe: am Weltmarkt Werte, die mir wichtig sind: Vertrauen, Loyalität, Glaubwürdigkeit und Humor

Der Standort Tirol bedeutet für mich: Zukunft mit Tradition

Was jeder Unternehmer beherzigen sollte: Ein Geschäft, das nur Geld einbringt, ist ein schlechtes Geschäft. (Henry Ford)

Meine spannendste Zusammenarbeit war/ist: ARS Electronica

Mein größter Erfolg: Keynote im Pressezentrum bei Google in San Francisco Mein Wunsch für die Zukunft: Rich & Famous

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© VISALYZE

Mich motivieren: „scheinbar“ unlösbare Aufgaben

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ERFINDERISCHES

SCHUTZ NACH MASS

TIROL

In Österreich gibt es zwei Möglichkeiten, eine technische Erfindung zu schützen: 1. DAS PATENT: schützt eine bislang von niemandem angemeldete und nicht publizierte Innovation für maximal 20 Jahre.

Innovation ist nur schwer zu messen. Zumindest ein Teil des kreativen Schaffens lässt sich allerdings mithilfe der Erfindungen und Entwicklungen, die zum Patent angemeldet worden sind, fassen.

Erfindergeist nach Bezirken

8

2015 in Tirol angemeldet:

6|2

19

12 8|4

84

6

1

0|1

21

12

PATENTE

10 | 2

13 | 8

INSGESAMT

46 | 38

4|2

1 | 18

0

2. DAS GEBRAUCHSMUSTER: ist kostengünstiger und kann bis zu sechs Monate nach der Publikation der Erfindung erfolgen. Das Patentamt überprüft seinen Inhalt allerdings nicht auf Neuheit und Erfindungseigenschaft und gewährt maximal zehn Jahre Schutz.

GEBRAUCHSMUSTER

5

0|0

4|1

DER WEG ZUM PATENT VERÖFFENTLICHUNG

RECHERCHE

NATIONAL ODER INTERNATIONAL?

PROBLEM ERKENNEN

6

LÖSUNG ENTWICKELN/ VERBESSERN

AUSFORMULIERUNG/ VERSCHRIFTLICHUNG

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ANMELDUNG

der Idee beim Patentamt

PRÜFUNG

ERTEILUNG DES PATENTS

Das Patent ist in der Regel für bis zu 20 Jahre gültig.


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WER ERFINDET WAS? © CAST

Die 2015 in Tirol geschützten Erfindungen zeigen, in welchen Bereichen die meisten Innovationen angemeldet wurden.

33

3 FRAGEN AN

19 | 14

Erwin Gutlederer Experte für Gewerbliche Schutzrechte und Industriekooperationen des Tiroler Gründungszentrums CAST

21

MASCHINENBAU

11 | 10

inkl. Transport

ANDERE TECHNOLOGIEFELDER Spielwaren, Möbel, Konsumgüter, Hoch- und Tiefbau

10

5

4|6

4|1

MESS-, STEUERoder REGELTECHNIK, OPTIK

15 8|7

ELEKTROTECHNIK CHEMIE

TIROLS ERFINDERISCHSTE UNTERNEHMEN

Die meisten Patente und Gebrauchsmuster haben 2015 folgende Tiroler Unternehmen eingeheimst:

10 0 | 10

8

0|8

7

7|0

SCHUTZ ALS GEWERBLICHE DOMÄNE

Erfindungsschutz wird größtenteils von Unternehmen genutzt und ist bei Einzelpersonen vor allem Männersache. Nur eine Frau meldete 2015 in Tirol eine Erfindung an.

64

UNTERNEHMEN

PLANSEE SE

19

MÄNNER*

GE Jenbacher GmbH

0|1

1

FRAUEN*

CERATIZIT AUSTRIA GESELLSCHAFT M.B.H.

32 | 32

14 | 5

1. Was sind die Vorteile eines Patents? Mit einem Patent erhält man ein zeitlich befristetes Ausschließungsrecht, mit dem man Dritte hindern kann, die geschützte Technologie zu verwenden. Man kann dadurch auf einem Markt eine Monopolstellung erlangen. Möchte man die geschützte Technologie nicht selbst auf den Markt zu bringen, so können Nutzungsrechte gegen Zahlung einer Lizenzgebühr an Dritte vergeben werden. Die geschützte Technologie wird so „handelbar“. Ein Patent kann zudem zum Image eines Erfinders bzw. Unternehmens beitragen und die Attraktivität bei potenziellen Finanzierungspartnern und Kunden erhöhen. 2. Ist das Patent ein Garant für Erfolg? Das Patent ist ein rechtliches Ausschließungsinstrument und keine Gewähr für den wirtschaftlichen Durchbruch. Der wirtschaftliche Erfolg hängt von vielen Faktoren ab. 3. Was raten Sie vor der Patentanmeldung? Man sollte sicherstellen, dass die Idee neu ist, indem man entweder selbstständig in öffentlich zugänglichen Datenbanken oder mit Suchmaschinen recherchiert oder sich an Spezialisten, z. B. Patentanwälte, wendet. Beabsichtigt man, vor Anmeldung mit Dritten über die Erfindung zu sprechen, so sollte dies nur unter Geheimhaltung erfolgen. Neben rechtlichen Aspekten sollte man auch die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit überprüfen, z. B.: Verspricht die Erfindung genügend Nachfrage am Markt? Gibt es eventuell bereits Produkte am Markt, die dasselbe Kundenproblem mit anderen Mitteln günstiger lösen?

*Einzelpersonen Quelle: Österreichisches Patentamt, WIPO IPC-Technology Concordance Table

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© FRANZ OSS (3)


„Es werden Arbeitsplätze verloren gehen und gleichzeitig neue geschaffen“ Christoph Swarovski, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol (IV), über die Vor- und Nachteile des freien Handels, den Brexit und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Industriewirtschaft. Das Interview führte Stefan Eckerieder.


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Christoph Swarovski

H

err Swarovski, Sie sind seit beinahe einem halben Jahr Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung. Wie sieht ihr erstes Resümee aus? Christoph Swarovski: Die IV ist ja nichts Neues für mich. Ich war lange Vizepräsident und die wesentlichen Themen sind die gleichen. Wir waren im Juli in Brüssel und ich habe bei Entscheidungsträgern wie EU-Kommissarin Malmström das Thema des fairen Wettbewerbs deponiert. Es ist nicht so leicht, als Tiroler IV-Präsident dort gehört zu werden. Es ist allerdings wichtig, dass die Forderungen immer wieder angesprochen werden. Denn irgendwann ergibt das Mosaik aus Puzzlesteinen ein Bild und die Entscheidungsträger in Brüssel erkennen, dass der Druck auf sehr viele Wirtschaftstreibende teilweise massiv ist. Vielleicht war es Zufall, aber ein paar Tage später hat Kommissarin Malmström in einer Pressekonferenz im Wesentlichen unsere Forderungen wiedergegeben. Beim freien Handel muss man klar differenzieren, mit wem er betrieben wird. Das geht auch Richtung CETA und TTIP. Inwiefern? Freier Handel zwischen Ländern mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen wie in Europa ist zu unterstützen. Jeder versteht, dass es

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wenig sinnvoll wäre, den Handel zwischen Ländern wie Österreich und Deutschland mit Zöllen zu belasten. Zwischen Ländern, in denen die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen massiv voneinander abweichen und dadurch fairer Wettbewerb nicht möglich ist, muss die Wirtschaftspolitik mit Regulativen wie etwa mit Zöllen arbeiten. Das soll aber nicht heißen, dass alles, was in den Freihandelsabkommen angesprochen wird, zu unterstützen ist. TTIP ist noch nicht ausverhandelt. Vieles ist noch offen. Es wird nur sehr emotional in der Öffentlichkeit diskutiert. CETA ist seit sieben Jahren im Gespräch. Auch Österreich hat dabei intensiv mitverhandelt. Dennoch herrscht in der Öffentlichkeit viel Skepsis gegenüber den Abkommen. Auch Bundeskanzler Christan Kern äußerte sich zuletzt kritisch zu TTIP und forderte bei CETA Nachverhandlungen. Wie beurteilen Sie den Regierungsschwenk? Der Schwenk ist schwer nachvollziehbar. Was die Aussagen des Bundeskanzlers anbelangt, kann man nur überrascht sein. Mit dem Hintergrund, den Bundeskanzler Kern als ehemaliger ÖBB-Chef mitbringt, hätte man eine verständnisvollere Einstellung gegenüber der Wirt-


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„Mit dem Hintergrund, den Bundeskanzler Kern als ehemaliger ÖBB-Chef mitbringt, hätte man eine verständnisvollere Einstellung gegenüber der Wirtschaft erwartet.“

schaft erwartet. Seine jüngsten Äußerungen – Stichwort „Maschinensteuer“ und „Schulden machen“ – sind daher überraschend. Jeder, der wie unser neuer Bundeskanzler einmal Chef eines großen Unternehmens war, sollte wissen, was diese Ideen für ein Unternehmen und einen Staat bedeuten. Sollten seine Ideen wirklich umgesetzt werden, müssen sich Unternehmer gut überlegen, wo sie in Zukunft investieren. Wir sind im Wettbewerb mit Staaten, in denen es keine vergleichbaren Steuern gibt. Solche Vorschläge, wie sie vom Bundeskanzler gekommen sind, schwächen unsere Wettbewerbsfähigkeit und werfen uns im Vergleich mit diesen Staaten zurück. Wer sind die Profiteure der Freihandelsabkommen? Es besteht die Befürchtung, dass kleinere und mittlere Unternehmen mehr Nachteile haben, während die Industrie der Hauptprofiteur ist. Ich glaube, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Industrie hat es ja einfacher, weil sie häufig schon mit eigenen Werken vor Ort ist. Viele Industrieunternehmen brauchen kein Freihandelsabkommen, um ihre Produkte in den USA

absetzen zu können. Wir (Tyrolit Schleifmittelwerke Swarovski KG, Anm.) produzieren unsere Schleifscheiben bereits heute ohne Freihandelsabkommen auch in den USA und die Produkte, die wir dort produzieren, setzen wir auch dort ab. Einen Vorteil erwarte ich mir vorrangig für die Klein- und Mittelbetriebe. Sehr kritisch muss man allerdings all jene Dinge betrachten, bei der die Gesundheit im Mittelpunkt steht. Das Chlorhuhn oder genmanipulierte Lebensmittel möchte niemand bei uns im Handel, aber die Diskussion muss versachlicht und auf das Wesentliche heruntergebrochen werden. Wir wollen den freien Handel unter fairen Wettbewerbsverhältnissen unterstützen. Die EU steht derzeit nicht nur wegen der Freihandelsabkommen in der Kritik. Es gibt erste Auflösungserscheinungen. Die Wirtschaft ortet eine Überregulierung. Wer in den USA ein neues Produkt entwickelt, überlegt: Wie führe ich es zum Erfolg? Ein asiatisches Unternehmen sagt: Ein tolles Produkt, wie kann ich es kopieren? Und die EU sagt: Ein interessantes Produkt, wie kann →

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ich es regulieren? Die Regulierungswut in Europa ist sehr ausgeprägt. Mit der Regulierung und übertriebenen Standardisierung – bis hin zur Krümmung der Gurke – tun wir der Wirtschaft nichts Gutes. Das macht uns langsamer und behindert uns. Die erste Herausforderung ist aber, wieder Einigkeit in der EU zu schaffen. Belasten die Uneinigkeit in der EU und der Brexit die heimische Industrie? Ich habe immer die Meinung vertreten, dass der Brexit auf die Wirtschaft nicht so große Auswirkungen haben wird, wie das anfänglich häufig diskutiert wurde. England war immer eine bedeutende Volkswirtschaft und ich bin überzeugt, es wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Ich glaube nicht, dass das Land massiv unter dem Brexit leiden wird. Ein England in der EU würde ich natürlich bevorzugen. Denn durch den Austritt der konservativen Engländer aus der EU droht ein Linksruck. Es besteht die Sorge, dass Ideen wie die Maschinensteuer mehr Befürworter bekommen. Das löst Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit aus.

das Land, der Bund und gegebenenfalls die EU für den Standort tun können. Seit meiner Wahl zum Präsidenten der IV arbeiten wir an der Strategie, wie das aussehen kann. In diesen Prozess sind die Mitglieder der Industriellenvereinigung mit eingebunden. Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Abkommen? Ziel ist es, den Standort attraktiv zu halten. Diese Attraktivität sehen wir durch die genannten Ideen gefährdet. Es ist wichtig, auf sich abzeichnende Entwicklungen zu reagieren, die richtigen Schlüsse zu ziehen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Da sind alle gefordert: Unternehmer, Arbeitnehmer, Land, Bund und EU. Wie können wir den Standort attraktiv halten? Im Endeffekt muss sich Leistung auszahlen. Es muss eine größere Differenz geben zwischen jenen, die keine oder wenig, und jenen, die viel Leistung erbringen. Nicht nur materiell. Gute Leistungen müssen auch anerkannt und kommuniziert werden. So jemand gehört auf eine Bühne gestellt. Viele Unternehmen wandern aus Europa ab, weil ihre Leistungen in anderen Regionen wie etwa der USA stärker geschätzt werden. Auf der anderen Seite haben wir ein Sozialsystem, das wichtig ist, aber große Schwächen hat und bei weitem nicht treffsicher ist.

„Viele Industrieunternehmen brauchen kein Freihandelsabkommen, um ihre Produkte in den USA absetzen zu können.“

In diesem unsicheren Umfeld, wie steht es da um den Wirtschaftsstandort Tirol? Sieht man einmal von der Vielzahl der gesetzlich auferlegten Bürden in Österreich ab, so haben wir hier in Tirol einen bedeutenden Vorteil. Der Tiroler lebt gerne hier, will nicht stundenlang zum Arbeitsplatz fahren und ist nicht nur dem Standort, sondern auch dem Unternehmen, bei dem er arbeitet, sehr treu. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, der nicht zu unterschätzen ist. Dennoch muss es an etwas mangeln. Sie streben ja einen Standortvertrag mit dem Land Tirol an. Solche Diskussionen, wie die Maschinensteuer, Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn, sind nicht förderlich für den Standort. Bei diesem Standortabkommen geht es vielmehr darum, was 12

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Sehen Sie die Unternehmen, die viel leisten, durch zu hohe Steuern bestraft? Dass Steuern bezahlt werden müssen, steht außer Frage. Auch, dass jene, die mehr leisten, mehr Steuern zahlen. Man kann eine Diskussion über Steuersätze führen, aber wir müssen vielmehr überlegen, was zu tun ist, damit unsere Unternehmen langfristig erfolgreich sein können. Durch die Erhöhung der Unternehmenserfolge steigen die Einnahmen des Staates bei gleichen Steuersätzen. Eine Diskussion über neue Steuern ist kontraproduktiv, denn sie treibt Unternehmen außer Landes.


Zur Person

Mit der fortschreitenden Automatisierung durch die Digitalisierung wachsen die Befürchtungen, dass zukünftig weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen werden. Wird es auch in Zukunft über 40.000 Beschäftigte in der Tiroler Industrie geben? Fakt ist, dass wir aktuell in der Industrie so viele Arbeitskräfte haben wie noch nie. Fakt ist auch, dass wir seit der industriellen Revolution mit Maschinen umzugehen gelernt haben. Diese Maschinen werden immer leistungsstärker und schneller. Der Wettbewerbsdruck hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Produktionen in vielen Branchen teilweise nach Asien verlegt wurden. Jetzt überlegen viele Unternehmen, ihre Produktion wieder nach Europa zu verlegen. Das sind Entwicklungen, die zeigen, dass durch die Digitalisierung bei uns neue Arbeitsplätze entstehen. Diese positive Tendenz würde mit einer Maschinensteuer zunichte gemacht. Welche Rolle wird die Qualifizierung am Arbeitsmarkt spielen? Bildung ist zentral für alle. Wenn bei uns 20 Prozent der Schulabgänger nicht sinnerfassend lesen können, dann muss die Grundausbildung besser werden. Aber auch die Ausbildung der Fachkräfte für die Umsetzung der Digitalisierung muss forciert werden. Ich mache mir da aber wenig Sorgen. Es werden Arbeitsplätze verloren gehen und gleichzeitig neue bzw. andere geschaffen. Teilweise werden Arbeitsplätze und

Mag. Dr. Christoph Swarovski ist Geschäftsführender Gesellschafter der Tyrolit Schleifmittelwerke Swarovski KG

… und seit April dieses Jahres Präsident der Industriellenvereinigung Tirol.

Branchen entstehen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Wie sehen Sie die Zukunft der Tiroler Industrie? Ich sehe sie sehr positiv. Das hängt natürlich auch davon ab, wie die Politik die Rahmenbedingungen gestaltet. Zusätzliche Belastungen machen den Standort nicht wettbewerbsfähiger. Wenn es uns aber gelingt, zumindest so wie bisher weiterzuarbeiten, dann ist die Zukunft eine positive. ¬ Vielen Dank für das Gespräch. Entgeltliche Einschaltung

Handwerkerbonus 2016 nicht vergessen

Die Förderung beträgt 20 % der Kosten, maximal 600 € pro Jahr.

Die Kosten je Rechnung müssen dabei mindestens 200 € betragen. Die Förderung ist an

diverse Voraussetzungen geknüpft, z. B. das Vorliegen einer Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes, einen Nachweis über die Banküberweisung oder die Erbringung der Leistungen durch Unternehmer, welche zur Ausübung des entsprechenden reglementierten Gewerbes befugt sind u. v. m. Bitte beachten Sie: Die Arbeitsleistungen müssen nach dem 31. 5. 2016 und vor dem 31. 12. 2017 begonnen und beantragt werden. Die Frist für 2016 ist längstens bis 28. 2. 2017. ¬ Also nicht vergessen – Antrag stellen.

Mag. (FH) Daniel Nöbauer, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Gerichtssachverständiger

Mag. Andreas Loidl Unternehmens- und Wirtschaftsberater augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum, 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512/29 44 39 E-Mail: www.fidas-innsbruck.at

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© DOMINIQUE HUTER (2)

D

ie Förderung kann nur von natürlichen Personen hinsichtlich des für eigene Wohnzwecke im Inland genutzten Wohnraums (angemietet oder im Eigentum) in Anspruch genommen werden. Förderbar sind Arbeitsleistungen (inklusive Fahrtkosten) im Zusammenhang mit der Renovierung, Erhaltung oder Modernisierung des Wohnraums. Nicht begünstigt sind etwa Materialkosten, Warenkosten, Entsorgungskosten oder Neuanschaffungen von Wohnraum.


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SEITE 18

TOP 50 RANKING top.tirol

INDUSTRIE

Welche sind die 50 umsatzstärksten Industriebetriebe in Tirol? Wie gehen die Umsatzkaiser mit Herausforderungen um? Und wer sind die größten Arbeitgeber in den einzelnen Bezirken?

DIE TOP 50 INDUSTRIEUNTERNEHMEN ...............................................SEITE 18 WK-SPARTENOBMANN HERMANN LINDNER IM INTERVIEW ...........SEITE 24 DIE GRÖSSTEN ARBEITGEBER ................................................................SEITE 28 ZAHLEN, DATEN, FAKTEN .......................................................................SEITE 30

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Die Top 5

DER UMSATZSTÄRKSTEN INDUSTRIEBETRIEBE TIROLS Von Eva-Maria Hotter & Eva Schwienbacher

1.

WATTENS

D. SWAROVSKI KG

2,6 Mrd.

4.800

KUNDL

SANDOZ GMBH

1,7 Mrd.

16

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4.000

2.


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INNSBRUCK

TIWAG TIROLER WASSERKRAFT AG

948 Mio.

1.335

3.

JENBACH

GE JENBACHER GMBH & CO OG

4.

692 Mio.

1.534

BRIXLEGG

MONTANWERKE BRIXLEGG AG

609 Mio.

323

5.

Quelle Nettoumsätze und Mitarbeiter: CREDITREFORM und Eigenauskunft der Unternehmen Hinweis: Nettoumsätze 2015; Für das Ranking wurden nur jene Betriebe herangezogen, die eine Industrieberechtigung und ihren Sitz in Tirol haben.

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Die Top 50 im Überblick FIRMA

UMSATZ 2015

MITARBEITER 2015

1

D. SWAROVSKI KG

2.600.000.000

4.800

2

SANDOZ GMBH

1.697.800.000

4.000

3

TIWAG-TIROLER WASSERKRAFT AG

948.000.000

1.335

4

GE JENBACHER GMBH & CO OG

691.922.535

1.534

5

MONTANWERKE BRIXLEGG AG

609.019.234

323

6

FRITZ EGGER GMBH & CO. OG

456.457.050

1.385

7

PLANSEE SE

431.972.876

1.377

8

GUTMANN GESELLSCHAFT M.B.H.

299.041.474

260

9

LIEBHERR-HAUSGERÄTE LIENZ GMBH

270.600.000

1.336

10

BINDERHOLZ GMBH

240.200.000

750

11

PAPIERFABRIK WATTENS GMBH & CO KG

238.686.234

435

12

CERATIZIT AUSTRIA GMBH

231.596.989

666

13

TYROLIT – SCHLEIFMITTELWERKE SWAROVSKI KG

226.364.000

1.237

14

TIGAS-ERDGAS TIROL GMBH

210.949.093

77

15

VIKING GMBH

193.886.000

373

16

PFEIFER HOLZ GMBH & CO KG

186.789.904

552

17

THÖNI INDUSTRIEBETRIEBE GMBH

172.865.398

480

Quelle Nettoumsätze und Mitarbeiter: CREDITREFORM und Eigenauskunft der Unternehmen Hinweis: Nettoumsätze 2015; Für das Ranking wurden nur jene Betriebe herangezogen, die eine Industrieberechtigung und ihren Sitz in Tirol haben. Im Baubranche können der Nettoumsatz und das Betriebsergebnis stark voneinander abweichen.

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FIRMA

UMSATZ 2015

MITARBEITER 2015

18

WÜRTH HOCHENBURGER GMBH

170.000.000

560

19

LIEBHERR-WERK TELFS GMBH

163.600.000

520

20

INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AG

159.200.000

656

21

ORTNER GESMBH

140.587.191

416

22

COVERIS FLEXIBLES AUSTRIA GMBH

126.906.955

310

23

ADOLF DARBO AG

118.779.285

321

24

FRÖSCHL AG & CO.KG.

112.768.526

489

25

BEMO TUNNELLING GMBH

92.565.036

442

26

DURST PHOTOTECHNIK DIGITAL TECHNOLOGY GMBH

92.000.000

164

27

SWAROVSKI-OPTIK KG.

87.245.000

582

28

HELLA SONNEN- UND WETTERSCHUTZTECHNIK GMBH

86.400.000

659

29

ADLER-WERK LACKFABRIK JOHANN BERGHOFER GMBH & CO KG

83.500.000

366

30

LEITNER GMBH

81.999.000

149

31

AL-KO KOBERGESELLSCHAFT M.B.H.

76.640.000

261

32

BRÜDER THEURL GMBH

73.435.345

195

33

TIROLER ROHRE GMBH

68.225.962

186

34

TRAKTORENWERK LINDNER GMBH

66.882.896

224

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FIRMA

UMSATZ 2015

MITARBEITER 2015

35

PRIM AS TIEFKÜHLPRODUKTE GMBH

66.115.691

251

36

ELEKTRIZITÄTSWERKE REUTTE AG

65.731.905

225

37

ANITA DR. HELBIG GMBH

65.028.332

210

38

GEBRO PHARMA GMBH

65.000.000

257

39

A. LOACKER KONFEKT GES.M.B.H.

64.123.507

243

40

MULTIVAC MASCHINENBAU GMBH & CO KG

64.111.460

386

41

STEINBACHER DÄMMSTOFF GMBH

60.281.096

258

42

FREUDENBERG SEALING TECHNOLOGIES AUSTRIA GMBH & CO KG.

58.000.000

321

43

TIROLER GLASHÜTTE GMBH

55.000.000

218

44

SPORTALM GESELLSCHAFT M.B.H.

52.000.000

182

45

ING. HANS LANG GES.M.B.H.

51.640.129

396

46

BITBAU DÖRR GMBH

48.200.000

85

47

HOLLU SYSTEMHYGIENE GMBH

43.248.081

333

48

LEONHARD LANG GMBH

43.000.000

285

49

TROGER-HOLZ GESELLSCHAFT M.B.H.

41.045.879

79

50

ÖSTERREICHISCHE BLECHWARENFABRIK PIRLO GMBH & CO KG

41.000.000

255

Quelle Nettoumsätze und Mitarbeiter: CREDITREFORM und Eigenauskunft der Unternehmen Hinweis: Nettoumsätze 2015; Für das Ranking wurden nur jene Betriebe herangezogen, die eine Industrieberechtigung und ihren Sitz in Tirol haben. Im Baubranche können der Nettoumsatz und das Betriebsergebnis stark voneinander abweichen.

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Die Spitzenreiter Fragen-Check: top.tirol hat die Top 3 der Tiroler Industriebetriebe nach ihrem Erfolgsgeheimnis sowie ihren Erwartungen an die Zukunft gefragt.

„Die demographische Entwicklung wird die Weltbevölkerung verändern.“ Ard van der Meij

Markus Langes-Swarovski Konzernchef der Swarovski Gruppe

Erich Entstrasser

© ALEXANDER PROEFROCK, TIWAG/VANDORY, SANDOZ

Vorstandsvorsitzender der TIWAG Tiroler Wasserkraft AG

Ard van der Meij Geschäftsführer der Sandoz GmbH in Österreich

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1 Was waren die größten Herausforderungen der vergangenen Jahre? Langes-Swarovski: Wir hatten in den vergangenen Jahren die Transformation unseres klassischen Kristallkomponentengeschäftes zu bewältigen. Wir waren im Kristallgeschäft bis 2008 ein Quasimonopolist, dann gab es plötzlich eine Explosion des Wettbewerbs. Der Hebel über Skaleneffekte verlor an Wirkung. Wir mussten agiler werden und wir brauchten entsprechend neue Prozesse, neue Maschinen, eine neue Denke. Entstrasser: Die Liberalisierung des Strommarktes hat zu erheblichen Preissenkungen und scharfem Wettbewerb geführt. Das spüren wir auch in Tirol. Der durch die deutsche Energiewende noch weiter beschleunigte massive Preisverfall wird die Ergebnisse des Unternehmens in den kommenden Jahren stark unter Druck setzen. Hier ist derzeit keine Trendwende in Sicht. Van der Meij: Investitionen in hochkomplexe Fertigungsanlagen haben einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren, bevor das erste pharmazeutische Produkt die Fertigungslinien verlassen kann. Die Unternehmen stehen im internen Standortwettbewerb gegen andere (ost-)europäische, aber auch US-amerikanische und asiatische Standorte. Herausfordernd sind für uns auch die hohen Lohnnebenkosten und Steuersätze in Österreich sowie wenig flexible Arbeitszeiten.


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„Wir sehen große Chancen in der Digitalisierung der Industrie und beschäftigen uns bereits seit einigen Jahren intensiv damit.“ Markus Langes-Swarovski

2 Wie ließen sich diese meistern? Langes-Swarovski: Die Transformation greift, ist aber noch nicht abgeschlossen. Wichtig ist als Unternehmen veränderungsbereit und risikofreudig zu bleiben. Hinzu kommt der Enthusiasmus und die hohe Identifikation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter in einer Phase, die der Belegschaft durchaus viel abverlangt hat. Darauf bin ich sehr stolz! Entstrasser: Die TIWAG ist aufgrund der eigenen flexiblen Wasserkrafterzeugung, des Engagements der Mitarbeiter und der rechtzeitig eingeleiteten Kostensenkungsprogramme gut aufgestellt. Wir können einen der günstigsten Strompreise aller Landesenergieversorger anbieten. Van der Meij: Die Vorteile des heimischen Standorts sind das hochqualifizierte Personal, die Stabilität des Marktes und eine gute Forschungsförderung. Eine enge Zusammenarbeit mit Aus- und Weiterbildungsinstitutionen wie Universitäten, Fachhochschulen, oder auch dem AMS ermöglichte es uns, gute Absolventen einzustellen.

Was wird in Zukunft auf Sie zukommen?

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Langes-Swarovski: Die technologische Entwicklung wird nie mehr so langsam sein wie heute. Wir sehen große Chancen in der Digitalisierung der Industrie und beschäftigen uns bereits seit einigen Jahren intensiv damit. Mit 6.600 Arbeitsplätzen ist die Swarovski Gruppe Tirols größter privater Arbeitgeber. Wir wollen weiter kräftig in Tirol investieren, die Innovationskraft steigern und Möglichkeitsräume innerhalb und um unser Unternehmen schaffen. Entstrasser: Die größten Veränderungen, die auf uns als Industriebetrieb zukommen werden, sind neue Geschäftsmodelle, Energiedienstleistungen und die Integration neuer Technologien für die zunehmend digitalisierte Elektrizitätswirtschaft. Zudem gilt es im Spannungsfeld von Marktöffnung, Regulierung und Energiewende die sichere und nachhaltige Energieversorgung Tirols mit einem möglichst hohen Anteil heimischer Erzeugung zu gewährleisten. Van der Meij: Die demographische Entwicklung wird die Weltbevölkerung verändern. Wir werden immer mehr Menschen und immer älter. Die Ausgaben für Gesundheit werden weltweit steigen. Zusätzlich wird der globale Wettbewerb immer härter. In diesem Umfeld müssen wir einerseits konkurrenzfähig bleiben, andererseits können wir als Generika- und Biosimilar-Produzent dazu beitragen, dass mehr Menschen Zugang zu leistbaren Arzneimitteln erhalten.

„Es gilt, eine nachhaltige Energieversorgung Tirols mit einem möglichst hohen Anteil heimischer Erzeugung zu gewährleisten.“ Erich Entstrasser

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„Leistung muss sich wieder lohnen“ Hermann Lindner, WK-Spartenobmann der Tiroler Industrie, im Interview über die Digitalisierung, Modernisierung und Internationalisierung. Das Interview führte Eva-Maria Hotter.

H

err Lindner, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Performance der Tiroler Industrie im Jahr 2015? Hermann Lindner: Im Prinzip ist es der Industrie relativ gut ergangen. Wir befinden uns natürlich in einer Zeit großer Veränderungen. Die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und die Sorge um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit spielen natürlich eine Rolle. Die Zahlen sind äußerst positiv: Es gibt rund 450 Industriebetriebe. 2015 stieg ihr Produktionswert um 2,6 Prozent auf 9,82 Millionen Euro, damit ist die Tiroler Industrie eine wesentliche Säule der heimischen Wirtschaft. Darüber hinaus gibt es über 42.600 Beschäftigte in der Tiroler Industrie – der höchste Stand seit jeher. Wie viel haben die Industriebetriebe vergangenes Jahr investiert? Die Investitionen betragen etwa 800 Millionen pro Jahr. Man kann bereits jetzt sagen, dass auch im heurigen Jahr wieder umfassend von den großen Tiroler Leitbetrieben investiert wird. 24

Woran liegt es, dass Tirols Industrie vergleichsweise gut abschneidet? Tirol schneidet sogar überdurchschnittlich gut ab. Den Grund sehe ich zum einen in der wirtschaftlichen Struktur. Die heimischen Industriebetriebe sind entweder Nischenanbieter oder Weltmarktführer, sprich Spezialisten in ihren jeweiligen Bereichen. Der Export– anteil lag vergangenes Jahr fast bei 70 Prozent. Und zum anderen im hohen Anteil an Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die Forschungsquote in Tirol, also die anteiligen Forschungsausgaben am regionalen Bruttoinlandsprodukt, war 2015 mit 3,14 Prozent im Bundesvergleich sehr hoch. Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Tiroler Industrie konfrontiert? Das sehe ich in mehrfacher Hinsicht: Einerseits brauchen wir Innovationen, neue Produkte und Dienstleistungen. Gerade in einer Zeit der Veränderungen spielen Forschung und Entwicklung eine wesentliche Rolle. Zudem hält natürlich die Digitalisierung weiterhin Einzug. Um die Wettbewerbs-

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fähigkeit in Zukunft abzusichern, müssen vor allem die Produktionsverfahren stetig modernisiert werden. Wie sieht diese Modernisierung aus? Die Produktion muss noch effizienter werden. Hier sollten alle Möglichkeiten der Digitalisierung ausgeschöpft werden. Diese betrifft nicht nur die Produkte, sondern auch die Herstellung. Im Grunde müssen die ganze Lieferkette und sämtliche Produktionsprozesse aufeinander abgestimmt werden. Das betrifft beispielsweise die automatische Kommunikation zwischen Maschinen. Welche Rolle spielt dabei die Ausbildung – auch im Hinblick auf den Fachkräfte-Nachwuchs? Die Sparte spürt natürlich die demografische Entwicklung, deshalb müssen wir große Anstrengungen in Richtung der


© DOMINIQUE HUTER

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kräfte. Die Steuerquote sollte hierzulande nicht höher als in anderen Ländern sein, damit diese guten Fachkräfte sich nicht deshalb gegen Österreich entscheiden. Die Attraktivität muss für Leistungsträger bestehen bleiben. Wie könnte das umgesetzt werden? Es sollte darauf hingearbeitet werden, das Steuersystem mehr den wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen und nicht nur Maschinensteuer oder Lohnsteuer zu diskutieren. In nächster Zeit wird es vor allem im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie Ressourcenschonung Investitionen geben. Um in die-

„Die Wettbewerbs­ fähigkeit muss weiter erhöht werden.“

Fachkräfteausbildung unternehmen. Das Lehrlingswesen ist dabei natürlich ein wichtiger Punkt. Wir sind laufend bestrebt, bestehende Berufsbilder anzupassen oder neue zu schaffen, wie spezialisierte Programmierer und IT-Fachleute. Künftig müssen Ausbildungspläne für Lehrlinge und spezifische Aus- und Weiterbildungen für Mitarbeiter noch schneller als bisher angepasst werden, um rasch auf neue technologische Entwicklungen reagieren zu können. Wie beurteilen Sie die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen? Die Bürokratie lässt sich nicht gänzlich abstellen, aber wir werden auch künftig Instrumente benötigen, um sie zu bewältigen. Industriebetriebe müssen weiterhin sensibilisiert werden, welche Gesetze und Verordnungen be-

vorstehen. Das ist unter anderem eine Aufgabe der Wirtschaftskammer, die hier Hilfestellung leistet. Gibt es noch weitere Aspekte? Außerdem sollte ein Golden Plating verhindert werden. Wir brauchen nicht strengere Richtlinien als andere, sondern wir sollten uns auf europäischer Ebene mehr abstimmen. Grundsätzlich hat schon ein gewisses Umdenken stattgefunden, dass eine Ausgewogenheit zwischen Industrie, Handel und Dienstleistungssektor notwendig ist. Aber es sind ebenso steuerliche Anpassungen notwendig. Leistung muss sich wieder lohnen – auch für die Mitarbeiter und Leitungsträger in den Industriebetrieben. Inwiefern für Leitungsträger? Wir benötigen auch internationale Fach-

sem Bereich einen Investitionsschub auszulösen, braucht es ein attraktives Anreizsystem für mehr Energieeffizienz und Umweltschutz, wie zum Beispiel Zusatzprämien. Das belebt in weiterer Folge auch die Konjunktur. Was braucht die Industrie in Zukunft? Die Wettbewerbsfähigkeit muss weiter erhöht werden. Zudem werden neue Produkte und Dienstleistungen gefragt sein – vor allem auf die Bereiche Klima- und Umweltschutz zielgerichtete. Besonderes Augenmerk sollte auch auf die Ausbildung und MINT-Fächer, sprich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, gelegt werden. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Forschung und Entwicklung. Als Industrie sind wir mehr in der Praxis als in der Grundlagenforschung tätig. Hier war die Ansiedlung des Frauenhofer Institutes in Tirol ein Schritt in die richtige Richtung. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.

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Bild rechts: Umfangreiches Premium-Produktsortiment für den Industriefachhandel Bild links: Die erfahrenen TYROLIT-Anwendungstechniker für die Motoren- und Getriebeindustrie

Schleiftechnologie aus Tirol Die TYROLIT Gruppe, mit Sitz in Schwaz / Tirol, ist als Schleifmittelhersteller international führend.

TYROLIT ist weltweit einer der größten Hersteller für gebundene Schleif-, Trenn-, Bohrund Abrichtwerkzeuge sowie von Maschinen für die Bauindustrie. Das Familienunternehmen der Swarovski Gruppe, mit Stammsitz in Schwaz/Tirol, besteht seit 1919 und beschäftigt derzeit über 4.400 Mitarbeiter an 29 Produktionsstandorten in zwölf Ländern und auf fünf Kontinenten. TYROLIT stellt in den Divisionen Metall und Präzision, Bau, Stein – Keramik – Glas und Industriefachhandel rund 80.000 verschiedene Produkte her. Diese werden über 35 Vertriebsgesellschaften und weitere Distributoren in 65 Ländern den Kunden auf der ganzen Welt angeboten. TYROLIT-Produkte schleifen, trennen und bohren verschiedenste Materialien jeglicher Härte mit High-Tech aus Tirol. Die Experten bei TYROLIT sind weltweit dafür bekannt, unterschiedlichste Herausforderungen zu meistern und sind geschätzte Partner bei der Entwicklung neuer und innovativer Lösungen.

26

K

ünstliche Hüftgelenke, scharfe Kanten für Ski und Snowboard, Motorenkomponenten und Brillengläser, Dehnfugen im Asphalt, Naturstein-Arbeitsplatten für den Haushalt und Wandausschnitte für Fenster und Türen. All diese Themen haben eines gemeinsam: Sie werden mit den Schleifwerkzeugen der in Tirol ansässigen TYROLIT Gruppe bearbeitet. TYROLIT ist weltweit einer der führenden Hersteller für gebundene Schleif-, Trenn-, Bohr- und Abrichtwerkzeuge sowie von Maschinen für die Bauindustrie. Alles begann 1919, vor rund 100 Jahren, mit der Produktion von Werkzeugen zum Schleifen und Polieren von Kristallglas im SwarovskiStammwerk in Wattens. Heute zählt das Familienunternehmen, mit Hauptsitz in Schwaz/Tirol, mit über 4.400

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Mitarbeitern an 29 Produktionsstandorten in zwölf Ländern und auf fünf Kontinenten zu einem der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Die Tiroler Schleifexperten produzieren in den vier Geschäftsbereichen Metall und Präzision, Bau, Stein – Keramik – Glas und Industriefachhandel rund 80.000 Produkte, mit denen verschiedenste Materialien jeglicher Härte bearbeitet werden. Die Mitarbeiter von TYROLIT sind dafür bekannt, unterschiedlichste Herausforderungen zu meistern sowie die Entwicklung neuer und innovativer Schleiflösungen voranzutreiben. Die Marke TYROLIT steht weltweit für Technologiekompetenz, Innovationskraft und Produkte höchster Qualität. Die Kombination dieser Faktoren macht TYROLIT zu einem langjährigen, geschätzten Partner zahlreicher Industriezweige rund um den Globus.


Entgeltliche Einschaltung top.tirol

Individuelle Schleiflösungen für zahlreiche Industrien Von der Präzisionsbearbeitung in der Motoren- und Getriebeindustrie bis zur Herstellung von Trennscheiben mit Durchmessern bis 2.000 mm für die Stahlindustrie – das TYROLITProduktsortiment im Geschäftsbereich Metall und Präzision umfasst Hightech-Werkzeuge für eine Vielzahl von Schleifanwendungen: Mikrowerkzeuge so groß wie ein Sandkorn zur Bearbeitung von Elektronikkomponenten für Smartphones und Spezialwerkzeuge zur Herstellung von Großverzahnungen für die Windkraftindustrie – TYROLIT entwickelt und liefert Präzisionswerkzeuge für unterschiedliche Industrien. Der Geschäftsbereich Stein – Keramik – Glas stellt hochwertige Diamantwerkzeuge her, die Materialien aus Naturstein, Glas oder Keramik in jede gewünschte Form bringen. So sägen beispielsweise TYROLIT-Werkzeuge Marmorblöcke aus Steinbrüchen, schleifen Gläser für Autos und polieren hochwertige Steinoberflächen für Bad und Küche. Darüber hinaus entwickelt und fertigt TYROLIT Maschinen und Diamantwerkzeuge für die Bauindustrie und ist

und geschätzter Partner für zahlreiche Spezialanwendungen, wie beispielweise dem kontrollierten Rückbau von Atomkraftwerken und Bohrinseln. Der Industriefachhandel rundet mit einem umfassenden PremiumProduktsortiment in den drei Anwendungsbereichen Trennen, Schleifen und Oberflächenbehandlung das Angebot der Tiroler Schleifexperten ab. Zu den Kunden dieses Geschäftsfeldes zählen sowohl Fachhändler als auch Endanwender – beispielsweise im Anlagenund Behälterbau – sowie Reparaturbetriebe und Schlossereien.

Der TYROLIT Messerschleifer der Produktlinie TYROLIT life

ein führender Systemanbieter für Wandund Seilsägen, Fugenschneider und Bohrsysteme. Die Diamantwerkzeuge schleifen Oberflächen von Autobahnen mit dem Ziel der Lärmminderung, bearbeiten Landebahnen auf Flughäfen zur Reduktion von Aquaplaning und schneiden Türen und Fenster in Betonwände. Zudem ist TYROLIT ein kompetenter

Stilvolle Schleiflösungen für den Haushalt Seit 2014 ist TYROLIT zudem im Konsumgütergeschäft tätig und überträgt damit die rund 100-jährige Erfahrung in der Entwicklung von Schleiflösungen auf Anwendungen des täglichen Lebens. Die neu geschaffene Produktlinie TYROLIT life vereint Funktionalität mit erstklassigem Design. Aktuell können der TYROLIT-Messerschärfer, der Schleifreiniger Tyfix und neu die universal Reinigungs- und Polierpaste Tyropol exklusiv über den Webshop tyrolitlife.com erworben werden. ¬

Pressekontakt Tyrolit – Schleifmittelwerke Swarovski K.G.

Bild oben: Moderne Warenlager und Logistik für die Belieferung von Kunden weltweit Bild links: Innovative Hand- und Ringsägen für die hohen Anforderungen der Beton- und Sägebetriebe Quelle: TYROLIT

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© TYROLIT (4)

Mag. Christian J. Koidl, Head of Corporate Communication E-Mail: Christian.koidl@tyrolit.com Tel.: +43 (0)5224 500-2374 www.tyrolit.com oder facebook.com/TYROLIT


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Die größten Arbeitgeber pro Bezirk Die Top 5 Industriebetriebe gereiht nach ihrer Mitarbeiterzahl in den jeweiligen Bezirken.

INNSBRUCK-STADT 1. TIWAG-TIROLER WASSERKRAFT AG, Innsbruck

Mitarbeiter Stand 2015

INNSBRUCK-LAND 1.335

1. D. SWAROVSKI KG, Wattens

4.800

2. INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AKTIENGESELLSCHAFT, Innsbruck

656

2. SWAROVSKI-OPTIK KG., Absam

582

3. WÜRTH HOCHENBURGER GMBH, Innsbruck

560

3. LIEBHERR-WERK TELFS GMBH, Telfs

520

4. BEMO TUNNELLING GMBH, Innsbruck

442

4. FRÖSCHL AG & CO. KG, Hall in Tirol

489

5. ORTNER GES.M.B.H., Innsbruck

416

5. THÖNI INDUSTRIEBETRIEBE GMBH, Telfs

480

KITZBÜHEL

IMST

1.385

1. PFEIFER HOLZ GMBH & CO KG, Imst

552

1. FRITZ EGGER GMBH & CO. OG, St. Johann in Tirol

2. OLYMP WERK GMBH, Ötztal Bahnhof

122

2. STEINBACHER DÄMMSTOFF GESELLSCHAFT M.B.H., Kirchdorf in Tirol

258

3. GOTTSTEIN GMBH & CO. KG, Imst

55

3. GEBRO PHARMA GMBH, Fieberbrunn

257

3. CONFORM BADMÖBEL GESELLSCHAFT M.B.H., Imst

55

4. SPORTALM GESELLSCHAFT M.B.H., Kitzbühel

182

5. SCHWAB DRUCK – KARTONAGEN GMBH, Rietz

50

5. VITAL SCHUHE GMBH, Fieberbrunn

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KUFSTEIN 1. SANDOZ GMBH, Kundl

LANDECK 4.000

7

1. HOLZ FALCH GMBH & CO KG, St. Anton a. Arlberg KIESWERK – BETRIEBS-GESELLSCHAFT M.B.H. & CO. KOMMANDITGESELLSCHAFT, Zams

2. VIKING GMBH, Langkampfen

373

2.

3. MONTANWERKE BRIXLEGG AKTIENGESELLSCHAFT, Brixlegg

323

3. HARALD TSCHIDERER, See i. Paznaun

FREUDENBERG SEALING TECHNOLOGIES AUSTRIA GMBH & CO. KG, 4. Kufstein

3

321

4. JOSEF PFEIFER, See i. Paznaun

2

5. COVERIS FLEXIBLES AUSTRIA GMBH, Langkampfen

310

LIENZ 1. LIEBHERR-HAUSGERÄTE LIENZ GMBH, Lienz

6

REUTTE 1.336

1.377

1. PLANSEE SE, Reutte

2. HELLA SONNEN- UND WETTERSCHUTZTECHNIK GMBH, Abfaltersbach

659

2. CERATIZIT AUSTRIA GESELLSCHAFT M.B.H., Breitenwang

666

3. A. LOACKER KONFEKT GES.M.B.H., Heinfels

243

3. MULTIVAC MASCHINENBAU GESELLSCHAFT M.B.H. + CO. KG., Lechaschau

386

4. DURST PHOTOTECHNIK DIGITAL TECHNOLOGY GMBH, Lienz

164

4. ELEKTRIZITÄTSWERKE REUTTE AG, Reutte

225

5. IDM-ENERGIESYSTEME GMBH, Matrei in Osttirol

112

5. SCHRETTER & CIE GMBH & CO KG, Vils

173

VON 2 BIS

4.800

SCHWAZ 1. GE JENBACHER GMBH & CO OG, Jenbach

1.534

2. TYROLIT – SCHLEIFMITTELWERKE SWAROVSKI K.G., Schwaz

1.237

3. BINDERHOLZ GMBH, Fügen

750

4. ING. HANS LANG GESELLSCHAFT M.B.H., Terfens

396

5. ADLER-WERK LACKFABRIK JOHANN BERGHOFER GMBH & CO KG, Schwaz

366

Ein Blick auf die einzelnen Landesteile zeigt, dass Tirols Großbetriebe (ab 250 Mitarbeiter) vor allem in Innsbruck Stadt, Innsbruck-Land, Kufstein und Schwaz zu finden sind. In Landeck finden sich hingegen ausschließlich Kleinstbetriebe: Hier gibt es keinen Betrieb mit mehr als zehn Mitarbeitern.

Quelle: Creditreform und Rückfragen bei den Unternehmen. Aufgelistet sind ausschließlich jene Betriebe, die in Tirol protokolliert sind und Mitarbeiter beschäftigen.

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Die Industrie

als Arbeitgeber Wie viele Menschen in Tirol sind in der Industrie beschäftigt? In welcher Branche arbeiten die meisten? Und wie sind Tirols Industriebetriebe strukturiert?

Mit 42.524 Menschen ist die Beschäftigtenanzahl in der Industrie im Vergleich zum Vorjahr um rund 3,3 Prozent gestiegen.

42.524 Beschäftigte

100

39

EIN-PERSONEN-UNTERNEHMEN

GROSSBETRIEBE

0

30.847

76

MITTELBETRIEBE

8.618

18 Industriebetriebe haben mehr als 500 Beschäftigte. Acht davon mehr als 1.000. Grundsätzlich ist Tirols Industrie jedoch kleinstrukturiert: Mehr als die Hälfte aller Betriebe sind Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstbetriebe.

449 Betriebe

99

135

KLEINBETRIEBE

KLEINSTBETRIEBE

2.566

493

GRÖSSENSTRUKTUR NACH BESCHÄFTIGTEN: Ein-Personen-Unternehmen: 0 Kleinstbetriebe: 1 bis 9

Mittelbetriebe: 50 bis 249

Kleinbetriebe: 10 bis 49

Großbetriebe: ab 250

Daten 2015; Quelle: Beschäftigtenstatistik WKT, Mitgliederstatistik WKT

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ES GIBT 449

INDUSTRIE­UNTERNEHMEN IN TIROL, DAVON SIND 349 DIENSTGEBERBETRIEBE.


BRANCHENVIELFALT: WER ARBEITET WO?

TIROLS STÄRKSTE LEHRLINGS-KOMBI!

Das sind die fünf Bereiche der Tiroler Industrie mit den meisten Mitarbeitern.

TOP.TIROL Tirols auflagenstärkstes Wirtschaftsmagazin mit großem LehrbetriebeRanking

1.

() Anzahl der Dienstgeber-Betriebe Anzahl der Mitarbeiter

DEZEMBER

105.000 STÜCK AUFLAGE

MASCHINEN-, METALLWARE- U. GIESSEREIINDUSTRIE (70)

8.267

2. 3. CHEMISCHE INDUSTRIE (29)

6.202

4.

GLASINDUSTRIE (2)

4.576

5.

ELEKTRO- U. ELEKTRONIKINDUSTRIE (17)

4.477

BILDUNG & KARRIERE IN TIROL Magazin zu den Themen Lehre, Beruf, Schule, Studium & Weiterbildung

JÄNNER

105.000 STÜCK AUFLAGE

Direktvertrieb an Schüler 8. & 9. Schulstufe

LEBENSMITTELINDUSTRIE (32)

4.030

FEBER

15.000

STÜCK AUFLAGE

TIROLER LEHRLINGSFÜHRER Magazin zum Thema Lehrlinge in Tirol – alle Tiroler Lehrberufe sind übersichtlich beschrieben und dargestellt.

DIE RESTLICHEN BEREICHE

6.

HOLZINDUSTRIE (93)

7.

BAUINDUSTRIE (7)

8.

STEIN- U. KERAMISCHE INDUSTRIE (17)

9.

TEXTILINDUSTRIE (29)

10. GAS- U. WÄRMEVERSORGUNG (19) 11. FAHRZEUGINDUSTRIE (7)

JETZT KOMBI-RABATT SICHERN! lehre@target-group.at Daten 2015; Quelle: Beschäftigtenstatistik WKT

12. BERGWERKE UND STAHL (19) 13. NE-METALLINDUSTRIE (2) 14. PAPIER-/KARTONPRODUKTE-HERSTELLER (4) 15. PAPIERINDUSTRIE (1) 16. MINERALÖLINDUSTRIE (1)

T +43 (0)512 / 58 60 20 | I www.target-group.at Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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Glas, Holz, Metall & Co. Die Tiroler Industrie konnte im Vorjahr ihre abgesetzte Produktion auf 9,82 Milliarden Euro leicht steigern. Wie groß der Anteil der einzelnen Bereiche daran ist, zeigt diese Grafik. Angaben in Euro

TEXTIL-, BEKLEIDUNGS-, SCHUH- UND LEDERINDUSTRIE:

METALL-BEREICH:

REST*:

172 Mio.

278 Mio.

3,6 Mrd.

GAS- UND WÄRMEVERSORGUNGSUNTERNEHMUNGEN:

241 Mio. STEIN- UND KERAMISCHE INDUSTRIE:

390 Mio.

Abgesetzte Produktion im Jahr 2015:

ELEKTRO- U. ELEKTRONIKINDUSTRIE:

€ 9,82 Mrd.

518 Mio. BAUINDUSTRIE:

524 Mio. NAHRUNGS- UND GENUSSMITTELINDUSTRIE:

GLASINDUSTRIE UND CHEMISCHE INDUSTRIE:

544 Mio.

HOLZINDUSTRIE:

953 Mio.

2,6 Mrd.

*Bergwerke und Stahl, Mineralölindustrie, Papierindustrie und Hersteller von Produkten aus Papier und Karton: Geheim wegen Datenschutz – Alle Daten, die weniger als vier Betriebe betreffen, wurden aufgrund der gesetzlichen Geheimhaltungsbestimmungen unterdrückt. Quelle: Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich in Industrie aktuell 2015, WK Tirol, gerundete Werte.

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Von Tirol ins Ausland Die Schweiz, Liechtenstein, USA, China, das Vereinigte Königreich und Polen sind Tirols wichtigste Handelsparnter außerhalb der Euro-Zone.

Rundum-Service im Logistikbereich Individuelle Logistik- und Transportlösungen zu fairem Preis sowie kompetente Beratung – all das bietet das Tiroler Beratungsunternehmen W7 Solution.

€ 5,9 Milliarden setzte die Tiroler Industrie im Vorjahr im Ausland ab

Gerhard Walz Geschäftsführer

L

ogistische Aufgaben sind speziell für kleine und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung und nicht selten mit zusätzlichem personellem und finanziellem Aufwand verbunden. In diesen Fällen ist W7 Solution genau der richtige Ansprechpartner. Das Beratungsunternehmen unterstützt Betriebe in der Lösung logistischer Fragen und liefert dabei individuelle Lösungsvorschläge. Zudem bietet W7 Solution Firmen die Möglichkeit, ihren kompletten Logistikbereich auszulagern – für all jene, die diesen Bereich in sicheren und verlässlichen Händen wissen wollen. Gerhard Walz MBA, Geschäftsführer von W7 Solution, war jahrelang selbst in der Speditionsbranche tätig und verfügt über ein umfassendes Know-how auf diesem Gebiet. Er weiß, wie man schwierigste Logistikaufgaben schnell und günstig meistert. Von diesem Erfahrungsschatz können seine Kunden profitieren. „Ich lege großen Wert auf Transparenz und Effizienz, um meinen Kunden die beste Lösung zu bieten“, bringt es Walz auf den Punkt. ¬

davon € 3,3 Milliarden IN DER EURO-ZONE

und € 2,6 Milliarden IN DRITTSTAATEN

W⁷ Solution e.U. Quelle: Industrie aktuell 2015 WK Tirol, Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie der WK Tirol

© W7 SOLUTION

Während die Direktexporte in die Euro-Länder aufgrund der Stabilisierung der Konjunktur leicht angestiegen sind, wurde ein leichter Exportrückgang in die Drittstaaten verzeichnet. Grund dafür ist die Rezession in bestimmten Ländern (z. B. Russland und Brasilien) aufgrund des Preisrückgangs einzelner Rohstoffe (Russland: v. a. Rohöl und Gas, Brasilien: verschiedener Rohstoffe wie Soja, Fleisch, Zucker, aber auch Zinn, Aluminium etc.). Im Falle von Russland führten die Sanktionen der Europäischen Union zusätzlich zu einem Rückgang der Ausfuhren.

Purnerstraße 15, 6060 Hall in Tirol Tel.: +43 (0)512/34 24 32 E-Mail: office@w7-solution.com www.w⁷-solution.com

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Tirols Industrie im Bundesländervergleich Die Industrieproduktion 2015 ohne Bauindustrie*

TIROL 6,7 % VORARLBERG 5,6 %

€ 7.778.435

€ 9.298.631 SALZBURG 4 %

€ 5.485.953

WIEN 14,6 %

€ 20.121.366

STEIERMARK 16,7 %

€ 23.128.718 BURGENLAND 2 %

€ 2.752.446 KÄRNTEN 4,9 %

€ 6.704.193

OBERÖSTERREICH 25,9 %

€ 35.864.884

NIEDERÖSTERREICH 19,6 %

€ 27.095.316

*Nicht für alle Bundesländer gibt es Zahlen für die Bauindustrie – im Vergleich der Bundesländer werden daher die Werte ohne Bauindustrie ausgewiesen. Quelle: Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich, Sonderauswertung in der Kammergliederung (Güterliste 1 und 2) in „Die Sparte Industrie 2015“ der WK Tirol

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GE in Jenbach intelligent vernetzt

© GE JENBACHER (2)

Die Umsetzung von Industrie 4.0, bei GE in Jenbach „Brilliant Factory“ genannt, sorgt für noch effizientere, flexiblere und intelligentere Produktions- und Logistikprozesse. Mehr als 80 Produktionsmaschinen sind schon an das betriebliche Datennetz angeschlossen. GE zieht damit in Echtzeit wichtige Rückschlüsse auf die Verfügbarkeit, die Nutzung und den Leistungsgrad ihrer Maschinen.

Niederländischer Pilotkunde profitiert bereits. Ein Kunde, der diese Vorteile im Rahmen eines Pilotprojekts bereits erfolgreich für sich nutzt, ist die Prominent Growers Association, der Verband der führenden Tomatenzüchter in den Niederlanden. Mithilfe der Software AssetPerformance-Management (APM) von GE überwacht die Prominent Growers Association die insgesamt 50 Jenbacher Blockheizkraftwerke (BHKW) ihrer 26 Mitgliedsbetriebe, die zusammen

DAS UNTERNEHMEN Die Unternehmensvision von GE ist es, neue Ideen und Technologien zu entwickeln, die die Lebensqualität vieler Menschen weltweit verbessert. Am Standort Jenbach gestalten mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam die Zukunft und erzeugen Industrie-Verbrennungsmotoren für dezentrale Energielösungen. Wenn Sie Interesse an Technik und Lust auf ein vielfältiges Weiterbildungsumfeld haben, dann bewerben Sie sich auf www.ge.com/at/karriere.

20 Prozent der jährlichen landesweiten Strauchtomatenernte produzieren. Mit einer Gesamtleistung von 131 MW versorgen die BHKW die insgesamt 40 Hightech-Gewächshäuser der Gruppe verlässlich mit Strom, Wärme, künstlicher Beleuchtung und CO2. Und so funktioniert die intelligente Überwachung der eingesetzten Motoren: Sobald das APM-System eine Datenabweichung von den Sollwerten feststellt, werden diese vom Quick Response Center (QRC) von GE in den Niederlanden umgehend analysiert. Mehr als 50 Prozent der Servicefälle können in der Folge bereits online gelöst werden. Nur wo diese zeit- und kostensparende Option nicht möglich ist, kommt ein Experte vor Ort, um das Problem direkt zu lösen. Dank der Einbindung in die Fernüberwachung der neuesten Generation wissen die Tomatenzüchter in Echtzeit genauestens über den Zustand ihrer Gasmotoren Bescheid. Dadurch können sie ihre Produktionsziele noch effizienter erreichen und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern.

Weiteres Asset: Treibhausgase als Düngemittel. Darüber hinaus profitieren die Tomatenproduzenten auch vom GE-eigenen System der CO2-Düngung, das die Distributed-Power-Sparte in ihrem Kompetenzzentrum in den Niederlanden eigens für gewerbliche Gewächshäuser entwickelt hat. Bei dieser zukunftsweisenden Methode wird CO2 aus den Abgasen der Gasmotoren gewonnen und als Düngemittel eingesetzt. Dies ermöglicht den Tomatenzüchtern kräftige Produktionssteigerungen und stärkt ihre Position im europäischen Gartenbausektor noch weiter. ¬

GE in Jenbach Achenseestr 1 – 3 6200 Jenbach Tel.: +43 (0)5244 600 www.ge.com/at

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Be Schindler – Be Tirol

© WALTER LUTTENBERGER PHOTOGRAPHY (2)

Der Innovationspionier Schindler ist eines der führenden Aufzugsunternehmen in Tirol.

S

eit mehr als 160 Jahren in Österreich, ist das Unternehmen ein verlässlicher Partner für Kunden, aber auch für Mitarbeiter. Weltweit leben mehr als 57.000 Mitarbeiter Firmenwerte wie Qualität, Sicherheit, Vertrauen, Personalentwicklung und Kundennutzen. Das gesamte Team geht für seine Kunden die sogenannte Extra-Meile. Basis sind u. a. das dichte Servicenetz, die

DAS UNTERNEHMEN Der 1874 gegründete Schindler-Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von Aufzügen und Fahrtreppen und damit einhergehenden Dienstleistungen. Seine innovativen und umweltfreundlichen Zutritts- und Beförderungssysteme prägen maßgeblich die Mobilität einer urbanen Gesellschaft. Als Pionier für nachhaltige Mobilität engagiert sich Schindler zudem als einer der Hauptpartner für das zukunftsweisende Projekt Solar Impulse und positioniert sich an vorderster Technologiefront. Solar Impulse ist das erste Flugzeug, das ohne Treibstoff und nur von Solarenergie angetrieben die Welt umrunden soll. 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von fast 9,4 Milliarden Schweizer Franken. Täglich bewegt Schindler mit seinen Mobilitätslösungen über 1 Milliarde Menschen auf der ganzen Welt. Hinter diesem Erfolg stehen mehr als 57.000 Mitarbeitende in über 100 Ländern.

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starke Mannschaft, aber auch moderne Tools. Getreu dem Motto „Be Schindler – Be Trusted“ steht das Schindler, Versprechen für besten Service, höchste Verlässlichkeit und kontinuierliches Wachstum. Die Schindler-Produktpalette umfasst u. a. Aufzüge für Büro- oder Wohngebäude, Hotels, Krankenhäuser bis hin zu Einkaufszentren. Im Bereich Fahrtreppen und Fahrsteige bietet Schindler sogar ein eigenes Competence Center an. Verkehrsmanagementsysteme wie PORT oder myPORT runden das Portfolio ab. Attraktive Innovationen für Architekten bietet Schindler mit dem neuen Onlinetool „Schindler Digital Plan & Design“, das die Aufzugsplanung ganz einfach macht. Architekturstudenten haben im Rahmen des Schindler Global Awards die Möglichkeit, mit dem besten Konzept ein Preisgeld von 105.000 $ zu gewinnen. Be Schindler – Be Smart. Junge Nachwuchskräfte können gemeinsam mit einem motivierten Team ihr Know-how im Bereich Aufzugstechnik anwenden. Gesucht und gefördert werden vor allem Monteure in der Neuanlage/Modernisierung, Service- und Störungstechniker, aber auch Projekttechniker. Der wichtigste Innovationstreiber bei Schindler ist die Forschung. Dabei

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geht es nicht um den schnellen Erfolg, sondern um langfristige neue Konzepte. Schindler bedient sich neuer Technologien und betrachtet Aufzüge nicht mehr alleine als geschlossenes System. Es gilt also bereits heute zu entscheiden, ob man die Zukunft mitgestalten möchte oder nur zusehen wird. Schindler hat sich dafür entschieden, schon heute zukunftsprägend zu sein. Wie Innovationen zu einzigartigen Attraktionen werden können, beweist das Ferienhotel Lärchenhof. Mit den knapp 30 Meter langen Fahrtreppen, geht es ab sofort hoch hinaus zum neuen Panorama-Saunagarten. „Mit diesem Projekt setzt Schindler wieder einmal neue Maßstäbe in der Region Tirol!“ bestätigt Ing. Mag. (FH) Manfred Kiechl, Field Operations Director West Schindler. ¬

Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH Field Operation West: Tirol Dr.-Franz-Werner-Straße 30 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 / 26 31 51 Fax: +43 (0)512 / 26 31 51-20 E-Mail: west@at.schindler.com www.schindler.at


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Die Verdienste in der Tiroler Industrie Die Bruttojahresverdienste 2015 ohne Sonderzahlungen verteilt auf Angestellte, Lehrlinge und Lehrlinge

12,3 Mio. Euro gewerbliche Lehrlinge 864 Mio. Euro Angestellte 3,4 Mio. Euro kaufmännische Lehrlinge

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21.06.16 10:34


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Engagierte Industriebetriebe In vielen Industriebetrieben in Tirol gewinnt der Umweltschutz zunehmend an Bedeutung. Welche Maßnahmen gesetzt werden, zeigen mitunter diese sechs Beispiele.

Regional und recycelt Um seinen Ressourcenbedarf zu minimieren, setzt das Unternehmen Zillertal Bier auf Recycling. Wo es möglich ist, wird wiederverwertet: Die Etiketten aus umweltfreundlichem Naturpapier werden beispielsweise kompostiert, Biertreber und Hefe dienen als Futtermittel und gebrauchte Kronenkorken werden recycelt. Auch auf die Herkunft der Rohstoffe wird geachtet: Möglichst alle Rohstoffe werden aus Österreich bezogen. Neben der Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung leistet die Firma einen Beitrag zur Unterstützung regionaler Händler.

© DELFORT WATTENSPAPIER

www.zillertal-bier.at

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Energieeffizient

U M W E LT P I O N I E R

Die Papierfabrik Wattens leistet seinen Beitrag, um Tirols Abhängigkeit von Stromimporten zu verringern. Im eigenen Gasturbinenkraftwerk wird durch einen internen Wärmetauscher die Abwärme zurückgewonnen und als Fernwärme in Tirols Fernwärmenetz eingespeist. Mithilfe einiger Wasserkraftwerke und dem Gasturbinenkraftwerk kann auch der gesamte Strombedarf des Unternehmens gedeckt werden. Dieser beläuft sich jährlich auf 83 Gigawattstunden elektrische und 135 Gigawattstunden Wärmeenergie.

1992 installierte der Holzwerkstofferzeuger Egger eine innovative Abluftreinigungsanlage, die auf der Kombination von intensiver Waschung und Elektrofilterung beruht. 2008 wurde die alte Anlage von einem neuen Reinigungssystem ersetzt, das weitgehend gleich wie die vorherige Technologie funktioniert. Auch bei der Produktion setzt Egger auf Nachhaltigkeit. Beispielsweise wird das Holz zuerst stofflich für die Produktion verwendet und die nur wenigen Holzreste werden im eigenen Biomassekraftwerk thermisch verwertet.

www.delfortgroup.com

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www.egger.com


© FREUDENBERG SEALING TECHNOLOGIES

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Der Kufsteiner Spezialdichtungserzeuger Freudenberg betreibt aktiven Umweltschutz auf diversen Ebenen und hält auch seine Mitarbeiter dazu an, kontinuierliche Verbesserungen in diesem Bereich zu erzielen. Von der energieeffizienten Produktion über die interne Nutzung der industriellen Abwärme bis hin zur konsequenten Müllvermeidung versucht das Unternehmen seinen Leitsatz in der Praxis umzusetzen. Mit Erfolg, wie die aktuelle Auszeichnung mit dem ISO-14001-Zertifikat durch die deutsche Managementsystem-Zertifizierungsstelle DQS für umfassendes Umweltmanagement zeigt.

© VIKING

Umweltschutz zahlt sich aus

AUSGEZEICHNETER UMWELTSCHUTZ

www.freudenberg.com

Die Firma Viking GmbH in Langkampfen arbeitet laufend an der Entwicklung treibund schadstoffsparender Motoren und setzt auf langlebige Produkte, um Ressourcen zu schonen. Wie erfolgreich das Unternehmen seine Maßnahmen umsetzt, belegen zahlreiche Auszeichnungen. Beispielsweise erhielt der Akku-Rasenmäher der Serie 3 das Umweltsiegel „Blauer Engel“. Dieses Gütesiegel der deutschen Bundesregierung wird besonders umweltfreundlichen Produkten verliehen.

© ZILLERTAL BIER

www.viking.at

Sanfte Mobilität

www.recheis.com

© RECHEIS TEIGWAREN GMBH

© EGGER HOLZWERKSTOFFE

Der Industriebetrieb Recheis fördert den Umweltschutz mit zahlreichen Ökoinvestitionen. Unter anderem erzeugt das Unternehmen mit seiner 1.100 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage auf dem Firmendach bis zu 175.000 Kilowattstunden Strom jährlich. Die daraus gewonnene Sonnenenergie nutzt die Firma direkt für die firmeneigene Elektrotankstelle. An dieser werden die umweltfreundlichen Firmenwagen aufgetankt.

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Tiroler Rohre – der Spezialist für duktiles Gusseisen

TRM Standort Hall in Tirol

Das sehr heimatverbundene Tiroler Unternehmen mischt schon seit fast 70 Jahren am globalen Markt mit und konnte sich erfolgreich als der Spezialist für duktiles Gusseisen positionieren.

S

eit 1947 entwickelt, produziert und vermarktet Tiroler Rohre (TRM) hochwertige Systeme aus duktilem Guss für den Wassertransport sowie duktile Pfähle für den Spezialtiefbau. Am Produktionsstandort in Hall in Tirol beschäftigt die Firma mehr als 200 Mitarbeiter. Die Tiroler Rohre GmbH gehört zu den größten europäischen Anbietern von Rohrsyste-

© TRM (2)

TRM Pfahlsysteme – Gussrammpfähle made in Tirol: Einfach, Sicher, Schnell

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men aus duktilem Gusseisen und ist in weiten Teilen des Alpenraums führend in diesem Bereich. Auch im Gebiet der Sonderanfertigung solcher Systeme für spezielle Anwendungen hat die TRM die Vorreiterrolle.

Hall weiterverarbeitet. Zudem wird auch die in der Produktion erzeugte Wärme zur Weiterverwendung in das regionale Fernwärmenetz eingespeist, versorgt damit ca. 650 Haushalte und spart dadurch jährlich 3.100 Tonnen CO2.

30 Jahre duktile Gussrammpfähle. Die Erfolgsgeschichte der Pfahlprodukte der TRM fand vor 30 Jahren ihren Anfang und dauert bis heute an. Seit 1986 wurden ca. 7 Mio. Laufmeter Pfähle am Standort Hall produziert und in die ganze Welt für verschiedenste Anwendungen geliefert. Hochbau, Silofundierung, Baugrubensicherung oder Brückenbau sind nur ein Auszug an Bereichen in denen TRM Pfähle zum Einsatz kommen. Waren am Anfang im Gebiet der Rammtechnik noch Skepsis und Unverständnis die Wegbegleiter, so ist das System heute in Österreich nicht mehr wegzudenken. Gusseisen mit Kugelgraphit, auch duktiles Gusseisen genannt, war und ist der Schlüssel zu diesem Erfolg. Der in den frühen 60er Jahren industrialisierte Werkstoff bietet alles was ein Rammpfahlsystem braucht: Duktilität, Schlagfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Auch beim Thema Umweltverträglichkeit kann duktiles Gusseisen überzeugen, da der Werkstoff zu 100% aus recyceltem Alteisen erzeugt wird. Das Rohmaterial wird zum Großteil mit der Bahn angeliefert und direkt am Standort

Ein Blick in die Zukunft. Ständige Innovation und Flexibilität sind zwei der Erfolgsbausteine der Tiroler Firma. Diese machten es auch möglich einen weiteren, neuen Anwendungsbereich für den „klassischen“ Rammpfahl zu erobern – die Gewinnung von Erdwärme. Hierbei wird der duktile Pfahl der TRM als Energiepfahl genutzt um Wärme abzuleiten. Zwar stehen die TRM Pfahlsysteme bei dieser zukunftsweisenden Technologie noch am Anfang, das wachsende Interesse an erneuerbarer Energiegewinnung gibt diesem Projekt jedoch großen Auftrieb. ¬

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Menschen & Märkte © TISPA

Heimische Unternehmen und erfolgreiche Veranstaltungen machen Tirol zu einem höchst attraktiven Wirtschaftsstandort.

Wirtschafts­ dialog 2016 Beim 13. Wirtschaftsdialog der Tiroler Sparkassen in der VOWA Innsbruck zeigten Wirtschaftsexperten in diesem Jahr die Potenziale des digitalen Wandels für Tiroler Klein- und Mittelunternehmen auf. „Unternehmen müssen sich an diesen Wandel anpassen, sonst findet die Veränderung ohne sie statt“, betonte Vorstandsvorsitzender der Tiroler Sparkassen Hans Unterdorfer. Vor allem die Digitalisierung von Arbeitsprozessen stand im Mittelpunkt des Wirtschafts­ gipfeltreffens.

Über 450 Gäste nahmen am 13. Wirtschaftsdialog teil.

Das 2016 in Innsbruck gegründete Start-upUnternehmen MOCA – Market Feedback GmbH bietet ein Marktforschungstool, das mithilfe von Papier- oder Online-Fragebögen Kundenfeedback sammelt und online aufbereitet. Fragebögen für sechs unterschiedliche Branchen stehen bereits zur Verfügung. Auch ein Vergleich zwischen Mitbewerbern oder Filialen ist möglich. Man meldet sich auf der MOCA-Homepage an, wählt seinen Wunschfragebogen und lädt seine Kunden zum Feedback ein. Die Kundenmeinungen werden nach der Auswertung übersichtlich online im MOCA Dashboard dargestellt und sind über Handy, Tablet oder PC abrufbar. Unternehmen haben zurzeit die Möglichkeit, MOCA 14 Tage lang kostenlos zu testen. www.moca-feedback.at 42

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© MOCA (2)

MOCA Smarte Marktforschung


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Vorstandsmitglied Arno Schuchter und Regionaldirektor Markus Winkler (v. l.) blicken motiviert in eine kundenorientierte Zukunft.

Das Haus der 100 Berufe

© GENERALI

Am WIFI lassen sich über 100 Berufe erlernen. Und noch viel mehr Zusatzqualifikationen erwerben. Praxisnah, effektiv und topmodern.

Entwicklung für Schwaz hinterfragt, wurde auch das neue Generali Kundenportal in Betrieb genommen. Dort erhalten Kunden Auskünfte über Verträge, können Schadenmeldungen übermitteln und einiges mehr.

© WIFI TIROL

Um Prozesse, Produkte und Service zu optimieren, nimmt die Generali Versicherung 2016 die Kundenerfahrung und den Markt stärker ins Visier. In diesem Sinne werden heuer 15 neue Kundenbetreuer rekrutiert. Neben dem Net Promoter System, das die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden

www.generali.at

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© CYTA

(v. l.) Erich Pechlaner (CYTA), Peter Haider (Wintersport Tirol Handels GmbH), Mag. Reinhard Klier (Wintersport Tirol AG) und Dr. Christian Harisch (Rutter) präsentieren das neue IntersportHaus.

Intersport-Haus in der CYTA Nach der CYTA-Übernahme präsentiert die Rutter Immobilien Gruppe ihren ersten neuen Mieter: Das Sportfachgeschäft Intersport zieht ab Ende Oktober 2016 auf das Areal der CYTA Shoppingwelt. In das neue, zweigeschoßige Intersport-Haus werden etwa 1,4 Millionen Euro investiert. Rund 40 Arbeitsplätze können so geschaffen werden. Bis Jahresende sollen noch weitere Shops folgen. Insgesamt werden die Shopflächen in der CYTA damit um ca. 5.000 Quadratmeter erweitert.

ildung ist DER Schlüssel für den Erfolg des Standortes Tirol und die eigenen Karrierechancen. Aus diesem Grund hat die WK Tirol mit dem WIFI ein eigenes Institut für berufliche Aus- und Weiterbildung. Das WIFI deckt die gesamte Palette ab: von ultrakurzen Crashkursen über Wochenendseminare, Diplomlehrgänge und Meisterprüfungen bis hin zu akademischen Abschlüssen. Ein Blick in das 480 Seiten starke aktuelle WIFI-Kursbuch macht klar: Das WIFI ist das Haus der 100 Berufe. Und mit diesem Konzept der Erwachsenenbildner Nummer 1 in Tirol. Für die Kursteilnehmer zeigt sich diese Ausrichtung am neuen WIFI Campus, der das modernste Bildungsangebot für berufliche Anforderungen in ganz Tirol bietet. Der Campus ist genauso bunt und individuell wie die Ansprüche der Kursteilnehmer/innen und bietet ein lebendiges Lernumfeld, das alle Aspekte abdeckt: Wissensräume, Kommunikation, Gastronomie, Wohnen und Parken. ¬

Werfen Sie einen Blick in das „WIFISchaufenster“, das Kursbuch, in dem alle Angebote zusammengefasst sind: tirol.wifi.at/blaettern

WIFI Tirol Tel.: +43 (0)5 90 90 5-7777 E-Mail: info@wktirol.at tirol.wifi.at

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ERBRECHT NEU Ab 1. Jänner 2017 tritt die Erbrechtsreform in Kraft. Experten erklären die wichtigsten Änderungen rund um Pflichtteil, Testament & Co.

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Zahlen und Fakten Die Tiroler Rechtsanwaltskammer ist die berufliche Vertretung aller Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter in Tirol. Zudem ist sie Service- und Informationsstelle für die rechtsuchende Tiroler Bevölkerung.

Restliches Tirol

WO HABEN TIROLS RECHTSANWÄLTE IHREN KANZLEISITZ?

40 %

60 %

Innsbruck

Die Landeshauptstadt hat mit

2,53 Anwälten pro 1.000 Einwohner die höchste Rechtsanwaltsdichte in ganz Österreich.*

Quellen: Tiroler Rechtsanwaltskammer, Stand: 27. 9. 2016; *ÖRAK Tätigkeitsbericht 2016

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40 %

128

Rechtsanwalts­ anwärter

Liebe Leserinnen und Leser!

davon sind Frauen

558

Rechtsanwälte in Tirol

18 % davon sind Frauen

§

165 Jahre

gibt es die Tiroler Rechtsanwaltskammer bereits. Damals waren nur acht Advokaten tätig, die vom Staat ernannt wurden.

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iele von uns empfinden es irgendwann im Leben als Aufgabe, den eigenen Nachlass zu regeln. Damit soll eine individuelle Anordnung getroffen werden, die gegenüber den starren Bestimmungen des gesetzlichen Erbrechtes der eigenen Situation und den Erben gerecht wird. So soll Klarheit geschaffen und Streit vermieden werden. Die richtige Lösung ist oft nicht einfach zu finden, sie braucht ihre Zeit. Beim Verfassen eines Testaments gilt es auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen Bedacht zu nehmen, etwa auf die Formvorschriften, die für eine rechtsgültige letztwillige Anordnung eingehalten werden müssen, oder das Pflichtteilsrecht. Es bestimmt, welchen Anteil des Vermögens des Erblassers ein gesetzlicher Erbe wenigstens erhalten muss. Nur ein kleiner Bruchteil der selbstverfassten Testamente ist ausreichend klar und rechtlich fehlerfrei. In jeder vierten Erbsache kommt es so zu einem Konflikt in der Familie, der in etwa einem Zehntel der Fälle in einen Rechtsstreit mündet.

Lassen Sie sich bei letztwilligen Verfügungen von einem Rechtsanwalt beraten. Er kann Ihnen die oft vielfältigen Regelungsmöglichkeiten erläutern und die richtige Formulierung empfehlen. So stellen Sie sicher, dass Ihr letzter Wille einmal zweifelsfrei umgesetzt werden kann. Mit Jahresbeginn 2017 treten zudem weitreichende Änderungen beim Erbrecht in Kraft. Das Ziel der Reform ist es, das in seinem Kernstück über 200 Jahre alte Erbrecht behutsam zu modernisieren und den heutigen Verhältnissen anzupassen. Sie beinhaltet allerdings auch grundlegende Neuerungen bei Testamenten, im gesetzlichen Erbrecht und Pflichtteilsrecht, die beachtet werden müssen. In dieser Ausgabe finden Sie informative Artikel über ausgewählte Fragen des Erbrechts und zur neuen Rechtslage. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf den nächsten Seiten einige wertvolle Anregungen zur Gestaltung der für Sie passenden letztwilligen Verfügung finden. ¬ Ihr Dr. Markus Heis, Präsident der Tiroler Rechtsanwaltskammer

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Was die bessere Hälfte

ERBT ...

Durch die Erbrechtsreform ändert sich im gesetzlichen Erbrecht einiges – insbesondere für Ehegatten, eingetragene Partner sowie Lebensgefährten. Von Eva-Maria Hotter

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© KANZLEI MMAG. DR. VERENA RASTNER

as gesetzliche Erbrecht greift dann, wenn ein Verstorbener nicht durch eine letztwillige Verfügung wie ein Testament bestimmt, wer sein Erbe sein soll. „In diesen Fällen springt der Gesetzgeber ein, um die Erbfolge zu regeln“, erklärt die Lienzer Rechtsanwältin Verena Rastner. Weiters kann es dazu kommen, wenn ein nicht gültiges Testament vorliegt oder der vom Verstorbenen eingesetzte Erbe die Erbschaft nicht antreten kann oder möchte. Beim gesetzlichen Erbrecht werden die Familienmitglieder nach ihrem Verwandtschaftsgrad in verschiedene Gruppen (Linien) eingeteilt. (Infobox S. 51) Erbrecht des Partners. Neben den gesetzlichen Erben aus dem Verwandtenkreis haben auch Ehegatten oder eingetragene Partner Anspruch auf einen Teil des Vermögens. Die tatsächliche Höhe des Anteils ergibt sich daraus, wer gesetzlicher Erbe ist, denn den unterschiedlichen Gruppen stehen verschieden hohe Anteile zu. Die neue Erbrechtsreform gilt für alle Todesfälle nach dem 31. Dezember 2016. „Ein Ziel ist unter anderem, das gesetz48

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Ehepartner/ Eingetragener Partner

Kinder

Grafik 1

Eltern

Ehepartner/ Eingetragener Partner

Grafik 2

liche Erbrecht des Ehegatten und des eingetragenen Partners zu stärken“, sagt Rastner. Auch wenn der Verstorbene keine Kinder hat, erbt der Ehegatte oder eingetragene Partner längst nicht automatisch alles. Es kann durchaus andere erbberechtigte Verwandte geben, von denen der hinterbliebene Partner nichts wusste. Gibt es Kinder, erbt der Ehegatte bzw. eingetragene Partner nur ein Drittel. (Grafik 1) Für den Fall, dass der Verstorbene keine Kinder hat und die Eltern noch leben, erbt der Ehegatte bzw. eingetragene Partner zwei Drittel des Vermögens und die Eltern zusammen ein Drittel. (Grafik 2) Neue Bestimmungen. „Für eingetragene Partner ändert sich durch das neue Erbrecht rechtlich im Prinzip nichts.“ Eingetragene Partner besaßen auch zuvor das gleiche gesetzliche Erbrecht wie Ehegatten: Nur gab es im Gesetz einen Paragrafen, der auf das Erbrecht bezugnehmende Bestimmungen für den Ehegatten sinngemäß für eingetragene Partner anwendbar machte. Dieser Paragraf wurde jetzt gestrichen und bei jeder einzelnen Bestim-


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Kann man geistiges Eigentum vererben?

Rechtsanwältin in Lienz

„Ein Ziel ist unter anderem, das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten und des eingetragenen Partners zu stärken.“

mung neben dem Ehegatten auch der eingetragene Partner ergänzt. Ein höheres Erbe. Was sich wirklich für die Praxis geändert hat, zeigt sich insbesondere anhand der folgenden Beispiele: Hat ein Verstorbener keine Kinder und keine Eltern mehr, so erbt der Ehegatte bzw. eingetragene Partner künftig alles. (Grafik 3) „Im Vergleich zur alten Rechtslage kommen die Geschwister und Großeltern somit nicht mehr zum Zug“, resümiert Verena Rastner. →

Ehepartner/ Eingetragener Partner

ALLES

Grafik 3

Dr. Stefan Warbek, Rechtsanwalt

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er ans Erben und Vererben denkt, dem fallen vorrangig materielle Güter wie Wohnungen, Geld oder Gebrauchsgegenstände ein. Doch auch Rechte an immateriellen Gütern wie Marken, Designs, Gebrauchsmuster, Patente und das Urheberrecht sind vererblich. Zu Unrecht kommen Immaterialgüterrechte bei der Vermögensvorsorge auf den Todesfall jedoch oft zu kurz, denn gerade das „geistige Eigentum“ stellt nicht nur ein zentrales Wirtschaftsgut der Rechteinhaber dar, sondern hat für diese oft auch einen hohen emotionalen Stellenwert. Während Registerrechte wie etwa das Markenrecht auch unter Lebenden übertragen werden können, gilt dies nicht für das Urheberrecht. Der Urheber kann zu seinen Lebzeiten anderen jedoch Nutzungsrechte an seinen „eigentümlichen geistigen Schöpfungen“ auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden

Künste und der Filmkunst einräumen. Mit dem Tod des Urhebers gehen nicht nur die (allenfalls vertraglich an Dritte eingeräumten) Verwertungsrechte auf seine Erben über, sondern auch das Urheberpersönlichkeitsrecht. Der Urheberrechtsschutz besteht bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Erst wenn die Schutzfrist des Werks abgelaufen ist, darf grundsätzlich jedermann das Werk auf beliebige Art verwenden. Innovative und kreative Persönlichkeiten sollten nicht außer Acht lassen, dass sie auch über ihr geistiges Eigentum zu Lebzeiten erbrechtliche Vorkehrungen treffen können. ¬

WARBEK Rechtsanwälte Schöpfstraße 15 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 560 650 E-Mail: office@warbek.at www.warbek.at

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© WARBEK RECHTSANWÄLTE

MMag. Dr. Verena Rastner

Wer „About a Boy“ von Nick Hornby gelesen oder als Film gesehen hat, weiß es längst: Es kann durchaus angenehm sein, Erbe von erfolgreichen Künstlern zu sein. So geht es in besagtem Buch Will Freeman, dessen Vater den Weihnachtssong „Santa’s Super Sleigh“ geschrieben hat, der ihm jährlich Tantiemen einbringt. Dieses Jahr hat der Tod vieler großer Künstler das Thema „Erben von IP“ präsent gemacht.


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Mutter

Vater

Gibt es keine Kinder, erbt der Ehepartner oder eingetragene Partner ab 1. Jänner 2017 auch den Anteil des verstorbenen Elternteils.

Ehepartner/ Eingetragener Partner

Für den Fall, dass nur mehr ein Elternteil des Verstorbenen lebt, ist dessen Erbe in Zukunft geringer. Lebt zum Beispiel nur mehr die Mutter, erbte sie bisher auch den Anteil ihres toten Mannes. Für Todesfälle ab 1. Jänner 2017 gilt für diesen Fall die sogenannte Anwachsung nicht mehr: Der Teil des verstorbenen Vaters geht künftig nicht mehr an die Mutter, sondern an den Ehegatten bzw. eingetragenen Partner des Verstorbenen. (Grafik 4) Gesellschaftspolitisch ist dies der Rechtsexpertin zufolge durchaus gerechtfertigt: „Ist man zum Beispiel 30 bis 40 Jahre verheiratet und man baut sich

„Gesetzlich gibt es keine genaue Definition für eine Lebensgemeinschaft, aber die Rechtsprechung versteht darunter eine umfassende Lebens-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft.“ in dieser Zeit gemeinsam ein Vermögen auf, dann würde dem Ehegatten bei einer Scheidung auch die Hälfte des Vermögens zustehen.“ Leben ohne Trauschein. Doch die Reform wertet nicht nur die Position der ehelichen bzw. eingetragenen Partner auf: Bisher kamen Lebensfährten im Erbrecht nicht vor – egal ob 50

Grafik 4

sie wenige Monate oder Jahrzehnte mit dem Verstorbenen zusammenlebten. Ohne Trauschein galten sie im Erbrecht als Fremde. „Gesetzlich gibt es keine genaue Definition für eine Lebensgemeinschaft, aber die Rechtsprechung versteht darunter eine umfassende Lebens-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft“, erklärt Rastner. Mit der Erbrechtsreform wird ihnen jetzt ein außerordentliches Erbrecht eingeräumt. Vorausgesetzt man hat in den letzten drei Jahren vor dem Tod in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. Das gilt nicht, wenn es berufliche oder gesundheitliche Gründe gibt, die zwingend gegen eine Lebensgemeinschaft sprechen, etwa wenn das letzte Jahr im Pflegeheim verbracht werden musste. „Dann ist entscheidend, wie innig die Verbundenheit zwischen den Partnern noch war. Wann das der Fall ist, werden künftig Richter klären müssen.“ Keine Gleichstellung. „Dass Lebensgefährten nun ein außerordentliches Erbrecht zukommt, bedeutet aber keinesfalls eine Gleichstellung ge-

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genüber Ehegatten oder eingetragenen Partnern“, warnt die Anwältin. Denn der Lebensgefährte erbt nur, wenn es keine letztwillige Verfügung und es keine gesetzlichen Erben aus dem Verwandtenkreis gibt, vor dem außerordentlichen Erbrecht des Vermächtnisnehmers und vor dem Staat. Hat der Verstorbene etwa Kinder oder noch eine aufrechte Ehe bzw. eingetragene Partnerschaft oder entfernte Verwandte, geht der Lebensgefährte leer aus. Um dem Lebensgefährten nach dem eigenen Tod etwas zu vererben, muss dies ausdrücklich in der letztwilligen Verfügung, zum Beispiel in einem Testament oder Vermächtnis, geregelt werden. Wohnsituation im Todesfall. Ehegatten und eingetragenen Partnern steht ein sogenanntes gesetzliches Vorausvermächtnis zu: Wenn zum Beispiel der Mann stirbt, kann die Ehefrau lebenslang in der Wohnung bleiben und den Hausrat verwenden. „Eine ähnliche Regelung gibt es jetzt auch für Lebensgefährten, jedoch nur sehr eingeschränkt.“


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Änderungen im Pflichtteilsrecht Man muss in den letzten drei Jahren vor dem Tod in einer Lebensgemeinschaft zusammengelebt haben, damit der Lebensgefährte in der Wohnung bleiben und den Hausrat verwenden kann – aber nur begrenzt auf ein Jahr ab dem Tod des Partners. „Dennoch stellt diese neue Regelung eine Verbesserung dar, da bisher die Erben von dem nicht im Testament bedachten Lebensgefährten die Räumung der Wohnung von heute auf morgen verlangen konnten“, so Rechtsanwältin Verena Rastner. ¬

Für alle Todesfälle nach dem 1. 1. 2017 kommen die Bestimmungen des „Erbrechts Neu“ hinsichtlich des Pflichtteils zur Anwendung, dies gilt auch für Testamente, die vor dem 1. 1. 2017 verfasst wurden. Wir überprüfen gerne ihre bestehenden letztwilligen Verfügungen auf die Auswirkungen der neuen Rechtslage.

Wie funktioniert das neue gesetzliche Erbrecht?

1. Linie: Dazu zählen die Kinder des Verstorbenen. Leben diese nicht mehr, erben ihre Nachkommen. 2. Linie: Sie umfasst die Eltern des Verstorbenen. Sind sie bereits verstorben, erben ihre Nachkommen (Geschwister des Verstorbenen und deren Nachkommen). 3. Linie: Diese Gruppe erfasst die Großeltern des Verstorbenen, wenn sie schon tot sind, erben deren Nachkommen (Tante oder Onkel und deren Nachkommen). 4. Linie: Urgroßeltern Neben Kindern des Verstorbenen und deren Nachkommen haben Ehegatten und eingetragene Partner Anspruch auf ein Drittel, neben Eltern des Verstorbenen Anspruch auf zwei Drittel des Vermögens. In allen übrigen Fällen erbt der Ehegatte oder eingetragene Partner den gesamten Nachlass.

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er Anspruch von Kindern und Ehegatten des Verstorbenen auf einen Mindestanteil am Nachlass, den Pflichtteil, bleibt. Vereinfacht wurde die Berechnung des Pflichtteils im Hinblick auf Vorempfänge zu Lebzeiten. Nun sind zur Ermittlung des Pflichtteils so gut wie alle Schenkungen, die der Erblasser vor seinem Tod gemacht hat, relevant, und zwar sowohl was deren Hinzurechnung zum Nachlass als auch deren Anrechnung auf den Pflichtteil betrifft. Schenkungen an nicht Pflichtteilsberechtigte sind nicht zu berücksichtigen, wenn sie länger als zwei Jahre zurückliegen, allerdings ist ein Pflichtteilsverzicht nicht mehr geeignet, diese kurze Frist für Schenkungen an Kinder oder den Ehegatten zu sichern, diese Übergaben sind unbegrenzt anzurechnen. Es ergeben sich neue

Gestaltungsmöglichkeiten daraus, dass der Pflichtteil nicht mehr unbelastet sein muss. So besteht z. B. die Möglichkeit, den Pflichtteil durch eine mit einem Wohnrecht für eine andere Person belastete Liegenschaft oder durch eine Nacherbenverfügung abzudecken. Bereits im Testament kann verfügt werden, dass der Pflichtteil für bis zu fünf Jahre zu stunden ist, was für den vorgesehenen Erben eine erhebliche Erleichterung bedeuten kann. ¬

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In Österreich gibt es ein Liniensystem, das bestimmt, wer nach dem Tod erbt, sofern keine letztwillige Verfügung vorliegt. Die Linien richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad. Erst wenn es aus einer Linie keine Erben gibt, kann die nächste Gruppe zum Zug kommen:


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Mein letzter Wille Damit ein Testament gültig ist, muss es bestimmten Formvorschriften entsprechen. Was sich in diesem Bereich ändert und was im Falle einer Scheidung mit der letztwilligen Verfügung geschieht, erklärt Rechtsanwältin Dr. Christina Lindner. Von Eva Schwienbacher

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© PRIVAT

rundsätzlich ist es in Österreich per Gesetz geregelt, wer bei einem Todesfall die Erben sind. Ist man mit der gesetzlichen Erbfolge jedoch nicht einverstanden, kann man mit einem Testament Vermögenszuweisungen treffen (Bestimmungen zum Pflichtteil S. 58). Verschärfte Vorschriften. Für Todesfälle ab 1. Jänner 2017 gibt es Änderungen, die u. a. das fremdhändige Testament (siehe Factbox) betreffen. Diese Testamentsform wird entweder maschinell oder handschriftlich von einem Dritten verfasst und vom Verfügenden vor drei Zeugen unterzeichnet. Neu sind folgende vier Punkte: Erstens, dass der Verfügende durch einen eigenhändig geschriebenen Zusatz ausdrücklich erklären muss, dass das Geschriebene seinen letzten Willen ( juristisch „nuncupatio“) enthält. „Durch diesen Zusatz will der Gesetzgeber sicherstellen, dass der Verfügende weiß, dass es sich um seinen letzten Willen handelt“, erklärt Lindner. Zweitens, dass drei statt bislang zwei Zeugen bei der Bestätigung und Unterzeichnung des Testaments durch den Verfügenden gleichzeitig anwesend sein müssen. Drittens, dass ihr Vor- und Familienname, Geburtsdatum und ihre Adresse angegeben sein müssen, um identifizierbar zu sein. Und viertens, dass sie neben ihrer Unterschrift, die auch bis dato erforderlich

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war, eigenhändig einen Zusatz verfassen müssen, der ihre Zeugeneigenschaft zum Ausdruck bringt („als Testamentszeuge“). Fälschungen verhindern. „Die Neuregelung zielt darauf ab, die Fälschungssicherheit zu erhöhen. Die Zeugen und der Zusatz des Verfügenden können im Zweifel als zusätzliches Beweismittel dienen“, sagt die Expertin. „Die neuen Formerfordernisse sind allerdings sehr umfangreich. Deshalb empfehle ich beim Errichten eines fremdhändigen Testaments, einen Anwalt oder Notar aufzusuchen, um sicherzustellen, dass die letztwillige Verfügung auch rechtswirksam ist.“ Welche Personen zeugnisunfähig sind, wird vom Gesetz genau geregelt. Dieser Personenkreis wird durch die Erbrechtsreform erweitert. Neben befangenen Personen (z. B. im Testament Begünstigte), deren Ehegatten, Eltern, Kindern und Geschwistern sowie im selben Grad verschwägerten Personen sind nun auch zum Beispiel eingetragene Partner oder Lebensgefährten sowie deren Eltern, Kinder und Geschwister ausgeschlossen. Aufhebung durch Scheidung. Zudem ändert sich, dass letztwillige Verfügungen, die den Ehegatten, eingetragenen Partner oder Lebensgefährten begünstigen, mit Auflösung der Ehe,


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Ihr neuer Partner in Sachen Recht Fundierte Beratung und Repräsentation Dr. Christina Lindner Rechtsanwältin

„Die Neuregelung zielt darauf ab, die Fälschungssicherheit zu erhöhen. Die Zeugen und der Zusatz des Verfügenden können im Zweifel als zusätzliches Beweismittel dienen.“

FACTS Eigenhändiges Testament: eigenhändig geschrieben und unterzeichnet, keine Zeugen notwendig – ändert sich nicht Fremdhändiges Testament: mittels Computer oder handschriftlich von einer dritten Person verfasst, mit einem unterzeichneten Zusatz des Verfügenden; drei identifizierbare Zeugen müssen gleichzeitig anwesend sein und mit einem eigenhändigen Zusatz, welcher auf ihre Zeugeneigenschaft hinweist, unterzeichnen – unterliegt Änderungen

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ir wurde 2007 an der LeopoldFranzens-Universität in Innsbruck der akademische Grad Magister verliehen, bevor ich 2009 promovierte und anschließend die Ausbildung zum Anwalt begann. Ich bin seit meiner Eintragung in die Liste der Tiroler Rechtsanwälte im Jahr 2013 als selbständiger Rechtsanwalt in Innsbruck tätig. Zuvor durfte ich meine Ausbildung in diversen, etablierten Rechtsanwaltskanzleien genießen. Folglich sind meine Tätigkeitsschwerpunkte Vertrags- und Wirtschaftsrecht, Liegenschafts- und Immobilienrecht sowie Transportrecht. Zudem durfte ich eine fundierte Basisausbildung in nahezu allen wichtigen Rechtsgebieten des Anwaltsalltages – im Sinne eines täglichen Brotes – erfahren. Dazu zähle ich insbesondere allgemeines Schadenersatzrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Scheidungs„recht“ u. d. gl. Mein Anliegen ist es, die Mandantschaft durch Knowhow, Indvidualität/Spezialität und die gegebenenfalls nötige Konsequenz bestmöglich zu beraten, dabei aber nicht aus dem Auge zu lassen, dass unter Umständen die passende Lösung des Falls nicht unbedingt eine juristi¬ sche oder gerichtliche sein muss.

Rechtsanwalt Dr. Florian Legit Wilhelm-Greil-Straße 14/2 6020 Innsbruck Telefon: +43 (0)512 583 820 E-Mail: rechtsanwalt@legit.at www.legit.at

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Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft zu Lebzeiten des Verstorbenen aufgehoben werden. „Auch wenn das gerichtliche Verfahren zur Auflösung der Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft bereits eingeleitet ist, gilt das Testament im Zweifel als aufgehoben", führt Lindner weiter aus. „Will der Verfügende, dass zum Beispiel der frühere Ehegatte trotz Scheidung erbt, so muss das ausdrücklich angeführt werden.“ Weitere Änderungen betreffen u. a. Bestimmungen zum Nottestament. So sind zum Beispiel künftig auch mündige Minderjährige (14- bis 18-Jährige) als Testamentszeugen zugelassen. Neu ist ab 2017 außerdem, dass es für besachwaltete Personen keine Formeinschränkungen mehr gibt. Bisher galt, dass Personen, für die ein Sachwalter bestellt worden ist, nur mündlich vor einem Gericht oder Notar testieren durften, sofern dies im Sachwalterbeschluss angeführt wurde. Grundsätzlich gelten die Neuregelungen nur für Todesfälle ab 2017. Bereits errichtete letztwillige Verfügungen bleiben – trotz Änderungen – weiterhin gültig. ¬

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Über Grenzen (ver)erben Für EU-Bürger sollen grenzüberschreitende Erbschaften künftig vereinfacht werden, unter anderem durch das Europäische Nachlasszeugnis. Von Eva-Maria Hotter

Wie kann man sichergehen, dass der letzte Wille umgesetzt wird? Nach dem Erbfall wird erhoben, wer die rechtmäßigen Erben sind. Dabei sollte sichergestellt sein, dass letztwillige Verfügungen des Verstorbenen Berücksichtigung finden. Gewissheit durch Registration Gibt es ein gültiges Testament, sollte dieses auch aufgefunden und dem Verlassenschaftsverfahren zugrunde gelegt werden. Gewährleistet ist dies nur, wenn das Testament registrieren wird. Es gibt in Österreich die Möglichkeit, sein Testament bei einem Anwalt oder Notar aufzubewahren. Wenn ein Rechtsanwalt an der Errichtung des Testamentes beteiligt war, wird dieses Testament im sogenannten „Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte“ gemeldet. Die Registrationsgebühr beträgt derzeit 20 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. In der Datenbank wird nicht das Testament selbst – also auch nicht dessen Inhalt – hinterlegt, sondern nur die Information über das Vorliegen einer letztwilligen Anordnung, Hinterlegungsort und -datum sowie die Personaldaten des Verfügenden.

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it zunehmender Mobilität von EU-Bürgern gibt es immer häufiger Erbfälle mit Bezug ins Ausland: Beispielsweise dann, wenn ein Verstorbener Immobilien in einem anderen Land besessen, seinen Lebensabend nicht im Heimatstaat verbracht oder eine gemischtnationale Ehe geführt hat. Doch welches Erbrecht kommt nach seinem Tod zur Anwendung? Nicht in allen Staaten gibt es ein Pflichtteilsrecht wie in Österreich. Auch sind mancherorts die Erbanteile um einiges geringer oder gänzlich anders gestaltet. Abhilfe für EU-Bürger. Bei grenzüberschreitenden Erbfällen konnte es bislang zu Konstellationen kommen, in denen heimische Gerichte fremdes Recht ermitteln und anwenden mussten. In diesen Fällen bringt die neue EU-Erbrechtsverordnung für alle EU-Staaten Erleichterungen. „Die Verordnung soll das grenzüberschreitende Erben und Vererben erleichtern und im Vorhinein Klarheit über das anzuwendende Recht schaffen“, erklärt der Innsbrucker Rechtsanwalt Dominik Hiehs. Davon erfasst sind Sterbefälle ab dem 17. August 2015. „Zuvor richtete sich die Anwendung eines bestimmten Rechtes nach der Staatsangehörigkeit des Verstorbenen. Durch die neue Regelung ist nun entscheidend, in welchem Staat der Verstorbene seinen letzten gewöhnlichen


Aufenthalt hatte.“ Damit sind keine vorübergehenden Auslandsaufenthalte oder Urlaube gemeint, sondern der Verstorbene muss dort seinen dauerhaften sozialen und wirtschaftlichen Lebensmittelpunkt gehabt haben. Für im Ausland lebende Österreicher besteht laut Rechtsanwalt Hiehs jedoch die Möglichkeit, vorab in einem Testament festzulegen, dass nach dem Tod dennoch österreichisches Recht zur Anwendung kommt.

das Verlassenschaftsverfahren ab, in dem er unter anderem den letzten Willen des Verstorbenen und die rechtmäßigen Erben zu ermitteln hat. Der Antragsteller (z. B. Erbe) erhält eine beglaubigte Abschrift des ENZ, die zunächst für sechs Monate gültig ist – mit der Möglichkeit zur Verlängerung. „Das Europäische Nachlasszeugnis erleichtert bei Todesfällen mit Auslandsbezug den Nachweis der Erbenstellung und beschleunigt dadurch die Abwicklung grenzüberschreitender Erbfälle in Europa.“ Sinnvoll ist das Dokument zum Beispiel im Fall eines geerbten Ferienhauses in Italien. Um an eine solche Immobilie zu gelangen, mussten österreichische Erben bisher umständlich einen eigenen Nachweis im jeweiligen Land anfordern, was oft mit erheblichem Kosten- und Zeitaufwand verbunden war.

Nachweis für Erben. Ein zentrales Element der Verordnung stellt das Europäische Nachlasszeugnis dar. „Diese Urkunde ist unionsweit ein einheitlicher Nachweis, der die Stellung von Erben oder Vermächtnisnehmern bescheinigt“, sagt Rechtsanwalt Hiehs. In Österreich ist das Europäische Nachlasszeugnis grundsätzlich vom Gerichtskommissär auszustellen. Dieser führt

Unionsweit anerkannt. Die EU-Erbrechtsverordnung gilt unmittelbar in den EU-Staaten, ohne dass etwa eine Umsetzung notwendig wäre. „Hat ein Erbfall jedoch keinen grenzüberschreitenden Bezug, sind innerstaatliche Bescheinigungen, wie der österreichische Einantwortungsbeschluss, nach wie vor erforderlich“, so Rechtsanwalt Hiehs. ¬

Mag. Dominik Hiehs Rechtsanwalt in Innsbruck

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Höchste Kompetenz im Familienrecht Bei einer Ehescheidung geht es um viel. Und bereits kleine Details können entscheidend sein. Das kann Rechtsanwalt Dr. Krall aus jahrzehntelanger Praxiserfahrung bestätigen. Krall zu berichten. Oft sind es Kleinigkeiten, die nachhaltig negative Folgen auslösen oder erzielbare Vorteile verhindern. Um solche Fehler und vor allem auch unnötige Kosten zu vermeiden, bedarf es im komplexen Umfeld des Familienrechts eines auf Erfahrung fußenden Weitblicks. Vielfach bilden Immobilien das Rückgrat des ehelichen Vermögens – Dr. Krall ist auch Experte in sämtlichen immobilienrechtli¬ chen Angelegenheiten.

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Rechtsanwalt Dr. Friedrich Krall Georg-Pirmoser-Straße 5, 6330 Kufstein Tel.: +43 (0) 5372 654650 E-Mail: ra.krall@aon.at www.kufstein-rechtsanwalt.at

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itunter steht bei einer Ehescheidung die gesamte Existenz bzw. das Familienvermögen auf dem Spiel. Aber auch dann, wenn es nicht um hohe Geldbeträge geht, lohnt es sich, eine kompetente Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Zentrales Anliegen ist neben den finanziellen Aspekten die Aufrechterhaltung einer guten Beziehung zu den Kindern, was insbesondere durch konfliktvermeidende Kontaktrechtsregelungen geschieht, weiß Dr.


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Facebook: Hasspostings im rechtsfreien Raum? Staatsanwaltschaft St. Pölten: „Ein Host-Provider ist NICHT verpflichtet, qualifizierten Hinweisen nachzugehen.“

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asspostings – seit zwei Jahren steht dieser Begriff für Hass und Hetze in sozialen Netzwerken. Zu Beginn schweigend hingenommen ist mittlerweile aus Teilen der Gesellschaft Widerstand gegen diese Form der Stimmungsmache entstanden.

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Virtualität vs. Realität. Ein Vergleich veranschaulicht: Stellt man sich einen Verhetzer vor, der auf offener Straße gegen Ausländer hetzt, dann würde dieser Verhetzer binnen kurzer Zeit von der Polizei angezeigt werden. Passiert selbiges im Netz, sprich: hetzt ein Facebook-Nutzer offen auf seinem Profil, dann passiert von Amts wegen nur selten etwas. Stellt man sich nun vor, dass der Verhetzer in einem Gasthaus hetzt, vor Gästen, und der Wirt sieht zu und duldet dies, dann würde diesem Wirt eine strafrechtliche Verantwortung als Beitragstäter zukommen, denn er hat die Plattform geboten. Gilt selbige Verantwortung auch für Facebook? Rechtliches Neuland. Facebook hat eine Meldungsfunktion für Hasspostings und auch Gemeinschaftsstandards, in denen Verhetzung „als Ausschlussgründe“ genannt werden. Doch was passiert, wenn man ein Hassposting meldet? Sitzt da ein Mensch am anderen Ende der „Leitung“ oder doch nur ein Algorithmus? Das weiß wohl nur Facebook selbst. Nun hat sich der Journalist und Leiter des Wirtschaftsressorts des Nachrichtenmagazins „profil“, Michael Nik56

Dr. Hermann Holzmann

„Facebook muss dem zunehmenden Verbalradikalismus endlich mit Entschlossenheit begegnen.“ bakhsh, dem Kampf gegen Hasspostings verschrieben und den Versuch gestartet, Facebook in die Pflicht zu nehmen. Juristische Vertretung und Unterstützung hat sich Nikbakhsh hier von der Innsbrucker Rechtsanwaltskanzlei Dr. Holzmann Rechtsanwalts GmbH geholt, die im Bereich IT-Recht, Cyberstrafrecht, Provider-Haftung und Strafrecht große Expertise vorweisen kann. In einer Sachverhaltsdarstellung wurden 14 Hassposter wegen des Verdachts der Verhetzung angezeigt, zudem wurde erstmals Facebook als Beitragstäter angeführt, denn der Konzern hatte Hasspostings trotz Meldung nicht entfernt. Hier betreten wir rechtliches Neuland.

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Urheber ausfindig machen. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat schlussendlich kein Ermittlungsverfahren gegen Facebook eingeleitet, auch gegen fast alle Urheber wurde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Obwohl Aussagen vorlagen wie „Kugel in den Kopf“; „Hochspannung auf den Zaun und Islamis grillen“, „Asylanten im Mittelmeer ertränken“ und dergleichen. Es gab für die Behörden keinen Anfangsverdacht. Die Begründung: Mag sein, dass Hasspostings vorliegen, aber Facebook kann diese nicht finden und der Anzeiger hat die jeweilige URL nicht beigelegt. Genau hier hätte man ermitteln müssen: Wie kann es sein, dass Facebook die Hasspostings nicht findet, wenn der Anzeiger jeweils das Hassposting, den Nutzernamen des Urhebers, Zeit und Datum sowie die URL der Gruppen zur Anzeige gebracht hat? Die Behörde kann dem Anzeiger nicht die Verantwortung überwälzen, die von den Juristen im Ermittlungsverfahren getragen werden muss. Einschreiten oder nicht? Die nächste erstaunliche Äußerung der Behörden: Bei Millionen von Postings wäre es ein zu hoher Aufwand, die angezeigten Hasspostings zu finden. Das klingt wie: Dieser Mord ist viel zu kompliziert, wir ermitteln erst gar nicht. Facebook – als Host-Provider – hat mit dem „Absehen von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens“ durch den konkreten Anlassfall eine Art Freibrief zum Bestehenlassen von gemeldeten Hasspostings bekommen. Das müsste nicht sein: Das E-Commerce-Gesetz (ECG) sieht nämlich in


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Das Team: Mag. Zeno Agreiter, Mag. Martin Steinlechner, Dr. Hermann Holzmann, Mag. Lisa Holzmann, MMag. Florian Eduard Stachowitz

dessen § 16 vor, dass ein Diensteanbieter, der von einem Nutzer eingegebene Informationen speichert, für die im Auftrag eines Nutzers gespeicherten Informationen nicht verantwortlich ist, sofern er von einer rechtswidrigen Tätigkeit oder Information keine tatsächliche Kenntnis hat, oder sobald er diese Kenntnis erhalten hat, unverzüglich tätig wird, um die Information zu entfernen oder den Zugang zu ihr zu sperren. Dabei sei der Begriff der „tatsächlichen Kenntnis“ eng auszulegen, was jedenfalls Fälle aus-

Die nächste Thematik in diesem Bereich ist das Medien-Gesetz: Ist Facebook nicht auch Medieninhaber? schließt, in denen Facebook nicht geradezu Gewissheit über die rechtswidrigen Tätigkeiten oder Informationen hat. Man kann Gewissheit annehmen, wenn über die hausinterne Meldungskette ein Hassposting angezeigt wird, in welchem zum Mord aufgerufen wird. In den Erläuternden Bemerkungen bezüglich des ECG steht: „Verlangt ein Dritter ein Einschreiten des Providers und die Entfernung der Information bzw. die Sperre des Zugangs, so wird der Provider zur Tätigkeit verpflichtet sein, wenn

die Rechtsverletzung auch für einen juristischen Laien ohne weitere Nachforschungen offenkundig ist bzw. wenn die Rechtswidrigkeit für den Anbieter wie für jedermann leicht erkennbar ist.“ Verantwortlichkeiten klären. Die StA St. Pölten hält jedoch fest, dass selbst die qualifizierte Meldung eines Dritten an den Host-Provider nicht ausreicht, um ein Tätigwerden zu begründen. Interessant ist auch, dass Facebook von der Staatsanwaltschaft ausschließlich als Host-Provider betrachtet wird. Immerhin nimmt Facebook mittels ChatFunktion auch die Durchleitung von Daten vor (Access-Provider) sowie werden von Facebook auch eigene Inhalte publiziert und überwacht (Content-Provider). Die nächste Thematik in diesem Bereich ist das Medien-Gesetz: Ist Facebook nicht auch Medieninhaber? Ein Hinweis für die Anwendung des Mediengesetzes ist die Tatsache der Letztverantwortlichkeit. Sprich: Wer ist für einen Inhalt letztverantwortlich? Facebook übernimmt hier durch die hauseigene Meldungskette die Aufgabe des Letztverantwortlichen. Immerhin prüft Facebook den gemeldeten Inhalt und löscht diesen bei Verstoß gegen die Richtlinien. Zu diesem Zweck wurde von Facebook ein „User-Operations-Team“ eingerichtet – also eine Art Redaktion –, welche diese Prüfung vornimmt. Jede kleine „Spatzenpost“, jeder Foren-Be-

treiber, jedes Medium müssen sich an strenge Regeln halten, jeder Bürger ist dem Rahmen des Strafrechtes unterworfen, nur der Konzern Facebook scheint in Österreich keinerlei Verantwortung für den überquellenden Hass in den eigenen Glasfaserkabeln tragen zu müssen. Gesetze modernisieren. Es ist offensichtlich, dass der Gesetzgeber auf die technologischen Entwicklungen des Internets reagieren muss. Er ist zu einer Überarbeitung, sowohl der Bestimmungen im Kernstrafrecht als auch jener des ECG, angehalten, denn es ist einem Rechtsstaat unwürdig, dass sich Ermittlungsbehörden hinter derartigen juristischen Spitzfindigkeiten verstecken können bzw. dass den Staatsanwaltschaften und Gerichten vom Gesetzgeber kein wirksames Handwerkszeug zur Verfolgung der Gewalt der Worte im Internet beigegeben wird. ¬

Dr. Holzmann Rechtsanwalts GmbH Rechtsanwaltskanzlei Bürgerstraße 17/P 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 5725 18 E-Mail: office@ra-holzmann.at www.ra-holzmann.at

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Erben verpflichtet Auch wenn Kinder und Ehegatten im Testament enterbt werden, haben sie trotzdem Anspruch auf einen Mindestanteil des Erbes, den sogenannten Pflichtteil. Das neue Erbrecht bringt auch hier einige Änderungen. Von Rebecca Müller

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elbst wenn ein Verstorbener seine nächsten Verwandten im Testament nicht berücksichtigt, haben Kinder sowie die Ehegatten bzw. auch eingetragene Partner des Verstorbenen ein Anrecht auf den sogenannten Pflichtteil. Vor dem Erbrecht-Änderungsgesetz 2015, das in Österreich am 1. Jänner 2017 in Kraft treten wird, wurden auch die Eltern und Großeltern plus deren Nachkommen und sogar Urgroßeltern – allerdings ohne deren Nachkommen – berücksichtigt. „Diese Regelung war wenig praktikabel, da die Eltern und 58

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vor allem Groß- und Urgroßeltern des Verstorbenen oft ohnehin nicht mehr lebten“, erklärt Rechtsanwalt Martin Rungaldier. Mit dem neuen Gesetz haben also ausschließlich die Nachfahren sowie die Ehegatten bzw. eingetragenen Partner Anspruch auf den Pflichtteil. Wie der Pflichtteil berechnet wird. In Bezug auf die Höhe des Pflichtteils gilt: Jede pflichtteilsberechtigte Person erhält die Hälfte dessen, was ihr nach der gesetzlichen Erbfolge →


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Ehe und Lebens­ gemeinschaft sind weiterhin ungleich. Mit 1. 1. 2017 tritt die Erbrechtsreform in Kraft. Ein erklärtes Ziel war auch, das Erbrecht an eingetretenen Änderungen in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht anzupassen. Dem trägt die Reform durch die Anerkennung der Lebensgemeinschaft teilweise Rechnung – eine Gleichstellung zur Ehe ist aber unverändert nicht erfolgt.

Dr. Erik R. Kroker, Rechtsanwalt

Jede pflichtteilsberechtigte Person erhält die Hälfte dessen, was ihr nach der gesetzlichen Erbfolge zusteht.

Soll in der Lebensgemeinschaft also der überlebende Partner in den Genuss des Erbes kommen, ist weiterhin ein Testament notwendig. Hat der Lebensgefährte den verstorbenen Partner zuletzt zumindest ein halbes Jahr gepflegt, kann er dafür zudem Ansprüche geltend machen. Diese sind vorrangig aus der Verlassenschaft zu erfüllen. Das Erbrecht bleibt also unverändert kompliziert und es empfiehlt sich jedenfalls die Hilfe eines Rechtsanwalts. ¬

Knoflach Kroker Tonini & Partner, Rechtsanwälte Sillgasse 12/IV 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512/583074 E-Mail: office@kanzlei-tirol.at www.kanzlei-tirol.at

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ach der Erbrechtsreform steht auch Lebensgefährten –­ ähnlich wie Ehegatten – nach dem Tod des Partners ein Recht auf die weitere Benützung der gemeinsamen Wohnung und auf den Hausrat zu, sofern die letzten drei Jahre vor dem Tod ein gemeinsamer Haushalt bestand. Im Gegensatz zum (unbeschränkten) Ehegattenvorausvermächtnis gilt dieses Recht aber nur für die Dauer eines Jahres. Darüber hinaus stellt die Einführung des „außerordentlichen“ Erbrechts eine wichtige Änderung dar. Damit werden Lebensgefährten aber nicht gesetzliche Erben, sondern kommt ihnen dieses Erbrecht nur zu, wenn gerade keine gesetzlichen Erben existieren. Damit erben Lebensgefährten also erst, wenn sonst der Staat zum Zug käme. Pflichtteilsanspruch haben Lebensgefährten weiter keinen.


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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick Wie hoch ist der Pflichtteil? Pflichtteil = Hälfte der gesetzlichen Erbfolge Hat man im Rahmen des Pflichtteilrechts auch Anspruch z. B. auf Gegenstände aus der Hinterlassenschaft des Verstorbenen? Nein. Der Pflichtteil ist ein reiner Geldanspruch.

© TITUS OBERHAMMER

Gibt es Enterbungsgründe in Bezug auf den Pflichtteil? Ja. Neu: Die Gründe wurden erweitert: Straftaten gegen den Verstorbenen, nahe Verwandte, Zufügung schweren seelischen Leides und die

zusteht. „Der Ehegatte oder eingetragene Partner des Verstorbenen ist neben den Kindern des Verstorbenen und deren Nachkommen zu einem Drittel der Verlassenschaft gesetzlicher Erbe“, erklärt Rungaldier. In der Praxis bedeutet das – rein auf den Pflichtteil bezogen: Der Partner erhält ein Sechstel des Vermögens, sind drei Kinder vorhanden, würden diese zusammen zwei Drittel bzw. jeder zwei Neuntel im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge erhalten – im Rahmen des Pflichtteils zusammen drei Neuntel bzw. jeder ein Neuntel. Neu ist auch der Zeitpunkt, ab dem dieser eingeklagt werden kann. „Der Pflichtteilsanspruch wird mit dem Tod fällig, kann aber erst ein Jahr nach dem Tod des Verstorbenen eingefordert werden. Die gesetzlichen Zinsen von vier Prozent pro Jahr stehen dem Pflichtteilsberechtigten bis zur Zahlung zu“, erzählt Rungaldier. Außerdem kann der Anspruch verjähren und zwar binnen drei Jahren ab dem Zeitpunkt, ab dem der Berechtigte über den Tod des Verstorbenen in Kenntnis gesetzt wurde. „Unabhängig von dieser Kenntnis verjähren diese Rechte dreißig Jahre nach dem Tod des Verstorbenen“, so der Experte.

Erweiterte Enterbungsgründe.

E ine weitere Änderung im Pflichtteilsrecht betrifft 60

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Verletzung familienrechtlicher Pflichten im Eltern-Kind-Verhältnis. Aufgehoben: Enterbung wegen „anstößiger Lebensart“ Wer hat Anspruch auf den Pflichtteil? Neu: nur noch Ehegatten, eingetragene Partner und Kinder Werden unentgeltliche Zuwendungen miteinberechnet? Ja. Neu: Alle Formen von Schenkungen, Vorschüsse oder Vermögenswidmungen zu Lebzeiten – auch z. B. Liegenschaften – werden künftig unter allen Lebenden gleichbehandelt.

die Enterbungsgründe. Bislang wurden hier lediglich Straftaten gegen den Verstorbenen herangezogen, die Gründe wurden nun aber erweitert, wie Rechtsanwalt Martin Rungaldier erklärt: „Neu vorgesehen ist, dass auch Straftaten gegen nahe Angehörige, die Zufügung schweren seelischen Leides und die Verletzung familienrechtlicher Pflichten im Eltern-Kind-Verhältnis eine Enterbung rechtfertigen können.“ Aufgehoben wird hingegen der Enterbungsgrund „anstößige Lebensart“ und zwar im Sinne der Modernisierung, die durch die Reform des Erbrechts angestrebt wurde. Mit dem neuen Gesetz soll unter anderem auch für eine Verbesserung der Übersichtlichkeit der Rechtsordnung und eine Stärkung der Testierfreiheit – also des Rechts, über sein Erbe zu verfügen – gesorgt werden. Änderungen bei Schenkungen & Co. Neuerungen gilt es auch bei der Anrechnung lebzeitiger Zuwendungen zu berücksichtigen. Gerade in diesem Zusammenhang erlebt Rechtsanwalt Rungaldier in der Praxis oft Missverständnisse. So ist die Behauptung: „Was ich vor meinem Tod verschenke, geht meine Kinder nichts an“, schlicht falsch, bestätigt der Experte. Egal ob Schenkung, Vorschuss, Vorempfang oder Vermögenswidmung


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an eine Privatstiftung: Zur Berechnung der Pflichtteile sind künftig alle unentgeltlichen Zuwendungen unter Lebenden hinzuzurechnen und gleich zu behandeln. „Es sei denn, der Verstorbene hat die Anrechnung durch letztwillige Verfügung oder Vereinbarung mit dem Geschenknehmer erlassen“, so Rungaldier. Schenkungen, auch wenn es sich um Liegenschaften wie zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung handelt, werden ab dem 1. Jänner 2017 mit dem Wert zum Zeitpunkt der Schenkung bewertet und auf den Todeszeitpunkt aufgewertet. Auch wenn das neue Gesetz eine Vereinfachung und Modernisierung bedeutet, einen Experten zu konsultieren, ist in Sachen Erbschaft in jedem Fall sinnvoll – auch wenn es sich „lediglich“ um den Anspruch auf den Pflichtteil handelt. ¬

Mag. Martin Rungaldier, LL.M. Rechtsanwalt

„Was ich vor meinem Tod verschenke, geht meine Kinder nichts an? Das ist ein Missverständnis.“

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Worauf es beim Erben ankommt Die Anpassung des Erbrechts macht es nötig, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren.

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it 1. 1. 2017 treten im Wege des Erbrechtsänderungsgesetzes 2015 weitreichende Änderungen der erbrechtlichen Bestimmungen des Bürgerlichen Rechts in Kraft. Das wiederum bedeutet, dass Todesfälle ab dem 1. 1. 2017 vollumfänglich in die neue Regelung fallen. Erbrecht und Scheidung – beerbt mich mein geschiedener Ex?

Für Erbfälle ab dem 1. 1. 2017 wird nunmehr ex lege ein stillschweigender Widerruf angenommen, sodass letztwillig bedachte Ex-Ehegatten grundsätzlich nicht mehr erben können, zumal das zugrundeliegende Testament als automatisch aufgehoben gilt.

Was jedoch, wenn sich die ehemaligen Ehegatten trotz Scheidung noch gut verstehen und sich letztwillig bedenken wollen? In dem Fall kann ein Hinweis im Testament, wonach der Ex-Ehegatte trotz Scheidung gewillkürter Erbe sein soll, die gesetzliche Vermutung ¬ entkräften.

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Dr. Matthias König, Rechtsanwalt Museumstraße 5/II 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 577 972 E-Mail: office@koenig-law.at www.koenig-law.at

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Dr. Matthias König, Rechtsanwalt

Bis dato konnte der doch eher merkwürdig anmutende Fall eintreten, dass eine geschiedene Person den gesamten Nachlass des vormaligen Ehegatten erben konnte, sofern diese Person nur in einem gültigen Testament letztwillig bedacht worden ist. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Scheidung im Einvernehmen erfolgt ist, da man sich „auseinandergelebt“ hat, oder eine schwere Eheverfehlung der letztwillig bedachten geschiedenen Person den Ausschlag für eine Scheidungsklage gegeben hat.

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PFLEGEN & ERBEN:

GELD FÜR DIE PFLEGE Pflegende Angehörige hatten bislang keinen erbrechtlichen Anspruch auf Abgeltung ihrer Leistungen. Das ändert sich mit der Einführung des Pflegevermächtnisses: Wer pflegt, soll ab 2017 dafür entschädigt werden – unter bestimmten Voraussetzungen. Von Eva Schwienbacher

Das Pflege-Vermächtnis. Wer als Angehöriger einen Verstorbenen in den letzten drei Jahren vor dessen Tod gepflegt hat, erhält ab 1. Jänner 2017 Anspruch auf einen Geldbetrag als Abgeltung für seine Leistungen. „Es handelt sich um ein gesetzliches Vermächtnis, das nicht in einem Testament angeordnet werden muss, sondern dem Pflegenden bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen zusteht“, erklärt Demetz. „Mit dem Pflegevermächtnis will der Gesetzgeber verhindern, dass pflegende Angehörige unter den Tisch fallen – was in der Vergangenheit nicht selten der Fall war.“

© THOMAS STEINLECHNER

Die „alte“ Gesetzeslage. Bis 31. Dezember 2016 gilt, dass eine pflegende Person einen Anspruch lediglich dann geltend machen kann, wenn für die Erbringung der Pflegeleistungen ein Entgelt vereinbart wurde oder wenn sie erklärt hat, dass sie sich für die Pflege eine Gegenleistung erwartet, sie diese aber letztlich nie erhalten hat. Die Anspruchsberechtigten. Die Bestimmung gilt ausschließlich für 62

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Todesfälle ab 1. Jänner 2017. Anspruchsberechtigt können Personen aus dem Kreis der gesetzlichen Erben des Verstorbenen sein, darüber hinaus der Ehegatte, eingetragene Partner und Lebensgefährte der gesetzlichen Erben sowie deren Kinder. Auch der Lebensgefährte des Verstorbenen und dessen Kinder zählen zu den berechtigten Personen. „Ausschlaggebend ist, dass man dem Kreis dieser ‚dem Verstorbenen nahestehenden Personen‘ angehört“, erklärt der Experte. Das sind zum Beispiel die Kinder, Enkelkinder, Eltern und Geschwister, aber auch die Schwiegertochter oder der Stiefsohn. „Nicht entscheidend ist, ob diese Person im konkreten Fall auch ein Erbe des Verstorbenen ist.“ Andere Personen, wie etwa eine Nachbarin oder Freundin, haben nie einen Anspruch auf das Pflegevermächtnis. Die Voraussetzungen. Man muss zum im Gesetz definierten Personenkreis gehören und den Verstorbenen in den letzten drei Jahren vor dessen Tod mindestens sechs Monate lang in „nicht bloß geringfügigem Ausmaß“


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Erben und Vererben – Was ändert sich? MMag. Mathias Demetz, BSc Rechtsanwalt Kanzlei König, Ermacora, Lässer & Partner

„Mit dem Pflegevermächtnis will der Gesetzgeber verhindern, dass pflegende Angehörige unter den Tisch fallen.“

Die Erbrechtsreform 2015, gültig ab 1. Jänner 2017, bringt zahlreiche Änderungen. Lassen Sie auch in Zukunft Erbschaftsstreitigkeiten erst gar nicht entstehen! Rechtsanwalt Dr. Thomas Krapf steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

(in aller Regel mehr als 20 Stunden pro Monat) gepflegt haben. Hat der Pflegende bereits zu Lebzeiten des Erblassers eine Entschädigung bekommen, steht ihm das Pflegevermächtnis nur insoweit zu, als die erhaltene Summe niedriger war als per Gesetz vorgesehen. Vorausgesetzt wird auch, dass der Verstorbene pflegebedürftig war. Das Pflegevermächtnis ist allerdings nicht an den Bezug von Pflegegeld geknüpft. Die Art der Pflege. Darunter sind im weiteren Sinne Tätigkeiten zu verstehen, die dazu dienen, einem Pflegebedürftigen so weit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern, und ihn dabei unterstützen, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen. Neben klassischen Pflegeleistungen, wie der Hilfe bei der Körperpflege oder beim Essen, zählen dazu auch Aktivitäten zur Förderung des psychischen Wohlbefindens, wie das tägliche Vorlesen, wenn jemand selbst nicht mehr lesen kann. Pflegevermächtnis und Pflichtteil. Das Pflegevermächtnis steht neben dem Erbteil oder sonstigen letztwilligen Zuwendungen zu, außer der Verstorbene →

Lebensgefährten erhalten erstmals ein außerordentliches Erbrecht. Sofern keine anderen gesetzlichen Erben, wie etwa Kinder, Eltern und Großeltern zum Zug kommen, fällt das Erbe an die Lebensgefährtin. Ehegatten und eingetragene Partner werden gleichgestellt. Ihr gesetzliches Erbrecht wird gestärkt. Ist ein Elternteil bereits vorverstorben, geht dieser Teil nicht mehr auf die Geschwister über. Die Ehegattin oder die eingetragene Partnerin erhält nun zusätzlich jenen Erbteil des vorverstorbenen Elternteils, der früher den Geschwistern zugefallen wäre. Der Gesetzgeber stellt nunmehr klar, dass im Falle einer Scheidung Testamente zu Gunsten des früheren Ehegatten grundsätzlich als aufgehoben gelten, sofern der Verstorbene nicht ausdrücklich das Gegenteil angeordnet hat. Pflegeleistungen werden jetzt auch von gesetzlicher Seite entsprechend berücksichtigt. Nahe Angehörige, die den Verstorbenen in den letzten drei Jahren vor seinem Tod gepflegt haben, erhalten jetzt für ihre oft aufopfernde Tätigkeit eine Entschädigung. ¬ Mader & Krapf Rechtsanwälte Andreas-Hofer-Straße 13, 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)660 41 61 812 E-Mail: kanzlei@mader-krapf.at www.mader-krapf.at

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Dr. Thomas Krapf, Rechtsanwalt


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Wer eine nahestehende Person pflegt, soll ab Jänner eine Abgeltung für seine Leistungen erhalten.

„Meines Erachtens stellt es eine positive Entwicklung dar, dass vom Gesetzgeber die von nahen Angehörigen geleistete Pflege als wertvoller Beitrag für die Gesellschaft anerkannt wird.“ MMag. Mathias Demetz, BSc Rechtsanwalt

hat ausdrücklich angeordnet, dass das Pflegevermächtnis in diese Leistungen aus der Verlassenschaft einzurechnen ist. Der Pflichtteil gebührt aber jedenfalls in voller Höhe neben dem Pflegevermächtnis. Höhe des Betrags. Man erhält – anders als ein Erbe – nicht einen prozentuellen Anteil an der Verlassenschaft, sondern einen Geldbetrag, der sich nach Art, Dauer und Umfang der geleisteten Pflege richtet. Bei der Berechnung kommt es nicht auf den Wert der Hinterlassenschaft an, sondern auf das Ersparnis des Verstorbenen, von einem Angehörigen anstatt von einer angestellten Pflegekraft betreut worden zu sein. Entzug des Pflegevermächtnisses. Liegt ein Enterbungsgrund vor (z. B. eine gegen den Verstorbenen begangene Straftat), kann das Pflegevermächtnis entzogen werden.

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Gemeinsame Pflege. Wenn z. B. drei Kinder ihre pflegebedürftige Mutter nacheinander jeweils drei Monate im Ausmaß von durchschnittlich 25 Stunden pro Monat gepflegt haben, hat kein Kind Anspruch auf ein Pfle64

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gevermächtnis. Dasselbe gilt, wenn die 25 Stunden pro Monat von den drei Kindern untereinander aufgeteilt wurden. Grundsätzlich ist es aber möglich, dass mehrere Personen einen Anspruch auf ein Pflegevermächtnis haben. Demetz: „Entscheidend ist, dass jede pflegende Person für sich selbst die Voraussetzungen erfüllt.“ Vor- und Nachteile. „Meines Erachtens stellt es eine positive Entwicklung dar, dass vom Gesetzgeber die von nahen Angehörigen geleistete Pflege als wertvoller Beitrag für die Gesellschaft anerkannt und hierfür ein gesetzlicher Anspruch auf Abgeltung dieser Leistungen geschaffen wurde“, sagt Demetz. „Fraglich ist allerdings, ob es der richtige Ansatz ist, dass dieser Anspruch als erbrechtliches Vermächtnis ausgestaltet wird und am Tod der gepflegten Person anknüpft statt an deren Wohlergehen.“ Zudem befürchten Rechtsexperten, dass diese Neuerung die sogenannte „Geiselpflege“ fördern könnte, sprich, dass nahe Angehörige eine vermögende ältere Personen pflegen und von der restlichen Familie abschotten, um mittels Testament zum Alleinerben eingesetzt zu werden. ¬


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Den Pflichtteil später zahlen ... Pflichtteilszahlungen stellen vielfach eine finanzielle Belastung dar. Ab 1. Jänner 2017 schafft die neue Erbrechtsreform die Möglichkeit zur Stundung. Insbesondere Betriebsübergaben sollen so erleichtert werden. Von Eva-Maria Hotter

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as Pflichtteilsrecht sichert bestimmten Personen, den sogenannten Pflichtteilsberechtigten, einen Mindestanteil am Erbe. Der Verfügende kann somit vor seinem Tod nicht über sein ganzes Vermögen letztwillig bestimmen. „Die Pflichtteile stellen für Erben oft eine erhebliche Belastung dar, insbesondere dann, wenn der Erblasser nur einen Vermögenswert hinterlassen hat. Zum Beispiel ein Familienunternehmen, das nur einem Erben allein zukommen soll“, erklärt der Innsbrucker Rechtsanwalt Stefan Gloyer. Künftige Vorteile. B isher gab es keine Möglichkeit, die Pflichtteilszahlung zu verschieben, der Erbe musste unmittelbar zahlen. Stand dem Erbe das zu zahlende Pflicht66

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teilsgeld nicht zu Verfügung, konnte das für ihn auch negative Folgen haben. Bestanden im Fall eines Familienunternehmens nicht genug finanzielle Rücklagen, war der Erbe unter Umständen zum Verkauf des Unternehmens gezwungen, um den Pflichtteil bezahlen zu können. N ach dem Erbrechtsänderungsgesetz, das mit 1. Jänner 2017 in Kraft tritt, kann der Pflichtteil in Zukunft gestundet werden. „Die Einführung einer Pflichtteilsstundung soll somit verhindern, dass Unternehmen oder andere Vermögenswerte vernichtet und zerschlagen werden“, so Gloyer. Zwei Varianten. G rundsätzlich kann der gesamte Pflichtteil gestundet oder eine Ratenzahlung vereinbart werden. Um


Entgeltliche Einschaltung top.tirol

Das neue Erbrecht verständlich erklärt Mit 1. 1. 2017 ändert sich die Rechtslage im Erbrecht, RA Mag. Martin Krumschnabel hat die neue Rechtslage in Buchform verständlich zusammengefasst. eine der beiden Varianten zu nutzen, gibt es zwei Wege: Einerseits kann der Verfügende vor seinem Tod, beispielsweise durch ein Testament, die Stundung des Pflichtteilsanspruchs oder die Zahlung in Teilbeträgen anordnen. Andererseits kann auch der Erbe nach dem Tod des Erblassers bei Gericht Stundung oder Ratenzahlung beantragen. „Prinzipiell ist der Pflichtteil in Geld zu leisten. Er kann aber ebenso durch eine Zuwendung des Erblassers gedeckt werden“, sagt Stefan Gloyer. Eine solche Zuwendung liegt etwa dann vor, wenn der Verstorbene dem Pflichtteilsberechtigten einen wertvollen Gegenstand vermacht.

„Prinzipiell ist der Pflichtteil in Geld zu leisten. Er kann aber ebenso durch eine Zuwendung des Erblassers gedeckt werden.“ Dr. Stefan Gloyer Rechtsanwalt in Innsbruck

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ag. Martin Krumschnabel ist seit 1996 als selbstständiger Rechtsanwalt in Kufstein tätig und befasst sich insbesondere mit zivilrechtlichen Fragen des Immobilien- und des Familienrechts. Kürzlich hat er einen Ratgeber zum Liegenschaftsrecht veröffentlicht. Rechtzeitig vor Inkrafttreten der Erbrechtsreform legt er jetzt einen neuen, verständlichen Ratgeber vor, der über Testamente, gesetzliche Erbfolge und Pflichtteilsrecht sowie über das Verlassenschaftsverfahren aufklärt und Laien praktische Tipps für die Gestaltung des letzten Willens gibt. In Kürze erscheint ein weiterer Ratgeber zum Thema Familienrecht. Der Ratgeber zum Erbrecht kann zum Stückpreis von 12 Euro zuzüglich Versandkosten direkt in der Kanzlei bestellt werden. ¬

Rechtsanwalt Mag. Martin Krumschnabel Josef-Egger-Straße 5 6330 Kufstein Tel.: +43 (0)5372/22 170 E-Mail: rechtsanwalt@krumschnabel.at www.krumschnabel.at

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© PRIVAT

Auf Anordnung. I st die Stundung des Pflichtteils auf Anordnung des Verstorbenen erfolgt, kann der Pflichtteilsberechtigte den Geldpflichtteil nur dann vor dem Ende des angeordneten Zeitraums fordern, wenn ihn dies unter Berücksichtigung aller Umstände hart →

Mag. Martin Krumschnabel, Rechtsanwalt


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Eine weitere Neuerung ist, dass der Geldpflichtteil erst ein Jahr nach dem Tod des Verstorbenen gefordert werden kann.

treffen würde. Das wäre der Fall, wenn der Pflichtteilsberechtigte den Pflichtteil braucht, um seine Existenz oder jene seiner nächsten Angehörigen zu sichern oder zu bestreiten. Das Gericht muss dann im Pflichtteilsprozess die Interessen beider Seiten (Erbe und Pflichtteilsberechtigte) abwägen. „D as Gericht kann aber auch auf Antrag des Erben die Stundung oder Ratenzahlung anordnen. Aber nur, wenn diesen die Erfüllung unbillig hart träfe.“ Zum Beispiel, wenn er sonst die Wohnung, die seine einzige Wohnmöglichkeit ist, veräußern müsste. Nur begrenzt möglich.

© SHUTTERSTOCK

E ine weitere Neuerung ist, dass der Geldpflichtteil

erst ein Jahr nach dem Tod des Verstorbenen gefordert werden kann. „Schließlich muss man sich zuerst einen Überblick über die Verlassenschaft machen können.“ Die Stundung ist für höchstens fünf Jahre nach dem Tod des Erblassers möglich. Die Ratenzahlung kann ebenfalls nur innerhalb von fünf Jahren angeordnet werden. In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen kann der Zeitraum auf insgesamt höchstens zehn Jahre verlängert werden, jedoch nur durch das Gericht. Der Erblasser kann dies nicht anordnen. B ei der Pflichtteilsstundung ist der Geldbetrag vom Todeszeitpunkt an mit vier Prozent zu verzinsen. „Dies wird von mehreren Seiten kritisiert, da die Stundung den Erben beim aktuellen Zinsniveau teurer kommen kann als eine Kreditaufnahme zur sofortigen Begleichung der Pflichtteilsansprüche“, 68

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gibt Gloyer zu bedenken. Dieser zu hohe Kostenfaktor könne zudem die Entscheidung des Übernehmers, das Unternehmen fortzuführen, negativ beeinflussen. ¬

3 Fragen zur Pflichtteilsstundung Was versteht man unter Stundung? Eine Schuld zu stunden, bedeutet, dass Zahlungszeitpunkt oder Fälligkeit verschoben wird. Ab der Fälligkeit kann die Schuld durch Mahnung beim Schuldner eingefordert werden. Wem steht ein Pflichtteil zu? Künftig sollen nur mehr die Nachkommen und der Ehegatte oder eingetragene Partner pflichtteilsberechtigt sein. Das Pflichtteilsrecht der Eltern und weiterer Vorfahren des Verstorbenen entfällt. (siehe Seite 58) Welche Form haben Betriebsübergaben in Familien? In Familien werden Unternehmen häufig im Rahmen einer Schenkung, das heißt ohne Gegenleistung, übergeben. Wurde das Unternehmen nicht zu Lebzeiten übergeben, kommt es zum Unternehmenserwerb von Todes wegen. Dann werden entweder testamentarische Regelungen oder die gesetzliche Erbfolge wirksam.


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AUTO

Škoda Kodiaq Mit einer Länge von 4,70 m, bis zu sieben Sitzen und dem größten Kofferraum seiner Klasse ist der Škoda Kodiaq das erste große SUV des tschechischen Automobilherstellers. Das neueste Škoda-Modell ist ab Anfang 2017 erhältlich.

DER PARISER

AUTO SALON Die „Mondial de l’Automobile“ Paris präsentierte Anfang Oktober die spannendsten automobilen Neuerscheinungen und Zukunftskonzepte. Top.Tirol stellt die diesjährigen Highlights vor. Die 1898 gegründete „Mondial de l’Automobile“ (Pariser Autosalon) findet im Zweijahres-Rhythmus abwechselnd zur IAA in Frankfurt statt. Sie gilt als eine der wichtigsten Messen im Autojahr und ist weltweit eine der meistbesuchten. Auf der Messe 2016 wurden nicht nur die Neuheiten der französischen Automobilhersteller präsentiert: Vor allem auch die asiatischen, amerikanischen und deutschen Autohersteller nutzten den Pariser Autosalon, um ihre Modellneuheiten einem Millionenpublikum präsentieren zu können.

Audi Q5 Der erste Audi Q5 war über Jahre das weltweit bestverkaufte SUV in seiner Klasse. Ende 2016 startet der Verkauf der zweiten Generation. Sie hat in fast allen Abmessungen zugelegt, beim Gewicht jedoch um bis zu 90 Kilo abgespeckt.

LaFerrari Aperta Der LaFerrari Aperta besitzt einen V12Motor mit 800 PS und zusätzlich einen 163 PS starken Elektromotor. Damit macht er über 350 Sachen und beschleunigt auf 100 km/h in weniger als 3 Sekunden. Preis: einige Millionen, ist dennoch längst ausverkauft. 70

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PORSCHEPANAMERA 4EHYBRID Der brandneue Panamera 4 E-Hybrid generiert 462-PS-Systemleistung und 700 Nm Drehmoment aus dem neuen 2,9 Liter großen V6-Biturbo-Motor samt E-Motor: Damit beschleunigt er in nur 4,6 Sekunden auf Tempo 100, seine rein elektrische Reichweite beträgt 50 Kilometer.

WEITERE NEUHEITEN: » AUDI PRÄSENTIERTE DEN NEUEN A5. » BMW ZEIGTE DEN X2. » CITROËN KAM MIT DEM KOMPLETT NEUEN C3. » DACIA PRÄSENTIERTE FACELIFTS DER MODELLE SANDERO, LOGAN KOMBI MCV UND LOGAN.

DESIGNOBJEK T!

» HONDA PRÄSENTIERTE DIE STEILHECKVERSION DES NEUEN CIVIC. » HYUNDAI STELLTE DEN NEUEN I30 VOR. » KIA ENTHÜLLTE DIE VIERTE GENERATION DES RIO.

Peugeot 3008 GT

» LAND ROVER ZEIGTE DIE NEUE GENERATION DES LAND ROVER DISCOVERY. » MERCEDES PRÄSENTIERTE DAS E-KLASSE T-MODELL.

Der neue Peugeot 3008 Kompakt-SUV überzeugt mit gelungenem Design sowie High-Tech-Komfort- und Sicherheitsausstattungen. Er wird in Frankreich produziert und ist ab 20. Oktober in Österreich erhältlich.

» OPEL BEEINDRUCKTE MIT DEM OPEL KARL ROCKS UND DEM ZAFIRA-FACELIFT. » PEUGEOT ZEIGTE DEN NEUEN 5008. » RENAULT ROLLTE DEN CLIO ALS FACELIFT AUF DIE BÜHNE. » SEAT ZEIGTE DEN AUFGEFRISCHTEN MII. » SUZUKI HATTE DAS FACELIFT DES SX4 S-CROSS IM PROGRAMM UND ZEIGTE DEN NEUEN IGNIS.

OPEL AMPERA-E

© WERK (6)

Das 204 PS starke E-Mobil Opel Ampera-e soll laut praxisnahem WLTP-Zyklus gut 380 Kilometer Reichweite besitzen und wäre damit unangefochten Klassenprimus. Der Opel unter Strom wird unter 40.000 Euro kosten und in der ersten Jahreshälfte 2017 auf den europäischen Markt kommen.

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Stattliche Erscheinung: Der Kia Optima verbindet gelungene Optik mit einer Vielzahl automobiler Talente.

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TEST

Goldene Mitte Unaufgeregt und optisch ansprechend ist der neue Kia Optima vor allem eines: das Musterbeispiel einer bezahlbaren und gelungenen Business-Limousine. Test: Klaus Erler

T E C H N I S C H E DAT E N :

KIA OPTIMA 1,7 CRDI ISG PLATIN MOTOR

4-Zylinder-Diesel

ANTRIEB

Vorderrad

HUBRAUM

1.685 ccm

GETRIEBE

7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik

LEISTUNG

104 KW / 141 PS

DREHMOMENT

340 Nm

BESCHLEUNIGUNG

0–100 km/h: 11 sec

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT

203 km/h

VERBRAUCH KOMBINIERT (Werk)

4,4 Liter

TESTVERBRAUCH

6,9 Liter

PREIS AB

25.590 Euro

PREIS TESTWAGEN

38.590 Euro

72

N

ach zwei Modellreihen „Magentis“ und einer Modellreihe „Optima“ ist der seit Beginn 2016 erhältliche neue Kia Optima Erbe einer seit 2000 gebauten koreanischen Mittelklassen-PKW-Linie. Modelliert vom ehemaligen VW-Designer Peter Schreyer gelingt dem Optima, was fast allen neueren Kia-Entwürfen gelingt: eine echte Augenweide zu sein, gleichzeitig dynamisch und schlicht, gleichzeitig sportlich und zeitlos. Perfekter Begleiter Und hier ist man eigentlich schon im Wesenskern des Kia Optima angekommen. Er macht alles gut, ohne anzuecken und irgendwelche Ausnahme-Begabungen auszubilden. Er ist der perfekte Alltagsbegleiter, an dem man sich täglich ohne Reue freuen kann. Dafür sorgt die Kia-7-Jahres-Garantie, dafür sorgt ein überschaubar großer, aber ausreichend starker und sparsamer Diesel, dafür sorgt eine angenehme Automatik. Und dafür sorgt auch ein Einstiegspreis von 25.590 Euro für die 2,0-Liter-Benzinvariante mit 163 PS. Die wird in Österreich allerdings eine eher untergeordnete Rol-

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le spielen. Wichtiger ist der Diesel, der ab 27.790 Euro erhältlich ist. Gleiten statt hetzen Mit ihm gleitet man, statt zu hetzen, er passt zu einer durch und durch ausgewogene Limousine. Die Sitzposition ist angenehm, der Federungskomfort klassenüblich ausgewogen, das Kofferraumvolumen ist mit 510 Litern etwas über Klassendurchschnitt angesiedelt. Zudem lässt die Ausstattung schon in der Einstiegs-Linie „Titan“ wenig Wesentliches zum Wünschen übrig. Serienmäßig mit dabei sind unter anderem ein Tempomat, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Lichtsensor und das Navi samt Rückfahrkamera. Problemlos auf Jahre Wer Problemlosigkeit auf viele Jahre sucht und auf Ringe, Stern und Propeller verzichten kann, wird hier fündig. Wer ein statusfreies, elegantes und gleichzeitig bezahlbares Auto sucht, ebenfalls. Mehr lässt sich über den Kia Optima nicht sagen, und mehr braucht über eine gute Business-Limousine eigentlich auch gar nicht gesagt werden. ¬


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S E I T S E P T E M B E R E R H Ä LT L I C H:

DER KIA OPTIMA ALS LADEMEISTER Die Kombiversion Kia Optima Sportswagon ist in Österreich seit Mitte September in allen Varianten der Limousine verfügbar. Der Kombi kostet jeweils rund 1.300 Euro Aufpreis.

FACTS: KIA OPTIMA SPORTSWAGON • Großer Gepäckraum (553 Liter) • zweifach unterteilte Rückbank (40:20:40) • Hochstabile Karosserie und neueste Sicherheitsassistenten • Neues Infotainmentsystem mit Android Auto™ und Apple CarPlay™ • Adaptives Fahrwerk © WERK, FRANZ OSS (3)

• Diesel und Benziner mit 104 bis 180 kW (141 bis 245 PS), neues 7-Stufen-DCT-AutomatikGetriebe Heckansicht, die gefällt: Der Kia Optima wird so zum Konkurrenten von Passat und Co.

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TEST

Schneidig, schneidig: Erstmals muss sich ein großer Škoda Kombi auch optisch nicht mehr vor Audi und VW verstecken.

Der Rivale Es muss nicht immer VW Passat Variant sein. Sein Brudermodell Škoda Superb Combi übernimmt die wesentlichen Tugenden der deutschen MittelklasseBenchmark und ergänzt sie um Größe und ein eigenständiges Design. Test: Klaus Erler

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as vor kurzem noch undenkbar schien, ist inzwischen Realität: Ein Škoda, der als ernstzunehmender Rivale im heiß umkämpften Segment der Premium-Mittelklassekombis mitmischt und die Konkurrenz in einigen Bereichen dann sogar aufmischt. Genau das gelingt dem neuen Škoda Superb, der in seiner zweiten Auflage als Plattform-Bruder des VW Passat mit bestem automobilen Genmaterial ausgestattet wurde. Neun Zentimeter länger als der Passat und mit sechs Zentimetern mehr Radstand bietet der Superb neben einem ansprechenden Äußeren vor allem eines: konkurrenzlos viel Platz. In der zweiten Sitzreihe werden sich auch Großgewachsene räckeln, das Kofferraum-Volumen erreicht Van-Niveau. VW immer in Sichtweite Wo finden sich die Unterschiede zum VW Passat? Der ŠkodaMotor wirkt etwas schlechter gedämmt, die im Innenraum verwendeten Materialien sind vielleicht eine Nuance billiger. Merken wird das nur, wer direkt vom VW in den Superb umsteigt. Alle anderen werden staunen, wie erwachsen sich ein großer Škoda anfühlen kann. Auch wenn es um Interieur, Fahrverhalten und Fahrdynamik geht, gibt es keine wesentlichen Unterschiede

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Gediegenes Interieur: Der Abstand zum Konzernbruder VW Passat wird im Škoda Superb zunehmend vernachlässigbar.

T E C H N I S C H E DAT E N :

Gut ausgestattet Serienmäßig ist der Superb bereits in seine Einstiegs-Ausstattungslinie Active sehr gut ausgestattet: Hier gibt es zum Beispiel den Frontradar-Assistenten inkl. City-Notbrems-Assistenten, eine Klimaanlage, das Radio „Swing“ mit 5” Colour-Touch-Screen, LED-Heckleuchten, die serienmäßige elektronische Differenzialsperre XDS+ für eine verbesserte Traktion auch bei schnell angegangenen Kurven oder einen Knieairbag für Fahrer. Derart ausgestattet wird den neuen Škoda nur eines ausbremsen können: lange Wartezeiten. ¬

MOTOR

4-Zylinder-Turbodieselmotor

ANTRIEB

Allrad (Haldex)

HUBRAUM

1.968 ccm

GETRIEBE

DSG-Automatik 6-Gang

LEISTUNG

140 KW / 190 PS

BESCHLEUNIGUNG

0 – 100 KM/H: 7,7 sec

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT

228 km/h

VERBRAUCH KOMBINIERT (WERK) TESTVERBRAUCH

5,1 Liter

7,8 Liter (Testverbrauch)

PREIS AB

42.810 €

PREIS TESTWAGEN

53.665 €

© FRANZ OSS (2)

mehr zum VW Passat. Die Federung ist ausgewogen, der 190 PS starke TDI ist in Verbindung mit dem DSG-Getriebe die erste Wahl für alle, die das dieselsparende Gleiten auf hohem Niveau schätzen. Genau wie beim Passat, der mit identem Motor vorfährt, stimmt auch hier: Wer entsprechend dynamisches Vorwärtskommen schätzt, muss den „Sport“Fahrmodus bemühen und wird dafür mit gutem Durchzug, aber vor allem bergauf etwas ruppig schaltendem DSG belohnt. Ein Turboloch ist spürbar, 190 PS helfen aber doch, dieses auch bei vollbeladenem Wagen rasch zu überwinden.

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AUTOMOBILES TIROL

Pro Kopf ergibt das rund

5.820

Verantwortlich für den hohen Dieselanteil

Autokilometer pro Jahr,

sind aber laut VCÖ Verkehrsclub Österreich

nicht Tiroler Haushalte

die . Der Großteil der Diesel-Pkw wurde auf Firmen und andere Organisationen angemeldet (landesweit 59,6 Prozent der Diesel-Pkw).

Die Autos der Tiroler Haushalte

Quelle: Datafact, VCÖ 2016

das ist der drittniedrigste Wert im Bundesländer-Vergleich nach Wien (3.780 Autokilometer pro Person) und Vorarlberg (5.210 Autokilometer pro Person). Am meisten fahren die Burgenländer Auto (7.060 Autokilometer pro Person).

legen pro Jahr rund

4,2 Milliarden Kilometer zurück.

Trotz Dieselskandals vom September 2015 (in den USA wurde bekannt, dass VW eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung von Diesel-Fahrzeugen verwendet) wurden in Tirol weiter überwiegend Diesel-Pkw gekauft:

61,6 Prozent der seit 1. Oktober 2015 in Tirol neu zugelassenen Pkw

fahren mit Diesel.

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Dabei verbrauchen die Autos der Tiroler Haushalte rund

290 Millionen Liter Sprit

pro Jahr.

(Quelle alle drei: VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria. Nicht enthalten sind darin die betrieblichen Autofahrten.)


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Moderner Citroën-Betrieb: Autohaus Schwaiger in Kitzbühel.

Stolz auf die Auszeichnung: Betriebsleiter Klaus Kluckner (r.) mit Verkaufsleiter Walter Kuen

© SCHLOSSMARKETING

© AUTOHAUS-GRUPPE HANL-SCHWAIGER.

PS­Shortcuts

Im neuen Glanz Im April 2015 hat der Unterländer Unternehmer Werner Brunner den Citroën-Betrieb Hanl in der Innsbrucker Trientlgasse übernommen. Bereits sechs Monate später erfolgte mit der Übernahme von Citroen Bernhard der erste Expansionsschritt des erfolgreichen Fahrzeughändlers. Als drittes Standbein der Hanl GmbH wurde schließlich im Jänner 2016 das Autohaus Schwaiger in Kitzbühel in die Gesellschaft integriert, wodurch das Unternehmen zu einem der größten Citroën-Händler in Österreich avancierte. Unmittelbar nach der Übernahme wurde mit der Sanierung des Autohauses begonnen, die im Sommer abgeschlossen werden konnte. Rund 250.000 Euro wurden in den 1971 gegründeten Kitzbüheler Betrieb investiert

Ausgezeichnet Die Innsbrucker Autowelt Denzel-Unterberger

wurde kürzlich als einer der besten Hyundai-Händler in Europa mit der „Frontier Dealer Club“-Mitgliedschaft 2016 ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung ehrt der koreanische Fahrzeughersteller seine allerbesten Händler, die eine entscheidende Rolle darin spielen, die Marke Hyundai noch erfolgreicher am Markt zu positionieren. Denzel-Unterberger wurde diese Auszeichnung als einzigem Hyundai-Partner in ganz Westösterreich zuteil.

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SPEDITION & LOGISTIK Regionale, nationale und internationale Warenflüsse planen und gestalten, Verkehrsträger richtig einsetzen und kombinieren, Transportlösungen ausarbeiten – top.tirol nimmt Tirols Spediteure und Logistiker genauer unter die Lupe. WK-FACHGRUPPENOBMANN HANNES MAYR IM INTERVIEW ........SEITE 80 ZAHLEN, DATEN, FAKTEN .......................................................................SEITE 82 DER TRANSPORTDIENSTLEISTER TSSU .................................................SEITE 84

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„Wir sind die Architekten des Verkehrs“ Hannes Mayr, Obmann der Fachgruppe Spedition und Logistik der Tiroler Wirtschaftskammer, spricht im Interview über Tirol als Logistikstandort, die Herausforderung, Mitarbeiter auszubilden, und die Bedeutung hochstehender IT. Das Interview führte Eva Schwienbacher.

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err Mayr, welche Rolle spielen Tiroler Logistik- und Speditionsunternehmen für die heimische Wirtschaft? Hannes Mayr: Ohne Spediteure und Logistiker würde der Wirtschaftskreislauf in Tirol nicht funktionieren. Unsere Aufgabe ist es, eine optimale Abwicklung des Warenflusses – vom Produzenten zum Unternehmer, vom Händler zum Käufer – zu gewährleisten, in der Region und weltweit. Wir sind sozusagen die Architekten des Verkehrs und leisten einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Handelsbeziehungen.

© WK TIROL

Und als Arbeitgeber? Wir zählten im Jahr 2015 rund 2.400 Beschäftigte in Tirol und verzeichneten einen leichten Anstieg im Vergleich zu 2014. Wir sind Dienstleister, deren Serviceleistungen zunehmend auf Nachfrage stoßen. Wir sind permanent auf der Suche nach motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Berufe in diesem Bereich bieten ausgezeichnete Karrierechancen: Die meisten Führungskräfte in der Branche haben als Lehrlinge begonnen.

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Ist der Fachkräftemangel kein Thema? Es zeigt sich ein differenziertes Bild: Jene Betriebe, die dazu bereit sind, Zeit und Geld in die Lehrlingsausbildung zu investieren, haben bestimmt kein Problem mit dem Nachwuchs. Unternehmen, die hingegen in der Ausbildung sparen, haben Schwierigkeiten, sich ihre Fachkräfte zu sichern. Manche versuchen, über andere Wege qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, Stichwort Abwerbung. Das Thema Lehrlingsausbildung ist kein einfaches. Das Ausbilden ist mit einem großen Aufwand verbunden und nicht immer ist die Anstrengung von Erfolg gekrönt. Gleichzeitig ist es eine Chance für Unternehmer, Talente zu entdecken und Kompetenz weiterzugeben.

„Jene Betriebe, die dazu bereit sind, Zeit und Geld in die Lehrlingsausbildung zu investieren, haben bestimmt kein Problem mit dem Nachwuchs.“


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Abgesehen von der Fachkräftesicherung, vor welchen Herausforderungen steht die Branche noch, um nahtlose Waren- und Informationsflüsse zu garantieren? Neben guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern benötigen wir vor allem eine funktionierende IT, die auf dem neuesten Stand der Technik ist. Die Digitalisierung in den letzten zehn, 15 Jahren war eine enorme Entwicklung – ohne intelligente Informationstechnik läuft heute nichts. Unsere Aufgabe ist es, die Technik zur Qualitätssicherung und Prozessoptimierung zu nutzen. Das erfordert Investitionen in den Betrieben. Inwiefern wären die Spediteure und Logistiker von den Verkehrsbeschränkungen betroffen, die mit der Einführung des sektoralen Fahrverbots entstehen würden? Das sektorale Fahrverbot soll zur Entlastung des Transitverkehrs auf der Inntalautobahn dienen. Auf uns als ortsansässige Logistiker und Spediteure hätte es keine Auswirkungen. Wir dürften in der betroffenen Zone weiterhin Waren zustellen und abholen.

lagerung auf den Schienenverkehr der Umwelt wegen zu begrüßen. Nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels darf man sich jedoch nicht erhoffen, dass der Transitverkehr von der Straße verschwindet. Es fehlen sowohl im Norden als auch im Süden die Zulaufstrecken. Auch die finanziellen Anreize sind nicht gegeben, was nicht zuletzt am derzeit niedrigen Ölpreis liegt. Wenn man über die Grenzen hinausblickt, welche Handelspartner bieten das größte Wachstumspotenzial? Derzeit ist der osteuropäische Raum – mit Ausnahme von Russland aufgrund der Wirtschaftssanktionen – ein wichtiger Markt. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Auch der Nahe und Ferne Osten spielen eine große Rolle, welche mittelfristig noch ausbaufähig ist. Durch die Globalisierung ist die ganze Welt ein potenzieller Markt. Neben der wirtschaftlichen Situation hängen Wirtschaftsbeziehungen jedoch stark von der politischen Stabilität ab. Vor einem Jahr noch waren Investitionen in der Türkei in aller Munde. Heute sieht die Lage anders aus. In unserer Branche haben wir damit aufgehört, langfristig zu planen. Das ist nicht mehr möglich. Wir müssen flexibel sein und auf die Gegebenheiten reagieren.

„In unserer Branche haben wir damit aufgehört, langfristig zu planen. Das ist nicht mehr möglich. Wir müssen flexibel sein und auf die Gegebenheiten reagieren.“

Welche Standortvorteile bietet Tirol? Im Warenaustausch zwischen Nord- und Südeuropa ist Tirol ein idealer Logistikstandort. Die geografische Lage eignet sich gut, um Umladungen und Kommissionierungen durchzuführen. Die Tiroler Straße-Schienen-Umschlaggesellschaft in Hall ermöglicht es zudem, den kombinierten Verkehr zu nutzen. Es werden beispielsweise Waren aus Norditalien mit dem Lkw angeliefert und am Umschlagterminal in Hall zum Weitertransport auf die Schiene verlagert. Der Warenfluss in den osteuropäischen Raum läuft vor allem über Wien. Der Standortvorteil liegt also klar in der NordSüd-Verbindung. 2025 soll der Brennerbasistunnel fertiggestellt werden. Bringt seine Eröffnung weitere Vorzüge? Das Verkehrsprojekt ist im Moment bestimmt für viele Wirtschaftstreibende in Tirol gewinnbringend und grundsätzlich ist eine Ver-

In Tirol gibt es in der Spedition und Logistik vor allem Klein- und Mittelbetriebe. Wie robust und anpassungsfähig sind diese Unternehmen? Viele kleine und mittelständische Betriebe haben sich auf Nischen spezialisiert. Spezialisierung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. In Krisenzeiten, wie in den Jahren 2009 und 2010, hängt es generell davon ab, wie gesund ein Unternehmen ist. Hatte es bereits vorher finanzielle Schwierigkeiten, bekam es die Auswirkungen der Krise mehr zu spüren. Gut aufgestellte Unternehmen konnten durch gezieltes Krisenmanagement Verluste abfedern und dadurch erfolgreich bleiben. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.

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Die Logistik-

Spezialisten Die Fachgruppe Spedition und Logistik der WK Tirol im Überblick

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ALLER NACH TIROL GELIEFERTEN WAREN WERDEN VON TIROLER SPEDITIONEN UMGESCHLAGEN. KARRIERE IN DER LOGISTIKBRANCHE Gut ausgebildete Mitarbeiter sind gerade in der Speditionswirtschaft das A und O. In kaum einer anderen Branche gibt es so viele Feinheiten, die ein Mitarbeiter kennen muss. Grundsätzlich verfügen die Speditionsbetriebe über hervorragend ausgebildete Dienstnehmer, die den interessanten, aber auch fordernden Beruf eines Spediteurs ausüben. Doch wie in vielen anderen Branchen auch wird es immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. Dabei bietet die Speditionswirtschaft gute Karrierechancen. International vernetzt Aufgrund der weltweiten Kontakte und PartnerBetriebe liegt den Lehrlingen praktisch die „ganze Welt zu Füßen“. Überall können sie neue Erfahrungen gewinnen. Zudem wird derzeit in Tirol an einer noch besseren schulischen Ausbildung gearbeitet. Die Berufsschule, die sich derzeit in Mitterdorf in der Steiermark befindet, wird zum Beispiel nach Tirol geholt, um dem Nachwuchs eine moderne und praxisorientierte Ausbildung zu gewähren. Die Logistikbranche ist immer auf der Suche nach motivierten und engagierten jungen Menschen. Ein Überblick über alle Betriebe, die unter anderem in den Bereichen Speditionskaufwesen, Betriebslogistik, Rechnungsund Finanzwesen sowie Informationstechnologie ausbilden, ist hier zu finden: www.lehrbetriebsuebersicht.wko.at

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MITGLIEDSBETRIEBE

DAVON 81

DIENSTGEBERBETRIEBE

INSGESAMT

2.390

ARBEITNEHMER

LEHRLINGE

• Speditionskaufmann/-frau: 90 • Betriebslogistikkaufmann/-frau: 3 • Speditionslogistiker: 6

Quelle: Tiroler Verkehrswirtschaft in Zahlen 2015 der WK Tirol

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We are where you are. In Ihren Märkten sind wir zuhause. Mit eigenen Standorten, an denen wir uns persönlich für Ihre Ziele einsetzen. Mit einem der effizientesten Logistik-Netze der Welt. Und mit dem Anspruch, der uns seit mehr als 500 Jahren antreibt: Service Excellence. Wo brauchen Sie Unterstützung? www.gw-world.com/near-me

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Zug um Zug Die TSSU – Tiroler Straße-Schiene-Umschlagsgesellschaft – betreibt in Hall einen Terminal für den Kombiverkehr. Täglich wird hier tonnenweise Ware von der Straße auf die Schiene verlagert. Von Eva Schwienbacher

© FRANZ OSS (3)

Mit Containerumschlaggeräten werden in Hall täglich Container von bis zu 120 Lkw von der Straße auf die Schiene und in die umgekehrte Richtung verladen.

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as Transportdienstleistungsunternehmen TSSU ist auf den unbegleiteten kombinierten Warenverkehr spezialisiert. Es verlagert für Spediteure und Transporteure Güter auf die Schiene und umgekehrt. Rund 1 Million Tonnen Ware werden am Terminal in Hall im Jahr umgeschlagen, pro Tag 120 Lkw be- und entladen.

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Im Unterschied zum begleiteten kombinierten Warenverkehr (der sogenannten Rollenden Landstraße, kurz RoLa) werden nur die Ladegüter per Bahn befördert, ohne begleitende Motorfahrzeuge. Der Güterverkehr auf der Schiene hat eine Reihe von Vorteilen, sagt Alexander Wolf, Prokurist der TSSU: „Es fallen beispielsweise Mautkosten weg,


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„Die Verkehrsanbindungen sind Voraussetzung für eine effiziente Abwicklung der Transportleistungen.“ Alexander Wolf, Prokurist der TSSU

Staus und dadurch Zeitverluste können vermieden werden, die Straße sowie die Umwelt werden entlastet. Der unbegleitete Kombiverkehr im Speziellen punktet als Transportsystem auch mit seiner hohen Förderkapazität, da kein Totgewicht befördert werden muss.“

Ihr Spezialist für Transporte in Europa! Seit 1983.

Gut vernetzt. Der Umschlagterminal des Tiroler Unternehmens befindet sich neben dem Autobahnzubringer HallWest und verfügt über einen Direktanschluss zum Haller Verschiebebahnhof. „Die Verkehrsanbindungen sind Voraussetzung für eine effiziente Abwicklung der Transportleistungen“, sagt Wolf. Neben österreichischen Terminals ist auch eine weltweite Anbindung an internationale Termi­ nals gegeben. Auf nationaler Ebene sind die wichtigsten Verbindungen jene nach Wien und Wels. Aber auch Salzburg, Graz, Villach, Ebensee und Lenzing zählen zu den Destinationen. International gehören zum Beispiel Foggia und Bari in Süditalien, Köln und Rohstock in Deutschland oder Padborg in Dänemark zu den Zielbahnhöfen.

Absolute Kundenorientierung ver-

Standortvorteil. Die TSSU kauft die Transportleistungen bei staatlichen und privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen ein und anschließend an ihre Kunden weiter. →

Österreich.

Zahlen und Fakten: •3 0.000 m² Umschlag- und Lagerfläche • 3 Ladegleise • 1.200 m Gleis-Gesamtlänge (entspricht rund 60 Waggons) • 2 Mobilkräne (je 45 Tonnen Tragkraft) • 8 Mitarbeiter • Ca. 2,3 Mio. Euro Jahresumsatz Netto • Ca. 45.000 Containerhübe von oder auf die Schiene pro Jahr • 1 Mio. Tonnen Waren pro Jahr werden umgeschlagen

bunden mit Kompetenz, Qualität, Flexbilität und Verlässlichkeit gelten seit 1983 als Erfolgsmotor der Transped Gruppe. Unsere hochqualifizierten Mitarbeitererinnen und Mitarbeiter aus 27 Ländern bieten unseren Kunden eine ausgezeichnete Servicequalität. Das macht uns zu einem der erfolgreichsten Transportunternehmen in

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Alexander Wolf Prokurist der TSSU

Nach Wien und Süditalien verkehren jeweils Ganzzüge, die komplett von bestimmten Kunden der TSSU gebucht sind. Die restlichen Destinationen werden aufgrund der geringeren Nachfrage jeweils mit einzelnen Waggongruppen angefahren, die an internationale Güterzüge angekoppelt werden. Dabei wird ausgerechnet die anspruchsvolle Brennerstrecke (enge Kurven, starke Steigung, Hänge) zum Vorteil. Wolf erklärt: „Auf flachen Strecken können Züge mit einer Lok in der Regel mit 1.600 Tonnen fahren, über den Brenner hingegen werden bereits für 1.150 Tonnen zwei Loks benötigt. Für mehr Gewicht wäre eine dritte Schiebelok notwendig, was sehr kostenintensiv ist.“ Aus diesem Grund würden viele Güterzüge den Alpenpass mit weniger Gewicht, sprich 1.150 Tonnen, überqueren und Hall mit noch freien Förderkapazitäten erreichen. „Ab Hall können die Güterzüge wieder mit 1.600 Tonnen gegebenenfalls auch mehr weiter Richtung Norden fahren. Wir haben somit die Möglichkeit, diese Züge mit bis zu 450 Tonnen Fracht zu beladen.“ Güterzüge, die vom Norden kommend Richtung Süden fahren, können in Hall wiederum Gewicht loswerden. „Das kommt sowohl uns als auch den Eisenbahnverkehrsunternehmen zugute.“ Verkehr verlagern. Die am häufigsten umgeschlagenen Güter kommen aus dem Speditionsbereich und sind verschiedenste Waren – von Lebensmitteln bis hin zu diversen Ersatzteilen. Die eine Hälfte der Kunden sind Tiroler Firmen, die andere internationale Unternehmen, die hauptsächlich aus den Nachbarländern kommen. Vom Umschlagterminal in Hall werden die belade86

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nen Waggons mittels einer Verschublok zum Bahnhof Hall gebracht und dem Zielbahnhof entsprechend aufgeteilt. Mit 700 Metern Richtgleisen ist der Bahnhof Hall der größte Verschiebebahnhof in Tirol. Die Verkehrspolitik versucht Anreize für Transporteure und Spediteure zu schaffen, um den Schienengüterverkehr zu forcieren. So ist zum Beispiel das erlaubte Höchstgewicht mit 44 Tonnen um 4 Tonnen höher als im Straßenverkehr, die Vor- und Nachläufe sind von temporären Fahrverboten befreit, für Investitionen in die Ausrüstung für den Kombiverkehr erhält man Förderungen. Die Kundengewinnung ist dennoch mit Herausforderungen verbunden. „Im Moment ziehen viele Transportunternehmen die Straße der Schiene vor“, weiß Wolf. „Gebremst wird der Kombiverkehr etwa durch den niedrigen Dieselpreis, der die Straße aktuell zum günstigeren Verkehrsträger macht.“ ¬


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Der Bahnhof Hall ist der größte Verschiebebahnhof Tirols. Hier werden die Waggone ihrer Destination entsprechend aufgeteilt.

Geschichte: Das Transportdienstleistungsunternehmen wurde im Jahr 1990 in Hall in Tirol gegründet und operierte bis 1994 auf der Anlage der Logistik Zone Tirol. 1995 wurde der neue Terminal mit dem Autobahnzubringer Hall-West eröffnet, wo die TSSU seither ihr Geschäft abwickelt. Es ist eine Hundert-Prozent-Tochter von Gebrüder Weiss Tirol. Der Terminalbetreiber ist Dienstleister für die Transportwirtschaft im Bereich Ganzzüge und Waggongruppen im nationalen und internationalen Schienenverkehr. Zu den Haupttätigkeitsfeldern der TSSU gehören die Be-/Entladung und Lagerung von Wechselaufbauten, Überseecontainern und Sattelaufliegern sowie Container-Trucking. Hinzu kommen u. a. die Lagerung und Reparatur von Kombiequipment, Zollabfertigungen oder die Bereitstellung von Spezialwaggons.

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10 Jahre Erfolgsgeschichte in Südtirol und Trentino Es wurde „felsenfest“ gefeiert: Die TIROLER VERSICHERUNG blickt auf zehn erfolgreiche Jahre seit dem Wiedereintritt in den italienischen Markt zurück.

E

hrengäste aus Kirche, Kultur, Politik und Wirtschaft, Partneragenturen und Mitarbeiter­ Innen aus der gesamten Europaregion freuten sich über ein äußerst erfolgreiches Jahrzehnt seit der Rückkehr in den historischen Stammmarkt. Nach dem 1. Weltkrieg und der Teilung Tirols wurden der 1821 gegründeten Versicherung auf Gegenseitigkeit ihre gesamten Besitztümer sowie Kunden als Marktführer in Südtirol und dem Trentino aberkannt und italienischen Versicherern zugewiesen. Erst 2006 – also 87 Jahre später – kehrte die TIROLER nach Südtirol und Trentino zurück und ist heute das einzige in der Europaregion Tirol ansässige Versicherungsunternehmen, das in der gesamten Region tätig ist. Das Produktangebot ist beiderseits des

Brenners genau auf die verschiedenen Regionen zugeschnitten. Das wissen auch immer mehr Versicherungsnehmer in Trentino-Südtirol zu schätzen. So hat es die TIROLER innerhalb nur weniger Jahre in die Top 5 der beliebtesten Versicherungen in Südtirol geschafft. Ganz besonders punkten kann die TIROLER durch ihre Fachexperten vor Ort und die kompetente, schnelle und unbürokratische Schadenabwicklung. Bereits 14.000 Kunden sind südlich des Brenners „felsenfest versichert“ – bestens betreut von 42 Agenturen bzw. Brokern und dem umfassend ausgebildeten und zweisprachigen Team der TIROLER in Bozen unter der Führung von Landesdirektor Pierluigi Siri aus Brixen. Das oberste Entscheidungsorgan

der TIROLER – die Mitgliedervertretung – setzt sich aus insgesamt 36 Delegierten, welche allesamt Kunden der Versicherung sind, zusammen. Drei davon sind bereits aus Südtirol: Dr. Michl Ebner (Unternehmer und Präsident der Handelskammer Bozen), Josef Waldner (Hotelier, Haflingerzüchter, Obst- und Weinbauer, Marling bei Meran) sowie Franz Zelger (Zebau) aus Deutschnofen. ¬

Vorstandsdirektor Mag. Franz Mair mit Dr. Michl Ebner, TIROLER Delegierter und Präsident der Handelskammer Bozen sowie TIROLER Aufsichtsrat Dr. Alois Schellhorn (WK Tirol)

Vorstandsvorsitzender Dr. Walter Schieferer, Landesdirektor in Bozen Pierluigi Siri, Aufsichtsratsvorsitzender und Tirols LH-Stv. ÖR Josef Geisler

Josef Bernhart (Eurac), Sabine Kasslatter Mur und TIROLER Aufsichtsratvorsitzender-Stv. DDr. Hannes Ischia (re.)

© TIROLER/SEEHAUSER (6)

Die beiden TIROLER Delegierten Nikolaus Unterweger (Kals a. G.) und Franz Eberharter (Mitte) mit dem Südtiroler Landeskommandant der Schützen Major Elmar Thaler (re.)

TIROLER VERSICHERUNG V.a.G. Dekan Bernhard Holzer (Dompfarre Bozen) und TIROLER Delegierter Abt German Erd (Stift Stams) erbaten „den Segen von oben“.

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Von links: Die TIROLER Delegierten Franz Zelger (Zebau Bozen), Slalomweltmeister Manni Pranger und Josef Waldner („Oberwirt“ in Marling).

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E-Mail: mail@tiroler.at www.tiroler.at


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ie WALTER GROUP ist mit mehr als 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der erfolgreichsten Privatkonzerne Österreichs. Zu den wichtigsten Geschäftsaktivitäten der WALTER GROUP zählen die europaweite Abwicklung von Komplettladungs-Transporten auf der Straße und im kombinierten Verkehr durch LKW WALTER sowie der europaweite Handel und die Vermietung von Büro-, Lager- und Sanitärcontainern durch CONTAINEX. Unternehmen mit Zukunftsperspektive LKW WALTER bietet Ihnen eine erfolgsversprechende und langfristige Karriereperspektive. Zum Beispiel deshalb, weil wir uns seit der Gründung im Jahr 1924 die Freiheit nehmen, als hochspezialisierter Nischenplayer immer wieder neue Standards bei der Organisation von Komplettladungs-Transporten zu setzen. Als Transport Manager vernetzen Sie täglich Kunden und Transportpart-

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ner in ganz Europa. Intensive Kommunikation prägt Ihren Arbeitsalltag. In kleinen Teams wird eigenverantwortlich gearbeitet, wirtschaftliche Ziele geplant und kaufmännische Verantwortung übernommen. Alternativ stehen im Unternehmen auch interessante Aufgaben im Customer Service oder Management Support zur Verfügung. Erfolg beginnt mit der richtigen Ausbildung „Train the Winner“ heißt unser intensives Trainingsprogramm, das Sie von Anfang an voll in das Tagesgeschäft einbindet. Im Training on the Job werden Sie von erfahrenen Trainerinnen und Trainern während der Ausbildungsphase begleitet. Arbeiten in der WALTER GROUP Als Privatunternehmen im Familienbesitz sind uns ein gutes Betriebsklima, Teamgeist und ein kooperativer Führungsstil ein besonderes Anliegen. Wir bieten Ihnen die Sicherheit eines gesun-

den, finanzstarken Privatunternehmens. Neben einem überdurchschnittlich hohen Gehalt und einer Beteiligung am Unternehmenserfolg profitieren Sie auch von zahlreichen Benefits. ¬

WALTER GROUP am Standort Kufstein 6330 Kufstein, Zellerstraße 1 Die WALTER GROUP beschäftigt am Standort Kufstein rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 35 Nationen. jobs.walter-group.at LKW WALTER Internationale Transportorganisation AG Führende europäische Transportorganisation für Komplettladungen im LKW-Straßentransport und im kombinierten Verkehr. www.lkw-walter.com CONTAINEX Container-Handelsgesellschaft m.b.H. Führender europäischer Anbieter für Container und mobile Raumsysteme. Sechs eigene europäische Produktionswerke und mehr als 150 Depots in 33 Ländern. www.containex.com

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Tirols Waren rollen Wie viel Ladegut in Tirol befördert wird, mit welchen Verkehrsträgern und auf welchen Wegen

Im Inlandverkehr auf der Straße wurden in Tirol 30,6 Millionen Tonnen an Waren durch österreichische Unternehmen beladen, 90,5 Prozent davon wurde auch wieder in Tirol entladen. Der Rest ging in die anderen Bundesländer.

AM BRENNERPASS

auf der Schiene: 12.561.000 Tonnen auf der Straße: 31.157.000 Tonnen

166 Kilometer lang ist Tirols längste Straße: die B 171 von Kufstein nach Landeck.

2.240 KM LANG IST DAS TIROLER STRASSENNETZ.

Im Inlandverkehr auf der Schiene blieben von den 6,2 Millionen Tonnen der in Tirol durch österreichische Unternehmen eingeladenen Waren 5,6 Millionen im Land.

Quelle: Statistik Austria, Verkehrsstatistik 2015, Schienen- und Straßenverkehr österreichischer Unternehmen; Land Tirol

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Der Logistik-Kreislauf: vom Web ins Wohnzimmer Logistiker spielen im E-Commerce eine entscheidende Rolle. Nicht nur um online bestellte Waren vom Händler zum Kunden zu transportieren, sondern auch im Retouren-Management. 2.

1. Online-Bestellung durch Konsumenten: Die Hauptbestellzeit ist Sonntagabend, da die Leute Zeit haben, im Internet zu stöbern.

Anschaffung und Auslieferung: Logistiker erhalten den Auftrag zur Auslieferung. Die Waren sind entweder in Terminals gelagert oder werden direkt beim Händler abgeholt.

4. Retouren-Management: Logistiker übernehmen auch Rücktransporte zurückgesendeter Waren. Zu den Aufgaben zählen auch Prüfung, Buchung und Verpackung.

3. Terminvereinbarung: Der Liefertermin wird mit Endkunden vereinbart. Die Herausforderung besteht darin, die Routen der LKW möglichst effizient zu planen, sodass Leerläufe vermieden werden.

Entgeltliche Einschaltung

Hohes Serviceniveau und effiziente Transportlösungen bei Panalpina

W

ie würden Sie die Panalpina in wenigen Worten beschreiben? Sandra Scherl: Als kundenfokussiert, innovativ, effizient, zuverlässig und als einen modernen Dienstgeber mit Teamspirit. Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb? Als Global Player mit 500 eigenen Standorten in über 70 Ländern verfügt Panalpina über das nötige Netzwerk und Know-how, um unseren Kunden einen bestmöglichen Service anzubieten. Unser Charter Network ist einzigartig und für viele Kunden die optimale Lösung für zeitkritische und sensible Güter. Panalpina ist bereits seit 1948 mit lokalen Standorten vertreten, neben Innsbruck sind wir in Graz, Höchst, Linz und Wien mit rund 150 gut ausgebildeten Mitarbeitern aufgestellt. Unser Portfolio reicht von Standardtransporten per Luft-, See-, Landfracht und Schiene bis

hin zu individuellen Lieferkettenoptimierungen mit verschiedensten Mehrwertdienstleistungen wie u. a. aus den Bereichen Logistik, IT und Zoll. Was wäre ein Beispiel für eine optimierte Lieferkette? Für temperaturempfindliche Waren bieten wir beispielsweise Door-to-door-Konzepte ohne Unterbrechung der Kühlkette an. Unter Einsatz zertifizierter Verpackungen mit integrierter Temperaturüberwachung wird das durchgehende Monitoring der Temperatur und Handling von unserem geschulten Personal gewährleistet. Wie darf ich mir Ihr Kundenportfolio vorstellen? Wir haben einen ausgewogenen Kundenmix von KMUs bis hin zu Großkonzernen der verschiedensten Branchen. Aber auch internationale Skiverbände nutzen unseren „Just-in-time“ Service bis direkt an die Weltcup-Pisten.

Sandra Scherl, Business Unit Managerin Panalpina Innsbruck

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders? Mir gefällt die gute Zusammenarbeit im Team sowie die tägliche Herausforderung, unseren internationalen Kunden auf dem schnellsten Wege einen ausgezeichneten Service zu liefern. ¬

Panalpina Welttransport GmbH Dr.-Franz-Werner-Straße 30, 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 587344 0 E-Mail: info.austria@panalpina.com www.panalpina.com www.xing.com/company/panalpina www.facebook.com/panalpina www.youtube.com/c/panalpinagroup

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Von Tirol aus rund um die Welt Europaweiter Landverkehr, Logistiklösungen, Luft- und Seefracht – Gebrüder Weiss bewegt Waren rund um die Welt. Seit mehr als 60 Jahren betreibt das internationale Transportund Logistikunternehmen auch in Tirol drei Standorte.

G

Full-Service-Logistik Gebrüder Weiss Tirol bietet die komplette Servicepalette eines modernen Logistikdienstleisters: von Landtransporten bis zu hochspezialisierten Logistiklösungen. An den Standorten Hall, Innsbruck und Wörgl verfügt Gebrüder Weiss Tirol über eine Gesamtfläche von mehr als 130.000 m2, 25.000 Hochregalstellplätze, 15.000 m2 Blocklager und 6.000 m2 Umschlagsfläche. Der Standort Hall verfügt über einen direkten Zugang zum überregionalen Schienennetz, welcher der GW-Strategie entgegenkommt – den umweltfreundlichen kombinierten Verkehr zu forcieren. Der Ganzzug „Orange Combi Cargo“ verkehrt täglich auf der Achse Bludenz–Wien–Bludenz mit Zwischenstopp in Hall. Jährlich werden 17.000

Hannes Mayr, Niederlassungsleiter Gebrüder Weiss Tirol

„Gebrüder Weiss Tirol lebt den Slogan ,Karriere mit Lehre‘. Viele unserer Führungskräfte sind selbst ausgebildete Mitarbeiter.“ 92

© GEBRÜDER WEISS

ebrüder Weiss zählt mit über 6.000 Mitarbeitern und 150 firmeneigenen Standorten zu den führenden Transport- und Logistikunternehmen Europas. Das starke internationale Netzwerk macht Gebrüder Weiss zu einem wichtigen Partner für die exportorientierte heimische Wirtschaft.

Mit dem verlässlichen und erfahrenen Logistikpartner Gebrüder Weiss gelangen Waren auf effizientestem Weg von Tirol nach Europa oder Übersee.

Lkw von der Straße auf die Schiene verlagert und 9.000 Tonnen CO2 eingespart. Die Tiroler Straße-Schiene-Umschlagsgesellschaft (TSSU), eine unabhängige 100-Prozent-Tochter von Gebrüder Weiss Tirol, ist auf die reibungslose Abwicklung von europaweiten kombinierten Verkehren spezialisiert. Klimaneutrale Logistikhalle Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein Fixpunkt der Gebrüder-Weiss-Firmenphilosophie. Dazu errichtete der Transportexperte 2011 etwa die erste klimaneutrale Logistikhalle: Ökologische Verantwortung und Wirtschaftswachstum lassen sich vereinen. Ausbildung hoch im Kurs Gebrüder Weiss Tirol legt ein besonderes Augenmerk auf die Ausbildung der MitarbeiterInnen. Dies betrifft die Aus- und Weiterbildung der bestehenden Mannschaft sowie der jungen MitarbeiterInnen. Aktuell werden 25 Nachwuchstalente zu Speditionskaufleuten, Speditions- und Lagerlogistikern ausgebildet. „Karriere mit Lehre ist bei Ge-

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brüder Weiss Tirol gelebte Praxis und somit rekrutiert sich fast die gesamte Führungsmannschaft aus selbst ausgebildeten Mitarbeitern“, sagt Hannes Mayr, Niederlassungsleiter von Gebrüder Weiss Tirol. ¬

FIRMENCHRONIK GEBRÜDER WEISS Zwischen dem 14. und dem 19. Jh. führte der alpenländische Botendienst wöchentlich Transporte von Lindau nach Mailand durch. Die Betreiber des Botendienstes waren die Vorfahren der Eigentümerfamilie Weiss. 1823 gründete sie die Speditionsfirma Gebrüder Weiss, die sich über die Jahrzehnte sukzessive zu einem Weltkonzern entwickelte. 1950 eröffnete das Unternehmen ein Speditionsbüro in Innsbruck. Der Standort wurde 1976 und 1993 jeweils um eine Speditionsanlage erweitert. Durch das stetige Wachstum wurde im Laufe der Zeit ein größeres Firmenareal notwendig, welches 2002 durch den Kauf der früheren Logistikzone Tirol gefunden wurde. In den letzten Jahren erfolgten sukzessive Standorterweiterungen. Aktuell ist ein Zubau mit 4.000 m² Umschlags- & Kommissionierflächen in der Planung, welcher 2017 umgesetzt wird. Diese Investition von ca. 5 Mio. Euro wird wiederum der Tiroler Wirtschaft zugute kommen. www.gw-world.at


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Günstiges EU-Geld für Tiroler Betriebe Die Europäische Investitionsbank (EIB) fördert nachhaltige Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung, Umwelt und Klima, Innovation und Infrastruktur in Europa leisten.

40 Mio. Euro stehen exklusiv Kunden der Tiroler Raiffeisenbanken für ihre Projekte zur Verfügung.

Günstige EIB-Finanzierungskonditionen für Klein- und Mittelbetriebe sowie Mid-Cap-Unternehmen.

Eine starke Partnerschaft seit 2014: die Raiffeisen-Bankengruppe Tirol ist regionaler Partner der EIB in Tirol.

Die Raiffeisen-Bankengruppe Tirol hat seit 2014 bereits 100 Mio. Euro günstiges EU-Geld an Tiroler Betriebe für ihre Investitionen vergeben.

Die EIB-Mittel können für Neu-, Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen oder für den Aufbau von Vertriebsnetzen auf in- oder ausländischen Märkten innerhalb der EU vewendet werden.

Eine kompetente Partnerschaft für günstige Unternehmensfinanzierungen:

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Neues Erben: Tiroler Notare können helfen Am 1. 1. 2017 tritt mit der Erbrechtsnovelle eines der größten gesetzgeberischen Vorhaben der letzten Jahrzehnte in Kraft. Die Beratung durch einen der Tiroler Notare kann vor Überraschungen schützen und heimischen Erben und Erblassern helfen, bei den vielen Änderungen den Überblick zu bewahren.

© TIROLER NOTARE

WAS MACHT DER TIROLER NOTAR? Der Tiroler Notar ist Träger eines öffentlichen Amtes, dem staatliche Autorität übertragen ist, um öffentliche Urkunden zu errichten. Er stellt dabei die Echtheit, Beweiskraft und Aufbewahrung dieser Urkunden sicher. Der Notar ist vom Gesetz dazu verpflichtet, unparteiisch und objektiv zu sein. Notariellen Urkunden kommt vor Gericht und Behörden eine besondere Beweiskraft zu. Notarielle Urkunden können außerdem genauso vollstreckbar gemacht werden wie rechtskräftige Gerichtsurteile. Darüber hinaus bietet der Notar ein umfangreiches Spektrum an Rechtsdienstleistungen an. Er berücksichtigt nicht nur die zivilrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch die steuerliche Seite der Vorgänge. So kann er eine für alle Beteiligten optimale und sichere Lösung erstellen.

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ährend sich Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen 200 Jahren grundlegend gewandelt haben, ist das Erbrecht seit seinem InKraft-Treten im Jahr 1812 über weite Strecken unverändert geblieben. Das wird sich mit dem Jahreswechsel ändern: Das neue Erbrecht hat umfassende Änderungen im Pflichtteilsrecht, im gesetzlichen Erbrecht sowie hinsichtlich der Formvorschriften für Testamente zur Folge, auch sollen Pflegeleistungen künftig durch ein Pflegevermächtnis im Verlassenschaftsverfahren berücksichtigt werden. Im Rahmen der Erbrechtsnovelle, die am 1. 1. 2017 in Kraft tritt, werden von den ca. 1.500 Paragrafen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches rund 350 erneuert. Notar-Beratung kann vor Überraschungen schützen D urch die Erbrechtsreform in der EU

und in Österreich kommen viele Änderungen auch auf Tiroler Erben und Erblasser zu. Mit der Errichtung eines Testaments sollte man daher nicht bis zum letzten Moment warten. Gemeinsam mit einem heimischen Notar, der seine Rechtsberatung in ganz Tirol wohnortnah anbietet, kann ein Testament erstellt werden, das genau dem Willen des Erblassers entspricht. Der Notar hilft dabei nicht nur, alle Fragen zu beantworten, sondern auch, die richtigen Fragen zu stellen. Öffentliches Notariat in Innsbruck: 15. Oktober, 10 – 12 Uhr Der Notar ist Ansprechpartner bei Fragen rund um die Themen Erbrecht, Gesellschaftsrecht und Immobilien. Um für alle Interessierten einen unkomplizierten Zugang zu einer kostenlosen Erstberatung zu ermöglichen (die übrigens auch bei einem Notar vor Ort immer möglich ist), organisiert die Notariatskammer für

Tirol am Samstag, den 15. Oktober, ein sogenanntes „Öffentliches Notariat“ am Sparkassenplatz in Innsbruck. Von 10 bis 12 Uhr stehen 10 Tiroler Notare für alle Fragen und Anliegen zur Verfügung. Auch wird es möglich sein, unentgeltlich Grundbuchsauszüge der eigenen Liegenschaften abzufragen und diesbezüglich Auskünfte zu erhalten. ¬

E-Mail: notariatskammer.tirol@chello.at www.notar.at

Die besten Seiten der Tiroler Wirtschaft

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KLÜGER WERDEN MIT …

Mit Herz und Hirn Das Interview führte Linda Brunner.

Sebastian Purps-Pardigol Organisationsberater und Führungskräftecoach

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ie haben anhand vieler erfolgreicher Firmen sieben Faktoren herausgearbeitet für gesündere, zufriedenere Mitarbeiter. Wie würden Sie diese zusammenfassen? Sebastian Purps-Pardigol: Es sind zum einen die beiden neurobiologischen Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Mitgestaltung. Die moderne Hirnforschung zeigt uns: Wenn sie erfüllt sind, erhöht sich die Zufriedenheit und dadurch auch Motivation und Leistung. Zum anderen sind es die „inneren Bilder“, die Menschen in sich tragen.

schaft von Menschen, deren Arbeitsergebnis Beachtung erhält, um das Dreifache steigt. In Ihrem Buch liefern Sie Leitfäden zur praktischen Umsetzung. Welche Rolle spielt dabei die Unternehmensgröße? Tendenziell ist es für kleine und mittlere Unternehmen einfacher, denn die Eigentümer denken dort eher in Generationen als in Quartalszahlen. Ich erlebe jedoch sowohl in KMUs als auch in Großkonzernen Bereiche, die – ähnlich wie ein gallisches Dorf – selbst in einem sonst schwierigen Umfeld bemerkenswerte Kulturen erschaffen haben.

„Wenn Mitarbeiter zufriedener sind, können sie ihre Potenziale besser entfalten.“

Was verstehen Sie unter „inneren Bildern“ und warum sind diese wichtig? Vereinfacht ausgedrückt sind es die Bedeutungen, die ein Mensch den Ereignissen in seinem Leben gibt. Diese können beispielsweise durch einen Chef, der an seine Mitarbeiter glaubt, beeinflusst werden. Oder wenn man seine Arbeit als sinnhaft erlebt.

© STEFAN SIMONSEN

Wie können gesündere und zufriedenere Mitarbeiter in der Folge zum Unternehmenserfolg beitragen? Die Forschung zeigt uns, dass glücklichere Menschen mehr Zugriff auf ihren präfrontalen Cortex haben. Das ist der Teil unseres Gehirns, in dem all unsere höheren geistigen Leistungen verborgen liegen – unsere Potenziale. Wenn Mitarbeiter zufriedener sind, können sie ihre Potenziale besser entfalten. Worin liegen die meisten Probleme zwischen Führungskräften und Mitarbeitern? Die Ergebnisse der Mitarbeiterumfragen, die ich gesehen habe, sprechen eine klare Sprache: Das wichtigste Thema ist oft der Mangel an Wertschätzung. Dabei beweisen Experimente, dass die Leistungsbereit98

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Ein weiteres Stichwort ist „Achtsamkeit“. Was ist damit gemeint? Man könnte Achtsamkeit als eine Form des Stress- und Selbstmanagements beschreiben, durch die jeder Mensch messbar gelassener, gesünder, glücklicher und leistungsfähiger werden kann. Viele Top-Manager fragen mich inzwischen danach, um für sich und ihre Teams solche Methoden zu erlernen. Dadurch sind sie in der Lage, sich selbst und das eigene Verhalten besser zu verstehen und zu beeinflussen. ¬ Vielen Dank für das Gespräch.

Sebastian Purps-Pardigol lebt in Hannover und ist Führungskräftecoach, Gründer der Beratergruppe Unternehmenswandel und leitet die Initiative „Kulturwandel in Unternehmen und Organisationen“. Buchtipp: Sebastian Purps-Pardigol: Führen mit Hirn – Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern, Campus Verlag, 232 Seiten


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