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40 MAGAZIN SAISON

Demo-Pool im Baskenland, San Sebastian. Die eingeladenen Surfprofi s waren begeistert.

Kernstück des Wavegardens ist ein als Holzsteg getarnter Wellengenerator, der wie ein Pflug das Wasser anschiebt.

Wellenreiten im Binnenland In Kirchberg in Tirol soll ein Surfpark entstehen. Ein geeignetes Grundstück hat Initiator Flo Huter dafür schon gefunden. Jetzt sucht er noch nach einem Hauptinvestor.

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as ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag. 2004 träumte die deutsche Band Juli von der perfekten Welle und sang sich mit der gleichnamigen Single in den Pop-Rock-Himmel. Gut ein Jahrzehnt später träumt auch Flo Huter von einer Welle. Bis zu zwei Meter hoch könnte sie sein und wäre damit perfekt zum Surfen – auf einer Wiese zwischen Brixen im Thale und Kirchberg. Die perfekte Welle ist Flo Huters neuestes Projekt. Der Kirchberger leitet ein Sportgeschäft mit Skiverleih und betreibt zudem den Web- und Kabelsender EnjoyTheAlps.TV. Jetzt möchte er das Wellenreiten nach Kirchberg bringen – auf ein sechs Fußballfelder großes Grundstück eines alten unbewirtschafteten Bauernhofs. Ein Wasserbecken, 300 Meter lang und 115 Meter breit, soll darauf Platz fin-

den, mit 1.200 Wellen pro Tag mit einer garantierten Höhe von zwei Metern. Die Technologie dazu haben Spanier entwickelt. Im Baskenland, genauer in San Sebastian, steht bereits der Prototyp. Wenngleich in kleinerem Ausmaß und nicht zugänglich für die Öffentlichkeit, kommen Surfprofis, die zum Testen eingeladen wurden, ins Schwärmen. Nach vielen Jahren Entwicklungsarbeit wurde der Wavegarden bereits 2012 auch bei der Sportfachmesse ISPO ausgezeichnet. Kernstück des Parks ist ein als Holzsteg getarnter Wellengenerator. Er schiebt mit einer Art Pflug das Wasser an und erzeugt perfekte Wellen mit sauberer Front und Tube – genauso, wie es Surfer schätzen. Der Holzsteg kann zudem als Podium für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden – als Laufsteg, als Bühne, vieles sei möglich, blickt Flo Huter in die Zukunft.

Premiere in Wales. Der erste kommerzielle Wavegarden, SurfSnowdian, wird heuer im Juli im Norden von Wales eröffnet. 2016 sollen Madrid und Bristol in England folgen. So können zwischen fünf und zehn Wellenparks in den kommenden Jahren entstehen, und Flo Huter wäre gerne mit dabei. Die Auflagen dafür seien nicht viel anders als für andere Sportstätten. Im Becken brechen sich Wellen aus Grundwasser, frei von chemischen Zusätzen belaste der Wavepark also auch nicht den örtlichen Wasserkreislauf. Für den Standort Kirchberg sprechen mehrere Faktoren. Vor allem die verkehrstechnisch günstige Lage mit dem Einzugsgebiet aus ganz Österreich und dem süddeutschen Raum und die schon bestehende touristische Infrastruktur. 8.000 Betten stehen für die Gäste in Kirchberg bereit. Im Winter sind sie meist

SAISON (Juni 2015)  

Tourismusmagazin der Tirol Werbung

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