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6020 Stadtmagazin (Oktober 2026)

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Retourenadresse: target group publishing gmbh, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

25. JAHRGANG OKTOBER 2026 | AUSGABE 317

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07.04

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11:08


Editorial

Über besondere Geburtstage Michael Steinlechner

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Methusalem-Phänomen sprechen. „Warum gibt es kein Online-Angebot von 6020?“ Diese Frage wurde mir oft, das erste Mal schon vor 20 Jahren gestellt und ich habe sie stets ähnlich beantwortet: Wir wollen einen abgeschlossenen Moment des Stadtgefühls erzeugen, mit exklusiven Inhalten, die so begehrt sind, dass man es gerne in Kauf nimmt, dafür das Medium „Printmagazin“ verwenden zu müssen oder zu dürfen. Ich will immer noch, dass 6020 die Toiletten der Innsbrucker WGs erobert und nicht im digitalen Alltagsstress untergeht oder gar mit ihm konkurriert. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass eine gedruckte Form Stadtgefühl inzwischen sogar mehr gebraucht wird denn je.

it Jubiläen ist das so eine Sache. Einerseits gehören sie natürlich gefeiert, andererseits erinnern sie einen daran, wie alt man inzwischen geworden ist. Im Falle des 6020 Stadtmagazin feiern wir im November unseren 25. Geburtstag. 2001 im November erstmals erschienen, wurde 6020 in eine Welt geboren, die sich von der heutigen stark unterschied. Das Internet war in seinen Anfängen, das iPhone sollte erst sechs Jahre später auf den Markt kommen und auch Innsbruck selbst würde man heute wohl kaum wiedererkennen. Auch ich war damals natürlich 25 Jahre jünger und konnte nicht erahnen, dass meinem damals ersten Editorial zumindest noch 316 weitere folgen würden. 6020 war von Anfang an geprägt, ja nahezu von dem Gedanken besessen, die lebenswerten Seiten Innsbrucks in den Vordergrund zu stellen. Ein monatliches positives Lebensgefühl für Stadtbenutzer:innen – bis heute wollen wir dieses Motto immer wieder neu erfinden und erfüllen. 25 Jahre ist in menschlicher Hinsicht ziemlich jung und nebenbei wahrscheinlich ziemlich genau das Durchschnittsalter unserer Leserschaft. Für ein Magazin ist ein Vierteljahrhundert aber ein recht stattliches Alter. Vor allem in Anbetracht des digitalen Wandels darf man fast schon von einem

Nichtsdestotrotz haben wir unseren Geburtstag zum Anlass genommen, ein digitales Zusatzangebot zu erfinden, das auch zu uns passt. 6020.deals heißt die Web-App, auf der man sich ab sofort kostenlos registrieren kann. Dort finden Stadtbenutzer:innen jeden Tag um 7 Uhr morgens zahlreiche Angebote rund um Essen, Trinken, Shopping, Freizeit und Events. Diese Deals lassen sich ganz einfach reservieren und am selben Tag vor Ort einlösen. Auf www.6020.deals gehen – von dort an sollte alles selbsterklärend sein. m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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IN H A LT AK TUELLES 10 Dinge

12

Shit des Monats

14

Too hot to handle

16

Willkommen in Innsbruck

24

Gute Ideen für beschissenes Wetter

30

die wir im Oktober nicht brauchen

Zahlen und Fakten zum Sommer 2026

Die besten Events im Oktober auf einen Blick Seite 46

Diese WG-Mitbewohner:innen warten auf dich

50 Dinge, die in Innsbruck immer gehen

K U LT U R & F RE IZ E IT Programm

46

Laut und bunt

58

Kino

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Würfel

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6020 Exklusiv

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Essay

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Event-Highlights für den Oktober

GAST RO

Die Innsbrucker Band Janka im Porträt

Essen & Trinken

Neues aus der Innsbrucker Gastro-Szene

Brot im Glas

Die Bierfabrik macht jetzt Bier aus Brot

Café-Index

So viel kostet der Koffeinkick in Innsbruck

MundArt

MundArt zaubert Gerstotto mit Rohnen

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„Bruno – Der junge Kreisky“

Halloween à la 6020

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von Johannes F. Park

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IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: target group publishing gmbh Chefredaktion: Lisa Schwarzenauer und Haris Kovacevic Redaktion: Barbara Kluibenschädl, Flo Seidl, Klaus Erler, Michaela Ehammer und Markus Wechner, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss Cover: istock/mbbirdy, Fotomax, Magnific Stockfoto Grafik: Katharina Angerer, Thomas Bucher, Sebastian Platzer und Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020, E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Michael Steinlechner, Matthias Krapf Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.


I M B I LD

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Am Mitterweg 17, auf der Südostseite des Turnsaals der HTL „Bau Informatik Design“, prangt seit Ende September ein neues, großflächiges Mural: „The Fragmenting Mirror“. Dahinter steht Olivier Hölzl. Der in Innsbruck geborene und mittlerweile in Wien lebende Künstler hat das Streetart-Stipendium der Stadt Innsbruck gewonnen, das alle zwei Jahre vergeben wird, um urbane Kunst im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Das zweifarbige Wandbild versammelt folkloristische Tiroler Figuren und fantastische Wesen wie eine Tannenbaumfrau. Sie alle halten Smartphones in den Händen – Spiegel, die uns laut dem Künstler ständig verbinden und doch vereinzeln. Täglich informieren sie uns etwa über die Klimakrise, ohne dass daraus gemeinsames Handeln entsteht.

D I E S TA DT A L S K U N S T R AU M

© FRANZ OSS


O K TOBER 2 02 6

10 D I N G E , DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1.

Raddiebstähle

10. STRESSHERZKLOPFEN

2.

ERDBEBEN

9.

3.

Taubenplagen

ENTENFÜTTER:INNEN IM RAPOLDIPARK

8.

4.

SCAMVERSUCHE

Menschen, die etwas gegen Herbst haben

7.

6.

Klebrige Türklinken

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5.

MASSENBESICHTIGUNGEN © ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

Völlig überfüllte Öffis


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des Monats Neues, Wichtiges und Kurioses aus der Stadt (für das wir sonst keinen Platz haben)

Nasse Angelegenheiten

© NEUNER, SHUTTERSTOCK.COM

Für die einen ist die Saison vorbei, bei den anderen geht es erst so richtig los: Die Innsbrucker Freibäder verzeich­ neten heuer einen Rekordsommer mit mehr als 416.000 Eintritten (bis­ heriger Rekord: 392.000 Eintritte im Sommer 2003). Gleichzeitig wurden die Weichen für das Hallenbad Höttinger Au gestellt: Neben einer Modernisierung des bestehenden Hallenbads ist eine Erweiterung um eine neue Schwimmhalle mit 25-Meter- und Lehrschwimmbecken geplant. Im Oktober sollen die entsprechenden Beschlüsse im Stadtsenat und Gemeinderat folgen, die Umsetzung ist bis 2029 geplant. In das neue Becken eintauchen können soll man ab 2030.

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Interkulturelle Begegnungen Mitarbeitende aus mehr als 60 Nationen arbeiten aktuell bei den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) – und viele davon leben erst seit Kurzem in Österreich. Um den Pflegekräften aus Drittstaaten das Ankommen zu erleichtern, startet die Stadt im Herbst zusammen mit der Caritas das Projekt „INNsBrücken“. Das Ziel: Teilnehmenden durch den Kontakt mit Freiwilligen einen besseren Zugang zu Freizeit-, Kultur- und Bildungsangeboten ermöglichen und den Pflegekräften dabei helfen, soziale Netzwerke aufzubauen und beruflich wie privat langfristig Fuß zu fassen in der Stadt. Als Auftaktveranstaltung findet am 4. November ein Erzählcafé im Caritas Integrationshaus statt. Alle Info s:

Heiz-Hilfe

Alle Infos:

Die Brennholzaktion des Innsbrucker Hilfswerks geht am 1. Oktober in die nächste Runde: In Zusammenarbeit mit Tiroler Ofenholz können einkommensschwache Haushalte bis einschließlich 30. November im Rathaus oder online einen Antrag stellen, um kostenlos ofenfertiges Brennholz im Wert von 150 Euro (15 Kartons à zehn Kilogramm) zu bekommen.

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Was zum Hitze­sommer war das?! 43 Hitzetage meldet der Meteorologe, vermehrte Anrufe über die Gesundheitshotline der Leiter der Leitstelle und (noch) nicht vom neuen Normal spricht die Klimaforscherin. Eine Bilanz eines extremen Sommers in Innsbruck und seiner Auswirkungen. Text: Rebecca Müller, Lisa Schwarzenauer 16


Alexander Radherr

IN ZAHLEN, BITTE! 43 Hitzetage

im Sommer 2026, 49 im gesamten Jahr 2026, 21 im Mittel von 1991–2020, Maximum von 43 erreicht in 2015 und 2026

3 Tropennächte

© ZAMG TIROL

Meteorologe und Atmosphärenwissenschaftler

Ab 30 Grad und mehr spricht man von einem Hitzetag. Davon wurden im heurigen Sommer in Innsbruck ganze 43 gezählt. Von 1991 bis 2020 lag das Mittel für Hitzetage in Innsbruck bei 21. 43 Tage ist bislang das Maximum – das wurde schon einmal, nämlich 2015, erreicht. Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, quälten die Innsbrucker:innen dreimal. Erfasst und dokumentiert werden diese Zahlen von der GeoSphere Austria. Alexander Radherr arbeitet dort als Meteorologe und Atmosphärenwissenschaftler. Die Trockenheit, erklärt er, sei im Sommer nicht so extrem ausgefallen, wie man meinen könnte. Mit 280 Millimeter Niederschlag waren die Jahre 2006, 2018 und 2019 deutlich trockener. Heuer waren es 325 Millimeter, im Mittel von 1991 bis 2020 378. „Der meiste Sommerniederschlag fiel in den ersten Junitagen, dafür gab es dann ab etwa 10. Juni und ab 20. Juli zwei

jeweils rund drei Wochen andauernde fast niederschlagsfreie Phasen. Richtige Regentage gab es im Sommer kaum.“ Aber: „Die Trockenheit heuer wurde verstärkt durch schon sehr trockene Winter- und FrühjahrMonate.“ HEISSER KESSEL. HEISSER HERBST? Die Lage Innsbrucks bringt einige Besonderheiten mit, der Talkessel begünstigt Hitze, erklärt Radherr: „Fels erwärmt sich stärker als Wald. Daher hat das Inntal besonders vom Raum Innsbruck bis Landeck im Verhältnis zu anderen Regionen auf ähnlicher Seehöhe deutlich mehr Hitzeund auch Sommertage.“ Da das Inntal über Nacht meist recht gut auskühlt, sei die Hitzebelastung oft nicht allzu stark bzw. „nur“ für einige Stunden. Wird uns der Hitzesommer auch in den Herbst und Winter hinein verfolgen? Wetter habe nicht wirklich ein Gedächtnis, beruhigt der Meterologe. Allerdings würde das im Hitzesommer aufgeheizte Mittelmeer die Bildung von starken Mittelmeertiefs begünstigen und könnte, bei entsprechender Wetterlage, auch im Raum Innsbruck für stärkere Niederschläge sorgen. „Das ist nicht als gegeben zu betrachten, aber die 17

Maximum von 3 erreicht 2015, 1991– 2020, im Sommer 2026, < 1 im Mittel von 1991 – 2020

325 mm Niederschlag

im Sommer 2026, 378 im Mittel von 1991–2020, Maximum 582 erreicht 2012

15 Gewittertage

im Sommer 2026, 22 im Mittel von 1991–2020, Maximum von 36 Gewittertagen erreicht in 1994


Bernd Noggler

Leiter der Leitstelle Tirol

LEITSTELLENSOMMERBILANZ: Vergleichszeitraum der Anrufe: 1. Mai bis 15. September

2025

1. Platz: 27. Juni 2026:

38,7 °C

– neuer Rekord

(zuletzt: 38,5 °C, 2019)

2. Platz: 31. Juli 2026:

38,1 °C

3. Platz: 30. Juli 2026 & 4. August:

37,4 °C

Ehrenpreis:

Die letzte Hitzewelle im August, die für ein besonders unangenehmes Erlebnis mit Föhn und Saharastaub daherkam.

Feuerwehr 122:

9.489

11.214

Bergrettung 140:

Wahrscheinlichkeit dafür ist eben erhöht.“ GLÜHENDE TELEFONLEITUNGEN. In drei Bereichen, erzählt Bernd Noggler, Leiter der Leitstelle Tirol, hätten er und seine Mitarbeiter:innen gemerkt, dass der vergangene Sommer ein außergewöhnlicher war. „Über die Hotline der Gesundheitsberatung, die 1450, kamen viel mehr Anrufe rein.“ Ganze 12.636 nämlich – 56 Prozent mehr als 2025. „Vor allem ältere Personen, aber auch Familien mit kleinen Kindern haben sich bei uns gemeldet und Rat gesucht“, erklärt Noggler. In den Beratungsgesprächen gaben die diplomierten Krankenpfleger:innen der Leitstelle Tipps für den Umgang mit der Hitze: Viel trinken, leichte Kost, Mittagshitze meiden, lüften in den kühlen Stunden, und wenn es in der Wohnung zu heiß wird, an kühlere Orte ausweichen. Mehr zu tun hatten auch die Blaulichtorganisationen. Wenn Rettung, Feuerwehr oder Bergrettung alarmiert werden, werden auch diese Anrufe in der Leitstelle erfasst und koordiniert. „Im Rettungsdienst gab es mehr Einsätze, die wir mit der Hitze in Verbindung bringen können. Und auch im alpinen Bereich war viel los“, fasst Leitstellen-Leiter Noggler zusammen. „Betroffene litten zum Beispiel unter Schwindel und Übelkeit, am Berg gab es mehr Einsätze wegen Erschöpfung oder Kreislaufproblemen – vor allem in südseitigen Gebieten.“ Eher glimpflich kam man in Innsbruck dafür in Sachen Gewitter und Unwetter davon. „Das hat uns überrascht, aufgrund der teils extremen Temperaturen hatten wir 18

10.457

11.510

Rettung 144:

50.201

53.443

Gesundheitsberatung 1450:

8.052

12.636

Notrufe 2026 insgesamt:

53.500

+ 6,5

%

mit mehr gerechnet.“ In Regionen wie dem Pitz- oder Ötztal, und teils auch in Lienz oder im Unterland, hatte man weniger Glück. 11.214-mal wurde vom 1. Mai bis zum 15. September die 122 für die Feuerwehr gewählt – 2025 9.489-mal. GESUNDHEITSSYSTEM IM STRESS. Einen Sommer wie diesen spürt man naturgemäß auch an der Innsbrucker Klinik, wo man es mit mehr hitzeassoziierten

© LEITSTELLE TIROL/GRÜNER ROBERT, TIROL KLINIKEN/VETTORI

HITZE-TOP-3, INNSBRUCKEDITION

2026

vs.


seit 1983

Erkrankungen zu tun hatte. Am häufigsten: „Kreislaufschwäche, Schwindel, Übelkeit, Kollaps bei älteren Menschen, die schlicht zu wenig getrunken haben. Das ist Hitze­erschöpfung“, erklärt Frank Hartig, leitender Oberarzt der Notaufnahme am Medizinzentrum Anichstraße. Kinder wiederum würde vor allem der Sonnenstich treffen. Der geht mit Kopfschmerz, Übelkeit und Nackensteifigkeit einher und wird durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken verursacht. Weniger häufig, erklärt der Mediziner, sei Hitzschlag: „Selten, aber ein echter Notfall. Bei hoher Kerntemperatur plus Bewusstseinsstörung: Sofort Rettung rufen! Das sehen wir auch bei jungen, gesunden Menschen am Berg oder auf der Baustelle.“ SCHUTZMASSNAHMEN. Apropos jung, gesund und sportlich: Während Ältere und Kinder passiv gefährdet seien, zählt Hartig Sportler:innen, aber auch zum Beispiel Bauarbeiter:innen zu den „aktiv gefährdeten“: „Sie sind fit, produzieren aber mehr Wärme, als sie abgeben können, und ignorieren die Warnsignale aus Ehrgeiz oder Zeitdruck. Hier verläuft es dramatisch schneller, teils innerhalb einer Stunde.“ Von Notfällen abgesehen, ist auch der normale Klinikalltag bei Hitze schwieriger. Hitze belastet Patient:innen wie Mitarbei-

Frank Hartig

„KREISLAUFSCHWÄCHE, SCHWINDEL, ÜBELKEIT, KOLLAPS BEI ÄLTEREN MENSCHEN, DIE SCHLICHT ZU WENIG GETRUNKEN HABEN. DAS IST HITZEERSCHÖPFUNG.“ Frank Hartig

ter:innen. Operationssäle sind klimatisiert, die übrigen Räume aber oft nicht. Die Tirol Kliniken bemühen sich aktuell und auch bereits seit Jahren um entsprechende Maßnahmen. Derzeit wird zum Beispiel an der gesamten Chirurgie die Fassade modernisiert, und gleichzeitig werden alle Fenster getauscht, um eine maximale Dämmung zu erreichen. Bei Renovierungen und Neubauten wird auf Brunnenwasserkühlung gesetzt – dabei wird kaltes Wasser aus Tiefbrunnen gefördert und durch Decken geleitet, um Räume zu kühlen. Das Thema beschäftigt die Tirol Kliniken laufend und quasi in allen Bereichen – wie den Rest der Stadt. SIND DIE KIDS ALRIGHT? Kinder zählen zu den vulnerablen Gruppen, wenn es um Hitze geht. In den städtischen Betreuungseinrichtungen, die auch im Sommer geöffnet haben, muss das ent­ sprechend mitgedacht werden. Die Kindergärten, Schülerhorte und Schulstandorte würden laufend modernisiert werden –

Leitender Oberarzt der Notaufnahme am Medizinzentrum Anichstraße

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Mo. – Sa. 09:00 – 20:00 Uhr So. & Frt. 13:00 – 19:00 Uhr Gültig bis Do. 31.12.2026 19

Updates: Social Media & App


versichern die Verantwortlichen bei Stadt Innsbruck und Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG), die für Errichtung und Instandhaltung der Gebäude zuständig ist. In den letzten Jahren investierte man beispielsweise gezielt in Außenjalousien. An jenen Gebäuden, wo ein solcher Schutz aktuell fehlt, soll „zeitnah“ nachgebessert werden. Weitere aufgezählte Maßnahmen: Neben Jalousien wird auf thermisch hochwertige Fenster gesetzt, die im Sommer die Hitze draußen und im Winter die Wärme drinnen halten. Bei Neubauten oder Renovierungen werde auf Dämmung – sowohl bei Fassaden als auch bei Dächern – als

3,5 MILLIONEN EURO

wurden seitens der Stadt 2023 investiert in: außenliegenden Sonnenschutz, mechanische Lüftungsanlagen und die Dämmung der Dachgeschoße.

wichtiger Hebel gegen die Hitze gesetzt. INVESTITIONEN IN INFRASTRUKTUR. Eine erste Offensive gab es seitens der Stadt 2023: 3,5 Millionen Euro wurden in die Hand genommen und investiert in außenliegenden Sonnenschutz, mechanische Lüftungsanlagen und die Dämmung der Dachgeschoße – vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden. Pädagog:innen werden laut Stadt zudem informiert und geschult, wie sie Räume kühl halten können. Im Alltag werde das Programm für die Kleinen angepasst und vermehrt auch Ausflüge ins Schwimmbad oder den kühlen Wald organisiert. Auch niederschwellige Kühltechniken wie Sprühnebel oder Wasserspiele kommen zum Einsatz. Seitens des Bildungsministeriums, weiß man bei der Stadt, wird aktuell an Hitzeplänen für Schulen gearbeitet, die sollen „im Laufe des Wintersemesters mit den Bildungsdirektionen und den Schulen akkordiert“ werden. An weiteren Maßnahmen und Plänen wird also allerorts gearbeitet – und das nicht zu früh: Der nächste Hitzesommer kommt bestimmt.

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Die Stadt und das Klima.

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ie Stadt hat in den letzten Jahren viel in eine theoretische Basis für ein „klimafittes“ Innsbruck investiert. Seit 2020 gibt es die Klimawandelanpassungsstrategie, die laufend und über mehrere Projekte aktualisiert wird. Hier geht es um Strategien, Technologien, Aktionspläne und Risikobewertung. Seit 2022 gibt es die Innsbrucker Stadtklimaanalyse, die berücksichtigt werden soll, wenn geplant und gebaut wird. Stichworte dazu: Kaltluft- und Durchlüftungsschneisen, Hitze-Hotspots. Seit 2025 hat Innsbruck

auch eine eigene Stadtklimatologin und unter Beteiligung der Bevölkerung wurde ein Hitzeaktionsplan erstellt. 102 Ideen und Projekte wurden eingereicht. Wer sich dafür interessiert – den Plan gibt’s online. Und in der Praxis? Mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen tut sich die Politik bekanntlich mitunter schwerer als mit dem theoretischen Teil. Die drei klimafitten Plätze Bozner Platz, COOLYMP im O-Dorf und cool-INN bei der Messe gehören wohl

zu den sichtbarsten und spürbarsten Projekten. Was sonst noch passiert: Die Stadt pflanzt mehr Bäume, zum Beispiel verpflichtend bei öffentlichen Projekten. 2024 waren es beispielsweise 214. Akut reagierte man heuer mit kleinen, schnellen Maßnahmen wie einem Hitzewarnsystem und Sensibilisierung, zwölf „Cooling Zones“ im Stadtgebiet und Sonnencremespendern im öffentlichen Raum. Aktuell wird außerdem an einem Klimaneutralitätsfahrplan gearbeitet

und auch die Innsbrucker:innen können sich wieder einbringen – nämlich hier:

Projekt: COOL MAP – der Kompass für heiße Tage | Stadt Innsbruck.

→ INTERVIEW

Was sagt die Forschung dazu?

M

argreth Keiler ist Geografin und Klimafolgenforscherin an der Uni Innsbruck (Institut für Geographie) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung). Für 6020 blickt sie auf das große Ganze und Innsbruck im Speziellen.

Frau Keiler, der Sommer 2026 war, an vielen Parametern gemessen, extrem – war er auch das „neue Normal“? MARGRETH KEILER: „Nein, im Sinne eines durchschnittlichen Sommers war 2026 noch nicht das neue Normal. Es war ein extremes Rekordjahr – der heißeste Sommer der österreichischen Mess­

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geschichte, rund 2,6 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020. Aber er zeigt sehr deutlich, wohin die Entwicklung geht. Hitzewellen in vielen österreichischen Städten traten zwischen 1991 und 2020 rund 50 Prozent häufiger auf als noch zwischen 1961 und 1990 und dauerten im Schnitt länger.


Die Dürre war in Tirol und auch Innsbruck weniger intensiv als in anderen Bundesländern. Aber wiegen wir uns hier in falscher Sicherheit? „Ja, wenn wir uns zu sehr auf das Bild vom ‚Wasserschloss Alpen‘ verlassen. Tirol war im Sommer zwar weniger stark von der Trockenheit betroffen als viele Regionen im Osten Österreichs, trotzdem lag der Niederschlag rund 19 Prozent unter dem Mittel. Dazu kamen bereits ein schneearmer Winter und ein außergewöhnlich tro-

ckener Frühling. Im Juli hatten zeitweise rund 70 Prozent der Tiroler Grundwassermessstellen sehr niedrige Stände. Die Alpen sind also nicht vor Dürre geschützt. Mit höheren Temperaturen verdunstet mehr Wasser, Trockenperioden können sich dadurch verschärfen. Gleichzeitig werden die Schneedecken kürzer und die Gletscher gehen als Wasserspeicher zurück. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Niederschlag übers Jahr fällt, sondern auch, wann und in welcher Form dieses Wasser verfügbar ist.“ Oft war in den vergangenen Monaten auch zu hören, dass diese Extreme nun sogar früher eintreffen,

Innsbruck zählt zu den heißesten Städten Österreichs. Warum ist das so und welche Extreme lauern neben der Hitze noch? „Innsbruck liegt in einem engen, ost-west-­ verlaufenden Alpental. Die südexponierten Hänge der Nordkette bekommen viel Sonne, und über das nach Süden offene Wipptal kann der Föhn sehr warme und trockene Luft in die Stadt bringen. Dazu kommt der städtische Wärmeinseleffekt durch dichte Bebauung und versiegelte Flächen. Neben Hitze sind Hochwasser, Wildbachereignisse und Lawinen bekannte

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Naturgefahren. Mit intensiveren kurzen Starkregen steigt vor allem die Gefahr lokaler Überschwemmung. Auch Steinschlag und Felsstürze gehören aufgrund der steilen Gebirgslage dazu. Wie stark sich diese Gefahr durch den Klimawandel verändert, hängt aber stark von Höhenlage, Permafrost (ab 2.600 Metern) und den geologischen Verhältnissen ab. Zunehmend relevant wird außerdem die Waldbrandgefahr. Höhere Temperaturen und längere trockene Phasen erhöhen die Zahl der Tage, an denen Brände leichter entstehen und sich ausbreiten können.“

„UNTERSCHÄTZT WURDE VOR ALLEM, WIE STARK UND SCHNELL SICH ÖSTERREICH UND TEILE MITTELEUROPAS REGIONAL ERWÄRMEN.“ Margreth Keiler, Geographin und Klimafolgenforscherin

© UNIVERSITÄT INNSBRUCK/EVA FESSLER

Margreth Keiler Solange die Erwärmung weitergeht, müssen wir also mit mehr solchen Sommern rechnen – und auch noch stärkere Hitzeextreme sind möglich.“

als Forscher:innen annahmen. Können Sie einordnen, was das bedeutet? „Teilweise stimmt das. Vor allem bei der Erwärmung sehen wir in Österreich eine schnellere Entwicklung, als sie in den älteren Klimaszenarien abgebildet wurde – die beobachtete Erwärmung liegt inzwischen etwa ein Grad über dem damaligen Mittel. Deshalb werden derzeit neue Klimaszenarien für Österreich erstellt. Das heißt aber nicht, dass die Klimamodelle grundsätzlich falschlagen oder dass jetzt alle Extremereignisse früher kommen als erwartet. Die globalen Modelle haben die globale Erwärmung insgesamt gut erfasst. Unterschätzt wurde vor allem, wie stark und schnell sich Österreich und Teile Mitteleuropas regional erwärmen.“


E N TG E LT LIC HE E I N S C HA LTU NG

AK TIROL VERLOST TICKETS FÜR CHRIS STEGER IN KUFSTEIN Ein unvergesslicher Abend erwartet alle Fans von Dialekt-Pop am Samstag, 7. November, wenn Österreichs jüngster Amadeus-Gewinner Chris Steger im Kultur Quartier in Kufstein gastiert. Die AK Tirol verlost Karten! Einsendeschluss ist der 14. Oktober.

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Neben den Vorteilen der AK Mitgliedschaft wie kostenloser Beratung oder den Services der AK Bibliothek warten auch attraktive Vergünstigungen bei Partnerbetrieben in ganz Tirol.

A

m Samstag, 7. November, ab 20 Uhr bringt Chris Steger gemeinsam mit seiner Band seine ehrlichen, gefühlvollen und kraftvollen Songs live auf die Bühne im Kultur Quartier. Hits und neue Songs. Neben bekanntesten Hits wie „Zefix“, „Leicht kennt ma’s hom“, „Gib ma an Grund“ oder „Wias sei soi“ steht auch eine Auswahl an brandneuen Liedern aus seinem im Jänner 2026 erschienenen

Studioalbum „Dahoam“ auf dem Programm: von „Für immer und für di“ über „Da Summa und i“ bis zum gelungenen Fendrich-Cover „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“. Authentisch und emotional. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und charismatischen Bühnenpräsenz schafft der junge Musiker aus Salzburg eine mitreißende Atmosphäre und beweist einmal mehr, dass echte Musik keine Grenzen kennt.

Wer seine persönliche Schutzkarte noch nicht bekommen hat, schreibt einfach ein E-Mail an schutzkarte@ak-tirol.com. Und mit dem kostenlosen AK Schutz­karte Newsletter gibt’s alle Infos – auch zu aktuellen AK Gewinnspielen – stets per E-Mail.

Mitmachen & gewinnen! Wer zwei Karten für Chris Steger im Kultur Quartier Kufstein gewinnen will, mailt an gewinn@ak-tirol.com oder schreibt an AK Tirol, Maximilianstraße 7, 6020 Innsbruck, Stichwort: „AK Gewinnspiel“. Einsendeschluss: 14. Oktober 2026 Name, Adresse und Telefonnummer nicht vergessen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Barablöse möglich. Ihre personenbezogenen Daten (Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer) werden von der AK Tirol ausschließlich für die Teilnahme und Abwicklung des jeweiligen Gewinnspiels verwendet und nach der Auslosung oder Ausspielung gelöscht. Ausführliche Informationen gemäß der DSGVO finden Sie unter https://tirol.arbeiterkammer.at/Datenschutz_(DSGVO).html

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Al le u nter ei nem

DACH Die Milch ist weg, das Waschbecken voll und auf dem Sofa schläft jemand, den man noch nie gesehen hat. Willkommen im WG-Leben! 6020 stellt sieben Typen vor, die einem in Innsbrucks Küchen und Badezimmern mit hoher Wahrscheinlichkeit begegnen. Tex t

M ichaela Ehammer

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Die Dreckspatzen Der Teller von vorgestern? Muss noch einweichen. Die leere Pizzaschachtel? Kann man sicher noch brauchen. Und der Putzplan am Kühlschrank? Ist doch bestimmt nur Deko. Die Dreckspatzen besitzen die erstaunliche Fähigkeit, über Wäscheberge zu steigen, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Irgendwann kann es allerdings auch in der tolerantesten WG kritisch werden. Nämlich dann, wenn um die letzte saubere Gabel härter gekämpft wird als ums Badezimmer.

Die Kräuterkundigen

Auf dem Balkon gedeiht nicht nur Basilikum, aus dem Zimmer zieht gelegentlich ein unverkennbarer Duft und auf dem Küchentisch liegt das Feuerzeug praktisch als Gemeinschaftseigentum: Die Kräuterkundigen nehmen das WG-Leben grundsätzlich gelassen. Sehr gelassen. Wenn andere über den Putzplan streiten, philosophieren sie lieber darüber, warum man überhaupt einen braucht. Nur wenn das Grün auf dem Balkon mehr Aufmerksamkeit bekommt als der überquellende WG-Müll, kann sich die gute Stimmung schon einmal in Rauch auflösen.

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Die Heimkehrenden Sie wohnen eigentlich weniger im Zimmer als aus dem Koffer: Kaum ist die letzte Lehrveranstaltung vorbei, geht es Richtung Bahnhof und ab nach Hause. Sonntagabend kehren sie wieder zurück: mit frisch gewaschener Wäsche, gefüllten Tupperdosen und selbst gebackenem Kuchen von der Mama. Unter der Woche gehören sie ganz selbstverständlich zur WG, am Wochenende erinnert nur die geschlossene Zimmertür daran, dass hier noch jemand wohnt. Die größte Stärke der Heimkehrenden: Sie wissen, welcher Zug am Freitag am schnellsten aus Innsbruck hinausfährt.

Die Geselligen Dass eine WG nicht nur zum Wohnen da ist, zeigen die Geselligen. Bei ihnen ist die Küche Treffpunkt, Bar und manchmal internationaler Stammtisch in einem. Irgendjemand kommt immer „nur kurz“ vorbei und bleibt bis drei Uhr in der Früh. ErasmusBekanntschaften bringen noch zwei Freunde mit, am Dienstag wird spontan vorgeglüht und am Mittwochmorgen schläft ein Mensch auf dem Sofa, dessen Namen niemand kennt. Wer mit ihnen zusammenwohnt, braucht keine Angst vor Einsamkeit zu haben – dafür vor Schlafmangel.

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Die Outdoor-Junkies Snowboard an der Wand, Rennrad im Vorraum, Kletterschuhe unter der Garderobe: Bei den Outdoor-Junkies muss sich die Wohnung den Platz mit der Ausrüstung teilen. Bei 10 Grad geht’s aufs Bike, bei Neuschnee auf die Ski, und wenn beides nicht geht, findet sich rund um Innsbruck garantiert noch ein Berg zum Hinauflaufen. „Gemütliche Runde“ bedeutet bei ihnen drei Stunden und 1.200 Höhenmeter. Die WG sieht sie deshalb meist nur in zwei Zuständen: beim Packen oder beim Trocknen ihrer Ausrüstung. Bleibt nur die Frage: Wohin mit den Tourenski?


Die Phantome Ihre Namen stehen am Mietvertrag und ihr Shampoo in der Dusche – viel mehr Beweise für ihre Existenz gibt es nicht. Die Phantome schleichen morgens aus der Wohnung, kommen irgendwann nachts zurück und beherrschen die Kunst, wochenlang niemandem in der Küche zu begegnen. Man kommuniziert über Nachrichten, geschlossene Türen und gelegentliche Veränderungen im Kühlschrank. Tauchen die Phantome dann doch einmal beim gemeinsamen Abendessen auf, fällt einem wieder ein: Ach ja, da wohnt ja noch wer.

Die WG-Eltern „Wem gehört das Joghurt, das seit drei Wochen abgelaufen ist?“ Die WG-Eltern wissen es. Sie wissen auch, dass das Klopapier zur Neige geht, die Stromrechnung fällig ist und der Biomüll wirklich einmal hinausmüsste, sie gießen die Pflanzen und kaufen Spülmittel nach. Ohne sie würde die WG vermutlich innerhalb weniger Wochen im Chaos versinken. Gedankt wird ihnen dafür mit einem herzlichen „Mach dir doch nicht so einen Stress“. Und spätestens dann fragen sich die WG-Eltern, warum sie eigentlich mit sechs erwachsenen Kindern zusammenwohnen.

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E N TG E LT LIC HE E I N S C HA LTU NG

Die Blätter rascheln …

… nicht nur draußen im Wind: Der Herbst bringt in der Tyrolia wieder packende Neuerscheinungen für jeden Lesegeschmack.

UNSER TIPP!

Laura Clark ist dann mal weg

Lesung & Gespräch mit Viveca Sten

Helen Russell

Im Oktober wird die Tyrolia in Innsbruck zum Tatort: Die international erfolgreiche schwedische Krimiautorin liest im Rahmen des Krimifest Tirol aus „Gnadenopfer“, dem neuesten Band ihrer Åre-MordeSerie: In Åre kennt man seine Nachbar:innen. Aber man traut ihnen nicht ...

Laura Clark ist weg. Einfach so. Ihr Ehemann Mark kämpft mit Handwerkern, die sein Haus überrennen, Tochter Sian sucht verzweifelt in Wäschebergen nach Antworten und im Büro geht alles drunter und drüber. Nur langsam kommt Lauras Umfeld ein unerhörter Gedanke: Könnte ausgerechnet die aufopferungsvolle Laura ihr Leben, ihre Familie und ihre Freund:innen einfach hinter sich gelassen haben? 416 Seiten, 25,70 € (Hardcover)

Theo in Golden Allen Levi An einem klaren Frühlingmorgen erscheint ein Fremder in Golden, einer amerikanischen Kleinstadt im Süden: Theo stellt Fragen und kauft Porträts der Menschen von Golden auf, um sie ihnen zurückzugeben – und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Mit jedem Austausch wird eine Geschichte erzählt, eine Freundschaft gestiftet, ein Leben verändert und ein neues Geheimnis offenbart. 480 Seiten, 27,90 € (Hardcover)

Brot für jeden Tag Marian Moschen

© TYROLIA

Ob knusprige Feierabend-Brötchen, das klassische Mischbrot für die Jausenbox oder Varianten, die durch kurze Gehzeiten bestechen – Marian Moschen zeigt mit seinem neuen Buch, wie man mit einer bewussten Reduktion auf das Wesentliche und klarem Fokus maximale Ergebnisse erzielt. Mit detaillierten Schritt-fürSchritt-Anleitungen und wertvollen Praxistipps ist „Brot für jeden Tag“ die Lösung für alle, die Brotbacken unkompliziert in ihren Lebensrhythmus integrieren möchten. 224 Seiten, 35,00 € (Hardcover)

3 Länder, 2 Frauen, 1 Zelt Tanja Willers & Johanna Hochedlinger Die zwei Abenteurerinnen Tanja Willers und Johanna Hochedlinger sind erneut mit kleinem Budget und großer Neugier unterwegs: Auf Gravelbikes und in zwei ultraleichten Packrafts radeln und paddeln die zwei Österreicherinnen einmal quer durch Aserbaidschan, Georgien und Armenien – von Küste zu Küste, von Baku nach Batumi, durch den wilden Kaukasus. 224 Seiten, 28,00 € (Taschenbuch)

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Dienstag, 13. Oktober 2026, 19.30 Uhr Moderation: Alexa Christ Stimme: Vera Teltz Anmeldung unter: ursula.bair@tyrolia.at Eintritt: 11 € / 9 € mit Tyrolia-Vorteilscard

TYROLIA BUCH · PAPIER INNSBRUCK Maria-Theresien-Straße 15 & TYROLIA BUCH im DEZ Online bestellen unter www.tyrolia.at Per Whatsapp bestellen unter 0664/9279589 tyrolia_buchhandlung tyroliabuch @tyroliabuch


INNSBRUCK IM

Regenmodus Du bist eigentlich wegen der Berge hier, aber Regen, Sturm und Co. machen dir einen Strich durch die Rechnung? Keine Sorge: Innsbruck kann auch schlechtes Wetter. Hier sind 50 Dinge, die man machen kann, wenn es draußen wieder einmal ordentlich schüttet. Lisa Schwar zenauer, Barbara Kluibenschädl

© MAGNIFIC STOCK

Tex t

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1.

Auf den Stadtturm steigen und Innsbruck von oben beim Nasswerden zuschauen

2.

In der Stadtbibliothek zwischen Büchern versumpfen

3.

Trotzdem rausgehen und die teuer erstandene Funktionskleidung auf echte Wasserfestigkeit testen

4.

Einen Kreativslot im Bunt oder bei Pennello buchen

5.

Eine Café-Tour durch Innsbruck machen und den besten Kaffee oder Matcha der Stadt finden

6.

Mal wieder ins Museum oder eine Galerie gehen

7.

Sich eine Auszeit im Dampfbad in der Salurner Straße gönnen

8.

Den sportlichen Fix beim Bahnen-Ziehen im Höttinger Hallenbad holen

9.

Eine Squash-Stunde buchen

10.

Mit einem Tagesticket ins Fitnessstudio gehen

11.

Im Café Central gediegen Zeitung lesen und unauffällig das Treiben beobachten

12.

Regenmantel anziehen und die angenehm leere Innenstadt genießen

13.

In einen Stadtbus setzen und einfach mal bis zur Endstation fahren

14.

Das offene Atelier im TAFIE besuchen und dort verschiedene Kunst­techniken ausprobieren – von Malen bis zum Töpfern an der Scheibe

15.

Sich aus einem Escape Room rätseln

16.

Die Fearless Bruisers bei einem Homebout im Landessportzentrum anfeuern

17.

Ein Mundart-Rezept aus dem 6020 nachkochen

18.

Sich in einem Buchladen in der Stadt beraten lassen und (hoffentlich) mit einem sehr guten Buch nach Hause gehen

19.

In einer der Innsbrucker Traditionskonditoreien ein ordentliches Stück Kuchen essen

20.

Spontan in einen Yogakurs hüpfen

21.

Die Nintendo Switch auspacken und fürs 6020-Mario-Kart-Turnier trainieren

31


Auf ein Konzert gehen

23.

Mit 6020 Deals spontan ein neues Lokal ausprobieren

24.

Sich im „Das Brett“ durch das Spielesortiment testen

25.

Den jährlichen Gesundheitscheck beim Hausarzt abhaken

26.

Einen Day Spa in einem Innsbrucker Hotel genießen (oder das eigene Badezimmer mit Kerzen, Musik und Badebombe in ein Home-Spa verwandeln)

27.

Einen Workshop an der Volkshochschule besuchen

28.

Den 6020 Newsletter abonnieren und auf mindestens eines der empfohlenen Events gehen

29.

Das Fahrrad (im Trockenen) wieder auf Vordermann bringen

30.

Die Ski wachseln – der nächste Skitag kommt bestimmt

31.

Bei Spurart selbst Ski, Snowboard oder Splitboard bauen

32.

Eine Sonntagsmatinee im Landestheater anschauen

33.

Bei einem Heimspiel des HCI den Heated-Rivalry- und Off-Campus-Fantasien freien Lauf lassen

34.

Die Dating-App der Wahl tatsächlich dazu nutzen, ein Date zu vereinbaren – und hingehen

35.

Eine Runde bowlen gehen

36.

Billard spielen gehen

37.

Im Leokino einen Film schauen, von dem du noch nie gehört hast

38.

Im Metropol Kino einen Film mit einer Strick-Session verbinden

39.

Eine Runde durch den IKEA drehen und danach ein, zwei oder drei Hotdogs schnabulieren

40.

Sich bei einem Poetry Slam, Open Mic, Story Slam oder anderem offenen Event auf die Bühne trauen

41.

Ein Stück in einem der kleinen Innsbrucker Theater (z. B. Bogentheater, BRUX oder Kellertheater) anschauen

42.

Bei Smykker in Mariahilf Perlenketten basteln

© MAGNIFIC STOCK

22.

32


43.

Lernen, wie man Brot backt – zum Beispiel bei einem Backkurs von Sauerteigland

44.

Durch ein Einkaufszentrum flanieren

45.

Dem Riesenrundgemälde einen Besuch abstatten

46.

Zum Flughafen fahren und Flugzeuge beobachten

47.

Daheimbleiben und in das Programm von Freirad Freies Radio Innsbruck reinhören

48.

Bei einem Kochkurs von Futterkutter lernen, wie man das Lieblingsmittagessen im Glas selbst zubereitet

49.

Im Flip Lab Trampolin springen und sich wie ein Kind fühlen

50.

Im La Copa Karaoke singen

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ESS EN & ES SEN TRINKEN

Liquid Diary wartet mit neuem Konzept auf.

Adolf-Pichler-Platz 2

Liquid Diary Whiskey Sour ohne Zitrone? Im Liquid Diary ist das jetzt Standard. Seit 1. Oktober hat Inhaber Damir Bušić Industriezucker und Zitrusfrüchte komplett von der Barkarte gestrichen. Für die Balance sorgt stattdessen Oxymel: eine uralte Verbindung aus Honig und Essig, die im Haus in fünf Varianten mit Kräutern angesetzt wird. Die Signature Drinks bleiben in ihrer Grundidee erkennbar, sollen aber mehr Tiefe und Körper bekommen – etwa der Goatfather mit Mezcal, Latschenkiefer und Himbeeressig, geklärt mit Ziegenmilch.

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© LIQUID-DIARY / MILKA-PHOTOGRAPHY, INNSBRUCK TOURISMUS / FRANZ OSS, 6020 ARCHIV, VALENTINA WEISKOPF

Honig statt Zitrone


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in: 2 3 . O k to b e r

Kaiserjägerstraße 4a

Bottega Urbana Aperitivo mit Nachschlag

Zum Drink gibt’s etwas zu essen. In der Bottega Urbana wird daraus einmal im Monat ein ganzer Abend. Beim Aperitivo Lungo steht von 18 bis 21 Uhr ein Buffet mit warmen und kalten Antipasti, Fingerfood, Lasagne, Parmigiana und verschiedenen Nudelgerichten bereit. 21 Euro kostet der Abend, ein Willkommensgetränk wie Bier oder Prosecco ist inklusive.

An der Innbrücke gibt’s Kaffee jetzt auch in Violett. Pasta steht im NOM im Mittelpunkt – auch besondere Varianten.

Innrain 1

Lila

Anichstraße 20

Farbe bekennen

NOM eat well Pasta statt Schnecken

Gleich bei der Innbrücke, auf der Altstadtseite, hat das Lila aufgesperrt. Passend zum Namen stehen neben klassischen Kaffeevarianten auch Drinks mit Ube auf der Karte – jener violetten Yamswurzel, die gerade als neuer Matcha gehandelt wird. Wer lieber bei Grün bleibt, bekommt auch Matcha, alles wahlweise kalt oder warm. Zum Essen gibt’s AçaíBowls und Overnight Oats, auch zum Mitnehmen. Geöffnet ist täglich, unter der Woche schon ab 7.30 Uhr.

Wo zuletzt das Victoria Lux als Pop-up Zimtschnecken verkauft hat, hat am 3. Oktober das NOM eat well aufgesperrt. Auf den Tisch kommen frisch zubereitete Pasta und Bowls, mit Chicken, vegetarisch oder rein pflanzlich. Das Prinzip funktioniert wie ein Baukasten: Pasta, Sauce und Protein stellt man sich selbst zusammen.

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Auf hundert Jahre

„A chent’annos“, auf hundert Jahre, wünscht man einander auf Sardinien. Unter diesem Namen serviert seit 1. Oktober ein neues Restaurant in der Kaiserjägerstraße sardische Küche. Gründerin und Küchenchefin Barbara Marras stammt von der Insel und setzt auf handgemachte Pasta wie zum Beispiel Culurgiones, Malloreddus oder Fregola. Dazu kommen Zutaten wie Pecorino, Bottarga und Myrte sowie Weine wie Cannonau und Vermentino.

Alle Ruetz-Filialen

Ruetz

Edelmetall zum Anbeißen Erstmals hat die Bäckerei Ruetz beim Österreichischen Konditorenwettbewerb mitgemacht – und gleich abgeräumt: dreimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze, und zwar für ihre neuen frischen Bruchschokoladen. Gold gab’s für die Sorten Mango, Nougat und Ganze Haselnuss mit karamellisierten Piemont-Haselnüssen. Wer selbst probieren will: Die Schokolade gibt’s in zwei Größen in allen RuetzBäckerei-Cafés, insgesamt in sieben Sorten.

MEIN WANDERTAG.

Zum Wohl Tirol Fallmerayerstraße 12

Im Sommer hat das Burgerlokal Zum Wohl Tirol neben dem Landesgericht zugesperrt. Über die Betreibergesellschaft war bereits im Juni ein Konkursverfahren eröffnet worden. Ganz verschwindet die Marke aber nicht aus Innsbruck: In der Maria-Theresien-Straße ist das Team weiterhin mit Gringo’s Tacoria vertreten.

Crocodiles Pasta

Maria-Theresien-Straße 49

Das Crocodiles Pasta in der Innenstadt ist seit Kurzem geschlossen. Die Institution ganz in der Nähe, in der es Pizza gibt, bleibt weiterhin offen.

MEIN BÜROTAG.

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© ISTOCK.COM, 6020 ARCHIV

Chentannos

SCHLUSS, AUS, ZUGESPERRT ● SCHLUSS, AUS, ZUGESPERRT ● SCHLUSS, AUS, ZUGESPERR

Kaiserjägerstraße 2


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PESCETARISCH

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My Thai Bistro Scharf heißt scharf

VEGETARISCH

TET ●

VEGAN

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HALAL

Wer beim Thailänder an laminierte Speisekarten mit 120 Nummern denkt, wird im My Thai angenehm enttäuscht: kompakte Karte, frische Küche – und eine Schärfe, die hält, was sie verspricht.

BIO

Gumppstraße 3 I 17 bis 22 Uhr M DO bis SO 17 bis 22.30 Uhr MO und DI Ruhetage 15–20 Euro

My Thai auf einen Blick Größte Überraschung: Reservieren per WhatsApp. Außergewöhnlich: Tirol trifft Bangkok. Selbst nachschärfen: Beim Pad Thai kommen Chiliflocken und Fischsauce extra – auf eigene Gefahr. Unbedingt probieren: Singha oder Chang.

asiatisch Take-away

M

an fühlt sich sofort willkommen und darf wählen, ob drinnen oder auf der überdachten Terrasse gegessen wird. Unser Tipp: die Terrasse, dort hat man spürbar mehr Platz. Drinnen treffen Holzmöbel mit Tiroler Note auf thailändische Deko und den Wat Arun an der Wand. Klingt nach Stilbruch, ergibt aber eine feine Atmosphäre. „ZWEI CHILIS“. Die Karte ist überschaubar und hat trotzdem für jeden etwas, von Pad Thai bis Curry. Der Vor-

speisenmix (18,90 Euro) mit Frühlingsrollen, HähnchenSatay und knuspriger GarnelenTempura überzeugt ebenso wie die Tom Yam Gung (9,90 Euro), in der das Zitronengras die Hauptrolle spielt. Bei den Hauptspeisen – Pad Kra Pao mit Beef (16,90 Euro) und Pad Thai mit Garnelen (19,90 Euro) – lohnt der Blick auf die Chili-Symbole, denn scharf heißt hier wirklich scharf. Mit zwei Chilis lagen wir goldrichtig. Beide Gerichte kommen heiß, frisch und schön angerichtet, geschmacklich gibt es nichts zu bemängeln. Eigens loben muss man den Service: Trotz vollem Lokal bleibt das Team aufmerksam und berät gern. IM HOHEN SEGMENT. Günstig ist das My Thai nicht. Für Qualität, Service und Atmosphäre ist das aber nachvollziehbar. Viele Klassiker gibt es auch mit Tofu. Wir kommen wieder – mit zwei Chilis. 37

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Brotbuben × Bierfabrik

Gebackenes

aus den Bögen 38


„Überall wollen die Menschen Bier, aber immer auf ihre eigene Art.“

Die Dreiertragerl gibt’s in allen Innsbrucker Läden der Brotbuben.

Michal Perner, Braumeister in der Bierfabrik

Brot vom Vortag, ein Braukessel und eine Idee: Daraus haben die Brotbuben und die Bierfabrik 1.000 Liter Brotbier gebraut. Produziert wurde auf kurzen Wegen direkt in den Bögen. Tex t

M arkus Wechner

B © GERHARD BERGER

rot und Bier: In den Bögen haben zwei alte Bekannte neu zusammengefunden. Im Sommer landete Brot der Brotbuben vom Vortag direkt im Braukessel der benachbarten Bierfabrik. Dort wurde es mit Hopfen, Malz und Brauwissen zu einem neuen Sud verarbeitet. Der Vorschlag dazu kam von Bäckermeister Markus Lener. Freunde aus Wien hatten bereits Brotbier gebraut. Weil das in Innsbruck auch möglich sein müsse, griff Lener diese Idee auf und ging damit zur Bierfabrik. „Die hatten auch gleich Bock drauf“, wie der Bäckermeister erzählt, und wenige Wochen später schwamm das Bier schon im Kessel.

BROT IM BRAUKESSEL. Für die erste Charge lieferten die Brotbuben 60 Kilogramm Wurzel- und Hartweizenbrot. Die Laibe wurden klein geschnitten und noch einmal geröstet. Das entzog ihnen die restliche Feuchtigkeit und verstärkte zugleich die Aromen. Im Braukessel ersetzte 39

das Brot rund ein Drittel des Malzes. Ganz unkompliziert war das mit dem Brot im Sudhaus allerdings nicht: Brot enthält wie Malz Stärke, verhält sich beim Brauen aber anders. Es ist klebriger und aufwendiger zu verarbeiten. Für Braumeister Michal Perner bedeutete das, langsamer zu arbeiten und die restlichen Rohstoffe genau auf die Röstaromen der Brotkruste abzustimmen. „Ein superleichtes Pils hätte geschmacklich nicht gepasst“, erklärt er. Stattdessen verwendete der Braumeister Malzsorten, die zum Brot passen. Perner beruft sich beim Brauen auf seine „Triangel der Braukunst“: österreichisches Brauverfahren mit Wasser von der Nordkette, tschechischem Hopfen sowie Malz und Hefe aus Deutschland. Der gebürtige Tscheche hat Brauwesen in Prag studiert und arbeitet seit 20 Jahren als Bierbrauer, unter anderem in Asien und Nordamerika. Durch seine Erfahrung weiß er: „Überall wollen die Menschen Bier, aber immer auf ihre eigene Art.“ Bei seinen Kreationen sucht er deshalb die goldene Mitte: nicht zu bitter, nicht zu süß und auf keinen Fall langweilig. BERNSTEIN UND KARAMELL. Der zusätzliche Aufwand im Sudhaus zeigt sich schließlich auch im Glas: Entstanden ist ein bernsteinfarbenes Lager mit 5,7 Prozent Alkoholgehalt. Welche Aromen in dieses Bier kommen, hängt dabei natürlich


G E WIN NSPIE L

„Wir wollten ein süffiges Bier machen, das gut zu trinken und trotzdem etwas Besonderes ist.“ Markus Lener, Bäckermeister bei den Brotbuben

© GERHARD BERGER

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Für die erste Charge wurden 60 Kilogramm Brot verwendet.

auch von der jeweiligen Brotsorte ab. Für den ersten Sud fiel die Wahl deshalb auf klassische Wurzel- und Hartweizenbrote. Wer beim Brotbier genauer hinschmeckt, findet Nuancen von Teig und Brotkruste sowie eine leicht salzig-karamellige Note. „Es soll noch nach Bier schmecken – ein geiles Bier, das jede:r gut findet“, sagt Perner, dem es vor allem wichtig war, ein Bier zu produzieren, das zwar an Brot erinnern, aber nicht verrückt schmecken soll. Auch Lener war wichtig, dass das Ergebnis trotz der ungewöhnlichen Zutat bodenständig und 40

1.000 LITER BROTBIER. Ende Juli kam der erste Sud in den Tank. Das Brauen dauerte einen Tag, die Gärung eine Woche. Anschließend reifte das Bier etwa einen Monat. Insgesamt entstanden so über den Sommer 1.000 Liter Brotbier. Seit Oktober wird es in 0,33-Liter-Flaschen und Dreiertragerln zum Preis von 11,50 Euro in den Innsbrucker Läden der Brotbuben verkauft. Vom Fass wird es in der Bierfabrik für 5,80 Euro für einen halben Liter ausgeschenkt, erhältlich ist es zudem unter anderem bei Hopfmann & Söhne. Die Flaschen wurden von Hand abgefüllt. Auf dem Etikett prangt der Slogan: „Wir backen Bier aus altem Brot.“ So wird aus Brot vom Vortag kein Abfall, sondern neuer Sud, nur wenige Meter von der Backstube entfernt. Brot und Bier finden in den Bögen damit wieder zusammen.

© GERHARD BERGER

vollmundig bleibt: „Wir wollten ein süffiges Bier machen, das gut zu trinken und trotzdem etwas Besonderes ist.“ Das Brot dient dabei also nicht nur der Resteverwertung, sondern prägt bewusst den Geschmack.


E N TG E LT LI CHE E INS C HA LT UNG

FIT4FUTURE AWARD 24.000 Euro für die Region: Volksbank Tirol bringt die Jugend der Region auf die große Bühne.

D

er FIT4FUTURE AWARD der Volksbank Tirol geht nach einer erfolgreichen Premiere im Jahr 2025 in die zweite Runde. Schüler:innen sind eingeladen, ihre Ideen zum Thema Regionalität einzureichen. Tirolweit werden 24.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet. Wie bleibt unsere Heimat auch morgen lebenswert? Wie können wir die Region gemeinsam weiterentwickeln? Auf diese Fragen sucht die Volksbank Tirol gemeinsam mit der Jugend des Landes kreative Antworten. Auf die besten Ideen warten insgesamt 24.000 Euro Preisgeld – bereitgestellt von den vier Eigentümerinnen der Volksbank Tirol – den Volksbanken Kufstein-Kitzbühel eG, Schwaz eG, Land­eck eG und der HAGEBANK Tirol eG in Innsbruck).

Ob ein soziales Projekt im eigenen Dorf, ein wirtschaftlicher Impuls für die Region oder ein kulturelles Projekt für die Schule: Beim FIT4FUTURE AWARD dreht sich dieses Mal alles um das Thema Regionalität in all ihren Facetten. Starke Wurzeln in der Region. Für die Volksbank Tirol ist der Wettbewerb eine Herzensangelegenheit. Als Genossenschaftsbank ist sie tief im Lebensraum verwurzelt und versteht sich als Partnerin der Menschen vor Ort. „Mit dem FIT4FUTURE AWARD möchten wir jungen Menschen eine starke Bühne geben und sie ermutigen, Verantwortung für ihre Region zu übernehmen. Die Zukunft Tirols liegt uns am Herzen, und wir freuen uns schon jetzt darauf,

zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Einfallsreichtum die Schülerinnen und Schüler das Thema Regionalität mit Leben füllen werden“, erklärt Martin Holzer, Vorstand der Volksbank Tirol. Showdown in Innsbruck. Die feierliche Abschlussveranstaltung für die Region Innsbruck & Innsbruck Land findet wieder in der Messe Innsbruck statt. Dort bekommen die Finalist:innen eine große Bühne, um ihre Projekte vor einer Fachjury vorzustellen und die verdienten Preisgelder entgegenzunehmen. Sämtliche Informationen zur Teilnahme sind ab sofort auf der Website www.fit4future.tirol zu finden.

EURE IDEEN FÜR TIROL

THEMA: REGIONALITÄT BIS 30.11.2026 PROJEKTIDEE EINREICHEN

BIS 31.3.2027 PROJEKT AUSARBEITEN

MAI & JUNI 2027 ABSCHLUSSVERANSTALTUNGEN

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Weitere Informationen

www.fit4future.tirol LANDECK

INNSBRUCK

SCHWAZ

KUFSTEIN


Kleiner

Café-Index Wo bekommt man den günstigsten Espresso, wo den günstigsten Cappuccino? Wir haben uns zum Start des neuen Semesters angeschaut, wie viel der Klassiker unter den Wachmachern in der Innsbrucker Innenstadt kostet.

Der typische Kaffeestopp kostet

~ 2,50 €

~ 3,90 €

für einen Espresso

für einen Cappuccino

Kostet das Extra?

Espresso

Pflanzliche Milchalternativen sind bei 12 der 20 untersuchten Cafés ohne Aufpreis erhältlich. In den übrigen 8 Cafés beträgt der Aufpreis zwischen 0,20 (Momo) und 0,60 Euro (Manni).

Preisspanne aller verglichenen Espressi � 2,48 Euro 1,90 Euro

8 12

3,00 Euro

Cappuccino Preisspanne aller verglichenen Cappuccini � 3,90 Euro

mit Aufpreis

3,40 Euro

ohne Aufpreis

42

4,40 Euro


Preisniveau aus Espresso & Cappuccino Günstig

Espresso Cappuccino

Mittel

Espresso Cappuccino

Höher

Espresso Cappuccino

Brennpunkt

2,10

3,80

Moustache*

2,40

3,90

Camuna*

2,80

4,00

karaffu*

2,40

3,80

Nullacht 62

2,60

3,70

Cielo*

2,90

4,40

Kater

2,20

3,80

MakuMoka*

2,40

3,90

Kula*

2,90

4,40

Coffee Lab

2,10

3,40

3,80

3,90

4,40

2,90

2,10

1,90

Spiral*

Unbound*

The Cookie Club* Felice*

2,60

3,80

haepinest*

3,00

3,90

Verena ’s

2,40

3,80

Manni

2,50

3,90

Midori*

2,50

4,20

Momo

2,40

3,80

Kaffeegesellschaft

2,50

4,10

(Anichstraße)

* sonntags geöffnet

Datengrundlage: Untersucht wurden 20 Cafés im Zentrum, Wilten und Pradl – mit Fokus auf Cafés, die bei der jüngeren Zielgruppe tendenziell besonders beliebt sind. Als Vergleichswerte genutzt werden Preise für Espresso und Cappuccino sowie Aufpreise für pflanzliche Milch und Sonntagsöffnung. Stand: September 2026.

E N TG E LT LI CHE E INS C HA LT UNG

FLEISSIGE SUMSI SPARER:INNEN WERDEN BELOHNT! Der Raiffeisen Weltspartag am 30. Oktober 2026 in den Tiroler Raiffeisenbanken

© RAIFFEISEN

D

er Weltspartag steht vor der Tür und wir feiern gemeinsam mit unseren Kund:innen. Auf alle Sumsi Fans warten tolle Unterhaltung für die ganze Familie und ein besonderes Geschenk. Die Tiroler Raiffeisenbanken unterstützen Kinder dabei, spielerisch den Umgang mit Geld zu entdecken. Alle fleißigen Sumsi Sparer:innen werden mit einem Geschenk belohnt: einer personalisierbaren Zirbenspardose aus Tiroler Zirbenholz. Zur Zirbenspardose hat Sumsi auch noch ein Gewinnspiel für dich: Mit etwas Glück gewinnst du 80 € Sparguthaben für dein Sumsi Konto und ein Gute-Laune-PausenSet von Rollin’ Art. Alle Infos gibt es unter: raiffeisen-tirol.at/weltspartag. Wer noch kein Sumsi Konto hat, kann natürlich gleich am Raiffeisen Weltspartag eines eröffnen. Im Sumsi Club lernen Kinder bis zum 10. Geburtstag, was Sparen bedeutet und wie man mit Geld richtig um-

geht. Mit der Sumsi Card gibt es bei Sumsi Vorteilspartnern und Events verschiedene Ermäßigungen und zugleich auch attraktive Zinsen beim Sumsi Sparkonto. Damit kann so mancher Wunsch von kleinen Träumer:innen wahr werden. 43


SERIE

Pinker Seelenwärmer

Gerste statt Reis: MundArt begrüßt den Oktober mit einem knalligen Rohnen-Gerstotto – einem farbenfrohen Wohlfühlgericht voller Geschmack, das mit cremigem Ziegenkäse und selbst gemachten Rohnenchips an kühlen Tagen kräftig einheizt. von Flo Seidl


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lu n g WENN DIE ROHNE AUF DEM TELLER LEUCHTET, DARF AUCH DER WEIN CHARAKTER ZEIGEN

Rohnen-Gerstotto Zutaten

Zubereitung

• 200 g Rollgerste (Graupen) • 2–3 Rohnen • 1 mittelgroße rote Zwiebel • 1–2 Knoblauchzehen • 1 l Gemüsesuppe • 4 EL Olivenöl • 1 Stück kalte Butter • 50 g Bergkäse • 100 g Ziegenfrischkäse oder Ziegenweichkäse • ein paar Walnüsse • Thymianzweig oder Petersilie zum Garnieren

Für die Rohnenchips den Backofen auf 140 °C Umluft vorheizen. Eine Rohne in hauchdünne Scheiben schneiden. Die Scheiben auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech auflegen, dünn mit Olivenöl bepinseln und im Backrohr knusprig trocknen lassen. Danach aus dem Ofen nehmen und leicht salzen. Gerste gut mit kaltem Wasser abspülen. Die Rohnen und Zwiebel würfelig klein schneiden. Knoblauch fein hacken und die Gemüsesuppe erhitzen. Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Die abgespülte Rollgerste dazugeben und unter Rühren ca. 2 Minuten mitdünsten, bis die Körner leicht glänzen. Danach Rohnenwürfel hinzugeben, etwas mitdünsten lassen und einen Schöpfer heiße Suppe hinzugeben. Nach und nach die restliche heiße Gemüsesuppe schöpflöffelweise dazugeben. Immer erst nachgießen, wenn die Gerste die Flüssigkeit fast vollständig aufgesaugt hat. Dabei regelmäßig rühren. Die Rollgerste braucht etwas länger als Risottoreis – nach ca. 30 bis 35 Minuten sollte sie gar, aber noch leicht kernig im Biss sein. Den Topf vom Herd nehmen. Die kalte Butter und den geriebenen Bergkäse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Deckel drauf und zwei Minuten ruhen lassen. Walnüsse in einer trockenen Pfanne anrösten. Gerstotto auf tiefen Tellern verteilen. Den Ziegenkäse mit den Fingern grob darüber bröseln, mit den gerösteten Walnüssen, frischem Thymian oder frisch gehackter Petersilie und ein bis zwei Rohnenchips garnieren und heiß servieren.

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© SHUTTERSTOCK.COM

Der Pinot Noir 2024 von Heinrich begleitet das Gerstotto mit feiner Frucht, Würze und angenehmer Frische. Die Aromen passen schön zur erdigen Rohne, den gerösteten Walnüssen und dem cremigen Ziegenkäse. Ein eleganter, aber unkomplizierter Begleiter für einen Teller, der an kühlen Herbsttagen einfach guttut.

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Programm Oktober 2026

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Klimakultur

Tage der Klimakultur

Filmfestival

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Bis 31. Oktober verschiedene Orte in Tirol

7. bis 11. Oktober Metropol Kino

Die Tage der Klimakultur verbinden Kunst und Kultur mit Fragen rund um Klima, Nachhaltigkeit und Natur. In ganz Tirol laden unterschiedliche Formate dazu ein, ökologische und gesellschaftliche Perspektiven neu zu betrachten – in Innsbruck unter anderem die Performance und Installation „Photosensitives“ im BRUX (8. bis 9. Oktober), die Finissage der Ausstellung „Threads“ samt Performance von Max Weithoff im KG17 (8. Oktober) und die Ausstellung „Common Ground – Roland Maurmair“ im Haus der Begegnung (ab 14. Oktober).

Das innsbruck nature film festival feiert sein 25. Jubiläum mit 66 Filmen aus 34 Ländern, darunter 55 Wettbewerbsbeiträge. Neben den Screenings stehen Preisverleihungen, wissenschaftliche Impulse, Ausstellungen, Workshops und Angebote für Familien auf dem Programm.

© INNSBRUCK NATURE FILM FESTIVAL, RAINER HOSCH, DRÁGA CARDO

Ausstellung

ICONS: The Art of Portraiture 3. Oktober bis 6. Jänner BTV Stadtforum Die Retrospektive von Rainer Hosch versammelt Porträts aus drei Jahrzehnten und zeigt Persönlichkeiten aus Kunst, Musik, Film, Politik und Sport. Neben internationalen Namen wie Iggy Pop und Meryl Streep sind neue Aufnahmen österreichischer Sportgrößen zu sehen, darunter Marlies und Benjamin Raich, Janine Flock und Johannes Strolz.

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Design

Street-Art-Walk mit HNRX 9. Oktober, 16 Uhr Innsbruck Der Innsbrucker Künstler HNRX führt zu ausgewählten Murals und gibt Einblicke in die lokale Street-Art-Szene. Der Spaziergang zeigt, wie großformatige Arbeiten entstehen und wie urbane Kunst den Blick auf vertraute Orte verändert.

6020 verlost

1 X 2 TICKETS für das Konzert von Mothers Cake am 10. Oktober im Treibhaus. Das Innsbrucker Trio feiert dort an zwei Abenden 14 Jahre „Creation’s Finest“ und 12 Jahre „Off the Beaten Track“ mit einem psychedelischen Spezial-Set.

LESUNG & DISKUSSION

Kennwort: Mothers Cake

MIT ÖSTERREICHS RENOMMIERTEM PHILOSOPHEN KONRAD PAUL LIESSMANN

Teilnahmeschluss: 8. Oktober 2026

04. 11.

SCANNEN UND MITMACHEN

TICKETS & INFOS: WWW.AUDIOVERSUM.AT

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© VITALI SVIRIDENKO, HEUSDEN, HNRX, MOTHERS CAKE

Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck

BILDUNG IM WANDEL


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TIROLER SYMPHONIEORCHESTER INNSBRUCK

Konzert

Black Sea Dahu 10. Oktober, 20 Uhr mariatheresia Black Sea Dahu kommen mit ihrem Album „Everything“ nach Innsbruck und verbinden Indie-Folk, Chamber Pop und Art Rock. Die neuen Songs kreisen um Verlust, Hoffnung und Verletzlichkeit und setzen auf die intensive Stimme von Sängerin und Songwriterin Janine Cathrein.

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PROGRAMM

Konzert

Fink 19. Oktober, 20 Uhr Treibhaus

Konzert

Sofie Royer 22. Oktober, 20 Uhr Stromboli Sofie Royer bringt ihr viertes Album „before/after“ nach Hall und verbindet SynthPop, Chanson, Italo-Disco und Art-Pop. In zwölf Songs reflektiert sie das Künstlerinnen-Dasein, die Mechanismen der Musikindustrie und den inneren Konflikt zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Film

Reel Rock 20 27. & 28. Oktober, 19 Uhr Treibhaus Das weltweit tourende Kletterfilmfestival bringt neue Geschichten aus der internationalen Kletterszene auf die Leinwand. Im Mittelpunkt stehen sportliche Grenzgänge, außergewöhnliche Schauplätze und Menschen, die Abenteuer und Gemeinschaft am Fels neu definieren.

stmesse

Kun 30. Internationale

23 – 25 OKT 2026 0

.0 TÄGLICH 11.00 – 19

OLYMPIAWORLD

30.

JUBILÄUM

ruck.com

www.artfair-innsb 30 Years of Art. One Place. Endless Perspectives.

© OSKAR BURGER, LUCA CELINE, KOSZKI KOSZKI PHOTOGRAPHY, GARETH LEAH

Finian Greenall alias Fink stellt mit Band sein neuntes Studioalbum „The City Is Coming to Erase It All“ vor. Die neuen Stücke verbinden akustische Wärme mit Melancholie und Intimität und orientieren sich im Aufnahmeprozess bewusst am Ethos der 1970er-Jahre.


Konzert

Endless Wellness 21. Oktober, 20 Uhr Treibhaus Endless Wellness bewegen sich zwischen Indie, FuzzFolk und roher Intimität, getragen von schrammelnden Gitarren und deutschsprachigen Texten. Ihre Songs verhandeln Depression, Erschöpfung und Verletzlichkeit, schlagen dabei aber immer wieder den Bogen zu Klimakrise und gesellschaftlicher Überforderung.

HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS

ALLE EVENTS AUF WWW.OLYMPIAWORLD.AT

17.10. – 08.11.26 23. – 25.10.26 CIRCUS RONCALLI

ARTFAIR INNSBRUCK

31.10. – 01.11.26

OLYMPIAWORLD FREIGELÄNDE Manege frei für “50 Jahre CircusTheater Roncalli”. Das Publikum darf sich auf viele (Geburtstags-) Überraschungen und neue Gesichter im Künstlerensemble freuen. Auch Lili Paul-Roncalli wird mit einer neuen Darbietung – einer Hommage an die artistischen Anfänge ihres Vaters – in der Manege zu sehen sein.

OLYMPIAHALLE Seit drei Jahrzehnten vereint die Messe Beständigkeit und höchste Qualitätsansprüche mit einem wachen Blick für aktuelle Strömungen. Ihr Erfolgsrezept: ein feines Gespür für Entwicklungen am globalen Kunstmarkt sowie die konsequente Ausrichtung auf anspruchsvolle, zeitgenössische Kunst.

OLYMPIAHALLE Europas größte Pferdeshow CAVALLUNA kehrt mit „Die Farben des Lebens“ zurück. Die einzigartige Show entführt das Publikum auf eine bunte Reise in eine magische Welt, die die Sinne verzaubert und die Herzen berührt – mit knapp 60 Pferden, atemberaubenden Tanzeinlagen, mitreißender Musik und einem traumhaften Bühnenbild.

CAVALLUNA PFERDESHOW

ALLE EVENTS


PROGRAMM

Festival

Positive Futures Festival 15. bis 18. & 22. bis 25. Oktober verschiedene Orte in Innsbruck Das Positive Futures Festival bringt an zwei Wochenenden mehr als 50 Acts aus 25 Ländern in zwölf Innsbrucker Locations. Musik, Theater, Performances, DJ-Sets und Filme stehen unter dem Leitgedanken „Empathy Over Opinion“ und rücken unterrepräsentierte internationale Positionen sowie lokale Kooperationen in den Mittelpunkt.

Konzertlesung

Carolina Schutti & Valerie Fritz 23. Oktober, 19 Uhr Literaturhaus am Inn

Kunstmesse

30. ARTfair Innsbruck 23. bis 25. Oktober Olympiaworld Die ARTfair Innsbruck feiert ihre 30. Ausgabe mit internationaler Kunst aus mehr als 20 Nationen. Gezeigt werden Werke vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, darunter Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur, Installationen und Neue Medien, ergänzt durch Sonderschauen, Gespräche und Führungen.

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© DIE FOTOGRAFEN, TAMARADELA FUENTE, DINO BOSSNINI, SIMON RAINER

Carolina Schutti und die Cellistin Valerie Fritz präsentieren in einem eigens entwickelten Programm den Lyrikband „Relative Ruhe“. Texte und Musik fragen danach, wie Landschaft, Erinnerung und historische Dokumente ein Bild der Vergangenheit formen und was dem Vergessen entgegengesetzt werden kann.


Stadt teilfest am Inn 17. Okt. 2026

bei Ágnes-Heller-Haus ab 14:00 Uhr

Alle Infos


PROGRAMM

Konzert

Amistat 28. Oktober, 20 Uhr Music Hall

Die Zwillingsbrüder Josef und Jan Prasil gehen mit neuen Songs auf „Every­ thing in between“-Tour. Im Mittelpunkt stehen ihre eng verwobenen Stimmen, intimes Songwriting und ein moderner Folk-Pop-Sound, der persönliche Geschichten in große gemeinschaftliche Momente übersetzt.

Konzert

BAIBA: „Delusional“ Album Release

22.

Gratis Getränke & Würstel

BAIBA präsentiert ihr drittes Studioalbum „Delusional“, das vom Frausein in den Dreißigern, von Zweifel, Chaos und Selbstfindung erzählt. Sphärische Synths, tiefe Bässe und ehrliche Texte treffen live auf Schlagzeug und eine deutlich rauere Garage-Energie.

Okt.

SPRECH 18 Uhr MA ÜBER ÖSTERREICH mit NEOS-Klubobmann Yannick Shetty Frieda's Hub im RAIQA Innsbruck

Anmeldung und alle Infos hier

POLITISCHE ANZEIGE: Der Sponsor ist NEOS Parlamentsklub. „Neues Österreich“-Tour. Weitere Informationen unter 6020online.at/politische-werbung#neos-2026-10

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© ANJA KAUFMANN, MICHAEL SCHMÜCKING, JOHANNA HIRMANN, MIDWIFE

17. Oktober, 20 Uhr Die Bäckerei


Konzert

MIDWIFE & Devin Shaffer 28. Oktober, 19.30 Uhr Spitalskirche MIDWIFE, das Projekt der US-amerikanischen Multiinstrumentalistin und Tontechnikerin Madeline Johnston, bringt reduzierten Experimental-Pop in die barocke Spitalskirche. Ihren dichten, emotionalen Sound bezeichnet sie als „Heaven Metal“ und verarbeitet darin Trauer, Zerstörung und Katharsis. Den Abend eröffnet Devin Shaffer.

Konzert

Leftovers Leftovers setzen ihre ironisch betitelte „Stadion Tour“ mit neuem Album und kompromisslosem Punkrock fort. Die Wiener Viererbande verbindet dabei Schweiß, Tempo und rohe Energie mit Songs über Selbstbehauptung und Stillstand.

Geldgeschichten Ausstellung des Geldmuseums in Innsbruck von 24. September 2026 bis Herbst 2027 Eintritt frei 55

entgeltliche Schaltung

31. Oktober, 20 Uhr Die Bäckerei


PROGRAMM

Lesung & Gespräch

black print. Festival für Schwarze Perspektiven 29. Oktober, 19.30 Uhr Literaturhaus am Inn Zum Auftakt der zweiten Festivalrunde lesen Miriam Carbe aus „Unerwünschte Töchter“ und Jessica Mawuena Lawson aus „Kekeli“. Beide Romane erzählen von Schwarzen Lebensrealitäten in Deutschland und verhandeln Familiengeschichte, Zugehörigkeit und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.

Konzert

Oskar Haag 29. Oktober, 20 Uhr Treibhaus Oskar Haag kommt mit seiner „Lost Cause“-Tour und 15 neuen Songs aus dem gleichnamigen zweiten Album ins Treibhaus. Der junge österreichische Singer-Songwriter verbindet intime Popmomente mit energetischer Bühnenpräsenz und spielt neben neuem Material auch bekannte Songs wie „Stargazing“.

Rising Baba Yaga Festival

FILIAH Support:

30. Oktober, 18 Uhr Die Bäckerei

JANKA

Das von FLINTA-Personen organisierte und kuratierte Festival verbindet Livekonzerte, Performances, Kunstmarkt, Creative Corners und DJs. Headlinerin LUIZA mischt Tropical Pop, Dub und elektronische Grooves, während GATTZILLA und eine Afterparty mit DJ Karo das Programm ergänzen.

DO 08.10. 26

20.00 UHR KULTURLABOR STROMBOLI HALL IN TIROL

stromboli.at 56

© MICHELLE RASSNITZER, VERBRECHER VERLAG, HANSER LITERATURVERLAGE

Festival


25 JAHRE STADT6020 MAGAZIN So, 8. November

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Location: mariatheresia, 6020 Innsbruck Start: 18 Uhr

... via Mail an events@6020stadtmagazin.at mit Angabe von Alter (Teilnahme ab 16 J.) und vollständigem Namen

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Samstag: Angebote in der ganzen Stadt Sonntag: Recovery mit Laufen, Radfahren, Yoga und Brunch 57


DAS BESONDERE

IM BANALEN 58


Der unbeschwert tanzbare Indie-Pop der Innsbrucker Band Janka serviert Alltagsthemen, die beim Hinhören einiges an Tiefe offenbaren. Im Oktober erscheint das Debütalbum mit zehn neuen Songs über vermeintliche Banalitäten. Tex t Fotos

Verena Wagner Franz Oss

hat beim Uni-Orchester mitgemacht und ist wie der Jenbacher Finn Achatz beim Street Noise Orchestra aktiv.

A

JANKA LIVE Wer die neuen Songs live erleben will, hat am 8. Oktober im Stromboli in Hall, wo die Band Filiah supportet, und am 29. Oktober im mariatheresia die nächsten Gelegenheiten dazu. Vorab einen Eindruck verschaffen kann man sich auf allen gängigen Streamingplattformen und hier:

m Alltag ist doch nichts Besonderes – oder? Die deutschsprachigen Texte der Innsbrucker Indie-Band Janka sind nahbar, ehrlich und bieten jede Menge Identifikationsfläche. Die vier WahlInnsbrucker:innen sagen von sich selbst, das Besondere im Banalen zu suchen. „Unsere Texte handeln vom Alltag, einfach so alltäglichen Dingen, die viele irgendwie betreffen“, sagt Sängerin und Gitarristin Bianca Ehrenstraßer, aus deren Feder die Texte stammen. Akkorde und Grooves für neue Songs entstehen in den wöchentlichen Proben beim kreativen Jammen gemeinsam mit Trompeterin Carole Bidaine, Bassist Mathias Gangkofner und Schlagzeuger Finn Achatz. „Wir kommen musikalisch aus ganz verschiedenen Bereichen. Ich zum Beispiel aus der Klassik. Ich war es gewöhnt, Notenblätter vor mir zu haben, die möglichst perfekt runterzuspielen waren. Es war eine ganz neue Herausforderung für mich, in der Band die Freiheit zu haben, zu improvisieren“, erinnert sich Bidaine, die auch Horn, Posaune und Keyboard spielt. Die Luxemburgerin lebt seit elf Jahren in Innsbruck,

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ZWISCHEN BINDUNGSANGST UND VERBINDLICHKEIT. So fröhlich sich der Sound aus treibenden Bläserrhythmen, Anleihen aus dem Disco Funk und manchmal einer Prise Bossa Nova mischt, so sehr regen die poetischen Refrains beim Zuhören und Mittanzen zum Nachdenken an. Sie haben die Kraft, den Lack von der Oberfläche zu kratzen. Mit erstaunlich wenigen Worten rücken die eigenen Unsicherheiten vor die innere Mattscheibe. Selbstzweifel, der Wunsch nach Nähe und Verbindung, widerstreitende Gefühle, ein Kopf, der nüchtern analysiert: Wie wirke ich auf andere? Wie komme ich an? Um Oversharing geht es etwa in dem Stück „Wenn du dann weg bist“, und im Grunde spielt auch „Monstera“, ein früherer Song über eine sterbende Zimmerpflanze, eine Variation desselben Themenkomplexes: Es geht um Einsamkeit, Fürsorge und ein Zuviel an Zuwendung. Zerrissenheit und Angst vor Verbindlichkeit klingen in „Mein Kopf will allein sein“ an. „Mein Herz will Liebe. Er will Freiheit. Mein Kopf will dabei sein, er ist zu laut, Herz ist leiser. Und ich wünsch mir, die beiden mögen sich endlich entscheiden. … Es liegt an mir.“ Das ist die glasklare Analyse eines Nahkampfs: Verstand gegen Gefühl, Bindung versus Freiheit. NIMM DICH NICHT ZU ERNST. Bei aller Tiefe gelingt es Janka, Unbeschwertheit auszudrücken. Erzählen die Texte von Empathie, Achtsamkeit, Selbstfürsorge und einem guten Umgang


mit Gefühlen, suggerieren Haltung und Selbstinszenierung in den selbst produzierten Musikvideos bei Auftritten aber auch: Mit Humor lebt es sich leichter – und authentisch. Sie selbst nennt als Vorbilder die Bands „Von Wegen Lisbeth“, „Mola“, „MiA.“, „Die Höchste Eisenbahn“, „Wir sind Helden“ oder „Wanda“. „Ich höre schon sehr viel deutschsprachige Musik“, sagt sie. Mit ihrer Gute-Laune-Musik reduziert sich das Nachdenken auf ein erträgliches Maß. Sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist schließlich nicht die schlechteste Strategie gegen zu viel Selbstanalyse. Dem Sound wohnt eine Aufforderung inne, sich zu verändern, das Leben zu genießen und gut genug zu sein. Damit wird flugs das „therapeutische Selbst“, das der MillennialGeneration des Öfteren nachgesagt wird, demontiert. Janka verzichten stets auf den erhobenen Zeigefinger und Moralpredigten; stattdessen erzählen sie lieber unverblümt ehrliche Geschichten – verletzlich, komisch und nahbar. AM LIEBSTEN LIVE. Besonders gerne spielt die Band live. „Und wir spielen auch wirklich live. Das kommt leider im Pop-Bereich mittlerweile viel zu selten vor“, betont Ehrenstraßer. Auch für

„Einfach coole Gigs spielen ist ein großes Ziel. Ich glaube, ich spreche da für uns alle.“ Carole Bidaine

Bidaine ist es das Tollste am Band-Dasein: „Einfach coole Gigs spielen ist ein großes Ziel. Ich glaube, ich spreche da für uns alle. Das macht am meisten Spaß – Musik machen und merken, dass man die eigene Freude daran aufs Publikum übertragen kann, das gibt einem einfach so viel.“ Das Debütalbum „Nicht von dieser Welt“ erscheint am 23. Oktober 2026 über das Wiener Label Feber Wolle. Die Kosten der Produktion für die zehn Tracks konnten sie mit einer Förderung des Musikfonds stemmen. „In vielen der für das Album im letzten Jahr erarbeiteten Songs schwingt mit, sich als Outsider wahrzunehmen. Beim Zuhören entsteht das Gefühl, okay, anderen geht es auch so, ich bin wohl doch nicht so ein Alien“, sagt Ehrenstraßer. Es gehe um leere „Social Batteries“, Ausgeh-Angst, Materialismus oder wie es ist, geghostet zu werden. Aber auch Tabus wie häusliche Gewalt, über die noch immer kaum öffentlich gesprochen wird, sind Thema. Trotz der Schattenseiten mehr oder minder romantischer Beziehungen bekommen auch frisch verliebte Schmetterlinge im Bauch mit „Nicht alleine in der U-Bahn“, der letzten Vorab-Single vom September, ihren Platz auf dem Debüt. Übrigens empfehlen Janka, dass man ihr Album am besten allein im Zug hören soll.

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Der rote Bruno Ein fast schon sakrosankter junger Bruno Kreisky, ein Ensemble mit Theaterstaub, eine Musik, die ins falsche Genre abbiegt: Harald Sicheritz’ Biopic „Bruno“ hat Schwächen. Trotzdem trifft der Film einen Nerv, den die heutige Sozialdemokratie längst nicht mehr spürt. Text: Klaus Erler

D

ie österreichische Sozialdemokratie hat schon bessere Zeiten erlebt. Meist dauert es nach einer derartigen Feststellung nicht lange, bis das Schlagwort „Ära Kreisky“ fällt. Der Namensgeber dieser Ära, Bruno Kreisky, war nicht nur einer der international am meisten be- und geachteten österreichischen Politiker, er war auch derjenige Politiker, der Österreich am längsten regiert hat. In seine Regierungszeit fallen sozialund gesellschaftspolitische Reformen wie die Einführung der 40-Stunden-Woche, die Fristenlösung sowie die Entkriminalisierung der Homosexualität. Der 1911 geborene und 1990 verstorbene Kreisky war unter anderem Außenminister und von 1970 bis 1983 Bundeskanzler Österreichs. Als Sozialdemokrat wurde er während des Austrofaschismus inhaftiert, als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt und ins Exil gezwungen. REBELL AUS GUTEM HAUS.

Mit „Bruno – Der junge Kreisky“ bringt der österreichische Regisseur Harald Sicheritz („Hinterholz 8“) nun eine Art Biopic über die Jugend- und Lehrjahre Kreiskys in den 1920er- und 1930er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ins Kino: Er porträtiert den jungen Kreisky als Schüler aus reichem, jüdischem Elternhaus, der die sozialistische Arbeiterjugend dem für seinen gesellschaft-

lichen Stand obligaten Tanzkurs vorzog. Er zeigt Kreisky als Menschen, dem Widerstand und Auflehnung gegen ungezügelten Kapitalismus und faschistische Regime wichtiger waren als bürgerliche Karriere und gesicherter Wohlstand. Über den Umweg einer politischen Coming-of-Age-Story bringt Sicheritz so Licht in ein dunkles Kapitel der österreichischen Geschichte zwischen den beiden Weltkriegen, einer Zeit des Bürgerkriegs, des Austrofaschismus, der Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender.

Zeiten das spannende und lohnende Thema „Sozialdemokratie“ entstaubt wird: „Bruno“ liefert den Gegenentwurf zu einer Gegenwart, in der Jugendrevolutionen seit Jahrzehnten ausgestorben sind. Der Film bekommt dadurch eine aktuelle Relevanz, die umso dringlicher wird, je mehr sich die österreichische Sozialdemokratie selbst missversteht und von den Jungen zunehmend vergessen wird.

GESCHENKTE SCHWÄCHEN.

Dass Sicheritz dabei zwar auf ein hochkarätiges, meist junges Schauspielensemble zurückgreifen kann, diesem aber die Künstlichkeit allzu braver Theaterdebütant:innen nicht gänzlich abzugewöhnen vermag: geschenkt. Dass der junge Kreisky mit zunehmender Filmdauer eine fast schon übermenschliche Gütigkeit entwickelt: wohl der Zuneigung zur Figur Kreisky geschuldet. Dass Sicheritz über die Musik eine für das Thema eigenartige und nicht ganz passende, roadmovieartige Stimmung kreiert: künstlerische Freiheit. SOZIALDEMOKRATIE ENTSTAUBT.

Die wirkliche Leistung des Films (und seines Regisseurs) liegt woanders. Er sorgt dafür, dass in politisch reizdeprivierten 64

„BRUNO – DER JUNGE KREISKY“ AT 2026 | 116 min Regie: Harald Sicheritz Mit: Nils Arztmann, Maya Unger, Soi Schüssler Kinostart: 1. Oktober 2026


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© AREA47

D I E F RAG EN 1

So flüchtet Hase und teilt Boxer aus (1–2 W.)

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Gefiedert, manchmal auch Dummkopf: Unterwasserschwimmer bei Bademützenpflicht?

2

Nicht notwendig: Sind Inn, Sill und Co. bei Hochwasser?

3

Tut Nichttoter: „Die Erde hat immens gebebt, / das habe ich noch nie …!“

4

Freut die Kellnerin: Moneten fürs Saufgelage?

5

Hält fest zusammen: Flickt nicht fachkundig Elektroleitungen?

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Ursache und Wirkung: Ist redensartlich eine Bitch

7

Nichts Festes bitte: Ihn haben sich Juicies und Fruchtpresser im Kalender markiert

8

Für Auf(!)sichtige Aufforderung in diesen Unterkünften zu verweilen

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Solche Zeugen sorgen unwahrhaftig für schwindel(!)erregende Aussagen

10

Der Spieler sitzt auf der Bank nur als Notnagel herum

11

Drahtesel mit Schmerzschrei sorgt für Wirbel

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Hochprozentig, und bei Innsbruck ver-Ort-et

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Da ist der Hund erleichtert: Kleine Kleinstraße?

14

Vornämlich von rechts (!) kommend klingt (!) sie nach Aufforderung für weniger Weiche

15

Sie wurden im Liptauer und im Stauende eingeseilt

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Das hab ich in den Fingerspitzen: Liegestätte des Fakirs?

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Da hat das Wasser ein Ende, wenn ich verrückt rufe

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Über Rollkragenpullover. Aber nicht die von Sartre von Johannes F. Park

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Ein kurzer Check mit Google setzt mich davon in Kenntnis, dass es ein hellblaues Modell war. Ja, auch Foucault hat Schwächen.

nlängst habe ich mir einen sündteuren Rollkragenpullover aufschwatzen lassen. Der finanzielle Schaden ist schon einmal enorm. Es kommt aber noch schlimmer: Leider sehe ich in dem Ding aus wie ein pseudointellektueller Schnösel.

Von Sartre finde ich, um ehrlich zu sein, überhaupt gar kein Bild mit Rollkragen. Eines zeigt ihn im V-Ausschnitt, bei einem anderen hält er die Hand dermaßen unkooperativ, ich möchte fast sagen: provokant vor die Brust, dass ich die Form des Kragens nicht erkennen kann.

Vielleicht trifft es schnöseliger Pseudointellektueller besser. Aber das ändert nichts an der Grundproblematik. Meine Frau sagt, dass mir der Rollkragenpullover eh gut steht. Das ist eine noble Geste. Und eine fatale Fehleinschätzung. Ich bin ja nicht Steve Jobs. Der große Existenzialist konnte Rollkragenpullover tragen. Natürlich auch Sartre. Mir ist Camus ja beträchtlich lieber, was nicht unbedingt am Kleidungsstil liegt, aber ganz ausschließen kann ich es auch nicht.

Ich selbst stehe nun vor der Wahl, entweder einen modischen Totalschaden hinzunehmen oder demnächst ein paar Besuche bei Ringvorlesungen, Vernissagen oder im Kinderprogramm von Arte einzuplanen.

Ich meine mich zudem an ein Bild von Michel Foucault zu erinnern, auf dem er in einem beigen Rollkragenpullover zu sehen ist. Beige! Hier sagt einer: Ich bin ganz Geist und habe die normative Ästhetik des Alltags überwunden, ihr Dreckfresser!

Ich glaube, das nennt man Ironie.

So oder so gilt die Devise: Augen zu und durch. So wie man einen Rollkragenpullover ja auch anzieht.

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