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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

20. JAHRGANG NOVEMBER 2021 | AUSGABE 264

O Z N R IST MEIN ADRE­NALIN 40 Jahre Treibhaus und jede Menge Ärger für Norbert K. Pleifer

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IMMER DA Der Arbeitsalltag einer 24-h-Betreuerin


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Entgeltliche Einschaltung

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Editorial

Über Hochmut und den Fall Michael Steinlechner

M

anchmal ist es im Leben entscheidend, was man tut, manchmal, wie man es tut, und sehr oft auch eine Kombination aus beidem. Was die türkisen Jünglinge in den letzten Jahren abgezogen haben, wie akribisch sie den Machterhalt und -ausbau geplant und letztendlich durchgezogen haben, kann man schlimm und verwerflich finden. Vermutlich ist es einfach nur klassische Machtpolitik, die uns nur selten zuvor so transparent präsentiert wurde. Das Selbstverständnis und die Arroganz, die uns die offengelegten türkisen Chatprotokolle zeigen, sind in dieser Form trotzdem einzigartig. Man spürt förmlich, wie der Kurz-Gang jedes Mittel recht war, um den Thron der Macht zu erklimmen, und noch immer recht ist, um ihre Position zu sichern. Es ist schlichtweg widerlich, erkennen zu müssen, dass diese Neuausrichtung der Volkspartei kein einziges inhaltliches Interesse oder gar echte Prinzipien hat, sondern nur um ihrer selbst willen existiert. Mir war immer bewusst, dass es sich hier um eine besonders strategisch denkende Clique handelt, dass es aber augenscheinlich nicht einen einzigen politischen Grundsatz gibt, der nicht für mehr Zustimmung oder bessere Umfragewerte geopfert werden würde, schockiert. Wären Wahlen damit zu gewinnen gewesen, dass man mehr Flüchtlinge ins Land lässt, Kurz hätte die Grenzen vermutlich in merkelscher Manier geöffnet und obendrein gleich auch noch ein Kind aus Moria adoptiert. Die Buberlpartie, wie sie immer öfter genannt wird, regiert vom Elfenbeinturm aus, kennt keine moralischen Limits, und auch Empathie scheint ihnen fremd. Und dennoch sind sie nun vor lauter Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit an echten Anfängerfehlern gescheitert. Gäbe es ein Humboldt-Fernstudium „Grundkurs Regionalpolitiker“ würde wahrscheinlich schon in der Schnupperstunde gelehrt werden, dass man manche Dinge besser nicht verschriftlicht. Erstaunlich, dass die jungen Türkisen in ihren zahlreichen Chats ihre An- und Absichten so akribisch dokumentiert haben. Allen voran Schmid, der am Ende jedes Gesprächs praktischerweise gleich noch eine schnelle Zusammenfassung des Besprochenen gibt. Umso mehr erleichtert es mich, dass diese seelenlosen Superstrategen und Umfragentaktiker auf dem Weg in den immerwährenden Machtolymp an solchen Basisfehlern scheitern und scheinbar doch nicht so clever sind und über den Dingen stehen, wie sie – und auch viele von uns lange Zeit – geglaubt haben. Nun dürfen sie die Kehrseite ihres selbst erschaffenen Mediensystems kennenlernen. Spannend wird es für die Buberlpartie auch, die Grenzen ihrer Männerloyalität zu entdecken. Was passiert zum Beispiel, wenn Thomas Schmid realisiert, dass die türkise Reise vorbei ist und es für ihn keine Zukunft mehr gibt? Dann könnte es beim vermutlich größten Kurz-Fan aller Zeiten recht schnell heißen: Singen ist das neue Schreiben. m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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Inhalt

Die best en Events im Novemb er auf einen Bli ck. Seite 56

COVERSTORY

„Zorn ist mein Adrenalin“

Mehr als ein Dach überm Kopf

Das Treibhaus feiert dieser Tage sein 40-jähriges Bestehen: Das Jubiläumsprogramm wurde nach behördlichen Vorwürfen wegen „vermeidbaren und unzumutbaren Lärms“ vom Garten in den Turm verlegt. Im 6020-Interview spricht Treibhaus„Gschaftlhuaba“ Norbert K. Pleifer über Rhythmus, Krach und Resignation.

In unserer Serie „Die Zukunft der Stadt“ beschäftigen wir uns mit Formen des Zusammenlebens, die sich in Zukunft besser bewähren könnten als klassische StudierendenWGs, Einfamilienhäuser und Singlewohnungen.

Seite 12

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Essen & Trinken

24/7 Wie sieht der Arbeitsalltag einer 24-Stunden-Pflegerin aus? 6020 hat anlässlich eines Aktionstags, der auf die schwere und oft im Verborgenen geleistete Arbeit aufmerksam machen will, nachgefragt.

Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie – natürlich mit den drei Gs: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

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Seite 22 6


Einmal den vegetarischen, bitte! 6020 hat einen Koch, einen überzeugten Fleischfresser und einen Vegetarier losgeschickt, um sich durch das vegetarische Angebot der Innsbrucker Burgerläden durchzuprobieren.

Fitness & Wellness auf über 4000m²

Seite 44

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Seite 52

How to play Chess fast

Der 6020-Ratgeber für alle, die Schach auch einmal in real life ausprobieren wollen.

Seite 64

Divers, emanzipiert und äußerst rücksichtsvoll – wie sich der HaymonVerlag neu erfindet.

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IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, Sebastian Platzer, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Daniel Feichtner, Theresa Kirchmair, Theresa Kleinheinz, Haris Kovacevic, Melina Mitternöckler, Denise Neher, Johannes F. Park, Linda Pezzei, Lisa-Maria Schwarzenauer, Flo Seidl, Katharina Wildauer, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

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Details: www.happyfitness.at

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Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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I M B I LD

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Am 22. Oktober, natürlich einem Freitag, marschierten wieder knapp 2.000 Schüler, Studenten und andere Unterstützer im Zuge der Fridays-for-Future-Demonstration durch die Innsbrucker Innenstadt, um auf die Klimaproblematik aufmerksam zu machen und die Politik für Umweltthemen zu sensibilisieren.

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NOVEM BER

8 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1. (wtf?)

UND JA: CORONA

2.

UNRUHE IM TOURISMUSVERBAND INNSBRUCK

7.

PROBLEMWÖLFE

3.

DAS A P P L E - P U T ZTUCH UM 25 EURO

6.

4.

H E R B STDEPRESSIONEN

5.

SQUID GAME-HYPE 11

TÜRKISE Chatnachrichten

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ, PRIVAT

8.

MASKEN-TEE


S E R I E

die Zu ku n ft d e r Stadt

Mehr als ein Dach überm Kopf Wohnen ist in Innsbruck ein Thema, das bewegt. Es gibt allerdings einige Formen des Zusammenlebens, die sich in Zukunft besser bewähren könnten als klassische StudierendenWGs, Einfamilienhäuser und Singlewohnungen. Text: Theresa Kirchmair

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ERMÖGLICHT VOM VVT

© GREGOR GRAF

Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.

„Wir sollten aufhören, zu bauen, wir müssen richtig verwenden.“ Fritz Matzinger, Architekt

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„Dieses Wohnen, einer anonym neben dem anderen, das hat mit Stadt nichts zu tun. Das ist eigentlich nur Unterbringung wie in Bienenwaben.“ Fritz Matzinger, Architekt

d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

Atrien schaf fen neue G emeinschaf tsräume – ob in der Wohnsiedlung G ugl Mugl (o.) oder al s neues Her zstück eines Vierkanthof s (re.).

n der Stadt herrschen meist klare Verhältnisse: Der Wohnraum endet an der Haustür, die Straßen gehören dem Verkehr, der auch die Gestaltung vieler Plätze maßgeblich mitbestimmt. Die Mietpreise sind stattlich, die Ressourcen begrenzt, die Nachbarn kennt man nur aus dem Stiegenhaus. Für Fritz Matzinger, Architekt und Pionier der Atrienbauweise in Österreich, mangelt es an Kommunikation: „Dieses Wohnen, einer anonym neben dem anderen, das hat mit Stadt nichts zu tun. Das ist eigentlich nur Unterbringung wie in Bienenwaben.“ Welche Wohnformen hätten also das Potenzial, Probleme der modernen Stadt zu lösen? LEBEN IM ATRIUM. Die Stadtentwicklung könnte sich – im Sinne von Ressourcenschonung und Lebensqualität – auf Teilen und Teilhabe fokussieren. Bei dezentralem, kollaborativem Wohnen etwa werden die Einheiten kleiner, denn Bereiche wie die Küche oder Spielflächen liegen außerhalb des Privaten. Das lässt Anpassung an die jeweilige Lebenssituation zu, da die Nutzung der einzelnen Räume flexibel ist. Wer sich Flächen teilt, kommt zudem eher ins Gespräch.

Kommunikation hat Matzinger in seinen Bauten zum zentralen Element gemacht. Mehrstöckige Wohneinheiten sind um das winterfeste Atrium gruppiert, das zum Aufenthalt einlädt. Für den Architekten profitieren alle davon: „Dann habe ich verbindende Situationen, die Kinder können dort spielen, die Erwachsenen plaudern, auch die alten Leute, die wenig sozialen Anschluss haben.“ Diese dichte, aber durchdachte Wohnweise könnte eine Alternative zu den Einfamilienhäusern im Innsbrucker Speckgürtel sein. PLATZ FÜR ALLE. Die Idee von der Ausdehnung des Wohnraumes auf Gemeinflächen lässt sich weiterspinnen. „Wir sollten aufhören, zu bauen, wir müssen richtig verwenden“, erklärt Matzinger. Neben der Besiedelung von Leerstand bietet sich die hybride Nutzung von bislang nur einem Zweck gewidmeten Flächen an. Einen eingeschoßigen Supermarkt mit Wohnungen und Gemeinschaftsräumen aufstocken etwa oder urbane Brachen wie Verschiebebahnhöfe künstlich in den Untergrund legen. Besonders letzteres nennt Matzinger als Beispiel für ungenutztes Potenzial: „Wenn ich das Ganze verplatte und entwickle, habe ich eine total beruhigte Zone mitten im Zentrum.“ 14

Zur Person: Fritz Matzinger ist österreichischer Architekt und baute bereits 1975 in Linz seinen Prototyp für gemeinschaftliches Wohnen. Er ließ sich auf seinen Reisen von der Lebensart unterschiedlicher Kulturen inspirieren und lebt selbst in einem seiner Atrienhäuser.


© JULIA WAHL, RUSSKÄFER, FRITZ MATZINGER/GREGOR GRAF

DEM MARKT ENTZOGEN. Gewonnener Wohnraum bringt der Gesellschaft allerdings nur dann etwas, wenn er leistbar ist. Unter anderem durch Immobilienspekulationen ist das eher selten der Fall. Ein möglicher Gegenentwurf für die Zukunft: Gemeinschaften kaufen Objekte mit Bank- und Direktkrediten, verwalten sie selbst, vermieten sie zu fairen Preisen und zahlen mit den Mieteinnahmen die Kredite zurück. Ein Weiterverkauf der Immobilie ist nicht vorgesehen, sie bleibt also Gemeingut. In Innsbruck steckt Vermieten ohne Profitstreben abseits der gemeinnützigen Wohnbauträger noch in den Kinderschuhen. In Deutschland betreut das sogenannte Mietshäusersyndikat dagegen seit Jahrzehnten entsprechende Projekte, nach dessen Vorbild hat sich der Zusammenschluss habiTAT an den österreichischen Rechtsraum angepasst. Mit dem

Perspektive Auch kommunale Einrichtungen – wie hier die Notschlafstelle Steyr – könnten mehr bieten als reine Unterbringung.

Hauskollektiv „Die Brennnessel“ gibt es bereits einen regionalen Ableger auf der Suche nach geeigneten Immobilien. ZUSAMMENHALT IM ALTER. Leben im Kollektiv hat auch bei uns Tradition, denn die Nachkriegsgeneration wuchs oft noch in Mehrgenerationenhäusern auf, wo die Ältesten von den Jungen gepflegt wurden. Heute bleibt nach dem Auszug der Kinder, einer Scheidung oder dem Ableben des Partners oft ein alter, einsamer Mensch in einer zu großen Wohnung zurück. Wieder Anschluss zu finden könnte künftig auch außerhalb eines Altersheims, von der Familie unabhängig, funktionieren: Senioren-WGs bieten Eigenständigkeit, wenn gewünscht Betreuung, Gesellschaft, Austausch und neue Aktivität. Nebenbei wird der Wohnraum durch das Zusammenziehen besser genutzt. 15

In der nächsten Ausgabe Wenn R2D2 den Kaffee bringt – über die Gastronomie von heute und morgen.

ERMÖGLICHT VOM


COV E RSTO RY

O N Z R IST MEIN ADRE­NALIN

Norbert K. Pleifer Treibhaus-„Gschaftlhuaba“


Das Treibhaus feiert dieser Tage sein 40-jähriges Bestehen: Das Jubiläumsprogramm wurde nach behördlichen Vorwürfen wegen „vermeidbaren und unzumutbaren Lärms“ vom Garten in den Turm verlegt. Im 6020-Interview spricht Treibhaus-„Gschaftlhuaba“ Norbert K. Pleifer über Rhythmus, Krach und Resignation. Das Interview führte Christiane Fasching – Fotos: Franz Oss

6020

Herr Pleifer, haben Sie mitgezählt, wie oft Sie seit der Treibhaus-Gründung in Lärmdiskussionen verwickelt waren? NORBERT K. PLEIFER: Mitgezählt habe ich nicht, weil sonst käme ich aus dem Zählen gar nicht mehr heraus. Dieser Lärmvorwurf begleitet mich, seit ich in Innsbruck Kulturarbeit mache. Egal ob im KOMM, im alten Treibhaus in Pradl oder hier. Haben Sie mittlerweile herausgefunden, wo Musik aufhört und Lärm anfängt? Herausgefunden habe ich lediglich, dass es nie um Musik oder Dezibel geht, sondern immer nur um Lärm, der vermeidbar oder unvermeidbar ist. Zum vermeidbaren Lärm zählt offenbar alles, was in der Stadt Spaß und Freude macht und wo man die Polizei hinschicken kann. Den unvermeidbaren Bau-, Straßen- oder Fluglärm muss man hingegen ertragen. In diesem Lärmsilemma ist heuer ja nicht nur das Treibhaus gesteckt: Man denke nur an das „AllesGute“-Festival, wo die Konzerte wegen der Anrainerbeschwerden früher aufhören mussten, oder an die junge Talstation, wo man Veranstaltungen einfach abgedreht hat. Die können sich halt nicht so wehren wie ich. Wobei: Ich schaffe es ja auch nicht, mich zu wehren. Weil gewinnen tu ich nie. Fühlen Sie sich auf verlorenem Posten? Verlieren tun alle, die sich etwas ausdenken, um die Stadt lebendiger und spannender zu machen. Und egal, wie läs-

sig die Idee auch sein mag, gratuliert wird einem dafür nicht. Stattdessen kommt die Polizei und erklärt einem, man sei zu laut. Welche Rahmenbedingungen bräuchte es, damit Kulturarbeit in Innsbruck nicht als Störfaktor begriffen wird? Ich bin kein Gesetzeserfinder, das überlasse ich anderen. Aber diese ganze Diskussion hat mich tatsächlich an den Rand der Resignation gebracht. Als junger Ungestümer habe ich mir das Recht auf laute Musik einfach genommen und nie daran gedacht, ob ich jemanden

„ICH BIN SCHON STREITBAR, ABER ICH SUCHE KEINEN STREIT. NUR SCHEUE ICH MICH AUCH NICHT DAVOR, KONFLIKTE AUSZUTRAGEN .“ N O R B E RT K . P LE I F E R

damit störe. Doch für das Jubiläumsprogramm waren wir ja solidarisch, dass es ärger nicht mehr geht. Wir sind in den Garten ausgewichen, weil wir dem Virus keinen Raum geben wollten. Weil wir uns um unser Publikum gesorgt haben und kein zweites „Kitzloch“ werden wollten. Musik soll zwar anstecken – aber nur durch den Rhythmus.

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Das Programm war größtenteils sehr still angelegt, bisweilen auch unplugged. Und um 21 Uhr war Schluss, weil wir das Ruhebedürfnis der wenigen Anrainer ernst genommen haben. Doch selbst das hat für die Behörde keine Sekunde gezählt. Deshalb habe ich ja dann meine Suada losgelassen und cc an die Politik geschickt. Das Angebot, sich vor Ort mal ein Bild zu machen, hat vom Amt aber niemand wahrgenommen. Anfang Oktober wurden die Konzerte in den Treibhaus-Turm verlegt. Bürgermeister Georg Willi hat aber angekündigt, an einer zufriedenstellenden Lösung für den Gastgarten zu arbeiten. Auf 6020-Nachfrage heisst es nun, dass dieser doch bis 15. November bespielt werden dürfte. Stellt Sie das zufrieden? Es ist zwar irgendwie liebenswürdig, dass die Stadt da gegen die Weisung der Behörde handelt und damit fast einen Amtsmissbrauch riskiert. Aber dieses Zugeständnis hätte ich im August gebraucht. Und nicht jetzt, wo wir draußen alles abgebaut haben, um den Turm in einen Garten zu verwandeln. Dass es nun heißt, dass wir doch wieder nach draußen gehen dürften, ist eine Verachtung unserer Arbeit. Wir haben ungefähr 4.000 Leute angeschrieben, um ihnen mitzuteilen, dass das Programm nach innen verlegt wird. Soll ich allen noch mal schreiben und sagen, dass wieder alles anders ist? Aber halt nur bis 15. November? Damit retten sie nur ihre Haut. Und nicht meine. Sie wollen doch nur, dass ich blöd dastehe und eine Ruh gebe.


„ ZUM VERMEIDBAREN LÄRM ZÄHLT OFFENBAR ALLES , WAS IN DER STADT SPASS UND FREUDE MACHT UND WO MAN DIE POLIZEI HINSCHICKEN K ANN .“

Woher nehmen Sie die Kraft, keine Ruh zu geben? Die letzten Wochen und Monate haben mich schon an meine Grenzen gebracht und auch eine eigenartige Depression aufkommen lassen. Überwunden habe ich diese Schwermut erst in dem Moment, in dem mein Zorn zurückgekommen ist. Der Zorn über den Umgang mit mir. Der Zorn über die Geringschätzung unseres Umgangs mit der Covidsituation, die wir immer todernst genommen haben und trotzdem mit dem Schmäh gepackt haben. Dieser Zorn ist mein Adrenalin. Wie ist dann der Satz „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“, der im aktuellen Programm steht, zu interpretieren? Mögen Sie nicht mehr? Eines mag ich auf keinen Fall mehr: Mich als Lärmtrottel durch die Stadt jagen zu lassen. Ich will einmal hören: Bitte mach weiter! Und zwar nicht nur von den netten, lieben Leuten, denen das Treibhaus etwas bedeutet, sondern auch von denen da oben. Was wir hier machen, passiert ja nicht einfach mit einem Fingerschnippsen, sondern ist mit einem großen Nachdenkprozess verbunden. Unsere Programme haben einen Rhythmus und eine Komposition, wir machen keinen Krach. Noch etwas: Ich bin schon streitbar, aber ich suche keinen Streit. Nur scheue ich mich auch nicht davor, Konflikte auszutragen. Und dazu will ich auch andere ermutigen.

Den Turm zum Gar ten gemacht: Das Jubiläumsprogramm f indet seit Anfang Ok tober im Treibhaus-Turm stat t, der zuvor 18 Monate lang aus Respek t vor dem Virus kultur freie Zone war. Pleifer: „Musik soll zwar anstecken, aber nur durch den Rhythmus.“

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TREIBHAUS & PLEIFER Als Nachfolgeprojekt für das 1976 entstandene Kulturhaus KOMM bei der Mensa hat Norbert K. Pleifer mit Freunden vor 40 Jahren den Verein Treibhaus gegründet, der zunächst in Pradl stationiert war. 1986 übersiedelte das Kulturzentrum in die Angerzell­ gasse, der achteckige Turm entstand nach den Plänen der Architekten Rainer Köberl, Raimund Rainer und Gerhard Manzl. Vereinsobmann ist nach wie vor Norbert K. Pleifer, der sich seit 2018 mit Beschluss von Bundespräsident Ale­ xander Van der Bellen auch Professor nennen darf. Dass auf der Urkunde der Name des damaligen Kulturministers Gernot Blümel steht, wurmt ihn ziemlich.

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„ICH BIN EIN GSCHAFTLHUABA . UND MANCHMAL EINE AUTORITÄRE SAU. DAS TREIBHAUS BIN ICH AUCH . OBWOHL AUF KEINEM PLAK AT MEIN NAME STEHT.“

Aber was passiert wirklich, wenn Sie einmal nicht mehr wollen? Kann es das Treibhaus ohne Norbert Pleifer geben? Ich wollte diese Scheißpandemie eigentlich dazu nutzen, mir zu überlegen, wie es in dem Haus weitergehen kann. Ich bin ja nicht mehr 19. Und ich will den Leuten hier Bedingungen hinterlassen, die ein sinnvolles Weiterarbeiten ermöglichen. Wie sehen diese Überlegungen aus? Ich habe ja keine Zeit dafür gehabt, weil ich mir ständig überlegen habe müssen, wie wir aus den Lockdowns wieder rauskommen. Und dann habe ich mich halt in die ganzen üppigen Projekte hinein­ gesteigert, die ich mehr oder weniger autoritär durchgezogen habe. Wobei: Da waren schon genug Gefolgsmenschen dabei, denen das auch Spaß gemacht hat. Sonst wäre es eh nicht gegangen. Auf der Treibhaus-Homepage steht „Scheff gibts koan“. Aber wie würden Sie Ihre Rolle dann definieren? Ich bin ein Gschaftlhuaba. Und manchmal eine autoritäre Sau. Das Treibhaus bin ich auch. Obwohl auf keinem Plakat mein Name steht. Aber ab und zu halte ich halt meinen Kopf in die Zeitung, allerdings nur dann, wenn es um etwas Wichtiges geht. Dann wird es Sie als autoritäres Gschaftloch also auch noch länger geben? Eh. Aber vielleicht bin ich dann weniger autoritär. (lacht) Das Jubiläum fällt nicht nur in pandemische Zeiten, sondern auch in türkise Kurzschlusshandlungen mit Kanzlerwechsel. Was ist für Sie bedrohlicher: Corona oder Korruption? Auf alle Fälle dieser Korruptionssumpf. Gegen Corona gibt’s eine Impfung, gegen diesen türkisen Wahnsinn leider nicht.

Ampelsystem mit Köpfchen: Wenn das Licht auf dem Statuenkopf orange oder gar rot leuchtet, dann set zt im Treibhaus die Lüf tungsmaschinerie ein. Vor sicht ist besser al s Nachsicht.

Das Programm findet auf der Basis von freiwilligen Spenden statt. So nett das für das Publikum sein mag, vermittelt das nicht auch ein falsches Signal für den Wert von Kultur oder animiert zum Krallen von Gratiskarten? Das erleben wir schon. Aber das wird auf der anderen Seite auch wieder ausgeglichen. Es gibt Leute, die auf einen Satz 500 Euro spenden – und nicht einmal kommen. Die laden damit ja dann wieder die anderen ein. Ich kann damit leben, dass es Menschen gibt, die solidarisch mit uns sind, und andere, die sich die Rosinen rauspicken. Welches Treibhaus-Erlebnis ist für Sie unbezahlbar? Vor ein paar Jahren hat der Willy DeVille im Garten gespielt. Um 10 Uhr hätte da Schluss sein sollen und er war auch schon bei der Zugabe, als die Polizei gekommen ist und das Kon-

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zert abdrehen wollte. Ich habe ihn dann weiterspielen lassen, weil ich ja wusste, dass das nur noch ein paar Minuten geht. Geendet hat das damit, dass ich mit Handschellen abgeführt worden bin. Lustigerweise war an diesem Abend aber auch „Seitenblicke“-Erfinder Robert Reumann mit einem Fernsehteam beim Konzert. Die haben das Ganze dann gefilmt und mir zu meinem einzigen Auftritt bei den „Seitenblicken“ verholfen. Dann noch eine Seitenblicke-Frage: Wofür steht das K in Norbert K. Pleifer? Für Karl. Das ist aus einem Jux mit dem Norbert C. Kaser entstanden, der im zweiten Namen Konrad geheißen hat. Aber er wollte nobel sein und hat sich mit C abgekürzt. Ich bin lieber gschert geblieben. Vielen Dank für das Gespräch.


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e r m d a m I

24-Stunden-Betreuerinnen sind rund um die Uhr für ihre Klienten da. Oft lassen sie in ihren Heimatländern Familie und Freunde zurück und führen ein unstetes Leben zwischen Arbeit in der Fremde und freier, aber unbezahlter Zeit in der Heimat. Arbeitsschutzrechte greifen bei ihnen nicht und menschenwürdige Arbeitsbedingungen finden sie nur vor, wenn sie Glück haben. Text: Haris Kovacevic – Fotos: Franz Oss

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lse kann sich nicht mehr daran erinnern, dass sie einen Schlaganfall hatte. „Vor vier Jahren“, erzählt aber ihr Sohn Siegfried, „hat es meine Schwester gemerkt, als sie zu Besuch war.“ Es war nur ein leichter Anfall und gesundheitlich ging es Ilse sonst nicht wirklich schlecht. Dennoch mussten sich ihre Kinder überlegen, wie es weitergehen soll: Ins nahegelegene Heim oder daheimbleiben? Da Ilse, 101 Jahre alt, sich nicht mehr vorstellen konnte, umzuziehen, haben sie sich für eine 24-StundenBetreuung entschieden. Seither ist immer jemand bei ihr, der sich um sie kümmert und sie im Alltag unterstützt. Mariana, die heute bei Ilse ist, hatte nach ihrem Schulabschluss in Rumänien verschiedene Jobs – von Textilbranche bis Elektrofachhandel. Stress und schlechte Arbeitsbedingungen brachten sie aber dazu, die Zelte in ihrer Heimat abzubrechen und, so wie viele junge Frauen aus Rumänien, in Deutschland als 24-Stunden-Betreuerin zu arbeiten. Nach fünf Jahren starb die Dame, um die sie sich gekümmert hatte, und Mariana fasste den Entschluss, den Jakobsweg zu gehen: „Ich wollte einfach an mich denken und frei sein“, sagt sie heute.

HEUTE SIEHT ILSES UND MARIANAS TAG SO AUS:

8.30 UHR: Aufstehen. Mariana macht Frühstück: Es gibt Joghurt mit Obst – das mag Ilse besonders gerne. UHR: Ilse legt sich mit einem Buch hin: Sie 9 liest Gedichte von Goethe und kann „Der Fischer“ auswendig aufsagen: „Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll, / Ein Fischer saß daran“, beginnt sie. Zurzeit liest sie auch „Zwei alte Frauen“ von Velma Wallis und würde es allen Männern empfehlen. Mariana hat Zeit, in Ruhe ihren Kaffee fertig zu trinken. 0 UHR: Mariana geht einkaufen, räumt die 1 Wohnung und die Küche auf. 1 UHR: Mariana kocht das Mittagessen: 1 Ilse mag Hühnchen und Fisch am liebsten in Verbindung mit einer Suppe. Mariana kocht oft auch rumänisch – Ilse hat nichts dagegen, ganz im Gegenteil. Es gibt häufig Spinat, Kartoffeln, Bohnen oder Erbsen. Krautwickel hat es auch mal gegeben, aber beide sind sich einig, dass das Kraut etwas zu fest dafür war. „In Rumänien ist es weicher“, sagt Mariana.

ZUR ROUTINE GEWORDENER TAG. Vom berühmtesten Wanderweg der Welt heimgekehrt, meldete sie sich wieder in ihrer Pflegeagentur und bekam eine Stelle in Innsbruck zugesprochen. „Eigentlich wollte ich nicht hierher“, sagt sie. Denn ihre Tochter und ihre Enkelin leben in Deutschland und eigentlich hatte es ihr dort auch ganz gut gefallen. Aber schlussendlich setzte sie sich doch in den Kleinbus, der sie und eine Handvoll anderer Pflegerinnen nach Innsbruck brachte – wo sie Ilse kennenlernen durfte.

12 UHR: Mittagessen. 3 UHR: Ilse legt sich hin. Mariana putzt die 1 Küche, macht den Abwasch und räumt auf. 15 UHR: Nachmittagskaffee. 22


EIN AKUTES PROBLEM → In Österreich sind fast eine Million Menschen in irgendeiner Weise in die Pflege und Betreuung Angehöriger involviert. → Den Löwenanteil der Betreuung übernehmen Familienmitglieder, in den allermeisten Fällen Frauen. Während die Zahl der pflegenden Angehörigen Jahr für Jahr sinkt, steigt jene der zu pflegenden konstant. → Bisher nehmen gerade einmal fünf Prozent der zu pflegenden Menschen eine 24-StundenBetreuung in Anspruch – die Tendenz ist aber steigend, was ohne geregelte Arbeitsbedingungen laut vieler Experten schwierig wird.

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Seite an Seite: Mariana und Il se verbringen den ganzen Tag zusammen – jeden Tag, fünf Wochen lang am Stück.

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WACH BLEIBEN Um auf die prekäre und schwierige Lage von 24-Stunden-Betreuerinnen und auch der Pflegebedürftigen selbst aufmerksam zu machen, wird am 19. November ab 11 Uhr im BRUX Freies Theater (WilhelmGreil-Straße 23) Innsbruck eine 24-stündige Veranstaltung mit Kulturschaffenden, Aktivisten, Wissenschaftlern, Praktikern und hoffentlich viel Publikum losgehen und tatsächlich bis 20. November, 11 Uhr Programm bieten. Kommen und gehen kann man, wann man will. Geboten werden Musik, Lesungen und Vorträge von Angehörigen, Betreuerinnen und anderen, die sich mit dem Thema beschäftigen. wortklangwelt.com/ 24h-wir-bleiben-wach

Betreuerin Mariana kümmer t sich um alles in Il ses Haushalt und ist rund um die Uhr für sie da. G ekocht wird of tmal s auch rumänisch.

15.30 UHR: Spaziergang im nahegelegenen Park. Das kann etwas länger dauern, denn an schönen Tagen scheint die Sonne auf die vielen Bänke dort. Ilse trifft auch manchmal Freundinnen, wie die Elfi zum Beispiel. Einmal haben sie auch zusammen was gesungen. 18 UHR: Ilse setzt sich vor den Fernseher und schaltet ihren Lieblingssender ein: BibelTV. Es laufen „Die Sullivans“, eine australische Serie aus den 1970er-Jahren, und „Anne with an E“, was man auch auf Netflix findet. Mariana kocht. Es gibt meistens Bohnen- oder Linsensuppe, Wurstbraten, Eier mit Käse oder mit Schinken, manchmal auch Nudeln. 19 UHR: Ilse schaut fern. Mariana telefoniert mit ihrer Tochter, wenn sie Zeit hat. „Mein Enkel möchte oft wissen, wie es Ilse geht“, sagt Mariana, und manchmal darf er mit ihr auch am Telefon reden. 22 UHR: Zeit, zu Bett zu gehen. Mariana schläft im Zimmer neben Ilses Schlafzimmer, damit sie morgens hört, wenn Ilse aufwacht.

GLÜCK GEHABT. So und so ähnlich geht es für Mariana Tag für Tag weiter – 35 Mal. (2020 musste Mariana pandemiebedingt einmal fast vier Monate bleiben, weil Reisen untersagt war.) Nach fünf Wochen ist dann ihre Kollegin Eva wieder dran. Beide sind selbstständige Pflegerinnen mit einem sogenannten Werkvertrag und bekommen nur für die Tage bezahlt, an denen sie arbeiten, auf Urlaub haben sie kein Anrecht – absolut branchenübliche Bedingungen. 24-Stunden-Betreuerinnen (95 Prozent weiblich) kommen meistens aus Rumänien oder der Slowakei und sind in 99 Prozent der Fälle als Freiberuflerinnen angestellt. Damit fallen sie weder unters Arbeitsrecht noch unterliegen sie einem Arbeitsschutzgesetz. Die ansonsten gesetzlich festgeschriebene Trennung von Arbeits- und Ruhezeit greift bei ihnen ebenfalls nicht – sie sind rund um die Uhr im Einsatz, wenn’s sein muss. Wie gut oder wie schlecht es ihnen im Job geht, hängt fast ausschließlich vom Klienten und seiner Familie ab. Mariana habe da, wie sie selbst sagt, mit Ilse sehr viel Glück gehabt. Bewusst wird ihr das vor allem, wenn sie im Austausch mit anderen Pflegerinnen mitbekommt, mit welchen Problemen diese sich herumschlagen müssen: Von Schikanen vonseiten der Familie über enormen Stress und Überforderung bis zu Mangelernährung sei da alles dabei.

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© ACHENSEE TOURISMUS

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DEIN MOMENT In der kalten Jahreszeit sorgt das Atoll Achensee für wohlige Wärme. Heiße Saunafreuden mit Blick auf die Tiroler Bergwelt – bist du bereit für deinen perfekten Moment der Erholung? Herzlich willkommen!

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imm dir eine kleine Auszeit vom Alltag, entfliehe dem Wind, der durch die Straßen pfeift, und genieße ein paar erholsame Stunden im Atoll Achensee in Maurach – am größten See Tirols. Neben Badevergnügen im Erlebnis- oder Sportbecken erwartet dich im Penthouse-SPA eine einzigartige Wohlfühlinsel aus heißen Saunen und dampfenden Quellen mit fantastischem Panorama-Blick. Hier kannst du in aller Ruhe vor dich hin schwitzen, deinen Gedanken nachhängen, neue Energie tanken und den Alltag mal völlig vergessen. WIE EIN KURZURLAUB FÜR DIE SEELE Saunakultur wird im Atoll Achensee großgeschrieben: Die Saunameister verwöhnen dich mit entspannenden Aufgüssen und herrlichen Dufterlebnissen.

Und falls irgendwann der Magen knurrt, wirst du im Restaurant LAGOON mit seiner regionalen Frischeküche kulinarisch bestens verwöhnt. Worauf wartest du noch? Komm ins Warme! Gönn dir eine kleine Flucht aus der Stadt und erlebe ihn: DEINEN Moment im Atoll Achensee. Nur eine halbe Stunde mit Auto oder Bus von Innsbruck entfernt. Auf geht’s an den wunderschönen Achensee! Tipp: Folge dem Freizeitparadies auf Facebook und Instagram für aktuelle Angebote, heiße Sauna-Specials, Events & mehr.

Atoll Achensee Achenseestraße 63 6212 Maurach Tel.: 05243/20320 E-Mail: info@atoll-achensee.com www.atoll-achensee.com Öffnungszeiten: Panorama-BAD und Penthouse-SPA täglich von 10 bis 22 Uhr

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EINGESPIELTES

TEAM

Wie geht es weiter nach dem Pflichtschulabschluss? Für Jugend­liche aus finanziell schwachen Familien, mit Migrationsgeschichte oder Lernschwächen kann diese Frage schnell zur Herausforderung werden. Sie finden Unterstützung beim Mentoringprogramm Sindbad – so auch Hava, die mithilfe ihrer Mentorin Danijela eine Lehrstelle gefunden hat. Text: Theresa Kleinheinz Fotos: Franz Oss

Ob beim Üben von Bewerbungsgesprächen oder bei Fragen zum Visum für die Reise nach Tschetschenien – Danijela Racic hat Hava Batajeva ein Jahr lang unter stüt zt.

E

lf Bewerbungen, einige Gespräche, Absagen, aber auch Zusagen und schließlich eine Lehrstelle, die zu ihr passt – Hava hat mit Danijelas Hilfe die Weichen für ihre Zukunft gestellt. Für ein Jahr lang haben sie sich regelmäßig getroffen, sind Lehrstellenlisten durchgegangen und haben sich so gemeinsam durch den Ausbildungsdschungel gekämpft. Ihre Beziehung begann im November 2020. „Sie wirkte sehr sympathisch“, sagt Hava über den ersten Eindruck, den ihre Mentorin Danijela damals hinterlassen hat. Beide sind Teilnehmerinnen am Mentoringprogramm Sindbad, das im vergangenen Herbst zum ersten Mal in Innsbruck startete. Das Prinzip ist einfach:

Hava ist Mentee. Sie hat sich angemeldet, um bei der Suche nach einer Ausbildung unterstützt zu werden. Hava hat mehrere Videos von potenziellen Mentorinnen gesehen, ihre Wahl fiel schließlich auf die 23-jährige Danijela. DIE MIGRATIONSBIOGRAFIE VERBINDET. Hava ist 15 Jahre alt, mit fünf Jahren kam sie mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder nach Österreich. Heute lebt die mittlerweile sechsköpfige Familie in Innsbruck. Havas Migrationsgeschichte beginnt in Tschetschenien, in einem Land, das sie im Vorjahr zum ersten Mal nach fast einem Jahrzehnt besucht hat. Über ihre Mentorin Danijela sagt Hava: „Wir verstehen uns einfach.“ 26

Die Juristin arbeitet seit Kurzem in der Gleichbehandlungsanwaltschaft und ist Gründerin eines Frauenvereins in Innsbruck. „Vor allem auch, weil ich selbst Migrationshintergrund habe und weil mir das wichtig war, mein Wissen und meine Erfahrungen an Personen weiterzugeben, die aus einer ähnlichen Situation kommen, habe ich mich bei Sindbad beworben“, erzählt Danijela. Ihre Eltern sind aus Serbien nach Österreich gekommen, bevor sie in Tirol geboren wurde. Als sich Hava und Danijela im Herbst letzten Jahres kennengelernt haben, besuchte die Jugendliche die vierte Klasse der Pradler Mittelschule Pembaurstraße. In ihrer Schullaufbahn wiederholte sie eine Klasse, um ihre Deutschkenntnisse aufzubessern. Den richtigen Weg nach der


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SINDBAD SUCHT MENTOR:INNEN UND MENTEES

„Wir haben uns für sie und sie sich für uns entschieden“, sagt Verkauf sleiterin Andrea Agreiter über ihren neuen Lehrling Hava.

„ICH LESE SEHR GERNE BÜCHER UND GEHE SEHR GERNE SHOPPEN.“ HAVA BATA J EVA , LE H RLI NG

Schule einzuschlagen, war ob der großen Auswahl dann gar nicht so einfach: Eine weiterführende Schule besuchen oder eine Lehre machen? Und vor allem: Welche? SCHRITT FÜR SCHRITT. „Ich lese sehr gerne Bücher und gehe sehr gerne shoppen“, lacht Hava. Bei diesen Interessen liegt eine Ausbildung im Modehandel nahe. In der Lehre mit Matura hat sie eine ideale Kombination gefunden. Um Bewerbungen schreiben und zudem an den pandemiebedingten Onlineevents von Sindbad teilnehmen zu können, kaufte sich Hava im Vorjahr ihren ersten Laptop. Schritt für Schritt konnte ihr Danijela beibringen, wie man formelle E-Mails verfasst, Anhänge einfügt und Bewerbungen abschickt. Zahlreiche Mails

Sindbad Innsbruck wurde 2020 als Zweigstelle von Sindbad Österreich gegründet. Im November startet die zweite Staffel mit 20 bis 30 Teams. Dafür sucht die Standortleitung ehrenamtliche Mentor:innen zwischen 20 und 35 Jahren, Berufstätige oder Studierende, sowie Mentees, die sich im letzten Pflichtschuljahr befinden und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung möchten. Für Infos zum Programm, zur Anmeldung und den laufenden Infoabenden einfach eine E-Mail an isabell.deluca@sindbad.co.at schreiben oder sich hier erkundigen.

und einige Gespräche mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern später ging es Schlag auf Schlag: Nach drei Schnuppertagen bei Feucht Mode ist das große, grüne Gebäude am Grabenweg seit Anfang Oktober Havas erster Arbeitsplatz. Dass Danijela mit Hava das Bewerbungsgespräch in einem Rollenspiel geübt hat, hat sich ausgezahlt. Überzeugen konnte die 15-Jährige die Verkaufsleiterin Andrea Agreiter vor allem dadurch, dass sie im Bewerbungsgespräch Interesse und Begeisterung am Job gezeigt habe. „Ich sehe wirklich Potenzial in ihr. Vielleicht sitzt sie irgendwann auf der anderen Seite des Schreibtischs“, freut sich Andrea Agreiter über den Zuwachs in ihrem Team. Nicht nur Hava hat die Lehrstellensuche erfolgreich gemeistert. Fünf weitere Lehrlinge werden aktuell bei Feucht in Innsbruck ausgebildet. „Zwei kommen aus demselben Land wie ich“, betont die 15-Jährige. Neben ihr dürfen sich 17 Jugendliche aus der aktuellen SindbadStaffel freuen, denn sie haben mithilfe ihrer Mentorinnen und Mentoren Ausbildungsplätze gefunden. 27

regional. saisonal. originell. PARK Platz (T&G) Bachlechnerstr. 46 ehem. Bauhaus, Innsbruck


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BildungsConsulting

DIE RICHTIGE ENTSCHEIDUNG TREFFEN Angebote in der Berufsorientierung  Berufs-Safari – Berufe selbst ausprobieren  Bewerbungsworkshops – Keine Angst vor der    

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as Bildungsconsulting ist Ihr Ansprechpartner zu allen wichtigen Fragen rund um Berufs- und Studienwahl, Aus- und Weiterbildung sowie Karriereplanung. Das Angebot reicht von kostenlosen Bildungs- und Berufsberatungen bis zu ausführlichen Potenzialanalysen samt umfangreicher Beratung. Ihre individuellen Stärken, Kompetenzen, Fähigkeiten, Neigungen und Eignungen werden aufgezeigt, damit Sie in der Lage sind, die entscheidenden Fragen für Ihre Berufs- und Lebensplanung zu beantworten. KARRIERE PLANEN MIT DER POTENZIALANALYSE Wer seine Karriere gezielt planen möchte oder vor einer wichtigen beruflichen Entscheidung steht, erhält mit der Potenzialanalyse ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Planung seines beruflichen Werdegangs. Die Expert*innen im Bildungsconsulting beraten im anschließenden Gespräch zu konkreten passenden Ausbildungsmöglichkeiten oder Berufsfeldern. So lassen sich die nächsten Schritte gezielt planen und persönliche Berufsziele können erreicht werden. DIE BERATUNGEN SIND MASSGESCHNEIDERT FÜR: • Maturant*innen vor der Studien- oder Berufswahl • Studierende vor einem Studienwechsel oder dem Einstieg ins Berufsleben • E rwachsene und Berufstätige in beruflichen Entscheidungssituationen WIR BIETEN IHNEN: • Beratung und Coaching zu Studium, Karriere, Bewerbung • Potenzialanalysen zu Studium, Karriere, Bewerbung

Bildungsconsulting der WK Tirol Andrea Haun Tel.: 05 90 90 5-7291 E-Mail: andrea.haun@wktirol.at www.bildungsconsulting.at


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Die FH Kufstein Tirol bietet am 27. November 2021 einen Tag der Offenen Tür an. Interessierte können sich individuell über die 24 Studienangebote und den Campus informieren.

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JETZT INFORMIEREN, IM HERBST 2022 STUDIEREN

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FH KUFSTEIN TIROL UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

International | Praxisnah | Persönlich

Open House - vor Ort!* Samstag, 27.11.2021, 10 - 13 Uhr BACHELORSTUDIENGÄNGE INTERESSIERTE können sich beim vir tuellen Tag der of fenen Tür live und individuell zu den Studienangeboten beraten lassen.

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ie Lehrenden der Kufsteiner Fachhochschule stellen beim Open House die 12 Bachelor- und 12 Masterstudiengänge persönlich vor und geben den Interessent:innen einen guten ersten Eindruck in die Studieninhalte. Dank geführter Rundgänge durch das FH-Gebäude erhalten Interessierte einen persönlichen Einblick in den Hochschulalltag. Offene Fragen werden im persönlichen Gespräch beantwortet, zusätzlich können Termine für individuelle Beratungsgespräche wie für die Master Lounge vereinbart werden. STUDIENPLATZ FÜR HERBST 2022 Die Onlinebewerbung zum Studium ist für Bachelor­ interessierte bis 6. März 2022, für Masterinteressierte bis 3. Mai 2022 möglich. Informationen zum Open House, inklusive aktuell gültiger Maßnahmen, und zur Onlinebewerbung finden Sie auf der Website der FH Kufstein Tirol: www.fh-kufstein.ac.at.

>> Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement (vz) >> Facility Management & Immobilienwirtschaft (vz, bb) >> Internationale Wirtschaft & Management (vz, bb) >> Marketing & Kommunikationsmanagement (vz, bb) >> Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement (vz, bb) >> Unternehmensführung (vz) >> Web Business & Technology (vz) >> Wirtschaftsingenieurwesen (vz)

MASTERSTUDIENGÄNGE >> Corporate Transformation Management (bb) >> Data Science & Intelligent Analytics (bb) >> Digital Marketing (vz, bb) >> Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement (bb) >> ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement (bb) >> Facility- & Immobilienmanagement (bb) >> International Business Studies (vz) >> Smart Products & Solutions (bb) >> Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement (bb) >> Sports, Culture & Event Management (vz) >> Web Communication & Information Systems (bb) *Wir planen eine Vor-Ort-Veranstaltung, bitten jedoch unsere Besucher:innen sich vorab bzgl. möglicher Änderungen & Maßnahmen auf unserer Website zu informieren. vz=Vollzeit; bb=Berufsbegleitend

www.fh-kufstein.ac.at


Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Vier Seiten Mobilität

Gemeinsam unterwegs Moderne Mobilität bedeutet, dass alle Fahrgäste in Bus und Tram gut aufgehoben sind – insbesondere auch jene Menschen, die besondere Bedürfnisse haben. In den Fahrzeugen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) sollen

Es gibt reservierte Sitzplätze für RollstuhlfahrerInnen,

sich alle Gäste sicher und wohl fühlen – Kinder, Jugendliche und

Kinderwägen, SeniorInnen, Schwangere und Eltern mit

Erwachsene ebenso wie Eltern mit Kinderwägen, SeniorInnen

kleinen Kindern.

oder auch Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen.

Die Türtaster im Bus und Tram sind leicht erreichbar.

Um Barrierefreiheit zu garantieren und sowohl Ein- und Ausstieg

Durch die Betätigung des blauen Tasters bleiben die Türen

als auch die Fahrt selbst möglichst unkompliziert für alle zu

beim Ausstieg länger geöffnet. Somit haben RollstuhlfahrerIn-

gestalten, setzen die IVB eine Reihe von Maßnahmen.

nen und Eltern mit Kinderwägen mehr Zeit zum Aussteigen.

Gerillte Leitstreifen an den Haltestellen helfen Menschen mit Sehbehinderung bei der Orientierung.

Sollte es dennoch Schwierigkeiten geben, helfen die FahrerInnen der IVB immer gerne weiter.

Per Knopfdruck können sich Menschen mit Sehbehinderung den Text auf der Smartinfo vorlesen lassen. Das Absenken des Busses (bzw. die Niederflurtram) erleichtert den Ein- und Ausstieg. Für RollstuhlfahrerInnen gibt es eine ausklappbare Rampe. Ein Piepston und blinkende, grüne Lampen an den Türen signalisieren deren Schließen.

Gut informiert Für Menschen mit Handicap, SeniorInnen und Familien gibt es spezielle Ticketermäßigungen. Informieren Sie sich darüber auf ivb.at.


ivb.at

Für Mensch und Umwelt Allerlei Wissenswertes zu Umweltschutz, Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit gibt es bei der Messe ÖKO FAIR in Innsbruck. Die Themen Umweltschutz und Nach-

sind dabei nur einige Aspekte, zu denen

haltigkeit gewinnen zunehmend an

verschiedene AusstellerInnen informie-

Bedeutung. Jene, die sich über neueste

ren werden. Ein Höhepunkt der heurigen

Entwicklungen und Trends auf diesem

Ausgabe ist sicher das Klimaforum, das

Gebiet erkundigen wollen, finden auf

neben ExpertInnenvorträgen auch Aus-

der ÖKO FAIR vom 19. bis 21. Novem-

tausch vor Ort ermöglicht.

ber in der Messe Innsbruck reichlich Gelegenheit dazu. Mode und Textilien,

Details dazu gibt’s online unter

Ernährung, Lifestyle und Tourismus

www.oeko-fair.at.

Informieren und vernetzen Die Karrieremesse „career & competence“ ist am 17. November im Congress Innsbruck zu Gast. Dazu werden mehr als 60 AusstellerInnen erwartet. Infos zu Job-, Karriere-, Aus- und

verschiedenen Branchen und Bereichen

Weiterbildungsmöglichkeiten – das

stellen sich und ihre Angebote vor, in der

finden Interessierte bei der „career &

master lounge wird zudem über 500 Stu-

competence“-Messe, die heuer

diengänge aus dem In- und Ausland infor-

am 17. November im Congress Inns-

miert. Auch besondere Services stehen

bruck abgehalten wird. Dabei treffen

BesucherInnen zur Verfügung, unter an-

Studierende, AbsolventInnen und

derem etwa kostenlose Bewerbungsfotos

Young Professionals in einer lockeren

oder Lebenslauf- und LinkedIn-Checks.

Atmosphäre auf nationale wie internationale Unternehmen und Organisati-

Weitere Details zum Programm:

onen. Mehr als 60 AusstellerInnen aus

www.career-competence.at

Aktiv im Alter Infos, Vorträge, Gesundheitschecks und mehr – das finden SeniorInnen auf der SENaktiv-Messe Mitte November in Innsbruck. SENaktiv, die größte SeniorInnenmesse

Zudem werden Interessierte auch in den

Nähere Infos zum Programm gibt’s auf

Westösterreichs, öffnet heuer wieder

Bereichen Medien und Computer fit für

www.senaktiv.at.

ihre Tore. Vom 19. bis 21. November

den Alltag gemacht. Abgerundet wird die

findet die Generation 60+ in der Messe

Messe durch ein abwechslungsreiches

Innsbruck ein vielfältiges und speziell

Rahmenprogramm, dessen Bandbreite

auf sie zugeschnittenes Angebot, das

von Sonderschauen und Workshops bis

unter anderem Themen wie Gesundheit,

hin zu Fachvorträgen und Gesundheits-

Mobilität, Sport und Freizeit umfasst.

checks reicht.


Entgeltliche Einschaltung

Das Kino entdecken Freien Eintritt für alle unter 25 Jahren – das bietet das Leokino noch bis zum 28. November an.

Große Erwartungen Die Basketballer der Swarco Raiders sind vor Kurzem in die neue Saison gestartet. Für diese hat man hohe Ziele. Seit dem 18. Oktober können alle unter 25-Jährigen im Rahmen der Leokino-Entdeckungswochen gratis Vorstellungen im Leo-

Bekannt sind die Swarco Raiders vor allem aufgrund ihres erfolg-

kino und Cinematograph besuchen. Damit werden insbesondere

reichen American-Football-Teams. Doch seit einigen Jahren ist

Jugendliche und junge Erwachsene dazu eingeladen, die große

man auch in einer anderen Sportart vertreten: nämlich Basket-

Fülle an unterschiedlichen Spiel- und Dokumentarfilmen, die in

ball, wo man in der vergangenen Saison sogar bis ins Halbfinale

den Innsbrucker Programmkinos gezeigt werden, zu entdecken.

vordringen konnte. Nicht nur deshalb haben sich die Korbwerfer

Diese Aktion gilt noch bis zum 28. November für alle Filmveran-

der Swarco Raiders für die aktuelle Spielzeit hohe Ziele gesteckt:

staltungen des regulären Programms.

„Wir wollen die Playoffs erreichen“, gab Head-Coach Amir Medinov die Marschroute vor.

Wie funktioniert’s? Einfach auf leokino.at/kosmos den Newsletter abonnieren, an der Kassa die Bestätigung zur Newsletteranmeldung sowie einen Altersnachweis vorzeigen und schon bekommt man sein Freiticket.

Die ersten Partien der Saison wurden bereits bestritten, doch stehen in diesem Jahr noch zwei weitere Heimspiele im Landessportzentrum Tirol an: Am 6. November geht es gegen die BBC Nord Dragonz, am 12. Dezember gegen die Lions aus Dornbirn.


ivb.at

Großes Tennis Ende November macht der Davis-Cup in Innsbruck Station. Österreichs Tennisasse treffen dabei unter anderem auf Serbien.

Eisiges Vergnügen Insgesamt sieben Duelle können Sportbegeisterte vom 25. bis

Spannende Wettkämpfe verspricht der diesjährige Bob- und Skeletonweltcup in Igls. Alle Rennen gibt es im Livestream.

30. November in der Innsbrucker Olympiahalle live mitverfolgen. Highlight für die heimischen Fans sind dabei sicherlich die Partien

An gleich zwei Wochenenden macht der BMW IBSF Bob- und

der österreichischen Mannschaft, die gegen Deutschland und die

Skeletonweltcup heuer wieder in Tirol Station. Vom 19. bis

vom Weltranglistenersten Novak Djokovic angeführten Serben

21. und vom 26. bis 28. November werden Entscheidungen in

bestehen muss.

insgesamt sechs Bewerben im Igler Olympiakanal ausgetragen. Die österreichischen Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf den

Was die Chancen von Team Austria betrifft, zeigt sich zumindest

Gesamtweltcupsiegerinnen Janine Flock und Katrin Beierl

ÖTV-Kapitän Stefan Koubek zuversichtlich – trotz des hohen Ni-

sowie auf WM-Medaillengewinner Benjamin Maier.

veaus der Kontrahenten: „Beide Länder haben tolle Teams, beide haben Extraklasse-Spieler in ihren Reihen. Da dürfen wir uns

Aufgrund der weiterhin andauernden Coronapandemie sind

auf zwei spezielle Ländermatches in einer hitzigen Davis-Cup-

leider in diesem Jahr erneut keine ZuschauerInnen vor Ort zu-

Atmosphäre freuen. Ich rechne uns gute Chancen aus, dass wir

gelassen. Es gibt jedoch wieder Gelegenheit, alle Rennen live im

nicht zuletzt dank der Unterstützung unserer großartigen Fans

Internet mitzuverfolgen – und zwar auf der Website des IBSF,

das Viertelfinale erreichen können.“

unter www.ibsf.org/en/ibsf-tv.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB/Berger, CMI, career & competence, Leokino, Swarco Raiders/Mitteregger, Kosmos Tennis, Hansjörg Kössler/Olympiaworld Innsbruck


Frisch, frech & regional

ESSEN & TR I N K E N Hot- Bowl mit Hühnermisosuppe, Sobanudeln und Chorizo - Chicken al s Topping

„Tony Montana“ – eine der drei Hotdog-Variationen

EIN BISSCHEN AMERIKA IN WILTEN W i l t en bl e i bt I n n s br u c k s F o o d i e-Vi er t el .

L

e Murge, Olive (zumindest am Abend wieder), Lokalmatadore wie Hosta, Placel oder Verena’s und jetzt noch das: Wilten hat seinen ersten Diner. Die Placel-Macher haben auf der anderen Straßenseite mit Ann’s Diner ein weiteres kulinarisches Kleinod geschaffen. Liebevoll eingerichtet erinnert das nagelneue Lokal an die kitschige Version eines amerikanischen Diners. Derzeit nur Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr geöffnet, werden hier drei Dinge serviert: Hotdogs, Bowls und Softeis. Die Hotdogs kommen in drei Varianten daher (10,60 bis 12,10 €), stets im Doppelpack, damit man auch satt wird. Die Bowl gibt es einmal vegetarisch und

kalt (€ 6,50) und einmal warm mit Hühnermisosuppe als Basis (€ 6,50) – beide auf Wunsch mit diversen Toppings (ab € 4,60) zur Auswahl. Für den süßen Abschluss empfiehlt sich zum Beispiel das vegane Zitronensofteis, serviert auf einer warmen Waffel mit Marillen-Zimt-Ragout, Karamellsoße und Hafercrumble. (€ 7,20). Wem das zu viel ist, kann auch einfach zum Softeis-Becher mit hausgemachter Soße (Salted Peanutbutter Caramel ist unser Favorit) greifen (€ 3,90). Wir wünschen gutes Gelingen und freuen uns über ein weiteres Gastrohighlight in Wilten, das – im Nachhinein gesehen – noch gefehlt hat. © PRIVAT

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Das Team der neuen Marktbar am Inn freut sich seine Gäste endlich begrüßen zu dürfen.

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ie genaue Ursprungsgeschichte des Bubbletea ist umstritten, da sich zwei Geschäftsleute darüber streiten, wer in den 1980erJahren die Idee zum „Perlen-Milchtee“, wie er im Chinesischen genannt wird, in Taiwan wirklich gehabt hat. Der Erfinder fügte dem damals beliebten Milchtee, der aus Grün- oder Schwarztee gebraut und mit Kondensmilch verfeinert wurde, Tapiokaperlen hinzu, um ihm eine neue geschmackliche Dimension zu geben. Die schwarzen, ungefähr einen halben Zentimeter großen Perlen werden aus der Stärke der Maniokwurzel hergestellt und besitzen fast keinen Eigengeschmack, geben dem Getränk aber eine neue Qualität – ein unverwechselbares Mundgefühl. Durch die Tapiokaperlen wird der Bubbletea zum trinkbaren Dessert – süß, seidig und mit einzigartigem Biss. SIEGESZUG IN ASIEN UND EUROPA. Bubbletea oder Bobatea, wie das Getränk auch genannt wird, wurde zum Verkaufsschlager in Taiwan und eroberte in den 1990ern auch den Rest Asiens. In wei-

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terer Folge erreichte er dank asiatischer Auswanderer die Vereinigten Staaten. Schließlich schwappte der Hype dann nach Europa über. Nachdem der britische Investmentbanker Assad Kahn 2009 seinen ersten Bubbletea in New York getrunken hatte, beschloss er seinen Job an den Nagel zu hängen und einen BubbleteaShop, mit dem klingenden Namen „Bubbleology“, zu eröffnen – heute die größte Bubbletea-Franchisekette der Welt. JÄHES ENDE EINES HYPES. Im deutschsprachigen Raum setzte der Bubbletea Anfang der 2010er seinen Siegeszug fort. In vielen Städten poppten plötzlich zahlreiche Bubbletea-Shops auf. Als sogar deutsche McDonald’s-Filialen Bubbletea auf ihr Menü setzten, war wohl der Höhepunkt erreicht. Auch in Innsbruck öffneten einige Shops, leider etwas zu spät, denn Ende 2012 setzte eine Meldung von Wissenschaftlern der RWTH Aachen dem Hype ein jähes Ende: Sie behaupteten, gesundheitsgefährdende und krebserregende Stoffe in Produktproben deutscher Bubbleteas gefunden zu haben.


Nicht gefährlich, aber auch nicht gerade gesund:

save the date: 16|DEC|2021 5 Years

Bubbleteas enthalten definitiv keine krebserregenden Giftstoffe, super, gesund sind sie aber auch nicht: Sie haben einen sehr hohen Zuckergehalt und enthalten viel Teein und Koffein. Ihre Inhaltsstoffe lassen sich gut mit denen von Softdrinks vergleichen – also Bobatea mit Maß und Ziel genießen!

Die Negativschlagzeilen machten die Runde, und so schnell Bobatea gekommen war, verschwand er wieder. Daran änderte sich auch nichts, als Studien zeigten, dass in keinem der in Deutschland getesteten Tees nur die geringste Spur von krebserregenden Giftstoffen gefunden werden konnte.

fresh local roasted coffee BRENNPUNKTCOFFEE.EU

DIE WIEDERAUFERSTEHUNG DES BUBBLETEAS. Fast ein Jahrzehnt blieb es ruhig um das asiatische Trendgetränk, bis eine neue Generation junger Unternehmer, oft mit asiatischen Wurzeln, 2019 damit begann, neue Bubbletea-Shops in Europas Städten zu eröffnen, in denen der Bubbletea in einer verfeinerten, gesünderen und nachhaltiger produzierten Variante verkauft wird. Sie nutzen geschickt soziale Medien wie TikTok, um eine junge Zielgruppe zu erreichen, die schon vorher dank globaler Phänomene wie dem Hype um koreanische Popmusik oder japanischem Animes offen für Trends aus Asien waren. TRIEBFEDER SOZIALE MEDIEN. Für die Generation TikTok sind das Trinken von Bubbletea und das obligate Posten des Konsums zu einem Statussymbol geworden – eines der zentralen Erfolgsgeheimnisse hinter dem erneuten Boom des bunten Lifestylegetränks. Mittlerweile öffnen in vielen Städten Österreichs wieder neue Bubbletea-Läden ihre Pforten.

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Zeit für Tiroler Schmankerl

Neben den klassischen Bubbleteas auf Kondens- oder Frischmilchbasis verkaufen diese Shops auch fantasievolle Teemischgetränke in allen erdenklichen Geschmackssorten, gefüllt nicht nur mit Tapiokaperlen, sondern mit kunterbunten Fruchtgelees, die sich optisch perfekt für Fotos und Videoreels eignen. Ob der Bubbletea diesmal in Innsbruck gekommen ist, um zu bleiben, wird sich in den nächsten Monaten zeigen – derzeit planen schon zwei weitere Läden ihre Eröffnung in der Innsbrucker Innenstadt.

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UNITED COFFEES Maria-Theresien-Straße 4 Schon seit 2012 verkauft der Laden im „kleinsten Haus“ Innsbrucks Bubbletea und andere leckere Getränke.

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BUBBLETEASHOPS IN INNSBRUCK

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Knallbunte Deko und süße Verpackungsideen zeichnen den Shop der Wiener Kette in der MPreis-Filiale am Terminal aus.

WOK TO GO Innrain 48 (Hauptbibliothek)

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BubbleteaGeschichte

Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck goldenesdachl.com

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1990er:

2010er:

Bubbletea wird in Asien immer beliebter.

Der BubbleteaHype erreicht Europa.

1980er:

2000er:

Erfindung des Bubbleteas auf Taiwan.

Asiatische Auswanderer bringen Bobatea in die USA.

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Im kleinen, familiengeführten, asiatischen Imbiss­ laden kam man auch schon seit Längerem Bubbleteas genießen.


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ICHIBAN TEA Anichstraße 1 Neben Bubbletea werden in den Wiener Filialen von Ichiban Tea auch Macarons, Crêpe-Cakes und Mochis verkauft.

Eröffnet Mitte Dezember 2021

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SHIFU & CRAZY TEA Sillpark

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Auch im Sillpark gibt es einen eher noch unbekannten Bubbletea-Shop, den man als BubbleteaFan ausprobieren sollte.

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QT – B U B B L E TEA & MORE Leopoldstraße 25

Eröffnet November oder Dezember 2021

E T R A K E U E N S K N I R D E U E N

Mit dem QT – Bubbletea & more bekommt auch Innsbrucks hippster Stadtteil Wilten seinen ersten Bubbletea-Shop.

2019: Junge Unternehmer eröffnen in vielen Städten Europas Bubbletea-Shops mit selbstgemachtem Angebot.

2012:

2021:

Deutsche Wissenschaftler behaupten, krebserregende Giftstoffe in Bubbleteas gefunden zu haben. Obwohl sich die Behauptung als falsch erweist, kommt es zum jähen Ende des Bubbletea-Hypes.

In Innsbruck sperren gleich mehrere neue Bubbletea-Läden auf. HERZOG-FRIEDRICH-STRASSE 11 INNSBRUCK


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AU S G E Z E I C H NETE PIZZA P i zze r i a Un a a u f Pl a t z 1 de s F a l s t a f f - Ra n k i n g s

F P l at z N Uno fü umero r d as Una

alstaff hat zur Wahl der besten Pizzerien des Landes aufgerufen. Gleich 42.000 Menschen machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch und kürten die besten Orte für Pizzagenuss in Österreich. In der Tirol-Wertung konnte die Pizzeria Una einen herausragenden Sieg einfahren – über die Hälfte aller für Tirol abgegebenen Stimmen entfiel auf das Lokal mit der original neapolitanischen Pizza in der Innsbrucker Universitätsstraße.

Auf Platz vier findet sich übrigens die Pizzeria Amici in Arzl wieder, gleich gefolgt von der Pizzerei am Bozner Platz. Das Due Sicilie belegt den achten Platz in der Tirol-Wertung.

D I E W E LT AU F D E I N E M LÖ F F E L Das erste Kochbuch der Futterkutter-Jungs ist da.

BREAKFAST ON THE SUNNY SIDE AUCH FÜR SPÄTAUFSTEHER FRÜHSTÜCK VON 08.00 BIS 16.00 UHR DIENSTAG BIS SONNTAG Innrain 1  6020 Innsbruck T. 0676 4428445  www.colours.at

© AXEL SPRINGER, FUTTERKUTTER

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artin Schümberg und Georg Waldmüller versorgen Innsbruck seit inzwischen vier Jahren mit vielfältigem Streetfood aus aller Welt – immer frisch gekocht, immer nachhaltig, abwechslungsreich und köstlich. Jetzt präsentieren die beiden ihr erstes Kochbuch mit 60 Lieblingsrezepten der Futterkutter-Community. Ab 5. November ist das Buch nicht nur an den beiden Futterkuttern, sondern auch bei Mpreis und Tyrolia für 29 Euro erhältlich. Wer mit den Kutter-Kapitänen diesen Umstand gebührend feiern will, ist übrigens herzlich zur Release-Party am Freitag, den 5. November ab 12 Uhr am Franziskanerplatz eingeladen.


HOT WINE – BEST TASTE – GOOD TIMES Der Advent wird heiß! Und zwar beim COOLsten Glühweinstand in der Innsbrucker Altstadt. Jetzt ist wieder Partytime in Innsbrucks Kultlocation Fischerhäusl. Der legendäre Treffpunkt für alle mit gutem Geschmack erwartet euch mit viel Spaß, guter Laune und bestem Glühwein. #hierbistDUrichtig

ERÖFFNUNGSPARTY AM MITTWOCH 03.11.2021

TÄGL ICH HAP PY H OUR 16:00 19:00 UHR

Herrengasse 8 · Innsbruck / Altstadt · www.fischerhaeusl.com


E N TG E LT LIC HE E I N S C HA LTU NG

ES DUFTET AUS DER RUETZ-BACKSTUBE © RUETZ (6)

Nimm dir Zeit zum Genießen.

WEIHNACHTSKEKSE – MIT LIEBE HANDGEMACHT Sie duften verführerisch, die großen und kleinen Backkunstwerke, die liebevolle Detailarbeit macht schon dem Auge Appetit auf mehr, und ihr Geschmack ist schlichtweg himmlisch! Dass der Bäcker Ruetz als traditionsverbundener und vielfach prämierter Meisterbetrieb nur die allerbesten Zutaten verwendet, versteht sich von selbst. Schließlich ist es kein Zufall, dass die Weihnachtsgebäcke wie selbstgemacht schmecken. CHAMPAGNERSTOLLEN – EDEL, KÖSTLICH Der edle Champagnerstollen vom Bäcker Ruetz ist delikat abgeschmeckt mit kandierten Orangenschalen, Rosinen, Mandeln und gerösteten Haselnüssen. Das Besondere: Die Früchte werden vorab in bestem

Champagner eingelegt – das sorgt für die unverkennbar prickelnde Note. Vollendet wird der noch ofenwarme Stollen mit flüssiger Butter und einer feinen Schicht Staubzucker. Prädestiniert für das Fest, aber einfach zu lecker, um zu warten ... TIROLER VOLLKORNSTOLLEN – HEIMAT PUR Du liebst süßes Gebäck, aber es soll vollwertig sein? Dann lass dir den Tiroler Vollkornstollen vom Bäcker Ruetz ans Herz legen! Gebacken aus 100 Prozent Tiroler Weizen-Vollkornmehl und feinster Tiroler Butter, verfeinert mit Rosinen und kandierten Früchten. Von Hand geformt schmeckt der Tiroler Klassiker nach Heimat pur. SCHOKO-KOKOS-STOLLEN – DER NEUE Der neue Schoko-Kokos-Stollen aus dem Hause Ruetz ist schlichtweg himmlisch. 42

Feinste Milchschokolade und exotische Kokosflocken geben dem neuen Stollen seine unverkennbare Note. Ein idealer Begleiter zum gemütlichen Nachmittagskaffee in der Adventszeit. TIROLER ZELTEN – TRADITIONELL Der traditionelle Tiroler Zelten wird aus saftigem Brotteig und erlesenen Früchten gebacken und mit wärmenden Gewürzen verfeinert. Ein echtes Kraftpaket, das richtig gute Energie liefert. RUETZ-GUTSCHEINE – VERSCHENKE GENUSS! Du bist auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Sag’s doch mit einem Genuss-Gutschein vom Bäcker Ruetz! Kommt garantiert gut an – weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht. Erhältlich in allen Ruetz-Bäckereien.


LEBKUCHEN

Saftig, weicher Lebkuchen gefüllt mit Nougatcreme, fruchtiger Himbeermarmelade oder Powidl-Zimt-Füllung. Zergehen auf der Zunge!

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e g r u B Einmal u B den r e g vegetar u B g r u rischen, B r bitte! e g r g T E ST

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Möchte man in Innsbruck mit Freunden Burger essen gehen, darf mittlerweile auch der Vegetarier mit – denn jedes Burgerrestaurant bietet mindestens eine vegetarische Alternative an. Wir haben einen Koch, einen überzeugten Fleischfresser und einen Vegetarier losgeschickt, um sich durch das vegetarische Angebot der Burgerläden durchzuprobieren.

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ist in der Redaktion Sitznachbar von Daniel und das genaue Gegenteil von ihm: seit vier Jahren Vegetarier und seit Kurzem Flexiganer, auch wenn er den Begriff in mehrerlei Hinsicht furchtbar findet. Essen hingegen ist ihm in der Regel nicht so wichtig – Hauptsache, es ist kein Fleisch dabei und zumindest in Ansätzen gesund.

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Der Profi

Der Fleischesser

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zählt Fleisch zu seinen Hauptnahrungsmitteln. Spare-Ribs, Steaks und (Zitat: „echte“) Burger sind fixer Bestandteil seines Speiseplans. Der Idee vegetarischer oder gar veganer Ernährung begegnet er mit Argwohn – und auch wenn ihm die moralischen und ökologischen Implikationen des Fleischesserdaseins mitunter Kopfzerbrechen bereiten, siegt doch der Geschmack. Zum Test hat er sich dennoch überreden lassen, auch wenn er „Burger“ jedes Mal, wenn er darüber sprach, in Anführungszeichen setzte.

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Der Vegetarier

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stammt aus einer kochaffinen Familie und schreibt seit 2004 die Rezepte im 6020. Der Autodidakt und Feinschmecker probiert selbst gerne Gerichte verschiedenster Kulturkreise aus und kocht in unterschiedlichsten Konstellationen: vom Familienessen über Kochkurse bis zu Caterings.

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so ab :

In jedem Restaurant hatten die Probanden einen vorgegebenen vegetarischen Burger zu essen – alle den gleichen, aber unabhängig voneinander. Dann sollten sie ihren Eindruck festhalten und Punkte vergeben, 1 für grottenschlecht und 10 für exquisit.

Maximal waren also 30 Punkte zu erreichen. Restaurants, die von vorneherein nur fleischlose Kost anboten, bekamen zum Schluss insgesamt noch einen Punkt abgezogen, da sie ja Profis auf dem Gebiet sind. Auch wichtig: Der Burger als Ganzes war zu bewerten, nicht aber Beilagen wie zum Beispiel Pommes.

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PHIL’S AMERICAN DINER Phil’s Classic Veggie: 12,50 Euro

Der Fleischfresser und der Profi hatten keine Freude mit dem einfachen Phil’s-Burger, der Vegetarier wiederum war rundum zufrieden damit und machte ihn sogar zu seinem persönlichen Testsieger. Während die ersten zwei sagten, er sei zu einfach, meinte der Dritte, er sei eben einfach, und das sei auch gut so. 17 Punkte

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TECHNIKERSTRASSE 16

r e g McPlant: 3,90 Euro

Wer McDonald’s kennt, wird auch den McPlant ... kennen. Denn es gibt nichts, was diesen Burger von einem fleischhaltigen McDonald’s-Burger unterscheiden würde, darin sind sich alle drei Probanden einig – was natürlich weder geschmacklich noch optisch unbedingt als Kompliment verstanden werden sollte. 13 Punkte

SÜDTIROLER PLATZ 5, HERZOG-FRIEDRICHSTRASSE 35, MUSEUMSTRASSE 38 46

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GLORIOUS BASTARDS

Ultimate Hamburger Veggie: 8,90 Euro

Absolut passabel – so lässt sich der Eindruck unserer Tester bei diesem Burgerprodukt zusammenfassen. Was positiv in Erinnerung geblieben ist: Man bekommt frisches Gemüse im Brot serviert, und davon auch noch in Überfluss, wobei der Burger insgesamt gar nicht sooo groß ist. Da man aber in vielen anderen Restaurants mit der Menge an Burgern eher kämpfen muss, ist das hier auf der Pro-Seite verzeichnet, wohingegen das etwas pampige Patty unter Kontra steht.

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MCDONALD’S

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19 Punkte

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EGGER-LIENZ-STRASSE 118

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MARIA-THERESIEN-STRASSE 49

#dakommtsher

Ich sag, wo’s herkommt!

Transparenz auf meiner Speisekarte ist selbstverständlich. Tirols Wirte stehen für freiwillige Herkunftskennzeichnung. Ein Schulterschluss zwischen Tiroler Wirtschaft und Landwirtschaft. www.dakommtsher.at

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Martin Henökl, Gasthof Lamm, Matrei am Brenner

23 Punkte

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Dieser zum Wolkenkratzer gewordene Burger hat es vor allem dem Fleischfresser in unserer Runde angetan, der nach den ersten Bissen mehrmals seine Bestellung überprüfen musste, ob er denn da wirklich den vegetarischen bestellt hatte. Die BBQSauce, das dicke Patty und die Zwiebelringe trugen natürlich ihren Teil dazu bei. Alles in allem: ein sehr guter Burger – zu einem sehr stolzen Preis.

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Frohnatur: 16,90 Euro

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ZUM WOHL TIROL

mt’s her.


MUSEUMSTRASSE 3

LUDWIG Veggie: 9,40 Euro

Kopf hoch

Vom vegetarischen Burger sollte man im Ludwig lieber die Finger lassen. Mit seinem veganen Burger mit Süßkartoffel-Kichererbsen-Patty beweist das Restaurant aber, dass es fleischlos auch kann.

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Das Restaurant, das für viele in Innsbruck als Inbegriff für Burgerkultur steht, belegt in unserem vegetarischen Test den letzten Platz. Man möchte das Patty natürlich heiß haben, was aber nicht bedeutet, dass es zu Holzkohle verarbeitet werden muss. Die Kruste, die sich darauf bildet, wird von einigen liebevoll als „crunchy“ bezeichnet, ist in Wahrheit aber ungenießbar. Auch der Rest des Burgers war eher lätschert und schmeckte fad.

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10 Punkte

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SWING KITCHEN Swing Burger: 6,40 Euro

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Bei dieser Neuheit in der Innsbrucker Burgerwelt wurde wenig bemängelt, aber ebenso wenig gelobt. Der Swing Burger ging bei allen drei Testern als passabler Burger durch, wobei das Sojapatty zu wenig heiß, das Raucharoma etwas zu stark war, dafür aber die Konsistenz, die Würze und die Frische positiv in Erinnerung geblieben sind. 19 Punkte – Fairness-Punkt = 18 Punkte HERZOG-FRIEDRICH-STRASSE 28

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Plant-Based-Whopper: 4,50 Euro Ähnlich wie der McDonald’s-Burger mogelt sich auch dieser Burger durch den Test, ohne wirklich ein Ausrufezeichen zu setzen. Er schmeckt halt wie ein Whopper, und wem Burger King mundet, der wird auch seine Freude mit dem Plant-Based-Whopper haben. Unserem Profi Flo hat er es jedenfalls nicht angetan: Er würdigte ihn mit der niedrigstmöglichen Punktezahl.

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25 Punkte – FairnessPunkt = 24 Punkte

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Von allen drei Probanden mit guten bis sehr guten Noten versehen wurde der Flamingo Burger, der vor ein paar Jahren eine Neuheit in der Stadt war und offenbar immer noch zu überraschen vermag. Er ist nicht nur schön angerichtet, sondern das Patty ist auch heiß, der Salat knackig und die Zwiebeln schön karamellisiert. Worin sich aber alle drei Probanden einig sind: Der „Käse“ ist ziemlich dominant und das Bun etwas brüchig, was den eh schon unwürdigen Essvorgang bis in David-HasselhoffSphären gleiten lässt. Ansonsten gibt’s am „Flamingo“ nichts zu bemängeln es gibt einen Punkt Abzug, keinen dazu nicht, dass er ihn nötig gehabt hätte.

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Flamingo Burger: 12,80 Euro

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FÜRSTENWEG 7

GREEN FLAMINGO

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MUSEUMSTRASSE 21, LANGER WEG 28

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12 Punkte

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BURGER KING


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DREI ERKENNTNISSE DES BURGERTESTS

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Auch einen vegetarischen/veganen Burger kann man nicht würdevoll essen.

In den meisten Restaurants werden die vegetarischen Pattys auf derselben Platte gebraten wie die Fleischpattys. Sie bekommen dadurch eventuell einiges vom Geschmack ab, so mancher scheut sich aber davor, sie wirklich als vegetarisch zu bezeichnen.

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Es kommt nicht zwingend auf das verwendete Patty an, sondern hauptsächlich auf die Zubereitung – so wie beim Fleisch auch. Womöglich muss man sich, wenn man Fleischalternativen im Burger verwendet, als Restaurant ein wenig mehr antun – es lohnt sich aber allemal.

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Gesamtranking Platz 1 Green Flamingo:

25 Punkte

Fairness-Punkt = 24 Punkte

Platz 2 Zum Wohl Tirol:

23 Punkte

Platz 3 Glorious Bastards:

19 Punkte

Platz 4 Swing Kitchen:

50

19 Punkte

Fairness-Punkt = 18 Punkte

Platz 5 Phil’s american Diner:

17 Punkte

Platz 6 McDonald’s:

13 Punkte

Platz 7 Burger King:

12 Punkte

Platz 8 Ludwig:

10 Punkte

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BELIEBTESTE PIZZERIA IN TIROL

2021

Una Pizza Napoletana!

Universitätsstraße 3 - 6020 Innsbruck | +43 512 556032 www.unapizza.at | mail@unapizza.at | Montag - Sonntag


SERIE

W E N N DE R WI N D AU S NO R D E N WE H T MundArt wehrt sich gegen graue Novembertristesse, schält und reibt Karotten und verarbeitet sie zu einem köstlichen Karottenkuchen. von Flo Seidl

Wenn das Laub zu Boden fällt  und die Tage kürzer werden, wenn der Schnee schon auf den Bergen, wird es ruhiger auf der Welt. Wenn der Wind aus Norden weht, jeder schon Pullover trägt, grau das Jahr zu Ende geht, alle Bäume kahl gefegt. Wenn der Atem Nebel macht und die Finger frieren aus, wenn der Reif kommt über Nacht, zieht es alle schnell ins Haus. Dort machen wir’s uns heute fein, von sündig-süßer Sorte, schenk heißen Tee uns allen ein, servier Karottentorte.

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MUNDA RT

Luftigmacher Backpulver wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und wird seitdem industriell verwendet. In Deutschland wurde das Backtriebmittel, das einen Teig „aufgehen“ lässt, vor allem durch August Oetker zum Erfolg, der es in kleinen Briefchen verpackte und zur privaten Kuchenverarbeitung bewarb. Backpulver enthält Natron und eine Säure und reagiert mit Wärme und Flüssigkeit. Es gibt Kohlenstoffdioxid ab und macht damit den Teig luftiger. Backpulver ist eine wichtige Zutat für Rühr- und Knetteige, da sie dadurch ihre Leichtigkeit und ihr Volumen erhalten. Das Rezept: Karottenkuchen Zutaten: 160 g Mehl (Type 405), ½ Backpulver, ½ Natron, 1 TL gemahlener Zimt, ¼ TL gemahlene Nelken, 1 Ei, 1 Eigelb, 200 g Sonnenblumenöl, 270 g Zucker, 50 g Walnüsse, 50 g Kokosraspel, 140 g Karotten, 2 Eiweiß, 1 Prise Salz, etwas Zitronensaft, für die Frischkäsecreme: 175 g Frischkäse, 70 g Butter, 35 g Staubzucker, 25 g Honig, 30 g Walnusskerne Zubereitung: Alle Zutaten aus dem Kühlschrank nehmen und zimmerwarm werden lassen. Backrohr auf 170° C vorheizen, eine Springform leicht einfetten und mit Backpapier auslegen. Walnüsse grob hacken. Karotte grob reiben, Gewürze mahlen. Ei und Eigelb in einer Schüssel etwas verquirlen. Das Mehl mit den Gewürzen, dem Natron und dem Backpulver in eine Schüssel sieben. Das Öl mit dem Zucker in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine bei mittlerer Geschwindigkeit schlagen. Die Geschwindigkeit reduzieren und nach und nach die Eier einrühren. Walnüsse,

Kokosraspel und Karotte untermischen und zum Schluss die Mehlmischung unterheben. Behutsam verrühren. Nicht zu heftig. Die Masse in eine große Schüssel geben und die Küchenmaschinenschüssel gut auswaschen. Es darf kein Fett mehr vorhanden sein, sonst misslingt der Schnee. Eiweiß mit etwas Salz und einem Spritzer Zitronensaft in der Rührschüssel zu steifem Schnee schlagen. Den festen Schnee langsam und behutsam unter die Karottenmasse heben. Nun gibt man die Masse in die Backform und bäckt sie für etwa eine Stunde. Mit einem Holzstab hineinstechen. Haftet kein Teig mehr am Stab, ist die Torte fertig gebacken. Den fertigen Kuchen vollständig erkalten lassen und aus der Form lösen. Für die Frischkäsecreme schlägt man Zucker, Honig, Butter zu einer luftigen Masse und hebt sie unter den glatt verrührten Frischkäse. Die fertige Creme auf die kalte Torte verteilen und mit gerösteten Walnusskernen garnieren. Kalt stellen.

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Geld in der Karikatur

EINTRIT T FREI Sonderausstellung des Geldmuseums der Oesterreichischen Nationalbank im Kassensaal der OeNB West, Adamgasse 2, 6020 Innsbruck Ausstellungsdauer: 1. Oktober 2021 bis 9. September 2022

Führungsanmeldung: Herr Mag. Jakob Buemberger, Herr Anton Reinelt, BA

Führungen für Gruppen: Ab zehn Personen, nach Vereinbarung. Alle Führungen sind kostenlos.

Öffnungszeiten: Während der Kassenöffnungszeiten

Telefon: +43 (512) 908100 E-Mail: regionwest@oenb.at

Weitere Informationen unter: www.oenb.at, www.geldmuseum.at


PROGRAMM N OV E M B E R 2021 FILM

12. BIS 13. NOVEMBER AC TI O N AU F D E R LE I NWA N D, TE I L 1 FREERIDE FILMBASE IM METROPOL KINO

Eine bunt gemischte Szene internationaler TopFreerider und Freeride-Filmer hat in Innsbruck zeitweise oder dauerhaft ihre Heimat gefunden und macht Innsbruck zur Hauptstadt des FreerideFilms – die Freeride Filmbase feiert das mit Screenings und Vorträgen.

FILM

3. BIS 9. NOVEMBER AC TI O N AU F D E R LE I NWA N D, TE I L 2 ALP-CON CINEMA TOUR: SNOW IM METROPOL KINO

Im finalen Teil der diesjährigen Alp-Con Cinema Tour dreht sich alles um das Thema Action im Schnee. Gezeigt werden die internationale Produktion „Stoke the Fire“ und der deutsch­ sprachige Kurzfilm „Timeout“.

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second hand · first class INNRAIN 30B · 6020 INNSBRUCK SALVATORGASSE 27 · 6060 HALL I.T. www.wams.at · www.facebook.com/vereinwams

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AUSSTELLUNG

BIS 22. JÄNNER 2022 N ACH E RZ Ä H LT „DAS FOTOALBUM: BILDER EINER REISE, LITERARISCH BETRACHTET“ IN DER GALERIE INN SITU

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Das visuelle Ausgangsmaterial für das aktuelle INN-SITUProjekt sind Aufnahmen einer Reise von München nach Tirol (1912), über die man so gut wie nichts außer dem Entstehungsdatum weiß – ein narrativer Leerraum und eine literarische Carte blanche für die Erzählerin Verena Roßbacher, die beauftragt wurde, das Album als Ausgangsmaterial für eine Bildergeschichte zu betrachten.

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FESTIVAL

4. BIS 6. NOVEMBER KU N ST FÜ R A LLE

Marian Moschen

© DANIEL BEAR, NIC ALEGRE/TGR, THOMAS SCHROTT

PREMIERENTAGE, VERSCHIEDENE STANDORTE Für Marian Moschen ist das Backen von Torten ein Lebensgefühl, eine Leidenschaft, die ihn seit seiner frühen Jugend nicht mehr losgelassen hat. In seinem neuen Buch stellt Marian beliebte Tortenklassiker ebenso vor wie ausgefallene Rezepte aus aller Welt.

Die Premierentage – Wege zur Kunst laden zum 22. Mal dazu ein, zeitgenössische Kunst in verschiedenen Galerien und Kunstinstitutionen der Stadt zu entdecken – und das bei freiem Eintritt. Neben den Ausstellungen finden auch besondere Performances, Workshops und Expertentalks statt.

100 farb. Abb. | geb. | 192 Seiten | € 24.95

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PROGRAMM

AUSSTELLUNG

BIS 21. NOVEMBER G E G E NWART U N D RÜCKS CHAU RETROSPEKTIVE ÖSTERREICHISCHER GRAFIKWETTBEWERB IM TAXISPALAIS

Die Preisträger_innen der 37. Ausgabe des Österreichischen Grafikwettbewerbes zeigen ihre Werke gemeinsam mit den je höchstprämierten Arbeiten der letzten 20 Jahre. So entsteht eine gegenwärtige Retrospektive aller im Taxispalais präsentierten Österreichischen Grafikwettbewerbe.

THEATER

AB 5. NOVEMBER E XI STE N Z IALI STI S CH „DUNKEL LOCKENDE WELT“ IM THEATER PRAESENT

Das Stück des Tiroler Autoren Klaus Händl balanciert zwischen Kriminalgeschichte, Familienstück und Beziehungsdrama und bleibt bis zuletzt bewusst rätselhaft: Mit slapstickhafter Komik, sprachlicher Gehetztheit und zahllosen Beziehungsfallstricken wird nicht nur das Sein an sich, sondern das Sein als soziales Wesen ad absurdum geführt.

Raum für Literatur

© VERANSTALTER, DANIEL JAROSCH

Lesungen Gespräche Diskussionen Schreibwerkstätten

www.literaturhaus-am-inn.at 58


KONZERT

11. NOVEMBER 20 UHR

A KUSTI S CH WOHNZIMMERKONZERT: ANNA MABO UND CLEMENS SAINITZER IM AUDIOVERSUM

Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Wir hören Vinyl“ lädt das audioversum die Gitarristin und Regisseurin Anna Mabo und den Cellisten Clemens Sainitzer zu einem gemütlichen Wohnzimmerkonzert.

KONZERT

26. NOVEMBER 20 UHR

N E WCO M E R HEY SIS IN DER TALSTATION

Die Tiroler Band Hey Sis präsentiert in der Talstation ihr Anfang November erscheinendes Debütalbum „Collage“, auf dem sie atmosphärischen Sound, frechen Sprechgesang, gefühlvolle Balladen und Mundart-Folk zu einem stimmigen Ganzen kombinieren.


PROGRAMM

GEHÖRT BESUCHT KO N Z E RT

wohn

zimmer konzert

KONZERT

ANNA MABO & CLEMENS SAINITZER

27. NOVEMBER 20 UHR

Im Rahmen der Sonderausstellung „Wir hören Vinyl“ gibt die Gitarristin und Regisseurin ANNA MABO mit dem Cellisten CLEMENS SAINITZER ein Konzert in gemütlicher Atmosphäre.

KL A S S I S CH E S S P OTLI G HT

WANN: Donnerstag, 11.11.2021, 20 Uhr WO: AUDIOVERSUM Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck

„JUNGE SOLIST:INNEN AM PODIUM 2021“ IM HAUS DER MUSIK

Mit „Junge Solist:innen am Podium“ setzt das Tiroler Kammerorchester InnStrumenti seine länderübergreifende Konzertinitiative zur Förderung junger, herausragender Instrumentalsolist:innen aus Süd- und Nordtirol fort.

Mehr Infos & Anmeldung: www.audioversum.at

Dem Leben immer um ein Bier voraus sein

Agnés Czingulszki

Unaufgeregt, gemütlich: Seit 28 Jahren ist das Jolly in Wilten der Treffpunkt für Diejenigen, die nicht jedem Hype hinterherlaufen.

lles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand: Nun, der alte Darwin hat damit sicher nicht das Jolly gemeint. Aber irgendwie passt der Aphorismus doch auf die kleine Bar in Wilten. Denn wenn ein Lokal in unserer schnelllebigen Zeit über 30 Jahre Bestand hat und sich dabei seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, ist das schon etwas Besonderes. Während sich Moden ändern, Trends kommen und

gehen, bietet das Jolly vor allem eines: Beständigkeit. Das Maß der Dinge. Ganz klassisch ein Augsburger Thorbräu, ein Obertrumer Original Zwickl Bier – oder doch lieber ein Kozel aus Böhmen („Grosspopovicer Ziegenbock“ in Übersetzung), mit über 20 Biersorten findet im Jolly jeder „das Seine“.

LITERATUR

Barbi Marković

16. NOVEMBER 19 UHR

LITE R AR I S CH E S D O PPE L GRENZGÄNGE: AGNÉS CZINGULSZKI UND BARBI MARKOVIĆ IM LITERATURHAUS AM INN

Die legendäre Lesereihe Grenzgänge, veranstaltet vom Verein 8ung Kultur, übersiedelt in das Literaturhaus am Inn. Mit Barbi Marković und Agnés Czingulszki sind dieses Mal zwei Autorinnen zu Gast, deren Schreiben eine außergewöhnliche Doppelbödigkeit auszeichnet: leicht, witzig und frech an der Oberfläche, intelligent und subtil in der Tiefe.

facebook.com/JollyInnsbruck www.jolly-bar.at

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© WOLFGANG LACKNER, APOLLONIA THERESA BITZAN, VERANSTALTER, POGO’S EMPIRE

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KONZERT

27. NOVEMBER 19 UHR

V ITA M I N S PA S S MY UGLY CLEMENTINE IN DER BÄCKEREI

Nach mehreren Verschiebungen findet das Konzert der Wiener Supergroup bestehend aus Sophie Lindinger (Leyya), Mira Lu Kovacs (5K HD, Schmieds Puls), Kem (Kerosin95) und Nastasja Rock (Lucid Kid) jetzt tatsächlich statt. Zu erwarten? Zeitgemäß interpretierte Gitarrenmusik mit vitaminreichen Anleihen der 1990er-Jahre Indie-/College-Rock-Ära, starke Botschaften und ganz viel Spaß.

BLUES BROTHERS. IM AUFTRAG DES HERRN EIN MUSIKALISCHER ROADTRIP

LITERATUR, ENTERTAINMENT

18. NOVEMBER

AB 13. NOVEMBER 2021 IM GROSSEN HAUS

19.30 UHR

H OCH PROZ E NTI G E M I S CH U N G MARCO POGO: „GSCHICHTN“ IM STROMBOLI

Marco Pogo, Bandleader der Punkrockband „Turbobier“, Vorsitzender der Bierpartei und Arzt mit Impfmission, stellt im Stromboli sein literarisches Erstlingswerk „Gschichtn“ samt Anekdoten, die bis in die Untiefen des österreichischen Politsystems führen, vor.

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PROGRAMM

LITERATUR, KLEINKUNST

AB 5. NOVEMBER BU NTE R KU LTU R R E I G E N „BLAUWEIBL: GRÜNMANDL UND ANDERE FARBEN“ IM STROMBOLI

Bis Dezember findet im Stromboli der von Otto Grünmandls Werk inspirierte, feministische Kleinkunst- und Literaturschwerpunkt „Blauweibl: Grünmandl und andere Farben“ statt. Am Programm stehen Kabarett (u. a. von Tereza Hossa und RaDeschnig), lyrische Experimente (u. a. mit Yasmo und Rebecca Heinrich) und eine szenische Neuauflage der „Alpenländischen Interviews“.

LEUCHTER DES LICHTERFESTES

THEATER

AB 20. NOVEMBER LI E B E AU F D E R BÜ H N E „KASCHMIRGFÜHL“ IM KELLERTHEATER

AB 26.11.2021 IM FERDINANDEUM tiroler-landesmuseen.at

Das Kellertheater interpretiert Bernhard Aichners Liebesroman als Theaterstück: Marie betreibt eine Sexhotline. Plötzlich erhält sie einen Anruf, der ihr Leben verändert. Gottlieb, dessen Tage nicht gerade von Leidenschaft erfüllt sind, verwickelt Marie in ein Gespräch, das vielleicht zur großen Liebe führt.

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© STEFAN GRAUF-SIXT, INNSBRUCKER KELLERTHEATER

CHANUKKA


E N TG E LT LI CHE E INS C HA LT UNG © ANDREAS VIGL

GEW I N N S P I E L

STARTE MIT SPECIAL- EDITION -SKI UND -SKIPÄSSEN IN DEN WINTER! Vom 17. bis 20. November findet im legendären Stubai Zoo am Stubaier Gletscher der fünfte FIS Freeski World Cup Stubai statt.

W

enn die besten Freestyle- Ski­fahrer der Welt einen der hochklassigsten Snowparks rocken, kann das nur eines bedeuten: Das Stubaital lädt erneut zum SlopestyleWeltcup der Freeskier. Topathletinnen und -athleten aus über 20 Nationen zeigen spektakuläre Skiaction vom Feinsten und versuchen, wertvolle Punkte für die ­Olympiaqualifikation zu sammeln. Dazu bietet der Stubaier Gletscher mit seinen weitläufigen Pisten und dem Topsnowpark

­ tubai Zoo ­Skigenuss pur. Das Finale am S 20. ­November wird live im ORF übertragen. Wer selbst sein Freestyle-Talent unter Beweis stellen will, hat die Chance, einen ATOMIC PUNX FIVE CUSTOM STUDIO Freeski im exklusiven Stubai-World-CupDesign zu gewinnen. Außerdem werden drei Ein-Tages-Skipässe für den Stubaier Gletscher verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablöse möglich.

FIS

FREESKI WORLD CUP STUBAI stubaiworldcup.com

17.–20. NOVEMBER 2021

Beantworte dazu einfach die folgende Frage: Welche Dame gewann 2020 die vierte Ausgabe des FIS Freeski World Cup Stubai? Schick die richtige Antwort bis 15. November 2021 an gewinnspiel@6020stadtmagazin.at!


HOW TO PL AY CHESS ON LINE (FA ST ) Die Schachnovelle läuft als Neuverfilmung im Kino, Ende November startet die WM, und am Handy ist die Schach-App seit dem Lockdown sowieso installiert. Für alle, die Schach auch einmal in real life ausprobieren wollen, hat 6020 diesen Ratgeber zusammengestellt.

APROPOS WM Mit einjähriger Verspätung stehen sich bei der Weltmeisterschaft ab 24. November in Dubai Magnus Carlsen (NOR) und Jan Nepomnjaschtschi (RUS) gegenüber. Der amtierende Weltmeister und sein gleichaltriger russischer Herausforderer kennen sich seit Kindertagen. Dass sich Nepomnjaschtschi – gebräuchlicher ist im internationalen Schachgeschehen die englische Transliteration Nepomniachtchi – für das WM-Match qualifizieren konnte, ist keine Sensation, aber doch eine kleine Überraschung. Carlsen gilt als klarer Favorit, dem angriffslustigen und unberechenbaren Russen wird aber zugetraut, dass er dem seit 2013 regierenden Weltmeister zusetzen kann. Wo und wie kann man die WM verfolgen? Die beste Berichterstattung liefern in der Regel die Portale chess.com und chess24.com, deren Livestreams man sich auch via Twitch und Youtube ansehen kann. Der internationale Schachverband FIDE dürfte auf worldchess.com vermutlich wieder die offizielle Übertragung liefern. Mainstream-Medien wie Spiegel, Zeit oder Standard beschäftigen sich für gewöhnlich ebenfalls ausführlich mit der Schach-WM.

WIE FINDET MAN EINEN KLUB? Auf der Website des Tiroler Landesverbandes tirol.chess.at sind alle Klubs mit Kontakt­ daten angeführt. Wer sicher gehen will, ruft an, bevor er beim Klubabend vorbeischaut. Die Innsbrucker Klubs • Tiroler Schachschule (mit Jugendschwerpunkt) • PSV Tirol • Schachklub O-Dorf • SK Pradl • Schachsport Union Innsbruck • SK Völs & Hak Ibk • Tischtennis Union Schach Austria • SK Freibauer Innsbruck • Sportverein Innsbruck

IM VEREIN SPIELEN Überschätzen inkompetente Personen ihre Fähigkeiten komplett, spricht man vom Dunning-Kruger-Effekt. Auch wenn wissenschaftlich nicht ganz unumstritten, trifft man beim Schach allerorts auf dieses psychologische Phänomen. Es gilt die Regel: Den Satz „Ich kann Schach spielen“ hört man nur von Ahnungslosen. Ein Schritt, der zumeist für Aha-Momente sorgt, ist der Kontakt mit Vereinsspielern. In einem Klub findet man nicht nur Spielpartner, sondern bekommt en passant auch grundlegende Prinzipien und Techniken des Schachspiels mitgeliefert, ohne die man am Brett letztlich verloren ist. Der aktuell bestbesuchte Klubabend in Innsbruck ist der des SK Pradl. Immer dienstags ab 20 Uhr treffen sich Klubmitglieder und jede Menge – zum Teil sehr starke – Schachfanatiker im Café Royal in der AndreasHofer-Straße.

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Im Sillpark

FÜR FRISCH-LUFTFREUNDE OHNE FLEISS … Es hilft, wenn man Tipps von stärkeren Spielern bekommt oder sogar ein Training beim Schachklub besucht. Wer sich im Schach verbessern will, kommt aber nicht daran vorbei, sich Fertigkeiten selber zu erarbeiten. Wie kann man sich am besten selber etwas beibringen? Die Stufen-Methode (auch Stappen-Methode) ist ein Klassiker unter den Trainingskonzepten. Die für das Kindertraining ausgelegten, aber auch für Erwachsene geeigneten Hefte führen aufbauend durch das Schach-Grundlagenwissen. Die Portale chess.com und chess24.com bieten gute Einführungskurse an. Es handelt sich dabei um Freemium-Angebote – wer kein Geld ausgeben möchte, kann sich ganz gut durchwursteln. Ein besonderes Trainingskonzept verfolgt chessable.com. Nicht unterschlagen werden darf natürlich das gute, alte Schachbuch. Es gibt eine Unzahl an Einführungskursen in Buchform. Das geforderte Niveau ist dabei aber sehr unterschiedlich. Im Zweifelsfall zuerst mal lieber das einfachere angehen, sollte die Devise sein.

Das Großfeldschach im Hofgarten war eine Institution – seit einiger Zeit wird nun nicht mehr beim Pavillon gespielt, sondern in der vorgelagerten Parkanlage nahe Inn und Congress. Das Prinzip ist freilich dasselbe: Wer unter Beobachtung meinungsstarken Publikums seine Züge machen will, ist dort richtig. Hin und wieder schauen auch stärkere Vereinsspieler vorbei. Nicht selten bewegt sich das Niveau aber eher im Bereich „Naturschach“, Abteilung „Sicheres Auftreten bei erstaunlicher Planlosigkeit“.

Eine Schachpartie am Brett spielen kann man übrigens immer auch im Sillpark. Im zweiten Stock gegenüber des IntersparRestaurants befindet sich das frei zugängliche Trainings- bzw. Spiellokal der Schachsport Union Innsbruck. Kurse finden mittwochs und donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr statt.

Was sollte man mitbringen? • Geduld (bis man drankommt, kann es dauern) • gute Nerven • Selbstbewusstsein

„ECHTE“ PARTIEN SPIELEN

CHESS GEAR Das offizielle Schachset mit Figuren, die auch bei der Weltmeisterschaft benutzt werden, gibt es für schlappe 600 Euro. Brauchen tut diese Luxusausführung natürlich kein Mensch, ein anständiges Schachbrett (in Turniergröße), stabile Figuren und eine Schachuhr gehören aber schon in einen Schachspielerhaushalt. Die einfachsten akzeptablen Ausführungen mit Falt-„Brett“ und Plastiksteinen starten schon bei etwa 15 Euro. Eine brauchbare digitale Uhr gibt es ab ca. 45 Euro. Bekannte Versandhändler sind Niggemann (www.schachversand.de), Huber (www.schachversand.at) und Michael Ehn (www.schachundspiele.at). Und was ist eigentlich die beste Schach-App? Auch beim Schachspielen ist manches Geschmacksache. Egal ob fürs Handy oder den Computer – am Ende des Tages nutzt jeder ernsthafte Spieler zumindest eine dieser Plattformen: • Lichess • Chess.com • chess24.com Praktische Tools, die auch Anfänger gebrauchen können, sind außerdem: • Stockfish: Stellungsanalyse • www.2700chess.com: die Live-Weltrangliste • www.chessbomb.com: Live-Turniere • Club Clock (iOS) oder Chess Clock (Android): kostenlose Schachuhren

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Es ist wie in einer Beziehung: Irgendwann will man das Ganze offiziell machen. Um eine gewertete Partie spielen zu können, muss man beim Österreichischen Schachbund und/oder dem Weltverband FIDE gemeldet sein. Wer an einem Mannschaftswettkampf teilnehmen will, muss zudem logischerweise Spieler eines Vereines sein. Das wichtigste Schachturnier hierzulande ist das internationale Chess Festival Innsbruck, das immer Ende August über die Bühne geht. Auch unterm Jahr finden immer wieder kleinere Bewerbe statt. Einen Überblick zu allen Terminen findet man auf tirol.chess.at, über die Grenzen Tirols hinaus sind chess.at und chessresults.com gute Anlaufstellen. Seit Ende September läuft nach coronabedingter Unterbrechung die neue Saison der Tiroler Mannschaftsmeisterschaft in vier Spielklassen. In der untersten Liga, der Gebietsklasse, können Spieler in den Kader nachgemeldet werden. Heißt für engagierte Einsteiger: Hier wäre bis April sogar der eine oder andere Einsatz drin. Kinder- und Jugendliche bis 16 Jahre können sich auch bei der Tiroler Jugendschachrallye mit sechs Einzelturnieren pro Jahr beweisen.


ZWISCHEN DÜSTERNIS UND HOFFNUNG Der Innsbrucker Musiker Hans Hauser hat gerade doppelt Grund zum Feiern: Sein inzwischen zur Band gewachsenes Projekt HHANOI feiert zehnjähriges Bühnenjubiläum, Ende Oktober ist Album Nummer fünf – „no time for idle cares“ – erschienen. Text: Lisa Schwarzenauer – Fotos: Franz Oss

E „ICH HABE MIR DIE SONGS ANGEHÖRT UND MIR GEDACHT, DAS KÖNNTE WAS WERDEN – ABER ALS BAND.“ HANS HAUSE R, H HANOI

dgar Allen Poe ist vermutlich den meisten ein Begriff: Der Amerikaner gilt als einer der einflussreichsten Autoren des 19. Jahrhunderts und hat sich in seinen Texten meist mit wenig fröhlichen Themen wie dem Tod – mit Vorliebe dem tragischen Ableben junger Frauen – beschäftigt. Nicht zwingend Material für Popsongs, würde man meinen. Der Musiker Hans Hauser, besser bekannt als HHANOI, sieht das anders: Das im Oktober erschienene Album „no time for idle cares“ besteht ausschließlich aus Vertonungen von Poe-Gedichten. „Poes Sprache ist im Schriftlichen natürlich nicht modern, aber sie lässt sich sehr gut singen, das klingt nicht alt. Und meine eigenen Songtexte bewegen sich ja auch tendenziell zwischen melancholisch und hoffnungsvoll, da ist dieses Verträumte, Romantische, das es auch bei Poe gibt – das verbindet meine Songs mit Poes Gedichten, das passt ganz gut zusammen.“ INSPIRATION PECH.

Entstanden ist das lyrische Konzeptalbum mehr oder weniger durch Zufall. „Ich hatte eine Zeit lang richtig Frust, deshalb bin ich regelmäßig in den Keller runter und habe Musik gemacht“, erzählt Hauser. Das letzte HHANOI-Album ist Anfang 2020 erschienen und damit fast komplett der Pandemie zum Opfer gefallen, inklusive kurzfristiger Konzertabsagen. „Da arbeitet man ewig lange darauf hin und freut sich, steckt so viel rein, und dann geht das komplett unter. Eine Zeit lang war ich echt angefressen, das hat mich 66


© L. PLEIFER

Die Tour Wer sich live davon überzeugen will, wie gut Edgar Allen Poe in der HHANOIInterpretation klingt, hat im November die Chance dazu: Nach Terminen in St. Johann, Feldkirch und Hallein steht am 13. November das Tourabschlusskonzert im Treibhaus – wo auch Teile des neuen Albums aufge­ nommen worden sind – am Programm.

fast gebrochen“, erinnert er sich. Um sich abzulenken, startete er den Versuch, jeden Tag einen Song zu schreiben. „Ich hab meinen Poe-Gedichtband mit runtergenommen und einfach herumprobiert, das war total intuitiv und spontan.“ Aufgenommen wurden die Songs dann als Band – eine Premiere für HHANOI. Das Projekt war zwar von Anfang an als Band gedacht, bisher ist Hauser aber als Solokünstler oder als Duo unter dem Namen aufgetreten. Mit dem neuen Material kam der Impuls, den ursprünglichen Plan endlich umzusetzen: „Ich habe mir die Songs angehört und mir gedacht, das könnte was werden – aber als Band.“ So hat sich ergeben, dass neben Lucas Geiler, der schon in der Duoversion von HHANOI Schlagzeug gespielt hat, noch Gitarrist Gregor Degasperi und Bassist Stefan Kapeller ins Lineup dazugestoßen sind. TEAMWORK.

„MEINE EIGENEN SONGTEXTE BEWEGEN SICH JA AUCH TENDENZIELL ZWISCHEN MELANCHO LISCH UND HOFFNUNGSVOLL, DA IST DIESES VERTRÄUMTE, ROMANTISCHE, DAS ES AUCH BEI POE GIBT.“ HANS HAUSE R

Das habe natürlich auch den Aufnahmeprozess verändert. „Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich schon ein bisschen ein Control-Freak bin“, gibt Hauser zu. „Da war es total lässig, mal loslassen zu können. Ich habe die Songs mitgebracht, dann hat jeder seine Ideen eingebracht, das war richtig cool.“ Am Ende sei oft etwas komplett anderes entstanden, als er erwartet hatte. Der Song „Evening Star“ war beispielsweise gar nicht als Song für die Band gedacht, jetzt ist er am Album. „Ich dachte, dass das vielleicht eher eine Solonummer wird, etwas Akustisches. Dann habe ich ihn doch mal der Band vorgespielt, und die fanden den alle super und haben dann etwas komplett anderes daraus gemacht.“ Von der Idee, sich an Poes Gedichtklassiker zu wagen, musste er glücklicherweise niemanden erst überzeugen. „Lukas und ich haben das schon vereinzelt gemacht als Duo, auch mit Gedichten von Paul Laurence Dunbar, und die beiden anderen waren vorher auch schon bei genug Konzerten dabei, um zu wissen, auf was sie sich einlassen.“ Jetzt freut sich die Band vor allem auf die erste gemeinsame Tour, auf der nicht nur das neue Album, sondern auch das zehnjährige Jubiläum von HHANOI gefeiert wird. IMMER IM WANDEL.

Auf der Bühne steht Hauser allerdings schon wesentlich länger: Sein erstes Konzert gab er mit 15 gemeinsam mit einem Freund am Gymnasium in St. Johann. In der Zwischenzeit hat sich so ziemlich alles verändert, und das wird es vermutlich auch weiterhin tun: „Ich will immer wieder was Neues machen, etwas anderes ausprobieren“, sagt Hauser. Die große Konstante? Es gibt keinen Stillstand. 67


Richtig ist: „Im Einzelfall kann nicht vorhergesagt werden, wer wie auf eine Covid-Infektion reagiert. Schwere Krankheitsverläufe nehmen auch bei jüngeren Menschen zu. Am wirksamsten dagegen ist ein gezielter Schutz durch die Covid-Impfung.“ ao. Univ.-Prof.in Dr.in Judith Löffler-Ragg Innere Medizin Klinik Innsbruck

www.tirol.gv.at/coronafakten

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Manche behaupten, dass man mit einem starken Immunsystem st nicht an Corona Das i ! h falsc erkranken kann.


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Bereit für die Zukunft Triggerwarnungen, ein diverseres Programm und eine neue Kommunikations­ strategie – der Haymon Verlag hat zum Start der neuen Programmsaison mit einigen Veränderungen für Aufsehen gesorgt. 6020 hat nachgefragt, was es damit auf sich hat.

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ie macht man einen Literaturverlag fit für die Zukunft? Diese Frage hat sich das Team des Innsbrucker Haymon Verlags in den letzten Jahren gestellt, erzählt Katharina Schaller. „Wir haben vor ungefähr drei Jahren damit angefangen, uns intensiv damit auseinanderzusetzen, wer unsere Leser:innen sind, wer angesprochen werden soll, welche Werte wir nach außen tragen wollen.“ Auch Veränderungen in der Buchbranche und der Gesellschaft wurden in den Prozess miteinbezogen, um diese aufgreifen und abbilden zu können. „Ausgehend davon haben wir den kompletten Verlag verändert“, sagt Schaller – nicht nur den Auftritt nach außen, sondern auch die internen Strukturen.

MEHR OFFENHEIT. Im Verlag bedeutet das, dass die Zusammenarbeit zwischen den Verlagsbereichen intensiviert und Hierarchien weiter abgeflacht wurden. Auch Perspektiven von außerhalb werden verstärkt in die Verlagsarbeit integriert: Die Verlagskommunikation – die durchgehend gegendert wird und Leser:innen per Du adressiert, um sie auf Augenhöhe anzusprechen – wird von einer Agentur auf Diskriminierungssensibilität geprüft, bei externen Partner:innen, wie Fotograf:innen und Grafiker:innen, wird auf Diversität geachtet, Leser:innen werden über Umfragen in Entscheidungen zu Titeln und Covergestaltung mitein­ bezogen. Das Bedürfnis, eine diverse Gesellschaft widerzuspiegeln, spürt man auch in der neuen

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DER VERLAG

© EMANUEL AENEAS PHOTOGRAPHY

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Text: Lisa Schwarzenauer – Fotos: Emanuel Aeneas Photography

„WIR SPOILERN DAMIT NICHTS, WEIL NIEMAND, DER ES NICHT WISSEN WILL, GEZ WUNGEN IST, DAS ZU LESEN.“ K atha r ina Sc ha ll e r üb e r Tr i g g e r wa r nung e n

Der Haymon Verlag wurde 1982 vom Tiroler Historiker und Journalisten Michael Forcher gegründet. Der Programmschwerpunkt liegt auf Literatur, Sachbuch und Kriminalromanen, zu den Autor:innen zählen unter anderem Bernhard Aichner, Felix Mitterer und Lydia Mischkulnig. 69


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3 FRAGEN AN ...

... Autorin Marlen Pelny, die gerade ihr Romandebüt „Liebe/Liebe“ im Haymon Verlag veröffentlicht hat – inklusive Triggerwarnungen.

programmatischen Ausrichtung. „Ein großes Problem in der Literaturbranche ist ja, dass sie nach wie vor sehr exklusiv agiert, dass im Grunde immer dieselben Perspektiven erzählt werden. Und die Hauptperspektive ist sicher die des weißen Mannes“, betont Schaller. „Es gibt viele Stimmen, die nie gehört werden, und uns ist es ein Anliegen, solche Stimmen erzählen zu lassen.“ ACHTUNG, TRIGGER. Mit der aktuellen Programmsaison hat der Verlag zusätzlich begonnen, Bücher mit Triggerwarnungen zu versehen, ähnlich, wie es in sozialen Medien und auf Streamingdiensten wie Netflix bereits üblich ist. Dabei gehe es nicht darum, Literatur zu zensieren, sondern den Leser:innen durch zusätzliche Informationen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, ob sie sich mit gewissen Themen – Rassismus, Suizid, sexuelle Gewalt und Gewalt generell – auseinandersetzen wollen. Die Triggerwarnungen selbst sind im Impressum aufgelistet, am Buchrücken findet man nur einen Verweis darauf. „Wir spoilern damit nichts, weil niemand, der es nicht wissen will, gezwungen ist, das zu lesen, aber wer betroffen

ist, kann sich die Warnung anschauen und eine Entscheidung treffen“, erklärt Schaller. Jedes Projekt werde individuell beurteilt, weil man hier keine pauschalen Regeln festlegen könne – bei Krimis brauche es zum Beispiel auch bei expliziten Gewaltszenen genrebedingt keine Triggerwarnungen, während in manchen Romanen auch schon eine beiläufige Erwähnung reichen könne. Sollten die Autor:innen keine Triggerwarnungen wollen, werde gemeinsam eine andere Lösung gesucht. „Wir zwingen das niemandem auf.“

6020: Ihr Buch enthält Triggerwarnungen. Sind Sie glücklich damit? Nein. Glücklich wäre ich, wenn niemand auf die Idee kommen müsste, Triggerwarnungen zu drucken. Aber wenn niemand auf diese Idee kommen müsste, dann gäbe es wohl auch mein Buch nicht. Was für ein Teufelskreis! Um Ihre Frage anders zu beantworten: Ich unterstütze die Triggerwarnungen. Welche Reaktionen bekommen Sie dazu? Bislang hat die Triggerwarnung bei jedem Gespräch über mein Buch eine Unterhaltung darüber ausgelöst. Die Reaktionen waren durchweg positiv, weil sie für sinnvoll erachtet wird. Glauben Sie, dass die Triggerwarnungen manche davon abhalten könnten, Ihr Buch zu lesen – nicht, weil sie betroffen sind, sondern aus Prinzip? Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Es gibt ja eine Menge Leute mit den merkwürdigsten Prinzipien. Für mich sorgen diese Triggerwarnungen aber für ein gesellschaftliches Vorankommen, denn sie spiegeln die Realität wider: eine Welt, in der so ziemlich jeder Mensch mindestens eine traumatische Erfahrung gemacht hat. Natürlich stellt sich die Frage, wo bei diesen Triggerwarnungen die Grenzen liegen. Die Traumata der Menschen können ja sehr verschiedene Ursachen haben, weshalb in manchen Büchern auch stehen könnte: „Dieses Buch konfrontiert dich mit Klaustrophobie, Höhenangst, scharfen Kanten, Grießbrei.“ Aber warum nicht? Warum ziehen sich Gegner:innen von Innovationen, die einigen Menschen helfen können, immer an ebendiesen Innovationen hoch, statt mitanzupacken?

POLARISIERT. Die Reaktionen darauf seien extrem gemischt, so die Lektorin. „Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen von Leser:innen, die das wichtig finden, aber es gibt auch viel negatives Feedback.“ Obwohl in der Literaturbranche immer damit

ZUR PERSON

Die Innsbruckerin Katharina Schaller arbeitet seit viereinhalb Jahren als Lektorin und Teil des Programmteams im Haymon Verlag. Anfang 2021 hat sie ihren Debütroman Unterwasserflimmern veröffentlicht.

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zu rechnen sei, dass es bei Veränderungen einen Aufschrei gibt, sei die Intensität mancher Reaktionen überraschend. „Natürlich kann man dagegen argumentieren, aber dass sich Menschen – auch innerhalb der Branche – tatsächlich direkt angegriffen fühlen, ist schon spannend. Es ist faszinierend, was so was in Menschen auslöst, die gar nicht betroffen sind und denen es eigentlich egal sein kann“, sagt Schaller. „Da kommen


© MIKE AUERBACH

so Sachen, wie dass das das Wesen der Literatur verkenne, dass das überhaupt nicht gehe, dass man Menschen etwas vorschreiben wollen würde und sie entscheidungsunfähig mache, was ja das Gegenteil von dem ist, was wir wollen.“

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UNENDLICHE GESCHICHTE. Es sei wichtig, dass man über solche Dinge diskutiere, betont Schaller – im Verlag, mit den Autor:innen und den Leser:innen, aber auch in der Branche generell. Im Idealfall inspirieren die Entwicklun-

„NATÜRLICH K ANN MAN DAGEGEN ARGUMENTIEREN, ABER DASS SICH MENSCHEN TATSÄCH LICH DIREKT ANGEGRIFFEN FÜHLEN, IST SCHON SPANNEND.“

gen bei Haymon auch andere: „Die Aufgabe eines Verlags ist auch, sich ständig weiterzuentwickeln und sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Das wird nicht jedem passen, es wird polarisieren, aber man sieht, dass es funktioniert.“ Der Relaunch des Haymon Verlags sei deshalb auch nicht abgeschlossen mit den aktuellen Veränderungen – man werde sich kontinuierlich weiterentwickeln, um relevant zu bleiben und die eigenen Werte reflektieren zu können. „Wenn wir merken, dass etwas nicht funktioniert, kann man das natürlich wieder ändern, aber es ist einfach wichtig, Sachen auszuprobieren.“

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„ S c h w u l s e i n“ a l s Ve r b r e c h e n i n e i n e r i n t o l e r a n t e n u n d e n t m e n s c h t e n Gesellschaft: Dieses Thema stellt der Tiroler Regisseur Stefan Meise i n s Z e n t r u m s e i n e s n e u e n F i l m s „ G r o ß e F r e i h e i t “, d e r d a f ü r m i t d e m „Prix Un Certain Regard“ in Cannes ausgezeichnet wurde. Tex t: Kl au s Erl e r

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ännliche Homosexualität: von den Nationalsozialisten als „Abartigkeit“ im KZ bestraft, von den Besatzungsmächten und der Bundesrepublik Deutschland bis 1969 kriminalisiert und entlang des entsprechenden „Schwulen“-Paragraphen 175 mit jahrelangen Gefängnisstrafen geahndet. Homosexuelle KZ-Insassen wurden auch nach Kriegsende nicht freigelassen, sondern direkt in den Strafvollzug der Besatzer übernommen, um dort ihre „rechtmäßige“ Strafe weiter abzusitzen.

UNMENSCHLICHE HAFTBEDINGUNGEN. Ausgehend von diesem geschichtlichen Hintergrund erzählt der in Tirol geborene Regisseur Sebastian Meise in seinem neuen Film „Große Freiheit“ die Leidensgeschichte des schwulen Hans Hoffmann (Franz Rogowski) über den Zeitraum von drei Jahrzehnten: 1945 kommt Hans direkt vom KZ ins Gefängnis, Mitte der 1950er-Jahre wird er wegen einer schwulen Beziehung wieder eingesperrt. 1968 bringen ihn geheim gefilmte Kamerasequenzen ein weiteres Mal über den Tatbestand der „homosexuellen Unzucht“ hinter Gitter. Ungeachtet des Jahrzehnts sind die unmenschlichen Haftbedingungen kaum zu unterscheiden: Hans erlebt die Stigmatisierung als „Perverser“ durch Mithäftlinge und Wachpersonal und einen brutalen Strafvollzug als Reaktion auf jedes noch so kleine Vergehen. Warum Hans an dieser wiederkehrenden Misshandlung nicht zerbricht, lässt Regisseur Sebastian Meise zunächst noch offen. Je länger die „Große Freiheit“ aber dauert, desto klarer wird der Grund dafür:

GROSSE FREIHEIT Drama, D/A 2021, 116 Minuten Regie: Sebastian Meise mit: Franz Rogowski, Georg Friedrich

Hans Hoffmann ist ein bis in die Tiefe liebesfähiger Mann, darauf fußt sein Stolz, der ihn schließlich unempfindlich macht für das von außen aufgezwungene Bild einer pathologischen Homosexualität. LEISE LIEBESGESCHICHTE. Diese Stärke beeindruckt nach anfänglichem Widerstand auch den verurteilten Mörder Viktor (Georg Friedrich). Langsam und über die Jahrzehnte entwickelt sich zwischen dem immer wieder „rückfällig“ werdenden Hans und dem „lebenslangen“ Viktor eine tiefe Gefängnisfreundschaft. Diese Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Männern erzählt Sebastian Meise als leise Liebesgeschichte in einem Umfeld, in dem sie eigentlich weder entstehen darf noch bestehen kann. Dass sie schließlich glaubhaft und spürbar wird, liegt nicht zuletzt auch an den beiden Hauptakteuren Franz Rogowski und Georg Friedrich, auf deren schauspielerische Qualität sich Meise in jeder Minute seines Films verlassen kann. 72

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D I E F RAG EN 1

Ehrenhafte Aufgabe beim Einmarsch der Olympioniken: Als solcher hast du einen Hauch von durchzechter Nacht

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Sorgt ausgelegt für sauberen Eintritt

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In Städten ver-Bande-lt: Machst du beim Spazieren auf der Fahrbahn?

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Macht der Bäcker zum Tagesausklang?

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Ungebunden wie freilaufender Hund: So ist streng kontrollierte Frauen-Area

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Soll ködern: Klingt (!) wie der Anführer des Storchschwarmzugs

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Kehren sprichwörtlich neu gut, aber hier verkehrt

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An ihm wird der Abriss Tag für Tag zur Zettelwirtschaft

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Vornämlicher Beatle: „Ein rosa Vogel heißt Flamingo, / der Starr der Beatles der hieß …!“

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Der Messias erscheint in der verrückten Leerrose

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Gleichfalls, aber als Gegenteil von wellig anders (1–2 W.)

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Ausreichend getadelt: „Das war jetzt meine letzte Rüge, / es reicht mir, und zwar zur …!“

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Das kannst du gerade (!) anfangs in 10 unten erkennen

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Blutsauger auf Schwyzerdütsch? Als Beatrice wirklich ein Schlager

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Der Hüter passt nicht aufs Geschäft auf, sondern ist nicht gefragt

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So wird die Sonne über Rom buchstäblich salzig aufgelöst

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Vornämlicher Landeshauptmann

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Die jüngsten innenpolitischen Verwerfungen ziehen erste Auswirkungen nach sich.

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Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

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STABHOCHSPRINGER WILLKOMMEN Mein Wohnzimmer wird groß ... artig. von Johannes F. Park

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chon seit längerem träume ich von einem bauten Kombis mit zwei Kindern und einem Labrador. Wenn es abends in geselliger Runde später wird, wirklich großen Wohnzimmer. Ich denke an sagen sie zu den Gästen, ach, bleibt doch über Nacht, gewaltige Dimensionen, so was in der Art es ist genug Platz für alle da. Auf Instagram folge ich der Neuen Reichskanzlei. Wenn man sich einem Influencer, der lebt in zwei Schubladen in der ein Glas Schampus oder ein Gurkenwasser am anderen Ende des Raumes einschenken möchte, sollte Garage seines Großonkels. Eine vermietet er auch via Airbnb. man eine Jause dabeihaben. Eine für hin und eine für zurück. Und die DrohARCHITEKTUR Viele Minimalisten teilen sich Hosen nen, die die Blumen gießen und die verund verschenken täglich mindestens IST DIE KUNST ein Küchenmaschinen-Zubehörteil aus schiedenen Klimazonen überwachen, sollte man auch im Auge behalten. DER GRÖSSEN- ihrem alten Leben oder eine Spiegel Über ein eigenes Wetter und JahresNummer von 1999. Weil das braucht es zeiten würde ich mich durchaus freuen. WAHNSINNIGEN. ja alles gar nicht. Selbstverständlich stelle ich mir Ich finde ja auch, dass Küchengeräte das Ganze 100 Prozent hitlerfrei vor. Der Führer hat überbewertet sind, und begrüße die Entsorgung von in meinem Leben keinen Platz. Ich will da auch keine unnützem Hausrat vorbehaltlos. Weil mein WohnIdioten haben, die von der Autobahn schwadronieren. zimmer stelle ich mir sicher nicht mit Ramsch oder einer blöden Reihenhaussiedlung voll. Ich sage also Aber sollte zumindest theoretisch eine Autobahnauffahrt Platz finden, hätte man sicher nichts falsch durchaus Ja zu einer minimalistischen Lebensweise, gemacht. Größenmäßig jedenfalls. aber auf maximaler Fläche. Gerne wäre ich wahnsinnig großzügig in meiner Ein kluger Mann hat einmal gesagt, Architektur fußballfeld- bis einkaufszentrumsparkplatzgroßen ist die Kunst der Größenwahnsinnigen. In aller Unbescheidenheit halte ich fest: Dieser Mann war ich. Wohlfühloase. Mittellose 100-Meter-Sprinter würde Man muss sagen: Für mein Wohnzimmer und ich anstandslos auf der Straße auflesen. Trainier doch mich sind das gute Voraussetzungen. bei mir im Wohnzimmer, würde ich ihnen freundlich Apropos vorausgesetzt. Falls Sie nicht Herr W. M. zurufen. Und bring deinen Freund, den Diskuswerfer, aus I. sind, können Sie meinen wöchentlichen mit! Stichwort: Stabhochspringer – herzlich willkommen! Über eine Impfstraße oder einen TeilchenbeNewsletter für megalomane Ästhetik nun sehr gerne schleuniger könnte man zumindest reden. Vielleicht endlich abonnieren. Falls schon, müssen Sie es. lässt sich aus Ägypten eine kleine Pyramide besorgen. Echt jetzt, Walter! Geht beides ganz einfach unter Leider entspricht die mir vorschwebende Innennewsletter.jf-park.com. architektur nicht dem Zeitgeist. Aktuell muss alles winzig sein und minimalistisch. Leute leben in umge- jfpark@6020stadtmagazin.at

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