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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

20. JAHRGANG JULI 2021 | AUSGABE 260

LEIDER NICHT ERFUNDEN Horrorgeschichten vom Innsbrucker Wohnungsmarkt EHRENSACHE Was Honorarkonsuln so zu tun haben


E N N I GEW N E N N O S 0 1 N O V N BRILLE N A B Y RA

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Entgeltliche Einschaltung

Endlich wieder ...

Das Leben genießen – und damit’s so bleibt: Schützen wir einander mit Maske und Abstand.


Editorial

Über das Heute ohne Morgen Michael Steinlechner

E

s ist faszinierend, wie schnell sich der Mensch an Dinge gewöhnt und mit welcher Gleichgültigkeit er sich seinem Schicksal ergibt. War die Stimmung vor ein paar Wochen im Land noch schlecht und die Meinung über die Coronapolitik der Regierung noch schlechter, ist jetzt alles eitle Wonne. Vergessen die Lockdowns, vergeben die Entbehrungen. Ganz im Gegenteil: Es fühlt sich sogar seltsam an, keine Maske aufzusetzen und nach Mitternacht in einem Lokal abzuhängen. Doch auch daran werden wir uns schnell wieder gewöhnen, diesmal hoffentlich für länger. Zudem sieht es erstmals so aus, als zähle Österreich zu den Staaten mit vernünftigerer Coronapolitik, zumindest wenn man es mit so mancher Paniknation vergleicht. Australien, zum Beispiel, ist da ganz vorne mit dabei. Weil es am 6. Juli 27 Neuinfektionen gab, müssen die restlichen fünf Millionen Einwohner Sydneys noch eine weitere Woche daheimbleiben und dürfen nur in Ausnahmefällen die eigenen vier Wände verlassen. Verglichen damit wirken die heimischen Coronamaßnahmen fast schon übertrieben locker. Das sehen inzwischen offenbar viele Mitbürger gleich. Und die lösen bei mir mittlerweile weit mehr Kopfschütteln aus als die Verordnungen von „denen da oben“. Neulich auf dem Weg zum Zeitschriftenladen meines Vertrauens schnauzte mich ein rüstiger Herr, den ich bis dato gar nicht wahrgenommen hatte, ziemlich patzig an, warum ich wohl denke, dass er hier warte. Zugegeben salopp antwortete ich ihm, dass ich keine Ahnung hätte, mir das aber auch recht egal sei. Daraufhin wurde ich ziemlich deutlich belehrt: „In diesem Geschäft sind nur zwei Personen erlaubt und ich warte darauf, dass ich Zeitschriften kaufen kann.“ Der Ton macht bekanntlich die Musik, der scheint aber, wenn es um Corona geht, noch immer nicht den richtigen Takt gefunden zu haben. Bevor die Situation eskalieren konnte, beschwichtigte der freundliche Zeitschriftenhändler, indem er klarstellte, dass sich bis zu fünf Personen in seinem Laden aufhalten dürfen. Diese und ähnliche Begebenheiten gepaart mit einem neuen offensichtlichen Bürgerwunsch nach gesetzlichem Schutz und strenger Ordnung lassen mich befürchten, dass im Herbst nicht die Regierung, sondern die Bürger selbst neue Maßnahmen rund um Corona fordern werden. Bis dorthin werde ich einstweilen meine Zeit genießen und mir möglichst wenig Gedanken um die Zukunft im Allgemeinen und die Pandemie im Speziellen machen – als gäbe es kein Morgen sozusagen. m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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Inhalt

Die best en Events im Juli auf einen Bli ck Seite 60

COVERSTORY

24/7 –

endlich wieder volles Programm! Was der Innsbrucker Kultursommer zu bieten hat Wie sich beim Open-Air-Kino ein Generationen­ wechsel vollzieht

Seite 60

6020 exklusiv: Verschwörungstheorie in der Praxis

Seite 77

PLUS: Wir haben Bgm. Georg Willi bei seiner ersten Lokaltour seit Ewigkeiten begleitet

Wohn-Horror in den Alpen

Mission erfüllt Vor zehn Jahren landete Simon Wallner nach einem Motorradunfall im Rollstuhl. Jetzt hat er als erster Rollstuhlfahrer in Innsbruck sein Sportstudium abgeschlossen.

Weil verrückte Preise ja nicht reichen: Über furchtbare Vermieter, Knebelverträge und Diskriminierung

Seite 14

Seite 26 6


Sarma fürs Karma MundArt füllt Weinblätter

Seite 48

Gastgarten mit AltstadtFlair S om m e r l i c h e E r f r i s c h u nge n & traditionelle H au s m a n n s ko s t

Ehrensache Drei Honorarkonsuln erzählen von ihrem Einsatz für einen fremden Staat

Prost!

Seite 22

Essen & Trinken Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie – natürlich mit den drei Gs: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

Seite 42

IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, Sebastian Platzer, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Daniel Feichtner, Haris Kovacevic, Melina Mitternöckler, Denise Neher, Johannes F. Park, Linda Pezzei, Lisa-Maria Schwarzenauer, Flo Seidl, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck +43 512 319590

Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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goldenesdachl.com


I M B I LD

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Ein Schauspiel der besonderen Art vollzog sich Anfang Juli vor dem Landestheater. Um Mitternacht versammelten sich die über 200 Teilnehmer des Stubai Ultratrails, um pünktlich in die 67 Kilometer lange Laufstrecke bis zum Stubaier Gletscher zu starten. Die neue Rekordzeit: 8:24:33 Stunden.

MITTERNÄCHTLICHER STARTSCHUSS

© FRANZ OSS


JULI

9 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

9. U N D

1.

JA:

Corona

8.

NOCH EINE VARIANTE, DIE 60 PROZENT ANSTECKENDER IST ALS DIE VORHERIGE

2.

STAU

IM KLETTERSTEIG

7.

R ADLER HOSEN-

DISKUSSIONEN

3.

DESIGNERCROCS,

KOCH- UND KELLNERMANGEL

Z. B. VON BALENCIAGA

4.

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

6.

Bezos vs. BRANSON

5.

DIE AKTUELLE B AU S T E L L E N D I C H T E

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BILLIGFLEISCH AM 700-EUROGRILL


STADTVERBESSERER Was tun, wenn die Politik verspricht, gemeinsam für die Stadt arbeiten zu wollen, letztendlich aber lieber gestritten und blockiert wird? Man kann verzweifeln – oder aktiv werden. Jakob Winkler hat sich für letzteres entschieden und fordert die Stadtpolitik in einem offenen Brief auf, sich endlich an ihre Aufgaben und Versprechen zu erinnern. Text: Lisa Schwarzenauer

„Liebe Innsbrucker Stadtpolitik,

SCHÖN E VERSPR ECHEN. Vor für eine Ausstel lung mit Ideen und Vor einem knappen Jahr hat er sich r Fra ktiobilitätskon zept mit Ver tretern alle sch lägen für ein nachha ltiges Mo unterhalten. über ihre Visionen für die Stadt nen getroffen und sich mit ihnen wurde auf elaufen: „Die ersten 20 Minuten Diese Treffen seien alle gleich abg che, in ach waren es wirklich gute Gesprä andere Par teien geschimpft, dan haben sind “, erzä hlt er. „Al le Fra ktionen denen super Ideen aufgekommen n Schwer r ähn lich sind – mit etwas andere schöne Visionen, die sich auch seh los ist sehr ähn lich. Die Politik wei ß, was pun kten natürlich, aber im Grunde muss.“ und in welche Richtung es gehen . „Da Ent wicklungen der letz ten Monate Umso ent täuschender seien die tei. Ein Beiabgestimmt, sonder n für die Par wird nicht zum Wohle der Stadt ten sein? 30er-Zone vor einem Kindergar spiel: Wie kann man gegen eine

© NICOLAS HAFELE

JAKOB WINKLE R ist Illustrator, Aktivist und Gründer des „Atelier für Zeitreisen“, in dem er u. a. das Wimmelbuch „Fatimas fantastische Reise in eine Welt ohne Erdöl“ und den „Plan für Innsbruck“ mit Mobilitätsvisionen für die Stadt kreiert hat.

h anhören? nnen uns dieses ‚Hickhack‘ noc wie lange müssen wir Bewohner:i halten und ahlkampf, das unkooperative Ver Wann hör t dieser mediale Dauerw an einer ? Wann wird end lich konstruktiv die feh lende Zusammenarbeit auf und allen, der n, Enkel:innen, Urenkel:innen Stadt gearbeitet, die unseren Kin erten Ort hinterlässt?“ die noch kommen, einen lebensw t Jakob Innsbr ucker Illustrator und Aktivis Mit diesen Worten hat sich der ts gewandt der des Innsbr ucker Gemeindera Win kler Ende Mai an die Mitglie lassen, dass ieren, sonder n um sie wissen zu – nicht, um Rea ktionen zu provoz n Gremium en, was und von wem im oberste die Leute sehr woh l mitbekomm t wird. der Stadt entschieden und blockier


Wie kann man das vertreten?“, fragt Wink ler. „Ans

tatt das freie Spiel der Kräfte positiv zu nutzen und innovative, mutig e Projekte anzugehen, sind die Parteien jetzt mehr oder wenig er im Wahlkampfmodus. Manche huschen von Fototermin zu Fototermin, andere block ieren, wo es geht, nur um anderen eines auszu wischen.“ Aus dem Ärger darüber ist der offene Brief entstanden. WEN IGER STREITEN, MEHR MACHEN. Schwarzl (beide Grüne) und Elli Mayr (SPÖ), aber das

Ziel war, den Politi kern in Erinnerung zu rufen, dass

Uschi sei okay. Sein

Momentan denke man zu wenig daran, was die Entsc heidu

von heute für die nächsten Generationen bedeuten.

U D R

EL

die Innsbrucker Bevölkerung sich keinen Dauerwah lkampf, sonde rn konstruktive Arbeit und inhaltliche Fortschritte wünscht. „Man muss Politikern auf die Finger schauen und ihnen auch bewusst machen, dass man das tut“, erklärt Wink ler. „Politik kann ärgerlich und frustr ierend sein, aber sie lenkt die Gesel lschaft, desha lb nützt es nichts, sie zu ignor ieren, man kann das nicht dahintümpeln lassen . Man muss mutig und konstruktiv laut sein.“ Und zu tun gäbe es genug. Gerade bei letzterem gibt es zahlreiche Ideen und Konzepte, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden – als Beispiele nennt er die notwendigen baulic hen Maßnahmen zur Umsetzung des Radmasterplans, Begegnun gszonen und eine autofreie Innenstadt. Hier sträuben sich einige Parteien kategorisch, mit der Begründung, dass das der Wirtschaft schade. Schaut man sich die Beispiele der Maria hilfer Straße in Wien , die seit 2014 dauerhaft Fußgänger- und Begegnungszone ist, oder der Innsbrucker Altstadt, die seit Jahrzehnten autofrei ist, an, scheint eher das Gegenteil der Fall: Beide sind in pandemiefreien Zeiten so gut besucht, dass zumindest im Fall der Altstadt überlegt wird, wie man die Besucherströme umleiten kann. Der Grund dafür sei die erhöhte Aufenthaltsqualität, sagt Wink ler: „Wenn man eine Stadt besucht, ist es ein ganz anderes Erlebnis, wenn man in Ruhe flanieren und verweilen kann, ohne an jeder Ecke an einer Ampe l warten und an unzäh ligen parkenden Autos vorbeigehen zu müssen.“

ST

Reagiert hätten bisher nur Bürgermeister Georg Willi,

Sommerliche

VARIATIONEN SÜSS MIT VANILLEEIS PIKANT MIT SALAT

ngen Das müsse sich

änder n, und dafür sei es auch wichtig, dass sich die

ihre politischen Vertreter wenden – sie auf der Straß

Leute direk t an

e ansprechen, demonstrieren, oder ihnen schreiben. „Nichts zu sagen , bring t nichts. Damit unter stützt man nur den Status quo. Man muss sich bemerkbar machen, um etwas zu verändern.“

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WOHNHORROR N E P L A N DEN I

Als wäre es nicht schon schwer genug, im überteuerten Innsbruck eine leistbare Wohnung zu finden, gibt es manchmal noch eine Extraportion Horror obendrauf: furchtbare Vermieter, Knebelverträge, Diskriminierung – wir haben uns umgehört, welche Schreckensszenarien sich am Innsbrucker Wohnungsmarkt abspielen. Text: Lisa Schwarzenauer – Illustrationen: Monika Cichoń

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Kammer des Schreckens Es braucht nicht immer Basilisken und irre Zauberer, um einen Raum absolut unattraktiv zu machen. Diese Erfahrung hat Simon gemacht: Nach einer Trennung und einem Jahr Exil in Imst war er so verzweifelt, dass er auf so gut wie jede Zimmerannonce geantwortet hat. So fand er ein kleines Zimmer im Stadtteil Mentlberg, das für 500 Euro angeboten wurde. „Ich rief die Vermieterin an, und ihre erste Frage war, ob ich Student sei – sie vermiete nur an Studenten, weil sie das Zimmer gerne langfristig vermieten würde“, erzählt er. Auf seine Antwort, dass er zwar schon fast fertig sei mit dem Studium, das Zimmer aber gerne länger nehmen würde, falls es schön sei, entgegnete sie: „Nein, nein, schön ist es überhaupt nicht, ganz und gar nicht.“ Deswegen vermiete sie ja nur an Studenten, die seien nicht wählerisch. „Trotzdem habe ich einen Besichtigungstermin mit ihr vereinbart. Wie gesagt, ich war verzweifelt.“ Die Vermieterin hatte nicht zu wenig versprochen: „Auf maximal zehn Quadratmetern waren ein winziger Schreibtisch, ein ranziges Bett, in dem höchstens ein magersüchtiger Pygmäe Platz gefunden hätte, so schmal und kurz war es, eine Campingkochplatte, bei deren Verwendung man wahrscheinlich erstickt wäre, und sogar eine Dusche untergebracht“, erinnert er sich. „Ich war so perplex, dass jemand die Frechheit besitzt, so etwas für 500 Euro an verzweifelte Studenten zu vermieten, dass ich mich an den Rest des Gesprächs nicht mehr erinnere.“ Auch Simons Exfreundin hatte ein unangenehmes Besichtigungserlebnis: „Sie hat einmal eine Quasigarçonnière besichtigt, bei der sie sich das Badezimmer mit dem Vermieter hätte teilen müssen“, erzählt er. Um diese Aussicht gleich noch ein wenig fürchterlicher zu machen, öffnete der Vermieter die Tür im Bademantel. „Als er ihr das besagte Bad zeigte, meinte er, man werde sich hier ‚immer mal wieder über den Weg laufen‘.“ Überraschenderweise hat sie sich letztendlich für eine andere Wohnung entschieden.

„Als er ihr das Bad zeigte, meinte er, man werde sich hier‚ immer mal wieder uber den Weg laufen.“

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Big Brother im Studentenwohnheim Haris hat in seinen ersten drei Jahren in Innsbruck einiges mit seinen Vermietern erlebt. Dazu zählt unter anderem ein Studentenwohnheim, von dem er alles andere als begeistert war: „Das gibt sich gern das Image von einem modernen, coolen Laden, hat aber den Charme eines Altenheimes.“ Er war damals neu in Innsbruck und froh, dass er sich nach der Anmeldung dort um nichts mehr kümmern musste – die Zimmer warten möbliert, hatten Internet und Zugang zu einer Küche. „Aber das Problem war, dass man dort einer permanenten Kontrolle ausgesetzt war“, berichtet er. So waren die wöchentlichen Putzbesuche gleichzeitig Kontrolltermine. „Eine Kollegin aus dem Wohnheim haben sie gefragt, wieso eine zweite Zahnbürste in ihrem Bad sei, und es hat sich dann herumgesprochen, dass es eine Schwarze Liste gibt mit Leuten, die strenger überprüft werden sollen“, erzählt Haris. Die berüchtigte Schwarze Liste wurde ihm ein paar Jahre später von einem Bekannten bestätigt: „Er hat dort mal Probezeit gemacht und den Job dann auch angeboten bekommen, hat aber abgelehnt, weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, dort zu arbeiten.“ Beim Auszug werde dann noch mal alles übertrieben genau kontrolliert und beanstandet, was irgendwie geht. „Wenn man dann verzweifelt dasteht, sagen sie, dass sie von dem Ganzen absehen können, wenn es dafür eine gute Onlinebewertung gibt.“

„Es hat sich herumgesprochen, dass es eine Schwarze Liste gibt mit Leuten, die strenger uberpruft werden sollen.“

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Euer Ehren! Kein Wunder, dass Haris sich nach einem Jahr verabschiedet und mit einem Freund eine WG gegründet hat. Die beiden haben sich für die erstbeste Bleibe entschieden. Ein Fehler: Die Wohnung war nicht nur dreckig und generell in einem miesen Zustand, sondern hatte auch einige Mängel, die der Vermieter beheben hätte müssen. Auf ihre Nachfragen kam allerdings nur ein lapidares: „Das ist jetzt eure Wohnung, repariert das selber oder lebt halt damit.“ Also haben sie damit gelebt – auch als der Boiler zu tropfen angefangen hat, da sie dachten, dass der Vermieter sie eh wieder nur ignorieren würde. Kurze Zeit später haben sie die Wohnung gekündigt. „Bei den Wohnungsbesichtigungen, die der Typ durchgeführt hat, hat er gesehen, dass es aus dem Boiler tröpfelt, und uns echt zur Sau gemacht, warum wir ihn nicht angerufen hätten“, sagt Haris. Er hat ihnen dann beim Auszug einen niedrigen vierstelligen Betrag für den neuen Boiler von der Kaution abgezogen, womit sie sich nicht abfinden wollten. Die Sache landete letztendlich beinahe vor Gericht: „Wir mussten mit dem Vermieter ein Schlichtungsverfahren machen, bei dem er total selbstbewusst aufgekreuzt ist und uns im Wartesaal auch noch blöd angeredet hat“, erinnert er sich. „Schlussendlich wurde uns in allen Punkten Recht gegeben und der Typ hat dann angeboten, uns 900 Euro zurückzuzahlen. Er hat uns das Geld dann tatsächlich bar auf die Kralle ausgezahlt, und wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

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Ungebetene Gäste Noch mal Haris, noch mal Studentenwohnheim. Nach dem Boilerproblem hat er es noch einmal mit einem Studentenwohnheim versucht. Dieses sei viel lockerer gewesen als das erste – genau genommen sogar zu locker: „Das Heim ist direkt neben dem Obdachlosenasyl, und es ist nicht selten vorgekommen, dass die Obdachlosen durch die Feuerschutztür in das Heim gekommen sind und sich in der Gemeinschaftsküche im Kühlschrank bedient haben.“ Als er eines Morgens in die Küche kam, stand ein Stuhl vor dem Kühlschrank, umgeben von zahlreichen leeren Joghurtbechern und zwei Löffeln. Es wurde auch im Studentenheim übernachtet: Im Gemeinschaftsraum und in den Zimmern der Studenten. „Ein spanischer Erasmus-Student hat allein in einem Zweierzimmer gewohnt. Der hat sich abends hingelegt und die Tür nicht zugesperrt, dann hat ein Obdachloser reingeschaut und sich einfach auf das leere Bett gelegt“, erzählt Haris. Der Mann habe sich geweigert, das Bett aufzugeben, und sei erst am nächsten Tag gegangen. Daraufhin hat die Heimleitung dann Konsequenzen gezogen: Die Feuerschutztüren wurden alarmgesichert und die Obdachlosen gebeten, nicht mehr ins Heim zu kommen.

Eine Prise Vorurteil, zwei Prisen Diskriminierung Viktoria und Carole haben vor einem Jahr eine WGtaugliche Wohnung für sich und ein befreundetes Paar gesucht und gefunden. Der Preis dafür: ein Makler, der nicht nur Experte für den Wohnungsmarkt, sondern auch für unangebrachte Kommentare und Diskriminierung war. Bei der Wohnungsbesichtigung haben sich die beiden aufgrund unangenehmer Vorerfahrungen nicht als Paar vorgestellt, nach einigen aufdringlichen Fragen wurde dem Makler aber klar, dass die beiden zusammen sind. „Da durften wir uns dann Äußerungen, wie dass es nicht so oft vorkommen würde, dass homosexuelle Paare eine Wohnung suchen, und dass es unfair ihm gegenüber sei, dass zwei Frauen zusammen sind und er Single ist, anhören“, erzählt Viktoria. „Er wollte auch wissen, ob wir dann eine Viererbeziehung mit unseren Freunden führen würden, und hat uns gesagt, dass er es als unwahrscheinlich einschätzte, dass uns die Vermieter als Mieter in Erwägung ziehen würden.“ Die beiden haben ihn direkt darauf aufmerksam gemacht, dass er ihnen gar keine Fragen zu ihrer Sexualität stellen dürfte. Aber das war ihm egal: Es sei schließlich wichtig, diese Dinge zu wissen, weil Homosexualität ja nicht normal sei. Für die Vermieter war das entgegen seinen Erwartungen kein Problem, deshalb sind die vier dann auch eingezogen – und der Makler konnte Provision kassieren. Ohne Konsequenzen ist sein Verhalten aber zum Glück nicht geblieben: Nach einer Beschwerde bei der Agentur musste er sich entschuldigen und die Provision wurde reduziert.

„Er wollte wissen, ob wir dann eine Viererbeziehung mit unseren Freunden fuhren wurden.“

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„Ich hatte einfach auf

mein Recht beharren konnen, aber ich hatte Angst vor ihr.“

JEDEN MITTWOCH im Juli

Vermieterin mit Mafiaambitionen Auch Manuela hat ihr blaues Wunder erlebt, als sie mit dem Studium angefangen hat und in eine eigene Wohnung gezogen ist. Schon die erste Wohnung hat super gepasst, bei der Besichtigung mit ihrem Vormieter erfuhr sie aber von einer zur Wohnung gehörigen Garage, die nicht in der Anzeige erwähnt worden war und 90 Euro monatlich kosten sollte. „Ich habe dem Vormieter gesagt, dass ich keine Garage brauche, und er hat mir dann weisgemacht, dass die Vermieterin damit einverstanden sei, dass die Garage weitervermietet wird“, erzählt sie. Das habe sie zur Sicherheit noch mit der Vermieterin selbst besprochen, die das bestätigte. In dem Wissen hat Manuela dann den Mietvertrag unterzeichnet. Kurz darauf war Weitervermieten plötzlich keine Option mehr und die 90 Euro wurden trotzdem eingefordert. Die Vermieterin hat ihr aber einen Deal vorgeschlagen: Wenn Manuela einmal wöchentlich auf ihre Tochter aufpasse, würde sie ihr 20 Euro pro Abend zahlen – so könne sie die Garage quasi abarbeiten. „In meiner Naivität – ich war Anfang 20 und sie hat mir gedroht, dass ich aus der Wohnung rausmüsse, wenn ich die Garage nicht zahle, die nicht mal im Mietvertrag aufgeschienen ist – habe ich zugesagt“, berichtet die Studentin. „Ich hätte einfach auf mein Recht beharren können, aber ich hatte Angst vor ihr. Ich habe teilweise gezittert, wenn ich vor ihr gestanden bin.“ Erst im Nachhinein habe sie verstanden, dass sie erpresst und ausgenutzt wurde. Die Donnerstagabende mit der Tochter haben anfangs zwei, drei Stunden gedauert, irgendwann wurden daraus ganze Nächte inklusive Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung – bei gleicher Bezahlung. „Ich habe mich damals nicht mal getraut, mich zu informieren, weil ich ja selbst den Fehler gemacht habe, die Miete für eine Garage zu zahlen, die ich nicht zahlen hätte müssen.“ Erst nach fast drei Jahren hat sie sich endlich Hilfe bei der AK geholt und die Wohnung gekündigt. Die Garage habe sie nicht mehr bis zum Ende gezahlt – aber das habe die Vermieterin erst akzeptiert, nachdem Manuela ihr mit dem Anwalt gedroht hat.

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Treffpunkt: Happy Fitness 19 Uhr - Warm Up Abfahrt 20:00 - ca. 22:00 Tour ca. 17 km

Veranstaltungsinfos und Wetterinfos:

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EHRENSACHE Wer aufmerksam durch die Stadt geht, bemerkt an einigen Innsbrucker Häuserfassaden Wappen verschiedenster Länder, ergänzt durch einen Schriftzug: „Honorarkonsulat von ...“. Doch was ist das eigentlich? Was für Aufgaben hat man als Konsul und welche Vorteile genießt man dadurch? 6020 hat drei Konsuln getroffen und nachgefragt. Text: Haris Kovacevic – Fotos: Axel Springer

Zur Erklärung Eine Botschaft ist die diplomatische Vertretung eines Staates in der Hauptstadt eines anderen. Sie ist also auch eine politische Stelle und genießt besonderen Schutz. Staatsbürger, die im Ausland leben, können in der Botschaft ihres Landes Amtswege erledigen. Bei Bedarf kann ein Staat zusätzlich ein Generalkonsulat in einer anderen Stadt installieren. Dieses ist auch Teil des diplomatischen Corps und genießt diplomatischen Schutz. Etwas anders ist es bei Honorarkonsuln: Der Strafgerichtsbarkeit unterliegen sie nur im Rahmen ihrer Tätigkeit nicht, sie gehören nicht zum diplomatischen Corps, werden nicht entsendet, sondern müssen bei beiden Ländern um Erlaubnis fragen, sich Honorarkonsul nennen zu dürfen, helfen Staatsbürgern des Landes, das sie vertreten, in Notsituationen, stellen wirtschaftliche Beziehungen her und haben sonst eher eine repräsentative Rolle. 22


ERICH LACKNER Heiliggeiststraße 11 Honorarkonsul von Burkina Faso seit 2. Juli 2016

Streng nach Protokoll in Burkina Faso

Vor etwa drei Jahren wollte Erich Lackner endlich Burkina Faso besuchen – zum ersten Mal in seinem Leben. Und genau da flog in der Hauptstadt Ouagadougou eine Bombe in die Luft und riss mehrere Menschen in den Tod. Er entschied sich, dann doch nicht in das Land zu reisen, dessen Honorarkonsul und Staatsbürger er seit 2016 ist. Der Innsbrucker Rechtsanwalt, auf dessen goldfarbenem Schild in der Heiliggeiststraße „Honorarkonsul von Burkina Faso“ prangt, bildet sich nicht so viel auf seinen Titel ein: „In Tirol leben fünf, vielleicht sechs Burkinabesen“, sagt er, „viel zu tun habe ich also nicht.“ Ein aus Burkina Faso stammender Freund bat ihn vor Jahren, die offen gewordene Stelle als Honorarkonsul zu übernehmen. Erich Lackner bewarb sich, wurde genommen und sollte das nie bereuen: Burkinabesen seien interessante Menschen, die sehr auf Form achten. „Wenn der Botschafter aus Wien zu Besuch kommt, hat er immer zwei Attachés dabei – einer verliest das Protokoll, der andere schreibt mit“, erzählt Lackner. Auch bei der Einweihung des Konsulats beispielsweise bestand man darauf, die Prozedur unter freiem Himmel abzuhalten, wie es burkinabesischer Brauch ist. „Und trotz sommerlichen Wolkenbruchs musste das eingehalten werden“, erinnert sich Lackner. Seither sei aber wenig passiert: Einmal habe sich ein Burkinabese in seine Kanzlei verirrt – er

wollte nicht zum Honorarkonsul, sondern einfach nur zu einem Anwalt und staunte nicht schlecht, als er im Besprechungszimmer die Fahne seines Heimatlandes und das Porträt von Präsident Roch Marc Kaboré erblickte. HILFE VOR ORT.

Honorarkonsul habe aber „nichts mit Honorar zu tun, sondern nur mit Ruhm und Ehre“, erklärt Lackner. Bezahlt werde er nämlich nicht. Abgesehen von einem Diplomatenpass, der ihm nur die Einreise in bestimmte Länder erleichtert und den er bisher nie gebraucht hat, und einer sehr beschränkten Immunität habe er nichts davon – nur die Möglichkeit, anderen zu helfen: „Ich bin in einige Projekte involviert, die Infrastruktur und Bildungsmöglichkeiten in Burkina Faso aufbauen“, erzählt er. Gespendete Traktoren lässt er beispielsweise dorthin bringen und chirurgisches Besteck auch, wenn es hierzulande als veraltet angesehen wird. Eine Schule wird gebaut auf Initiative des Ausbildungszentrums West für Gesundheitsberufe (AZW) – auch da sei er involviert. Ansonsten besuche er immer, wenn er in Wien ist, gerne die Botschaft in der Strohgasse, wo er, vorbei an der Deutschen Botschaft im ersten Stock, gerne den Ausblick aus dem Penthouse im fünften Stock genießt.

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Sehr bunt in Guatemala „Vor ein paar Jahren landete ein in Italien lebender Guatemalteke am Münchner Flughafen und kaufte sich ein Zugticket nach Mailand. Er hatte dabei nicht bedacht, dass er ein Transitvisum für Österreich braucht, und wurde von der Polizei aufgehalten“, erzählt Petra Streng. Da kam sie zum Einsatz, und musste aufklären, was passiert ist, und sich um den Mann kümmern, der „völlig verschreckt und verängstigt war“, weil er offensichtlich nichts Böses im Schilde führte. Also redete sie auf die Polizisten ein und überzeugte sie, ihn einfach weiterfahren zu lassen. Sie kaufte ihm im McDonald’s am Bahnhof etwas zu essen und verabschiedete sich von ihm. Mit dieser Anekdote beschreibt Petra Streng ihre Tätigkeit als Honorarkonsulin von Guatemala, die sie seit 2013 ausübt. Nachdem ihr Lebensgefährte, selbst Honorarkonsul von Guatemala, verstorben war, trat die guatemaltekische Botschaft an Petra Streng heran und bat sie, sich für die vakante Stelle zu bewerben. Sie wisse schließlich, worum es geht, was zu tun ist et cetera. Obwohl sie zu Guatemala keine besondere Verbindung hatte, außer dass sie einige Male dort war, und obwohl sie nicht unbedingt gut spanisch sprach, bewarb sich die Kulturhistorikerin und Chefin des Augustinermuseums in Rattenberg – und wurde genommen. DIE MÜHEN WETT.

„Nur ganz wenige Frauen sind Konsulinnen“, erzählt sie – unter anderem habe sie es auch deshalb gemacht. Viel zu tun gebe es aber nicht. Sie helfe hauptsächlich Guatemalteken in ganz Westösterreich, sich im Bürokratiedschungel zurechtzufinden. Vorteile genieße sie jedenfalls keine. Einige, das ist ihr zu Ohren gekommen, würden Geld für die Ehre bezahlen, sich Honorarkonsul nennen zu dürfen. Das sei ihr nie in den Sinn gekommen. Denn abgesehen von einem Diplomatenausweis, einer Urkunde und einigen Verpflichtungen, habe sie wenig davon. Sie sagt aber: „Man entwickelt eine Affinität zu dem Land und fühlt sich ein wenig in die Pflicht genommen“, Guatemala sei außerdem ein sehr buntes Land, mit dem sie sich gut identifizieren könne. Und manchmal habe sie auch das Gefühl, einem Menschen wirklich geholfen zu haben, wie beispielsweise dem Herrn im Zug. „Das macht die Mühen wett.“

PETRA STRENG Innrain 37 Honorarkonsulin von G uatemala seit 19. Dezember 2013

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Viel zu tun in der Bundesrepublik Deutschland

Durchgezählt

Als am 13. März 2020 die Teilquarantäne über Ischgl, das Paznauntal und St. Anton am Arlberg verhängt wurde, sorgte das weltweit für großes Aufsehen. Die Touristen, viele davon aus Deutschland, wurden aufgefordert, Tirol „zügig“ zu verlassen. An die vielen Mitarbeiter mit deutscher Staatsbürgerschaft, die auch heim wollten, wurde weniger gedacht. Dietmar Czernich, Rechtsanwalt und Uniprofessor, hatte als Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland die Pflicht, den 600 Leuten eine Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen, ohne sich und andere zu gefährden. Und war damit ordentlich beschäftigt. NEBENJOB.

Allgemein herrscht im deutschen Honorarkonsulat reger Betrieb und Parteienverkehr. Schließlich gilt es hier, viele Amtswege der 60.000 in Tirol lebenden deutschen Staatsbürger abzuwickeln. Um das gewährleisten zu können, zog das Konsulat aus den Räumlichkeiten seiner Anwaltskanzlei am Bozner Platz vor Kurzem in die Meinhardstraße. Vier Mitarbeiter regeln hier den Parteienverkehr, beglaubigen, bescheinen und stellen Dokumente aus. „Wenig Arbeit ist das alles nicht“, erzählt Dietmar Czernich. Etwa 15 Prozent seiner täglichen Aufgaben haben mit seinem Dasein als Honorarkonsul zu tun – mal mehr, mal weniger. Aber als richtiger Deutschösterreicher sei dieser Nebenjob für ihn eine Ehre, die er, seit er 2014 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt wurde, gerne ausführt. Geld verdient er damit nicht. Einen finanziellen Verlust bedeutet seine Tätigkeit aber auch nicht, da die erhobenen Gebühren die Kosten decken. In den Genuss der Vorteile, die er als Honorarkonsul hätte, komme er ebenfalls nicht. Während seiner Arbeit als Honorarkonsul unterliegt er eigentlich nicht der Strafgerichtsbarkeit hierzulande und könnte beispielsweise fürs Falschparken nicht belangt werden. Auch mit seinem Diplomatenausweis sind manche bürokratischen Hürden, gerade bei der Einreise in einige Länder, leichter zu überwinden. Bisher sah er sich aber nie gezwungen, diese Privilegien in Anspruch zu nehmen – und würde es auch nur im äußersten Notfall tun, wie er sagt.

DIETMAR CZERNICH Meinhardstraße 11 Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland seit 8 . November 2014

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In Innsbruck gibt es insgesamt 35 Honorar­ konsuln – Ungarn hat neben einem Honorarkonsulat zusätzlich auch ein General­ konsulat in Innsbruck.


MISSION ERFÜLLT

Vor zehn Jahren landete Simon Wallner nach einem Motorradunfall im Rollstuhl. Jetzt hat er als erster Rollstuhlfahrer in Innsbruck sein Sportstudium abgeschlossen. Text: Denise Neher – Fotos: Axel Springer

M

ir wurde das Sportstudium nicht geschenkt“, erklärt Simon, während er noch einmal durch die Gänge des Instituts für Sportwissenschaften rollt. Auch ein Rollstuhlfahrer kann Sport studieren, das hat Simon in den vergangenen sechs Jahren gezeigt. „Aber natürlich muss man dafür sehr sportlich sein“, lacht der 34-Jährige. 2014 war Simon gemeinsam mit zwei weiteren Rollstuhlsportlern der erste Rollstuhlfahrer, der in Innsbruck mit dem Sportstudium begann. Jetzt ist Simon der erste, der das Bachelorstudium erfolgreich beendet. Sein Begleiter während des Studiums war Werner Kirschner, Uniassistent und Inklusionsbeauftragter vom Institut für Sportwissenschaft. Ihm galt vor vielen Jahren Simons erster Anruf, noch bevor er die Matura in der Tasche hatte – mit der Frage, ob ein Sportstudent auf Rädern in Innsbruck denkbar wäre. Es war denkbar. Aber geschenkt wurde

ihm während des Studiums nichts. „Simon wurde nicht geschont und er hat sich auch selbst nie geschont“, sagt Kirschner. SPORT AUF RÄDERN. Die Öffnung der Sport-Eignungsprüfung für Menschen mit Handicap gab die Uni Innsbruck bereits 2011 bekannt. Was das aber konkret für Rollstuhlfahrer bedeutet, das hat erst Simon mit Werner Kirschner ausgetüftelt. Gemeinsam bastelten sie an Kriterien für die Eignungsprüfung. Simon war auch vor seinem folgenschweren Unfall sehr sportlich gewesen, vor allem Skifahren und Fußball zählten zu seinen Leidenschaften. Unweigerlich stellte sich die Frage, welche Praxiseinheiten er während des Studiums absolvieren könnte. „Es ist mit dem Rollstuhl mehr Sport möglich, als man denkt“, erklärt Simon. Nur bei Volleyball, Geräteturnen und Turmspringen musste er passen. Die Lehrveranstaltungen Skifahren, Lang26


GEHT NICHT, GIBT’S NICHT. Simons Lebensmot to ist klar.

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© PRIVAT

SPORTFREAK . Simon macht fast täglich Spor t.

„SIMON WAR FÜR UNSER INSTITUT EINE BEREICHERUNG, ER HAT UNS NEUE SICHTWEISEN GEZEIGT.“ W E R N E R KI RS C H N E R , I N STITUT F Ü R S P O RT W I S S E N S C H A F T, U N I I N N S B RU C K

laufen, Tennis, Schwimmen, Fernöstliche Bewegungslehre, Bewegungsspiele oder auch Krafttraining hat der Volderer erfolgreich absolviert. „Es gibt immer einen Weg, auch wenn man ihn als Erster geht, besser gesagt, rollt.“ Simon gelang es beispielsweise gut, auch ohne Bewegung der Beine zu schwimmen. Für Leichtathletik benutzte er einen Rennrollstuhl. Beim Krafttraining gab es schon mal Unterstützung der Mitstudenten, die ihn etwa auf die Klimmstange hoben. Auch Tennis war im Rollstuhl möglich und beim Monoskifahren kam Simon sowieso kaum wer hinterher. Beim Basketball setzten sich seine Mitstudenten einfach ebenfalls in Sportrollstühle und fanden so sogar Gefallen am Rolli-Basketball. Vor der ersten Stunde jeder Lehrveranstaltung überlegte sich Simon mit seinem Mentor Werner Kirschner und der jeweiligen Lehrperson ein Konzept, wie er teilnehmen konnte, welche Leistungen er bringen musste und wie der Leis­ 28

tungsnachweis am Ende aussehen sollte. „Ich war immer schon ehrgeizig, aber durch den Rollstuhl bin ich es noch mehr geworden“, erklärt Simon. Werner Kirschner glaubt, dass es die Selbstverständlichkeit war, mit der Simon während des Studiums auf alles und jeden zuging, die es auch den anderen ermöglichte, ihn als selbstverständlichen Teil der Gemeinschaft zu sehen. „Simon war für unser Institut eine Bereicherung, er hat uns neue Sichtweisen gezeigt“, so Kirschner. DER UNFALL. Am 19. Juni jährte sich Simons folgenreicher Motorradunfall zum zehnten Mal. „Heute auf den Tag genau ist mein Unfall 10 Jahre her“, schrieb er auf Facebook, „und ich kann sehr zufrieden zurückblicken und bin dankbar für mein Leben.“ Es sind Worte, die berühren. „Der Tag des Unfalls ist mein zweiter Geburtstag, wir stoßen jedes Jahr darauf an, dass ich das überlebt habe“, so Simon. Die Frage


„ICH WAR IMMER SCHON EHRGEIZIG, ABER DURCH DEN ROLLSTUHL BIN ICH ES NOCH MEHR GEWORDEN.“ S I M O N WA LLN E R

nach dem Warum hat er sich nie gestellt. „Weil es darauf eh keine Antwort gibt.“ Simon kann sich noch an jede Sekunde seines Unfalls erinnern. Es war ein schöner Frühsommertag für den Motorradausflug mit einem Freund Richtung Bozen. Am Penser Joch passierte es schließlich. Ohne Fremdeinwirkung rutscht das Vorderrad weg und Simon kracht ungebremst in eine Leitplanke. „Ich war immer bei vollem Bewusstsein und habe sofort gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Simon wird in die Klinik Innsbruck geflogen und noch in der Nacht operiert. Zunächst ist unklar, wie schwer die Verletzungen sind. Am zweiten Tag gibt es dann ein Gespräch mit dem Arzt, der Simon mitteilt, dass es sich um eine Querschnittlähmung ab dem fünften Brustwirbel handelt. „Das war sicher einer der tiefsten Punkte in meinem Leben“, so Simon. Während der anschließenden Tage im Krankenhaus gibt es für ihn einige tieftraurige Momente, aber in den drei Monaten Reha-Zeit in Bad Häring schmiedet Simon schon wieder Pläne. „Ich habe mich an all jene Dinge erinnert, die ich immer schon mal machen wollte. Ich habe mein ganzes Leben hinterfragt und den Unfall als Neubeginn und nicht als Ende gesehen“, erklärt Simon.

arbeiten, aber das passt nicht mehr zu seinen Plänen. Simon zündet den Turbo und setzt sich als Ziel, das Sportstudium zu absolvieren. Davor muss er allerdings die Matura nachholen. Das erledigt er in eineinhalb Jahren. Zeitgleich schließt er eine Ausbildung zum Mentaltrainer ab. Und schließlich geht er auch noch sein größtes Ziel an, einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein. Davon hat Simon schon als Kind geträumt. Mit Mitte 20 beginnt er eine Profikarriere als

BÜCHERWURM. Simon war mit großer Freude Spor tstudent.

ZWEITES LEBEN. Nach dem Unfall kehrt Simon zunächst zu seiner alten Firma, einer Maschinenbaufirma in Hall, zurück. Er könnte dort auch weiterhin im Verkauf und im Marketing 29


© GEPA/ÖPC, OLYMPIAZENTRUM INNSBRUCK

„DIE PARALYMPICS IN PARIS 2024 ODER LOS ANGELES 2028 WÜRDEN MICH EHRLICH GESAGT SCHON REIZEN, ABER BIS DAHIN IST ES NOCH EIN LANGER WEG.“ S I M O N WA LLN E R

MEDAILLENJAGD. Al s Prof ispor tler gingen Simons Kindheitsträume in Er füllung.

Mono­skifahrer. Er geht in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Super-G an den Start, bestreitet sowohl Europacup- als auch Weltcuprennen und tritt bei einer Weltmeisterschaft an. Sieben Jahre nach seinem Unfall ist es schließlich so weit. Simon wird ins österreichische Aufgebot für die Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang berufen. Dass es aus sportlicher Sicht nicht so gut läuft wie erhofft – er wird 17. im Riesentorlauf und stürzt beim Super G –, kann Simon verschmerzen. Zu zahlreich sind seine Erfolge bereits. Aufgrund von Schulterproblemen beendet er vergangenes Jahr seine Karriere als Monoskifahrer. Doch es gibt bereits das nächste Ziel: Handbiken auf Wettbewerbsniveau. „Die Paralympics in Paris 2024 oder Los Angeles 2028 würden mich ehrlich gesagt schon reizen, aber ich bin noch ganz am Anfang, bis dahin ist es noch ein langer Weg.“ NEUE WEGE. Simon hat das Sportstudium für Rollstuhlfahrer in Innsbruck ins Rollen gebracht. Er wurde zum Vorreiter für die Gleichberech30

tigung körperlich Eingeschränkter an der Uni. Seine Bilanz fällt durchwegs positiv aus. „Alle Lehrkräfte und Mitstudenten waren mir gegenüber offen und hilfsbereit, auch an die ein oder andere Studentenparty erinnere ich mich gern“, lacht der Vater einer 16-jährigen Tochter. Ein weiterer Sportstudent in Innsbruck im Rollstuhl kam bislang nicht hinzu, auf die Pionierarbeit kann dennoch noch viele Jahre aufgebaut werden. Simon möchte das Wissen seines Sportstudiums später gern weitergeben. „Ich kann mir vorstellen, als Trainer zu arbeiten, sowohl im mentalen Bereich als auch physisch als Konditionscoach. Auch Tätigkeiten auf der Uni, in Vereinen oder in Verbänden sind denkbar.“ Das Hadern mit dem Handicap passt nicht zu Simon. „Wenn ich jammern würde, wäre das Jammern auf hohem Niveau. Mir geht’s zehnmal besser als vielen anderen. Wir haben es doch brutal schön in Tirol“, sagt Simon und schaut auf die Uhr. In Kürze hat er nämlich bereits seinen nächsten Termin, ein Projekt für das Land Tirol. Der Tatendrang ist ungebrochen.


www.kulturspielwiese.tirol


Liebe zwischen Internet und Realität Beeinflussen Soziale Medien unser Liebesleben? Die Antwort von Paartherapeutin Marina Hörtnagl ist eindeutig: Ja! Wir finden anders zueinander, führen die Beziehung anders als ohne Social Media – und wir trennen uns sogar nicht mehr so wie früher. Im Interview klärt sie auf und gibt Tipps für ein gesundes Liebesleben. Interview: Melina Mitternöckler – Fotos: Franz Oss – Illustrationen: Monika Cichoń

6020

: Frau Hörtnagl, hat sich die Art und Weise, wie wir zusammenkommen, durch Soziale Medien verändert? Marina Hörtnagl: Ich finde schon. Durch ein paar wenige Klicks erleichtert sich das In-Kontakt-Kommen definitiv. Man ist online, und auf diversen Seiten poppt auf: „Singles in der Nähe“ oder „Kennen Sie XY?“. Beim Ausgehen oder auf der Straße hat man doch eher Hemmungen, auf jemanden zuzugehen. Hier geht es mit ein paar Klicks, und schon ist man in Kontakt. Wie haben sich Beziehungen, Affären, Gspusis, Freundschaft plus et cetera durch das SocialMedia-Zeitalter verändert? Es ist einfacher, Leute und auch Gleichgesinnte kennenzulernen, daher hat sich sicher etwas verändert. Wenn etwa zu Hause der Haussegen ein wenig schief hängt, und man sitzt am Handy und es poppt ein Vorschlag auf, dann sinkt eher die Hemmschwelle und man steigt leichter ein. Ich schätze, man denkt sich vielleicht: „Schau ma mal, läuft gerade eh nicht so gut.“ Es eröffnet mehr Möglichkeiten und das Angebot ist sicher auch größer und vielfältiger als im realen Leben. 32

Verändert die Nutzung von Sozialen Medien unsere Erwartungen an die Beziehung, an das Sexleben, an den Partner? Sind wir unzufriedener? Gut möglich. Wenn man sieht, was andere Paare machen oder haben, und man selbst nicht die Möglichkeiten dazu hat, steigt die Unzufriedenheit mit der eigenen Situation. Wozu raten Sie Klienten, die wegen Problemen, die durch Social Media zustande gekommen sind, zu Ihnen kommen? Ganz wichtig: Miteinander reden. Nicht vorwurfsvoll und schuldsuchend agieren, sondern die Hintergründe suchen. Wo liegen die Grenzen eines jeden und wo hat man das Gefühl, eine Grenze wurde überschritten? Es gehört geklärt, was der Grund etwa einer Anmeldung auf Tinder war. Ist es, weil man zu Hause zu wenig Anerkennung bekommt, Bestätigung braucht, neugierig ist, wer alles online ist, um zu sehen, wie man am Markt ankommt und wie viele Matches man bekommt? Wie weit geht es? Gab es Treffen, ist es nur freundschaftlich oder steckt mehr dahinter? Hier kommt man nur mit Ehrlichkeit dem Partner gegen-


BEZIEHUNGSCOACH MARINA HÖRTNAGL plädier t an Paare: „Redet miteinander!“

posten, versuchen, sich damit selbst vorzugaukeln, sie seien eh glücklich? Ungefähr auf das läuft es hinaus, kann genau so sein. Anderen vorgaukeln und sich selbst nicht eingestehen. Wie sieht Ihr Guide aus, wie man durch Social Media am besten die Beziehung zerstört? Da fällt mir als Erstes ein: Ständig online sein und nicht die Zeit mit dem Partner genießen. Vergleiche ziehen, was andere machen oder haben und man selbst nicht. Fotos posten, obwohl man „eigentlich“ vorgibt woanders oder mit wem anders unterwegs zu sein. Was wirklich auch Thema ist: „Boah, du hast viel mehr männliche Freunde als weibliche“ oder umgekehrt. Oder: „Du likst immer Bilder von anderen, meine nie.“

über weiter – auch, wenn es keine angenehme Situation ist.

Welche positiven Auswirkungen von Social Media auf unser Liebesleben sehen Sie? Man findet leichter Gleichgesinnte, etwa gleiche Interessen, sexuell für spezielle Bedürfnisse, gleichgeschlechtlich oder auch nur für eine schnelle Nummer. Meistens ist von Anfang an klar, worauf es hinausläuft. Also, warum nicht? Es gibt für fast alle Themen mittlerweile eine Seite oder Apps, wo man Leute mit ähnlichen Bedürfnissen findet. Das kann auch als Paar interessant sein.

„Wenn man sieht, was andere Paare machen, und man selbst nicht die Möglichkeit hat, steigt die Unzufriedenheit.“

Gehen wir über zum Thema Was macht es mit der BezieKontrolle und Stalking. Förhung, wenn man sein Liebesdert die Nutzung von Social leben via Social Media nach Media den Kontrollwunsch aussen trägt? Wenn es dem bzw. die Möglichkeit zur Partner nicht recht ist, dass Kontrolle über den Partner? etwas nach außen getragen wird, Indem man das Handy nimmt M A R I N A H Ö RTN AG L , besteht hier definitiv Konfliktund schaut? Ja, wenn man das B E Z I E H U N G S C OAC H potenzial. Nicht jeder möchte Gefühl hat, er ist die ganze Zeit in der Öffentlichkeit stehen und am Handy, kann man neugierig alles preisgeben. Auch stellt sich werden, und man schaut am Handy nach. Stalking – wenn jemand jemanden die ganze die Frage: Sehen beide Partner die Beziehung gleich Zeit anschreibt und auf unterschiedlichen Netzwerin Bezug darauf, ob man zusammen glücklich und ken bombardiert, weil er nicht loslassen kann, kann zufrieden ist, oder gibt es Unterschiede? Vielleicht das Stalking sein. Da gibt es dann aber auch die lebt ein Part in der eigenen Scheinwelt und will sich Blockiermöglichkeit. nicht eingestehen, dass etwas schiefläuft, und man will damit etwas kompensieren. Was raten Sie Leuten, die von Expartnern auf Social Media verfolgt werden? Da ist ein kurzer Inwiefern kompensieren? Kann es sein, dass Leute, die in ihrer Beziehung unglücklich sind, Kontaktabbruch, ein Abstand oft sinnvoll. Damit sich aber Happy-peppy-Pärchen-Fotos auf Instagram jeder wieder selbst finden kann. 33


ZUR PERSON Marina Hörtnagl ist unter anderem Paar- und Sexualberaterin und bietet Coachings für Paare und Singles zu Themen wie Beziehungsproblemen und Liebeskummer an. Jeden zweiten Freitag arbeitet sie ehrenamtlich im kostenlosen Gesprächsraum „Der Brunnen“ im Dez.

Und was raten Sie Menschen, die auf Social Media stalken? Nachdenken, wie sich die andere Person fühlt. Und man sollte mal schauen, was da eigentlich dahintersteckt. Ist es, weil ich nicht loslassen kann? Ist es verletzter Stolz? Will man es nicht wahrhaben?

die neue Welt, in der es wenig bis keine Tabus zu geben scheint. Auch sind sicher das Angebot und die Möglichkeiten vielfältiger und größer. Das klassische An-der-Wursttheke-Stehen und jemand sagt zu dir: „Mei na, hast du ein nettes Lächeln“, gibt’s wohl meistens nur im TV.

Zu welcher digitalen Beziehung zum Expartner bzw. zum aktuellen Partner raten Sie? Beim Ex finde ich es besser, total auf Abstand zu gehen, da man sich sonst nur wahnsinnig machen kann. Egal wie die Beziehung endete. Das gehört meiner Meinung nach zum Loslassprozess. Beim aktuellen Partner ist nichts dagegen einzu­ wenden, sofern man das Gefühl hat, alles läuft gut. Nur sobald etwas nicht ganz nach den Vorstellungen des anderen läuft, kann Social Media schon der Zündstoff sein und der Haussegen schnell schief hängen. Natürlich gehen wir mal vom Positiven aus und es läuft alles gut und es gibt keinen Grund für Streitigkeiten.

Und die Trennung selbst: Verläuft die heutzutage auch anders? Ich weiß nicht, ob das mit dem Social-Media-Zeitalter zusammenhängt, aber sicherlich mit dem Handyzeitalter: Trennungen per SMS sind gar nicht mehr so abwegig. Wie kann man Social Media nutzen, damit es nicht schlecht für das Liebesleben ist? Gegenfrage: Braucht es wirklich Social Media fürs Liebesleben? Um in Kontakt zu sein, und für den Austausch, ist es allerdings super. Für das Liebesleben empfehlen Sie die Nutzung von Social Media also nicht? Was hat man für einen Vorteil in Bezug auf sein Liebesleben? Mit diversen digitalen Medien kann man dem Partner schreiben: „I freu mi auf di“ oder „I freu mi auf abends“ oder „I bin hoas auf di“. Das kann das Liebesleben wieder aufpeppen und neuen Schwung in die Beziehung bringen. Gerade wenn einen der Alltag einholt. Da rate ich immer: Denkt an die Kennenlernphase. Da hat man sich bemüht und viel geschrieben – auch mit Herzerl, Smileys und so. Irgendwann heißt es oft dann nur mehr: „Kaufst du Brot oder ich?“ Mir ist besonders wichtig: Was braucht das Paar bzw. die Beziehung? Der persönliche Kontakt und die Quality Time sind oft das, was zu kurz kommen kann, wenn jeder online ist. Man verbringt doch gerne Zeit mit dem Partner und unterhält sich persönlich.

„Der persönliche Kontakt und die Quality Time sind oft das, was zu kurz kommen kann, wenn jeder online ist.“ M A R I N A H Ö RTN AG L

Trennen wir uns seit dem Social-Media-Zeitalter aus anderen Gründen? Man sagt: Viele streben immer nach etwas Besserem, Schönerem. Daher würde ich sagen: Ja. Einige sind sich mit ihrem Partner offenbar nicht sicher und schauen, ob sich nicht vielleicht doch noch etwas Besseres findet. Manche reizt es sicher auch, den eigenen „Marktwert“ zu überprüfen, natürlich ohne das Wissen des Partners. Leider ist die Hemmschwelle hier niedriger als sonst. Bereits mit wenigen Klicks öffnet sich

Zusammenfassend also: Auf Plattformen befreundet zu sein, das braucht es eigentlich nicht. Denn man hat einander ja im wirklichen Leben, da braucht es nicht noch eine virtuelle Beziehung. Ja, genau. Lebt nicht in einer Scheinwelt, sondern im realen Leben! Vielen Dank für das Gespräch. 34


MEINUNGSUMFR AGE

Anna 25 Jahre Ich finde, Social Media beeinflusst mein Liebesleben in der Hinsicht, dass es mich so viel kontrollsüchtiger macht – einfach, weil die Möglichkeit da ist. Generell kommt mir vor, dass jeder heutzutage ein Stalker ist. Es war nie so leicht, Informationen über jemanden zu beschaffen. Ich habe so eine Erfahrung gemacht. Ich bin seit vier Jahren von jemandem getrennt. Und obwohl er in einer neuen Beziehung war und ich auch, hat er mir immer wieder geschrieben. Als ich ihn überall blockiert habe, hat er angefangen andere bzw. neue Profile zu erstellen. Er hat mir E-Mails geschrieben, das ist das Einzige, das man nicht blockieren kann. Es ist so weit gekommen, dass ich wegen dem zur Polizei habe gehen müssen.

ell T i n d e r i st g e n e r p ro b l e ma t i sc h .

Vanessa 21 Jahre Ich finde, Tinder wird teilweise fast wie Instagram verwendet. Teilweise ist es nur Attention-Seeking, anstatt wirklich nach Leuten zu suchen. Tinder ist generell problematisch. Erstens hat man oft nicht mal gescheite Informationen und Leute steigen ein mit: „He, OneNight-Stand?“ Und du denkst dir einfach nur, warum man so etwas macht. Viele suchen nach der speziellen einen, die alles macht. Die mit allem einverstanden ist, total unproblematisch ist. Auf Tinder geht man nur aufs Aussehen. In echt zwar auch, aber dadurch, dass man auf Tinder alles so leicht kriegen kann, spricht man viel weniger in der Realität Leute an. Es ist teilweise nur so Pokemon-Sammeln.

Evelyn 21 Jahre Ich habe zwar Tinder, aber ich finde es nicht so reizvoll. Ich bin süchtig nach dem Durchschauen, mir fehlt aber das Persönliche. Eine Person kann so anders sein, wenn du mit ihr redest, als wenn du nur die Bilder siehst und sie danach beurteilst. Deshalb habe ich auch nie Glück mit Tinder gehabt (lacht). Alles ist so oberflächlich und vielleicht hat die Person die gleichen Interessen wie du, aber du wirst es nie rausfinden, wenn du nur nach den Bildern beurteilst.


Deia 25 Jahre

Fabian 22 Jahre

Ich verwende Instagram nicht so viel. Aber wenn ich ein Bild von mir selbst poste, ist die Reaktion anders. Jungs schreiben dir einfach nur aus Zweckmäßigkeit. Sie wollen Konversation betreiben. Ich bin ziemlich easy und es ist mir eher egal. Wenn sie mich nicht stören und es ist ein netter Kommentar, werde ich auch nett antworten. Wenn mir Leute aber nur aus dem einen Grund schreiben, antworte ich gar nicht. Kürzlich hat einer nach jahrelanger Funkstille geschrieben, er will mich heiraten.

Ich bin mehr auf Schwulendating-Websites unterwegs, zum Beispiel Gay Romeo oder Grindr. Gerade die männliche Datingszene ist mehr auf Sex aus. Das merkst du sofort. Du kriegst als 22-Jähriger, sobald du online bist, Nachrichten von 40, 50, 60+. Und sagst dann explizit, dass das nicht gewünscht ist, wirst aber dann sofort angeredet von wegen: „Ja, mein Gott, ich zahl dir auch Taschengeld.“ Das ist nichts anderes als Prostitution. Es wird nur sehr stark runtergespielt, als ob das was ganz Normales wäre. Es wird als Selbstverständlichkeit angesehen, dass sich ein schwuler Mann nur auf One-Night-Stands einlässt.

e n sc h m n e h c s i w z s a w , Al l e s rt , wi rk t e i s s a p l a n o i t o m lich e enn es w r, e k r ä t s h c i l t n we se rt . e i s s a p h c i l n ö s r e p

Larissa 23 Jahre Ich finde, dass Soziale Medien das ganze Beziehungsthema negativ beeinflussen, weil es so unendlich viel Auswahl gibt. Früher war es vielleicht so, dass man zusammen an der Beziehung gearbeitet hat. Heute ist es eher eine Wegwerfgesellschaft. Man kann ja immer weiterwischen und den Nächsten suchen oder man sieht auf Social Media irgendwas, was toll ist, was besser ist. Und dann denkt man, man braucht das auch. Ich habe das Gefühl, das war früher anders. Da war man zwar dann auch nicht unbedingt glücklich, aber man hat einen Bund geschlossen, dann zusammengehört und wenn was war, daran gearbeitet. Selbst wenn jemand in einer Beziehung ist, kann man sich nebenbei auf Social Media und Tinder alles Mögliche anschauen. Die Auswahl ist immer gegeben.

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Elias 22 Jahre Es ist wesentlich einfacher, an Personen heranzukommen. Im normalen Leben sind die Hemmungen viel größer. Man kann besser mit der Ablehnung umgehen, wenn man nur die Nachricht bekommt: „Hab keinen Bock“, oder gar nicht zurückgeschrieben wird. Da kann man 100 Leute anschreiben – 100 Leute anzusprechen ist wesentlich schwieriger. Aber Emotionen kann man viel schwerer rüberbringen. Alles, was zwischenmenschlich emotional passiert, wirkt wesentlich stärker, wenn es persönlich passiert.


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Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Drei Seiten Mobilität

Bitte einsteigen! Nach der Feuertaufe im vergangenen Jahr geht das Innsbrucker Autokino heuer in die zweite Runde. Auch die IVB sind mit dabei. Das Autokino Innsbruck wurde erstmals im vergangenen Jahr

20 Minuten vor Filmstart am Steig C. Tickets für den Bus gibt es,

umgesetzt. Damals war die gemeinsam vom Metropol-Kino und

ebenso wie die für Autostellplätze, auf der Website und über die App

der Olympiaworld organisierte Veranstaltung für viele Menschen

des Metropol-Kinos. Aber Achtung, das Ticketkontingent ist begrenzt!

die erste Möglichkeit eines Freizeitangebots nach dem Lockdown. Aufgrund der großen Beliebtheit der Aktion wird diese –

Weitere Infos zu Programm und Rahmenbedingungen findet

mithilfe eines durchdachten Sicherheitskonzepts – auch heuer

man auf www.olympiaworld.at oder www.metropol-kino.at.

durch­geführt: So sind zwischen dem 16. Juli und dem 1. August insgesamt 23 Filme auf dem Gelände der Olympiaworld zu sehen – vom Auto bzw. Bus aus. Dank der IVB ist der Genuss der täglichen Filmvorführungen nämlich auch ohne eigenes Fahrzeug möglich: Zu jeder Vorstellung reist ein Bus vom Innsbrucker Hauptbahnhof an, Abfahrt ist jeweils

Tickets gewinnen Die IVB verlosen 2 x 2 Tickets für den Premieren-Bus am Freitag, dem 16. Juli 2021. Dafür einfach eine E-Mail mit Stichwort „Buskino“ an gewinnspiel@ivb.at senden. Einsendeschluss ist Dienstag, der 13. Juli 2021.


ivb.at

Mitmachen lohnt sich Für eine Mobilitätsstudie sind die IVB auf der Suche nach TeilnehmerInnen. Unter diesen werden mehrere Jahres- und Freizeittickets verlost.

Gemeinsam in Bewegung Am 18. September findet in Innsbruck der Tiroler Firmenlauf statt. Bei der umweltfreundlichen Anreise zum Event helfen auch die IVB. Spaß an der gemeinsamen Bewegung – das ist das Motto des Tiroler Firmenlaufs, der heuer nach einem Jahr coronabedingter Pause am 18. September durchgeführt wird. Insgesamt stehen Seit 2015 wird von den IVB eine eigene Mobilitätsstudie durch-

vier Kategorien für die Laufbegeisterten bereit: Ehrgeizige

geführt, mit der der sogenannte Modal Split der Innsbrucker

messen sich im Running- (5,3 Kilometer) oder Nordic-Walking-­

Bevölkerung, also der Anteil der verschiedenen Verkehrsmittel

Bewerb (ca. 4 Kilometer), während jene, die es lieber

bei den zurückgelegten Wegen, ermittelt wird. Jahresübergrei-

gemüt­licher angehen, beim Fun-Run oder Walk-Talk ohne

fend werden dafür rund 1.000 InnsbruckerInnen vom deutschen

Zeitmessung und Stress auf ihre Kosten kommen.

Forschungsinstitut Omnitrend telefonisch oder online zu ihrem Verkehrsverhalten befragt. Im Fokus stehen dabei Fragen zu

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe sind als Kooperationspartner

Fuß- und Fahrwegen an einem zufällig ausgewählten Stichtag.

mit dabei und helfen bei einer möglichst umweltschonenden Anreise: Am Lauftag können alle TeilnehmerInnen kostenlos die

Für die Studie werden laufend freiwillige TeilnehmerInnen

Linien der IVB nutzen. Für jene, die mit dem Auto anreisen,

gesucht – wobei die IVB mit der Verlosung von fünf Jahrestickets

stehen beim ehemaligen Hafengelände, beim WIFI und bei der

Innsbruck und drei Freizeittickets Tirol einen besonderen Anreiz

Olympiaworld Park-&-Ride-Möglichkeiten bereit, wo auf die

für die Teilnahme geschaffen haben. Wer mitmachen möchte,

IVB-Linien umgestiegen werden kann.

kann sich ganz einfach auf www.omnitrend.at/ivb registrieren und die Fragen beantworten. Und dann entscheiden Los und

Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist in diesem Jahr auf

Glück über einen möglichen Gewinn.

3.000 Startplätze limitiert, deshalb empfiehlt es sich, die Anmeldung so früh wie möglich zu tätigen.

Weitere Infos zur Studie gibt es online unter www.ivb.at.

Infos dazu gibt es unter www.tirolerfirmenlauf.at.


ivb.at

Für den guten Zweck Mithilfe einer Tram und einem Bus wurden Spenden für Licht ins Dunkel gesammelt. Nun konnte ein Scheck an den Gehörlosenverband Tirol übergeben werden. Seit dem letzten Jahr machen eine Tram und ein Bus mit

Hinter der Aktion stehen die Progress Werbung sowie die Partner

einer speziellen Beklebung in der Tiroler Landeshauptstadt

Weekend-Magazin, dem die entsprechenden Zahlscheine beige-

auf eine Spendenaktion für Licht ins Dunkel aufmerksam.

legt waren, ORF Tirol, VVT, IVB, Tiroler Sparkasse und Pixel

Und das offenbar mit Erfolg, denn trotz Corona und der damit

Projekt. Dominik Sobota und Peter Buglas von der Progress Wer-

einhergehenden Einschränkungen kamen in den vergangenen

bung zeigen sich über die zustande gekommene Summe erfreut:

Monaten viele Gelder zusammen, sodass kürzlich ein Scheck

„Dass derart viele Menschen trotz Corona und aller Sorgen, welche

in beträchtlicher Höhe an den Gehörlosenverband Tirol

die Pandemie mit sich gebracht hat, ihre Menschlichkeit und Spen-

überreicht werden konnte.

denbereitschaft bewiesen haben, ist einfach großartig.“

Musikalische Streifzüge Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik stehen vor der Tür. Das vielfältige Programm beinhaltet über 50 verschiedene Veranstaltungen. Aufenthalten in musikalischen Wunderkammern, erstklassigen n Die IVB verlose r das fü s et 2 x 2 Tick a im pr „A Konzer t s os hl Sc f vista“ au f au r eh M . Ambras . at b. w w w.iv

Marien­motetten und weiteren bisher fast ungehörten Pretiosen auf. Auf der Bühne zu erleben sind unter anderem Jakub Józef Orliński, Valer Sabadus, Concerto Copenhagen & Lars Ulrik Mortensen, I Barocchisti & Diego Fasolis, das Ensemble 1700 mit Dorothee Oberlinger und viele mehr. Insgesamt werden vom 13. Juli bis 29. August über 50 musikalische Veranstaltungen in der Landeshauptstadt aufgeführt. Mit dem kostenlosen IVB-Festwochenshuttle mit Start Hafen ist eine stressfreie Anreise zu den Konzerten auf Schloss Ambras garantiert. Für die Abendveranstaltungen verkehren die Busse

Im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wird auch

ab 18:30 Uhr im Zehn-Minuten-Takt, die Rückfahrt erfolgt jeweils

in diesem Jahr wieder ein hochkarätiges und abwechslungsreiches

direkt nach Konzertende mit mehreren Bussen gleichzeitig.

Programm geboten. Die Opern und Konzerte stehen unter dem Leitmotiv „Perspektiven“ und warten mit einem Streifzug durch

Alle Termine und das gesamte Programm der Innsbrucker

die Musik des 16. Jahrhunderts, eindrucksvollen Orgelkonzerten,

Fest­wochen gibt’s unter www.altemusik.at.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur Fotos: IVB/Berger, Licht ins Dunkel, Felix Pirker, tirolerfirmenlauf


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ie sind beide leicht erreichbar und bei Innsbruckern wie Gäs­ ten ein beliebtes Ausflugsziel: die Arzler und die Umbrüggler Alm. Erstere gilt zu Recht als die Kinder­ alm schlechthin, und die neuen Pächter bemühen sich redlich, das Niveau des Vorgängers – des jetzi­ gen Innsbrucker Vizebürgermeisters Johannes Anzengruber – zu halten. Bisher muss man aber leider sagen, ist man über das Bemühen nicht wirklich hinausgekommen. Die Küchenleistung ist solide, aber unspektakulär, das Kuchenangebot kommt an das der Vorgänger nicht annähernd heran und auch in Sachen Flexibilität gibt es noch Luft nach oben. So ist es uns mehrfach nicht gelungen, zwei Spiegeleier zum

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Frühstück zu erhalten. Die Erklärung dafür recht unbefriedigend: Die Kü­ che hat keine Zeit dafür, weil sie sich auf das Mittagsgeschäft vorbereiten muss. Fühlt sich als einer von acht Gästen um neun Uhr Vormittag ein wenig unbefriedigend an. Ein paar hundert Meter westlich muss man der Umbrüggler Alm dafür wirklich Rosen streuen. Die Küche für eine Alm außergewöhnlich gut – sowohl qualitativ als auch in der Präsentation. Moderne Infrastruktur trifft hier auf ein überdurchschnitt­ lich engagiertes Pächterpaar, das mit vollem Einsatz diese Alm zu einem wirklich besonderen Ort gemacht hat. Zusätzliches Highlight: Auch ein Abend lässt sich auf der Umbrüggler außerordentlich gut verbringen.

wieder hier G i o rg i o i s ba c k . Der kleine, aber umso feinere Italiener Casoinn neben dem Landesmuseum verwöhnt uns wieder mit Leckereien aus seiner Heimat rund um Venedig. Und das immer von Mittwoch bis Freitag zu Mittag und am Abend. An den anderen Tagen muss Giorgio nämlich nach Italien zum Einkaufen, damit wir Norditaliener in den Genuss echter und frischer italienischer Lebensmittel kommen. 42


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Die kultige Donut-Kette Royal Donuts hat jetzt auch in Innsbruck aufge­ sperrt – und zwar in der Anichstraße. Einfach am Ende der Schlange an­ stellen, die seit Eröffnung Ende Juni gefühlt einmal ums Haus geht.

S C H N IT Z E L O L L E D E IN F IL

© AXEL SPRINGER, TVB INNSBRUCK/DANIEL ZANGERL, EMANUEL KASER, ROYAL DONUTS, SHUTTERSTOCK.COM

Jahrelang war das Café Elisabeth im Westen von Innsbruck ein Garant für österreichische Küche, besonders beliebt im Krätzel: das Schnitzel. Vorbei die Zeit der Hausmannskost, im Mai haben sich Marion und Vicenzo den Traum vom eige­ nen Lokal erfüllt und das altehrwürdige Elisabeth übernommen. Der Name blieb gleich, das Konzept hingegen ist jetzt klassisch italienisch. Ob die Umstellung funktioniert, bleibt abzuwarten, die Preise sind aber schon einmal eine Ansage: Spaghetti Carbonara für 14,90 € oder Aglio Olio für 12,90 € kennt man eher vom Nobelitaliener als vom Café Vorname.

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SARMA FÜRS KARMA MundArt pflückt Weinblätter und füllt sie vegetarisch mit Reis, Kräutern und Gewürzen. Afiyet olsun! Guten Appetit! von Flo Seidl

Merhaba! Und iyi günler! Heut füllen wir die Weinblätter mit Reis, auf Türkisch: pirinç. Da reimt sich nur: Mit wos denn sinsch! Auch Kräuter und Tomaten sind wesentliche Zutaten. Mit Nelken, Piment und auch Zimt schmeckt es sogar dem heiklen Kind. So wickeln wir und rollen zu kleinen Weinblattstollen. Das Ganze ist auch gut fürs Karma und nennt sich schlichtweg Sarma.

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MUNDA RT

Weinblätter Wie bei so vielen Gerichten scheiden sich hier die Geister, wer es erfunden hat. Gefüllte Weinblätter stammen aus Anatolien, wo Griechen und Türken beheimatet waren. Schon zur Zeit der Hethiter, also vor mehr als 3.000 Jahren, gab es Siedlungen, die Wein anbauten und wohl schon Weinblätter füllten. Auch wenn es fertig gefüllte Weinblätter in türkischen Geschäften gibt, lohnt es sich wirklich, die Blätter selber zu machen. Weinblätter tragen viel Vitamin B6 in sich und begünstigen das Immun- und Nervensystem. Außerdem regen sie den Fettstoffwechsel an.

Das Rezept: Sarma Zutaten: 250 g frische Weinblätter, 100 ml Olivenöl, 200 g Langkornreis, 4 kleine Tomaten, 2 Frühlingszwiebel, 1 Bund Petersilie, ein paar Minzeblätter, 1 Handvoll Korinthen oder Rosinen, ½ TL Zimt, ¼ TL Piment, 1 Gewürznelke, etwas Salz & Pfeffer, ½ TL Zitronensäure oder Saft von 3 Zitronen für den Joghurt-Knoblauch-Dip: 1 Knolle frischen Knoblauch, 1 Becher Joghurt, Pfeffer, Salz, 1 Zitrone, Olivenöl Zubereitung: Die Weinblätter in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser kurz blanchieren und vorsichtig beiseite stellen. Für die Füllung die Rosinen bzw. Korinthen 10 Minuten in Wasser einweichen und dann grob hacken. Die Zwiebeln in Ringe schneiden. Tomaten in kochendes Wasser geben, bis die Schale springt und dann schälen. Ebenfalls klein würfelig schneiden. Die Kräuter waschen und fein hacken. Gewürze mit Pfeffer und Salz im Mörser fein reiben. Gemüse, Gewürze und Kräuter

mit dem ungekochten Reis vermischen und etwas Olivenöl hinzugeben. Die abgetropften Weinblätter mit der Blattunterseite nach oben auf ein Brett legen, sodass der Stiel nach unten zeigt. Blattstiel entfernen. Einen halben Esslöffel Füllung auf das untere Drittel des Blattes geben, die Seiten vorsichtig einschlagen und mit etwas Druck aufrollen. Das Blatt darf dabei nicht reißen. Die fertig gerollten Sarma in einen mit Olivenöl bepinselten Topf geben und am Schluss noch einmal mit Olivenöl begießen. Die Sarma mit einem Teller und einem Stein beschweren. Mit reichlich kochendem Wasser, in welches man etwas Zitronensäure und etwas Salz gibt, begießen und zugedeckt etwa 35 Minuten sanft wallend köcheln lassen. Das Wasser vorsichtig abgießen und anrichten. Für den Joghurt-Knoblauch-Dip hackt man den Knoblauch fein, vermengt ihn mit Joghurt und schmeckt mit Salz und Zitronensaft ab.

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Zirkus der Träume: 24. Juli bis 29. August Täglich von 9 bis 19 Uhr

E N TG E LT LIC HE E I N S C HA LTU NG

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Circus-Theater Roncalli sorgt von 24. Juli bis 29. August für ein magisches Sommerprogramm in den Swarovski Kristallwelten.

MONSIEUR MOMO und fünf weitere Ar tisten des Circus-Theater Roncalli ver zaubern von 24. Juli bis 29. August den Gar ten der Swarovski Kristallwelten.

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ie Swarovski Kristallwelten in Wattens zählen zu den beliebtesten Erlebnisdestinationen Österreichs. In 17 Wunderkammern interpretieren Künstler und Designer Kristall auf ganz eigene Weise: So fühlt sich der Besucher wie im Inneren eines Kristalls, wenn er den Kristalldom betritt. Ein besonderes Gefühl der Unendlichkeit vermittelt Chandelier of Grief, ein Infinity-Room der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, indische Lebensfreude kommt in der Wunderkammer Ready to Love von Manish Aurora auf. Im Jahr 2020 eröffnete ein weiteres Highlight, das in dieser Form weltweit einzigartig ist: Die Wunderkammer Silent Light by Tord Boontje, snowed by TechnoAlpin überrascht mit echtem Schnee und bis zu minus 10 Grad – hier ist auch im Sommer Abkühlung garantiert. SPIEL & SPASS FÜR GROSS UND KLEIN Der Zugang zum weitläufigen Außenbereich der Swarovski Kristallwelten ist

im Ticketpreis inkludiert. Hier dreht das schwarz-weiße Karussell fröhlich seine Runden und lädt zum Mitfahren ein. Besondere Höhepunkte für die kleinen Gäste sind der Spielturm, das Labyrinth oder der Spielplatz mit Kletterstrecke und Kugelbahn. ATEMBERAUBENDE AKROBATIK UND BEZAUBERNDE MOMENTE Im Sommer 2021 zieht die magnetische Anziehungskraft des Zirkus die Besucher in ihren Bann. Von 24. Juli bis 29. August bespielt das Circus-Theater Roncalli den weitläufigen Garten des Riesen. RoncalliFans treffen auf einen Liebling: Monsieur Momo, der sympathische Clown, ist einer der sechs Artisten, die täglich von 9 bis 19 Uhr mit wundervollen Überraschungen, brillanter Körperbeherrschung und faszinierenden Geschichten den Zirkus der Träume wahr werden lassen. „It’s showtime!“ heißt es 16 Mal am Tag, wenn die Artisten an den Gesetzen der Schwerkraft 52

rütteln und magische Momente wie aus dem Nichts erschaffen. KULINARISCHES VERWÖHNPROGRAMM Beim neuen Foodtruck sorgt das KulinarikTeam des Restaurants Daniels Kristallwelten für Erfrischungen und sommerliche Snacks. Im Restaurant und Café Daniels Kristallwelten wird regionale und internationale Küche angeboten. Leckere Süßspeisen, wie Torten oder Macarons aus der hauseigenen Patisserie, komplettieren das Angebot.

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EINE RUNDE KURZE, Barbara Neßler

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BITTE


Bürgermeister Georg Willi und Nationalratsabgeordnete Barbara Neßler haben der Innsbrucker Nachtgastronomie am Öffnungs­ wochenende einen Besuch abgestattet. 6020 war mit dabei und hat den feuchtfröhlichen Abend dokumentiert.

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Text: Lisa Schwarzenauer – Fotos: Franz Oss

ach mehr als einem Jahr sind am 1. Juli die Innsbrucker Clubs aus der Zwangspause zurückgekehrt. Das haben nicht nur die partyhungrigen Innsbrucker gefeiert, sondern auch Bürgermeister Georg Willi und die Nationalrätin Barbara Neßler: Zusammen mit 6020 haben sie sich am ersten Wochenende nach dem Sperrstundenende auf eine Tour durch das Innsbrucker Nachtleben begeben. Die Regeln: Bei jedem Stopp gibt es erst eine Runde Kurze, dann eine Runde Fragen.

p1 Stop

Das Nachtleben hat sich in den letzten Monaten ins Freie verlagert – wird sich das wieder ändern, jetzt, wo die Clubs wieder offen sind? WILLI: Ich glaube, dass wir beides haben werden. Im Rahmen des Runden Tisches zur Sillschlucht werden gerade verschiedene öffentliche Plätze geprüft, wo diese selbstorganisierten, spontanen Feiern stattfinden können als Ergänzung zur Nachtgastronomie, und geschaut, welche Infrastruktur es braucht, damit das, was in der Sillschlucht war, stadtnäher passieren kann – und vor allem sicherer. Solche Spontanpartys müssen in einer offenen, liberalen Gesellschaft möglich sein.

Elfriede Die Aufwärmrunde. Hier gab es aufgrund eines Missverständnisses keine Shots, aber dafür Krüge voller Weißwein und ein dramatisches Elfmeterschießen (Spanien vs. Schweiz) am Handy.

John Montagu

Stopp 2

NICHT TÄUSCHEN LASSEN, Die kleinen G läser sind nicht für Hochprozentiges, sondern Wein.

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

Jetzt geht’s los – Anstoß, wenn man so sagen will. Der Bürgermeister entscheidet sich für eine Runde Frangelico, bevor es zum ersten Mal ans Eingemachte geht. 6020: Was bedeuten Nachtgastronomie und Clubkultur für die Stadt? NESSLER: Sie sind kulturell wichtig, weil sie Boden für neue Musikrichtungen bieten, spielen aber vor allem eine wichtige soziale Rolle. Wenn man gerade mit dem Studium angefangen hat, neu in der Stadt ist, da fehlen ohne Ausgehen einfach die Begegnungen, das spontane Treffen und Kennenlernen, bei dem Freundschaften und auch Beziehungen entstehen. Clubs und Bars sind ja auch Begegnungsorte und so viel mehr als nur Orte zum Feiern.

SÜSSES ZUM START. Frangelico mit WohnzimmerFeeling im John Montagu

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NA DANN PROST: Im Kater gibt es zur Abwechslung Kur ze an der Bar.

Stopp 3

Kater Noster Wir befinden uns bereits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. In der überraschend ruhigen Hipsterhochburg in Wilten fällt die Wahl auf Berliner Luft – die richtige Grundlage, um das Thema Ausgehen zu vertiefen. Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol und Ausgehen? WILLI: Ich war in allem ein Spätzünder, mit Alkohol, mit Küssen, mit Ausgehen. Ich habe versucht, das aufzuholen, aber das hat nicht so ganz funktioniert. Der schlimmste Kater? NESSLER: Ich war in einer Bar – eh sogar hier, im Kater – und jemand hat gefragt, was ich trinken will. Aus Spaß habe ich gesagt, 20 Schnäpse. Dann ist er tatsächlich mit 20 Schnäpsen aufgetaucht, die wir dann auch getrunken haben, weil keiner von uns beiden nachgeben wollte. Das war ein böses Erwachen.

WILLI: Ich kann mich an einen Abend erinnern, danach habe ich endgültig aufgehört, das Rauchen zu probieren. Das war im Saggen, da haben wir Whiskey getrunken und Zigarillos geraucht. Ich habe damals am anderen Ende der Stadt gewohnt und musste den letzten Bus erwischen, die Alternative wäre gewesen, vier oder fünf Kilometer durch die eiskalte Nacht zu gehen. Ich bin dann losgelaufen und auf Höhe Landestheater ist mir so schlecht geworden, dass ich mich übergeben musste. Den Bus habe ich natürlich verpasst, und Geld für ein Taxi hatte ich auch nicht. Das war mir eine Lehre. Mit welchen drei Personen (lebend oder tot) würden Sie gerne etwas trinken gehen? NESSLER: Mit Simone de Beauvoir, Keith Richards und meiner Uroma. WILLI: Barack Obama, Nikolaus Harnoncourt und Johanna Dohnal. LETZTER STOPP: Im Dachsbau endet der Abend mit einer let zten Runde P fef ferminzlikör mit G eschäf tsführer Konrad Wolfgang.

BESTENS GE LAUNT UND BEI JEDER RUNDE DABEI: Barbara Neßler und G eorg Willi

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Stopp 4 p.m.k Anstoß zweite Halbzeit. Langsam geht die Party richtig los, wir müssen uns an haufenweise vor den Bögenlokalen Wartenden vorbeidrängen, um überhaupt in die p.m.k zu kommen. Dort wird in einem Hinterzimmer Obstler serviert. Welches politische Thema hat – abgesehen von der Pandemie – momentan höchste Priorität für Sie? NESSLER: Kinder, Jugend, Familie und Tourismus. Ich habe zwei Sorgen: Corona ist nicht die letzte Herausforderung, vor der wir stehen – und für die Klimakrise gibt es keine Impfung. Und im Bereich Jugend zeigt Corona gerade bestehende Probleme auf, plus psychische Erkrankungen sind extrem gestiegen – da wollen wir so schnell wie möglich reparieren und helfen. WILLI: Das Wichtigste ist, dass Innsbruck die Transformation in eine zukunftsfähige Stadt schafft. Wir haben viel gelernt aus der Coronakrise, das sollten wir mitnehmen für die Klimakrise. Die Stadt der Zukunft ist eine menschengerechte Stadt. 50 Jahre lang haben wir autogerechte Städte gebaut, das müssen wir rück- und umbauen. Innsbruck ist eine Universitätsstadt mit vielen jungen

Stopp 5

IM GESPRÄCH mit p.m.k- Obmann Chris Koubek, der sich über den Besucheransturm freut.

Leuten, aber die meisten kommen zum Studieren und gehen dann wieder – die Kunst ist, diese Leute zu halten. NESSLER: Innsbruck lebt davon, dass sich junge Leute einsetzen, und unser Job ist es, ein gutes Leben für diese Leute zu bieten. Das freie Spiel der Kräfte – Chance oder Hindernis? WILLI: Ich würde sagen, je nachdem. Es gibt Augenblicke, da denke ich mir, eine Koalition wäre super, aber es war ja auch in der Koalition schwierig. Also es ist sicher komplexer geworden, bietet aber auch neue Möglichkeiten. Die Budgeterstellung wird spannend. Mit welchen drei Politikkollegen (keine Parteikollegen!) würden Sie gerne etwas trinken gehen? NESSLER: Van der Bellen, jemand von den Tiroler Abgeordneten – die sind alle lustig und da gibt es immer guten Zirbenschnaps – und mit dem Hörl. WILLI: Mit Arbeitsminister Kocher, Jörg Leichtfried und Elisabeth Pfurtscheller.

LANGE WARTE SCHLANGEN VOR DEM CLUB? Kein Problem, wenn man mit dem Bürgermeister unterwegs ist.

Dachsbau Das Grande Finale vor dem Schlusspfiff: Auch hier ist die Schlange beträchtlich, und auch hier mogeln wir uns wieder daran vorbei (sorry, Leute, wir sind hier zum Arbeiten!). Zum Abschluss gibt es eine letzte Runde Pfefferminzlikör und Fragen, bevor der Bürgermeister ins Taxi steigt und der Rest privat in die Verlängerung geht. Was möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben? WILLI: 1.500 Studentenwohnheimplätze und 1.000 Wohnungen, und dass das Radwegenetz in Innsbruck super ausgebaut ist. NESSLER: Ich möchte zurückblicken und sagen können, dass es den Menschen durch das, was ich gemacht habe, besser geht. 57

Was hat Ihnen zuletzt schlaflose Nächte beschert? WILLI: Die Frage, ob es richtig ist, die Koalition aufzukündigen. NESSLER: Die Koalitionsverhandlungen. Über welche Entscheidung sind Sie heute noch glücklich? NESSLER: Dass ich den Mut gehabt habe, in die Politik zu gehen. WILLI: Das klingt kitschig, ist aber so: Dass ich meine Frau geheiratet habe. Danke für das Gespräch.


BEINAH PLEITE,

ABER DIE PARTY GEHT Es geht noch! Das Feiern, Tanzen, Spaßhaben. Am 1. Juli öffneten Innsbrucks Clubs nach über 460 Tagen wieder. Angefühlt hat sich das erste Wochenende wie vor der Pandemie. So ganz wie damals ist es aber nicht: Die Betreiber haben finanzielle Sorgen. Text: Melina Mitternöckler – Fotos: Franz Oss

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n der p.m.k bahnen sich zwei Jungs mit Roboter-Moves den Weg durch die ravende Menge. Jubel beim Drop. Eine Frau küsst den in Zebrastreifenleeggings gepressten DJ. Lachende Gesichter. „So geil, Mann! Sooo geil!“, kreischt einer. Knutschende Pärchen. Es fühlt sich an wie Ausbrechen.

seit Monaten mit Stadt, Land und Wirtschaftskammer (WKT). Neben den Förderungen von Bund und Land wollte man 600.000 Euro Soforthilfe plus Neustartförderung. Anfang Juni verkündete dann die Innsbrucker Stadtregierung mit einem Allparteienantrag, dass sie mit bis zu 150.000 Euro helfen will. Das Versprechen des Gemeinderats ist allerdings an finanzielle Hilfen von Land und WKT gekoppelt: Die maximal 150.000 Euro – ein Teil sofort und ein Teil beim Neustart – sollte es nur dann geben, wenn die anderen zwei genauso viel zahlen. Die besagten anderen zwei lassen aber nicht mehr viel von sich hören, schildert Lordick: „Leider ist da bisher nichts passiert. Im Land Tirol wissen wir, dass ein bisschen drüber diskutiert wird, da werden wir aber auch nicht kontaktiert. Von der WKT gibt es überhaupt keine Rückmeldung mehr.“ Das Paket werde aber gerade jetzt benötigt: Viele Clubs seien so weit im Minus, dass sie für den Neustart Geld ausgeben müssten, das sie nicht haben. Dadurch könnten Betriebe durch die Wiedereröffnung pleitegehen.

HAPPY, ABER DOCH IRGENDWIE NICHT SO GANZ.

Die Clubbetreiber können den Ansturm kaum fassen. Vor dem Jimmy’s, der Tante Emma und dem Dachsbau etwa stand man am ersten Ausgehwochenende schlangenweise an. 75 % Auslastung sind erlaubt, ab dem 22. Juli 100 %. 3G und Registrierungspflicht werden akribisch kontrolliert. Man ist froh, dass man offen hat. Sind die Clubs also wieder glücklich? Fehlanzeige. GERINGE VORLAUFZEIT, ZU WENIG GELD.

Erstens kam die Nachricht von der Öffnung erst zwei Wochen davor. „Damit haben viele Betriebe gestruggelt“, erklärt Frederik Lordick vom Dachsbau und Sprecher der Innsbruck Club Commission (ICC). Die mehr als einjährige Schließung hat die Clubs außerdem in Geldnot gebracht. Einige mussten zusperren, manchen steht das Ende eventuell noch bevor. Die ICC verhandelt deshalb

FINANZIELLE HILFEN, ABER NICHT GENUG.

Konrad Wolfgang vom Dachsbau erklärt, es habe bisher zwar viele Förderungen gegeben – vor allem vom Bund, einige auch vom Land, von der

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„Wir sind enttäuscht, dass das Neustart-Paket zwischen Stadt, Land und Wirtschaftskammer, das gerade jetzt benötigt wird, nicht zustande kommt.“

WEITER

F R E D E R I K LO R D I C K , C LU B C O M M I S S I O N & DAC H S BAU

Kammer so gut wie und von der Stadt gar keine. Trotzdem hätten die Betriebe teils mehrere Kredite aufnehmen müssen. Der grüne Gemeinderat Dejan Lukovic vermittelt zwischen ICC, Stadt, Land und WKT. Die Zahlung der Stadt habe man deshalb an die etwaigen von Land und WKT gekoppelt, weil man sich am Wiener Modell orientiert und alle Stellen in die Pflicht habe nehmen wollen. Zu den von Land und Kammer gepriesenen anderen Förderprogrammen meint er: „Das ist nicht treffsicher für Clubs.“

Kauf genommen“, sagt GR Lukovic (Grüne). Die ÖBB wollten gentrifizieren, also durch Umbau aufwerten und ärmere Mieter durch zahlungskräftigere ersetzen. Leerstehende Bögen sind derzeit um bis zu eineinhalbtausend Euro kalt ausgeschrieben, Verträge mit Clubbetreibern würden Lukovic zufolge nicht verlängert werden. Das dementieren die ÖBB nicht und bestätigen, dass sie keine Lokale mit 24-Stunden-Öffnungszeiten mehr beherbergen wollen. Das sei auch im Interesse von Stadt und Polizei. Manchem Feiernden ist vielleicht auch aufgefallen, dass die Tante Emma neuerdings bereits um 4 Uhr morgens schließt. „Seit einem halben Jahr liegt uns das Urteil des Landesverwaltungsgerichts vor“, so einer der Betreiber des Szene-clubs, der namentlich nicht genannt werden möchte. Grund seien sicherheitspolizeiliche Bedenken aufgrund von Streitigkeiten unter Gästen: zwei vor dem und einem im Club. Derzeit kämpfe man in letzter Instanz für sein Recht.

IDEEN VON SZENEEXTERNEN SCHWER UMSETZBAR.

Vor der Wiedereröffnung, zwischen Verhandlungen und ziemlich vielen Sillschlucht- und Kranebitten-Raves gab es von Szeneexternen Vorschläge, wie sich die Clubs quasi selbst retten könnten. Innsbrucks BM-Stellvertreter Johannes Anzengruber (ÖVP) hatte die Idee, den Clubs Freiflächen für Outdoorevents zu stellen. Die ICC begrüßte das Wohlwollen, umsetzbar sei das aber nicht. Clubs könne man nicht einfach außen aufbauen, außerdem war da wieder das Problem mit dem Geld: Hat man keins, ist das Risiko für Freiluftveranstaltungen riesig. Dann kam der Vorschlag, die Clubs in Cafés umzuwandeln. Manche hatten das schon gemacht, tendenziell ist aber auch das laut ICC schwierig: „Wer setzt sich schon in einen dunklen Keller?“, meinte Lordick damals.

KEINE KOHLE, TROTZDEM PARTY.

Die Clubs haben also gerade wenig bis gar kein Geld, obwohl sie von Bund, Land und Wirtschaftskammer Förderungen bekommen haben. Die Stadt wollte nun zahlen, hat sie bisher aber nicht, weil Land und WKT nicht zahlen. Seit 1. Juli sind die Betriebe wieder offen und geben Geld aus, das sie nicht besitzen. Das könnte weitere ruinieren. Ausweichmöglichkeiten gibt es für Clubs wenige. Und die Bogenmeile könnte nicht mehr lang eine Ausgehmeile bleiben. Aber hey. Zieht man derzeit durchs nächtliche Innsbruck, kann man wieder wackelige Handstände am Gehweg bestaunen, illuminiert nicken, wenn einem Wildfremde ihr Herz ausschütten, und sich vom dröhnenden Bass den Frust über die Pandemie und Geldprobleme und generell einfach alles, was blöd ist, aus dem Kopf ballern lassen. Und Spaß haben. Man darf wieder Spaß haben.

DIE BOGENMEILE GEHT LANGSAM UNTER.

Schon vor der Pandemie Thema, aber jetzt noch offensichtlicher geworden ist außerdem die Gentrifizierung der Bogenmeile: Messe-Bahnhof, Pizzerien, Cafés. Die Polizei sorgt zudem mit flächendeckender Überwachung für Sicherheit und Paranoia. „Der schleichende Tod der Bogenmeile wird nicht von der Politik aktiv betrieben, aber in

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KULTURKOMPASS Lust auf Som mer? Lust auf Kultur? Dann haben wir gute Nachrichten: Im Juli und im August feiert die Innsbrucker Kulturszene große Auferstehung mit zahlreichen Outdoorv eranstaltungen und Festivals. ­ TEXT: LISA SCHWARZENAUER

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Es wurde uns ein Sommer „wie damals“ versprochen. Was genau das bedeutet, bleibt abzuwarten, aber eines steht fest: Dieser Sommer wird für alle, die sich auch nur ein bisschen für Kultur interessieren, in jedem Fall gut. Neben klassischen Fixstartern wie den Festwochen der Alten Musik warten in den nächsten Wochen unzählige neue Festivals, Initiativen und Outdoorveranstaltungen in der ganzen Stadt darauf, entdeckt und erlebt zu werden. Wo, wann, was – das verraten wir auf den nächsten Seiten.

SUMMER IS ON.

ZEIT FÜR EINEN DAY OFF(LINE). Denn hier gibt‘s so einiges was dich vergessen lässt dein Handy zu checken. Match dich mit deinen Freunden auf dem neuen Splash Track, blobbt euch gegenseitig ins Wochenende oder rockt gemeinsam das Cable in der Wake AREA.

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6 . B I S 2 8 . AU G U ST, I M M E R WO C H E N E N D E

Disco, Diskurs & Drama – das verspricht „Alles Gute“, ein von p.m.k, Arche*Ahoi, Bäckerei und Bonanza ins Leben gerufenes Festival, das über vier Wochenenden verschiedene Orte der Stadt zu kulturellen Wohnzimmern machen wird. Neben Konzerten von Acts wie Anger, Von Seiten der Gemeinde, Fainschmitz, Mother’s Cake und Electro Guzzi wird es Workshops, Poetry Slams, Open-Mic-Sessions, Märkte, Vorträge und mehr geben. Eines der Highlights: Das Sommerfest BOTANICA im Botanischen Garten am 6. und 7. August. Standorte: Nebenplatz Landestheater, Botanischer Garten, Autobahneinhausung Amras, Bergisel, plus Pop-ups an anderen Orten

FRENCH QUARTER FESTIVAL B I S 2 8 . AU G U ST, I M M E R D O N N E R STAG S Auch ohne das klassische New Orleans Festival erklingen diesen Sommer wieder Blues, Soul und Funk in Innsbruck und verleihen der Innenstadt Südstaatenflair. Gespielt wird an verschiedenen Orten – wo genau, wird erst kurzfristig bekanntgegeben.

FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK 13 . J U LI B I S 2 8 . AU G U ST Bei den 45. Festwochen dreht sich heuer alles um das Thema „Perspektiven“ und darum, einen frischen Blick auf Musik vom 16. bis 18. Jahrhundert zu werfen. Neben Aufführungen von Opernraritäten wie „L’Idalma overo Chi la dura la vince“ von Bernardo Pasquini, dem abschließenden Cesti-Wettbewerb und dem Schlossfest Ambras wird es u. a. auch frei zugängliche Konzerte an verschiedenen Orten in der Innenstadt und auf den Bergen geben. Standorte: Haus der Musik, Schloss Ambras, Innenstadt, Seegrube, Arzler Alm und mehr

17. B I S 1 8 . J U LI Das weltweit einzige Festival auf 2.000 Metern ist zurück: Fans elektronischer Musik können auf der Seegrube bis tief in die Nacht DJ-Sets und Konzerten lauschen, tanzen, feiern und die Aussicht genießen. Wer schlafen will, kann campen – aber durchmachen ist natürlich erlaubt.

WETTE R LE UCHTE N FE STIVAL

Standort: Seegrube

HUNGERBURGTHEATER SOMMERSPIELE B I S S E P TE M B E R Im Treibhaus wartet ein wahrer Konzertreigen: Bis September finden im Rahmen der Sommerspiele täglich Konzerte aus den verschiedensten Genres statt. Highlights im Juli und August sind u. a. Granada, Rebel Musig Crew, Sharktank, Buntspecht, Cari Cari und Der Nino aus Wien.

A B 1 4 . J U LI I M M E R M IT T WO C H S , D O N N E R STAG S U N D M A N C H M A L SA M STAG S Picknick im Grünen, als Draufgabe ein buntes Kulturprogramm für die ganze Familie: Das bietet der Verein HungerBurgTheater den ganzen Sommer über bei freiem Eintritt im Stadtteil Hungerburg. Es wird u. a. Auftritte vom Feinripp Ensemble, Nina Hartmann, Herbert & Mimi und Verena Pötzl geben. Übrigens: Wer nicht selbst einen Picknickkorb packen will, kann sich bis zwei Tage vor der Veranstaltung einen an den Platz bestellen. Standorte: AK-Seehof, Wiese Theresienkirche

Standort: Treibhaus 62

© INNSBRUCK TOURISMUS/LACKNER, ROCOCOON, WETTERLEUCHTEN FESTIVAL, PROMENADENKONZERTE, HANNA FASCHING, KRAPOLDI IM PARK, C.GAIO

ALLES GUTE


KR APOLDI I M PAR K 31 . AU G U ST B I S 5 . S E P TE M B E R Eine Woche lang tummeln sich im Rapoldipark Zirkusartisten, Clowns, Puppenspieler und Straßenkünstler, um Klein und Groß mit fantasievollen Performances in eine andere Welt zu transportieren. Viele der Performances finden im Freien statt, der Rest im obligatorischen Zirkuszelt. Standort: Rapoldipark

STADTOASEN B I S 2 . S E P TE M B E R Am Wiltener Platzl gibt es den ganzen Sommer über Livemusik mit Bands und DJs, auch das French Quarter Festival und Silent Cinema werden hier Halt machen. Am Bozner Platz ist ebenfalls eine Stadtoase mit zahlreichen Veranstaltungen geplant. Standorte: Wiltener Platzl, Bozner Platz

PROMENADEN­KONZERTE B I S 1 . AU G U ST Die Promenadenkonzerte im Innenhof der Hofburg sind ein Fixpunkt im Innsbrucker Kulturkalender. Für die 26. Ausgabe konnten 32 Orchester aus Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und den Niederlanden gewonnen werden, die klassische und Orchester­ musik in all ihrer Bandbreite für die Gegenwart interpretieren.

OUTDOOR - KI N O S I LE NT C I N E M A (13 . J U LI B I S 2 6 . AU G U ST), AUTO K I N O (1 6 . J U LI B I S 1 . AU G U ST) U N D K I N O U NTE R STE R N E N (2 9. J U LI B I S 2 9. AU G U ST) Kinofans haben die Qual der Wahl: Gleich drei verschiedene Reihen bieten Filmgenuss im Freien. Beim Autokino wartet wieder eine Mischung aus Klassikern, Blockbustern und Familienfilmen (u. a. Grease, Tenet, Der König der Löwen), während die Filme für Silent Cinema vom Publikum selbst bestimmt und immer erst kurz vorher bekanntgegeben werden. Der Kinosommer im Zeughaus findet heuer ohne Beteiligung des Treibhauses statt – mehr dazu auf Seite 68. Standorte: Olympiaworld, Zeughaus, div. Locations (Wiltener Platzl, SoWi-Wiese, Rapoldipark)

Standort: Hofburg

STADTLESEN 12 . B I S 1 5 . AU G U ST Die zwölfte StadtLesenLiteraTour macht in 27 Städten Halt, unter ihnen auch Innsbruck. Das bedeutet ein Wochenende voller Literatur mitten in der Stadt: Dort gibt es nicht nur Lesungen, sondern auch gemütliche Sitzmöbel und Büchertürme mit über 3.000 Büchern zum Eintauchen und Schmökern. Standort: Maria-Theresien-Straße


PROGRAMM WA S I M JU LI SO N ST N OC H LOS I S T

FILMFESTIVAL

14. BIS 18. JULI N UTZ LOS U N D S CH Ö N DIAMETRALE IM LEOKINO

www.literaturhaus-am-inn.at

AUSSTELLUNG

BIS 3. OKTOBER VE R N I CHTU N G S ­ G E S CH I CHTE „HEXEN“ IM TAXISPALAIS

Die internationale Gruppenausstellung beschäftigt sich mit dem sozialen Konstrukt der Hexe, das zur systematischen Verfolgung und Vernichtung genutzt wurde und sich bis in die Gegenwart auswirkt, und versucht, die Figur der Hexe neu zu denken.

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© AINO LABERENZ, ANGELA ANDERSON ANA HOFFNER EX-PEVULOVIC TAXISPALAIS, VERANSTALTER

Das Filmfestival für Experimentelles und Komisches feiert sein 5-Jahres-Jubiläum mit 41 außergewöhnlichen und skurrilen Filmen, zwei Konzerten und zwei Lectures, die Konventionen mit viel Humor hinterfragen und auf den Kopf stellen.


AUSSTELLUNG

26. BIS 30. JULI U N S I CHTBAR E

„SIDETRACKED“ IM HAUS DER MUSIK

Schülerinnen der HTL für Bau und Kunst haben sich in einer Diplomarbeit illustrativ mit psychischen Erkrankungen wie Depression und Zwangsstörung auseinandergesetzt. Die dabei entstandenen Werke werden in der Ausstellung „Sidetracked“ der Öffentlichkeit präsentiert.

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PROGRAMM

HÖRSPIEL, THEATER

22. JULI 20 UHR

AUS F LUG I N D I E SCH E I B E NWE LT

„LIVE.HÖR.SPIEL: MASKERADE“ IM BRUX

Sir Terry Pratchetts Geschichte über die Suche nach einem mordenden Phantom in der Oper von Ankh-Morpork als Livehörspiel voller Dramatik, hysterischer Chordamen und wuchtiger Tenöre, gerissener Verleger und geheimer Keller, Degenduellen und anregenden Desserts, Hexen und einem Hauch Romantik. THEATER

BIS 6. AUGUST 20.15 UHR

AD E LI G E LI E B E S S O RG E N HALLER GASSENSPIELE AM BACHLECHNERPLATZL

Nach einem Jahr Pause sind die Haller Gassenspiele zurück mit der Wiederaufnahme von Molières Komödienklassiker „George Dandin oder der betrogene Ehemann“, mit dem das Ensemble 2012 den Tiroler Volksbühnenpreis gewann.

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2 x 2 TICKETS FÜR DIE VORSTELLUNG VON „FRIEDL BISON UND SEINE KINDER“

Kennwort: „Bison“ Einsendeschluss: 12. Juli 2021 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

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© VERANSTALTER, KORNFEIL/HEISL PUGH

am 15. Juli (20 Uhr) am Steudltenn Theaterfestival in Uderns


KONZERT

30. JULI 21.30 UHR

„Gebraut, Getrunken und Genossen“

CO M E BACK

Unsere Regeln

facebook.com/JollyInnsbruck

INTIMSPRAY IN DER P.M.K

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Die österreichisch-deutsche Kultband, die Anfang der 1980er mit New-Wave-Sound und brisant politischen bis satirischen Texten für Aufruhr sorgte und mit Bands wie The Clash verglichen wurde, kehrt nach 30 Jahren mit alten und neuen Songs auf die Bühne zurück.

2 8 .0 8 . 2 02 1

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DIE WELL BRÜDER

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H ER BE RT P I X N E R

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31 .07. 2021

© Sepp Pixner

3 0.07. 2 02 1


Zorba tanzt weiter Seit 1995 verwandelt sich der ZeughausInnenhof allsommerlich in Westösterreichs größte Open-Air-Kino-Bühne. Heuer gibt beim „Kino unter Sternen“, das am 29. Juli startet, erstmals Neo-LeokinoGeschäftsführerin Tanja Helm den Ton an. Ein Blick zurück und nach vorn. Text: Christiane Fasching – Fotos: Franz Oss

M

it „Modern Times“ fing alles an: Der Stummfilmklassiker von Charlie Chaplin läutete am 14. September 1995 das OpenAir-Kino im Zeughaus ein, das damals noch ein Herbstevent war. Und im Auftaktjahr sogar Schneefall zu verbuchen hatte. Leokino- und Cinematograph-Gründer Dietmar Zingl erinnert sich: „Ende September haben wir damals Fellinis ,Roma’ gezeigt: Bei 0 Grad und leichtem Schneerieseln. Das vergesse ich nie.“ Wetterkapriolen gab es seither viele: Der Tiroler Sommer hat es bekanntlich in sich. Das Publikum ließ sich in den vergangenen 26 Jahren das cineastische Vergnügen aber auch nicht von Platzregen, Sturmböen oder Kälteeinbrüchen vermiesen. Mehr als 250.000 Besucher hat das „Kino unter Sternen“ bislang verbucht. „Man kann also sagen, dass jeder Innsbrucker zumindest zwei Mal bei uns war“, lacht Zingl. Teil dieses „Uns“ war von Beginn an auch Treibhaus-Chef Norbert Pleifer, der nachgerechnet hat: „Ich habe zweieinhalb Jahre meines Lebens im Zeughaus verbracht. Deshalb kann mir niemand eine Kindsweglegung unterstellen, wenn ich mich jetzt zurückziehe.“

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„DIE LETZTEN ZWEI JAHRE WAREN HART GENUG: KINO HILFT IN KRISENZEITEN.“ TA NJA H E LM , LE O KI N O - G E S C H ÄF T S F Ü H R E R I N

FILMRISS UND FLUGSHOW. Eigentlich hätte er ja gern noch einen Sommer drangehängt und den Zeughaus-Innenhof wie im vergangenen Coronasommer mit Tischen bestückt und die Filme mit Konzerten eingeläutet. „Aber da der Dietmar, dieser Sauhund, jetzt schon in Pension geht, soll unser gemeinsames Baby die nächste Generation übernehmen“, erklärt Pleifer. Und kommt ebenfalls auf Fellinis „Roma“ zu sprechen. „Letztes Jahr haben vor dem Film ,Die Knödel’ gespielt: Da hat’s geblitzt


s l ä u f t? a W

FILM AB. Ab 29. Juli ver wandelt sich der Zeughaus- Innenhof wieder ins „Kino unter Sternen“. Unter neuer Führung kehr t dann die Reihenbestuhlung zurück.

Das detaillierte Programm des Zeughaus-Kinos (29. Juli bis 29. August) gibt es ab Mitte Juli unter

www.leokino.at

und gedonnert wie nur was. Die Leute sind aber trotzdem sitzen geblieben und haben gemeinsam gewartet, bis es finster wird. Das war eines meiner schönsten Geschenke.“ Nicht minder schön war jener Sommer, in dem bei „Casablanca“ kurz vor dem Kuss von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman der Film riss – und das Publikum frenetisch klatschte, als die Lippen dann doch zueinander fanden. „Zum Drüberstreuen ist in der Schlussszene, in der das Flugzeug abhebt, dann noch ein Flieger über Innsbruck gelandet: Und es gab zum zweiten Mal Applaus“, denkt Pleifer selig zurück. KEIN SIRTAKI-STOPP. Neo-Leokino-Geschäftsführerin Tanja Helm hat den Blick indes nach vorne gerichtet. Seit Oktober 2020 ist die Nachfolgerin von Dietmar Zingl, der sich weiterhin um die analoge Kinotechnik kümmert, für die künstlerischen Belange der Innsbrucker Programmkinos zuständig. Am detaillierten Programm des Zeughaus-Kinos, das von 29. Juli bis 29. August angesetzt ist, feilt sie noch. Bereits fixiert ist der Dokumentarfilm „What­ ever happened to Gelitin“, der Bezug auf die aktuelle

Ferdinandeum-Sonderausstellung des Künstlerkollektivs „Gelitin“ nimmt. Zudem gibt es eine Kooperation mit dem Wiener Filmfestival „Queertactics“ und ein auf die Mobilitäts-Ausstellung im Zeughaus abgestimmtes Familienprogramm, das unter anderem „The General“ von Buster Keaton und „Jour de fête“ von Jacques Tati beinhaltet. Und was ist mit „Zorba the Greek“, mit dem das Open-Air-Kino seit 1998 traditionellerweise zu Ende geht? „Das ist ein Pflichtfilm, den wir natürlich nicht aufgeben: ‚Zorba’ gehört einfach zum Innsbrucker Sommer dazu“, betont Helm, die allerdings nicht gar alles beim Alten belassen will. Bei der Programmierung will sie sich an den beliebtesten Kinofilmen von 2019 bis 2021 orientieren und auch die meistgesehenen Streifen der Leokino-Streamingliste ins Auge fassen. Schließlich wolle man „so viele Leute wie möglich anziehen“. Helm: „Die letzten zwei Jahre waren hart genug: Kino hilft in Krisenzeiten.“ ZURÜCK ZU DEN REIHEN. Gespielt wird bei jedem Wetter. Ob das Publikum zur Kassa gebeten wird oder wie im Vorjahr bei freiwilligen Spenden in cineastische Parallelwelten eintauchen kann, stand bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest. „Unser Antrag für den FrischluftFonds des Bundes wurde leider Ende Juni abgelehnt. Die Finanzierung ist damit noch nicht ganz fixiert“, erklärt Helm, die nun zwecks Sponsoring mit Stadt und Land in Verhandlung steht und hier auf Unterstützung hofft. Das Tischchen-Konzept vom Vorjahr ist übrigens wieder vom Tisch. Bestuhlt wird erneut in Reih und Glied, um bei etwaigen Coronaverordnungen rasch für die nötigen Abstände sorgen zu können. Ums leibliche Wohl kümmert sich heuer erstmals nicht mehr die Weiberwirtschaft vom Treibhaus, sondern eine junge Innsbrucker Gastronomin, die im Wochen­ rhythmus das kulinarische Angebot ändern will. Hoffentlich muss kein Glühwein auf die Karte.

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PORNO

FÜR VERRÜCKTE Die rumänische Komödie „ B ad Luck B anging or Loony Porn“ bricht nicht nur mit tradierten filmischen Erzählformen, sie ist auch hochgradig unterhaltsam. Bitterböse wird dabei die Doppelmoral einer vorurteilsbehafteten Gesellschaft entlar v t. Prämiert mit dem Goldenen Bären 2021.

Hier ist die Maske kein Schutz: Regisseur Jude entlar v t mit schar fem Blick die seelischmoralisch einfach G estrick ten.

BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN Rumänien, Luxemburg, Tschechische Republik, Kroatien

E

1 Std. 46 Min./Drama

mi und ihr Mann wollen etwas Pfeffer in ihr eheliches Sexleben bringen. Das Mittel der Wahl: ein selbstgedrehter Porno. Der ist so weit ganz gut gelungen und hat eigentlich nur einen Schönheitsfehler: Unbeabsichtigt gelangt er ins Internet und geht viral.

Regie: Radu Jude Besetzung: Katia Pascariu,  Claudia Ieremia, Olimpia Mălai

TRAGIKOMISCHE INTENSITÄT. Mit fast schon dokumentarisch-intensiver Kamera begleitet er Emi hinein ins laute und zerfallende Bukarest und zeigt dabei Aggressionsausbrüche und Absurditäten von tragikomischer Intensität. Der in drei Teile gegliederte Film bricht dabei immer wieder mit den Regeln des klassischen Erzählkinos: Im Mittelteil reiht Radu Jude scheinbar nicht zusammenhängende Fakten zu einem filmischen Kaleidoskop, das Rumänien und die ihm insgesamt gar nicht so unähnliche Restwelt als Ort der systematischen Verirrungen und Verwirrungen entlarvt. Diese Verwirrung manifestiert sich dann im Showdown des Filmes nach rund 90 Minuten, wenn sich entscheidet, ob Eni in der Schule bleiben darf. Ohne zu viel zu verraten: Das Ergebnis ist sekundär. Wichtig ist, dass „Bad Luck Banging or Loony Porn“ ein schwer zu realisierendes Genre genial mit neuem Leben erfüllt hat: das der intelligenten schwarzen Komödie. 

MORALISCH VERKOMMEN? Das ist alleine schon deshalb unangenehm, weil Emi als Lehrerin an einer angesehenen Schule eigentlich per Arbeitsvertrag „zu einer moralisch vorbildlichen Lebensweise“ verpflichtet wäre. Ein Elterntribunal entscheidet nun darüber, was zum Wohle der Kinder zu tun ist, und nimmt Emi mit kaum auszuhaltender Überheblichkeit ins Kreuzverhör. Die Lehrerin lässt sich dennoch nicht beschämen. Während sie vorgeführt wird, kämpft sie für ihr Recht auf persönlichen Freiraum. Dabei entlarvt sie nicht nur unzureichend überdeckte Vorurteile, sondern auch bisher unwidersprochen gebliebene gedankenlose Ressentiments gegen gesellschaftliche Minderheiten. Klingt ernst und streng? Ist es im Kern auch, die Form jedoch, die der rumänische Regisseur Radu Jude für seine filmische Abrechnung mit einer nur scheinbar moralischen, in Wirklichkeit aber bis in den Kern konsumorientierten und empathielosen Gesellschaft wählt, ist die der Komödie. 70

© NEUE VISIONEN FILMVERLEIH

Tex t: Kl au s Erl e r


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TEST

Wertmeister und Alltagsheld Der neue Dacia Sandero ist nicht nur optisch (endlich) gelungen, er ist auch fahrtechnisch ganz auf der Höhe der Zeit. Dass er zudem günstig ist und in vier Jahren prozentuell weniger an Wert verliert als ein Porsche, macht ihn zur Einserwahl für alle, die am Weg von A nach B bei aller Preissensibilität nicht auf Design und Fahrfreude verzichten wollen. Text: Klaus Erler – Fotos: Klaus Erler, Axel Springer

E

s war an dieser Stelle schon öfter davon zu lesen, trotzdem ist die Geschichte unverändert spannend: der Wertverlust von Autos. Ein brandneuer Dacia Sandero Stepway ist in seiner seit 2021 erhältlichen 3. Generation derzeit das Auto, bei dem man am wenigsten finanziellen Kollateralschaden erleidet. Anders ausgedrückt: Wer diesen derzeit teuersten Sandero kauft und für vier Jahre fährt, verliert nur 5.000 Euro an Wert, so zumindest rechnen die Kollegen der Deutschen „Auto Bild“, und die haben – wenn es um Zahlen geht – meistens recht (Quelle: Auto Bild 24/2021).

entspräche: Ein gut ausgestatteter Golf verliert in vier Jahren rund 15.000 Euro – also mehr als das, was der Sandero Stepway Comfort insgesamt kostet – und ein feiner 5er-BMW ist nach vier Jahren überhaupt nur mehr 44 Prozent von dem wert, was er einmal gekostet hat. Da wird es finanziell schnell ungemütlich und inhaltlich ziemlich langweilig.

Plastik, na und? In einigen wesentlich teureren Autos schaut es auch nicht ander s aus.

KEIN GRUND ZUM SCHWITZEN. Auch wenn der Wertverlust in Deutschland eine leicht andere Kurve beschreibt als in Österreich: Die Zahlen sind vergleichbar. Wer jetzt bei 5.000 Euro ins Schwitzen kommt und gleich nachrechnet, dass das ja dem Gegenwert von mindestens sechs farbenfrohen City-Bikes 72

SPRINTER STATT SCHNECKE. Damit zurück zum Werterhaltssieger, den wir als Dacia Sandero Comfort ohne den Offroad-Zierrat des Stepway testeten. Wäre dieser in bezahlbarer Vollausstattung nicht ein durch und durch tadelloses Fahrzeug, der ganze monetäre Aspekt würde ihm nicht helfen. So jedoch punktet der Dacia nicht nur beim Design, sondern auch in vielen Bereichen des automobilen Alltags: Der Dreizylinder-Turbobenziner ist trotz Hubraumschwäche derart spritzig, dass man ihm jederzeit auch 110 PS glauben würde statt der steuergünstigen 90 PS, die er tatsächlich hat. Das Kofferraumvolumen entspricht dem eines VW Polo, die Verarbeitung ist dem Preis angemessen und dennoch nicht unnötig billig. Schlecht entgratete Plastikteile gehören jetzt beim Sandero der Vergangenheit an. Und über Federungs- und Lenkkomfort lässt sich auch wenig Nachteiliges berichten.


BENZIN

A B 8 .7 9 0 EURO

Die neue, 3. G eneration des Sandero: ein Eyecatcher von vorne und hinten

DACIA SANDERO COMFORT TCE 90

LEICHT DÜNNHÄUTIG – NA UND? Das insgesamt leicht Dünnhäutige an diesem Auto wird einen nicht stören, wenn man sich das Preisschild in Erinnerung ruft. Dennoch bleibt der Sandero Comfort in manchen Bereichen recht spartanisch. Die Sitze sind für schwerere Fahrer zu weich, die Türen klingen leicht hohl und die elektrischen Fensterheber lassen sich im ganzen Auto klackend wahrnehmen, auch wenn man sie nur für hinten rechts bedient hat. Dafür gibt es gleich zwei Hilfsmittel, die einen beim Spritsparen unterstützen: Zunächst die Eco-Bewertung am MediaDisplay, die wie ein Computerspiel mit umgedrehten Vorzeichen funktioniert. Es geht nicht darum, wer am schnellsten fährt, sondern wer sich über die Parameter „sanfte Beschleunigung“ und „vorausschauende Gangwechsel“ am ökologischsten bewegt und so schließlich Punktesieger wird. Derart sensibilisiert lassen sich Verbräuche um die sechs

Digitale Spritsparhilfe „Eco - Bewer tung“: spannend wie ein Computer spiel

Liter pro 100 Kilometer realisieren und das umso leichter, wenn man zusätzlich die „Eco“-Taste als zweite Spritsparhilfe aktiviert hat. Die raubt dem Sandero zwar deutlich das Temperament, aber mindert auch die vor allem in der Stadt recht spontane und spitze Leistungsentfaltung des hellwachen Dreizylinders. Man könnte schlussendlich anhand des Dacia Sandero Comfort noch länger über die Themen „Konsumreduktion“ und „freiwilligen Verzicht“ philosophieren, aber erstens muss hier eigentlich niemand auf nichts verzichten und zweitens passt der Schlusssatz: „Mehr Auto braucht es nicht!“  73

• Motor: Dreizylinder-Turbobenziner • Hubraum: 999 ccm • Getriebe: 6-Gang • Leistung: 67 kW/91 PS • Drehmoment: 160 Nm • Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h • Beschleunigung 0–100 km/h: 11,7 sec • Länge: 4.088 Meter • Laderaum: 328 Liter • Verbrauch: 5,6 Liter (WLTP) • Testverbrauch: 6,4 Liter • Preis: ab 8.790 Euro • Preis Testfahrzeug: 14.136 Euro • Garantie: 3 Jahre/100.000 Kilometer


RÄTSEL

DER W Ü R FE L Juli 2021

DA S LÖSU N G S WO RT A

B

C

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F

G

H

I

J


D I E F RAG EN 1

Plagt Lehrbegierige: Ist am Kenntnisbrunnen zu stillen

2

Sozialistisch gesungen: Die Kontakte werden nicht binnenstaatlich gepflegt

3

Astrologisch zu sehen: Zeigt er auf Himmelskörper?

4

Selbstredend (!) ohne Zusatzstoffe

5

Da strömen Tränen: Miserable Winzerprodukte?

6

Angemessene Bezahlung: „Mein Dienst der kostet nicht die Welt, / doch ein entsprechendes …!“

7

Kleine Kränzelchen (?) von Floristen zirkular gebunden?

8

Der Barbie-Lover klingt (!), als sei er mir geläufig

9

Auf dem Gelände (!) ist für Briten was Echtes zu sehen (1–2 W.)

10

Mit der Bekanntmachung wird Ben zum Papstnamen

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Unterkunft nach dem Motto „Fahre nicht!“

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Nicht dunkel: Der Italiener sagt da nur, diese Farbe ist Azur

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Klingt (!) für uns stachelig, doch ist er bei Briten gefiedert

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Der schräge Lauf ist gefühlt übel

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Ein mal auf den Kopf gestellt wird’s zu keiner Zeit

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Übles Unwohlsein: Ihn hats dir hier umgedreht

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Kreist All-täglich: Sie hat sich hier bis in den Eissalon verflogen

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Spielt der überzeugte Single nicht nur beim Tennis

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Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

ESSAY

ERWARTUNGSMANAGEMENT Die Atemwege sind unergründlich. von Johannes F. Park

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rima: Mein neues Mountainbike ist so ten Sie diesen lauwarmen Weißburgunder als sehr leicht, man muss es vorm Kaspressknöhellen Rioja. delverzehr sicherheitshalber anhängen, Schon Cicero oder so sagte: It’s all about expectations. Das ganze Leben wird von Erwartungen damit es nicht von der Alm geweht wird. bestimmt. Manche Leute erwarten den Nicht so prima: Leider gibt es Lieferschwierigkeiten. Ist nur ein einzelner Messias. Ich erwarte, dass es in unserem I M APRI L superwichtiger Verbindungsschraufen Stiegenhaus nicht nach Hundescheiße auf der Seidenstraße liegen geblieben? riecht. Zu beurteilen, wessen Ansprüche H I E SS E S: Oder muss die Speziallegierung für den jetzt überzogener sind, überlasse ich IhAN FAN G nen. Und dem chronisch di­a r­rhö­t ischen Rahmen erst erfunden werden? Man Zwergpinscher von Top 3. weiß es nicht. Im April hieß es jedenJULI . falls: Anfang Juli. Anfang Juli hieß es Weil wir gerade bei Ansprüchen jedenfalls: August. Jedenfalls voraussind: Ich für meinen Teil habe nach der sichtlich, hieß es. Lektüre eines aufschlussreichen Artikels gerade Was mich nachdenklich stimmt: Der Verkäufer neulich meine Erwartungen an die Atmung fundamental geändert. Bisher lebte ich in der irrigen sagte am Telefon, ich solle das Rad mehr als Anschaffung für nächstes Jahr betrachten. Der Tonfall Annahme, wie der durchschnittsbegabte Mensch hatte diese Andeutung von weiterem Unheil, das so weitgehend von selbst schnauft, hat schon seine man noch nicht klar aussprechen will, aber getrost Richtigkeit. Wenn du nicht gerade Profi-Ausdauersportler bist oder dich in Presswehen windest, dachkönnte. Stichwort: Sieben Jahre sind ein stattliches te ich mir, braucht dich respiratives Tun und Lassen Alter für ein Meerschweinchen, mein Kind. Stichwort auch: Schatzi, vielleicht wird es ein bisschen nicht zu bekümmern. Ein schwerer Fehler! Man später heute. muss sagen: Wer nur so vor sich hin atmet, kann es Ein Rad für nächstes Jahr! Das nenn ich mal eigentlich gleich bleiben lassen. Es geht nämlich um Atemarbeit. Ganz wichtig geschicktes Erwartungsmanagement. Wenn die ist: Immer durch die Nase atmen! Und das ZwerchCarbon­k raxn dann im November geliefert wird, fell richtig einsetzen. Bitte befragen Sie den nächstwerde ich sie begeistert volée einwintern und mir trotzdem ein drittes Nasenloch freuen, weil das Radl gelegenen Apnoetaucher oder Oboisten hinsichtlich der Details. Zur Not reicht auch ein Arzt. Überschon da ist. Wenn Sie mich fragen, aber mich fragt ja niegangsweise. Weil wer korrekt atmet, hat keinerlei mand: Das sollten sich überforderte Gastronomen Probleme mehr. Weder seelisch noch körperlich. Leider bin ich komplett untalentiert. Und nun zu Herzen nehmen, wenn die Küche es mittags mal maximal unzufrieden. Weil mein Atem ist jetzt dopwieder nicht schafft, die Essen in angemessener pelt schlecht. Frist aus der Mikro zu holen. Lieber Gast, bitte verstehen Sie das Schnitzel mehr als frühes Abendessen. Unsere Tagesempfehlung außerdem: Betrach- jfpark@6020stadtmagazin.at 78


KEIN SOMMER OHNE DIE TIROLERIN! /tirolerindieillustrierte

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6020 Stadtmagazin | Juli 2021  

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