6020 Stadtmagazin (August 2022)

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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

21. JAHRGANG AUGUST 2022 | AUSGABE 273

Kre | a | ti | vi | tät [kreativitεt], die;

Erfindungsreichtum; Fähigkeit, aus eingefahrenen Denkweisen auszubrechen; verbindet Dinge auf andere Art und Weise; lässt Neues entstehen.

UND WIE KREATIV IST INNSBRUCK?


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Editor ial

Politik für Dummies Michael Steinlechner

Bild von Tiroler Landschaft einfügen, das beweist, dass wir an einem der schönsten Orte der Welt leben und deshalb alles nicht so tragisch ist.

Hier Parteienlogo einsetzen

Spruch, der mit den Ängsten der Bevölkerung spielt und zur Wahl auffordert, Beispiel!

Deshalb am 25. Septem ber eine siche re Zukunft w ählen!

Wir fordern: • Faire Obergrenze bei Strom, Gas und Benzin! • Keine Steuer auf heimische Lebensmittel! • 1.000-EuroKonsumationsgutschein für alle Tiroler! • Mindestlohn auf 2.000 Euro anheben!

Coro-Was?

Lockdown-Häh? Impf-Wer?

Flapsiges Statement, das zeigt, dass ihre Partei Corona für beendet erklärt hat

Hier staatstragendes Foto des Spitzenkandidaten einsetzen

D

er Landtagswahlkampf nimmt langsam an Fahrt auf und am 25. September müssen sich die Tiroler:innen entscheiden, wem sie in Zukunft die politische Verwaltung unseres Landes anvertrauen oder zumindest am wenigsten nicht anvertrauen möchten. Das 6020 Stadtmagazin ist als urbanes Leitmedium natürlich der Objektivität verpflichtet, hilft aber dennoch gerne, wo es nur kann. Deshalb bieten wir an dieser Stelle unser Universal-Wahlkampfposter zum Selberbasteln an, mit Themen, die uns derzeit wirklich beschäftigen.

Der Eindruck, der entstehen könnte, dass Parteien und Personen im Grunde völlig austauschbar und nur begrenzt relevant sind, ist natürlich keineswegs gewollt. Und vielleicht dient unser Wahlkampfvorschlag ja auch als Denkanstoß dafür, dass wir uns, wenn die wirklich großen Themen des Lebens wie Schaf und Wolf endlich geklärt sind, auch den banalen Alltäglichkeiten unseres Daseins widmen können.

m.steinlechner@6020stadtmagazin.at 3


Inhalt

Die besten ugust Events im A lick. auf einen B Seite 44

Serie:

Die Zukunft der Stadt Ein Wrap-up zum großen Finale.

Coverstory:

Wie kreativ ist Innsbruck?

Seite 20

Bilder malen und Songs texten, Kartoffeldruck und Makramee: Was gemeinhin unter Kreativität verstanden wird, unterscheidet sich maßgeblich von dem, was sie wirklich ist. Wir haben uns angesehen, wie kreativ Innsbruck schon ist, wo der Schuh drückt und bei wem man sich vielleicht eine Scheibe abschneiden könnte.

Lecker isch guat! Was jeder, der mit offenen Ohren durch die Stadt geht, längst bemerkt hat, wird auch in der Sprachwissenschaft erforscht: Der Innsbrucker Dialekt ist am Verschwinden.

Seite 10

Seite 24

Wikipedia in Innsbruck

Essen & Trinken

Warum engagiert man sich bei Wikipedia und schreibt Artikel für die freie Enzyklopädie? Porträt von TheTokl, einem Wikipedianer aus Innsbruck.

Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

Seite 26

Seite 38 4


In guter Nachbarschaft Wie in den anderen Bögen am Fuße der Mühlauer Brücke sehr unterschiedliche Mieter:innen für ihre Ideale kämpfen.

Seite 30

Fruchtig frisch

MundArt trotzt der Hitze und kredenzt erfrischendes Sorbet für Erwachsene.

Seite 42

Festival für alle

Ein

l e z t i n h c S kommt nie aus der Mode!

Das Alles Gute Festival ist zurück: An zwei Wochenenden im August kann im Botanischen Garten und am Landestheater-Nebenplatz der Sommer mit Musik, Workshops, Ausstellungen und mehr gefeiert werden.

Seite 52 IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Redaktion: Ágnes Czingulszki, Klaus Erler, Christiane Fasching, Haris Kovacevic, Jennifer Mair, Johannes F. Park, Lisa-Maria Schwarzenauer, Flo Seidl, Leonie Werus, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Grafik: Thomas Bucher, Alina Klampfer, Marco Lösch, Leopold Schweiger, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at), Cover: Addictive Stock/photocase.de Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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IM B ILD


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Bevor Neues entstehen kann, muss Altes weichen – jedenfalls dann, wenn man wie die Tiroler Versicherung seine neue Zentrale nicht auf der grünen Wiese, sondern im Stadtzentrum baut. Der künftige Gebäudekomplex Ecke Wilhelm-Greil-Straße/Gilmstraße wird das erste Bürogebäude aus Holz in Innsbruck, über 600 Quadratmeter Dachgärten inklusive.

ABRISSARBEITEN

© FRANZ OSS


AUG UST

9 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1.

9.

A N FA N G AUG UST VO M

2.

„ HE RBSTE LN“

U N D JA : KRIEG & CORONA

REDEN

MUREN

8.

3.

EINE

ORF-

H A U S H A LT S ABGABE

lieblose vegetarische Gerichte

7.

4.

FORDERUNGEN

PROBLEM­ WÖLFE

von Laura Sachslehner

6.

FAHRRADDIEB:INNEN 8

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

5.

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Wie kre ist Inns Kre | a | ti | vi | tät [kreativitεt], die;

Erfindungsreichtum; Fähigkeit, aus eingefahrenen Denkweisen auszubrechen; verbindet Dinge auf andere Art und Weise; lässt Neues entstehen.

Bilder malen und Songs texten, Kartoffeldruck und Makramee: Was gemeinhin unter Kreativität verstanden wird, unterscheidet sich maßgeblich von dem, was sie wirklich ist. Wir haben uns angesehen, wie kreativ Innsbruck schon ist, wo der Schuh drückt und bei wem man sich vielleicht eine Scheibe abschneiden könnte. Text: Leonie Wer us

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ativ bruck?

V

om Wecker am Morgen über das Ampelsystem, das den Verkehr regelt, bis hin zu unserem täglichen Begleiter, dem Smartphone – am Beginn jeder Innovation stehen immer Menschen, die schöpferisch denken und keine Angst vor dem Scheitern haben. Fakt ist: Kreativität hat viel mehr Einfluss auf unser tägliches Leben, als wir uns bewusst sind, ist Creative Director Tom Jank „Kreativität ist eine recht überzeugt. Als Mitinitiator junge Wissenschaf t und per des Projekts kreativland. tirol sieht er es unter andese eine Denkko m petenz, daher rem als seine Aufgabe, die Kreativwirtschaft in Tirol fällt eine einzigar tige Defisichtbarer zu machen. nition schwer.“ Damit das gelingt, hat er mit verschiedenen KreativTom Jank, „FÖ N“-Co-Initiator Hubs des Landes, wie WEI SRAUM, AUT, den Tiroler Kulturinitiativen, der Bäckerei und der Werkstätte Wattens den Kreativ-Summit „FÖ N“ ins Leben gerufen, der am 11

9. September im Haus der Musik erstmals über die Bühne gehen wird. Unschwer zu erraten, dass bei der Namensfindung des Events Kreative am Werk waren: Verschwunden ist es, das H, das den warmen, trockenen Windstoß vom elektrischen Haartrockner im Badezimmer unterscheidet – weggeblasen von der südlichen Brise, die in Innsbruck nicht selten für frische Luft sorgt. Auf dem Programm stehen Vorträge von namhaften Speaker:innen, die Kreativität aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und konkrete Beispiele aus der Wirtschaft, Gesellschaft und dem Persönlichen bringen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Begriff zu vermitteln und die Wirkkraft von Kreativität im Alltag zu zeigen, wie Jank erklärt: „Kreativität ist eine recht junge Wissenschaft und per se eine Denkkompetenz, daher fällt eine einzigartige Definition schwer. Wir wollen aufzeigen, dass Kreativität, wenn sie richtig eingesetzt wird, ganz konkrete


Interview mit Tom Jank

„Kreativität ist totaler Ernst“ 6020

: Herr Jank, was bedeutet Kreativität für Sie? Tom Jank : Ich würde gerne definieren, was Kreativität noch ist, also außer der Kreativität des Einzelnen à la Wickie und die Starken Männer. Mich interessiert die Kreativität als Kulturfähigkeit. Wie können wir alle kreativer werden – nicht nur eine Elite oder spezielle Grüppchen. Dann geht es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, um kreative Prozesskulturen herzustellen.

Neue Perspek tiven: Der Kreativ-Summit holt die Kreativen nach Innsbruck.

Welche Eigenschaften machen Sie zum Kreativen? Es ist die Freude am Ideenentwickeln, den Status quo in Frage zu stellen und andere Sichtweisen einzubeziehen, was mich jeden Tag antreibt. Kreative Menschen haben im besten Fall keine Berührungsund Verlustängste, stattdessen ist es die Gewinnfreude, die uns dazu ermutigt, neue Möglichkeitsräume zu öffnen – und das ohne Erfolgsgarantie.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person Tom Jank ist selbstständiger Creative Director, Markenberater und Texter und möchte frischen Wind in die Tiroler Kreativwirtschaft bringen. Als Fachgruppenobmann für Werbung und Marktkommunikation in der Tiroler Wirtschaftskammer verfügt er über ein großes Netzwerk an Kreativen, die ihm dabei helfen sollen.

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© ROBERT STAUDINGER, SCREENSHOT: KREATIVLAND.TIROL

In welchen Bereichen ist es besonders schwierig, kreativ zu sein? Kreativ sein ist überall einfach. Es scheitert immer an den Rahmenbedingungen und der Grundeinstellung. Die Politik zum Beispiel tut sich mit Kreativität schwer, denn sie ist immer auf die Gegenwart oder aktuelle Probleme fixiert und arbeitet in der Regel anlassbezogen. Politiker:innen wollen sofort konkrete Lösungen. Aber das iPhone liegt eben nicht sofort am Tisch, da braucht es viele kreative Köpfe, Erlaubnisräume, und Anlaufbudgets. Auch die Wirtschaft hat es in dieser Hinsicht nicht leicht: Wenn zwanzig Genehmigungen erforderlich sind, bevor es an die Umsetzung eines Gedankens geht, bremst das die Kreativität ungemein.


kreativland.tirol Was wie eine Internetdomäne klingt (und auch eine ist: WWW.KREATIVLAND.TIROL), ist vor allem der Titel einer Initiative der Standortagentur Tirol, die sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt hat: Tirol soll bis zum Jahr 2025 zu einem kreativen Kraftzentrum im alpinen Raum werden. Damit das gelingt, werden innovative Unternehmen mit kreativen Menschen und Kunstschaffenden verbunden, um gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft zu arbeiten.

„Wenn in einer Stadt spürbar über den Tellerrand hinausgedacht wird, dann wirk t das wie ein Magnet für junge Menschen und kluge Köpfe.“ Tom Jank

Impulse setzen kann. Es geht also nicht nur um die Kreativität des Einzelnen, wie bei Steve Jobs, Leonardo da Vinci oder Goethe, sondern darum, dass wir Kreativität systemisch besser nutzen müssen: in den Unternehmen, in den Institutionen und in der Politik.“ Die Message ist: Wer Innovation ernten will, muss Kreativität säen. Und dafür braucht es Kompetenzen wie Offenheit, Perspektivenwechsel, ganz bestimmte Rahmenbedingungen und Intuition. „Damit haben Manager:innen und Politiker:innen, die vornehmlich in Zahlen, Fakten und Perioden denken, nicht viel am Hut. Im Ideenprozess geht es aber darum, den Möglichkeitsraum zu erweitern – Logik hat da nichts verloren. Gute Kreative sind Spezialist:innen des Ungewissen.“ AUF DER SUCHE NACH DEM LEUCHTTURM. Viele interessante Städte bieten Raum für genau diese Spezialisten. Solche KreativHubs sind Zeichen dafür, dass eine Stadt lebenswert und zukunftsorientiert ist. „Wo Kreative sind, gehen Kreative hin. 13

Wenn in einer Stadt über den Tellerrand hinausgedacht wird, wirkt das wie ein Magnet für junge Menschen und kluge Köpfe“, ist Tom Jank überzeugt. Einen solchen Anziehungspunkt zu haben – das kann Innsbruck aktuell noch nicht von sich behaupten. Orte wie die Kulturbackstube Bäckerei, das Designforum WEI SRAUM, das AUT oder die Tiroler Kulturinitiativen sind hierzulande herausragend, doch was die Kreativwirtschaft und ihre grundsätzlichen Anliegen betrifft, besteht definitiv noch viel Luft nach oben, meint Jank: „Da braucht es mehr öffentliche Wahrnehmung, mehr Sichtbarkeit und eine stärkere Vernetzung in Tirol. Dass viele Kulturstätten in den letzten Jahren ihre Pforten geschlossen haben, zeigt ja auch, dass Kreatives und Kulturelles nicht gerade die größte Priorität haben.“ Was fehlt, ist also ein Leuchtturmprojekt, wie es in vielen anderen Städten schon besteht. Derzeit wird an der Ausarbeitung eines solchen kreativ. QUARTIERs für Innsbruck gearbeitet. Dabei geht es in erster Linie darum, mögliche ungenutzte Gebäude zu sichten, zu bewerten und Konzepte zu deren Nutzung zu entwickeln. Bereits seit einiger Zeit ist hier das Areal Sankt Bartlmä mit seinen sieben ehemaligen Fabriksgebäuden im Gespräch, bis Oktober soll das erste Konzept vorliegen. „Für die Politik ist es höchste Zeit zu erkennen, dass wir ein Zeitfenster haben und es uns nicht leisten können, untätig zu sein und einen solchen Ort in naher Zukunft nicht zu entwickeln“, sagt Tom Jank. Erreichen soll man diesen Ort im besten Fall mit der Bahn – und zwar über die Zugverbindung AUTline, die Innovations-Hubs und Werkstätten entlang der Westbahnstrecke der ÖBB miteinander


Vorbild Linz: In der ehemaligen Tabak fabrik hat die Kreativität Einzug gehalten.

verbindet. Quer durch Österreich können Kreative auf diese Weise ihr Know-how austauschen und von der gut ausgebauten Infrastruktur profitieren. VON ZÜNDENDEN IDEEN UND RAUCHENDEN KÖPFEN. In Innsbruck besteht Aufholbedarf, wenn man auf diesen Zug aufspringen und mit anderen Städten mithalten will, die bereits jetzt eine enorme Anziehungskraft ausüben. Als solche darf sich beispielsweise Linz schon seit mehreren Jahren bezeichnen. In der oberösterreichischen Landeshauptstadt entstehen nämlich nicht nur Stahlbleche und Chemikalien, sondern auch innovative Ideen sowie neuartige Produkte – und zwar auf einem ganz besonderen Gelände. Wo einst rund 8.000 Zigaretten pro Maschine und Mensch produziert wurden, befindet sich seit über zehn Jahren eine „universelle Fabrik der Zu„Kreative Menschen kunft“, wie ihr Direktor Chris Müller sein Herzensprojekt, brauchen Werkstätten, die Tabakfabrik, definiert. in denen sie voneinander „Kreative Menschen brauchen Werkstätten, in deprofitieren können.“ nen sie voneinander profitieChris Müller, Direktor Tabakfabrik Linz ren können. Eine solche wollten wir schaffen – und das ist uns ganz gut gelungen, denke ich“, schmunzelt der Multiunternehmer, der dem 2009 stillgelegten Fabriksgebäude gemeinsam mit seinem Team neues Leben eingehaucht hat. Dass dabei im Herzen von Linz Geschichte geschrieben 14

wird, hat anfangs kaum einer geglaubt – die meisten hätten das riesige Areal für viel zu groß gehalten. Doch wie ist die Tabakfabrik, auf deren Areal heute 3.000 Menschen arbeiten, zu einem der führenden kreativen Zentren Europas geworden und was kann sich Innsbruck von ihrer Erfolgsgeschichte abschauen? WOHLFÜHLATMOSPHÄRE. „Zu Beginn waren wir uns selbst nicht ganz sicher, was aus den alten Gemäuern werden soll. Doch dann haben wir einfach Menschen eingeladen, mit dem Areal zu spielen, und die Sache hat ihren Lauf genommen“, erzählt Chris Müller. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eine ziemlich komplexe Angelegenheit. Laufend melden sich neue Start-ups, Einzelunternehmen oder Organisationen und wollen mit neuen Ideen Teil der Tabakfabrik werden. Das Konzept, nach dem die Mieter:innen dann schlussendlich auserkoren werden, ist vereinfacht dargestellt folgendes: Mieterin A und Mieter B werden gefragt, welcher Mieter C sie in ihrer aktuellen Situation weiterbringen könnte. Mieter C sieht dann Entwicklungsmöglichkeiten in einem ganz bestimmten Mieter D, der daraufhin ebenfalls einziehen darf. Letztendlich sind es die Gemeinschaft und die besondere Atmosphäre, die die Kreativen anziehen: „Die Leute sollen nicht nur bei uns arbeiten, sondern auch leben. Wenn jemand um zehn Uhr abends


Interview mit Chris Müller

„Ein Ort der Gebote und nicht der Verbote“ 6020

: Herr Müller, eine Stadt bietet Flächen für Graffiti­ sprayer:innen und Strassen­ künstler:innen. Ist es damit bereits getan oder braucht es doch mehr, damit sie sich kreativ nennen darf? C hris Müller: Als Kreativer fühle ich mich dann in einer Stadt gut aufgehoben, wenn sie sich immer wieder selbst erneuert und verschiedene Lebensformen anzieht. Ein Ort der Gebote und nicht der Verbote, an dem Handschlagqualität und Offenheit herrschen, an dem eine bunte Mischung zusammen an den Fragen der Zukunft arbeitet – dort kann wirklich etwas weitergebracht werden.

Die Tabakfabrik gilt als Leuchtturm­ projekt der österreichischen Kreativ­ wirtschaft. Was ist ihr Erfolgsrezept? Die drei wichtigsten Zutaten sind der Raum mit seiner ganz besonderen Atmosphäre, die Menschen und nicht zuletzt die Ökologie, also das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten. Das Salz in der Suppe macht die Toleranz, mit der man sich auf dem Gelände begegnet.

© GERHARD GRUBER, FRITZ BECK, IGITAL-MEDIA

Im Homeoffice arbeitet es sich doch auch ganz gut. Warum ist es so wichtig, kreative Menschen zusammenzubrin­ gen? In der heutigen Zeit gibt es eine Menge großer Fragen zu lösen. Diese zu beantworten, kann manchmal ganz schön knifflig sein – da hilft es einfach, sich auszutauschen und das Problem vielleicht einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Vielen Dank für das Gespräch.

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Zur Person Chris Müller hat als gelernter Tischler und Treppenbauer von der Gastronomie über die Lebensmittel- und Stahlindustrie bis hin zum Feuerschützer und Theaterintendanten so einige berufliche Stationen durchlaufen. Seit 2012 ist der Multiunternehmer als Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz maßgeblich an deren Erfolgsgeschichte beteiligt und wird sein Know-how auch am Kreativ-Summit weitergeben.


Die Tabakfabrik in Zahlen 341

3.000

Jahre war das Gelände Produktionsort, zuerst von Textilien und später von Tabakwaren.

m2

70.000 Quadratmeter an überdachter Nutzfläche bietet das Gelände – genug Platz, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz – sechsmal so viele wie zum Ende der Zigarettenproduktion.

100

Jugendliche drücken hier die Schulbank, genauer gesagt, im ersten Gymnasium für digitalen Humanismus.

17 Millionen

Euro hat die Stadt Linz bezahlt, um das Areal vom japanischen Eigentümer zurückzukaufen, als dieser die Produktion einstellte.

400.000

Menschen haben in den vergangenen vier Jahren rund 450 Veranstaltungen auf dem Areal besucht.

250

Organisationen, Unternehmen und Start-ups sind in der Fabrik angesiedelt.

500 Menschen sollen im Jahr 2025 unter dem Dach der Fabrik wohnen können. 16

5.000 Arbeitsplätze sollen es einmal werden.

600

Interessierte würden sich gerne in der Tabakfabrik ansiedeln – eine Zahl, die von ihrer immensen Anziehungskraft zeugt.


FÖ N. Ein Kreativ-Summit gegen die Schwerkraft Freit ag, 9. 9. 2022 Ha u s der M u sik

Gemeinsam mit zahlreichen Partner:innen vor Ort (aut. Architektur, TKI. Tiroler Kulturinitiativen, Die Bäckerei, WEI SRAUM-Designforum Tirol, Werkstätte Wattens) und institutionellen Unterstützern (Wirtschaftskammer Tirol, Standortagentur Tirol/Lebensraum Tirol Holding) wurde ein Programm erarbeitet, das die Diskussion des Themas „Kreativität und Transformation“ auf eine neue Ebene heben und globale Themen mit lokalen Besonderheiten des alpinen Raums verbinden soll. Der Summit will Kreativität als öffentliches Anliegen abseits oberflächlicher Klischees präsentieren und eine Bühne schaffen für kreative, engagierte Menschen und all jene, die in der Transformationskraft von besseren Ideen einen wichtigen Zukunftsanker sehen.

Frischer Wind für Innsbruck: Am 9. September sind der Kreativität keine G renzen geset zt.

nach sieben Meetings und drei Videokonferenzen noch nicht nach Hause geht, sondern mit seinen Kolleg:innen im selben Gebäude noch auf ein Bier geht, dann haben wir unser Ziel erreicht“, findet Müller. DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT. Obwohl man in Innsbruck zurzeit von einem solchen Vorzeigeprojekt nur träumen kann, ist noch lange nicht aller Tage Abend. In der Landeshauptstadt gebe es nämlich schon jetzt unglaublich viele kreative Köpfe, denen man lediglich eine Plattform bieten müsse, analysiert Chris Müller. Und nicht nur das: Durch die besondere topografische Lage sei hier ein gigantisches Grundwissen vorhanden, wenn es um die Natur geht: „Themen wie Lawinengefahr werden uns in Zukunft beispielsweise immer mehr beschäftigen und nach Innovationen verlangen – da ist man in Tirol bereits ganz vorne mit dabei.“ In Innsbruck schlummern also durchaus Potenziale, die es nun hervorzuholen gilt, darüber sind sich Tom Jank und Chris Müller einig. Denn wie schon Albert Einstein sagte: Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat. Und Spaß haben wollen wir doch alle?

Speaker:innen: Wolf Lotter, Michael Matthiass, Elisabeth Schweeger, Jens Uwe Meyer, Sonja Zant, Matthias Pöll, Maria Dietrich, Chris Müller, Anna Schneider und Stefan Klein.

© STADT LINZ, FÖ N-SUMMIT 2022/IN THE HEADROOM

Infos & Tickets: WWW.KREATIVLAND.TIROL/FOEN (Online-Ticketverkauf startet am 8. 7. 2022)

Auf der näch s t e n Seit e: In t er vie w m it Wolf Lo t t er 17


„Das Einzigartige fasziniert“ Autor, Kolumnist und Keynoter Wolf Lotter ist einer der Speaker beim Kreativ-Summit in Innsbruck. 6020 hat er verraten, worauf es bei Kreativität ankommt und warum sie für jeden von uns wichtig ist. Int erview: Haris Kovacevic

6020

: Herr Lotter, was bedeu­ tet für Sie Kreativität? Wolf L otter: Erst mal ist Kreativität die Fähigkeit, ein Problem zu lösen. Problem heißt dabei nicht nur ein sorgenmachendes Defizit, sondern auch eine bisher nicht gemachte Entdeckung, eine Idee, eine Lösung, „Alles, was auto matidie aus dem Kopf des Kreativen sier t werden kann, wird kommt. Ein Installafrüher oder später auch teur kann in diesem Sinne also sehr auto matisier t.“ kreativ sein, eine Wolf Lotter Tischlerin auch, und ein Autor, der nur andere nachahmt, gar nicht. Heutzutage wird das nur merkwürdig zugeordnet. Kreativität wird oft mit Kunst und künstlerischem Schaffen in Verbin­ dung gebracht. Warum ist das so? Das 18

hat etwas mit der Rolle des Originals in der Industriegesellschaft zu tun. Bis vor 250 Jahren hatten wir vorwiegend eine Produktion von Originalen. Ideen, die geklaut wurden, Vorbilder und Ideale gab es schon damals, aber das Reproduzieren stand nicht so stark im Fokus. Das änderte sich durch das Aufkommen der Fabriken, als Normen, Standards und die Massenproduktion die Überhand gewannen. Die Geburtsstunde der Stangenware sozusagen – auch beim Thema Problemlösungen. Wurde die Kreativität damals aus dem Alltag also verdrängt? Nicht ganz. Dichter:innen, Maler:innen, Künstler:innen allgemein hatten immer noch den Anspruch, kreativ zu arbeiten. Doch so richtig gelohnt hat es sich nicht. „Der arme Poet“ von Carl Spitzweg zeugt beispielsweise davon. Kreative Produkte waren nicht mehr gefragt. Industriepro-


„Zukünftig wird nur kreatives Arbeiten als Arbeiten angesehen werden.“ Wolf Lotter

men anderer. Kreative Menschen wirken manchmal etwas nerdig, was aber mit ihrer Fähigkeit, viele Eindrücke aufzunehmen, und ihrer niedrigen Latenzhemmung zu tun hat. Ich nenne solche Leute oft „Gestörte“, weil sie bei ihrer Konzentration ständig gestört werden.

© KATHARINA LOTTER

dukte versorgten die Massen – waren aber unpersönlich. Marketing und die Werbeindustrie sollten das ändern: Dem „Industrieprodukt eine Aura geben“, nannte es beispielsweise Walter Benjamin. Da war wieder Kreativität gefragt, die den Produkten den Touch von Unikaten verleiht: Wir beobachten das heute bei Appleoder Tesla-Produkten. Das Einzigartige fasziniert den Menschen. Und das ist das Tolle an Kunst: Das Originäre, Einmalige, Persönliche ist am wertvollsten. Ist Kreativität auch in unserem Privat- und Berufsleben wichtig? Ohne Kreativität gibt es keine Problemlösung, keine Innovation, keine Fragen, die dazu führen. Neugierde als Triebmittel der Kreativität zeigt Auswege, deutet Alternativen zum Istzustand an. Für Kreativität braucht es Leute mit Neugier und Interesse an ihrer Umwelt und an Proble-

Was bewirken diese Kreativen? In unserer Wissensgesellschaft werden unkreative Tätigkeiten von Robotern und Algorithmen erledigt. Alles, was automatisiert werden kann, wird früher oder später auch automatisiert. Uns bleibt nur das Schaffen origineller Ideen, Produkte, Lösungen. Der Mensch denkt und lenkt, weil er neugierig ist, und daraus ersinnt er immer Neues. Welche Vorurteile gegenüber Kreativität nerven Sie am meisten? Dass es sich dabei um Luxus für Unternehmen handelt. Wer so denkt, wird untergehen – und zwar zu Recht und hoffentlich bald. Letztlich braucht ein Unternehmen stets eine Zufuhr von neuen Ideen und Perspektiven. Wer immer nur das Gleiche macht, ist ein Bürokrat und schafft bürokratische Strukturen – das sind Arbeitsfelder, in denen wenig bis gar keine Eigeninitiative und Kreativität gefragt ist. Diese Bürokrat:innen überleben nur, weil kreative Bürger:innen das Rad am Drehen erhalten. Zukünftig wird nur kreatives Arbeiten als Arbeiten angesehen werden. Ersteres wird der Automatisierung zum Opfer fallen. 19

Wo ist Kreativität sonst noch von Nutzen? Ich hatte mal einen Kollegen, der fand, Kreativität bei einem Chirurgen wäre ja lebensgefährlich. Nun war das ein Kollege, der allgemein für seine Einfallslosigkeit bekannt war. Fragen Sie einmal einen Chirurgen, wie oft es vorkommt, dass er bei komplexen Eingriffen improvisieren muss, weil das klassische Muster nicht geht. Vermeintliche Zweifel an der Kreativität hegen immer Leute, die es gewohnt sind, Probleme zu verwalten, statt sie ernsthaft anzugehen – eine sehr bequeme Arbeits- und Lebensweise. Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person Wolf Lotter ist Autor, Kolumnist, Journalist und Keynoter mit den Schwerpunkten Transformation und Innovation. Er ist für tazFuturZwei und den „Standard“ tätig und Mitglied im Publikumsrat des ORF.


S E R I E

die Zu ku n ft d e r Stadt

Das grosse Finale Ein Jahr lang haben wir uns in dieser Serie mit der Zukunft der Stadt beschäftigt. Zum Abschluss gibt es ein Wrap-up mit den interessantesten Ideen, Konzepten und Erkenntnissen.

Ist die autofreie Innenstadt m glich?

Im Sommer vergangenen Jahres preschten die Grünen mit einer Forderung vor, die sowohl bei Anhänger:innen als auch Gegner:innen für Gänsehaut sorgte: Innsbrucks Innenstadt soll sukzessive autofrei werden. Eine dafür in Auftrag gegebene Studie lieferte Zahlen und einen Weg, wie das Ziel erreicht werden könnte: Im Innsbrucker Stadtzentrum sind aktuell 100.000 Quadratmeter nur für Parkplätze reserviert. Das entspricht rund 10.000 Parkplätzen und einer Fläche von 10 Fußballfeldern. as in der Studie untersuchte Konzept sieht vor, vorerst weniger D als 10 % dieser Parkplätze (Kurzparkzone und Anwohnerparkplätze) aus den Parkzonen X und Y in angrenzende Bereiche und unter die Oberfläche zu verlagern und das Verkehrssystem im Zentrum nach dem Prinzip „Zufahrt statt Durchfahrt“ umzuorganisieren. afür müssten u. a. Kurzparkplätze aus den angrenzenden D Parkzonen in reine Anrainerparkplätze umgewandelt werden.

ERMÖGLICHT VOM VVT nstelle der Parkplätze sollen neue Gastgärten, RadweA ge, konsumfreie Aufenthaltsräume und Grünflächen entstehen.

Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.

Davon nicht betroffen: Lieferungen, Taxis, Behindertenparkplätze und Berufsparken (soziale Dienste wie Essen auf Rädern, Pflegepersonal etc.).

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Die Uni der Zukunft

Unter dem Titel „Universities without walls: A vision far 2030“ hat die Europäische Universitätsvereinigung (European University Association, EUA) im Feber 2021 ihre Ideen und Prognosen für die Zukunft der Hochschulen veröffentlicht, um den europäischen Hochschulen dabei zu helfen, ihre eigenen Visionen und Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Hier geht es zur Publikation:

Alternative Wohnkonzepte

Fritz Matzinger ist Architekt und baute bereits 1975 in Linz seinen Prototyp für gemeinschaftliches Wohnen. Er ließ sich auf seinen Reisen von der Lebensart unterschiedlicher Kulturen inspirieren und lebt selbst in einem seiner Atrienhäuser. Mehrstöckige Wohneinheiten sind dabei um das winterfeste Atrium gruppiert, das zum Aufenthalt einlädt. Für den Architekten profitieren alle davon: „Dann habe ich verbindende Situationen, die Kinder können dort spielen, die Erwachsenen plaudern, auch die alten Leute, die wenig sozialen Anschluss haben.“

Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) hat im Sommer 2020 für den Hochschulbereich relevante Entscheidungsträger:innen und Interessenvertreter:innen eingeladen, in die Zukunft zu blicken. Die Ergebnisse wurden in der Publikation „Hochschulen von Morgen“ veröffentlicht, die hier zu finden ist:

Diese dichte, aber durchdachte Wohnweise könnte eine Alternative zu den Einfamilienhäusern im Innsbrucker Speckgürtel sein.

Was macht eigentlich die Innsbrucker Stadtplanung?

“Man muss sich als Hochschule fragen, wofür man steht.“

Die Innsbrucker Stadtplanung hat 29 Mitarbeiter:innen und ist in fünf Referate gegliedert.

Andreas Altmann, Rektor MCI

Bauberatung Will man baulich etwas verändern oder am Haus kleine Erweiterungen vornehmen, kann man hier Auskunft darüber erhalten, was im Hinblick auf den Flächenwidmungs- oder Bebauungsplan alles möglich ist. Erarbeitung von Bebauungsplänen Wie hoch darf ein Gebäude sein? Wie weit kann es an die Straße heranrücken? Fragen wie diese werden im zweiten Referat geklärt, das auch die politische Ebene bespielt. Alle paar Wochen gibt es eine Sitzung mit einem politischen Gremium, in der neue Bebauungspläne und Projekte vorgestellt werden. Projektgestaltung und Ortsbildschutz Hier geht es um Städtebau, Architektur und darum, wie Gebäude aussehen sollen. Zu diesem Zweck schreibt das Referat Wettbewerbe aus und überprüft die Einhaltung der eingeforderten Qualitäten.

Zukunftsmusik in der Gastro schon heute

Stadtentwicklung und Raumplanung

Neben vielen fleißigen Händen helfen im Yami Asia im Greifcenter auch zwei Roboter bei der Bewirtung der Gäste und liefern einen Vorgeschmack darauf, wie immer mehr Technologie in der Gastronomie Einzug halten könnte.

Alle zehn Jahre wird ein neues Raumordnungskonzept eingereicht. Dieses zeigt auf, wo in der kommenden Zeit Entwicklungen stattfinden und wie diese aussehen sollen. Strategie und Integration Hier werden zum einen all jene Themen aufs Tapet gebracht, die noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Es geht um Erstvorschläge und um grundsätzliche Zielsetzungen. Zum anderen beschäftigt man sich mit sozialen Themen: Wie kommen Menschen in Innsbruck an? Wie schafft man es, dass sie sich gut integrieren können? 21


Kann man aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen? „Man könnte aus der Geschichte lernen. Aber es ist nicht so, dass sich Dinge eins zu eins wiederholen“, erklärte Lukas Morscher, Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs, im Interview. „Es geht um Mechanismen, die noch mal passieren, weil sie systemimmanent sind.“ Als größten Einschnitt für die Stadt bezeichnete der Historiker den Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz. Und welche Ereignisse haben Innsbruck außerdem geprägt? Lukas Morscher: Das waren im Mittelalter Stadtbrände, gelegentlich auch Überschwemmungen. Der markanteste Einschnitt waren die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Innsbruck ist nach Wiener Neustadt die prozentuell am stärksten zerstörte Stadt Österreichs, mit fast 60 Prozent beschädigtem oder zerstörtem Wohnraum. Weitere für die Stadt wichtige Prozesse waren die Eingemeindungen der Umlanddörfer. Das waren 1904 Pradl und Wilten, später Hötting bis hin zu Arzl, Vill und Igls. Als die Eisenbahn gebaut wurde, musste das Gemeindegebiet geändert werden, sonst hätte der Bahnhof „Wilten“ geheißen. Die Eingemeindungen haben das Wachstum von Wirtschaft, Bevölkerung und Wohnraum möglich gemacht.

Alles super dank E-Autos?

“Die gr sste Veränderung für Innsbruck und Tirol war für mich unbestritten der Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz.“ Stadtarchivar Lukas Morscher

Mit den E-Autos sind längst nicht alle Probleme der urbanen Mobilität gelöst. Der enorme Platzbedarf von privatem Pkw-Verkehr bleibt bestehen und eine funktionierende Ladeinfrastruktur in Städten muss erst aufgebaut werden, wo und wie genau, ist nicht ganz klar. Derzeit scheint die Entwicklung, in Richtung „Schnellladen“ zu gehen, eine Lösung, auf die auch Branchenriese Siemens mit seinem „Sich­ arge D“-System setzt. Bestehende Tankstellen ließen sich um E-Ladesäulen ergänzen, die über Hochvolttechnologie die Batterien der E-Fahrzeuge in wenigen Minuten wieder auf 80 Prozent Leistung bringen. E-Tankstellen könnten zudem zum platzsparenden innerstädtischen Ladehotspot für den Individualverkehr werden. Damit dieser auch in Zukunft rollen kann, haben Autohersteller wie Citroën oder Opel bereits E-Autos wie den Ami und den Rocks-e entwickelt, die optisch wie aus einer anderen Welt wirken und sich bei Platz (2,41 Meter Länge!), Strombedarf, Wendekreis und Kosten ganz klein machen. So werden in Zukunft wohl die wahren Autohelden der Innenstädte aussehen.

Alt werden in der Stadt der Zukunft Um den Andrang auf Pfle geeinrichtungen abzumildern, werden barrierefreie Innenstädte und Wohnräume immer wichtiger.

d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

Stichwort: Smart City

Eine allgemein anerkannte und eindeutige Definition für eine Smart City, also eine intelligente Stadt, gibt es derzeit nicht. Vielmehr umfasst der in den Nullerjahren entstandene Begriff sämtliche Konzepte und Ideen, mit denen Städte anhand von modernen Technologien effizienter, nachhaltiger und ganz einfach lebenswerter werden sollen. Die südkoreanische Zukunftsstadt Songdo ist grün, smart und bis ins kleinste Detail geplant. Da kann Innsbruck nicht mithalten. Aber Ansätze gibt es auch bei uns – zum Beispiel eine Kläranlage, die mehr Strom erzeugt als sie verbraucht. Oder E-Busse, die kommendes Jahr bei den IVB im Linienbetrieb eingesetzt werden sollen.

Von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Senior:innen freiwillig übernehmen, prof itieren sowohl die eigene Psyche al s auch soziale Projek te.

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Damit ältere Menschen in einer digitalisier ten Zukunf t bestehen kön nen, braucht es IT- Kur se, zuge schnit ten für Senior:innen.


Was ist Vertical Farming?

Auch wenn vieles noch in den Kinderschuhen steckt, zeichnen sich manche Vorteile des vertikalen Anbaus bereits deutlich ab. Zum einen würde die Produktion in oder am Rande von Städten viele Logistikprobleme lösen. Zum anderen haben Versuchsprojekte und Simulationen gezeigt, dass:

Kinderfreundliches Prag

... Wasserbedarf um bis zu 95 % reduziert werden kann. ... 95 % weniger Dünger eingesetzt werden muss. ... mehrere Erntezyklen in einem Jahr möglich sind.

In einem Ranking vom Feber 2022 wurde die tschechische Hauptstadt zur kinderfreundlichsten Stadt Europas gekürt. 280 Museen machen Prag zur Kulturmetropole und bieten jede Menge Möglichkeiten, auch den Jüngsten Kultur näherzubringen. Ganz vorne mit dabei: Das LEGO-Museum, das Museum der Sinne, das Spielzeugund das Schokoladenmuseum. „Wasser marsch!“ heißt es im größten Aquapark Mitteleuropas, dem Aquapalace. Die Anzahl der Wasserund Vergnügungsparks in Prag ist fünfmal so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Sicherheit wird in der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt großgeschrieben. Hinter Zürich, München und Zagreb gilt Prag als viertsicherste Stadt in Europa. Gute Luftqualität ist für Kinder gleichermaßen wichtig wie für Erwachsene. Nach Kopenhagen, Helsinki und Edinburgh hat Prag die beste Luftqualität des Kontinents, was die Hauptstadt Tschechiens zur idealen Destination für all jene macht, die einmal tief Luft holen wollen.

... die Reisproduktion in einem 20-stöckigen Gebäude 200-mal mehr Ertrag pro Flächeneinheit liefern kann als im Freien.

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Lecker isch guat! Was jeder, der mit offenen Ohren durch die Stadt geht, längst bemerkt hat, wird auch in der Sprachwissenschaft erforscht: Der Innsbrucker Dialekt ist am Verschwinden. Dialektforscherin Yvonne Kathrein erklärt das Wie und Warum. Text: Klaus Erler – Fotos: Axel Springer

S Das Dialektarchiv

Das Dialektarchiv (www.tiroler-dialektarchiv.at) will den Tiroler Dialekt dokumentieren und archivieren. Das geschieht unter anderem mit Dialektsammlungsbüchern wie im Foto oben zu sehen. Das Archiv kann den Dialekt aber nicht bewahren, da jeder heimische Dialekt einem stetigen Wandel unterliegt und unterliegen muss. Aktuell arbeitet das Dialektarchiv gerade an einer Smartphone-App, die tirolweit die dialektalen Sprachrealitäten abfragen will.

poar da dei deppats Gred, du Rattler.“ Wer derart von einem in Rage befindlichen Innsbrucker adressiert wird, empfindet möglicherweise zweierlei: erstens einen intensiven Fluchtreflex aus einer offensichtlich angespannten Gesprächssituation und zweitens die glasklare Einsicht, dass jeder wirklich jeder Dialekt schützens- und bewahrenswert ist, nur nicht der Innsbrucker Stadtdialekt.

eigentlich zum Ausdruck gebracht wird. Das mag einer der Gründe sein, warum der Innsbrucker Stadtdialekt in den letzten Jahren immer weniger in seiner Reinform zu hören ist und er es auch zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht hat, der ein mögliches Aussterben nahelegt: „Der in Innsbruck gesprochene Dialekt gehört der südbairischen Dialektgruppe an ... Ein typisches Kennzeichen des Dialektes dieser Region ist das sehr hart ausgesprochene ,K’. Wie in allen anderen österreichischen Großstädten ist der Dialekt in Innsbruck im Rückzug; jüngere Innsbrucker sprechen meist nur noch leichten Dialekt oder Stan-

DIESER DIALEKT IST DIE HÄRTE. Der eingangs zitierte Warnsatz meint eigentlich nicht mehr als: „Vermeide sinnloses Gerede, du schlecht angezogener Mensch in prekärer Arbeitssituation.“ Da dieser Satz allerdings in scharfen Gutturallauten vorgebracht wird, bekommt er eine ganz eigene Dynamik, die von außen Zugereiste oft eher als „Ohrenbeleidigung“ denn als eine sprachliche Abart des Deutschen wahrnehmen. Dieses harte Wesen des hiesigen Stadtdialekts verändert sich leider auch nicht wesentlich, wenn die auszudrückende Gefühlsregung deutlich positiver ist. „I kannt di obussln“ klingt immer noch mehr nach scharfer Drohung als nach der liebevollen Freudensbekundung, die hier

darddeutsch.“ (Quelle: Wiki­ pedia, Eintrag: Innsbruck, Punkt 2: Dialekt) SCHÖN SPRECHEN! Dazu befragt, verweist Yvonne Kathrein – Leiterin des Tiroler Dialektarchivs der Universität Innsbruck – zunächst auf eine am Institut verfasste Diplomarbeit von Irina Windhaber, die 2012 die Innsbrucker Jugend­ sprache und ihre Prägung durch den Dialekt untersucht hat. Die Diplomandin fand über qualitative Interviews heraus, dass die Verwendung des Stadtdialekts wesentlich vom tatsächlichen oder gewünschten sozialen Status der Eltern und der Schule abhängt: „Windhaber zeigte, dass der Innsbrucker Dialekt

Zur Person Mag. Dr. Yvonne Kathrein ist seit 2016 die Leiterin des Tiroler Dialektarchivs, das zum Institut für Germanistik der Universität Innsbruck gehört. Eines ihrer derzeitigen Hauptprojekte, das sie gemeinsam mit ihrer Kollegin und einem Mitarbeiter betreut, ist die Erstellung von Online-Dialektkarten aus handschriftlichen Sammlungen von über 120 Gemeinden aus Nord- und Osttirol.

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Innsbrucker Dialektsammlung

sierung und Globalisierung der Alltagskultur. „Eltern und Kinder sind nicht nur beim Reisen sehr mobil, auch das Denken und folgend das Reden wird von den medial vermittelten, weltweit dominierenden Jugendkulturen mitgeprägt.“ Und die kämen halt nicht aus Pradl oder Hötting, sondern aus Berlin, Portland oder London. Wichtig im Spracherwerb sind Kathrein zufolge zwar zuerst einmal die Eltern, dann aber die sogenannte Peergroup, also die Freund:innen. Kathrein: „Wenn die dann finden: „Ålta, die Cola is aba lecker“, dann ist des Cola eben nicht guat! Yvonne Kathrein glaubt dennoch nicht an ein endgültiges Verschwinden des Innsbrucker Dialekts: „Internationalisierung und Globalisierung haben im Sinne der Identitätsfindung auch einen Gegentrend bewirkt. So hat der Dialekt nun andere Domänen erobert, etwa in Social-Media-Kanälen oder im Musikbereich.“ Wer wissen will, welche Ausprägungen das annimmt, kann das unter anderem bei „Von Seiten der Gemeinde“ nachhören oder mag sich die Mühe machen, auf YouTube

Dialek tsammelbuch: Auf dieser Seite f inden sich 13 Dialek tbegrif fe aus bäuerlichen Sachbereichen, ver fasst in der Lautschrif t Teuthonista, festgehalten bei Thaurer Bäuerinnen und Bauern in den 1970 er-Jahren.

umso weniger verwendet wird, je elitärer das Selbstbild der Schule und der Eltern ist“, erklärt Kathrein. Die derzeitige urbane Tendenz, Kinder eher zur Schule gehen zu lassen als sie in einem Lehrberuf auszubilden, führt also nicht nur zu einem Fachkräftemangel, sondern auch dazu, dass diejenigen, die keine Fachkräfte mehr sein werden, zumindest schöner sprechen. „ISCH“ IS AM ENDE. Wie genau der Innsbrucker Stadtdialekt dabei langsam verschwindet, erklärt Yvonne Kathrein über vier Parameter: „Windhaber untersuchte in ihrer Diplomarbeit die Partizipien auf g: ‚braucht, denkt oder trunkn – wie es der Dialekt eigentlich nahelegt – wird zunehmend zu ‚gebraucht, gedåcht und getrunkn’.“ Noch wesentlich stärker zeigt sich diese Tendenz, standardnäher zu sprechen, bei der „Variable St“, wobei das dialektale „Sch“ zugunsten eines „St“ verschwindet. Kathrein: „Da gibt es dann plötzlich keine ‚Schweschta’ mehr, die zum ‚Poschtkaschtl

geat’, sondern eine ‚Schwesta’ die zum ‚Postkastl geht’.“ Auch das Verb „ist“ in seinen mannigfachen Reflexionsfomen ist hiervon betroffen: „isch“ wird zum „is“. Und zu guter Letzt muss auch noch der Konjunktiv daran glauben: „I warat rechtzeitig do gwesn, wird zu „Ich wär’ rechtzeitig da gwesen“. Dass ergänzend dazu Ausdrücke aus dem medial sehr präsenten Standarddeutsch übernommen werden und diese dann lange gehegte und gepflegte Adjektive verdrängen, mag auch nicht jedem schmecken, der in Innsbruck seit einigen Jahren eine „leckere“ statt einer „guatn Speckknedlsuppn“ genießt. INTERNATIONAL STATT REGIONAL. Neben dem elterlichen Wunsch nach größerer Weltgewandtheit der Kinder, einem höheren Sozialprestige und besseren Karten bei der zukünftigen Jobsuche nennt Dialektforscherin Kathrein eine weitere wichtige Ursache für das allmähliche Verschwinden des Innsbrucker Stadtdialekts: die immer schneller voranschreitende Internationali-

Wer eine Dialektsammlung zu Innsbrucker Dialekteigenarten besitzt – entweder Tonbandaufnahmen oder Niederschriften –, kann sich jederzeit mit dem Innsbrucker Dialektarchiv in Verbindung setzen: yvonne.kathrein@uibk.ac.at

nach der vor einigen Jahren viral gegangenen DeepfakeParodie des Films „300“ zu suchen, in dem ein Innsbrucker Spartaner dem deutschen Perser in schmerzhaft authentischem Dialekt erklärt, dass bei Tiefschnee auf der Seegrube das Recht des Alteingesessenen gilt. Dieser Alteingesessene wird sich mit etwas Glück auch in 20 Jahren noch „auf die Sockn mochn“, wenn er in die Berge aufbrechen will, und dabei „Pfiati“ sagen, auch wenn um ihn herum längst alle die Stadt auf „Schusters Rappen“ verlassen haben und dabei ein knackiges „Tschüss“ nicht zu vermeiden war.

Wandschmuck im Dialek tarchiv: die Lautschrif t Teuthonista und unter schiedliche Diakritika (al so Zeichen ober- und unterhalb der G rundzeichen), die helfen, den tatsächlich produzier ten Laut so genau wie möglich abzubilden.

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Wikipedia in Innsbruck Text von Haris Kovacevic Tobias Kleinlercher (alias TheTokl, ehemals Lkotheht; *1998 in Innsbruck) ist ein Innsbrucker Wikipedianer. Für die freie Enzyklopädie schreibt er seit 2013.

Inhaltsverzeichnis [ Verbergen ] 1 Leben und Schaffen 2 Motivation 3 Artikelgenese 4 Edit-Wars und anderes 5 Hierarchie Auswahl von Wiki-Seiten hauptsächlich 6 von TheTokl erstellt

Leben und Schaffen

Tobias Kleinlercher / TheTokl (2022)

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Der heute 24-Jährige war 15, als er anfing, für Wikipedia zu schreiben. Als Grund für seine Schreibtätigkeit gibt er an, „in eine ‚Laptop-Klasse‘[1] gegangen“ und generell „ein Perfektionist“ zu sein. Immer wieder seien ihm Rechtschreibfehler in diversen Wikipedia-Artikeln aufgefallen, die er korrigieren wollte. Kaum angemeldet, wurde er zu einem „Jungwikipedianer-Treffen“[2] nach Hannover eingeladen. Anreise und Hotel wurden ihm bezahlt und die Community, die er kennenlernen durfte, „taugte“ ihm. Vor der Pandemiezeit organisierten die Wikipedianer:innen regelmäßig Stammtische, Summits und Konferenzen. Es ist TheTokl wichtig zu betonen, dass „Wikipedianer zu sein nicht nur bedeutet zu schreiben, sondern auch auf Reisen zu gehen, Leute zu treffen und noch vieles mehr“.

TheTokl, oder Tobias Kleinlercher, nutzt seine Freizeit, um sich für Wikipedia zu engagieren.

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Motivation

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Bezahlt wird er dafür nicht. Motivation schöpfen er und die anderen Redakteur:innen aus dem Bewusstsein, dass sie „Teil eines großen Ganzen“ seien. Schließlich ist Wikipedia eine der zehn meistbesuchten Seiten weltweit. Außerdem mache es „Spaß zu recherchieren und ein Teil von dieser Art von Journalismus zu sein“. Man bekomme dadurch auch Zugang zu Bereichen (wie beispielsweise Parlamenten) oder zu Kontakten (zu diversen berühmten Personen), die einem normalerweise verwehrt bleiben.

Artikelgenese

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Beiträge entstehen auf zweierlei Art: Einmal, wenn ein bestimmter Begriff, eine Person, ein Ereignis, ein Trend o. Ä. schon des Öfteren gesucht wurde, aber nicht vorzufinden war. Dann wird ein Bedarf festgestellt und ein Wikipedianer nimmt sich der Thematik in der Folge an. Zum Zweiten werden auch viele Artikel einfach aus dem Englischen übersetzt. Die englische Variante von Wikipedia beinhaltet nämlich weit mehr Artikel als die deutsche. In beiden Fällen dürfen die Wikipedianer:innen Ressourcen der Wikipedia-Community, wie zum Beispiel Fotoapparate, nutzen. Spesen für etwaige Recherchereisen werden ihnen zudem erstattet. Jede eingetragene Information muss so objektiv wie möglich durch eine Quelle belegt sein. An einem Beitrag schreibt selten ein einziger Autor. Die Seite erlaubt es den Besucher:innen nachzuvollziehen, welche Teile von wem geschrieben wurden sowie wann, was, wie, von wem geändert wurde. Denn einfach ist das halt nicht immer.

Edit-Wars und anderes

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Zu einem Thema kann es bekanntermaßen zwei, drei oder noch viel mehr Meinungen und Standpunkte geben. Welches davon in einem Artikel wie betont wird, muss hin und wieder ausgehandelt werden. Dann spricht man von sogenannten „Edit-Wars“. Editor A schreibt einen Satz, mit dem B nicht einverstanden ist. Beide haben Belege. So bemerkte TheTokl einmal, dass der Wikipedia-Eintrag eines kleinen Örtchens in Italien namens Portobuffolé, in dem er kurze Zeit gearbeitet hatte, einen Rechtschreibfehler aufwies. Der Akzent beim E war fallend (è) und nicht steigend (é), wie er hätte sein sollen. Tobias korrigierte ihn und es kam in den darauffolgenden Tagen zu einer längerwährenden Diskussion mit einem Editor, der der Meinung war, der Akzent sei in der Ursprungsform richtig gewesen. Der Streit gipfelte in einer Mail von Tobias an den Bürgermeister des Örtchens. Dessen Antwort bestätigte zwar Tobias’ Meinung, reichte allerdings als Beleg nicht aus, um die Änderung zu TheTokls Gunsten hin durchzuführen. Seither werden beim Wikipedia-Eintrag von Portobuffolè/Portobuffolé beide Varianten genannt.

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7 Dinge, die Sie über Wikipedia vermutlich nicht wussten 1. Einschlafhilfe Auf Spotify findet sich ein EinschlafPodcast, bei dem jemand einfach diverse Wikipedia-Artikel vorliest. 2. Ein Bot to create them all Die englischsprachige Wikipedia ist mit knapp mehr als sechs Millionen Einträgen die größte. Die zweitgrößte Wikipedia-Sprache ist Cebuana. Noch nie gehört? Kein Wunder. Sie wird von etwa 18 Millionen Menschen auf den Philippinen gesprochen. Der Grund für das hohe Aufkommen von WikipediaArtikeln in Cebuana ist Lsjbot – ein Bot, der eigenständig anhand von Datenbanken kurze WikipediaBeiträge generiert. 3. Ein „Schotte“ auf Abwegen Anfang der Pandemie machte sich ein 19-jähriger US-Amerikaner mit einer Vorliebe für schottischen Akzent zur Aufgabe, Scots Wikipedia aufzupeppen und ein paar Artikel in der Sprache zu schreiben. Irgendwann fiel aber auf, dass Amaryllis Gardner, wie der User hieß, gar kein Schotte ist, sondern nur jemand, der die Sprache in vollster Überzeugung, er beherrsche sie, imitiert. Zu dem Zeitpunkt trugen fast die Hälfte aller ScotsArtikel seine Handschrift. 4. Der Grammatik-Monk Anglist:innen werden es wissen: „comprised of“ ist zwar im Englischen common, aber im Sinne von „zusammengesetzt aus“ nicht ganz korrekt. „Composed of“ wäre richtig. Das wusste auch der 51-jährige Bryan Henderson aus San Jose in Kalifornien. Der Fehler triggerte ihn bei der Wiki-Lektüre so sehr, dass er anfing, ihn zu suchen und zu korrigieren, immer und immer wieder – 47.000 Mal.


Hierarchie

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Um diese und ähnliche Konflikte besser regulieren zu können, hat Wikipedia eine gewisse Hierarchie. Vom einfachen Bearbeiter, der, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, nur Kleinigkeiten bearbeitet, kann man mit der Zeit zur Sichterin, also Verantwortlichen für einzelne Seiten werden. Als Administrator gewinnt man dann später weitere Rechte dazu – User:innen wegen Vandalismus zu suspendieren oder gar zu sperren und auch ganze Seiten von der Plattform zu nehmen, zählen zum Beispiel dazu. Oversighter:innen sind noch mal eine Instanz über den Administrator:innen und werden demokratisch gewählt. Demokratie und Transparenz seien laut TheTokl den Wikipedianer:innen sehr wichtig. Teil eines solchen Projekts zu sein, wiege vieles auf und lasse die Editor:innen auch Strapazen auf sich nehmen – damit etwas Klarheit in eine unübersichtliche Welt gebracht wird.

Auswahl von Wiki-Seiten hauptsächlich von TheTokl erstellt [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ] • • • • • • • • • •

Liste der Busrouten in London Voldemort: Origins of the Heir Gronda (Tourismus-Jobportal als App) Bier in Österreich Liechtenstein in der Zeit des Nationalsozialismus Geschlechterverteilung in der Wikipedia Liste der politischen Bezirke von Tirol Wörgler Schwundgeld Tux (Tirol) (in Zusammenarbeit mit der Gemeinde überarbeitet) Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022

Einzelnachweise

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1. ↑ „Laptop-Klasse“ – Schulklassen, in denen die Schüler:innen vor­ wiegend Laptops verwenden und ein besonderes Augenmerk auf die Digitalisierung gelegt wird. 2. ↑ „Jungwikipedianer-Treffen“ – Ein von der Wikipedia-Community organisiertes Treffen, zu dem vorwiegend U-18-Wikipedia-Redakteur:innen eingeladen werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 01. August 2022 um 14:46 Uhr bearbeitet. Datenschutz

Über Wikipedia

Impressum Stellungnahme zu Cookies 28

5. Wie viel Prozent W!B: steckt in Innsbruck? Der Wikipedia-Eintrag zu Innsbruck wurde hauptsächlich (12,2 Prozent) von W!B:, einem User aus dem Salzkammergut erstellt. TheTokl rangiert bei den Ersteller:innen des Beitrags auf Platz 10 mit 1,6-prozentigem Anteil. 6. Koma-Klicken Die Verlinkungen auf andere WikiSeiten machen es möglich: Wikipedia dient einigen als TrinkspielPlattform. Die Regeln: Man muss von einer x-beliebigen Seite zum Eintrag über Adolf Hitler kommen – der/die Verlierer:in muss für jeden Klick zu viel einen Kurzen trinken. 7. „Ein klassischer Relotius“ Nachdem der Spiegel-Skandal um Claas Relotius – dem „Spiegel“Hochstapler – bekannt wurde, musste auch sein WikipediaEintrag, gelinde gesagt, angepasst werden. Prompt meldeten sich mehrere User (acht, und wie später bekannt wurde, waren fünf vom selben Computer eingeloggt), die behaupteten, Belege für Aussagen zu Relotius’ Gunsten zu haben. Diese waren wallesamt Fälsch­ungen, wie andere Wikipedianer:innen herausfinden konnten – und in den Foren war dann zum Teil von „einem klassischen Relotius“ die Rede.


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In guter

Nachbarschaft Wie in den anderen Bögen am Fuße der Mühlauer Brücke sehr unterschiedliche Mieter:innen für ihre Ideale kämpfen Te x t : Á g n e s C z i n g u l s z k i – F o t o s : F r a n z O s s

E

s gibt die Bögen, die jeder kennt: mit immer schickeren Bars und immer besseren Pizzen, dafür mit immer weniger Spelunken, Diskos und Partyplätzen. Aber diese Bögen hier tanzen aus der Reihe: Sie liegen weder unter den Gleisen, noch sind sie schwer besucht – sie befinden sich am nördlichen Fuße der Mühlauer Brücke und bilden die Homebase von den Kämpfer:innen der Stadt. Wenn man an der Fassade entlangs30

paziert, kommt man aus dem Staunen über die Diversität nicht heraus. Antifa-Aufkleber in diesem Schaufenster, polternde Politplakate im anderen, ein repariertes Fahrrad im dritten und NichtraucherPlakate mit christlichen Bücher im vierten. Eigentlich verbindet sie überhaupt nichts miteinander, außer dass sie Nachbarn an einem Standort sind und für irgendeine Idee einstehen. Wir haben mit den einzelnen Kämpfer:innen gesprochen.


CHRISTLICHE BUCHHANDLUNG

Nichtraucherkampf

D

as wohl skurrilste Dienstleistungstrio bietet ein Lokal, das Christliche Buchhandlung, Zentrale der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher und Flohmarkt in einem ist. In den Bananenschachteln vor der Buchhandlung finden sich Bücher, Gläser oder Dekogegenstände, die nicht besonders flohmarktkonforme Preise haben. Im Laden stehen in einer Ecke christliche Bücher, kleine Geschenkartikel oder Bibel-Riegel (ein Müsliriegel, eingepackt in die Aufschrift „Erleuchtung“), der andere Teil des Raumes ist das Büro. Hinter Papierstapeln, umzingelt von Ordnern und Nichtraucher-Plakaten mit lachenden Blondinen, sitzt der Chef des Ladens, Robert Rockenbauer, wie hinter einer Bastion. Der Kampf für das Nichtrauchen ist sein Lebensinhalt und wie das nun mit einer Christlichen Buchhandlung zusammenpasst, erklärt er im Habitus eines Oberlehrers: „Das harmonisiert hervorragend. Wenn ich jemandem helfen will, Nichtraucher zu werden, muss ich ihm höhere Werte vermitteln.” Er führt seit 1975 Krieg gegen das Rauchen und hat 1991 im Bogen die Buchhandlung eröffnet, die seither auch als Zentrale seines Vereins fungiert. Ein regelrechter „Run“ auf die Buchhandlung war das damals. Von Kufstein über Bregenz seien die Leute zu ihm wegen seiner Buch- und Bibelauswahl gekommen, aber irgendwann sei die Abwärtsspirale gekommen. „Die Leute nehmen sich nicht mehr die Mühe für gute Beratung und kaufen sich irgendeinen Mist im Internet“, sagt er in vorwurfsvollem Ton. Beim Gespräch über den Laden greift er bei jeder Frage zu der von ihm herausgegebenen Nichtraucher-Zeitung, um keine Antwort zu geben, sondern einen Artikel vorzulegen, in dem er eh schon alles geschrieben hat. Die Zeitung ist eine Art „Best-of RoRo“, in dem man Rockenbauers Stationen im anhaltenden Kampf fürs Nichtrauchen mitverfolgen kann – inklusive Bilder, Sticker, Plakate und anderen Meinungen, die ihn in seinem Schaffen bestätigen. Obwohl er sich sicher ist, dass durch seinen Kampf viel erreicht wurde, plagt ihn das Thema weiterhin: „1975 habe ich gedacht, mein Kampf ist in drei Jahren erledigt, weil es ja so viele Nichtraucher gibt. Aber die Passivität und die Gleichgültigkeit der Menschen das größte Problem.“ Und wenig bescheiden: „Ich habe den Siegeszug der Vernunft eingeleitet, aber es gibt noch immer viel zu tun. Die Zigarettenautomaten wurden noch nicht abgeschafft und der Nichtraucherschutz im Freien ist auch noch nicht umgesetzt.“ Er ist unbeugsam und kann nicht verstehen, wie Menschen „so dumm sein können“, ihr Geld für etwas auszugeben, das sie gesundheitlich schädigt. „Ich geh ja auch nicht über eine Brücke, wenn ich weiß, dass sie mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit einstürzt“, argumentiert er. Sein Tun hat national Aufmerksamkeit erregt und spaltet seit jeher die Geister. „Die Zeit“ hat ihn nicht besonders feinfühlig in einem Porträt 2015 als erfolglosen Missionar und „militanten Typen“ bezeichnet. Aus solchen Aussagen macht sich Rockenbauer nichts, er sieht sich als Kämpfer. Als einzigen ebenbürtigen Kämpfer im Bogen erkennt er dabei Gerald Depaoli an, der mit seiner Bürgerliste Gerechtes Innsbruck ebenfalls hier seine Zentrale aufgeschlagen hat. 31

„RoRo“ kämpf t mit verbissener Har tnäckigkeit seit fast einem halben Jahrhunder t gegen den blauen Dunst.


VEREIN GERECHTES INNSBRUCK

Politkampf

Im rechten Eck des politischen Boxkampfes: G emeinderat G erald Depaoli ist mit seinem Verein und seinen rechten politischen Ideen im Bogen zu Hause.

W

er bei Depaoli auf Besuch ist, tritt in einen Raum zusammengewürfelter Raritäten, Motorräder und heimatverbundener Dekorationen ein. Er knabbert beim Gespräch noch an einem Hendl und Pommes, da es Mittagszeit ist. „Ich kann dir alles über den Bogen erzählen. Ich bin ja in Mühlau aufgewachsen“, legt er gleich los. Aus seinen Erinnerungen ruft er die goldenen Zeiten der Einkaufszeile ab: Apotheke, Kreislerei, Modegeschäft, Friseur und der legendäre Gasthof Kapaunig, mit gutbürgerlicher Küche und guten Preisen, machten den Ort zur wirtschaftlichen Zentrale von Mühlau. Alles Schnee von gestern. Heute würde kein Geschäft mehr laufen, auch die Christliche Buchhandlung zappelt von Monat zu Monat. Billiger als anderswo sei die Miete nicht, sagt Depaoli. Er selbst ist irgendwie aus Zufall hier gelandet. Eigentlich hatte er seine Wahlkampfzentrale 2018 in der alten Trafik in Mariahilf aufgebaut, von wo er mit Krach gehen musste, und so ist er bei dieser Location in der Nähe seines Zuhauses gelandet. Über seinem Lokal hängt noch immer die Aufschrift der Liste Fritz, dessen Mitglied er auch mal war und die ebenfalls im Bogen ein Büro hatte. „Ich wär froh, wenn es weg wäre“, zuckt er mit den Achseln, sichtlich genervt von seiner eigenen politischen Vergangenheit. Depaoli nutzt den Raum als Vereinslokal. Jede Woche gibt es entweder einen Seniorenabend mit Kaffee und Kuchen oder einen Stammtisch, an dem auch Hobbymusiker:innen auftreten: „Ziehorgel, Zitter, volkstümliche Lieder.“ Er ist sichtlich stolz darauf, was er mit seinem Verein erreicht hat: „Es kommen zwischen 30 und 50 Leute zum Stammtisch. Große Parteien träumen von einem solchen Zulauf.“ Mit den Nachbarlokalen hegt er kein besonderes Verhältnis. Es erschöpft sich darin, sich gegenseitig in Ruhe zu lassen. Besonders mit dem Café Lotta, da die dortige Einstellung „weit entfernt“ von Deapaolis ist.

CAFÉ LOTTA

Kapitalismuskampf Im linken Eck des politischen Rings: Das Café Lot ta ver trit t Antifa -Thesen und will ein of fener Or t ohne Konsumzwang sein.

U

nd vielleicht ist das auch der einzige gemeinsame Nenner zwischen ihm und dem linksautonomen Kollektiv und „Verein zur Förderung sozialer Zentren und Freiräume“, wie der Betreiber des Café Lotta offiziell heißt. „Man grüßt sich zwar, aber lässt sich in Ruhe“, erklären Kerschi, Martin und Sophie, die mitten in den Vorbereitungen eines Festes sind. Neben der Christlichen Buchhandlung ist das Café – früher als Café Decentral bekannt – das älteste Lokal im Bogen. Ein baldiger Auszug war vor Kurzem noch so gut wie fix, jetzt ist man mit dem Vermieter doch noch mal ins Gespräch gekommen und konnte den Mietvertrag verlängern. Finanzielle Unterstützung, wie sie Depaolis Bürgerbewegung in Form von Parteienförderung von der Stadt und die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher als Subvention (wenn auch immer weniger) bekommt, erhält das Kollektiv keine. „Wir halten uns über Spenden und Konzerteinnahmen über Wasser“, erklärt das Trio. Jeden Dienstag wickelt man außerdem einen Barabend ab, wo es auch oft Vorträge oder Workshops gibt. Das Kollektiv will sich einerseits so wenig wie möglich in Abhängigkeiten begeben und andererseits einen sicheren Raum für alle schaffen. Mit FLINTA*-Toiletten (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen), einem Awareness-Team bei Veranstaltungen und einem Raum, in dem kein Konsumzwang herrscht. Alles kann, nichts muss – solange man die Mitmenschen respektiert.

32


RE.PARO

Verschwendungskampf

D

as Küken des Bogens ist das re.paro, das im August 2021 seine Pforten geöffnet hat. Der Verein für Reparaturkultur sieht sich als Vermittler einer Idee: Reparieren statt wegwerfen. Dabei will man den Leuten nicht nur bei der Reparatur helfen, sondern sie auch über örtliche Reparaturbetriebe und z. B. den Reparaturbonus aufklären, mit dem man 50 Prozent des Reparaturpreises sparen kann. Alle paar Wochen gibt es eine offene Werkstatt, in der man Dinge vorbeibringen oder gemeinsam reparieren kann. Tom und Claudia Pacher haben den Verein in der Lockdownzeit initiiert und mit der Idee sofort den Social Impact Community Award 2020 gewonnen. „Irgendwann hat es einen Standort gebraucht, weil wir die Reparaturen bei uns daheim gemacht haben und das war ein ständiges Hin- und Herschleppen“, erklärt Claudia Pacher, im lichtdurchfluteten Raum auf einer großen Bank sitzend. „Alles, was du hier siehst, ist Secondhand. Außer die Korkplatte von der Bar“, zeigt sie in den Raum, in dem ein kleines Büro, eine kleine Küche und mehrere Tische mit Werkzeugen stehen. Christian Pfeiler sei die gute Seele des Bogens, der die Diversität ermögliche, mit handwerklichem Geschick auch selbst zur Tat schreite und auch mal auf Besuch vorbeikomme, erzählt Pacher über den Hausverwalter, der für den Verein vieles möglich gemacht und bei der monatelangen Renovierung tatkräftig mit angepackt hat. Jetzt sind vor allem die fünf freiwilligen Reparateur:innen – Holz, Fahrrad oder Elektro – gefragt. Dabei will man keinesfalls in Konkurrenz zu den professionellen Reparaturbetrieben gehen, sondern eher als Ergänzung fungieren: den Henkel einer angeschmolzenen Kaffeemaschine ersetzen, Elektrogeräte mit ausgelaufenen Batterien reinigen, kaputte Türleisten ergänzen, einen gebrochenen Staubsaugerdeckel reparieren oder ein Loch in der Luftmatratze kleben – alles Arbeiten, die sich für Reparaturbetriebe nicht wirklich lohnen. Das re.paro ist wohl jener hier ansässige Verein, mit dem auch alle anderen – zumindest als Idee – was anfangen können. Auch wenn die Nachbar:innen in ihren Kampfansagen gegenteiliger nicht sein könnten, haben sie doch das gleiche Ziel: Zwischen verkehrsbelasteter Kreuzung, runterrasenden Downhiller:innen und Hanfautomaten wollen sie von den Mühlauer Bögen aus die Welt auf die eine oder andere Art besser machen.

Claudia Pacher ist gemeinsam mit Tom Pacher die treibende Feder hinter re.paro – einer Abwandlung der bekannten Reparaturcafés.

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Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Drei Seiten Mobilität

Auf Probe Die IVB testen derzeit zahlreiche Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Nun war erstmals ein Wasserstoffbus im Einsatz. Im Zuge der geplanten Umstellung der Fahrzeugflotte werden

gab es in Tirol noch keine eigene Tankstelle für wasserstoff­

von den IVB aktuell intensiv emissionsfreie Antriebssysteme

betriebene Busse. Nun wurde aber eine Lösung gefunden,

geprüft. Nach zahlreichen Probefahrten mit verschiedenen

wie IVB-Geschäftsführer Martin Baltes verrät: „Wir können die

E-Bussen kam dabei unlängst zum ersten Mal ein Wasserstoffbus

neue Wasserstoff-Tankstelle von MPREIS in Völs zur Betankung

zum Zuge. „Durch den Einsatz auf verschiedenen Linien in der

nutzen. Bisher hat diese Infrastruktur leider gefehlt.“

Stadt und der Region in den nächsten Wochen möchten wir umfangreiche Rückschlüsse über die Tagesreichweite bekommen“,

Im Juni wurde am Produktionsstandort von MPREIS in Völs die

erklärt IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin die Hintergründe.

laut eigenen Angaben leistungsstärkste Wasserstoff-Tankstelle Europas für Lkw und Busse in Betrieb genommen. Die soll neben

Vor der Beschaffung des Fahrzeugs musste jedoch erst die Frage

der eigenen Lkw-Flotte von MPREIS auch ausgewählten Mobili-

nach dessen Betankung geklärt werden – denn bis vor Kurzem

tätspartnern zur Verfügung stehen.


ivb.at

Nur das Beste

Was für ein Zirkus!

Viel geboten wird auch heuer beim Alles Gute Festival in Innsbruck. Auftakt ist am 12. August.

Am 30. August kehrt KRAPOLDI im Park zurück – ein kunterbuntes Festival für Groß und Klein.

Disco, Diskurs und Drama – das verspricht das Alles Gute Fes-

Unterhaltung für die ganze Familie gibt’s zwischen 30. August

tival, das in diesem Sommer zum zweiten Mal in Innsbruck über

und 4. September im Innsbrucker Rapoldipark. Dann verwandeln

die Bühne(n) gehen wird. Schauplätze des abwechslungs­reichen

zahlreiche Clowns, StraßenkünstlerInnen und ArtistInnen das

Open-Air-Kulturprogramms sind der Botanische Garten und der

Areal im Rahmen von KRAPOLDI im Park wieder in eine einzige

Nebenplatz des Tiroler Landestheaters, zudem ist auch eine Sur-

große Spielwiese.

prise Party geplant. Die IVB bringen euch am 12. und 13. August zwischen 22:00 und 23:00 Uhr mit dem Shuttle vom

Insgesamt stehen an die 80 Aufführungen auf dem bunten

Botanischen Garten in die Stadt.

Programm, die vom Figurentheater für Kinder bis hin zu eindrucksvollen Performances für Erwachsene reichen.

Das Alles Gute Festival ist ein Gemeinschaftsprojekt von p.m.k, Die Bäckerei, Bonanza und Arche*Ahoi. Der Auftakt der

Details zum Festival und Tickets gibt es online unter

diesjährigen Ausgabe findet am 12. August statt, insgesamt

www.krapoldi.at.

werden an sieben Tagen unterschiedliche Acts zu hören und zu sehen sein. Details gibt’s auf www.allesgutefestival.at.

Verlosung Die IVB verlosen 2 x 2 Festivalpässe. Um teilzunehmen, einfach eine Mail mit dem Stichwort „Alles Gute“ an verlosung@ivb.at senden. Einsendeschluss ist der 10. August 2022.

Kein Stress Bei der entspannten und umweltfreundlichen Anreise zum Familienfestival helfen die IVB: Mit den Linien 2, 3, 5 und C geht’s ganz gemütlich zum Leipziger Platz.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB, Vitali Sviridenko, sylbmonoeil


Check

eoclip unseren Vid die Stadt.“ „Wir bewegen

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ESSEN & TR I N K E N

In- Bar in Entstehung. G eorg Waldmüller und Stephan Haas vor dem Or t des künf tigen G eschehens


6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt.

NEUSTART IM BRIXNERHAUS

© WILDSAU

W

as kommt heraus, wenn man einen Lifestyle-Gastronomen und einen SzeneBarkeeper kreuzt? Vermutlich eine neue In-Bar, ganz sicher ein zeitgemäßes Gastronomiekonzept, auf das sich Innsbruck schon jetzt freuen darf. Georg Waldmüller, bekannt als FutterkutterKapitän und Nachhaltigkeits-Streetfoodler, und Stephan Haas, geschickter Barkeeper und in Innsbruck dank seiner Tätigkeiten im Kater und im Moustache und die letzten knapp drei Jahre bei der Wilderin wohlbekannt, nehmen sich gemeinsam einer alt­ bekannten Innsbrucker Location an. Im ehemaligen Da Vincenzo im Brixnerhaus am Domplatz, das Ende Juli die Schotten dicht machte, möchten die beiden ab Oktober die Innsbrucker dicht machen. Und zwar zeitgemäß und mit Stil. Sämtliche Softdrinks werden dabei selbst produziert, besondere Highball-Kreationen werden ebenso auf der Karte zu finden sein wie feine Weine kleinerer Produzenten und ein schönes Angebot an Natur- und Bioweinen. Auch bei Kaffee und Bier setzt man auf Spezielles fernab vom Mainstream. „Wir verstehen uns selbst als regionaler, kleiner Betrieb und möchten auch gerade deshalb mit ähnlichen Betrieben zusammenarbeiten“, fassen die beiden ihr Sortimentskonzept zusammen. Außerdem wird sowieso so viel wie möglich selbst gemacht, neben den Softdrinks natürlich auch die Barsnacks, aber mehr wollen die beiden jetzt noch nicht verraten. Man darf gespannt sein, welcher Name bald die alten Wände am Domplatz zieren wird. Aber so viel steht fest: Im Oktober soll’s losgehen und wer es nicht erwarten kann, darf den Jungs gerne mal ein Baustellenbier vorbeibringen, haben wir uns sagen lassen.

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Du suchst für deine Veranstaltung eine ganz besondere Erfrischung oder willst deinen Mitarbeiter*innen/Kollegen*innen die Mittagspause versüßen? Unser fruchtiges Eis am Stiel wird in Handarbeit aus hochwertigen Bio-Zutaten in Thaur hergestellt, 100% ohne Zusatzstoffe und plastikfrei verpackt.

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Im nächsten 6020 erfährst du mehr über den Asia-Neuzugang UMAYA beim Treibhaus, den Oscar-kochtNachfolger SLOE und viele weitere News aus der Innsbrucker Gastroszene.

ENDE LEGENDE 1

DER KAISER KOCHT NICHT MEHR

I

m August 1979 hat André Rapp die „Restaurant Kaiserstuben GmbH“

beim Firmenbuch angemeldet Ziemlich genau 43 Jahre später findet das Lokal, das viele Generationen durch die Nacht begleiten durfte und durchaus als Institution bezeichnet werden kann, sein für viele plötzliches Ende . Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Personalsorgen wie derzeit überall in der Gastronomie plagten den Langzeitgastronomen ebenso wie die Frage nach der Weiterführung, wenn er selbst die längst überfällige Pension antreten wolle. Letztendlich spielte aber auch die Entwicklung am Liefermarkt eine gro-

ße Rolle. Ab 22 Uhr beherrschte die Kaiserstube das Liefergeschäft bis zum Schluss nahezu exklusiv, doch in der Zeit davor wanderten immer mehr Kunden an die Lieferdienste MJAM und Lieferando ab. Wir sagen jedenfalls danke für 43 Jahre Verlässlichkeit und werden noch oft an die legendäre Kaiserstube denken müssen, nicht nur wenn wir um 3 Uhr morgens den plötzlichen und unabdinglichen Drang nach einem Schnitzel verspüren.

COMEBACK

DER RIESE HAYMON IST WIEDER DA

40


ENDE LEGENDE 2

DAS STIEGLBRÄU IST PLEITE sei aber schon verraten: Wird es der aktuelle Pächter nicht schaffen, wird es sicherlich einen neuen geben – das kann man dank der langen Vergangenheit über die Zukunft nämlich schon voraussagen.

R SE

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IM AUGUST

kulinarisch leider noch nicht anschließen, aber das Konzept ist ja noch jung. Was allerdings schwer verwundert, sind die günstigen Mittagsmenüs . Wie es für 8,50 Euro dieser Tage möglich sein kann, einen Schweinebraten mit Sauerkraut und Serviettenknödel und ein Eis mit Sahne als Nachtisch zu kredenzen, bleibt in vielerlei Hinsicht unerklärlich. Welcher Gastronom soll davon leben können ? Und welche Qualität darf man da noch erwarten?

© FRANZ OSS, AXEL SRPINGER

till und heimlich hat der Riese Haymon wieder aufgesperrt. Nachdem der letzte Pächter vergangenes Jahr nach nur eineinhalb Jahren das Handtuch geschmissen hat, versucht sich ein neuer Ritter daran, den Fortbestand der Traditions-Location zu sichern. Der Gastgarten kann dabei wie eh und je punkten und auch das Lokal selbst ist unverändert einladend. An die glorreichen Zeiten der Originalbetreiber kann man

Innsbrucker Landesgericht am 17. Oktober entscheiden . So viel

UN

I

m August 1935 wurde die Gastwirtschaft in der WilhelmGreil-Straße eröffnet. Seitdem ist die Stiegl-Brauerei dort erst Bierlieferant, später dann auch Verpächter. 87 Jahre später hätten die Mauern wohl einiges zu erzählen, wenn sie Ohren und Münder hätten – immerhin liegt das Stieglbräu seit jeher strategisch günstig in Landhaus-Nähe, auch IKB und TIWAG sind in der Nachbarschaft. Der aktuelle Pächter Nikola Radulov betreibt das Traditionsgasthaus seit 2018 und musste jetzt das Handtuch schmeißen . Als Grund wurde Corona genannt, was insofern verwundert, da viele Gastronomen dank der staatlichen Förderung gut durch die Krise gekommen sind. Egal, zu Redaktionsschluss war das Lokal jedenfalls trotz Konkurs noch geöffnet. Wie es um die Zukunft der 16 Angestellten im Speziellen und des Lokals im Allgemeinen bestellt ist, wird das

Hofgasse 6 Altstadt Innsbruck Täglich von 7–21 Uhr auch an Sonn- & Feiertagen 41

ST R U DE L- CA F E .AT


SERIE

Fruchtig frisch

MundArt trotzt der Hitze und kredenzt erfrischendes Sorbet für Erwachsene. von Flo Seidl


MUNDA RT

Dessert oder Zwischengang Das Wort Sorbet stammt aus dem Arabischen und bezeichnete ein eiskaltes Getränk, welches nur zu speziellen Anlässen als kleine Erfrischung zwischen den Gängen serviert wurde. Das macht man auch in der modernen Küche heute noch gerne: einen kleinen Zwischengang, der mit seiner angenehmen Säure als Neutralisation dient und die Verdauung anregt. Aber auch als kleines, feines Dessert eignet sich das Sorbet.

Sorbet Gurken-Gin-Tonic/Mojito ZUTATEN:

ZUBEREITUNG:

Gurken-Gin-Tonic-Sorbet: 75 g Zucker 225 ml Wasser 1 Gurke 75 ml kaltes Wasser 200 ml Tonic Water 1 Zitrone 1 Eiweiß 6–8 cl Gin

Gurken-Gin-Tonic-Sorbet: Zucker mit 225 ml Wasser kochen, bis er vollständig aufgelöst ist. Sirup abkühlen lassen. Inzwischen die Gurke waschen, entweder mit einem Entsafter entsaften oder die Gurke klein schneiden und mit 75 ml kaltem Wasser im Rührbecher mit dem Mixstab fein pürieren und 15 Minuten ziehen lassen. Das Gurkenpüree durch ein feines Sieb abseihen und den Saft auffangen. Gurkensaft, den Saft einer Zitrone, Sirup und Tonic verrühren und entweder in der Eismaschine 20–30 Minuten gefrieren lassen oder ins Tiefkühlfach geben und immer wieder mit dem Schneebesen umrühren. Eiweiß mit dem Schneebesen schaumig schlagen und zum gefrierenden Eis geben. In der Eismaschine unter die Eismasse heben. Etwa eine Stunde im Gefrierfach lassen, in Gläsern anrichten und einen ordentlichen Schuss Gin darüber geben.

Mojito-Sorbet: ½ l Wasser 150 g Zucker 6 Limetten 1 Bund Minze 1 Eiweiß 6–8 cl Rum

Mojito-Sorbet: Zwei Limetten schälen und den Saft auspressen. Das Wasser mit dem Zucker, dem Saft und den Limettenschalen in einem Topf aufkochen und fünf bis zehn Minuten zu einem Sirup köcheln lassen. Minzblätter waschen, klein hacken und zum Sirup geben. Eine Stunde ziehen lassen und dann abseihen. Restliche Limetten auspressen, den Saft zum Sirup geben und entweder in der Eismaschine gefrieren lassen oder ins Gefrierfach stellen. Dabei ab und zu umrühren. Das Eiweiß cremig schlagen, dazugeben und so lange in der Eismaschine bzw. im Gefrierfach lassen, bis das Sorbet gefroren ist. In einem gekühlten Glas anrichten und mit einem Schuss Rum aufpeppen. 43

6020 und SPAR verlosen

EINE SPARGUTSCHEINKARTE IM WERT VON 50 EURO

Kennwort: „MundArt“ Einsendeschluss: 31. August 2022 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at


PROGRAMM AUG UST 2022

MUSIK

20. AUGUST 20 UHR

G RÜS S E AUS B E R LI N VON WEGEN LISBETH IN DER KULTURFABRIK KUFSTEIN

Die Berliner Band mit dem etwas sperrigen Namen bringt seit dem Debütalbum „Grande“ (2016) Indie-Pop mit immer amüsanten, oft beißenden Texten über Berlin, alltägliche Banalitäten und Elon Musks Berghain-Debakel auf immer größere Bühnen und Festivals – und zwischendurch auch mal nach Kufstein.


AUSSTELLUNG

BIS 22. OKTOBER E N D LI CH E R E S S OU RCE

„BODEN FÜR ALLE. EIGENNUTZ ODER GEMEINWOHL?“ IM AUT

Wem gehört der Boden, und wie soll man mit dieser endlichen Ressource umgehen? Die vom Architekturzentrum Wien ausgearbeitete Ausstellung beschäftigt sich mit hochaktuellen Themen wie Bodenversiegelung, steigenden Grundstückspreisen und verödenden Ortskernen und zeigt, dass – und wie – es auch anders gehen kann.

MUSIK

12. AUGUST 19.30 UHR

H I P - H O P TR I F FT JA Z Z

YASMO & DIE KLANGKANTINE IM TREIBHAUS

Im Oktober kommt das neue Album „Laut und Lost“, vorher gehen die Slam-Poetin und Rapperin Yasmo und die Jazzband Klangkantine schon mal auf Österreich-Tour und geben einen ersten Vorgeschmack auf das neue Material.

SPORT

27. AUGUST 9 UHR

SCH N U PPE R N © NILS LUCAS, GÜNTHER RICHARD WETT, KIDIZIN SANE

KLETTERSTEIG-TESTIVAL AUF DER NORDKETTE

Einen Tag lang können Einsteiger:innen und Profis alles rund ums Klettersteigen lernen und ausprobieren: Neben geprüften Bergführer:innen sind Bergretter:innen und Alpinärzt:innen vor Ort, um Tipps und Workshops zu geben. Zusätzlich kann das neueste Material namhafter Hersteller getestet werden.

45


PROGRAMM

MUSIK

BIS 28. AUGUST BA ROCKE R S O M M E R

FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK, DIVERSE LOCATIONS

Unter dem Leitmotiv „Begegnungen“ finden im Rahmen der 46. Festwochen der Alten Musik mehr als 50 Konzerte und andere Veranstaltungen an Innsbrucker Orten von der Arzler Alm bis hin zu Schloss Ambras und dem Haus der Musik statt.

SONDERAUSSTELLUNG

du

bist einzig ARTig!

FESTIVAL

12. BIS 14. & 17. BIS 20. AUGUST D I S CO, D I S KU RS & D R AMA

ALLES GUTE FESTIVAL AN VERSCHIEDENEN LOCATIONS IN DER STADT

DIE VIELFÄLTIGE EINZIGARTIGKEIT DES HOMO SAPIENS

Die p.m.k, Die Bäckerei, Bonanza und arche*ahoi machen gemeinsame Sache mit „Reich für die Insel“ und dem Botanischen Garten Innsbruck: Das Alles Gute Festival bietet an sieben Tagen und an verschiedenen Orten ein buntes Open-Air-Programm mit Konzerten (u. a. Hearts Hearts, Restless Leg Syndrome, ESRAP und Dives), Workshops, Führungen, Kunstinstallationen und mehr.

Eine interaktive Ausstellung über die Merkmale und Fähigkeiten, die einen Menschen unverwechselbar machen. Ab sofort im Audioversum zu sehen.

www.audioversum.at

46

© VITALI SVIRIDENKO, FELIX PIRKER, STADTBIBLIOTHEK, ZEITGESCHICHTEN

GEHÖRT GEWUSST


FILM

24. BIS 27. AUGUST B E RG LI E B E

FILMFEST ST. ANTON IM ARLBERG WELLCOM IN ST. ANTON

AUSSTELLUNG

BIS 6. NOVEMBER 10 BZW. 22 UHR

E I N E F R AG E D E R Z E IT

„ZEITGESCHICHTEN“ IM TAXISPALAIS

Der Abschluss der Ausstellungstrilogie zur Krise westlicher Paradigmen – nach HEXEN und GÖTTINNEN – hinterfragt mit verschiedenen künstlerischen Arbeiten, wie die Idee des linearen Zeitmodells und kontinuierlichen Fortschritts durchbrochen werden könnte.

AUSSTELLUNG

BIS 13. AUGUST DU N KLE Z E ITE N

„GEBT DEM FÜHRER EUER JA! “ IM STADT­ ARCHIV/STADTMUSEUM INNSBRUCK

Die aktuelle Sonderausstellung beleuchtet mit der Volksabstimmung über den Anschluss 1938 und den von Propaganda geprägten Wochen davor eines der dunkleren Kapitel der Innsbrucker Stadtgeschichte.

47

Nach zweijähriger Auszeit kehrt das Filmfest St. Anton als spätsommerlicher Szenetreff des Alpinismus- und Outdoorfilms zurück. Zu jedem der 19 Filme sind Bühnengäste eingeladen, darunter Legenden des Alpinismus wie Ralf Dujmovits und Stefan Glowacz. Abseits des Filmprogramms gibt es Konzerte von Manu Delago und Helly Vega.


PROGRAMM

SPORT

27. AUGUST 9 UHR

L AU FS PE K TAKE L RED BULL 400 AM BERGISEL

Der vielleicht härteste Berglauf-Sprint der Welt findet im August zum ersten Mal auf der Bergisel-Schanze statt: Rund 2.000 Teilnehmer:innen laufen dabei in unterschiedlichen Bewerben (Frauen, Männer, Staffel Mixed etc.) die Schanze hinauf – Steigungen bis zu 75 Prozent inklusive.

LITERATUR

11. BIS 14. AUGUST LE S E N U NTE R FREIEM HIMMEL Die „StadtLesen“-Tour macht heuer wieder Stopp in der Innsbrucker Innenstadt, die sich dafür ein Wochenende lang in ein Lesewohnzimmer mit mehr als 3.000 Büchern für alle Altersgruppen verwandelt, die nach Lust und Laune ausgewählt und auf gemütlichen Sitz­ möbeln gelesen werden können.

FESTIVAL

Wir sind das Bier,

facebook.com/JollyInnsbruck

Widerstand ist zwecklos!

30. AUGUST BIS 4. SEPTEMBER V E R S PI E LT

KRAPOLDI IM PARK IM RAPOLDIPARK

Das Zirkus- und Straßenkunst-Festival Krapoldi im Park ist zurück: Sechs Tage lang gibt es im Rapoldipark und an anderen Orten in der Stadt fantasievolle Darbietungen verschiedenster Künstler:innen und Artist:innen. Eröffnet wird mit einer Straßenkunst-Parade durch die Innsbrucker Innenstadt, die einen Vorgeschmack auf die 80 folgenden Aufführungen gibt.

48

© MAXIMILIAN SCHORCH, ALPSOLUT.COM HANNESMAIR-SCALED, DANIEL BEAR, AYDEMSKI/PRESSE, PHILIPP CARL RIEDL, INNOVATIONSWERKSTATT, WOMEN OF INNSBRUCK

„STADTLESEN“ IN DER MARIA-THERESIEN-STRASSE


MITMACHEN!

BIS 15. AUGUST G ROS S E U N D KLE I N E G E S CH I CHTE N NOMINIERUNGEN FÜR „WOMEN* OF INNSBRUCK“

Das Projekt „Women* of Innsbruck“ will zeigen, wie viele spannende, großartige Frauen* in der Stadt leben und sie gestalten – auch abseits des Rampenlichts. Ihr kennt eine Frau*, die euch inspiriert, deren Geschichte euch bewegt, die ein Vorbild ist, die Anerkennung verdient? Bis 15. August werden Nominierungen entgegengenommen, eine Jury und Projektpartner:innen (u. a. Impact Hub Tirol, Werkstätte Wattens, IG Autorinnen Autoren Tirol und Legends of Rock – LoR.) wählen im Anschluss 15 Frauen* und Geschichten, die im November bei einem Liveevent präsentiert und gefeiert werden. Alle Infos zum Projekt gibt es hier: www.womenofinnsbruck.com/de

ZU DEN NOMINIERUNGEN GEHT ES HIER

© Foto Handy: Adobe Stock/ Design: BHÖ / Entgeltliche Einschaltung

hofburg-innsbruck.at

Hofburg Innsbruck Rennweg 1, 6020 Innsbruck Täglich von 09:00 - 17:00 Uhr geöffnet. Im historischen Zentrum der Stadt Innsbruck gelegen, stellt die Hofburg einen bedeutenden Teil des baukulturellen Erbes Österreichs dar. Seit ihrer Grundsteinlegung sah sie viele Herrscherinnen und Herrscher kommen und gehen, wobei besonders die Spuren von Maximilian I., Maria Theresia und Sisi in der Hofburg noch heute allgegenwärtig sind. Jeden Sonntag ist FAMILIENTAG in der Hofburg. Familien ab 1 Kind mit zwei Begleitpersonen haben freien Eintritt und um 14:00 Uhr findet eine eigene Familienführung statt. Informieren Sie sich auf unserer Webseite: hofburg-innsbruck.at Folgen Sie uns auf Facebook @burghauptmannschaft


FESTIVAL

BIS 21. AUGUST

SOMMERLI CH E R Z I R KUS S PA S S

HALL UND RAUCH

Dans Dans Dans Dans feat. radio.string.quartet HI 5 HI 5 feat. radio.string.quartet Animali Animali Notturni Notturni Mad Mad About About Lemon Lemon

Die Artist:innen und Akrobat:innen des Circus Roncalli gastieren auch diesen Sommer wieder in den Kristallwelten Wattens: Mit einem komplett neuen Programm samt Wasserballett, Seiltanz, Handstand-Akrobatik und mehr sorgt das Zirkusfestival im Garten des Riesen für Momente des Staunens.

stromboli.at 50

© SWAROVSKI KRISTALLWELTEN (3)

„IT’S SHOWTIME!“ IN DEN KRISTALLWELTEN WATTENS

23. bis 24. 09. 2022


Ihr Kosmetikstudio in Innsbruck

B y Sarah Larger

3 Fragen an...

... Lili Paul-Roncalli, Artistin und Tochter von Circus-Roncalli-Gründer Bernhard Paul

6020

: Was ist das Highlight des Programms in Wattens? Lili PaulRoncalli: Es ist ein ganz neues Programm, und es ist immer schwierig, ein Highlight zu finden, weil für jeden etwas anderes ganz besonders ist. Wir haben beispielsweise unsere Wasserakrobatin, die ganz neu hier in den Kristallwelten ist, in der wunderschönen Kulisse am See mit den Kristallwolken. Dann haben wir die Zwillinge, die sich von einem hohen Gebäude abseilen und währenddessen tanzen. Außerdem noch einen tollen Handstandkünstler.

Kontakt: Pradler Straße 61 6020 Innsbruck Telefon: +43 660 839 2323 E-Mail: s.larger@bellecare.at

Warum ist Zirkus nicht nur etwas für Kinder? Es gibt Darbietungen, die einen zum Staunen bringen, die einen berühren. Wir versuchen, das Programm immer so aufzustellen, dass es wirklich für die ganze Familie – von klein bis groß – funktioniert. Zirkus ist eine unterhaltende Show, die für jeden geeignet ist, wenn man dem Alltag entkommen will. Man muss sich davor nicht irgendwo einlesen, man kann sich einfach reinsetzen und es genießen.

© REVIDERM

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Wenn du ein Vorurteil über den Zirkus ein für alle Mal aus dem Weg schaffen könntest, welches wäre es? Ich kenne so wenige Vorurteile. Ich glaube, die Leute trauen sich nie, mit ihren Vorurteilen zu mir zu kommen. Aber, zum Beispiel, Zirkus und Tiere gehören nicht unbedingt zusammen. Man kann die Leute auch ohne Tierquälerei zum Staunen bringen, Zirkus muss nicht gleich leidende Tiere heißen.

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Vielen Dank für das Gespräch. 51


Festival für alle Das Alles Gute Festival ist zurück: An zwei Wochenenden im August kann im Botanischen Garten und am Landestheater-Nebenplatz der Sommer mit Musik, Workshops, Ausstellungen und mehr gefeiert werden. Text: Lisa Schwarzenauer

SOLI-TICKETS

Damit auch Menschen in einer schwierigen finanziellen Situation am Festival teilnehmen können, stehen für jeden Veranstaltungstag 200 Solidaritätstickets um je 3 Euro zur Verfügung. Der StandardTicketpreis beträgt 10 bzw. 15 Euro.

NEUES JAHR, NEUE SITUATION. Das Ergebnis war ein voller Erfolg mit insgesamt 15.000 Besucher:innen und positivem Feedback von allen Seiten, auch von Institutionen wie der Stadt. Das sei letztlich auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass 52

das Festival 2022 erneut stattfinden kann – dieses Mal unter etwas anderen Bedingungen. „2021 war alles sehr spontan. Wir haben im Mai in der Bäckerei das erste Mal darüber geredet, dass wir eine Outdoorveranstaltung machen wollen, und dann Anfang Juni mit der Planung angefangen“,

„Es gibt ein Kinder­ programm, Führungen, Yoga und mehr – es soll ein bisschen wie ein Spielplatz sein.“ Organisatorin Baiba Dēķena über Botanica

erinnert sich Baiba Dēķena, die für die Bäckerei im Organisationsteam ist. Das sei im zweiten Anlauf wesentlich entspannter gewesen. Auch finanziell ist die Situation eine andere. Das Konzertprogramm am Landestheater-Nebenplatz konnte bei der ersten Ausgabe dank vieler Förderungen gratis angeboten werden, heuer wird Eintritt verlangt – aus finanziellen Gründen, aber auch,

© VITALI SVIRIDENKO

D

ie Pandemie war ein schwerer Schlag für die Kulturbranche – und trotzdem sind inmitten der Schwierigkeiten und Unsicherheit auch gute Dinge entstanden. Das beste Beispiel: das letztes Jahr von der p.m.k, der Bäckerei, der arche*ahoi und Bonanza relativ spontan ins Leben gerufene Alles Gute Festival, das heuer in die zweite Runde geht. „Letztes Jahr haben sich vier Kulturplattformen gleichzeitig gedacht, es wäre schön, ein Open-Air-Format zu haben, weil es draußen einerseits einfach sicherer ist und wir andererseits alle gerne den Stadtraum beleben und unsere Stadt mitgestalten wollen“, erzählt Mitorganisator David Prieth. „Dann ist die Idee entstanden, etwas gemeinsam zu machen, uns ein, zwei Orte zu suchen und die Expertise aller Beteiligten zu nutzen und zu fusionieren.“


„Uns ist immer wieder geraten worden, an den Stadtrand zu gehen, aber wir haben gesagt, nein, wir wollen ins ab­solute Zentrum.“ David Prieth, Organisator Alles Gute Festival

um zu zeigen, dass Kultur einen Wert hat. „Letztes Jahr haben wir auch Spenden gesammelt, und ich hatte das Gefühl, dass viele Leute wirklich glauben, dass wir viel Geld zur Verfügung haben, und denken, hey, ihr habt ja schon Förderungen bekommen, warum soll ich da jetzt noch was spenden? Und das war gar nicht böse gemeint“, sagt Dēķena. Die meisten hätten keinen Bezug dazu, wie viel Events kosten, deshalb sei es wichtig, hier offen zu kommunizieren und ein Bewusstsein für den Wert von Kulturarbeit zu schaffen. FESTIVAL-SPIELPLATZ. Das Programm findet wieder im Botanischen Garten und am Landestheater-Nebenplatz statt. „Diesen Ort genau neben dem Landestheater haben wir total bewusst gewählt. Natürlich ist uns immer wieder geraten worden, an den Stadtrand zu gehen, aber wir haben gesagt, nein, wir wollen ins abso-

lute Zentrum – nicht, um Leute zu nerven, sondern um zu zeigen, dass die Stadt und der öffentliche Raum uns allen gehört“, sagt Prieth. „Es ist dort Platz für Fußball-EMs, für Stadtläufe, und das ist alles gut und recht, aber man muss so fair sein und sagen, dass es auch die Möglichkeit geben muss, dort kulturelle Formate abseits der Traditionskultur stattfinden zu lassen.“ Ein paar Veränderungen werde es aber geben, zum Beispiel im Botanischen Garten: „Letztes Mal hatten wir auf der Hauptbühne nur Bands und im Glashaus die DJs, das haben wir heuer ein bisschen verändert. Es kommen Familien, junge Leute, die raven wollen, Leute, die Konzerte sehen wollen, Menschen, die einfach nur den Garten erkunden oder in der Sonne picknicken wollen. Deshalb gibt es ein Kinderprogramm, Führungen, Yoga und mehr – es soll ein bisschen wie ein Spielplatz sein, und das wollen wir auch musikalisch unterstützen“, so Dēķena. „Am Samstag sind heuer auf der Hauptbühne DJs, weil wir gemerkt haben, dass die Leute tanzen wollen und das Glashaus teilweise zu klein dafür ist.“ Das große Ziel sei, dass sich jeder wohl und willkommen fühlt, sagt Prieth. „Alles Gute ist für alle da, die Lust haben, eine schöne Zeit zu erleben.“ 53

DAS PROGRAMM

12. & 13. August: Botanica im Botanischen Garten mit Konzerten und DJ-Sets von EsRap, Jesse, Marion Moroder, Franca, helianth und mehr 14. August: Überraschung 17. bis 20. August: Livemusik am Landestheater-Nebenplatz mit Konzerten und DJ-Sets von Hearts Hearts, Das Hobos, Dives, Re.You, Restless Leg Syndrome und mehr sowie Kunstinstallationen im „Reich für die Insel“


© LEOKINO/TRUSTNORDISK, FILMARCHIV WALTER HÖRMANN

KI NO

Sommerkino deluxe 30 Tage, 30 Filme: Das 28. Zeughaus-Open-Air-Kino spannt bis Ende August den Bogen von Science-Fiction über Frauenthematisches bis hin zum neuen Österreichischen Film. Formal bleibt alles beim Alten: Kino unterm Abendhimmel! Text: Klaus Erler

E

chtes Kinofeeling im Zeughaus: Lange Reihen weiße Plastiksessel sind zurück und warten von Ende Juli bis Ende August jeden Abend auf rund 700 Be­sucher:innen, die Kinospezialitäten unter freiem Himmel genießen wollen. OPTIMIERTER SOUND. Die Tonanlage wurde heuer noch besser auf die akustischen Besonderheiten des Zeughauses optimiert: Der Abstrahlwinkel der Lautsprecher reicht jetzt direkt in den Publikumsbereich, (Anrainer:innen-)störende Tonreflexionen von den Wänden werden damit so gut es geht eliminiert. Eine weitere gute Nachricht: Die Zeughaus-Arkaden als Schlechtwetterschutz sind uneingeschränkt nutzbar. Und auch wenn das Kinoprogramm

hätten, coronabedingt aber wenig Aufmerksamkeit fanden. Die schlechte (gute?) Nachricht zuerst: „Zorba the Greek“ als traditioneller Abschlussfilm wird ersatzlos gestrichen, einziger Kinoklassiker heuer ist Billy Wilders „Some Like It Hot“. Zu dieser Proto-Queer-Komödie gesellt sich ein deutlich angehobener Anteil an Filmen mit starken Frauenfiguren („Corsage“, „Belle“, „Nomadland“ ...), Dokumentationen („Die Dohnal“, „Summer of Soul“, „Alpenland“ ...), Neues aus der österreichischen Filmszene („Sonne“, „Der Onkel“, „Rotzbub“, „Große Freiheit“ ... ), aber auch große Hollywoodfilme („House of Gucci“, „Dune“). Wer angesichts dieses cineastischen Angebots im August Netflix und Co. weiter die Treue hält, ist selber schuld!

nicht mehr gratis ist so wie im vergangenen Jahr: 8 Euro Eintritt sind nichts im Vergleich zum Erlebnis, cineastische Highlights auf einer riesigen Open-Air-Leinwand genießen zu können. Für internationale Speiseschmankerl von Falafel bis hin zu leichten Imbissen mit südlichem Flair gibt es eine eigene kulinarische Bar, für Kinoschmankerl die 160 Quadratmeter große Leinwand. BESONDERS AUSGESUCHTES PROGRAMM. Diese wird heuer zur Projektionsfläche eines Sommerkinos, das die Betreiber:innen des Leokinos besonders genau programmiert haben: Mussten neben den cineastischen Highlights doch auch „LockdownVerlierer“ berücksichtigt werden, die unterm Jahr ein breiteres Publikum verdient

KARTENVORVERKAUF Vorverkaufspreis: 8 Euro, Abendkassa: 10 Euro, 7-Tickets-Sammelpass: 49 Euro, Vorverkaufskarten gelten eineinhalb Stunden vor und nach der Vorführung als IVB-Tickets in Innsbruck. Vorverkaufsstellen: ein Tag vor Vorstellung im Leokino/ Cinematograph Einlass ist eine Stunde vor Filmbeginn zwischen 20.30 Uhr (Anfang August) und 19.30 Uhr (Ende August). Das detaillierte Kino­ programm findet sich unter leokino.at/ openairkino, gespielt wird bei jedem Wetter.

OPENAIRKINO IM ZEUGHAUS 29.07. - 27.08.22

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leokino.at/openair Impressum: OTTO PREMINGER INSTITUT, Verein für audiovisuelle Mediengestaltung (OPI), Innrain 37a, 6020 Innsbruck, ZVR-Zahl 332863414

Druck: Druckerei Pircher


KULTURSOMMER

Sommerkino-Highlights:

Kostenlose Einführung in die Zeughaus-Sonderausstellung „… uuund Schnitt! Film und Kino in Tirol“ Termine: Jeweils mittwochabends eine Stunde vor Filmstart. Ohne Anmeldung Dauer: 20 Minuten Kinderquiz zur Sonderausstellung: Eine Kulturvermittlerin begleitet junge Kinobesucher:innen eine Stunde vor Beginn der Kinderfilme (Das Doppelte Lottchen/Pippi Langstrumpf) mit einem Quiz durch die Sonderausstellung.

SAMSTAG 6. 8., 21.15 H: „NINJA BABY“, REGIE: YNGVILD SVE FLIKKE Coming of Age der anderen Art: Die 30-jährige Rakel wird schwanger, One-Night- Stand sei Dank! Weder Zeitpunkt noch Lebensumstände noch Vater passen: Da helfen nur noch schwarzer Humor und frauengepowerte Ehrlichkeit. MONTAG 8. 8., 21.15 H: „DIE DOHNAL“, REGIE: SABINE DERFLINGER Sabine Derflingers Doku zeigt das politische Wirken der ehemaligen Staatssekretärin für Frauenfragen und Bundesministerin für Frauenangelegenheiten: Johanna Dohnal hat nicht nur die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Österreichs Frauen grundlegend verbessert, sie war zudem auch Feministin und Visionärin. MITTWOCH 10. 8., 21.00 H: „PLEASURE“, REGIE: NINJA THYBERG Regisseurin Ninja Thybergs Geschichte einer jungen Schwedin, die nach L.A. zieht, um Pornostar zu werden. Der Film gibt Einblick in die Pornoindustrie aus weiblicher Sicht, sucht und findet dabei – wen wundert’s – wenig Romantik, dafür ein vor allem für Frauen beinhartes Business.

DIENSTAG 16. 8., 20.45 H: „PIPPI LANG­ STRUMPF“, REGIE: OLLE HELLBOM Der perfekte Film für ein geglücktes Eltern-KindBonding: Die einen begeben sich damit auf eine Reise zurück in die eigene Kindheit, die anderen entdecken zum ersten Mal die Freuden der anarchistischen Abenteuer von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“. Der Film fängt zwar recht spät an, aber egal: Im Sommer darf man länger aufbleiben! FREITAG 19. 8., 20.45 H: „GROSSE FREIHEIT“, REGIE: SEBASTIAN MEISE „Schwul sein“ als Verbrechen in einer intoleranten und entmenschten Gesellschaft: Dieses Thema stellt der Tiroler Regisseur Stefan Meise ins Zentrum seines berührenden Films, der dafür mit dem „Prix Un Certain Regard“ in Cannes ausgezeichnet wurde. MITTWOCH 17. 8, 20.45 H: „SUMMER OF SOUL“, REGIE: QUESTLOVE 1969: Im gleichen Jahr wie Woodstock fand in Amerika ein zweites riesiges Musikfestival statt, das „Harlem Cultural Festival“. Aufgrund der teilnehmenden Sänger:innen und Musiker:innen war es mindestens so interessant wie Woodstock, fand aber dennoch weit weniger Beachtung und wurde rasch vergessen. Zu schwarz waren die Protagonist:innen in einer noch immer von Weißen dominierten amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Questlove von „The Roots“ hebt mit dieser Dokumentation einen wahren musikalischen Schatz! DONNERSTAG 25. 8., 20.30 H: „DUNE“, REGIE: DENNIS VILLENEUVE Die bildgewaltige Neuverfilmung von Frank Herberts Science-Fiction-Roman „Der Wüstenplanet“ kommt nirgendwo besser zur Geltung als auf einer richtig großen Leinwand. Richtig: Hier im ZeughausKino gibt’s die.

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© TRUSTNORDISK, PLAN C, WELTKINO, DISNEY+, LIESENHOFF/ NORDEMAR, PIFFL MEDIEN, WARNER BROS

Termine: 9. 8., 16. 8. Ohne Anmeldung Dauer: 30 Minuten


SAVE TH E DATE m ber 10. Sep t e

Sechs- bis Zwölf jährige können sich beim Skaten, Cheerleaden, For schen und mehr austoben.

Schluss mit Langeweile Save the Date: Am 10. September laden die Skatehalle Innsbruck, das Atelier für Zeitreisen und der YAHSnowboard-Verein zum ersten Young Action Day.

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s h o p s / M i t ta g s pa u s e / 1 6 : 3 0 – U H r S k at e c o n t e s t, s t r e e t d a n c e s h o w & concerts / 17:30 UHr – KInderdisko / 19 Uhr – Ende / freier EINTRIT T

* Auc h fü r k le in er e u n d größer e gesc hwi s t eR, Ju GEND

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ßE LTER N gibt‘s natür lic h j ede menge z u s ehen

Text: Lisa Schwarzenauer

WER IST DABEI? Skateboard Club Innsbruck, Rip BMX, Four Elements Academy, Raiders Innsbruck, Street Motion Studio, Künstlerkinder, Sport Union, Kletterhalle Innsbruck, Tiroler Leichtathletik Verband, Olympiaworld, Wiffzack, Go­Shred, Natopia, Botanischer Garten, Tyrolia, Funky Monkey, Kids Got Voice, YAH-SnowboardVerein, DJ Fu und mehr.

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nnsbruck bietet trotz seiner überschaubaren Größe eine beeindruckende Vielfalt an Freizeitaktivitäten – besonders für Kinder und Jugendliche: Egal, ob man sich für Sport, kreative Tätigkeiten, Wissenschaft oder etwas komplett anderes interessiert, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in der Stadt eine Möglichkeit gibt, diese Interessen auszuleben. EINFACH AUSPROBIEREN. Oft wissen Familien allerdings gar nicht, was alles geboten wird – und genau hier setzt der Young Action Day an, sagt Mitorganisator Jakob Winkler vom Atelier für Zeitreisen: „Wir wollen die Vielfalt an Aktivitäten in und um Innsbruck aufzeigen, ähnlich einer Messe für Freizeitmöglichkeiten für Kinder. So viele Freunde von uns machen cooles Zeug, das sollte Kindern und Familien gezeigt werden.“ Einen Tag lang gibt es deshalb in der Skatehalle Innsbruck verschiedene Workshops und Schnupperkurse, in 56

denen Sechs- bis Zwölfjährige Aktivitäten wie Skaten, BMX, Klettern und Bouldern, Tanzen, Malen, Sprayen und Basteln, Parcours, Airtrack, Football, Cheerleading, Leichtathletik, Basketball, Jonglieren, Forschen, Lesen und mehr gemeinsam mit Profis für sich entdecken können. ALLE WILLKOMMEN. Obwohl der Fokus auf Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren liege, werde es aber auch verschiedene Angebote für ältere und jüngere Geschwister sowie Eltern geben, betont Winkler. Ab 17 Uhr werde es beispielsweise einen Skate- und BMX-Contest, eine Dance- und Drumshow und musikalische Unterhaltung mit Kinderdisco und Livebands geben, den Abschluss bildet eine Show der Skatehalle Innsbruck, die damit auch ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.


Die KINOSENSATION im Metropol Kino. www.4dx.at


RÄTSEL

DER W Ü R FE L August 2022

DA S LÖSU N G S WO RT A

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D I E F RAG EN 1

Anzündlich: Werden die aus Ulk- und Schabernackbäumen gewonnen?

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Mit weißer Weste: Männliches Mitglied der Putzkolonne?

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Weiblicher Aufputz bei Formel 1: Bösartige Frau beim Faustkampf?

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Hat auch in der Agrarfrage Selten-heitswert

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Werden diese Ausnahmen an der Imbissbude on Top verteilt?

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Angesichts des verschmierten Nahrungsoels hat er keinen Schimmer

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In England gerüstet, treibt der Athlet dabei Schwimmen, Radfahren und Laufen auf Tri Spitze

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Da wird’s zu eng: Dabei zieht die Schlange blank

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So farbig wie die märchenhafte Prinzessinnenschlafräuberin

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Ungebetener Zaungast mit voyeuristischen Anlagen

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Hat die Henne auch im Feiertag gelegt

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Geht das Stockwerk auch als Elektro-Messe durch?

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Zu hören und zu lesen siehst du die Not erst von unten

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Kleinstmöglicher Schauer wird dir Wein-erlich eingeschenkt

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Mit ihm verabschiedet, wird der Ball erst zum langsamen Schmusesong

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Coacht sich in ihr Schauspieler am Dreh selbst?

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In die Reihe kann sich auch der verrückte Geier einfügen

6020 verlost

5 x 2 KINOKARTEN FÜR DEN FILM „MÄRZENGRUND“ im Leokino

Kennwort: „Rätsel“, Lösungswort angeben! Einsendeschluss: 31. August 2022 Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at oder auf www.6020online.at

LÖ S U N G D E R L E T Z T E N AU S G A B E

„ S O N N E N STI CH “

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M EH R ER FA H R EN !

2 7. – 28. AUG

1 7. – 18. SEP

01. – 02. OKT

E N D U R O.T I R O L

W I R ST D ENDURO U TIROL CHAMP ION?


6020

EXKLUSIV!

Endlich wieder klar denken! Fokus®, das neue innovative Anti Destraction Tool, verspricht das Ende aller Konzentrationsschwierigkeiten.

Fokus® ist auch mit Tablets und Smart Watches kompatibel.

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in ganzes Buch lesen, Oma bei ihren Geschichten von der Ölkrise zuhören, einen Zapfen mit fast null Fehler rechnen – das ist gar nicht so einfach. Immer mehr Menschen klagen über Konzentrationsschwierigkeiten, haben das Gefühl, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, bei der Sache zu bleiben und Dinge wirklich fertig zu SMARTPHONE ALS ÜBELTÄTER Laut einer Studie der Universität Palermo und der Fachhochschule für Sozialtechnik Brunsbüttel machen 74 Prozent der Menschen unter 89 Jahren ihr Smartphone für diese Entwicklung verantwortlich. Und genau hier setzt Fokus®, das neue innovative Anti Destraction Tool, an. Einmal am Handy installiert, sorgt es unverzüglich für Ruhe am Gerät. Keine lästigen Benachrichtigungen und Chatmeldungen mehr, kein Gebimmel und Gepiepse, no more Blinken und Vibrieren. Einfach Fokus! HOCHPERFORMANTES TOOL „Wir haben eine wirksame Methode gefunden, wie wir den permanent abgelenkten User wieder in die Spur springen“, erklärt Founder und CEO Pomo Doro, der dank Werkzeugmacherlehre und anschließendem Studium der Neurowissenschaften an der Donauuniversität Krems über ein breitgefächertes Skillset verfügt und nun von Innsbruck aus an der Aufmerksamkeitsrevolution arbeitet. In Partnerschaft mit der Werkzeugindustrie Stubai haben Doro und sein internationales Team ein hochperformantes Tool entwickelt, das gleichermaßen mit Wirksamkeit und Ease of Use besticht. Derzeit befindet sich Fokus® noch in Private Beta, der Launch soll mithilfe der Gelder, die kürzlich im Rahmen eines Series-A-Fundings (u. a. dabei: Sequoia Capital, Softbank, OBI, Ortner & Stanger) eingesammelt wurden, Anfang kommenden Jahres erfolgen.

Sobald Fokus® einmal aktiviert wurde, steht konzentriertem Arbeiten oder entspanntem Freizeitgenuss nichts mehr im Wege.

Das sagen Test-Kunden: „Dank Fokus® habe ich mein erstes Kochrezept seit fünf Jahren durchgelesen. Komplett!“ Willbert M., Briefträger und Fernsehkoch

„Mich hat Fokus® Family überzeugt. Ein Account für alle Geräte – das ist fair.“ Sandrine L., Mutter von sechs Kindern

„Funktioniert auch mit Lauras Meerschweinchen.“ Paul S., großer Bruder


Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

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DER LANDWEG NACH S. Ein hyperlokaler Reisebericht von Johannes F. Park

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eine Frau und ich schnallen uns im uninspiriert hin und dann wieder blöd retour laufen, Urlaub gerne die Joggingschuhe an. Weil sondern strebt nach ästhetischer Vollendung, kurz: Er Spaziergehen wäre ja leicht. Und so bebesteht auf eine Runde. gab es sich, dass wir unlängst in fremden So näherten wir uns gespannt dem verheißungsGefilden wieder einmal gut gelaunt eine Laufrunde vollen Übergang. Allein – auch hinter der nämlichen Kuppe war von einer passenden Abzweigung weit und starteten. Vom Zentrum der Kärntner Bezirksmetropole S., breit nichts zu sehen. Die Sonne stand längst hoch am wo wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten, ging es in Himmel und sandte ihre Strahlen entschieden auf die beherztem Schritt eine kleine Anhöhe an Kitsch grenzende Szenerie und die hinauf, geradewegs in eine Klamm zwei ortsunkundigen Läufer herab. hinein, die sich gattungskonform Immerhin erblickten wir eine kleine, WIR TRABTEN sowohl als wohltuend kühl erwies als nicht allzu weit entfernte Ansammauch zunehmend verengte; erfreuten GLÜCKLICH DAHIN. lung von Häusern, die neue Hoffnung in uns nährte, es könnte dort eine uns laufend, wenn Sie mir diesen zur Rückkehr nach S. befähigende Kalauer erlauben, am satten Grün der Straße verlaufen. Aber nach weiteren Bäume, Stauden und üppig bemoosten Felsen, bis wir nach etwa einer halben Stunde ein zwanzig Minuten fanden wir wieder nur einen Weg in malerisches Plateau erreichten. die falsche Richtung vor. Die Sonne schien, der Weizen wiegte sich golden im Ich verfluchte die Sturköpfigkeit der autochthonen Wind. In der Ferne stand ein Gehöft nebst Kirchlein, vor Verkehrsplaner. Meine Frau sagte, sie meine sich von dem friedlich Kühe grasten. Und nirgendwo eine Meneinem früheren Ausflug mit dem Rad an eine Weggabeschenseele, die das Idyll mit ihrer Anwesenheit gestört lung in gerade noch fußläufig erreichbarer Entfernung hätte. Wir trabten glücklich dahin und versicherten uns hinter zwei bis drei Hügeln zu erinnern. Mit heiserer fortwährend der Schönheit des Augenblicks. Stimme entgegnete ich, so es denn überhaupt eine Ungeachtet der Vorzüge der carinthischen LandAlternative dazu gäbe, es darauf ankommen zu lassen, schaft meldete sich schließlich mein Orientierungssinn dann die, nun umzudrehen und denselben Weg unsinnigerweise zurückzulaufen. zu Wort: Wenn nicht bald eine Abzweigung auftauchte, Beide schüttelten wir den Kopf. Nein, derart unamdie geeignet erschiene, uns zurück nach S. zu führen, bitioniert wollten wir unsere ästhetischen Ansprüche würden wir einfach kehrtmachen müssen. Sogleich an die Routenführung nicht begraben. Also machten teilte ich die Bedenken meiner Frau mit. Ja, diese Überlegungen habe sie auch bereits anwir uns gemessenen Laufschrittes auf die Suche nach gestellt, erwiderte sie, ohne das Tempo zu verringern. besagter Wegkreuzung. Zwei Sackgassen, einen unüberwindbaren Graben Aber es müsse ja ein Weg zurückführen. Stichwort: und einen schlecht gelaunten Dobermann später freue Bezirksmetropole. Stichwort auch: Alle Wege führen ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir an unsenach Rom. Und spätestens hinter der Schneise da rem Vorhaben, einen zusätzlichen Landweg nach S. zu vorne – mit einer ausladenden Handbewegung machte entdecken, weiterhin festhalten. sie mich auf eine markante Geländekante zu unserer Sollte es dunkel werden, bitte ich um die EntsenRechten aufmerksam – wüssten wir bestimmt mehr. Ich dung einer Suchmannschaft. pflichtete ihr bei. Weil der Läufer will nun einmal nicht 62


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