6020 Stadtmagazin (Juli 2022)

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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

21. JAHRGANG JULI 2022 | AUSGABE 272

DIE 6020BUCKET-LIST Was wir diesen Sommer sicher tun werden wollen

Diesmal m it 6020 Famil y

GRATWANDERUNG Unterwegs am Innsbrucker Klettersteig PROST MAHLZEIT Zu Besuch bei Spitzenkoch Johannes Nuding


E N N I GEW N E N N O S 0 1 N O V N BRILLE N A B Y RA

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Editor ial

Über die Eigenverantwortung Michael Steinlechner

N

achdem ich mich zwei Jahre lang über unsere Bundesregierung geärgert habe, ist es mir neulich wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich habe meinen Verdruss an die falsche Adresse gerichtet oder zumindest aus den falschen Gründen. Denn letztendlich waren es zuallererst die Medien, die Angst geschürt haben und immer noch schüren. Die Medien, die auch heute noch jeden noch so großen Schwachsinn einfach kommentarlos übernehmen. Dabei sollten wir doch nach zwei Jahren Pandemie mittlerweile gelernt haben: Corona ist, wie jede andere Krankheit, nur ohne Panik, dafür mit Eigenverantwortung zu besiegen. Es ist nicht die Impfung, die uns schützt, sondern der Hausverstand. Es ist nicht die Krankheit, die unsere Gesellschaft bedroht, sondern die Maßnahmen, die zu ihrer Bekämpfung gewählt wurden. Und so habe ich mich richtig gefreut, als der dritte Gesundheitsminister der Pandemie, Johannes Rauch, unlängst auf die panischen Fragen eines Ö1-Reporters besonnen reagierte. Auf die Schuldzuweisung in Richtung Regierung, ob die Maßnahmen nicht viel zu früh beendet worden wären, blieb der nämlich äußerst gelassen. Und auch die Frage, wie es nun in Sachen Pandemie weitergehen sollte, konnte ihn nicht in Panikmodus versetzen. Der schlaue Vorarlberger ließ sich nicht nur, wie es sich für einen Profipolitiker gehört, keine konkrete Aussage entlocken, sondern spielte den Ball auch gleich an das Volk zurück. Ohne Eigenverantwortung würde es nicht gehen und der Staat könne nicht

für jede Situation die richtige Regel vorschreiben, so Rauch. Und spricht damit endlich laut aus, was wir alle selbst schon länger spüren: Die Medien mögen mit ihrer unreflektierten, selbstgefälligen und arroganten Art unsere Panik geschürt haben, allein Schuld daran sind sie aber nicht. Wir selbst sind es, die endlich Verantwortung übernehmen müssen, um diese Pandemie nachhaltig beenden zu können. Indem wir logisch handeln, zum Beispiel. Für all jene, die nicht an Corona erkranken wollen, empfiehlt es sich, auch ohne gesetzliche Vorschriften, nach wie vor, große Menschenansammlungen zu meiden, lieber einmal mehr die Maske zu verwenden und im Zweifelsfall zu Hause zu bleiben. Für den Rest der Bevölkerung, der nicht vorerkrankt und über 70 ist und Statistiken lesen kann, empfiehlt es sich, das Thema wie jede andere Krankheit zu behandeln. Wenn es so weit ist, weiß man ja auch sonst, was zu tun ist: Man kuriert sich ordentlich aus und steigt dann nach ein bis zwei Wochen wieder langsam in den Alltag ein. Der Schritt in diese nun auch immer offiziellere Eigenverantwortung wird übrigens dann besonders wichtig, wenn im Herbst die inzwischen jährlich stattfindende Coronapanik eintritt. Wenn wir dann nicht länger möchten, dass der Staat uns kollektive Maßnahmen aufs Auge drückt, werden wir beweisen müssen, dass wir das mit der Eigenverantwortung ernst nehmen, können und auch wollen. Und dass wir dann im Fall eben auch mal unangenehme Maßnahmen für uns selbst setzen. m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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Inhalt

Die besten uli Events im J lick. auf einen B Seite 62

Serie:

Die Zukunft der Stadt Wie sieht eine Stadt aus, in der ihre jüngsten Bewohner glücklich sind?

Coverstory:

Die 6020Bucket-List

Seite 28

Touchdowns am Tivoli

Was wir diesen Sommer sicher tun werden wollen.

Seite 14

Die Raiders spielen in der neu gegründeten European Football League – auch zur Freude der Fans.

Irre Innsbrucker Immosparpläne

Seite 32

Essen & Trinken

Ab August braucht man für einen Immobilienkredit mindestens 20 Prozent Eigenmittel. Wir haben mal ein bisschen herumgerechnet.

Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

Seite 12

Seite 46 6


Diesmal mit 6020 Family Die besten FamilienFreizeittipps in und um Innsbruck.

Von einer Gratwanderung

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Die oberste Goldene Regel im Goldenen Dachl lautet: 80/20 – 80 % unserer Produkte stammen aus der Region bzw. aus Österreich, nur 20 % beziehen wir von auß au ß erhalb.

Der Innsbrucker Klettersteig gilt als einer der spektakulärsten in Tirol. 6020-Redakteurin Eva Schwienbacher hat sich gemeinsam mit Christian „Picco“ Piccolruaz, der für die Wartung des Klettersteigs zuständig ist, in die Höhe gewagt.

Seite 36

Prost Mahlzeit

80

Genie ß en Sie mit Genieß Leib und Seele!

Drei-Sterne-Koch Johannes Nuding kehrt von London zurück in seine Heimatstadt Hall. Ein Lokalbesuch vor der Eröffnung.

Seite 54

Saucenquartett MundArt grillt – und bleibt dabei nicht auf dem Trockenen.

Seite 58 IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Theresa Kleinheinz, Haris Kovacevic, Simon Leitner, Jennifer Mair, Johannes F. Park, Raul Schramek, Lisa-Maria Schwarzenauer, Eva Schwienbacher, Flo Seidl, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Grafik: Thomas Bucher, Alina Klampfer, Marco Lösch, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at), Cover: Addictive Stock/photocase.de Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck goldenesdachl.com


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IM B ILD


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Beim Innsbruckathlon am letzten Juni-Wochenende war kollektive Leidensfähigkeit angesagt. Gut 1.100 Teilnehmer:innen stellten sich der Herausforderung über rund zehn Kilometer und 25 Hindernisse zwischen Landestheater, Innufer und Bergisel.

LAUFEN MIT HINDERNISSEN

© FRANZ OSS


JULI

9 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1.

9.

HACKER-

U N D JA : KRIEG & CORONA

ANGRIFFE

2.

REISECHAOS

8.

VERLÄNGERTE ÜBER

3.

4 EURO

GAS-

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PA N I K

4.

6.

SAUFEN AM

Z E U G N I S TA G

5.

DA S U N G E LÖ ST E TAU B E N P R O B L E M I M

O-DORF

UNWETTER 10

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

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Innsbrucker Immosparpläne

Preis: 307.000 Euro + ca. 10 Prozent Nebenkosten =

337.700 Euro Kredit

Ab 1. August sind Banken dazu verpflichtet, bei der Kreditvergabe strenger vorzugehen. Unter anderem müssen Kreditnehmer:innen 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenmittel vorlegen. Was das für Innsbrucker:innen ohne Erbschaft oder Lotto-Sechser bedeuten würde, haben wir einmal nachgerechnet.

Geforderte Eigenmittel also:

67.540 Euro

Aus eigener Kraft könnte man das nur so schaffen:

Text: Haris Kovacevic

Zeitmaschine zum 1. März 2011

1. Oktober 2003

und monatlich

und monatlich

zur Seite legen. 11 Jahre und 4 Mo­­nate später hat man die Summe in etwa beisammen.

sparen. 18 Jahre und 9 Monate später wäre man dann ungefähr durch.

500 €

B

300 €

Bleibt nur noch der Restkredit in Höhe von 270.160 Euro zurückzu­ zahlen. Mit variablem Zins1) schwellt die Zahl auf ca. 305.000 Euro an, mit fixem Zins2) (10 Jahre) sogar auf 430.000 Euro. Bei ersterem müsste man monatlich etwa 720 Euro erübri­ gen (vorausgesetzt die Zinsen steigen nicht), um den Kredit zu bedienen, bei letzterem um die 1.000 Euro. Auf 35 Jahre gerechnet, versteht sich.

© IMMO.TT.COM 23.6.2022 (2)

anken vergeben ja bekannt­ lich Kredite und verdienen damit Geld. So weit, so gut. Kritiker:innen zufolge ist das bisher in vielen Fällen aber etwas zu leichtfertig passiert: Eigenmittel wurden nicht groß beachtet, wenn das Einkommen gepasst hat. Wenn Kreditnehmer:innen bereit waren, sich für viele Jahre zu verschulden, hat man eben­ falls ein Auge zugedrückt. Und, und, und. Nun schärft der Gesetzgeber nach: Ab 1. August müssen mindestens 20 Pro­ zent des Kaufpreises an Eigenmitteln vorhanden sein – sonst darf die Bank den Kredit nicht vergeben. Gleichzeitig muss die monatliche Rate unter 40 Prozent des Nettoeinkommens bleiben, während die Laufzeit 35 Jahre nicht überschreiten soll. Wer kann sich unter diesen Umständen eine Immobilie in Innsbruck leisten, wenn er nicht einen Batzen erbt oder geschenkt bekommt? Wir haben mal nachgerechnet – mit aktuellen Beispielen.

25 m2

1) 2)

*

12

Mit effektivem Jahreszins von 0,931 %. * Mit effektivem Jahreszins von 3,29 %. *

infina.at/wohnkreditrechner vom 22.6.2022

1. März 1966 und monatlich

100 €

zurückzulegen. 100er auf 100er (1.376 Schilling) und am 1. Juli 2022 sollte es in etwa geklappt haben.


Bei zwei Personen halbiert sich die Laufzeit, vorausgesetzt beide verdienen und sparen brav.

in Pradl, ohne Makler(-gebühr)

993.600 Euro Kredit 198.720 Euro

Sparen beide 300 Euro monatlich, haben sie hoffentlich am 1. November 1994 damit angefangen. Dann kommen sie zeitlich hin.

Aus eigener Kraft könnte man das nur so schaffen:

Bei 100 Euro monatlich müssen sie am 1. Oktober 1939 damit angefangen haben.

Geforderte Eigenmittel also:

Zeitmaschine zum 1. Mai 1967

und monatlich

und monatlich

oder 6.880 Schilling auf die Seite legen und am 1. Juli 2022 hätte man die Eigenmittel zusammen.

sparen. Es kann dann zwar 55 Jah­re und 2 Monate dauern, aber man hätte die Kohle beisammen.

500 €

300 €

1. Dezember 1856 und monatlich

100 €

auf die hohe Kante legen. Dann dauert es 165 Jahre und 7 Monate und das Geld wäre auf dem Haufen. *

4)

Leiter Wohnteam RLB Tirol

W

arum wurden Ihrer Meinung nach die Regeln für die Kreditvergabe verschärft? Die FMA (Finanzmarktaufsicht, Anm. d. Redaktion) will syste­ mische Risiken bei der Wohnimmobilienfinanzierung mit Blick auf die stark steigenden Immobilienpreise, die Zins­ wende und das wirtschaftliche Umfeld begrenzen. Schärfere Kriterien sollen Kreditnehme­ rinnen und -nehmer auch vor Überschuldung schützen.

Wem bringt die neue Regelung Vorteile und wem Nachteile? Für viele Perso­ nen wird es ab August 2022 schwieriger, einen Immobili­ enkredit zu erhalten. Vor allem für die ganz Jungen, die erst am Anfang ihres Berufslebens stehen und geringe bzw. keine Eigenmittel zur Verfügung haben.

Und selbst dann bliebe da noch Kredit in Höhe von 809.600 Euro zu beglei­ chen (mit variablen Zinsen3) knapp über 900.000 Euro). Auf 35 Jahre gerechnet wäre monatlich eine Rate von 2.150 Euro zu bedienen – für zwei Personen also 1.075 Euro pro Einkom­ men. Das würde nach dem neuen Re­ glement bedeuten, dass sie pro Kopf minimum 2.687,50 Euro verdienen müssten (netto), um den Kredit nur zu bekommen. Bei Fixzinsen4) (10 Jahre) stiege der zurückzuzahlende Betrag auf 1,3 Millionen Euro und die Rate läge wesentlich höher: knapp über 3.000 Euro monatlich. Dann müssten beide netto mindestens 3.750 Euro monatlich verdienen – pro Kopf. 3)

Gerhard Cramer,

Legen beide 500 Euro zurück, müssen sie am 1. Jänner 2006 damit angefangen haben.

Preis: 920.000 Euro ca. 8 Prozent Nebenkosten =

1. Juni 1989

3 Fragen an:

© RAIFFEISEN

Familienwohnung 96 m

Fair bleiben:

2

* Damals hätte man Konventions­ taler gespart, die später vom Gulden, dann der Krone, dann vom Schilling, der Reichsmark, wie­ der vom Schilling und schlussend­ lich vom Euro abgelöst wurde.

0,902 % effektiver Jahreszins. * 2,961 % effektiver Jahreszins. *

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Welche Folgen wird Ihrer Einschätzung nach diese Gesetzesänderung haben? Wir befürchten, dass ca. 10 bis 20 Prozent der Kreditsuchen­ den betroffen sein könnten und keinen Kredit mehr erhalten dürfen. Kredite bis 50.000 Euro sind von den neuen Vorgaben ausgenommen, das erleichtert etwa energetische Sanierun­ gen.


COVERSTORY

DIE 6020BUCKET-LIST

Was wir diesen Sommer sicher tun werden wollen Illustration: Monika Cichoń

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ABTAUCHEN AM MORGEN Die Sonne ist mein großer Feind. Für Sonnenbrand reicht es mehr oder weniger, einfach nur an sie zu denken, und sommerliche Temperaturen sorgen dafür, dass ich mich von Juni bis September zwischen 9 und 19 Uhr vorzugsweise hinter möglichst dicken, gut isolierten Wänden verstecke. Rausgehen und das gute Wetter ausnützen? Nein, danke. Die einzige Ausnahme: Schwimmen gehen. Am liebsten, bevor es richtig heiß und voll wird. In den nächsten Wochen werde ich deshalb so oft wie möglich zum Frühschwimmen ins Tivoli gehen: An ungeraden Kalendertagen öffnet das Freibad von 7.15 bis 8.45 Uhr seine Bahnen für Frühaufsteher:innen – danach kann man sich wieder getrost verbarrikadieren.

Lisa Schwarzenauer Redaktion

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AKROBATISCHES LERNZIEL Das wollte ich schon lange. Es schaut nicht schwierig aus, benötigt aber viel Kraft und ... Mut, um die Füße zu befreien und sich nur auf die Hände zu verlassen. Ich habe vor diesen Sommer endlich den Handstand zu lernen. Monika Cichon Illustration

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WATTEN UND WANDERN Wattwandern kann man nicht nur in Nordfriesland, sondern auch in Innsbruck und das möchte ich diesen Sommer ausprobieren. Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung vermutlich etwas herausfordernder: Von der Stadt aus geht’s auf eine städtische Alm nach der anderen. Bei jeder Einkehr wird eine Runde gewattet – ladinisch versteht sich – und je nach Durst oder Frust das eine oder andere Getränk konsumiert. Jetzt muss ich nur noch drei wanderlustige, spielfreudige und trinkfeste Kamerad:innen für meinen Ausflug finden. Theresa Kleinheinz Redaktion

DIVERSE PLÄNE Ich weiß, was ich diesen Sommer tun will ... • Nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang im Baggersee schwimmen und dabei die Urban Legend verdrängen, laut der tief unten ein Pferdekadaver vor sich hintümpelt. • Im Zeughauskino alle 30 Filme schauen. Selbst dann, wenn es wie aus Kübeln gießt. • Bei Morgengrauen aus der „Plansch Bar“ purzeln und mit dem ersten Zug wieder Heim nach Hall fahren. Ein Hoch auf die Haltestelle „Innsbruck Messe“! • Mindestens ein Mal pro Woche Eiskaffee als Mittagessen verputzen. • Dem Gartenhaus meiner Eltern (Baujahr 1980) einen neuen Anstrich verpassen. Ziel: „Villa Kunterbunt“ reloaded. • Mir einreden, ich hätte große Ferien! Christiane Fasching Redaktion

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TIERISCHE BEGLEITUNG Alpakas gibt es nicht nur im Zoo oder in Südamerika. Auch in Gschnitz im Wipptal sind einige von ihnen zu finden. Nur eine kurze Autofahrt von Innsbruck entfernt kann man mit 22 Alpakas und zwei Lamas eine Wanderung machen. Im Frühjahr gab es sogar Nachwuchs. Perfekt, um abzuschalten, und etwas Neues zu erleben. Jennifer Mair Social Media

LIEGEN UND LESEN Als eher introvertiert veranlagter, maximal mittelsportlicher Bücherwurm, für den sich der Wechsel der Jahreszeiten weniger in alternierenden Aktivitäten als in der graduell zu- oder abnehmenden Intensität quasi ununterbrochenen Schwitzens äußert, habe ich mir diesen Sommer nur eines vorgenommen: endlich mal zumindest den ersten Band von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ vollständig zu lesen. Diesen kenne ich bisher nur zu Teilen, und ich hatte nie genug Muße oder Ruhe, das Ganze auch bis zum Ende durchzuziehen. Aber diesen Sommer ist es soweit, das spüre ich. Oder ist das doch nur die Hitze?

AB INS „ARCHIV“ Lange schon möchte ich alte Erinnerungsstücke aussortieren, die zum Teil scheinbar wahllos in zig Kartons Platz gefunden haben: Postkarten, Briefmarken, Fotos, Kinderzeichnungen, Zeitungsausschnitte von Stars aus den Achtzigern und Neunzigern (Madonna, Ötzi, Richard Grieco … kennt den noch jemand?), Minispielzeug aus Plastik und Metall – was sich halt so ansammelt in einem halben Menschenleben. Seit meine Eltern vor Jahren umgezogen sind und mir alles, was ich bisher nicht wegwerfen wollte, feierlich überreicht haben, nehme ich mir vor, einiges davon zu entsorgen. Diesen Sommer gehe ich es endlich an. Obwohl – eigentlich liegen die Sachen ganz gut dort, wo sie sind …?

Simon Leitner Redaktion

Verena Zankl Korrektorat 18


EIN ECHTER HATSCHER Wenn meine Knie mitspielen, möchte ich wie letztes Jahr von mir zu Hause im Saggen in die Leutasch wandern: über die Höttinger Alm zum Frau-Hitt-Sattel, über jede Menge Schotter und dann Latschen runter zur Möslalm, durch die unglaubliche Gleirschklamm nach Scharnitz, weiter nach Mittenwald und dann noch einmal ein bisschen bergauf zum Bärenwirt nahe der Geisterklamm. In Zahlen heißt das: 37 Kilometer, ca. 1.700 Höhenmeter rauf, etwa 12 Stunden Gehzeit mit Pausen. Ein echter Hatscher. Und ein Erlebnis.

Matthias Krapf Redaktion

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PERSPEKTIVENWECHSEL Als ich vor neun Jahren nach Innsbruck zog und mich anfangs von der Nordkette ziemlich eingeengt fühlte, nahm ich mir vor, jeden Sommer einmal zu Fuß aufs Hafelekar zu gehen – die Weite dort oben und das Wissen, dass diese zu Fuß zu erreichen ist, helfen, die Enge unten im Tal besser zu ertragen. Bisher bin ich nur zweimal dazugekommen. Heuer will ich wieder aus eigenen Kräften von der Stadt aufs Hafelekar. Eva Schwienbacher Redaktion

DER BIBER IST FÄLLIG Heuer im Sommer ist er fällig! Der Castor fiber. Der europäische Biber. Heuer, im Sommer, will ich ihn mal beobachten. Beinahe täglich spaziere ich mit meiner Hündin Molly entlang der Flüsse Inn und Sill und entdecke stets Biberspuren, sah aber nie einen Biber. Die unsichtbare Anwesenheit dieses emsigen Nagers fasziniert mich. Wann zum Teufel macht er denn all diese Spuren? Da gibt jede Menge an- und umgenagte Bäume, aber keine Spur vom Biber. Als Kind war ich stets enttäuscht, dass die Biber im Alpenzoo immer nur geschlafen haben. Diese Sill- und Innbiber schlafen mit Sicherheit nicht so viel, sonst gäbe es nicht so viele Spuren. Heuer im Sommer werde ich auf Biberpirsch gehen und ihn endlich sehen! Flo Seidl Redaktion

BILDLASTIG Regenwetter! Endlich Zeit Urlaubsfotos zu archivieren, vielleicht sogar ein Fotoalbum. Bei Schönwetter – Open Air Kino Zeughaus Thomas Bucher Grafik

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NETFLIX UND NUDELN Es geht ja nur noch ums Überleben. Dass sich das Klima verändert, merkt man vor allem im Sommer, denn es wird ja immer heißer und heißer. Was kann man bei der Hitze noch machen, ohne als komplett geisteskrank zu gelten? Ich hab mir jedenfalls die jeweils letzten Staffeln von Stranger Things, Better Call Saul und Borgen vorgenommen. Denn viel Zeit ist ja nicht mehr – vor allem, wenn Netflix seine Drohung, gegen MehrparteienAccounts vorgehen zu wollen, in die Tat umsetzt, wird’s bei mir eng. Ansonsten kann man zum Glück noch kalte Pasta machen: mit Kirschtomaten und Mozzarella. Einfach im Kühlschrank abkühlen lassen und an jedem der folgenden heißesten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnung portionsweise verzehren. Sport sollte man außerdem auch nicht vergessen. Aber was kann man bei der Hitze denn machen? Haris Kovacevic Redaktion

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BOOTFAHREN UND KATZEN STREICHELN Meine Pläne: • wieder einmal nach Jahren („Daheim“ in Kitzbühel) mit dem Boot auf dem Schwarzsee fahren • so oft wie möglich im Innenhof die drei Katzen streicheln, die da seit diesem Jahr irgendwo wohnen • selbst gepflanzten Paprika ernten am Balkon, falls irgendwann etwas daran wächst • zum Knödelfest nach St. Johann fahren • einen See auf einem Berg finden und da hin wandern

Alina Klampfer Grafik

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Studium in Tirol und dann Tschüss?

Innsbruck ist zweifellos eine internationale Studentenstadt. Aber kommen die auslän­dischen Studierenden nur fürs Studium nach Tirol oder bleiben sie auch nach dem Abschluss? 6020 hat sich diese Frage anhand deutscher Medizinstudent:innen angesehen. Text: Raul Schramek

Fotos: Axel Springer

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as Medizinstudium erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. So wetteifern am 8. Juli beim diesjährigen Aufnahmetest in Innsbruck 3.350 Bewerber:innen um 410 Plätze. Mit dabei auch viele Deutsche. Ihnen wird oft nachgesagt, sie kämen vor allem wegen der in ihrer Heimat beste­ henden Zugangshürden (siehe Infobox) fürs Studium nach Österreich. Nach dem Abschluss ziehe es aber viele wieder zurück in die Heimat, heißt es. Bilden wir also Ärzt:innen fürs Ausland aus?

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Immerhin entstehen pro Absolvent:in Ausbildungskosten in der Höhe von etwa 500.000 Euro, die der österreichische Staat übernimmt. SUCHE NACH ZAHLEN GLEICHT ODYSSEE. Der Blick auf die Statistik ist unbefrie­ digend. Denn allzu genau weiß man das nicht. Aber von Anfang an: Gut ein Viertel der zurzeit in Innsbruck inskri­ bierten Humanmedizin-Studierenden sind deutscher Nationalität. Daraus lassen sich


„Viele zieht es zurück“ Kompliziertes deutsches Aufnahmeverfahren Bei unseren nördlichen Nachbarn spielt der sogenann te Numerus clausus für die Aufnahme ins Studium eine groß e Rolle. Hierbei gibt es mehrere Vergaberunden: Die ersten 30 Prozent der Plät ze werden nur aufgrund von Abiturnoten vergeben, wobei in den meis ten Bundesländern für die Aufnahme ins Medizins tudium ein Notenschnit t von 1,0 nötig is t . Weitere 60 Prozent vergeben die einzel nen Unis sel bs t s tändig, wobei neben den Noten auch Beruf spraxis, Bewerbungsge spräche etc. eine Rolle spielen. Die let zten 10 Prozent der Plät ze werden über Eignungstest s ver teilt. V iele Interessier te mit zu schlechtem A bitur schnit t ver suchen ihr G lück in Ös terreich, wo die Abschlussnoten keine Rolle spielen.

natürlich noch keine Rückschlüsse ziehen, wer danach hierbleibt. Vielleicht kann die Ärztekammer Auskunft geben. Sie führt die sogenann­ ten Ärztelisten, in denen alle Ärzt:innen eingetragen sind, die in Österreich tätig sind. Und hier wird bei der erstmaligen Eintragung auch die Nationalität erfasst, Änderungen im Nachhinein allerdings nicht. Eine konkrete Zahl, wie viele Mediziner:innen mit deutscher Nati­ onalität im niedergelassenen Bereich tätig sind, wollte die Ärztekammer auf 6020-Anfrage mit Verweis auf den Daten­ schutz nicht bekanntgeben. Auskunftsfreudiger war man an der Klinik Innsbruck. Hier muss man differen­ zieren: Ein Teil der Belegschaft ist bei den Tirol Kliniken angestellt, der andere bei der Medizinischen Universität. Der Anteil der deutschen Ärzt:innen beträgt dort 13 bzw. 16 Prozent. Wobei auch hier nicht erhoben wird, wer wo studiert hat. Wie viele Ärzt:innen nach dem Studium in Innsbruck bleiben, ist somit reines Mut­ maßen. Womöglich will man es gar nicht so genau wissen. OFFENE UNI ALS FOLGE DER EUROPÄISCHEN INTEGRATION. Den Vorwurf, österreichische Steuer­ zahler:innen würden durch die teure Ausbildung von deutschen Ärzt:innen belastet werden, will Wolfgang Prodinger, Vizerektor für Lehre und Studienange­ legenheiten an der Medizinischen Univer­ sität Innsbruck, so nicht stehen lassen. Er verweist auf die österreichische

Markus Winkler

6020

: Herr Dr. Winkler, was war Ihre Motivation, in Innsbruck zu studieren? M arkus Winkler: Der Hauptgrund war eigentlich der Nume­ rus clausus in Deutschland. Mit meinem Notenschnitt hätte ich einige Jahre auf einen Studienplatz warten müssen. Dieses System finde ich fragwürdig. So sagt beispielsweise die Deutschnote nur wenig über die Fähigkeiten als Arzt oder Ärztin aus. Als ich aber dann in Innsbruck studiert habe, habe ich entdeckt, dass Innsbruck meine Traumstadt ist. Auch die Um­ gebung ist sehr attraktiv. So kann man einerseits ein Stadtleben führen, andererseits ist man aber auch in einer Viertelstunde im Gebirge. Sind die Tiroler:innen gegenüber Neuankömmlingen aufgeschlossen? Im Studium selbst habe ich mich nie diskriminiert gefühlt, wohl auch deswe­ gen, weil die Student:innenschaft aus vielen verschie­ denen Regionen kommt. Ansonsten passt man sich wohl auch sprachlich etwas an, aber damit habe ich kein Problem. Innsbruck ist generell eine internatio­ nale Stadt, sodass man auch als Ausländer:in rasch Anschluss findet. In ländlichen Regionen wird es wohl schwieriger sein. Welches tirolerische Wort haben Sie zu Beginn Ihrer Zeit hier nicht verstanden? Grundsätzlich glaube ich, dass das Tirolerische und das Bayerische relativ verwandt sind. So habe ich eigentlich das meiste auf Anhieb verstanden. Einzig mit den Füllwörtern „woasch eh“ und „lei“ konnte ich am Anfang nicht viel anfangen. Mit den Vorarl­ bergern habe ich mir aber anfangs deutlich schwerer getan als mit den Tirolern (lacht). Was ist Ihr Eindruck – bleiben viele Deutsche nach dem Studium in Österreich? Meine Wahr­ nehmung ist, dass nur wenige bleiben. Viele zieht es wohl aus Verbundenheit zur Heimat zurück. Die Perspektiven sind aber in Österreich deutlich besser. Insbesondere die Bürokratie ist in Deutschland wesentlich höher. Das war auch für mich ein wesent­ licher Grund, mich in Österreich niederzulassen. Hier hat man mehr Zeit, Zahnarzt zu sein. Vielen Dank für das Gespräch.

Markus Winkler aus dem bayerischen Regensburg hat in Innsbruck Zahnmedizin studier t. Nach dem Abschluss zog es ihn zuer st zurück in die Heimat, um dann aber wenige Jahre später doch nach Tirol zurückzukehren. Mit tler weile betreibt er in Innsbruck seine eigene Praxis.


„In den Bergen fühle ich mich wohl“ Julius Conrad

6020

: Julius, warum hast du dich entschieden, dein Studium in Innsbruck zu absolvieren? Julius Conrad: Ich bin ein begeisterter Bergsportler. Im Winter gehe ich gerne skifahren, im Sommer mountainbiken und wandern. In meiner Hei­ mat ist es aber leider nicht möglich, diesen Sportar­ ten regelmäßig nachzugehen. Da war es naheliegend, in den Bergen zu studieren. Für viele andere ist wohl auch der Numerus clausus ausschlaggebend. Ich finde, der MedAT ist wesentlich zweckmäßiger. Ohne den Aufnahmetest wäre die Uni heillos überfüllt.

EU-Mitgliedschaft. „Es war immer klar, dass sich Österreich mit dem EU-Beitritt dazu verpflichtet, sein Ausbildungssystem für den EU-Raum zu öffnen.“ Umgekehrt können Österreicher:innen ja genauso in Deutschland Medizin studieren. Außerdem hat Österreich eine Quotenregelung durchsetzen können: 75 Prozent der Humanmedizinstudien­ plätze gehen an Personen, die ein öster­ reichisches Reifezeugnis besitzen.

Sind die Tiroler:innen gegenüber Neuankömmlingen aufgeschlossen? Unter Student:innen spielt die Nationalität keine Rolle. Auch ansonsten ist es mir bisher erst ein Mal passiert, dass ich aufgrund meiner Herkunft blöd angeschaut wurde. Das macht mir aber nichts aus. Insgesamt fühle ich mich hier sehr wohl.

KRITISCHER RECHNUNGSHOFBERICHT. Der Output der universitären Ärzteausbil­ dung für den Arbeitsmarkt wird allerdings von einem Bericht des Rechnungshofs vom Dezember 2021 kritisiert. Demnach würde ein Drittel der Absolvent:innen nach dem Studium nicht in Österreich im Arztberuf tätig sein. Ungeklärt bleibt aber auch hier, ob diese Mediziner:innen ins Ausland abwandern oder überhaupt andere Berufe ergreifen. „Nur in einem gläsernen System ist genau feststellbar, welchen Beruf die einzelnen Bürger:innen zukünftig ausüben werden. Somit stößt der Rechnungshofbe­ richt an seine Grenzen“, meint Prodinger.

Welches tirolerische Wort hast du anfangs nicht verstanden? Aufgrund einiger Urlaube und Klassenfahrten nach Österreich habe ich bereits vor meinem Studium die gängigsten österreichischen Wörter kennengelernt. So fiel es mir dann auch im Studium nicht allzu schwer, die Tirolerinnen und Tiroler zu verstehen. Aber ich bin lang nicht da­ hintergekommen, was „pfiat di“ bzw. „pfiat enk“ bedeutet (lacht). Zieht es nach dem Studium viele Deutsche wieder heim? Generell habe ich das Gefühl, dass viele Mitstudierende nach dem Abschluss wieder nach Hause zurückkehren möchten. In Deutschland ist der Verdienst höher, was wohl für viele ausschlaggebend ist. Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Ich finde, man verdient auch in Österreich als Arzt oder Ärztin mehr als genug. Außerdem ist die Lebensqualität viel höher. Mich persönlich sprechen insbesondere die Fachbereiche Sportmedizin, Orthopädie und Unfall­ chirurgie an. Diese sind in Tirol ein großes Thema. Ich persönlich möchte also definitiv nach dem Studi­ um in Tirol bleiben. Vielen Dank für das Gespräch.

Julius Conrad kommt aus G reif swald im äußer sten Nordosten Deutschlands. Zur zeit absolvier t er in Innsbruck das Humanmedizinstudium. Nach Abschluss möchte er sich in Tirol niederlassen.

UMSTRITTENER AUFNAHMETEST. Fragt sich also, ob der Aufnahmetest geeignet ist, gute Mediziner:innen aus­ findig zu machen. „Es gibt auf der ganzen Welt kein System, das gute Ärzt:innen bei 18-Jährigen herausfiltert“, sagt der Vizerektor. Insbesondere sei es schwierig,

Feuertaufe für angehende Mediziner:innen Der Medizinische Aufnahme -Test (MedAT ) s teht seit 2013 am Beginn des ös terreichischen Human medizin - und Zahnmedizinstudiums. Um einen der begehr ten Studienplät ze zu ergat tern, müssen die Teil nehmer :innen Aufgaben zu den Bereichen na tur wissenschaf tliches Basiswissen, Tex t verständ nis, kognitive Fähigkeiten und sozial- emotionale Kompetenzen bewältigen. Die Teil nehmer :innen mit den bes ten Ergebnissen erhalten den Zuschlag, wobei beim Humanmedizins tudium 75 Prozent der Studien plät ze für Per sonen mit ös terreichischem Reifezeugnis vorgesehen sind.


Im Audimax- Hörsaal mit fast 500 Sit zplät zen tref fen Studierende aus vielen unter schiedlichen Ländern zusammen.

zu definieren, was überhaupt „ein guter Arzt“ sei. Prodinger verweist auf die zahl­ reichen ärztlichen Betätigungsfelder, vom Chirurgen bis zur Gerichtsmedizinerin. In jedem Bereich sind ganz unterschiedliche Fähigkeiten gefordert. Generell wichtig sei aber Durchhaltevermögen, und das könne der MedAT gut messen. Überdies bewirke das Aufnahmeverfahren, dass die Dropout-Rate im Studium relativ gering sei. Die Österreichische HochschülerIn­ nenschaft (ÖH) hingegen hält den Test für sozial selektiv, da er ohne teure Vorberei­ tungskurse nicht zu bestehen sei. Pro­ dinger hält dagegen: „Nicht der MedAT, sondern das österreichische Bildungssys­ tem ist sozial selektiv.“ Ob Kinder gute

Chancen bekommen, entscheide sich bereits bei der Schulauswahl. Insgesamt lässt sich also nicht gesi­ chert feststellen, wer nach dem Medi­ zinstudium im Land bleibt. Das gilt im Üb­ rigen nicht nur für Deutsche: Auch einige Österreicher:innen entscheiden sich für eine Karriere im Ausland. Gleichzeitig sind viele Arztpraxen gerade im ländli­ chen Raum chronisch mit Patient:innen überfüllt. Viel zu tun also für die Politik.

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S E R I E

die Zu ku n ft d e r Stadt

Kindheit findet Stadt Hupende Autos, gefährliche Schulwege und schlechte Luft: Immer mehr Familien zieht es deshalb ins Grüne – doch auch abseits von Bullerbü und Lönneberga können Kinder sorglos aufwachsen. Die Frage ist: Wie sieht eine Stadt aus, in der ihre jüngsten Bewohner:innen glücklich sind? Text: Leonie Werus

ERMÖGLICHT VOM VVT Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.

omm heim, bevor es dunkel wird“, hat es wohl bei vielen Kindern geheißen, die auf dem Land groß gewor­ den sind. Sätze wie diese kennt der kleine Max nicht, den wir uns für diesen Teil von „Zukunft der Stadt“ einmal stellvertretend vorstellen – er lebt mit seiner Familie in einer Altbauwohnung in Pradl. Eines hat er mit knapp 19.000 unter 18-Jährigen gemeinsam: Sie alle wachsen in der Landeshauptstadt auf und haben ganz andere Vorstellungen von einer Um­ gebung, in der man sich wohlfühlt, als Er­ wachsene oder gar Senior:innen. Während bei den jüngsten Stadtbewohner:innen oft größere Klettergerüste und Schaukeln hoch im Kurs stehen, wünschen sich ihre Eltern meist eine erhöhte Verkehrssicher­ heit oder eine gute Nachbarschaft für ihre Sprösslinge. Doch ist es mit Spielplätzen, „Achtung Kinder“-Schildern und Straßen­ festen bereits getan? Oder braucht es doch mehr, damit eine Stadt ein geeigneter Le­ bensraum für die junge Bevölkerung ist? 28

SCHNELL AM ZIEL. Als Max geboren wird, ist seine Mutter heilfroh, ihr Kind im nahe gelegenen Krankenhaus auf die Welt bringen zu können. Würde die Familie auf dem Land leben, wäre der Weg in den Kreißsaal wohl ein weiterer. Seien es die Termine beim Kinderarzt oder das Treffen mit der Spielgruppe: Ganz generell lässt sich in der Stadt so einiges zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen – vorausgesetzt, die Busse und Straßen­ bahnen lassen sich mit dem Kinderwagen erklimmen und bieten genug Platz. IN GUTEN HÄNDEN. Je älter Max wird, desto dringlicher wird die Frage: Wer passt auf ihn auf, wenn die Eltern bei der Arbeit sind? Während auf dem Land häufig mehrere Generatio­ nen unter einem Dach leben, sind junge Familien in der Stadt oftmals auf sich allein gestellt. Umso wichtiger ist des­ halb ein Angebot von Kinderkrippen und

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K


„Es gilt, die Balance zu wahren.“ Interview mit Psychologin Simone Fröch

6020

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: Frau Fröch, ganz plakativ gefragt: Ist es für Kinder aus psychologischer Sicht besser, auf dem Land oder in der Stadt aufzuwachsen? Simone Fröch: Es gibt viele Fak­ toren, die sich auf die psychische Befindlichkeit von Kindern auswir­ ken. Ob sie in der Stadt oder am Land groß werden, stellt dabei nicht die wichtigste Frage dar. Soziale Umgebungsfaktoren sind für das gesunde und glückliche Aufwach­ sen von Kindern viel bedeutsamer. Wenn ein Kind von seinen Mitmen­ schen wiederholt gedemütigt wird und seine Eltern jahrelang Streit mit den Nachbarn haben, wird das die kindliche Entwicklung anders beeinflussen, als wenn es in einer Umgebung groß werden kann, in der die Menschen zusammenhalten, sich gegenseitig wohlwollend un­ terstützen und dem Kind Liebe und Geborgenheit schenken.

Zur Person: Simone Fröch ist Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Supervisorin und Coach. Kindern etwas Gutes zu tun war schon als kleines Mädchen ihr Wunsch – genau das macht sie in ihren beiden Praxisstandorten in Wien und Tirol.

Inwiefern wirken sich Lärm, schlechtere Luft und Menschenmassen auf die psychische Gesundheit von Kindern aus? Natürlich verursachen Lärm, schlechte Luft und hektische Men­ schen Stress. Das sind aber wenige unter vielen Faktoren, die in ihrem Zusammenspiel das Lebensglück von Kindern beeinflussen. Unter allen möglichen Einflussgrößen sind verlässliche Beziehungen, Schutz und das Gefühl von Vertrauen am wichtigsten für ihre Gesundheit. Worin unterscheiden sich Stadtkinder von jenen, die in ländlichen Gebieten aufwachsen? Meine persönliche Erfahrung ist, dass Kinder in der Stadt in ihrer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit oft weiter entwickelt sind als ihre

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Altersgenoss:innen am Land. Ver­ mutlich liegt das daran, dass Stadt­ kinder in Umgebungen aufwachsen, in denen sie sprachlich mehr ge­ fördert und gefordert werden. Das heißt aber nicht, dass Stadtkinder gescheiter sind. Ergebnisse neu­ ropsychologischer Studien zeigen, dass Kinder umso intelligenter sind, je ungezwungener sie aufwachsen, je mehr Möglichkeiten sie haben, ih­ rem Forschergeist nachzugehen und je weniger ihnen fertige Lösungen vorgesetzt werden. Welche möglichen Vorteile birgt eine Kindheit in der Stadt? Das hängt von der Entwick­ lungsphase des Kindes ab – ist also altersabhängig. Jüngeren Kindern mag das Aufwachsen in einem Dorf, in dem Respekt und Gemeinschaft gelebt werden, mehr Freiheiten bieten. Spätestens im Jugendal­ ter aber bietet die Stadt viel mehr Anregungen und Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Freundschaften, Schule, Ausbildung, Interessen, Kultur und Freizeitgestaltung. Wie sollte nun also eine Stadt aussehen, in der Kinder glücklich aufwachsen? Kinder brau­ chen naturnahe, abenteuerliche Spielräume, in denen sie sich frei bewegen und ausprobieren können. In diesen ist es aber immer auch gefährlich. Es gilt also, die Balance zu wahren, zwischen unzumutbaren Gefahren und Überbehütung. Dies muss Eltern sowohl in der Stadt wie auch am Land – mit Unterstützung von Nachbarschaft bis hin zu politi­ schen Entscheidungsträgern – gelingen, damit Kinder glücklich aufwachsen können. Vielen Dank für das Gespräch.


Tagesmüttern, das nicht nur großflächig verteilt, sondern auch leistbar sein sollte. Leistbar – das sind die 30 Kindergärten in Innsbruck allemal. Für Kinder von drei bis sechs Jahren mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt ist der Besuch nämlich bis 14 Uhr komplett kostenlos, lediglich für Ganztagsbetreuung und Mittagstisch fallen zusätzliche Gebühren an.

In Prag fühlen sich Kinder besonders wohl: In einem Ranking vom Feber 2022 wurde die tschechische Hauptstadt zur kinderfreundlichsten Stadt Europas gekürt. 280 Museen machen Prag zur Kulturmetropole und bieten jede Menge Möglichkeiten, auch den Jüngsten Kultur näherzubringen. Ganz vorne mit dabei: Das LEGO-Museum, das Museum der Sinne, das Spielzeug- und das Schokoladenmuseum. Wasser marsch

SICHER UNTERWEGS. Sind Mama und Papa einmal verhindert, sollte es in einer Stadt auch kein Problem sein, dass Kinder ab dem Volksschulalter eigenständig sicher unterwegs sind – sei es mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier sind zum einen die Eltern als Vorbilder gefragt, zum anderen die Bildungseinrichtungen, in denen vielfältige Verkehrserziehungs­ programme stattfinden können. So erzählt Max, der inzwischen sieben Jahre alt ist, von einem tollen Vormittag, an dem der Turnsaal seiner Schule zur Straße wurde: „Wir haben gelernt, wie man richtig über die Fahrbahn geht und wie wichtig es ist, im Auto angeschnallt zu sein.“ Angebote wie diese sind für die Schulen komplett kostenlos und führen junge Menschen vom Kindergarten bis zur Oberstufe altersgemäß an das Thema Verkehrssi­ cherheit heran.

MITREDEN ERWÜNSCHT. Die Möglichkeiten der Politik, eine Stadt möglichst kindgerecht zu gestalten, sind aber bei Weitem nicht auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit begrenzt. Von Sitzkreisen mit dem Stadtoberhaupt in den Volksschulen bis hin zu Kinderpar­ lamenten und -bürgermeister:innen, wie es sie bereits in Wien oder Graz gibt – die jüngsten Einwohner:innen miteinzubezie­ hen, ist unerlässlich für ein gelungenes Zusammenspiel der Generationen. FÜR KÖRPER UND GEIST. Zu einem gesunden Aufwachsen zählt nicht zuletzt auch die Förderung von kul­ turellem Interesse. In den Tiroler Landes­ museen beispielsweise ist der Eintritt für Jugendliche bis zum 19. Geburtstag frei – so verbringt auch die Familie von Max gerne den Sonntagnachmittag im Ferdi­ nandeum oder im Volkskunstmuseum, wo regelmäßig spezielle Führungen für Kinder angeboten werden. Ein Besuch im Museum ist zwar schön und gut, doch je älter Max wird, desto wichtiger ist es für ihn auch, etwas mit seinen Freund:innen zu unternehmen. Da

Sicherheit wird in der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt großgeschrieben. Hinter Zürich, München und Zagreb gilt Prag als viertsicherste Stadt in Europa. Gute Luftqualität ist für Kinder gleichermaßen wichtig wie für Erwachsene. Nach Kopenhagen, Helsinki und Edinburgh hat Prag die beste Luftqualität des Kontinents, was die Hauptstadt Tschechiens zur idealen Destination für all jene macht, die einmal tief Luft holen wollen.

Eine Stadt, viele Vereine: Hier wird Bewegung und Freundschaf t gelebt.

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d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

heißt es im größten Aquapark Mitteleuropas, dem Aquapalace. Die Anzahl der Wasser- und Vergnügungsparks in Prag ist fünfmal so hoch wie im europäischen Durchschnitt.

NATUR VOR DER HAUSTÜRE. Wenn Max am Nachmittag abgeholt wird, geht es für ihn oft auf einen nahe gelege­ nen Spielplatz, wie den im Rapoldipark. Hier genießt er es, im Gras herumzutollen, Fußball zu spielen und das Piratenschiff zu entern. Seine Eltern hingegen freuen sich über Trinkbrunnen, Sitzbänke und eine Grünfläche in ihrer Nachbarschaft: „In Innsbruck ist man zwar schnell in der Natur, doch es ist trotzdem angenehm, sich auch zwischendurch für eine Stunde mit den Kindern ins Gras zu setzen.“

Doch auch die Politik kann ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Kinder in der Stadt sicher von A nach B bewegen können – in Innsbruck sieht man hier großes Potenzial im Ausbau von Rad- und Gehwegen sowie in einer großflächigen Temporeduktion. So hat kürzlich eine Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufgenommen, die bis Ende des Jahres evaluieren soll, wo überall eine Beschränkung von Tempo 30 eingeführt werden kann. Niedrige Geschwindigkeits­ begrenzungen führen jedoch nicht nur zu erhöhter Verkehrssicherheit, sondern auch zu Lärmreduktion und besserer Luftqualität, was für die gesamte Stadt­ bevölkerung, ganz besonders aber für die Entwicklung von Kindern Vorteile bringt.


das Taschengeld keine täglichen Lokal­ besuche erlaubt, ist er froh um Orte in der Stadt, an denen kein Konsumzwang herrscht. In Innsbruck ist dies zum Beispiel in mehreren Jugendzentren der Innsbrucker Sozialen Dienste der Fall. Hier können junge Menschen im Alter von zehn bis 18 Jahren gemeinsam ihre Frei­ zeit verbringen, Workshops besuchen und Unterstützung und Beratung zu Themen wie Jobsuche oder Freundschaft erhalten. Freundschaften – die knüpft Max auch in seinem Fußballverein, bei dem er schon als Kindergartenkind Mitglied war. Generell ist das Angebot an Sport­ vereinen groß und vielfältig: Von Karate über Lacrosse bis hin zum Triathlon ist wohl für alle etwas dabei. Sitzt Max mit seinen Feund:innen nach dem Training noch ein bisschen zusammen, kann es schon mal später werden. Umso wichtiger ist es für ihn und seine Eltern, dass er zu jeder Uhrzeit sicher nach Hause kommt. Durch das Nachtangebot der Innsbrucker Verkehrsbetriebe mit seinen Nightlinern, Nachtbussen und -zügen, die auch unter der Woche in regelmäßigen Abständen zu

Entdecken und Entfalten heißt es auf den städtischen Spielplät zen.

später Stunde verkehren, ist dies in der Landeshauptstadt gewährleistet. Wenn Max in ferner Zukunft dann vor der Entscheidung steht, ob seine eigenen Kinder besser in der Stadt oder in länd­ licher Umgebung aufwachsen, so gibt es auf diese Frage nicht die eine richtige Antwort. Fest steht: Das Wichtigste sind letztendlich immer die Menschen, die sich um die Heranwachsenden kümmern, und das, was sie aus ihrer Umgebung machen. Nicht umsonst heißt es in Abwandlung ei­ nes nigerianischen Sprichworts: Es braucht eine Stadt, um ein Kind aufzuziehen.

In der nächsten Ausgabe Zum Finale der Serie ein Wrap-up: Was haben wir in elf Ausgaben über die Zukunft der Stadt gelernt?

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JETZBTEN

re BEWr.EatR /karrie tirole


TOUCHDOWNS IM TIVOLI Die Raiders Tirol treten seit heuer zum ersten Mal in der European League of Football (ELF) an – eine besondere Herausforderung und Chance. Wir haben uns bei einem Heimspiel die Stimmung im Stadion angeschaut. Text: Haris Kovacevic – Fotos: Franz Oss

Die Berliner kommen: Die ersten zwei Spiele der Raiders Tirol in der ELF verliefen nicht wie gewünscht. Zwei Niederlagen musste die Mannschaf t verbuchen. Gegen die Thunder aus der deutschen Hauptstadt soll sich das Blat t aber wenden.

Es geht um viel.


Community Damit alles ordentlich über die Bühne geht, sind viele Helfer­ innen und Helfershelfer am Start. Die Raiders haben sich eine kleine, feine Familie aufgebaut. Im Stadion wird es nie langweilig, trotz der im Football üblichen häufigen Spielpausen.

Fankultur Hier ist jeder willkommen: ob Familien oder der etwas ab gedrehte Fan – übrigens einer der net testen Typen, die man so tref fen kann. Zwar Totenköpfe auf den Schultern, aber nur Liebe im Herzen – und zwar für die Raiders.

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Die Teams schenken sich nichts. Voller Körpereinsatz ist angesagt, trotz 30 Grad, stechender Sonne und voller Footballmontur. Das Publikum spielt mit: Nicht nur werden die Tiroler angefeuert, sondern auch die Kommunikation der Berliner wird bei ihren Angriffen mit Schreien, Pfiffen und Tröten gestört.

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Die anstrengenden Stunden sind den Spielern zum Schluss ins Gesicht geschrieben. Denn trotz großer Hitze war Konzentration gefordert.

Die nAchsten Heimspiele der Raiders Tirol

Ein DJ sorgt für die richtige Hintergrundmusik und das Moderatorenduo für die Stimmung. Zwischendurch bieten sie auch die ein oder andere Erklärung des leider ziemlich regelreichen Spiels.

3. JULI, 15 UHR Raiders Tirol vs. Frankfurt Galaxy

10. JULI, 15 UHR Raiders Tirol vs. Leipzig Kings

14. AUGUST, TBA Raiders Tirol vs. Stuttgart Surge

Es lohnt sich

21. AUGUST, TBA Raiders Tirol vs. Cologne Centuriors

Das Team der Raiders fähr t schlussendlich seinen ersten Sieg in der European League of Football ein. 28 zu 16 werden die Berliner heimgeschick t. Die ELF macht Bock.

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Grat

„Ich begeistere mich fürs Bergsteigen, bevorzuge prinzipiell aber einen geringeren Abstand zwischen mir und dem Abgrund.“


Von einer wanderung Der Innsbrucker Klettersteig gilt als einer der spektakulärsten in Tirol. 6020-Redakteurin Eva Schwienbacher hat sich gemeinsam mit Christian „Picco“ Piccolruaz, der für die Wartung des Klettersteigs zuständig ist, in die Höhe gewagt. Text: Eva Schwienbacher – Fotos: Franz Oss

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etztens ist ihm am Grat einer barfuß begegnet, erzählt Picco, während wir mit der ersten Bahn von der Seegrube aufs Hafelekar fahren. Das muss höllisch weh tun, meint er, der Kalk der Nordkette ist teilweise extrem spitz und scharf. Mit einer Handvoll Leute steigen wir aus – darunter eine Tirolerin, die in Australi­ en lebt und zum Wandern hier ist, und ein Mann aus Galtür, der ebenfalls zum Klettersteig will. Am Berg kommt man ins Gespräch. Es ist ein vielversprechender Junitag. Die Sonne scheint. Keine Wolke am Himmel. So soll es bis zum Abend bleiben. Bei Blitz und Donner hat man hier ohnehin nichts verloren, sagt Chris­ tian Piccolruaz, Bergführer und Geologe, der seit zehn Jahren für den Klettersteig zuständig ist und mich heute durch seinen Arbeitsplatz führt. Unser Ziel: der Lange Sattel, also Teil eins des Klettersteigs. 37

Picco kennt diese Tour bis ins Detail. In den Wochen vor der Kletter­ steig-Eröffnung werkelt er fast täglich hier am Grat der Nordkette. Er kontrolliert zum Beispiel das Drahtseil, die Seil­ verankerungen, Klem­ men und Trittbügel, er führt Reparaturen durch und tauscht Material aus, dessen Zeit gekommen ist. Erst mit seinem Okay wird der Klettersteig eröffnet – mit Anfang Juni geschah das heuer aufgrund des schnee­ armen Winters ungewöhnlich früh. Picco hat hier schon viel erlebt, nicht wenige würden den Klettersteig unterschätzen, sagt er. Hoffentlich schätze ich das Ganze richtig ein, denke ich mir, während ich meinen Klettergurt festziehe und den Helm aufsetze. RAUS AUS DER KOMFORTZONE. Nach fünf Minuten erreichen wir den Einstieg bei der Karrinne westlich der


IM LAUFE DER JAHRZEHNTE sind unter schiedliche Seildicken – von 12 bis 18 Millimeter – ver wendet worden.

vereinfacht. Die Würfel sind schließlich bei einem Familienfrühstück gefallen: Als ich vom Küchenfenster auf die Nordkette geschaut und wieder einmal laut gedacht habe, was, wenn ich da oben plötzlich die Krise kriege, hat mein Partner gesagt: „Also wenn du dich da schon anscheißt, kannst das Berggehen ganz bleiben las­ sen.“ Ich wusste, das war lieb gemeint.

Innsbrucker Klettersteig: Länge insgesamt: (hin und retour)

6,5 km Schwierigkeitsgrad: C/D (mittel) Dauer insgesamt: ca. 7 Stunden Aufstieg: 528 Höhenmeter Abstieg: 892 Höhenmeter Höchster Punkt: 2.480 Höhenmeter Der Innsbrucker Klettersteig führt vom Hafelekar Richtung Westen. Er wird in zwei Abschnitte unterteilt: Der erste Teil geht vom Einstieg zum Langen Sattel, wo man zur Seegrube absteigen kann. Der zweite weiter zum Frau Hitt Sattel. Aufgrund der Länge und Lage am Grat sind eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Es gibt keine offiziellen Notausstiege. Auf stabiles Wetter achten und genügend Zeit einplanen. In der Nähe des Einstiegs gibt es einen Übungsklettersteig.

Bergstation. Der Klettersteig führt über eine rund 15 Meter hohe, senkrechte Wand Richtung Seegrubenspitze und gilt als eine der Schlüsselstellen. Beim Bau der Route 1986 wurde der Start bewusst so gesetzt. Wer hier Schwierigkeiten hat, soll es besser bleiben lassen. Damals hatte Hannes Gasser, Bergführer und Leiter der Alpinschule Innsbruck, die Idee zur Errichtung des Klettersteigs. Er wollte den Grat der Nordkette, die Schneide zwischen Zivilisation und Natur, auch Menschen zugänglich machen, die über eine gute Grundkondition und Trittsi­ cherheit verfügen, aber nicht unbedingt versierte Kletter:innen sind. Menschen wie mich also. Ich begeistere mich fürs Bergstei­ gen, bevorzuge prinzipiell aber einen geringeren Abstand zwischen mir und dem Abgrund. Gratwanderungen haben für mich immer schon Nervenprobe und -kitzel bedeutet. Zustände, die ich, seit ich vor vier Jahren Mama wurde, vermeide, aber auch vermisse. Lange habe ich hinund her überlegt, ob ich überhaupt gehen soll. Das YouTube-Video einer deutschen Touristin am Innsbrucker Klettersteig hat die Entscheidung nicht unbedingt 38

EINSTIEGSHÜRDE MEISTERN. Und nun stehe ich hier am Einstieg und stelle verwundert fest, dass ich ganz ruhig bin, fast schon entspannt, was wahr­ scheinlich auch an der Gelassenheit und Unaufgeregtheit meiner Begleitung liegt. Ehe es losgeht, checkt Picco meinen Klet­ tergurt und das Klettersteigset und erklärt Wesentliches – zum Schluss auch: Bloß nicht beide Karabiner zugleich aushän­ gen. Was logisch klingt, kann in einem unachtsamen Moment schnell passieren und blöd ausgehen. Ich hänge mich am Drahtseil doppelt ein und steige auf den ersten Trittbügel, dann auf den zweiten. Etwas weiter oben fällt es mir schwer, mich mit der einen Hand am Seil zu halten, darauf zu achten, dass die Karabiner nicht nach unten rutschen und mich umzuhängen. Ist mein Arm zu kurz? Die Lösung ruft Picco mir von unten zu: Ich kann auch mal einen der beiden Karabiner am Trittbügel einhän­ gen und die Zwischenverankerung des Drahtseils zum Steigen verwenden. Vor­ aussetzung dafür ist, dass ich zumindest mit einem Karabiner am Seil gesichert bin. Mit diesem Tipp schaffe ich die erste Hürde, sprich die erste Wand. Ich merke, wie ich mich freue. Meine persönliche Grenzen soll ich noch kennenlernen.


Zur Person Christian Piccolruaz, genannt Picco, ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und seit 2012 für die Instandhaltung des Innsbrucker Klettersteigs zuständig.

AUSSICHTSREICHE TOUR. Da wir uns nur den ersten Abschnitt vorgenommen haben, für den man einen guten halben Tag einrechnet, gehen wir in gemütlichem Tempo und bleiben immer wieder stehen. Auch ins erst kürzlich ausgetauschte Gipfelbuch der Seegru­ benspitze, die wir nach einem leichteren Abschnitt erreichen, tragen wir uns ein und genießen das Panorama. Wieder einmal verstehe ich die Zugereisten und Tourist:innen: Die Welt hier oben ist un­ fassbar schön – ihre Beschreibung würde vor Kitsch triefen. Picco nutzt die Tour, um den Kletter­ steig zu inspizieren. Er zeigt mir die neu­ en Stifte, die er gesetzt hat – einer glänzt im Sonnenschein, ein anderer ist recycelt von einem Klettersteig aus dem Zillertal, den er erneuert hat –, und seine Materi­ aldepots. Sie befinden sich teilweise an Stellen, an denen man gewöhnlich nichts verloren hat, außer man ist eine Gams, ein Steinbock oder eben ein Bergfex. Ich schaue aus der Ferne hin. Es folgen ein kurzer Abstieg in die Seegrubenscharte und eine kurzer ungesicherter, steilerer Aufstieg auf einem schmalen Weg durch Schotter. Kurz bevor es wieder am Seil Richtung Östliche Kaminspitze geht, weist mich der Bergführer auf einen Steig im freien Gelände hin. Es handelt sich um einen der drei Notausstiege, die es früher gegeben hat. Mittlerweile werden sie in Beschreibungen nicht mehr angeführt, weil sie für Personen, die sich ohnehin schon in einer schwierigen Lage befinden, zu gefährlich sind.


„Spätestens als Picco sagt, dass man da nicht so schnell stehen bleibt, wenn man abstürzt, ist mir klar, dass ich noch nicht an meine Einkaufsliste zu denken brauche.“

ABWECHSLUNGSREICH: Der Innsbrucker Klet ter steig, der nach dem Erbauer auch Hannes- Gasser- Route genannt wird, führ t mal auf, mal ab, mal quer mehr oder weniger den G rat entlang.

STADT UND NATUR. Auf der Östlichen Kaminspitze, der ersten von den drei Kaminspitzen, gibt es eine Stärkung – wenn ich erst mal hungrig bin, geht nichts mehr. Es ist warm geworden. Den dicken Pullover brauche ich nun auch auf 2.400 Metern nicht mehr. In der Ferne sind Schafe zu sehen, die Abkühlung in einem Schneefeld finden. Es sind nur we­ nige Leute unterwegs. Von waghalsigen Überholungen und Drängeleien, wie sie in einem Onlineforum beschrieben sind, bleiben wir verschont. Wohl, weil es ein Wochentag ist. Auch Hektik und Stress sind im Tal ge­ blieben. Innsbruck ist noch als Brummen zu hören. Wahrscheinlich ist es genau das, was diesen Klettersteig ausmacht: Auf der einen Seite die Stadt, die besie­ delten Täler, die man ständig sieht und hört, auf der anderen Seite die Stille und Pracht des Karwendelgebirges. Das war es auch, was der 1996 verstorbene Gasser den Leuten zugänglich machen wollte. Da­ mals gab es nicht nur Befürworter:innen, Massen in dieses hochalpine Gelände zu bringen. Aber die Idee konnte sich durch­ setzen, und nach einem vierwöchigen Bau wurde die Route vor 36 Jahren eröffnet.


Zum Ausprobieren Am 27. August findet auf der Nordkette (Seegrube und Hafelekar) das KlettersteigTestival Innsbruck statt. Dabei gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, von Profis Klettersteigtechniken zu lernen oder -Ausrüstung zu testen. Alle Infos unter xhow.info/klettersteigtestival-innsbruck.

WACKE LIG: Die sogenannte Seufzerbrücke ist eine rund sechs Meter lange Hängebrücke im er sten Teil des Klet ter steigs, die man nur einzeln betreten soll .

NICHT AM ZIEL. Beim Weitergehen merke ich, dass ich etwas müde bin. Wenngleich der Klettersteig nicht allzu viel Muskelkraft erfor­ dert, so ist doch permanente Konzent­ ration gefragt. Einhängen, aushängen, einhängen, sauber steigen, prüfen, ob der Tritt im Felsen hält. Nach den Ka­ minspitzen kommt die rund sechs Meter lange Hängebrücke, die Seufzerbrücke. Eine lustige Wacklerei, aber bei Weitem nicht so hoch (und spektakulär) wie auf den Fotos im Internet. Schließlich geht es zum Kemacher – den höchsten Punkt des Klettersteigs und der letzte Gipfel unserer Tour. Er ist über eine schöne Kaminklet­ terei zu erreichen. Nichts Schwieriges, wenn man etwas geübt ist, allerdings ist der Fels brüchig, sodass besondere Vor­ sicht geboten ist. Als wir unterm Gipfel­ kreuz jausnen, bekomme ich Lust, meine Fußsohlen und Zehen mit frischer Luft zu versorgen, lasse es dann aber bleiben, um nicht wie der Typ mit dem verlorenen Bergschuh zu enden. Weil es unser letzter Gipfel ist, habe ich das Gefühl, fast am Ziel zu sein. Das täuscht, weiß Picco. Und in der Tat: Der letzte Teil bis zum Langen Sattel hat es

schwingt. Zu spektakulär für meinen Geschmack. Zum Glück ist die Stelle kurz und schnell überwunden. Am Ende folgt wieder eine freie Gehpassage. Auch hier sollte man auch im Kopf 100-prozentig da sein.

noch einmal in sich. Es geht zwar meist bergab, aber ich lerne, dass das in Klet­ tersteigen nicht einfacher ist. Im Gegen­ teil. Die Abkletterei fordert mich sehr, zumal es hier besonders gen Norden steil nach unten geht. Spätestens als Picco sagt, dass man da nicht so schnell stehen bleibt, wenn man abstürzt, ist mir klar, dass ich noch nicht an meine Einkaufslis­ te zu denken brauche. Grenzwertig wird es für mich an einem schmalen Grat in schwindelerregender Höhe, der beidseitig ausgesetzt ist. Obendrein hängt genau hier das Drahtseil etwas lockerer und 41

ZURÜCK INS LEBEN. Als wir schließlich die Wiese am Langen Sattel erreichen, ist die Erleichterung, aber auch die Freude groß. Meine Füße brennen, meine Waden sind schwer, ich bin berauscht von der intensiven Be­ wegung und den Bergen. In circa einer Stunde geht es über den Kärntner Steig zurück zur Seegrube. An der Bergstation angekommen, holt mich allerdings wieder die Realität ein: Als ich mir gerade einen Kaffee bestellen will, bekomme ich einen Anruf, wo ich denn bleibe, ich müsse die Kinder übernehmen. Sofort nehme ich die nächste Bahn zur Talstation. Weil ich auch noch den Bus verpasst habe, nehmen mich auf der Hungerburg zwei Frauen im Auto mit. Eine erzählt, dass sie als Kind sehr viel geklettert und berg­ gestiegen sei. Seit der Geburt ihrer Söhne allerdings nicht mehr. Die sind heute 19 und 23 Jahre alt.


Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Drei Seiten Mobilität

Sanierung im Sommer Ab August wird im Bereich der Kaiser-Franz-Joseph-Straße gebaut. Hier gibt’s die wichtigsten Infos dazu. Wo befindet sich die Baustelle?

Ende der Sommerferien, also den 9. September, angesetzt.

In der Kaiser-Franz-Joseph-Straße, konkret reichen die Arbeiten

Im kommenden Jahr soll dann der zweite Bauabschnitt

vom Claudiaplatz bis zum Haydnplatz.

zwischen Haydnplatz und Mühlauer Brücke folgen.

Was wird genau getan?

Welche Änderungen ergeben sich für den

Die Gleisanlagen zwischen Claudiaplatz und Haydnplatz werden

öffentlichen Verkehr?

erneuert, und die IKB schließen sich mit einer Leitungsverlegung

Die Linie 1SE (der Schienenersatzverkehr der Linie 1 während

an. Die Baustelle wird in gedämmter Bauweise ausgeführt.

der Bauarbeiten in der Andreas-Hofer-Straße) weicht über die Gutenbergstraße, die Linie T stadtauswärts über die

Wie lange dauern die Arbeiten?

Schubertstraße aus. In der Gutenbergstraße wird eine Ersatz­

Der Start ist für 1. August geplant, die Fertigstellung ist für das

haltestelle eingerichtet.


ivb.at

Musikalische Begegnungen Am 12. Juli starten die Innsbrucker Festwochen. Geboten werden über 50 Veranstaltungen. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zählen zu den renommiertesten Festivals barocker Musik in Europa. In diesem Jahr finden sie vom 12. Juli bis zum 28. August statt, das Leitmotiv lautet „Begegnungen“. Das Programm gestaltet sich sehr vielfältig, umfasst unter anderem szenische Opernaufführungen, sakrale Musik und die traditionellen Schlosskonzerte auf Schloss Ambras. Zu hören sind dabei gefeierte Orchester, Ensembles und SolistInnen aus aller Welt. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter

Unter freiem Himmel 30 Filme, viele Stars und unzählige Sterne – das bietet das Open Air Kino im Zeughaus.

www.altemusik.at sowie unter T +43 512 52074-504. Im Rahmen des Kultursommers im Zeughaus werden auch

Shuttledienst Bei der Anreise zu den Konzerten auf Schloss Ambras helfen die IVB mit einem kostenlosen Shuttledienst. Zwischen 18:30 und 19:30 Uhr verkehren Busse im ZehnMinuten-Takt, die Rückfahrt erfolgt nach Konzertende mit mehreren Fahrzeugen gleichzeitig.

in diesem Jahr wieder die Tore für CineastInnen geöffnet. Insgesamt sind zwischen 29. Juli und 27. August 30 Filme im Rahmen des Open Air Kinos zu sehen, wobei das Programm von Publikumslieblingen wie „Nomadland“ über Dokumentationen wie „The Alpinist“ bis hin zu Blockbustern wie „Dune“ reicht. Zudem werden heuer erstmals auch zwei Kinderfilme gezeigt. Start der Vorführung ist jeweils nach Einbruch der Dunkelheit, Infos zu Programm und Tickets gibt’s online auf

Gewinnspiel Die IVB verlosen 2 x 2 Karten für das Konzert „Glorious viols“ am 08.08.2022 um 20:00 Uhr auf Schloss Ambras. Um teilzunehmen, einfach bis zum 17.07.2022 eine E-Mail mit dem Betreff „Innsbrucker Festwochen“ an ver­losung@ivb.at schicken.

www.leokino.at/openairkino.

Tipp Das Veranstaltungsticket gilt 1,5 Stunden vor und nach der Veranstaltung als IVB-Ticket.


Entgeltliche Einschaltung

Alle(s) in Bewegung Am 17. September fällt der Startschuss für das größte Teamevent Tirols – den Tiroler Firmenlauf 2022.

Spaziergang auf Rollen Der Happy Nightskate bringt wieder zahlreiche Menschen auf die Straße. Bis Ende Juli kann noch gecruist werden. „Gemeinsam in Bewegung bleiben und wieder in Gemeinschaft

Schon seit Juni rollen an jedem Mittwochabend zahlreiche Teil-

bewegen!“ – das ist das Motto des diesjährigen Tiroler Firmen-

nehmerInnen auf Skates und Boards durch Innsbruck. Wer die

laufs, der heuer am 17. September schon zum 20. Mal in

bisherigen Termine verpasst hat, hat noch im Juli Gelegenheit

Innsbruck über die Bühne geht. Dazu werden wieder bis zu

dazu, mitzumachen. Treffpunkt ist der Billa-Plus-Parkplatz vor

4.000 TeilnehmerInnen erwartet.

dem Happy Fitness am Mitterweg 21, wobei das Warm-up um 19:00 Uhr und der eigentliche Start um 20:00 Uhr stattfindet.

Lauffreudige können dabei aus mehreren Kategorien wählen, darunter einen Running-, einen Nordic-Walking- und einen Fun-

Jeder, der im Motto verkleidet kommt, erhält eine Kleinigkeit und

Bewerb. Teamgeist und Spaß an der gemeinsamen Bewegung

die beste Verkleidung einen Sonderpreis. Wöchentlich gibt es

stehen jedoch immer im Vordergrund.

auch eine Schutzausrüstung oder Skates zu gewinnen.

Die Kontingente sind streng limitiert, früh anmelden

Infos gibt’s unter www.happynightskate.at.

lohnt sich also. Gelegenheit dazu und Infos gibt’s online unter www.tirolerfirmenlauf.at.

Einfache Anreise Die IVB sind Kooperationspartner des Events und helfen bei der umweltfreundlichen Anreise: TeilnehmerInnen können am Lauftag kostenlos die Linien der IVB nutzen, zudem stehen Park&Ride-Möglichkeiten an der Olympiaworld, am Hafengelände und am WIFI bereit.

Kleiderwahl Die Nightskate-Termine stehen immer unter einem bestimmten Motto. Im Juli sind es folgende: Mittwoch, 06.07. – Maskenball Mittwoch, 13.07. – Beachparty Mittwoch, 20.07. – Pyjamaparty Mittwoch, 27.07. – Lichterabend

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB, Michael Venier, Cinematograph Leokino, Tiroler Firmenlauf, Happy Fitness


TT-CLUBSOMMERFERIEN 11. Juli bis 11. September 2022

50% In insgesamt 28 Freizeiteinrichtungen in Tirol Spaß und Erholung pur erleben und das zum halben Preis! Von Abenteuerparks, Bergbahnen und Schwimmbädern bis hin zu Museen, Erlebniswelten und vielem mehr. Bei den TT-Club-Sommerferien ist für jeden etwas dabei. Informationen zu allen teilnehmenden Freizeiteinrichtungen und den jeweiligen Aktionszeiträumen finden Sie im TT-Club-Sommerferien-Heft, welches am 10. Juli der Tiroler Tageszeitung beigelegt ist, oder unter club.tt.com.

club.tt.com


ESSEN & TR I N K E N 6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt. Fr

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IRONIE DES SCHICKSALS

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m Franziskanerplatz gibt es zwei Frozen-

Yogurt-Läden direkt nebeneinander . Einer teuer

und gut (Kurt) und einer günstig und qualitativ überschaubar (Froyo). Jetzt ist dem Kurt das Personal ausgegangen und der hat

deshalb Montag und Dienstag geschlossen, und so kommt das Froyo zu der Ehre – zumindest an diesen Tagen – das gesamte Frozen-YogurtGeschäft abzugreifen. Nach den Gesetzen der freien Marktwirtschaft ist das wohl die gerechte Strafe für

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den Kurt, vor allem wenn man bedenkt, dass man ja einfach an den vielen Tagen zusperren könnte , an denen es in Innsbruck auch im Sommer regnet, und nicht an irgendwelchen fixen Tagen, an denen vielleicht die Sonne scheint. So oder so ist das vielleicht nur ein Vorbote vieler Entbehrungen, die auf uns Konsument:innen aufgrund der Personalknappheit im Lande noch zukommen werden. Oder anders formuliert: Wer nicht arbeitet, bekommt auch kein Eis (oder in diesem Falle Frozen Yogurt)!


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EINE LIGA FÜR SICH

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befindet sich nämlich genau vor dem neuen Stadtteilpark und unterstützt das urbane Lebensgefühl mit seiner italienischen Originalität. Die

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as Da Vincenzo am Domplatz feiert seinen Abschiedsmonat. Im Juli heißt es jeweils von Donnerstag bis Samstag ab 18 Uhr Austrinken . Wem auch im August noch der Sinn nach feinen Weinen und prickelnden Prosecci steht, kann dieses Bedürfnis (eigentlich auch schon jetzt) im neuen Weinhaus in der Altstadt stillen – dem aktuellen Projekt von DaVincenzo-noch-Betreiber Patrick Liebhart vulgo Liebi.

deutlich gewachsene Gastgarten

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ARRIVEDERCI, VINCENZO

an muss es einfach neidlos anerkennen: Das A Casa in den Viaduktbögen ist eine Liga für sich. Dank massiver Lieferkapazitäten ohnehin einer der Gewinner der Coronakrise , findet sich das Lokal urplötzlich auch noch an einem der hippsten Orte der Stadt wieder. Der

Pizza zählt sowieso zu den besten in Innsbruck , und auch die restliche – inzwischen erweiterte – Speisekarte ist qualitativ blitzsauber umgesetzt .

IM SOMMER

© 6020 ARCHIV (2), AXEL SPRINGER (3)

VON RUHM UND GLANZ … … ist wenig über. Das Schöneck in der Weiherburggasse war lange Zeit als Gourmettempel bekannt, Hausherr Alfons Miller erkochte sich dort einen einmaligen Ruf über die Grenzen der Stadt hinaus. Leider war die wirtschaftliche Begabung des Herrn Miller der kulinarischen deutlich unterlegen und am Ende des Tages wurde das Lokal einmal weniger auf- als zugesperrt . Wer sich Jahre danach fragt, was da oben so passiert, dem sei hier die Antwort geliefert: Etwas gänzlich anderes. Das ungarische Betreiberpaar gibt sich redlich Mühe , die Lokalität zu bespielen, kommt aber derzeit über klassische Wirtshausküche nicht hinaus. Die ist solide , darf aber nicht mit dem Glanz alter Zeiten verglichen werden – zumindest dann nicht, wenn man nicht enttäuscht werden will.

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as neue Lokal in der Templstraße 32 ist schön geworden, hell eingerichtet und bietet sogar ein paar Sitzplätze im Freien . Im Mittelpunkt des kulinarischen Auftrages stehen 20 Zentimeter lange Sandwiches , die auf Zucker (wie die meisten Sandwiches), Kuhmilch (wie fast alle Sandwiches) und Weizen (wie die wenigsten Sandwiches) verzichten. Die Weizenabstinenz versteht sich aber nicht als Angebot an Menschen, die glutenfreier Ernährung zugeneigt sind – es wird nämlich Dinkelmehl verwendet, dessen Eigenschaften sich vom Weizenmehl nicht wirklich unterscheiden. Aber egal, die Sandwiches werden fleischig, ve-

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Mich kann man mieten!

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toller Qualität fällt der Preis aber für ein gefülltes Brot zu hoch aus. Ergänzt wird das Angebot mit Suppen, Eintöpfen und einem sehr leckeren Omelette , das perfekt gebraten daherkommt. Der Kaffee von Unbound wird hier ausschließlich mit pflanzlicher Milch serviert, und man findet auch eine kleine Verkaufsecke mit Produkten, die zum Lokal-


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© 6020 ARCHIV (2)

konzept passen: vegane Milchsorten, Aufstriche, Müslis und Tees. Kurzum: Unbedingt ausprobieren und die Sinnhaftigkeit des Konzeptes einfach nicht genau hinterfragen: Denn warum man Fleisch im Sandwich, aber weder Kuhmilch noch Zucker im Kaffee haben kann, hat sich uns bis heute noch nicht erschlossen.

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© 6020 ARCHIV

Innrain 15, Innsbruck Mo - Fr 10:00 - 18:00 Sa 10:00 - 13:00

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ie Lage wird von 97 Prozent der Besucher:innen als nicht ansprechend bewertet.“ So oder so ähnlich könnte sich eine Tripadvisor-Bewertung des Imbiss Vitrine lesen. Denn der kleine Takeaway-Laden in der Passage zwischen Vapiano und Casino in der Salurnerstraße 15 hätte sich einen besseren Ort allemal verdient. Inhaber Dave hat die letzten Monate nämlich fleißig an seinen veganen Kreationen getüftelt, und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Hausgemachte Sandwichbrote oder Wraps werden hier zum Beispiel mit Bohnenfalafel oder Schwammerln gefüllt und mit Zwiebeln, Linsencrunch, Salat, Tomaten, Rotkraut, Tsatsiki oder Tahinsauce garniert. Ansprechend auch das Preismodell: Sandwich 5,90 Euro, Wrap 6,90 Euro, Extrazutaten kosten je 50 Cent oder man wählt das Angebot „einfach alles“ mit sämtlichen vorhandenen Zutaten um zusätzlich 2 Euro . Die Pommes (stets frisch frittiert) kosten solo 3,90 Euro, als Beilage zu Sandwich oder Wrap nur noch 2 Euro . Bei unserem Testbesuch in der zweiten Öffnungswoche musste man außer Hunger auch noch ein wenig Geduld mitbringen, das Team ist noch nicht optimal eingespielt. Qualität und Geschmack konnten aber überzeugen und letztendlich ist es doch das, was zählt. Aktuelle Öffnungszeiten gibt’s auf Insta.

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ZUR PERSON Johannes Nuding (36) ist in Hall in Tirol aufgewachsen. Nach dem Abschluss der Villa Blanka hat er das Kochhandwerk unter anderem bei Johannes Lafer, Johanna Maier, Joël Robuchon und Pierre Gagnaire gelernt. Letzterer engagierte ihn auch als Chefkoch im Londoner Spitzenrestaurant „Sketch – the Lecture Room & Library“, wo sich der zweifache Vater über die Jahre drei Michelin-Sterne erkochen konnte.


PROST MAHLZEIT Der Tiroler Spitzenkoch Johannes Nuding hat sich über Paris, Moskau und London den Weg in den Kocholymp gebahnt und dabei drei MichelinSterne eingeheimst. Jetzt kehrt der Weltenbummler in seine Heimatstadt Hall zurück, um im Familiengasthof Schwarzer Adler umzurühren. 6020 hat ihn dort besucht und über Haute Cuisine, Seelennahrung und den Preis der Freiheit gesprochen. Text: Christiane Fasching

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Fotos: Franz Oss

ie Eugenstraße in Hall war bislang nicht gerade als kulinarischer Hotspot bekannt. Im Gegenteil. In der schat­ tigen Einbahn, die mehr Gasse als Straße ist, finden sich ein Bestat­ tungsunternehmen, ein Einrichtungsge­ schäft für Kinder, ein Kalligrafieladen, ein Beautysalon und ein Architekturbüro. Wer tiefer in die Stadtgeschichte eintaucht, stößt aber auch auf die sogenannten „Fetzweiber“, die ehedem ebendort den Inhalt des öffentlichen Pissoirs zur Salmi­ akfabrik vor die Stadt karrten. Doch das ist gelber Schnee von gestern. Denn glaubt man dem Gourmetma­ gazin „Falstaff“, dann bahnt sich einen Steinwurf vom Oberen Stadtplatz entfernt die „spektakulärste Neueröffnung Öster­ reichs 2022“ an. „Ja, wenn sie meinen“, sagt Johannes Nuding, der gerade noch in der Küche vom Schwarzen Adler ein Stück Fleisch pariert und jetzt mit dem Handwerker parliert, der den kaputten Ge­ schirrspüler wieder zum Laufen gebracht hat. „Funktioniert er? Boah: Du rettest mein Leben“, sagt der 36-jährige Haller, der die letzten 20 Jahre in Paris, Moskau und London gelebt hat, wo er sukzessive die Spitze des Kocholymps erklomm. Oder anders gesagt: Nach Eckart Witzigmann ist Johannes Nuding erst der zweite gebürtige Österreicher, der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. Zuteil wurde ihm diese Ehre als Chefkoch des preisgekrönten Restaurants „Sketch – the Lecture Room & Library“

im exklusiven Londoner Viertel Mayfair. „Aber das war keine Einzelleistung: Im Sketch hatten wir 18 Leute in der Küche und 25 im Speisesaal, den namhafte Innendesigner ausgestattet haben. Nicht zu vergessen der Weinkeller, der über 20 Jahre aufgebaut wurde“, erklärt Nuding, der die Lorbeeren gerecht ver­teilt wissen will. Stolz auf das, was er bislang erreicht hat, ist er aber schon: „Michelin verteilt ja keine Sterne, nur weil ich ein netter Typ bin. Das ist alles hart erarbeitet. Trotzdem bleiben die ganzen Sterne und Ranglisten jetzt einmal in London. Das SuperstarChefgetue auch“, sagt der Heimkehrer, der seit einem halben Jahr wieder dort wohnt und wirkt, wo er vor seiner Koch­ karriere zu Hause war. Aber wieso wollte er back to the Haller roots? MANN VON WELT. „In der Vergangenheit habe ich alle paar Jahre mein ganzes Leben in zwei, drei Ta­ schen gepackt und meine Zelte woanders aufgeschlagen. Da verliert man schon ein wenig den Lebensmittelpunkt und sein Daheim“, begründet der Weltenbummler seine Rückkehr nach Tirol, die mancher­ orts auch belächelt wird. Denn wie kann man nur die schnöde Provinz dem pulsie­ renden Großstadtleben vorziehen? „Ich hätte schon auch Angebote für London gehabt. Aber da wäre immer ein großer Investor dahintergestanden, der den Rhythmus vorgibt. In Hall bin ich frei“, sagt Nuding, der den Weg zurück nicht allein angetreten hat. Mit dabei sind seine in Armenien geborene und in Moskau 55

„ICH STELLE MICH NICHT ALS DREI-STERNE-KOCH VOR ODER BEHAUPTE , DASS ICH EIN KÜNSTLER BIN . SO ERNST NEHME ICH MICH NICHT.“ JOHANNES NUDING


Neben Nuding steht mit Koch Thomas (links) noch ein weiteres Mitglied der Gagnaire-Familie am Herd. Zum Start greift dem Heimkehrer auch sein französischer Patissierkollege François (Mitte) unter die Arme. Läuft alles nach Plan, soll das Team, zu dem auch eine Jungköchin zählt, bald um einen Bartender und einen Sommelier erweitert werden. Auf der Suche nach Abwäschern ist Nuding noch.

„ DIE GERSTLSUPPE VON MEINER MAMA IST SCHWER ZU TOPPEN .“ JOHANNES NUDING

aufgewachsene Frau Yoanna und seine beiden kleinen Kinder, die in England zur Welt kamen und hier nun dreisprachig erzogen werden. Im Hause Nuding wird Russisch, Englisch und Deutsch gespro­ chen. Im Schwarzen Adler regiert indes der Tiroler Dialekt, den Nuding trotz der vielen Lehr- und Arbeitsjahre außerhalb der Bergwelt nie abgelegt hat. Mit „Hallo! Griaß di. Hoasch mi glei gfunden“ wird der Posteler begrüßt. Für Onkel Werner, der wie Nudings Vater seit Monaten beim Umbau des 400 Jahre alten Familiengasthofs tatkräftig zur Hand geht, gibt’s ein „Danke daweil“. Bis zur geplanten Restauranteröffnung im Juli wird es noch viele „Danke“ geben und wird sich auch Nuding selbst noch öfter als Allrounder beweisen müssen. „Vor ein paar Tagen ist die Waschmaschi­ ne eingegangen, die hab ich dann selber wieder in Gang bringen müssen“, sagt der Starkoch, der diese Zuschreibung von sich aus nie in den Mund nehmen würde. „Wenn das jemand anderer über mich sagt, ist mir das egal. Ich stelle mich auch nicht als Drei-Sterne-Koch vor oder be­ haupte, dass ich ein Künstler bin. So ernst nehme ich mich nicht“, sagt der VillaBlanka-Absolvent, der als Kind eigentlich davon träumte, Hotelmanager zu werden. Gekommen ist es anders. ESCABECHE & EINGEWEIDE. Gleich bei seinem ersten Praktikum im Gasthof Schupfen an der Brennerstraße 56

entflammte nämlich Nudings Leiden­ schaft fürs Kochen. „Ich hab dort zwar überall anpacken müssen, aber in der Küche hab ich mich am wohlsten gefühlt: Mich hat die Atmosphäre fasziniert, die Geschwindigkeit, die Tatsache, dass man am Ende des Tages sieht, was man geleis­ tet hat“, denkt er an den Beginn seiner Karriere zurück, die von großen Namen begleitet werden sollte. Als Jungspund nahmen ihn heimische Granden wie Johann Lafer und Johanna Maier unter ihre Fittiche, gelernt hat Nu­ ding aber auch beim Jahrhundertkoch und Nouvelle-Cuisine-Wegbereiter Joël Robu­ chon sowie bei der französischen Koch-le­ gende Pierre Gagnaire, der ihm nicht nur Lehrmeister, sondern auch (kulinarischer) Ziehvater war. Die Gagnaire-Handschrift hat sich in Nudings DNA eingebrannt. Davon überzeugen kann man sich bereits seit Mitte Juni in der zum Schwarzen Ad­ ler gehörenden Secco-Bar, wo im BistroStil Köstlichkeiten wie Makrele „Escabe­ che“, Burratina „Nono Archimede“, Beef Tatar oder Auberginenkaviar aufgetischt werden und eine spannende Weinkarte spritzigen Savoir-Vivre-Esprit verströmt. Preislich geht’s hier erstaunlich nie­ derschwellig zu. „Im Bistro will ich den Leuten die Hemmschwelle fürs Restaurant drüben nehmen“, erklärt Nuding. Was genau er dort dann zu welchem Preis auftischen wird, bleibt noch geheim. Nur so viel sei verraten: Fixe Karte wird es keine geben, kredenzt wird stets ein


„IN DER VERGANGENHEIT HABE ICH ALLE PAAR JAHRE MEIN GANZES LEBEN IN ZWEI, DREI TASCHEN GEPACKT UND MEINE ZELTE WOANDERS AUFGESCHLAGEN . DA VERLIERT MAN SCHON EIN WENIG DEN LEBENSMITTELPUNKT.“ JOHANNES NUDING

mehrgängiges Menü, das Großstadtflair in die Kleinstadt bringen soll. Perfektionist Nuding will hier auf High-end-Produkte setzen und ist deshalb in ständigem Austausch mit einem ausgewählten Pool an Jäger:innen, Pilzsammler:innen, Fischlieferant:innen und Bäuerinnen und Bauern. „Letzte Woche hab ich ein Kitz aus Ampass auf der Karte gehabt. Der Lieferant war ein bisserl erstaunt, dass ich es im Ganzen – also auch mit Einge­ weiden – haben wollte. Aber mir taugt es, wenn man von einem Tier tatsächlich alles verarbeitet.“ Dass er in Hall nun nicht mehr wie in London rund um die Uhr Produkte aus aller Welt angeliefert bekommen kann, wirft ihn übrigens nicht aus der Bahn. „Diesen Kompromiss gehe ich gerne ein: Die Freiheit hat eben ihren Preis“, meint er pragmatisch, ehe er vom Oktopus-Ce­ viche schwärmt, das er unlängst im Secco auftischte. Aber wo bitte kam der Acht­ füßler her? „Ich hab da so meine Special Connections“, sagt der Kochgentleman. Und schweigt. LIEBE GEHT DURCH DEN MAGEN. Nur bedingt redseliger wird er, als er auf seine Leibspeise angesprochen wird. „Wie soll ich’s sagen: Ich mag alles.“ Echt alles? Nuding holt aus. „Heikel bin ich auf keinen Fall. Dafür respektiere ich die Produkte und die Leute, die kochen, viel zu sehr. Am liebsten mag ich es einfach: Wenn mir jemand ein gutes Brot und einen feinen

Schinken herstellt, den ich dann gemein­ sam mit netten Leuten genießen kann, ist das für mich das beste Essen.“ Gibt’s eigentlich auch etwas, was seine Mama besser kochen kann als er? Da lacht der Starkoch. „Ja, natürlich! Meine Oma aber auch.“ Sagt’s und schwärmt von den Hackerknödeln seiner Großmutter, die es dereinst sogar auf die Speisekarte des Sketch geschafft haben. „Ich hab sie dann halt mit Ente und Gänsestopfleber verfeinert. Aber das Grundrezept war von der Oma, die mir eingebläut hat, dass ich gaaaaanz viel Zwiebel reingeben muss“, erzählt der Gourmet, der es genießt, zwischendurch auch einmal bekocht zu werden. „Wenn man nach einer 20-stün­ digen Reise gerädert zu Hause ankommt und einen dann wer fragt: ‚Magsch no was essen?‘, geht einem das Herz auf“, sagt Nuding und verrät nun endlich seine Seelennahrung, die es wohl in keinem Sternerestaurant der Welt zu finden gibt. „Die Gerstlsuppe von meiner Mama ist schwer zu toppen.“ Und welches Kateressen würde er empfehlen? „Als ich noch jünger war und in Paris und Moskau gelebt habe, war ich schon viel am Weg. Aber spätestens als ich im Sketch angefangen habe, war mir klar, dass sich das mit der Ausgeherei nicht mehr ausgeht. Auf diesem Level darfst du dir keine Fehler erlauben. Deshalb hab ich in den letzten zehn Jahren höchstens zweimal einen Kater gehabt“, lässt der arbeitswütige Tiroler etwaige Fantasien von rauschenden Champagner-gelagen gar nicht erst aufkommen. Ein kulinarischer Tipp für HangoverTage ist ihm dann aber doch noch zu entlocken: „Eine französische Zwiebel­ suppe richtet dich sofort wieder her. Die hat mir schon öfter als einmal das Leben gerettet.“ 57

Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel hat Nuding in den letzten Monaten den 400 Jahre alten Familiengasthof Schwarzer Adler in Hall renoviert: Die Eröffnung des Restaurants, das von Mittwoch bis Samstag geöffnet haben wird, ist für Juli geplant. Das dazugehörige Bistro Secco hat bereits seit Juni geöffnet.


SERIE

S AU C E N Q UA RT E T T MundArt grillt – und bleibt dabei nicht auf dem Trockenen. von Flo Seidl

Grillen ist wohl die älteste Form des Kochens überhaupt. Kurz nachdem die Menschheit es geschafft hat, Feuer zu machen, haben wir auch erkannt, dass Fleisch und Gemüse besser schmeckt, wenn wir es grillen. Die Faszination von Feuer, Glut und Rauch hat bis heute angehalten und in sämtlichen Kulturen der Welt wird gegrillt. Schon die Römer haben im Altertum angefangen aufwendige Würzsaucen zuzubereiten, um den Geschmack von Speisen zu verbessern. Wer heute vor einem Saucenregal im Supermarkt steht, hat die Qual der Wahl: Farbenprächtig, in allen möglichen und unmöglichen Geschmacksvarianten, mit und ohne Zucker, heischen Saucen, Dips & Co. um hungrige Kunden. Dabei ist es gar nicht so schwer, ein paar Saucen einfach selbst zu machen – und dann weiß man auch, was drinnen ist. Der kleine Aufwand lohnt, meint MundArt, schält Tomaten und Mangos, hackt Kräuter und serviert heute vier Saucen zum Grillen. Die lassen sich übrigens gut vorbereiten und halten dann auch ein paar Tage.

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MUNDA RT DAS REZEPT: 4 S AU C E N

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Zutaten: Basissauce: 250 g Sauerrahm, 250 g Crèime fraîche, 1 halbe Zitrone, Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, brauner Rohrzucker 1. Tomatensauce: 800 g Tomaten, 2 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, etwas Öl, 1 Zimtstange, 1 Chilischote, Pfeffer, Salz 2. Habanero-Mango-Sauce: 2 Mangos, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 Habanero, oPfeffer, Salz, Zucker, 1–2 Limetten 3. Kräutersauce: 1 großer Bund buntgemischter Kräuter (z. B. Maggikraut, Petersilie, Minze, Rosmarin, Schnittlauch‌etc.) Pfeffer, Salz 4. Honig -Senf-Dill-Sauce: 2 EL Honig, 2 EL Dijonsenf, 1 kleiner Bund Dill, Pfeffer, Salz Zubereitung: Basissauce: Crème fraîche, Sauerrahm und Zitronensaft in einer Schüssel glatt rühren und mit Pfeffer, Salz, Cayennepfeffer und etwas braunem Zucker abschmecken. In den Kühschrank stellen. Tomatensauce (Ketchup): Tomaten in kochendes Wasser geben, bis die Schale platzt, kalt abschrecken, schälen. Zwiebel fein würfelig schneiden und in etwas Öl andünsten, Zucker hinzugeben, ab und zu umrühren und karamellisieren lassen.

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Tomaten, Zimtstange und Chili hinzugeben und etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. Chili und Zimtstange entfernen. Mit dem Pürierstab pürieren und mit Pfeffer, Salz, Zitronensaft abschmecken. Nochmals aufkochen lassen und noch heiß in saubere Marmeladegläser füllen. Dann hält das auch ein paar Tage. Habanero-Mango-Sauce: Zwiebel und Knoblauch fein würflig schneiden, in etwas Öl andünsten. In der Zwischenzeit die Mango schälen, in Würfel schneiden und zu den Zwiebeln geben. Habanero mit Handschuhen anfassen (hot!), teilen, die Kerne entfernen, in feine Streifen schneiden und mit der Mango etwa 15 Minuten mitköcheln lassen. Mit Zucker, Pfeffer, Salz und Limettensaft abschmecken, pürieren, nochmals aufkochen lassen und in saubere Marmeladegläser abfüllen. Kräutersauce: Frische Kräuter waschen, trocken tupfen und fein hacken. Mit der Hälfte der Basissauce verrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. In den Kühlschrank stellen. Honig-Senf-Dill-Sauce: Senf und Honig vermischen, Dill fein hacken und mit der anderen Hälfte der Basissauce vermischen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

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1.000 Sorten Mir hat’s besonders diese süßscharfe Mangosauce angetan. Es gibt über 1.000 Mangosorten, die sich in Geschmack, Form und Größe unterscheiden. Die Früchte bei uns zu essen, ist leider nicht klimafreundlich, da sie aus Asien importiert werden müssen. Aber man braucht sie ja nicht ständig zu kaufen. Dafür sollen sie gesund sein: Sie sind reich an Vitamin C und entzündungshemmend. Außerdem sind sie gut verdaulich, ballaststoffreich und säurearm und wirken sich dadurch positiv auf die Darmflora aus.

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AUFSTAND DER Knappe Kleidung ist keine Einladung für sexualisierte Gewalt – das sollte eigentlich klar sein. Trotzdem wird Opfern immer noch oft vorgeworfen, mit engen Kleidern, kurzen Hosen und tiefen Ausschnitten Übergriffe zu provozieren. Der Slutwalk am 9. Juli will ein Zeichen dagegen setzen. Text: Lisa Schwarzenauer

walks nach Innsbruck zu bringen. um „Betroffene von sexualisierter Gewalt be­ kommen oft die Schuld zugeschoben, und wir wollen aufzeigen, dass das ungerecht ist und sich ändern muss.“

„WIR HABEN BEDINGUNGSLOS EIN RECHT DARAUF, NICHT BELÄSTIGT ZU WERDEN.“

DER AUSLÖSER. walk-Bewegung Losgetreten hat die ein kanadischer Polizist, der 2011 bei einer Veranstaltung zum Thema Ver­ brechensprävention an der University of York erklärte, dass sich Frauen nicht wie anziehen sollen, wenn sie nicht Opfer von Gewalt werden wollen (O-Ton: „Women should avoid dressing in order not to be victimized“). like Als Reaktion darauf wurde der erste walk in Toronto organisiert, weitere folgten in Städten wie London, Paris, Mel­ bourne, São Paulo, Berlin, Wien, München – und auch Innsbruck: 2012 wurde hier walk der der erste und bisher einzige Stadt veranstaltet. Die Neuauflage findet am 9. Juli ab 12 Uhr statt. Gestartet wird mit einer gemeinsam mit Catcalls of IBK und dem Mädchennetzwerk Aranea organisierten Kreideaktion. Dabei gehe es darum, auch

Janna Fischer, Organisatorin Slutwalk Innsbruck

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walks geht es darum, ei Raum zurückzuerobern und ganz klar zu zeigen, jeder hat ein Recht auf Respekt und Grenzen, ganz egal, wie man sich anzieht, wie man sich verhält, wie man sich schminkt. Wir haben bedingungslos ein Recht darauf, nicht belästigt zu wer­ den“, betont Organisatorin Janna Fischer. Die Innsbrucker Studentin ist vor einem walk Wien auf das Jahr über den Thema aufmerksam geworden und hat sich mit Freund:innen zusammengetan, 60

Slutwalk Innsbruck Der Slutwalk findet am 9. Juli ab 12 Uhr mit einem vielfältigen Rahmenprogramm statt. Der Demozug startet um 14 Uhr bei der Annasäule und endet vor dem Landestheater, wo auch ein DemoRave geplant ist. Die abendliche Afterparty findet in der arche*ahoi statt.


Alle Infos rund um den Slutwalk und kurzfristige Updates zu Wetter, Route und Programm gibt es auf Instagram bei @slutwalk_ibk.

Leuten, die sich in einer Demo nicht wohl­ fühlen, die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein und sich Raum zu nehmen. Die Demo selbst startet um 14 Uhr in Richtung Lan­ destheater, das restliche Programm wird gerade fixiert. ALLES KANN, NICHTS MUSS. Willkommen sei jeder, egal, ob man sich identifizieren oder ein­ als fach nur solidarisch zeigen will, betont walk ist offen für alle, Fischer: „Der shaming, Victimblaming die gegen und patriarchale Gewalt sind und ein Zei­ chen setzen wollen.“ Es sei natürlich auch nicht notwendig, sich freizügig zu kleiden – das Motto sei: alles kann, nichts muss, jeder könne so kommen, wie er oder sie sich wohlfühlt. walk auch in Dass es den Innsbruck dringend brauche, habe sich

„DER WALK IST OFFEN FÜR ALLE, DIE GEGEN SHAMING, VICTIMBLAMING UND PATRIARCHALE GEWALT SIND UND EIN ZEICHEN SETZEN WOLLEN.“ Janna Fischer, Organisatorin Slutwalk Innsbruck

beim Verteilen der Plakate in Restaurants und Geschäften gezeigt, wo mehrmals Aussagen wie „Man muss schon sagen, ihr provoziert das auch, wenn ihr euch so und so anzieht“ vorgekommen seien. „Dieses Gedankengut ist immer noch da, auch bei Frauen. Da gibt es oft überhaupt kein Bewusstsein und auch keine Scheu, das so zu sagen.“ Die Erfahrungen bei einem Fotoshoo­ walks auf ting zur Bewerbung des einer belebten Straße stimmt die Studen­ tin aber optimistisch: „Die Leute waren sehr überrascht und auch irritiert, aber wenn sie nachgefragt haben, haben sie eigentlich alle ziemlich positiv reagiert und uns zugestimmt.“ LAUT, ABER FRIEDLICH. Wie viel bei der Demo los sein wird, sei extrem schwer abzuschätzen. „Kann sein, dass 100 Leute kommen, kann sein, dass 1.000 Leute kommen. Wir werden kurz davor versuchen, das mit Umfragen ein bisschen abzuschätzen, aber ich glau­ be schon, dass mehrere hundert Leute kommen könnten“, sagt Fischer. „Es hängt sicher sehr vom Wetter ab.“ Unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer:innen liege der Fokus je­ denfalls darauf, dass die Demonstration absolut friedlich verlaufe. „Sexualisierte Gewalt ist ein Thema, bei dem Leute getriggert werden können, deshalb wollen wir, dass alles friedlich abläuft.“ Klappt walk auch in das, wird es den den nächsten Jahren geben.

Das Slutwalk Kollektiv Mit dem Verein Slutwalk Kollektiv wollen Janna Fischer und ihre Mitorganisator:innen in den kommenden Monaten Kinoabende, Benefizkonzerte und andere Events und Aktionen gegen Slutshaming und patriarchale Gewalt organisieren.

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Von Sluts und Schlampen Die Beschimpfung als Schlampe impliziert, dass eine Frau sich in irgendeiner Weise unmoralisch verhält – häufig im Zusammenhang mit ihrer Sexualität. Das Slutwalk Kollektiv und andere feministische Gruppierungen reklamieren die Bezeichnung für sich, um seine Bedeutung zu verschieben und dekonstruieren.


PROGRAMM J U LI 2022

AUSSTELLUNG

BIS 10. SEPTEMBER I KO N I S CH

HERMANN NITSCH: PARTITUR DES 6-TAGE-SPIELS IN DER GALERIE ELISABETH & KLAUS THOMAN

Die Einzelausstellung zeigt Arbeiten und Artefakte aus dem Gesamtkunstwerk des im April verstorbenen Künstlers Hermann Nitsch. Mit dabei sind u. a. Stücke aus dem 6-Tage-Spiel und Schüttbilder aus den Malaktionen bei den Bayreuther Festspielen 2021.

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MUSIK

12. JULI BIS 28. AUGUST BAROCKE R SO M M E R

FESTWOCHEN DER ALTEN MUSIK, DIVERSE LOCATIONS

Unter dem Leitmotiv „Begegnungen“ finden im Rahmen der 46. Festwochen der Alten Musik mehr als 50 Konzerte und andere Veranstaltungen an Innsbrucker Orten von der Arzler Alm bis hin zum Schloss Ambras und dem Haus der Musik statt.

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PROGRAMM

FESTIVAL

16. BIS 17. JULI TA N Z E N Ü B E R D E N DÄCH E R N D E R STADT

WETTERLEUCHTEN FESTIVAL AUF DER NORDKETTE

Das höchstgelegene Festival Europas ist zurück und verbindet Musik, Natur und Lagerfeuerromantik. Ab 16 (Samstag) bzw. 17 Uhr (Sonntag) treten nationale und internationale Acts auf. Es kann gezeltet werden, die Seilbahn fährt aber für alle, die lieber im eigenen Bett schlafen wollen, bis 3 Uhr.

AUSSTELLUNG

BIS 25. SEPTEMBER, FREITAG BIS SONNTAG FAC TO RYF E E LI N G

Kunst in Seefeld präsentiert in der mittlerweile als Kunsthalle genutzten Alten Feuerwehrhalle Andy Warhols Hommage an große jüdische Persönlichkeiten, „Ten Portraits of Jews of the Twentieth Century“.

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© WALTHER LEKON, MARTIN REISER, UNSPLASH, REGION SEEFELD

ANDY WARHOL IN DER ALTEN FEUERWEHRHALLE SEEFELD


MUSIK

2. & 8. JULI G E N R E - M IX

NOIZ//ELEKTRORAUSCHEN AN WECHSELNDEN VERANSTALTUNGSORTEN

Die Konzertreihe noiz//Elektrorauschen stellt das ganze Jahr über elektroakustische Musik in den Mittelpunkt – im Juli mit den Konzerten „upcycled piano“ im Waltherpark (Josef Haller und Andreas Tentschert) und „[noiz] Landschaften“ (Ensemble airborne extended) im Ferdinandeum.

MARIA LASSNIG DIE ZEICHNUNG

MUSIK

9. JULI 20.30 UHR

TE CH N O TR I F FT KR AUTROCK

24.6. – 2.10.22 FERDINANDEUM

FLYING MOON IN SPACE IN DER P.M.K

Die sechsköpfige Band aus Leipzig bringt mit vier Gitarren, Bass und Schlagzeug eine Mischung aus Psych-Pop, Krautrock, Techno und Math-Rock in die p.m.k. Ebenfalls am Start: MfGen und DJs der arche*ahoi.

TIROLER-L A NDESMUSEEN. AT

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PROGRAMM

AUSSTELLUNG

BIS 27. AUGUST TI E R, M E N S CH , STA DT „ZOOPOLIS“ IM KUNSTRAUM INSBRUCK

Die Gruppenausstellung – kuratiert von Marion von Osten, Christian Hiller, Alexandra Nehmer, Anh-Linh Ngo und Peter Spillmann in Kollaboration mit Ivana Marjanović – präsentiert ein Manifest für Solidarität von Tieren und Menschen im Stadtraum.

AUSSTELLUNG

BIS 2. OKTOBER KU N ST & KÖ R PE R ­ B E WUS STS E I N

Wir sind das Bier,

facebook.com/JollyInnsbruck

Widerstand ist zwecklos!

Im Rahmen einer Sonderausstellung stellt das Ferdinandeum bisher noch nie gezeigte Zeichnungen aus dem Werk der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig aus, die zeigen, wie sehr Körperbewusstsein ihr künstlerisches Schaffen beeinflusst hat.

THEATER

BIS 17. JULI 10 BZW. 22 UHR

D R AMATI S CH THEATER UNTER STERNEN IM ZEUGHAUS

Das Outdoor-Theaterfestival feiert die Vielfalt der Innsbrucker Theaterszene und hat neben Theatervorstellungen für Groß und Klein u. a. auch das neue Format „Literatur unter Sternen“, einen Abend mit Harald Schmidt und einen Poetry Slam im Programm.

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© DOTGAIN.INFO, NURAN, INNSBRUCK TOURISMUS/EMMANUEL KASER, CARMEN BRUCIC

MARIA LASSNIG: DIE ZEICHNUNG IM FERDINANDEUM


AUSSTELLUNG

BIS 30. JULI IMMER MITTWOCH BIS SAMSTAG

G E M E I N SA M TA N Z E N , G E M E I N SA M K Ä M PF E N

„PRIVATE STAGES – PUBLIC SELVES“ IM GLAS KUBUS (REICH FÜR DIE INSEL)

Während einer Residency in Tbilisi hat sich die österreichische Künstlerin Carmen Brucic mit Künstler:innen und Aktivist:innen, die sich dort rund um den Nachtclub Bassiani für Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen, zusammengetan. Die Ergebnisse werden im Glas Kubus präsentiert.

FOTO

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FESTIVAL

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Nach zwei Jahren in veränderter Form kehrt das New Orleans Festival wieder groß an den Landhausplatz zurück. Mit dabei sind heuer Kevin & the Blues Groovers aus New Orleans und heimische Szenegrößen wie Saltbrennt, Moreland und The Vintage Retards.

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WORKSHOP, KUNST, PARTY

THEATER

BIS 28. JULI

8. JULI

18 UHR

14/18/22 UHR

AU F WÄR M - PART Y

U N B E R E CH E N BA R

„HEATING UP“ IN DER P.M.K

KLIMASALON: IMPROTHEATER IM MESSEPARK

Die Kollektive Inseminoid, Störbild und Slutwalk Innsbruck stimmen mit „Heating Up“ auf die Slutwalk-Demo ein: Um 14 Uhr findet ein FLINTA* DJ Workshop statt, ab 18 Uhr wird zur Foto-Vernissage geladen – und ab 22 Uhr wird gefeiert und getanzt.

© INSEMINOID, INNSBRUCK TOURISMUS/EMANUEL KASER, SHUTTERSTOCK.COM, GAUCHOS DEL MAR (3)

Improvisation im Park: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Klimasalon lassen sich die Improspieler:innen des Bogentheaters darauf ein, unter freiem Himmel den Regieanweisungen – egal wie absurd – des Publikums zu befolgen.

25 Jahre #literaturbewegt www.literaturhaus-am-inn.at 68


Musikschule der Stadt Innsbruck

MUSIK

2. BIS 31. JULI

Ausbildungsstätte für fast alle gängigen Musikinstrumente, Gesang, Musikwerkstatt, Musikalische Früherziehung, Singschule und Free Beat Company. Unterrichtet werden die Sparten Klassik, Jazz- und Popularmusik im Einzel- bzw. Gruppenunterricht mit Zugang zu vielen Ensembles wie Sinfonieorchester, Klarinettenorchester, Big Band, Jazz- und Rockband, Volksmusikensembles u. a.

19.30 UHR

KL A S S I K TR I F FT MODERNE

PROMENADENKONZERTE IM INNENHOF DER HOFBURG

Innrain 5 · 6020 Innsbruck T 0512 / 585425-0 · F 0512 / 585425-5 E post.musikschule@innsbruck.gv.at www.innsbruck.gv.at/musikschule

Im Innenhof der Hofburg wird die Tradition der klassischen Freiluftkonzerte, die man aus Paris, London und Wien im 19. Jahrhundert kennt, fortgeführt: Ein vielfältiges Programm ermöglicht es, Musik von Klassik bis Jazz zu entdecken.

lautstark lautstark FILM

28. JULI

PLANUNG UND INSTALLATION VON TON, LICHT, VIDEO MEDIENTECHNIK

20.30 UHR

WE LLE N R E ITE R

SURF FILM NACHT IM LEOKINO

Die Brüder Julian und Joaquin Azulay sind auf der Suche nach der perfekten Welle zwei Jahre lang die Atlantikküste Afrikas entlanggereist. Der Film „Gauchos del Mar: African Territory“ zeigt, was sie dabei erlebt haben.

Trientlgasse 71, 6020 Innsbruck, Austria +43 (0)664 1350045 office@lautstark.co.at www.lautstark.co.at 69


FILM

AB 29. JULI G ROS S E LE I NWA N D

OPEN AIR KINO: 30 TAGE, 30 FILME IM ZEUGHAUS

Kaum ist das Theaterfestival vorbei, geht es im Zeughaus mit dem beliebten Open Air Kino weiter. Bereits bestätigt sind Vorführungen von „Licorice Pizza“, „Große Freiheit“, „Dune“, „The French Dispatch“ und „Summer of Soul“, das gesamte Programm wird im Laufe des Monats veröffentlicht.

KABARETT

BIS 7. JULI 20 UHR

M U LTITA LE NT MARCO POGO: GSCHICHTLDRUCKER IM TREIBHAUS

Der Musiker, Mediziner, Bierbrauer, Politiker und Bundespräsidentschaftskandidat Marco Pogo hat Anekdoten aus seinem alles andere als langweiligen Leben im Buch „Gschichtn“ gesammelt – und präsentiert diese jetzt auch als Kabarettprogramm.

LITERATUR

8. JULI 19 UHR

2 X 2 TICKETS FÜR DIE VORSTELLUNG VON MAX FRISCHS „BIOGRAFIE: EIN SPIEL“ AM 21. JULI UM 20 UHR im Rahmen des Steudltenn Theaterfestivals in Uderns Kennwort: „Frisch“ Einsendeschluss: 15. Juli 2022 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

JU B I L ÄU M S PART Y

25 JAHRE #LITERATURBEWEGT: DAS FEST IM TREIBHAUS

Zum 25-jährigen Jubiläum schmeißt das Literaturhaus am Inn eine große Party im Treibhaus: Gefeiert wird nicht nur mit Literatur, sondern auch mit Musik von Julia Costa und dem Ersten Wiener Heimorgelorchester.

© JOHANNES ZINNER, JULIUS HIRTZBERGER, TLM, CINEMATOGRAPH·LEOKINO, CARLOS QUINTANA

6020 verlost


AUSSTELLUNG

BIS 18. SEPTEMBER G E I STE R HAFT

CARLOS QUINTANA IN DER GALERIE IM VEKTOR (HALL)

Die Haller Galerie im Vektor zeigt Werke des renommierten kubanischen Künstlers Carlos Quintana, der in seinen von den Einflüssen seiner kubanischen Wurzeln und einem großen Interesse an ostasiatischer Kultur geprägten Gemälden alternative Realitäten und fantastische Szenen kreiert.


© RICARDO VAZ PALMA/ALAMODE FILM

KI NO

AUF DER FLUCHT: G räf in Marie Festetics (li. Katharina Lorenz) und Kaiserin Elisabeth (re. Vicky Krieps) verlassen per Kutsche das kaiserliche Wien.

Der Kaiserin neue Kleider Mit dem Historienfilm „Corsage“ eröffnet die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer eine spannende, feministische Perspektive auf den ewigen Mythos „Kaiserin Sissi“. Text: Klaus Erler

H

eiligabend 1877: Die österreichi­ sche Kaiserin Elisabeth wird 40. Statistisch gesehen ist sie damit bereits am Ende ihres Lebens angelangt. Zwar wird sie nach wie vor als Modeiko­ ne, als Role Model für die Frau von der Straße und als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit angehimmelt, dennoch spürt Elisabeth die vergängliche Na­ tur dieser Zuneigung deutlich.

FLUCHT VOR KONVENTIONEN. Zunehmend angewidert von ihrer rein repräsentativen Rolle bei Hofe versucht sie, sich mehr und mehr den Konventio­ nen und den Anforderungen an eine Habsburger Kaiserin zu entziehen. Damit entfernt sich Elisabeth gefühlsmäßig auch immer weiter von ihrem Ge­ mahl Kaiser Franz Joseph. Um von diesem nicht andauernd zur Räson gebracht zu wer­

den, flieht „Sissi“, wie sie vom Volksmund genannt wird, in das Leben einer Reisenden, der jeder noch so entfernte Winkel Europas lieber ist als die Enge der Wiener Hofburg. In der geografischen Distanz zu Österreich erlebt Elisabeth zwar kurzfristig so etwas wie Glück, auf Dauer kann sich die Kaiserin aber nur mit höchster Kraftanstrengung den aufgezwungenen Regeln entziehen. Und auch wenn Eli­ sabeth bereit ist, alle Ressour­ cen einer sehr starken Frau im Kampf einzusetzen, sind die normierenden Gegenkräfte nicht auszuhalten ...

chales Herrschaftssystem, das Leben zugunsten von Macht und Machterhalt hintanstellt. Vicky Krieps als Kaiserin Elisabeth gelingt es dabei mit großartigem Schauspiel, den zunehmend transzendenten Charakter einer im Kampf ver­ gehenden Kaiserin spürbar zu machen, deren Lebenslust an den harten Realitäten versiegt. Wenn Kreutzer ihre Hauptdarsteller:innen dabei immer wieder in hochgradig patinöse Gebäude mit abblät­ terndem Putz, bröckelnden Mauern und sich lösenden Ta­ peten setzt, ist das ein weiterer deutlicher Hinweis der Regis­ seurin darauf, wie vergangen eine frauen- und menschen­ feindliche Gesellschaft eigent­ lich sein sollte und wie aktuell diese für Kreutzer nach wie vor ist. Vicky Krieps als Kaiserin Elisabeth wurde bei den heuri­ gen Filmfestspielen in Cannes für die beste darstellerische Leistung ausgezeichnet.

KAISERIN ALS KÄMPFERIN. Inspiriert durch eine Idee ihrer Hauptdarstellerin Vicky Krieps, rückt die österrei­ chische Regisseurin Marie Kreutzer den Mythos „Sissi“ in ein gänzlich neues Licht. Ihre Elisabeth wird zur Protokämpferin gegen ein patriar­ 72

„CORSAGE“ Regie: Marie Kreutzer Mit: Vicky Krieps, Florian Teichtmeister, Katharina Lorenz, Manuel Rubey, D/A/ LUX 2021 / 105 Minuten / DF


Die KINOSENSATION im Metropol Kino. www.4dx.at


RÄTSEL

DER W Ü R FE L Juli 2022

DA S LÖSU N G S WO RT A

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D I E F RAG EN 1

Bringt Sprudel ins Glas: Duschpille?

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In Innsbruck gegraben und bewässert: Anbratgewässer?

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Sie ist in der Lagerhalle auf Hub: Macht sie bei Tisch Bestecktürmchen?

3

Aufforderung zu Petzen sorgt rund um Ostern für Klappern und Schnarren

4

Zunftvertreter: Kleiner Raum für Erwerbstätige?

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Als Han in Star Wars immer allein

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Kleine, arme, wehleidige Cannabiskonsumenten?

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In der kompletten Ansicht (!) zu sehen lebloses Englandbier?

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Arktisch und Antarktisch zu beobachten: Verkauft die Gelateria Montagna?

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Redensartlich schnappen: „Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich stets bei Tisch, / damit ich dann auch jederzeit das größte Stück …!“

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Psychisch gestört: Ist Nord- und Südlich betrachtet auch die Erde?

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Gar nicht lautlos: „Der Ruhende wahrlich nicht schwärmt, / wenn dauernd einer stört und …!“

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Mehrzahl von Schmerzen (?) als Drohwort

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Hier im Kopfstand ausruf-end verwundernd

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Die spanischen Goalgetter (?) sind Stieren ein rotes Tuch

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Darin fühlen sich Gemälde einge-Bild-et

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Den schrägen Stern solltest du hier ohne Witz mal vornämlich betrachten

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Eingeweidig: Sind sie gar, heißts schmücken

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KOPFSALAT im Aufbewahrungsgeflecht von Johannes F. Park

MAN KÖNNTE AUCH EIN MEERSCHWEINCHEN MITNEHMEN ODER EINEN HUND IN KOMPAKTER AUSFÜHRUNG.

A

ls gewiefter Fahrradfahrer führe ich einen Korb am Gepäckträger mit. Er ist nicht nur schön anzusehen in seiner gan­ zen Eloxiertheit, sondern begeistert auch mit solider Funktionalität, die sich im Wesentlichen auf das Mitführen von Gegenständen erstreckt. Man könnte auch ein Meerschweinchen mitneh­ men oder einen Hund in kompakter Ausführung. Ich bewahre darin jedoch vorrangig mein anakonda­d ickes Sicherheitsschloss auf, das ja schließlich dazu gedacht ist, den Dieben das Leben schwer zu machen, und nicht mir, wenn ich durch die Stadt strample. Man muss sagen: Bei Bedarf würde ich jederzeit auch einen schönen Kopfsalat transportieren. Wenn ich es mir recht überlege, ist der Korb geradezu prädestiniert für jedwedes Gemüse. Eine schöne Auswahl gut sichtbarer Gewächse wie Lauch, Gurke und Zucchini, die gekonnt aus einer braunen Papiertüte lugend spazieren gefahren werden; dazu dreimal durch die Innenstadt gera­ delt – und ich werde vom Fleck weg in eine Hipster­ fraktion im Gemeinderat gecastet. Leider sind aber auch andere Leute gewieft. Offenkundig sehen sie mein großartiges Aufbe­ wahrungsgeflecht und sagen sich: Ah, das ist aber praktisch, da kann ich meine Bierdose, die mir die vergangene halbe Stunde meines Lebens eine ange­ nehme Zeit beschert hat, nun allerdings auf Grund akuten Flüssigkeitsmangels jede Daseinsberechti­ gung verwirkt hat, reinstellen.

Manche schmeißen auch Taschentücher, befleckte Gesichtsmasken oder Zigarettenstummel hinein. Sogar Bäume lassen Blätter in meinen Korb fallen. Es ist zum Kotzen. Ich weiß nicht, was sich die alle denken. Was ich weiß, ist: Am schlimmsten sind die Freibeuter des Direktmarketings. Ja, richtig: Flyerverteiler. Die nutzen jede Gelegenheit, ihre blöden Zettel loszuwerden. Da kommt mein Korb natürlich gerade recht. Warum sich mit Passanten abmühen, wenn man eine Handvoll spielend auf Parkens Fahrrad hinter­ lassen kann? Würgereflex auch hier. Weil einen Korb haben heißt nicht: Bitte betrach­ ten Sie dieses Behältnis als meinen mobilen Brief­ kasten, den zu befüllen ich Sie hiermit ganz herzlich einlade. Einen Korb haben heißt: Schmeiß deine ScheißFlyer ins Altpapier wie jeder anständige Mensch! Sie wollen JFP wöchentlich lesen? newsletter.jf-park.com

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