6020 Stadtmagazin (Mai 2022)

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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

21. JAHRGANG MAI 2022 | AUSGABE 270

ZEIT STATT ZASTER Was kann Arbeit eigentlich noch? SHOPPING-GUIDE Einkaufen mit gutem Gewissen

Bogenschau In den Bögen tut sich was. Fünf Neulinge im Porträt


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Editorial

Über den Wert der Arbeit Michael Steinlechner

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or ein paar Jahren war die Zukunft noch deutlich klarer. Kein Krieg vor der Haustür und erst recht keine Pandemie versperrten unseren Blick auf das, was uns erstrebenswert erschien. Selbst die Klima­ krise schien noch in so weiter Ferne, dass man sie leicht als Unken­ rufe ein paar überbesorgter Spinner abtun konnte. Die Zukunft war überschau- und planbar. Und vor allem – es gab sie noch. Wer einen sicheren Job wollte, wusste genau, wo er ihn finden und was er dafür tun musste. Wir erinnern uns zum Beispiel an das jahrzehntelange Nonplusultra: ein Job in einer Bank mit lebenslanger Beschäftigung und guter Gehaltsentwicklung. Den gibt es in dieser Form schon länger nicht mehr. Schlimmer noch, inzwischen werden viele der einstmals erstrebenswerten Jobs sogar ganz von Computern erledigt. Damals war den meisten von uns auch vollkommen klar, warum es sich überhaupt lohnt, arbeiten zu gehen. Wer fleißig war, konnte sich den Traum vom Eigen­ heim erfüllen, ohne unmenschliche Entbehrungen auf sich nehmen zu müssen. Heute könnte es verkehrter nicht sein. Selbst wirklich gute Jobs werfen zu wenig ab, um sich eine ordentliche Wohnung leisten zu können. Ein Haus? Sowieso längst nur mehr Erben oder Lottogewinnern vorbehalten. Wer weder über Erstes noch Zweites zu Geld kommt, kann sich selbst keinen Wohnraum mehr in angemessener Form schaffen. Und damit hat sich das wohl Größte aller Sparziele quasi über Nacht in Luft aufgelöst. Und so ist es kaum verwunderlich, dass sich ein Trend in der Arbeits­ welt nachhaltig durchgesetzt hat: Die junge Generation hat längst ihre Freizeit und ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt gesetzt. Wie wenig muss ich arbeiten, dass ich gerade genug verdiene, um möglichst viel Zeit für mich und meine Interessen zu habe? Teure Markenkleidung scheint ihre Wertigkeit ebenso verloren zu haben wie der Traum vom eigenen Auto. Gespart wird beim Sparen. Materielle Ziele und Wünsche geraten in den Hintergrund, weil sie nicht mehr erreicht werden können, und immer öfter vor allem deshalb, weil sie nicht mehr erreicht werden wollen. 2022 stehen Gesundheit, Persön­ lichkeitsentwicklung und Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Für den Arbeitsmarkt wird diese Entwicklung spannend. Gibt es über­ haupt noch genug Menschen, um die bestehende Arbeitsanforderung abzudecken, wenn viele nur noch 32 oder 20 Stunden ihrer Wochenzeit mit Arbeit verbringen wollen? Auszusetzen ist am Trend zu einem besseren Leben in der Gegenwart (anstatt eines vielleicht noch besseren in der Zukunft) wenig. Bleibt nur die Frage, ob ein Beruf nicht auch etwas Sinnstiftendes, eine Berufung sein kann. Ob viel Arbeit ein erfülltes Leben zwangsläufig ausschließen muss, bleibt jedenfalls zu diskutieren.

m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

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Cove

Inhalt tory s r

Die besten Events im Mai auf einen Blick. Seite 70

Einkaufen mit gutem Gewissen Der 6020-Shopping-Guide für alle, die bewusst einkaufen.

Seite 16

Bogenschau

S E R I E

die Zukunft der Stadt

Von wegen versifft und abgeranzt – die Bögen sind mehr als nur (die einzig verbliebene) Party­ location Innsbrucks. In den letzten Jahren sind einige neue Betriebe in die teils komplett neu gestalteten Viaduktbögen eingezogen. Wir stellen fünf von ihnen vor.

Seite 54

Crazy Little Thing Called Love

Hoch statt breit „Vertical Farming“ verlagert die Lebensmittelproduktion nicht nur von der Breite in die Höhe, sondern potenziell auch vom Feld in die Stadt.

Seite 34

Beim Lovescamming missbrauchen Täter die Einsamkeit, die Hilfsbereitschaft und den Wunsch nach zwischenmenschlicher Bindung ihrer Opfer. Renate ist auf einen Lovescammer hereingefallen und hat 6020 ihre Geschichte erzählt.

Seite 12 6


Zeit statt Zaster Bullshit-Jobs, AntiworkBewegungen, Bore-Out oder Work-Life-Balance: Das Arbeitsleben ist im Umbruch. Anlässlich des Tags der Arbeit haben wir uns angesehen, was Arbeit eigentlich noch kann.

Seite 28

Augen auf beim Donut-Kauf! Die HefegebäckExpert:innen aus der 6020-Redaktion haben das Angebot in Innsbruck getestet.

Seite 48

Damit dein Radl richtig rollt ..., weil wir endlich wieder in die Pedale treten dürfen!

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Reparaturen Ersatzteile Zubehör Gebrauchträder Neuräder

Eine himmlische Quiche MundArt bäckt mit Spargel.

Seite 52

Essen & Trinken Das Neueste zu Innsbrucks Gastronomie – natürlich mit den drei Gs: für 6020-Leser gegessen, getrunken und geprüft.

Seite 42 IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Redaktion: Ágnes Czingulszki, Klaus Erler, Daniel Feichtner, Theresa Kirchmair, Haris Kovacevic, Simon Leitner, Johannes F. Park, Lisa-Maria Schwarzenauer, Eva Schwienbacher, Flo Seidl, Michael Tschackert, Verena Wagner, Katharina Wildauer, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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I M B I LD

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Noch haben am Campagnereiter-Areal in der Reichenau die Handwerker:innen das Sagen, aber Ende des Monats erfolgt die Schlüsselübergabe für 307 neue Stadtwohnungen. Das Konzept: eine extrem verdichtete Bauweise, zugleich aber auch Innovationen wie Gemeinschaftsgärten am Dach, die durch Brücken verbunden sind.

VERDICHTET

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M AI

8 DINGE, DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1.

„JOHNNY DEPP GEGEN AMBER HEARD“-GESCHICHTEN

8.

2.

UND JA: CORONA

MAIKÄFER

3.

7.

WLADIMIR PUTIN

BEIHILFEN­ AKTIONISMUS

6.

4.

E S K A L AT I O N

EINEN KAPUTTEN

am Forstweg

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Crazy Little Thing Called Love Beim Lovescamming missbrauchen Täter die Einsamkeit, die Hilfsbereitschaft und den Wunsch nach zwischenmenschlicher Bindung ihrer Opfer. Renate* ist auf einen Schwindler hereingefallen – und hat 6020 ihre Geschichte erzählt. Text: Haris Kovacevic Illustration: Monika Cichoń

* Name geändert

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rgendwann konnte es Renate auch nicht mehr glauben. Nun sollte Ben doch tatsächlich am Frankfurter Flughafen von Zollbeamten festgehalten werden. Sie würden ihn nicht weglassen, sagte er am Telefon. Es sei denn, sie würde diese Strafe auch noch zahlen, dann komme er frei. Zum ersten Mal verlangte die 55-Jährige Rechenschaft. Sie wollte zumindest mit jemandem vom Zoll reden. Nein, das ginge nicht, sagte Ben. Sie solle bitte einfach diese Rechnung begleichen, dann sei er bald bei ihr und alles werde gut. Renate wusste nicht, was sie machen sollte. Wenn sie jetzt nicht am Ball bliebe, wäre das Geld, das sie ihm bisher überwiesen hatte, auch verloren, dachte sie. Und das war ihr gesamtes Erspartes, Geld vom gemeinsamen Konto mit ihrem Exmann und 40.000 Euro, die sie sich von ihrer Nachbarin geliehen hatte – insgesamt vertraute sie Ben 250.000 Euro an. Ohne ihn je gesehen zu haben. Renate war einem Lovescammer auf den Leim gegangen. IMMER NEUE MASCHEN. Marina Müller, Sozialarbeiterin beim Weißen Ring, einer Opferhilfeeinrichtung in Innsbruck, hat immer wieder mit solchen Fällen zu tun. Die Täter gehen dabei, so ihre Erfahrung, keineswegs plump vor.

© ALEXANDER HALBWIRTH

I

„Viele Tricks funktionieren aber nach einer Weile nicht mehr, weil sie einem breiten Teil der Bevölkerung bekannt werden.“ Oswin Lechthaler, Stv. Leiter der Abteilung für Kriminalprävention am LKA Tirol

„Sie wagen einen Annäherungsversuch, lernen ihr Opfer kennen, bauen ein Vertrauensverhältnis auf, erzählen zum Teil persönliche Geschichten und bitten erst nach einer gewissen Zeit um Hilfe“, erzählt Müller. „Manchmal treffen sie dabei auf Menschen, die sich in einer vulnerablen Lebensphase befinden oder einfach nur hilfsbereit und empathisch sind.“ Vor fünf Jahren wurde bei Renate Krebs diagnostiziert – Brustkrebs mit einer Metastase im Oberarmknochen. Sie konnte nicht mehr arbeiten. Auch ihre Ehe ging in die Brüche. Ende letzten Jahres wollte sie noch einmal „Mut fassen und ein neues Abenteuer wagen“, wie sie sagt. Doch ging es mit keinem der Männer, mit denen sie Kontakt hatte, über wenige Nachrichten hinaus. Dann empfahl ihr eine Freundin eine Datingplattform – und da lernte sie Ben kennen. Ben kam laut seinem Profil aus der Salzburger Gegend, war Arzt und attraktiv. Schnell wechselten sie auf WhatsApp, dann schrieben sie über Skype und Ben rief sie bald auch an. Etwas gebrochenes Deutsch mit leicht bayrischem Akzent. „Er fragte, wie es mir geht, ob ich’s mir 13

gut gehen lasse und ob ich auch ja was gegessen hätte“, erzählt Renate. Er sei im Jemen mit der Armee stationiert. Nach einem Monat täglichen Kontakt zu Renate wollte er dort die Zelte abbrechen und nach Deutschland ziehen. Oder zu ihr. Um aber sein Hab und Gut nach Europa zu schaffen, brauche er etwas Geld – 7.200 Euro. Ob sie ihm da vielleicht helfen könne? Dann wäre er in wenigen Tagen bei ihr – und werde ihr alles selbstverständlich zurückgeben. KRIMINELL KREATIV. „Immer wieder bricht sich eine neue Masche Bahn“, erklärt Oswin Lechthaler, stellvertretender Leiter der Abteilung für Kriminalprävention am Landeskriminalamt Tirol. Lange Zeit waren es die „falschen Polizisten“, die Menschen aufforderten, ihnen zur Sicherheit ihr Geld auszuhändigen. Opfer waren meistens ältere Leute, die telefonisch kontaktiert wurden. Der „Enkeltrick“ funktionierte ähnlich. Beim „falschen Vermieter“ wurde eine absurd günstige Wohnung auf einer Plattform angeboten, die gegen eine „Kaution“ besichtigt werden durfte. „Viele Tricks funktionieren aber nach einer Weile nicht mehr, weil sie einem breiten Teil der Bevölkerung bekannt werden“, sagt der Polizist. „Nicht zuletzt, weil wir über Medien und andere Kanäle davor warnen.“ Doch werden auch die Täter immer geschickter und raffinierter in ihren Methoden. Die Betrüger fokussieren sich mittlerweile immer mehr aufs Internet, soziale Medien und Datingplattformen. Die Drahtzieher sitzen im Ausland, ihre Boten und Handlanger agieren vor Ort. Was oft passiert: „Alleinstehende Männer, die von attraktiven jüngeren Frauen zu Cybersex aufgefordert und später mit Screenshots erpresst werden“ zum Beispiel. Oder eben Frauen, die alleine oder unglücklich sind und von gut aussehenden Männern kon-


Cybercrime-Delikte seit 2014 im Vergleich zu Einbrüchen 4.000 3.500

3.445

3.499

3.239

3.000

3.554 2.722

2.608

2.500 2.000 1.500 1.000

740

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2014

2015

2016

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1.631

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2018

2019

2.519 1.804

1.575

500 0

Cybercrime

2017

2020

2021

Einbrüche

QUELLE: POLIZEI BILANZ TIROL 2021

taktiert werden. „In der Situation selbst schalten leider viele alle Warnsignale ab“, sagt Lechthaler.

„Irgendwann wollte ich nur noch, dass alles vorbei ist.“ Renate

AUF DURCHZUG. Nach den 7.200 Euro „brauchte Ben 13.000 für irgendwelche Papiere“, erinnert sich Renate. Dieses Geld sei nicht angekommen, weshalb sie es noch mal verschicken musste. Er rief an – verzweifelt. Er sei in der Türkei und brauche 77.000 Euro für die Genehmigung eines Transports. Und zwar schnell. Dann noch 3.200 für das Hotel. Das mit dem Transport habe nicht geklappt, er brauchte wieder 43.000 Euro. „Ich war fix und fertig“, erzählt Renate, „irgendwann wollte ich nur noch, dass alles vorbei ist.“ Zwischendrin gab es immer wieder kleinere Forderungen, denen sie nachkam, weil sie hoffte, dass er bald da wäre und sie ihr Geld zurückbekommen würde. Auf ihrem Konto hatte sie nichts mehr. Sie konnte auch mit niemandem darüber sprechen. Renate erzählte generell wenigen Menschen von Ben. „Weil das auf Außenstehende komisch gewirkt hätte“, meint sie. Ihren engsten Freundinnen vertraute sie sich bis zu einem gewissen Grad an. Als diese sie vor Betrügern warnten, reagierte sie darauf nicht. Sie erzählte ihnen nicht, dass sie ihm schon Geld überwiesen hatte. Renate dachte damals, sie wüssten ja auch nicht, „was für eine Beziehung wir haben, wie sehr er sich um mich kümmert und wie gut wir uns verstehen“. 14

SCHAM VOR SICH SELBST. „Es ist in solchen Fällen gut, auf sein Bauchgefühl zu hören, zudem zu recherchieren, was es alles für Maschen gibt, mit einer Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen und auch Freunde und Verwandte einzubinden“, erklärt Marina Müller. Man selbst sei da oft nicht in der Lage, alles rational zu beurteilen und abzuwägen, mit welcher Intention das Gegenüber handeln könnte. Auf Betrügereien im Internet reinzufallen, sorge dann auch meistens für enormes Schamgefühl. „Die Opfer probieren entweder, alleine damit klarzukommen“, erklärt die Sozialarbeiterin, „oder melden sich bei uns nur anonym.“ Sie sehen kaum Chancen, wieder an ihr Geld heranzukommen und unternehmen daher oft keine weiteren Schritte. Dennoch verzeichnet die Cyberkriminalität auch in den Polizeistatistiken einen enormen Anstieg – seit 2014 gibt es Jahr für Jahr einen neuen Höchstwert: Wurden damals in Tirol noch 740 Fälle im Jahr angezeigt, waren es vier Jahre später bereits 1.631. Im Jahr 2021 schlugen 3.554 Sachverhalte zu Buche, die zur Anzeige gebracht wurden – eine Steigerung von 41,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Dabei muss man bedenken, dass viele Fälle erst gar nicht angezeigt werden“, erklärt Oswin Lechthaler, „weil sich die Menschen eben schämen.“ KEINE ANGST. Als nach drei Tagen doch noch ein „Zollbeamter“ vom Frankfurter Flughafen mit


© WEISSER RING

Renate reden konnte, war bei ihr jegliches Vertrauen und jeder Glauben an Ben weg. Vor allem, weil sie von dem Mann am Telefon auf Anhieb geduzt wurde: „Das konnte ich mir von einem deutschen Zollbeamten beim besten Willen nicht vorstellen“, erzählt die gebürtige Deutsche. Als sie sich auf den Weg nach Frankfurt machen wollte, um sich endgültig zu vergewissern, dass sie an der Nase herumgeführt wurde, stand ihr Exmann mit Polizeibeamten vor der Tür. Er mache sich Sorgen, meinte er. Renate schrieb Ben noch einmal: Ihr Mann sei ihr auf die Schliche gekommen. Sie könne ihm das Geld nur in bar geben. Das sei okay, antwortete Ben, er würde wen schicken. Die Polizei nahm drei Komplizen von Ben fest. Er meldete sich noch bei ihr. Was denn da passiert sei, wollte er wissen. Sie wisse es nicht, meinte Renate. Sie wisse es einfach nicht.

„Es ist in solchen Fällen gut, auf sein Bauchgefühl zu hören, zudem zu recherchieren, was es alles für Maschen gibt, mit einer Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen und auch Freunde und Verwandte einzubinden.“ Marina Müller, Sozialarbeiterin beim Weißen Ring

Internetkriminalität Wo finde ich Hilfe? Weißer Ring – Verbrechensopferhilfe Adamgasse 11, 6020 Innsbruck Opfernotruf: 0800 112 112 Mobil: 0699/13 43 40 06 tirol@weisser-ring.at

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In Innsbruck gibt es eine Fülle smarter Läden und Initiativen für alle, die bewusst einkaufen und achtsam konsumieren wollen. Interview: Verena Wagner

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ebensmittel in Plastikverpackungen, multinationale Großkonzerne, die nur in Erscheinung treten, wenn sie wieder in einen Lebensmittelskandal verwickelt sind, intransparente Marken und Labels in der Schuh- und Textilindustrie, von denen niemand weiß, welche von ihnen in Pakistan, Indien oder der Türkei faire Löhne bezahlen. Will ich das alles, fragen sich immer mehr Menschen. Je mehr man sich freilich Gedanken über die Herkunft von Lebensmitteln und Konsumgütern macht, desto weniger kann man guten Gewissens der frühlingshaften Shoppinglust nachgeben. Der Einkaufsbummel wird zum gedankenschweren Frustbummel für alle, die bewusst leben und sich Gedanken über die Zusammenhänge in einer globalisierten Welt machen. Zumal man sich zu Recht fragen kann: Brauche ich das alles überhaupt für ein gutes Leben? Die Minimalismus-Bewegung macht vor, wie „Less is more“ geht. Als Smart Shopper können wir über die Machenschaften multinationaler Konzerne informiert sein und bewusst und gezielt nach Bedarf konsumieren. Aber mal ehrlich: Wissen wir wirklich Bescheid über Markenfamilien, Fusionen von Großkonzernen, Lieferketten und mehr? Dazu müsste man Expert:in sein. Ein Ausweg aus diesem undurchsichtigen Dschungel mangelnder Transparenz in Sachen Produktherkunft bieten Konzepte der Schenkund Tauschökonomie, aber auch Modelle zum Direktkauf ab Hof oder Werk.

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Innsbruck leiht

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(oder kauft nicht) LEIHLADEN INNSBRUCK Der Leihladen funktioniert wie eine Bibliothek, nur dass statt Büchern Gegenstände ausgeliehen werden können. Dabei geht es um Dinge, die selten gebraucht werden und gut transportabel sind, also zum Beispiel Werkzeug, Reisebedarf, Küchengeräte, Sportsachen oder Spielzeug. Um für eine Dauer von zwei bis vier Wochen ausleihen zu können, ist eine Jahresmitgliedschaft im Verein notwendig. Diese kostet 24–36 Euro und kann auch durch aktive Mithilfe ersetzt werden. Falls möglich, sollten die Mitglieder zumindest einen Gegenstand selbst in den Leihladen einbringen, damit mit ihrer Anzahl auch der Bestand an Gegenständen wächst.

Defreggerstraße 29 Mi und So 16–18 Uhr

www.transition-tirol.inter.at/ gruppen-initiativen/leihladen-innsbruck

KOSTNIX-LADEN Umsonstläden wirken der Konsum- und Wegwerfgesellschaft entgegen und fördern den bewussten Umgang mit den Ressourcen. Bis zu drei Gegenstände pro Tag darf man einfach mitnehmen. Das funktioniert komplett ohne Geld oder Gegenleistung. Umgekehrt kann jede:r etwas vorbeibringen, das für jemand anderen nützlich sein kann. Wer allerdings Gegenstände weiterverkauft, darf nicht mehr kommen. Denn diese sollen ihren Geldwert (Preis), nicht aber ihren Gebrauchswert verlieren. Dieses Konzept hinterfragt die Marktlogik nicht nur, sondern umgeht sie. Wer Gebrauchsgegenstände aus einem Umsonstladen bezieht, sorgt dafür, dass weniger produziert, weggeschmissen und gearbeitet werden muss. Das Prinzip dahinter heißt nicht Profit, sondern Solidarität. Die Miete wird durch Spenden finanziert. Für größere Gegenstände, aber auch für Ideen, kostenlose Dienste und Veranstaltungen gibt es eine Pinnwand. Wer mitmachen will, ist willkommen.

Innstraße 45 Mo 10–12 Uhr, Di 18–20 Uhr, Mi 14–16 Uhr, Do 18–20 Uhr, Fr 10–12 Uhr

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’S FACHL INNSBRUCK (EHEMALS ’S KASTL) Kreativ Design Schmankerlshop. Alle Produkte im Mietregal-Shop stammen von Kleinproduzent:innen der Kulinarik und regionalen Kunsthandwerker:innen.

Riesengasse 10 Mo bis Fr 10–13.30 Uhr und 14–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr

www.fachl.at

STADTTEILTOUR WILTEN Im Rahmen der Stadtteiltour Wilten im Pechepark gibt es zahlreiche Aktionen zum Thema bewusster Konsum. Neben einem Koffertauschmarkt gibt es eine Pflanzentauschbörse und ein Repair Café, aber auch Aktionen von Foodsharing oder einen Seed-BombBasteltisch. Im Stadtteiltreff findet sich ein Tauschregal für Bücher und Spiele.

Wilten 10.–14. Mai

www.stadtteilzentrum-wilten.at

Sonntag 8 00

Flohma

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FLOHMÄRKTE:

Innsbruck goes Secondhand

Tivoli Flohmarkt sowie Bauern- und Händlermarkt

Tivoli-Stadion Sa 6–12 Uhr

Flohmarkt sowie Bauernund Händlermarkt NOWHERE STORE Vintage & Secondhand Retail, veranstaltet regelmäßig im Warehouse (St. Bartlmä 3) Kilo Sales, bei denen kiloweise abgerechnet wird, Tickets über Facebook/Instagram.

FRITZPEK CONCEPTSTORE Bei einer Tasse Kaffee oder Chai Latte lassen sich hier echte Lieblingsstücke entdecken und kaufen. Der Conceptstore ist auch Paketshop.

DIE DIELE Designerteile und ausgewählte Einzelstücke bietet dieser Vintage Store für Kinder und Erwachsene, ebenso Schmuck von Janine Patrice und anderen sowie Keramik.

Innstraße 43

Mo bis Fr 10–18 Uhr

Mo bis Fr 11–19 Uhr, Sa 11–18 Uhr

Di 13–19 Uhr, Mi bis Fr 11–18 Uhr, Sa 11–17 Uhr

fritzpek.business.site www.nowherevintage.com

www.diediele.at HORUCK INDOORFLOHMARKT Auf 1.001 m 2 Verkaufsfläche findet sich ein buntes Angebot an Geschirr, Möbeln, Haushaltsware, Raritäten, Büchern, Spielsachen, Geschenken, Taschen, Tüchern, Stoffen, Sportgeräten, CDs, DVDs, Elektro. Auf Wunsch Lieferservice.

Haller Straße 43 Mo bis Sa 9–18 Uhr

www.horuck.at/indoorflohmarkt

FIRST & SECOND HAND BOUTIQUE Brigitte Reuberger berät und verkauft hier SecondhandDesignermode.

MONTE GWAND Handverlesene Stücke für unterschiedliche Styles und im Winter Snowboards, Skimode und Co.

Salurner Straße 16 Mo bis Fr 10.30–13.30 Uhr und 14.30–18 Uhr

Sillgasse 9 Mo bis Fr 11–18 Uhr, Do 11–19 Uhr, Sa 14–18 Uhr

KIOSK VINTAGE Nach vielen anderen Secondhandladen gibt es hier jetzt coole Styles zu fairen Preisen ab 17 Uhr – Couch und Aperol zum Vintage Sale obendrauf.

KINDER SECOND HAND Gebrauchte Kinderbekleidung, Spielsachen, Bücher, Sportartikel und Kindermöbel.

Rum, Siemensstraße 25

Karwoche, 2. ganze Augustwoche und in der Woche der Innsbrucker Herbstmesse

Wochentrödelmarkt am Franziskanerplatz Mo bis Fr 10–17 Uhr

KURVENREICH Gegenüber den Viaduktbögen gibt es diesen Secondhandladen für gut erhaltene Mode ab Größe 44.

Ing.-Etzel-Straße 47

Mo bis Do 17–20 Uhr

Schmiedgasse 12 in Hall Do 9–12 Uhr, Fr 9–17, Sa 9.30–12 Uhr

Mo bis Do 10–12 Uhr und 15–18 Uhr, Fr 10–12 Uhr

www.kunterbunter-laden.at

www.kurven-reich.at

EINFACH-SCHNELL E.U. Hausauflösungen, Entrümpelungen, Verkauf von Gebrauchtmöbeln, Secondhand, Altwaren und Antiquitäten.

Mo, Do und Fr 10–13 Uhr und 15–18 Uhr

Mo bis Fr 9–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr

www.wams.at

Rumer Floh- und Trödelmarkt am Kika Parkplatz

montegwand.com

Höttinger Au 40a Innrain 30b

Cyta, Cytastraße 12–24

So 6–13 Uhr

Höttinger Gasse 26 WAMS LADEN INNSBRUCK Secondhand-Laden mit Bekleidung, Schuhen, Taschen, Büchern, Geschirr und Spielsachen mit täglich neuem Angebot schafft Arbeitsplätze für Arbeitsuchende, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben.

Cyta-Flohmarkt in Völs am Cyta-Einkaufszentrum

So 8–14 Uhr

Hunoldstraße 16a Anichstraße 21

Greifcenter So 7–13 Uhr

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Innsbruck isst nachhaltig

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In Innsbruck gibt es zahlreiche Wochenmärkte mit regionalem und saisonalem Angebot sowie Milchprodukten und Eiern vom Bauern. So einzukaufen, hat obendrein den Vorteil, dass man eigene Taschen, Beutel und Behälter mitnehmen kann und im Gegensatz zum Einkauf im Supermarkt jede Menge Plastik und Verpackung einspart.

BAUERNMÄRKTE:

Markthalle Mo bis Sa 7–12 Uhr

DEZ, Eingang West Fr 10–18 Uhr

Sparkassenplatz Fr 9–14 Uhr

Hans-Brenner-Platz Sa 7–12 Uhr

und Originellem. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm aus Unterhaltung und Aktuellem. Das Konzept will mehr als ein Marktplatz sein und nachhaltig wirken.

FELD:SCHAFFT Die gemeinwohlorientierte Genossenschaft bietet Bildungsprojekte sowie Suppen-Catering per Fahrrad. Gemeinsam mit der Lebenshilfe produziert sie eine Suppenwürze aus Ausschuss- oder Überschussware, die sie direkt von Bauern beziehen. Ziel aller Aktionen ist es, langfristig und konsequent für eine ressourcenschonende Wirtschaft und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen einzustehen.

Bachlechnerstraße 46 Freitags 12–16 Uhr

www.diebale.at/super-markt

SPEIS VON MORGEN Ziel der Genossenschaft ist ein eigener Lokalmarkt in St. Nikolaus, in dem die bereits über 150 Mitglieder 24/7 Produkte aus der Umgebung einkaufen können. Bisher wurde ein Pop-up-Laden in der Mariahilfstraße 1a betrieben, geplante Neueröffnung des Ladenlokals in der Innstraße 5.

Viktor-Franz-Hess-Straße Sa 7.30–12 Uhr

www.feldschafft.at

Wiltener Platzl Sa 7.30–12 Uhr

SUPER MARKT Dieser Wochenmarkt am Parkplatz vor dem ehemaligen Baumarkt bietet allerlei zum Kosten, Erleben und Einkaufen. Autos gibt es auf diesem „Park“-Platz nicht, sondern trendige Ständchen mit Regionalem, Saisonalem

BAREFOOD* Die Innsbrucker Lebensmittelkooperative in der Höttinger Au besteht aus ca. 40 Haushalten. Einmal wöchentlich gibt es eine Sammelbestellung bei den Kooperationsbetrieben aus max. 200 Kilometer Entfernung, aber auch Connections zur Bozner FoodCoop, über die mediterrane Produkte geliefert werden. Neben Nachhaltigkeit und Qualität der Produkte sind der Kooperative eine verpackungsfreie Lieferung, humane Arbeitsbedingungen und faire Löhne wichtig.

www.barefood.at

Mariahilfstraße 1a www.speisvonmorgen.at

* Was ist eigentlich eine FoodCoop? Eine FoodCoop oder Lebensmittelkooperative bezieht als Gruppe von Privatpersonen biologische Lebensmittel direkt von lokalen Erzeuger:innen. Dabei geht es nicht nur um gesunde, regionale Ernährung: Die Selbstorganisation als Kooperative entsteht aus der Kritik an einem Lebensmittel- und Agrarsystem, das stark von Großkonzernen, Handel und industrieller Landwirtschaft dominiert ist. Das Konzept funktioniert durch die Bereitschaft aller, mitzuhelfen bei Bestellung, Abwicklung und Administration. 20


Fairteiler: bitte schauen, was es gibt

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GEMÜSEKISTEN Gemüsekisten direkt vom Bauern in verschiedenen Größen mit saisonalem und regionalem Obst und Gemüse nach Hause liefern lassen – das geht dank mehrerer Anbieter. Zum Teil gibt es auch weitere Lebensmittel.

bauernkiste.at biobox-tirol.com nakoti.com tiroler.gemuesekiste.at

Mo bis Fr 10–18 Uhr, Sa 10–14 Ihr

SOLIDARISCHE LANDWIRTSCHAFT THURNFELD* Die Emmaus-Gemeinschaft betreibt die Landwirtschaft der Diözese Innsbruck beim ehemaligen Kloster Thurnfeld in Hall. 2021 beteiligten sich bereits über 70 Personen oder Haushalte mit 30 vollen und 40 halben Ernteanteilen an der Landwirtschaft. Damit waren die Kapazitäten für das erste Jahr ausgeschöpft. 2022 werden zusätzliche Anteile vergeben. Man kann sich vormerken lassen oder vorbeischauen. Ausgeliefert werden die Erzeugnisse wöchentlich in der Bäckerei.

www.vomfass.at/innsbruck

www.emmaus-innsbruck.at

Marktgraben 14 Mo bis Fr 10–19 Uhr, Sa 10–18 Uhr

www.greenroot.at

VOM FASS Weine, Pflanzenöle, würzige Essige und ausgefallene Spirituosen direkt vom Fass.

Marktgraben 16

DAnke

FOODSHARING FAIR­ TEILER-STANDORTE: Fairteiler sind Kühlschränke und Regale, aus denen sich jeder Lebensmittel entnehmen darf. Natürlich können andersherum auch übrige oder zu viel gekaufte Lebensmittel hineingelegt werden.

Bäckerei, Dreiheiligenstr. Botanischer Garten Moustache, Badgasse Stadtteilzentrum Wilten Di und Mi 10–12 Uhr, Mi 16–18 Uhr, Do 8–13.30 oder einfach vorbeischauen, ob jemand da ist

Outdoor Fairteiler vor dem Stadtteiltreff O-Dorf, Kajetan-Sweth-Straße 1

in Planung

Outdoor Fairteiler Arzl

* Was ist eigentlich eine Solawi? Die Solidarische Landwirtschaft verbindet landwirtschaftliche Betriebe oder Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte zu einer Wirtschaftsgemeinschaft. Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten verpflichtet sich die Gruppe, monatlich für einen Ernteanteil zu zahlen und damit die Abnahme der Produkte zu garantieren. Sie teilt sich Verantwortung, Risiko, Kosten und Ernte. So können Bäuer:innen unabhängig von Marktzwängen nachhaltig, zukunftsfähig und umweltfreundlich wirtschaften. Die persönliche Ebene zeigt die gegenseitige Verantwortung auf. 21


RE.PARO – VEREIN FÜR REPARATURKULTUR Da viele Menschen keine Zeit zum Reparieren haben, bietet re.paro neben einer Werkstatt zum Selbermachen ein Expertennetzwerk vom Schneider, Schuster bis hin zum Juwelier oder Elektroniker an: Kaputtes kann im Laden abgegeben oder per Fahrradkurier in Innsbruck abgeholt werden – für eine Pauschale von 15 Euro. Bei größeren Gegenständen wie Möbeln kommt auch jemand zum Reparieren nach Hause. Bei re.paro gibt es klare Spendenempfehlungen pro Arbeitsstunde. Alles, was professionelle Reparaturbetriebe annehmen, wird vermittelt. „Wir finden, dass dadurch die handwerkliche Arbeitsleistung wertgeschätzt wird, und wir wollen den Berufsstand der Reparateure unterstützen“, erklärt Gründerin Claudia Pacher.

Innsbruck repariert Bis 2026 gibt’s den staatlichen Reparaturbonus: Reparaturen bis 200 Euro werden bis zu 50 Prozent gefördert. 130 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds stehen laut Nationalratsbeschluss dafür zur Verfügung. Das Modell verhalf den Wienern bereits zu mehr als 28.000 geförderten Reparaturen.

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Hallerstraße 1, Die Reparatur-Werkstatt Reparée findet immer am zweiten Fr sowie letzten Mi im Monat von 16 bis 20 Uhr statt.

WAMS RADWERKSTATT CONRAD Dieser Fahrradladen ist ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt und bietet Reparatur, Gebrauchträder, neue und gebrauchte Ersatzteile und Zubehör, Beratung, Fahrradcodierung, Entsorgung, Radrecycling sowie Reparaturkurse.

Ampfererstraße 30 Mo bis Fr 9–18 Uhr

www.wams.at/radwerkstatt

NADELÖHR NÄHCAFÉ* Das Nähcafé vom Verein Craftista fördert „kreative Fähigkeiten, weltbeglückende Aktivitäten und kritische Crafting-Kultur“ – ob beim Nähkränzchen unter Freund:innen oder beim monatlichen Upcycling- und Flicktreff. Selbsterklärtes Ziel des Vereins ist es, „ein Netzwerk zu bilden, das gemeinsam an der Erhaltung und Gestaltung eines sozialen und kreativen Freiraums arbeitet“.

Defreggerstraße 18, www.reparo.earth

Samstag 1400 Uhr mit Gabi bei Repair Café in Rum

Offenes Treffen jeden 2. Mittwoch im Monat um 19 Uhr. Alle Workshops und Veranstaltungen stehen im Kalender.

www.nadeloehr.org

Jacke mitnehmen -> Knopf annähen

* Was ist eigentlich eine Craftista? Die Wortschöpfung Craftista vereint Handwerk (Crafts) mit Aktivismus. Das Selbermachen von Kleidung wird zum politischen Statement, indem es die Produktionsbedingungen von Fast Fashion in Billiglohnländern und deren Massenkonsum in Frage stellt. Textile Praktiken werden als Mittel zum Protest eingesetzt. 22


Dreiheiligenstraße 21a Di 18–21 Uhr

www.bikerei.org

TIROLER REPAIR CAFÉS Tiroler Repair Cafés haben mit repaircafe-tirol.at eine Plattform des Tiroler Bildungsfo-

rums, auf der sie ihre Termine ankündigen. Sie finden in der Regel einmal im Frühling und einmal im Herbst statt, so etwa in Absam, Rum, Imst oder Sistrans. Ehrenamtliche reparieren bei Kaffee und Kuchen und einem Plausch alles, was die Besucher:innen bequem tragen können: vom abgefallenen Hosenknopf bis zum defekten Dampfstrahlgerät. Jurgen Groener kommt aus den Niederlanden und hatte die Idee zum Sistranser Repair Café. „Ich wollte am Dorfleben teilnehmen, aber nicht bei der Feuerwehr und nicht mit Blasmusik“, lacht er. Schon als kleiner Junge war er fasziniert vom Vater seines Freundes, der vieles reparierte. Auf sei-

App, App und weg. ab €

nen Aufruf fanden sich fast ein Dutzend findige Bastler:innen zusammen.

Repair Café Innsbruck Wilten Freitag, 13. Mai, 14–18 Uhr

Repair Café Rum Samstag, 14. Mai, 14–17 Uhr

www.repaircafe-tirol.at

re.paro ka putten Radio abge ben

Butter

und Äp fel

ÖBB-Personenverkehr AG, Foto: © ÖBB / Christoph Spranger, AdobeStock / mRGB

BIKEREI – DIE OFFENE RADWERKSTATT Die Bikerei ist eines der zahlreichen Kollektive in der Bäckerei Kulturbackstube in Dreiheiligen. Die Werkstatt zum Selbsthandanlegen ist jeden Dienstag von 18 bis 21 Uhr offen. Hier gibt es viel Fahrrad-Know-how und Werkzeug.

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Innsbruck kauft fair WELTLADEN Neben fair und nachhaltig produzierter Mode, z. B. von Armed Angels oder Mela Wear, werden Schokolade, Kaffee und mehr Lebensmittel aus fairem Handel, Hängematten, Schmuck sowie Produkte vom Tiroler Kräuterhof angeboten.

TIROL SHOP Bei Mode und Accessoires liegt der Fokus auf nachhaltigen Rohstoffen wie Bio-Baumwolle, Schafwolle, Buchenmodal oder Hanf. Die Kollektion von Sabine Sommeregger ist komplett in Österreich produziert, wenn möglich aus heimischen Stoffen.

Leopoldstraße 2 Mo bis Fr 9.30–18 Uhr, Sa 10–17 Uhr

Maria-Theresien-Straße 55 Mo bis Fr 8–18 Uhr, Sa 9–13 Uhr

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Burggraben 3

GEA – WOHNEN SITZEN LIEGEN Lokale Produktion, kurze Wege, langlebige Produkte, nachhaltige Materialien und Jobs in strukturschwachen Regionen – GEA möchte die Wegwerfkultur der Modeindustrie nicht unterstützen und bietet daher auch ein Reparaturservice an. Österreichische Schuhe der Marke Waldviertler, Taschen, Möbel, Matratzen und Geschenkideen.

Mo bis Fr 10–18, Sa 10–17

Anichstraße 22 GRÜNE ERDE STORE & SCHLAFWELT Ökologisch und sozial fair gefertigtes Sortiment an Möbeln, Wohnaccessoires, Heimtextilien, Naturkosmetik sowie Fair Fashion (auch Unterwäsche).

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gea-waldviertler.at TIROLER BIENENLADEN Die Tiroler Imkergenossenschaft verkauft neben Honig, Bienenwachskerzen und Wachs­produkten auch Naturkosmetik, Blütenpollen, Propolis und Imkerbedarf.

Meraner Straße 2 Mo bis Fr 9–18 Uhr, Sa 9–12 Uhr

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FEINHEITEN Fair & Organic Fashion und Designermode aus Deutschland und Österreich, Schmuck, Interior, Geschenke und Mitbringsel, zum Teil aus Tirol, Yogamatten und Yogakleidung, ebenfalls ökologisch und nachhaltig produziert.

Mo bis Sa 10–18 Uhr

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Zeit statt Zaster Bullshit-Jobs, Antiwork-Bewegungen, Bore-Out oder Work-Life-Balance: Das Arbeitsleben ist im Umbruch. Anlässlich des Tags der Arbeit haben wir uns angesehen, was Arbeit eigentlich noch kann. Text: Ágnes Czingulszki


© DIE FOTOGRAFEN

„Wichtiger werden Arbeits­zeiten und Berufe, die zu den Lebensinhalten der Menschen passen.“ Sabine Platzer-Werlberger, AMS Tirol

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© SHUTTERSTOCK.COM

enn meine Großmutter noch leben würde, würde sie den Kopf schütteln. Du schon wieder mit deinen Ideen. Sie war Näherin in einer ungarischen Textilfabrik, wo sie von sechs Uhr in der Früh bis zwei am Nachmittag schuftete, um danach die Hausarbeit zu machen, den Gemüsegarten zu bestellen und die Tiere zu versorgen. Um acht Uhr am Abend schnarchte sie vor lauter Müdigkeit wie ein Dampfer. Ich wiederum stehe hier im 21. Jahrhundert, die Welt des Sozialismus, wie meine Oma sie kannte, ist längst zerbröselt, auch die meinige wankt ordentlich und ich kann mich mit dem Gedanken des hart Arbeitens nicht anfreunden. Es ist dieser kleine Teufel auf der Schulter, der mir ins Ohr flüstert: Vergebene Lebensmühe. Du kannst dich so fest ins Zeug legen, wie du willst, du wirst an deinem Wohnort – in Innsbruck – nie eine Immobilie besitzen. Geschweige denn einen Garten, in dem du was anbauen oder Hühner halten könntest. Wozu dann hart arbeiten? GROSSE RESIGNATION. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die dieser Logik verfallen ist. In den USA sprechen Wissenschaftler:innen von „the great resignation“, der großen Resignation. Seit Frühjahr 2021 haben dort insgesamt 33 Mio. Menschen ihren Job gekündigt – so viele wie nie zuvor. Im Land, wo hartes Arbeiten als linearer Weg zur Erfüllung des amerikanischen Traumes steht, ist das besonders verblüffend. „Antiwork“ ist der neue Trend, der sich u. a. auf Reddit gut verfolgen lässt. Hier haben sich innerhalb weniger Zeit 1,9 Mio. User:innen unter dem Subreddit

„Antiwork“ registriert. Darin tauschen sie sich über Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz, Kündigungen und Möglichkeiten zum Ausstieg aus dem Hamsterrad aus. Auch klassische Medien wie die New York Times berichten über den Uber-Fahrer, der jetzt einen Food-Truck besitzt, und die Pflegerin, die lieber Gemüse anbaut. Nicht nur in den USA macht sich das Infragestellen der bisher herrschenden Arbeitsmoral breit, wie die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Tirol Sabine PlatzerWerlberger erklärt: „Studien zeigen, dass Entlohnung nicht mehr das Haupt­ argument für die Stellenwahl ist. Wichtiger werden Arbeitszeiten und Berufe, die zu den Lebensinhalten der Menschen passen.“ Und die Menschen nutzen offenbar die Möglichkeiten, die der Sozialstaat in Österreich dafür bietet. Bildungskarenz ist en vogue: Vergleicht man die genehmigten Anträge des AMS aus Tirol von Feber 2020 (292) und Feber 2022 (349), haben 20 Prozent mehr Menschen die Möglichkeit zur Weiterbildung wahrgenommen. In den Jahren vor 2020 schwankten die Zahlen nie in diesem Ausmaß. BITTE, KEINE EXISTENZÄNGSTE MEHR. Einer der Menschen, über die PlatzerWerlberger spricht, ist der in Innsbruck lebende Marcell Schrittwieser, 39 Jahre alt. Bis zu seinem 24. Lebensjahr hatte der gelernte Werkzeugmacher schon zehn Jahre Arbeit auf dem Buckel. Nebenher wurde er zu einem der besten Paragleiter der Welt. Was er in der Arbeit nicht bekam – Lob, Anerkennung und das Gefühl von Freiheit –, erfüllte sich in der neuen Sportart. „Ich wusste, das ist meins. In der Arbeit konnte ich mich weder mit der starren Hierarchie anfreunden noch mich 29

mit der Herstellung von Autoteilen identifizieren.“ Er kündigte, holte die Matura nach, studierte und arbeitete als Tandempilot und Kunstflieger für unregelmäßige Einnahmen. Es vergingen Jahre in verschiedenen Arbeitsverhältnissen und der Inanspruchnahme von zahlreichen Karenzmöglichkeiten. Heute ist Schrittwieser im Alltag zweifacher Papa und seit Jahren nicht mehr am Arbeitsmarkt. Ganz aus der eigenen Tasche finanziert er das mit dem Familienleben nicht: „Meine Freundin ist wohlhabend. Das entspannt natürlich.“ Er rechtfertigt sich im gleichen Atemzug: „Ich weiß wie elitär das ist und wie schwer es andere haben – ich komme ja aus einer Arbeiterfamilie –, deshalb würde ich mir ein bedingungsloses Grundeinkommen wünschen, damit niemand Existenzängste haben muss.“ Einen Job


© FLORIANMATTHIAS

„Die Vier-Tage-Woche ist ein Stressmedikament, die magische Tablette gegen Burnout und ein Mitarbeiter-Bindungsmagnet.“ Florian Gapp und Matthias Triendl, Digitalagentur florianmatthias

sucht er trotzdem für die Zeit nach der Vaterkarenz: „Ich habe Umweltsoziologie studiert und würde gerne politische Kampagnenarbeit in 20 Stunden machen. Ich bin ein Team-Player und flexibel.“ FLEXIBILITÄT GEHT VOR. Flexibilität ist das Stichwort für eine Innsbrucker WG, die lieber anonym bleiben möchte. Alle Namen wurden daher von der Redaktion geändert. Sie sind zu viert, alle um die 30 und haben – außer einer, die beim Gespräch gerade auf Reisen ist – Zeit, Mittwochmittag ein entspanntes Gespräch am sonnigen Balkon zu führen. Was sie verbindet, ist die Liebe zu den Bergen und das Verlangen, Zeit für sie zu haben. Sie haben keine Kinder, kommen aus Deutschland und können pro Kopf von zirka 1.000 Euro im Monat leben. Henry war vor seiner jetzigen TeilzeitAnstellung, Vollzeit im Finanzbereich tätig. „Ich habe Überstunden gemacht, hatte viel Verantwortung und war immer nahe dem Burnout.“ Alle im Betrieb waren ausgelaugt, das Arbeitsklima schlecht. Eigentlich wollte er klassisch Karriere machen und in der Hierarchie aufsteigen. Dann beantragte er nach langem Hadern doch eine Bildungskarenz, in der er sich überlegen konnte, wie er künftig arbeiten will, und in der er endlich Zeit für seine handwerklichen Projekte und das Bergsteigen fand. Aktuell ist er in Teilzeit in einem Start-up-Unternehmen beschäftigt, wo ihn seine Kolleg:innen endlich auch inspirieren. Sein Mitbewohner Andreas hat sich für die Selbstständigkeit entschieden. Während er als Fotograf für eine Firma arbeitete, machte er nebenher seine ei30

genen Projekte. „Aber die Projekte in der Arbeit und meine Aufträge überlappten sich oft. Irgendwann habe ich nur mehr genörgelt.“ Anfang des Jahres kündigte er. „Jetzt arbeite ich vielleicht manchmal mehr, aber ich mache es für mich und dann, wann ich will.“ Tagsüber nutzt er das schöne Wetter aus und am Abend setzt er sich an den Computer. Das ist Lebensqualität für ihn. David ist der unsteteste von den WG-Kollegen. „Ich habe mehr Lücken im Lebenslauf als Inhalte“, erzählt er. Der Pädagogikstudent wollte als Wirtschaftsingenieur Karriere machen, dann fing er an zu reisen, arbeitete am Oktoberfest und baute PV-Anlagen in Entwicklungsländern. Diese Arbeit hat ihm wirklich gefallen, aber die Firma strukturierte um und schickte ihn in die europäische Zentrale zum Däumchendrehen. Seine Hausärztin diagnostizierte „Boreout“ („ausgelangweilt sein“, sich nutzlos fühlen) und schickte ihn in den Krankenstand. In einer Firma mit wirtschaftlichem Leistungsdruck will er nicht arbeiten. Jetzt kellnert er Teilzeit in einer Bar. „Ich bin extrem sparsam. Wenn es hart auf hart kommt, wohne ich im Auto und kann mich von zwei Euro am Tag ernähren.“ Ob er für seinen Lebensstil manchmal auch Kritik einstecken muss? „Aus dem Dorf, aus dem ich komme, finden die einen das saucool, die anderen sagen, ich bin ein Sandler, aus dem eh nix wird. Aber ich habe ein tolles Leben und das ist das Wichtigste.“ „KEINEN MOMENT BEREUT“. Dem tollen Leben wollen auch die Chefitäten der 2012 gegründeten Innsbrucker


© ROSALES

„Wenn man als Frau im Beruf nur einige Stunden am Tag arbeitet, ist das fürs Privatleben gut, aber fürs Arbeitsleben nicht.“

Die Bildungskarenz Die Bildungskarenz gibt es seit 1998 in Österreich. Das Weiterbildungsgeld wird vom AMS bezahlt (55 % des Einkommens) und ist eine Sozialleistung, die von Personen bezogen werden kann, die ein aufrechtes Dienstverhältnis haben. Es ist für Weiterbildungen im Beruf gedacht (es muss nachgewiesen werden, dass man zumindest 20 Stunden an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnimmt), im tatsächlichen Arbeitsalltag wird sie aber oft als verlängerte Kündigung genutzt.

Alejandra Rosales, Kinderärztin an der Klinik Innsbruck

© SHUTTERSTOCK.COM

Die Island-Studie Digitalagentur florianmatthias auf die Sprünge helfen. Vor drei Jahren haben sie die Vier-Tage-Woche in ihrem Betrieb eingeführt. „Ursprünglich war die Vier-Tage-Woche der Wunsch von einer Mitarbeiterin. Sie wollte am Freitag freihaben. Irgendwann dachten wir, eigentlich wollen wir das auch“, so Florian Gapp und Matthias Triendl zu der Motivation dahinter. „Wir haben eine 32-StundenWoche bei einem Vollzeit-Lohn umgesetzt. Jetzt haben wir immer ein verlängertes Wochenende.“ Ihre 15 Mitarbeiter:innen können ihren Projekten nachgehen, Sport treiben, Netflix schauen oder einfach einen extra Tag mit der Familie verbringen. Die Agenturchefs sind sich sicher, dass in ihrer Branche, in der die kreative Arbeit nicht linear gemessen werden kann, strikte Bürozeiten keinen Sinn machen. „Dieses Modell ist ein Stressmedikament, die magische Tablette gegen Burnout und ein Mitarbeiter-Bindungsmagnet. Wir haben weder finanzielle Einbußen gehabt noch Klient:innen, die deshalb nicht mehr mit uns arbeiten wollen. Die Vorteile überwiegen klar.“ Sie selbst haben den Schritt nie bereut und würden das allen Unternehmen in der Kreativbranche empfehlen: „Man braucht nur Mut und Strukturiertheit.“

Eine großangelegte Studie wurde von der Stadtverwaltung Reykjavík zwischen 2015 und 2019 durchgeführt. Bei gleichbleibendem Lohn wurde die Arbeitszeit von Personen des öffentlichen Dienstes – 2.500 Personen (1 Prozent der Bevölkerung) – von 40 auf 35 Stunden verkürzt. Die Auswirkungen unter anderem: gleiche Produktivität (oder sogar mehr), mehr Zufriedenheit, aber auch mehr Hilfe im Haushalt. Dies entfachte weltweit eine öffentliche Debatte über Arbeitszeiten. Spanien, Japan und Neuseeland haben eigene Studien in Auftrag gegeben. Ob ihnen aufgrund dieser Lockerheit eine gewisse Autorität gegenüber den Mitarbeiter:innen abgeht? „Wenn wir früher ängstlich geworden sind und Autorität eingefordert haben, ist das immer nach hinten losgegangen. Das Wichtigste ist, gute Mitarbeiter:innen zu finden, die was leisten und an die man glaubt.“ Gapp spinnt zum Schluss des Gesprächs den Gedanken der Vier-TageWoche weiter: Wäre die Arbeit am Ende vielleicht auch in drei Tagen machbar? Was ihn hindert, das umzusetzen? „Gute Frage. Es braucht vielleicht mehr Management und weniger Chaos. Ich schreib’ die Dre-Tage-Woche gleich auf meine Liste.“ 31

Das Arbeitszeitgesetz Österreichs Arbeitszeitgesetz stammt aus dem Jahr 1969. Die letzte große Änderung zur Verkürzung der Arbeitszeiten wurde vor 47 Jahren durchgeführt – also 20 Jahre, bevor das Internet für die Öffentlichkeit (1989) zugänglich gemacht wurde. 1975 einigte man sich auf die 40-Stunden-Woche (davor 45-StundenWoche). Begleitet von heftiger Kritik der Gewerkschaften wurde 2018 unter TürkisBlau das Gesetz geändert: Statt dem 10-Stunden-Tag (Maximalarbeitszeit) wurde der 12-Stunden-Tag und damit die 60-Stunden-Woche verankert.


© SCHRITTWIESER

„Ich wusste, Para­ gleiten ist meins. In der Arbeit konnte ich mich weder mit der starren Hierarchie anfreunden, noch mich mit der Herstellung von Autoteilen identifizieren.“ Marcell Schrittwieser, gelernter Werkzeugmacher

ZEIT FÜR FAMILIE UND KARRIERE. Kreativbranche okay, aber was ist mit dem Rest? Die Innsbrucker Kinderärztin, Alejandra Rosales, 39 Jahre, arbeitet in der Klinik. Aktuell ist sie mit ihrem zweiten Kind in Elternkarenz und erzählt davon, dass sie immer schon viel gearbeitet hat. Sie liebt ihren Job, und bevor sie eine Familie gegründet hat, hat sie in der Woche 50 bis 60 Stunden gearbeitet. Bei ihrem ersten Kind versuchte sie nach der Karenz ein Arbeitszeitmodell zu finden, das für die Klinik, für die Kollegenschaft und für sie gut ist. Gescheitert ist die Sache zum Schluss am Technischen. Die geblockte Arbeitszeit und der Zeitausgleich, wie sie das eigentlich schon ausgemacht hatte, konnte im Zeiterfassungssystem nicht registriert werden. „Wenn man als Frau im Beruf nur einige Stunden am Tag arbeitet, ist das fürs Privatleben gut, aber fürs Arbeitsleben nicht.“ Sie würde sich bessere Strukturen wünschen. „Ideal wäre eine flexible Arbeitszeit. Dass man, wenn es notwendig ist, mehr Zeit in der Arbeit verbringt und dafür, wenn es nicht so viel zu tun gibt, 32

weniger vor Ort ist. Man könnte sich auch mehr gegenseitig vertreten und als Team arbeiten, damit jeder mehr Freizeit hat.“ DIE KLUFT. Der Wunsch nach solcher Flexibilität kommt vor allem aus der gebildeten Mittelschicht. Sabine Platzer-Werlberger vom AMS sagt: „Wir merken in der täglichen Beratung, dass die Work-Life-Balance immer mehr zum Thema wird. Man muss aber sagen, dass eine Kluft zwischen gut ausgebildeten Fachkräften und Menschen mit prekären Dienstverhältnissen besteht.“ Der Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes Tirol Philipp Wohlgemuth sieht flächendeckend flexiblere Möglichkeiten auch für jene, die nicht die gebildete Mittelschicht sind: „Arbeitszeitverkürzung wäre auch in der Industrie


BildungsConsulting

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möglich, beispielsweise in Form einer sechsten Urlaubswoche. Arbeitszeitverkürzung heißt ja nicht, dass die wöchentliche Arbeitszeit sinken muss, sondern kann auch mehr Urlaubsanspruch bedeuten.“ Er meint außerdem, es könnte auch ein probates Mittel gegen Arbeitslosigkeit sein, da die vorhandene Arbeit gerechter verteilt wird. Nicht so sicher, was die positiven Auswirkungen von verkürzter Arbeitszeit bei gleichem Lohn angeht, ist sich die Wirtschaftskammer Tirol. Präsident Christoph Walser: „Die fehlenden Stunden müssen ersetzt werden. Das erfordert Überstunden mit zusätzlichen Kosten für den Arbeitgeber und vielleicht sogar zusätzliche Arbeitskräfte, die derzeit kaum zu finden sind.“ „ZURÜCK IN DIE STEINZEIT“. Worin sich ÖGB und Wirtschaftskammer einig sind, ist, dass das Arbeitszeitgesetz geändert werden muss. Wie – darin herrscht Meinungsverschiedenheit. Während der WK-Präsident noch flexiblere Rahmenbedingungen will und die Forderung der Arbeitszeitverkürzung „in der aktuell angespannten geopolitischen Lage“ als falsches Signal sieht, beharrt der ÖGB-Chef darauf, sie weiterzuführen. Aus Wohlgemuths Sicht würde das einen „enormen volkswirtschaftlichen Nutzen“ – mehr Motivation, mehr Produktivität und weniger Krankenstandstage – bringen. Die jüngsten Gesetzesänderungen, z. B. den Zwölf-Stunden-Tag, nennt er einen Schritt „zurück in die Steinzeit“. Außerdem gibt es in seinen Augen für moderne Arbeitszeitmodelle in Österreich, wo die Arbeitszeit im EU-Vergleich höher ist als der Durchschnitt – 38,8 Stunden statt 38 Stunden die Woche –, noch viel Luft nach oben.

MATURA – WAS NUN? Viele junge Menschen stehen nach der Schule vor der Qual der Wahl:  Welches Studium hat Zukunft?  Welcher Beruf passt zu mir?  Wie kann ich meine persönlichen Ziele bestmöglich erreichen? Diese Fragen gehören zu den wichtigsten in unserem Leben. Das Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer Tirol berät Sie persönlich und unabhängig über die Möglichkeiten der Berufsausbildung, Studien auf Universitäten und Fachhochschulen sowie des Berufseinstiegs. Nutzen Sie jetzt das kostenlose Beratungsangebot bzw. die Analyse Ihrer persönlichen Talente! BERATUNG UND TESTUNG AUCH ONLINE MÖGLICH!

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WICHTIG VORNEWEG

Text: Michael Tschackert, Daniel Feichtner – Illustration: Monika Cichoń

In einer Vertical Farm werden Pflanzen in einer kontrollierten Umgebung übereinander angeordnet. Das reduziert den Platzbedarf und erhöht den Ertrag, da Schadeinflüsse im wahrsten Sinne des Wortes ausgesperrt werden.

Hochgewachsen

:

Pflanzen können dabei in Erde gezogen werden – müssen es aber nicht. In manchen Varianten der vertikalen Farmen kommen stattdessen Nährlösungen zum Einsatz, in die die Wurzeln entweder eingetaucht oder mit der sie besprüht werden.

Erde optional

Auch der Tag-Nacht-Rhythmus ist kontrolliert: Licht erhalten die Pflanzen durch künstliche Beleuchtung in einem optimierten Zyklus.

Licht nach Bedarf

ht mit Urban GarVertical Farming ist nic . Vertikale Farmen dening zu verwechseln für das städtische bieten sich zwar auch er hinaus hat die Umfeld an, aber darüb haus wenig Pflanzenfabrik im Hoch m städtide mit den Tomaten aus meinsam. ge n schen Schrebergarte

Hoch statt breit

Das Klima wandelt sich, fruchtbare Böden erodieren und in Ballungsräumen wird der Platz knapp. Abhilfe verschaffen könnte „Vertical Farming“, das die Lebensmittelproduktion nicht nur von der Breite in die Höhe, sondern potenziell auch vom Feld in die Stadt verlagert.

die Zu ku n ft d e r Stadt

S E R I E

VERTICAL FARMING


** A European perspective of innovations towards mitigation of nitrogen-related greenhouse gases Wilfried Winiwarter et al.

95 % weniger Dünger eingesetzt werden muss.*

* A ndreas Reimann – Frauenhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME in Breaking lab: Effizienteste Vertical Farm Europas – die Zukunft der Landwirtschaft – YouTube: www.youtube.com/watch?v=98Dws54Paz4

Quellen:

Manche Versuchsanordnungen versetzen die Pflanzen außerdem in permanente Drehbewegung. Die sich ständig verändernde Schwerkraft kann das Wachstum zusätzlich fördern.

WACHSTUMSFÖRDERND

reduziert werden kann.*

95 %

Wasserbedarf um bis zu

möglich sind.**

die Reisproduktion in einem 20-stöckigen Gebäude 200-mal mehr Ertrag pro Flächeneinheit liefern kann als im Freien.**

Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.

ERMÖGLICHT VOM VVT

mehrere Erntezyklen in einem Jahr

Auch wenn vieles noch in den Kinderschuhen steckt, zeichnen sich manche Vorteile des vertikalen Anbaus bereits deutlich ab. Zum einen würde die Produktion in oder am Rande von Städten viele Logistikprobleme lösen. Zum anderen haben Versuchsprojekte und Simulationen gezeigt, dass:

ZUKUNFTSMUSIK


5 Fragen an

igor Schweiggl

d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

Noch ist Vertical Farming bestenfalls in Nischenbereichen einsetzbar. Für viele Aspekte ist noch Grundlagenforschung nötig. Daran beteiligt hat sich auch Igor Schweiggl, im Rahmen seines MCI-Studiums.

6020

: Was bringt Vertical Farming? Igor Schweiggl: Abgesehen von der Platzersparnis ist da der Anbau in Form eines nahezu vollständig geschlossenen Kreislaufs. Damit können Wasser und nicht aufgenommene Nährsalze einfach wiederverwendet werden. Zudem erlaubt uns der geschlossene Raum eine optimale Klimaführung: Wir können die Bedingungen nahezu perfekt an die Pflanze anpassen, ganz unabhängig vom Wetter. Und weil das System geschlossen ist, haben auch Schädlinge kaum eine Chance. Damit wird der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert.

G rundlagenforschung für Ver tical Farming: Unter Laborbedingungen züchtete Igor Schweiggl Wasserlinsen.

Wo liegen die aktuellen Hürden? Eine große Hürde ist zurzeit noch der hohe Energieverbrauch durch die künstliche Beleuchtung. LED-Lampen sind zwar bereits sehr energiesparend, jedoch reicht dies meist nicht aus, um rentabel zu wirtschaften. Ein Ansatz ist Solarenergie – insbesondere auf den Fassaden der „Farmen“, die viel Platz bieten.

Lebenszyklus geerntet werden. Komplexere Gewächse eignen sich aktuell vor allem in der Aufzucht. Dabei gibt es bereits Versuche mit Paprika und Zucchini. Hier haben wir den Vorteil, dass durch die Lichtverhältnisse Pflanzeneigenschaften, wie die Anzahl an ausgebildeten Blättern und die Stillänge, beeinflusst werden können.

Für welche Pflanzen eignet sich das Prinzip? Prinzipiell wäre „vertikales Farming“ bei nahezu allen Pflanzen denkbar. Die Handhabung mancher Gewächse ist allerdings schwieriger und die Anbautechniken sind noch nicht ausgereift. Deswegen beschränkt sich die Methode bislang auf einige wenige.

Was waren die überraschendsten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt? Sehr überrascht waren wir davon, wie schwer es ist, in der Versuchsanordnung vom Samen einer Pflanze zu deren Keimling zu gelangen. Vor allem dadurch, dass wir ohne Erde keimen wollten, stellten sich uns einige Herausforderungen. Erst nach mehreren Aufzuchtversuchen konnten wir Fortschritte beobachten.

Wo wird es sich anfänglich durchsetzen? Zurzeit wird dieses Anbausystem hauptsächlich bei Blattgemüse und zur Produktion von sogenannten „micro-greens“ angewandt, die sehr früh in ihrem

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Vielen Dank für das Gespräch.


1821 Zur Person: Igor Schweiggl hat die Fachoberschule für Landwirtschaft in Südtirol abgeschlossen und studiert aktuell Bio- und Lebensmitteltechnologie am MCI Innsbruck. Dort hat er im vergangenen Jahr auch an Versuchen mit Wasserlinsen gearbeitet, die in einer VerticalFarming-Anordnung gezüchtet worden sind.

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In der nächsten Ausgabe Gute Planung ist alles. Wie entwickelt man eine Stadt eigentlich weiter?

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Vier Seiten Mobilität

Studium. Karriere. Zukunft. Die career & competence ist Westösterreichs größte Karrieremesse – die Plattform für Recruiting, Networking, Weiterbildung und Jobsuche. Am 4. Mai 2022 findet die Karrieremesse career & competence mit master lounge gemeinsam mit der Universität Innsbruck im Congress Innsbruck statt. Dafür sind zahlreiche AusstellerInnen aus dem In- und Ausland vor Ort, um ihre Aus- und Weiter­ bildungs- sowie Praktikums- und Jobangebote vorzustellen. Studierende, AbsolventInnen und Young Professionals haben die Möglichkeit, sich selbst als angehende Fachkräfte zur präsentieren und so die Weichen für ihre berufliche Laufbahn zu stellen. Dabei helfen auch die vielen kostenlosen Highlights, die im Rahmen der Messe in Anspruch genommen werden können – von Bewerbungsfotos bis hin zu CV- und LinkedIn-Checks.

Werde Teil des Teams! Auch die IVB sind mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten und stellen die umfangreichen Karriere­ möglichkeiten in ihrem Unternehmen vor. Abgesehen von der Vielfalt an Berufen – beim Inns­ brucker Verkehrsdienstleister sind unter anderem Busfahrer­Innen, MechatronikerInnen, Werbe-, Kfz- oder Reinigungs­technikerInnen beschäftigt – bieten die IVB einen sicheren Arbeitsplatz, familienfreundliche Arbeits­ bedingungen und zahlreiche Benefits. Infos zu den offenen Stellen gibt’s auf ivb-jobs.at.

Details zur Messe findet man auf www.career-competence.at.


ivb.at

Film ab! Viel zu sehen gibt es Ende Mai beim Internationalen Filmfestival in Innsbruck. Vom 24. bis zum 29. Mai steht Innsbruck heuer wieder ganz im Zeichen der Filmkunst. Dann werden im Rahmen des IFFI – Internationales Film Festival Innsbruck – nämlich zahlreiche Streifen aus der ganzen Welt im Leokino gezeigt. Motto der diesjährigen Ausgabe ist: „Every star and every planet

Klang und Kunst Im Juni geht das Heart-of-Noise-Festival unter dem Titel „Love Action“ in der Tiroler Landeshauptstadt über die Bühne.

is in place but you, Planet Earth“. Was auf die Ohren gibt es, wie immer, auch heuer wieder beim Neben spannenden aktuellen Filmen in den Wettbewerben gibt

Heart of Noise. Zwischen dem 2. und dem 5. Juni werden an

es unter dem Titel „The multiple expressions of Afrofuturism“

insgesamt vier Locations in Innsbruck unterschiedliche Bands,

auch filmhistorische Schätze in den Retrospektiven zu sehen.

Acts und DJs sowie KünstlerInnen abseits des musikalischen

Rund 74 Filme werden an sechs Festivaltagen gezeigt.

Mainstreams mit ihren Klängen, Sounds und Installationen das Publikum begeistern.

Alle Infos gibt’s online auf www.iffi.at. Infos zum Programm und Tickets findet man online auf www.heartofnoise.at.

Verlosung Die IVB verlosen 2 x 2 Festivalpässe. Dafür einfach bis 13. Mai 2022 eine E-Mail mit dem Kennwort IFFI6020 an christa@iffi.at senden.


Entgeltliche Einschaltung

Läuft bei uns Der Innsbrucker Stadtlauf steht an – bereits zum 37. Mal. Der Startschuss für die 37. Ausgabe des Innsbrucker Stadtlaufs fällt am 15. Mai. Start- und Zielbereich ist die Olympiaworld Innsbruck, gefordert sind sowohl Kinder, SchülerInnen und Familien als auch Genuss-, Staffel- und ehrgeizigere LäuferInnen in verschiedenen Bewerben. Bei der Anreise zum Laufevent helfen die IVB: Die Startnummer gilt jeweils 90 Minuten vor und nach der Veranstaltung

Verlosung Die IVB verlosen 2 x 2 Startplätze. Dafür einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Stadtlauf Innsbruck“ an verlosung@ivb.at schicken. Einsendeschluss ist der 9. Mai 2022.

als Ticket.

Erst schauen, dann bauen Bei der Tiroler Hausbau- & Energiemesse dreht sich alles rund ums Bauen. Egal, ob es ums Planen, Bauen, Sanieren, Modernisieren, Aufstocken oder Energiesparen geht: Bei der Tiroler Hausbau- & Energiemesse finden (künftige) HäuslbauerInnen mit Sicherheit genug Information und Inspiration für kommende Projekte. Vom 13. bis 15. Mai zeigen Unternehmen und Dienstleister in zwei Hallen der Messe Innsbruck ihre Angebote, daneben gibt es auch Vorträge zu diversen Bau- und Energiethemen. Infos und Tickets auf www.tiroler-hausbaumesse.at.

Grenzenlose Weiterbildung Am WIFI Tirol gibt es zahlreiche digitale Angebote. Das schafft Flexibilität. Die Digitalisierung ist im WIFI Tirol längst angekommen – nicht nur in Präsenzkursen, die mit neuwertigen digitalen Geräten ausgestattet sind, sondern auch bei Ausbildungen, die durch modernste Technik ganz ohne physische Anwesenheit absolviert

Übrigens: Wer zum WIFI muss, kann unkompliziert mit den Öffis

werden können. Das Spektrum reicht dabei von Live-Online-

der IVB anreisen – die Haltestelle ist „Innrain/Campus WIFI“.

bis hin zu eLearning-Kursen, die neben hoher Qualität auch für Flexibilität bei den TeilnehmerInnen garantieren.

Mehr Infos zum Angebot am WIFI gibt’s auf www.tirol.wifi.at.


ivb.at

Kunst um Cookies Im Mai findet wieder die Biennale Innsbruck International statt – mit vielfältigem Programm.

Heuer begeht die Biennale Innsbruck International ihr zehn­ jähriges Jubiläum. Gefeiert wird das mit einem abwechslungs­ reichen Programm, das unter anderem Ausstellungen, Perfor­ mances, Konzerte und Diskussionen in der ganzen Stadt umfasst.

Premiere für die Presse Heuer findet in Innsbruck erstmals das Journalis­musfest statt – internationale Gäste inklusive.

Thema der diesjährigen Ausgabe, die vom 07. bis 22. Mai über die Bühne geht, ist „COOKIE. Take a moment to review your privacy

Mehr als 40 Veranstaltungen sind im Rahmen des Journalismus­

preferences“.

fests vom 12. bis 15. Mai in Innsbruck geplant. Dafür werden über 100 Mitwirkende aus 20 Ländern in Tirol erwartet, die zu

Tickets gewinnen Die IVB verlosen 2 x 2 Tickets für die Performance „TANK site specific“ von Doris Uhlich am Samstag, 7., oder Sonntag, 8. Mai 2022, von 14:00 bis 18:00 Uhr im Tiroler Landesmuseum Ferdinande­ um. Dafür einfach eine E-Mail mit Stichwort „Innsbruck International“ an verlosung@ivb.at senden. Einsendeschluss ist Dienstag, 4. Mai 2022.

brisanten Themen und aktuellen Fragestellungen referieren werden – von Frauenrechten in Afghanistan bis hin zu Presse­ freiheit in diversen europäischen Ländern. Zu den geladenen Gästen zählen unter anderem ORF-Korrespondent Karim El-­Gawhary, Schriftsteller Doron Rabinovici oder Falter-Journa­ listin Nina Horaczek. Die meisten Veranstaltungen können kostenlos besucht werden, Infos gibt’s auf www.journalismusfest.org.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: SoWi Holding GmbH, Nathalie Guyon, Webhofer, CMI, Stephan Elsler, Alexi Pelekanos


ESSEN & 6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt. F otos: 6020 Stadtmagazin

GESUCHT, GEFUNDEN: Das Il Cor vo in der Mozar tstraße

Jamaican Food + Caribbean Vibes Mariahilfstr. 26, 6020 Innsbuck Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag 13 - 23 Uhr (Gastgarten geöffnet)

EINFACH, GUT: Vegetarische Küche regionaler Herkunf t

„Geld darf kein Grund für sozialen Ausschluss seiN.“

www.littlewestindies.at 42


TRINKEN

Spargel

GASTRONOMIE MAL ANDERS 1

ESSEN ZUM SOLIDARITÄTS ­ PREIS

kommt nie aus der Mode!

D as Il Co r vo in d e r M o z ar t s t raß e i m Sa g g e n m acht vi e le s and e r s , ve rz ic h t e t da be i a u f Konsum at io ns z w ang und s e t z t a u f g ü n s t i g e Getränke s o w ie Es s e n z um S o li da r i t ä t s p r e i s .

„Geld darf kein Grund für sozialen Ausschluss sein“, sind sich die Il-Corvo-Initi-

atorinnen Nora Gabl und Denny Pedross sicher. Nach diesem Prinzip kann man im Il Corvo – zu Deutsch „die Krähe“ – für sein Essen so viel bezahlen, wie man möchte. Als Hilfestellung findet sich ein ungefährer Preisrahmen auf der Speisekarte, die bewusst kurz gehalten ist. Die vegetarischen Tagesgerichte werden überwiegend aus saisonalen wie regionalen

und – wenn möglich – geretteten Lebensmitteln hergestellt. Die Getränke haben einen mehr als fairen Fixpreis , ein großes Bier kostet zum Beispiel 2,50 Euro. Mittwoch von 15 bis 22 Uhr und Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr geöffnet, bietet das Il Corvo auch einiges an Programm. JamSessions und Lesungen treffen dabei zum Beispiel auf einen „SoliAbend für die Ukraine“ oder eine Diskussionsrunde zum Thema „Kämpfen ohne Herrschaft“. Mit einem herkömmlichen Lokal hat das Il Corvo absichtlich wenig zu tun, einen Kennenlernbesuch hat sich hier aber nicht nur die Küche, sondern auch die mutige wie engagierte Idee verdient.

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Hofgasse 1 Altstadt Innsbruck goldenesdachl.com


N E X T

OUTDOOR C O F F E E

GASTRONOMIE MAL ANDERS 2

INKLUSION INKLUSIVE

"GEMEINDEMARKT" WATTENS JEDEN 1. UND 3. SAMSTAG IM MONAT 09:00 - 12:00 UHR "VOLTEGIERTURNIER" REITARENA IGLS

14.05. - 15.05.2022

"BÖGENFEST" VIADUKTBÖGEN

21.05.2022

"BENEKICKTS" WALDFUSSBALLPLATZ SISTRANS "WELTFEST" IM RAPOLDIPARK

WEITERE TERMINE FOLGEN UNTER:

Da s Pi p p i l o t t a i m La n dh a u s 2 w i ll das Le be n bu n t e r u n d t o l e r a n t e r m a c hen . Au c h k u l i n a r i s c h s e t z t da s n e u e Lo kal ze i t g e m ä ße M a ßs t ä be.

05.06.2022 09.06.2022

BRENNPUNKTCOFFEE.EU

Das ehemalige Lunchhaus wurde ziemlich umgebaut und als Pippilotta neu eröffnet . Moderne Möbel, schlichte Linien und eine privatere Sitzatmosphäre zeichnen das neue Optikkonzept aus. Weiterhin wird das Restaurant in Kooperation mit der Lebenshilfe geführt, Menschen mit Behinderung werden so in den Betrieb eingebunden und Inklusion auch wirklich gelebt. War die Lokalität bisher vor allem für günstige Mittagsmenüs bekannt, setzt man jetzt auf moderne Küche mit regionalen Zutaten von Erzeugern aus der Region. Das hat natürlich seinen Preis, und dank der allgemeinen Preisentwicklung in Innsbrucks Gastronomie erschrickt man heutzutage ja auch nicht mehr ganz so leicht (Hauptgericht mit Fisch 14,50 €; Soda-Zitron groß 3,90 €). Im Pippilotta wird jetzt auch am Abend gekocht, und zwar Montag bis Donnerstag von 11.30 bis 21 Uhr. Am Freitag bleibt das Lokal geschlossen, nicht wie böse Geiser vermuten, weil da die Beamten im Landhaus 2 ohnehin nicht arbeiten, sondern weil das Pippilotta-Team da am Bauernmarkt am Sparkassenplatz vertreten ist. Dafür wird am Sonntag nochmals von 9 bis 14 Uhr zum Brunchen aufgesperrt. Unser Tipp: Das Motto „kunterbunt Essen“ am besten selbst ausprobieren!

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Unser Tipp: „kunterbunt Essen“

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ZEITGEMÄSS, REGIONAL: Moderne, frische Küche mit Tiroler Zutaten

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EINFACH, SCHÖN: Das Pippilot ta besticht durch klare Linien.

Hofgasse 6 Altstadt Innsbruck 45

ST R U DE L- CA F E .AT


HIDDEN CHAMPION? Da s Aho r n i n de r P r i n z- E u g e n - St r a ße m u t m aßt a u f s e i n e r We bs i t e : „Ve r m u t l i c h da s be s t e E s s e n de r g a n z e n St a dt ? “ Spo i l e r a l a r m : So w e i t g e h e n w i r n i c h t , p os i t i v ü be r r a s c h t h a t u n s de r Ne u z u g a n g a be r a l l e m a l . Das Restaurant neben der Sill hat klammheimlich in einem der letzten Lockdowns eröffnet und wirkt innen wie außen unspektakulär. Mit sehr engagierten Öffnungszeiten ist man nicht nur Dienstag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr für seine Gäste da, sondern bietet auch durchgehend warme Küche an – eine echte Seltenheit in der heutigen Zeit. Die Speisekarte schreckt aufgrund ihres Umfangs erst mal ab. Wie sollen so viele verschiedene Speisen gut gelingen? Man fühlt sich fast an die CammerlanderKonzepte der 1990er-Jahre erinnert, wenn man zwischen Tiroler Kost, diversen Steakvariationen, Pizza, Nudeln, Risotto

und vielem mehr die Qual der Wahl hat. Doch im Gegensatz zu verschwommenen wie unerfreulichen Erinnerungen wird man im Ahorn wirklich positiv überrascht. Der Zwiebelrostbraten (21,90 €) butterzart, die Pizzen groß und knusprig (8,50 bis 13,90 €), der Fisch schmackhaft und perfekt gebraten (20,90 €). Und als ob das nicht schon Überraschung genug wäre, ist das Service auch noch freundlich und schnell . Wer hier nichts findet, hat schlichtweg keinen Hunger. Und wer – so wie wir – gerne das Haar in der Suppe sucht, kann dieses hier nur abseits der Küchenund Serviceleistung finden oder anders formuliert: Hätte das Ahorn ein bisschen mehr architektonisches Ambiente und Flair, wäre es wohl wirklich in der ohnehin recht kurzen Bestenliste Innsbrucks anzusiedeln.

CARIBBEAN FUSION FOOD

Schöpfstraße 14 0676/90 00 125 W W W.C O O L- R U N -I N N. AT

Fisch schmackhaft 46


MEHR, FLAIR: Mer einzige echte Verbesserungsvor schlag

Zwiebelrostbraten butterzart

VIE LFÄLTIG, SOLID: G roße Auswahl und Topqualität

Wir sagen, wo’s herkommt!

#dakommtsher

Transparenz auf unserer Speisekarte ist selbstverständlich.

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Michael und Martin Rieser 47 Gramai Alm, Pertisau am Achensee

Tirols Wirtinnen und Wirte stehen für freiwillige Herkunftskennzeichnung. Ein Schulterschluss zwischen Tiroler Wirtschaft und Landwirtschaft. www.dakommtsher.at

mt’s her.


T E ST

e s l r e E

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K r e e i

Nicht nur Homer Simpson und (stereotype) amerikanische Poli­zisten sind Fans von Donuts – auch bei uns erfreuen sich die süßen Kringel großer Beliebtheit. In Innsbruck gibt es mit Royal Donuts und Dunkin’ Donuts mittlerweile zwei Spezia­ listen für die (meist) löchrigen Gebäckstücke. Ob sie auch was taugen, hat die 6020-Redaktion getestet. Fotos: A xel Springer 48


DIE D O N U T- K AT E G O R I E N : Der Dezente: der, der sich auf Zimt und Zucker beschränkt Der Vegane: der, der ohne tierische Zutaten auskommt Der Endgegner: der, der sehr, sehr viel Zeugs drauf hat

D I E T E ST E R :

Es geht grundsätzlich beides, geläufiger ist aller­ dings die kürzere Variante – weshalb diese auch vom Duden empfohlen wird. Der definiert einen Doughnut Donut übrigens als „ringförmiges, in schwimmendem Fett gebackenes, süßes Hefegebäckstück“.

DonutUniversum Die Form, die ein Donut (ebenso wie ein Ring oder ein Reifen) aufweist, wird als Torus bezeichnet. Verschiedenen Theorien zufolge könnte auch unser Universum die Form eines Torus haben.

eine Süßspeisen- und Kuchen­s pezialistin

eM i D

ein Donut-Fan

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e:

Abgesehen von der Auswahl der Donuts der jeweiligen Kategorie gab es keinerlei Vorgaben. Das heißt, die Bewertungen sind reine (und buchstäblich) Geschmackssache.

ein Allesfresser

© SHUTTERSTOCK.COM (5)

Donut oder Doughnut?

ein kulinarisches Wildschwein 49


DER VEGANE: CHOCCY VEGAN mit Bitterschokoladenglasur

DER DEZENTE: CINNAMON mit Zimtzuckerüberzug

Fluffig, zart, mit einer Menge Zucker, aber auch sicht- und vor allem schmeckbarem Zimt on top. Er mag einfach sein, ist aber auch einfach richtig gut und zeigt, dass ein Donut im Grunde nicht allzu viel braucht.

Die Schokolade ist knackig und schmeckt tatsächlich eher dunkel. Man merkt nicht, dass der Donut vegan ist. Unabhängig davon sorgt er aber nicht unbedingt für Freudensprünge, dafür ist er dann doch zu unspektakulär.

DER ENDGEGNER: MILKY HAZEL BOMB

mit Nutellafüllung, Vollmilchschokoladenglasur, Bueno/Schokoraspel-Topping und Bitterschokoladensoße Eine zwiespältige Angelegenheit: Einerseits treibt er wohl jedem Zahnarzt den Schweiß auf die Stirn und es ist schwer, auch nur ein Viertel dieses Monsters auf einmal in den Mund zu bekommen. Andererseits schmeckt er – trotzdem oder deshalb? keine Ahnung – irgendwie ziemlich geil. Vielleicht spricht da aber auch nur der Zucker aus uns.

Nachspeise Donuts bekommt man nicht nur bei den Spezialisten, sondern auch bei einigen anderen Läden in Innsbruck – unter anderem bei Spar, Baguette und McCafé. Hier unser (kurzes) Fazit. SPAR Der Zuckerdonut ist pudrig-zuckrig und besser als er­ wartet, richtig überrascht hat uns aber der Milka-Do­ nut, der tatsächlich recht gut schmeckt – wenngleich er weniger ein Donut mit Schoko, sondern mehr eine Schoko mit Donut ist.

BAGUETTE Donuts von gestern, zumindest erwecken sie diesen Eindruck. Jedenfalls sind sowohl der von uns getes­ tete Schoko- als auch der Zuckerdonut trocken und hart, und Letzterer scheint sogar den Geschmack von den Broten in seiner Umgebung angenommen zu haben. MCCAFÉ Ziemlich lieblos und alles in allem auch ziemlich ungenießbar. Gerade der Teig war bei den Testdonuts – einer mit Vanille, einer mit Schoko – eine überaus trockene Angelegenheit, und auch sonst schmeckte das Ganze sehr künstlich.


DER DEZENTE: CINNAMON POWDERED mit Zimt/Zucker-Überzug

Fluffig, aber vom versprochenen Zimt merkt man nur sehr, sehr wenig. Vielleicht schmeckt der Donut ja deshalb für unseren Allesfresser „eher salzig, fast schon gesund“? Jedenfalls hat er seinen Namen nicht verdient. Wie wär’s stattdessen mit „Cinna-non Powdered“?

DER VEGANE: CHOCOLATE RAINBOW

DER ENDGEGNER: DARK VANILLA HEAVEN

mit Schokoglasur und bunten Zuckerstreuseln

mit Vanillecremefüllung, Schokoglasur und Kinder-Schokolade/Marshmallow/CaramelFudge-Topping

Der Name ist Programm. Auch hier würde man jedoch nie auf die Idee kommen, dass die herbe, dunkle Schokolade vegan ist. Schmeckt gut, die Streusel sorgen für den Extra-Zuckerschub, und der Teig ist fluffig. Passt gut zu Kaffee.

Als hätte man einem Vierjährigen freie Hand bei der Wahl der Zutaten gelassen. Viel drin und noch mehr drauf, was das Essen ziemlich bis unnötig kompliziert macht. Aber wer eine absurde Kalorienbombe wünscht und auf Zuckereskalation steht, ist mit diesem Donut gut bedient – und definitiv für eine geraume Weile satt, aber so richtig.

Was uns sonst noch so aufgefallen ist:

Das Fazit: Der Weg zu den Donut-Spezialisten lohnt sich in den meisten Fällen, vor allem aber für diejenigen, die bei ihren Kringeln keine Hemmungen kennen – und keine Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel haben. Die Auswahl ist bei beiden groß und der Preis im Vergleich zu Supermarkt- bzw. Mittelklasse-Donuts nur marginal höher, sodass man bei entsprechenden Gelüsten am besten einfach gleich in einen High-End-Donut investieren sollte. Einen Extrapunkt gibt’s für beide Donut-Experten für die wirklich überaus zuvorkommende und freundliche Bedienung. 51

• Nicht alles, was hierzulande als Donut verkauft wird, hat ein sichtbares Loch in der Mitte. • Wenn die Jungen in der Schule sind, ist bei den Donut-Läden weniger los. • Massive Donuts ersetzen eine ganze Mahlzeit. • Zu viele Donuts auf einmal sind nicht unbedingt empfehlenswert. • Wie seine dingliche Entsprechung hat auch das Wort „Donut“ ein Loch.


SERIE

EINE HIMMLISCHE QUICHE Dass er die Potenz steigert, darf bezweifelt werden. Geschmacklich lassen wir aber nichts über den Spargel kommen. von Flo Seidl

Aphrodisierender Frühlingsgruß gefällig? Dann sollten wir uns dem gemeinen Spargel zuwenden. Schon die Griechen, Ägypter und Römer glaubten an dessen potenzsteigende Wirkung, weihten die Pflanze der Aphrodite und schmückten junge Brautpaare mit Spargeltrieben. Die Römer entdeckten die kulinarischen Werte der Pflanze und begannen, sie zu kultivieren und als Gemüse anzubauen. In mittelalterlichen Kräuterbüchern wird über die positive Wirkung der Pflanze auf Nieren und Harnwege berichtet. Zudem dürfte das phallusartige Aussehen des Spargels mitgeholfen haben, das Gerücht über die potenzsteigende Wirkung zu nähren. Allerdings konnte die Wissenschaft solch einen Effekt bis heute nicht nachweisen. Liebe geht aber dennoch durch den Magen, weiß MundArt, macht Mürbteig, belegt ihn mit grünem Spargel und bäckt eine himmlische Quiche.

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MUNDA RT

Wasser mit Geschmack Spargel ist außerordentlich gesund. Er besteht fast nur aus Wasser, der Rest sind Proteine, ein paar Kohlenhydrate und nur 0,2 Prozent Fett. Trotzdem enthält Spargel viele Mineralstoffe: Kalium, Kalzium und Phosphor. Zudem hat Spargel einen relativ hohen Stickstoffgehalt, der die Nierentätigkeit anregt und harntreibend wirkt.

6020 und SPAR verlosen

EINE SPARGUTSCHEINKARTE

Das Rezept: Quiche Zutaten: Teig: 125 g Butter, 1 Ei, 250 g Mehl Belag: 1 Handvoll Spargel, 4 Eier, 1/4 l Schlagrahm, Pfeffer, Salz, frische Kräuter Zubereitung: Sehr kalte Butter in Würfel schneiden und geschwind mit dem Ei und dem Mehl zu einem mürben Teig verarbeiten. Eventuell ein, zwei Esslöffel kaltes Wasser einarbeiten. In Klarsichtfolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank geben. Backrohr auf 180° C vorheizen. Spargel

IM WERT VON 50 EURO waschen und die Enden abschneiden. Eier mit dem Schlagrahm verquirlen und mit Pfeffer und Salz würzen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit Mehl ausrollen. In eine gebutterte Tarteform geben und zu den Rändern gut andrücken. Die EierSchlagrahm-Mischung auf den Teig geben und mit den Spargelstangen belegen. Ins Backrohr geben und eine gute halbe Stunde goldbraun backen. Mit frischen Kräutern garnieren. Heiß servieren oder erkalten lassen und zum Picknick mitnehmen. Guten Appetit!

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Kennwort: „MundArt“ Einsendeschluss: 31. Mai 2022 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at



B

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s n ch e g a o Von wegen versifft und abgeranzt – die Bögen sind mehr als nur (die einzig verbliebene) Partylocation Innsbrucks. In den letzten Jahren sind einige neue Betriebe in die – teils komplett neu gestalteten – Viaduktbögen eingezogen, die das dortige Angebot ergänzen und für einen bunten Branchenmix sorgen. Wir stellen fünf davon vor. Te x t : E v a S c h w i e n b a c h e r , L i s a - M a r i a S c h w a r z e n a u e r, M i c h a e l Ts c h a c k e r t Fotos: Franz Oss

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Gastronomie

Bierfabrik

in den Viaduktbögen 24 & 25 Ein Kollektiv aus Bierliebhabern möchte mit der Bierfabrik in den Bögen einen Gegenentwurf zur Brauunion starten. In lockerer Atmosphäre wird hier in Zukunft „Local Lager“ gebraut und ausgeschenkt.

„Innsbruck hat mehr coole Lokale und feines Bier verdient.“ MIKE PERNER

I

n der Bierfabrik geht es um mehr als Hopfen und Malz. Ein sechsköpfiges Team will der Braukultur in Innsbruck neues Leben einhauchen. „Innsbruck hat mehr coole Lokale und feines Bier verdient“, ist Braumeister Mike Perner der Meinung. In der Bierfabrik wird es deshalb neben der Brauanlage auch einen Schankraum und Konzerte geben. Das Team will ein lockeres Umfeld schaffen, in dem sich jeder eingeladen fühlt, zu entspannen und lokal Gebrautes zu genießen. Der direkte Kontakt mit den Biertrinker:innen ist dem Braumeister dabei wichtig: „Der Ausdruck im Gesicht der Menschen, wenn sie unser Bier zum ersten Mal probieren, ist unbezahlbar.“ Sorge, einen Teil der 9.000 Liter Bier, die im Monat gebraut werden, selber trinken zu müssen, hat Perner keine: „Gutes Bier findet immer Abnehmer:innen.“ 56

Der Einfluss von Großkonzernen, die immer mehr Wirt:innen von der Brauunion abhängig machen, stört die Innsbrucker Bierfabrikanten. Kulturfördernde Lokale in der Stadt sollen darum – als Auszeichnung für die Gaststätte – mit dem Innsbrucker „Local Lager“ beliefert werden. Beim Essen ginge der Trend schon lange in Richtung Regionalität. Warum also nicht auch beim Bier? Die Lage in den Bögen kommt dem Geschäftsmodell der Freunde entgegen: Hier würde gezielt Vielfalt angesiedelt. Die ansässige Nachtgastronomie betrachtet die Bierfabrik nicht als Konkurrenz. Im Gegenteil: Das Kollektiv ist gut im Innsbrucker Nachtleben vernetzt, man kennt und schätzt sich gegenseitig. Beim Bogenfest wird man daher auf gute Nachbarschaft anstoßen – „natürlich mit 'Local Lager' sagt Perner.


Gastronomie

Plansch Bar im Viaduktbogen 69

Nach mehreren Locationwechseln hat die Plansch Bar in den Bögen ein neues, modernes Zuhause gefunden – im Moment noch für den Afterwork-Drink, geplant ist auch ein Tagescafé.

„Hier habe ich das Gefühl, angekommen zu sein.“ HEVAL ÖZKAN

D

ie Plansch Bar, die sich früher beim Hallenbad Amraser Straße und zuletzt in der Jahnstraße befand, zeigt sich in den Bögen in einem neuen Look: gestrichener Estrichboden, Betontresen, Designerstühle, maßgefertigte Tische von einem Nachbarbetrieb, ein Stahlbetonträger als Lampe – ein verhältnismäßig helles Lokal mit Großstadtflair. „Hier habe ich das Gefühl, angekommen zu sein“, sagt der Inhaber Heval Özkan. „Das liegt auch an der guten Zusammenarbeit mit der ÖBB.“ Fünf Jahre lang hat er eine kleine Bar in der Jahnstraße betrieben. Als sie gut lief, gab es Stress mit den Nachbarn – verständlicherweise, wie er sagt. In den Bögen hofft der Gastronom nun, die Lösung gefunden zu haben. „Ich möchte einen Raum schaffen, der offen für alle ist“, erzählt er.

Derzeit hat die Plansch Bar, die im August eröffnet hat, von 17 Uhr bis Mitternacht offen. Im Innenbereich finden 30 Gäste Platz, im überdachten Außenbereich auf der Sillseite zusätzliche 20. Auf der Karte stehen etwa Weine und Long Drinks, als Snack gibt es Mezze oder Schinkenkäsetoast. Eine zweite Terrasse soll nach Ende der Bauarbeiten auf der Seite der Ingenieur-Etzel-Straße dazukommen. Dann will Özkan auch untertags aufsperren. „Ich finde die Neugestaltung der Bögen gut und wichtig. Hier entwickelt sich gerade ein neuer Stadtteil. Da passt auch der Park als konsumfreie Zone gut dazu.“ Zur Plansch Bar gehört auch der Bogen 68, der für Events vermietet wird. Weitere Gastro-Betriebe: Shakespeare, Babalon, Brennpunkt, A Casa, Weli, Little Rock 57


Handel

Hapymio Boutique im Bogen 76 In der Hapymio Boutique shoppt man farbenfrohe Mitbringsel, trinkt italienischen Kaffee und kann sich nebenbei auch noch die Gesichtshaut analysieren lassen.

„Es ist eine coole Location und die Bögen werden weiterentwickelt und mehr und mehr belebt werden. Außerdem passt das Design zu uns.“ JULIA MARZELL

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s ist ein Laden, den man eher in der Altstadt oder in Wilten vermuten würde: die Hapymio Boutique. Dabei handelt es sich um einen Concept Store mit einer Auswahl an Produkten, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen: knallbunte Socken, Badehosen und -schlappen, Naturkosmetikprodukte, Hitzefrei-Eis, Grußkarten, Espresso um einen Euro aus Bohnen einer kleinen römischen Rösterei und zuckerfreie Limo. Obendrein werden Hauttypanalysen angeboten. „Das sind ausgewählte Qualitätsprodukte, die uns überzeugen“, erklärt Julia Marzell von Hapymio. „Dinge, mit denen man sich und anderen eine Freude bereitet.“ Hinter dem Laden steckt die Firma Stiko aus Jenbach, die eigentlich Solaranlagen baut und sich 2017 mit dem Verleih von Partymobilen ein weiteres Standbein 58

geschaffen hat. Dafür baute sie mehrere Ape, italienische Kultdreiradler der Firma Piaggio, für Events aus. Eine zur Bar ausgebaute Ape steht auch im Innsbrucker Store. Dazu sollte es noch ein Café in Innsbruck geben. Allerdings kam Corona dazwischen. „Aufgrund der Pandemie haben wir unser Konzept geändert und uns für einen Concept Store entschieden“, erklärt Marzell. Warum ausgerechnet in den Bögen? „Es ist eine coole Location und die Bögen werden weiterentwickelt und mehr und mehr belebt werden. Außerdem passt das Design zu uns“, erklärt Marzell.

Weitere Handelsbetriebe: Veloflott Kids & Cargo, Brennpunkt Coffeeshop


Nachtkultur

arche*ahoi im Viaduktbogen 30

Seit August 2021 ergänzt die arche*ahoi das Clubangebot in den Bögen mit einem Konzept, das nicht nur dem Feiern gewidmet ist: Neben den obligatorischen Partys finden hier auch ein buntes Kulturprogramm und soziale Initiativen Raum.

„Die arche* ist ein Raum für alle. Wir stehen für Offenheit und Vielfalt und positionieren uns klar gegen Diskriminierung jeder Ar t.“ DAVE TROPPMAIR

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ir haben lange gesucht, aber für uns war klar, dass es die Bögen sein sollen, weil dort Kultur passiert und für alles Platz ist, eben auch die Nachtkultur“, erzählt Dave Troppmair, der Teil des sechsköpfigen Kollektivs hinter der arche*ahoi ist. Als die Zero Lounge zugesperrt ist, hat man die Chance genützt und hier eine Heimat gefunden. Das Ziel für den neuen Club war, etwas zu schaffen, das über das Feiern hinausgeht: „Das ist natürlich unser Kerngeschäft, aber wir wollen die arche*ahoi in Zukunft auch tagsüber nutzen für Workshops, Vorträge und andere kulturelle Projekte“, sagt Troppmair. Das Programm ist geprägt von elektronischer Musik, soll aber bewusst keine Nische bedienen. „Die arche*ahoi ist ein Raum für alle“, betont er. „Wir stehen für Offenheit und Vielfalt und positionieren

uns klar gegen Diskriminierung jeder Art.“ Das werde nicht nur beim möglichst diversen Booking, sondern auch mit niedrigen Eintrittspreisen – wer sich die maximal fünf Euro nicht leisten kann, kommt mit dem Kulturpass trotzdem in den Club – und den Getränken umgesetzt. 20 Cent pro Bier gehen an immer wechselnde soziale Initiativen, Sektlieferant Sekko Soziale spendet an ein Nazi-Aussteigerprogramm. Für freies, unbeschwertes Feiern sei auch immer eine Awareness Person im Club: „Die kann man mit allen Problemen ansprechen, egal ob es um Belästigung geht oder man sich einfach nicht gut fühlt.“

Weitere Clubs: Tante Emma, p.m.k., Aztec, Project 59


Handwerk

2taktRaum im Viaduktbogen 167

Im Viaduktbogen 167 dreht sich alles um die Stilikone auf zwei Rädern: Im 2taktRaum repariert Mike Rothner Vespas. Für den begeisterten Schrauber gilt dabei: Je älter, desto besser.

„Ich hab das Gefühl es soll hier mondäner und cleaner werden.“ MIKE ROTHNER

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er 2taktRaum befindet sich seit 2018 im hinteren Bereich der Bogenmeile. Die Zielgruppe von Mike Rothners Werkstatt: VespaEnthusiast:innen. Verschiedenste Modelle des italienischen Flitzers sind dort aufgebockt. Zwar ist der Name der Werkstatt von der Vespa mit klassischem 2-Takt-Motor inspiriert, Rothner kennt sich zur Not aber auch mit den neueren Modellen aus. Mit 14 Jahren hat ihn die Vespaliebe gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen. An den Bögen sieht Rothner den 2taktRaum gut angesiedelt: „Der Standort ist gleichzeitig in der Stadt und trotzdem außerhalb. Zudem sind viele Handwerker in der Nachbarschaft.“ Über die Jahre sind aus Nachbar:innen Freund:innen geworden. Man hilft sich gegenseitig aus. In den letzten Jahren sei an den Bögen viel unifiziert worden. „Ich habe 60

das Gefühl, es soll hier mondäner und cleaner werden“, sagt Mike Rothner. Der einheitliche Stil mit viel Metall und Glas, der bereits viele Bögen ziert, gefällt ihm. Trotzdem bedauert er, dass alles nach dem gleichen Schema gestaltet wird: „Wenn jeder Laden gleich ausschauen soll, schränkt das die Individualität ein. Das ist schade.“ Dennoch fühlt sich der Mechaniker sehr wohl in seiner Werkstatt in den Bögen und weiß heute schon: 2038 will er hier im 2taktRaum in Pension gehen. Bis dahin widmet er seine Expertise und sein Herzblut weiterhin den Klassikern von Piaggio.

Weitere Handwerksbetriebe: Manny KFZ Meister­ betrieb, KFZ Witting, Motorsprot-Sandra


Zahlen und Fakten

178 Bögen

DREI FRAGEN AN

Christoph Gasser-Mair, Pressesprecher der ÖBB

gibt es insgesamt, vermietet sind 156.

LÄNGE:

1,7 Kilometer

Es stehen Bögen leer. Wer sind die Wunsch­ mieter:innen? Ziel ist ein bunter Branchenmix vorwiegend mit Tagnutzung. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Nachtkultur mehr geben soll. Auch Gastrobetriebe sind willkommen. Aber in neuen Mietverträgen werden wir eine Sperrstunde festlegen – individuell je nach Art der Nutzung. Barbetrieb bis nach Mitternacht ist durchaus weiterhin möglich, schrankenlose Nachtgastronomie allerdings nicht mehr. In diesem Bereich hat es in der Vergangenheit die größten Probleme gegeben. Aktuelle Mieter:innen müssen allerdings keine Angst haben: Wir wollen niemanden loswerden.

AKTUELLE NUTZUNG NACH BRANCHEN:

Gastrobetriebe 30 Kfz-Werkstätten 27 sonstige Gewerbebetriebe 50 Lagernutzung 20 sonstige Nutzungen 29 (Vereine, privat, Sozialprojekte)

Leerstände 10 (vor allem bei der Haltestelle Messe)

100.000 Euro investiert die ÖBB in die Renovierung der Bögen.

Welche Pläne verfolgen die ÖBB für die Viaduktbögen? Wir wollen die Bögen sukzessive baulich aufwerten und streben ein einheitliches Erscheinungsbild an. Zum Teil ist das bereits mit dem Neubau der S-Bahnstation Messe passiert. Bei einer Neuvermietung wird geprüft, ob eine vorhergehende Renovierung – innen und außen – gemacht werden soll.

Wer meldet tatsächlich Interesse? Die Interessent:innen sind bunt gemischt und sehr viele. Sobald es konkreter wird, werden es dann weniger. Bei der Vermietung gilt für uns das Prinzip: Qualität vor Tempo, wir nehmen uns die Zeit, um den oder die passende:n Mieter:in zu finden.

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Die Bögen sind

60 bzw. 90 Quadratmeter groß.

Quelle: ÖBB 61

Vielen Dank für das Gespräch.

Kurzinterview mit Bürgermeister Georg Willi


Kurzinterview

REVITALISIERUNG IM SAGGEN

Bürgermeister Georg Willi über die Bedeutung und Entwicklung der Bogenmeile Der Messepark Der Messepark wird am 16. Mai of­ fiziell eröffnet. In den kommenden Monaten finden dort im Rahmen des Klimasalons – einer Koopera­ tion der Stadt mit der Universität Innsbruck und anderen Partnern – verschiedene Veranstaltungen statt, und auch das Bogenfest nutzt das neue Erholungsareal.

6020:

Welchen Stellenwert haben die Bögen in der Stadt? Georg Willi: Die Bögen haben unter anderem als Ausgehmeile einen sehr wichtigen Stellenwert. Das bunte Angebot an Nachtgastronomie, mit Lokalen mit Beisl-Charakter bis zum Technoclub und Räumen für Kultur und verschiedenste Subkulturen, ist ein Teil unserer Stadt. Dank zum Großteil jungen und sehr engagierten Leuten und Kollektiven tut sich hier auch immer einiges. Der Branchenmix trägt zum besonderen Charakter der Bogenmeile bei. Die Sanierung der Bögen durch die ÖBB wird das Areal noch weiter aufwerten. Was wünscht sich die Stadt für die Bogenmeile? Ein Branchenmix ist auch der Stadt und vor allem für die Stadt wichtig. Die Gastronomie im Stadtteil Saggen hat in den letzten Jahren, auch schon vor der Pandemie, leider sehr gelitten. Vor allem der Bereich um die neue Haltestelle Messe würde sich anbieten, die Gastroszene in diesem Stadtteil wieder zu beleben – und auch hier tut sich erfreulicherweise einiges. Sind neben dem Messepark weitere Projekte zur Attrakti­ vierung der Gegend geplant? Die Revitalisierung eines Stadtteils benötigt immer eine gewisse Zeit. Ideen zur weiteren Attraktivierung gibt es einige, konkret würde sich zum Beispiel der Park in der Schillerstraße anbieten, hier fanden früher zum Beispiel Märkte statt. Östlich der Bienerstraße stehen Baumpflanzungen an, hier handelt es sich um

Das Bogenfest Die Vielfalt der Bogenmeile wird am 21. Mai einen ganzen Tag lang gefeiert – mehr Infos dazu gibt es im Programm auf Seite 79.

Ersatzpflanzungen für die Bäume, die in der Ing.-Etzel-Straße weichen mussten. Der geplante Radweg bei den Barmherzigen Schwestern sorgt für die Durchlässigkeit des Stadtteils im Sinne des umweltfreundlichen Radverkehrs. Im Moment gibt es beim Messepark noch eine Baustelle. Bis wann sind die Arbeiten fertig? Der 20. Mai ist das offizielle Baustellenende für den Straßenbereich um den Park. Bis dahin muss noch die dortige Verkehrsregelung geklärt werden. Hier laufen die dazugehörigen Verfahren, die Ergebnisse sollten noch vor Mitte Mai vorliegen, im Mai-Gemeinderat muss eine Entscheidung fallen. Vielen Dank für das Gespräch.

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Sport in den Bögen Auch abseits der Clubs kann man in den Bögen schwitzen. So ist derzeit auf der Höhe der Haltestelle Messe ein neuer Boulderraum im Entstehen. Schon länger gibt es hingegen das Fitnessstudio Hybrid Fitness (Bogen 36) und in den Bögen 7 bis 10 die Tanzschule Street Motion Studio sowie die EWTO-Akademie, die Selbstverteidigungskurse und Ganzkörpertrainings anbietet.


MAI – AUGUST ‘22

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Weg zur

Kulturstadt Mit der Kulturstrategie 2030 bekommt Innsbruck einen kulturpolitischen Fahrplan für die nächsten Jahre. Wie der aussehen könnte, ist seit März bekannt: Ein erster Entwurf wurde veröffentlicht, Stellungnahmen sind eingeholt – jetzt liegt der Ball bei der Politik.

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„Es ist zu hoffen, dass über Parteidifferenzen hinweg ein Konsens über die wesentlichen Themen der Kulturstrategie gelingt, denn es haben viele Menschen sehr viel Arbeit in dieses Ergebnis gesteckt.“

© PRIVAT

Text: Lisa Schwarzenauer

chon im DezemEntscheidungsfindung“, ber 2019 hat der sagt Kulturstadträtin Uschi Gemeinderat Schwarzl. Der bisherige beschlossen, eine Prozess war für sie ein voller Kulturstrategie Erfolg: „Die große Zahl für Innsbruck an Teilnehmenden und ihr zu erstellen. Das Ziel: Die Engagement haben gezeigt, Schaffung einer Grundlage wie richtig und wichtig es für das kulturpolitische Hanist, Kunst und Kultur in den deln unter möglichst breiter Fokus der Stadtpolitik zu rücken und das Ganze transpaöffentlicher Beteiligung. Nach rent und offen zu gestalten.“ über einem Jahr Arbeit wurde In den Kulturszenen sei Ende März ein Grundlagenpapier mit den Ergebnissen des die Motivation groß, die Rita Hebenstreit, Projektleiterin Kulturstrategie 2030 Beteiligungsprozesses inkluEntwicklung der Stadt und sive konkreten Visionen und der Gesellschaft voranzubringen, betont auch Projektleiterin Rita Hebenstreit. Vorschlägen, wie diese umgesetzt werden können und welchen Mehrwert sie der Kulturbranche und der „Über 300 Menschen haben sich mit viel Engagement über ein Jahr eingebracht“, erzählt sie. Jetzt brauche Stadt als Ganzes bringen würden, präsentiert. es Ressourcen und den Willen der Politik, dieses „Das Ergebnis des Beteiligungsprozesses ist ein Engagement nicht nur mit Worten, sondern auch mit großer und dennoch sehr fokussierter Vorschlagskatalog und damit eine wunderbare Grundlage für finanzieller Unterstützung und den entsprechenden die darauf aufbauende politische Meinungs- und Rahmenbedingungen zu unterstützen.

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Der Kulturstra­tegieProzess

Der Entwurf im Überblick

Nach dem Abschluss der Grundlagenarbeit (Erhebungen, Analysen, Interviews) im Frühling 2021 fanden bis letzten November sechs öffentliche Workshops mit Kulturschaffenden und anderen Interessierten statt. Die Ergebnisse aus diesen Diskussionen wurden vom Projektteam und der Arbeitsgruppe aus Kulturschaffenden in den am 31. März präsentierten Entwurf eingearbeitet, der die Grundlage für die politischen Entscheidungen und die finalisierte Kulturstrategie bildet, die im Herbst 2022 stehen soll.

Im Partizipationsprozess haben sich sieben konkrete Handlungsfelder herauskristallisiert, die die Kulturstrategie 2030 berücksichtigen soll, um Innsbruck als internationale und vielfältige Kulturstadt zu positionieren:

1. Kulturelles Selbstverständnis stärken, Sichtbarkeit erhöhen, Potenziale nutzen 2. Kunst und Kultur gezielt fördern, Rahmen- und Arbeitsbedingungen verbessern, strategische Entwicklung der Kulturstadt vorantreiben 3. Kultur als Teil der Stadtentwicklung und Stadtplanung auffassen, qualitätsvolle Baukultur verwirklichen, Raum für Kultur schaffen 4. Vernetzung stärken, Austausch ermöglichen, Kooperationen initiieren – über Sparten, Genres und Bereiche hinweg, von lokal bis international 5. Kinderkultur und Jugendkultur fördern, kulturelle Bildung stärken, Kulturvermittlung ausbauen

6. K ulturelle Teilhabe und Partizipation ermöglichen, Inklusion und Barrierefreiheit im Kulturbereich verwirklichen, soziale und kulturelle Diversität fördern 7. Kulturelle und ökologische Entwicklung verknüpfen, kulturelles Engagement für Umwelt- und Klimaschutz zeigen, in Kunst und Kultur nachhaltig handeln Das gesamte Dokument inklusive der vorgeschlagenen Maßnahmen für die einzelnen Handlungsfelder gibt es hier:

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3 Fragen an ... © HETFLEISCH

© AXEL SPRINGER

... David Prieth Mitglied der siebenköpfigen Arbeitsgruppe aus Kulturschaffenden, die das Projektteam um Rita Hebenstreit und Kulturamtsleiterin Isabelle Brandauer bei der inhaltlichen Erarbeitung der Kulturstrategie unterstützt.

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: Warum braucht Innsbruck eine Kulturstrategie? David P rieth: Eine Kulturstrategie bietet die Möglichkeit, unter Einschluss möglichst vieler Beteiligter längerfristig und vor allem Legislaturperioden-übergreifend gemeinsame Ziele zu realisieren. Im Idealfall führt die Kulturstrategie zu einer längerfristigen Erweiterung der kulturellen Rahmenbedingungen (Orte, Ausbildungsstätten, Budget etc.) und der Überzeugung, dass auch Kultur eine tragende Säule der Tiroler Wertschöpfung sein kann.

„Die große Zahl an Teilnehmenden und ihr Engagement haben gezeigt, wie richtig und wichtig es ist, Kunst und Kultur in den Fokus der Stadtpolitik zu rücken.“ Uschi Schwarzl, Kulturstadträtin

Wie hast du den Prozess zur Erarbeitung der Strategie erlebt? Der Prozess war klarerweise von vielen unterschiedlichen Blickwinkeln gezeichnet, wobei die zentralen Anliegen, wie Wertschätzung, angemessene Budgets, Räume und Produktionsbedingungen, Vernetzung und Sichtbarkeit, sich ohnehin größtenteils überschnitten. Das betrifft sowohl die Traditions-, Sub-, Club- als auch die Hochkultur.

ENTSCHEIDENDE PHASE. Bis 17. April konnten Interessierte im Zuge des öffentlichen Begutachtungsprozesses Feedback geben, das jetzt zusammen mit dem Grundlagenpapier in die politische Begutachtung geht. Wie viel letztendlich aus der erarbeiteten Vorlage übernommen wird, ist unklar – hier werden in den nächsten Monaten die Weichen gestellt. Die größten Herausforderungen sieht Schwarzl im politischen Herausfiltern, Priorisieren und Finanzieren der Maßnahmen, sie ist aber optimistisch: „Zuversicht ist das Lebenselixier jeder Amtsführung. Aber auch weil ich davon überzeugt bin, dass eine breite Mehrheit das Ergebnis des Partizipationsprozesses ernst nimmt und eine gute, nachhaltige Kulturstrategie will, gehe ich davon aus, dass diese letztendlich viele wichtige Maßnahmen und deren Umsetzung enthalten wird.“ Das wünscht sich auch Hebenstreit. „Es ist zu hoffen, dass über Parteidifferenzen hinweg ein Konsens über die wesentlichen Themen der Kulturstrategie gelingt, denn es haben – über Genre- und Sektorengrenzen hinweg – viele Menschen sehr viel Arbeit zusätzlich zu ihrem Job in dieses Ergebnis gesteckt.“

Was erhoffst du dir jetzt von der Politik? Ich erhoffe mir, dass die Politik längerfristig denkt und das vorhandene Potenzial der Innsbrucker Kulturszene erkennt. Und ja, das wird auch Geld kosten. Dafür schmilzt eine gefestigte Kulturlandschaft auch bei immer höher werdenden Durchschnittstemperaturen nicht einfach weg, sondern kann Menschen auch in 70 Jahren noch in der Region halten.

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E NTG E LTLI C HE EIN S C HA LTU NG

ACTION PUR AM ALPINE COASTER IMST Ob Wanderfans, Abenteurer oder Genießer – rund um den Alpine Coaster Imst ist für alle etwas dabei. Hinauf an den Start der längsten Alpen-Achterbahn der Welt geht es ab sofort komfortabel und barrierefrei mit der neuen 10er-Panoramagondelbahn.

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ine Fahrt mit dem Alpine Coaster Imst im Tiroler Oberland ist Actionvergnügen und Naturerlebnis in einem. Die auf Schienen geführte Sommerrodelbahn überzeugt auf 3,5 Kilometern mit abwechslungsreicher Strecke: Kurven, Wellen und der 450-Grad-Kreisel liefern die Extraportion Adrenalin. Kinder dürfen ab drei Jahren mitfahren und den Coaster ab acht Jahren (bzw. einer Größe von 1,25 Metern) alleine talwärts steuern. AUSFLUGSZIEL FÜR DIE GANZE FAMILIE Dank der beiden neuen 10er-Panoramagondeln ist bereits die Fahrt auf den Berg ein Erlebnis. Barrierefrei geht es so bis auf 2.050 m Seehöhe. Die beeindruckende

Kulisse genießt man auf den Aussichtsplattformen SunOrama und Adlerhorst. Im umliegenden Wandergebiet eignen sich zahlreiche Wege für große und kleine Wanderbeine. Empfehlenswert: Ein Abstecher durch die Rosengartenschlucht, ein märchenhafter Spaziergang über den Jägersteig oder die beliebte Drei-HüttenTour. Mit Muttekopfhütte, Latschenhütte und Untermarkter Alm laden gleich drei urig-gemütliche Einkehrmöglichkeiten am Berg zum Verweilen. Im Sommer freuen sich die Bewohner des Almzoos auf einen Besuch aller Tierfreunde. Egal wofür man sich in Hoch-Imst entscheidet – zurück ins Tal geht es am besten per Alpine Coaster!

Information Diesem Heft ist ein 1+1 Gutschein des Alpine Coaster Imst beigelegt. Sollte dem nicht so sein, besteht die Möglichkeit, einen Gutschein pro Person bei TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck abzuholen.

Das Gebiet rund um die Imster Bergbahnen erreicht man in weniger als zehn Minuten ab der Autobahnausfahrt A12 Imst/Pitztal sowie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Alpine Coaster Imst Hoch-Imst 19, 6460 Imst Tel.: 05412/66 322 E-Mail: info@imster-bergbahnen.at www.imster-bergbahnen.at

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Lokalmatador Peter Kaiser, Reutte

6020:

Was macht für dich den Reiz von Crankworx in Innsbruck in diesem Jahr aus? Peter Kaiser: Alles, worum es sich bei Crankworx dreht! Von den einzigartigen Kursen über die Radlkollegen aus der ganzen Welt, der Stimmung dort oben bis hin zu den nervösen Momenten im Startgate. Der Reiz, wieder einen Run hinzulegen, auf den man stolz sein kann, ist natürlich auch dabei! Auf ein endlich wieder volles Publikum freue ich mich heuer auch schon. Das gibt einem noch den letzten Push Motivation. Auf welchen Bewerb freust du dich besonders und warum? Ganz klar die Whip-Offs, das war schon immer mein Favorit. Vor allem hier in Innsbruck, die Bergkulisse macht den Sprung am Speicherteich schon besonders. Vor allem jetzt nach über zwei Monaten Verletzungspause freue ich mich wieder darauf, dort oben quer durch die Luft zu fliegen. Fingers crossed. Wie motivierst du dich vor deinen Runs? Ich versuche immer, so viel Spaß wie möglich daran zu haben, egal ob im Training oder wenn es dann zählt. Wenn man was genießt, dann ist man auch gut darin und der Rest kommt von selbst. Routiniert wird es nie, aber das macht das Ganze auch so spannend, vor allem beim Speed & Style. Vielen Dank für das Gespräch.

Für die Mountainbikeszene stehen Feiertage an: Im Juni versammelt Crankworx die Crème de la Crème des Sports zu Wettkampf und Austausch im Bikepark Innsbruck. Text: Theresa Kirchmair

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ie Weltspitze des Mountainbikesports wird selten auf so viele Arten herausgefordert wie beim Stopp der Crankworx World Tour in Innsbruck. In sechs Disziplinen müssen die Teilnehmenden Geschick, Schnelligkeit und Kunstfertigkeit beweisen, um sich einen der begehrten Podiumsplätze zu sichern. Die Bewerbe haben es in sich: Während manche auf spektakuläre Sprünge setzen, sind bei anderen Rhythmusgefühl und genaue Streckenkenntnis gefragt.

WILDER RITT. Innsbruck kommt wie im letzten Jahr die Ehre zu, die Crankworx World Tour zu eröffnen. Bereits zum sechsten Mal hält das größte Mountainbikefestival der Welt in der Stadt. Was 2004 als einzelner Wettbewerb in Whistler, Kanada, begann, zieht inzwischen mit Bewerben in Innsbruck, dem neuseeländischen Rotorua und seinem Geburtsort ein internationales Publikum an. Crankworx verspricht, nicht nur für die Profis Adrenalin und Unterhaltung zu bieten. Amateure und Nachwuchshoffnungen können sich ebenfalls im Bikepark Innsbruck messen, das Gelände abseits der Tracks wird zum Festivalareal. Neben den eigentlichen Wettbewerben werden den Zuschauenden Verköstigung und Expos geboten, bei gemeinsamen Ausfahrten und Materialtests können Interessierte ihr Wissen vertiefen und Zeit mit Gleichgesinnten verbringen. 68

SEKUNDENFRAGE. Nicht nur internationale Größen der Szene rauschen über die Hindernisse, auch die Lokalmatadore sind dieses Jahr wieder vertreten. Jede Wertung zählt, denn pro Disziplin werden über die drei Stopps der Tour hinweg Punkte vergeben. Der Fahrer und die Fahrerin, die am Ende die besten Ergebnisse erzielen konnten, werden zu „King of Crankworx“ und „Queen of Crankworx“ gekürt.

WANN? 15.–19. Juni 2022 DIE GROSSEN BEWERBE: 15. JUNI: • Whip-Off Championship 16. JUNI: • Dual Slalom Pro Finals • Pump Track Challenge CWNEXT Finals • Pump Track Challenge Pro Finals 17. JUNI: • Speed & Style Pro Finals 18. JUNI: • Dual Slalom CWNEXT & Amateur Finals • Slopestyle Finals 19. JUNI: • Downhill Finals: Group B, Group A, Pros

© SAM SASKIA DUGON

3 FRAGEN AN:

RASANTES FESTIVAL


GE T YOUR TICKE T S N O W!


PROGRAMM M A I 2022

MUSIKFESTIVAL

26. BIS 28. MAI WOCH E N E N D E A M S E E STOABEATZ IN WALCHSEE

© ROBINHINSCH, SHUTTERSTOCK.COM

Das beliebte Open-Air-Festival im Unterland ist nach zwei ruhigeren Jahren wieder voll zurück: Auf der Bühne am Südufer des Walchsees treten heuer u. a. Leoniden, Fiva, Mavi Phoenix, My Ugly Clementine und Bruckner auf, am Stoabeatz Bazar stellen regionale Künstler und Jungdesigner aus.

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J O U R N A L I S M U S F E S T

MEDIEN

13. BIS 15. MAI WOCH E N E N D E M IT AUS S I CHT

JOURNALISMUSFEST INNSBRUCK, DIVERSE LOCATIONS

Ein Programm-Mix aus Debatten, Gesprächen, Lesungen, Filmen, Ausstellungen und Audiofeatures rückt unter dem Motto „Ein Wochenende mit Aussicht“ drei Tage lang Journalismus, Medien und ihre Aufgaben in den Mittelpunkt. Schauplätze der Veranstaltungen sind u. a. das Treibhaus, die Maria-Theresien-Straße, das Literaturhaus am Inn und der Dom zu St. Jakob.

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PROGRAMM

FILM

24. BIS 29. MAI E NTRÜCK TE E R D E

INTERNATIONALES FILM FESTIVAL INNSBRUCK (IFFI) IM LEOKINO-CINEMATOGRAPH

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Das IFFI sucht wieder eine Jugendjury, die darüber entscheidet, welcher Teilnehmerfilm den Südwind Filmpreis über 1.500 Euro bekommt. Mitmachen können Jugendliche ab 15 Jahren, die sich für Filme und Geschichten abseits des MainstreamKinos interessieren – Anmeldung über dina.prettner@suedwind.at oder telefonisch unter 0512 / 58  24  18.

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bis 19. Mai

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In seiner 31. Auflage lotet das IFFI das Gefühl, dass die Erde nicht da ist, wo sie sein sollte, aus: Unter dem offiziellen Festivalmotto „Every Star and Every Planet Is in Place but You, Planet Earth“ thematisieren internationale Beiträge, die vom Sachlich-Dokumentarischen bis hin zum Experimentellen mit fantastischen Elementen reichen, dieses unbehagliche Gefühl.

STADTTEILTOUR

10. BIS 14. MAI WI LTE N I M S P OTLI G HT

STADTTEILTOUR & STADTTEILFEST WILTEN IM PECHEPARK

Die Stadtteiltour macht als Erstes Halt in Wilten und zeigt ab 10. Mai die Vielfalt des Stadtteils mit Workshops, Gesprächen und mehr. Als Abschluss findet am Samstag das Stadtteilfest im Pechepark statt: Am Programm stehen u. a. Livemusik, ein Spielefest und Kulinarisches für jeden Geschmack.

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AUSSTELLUNG

BIS 28. MAI KU N ST I M I N FO R ­ MATI O N S F LUS S

ILONA RAINER-PRANTER: „GLEICHZEITIG“ IN DER GALERIE PLATTFORM 6020

In ihrer aktuellen Bilderserie „Gleichzeitig“ befasst sich die zwischen Wien und Osttirol pendelnde Künstlerin Ilona Rainer-Pranter mit den endlosen Strukturen digitaler Inhalte und simultan stattfindenden Ereignissen.

Michael Köhlmeier LITERATURFESTIVAL

5. BIS 8. MAI LITE R ATU R A M S E E

Judith Taschler

AUSSTELLUNG

An verschiedenen Locations rund um den Achensee wird ein bunter Mix an literarischen Veranstaltungen geboten: Mit dabei sind heuer unter anderem Michael Köhlmeier, Monika Helfer, Jessica Lind, Judith Taschler und FestivalSchirmherr Bernhard Aichner mit seinem gerade erschienenen Krimi „Brennweite“.

AB 10. MAI B LI CK Ü B E R D E N TE LLE R ­ RAND

„DIE SCHÖNSTEN BÜCHER ÖSTERREICHS“ IM WEI SRAUM

Bernhard Aichner

Wir sind das Bier, Widerstand ist zwecklos!

Im Rahmen der Ausstellung „Die schönsten Bücher Österreichs“, die die Gewinner des jährlichen Wettbewerbs für Buchdesign zeigt, präsentiert der WEI SRAUM dieses Mal auch ausgewählte Positionen des ukrainischen Buchdesigns. Es sind einige Vorträge ukrainischer Designerinnen geplant, die genauen Termine werden kurzfristig auf der WEI SRAUM-Website bekanntgegeben.

facebook.com/JollyInnsbruck

© IFF, SUEDWIND, ILONA RAINER-PRANTER, ACHENSEE TOURISMUS, PETER-ANDREAS HASSIEPEN, MARIA NOI, URSULA AICHNER, MICHAEL GOLDGRUBER, AXEL SPRINGER

ACHENSEE.LITERATOUR AM ACHENSEE

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... ... UUUND UUUND SCHNITT! SCHNITT! FILM UND KINO

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STADT.TEIL.KULTUR – was ist das? Die Initiative STADT.TEIL.KULTUR bringt kulturelle Veranstaltungen in die Stadtteile. Sarah Brandacher vom Stadtmarketing erzählt, worum es dabei geht.

TIROLER-L TIROLER-L A NDE A NDE SMUSEEN. SMUSEEN. AT AT

FILM UND KINO IN TIROL IN TIROL

6020

: Was ist die Idee hinter STADT.TEIL.KULTUR? Sarah Brandacher: Wir wollen den Fokus von der Innenstadt auf alle Stadtteile erweitern und die Vielfalt der Stadt auf die Bühne bringen. Die Kampagne soll die Stärken, die Ressourcen und die Kultur der einzelnen Stadtteile sichtbar machen, neue Treffpunkte schaffen und attraktivieren.

Wie viele Veranstaltungen sind im Rahmen der Initiative geplant? Mit der Stadtteil-Tour starten wir 2022 mit 30 Veranstaltungstagen mit sechs Stadtteilfesten in sieben Stadtteilen. In den kommenden Jahren wird die Kampagne auf weitere Stadtteile ausgeweitet. Vielen Dank für das Gespräch.

22.4. 22.4. – 2.10.22 – 2.10.22 ZEUGHAUS ZEUGHAUS

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Infos zu den Terminen und zum Programm gibt’s hier: © HERASIMOVICH, PRIVAT, LUNAR LANDING, INNSBRUCK MARKETING

Was hat es mit der Stadtteiltour auf sich? Gemeinsam mit den Stadtteiltreffs der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD) touren wir durch die Stadtteile. Neue, untypische Plätze sollen bespielt werden mit dem Ziel, diese Bereiche mit neuem Leben, Geschichten und Erlebnissen aufzuladen und so Treffpunkte für die Zukunft zu schaffen.


MUSIKFESTIVAL

26. BIS 28. MAI TAN Z E N AM MOND

LUNAR LANDING IN DER OLYMPIAWORLD

Das brandneue Musikfestival Lunar Landing eröffnet die Festivalsaison mit elektronischer Musik in ihrer ganzen Bandbreite von House bis Techno. Am Indoor- und Outdoorgelände der Olympiaworld treten international gefeierte Acts wie Pretty Pink und Lee Ann Roberts auf, weitere Headliner werden noch bekanntgegeben.

LITERATUR

13. MAI 19 UHR

#LITE R ATU R B E WE GT

YARASLAVA ANANKA & IRYNA HERASIMOVICH IM LITERATURHAUS AM INN

Im Rahmen des Journalismusfests sprechen die Autorin Yaraslava Ananka und die Übersetzerin Iryna Herasimovich ausgehend von der Revolution anlässlich der Präsidentenwahl in Belarus im Sommer 2020 über die gegenwärtige Situation der Kultur und der Kulturtreibenden im Land und die Aufgaben von belarussischen Intellektuellen im Exil.

HERZLICH WILLKOMMEN BEI TIROLS GRÖSSTEN EVENTS

ALLE EVENTS AUF WWW.OLYMPIAWORLD.AT

26. – 28.05.22 31.05.2022

LUNAR LANDING

OLYMPIAHALLE/AUSSENEISRING LUNAR LANDING eröffnet die Festivalsaison mit elektronischer Tanzmusik in seiner vollen Bandbreite – von House bis Techno. Das Festival findet In- und Outdoor auf dem Gelände der Olympiaworld Innsbruck statt. Der Headliner am Freitag ist LEE ANN ROBERTS, Co-Headliner ist PRETTY PINK. Das weitere Line Up verspricht weitere hochkarätige Acts.

ZUCCHERO LIVE

OLYMPIAHALLE Live kommt ZUCCHERO nun zurück nach Österreich: Man darf sich auf eine großartige musikalische Reise freuen, bei der wir mit zahlreichen Hits rechnen dürfen! Jeder Song ist ein kleines Juwel für sich. ZUCCHERO genießt einen hervorragenden Live-Ruf, seine Musik verbreitet italienisches Flair und er macht mit jeder Note klar, dass er einer der größten Musiker ist.

04.06.2022 WANDA CIAO!

OLYMPIAHALLE Nach Amore, Bussi und Niente jetzt also Ciao! Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ciao! ist für Wanda natürlich kein Abschied. Sondern die Einladung an Euch alle, auch bei diesem nächsten Kapitel der Band dabei zu sein. CIAO! Die neue Platte ist so ungeschminkt und grad wie jedes Mitglied der Band. Sie ist wieder ein gewaltiger Schritt vorwärts.


SWEENEY TODD

EIN MUSICAL THRILLER MU S IK U N D GE SA N G ST EX T E VO N ST E P H E N S O ND H EI M BUC H VO N H U GH WH EEL ER PREM I E R E . 30. APR I L 2022 G RO S S E S H AU S

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Nach dem gleichnamigen Stück von Christopher Bond Regie der Originalproduktion am Broadway: Harold Prince Orchestrierung von Jonathan Tunick Deutsche Fassung von Wilfried Steiner und Roman Hinze Original-Broadwayproduktion von Richard Barr, Charles Woodward, Robert Fryer, Mary Lea Johnson, Martin Richards in Zusammenarbeit mit Dean und Judy Manos Die Übertragung des Aufführungsrechtes erfolgt in Übereinkunft mit MUSIC THEATRE INTERNATIONAL (EUROPE) LTD, London Bühnenvertrieb für Österreich: JOSEF WEINBERGER WIEN, GESMBH

www.landestheater.at

KONZERT

3. MAI 19 UHR

S MARTE R POP LOLA MARSH IM TREIBHAUS

Das israelische Duo Lola Marsh – ihr Cover des Klassikers „Something Stupid“ war in der Hitserie „Better Call Saul“ zu hören – kehrt mit seinem bittersüßen Barockpop, der zwischen Gute-Laune-Sound und Melancholie pendelt, zurück ins Treibhaus. © MICHAEL TOPYOL, DOMINIK DROSSAR, H ANNAH MAYR

THE DEMON BARBER OF FLEET STREET


WIR SUCHEN DICH Lehrling (m/w/d) Orthopädieschuhmacher*in KONZERT

14. MAI 19 UHR

G RÜS S E AUS D E M K AFF KAFFKIEZ IN DER BÄCKEREI

Die erst in der Pandemie gegründete Band aus Rosenheim hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, ihren Platz in der deutschsprachigen Poplandschaft zu finden: Ihr Debütsong „Nie Allein“ zählt über acht Millionen Streams, nach einer Tour mit Clueso folgt jetzt die erste eigene Headlinetour.

FILM, KONZERT

19. MAI 19 UHR

NOISE UND N I H I LI S M US

HEART-OF-NOISE-WARMUP IM CINEMATOGRAPH UND IN DER P.M.K

Als Vorgeschmack auf das Festival am Pfingstwochenende reichen sich die Diametrale und das Heart of Noise die Hände: Um 19 Uhr zeigt das Cinematograph den Film „Papa Srapa“, in der p.m.k folgen ab 21 Uhr Konzerte von Schtum und Gischt.

Du bist medizintechnisch interessiert und hast handwerkliches Geschick? Wir bieten einen kreativen Job in einer Branche mit Zukunft. Bezahlung ab kollektiv 600 € + Benefits (digibons, Fahrtkostenzuschuss) Wir freuen uns auf deine Bewerbung inkl. Lebenslauf per E-Mail an office@staudinger-schuh.com oder per Telefon unter 0512 58 44 05. Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch.


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Literaturhaus am Inn

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THEATER

BIS 21. MAI WU N D E N D E R G E G E NWART

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„ZWEITE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG“ IM THEATER PRAESENT

Zwischen Stillstand und endloser Achterbahnfahrt hin- und hergeworfen, räsonieren drei Figuren verwundert bis verzweifelt über die gegenwärtige Instabilität und Erschöpfung, verfallen dem Entschuldigungswahn und weichen immer wieder geschickt der Begegnung mit dem eigenen Ich aus.

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HEART OF NOISE FESTIVAL, DIVERSE LOCATIONS

Zweimal musste das Heart of Noise in den Herbst verlegt werden, heuer findet es wieder wie gewohnt im Frühsommer statt und präsentiert im Treibhaus, im Hofgarten, im BRUX und im Reich für die Insel alternative Genres und Impulse des aktuellen Musik- und Kunstgeschehens. Das Programm reicht von Konzerten und Tanzperformances bis hin zu Klanginstallationen im öffentlichen Raum. Mit dabei sind u. a. Aya, Mouse on Mars, Bohren & der Club of Gore, Casual Gabberz und Carmen Brucic.

Unterbergerstraße 27 0676/57 06 776 W W W.Z U R - B L U E T E - S H O P. AT

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© FELICIA SORGEN NICO TOMA/L-R ANDI TOMA/DODO NKISHI/JAN ST WERNER, INGO PERTRAMER

MUSIKFESTIVAL


Musikschule der Stadt Innsbruck Ausbildungsstätte für fast alle gängigen Musikinstrumente, Gesang, Musikwerkstatt, Musikalische Früherziehung, Singschule und Free Beat Company. Unterrichtet werden die Sparten Klassik, Jazz- und Popularmusik im Einzel- bzw. Gruppenunterricht mit Zugang zu vielen Ensembles wie Sinfonieorchester, Klarinettenorchester, Big Band, Jazz- und Rockband, Volksmusikensembles u. a.

KULTUR

21. MAI 15 UHR

KU LTU R I N D E N BÖG E N

Innrain 5 · 6020 Innsbruck T 0512 / 585425-0 · F 0512 / 585425-5 E post.musikschule@innsbruck.gv.at www.innsbruck.gv.at/musikschule

BOGENFEST

Unter dem Motto „Zug drüber – Vielfalt drunter!“ zeigt die Bogenmeile am 21. Mai, dass sie weit mehr ist als eine Ausgehmeile (siehe S. 54). Am Programm: Konzerte von Bands wie Kreisky und Extrawelt, Sets der Sonnendeck-DJs, Tanz- und Performance-Ecken, Kunst- und Handwerks-Workshops und ein breites kulinarisches Angebot. Im Messepark kann zwischendurch entspannt werden, in den Clubs – die den ganzen Tag ihre Türen öffnen – geht es ab 22 Uhr indoor weiter.

KONZERT

15. MAI 10.30 UHR

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Klassisches Konzerthighlight unter der Leitung des Tiroler Soloflötisten der Wiener Philharmoniker Karl-Heinz Schütz: Das Programm schlägt Brücken zwischen der Musik von Mozart und Frankreich und präsentiert gleich mehrere Meisterwerke von Devienne, Debussy und Mozart.

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© FILMLADEN (2)

„HANDS ON“: Das Auto - G ewinnspiel al s moderne Folter mit reger Publikumsbeteiligung

Brot und Spiele „One Of These Days“ des deutschen Regisseurs Bastian Günther berichtet ungeschönt von einer fehlgeleiteten Suche nach dem Lebensglück, die bis zum bitteren Ende des Films schmerzhaft nachvollziehbar bleibt. Text: Klaus Erler

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ie texanische Provinz im Hochsommer: Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad hat kaum wer Lust, sich ein neues Auto zu kaufen. Um diese verkaufstechnische Saure-Gurken-Zeit zu überbrücken, veranstaltet das lokale Autohaus einen seit vielen Jahren etablierten Ausdauerwettbewerb. Der Gewinn kann sich sehen lassen: ein brandneuer Monster-Pick-up in Himmelblau-Metallic. Die Regeln sind einfach: Wer am längsten die Hand am Wagen behält, darf diesen als glücklicher Neo-Besitzer vom Platz fahren.

LEBENSTRAUM MIT V8. Für 20 in der Gewinnlotterie ausgewählte Menschen bedeutet das, Tag und Nacht gegen folterähnlichen Schlafentzug, Hitze, Regen und zunehmend unkontrollierbare Emotionen anzukämpfen, während sie im Zentrum eines um dieses Event herum organisierten Verkaufsfestes stehen. Keiner der Teilnehmer:innen kommt aus gesicherten mittel-

ten zu können, bis schließlich auch er am Ende seiner Kräfte ankommt.

ständischen Verhältnissen. Für alle steht der ressourcenfressende V8-Pick-up als unhinterfragtes Symbol des „American Way Of Life“ und damit für einen möglichen Auf- und Ausstieg aus dem gesellschaftlichen Randbereich hinein in die Verwirklichung des eigenen Lebens­traums.

FEHLGELEITETE GLÜCKSSUCHE. Regisseur Bastian Günther zeigt in intensiven Bildern die Verliererseite der amerikanischen Zweiklassengesellschaft. Die Protagonist:innen des Films leben in baracken­ haften Häusern, essen haupt­ sächlich Fast Food und müssen sich mit prekären Jobs herumschlagen, damit nicht schon eine einfache Autore­paratur zum unüberwindbaren Hindernis wird. Kamera und Regisseur gelingt es dabei auf eindrucksvoll schmerzhafte Weise, hinter die Kulissen einer allumfassend amerikanischen Pseudofreundlichkeit zu blicken, die sich bis ins Privat­ leben erstreckt. Von dort kehrt sie in „One Of These Days“ zurück, um schließlich als verdrängte Aggression ihr ganzes (auto)destruktives Potenzial zu entfalten.

SINNENTLEERTES KONSUMSYSTEM. Entsprechend ambitioniert ist auch der junge Familienvater Kyle (Joe Cole), der bereit ist, alles für seine Chance auf den großen Preis zu geben. Vorgeführt durch ein sinnentleertes Konsumsystem kämpft Kyle mit einer Hand am Wagen für ein besseres Leben, während die Zuschauer ein nur scheinbar unterhaltsames und harmloses Spektakel genießen. Je länger der Wettbewerb dauert, desto offensichtlicher werden die Brüche in der Persönlichkeitsstruktur der Teilnehmer:innen und die Gefahren eines eigentlich menschenverachtenden Events. Kyle scheint sich gut behaup80

ONE OF THESE DAYS Regie: Bastian Günther Musik: The Notwist Mit: Joe Cole, Carrie Preston, Callie Hernandez Deutschland/USA 2020 119 Minuten / DF, OmU (Englisch)


Die KINOSENSATION im Metropol Kino. www.4dx.at


RÄTSEL

DER W Ü R FE L Mai 2022

DA S LÖSU N G S WO RT A

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Denns Bio Mark t beim DEZ und Anichstraße

D I E F RAG EN

6020 und Denns BioMarkt verlosen

5 x 25 EURO 1

GUTSCHEINE

Die Pastaversammlungen (?) bekommst du im Ofen gebacken

1

Der (!) Missgünstling in der Schafherde

2

Liebendes Zergehen des Schnees beim Sonnenanbeten?

3

Fehlt was im Oberstübchen, leckt’s wohl am Hausdeckel

4

Mal die Damen fragen: Klingt (!), als fordere dies Handtäschchen zum Applaus auf

5

Als Bettauflage auch spann-end zu haben

6

Buchstäblich springt er parasitär sogar im Tariflohn herum

7

Der Schschafnachwuchs ist doch nur Letten

7

Mit ihr beschuht haben’s Zehen luftig

8

So zu Rupfen (?) nimmt den Stoß

9

Skandalös, wenn ich verrückt talke

10

Extrem (!) mit Aufsicht (!) zu sehen: Universum geschlossen?

11

Sachte Mahnung: „Dass ihr euch nicht den Mund verbrennt, / ich warne euch nur ganz …!“

12

Auf die drücken Gasgeber und baldige Zähneputzer

13

Schützt online: Mauer des britischen Brandschlosses?

14

Männliche Vorfahren (?) kann ich so nur vermuten

Kennwort: „Rätsel“, Lösungswort angeben! Einsendeschluss: 31. Mai 2022 Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at oder auf www.6020online.at

LÖ S U N G D E R L E T Z T E N AU S G A B E

„OSTE R HA S E “

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Einfach gut. Seit 20 Jahren.

Sicher. Nachhaltig. Geschätzt.

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Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

E SSAY

RATZFATZ Was ist eine Frisur? von Johannes F. Park

Ü

ICH SAGE DANN FÜR GEWÖHNLICH: ABER SCHATZ, ICH HABE JA EINE.

ber grundlegende Dinge sollte man sich in einer Beziehung einig sein. Lebensmittelpunkt, Bettseitenzuteilung, sexuelle Orientierung. Wenn Sie mich fragen, ist es auch von Vorteil, wenn die Anzahl haushaltszugehöriger Kinder geklärt ist. Über anderes kann man streiten. Meine Frisur zum Beispiel. Es gibt da zwischen meiner Frau und mir gewisse Differenzen, die sich in folgendem Satz ziemlich akkurat verdichten: Warum lässt du dir nicht einmal eine richtige Frisur schneiden? (Sie sagt das natürlich nicht in kursiv. Jedenfalls nicht nur. Manchmal klingt es auch wie: r i c h t i g e.) Ich bekomme das sehr oft zu hören. Als Begleitmaßnahme hält mir meine Frau dann gerne Magazinseiten hin, auf denen mittelalterliche Männer mit – nun ja: Frisuren zu sehen sind, und tippt energisch mit dem Zeigefinger darauf herum. Wenn wir uns einen Spielfilm ansehen, ergeht der Hinweis, ich möge doch die Aufmerksamkeit auf die Haarpracht von Darsteller Sowieso richten, der trage nämlich eine Frisur. Selbst im Auto bleiben frisürliche Erörterungen nicht aus: Taucht am Straßenrand ein Haarschnitt auf, der meiner Frau geeignet erscheint, auf meinem Kopf Verwendung zu finden, setzt sie mich unter Missachtung zentraler Regeln der Straßenverkehrsordnung davon in Kenntnis: Schau mal, das ist eine Frisur. Ich sage dann für gewöhnlich: Aber Schatz, ich habe ja eine. Sie nennt sich Sechs-MillimeterMaschinen­schnitt und ist das Beste, was man bei

­ inem Herrenfriseur in acht Minuten bekommen e kann. Wenn ich richtig informiert bin, wird die Schneideapparatur auch in der Schafschur eingesetzt. Es geht so schnell, dass der Bediener dieses Wunderwerks der Technik und ich uns oft nicht einmal angemessen über das Wetter unterhalten können. Da es sich bei einer Frisur ja um eine von einem Fachmann mit professionellem Gerät nach gewissen dem Geschmack unterworfenen Vorgaben hergestellte Kürzung des Kopfhaars handelt, sehe ich die Verwirklichung eines Haarschnitts damit klar erfüllt. Meine Frau bestreitet dies vehement. Sie stellt sich hier kopfseitig einfach etwas mehr Gewese vor. Eine ausgeklügeltere Architektur, mehr Dynamik an den Scheitelpunkten, was weiß ich. Doch gerade die Abwesenheit von Haaren, die bei falscher Pflege oder Konfiguration in unerwünschter Weise herumzuhängen oder -stehen drohen, macht den Ratzfatz-Schnitt ja aus. Kluge Köpfe nennen das Komplexitätsreduktion. Ich nenne es ein fucking Problem weniger. Sie wollen JFP wöchentlich lesen? newsletter.jf-park.com

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