6020 Stadtmagazin (Jänner 2022)

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Retourenadresse: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck | Österreichische Post AG PZ13Z039759P

21. JAHRGANG JÄNNER 2022 | AUSGABE 266

Gute

MEHR ALS DIE KRANKHEIT Leben mit HIV CHAI LATTE Wo schmeckt er am besten?

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r e g n ä f An Lieber mit ganz kleinen Schritten zum Erfolg als wieder nur ein schlechtes Gewissen.


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Editorial

Ich wünsche mir für 2022, dass … Michael Steinlechner

auch auf Psychologen und Experten vieler Genres hören, die mögliche Maßnahmen auch in Relation zu den Risiken und Gesamtfolgen setzen.

1. … man mich im Lokal wieder fragt, was ich

bestellen möchte, und nicht, wie es um meinen Corona-Status steht. Und natürlich, dass mich der Wirt wieder hinauswerfen darf und nicht hinauswerfen muss.

… die Pandemie nach den Türkisen nicht 7. auch noch den anderen das politische Leben kostet: Den Grünen, die jeden ihrer Grundsätze vor lauter Regierungsgeilheit verraten haben. Den Roten, die es nicht einmal in diesem Chaos schaffen, sich neu zu positionieren. Und auch den Neos, die es, anstatt zur 20-Prozent-Partei aufzusteigen, vorziehen, den Regierungswahnsinn ohne Not zu unterstützen. Sie alle werden sich bei der nächsten Wahl wieder einmal wundern müssen, was alles möglich ist.

2. … wir den pflegenden und medizinischen Be-

rufen die gleiche Wertschätzung entgegenbringen wie den Virologen. Ich wünsche mir, dass diese Menschen im klinischen Umfeld nicht ständig Überstunden machen müssen und man ihnen so viel bezahlt, dass die Gesellschaft sich nicht ständig bei ihnen dafür bedanken muss, dass sie ihren Job machen. … die Regierung es unterlässt, Menschen 3. ohne Impfung wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Denn die Ungeimpften (aktuell über ein Viertel der Bevölkerung) werden es dem Staat nicht verzeihen, was er aktuell mit ihnen anrichtet. Und diese Nachwirkungen werden Österreich länger beschäftigen, als es Corona in der Lage ist.

8. … sich Michael Ludwig unser aller erbarmt

und das mächtige Lebensamt des Wiener Bürgermeisters gegen das zur Zeit nicht sonderlich erstrebenswerte Amt des Bundeskanzlers eintauscht und damit zumindest wieder so etwas Ähnliches wie Vertrauen in die Politik herstellt.

4. … unsere Kinder wieder ein normales Leben

führen können und sich nicht länger ihrer Unbeschwertheit berauben lassen müssen wegen einer Krankheit, die sie selbst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kaum oder gar nicht betreffen wird.

… auch der Dümmste kapiert, dass eine 9. Impfpflicht nicht die Ungeimpften trifft (die sich auch deshalb oder vor allem gerade deshalb nicht impfen lassen werden), sondern vor allem die bereits Geimpften, denen man dann im Frühjahr eine vierte Impfung vorschreiben wird, damit sie gut durch die Zeit des Jahres kommen, in der Corona ohne­ hin seine saisonal bedingte Pause einlegt.

5. … das Wort Long-Covid nicht mit einem all-

gemeinen Erschöpfungssyndrom mit teils depressiven Ausmaßen verwechselt wird, das die gesamte Bevölkerung betrifft, auch – und es scheint vor allem – jene, die noch gar nicht an Corona erkrankt sind.

… der Verlauf mit der Omikron-Variante 10. wirklich leichter ist und wir durch die Durch­ seuchung endlich den Weg aus der Krise finden können.

6. … wir bei der nächsten Pandemie nicht nur

Virologen und Politikern vertrauen müssen, die nur die Krankenhauskapazitäten im Blick haben, ohne diese auch nur im Ansatz zu verbessern. Ich wünsche mir, dass wir

m.steinlechner@6020stadtmagazin.at

5


Inhalt

en Die best Jänner im s t n e Ev Blick. auf einen Seite 50

COVERSTORY

Gute Vorsätze für Anfänger

Das Theater ist " umzubringen" nicht Irene Girkinger wird die neue Intendantin des Tiroler Landestheaters. Ein Gespräch über den Mut zu Experimenten, ihren Willen zu einer Öffnung des Hauses und ihre Angst vor der Nordkette.

Seite 56

Neues Jahr, neues Glück – aber dieselben Probleme. Wenn es so einfach wäre, nur mehr gesund zu essen, mehr Sport zu treiben und überhaupt der Mensch zu sein, der man gerne wäre, gäbe es diese Geschichte nicht.

Seite 16

Mehr als eine Krankheit

Getestet

Obwohl medizinisch behandelte HIVInfizierte keine Gefahr darstellen, müssen sie mit einem Stigma leben, weshalb viele ihr Schicksal geheim halten. Andreas wurde unfreiwillig geoutet – und erzählt uns seine Geschichte.

Wo gibt es den besten Chai Latte in Innsbruck?

Seite 40

Seite 26 6


Z | Milchschnitte

Fitness & Wellness auf über 4000m²

99

Haushaltshilfe Die Aufregung um das chaotische Zustandekommen des Innsbrucker Stadtbudgets war groß. Wir haben uns gefragt: Was wurde da überhaupt beschlossen?

Seite 12

Mir sein "authentisch"

Die Oberländer Band Jesse schafft den Spagat zwischen Radio Tirol und FM4. Auch auf ihrem Debütalbum „Uno“.

Seite 60

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IMPRESSUM Herausgeber: Michael Steinlechner Medieninhaber & Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH Chefredaktion: Matthias Krapf Grafik: Thomas Bucher, Marco Lösch, Lisa Untermarzoner Illustration: Monika Cichoń Redaktion: Klaus Erler, Christiane Fasching, Theresa Kirchmair, Haris Kovacevic, Melina Mitternöckler, Johannes F. Park, Linda Pezzei, Julia Narr, Lisa-Maria Schwarzenauer, Flo Seidl, Katharina Wildauer, Verena Zankl (Lektorat) Fotos: Franz Oss, Axel Springer Anzeigenverkauf: Carmen Larch (verkauf@6020stadtmagazin.at) Anschrift, alle: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/58 6020 E-Mail: redaktion@­6020stadtmagazin.at Geschäftsführung Verlag: Andreas Eisendle, Matthias Krapf, Michael Steinlechner Druck: Intergraphik GmbH, Innsbruck Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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JÄNNER

10 D I N G E , DIE DIE WELT IN DIESEM MONAT NICHT BRAUCHT

1.

10.

CYBER-

ATTACKEN

UND JA: CORONA

2.

9.

WISSENSCHAFTSFEINDLICHKEIT

H E R B E RT KICKL

8.

3.

LEERE

VERSPRECHUNGEN

KRY PTO -

PY R A M I D E N SPIELE

6. G E S C H LO S S E N E K LU B S

5.

CHAOS

in der Stadtpolitik

11

4.

GASTRO -

STERBEN

© ILLUSTRATION: MONIKA CICHOŃ

7. C H I P M A N G E L


Kassa­sturz im Doppelpack Der Innsbrucker Gemeinderat hat im Dezember nach einigem Hin und Her ein Doppelbudget für die Jahre 2022 und 2023 beschlossen. Wir haben uns angeschaut, was das für die Stadt bedeutet. Text: Lisa Schwarzenauer

12


WAS FEHLT? Die Budgeterstellung ist immer eine komplexe Angelegenheit, die prekäre Finanzlage der Landeshauptstadt, das Anfang des Jahres ausgerufene freie Spiel der Kräfte und die Pandemie haben aber ihren Teil dazu beigetragen, dass die Aufgabe dieses Mal noch um einiges komplizierter war. Am Ende konnte nach viel Aufregung doch noch ein Kompromiss gefunden werden, mit dem – zumindest laut Stimmverhalten – eine klare Mehrheit im Gemeinderat leben kann.

Und was steht jetzt drin in diesem Doppelbudget? Aufgrund der zahlreichen kurzfristigen Änderungen war die Finanzdirektion bis Ende Dezember damit beschäftigt, alle Zahlen und Fakten übersichtlich aufzubereiten. Ab Jänner ist das Budget wie gewohnt zur Gänze auf der Website der Stadt einsehbar. Für alle, die es nicht ganz so genau wissen wollen, haben wir vorab die wichtigsten Zahlen* und Fakten recherchiert.

Investitionen 2022/2023:

520 Millionen Euro Ausgaben 2023:

510 Millionen Euro

2,3 Millionen Euro

Volksschule Allerheiligen

(Auswahl)

3,4 Millionen Euro

17,5 Millionen Euro

Volksschule Siegmair

Maßnahmen Behindertenhilfe

5 Millionen Euro

3,8 Millionen Euro

Neugestaltung Bozner Platz

Heimkosten

6,2 Millionen Euro

5,5 Millionen Euro

Feuerwehrbauten (BFI, Hungerburg, Hötting, Mühlau)

Abgangsdeckung Innsbrucker Soziale Dienste

4,9 Millionen Euro

4,1 Millionen Euro

Grünanlagen/Parks

Darlehensstand der Stadt: wird in den nächsten Jahren von 170 auf knapp unter 200 Millionen Euro steigen

1,5 Millionen Euro

Masterplan Rad und Gehen

0,5 Millionen Euro Bodenbelag Altstadt

0,9 Millionen Euro

Sicherheitsmaßnahmen (Poller)

0,1 Millionen Euro * alle Zahlen gerundet

Das ist natürlich legitim, man kann sich allerdings durchaus die Frage stellen, warum noch im Sommer beide Projekte auch von diesen Fraktionen unterstützt und beschlossen wurden – die finanzielle Situation der Stadt und die nötigen Kosten für die Umsetzung waren schließlich auch damals kein Geheimnis.

Ausgaben in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Kultur 2022:

(Auswahl)

Ausgaben 2022:

Wer die politischen Diskussionen im letzten Jahr ein wenig mitverfolgt hat, vermisst hier vielleicht das ein oder andere bereits öffentlich präsentierte und im Gemeinderat beschlossene Projekt: Waren im ursprünglichen Budgetvorschlag von Bürgermeister Georg Willi noch die Umgestaltung des DDr.-Alois-Lugger-Platzes im Olympischen Dorf sowie die Neugestaltung im Bereich Rennweg/Theaterplatz für 2022 vorgesehen, fehlen die beiden Projekte im beschlossenen Budget komplett – sie sind dem Sparstift von FI, VP, FPÖ, Liste Fritz und Gerechtes Innsbruck zum Opfer gefallen und sollen frühestens 2024 umgesetzt werden.

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Leistungen Innsbrucker Soziale Dienste (Kinder- und Jugendzentren, Stadteilarbeit, Schüleressen etc.)

1,6 Millionen Euro Rettungsdienste

37,6 Millionen Euro

Tiroler Gesundheitsfonds

13 Millionen Euro Tiroler Landestheater


Das Doppelbudget 2022/2023: EIN DRAMA IN FÜNF AKTEN

Den Überblick verloren, was genau in den letzten Monaten passiert ist und warum das Budget so viel Chaos und Aufregung verursacht hat? Hier eine kurze Zusammenfassung.

I.

II.

Das freie Spiel der Kräfte

Unfreiwilliges Doppel

Im März lässt Bürgermeister Georg Willi die Koalition mit FI, VP und SPÖ platzen und ruft das freie Spiel der Kräfte aus. Warum? Die Stimmung in der Koalition ist schon seit einer Weile alles andere als gut und von diversen Konflikten und (persönlichen) Attacken geprägt, die Abwahl von Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl (Grüne) und die anschließende Wahl von Markus Lassenberger (FPÖ) zum Vizebürgermeister – gegen die Kandidatin der Koalition, Stadträtin Elli Mayr (SPÖ) –, bringt das Fass zum Überlaufen. Ab jetzt gilt: Mehrheiten können vollkommen frei gebildet werden. Chance oder Risiko? Schon jetzt ist klar, dass sich das vor allem bei der Erstellung des Budgets zeigen wird.

III. Geheimes Doppel Während der Bürgermeister als Finanzreferent der Stadt mit der Finanzdirektion und den Ämtern offiziell am Budgetvorschlag arbeitet, schließen sich FI, VP, FPÖ und die Kleinfraktionen Liste Fritz und Gerechtes Innsbruck zusammen und erarbeiten einen Gegenvorschlag – ohne Einbindung von Finanzdirektion und Ämtern, und ohne Wissen der anderen Fraktionen.

Im Sommer zwingt der Gemeinderat Willi

zur Erstellung eines Doppelbudgets. Nachdem der Bürgermeister den Antrag zum Beschluss eines Doppelbudgets mit dem Verweis, dass ein solches keine gesetzliche Grundlage im Stadtrecht habe, abweist, bringen FI, VP und SPÖ eine Aufsichtsbeschwerde beim Land ein. Die Landesaufsichtsbehörde gibt ihnen recht und erklärt, dass ein Doppelbudget rechtlich möglich ist und der Antrag behandelt werden muss – der dann auch mehrheitlich angenommen wird.

IV.

» 14

Budgetsitzung mit Knalleffekt Am 9. Dezember findet die Budgetsitzung im Gemeinderat statt. Nach den Budgetreden soll die Debatte gestartet werden, bevor das passiert, meldet sich aber GR Appler (VP) und überreicht dem Bürgermeister eine mehrseitige, von VP, FI, FPÖ, Liste Fritz und Gerechtes Innsbruck – und damit einer Mehrheit – unterstützte Änderungsliste. Die Änderungen sind so umfassend, dass eine intensive Prüfung durch Fachleute und damit eine einwöchige Unterbrechung der Sitzung notwendig ist.


DIE FRAKTIONEN: ZWISCHEN FREUD UND LEID FI, VP und FPÖ präsentieren sich nach außen als die großen Gewinner und Wegbereiter des Kompromisses, ganz der Wahrheit entspricht das allerdings nicht – auch diese Fraktionen mussten noch Abstriche hinnehmen, und die für sich in Anspruch genommenen Schlagworte Transparenz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe erscheinen im Zusammenhang mit einem geheim verhandelten Budgetvorschlag zumindest gewagt. Die SPÖ verbucht die bis zum Schluss verhandelten Mehrausgaben für Bildungseinrichtungen als Erfolg und zeigt sich zufrieden, auch die Neos – die gegen den Vorschlag für 2023 gestimmt haben – und die meisten Kleinfraktionen können damit leben. Keine Freude mit dem Kompromiss haben die Grünen und die Liste ALI, die im Gegensatz zu den Grünen auch gegen den finalen Vorschlag gestimmt hat.

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Nach einer Woche voller Prüfungen, Verhandlungen, diversen Kehrtwenden und einigen Zugeständnissen – unter anderem mehr neue Dienstposten und höhere Investitionen in Bildungseinrichtungen – zeichnet sich am 15. Dezember eine Zweidrittelmehrheit für den überarbeiteten Gegenvorschlag ab. Bei der Gemeinderatssitzung am 16. Dezember wird dieser angenommen: Das Budget für 2022 wird etwas überraschend mit 39:1 Stimmen beschlossen, das für 2023 mit 37:3 Stimmen. Ende gut, alles gut? Wohl eher nicht: Auch wenn sich eine große Mehrheit gefunden hat, sind die Differenzen zwischen den Fraktionen nicht kleiner geworden.

Wir feiern die Prozente.

L

Der Budget­beschluss


Gute

e z t ä s r Vo für

r e g n ä f n A Neues Jahr, neues Glück – aber dieselben Probleme. Wenn es so einfach wäre, nur mehr gesund zu essen, mehr Sport zu treiben und überhaupt der Mensch zu sein, der man gerne wäre, gäbe es diese Geschichte nicht. Und wir hätten nicht 40 Vorsätze parat, die man echt durchziehen kann.

16


Vorsatz

#

6020 sagt:

Zu Fuß in die Arbeit, Uni etc. gehen

Gesundheit, Sport

Die WHO empfiehlt 150 bis 300 Minuten moderate bis starke Bewegung pro Woche. Ein flotter Spaziergang zur Uni lässt die ersten Minuten des Pensums dahinschmelzen.

Auf Zucker im Kaffee verzichten

Gesundheit

Wer seinen Kaffee zuckerfrei genießt, bleibt leichter unter der Richtlinie der WHO: Maximal zehn Teelöffel freier Zucker pro Tag werden für einen Erwachsenen empfohlen.

Handy ausschalten

Lebensqualität, Gewissen

Wer sein Handy ausschaltet, kann sich ablenkungsfrei auf Aktivitäten und Aufgaben konzentrieren.

Immer zur selben Zeit aufstehen

Lebensqualität, Erfolg

Ausschlafen ist verlockend, ein halber Tag geht dabei besonders am Wochenende schnell flöten. Zeit, die man auch für etwas Schönes oder Produktives hätte nutzen können. Wer täglich zur selben Zeit aufsteht, gibt dem Tag Struktur und verschafft sich mehr Zeit.

Weniger Fertigprodukte essen

Gesundheit, Geld

Fertigprodukte sind echte FeSaZus, enthalten also viel Fett, Salz und Zucker. Der Gesundheit zuliebe gilt: Je weniger, desto besser.

Fleischfreie Tage

Gesundheit, Gewissen

Im Jahr 2019 verspeisten die Österreicher:innen pro Kopf 62,6 Kilo Fleisch. Gesundheit und Umwelt danken, wenn man sich gezielt fleischfreie Tage einrichtet.

Nach Alkoholtag(en) an doppelt so vielen darauf verzichten

Gesundheit, Lebensqualität

Balance ist alles und Feiern ist absolut okay. Aber mit einem solchen Vorsatz fällt es leichter, Exzesse zu vermeiden.

Täglich eine Viertel­ stunde nichts tun

Lebensqualität, Gesundheit

Nichtstun ist leichter gesagt als getan. Sich 15 Minuten lang ganz auf Atem und Körpergefühl zu konzentrieren, kann am Anfang eine Herausforderung für sich sein. Regelmäßig praktiziert, senken derartige Achtsamkeitsübungen den Stresslevel und sorgen für eine Denkpause.

17


Vorsatz

#

6020 sagt:

Zahnseide verwenden

Gesundheit

Und das nicht nur beim (hoffentlich) halbjährlichen Zahnarztbesuch.

Gesundenunter­ suchung machen

Gesundheit, Lebensqualität

Wer in Österreich versichert ist, kann sich einmal im Jahr kostenlos durchchecken lassen. Das ermöglicht die Früherkennung von Erkrankungen.

Ohne Ablenkung essen

Lebensqualität, Gesundheit

Das Hirn hat seine Defizite, was Multitasking angeht. Ablenkung beim Essen kann Signale, die Sättigung verkünden, überdecken. Ohne Bildschirm oder Zeitung vor der Nase essen wir daher eher unseren Bedürfnissen entsprechend.

Am Anfang des Monats sparen und nicht am Ende

Erfolg, Geld

Klingt paradox, aber funktioniert: Sich am Anfang des Monats den monetären Zielbetrag abzuzwacken führt zu mehr Sparerfolg, als die Reste am Ende des Monats aufs Sparkonto zu überweisen.

Blut spenden

Gesundheit, Gewissen

Ist nicht nur gut fürs Karma, sondern auch ein Check-up.

Geld spenden

Gewissen

Wer bewusst und mit Bedacht seinen Erfolg teilt, wird auch seine eigenen Errungenschaften mit weniger Gewissensbissen zu schätzen wissen.

Altes zuerst essen

Gewissen, Geld

Laut WKO werfen Privathaushalte im Jahr 157.000 Tonnen Lebensmittel weg, vieles davon noch essbar. Ein durchschnittlicher Haushalt verliert so 300 Euro. Achtet man auf maßvolles Einkaufen und gezieltes Verarbeiten – Altes zuerst – spart man sich Geld und das schlechte Gewissen beim Blick in die Mülltonne.

Wasser statt Saft

Gesundheit, Lebensqualität

Noch mal Kampf dem Zucker.

Putzen vor Spaß

Lebensqualität, Erfolg

Wer strukturiert die Pflicht vor die Kür stellt – egal ob vor dem Date, dem Kinoabend oder dem Ausgehen –, kann nicht nur mit rein(er)em Gewissen genießen, sondern kommt danach auch in eine aufgeräumte Wohnung zurück,

18


Vorsatz

#

6020 sagt:

Leute, die einem wichtig sind, anrufen

Gewissen, Lebensqualität

Kontakte zu pflegen tut gut – anderen ebenso wie einem selbst. Jemanden wissen zu lassen, dass er oder sie einem wichtig ist, kann allen Beteiligten den Tag versüßen.

Öffi/Fahrrad statt Auto

Gewissen

Der Individualverkehr mag praktisch erscheinen, wirklich viel Zeit spart man aber in den wenigsten Fällen. Und die Umwelt dankt für jede Busund Zugfahrt.

Am Bauernmarkt einkaufen

Gewissen, Lebensqualität, Gesundheit

Regionale, frische Produkte direkt vom Feld auf den Tisch: So kommt nicht nur Gesundes auf den Teller, sondern man isst auch im guten Gewissen, die lokalen Produzenten unterstützt zu haben.

Selber kochen statt liefern lassen

Geld, Gesundheit

Selber kochen spart nicht nur, sondern gibt auch Kontrolle über Portionsgröße und Zutaten.

Nichts Ungelesenes sharen oder kommen­ tieren

Gewissen, Lebensqualität

Oft verleitet eine Headline dazu, sofort den Share-Button zu klicken. Doch genau dazu sind die Überschriften da (wir wissen das, vertraut uns). So gerät viel irrelevante, unreflektierte oder, wie die Pandemie gerade beweist, schlichtweg falsche Information in Umlauf. Wer, anstatt auf Quantität und Aufreger zu setzen, auf Qualität achtet und nur teilt und kommentiert, was man selbst gelesen und verstanden hat, kann die Welt zu einem ein bisschen besseren Ort machen – und sich selbst so manches Ärgernis über eigentlich Irrelevantes ersparen.

Hausarbeit als Workout nutzen

Gesundheit, Sport

Aus zwei mach eins: Anstatt sich vor Sport und Hausarbeit zu drücken, kann man beides kombinieren und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Eine Schublade in der Woche ausmisten

Lebensqualität, Erfolg

Frei nach Marie Kondo: Sich von altem Ballast zu lösen, macht Platz für Dinge, die glücklich machen.

Bevor man etwas weg­ wirft: überlegen, ob es repariert werden kann

Geld, Gewissen

Was kaputt ist, muss kein Fall für die Tonne sein. Organisationen wie das Repair Café oder re.paro retten, was zu retten ist. Das spart Geld und verhindert Müll. 19


Vorsatz

#

6020 sagt:

Stiege statt Lift

Sport, Gesundheit

Veränderung beginnt mit kleinen Schritten. Anstatt gleich vier Fitnessstudiobesuche in der Woche einzuplanen (und kläglich zu scheitern), sind gerade solche einfach umzusetzenden Gesten das beste Fundament, um sich langsam an größere Veränderungen heranzutasten.

Jeden Tag jemandem ein Kompliment machen

Lebensqualität, Gewissen

Wer Gutes sucht und es ausspricht, wird es auch bewusster wahrnehmen. So tun Komplimente nicht nur denen gut, die sie erhalten, sondern machen die Welt auch für alle, die sie verteilen, ein bisschen besser.

Serien/Filme in der Sprache anschauen, die man (besser) können will

Erfolg

Sprachkurs light: Wer Serien und Filme in der Fremdsprache der Wahl ansieht, verbessert Verständnis und Sprachgefühl.

Gefrierfach enteisen

Geld, Gewissen

Wer alle sechs Monate sein Gefrierfach enteist, tut nicht nur der Stromrechnung etwas Gutes, sondern sorgt auch dafür, dass der Tiefkühler regelmäßig entleert wird und nicht zur Hälfte mit längst Vergessenem gefüllt ist.

Rucksack/Tasche beim Einkaufen mitnehmen

Geld, Gewissen

Die Diskussion um Plastiksackerln beim Einkauf lässt sich umgehen: Selbst Tasche oder Rucksack mitbringen, einpacken, fertig.

Nachbarn grüßen

Lebensqualität, Gewissen

Die Nachbarn zu grüßen, kann der erste Schritt zum sozialen Anschluss in der Stadt sein.

Eigene Bügelserie oder Podcast suchen

Lebensqualität, Erfolg

Leidige Aufgaben fallen leichter, wenn man sie mit Vergnüglichem verbindet. Wer einmal etwas gefunden hat, was exklusiv bei einer unliebsamen Tätigkeit konsumiert wird, findet auch bei der lästigsten Hausarbeit auf kurz oder lang Spaß.

20


21


Vorsatz

#

6020 sagt:

Fensterputzen im Kalender eintragen

Lebensqualität, Erfolg

Einmal im Monat ist Fensterputztag: Im Kalender eingetragen, wird aus der Qual Routine, die Überwindungsschwelle sinkt und nicht jeder Blick aus dem Fenster wird zur lästigen Erinnerung, was man noch immer nicht erledigt hat.

Dinge in den Waren­ korb geben, aber erst am nächsten Tag kaufen

Geld

Impulskäufe fressen Geld, besonders, wenn sie nur einen Klick entfernt sind. Wer es sich zur Gewohnheit macht, den Einkaufswagen im Onlineshop zwar zu befüllen, aber erst 24 Stunden später auf „Kaufen“ zu klicken, wird schnell entdecken, wie viele Dinge er eigentlich gar nicht braucht.

An den Einkaufszettel halten

Geld, Gewissen

Ob im Supermarkt oder im Möbelhaus, überall locken attraktive Angebote abseits des Einkaufszettels. Den haben wir uns allerdings mit klarem Kopf geschrieben. Wer sich strikt an die kleine Liste hält, spart sich das Gefühl, mal wieder Unnötiges gekauft zu haben.

Gelesene Bücher sofort weiterschenken

Lebensqualität

Wissen und guten Lesestoff verbreiten, selber neue Bücher bekommen? Ein Win-win-Vorsatz.

Einen Timer stellen beim Surfen

Lebensqualität, Erfolg

Manchmal bringt Surfen auf Social Media Ärger statt Zerstreuung, wenn negative Nachrichten gefühlt Überhand nehmen. Doomscrolling nennt sich dieses Phänomen. Wer nicht zu tief in den Strudel des Weiterscrollens gesogen werden möchte, kann die Nutzungsdauer der betroffenen Apps limitieren. Entweder am Endgerät selbst, innerhalb mancher Apps oder mithilfe von eigenen Anwendungen.

Geräte abschalten und nicht nur in den Stand­ by-Modus schicken

Geld, Gewissen

Der Standby-Modus ist zwar praktisch, verbraucht aber unnötig Strom. Seit 2014 dürfen Elektrogeräte in der EU nicht mehr als ein Watt im Standby verbrauchen. Aber: Auch Kleinvieh macht Mist. Geringer Verbrauch hilft nur bedingt, wenn zwei Dutzend Geräte ungenutzt am Netz hängen.

22


Kleine Schritte, große Wirkung

Fünf Bücher, die einen weiterbringen: James Clear: Die 1%-Methode Mit „atomic habits“, also kleinen Angewohnheiten, größere Veränderungen schaffen.

n e h c s n Wir wü Innen r e s e L allen undes ie n ges neues Jahr!

Ryan Holiday: Dein Hindernis ist dein Weg Was die alten Stoiker zum Thema Lebenshilfe zu sagen haben und wie man das Ganze heute anwenden kann.

Nir Eyal: Die Kunst, sich nicht ablenken zu lassen Schuld sind bei Ablenkung doch immer die anderen. Nir Eyal pocht auf das Gegenteil.

Werner Tiki Küstenmacher: Simplify your life Ein Klassiker, der schon 20 Jahre vor Marie Kondo empfahl: Ordnung hilft – nicht nur im Kleiderschrank, sondern im ganzen Leben.

Mark Manson: Die subtile Kunst des Daraufscheißens Positives Denken – nein, danke! Stattdessen lieber akzeptieren, was eh nicht zu ändern ist.

die BALE | PARK Platz Bachlechnerstraße 46 ehem. Bauhaus hosted by MPREIS


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FH KUFSTEIN TIROL: FOKUS AUF NACHHALTIGKEIT

© FOTOLIA/MALP

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Die FH Kufstein Tirol verfolgt seit Jahren in vielen Bereichen eine Nachhaltigkeitsstrategie. In den Studiengängen und im Veranstaltungs­ management der Kufsteiner FH wird das Thema Nachhaltigkeit stark fokussiert.

FH KUFSTEIN TIROL UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

International | Praxisnah | Persönlich

Online Open House Samstag, 05.02.2022 9.00 - 15.30 Uhr DIE FH KUFSTEIN TIROL set zt in Sachen Nachhaltigkeit ein Zeichen.

BACHELORSTUDIENGÄNGE >> Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement (vz) >> Facility Management & Immobilienwirtschaft (vz, bb) >> Internationale Wirtschaft & Management (vz, bb) >> Marketing & Kommunikationsmanagement (vz, bb) >> Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement (vz, bb) >> Unternehmensführung (vz) >> Web Business & Technology (vz) >> Wirtschaftsingenieurwesen (vz)

MASTERSTUDIENGÄNGE >> Corporate Transformation Management (bb) >> Data Science & Intelligent Analytics (bb) >> Digital Marketing (vz, bb) >> Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement (bb) >> ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement (bb) >> Facility- & Immobilienmanagement (bb) >> International Business Studies (vz) >> Smart Products & Solutions (bb) >> Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement (bb) >> Sports, Culture & Event Management (vz) >> Web Communication & Information Systems (bb) vz=Vollzeit; bb=Berufsbegleitend

www.fh-kufstein.ac.at

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as Bewusstsein für „nachhaltige“ Veranstaltungen entstand an der FH Kufstein Tirol bereits vor vielen Jahren. Um eine entsprechende Zertifizierung als Green Event Tirol basic kümmerte sich dann erstmals eine Praxisprojektgruppe des Studiengangs Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement. Nach der ersten erfolgreichen Green-Event-Premiere wurde mit dem Studiengang Energie- & Nachhaltigkeitsmanagement ein Konzept für den gesamten Veranstaltungs-/Eventbereich ausgearbeitet. Seither werden alle Veranstaltungen, inklusive der der Praxisprojektgruppen, als Green Event durchgeführt und eine Zertifizierung angestrebt. Der Erfolg zeigt sich in zahlreichen Zertifizierungen von Veranstaltungen. Im August wurde erneut ein von Studierenden der Studiengangsrichtung Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement organisiertes Event durch die Initiative Green Events Tirol ausgezeichnet. PERSÖNLICHER EINBLICK INS STUDIENANGEBOT. Am 5. Feber 2022 lädt die FH Kufstein Tirol zum Online Open House ein. Interessierte können sich individuell über die 24 Studienangebote und den Campus informieren. Bachelor- und Masterinteressierte können sich bereits jetzt einen Studienplatz für Herbst 2022 sichern. Informationen zu den Studienangeboten, zum Online Open House und zur Onlinebewerbung finden Sie auf der Website der FH Kufstein Tirol: www.fh-kufstein.ac.at.


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EN

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MEHR ALS DIE KRANKHEIT Obwohl medizinisch behandelte HIV-Infizierte nicht mehr ansteckend sind, müssen sie mit einem Stigma leben, weshalb viele ihr Schicksal geheim halten. Andreas wurde unfreiwillig geoutet – und erzählt uns seine Geschichte. Text: Haris Kovacevic

AIDS-Hilfe Tirol Fachstelle HIV und sexuelle Gesundheit

... klärt auf, berät, testet und begleitet. HIV-Tests sind kostenlos montags von 17 bis 18.30 Uhr und dienstags von 13.30 bis 15 Uhr in der Kaiser-Josef-Straße 13 in Innsbruck Anmeldung unter 0512/56 36 21 oder online unter aidshilfe-tirol.at – anonym. Auch Tests auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen (Syphilis, Chlamydien, Gonorrhoe, Hepatitis) sind möglich.

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ANDREAS MIT SEINER PARTNERIN NADINE . Das Paar aus Vorarlberg besucht Innsbruck regelmäßig wegen Andreas’ Unter suchungen – und verbindet das gleich mit einem Stadtbummel .

© SHUTTERSTOCK.COM, PRIVAT

I

n seinen kühnsten Träumen hätte sich Andreas keine schlimmere Diagnose vorstellen können. Nach einem furchtbaren Jahr und einer Lungenentzündung lag er, nachdem er wegen seiner epileptischen Anfälle von Krankenhaus zu Krankenhaus gereicht worden war, im Krankenhaus Wels. Auf 34 Kilo abgemagert wegen eines Speiseröhrenpilzes. Das Wort „AIDS“ hallte noch lange in seinem Ohr nach. Gesagt hatte es ein Mann, von dem Andreas nicht sagen kann, ob es ein Arzt gewesen war oder ein Pfleger. Alle möglichen Horrorszenarien schossen Andreas in diesem Moment durch den Kopf. Plötzlich trat sein Kindheitsfreund, der sich in den 1980erJahren bei einer Bluttransfusion mit dem Virus angesteckt hatte, vor sein geistiges Auge. Dessen letzten Jahre waren durch Leid und Qualen geprägt, „bis er irgendwann sterben durfte“, wie sich Andreas erinnert. Würde ihn jetzt selbst dieses Schicksal ereilen? Würde man nun auch über ihn so reden, wie man damals über seinen „Spezi“ geredet hatte? Und musste

„Medizinisch hat sich bei HIV vor allem seit 1996 sehr viel getan.“ M ario S arclet ti, leitender O b erar z t , zus tändig f ür den H I V- und A I DS - Bereich

das alles wirklich jetzt passieren, wenige Monate vor der Geburt seiner ersten Tochter, auf die er sich so gefreut hatte? NORMALES LEBEN. Dass es bei Andreas vor 14 Jahren so weit gekommen war, hing damit zusammen, dass seine HIV-Infektion nicht frühzeitig erkannt wurde, „sondern erst in einem fortgeschrittenen Stadium“, erklärt Mario Sarcletti, leitender Oberarzt an der Abteilung für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Universitätsklinik Innsbruck, zuständig für den HIV- und AIDS-Bereich. Andreas ist ein sogenannter „Late-Presenter“ – also jemand, der nach der Infektion die meistens damit einhergehende grippeähnliche, akute Erkrankung überwindet, fünf bis zehn Jahre ohne Beschwerden weiterlebt, bis sich Krankheiten einstel-

27

len, bei denen man von AIDS spricht. Andreas hatte sich in seiner damaligen Ehe angesteckt – er führte kein ausschweifendes Sexualleben und nahm auch keine Drogen. Dass ihm das Schicksal seines Freundes aus der Kindheit erspart bleiben würde, durfte er in den darauffolgenden Tagen und Wochen erfahren. „Medizinisch hat sich bei HIV vor allem seit 1996 sehr viel getan“, erklärt HIVExperte Sarcletti, „die Medikamente sorgen dafür, dass die Viruslast unter die Nachweisbarkeitsgrenze gelangt und sich die von dem Virus angegriffenen Immunzellen nahezu vollständig erholen.“ Das bedeutet, dass HIV-Infizierte, die behandelt werden, nicht um ihr Immunsystem bangen müssen und auch andere nicht infizieren können. „Abgesehen von den regelmäßigen Kontrollen führen sie ein völlig normales Leben“, sagt Sarcletti. LÖSUNG DES PROBLEMS. Während sich medizinisch viel getan hat, ist das gesellschaftliche Stigma der Krankheit geblieben: „HIV wird mit


„Wenn über meine Krankheit gesprochen wird, sollte zumindest ich derjenige sein, der redet.“ A ndreas, H I V- Inf izier ter

Circa

1.000

Menschen mit HIV leben derzeit in Tirol. Sexualität in Verbindung gebracht, was an sich schon mit Tabus und Ressentiments versehen ist“, weiß Sarcletti. Außerdem handelt es sich um eine Infektion, die medizinisch lange Zeit nicht verstanden wurde, an der viele Menschen gestorben sind und die jahrelang eine unheimliche Bedrohung darstellte – zumal Ansteckungen oftmals in Lebenswelten bemerkt wurden, die per se schon mit Vorurteilen belegt waren. „Auch wenn die Übertragungswege relativ bald klar wurden, ist das Bewusstsein darüber zum Teil bis heute nicht in der Bevölkerung angekommen.“ Daher macht es sich die AIDS-Hilfe Tirol auch zur Aufgabe, auf Diskriminierung von Infizierten aufmerksam zu machen, und bietet Menschen mit HIV an, sie durch ihren Alltag zu begleiten. So musste sich auch Andreas beispielsweise auf seinem Arbeitsplatz anhören, dass „die einzige Lösung, HIV aus der Welt zu schaffen sei, alle Infizierten auf einer Insel zu internieren“. Damals wusste dort auf der Baustelle niemand etwas von Andreas’ Infektion und er hielt dicht, was seine Krankheit anbelangte. Was ihm nicht leicht fiel, weil er „ständig das Gefühl hatte, die Menschen anzulügen“. Andreas trennte sich von seiner Frau, zog nach Vorarlberg und lernte Nadine kennen – zu ihr konnte er Vertrauen fassen und ihr schließlich alles erzählen. „GEFAHRENGUT“. Das Paar lebt heute mit Nadines vier Kindern aus erster Ehe in Vorarlberg. Die Lebens- und Sozialberaterin

bekommt, selbst HIV-negativ, seit zehn Jahren hautnah mit, mit welchen Schwierigkeiten und Diskriminierungen ein Infizierter zu kämpfen hat. „Bei dem Spruch auf der Baustelle kann man ja noch drüberstehen“, sagt Nadine, „der war wohl so dahergesagt.“ Je höher aber der Bildungsgrad und der soziale Status der Menschen seien, mit denen man zu tun habe, desto plumper und erschreckender erscheinen die Vorurteile. Die Erfahrungen reichen von Ärzten, die Andreas nicht die Hand geben, geschweige denn, ihn untersuchen wollen, über Verweise, dass er ein „Gefahrengut“ für Nadines Kinder darstelle, bis hin zu Zahnärzten, die ihn anweisen, nach den regulären Öffnungszeiten zu kommen, weil nach ihm ein besonders gründlicher Desinfektionsvorgang nötig sei. DAS OUTING. All das ist medizinisch nicht begründbar. Nach seiner Diagnose im Welser Krankenhaus war Andreas relativ schnell wieder auf den Beinen, ließ sich medikamentös behandeln und ging einige Monate später wieder zur Arbeit, da er „für die Tochter da sein musste“, wie er sagt. Seine Medikamente nimmt er regelmäßig ein, die Viruslast ist seit Jahren unter der Nachweisbarkeitsgrenze – was er alle drei Monate überprüft. Zweimal im Jahr führt der Weg Nadine und Andreas nach Innsbruck, wo sie seine Untersuchung an der Uniklinik mit einem Stadtbummel verbinden. Seit zwei Jahren geht er offen mit seiner Erkrankung um – aber nicht unbedingt freiwillig.

28

108 wurden 2020

von der AIDS-Hilfe Tirol begleitet. Und zwar:

34 Frauen · 74 Männer IN JAHREN 20 bis 30 31 bis 40 41 bis 50 51 bis 60 61 bis 70 71 bis 80

9 16 28 39 13 3

2019 streifte er nach einem Feierabendbier ungewollt jemanden in einer Bar. Der bis heute Unbekannte wurde gleich aggressiv und schlug Andreas k. o. Im Krankenhaus gelandet sprach sich schnell herum, dass ein HIV-Positiver – Andreas hatte es dem Personal nach der Einlieferung zur Anpassung der Medikamente mitgeteilt – auf der Station lag. Andreas wurde schnellstmöglich heimgeschickt – mitgegeben wurde ihm ein Zettel, auf dem stand, dass er in ein anderes Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen gebracht werden solle. In der Zwischenzeit verbreitete sich die Geschichte vom verprügelten HIV-Infizierten in Zeitungen im ganzen deutschsprachigen Raum – und dass sich Beteiligte womöglich angesteckt


BLÖDE FRAGEN AN EINEN ARZT

© TIROL KLINIKEN

haben könnten, was selbstverständlich nicht stimmte. Aber so wusste bald jeder von Andreas’ Schicksal – auch Menschen, vor denen er es gerne geheim gehalten hätte. GEGEN MYTHEN UND VORURTEILE. „Wenn über meine Krankheit gesprochen wird, sollte zumindest ich selbst derjenige sein, der redet“, sagt Andreas heute. Das wurde ihm nach dieser Begebenheit klar. Offenbar werde auf Persönlichkeitsrechte von Erkrankten keine Rücksicht genommen und auch auf die Folgen für deren Familien nicht. Statt sich weiter damit zu verstecken, entschied Andreas also, in die Gegenoffensive zu gehen – und machte damit fast ausnahmslos gute Erfahrungen. So ungeschickt manche Ärzte, Zahnärzte, Polizisten auf seine HIV-Infektion reagierten, so anerkennend zeigten sich Freunde, Verwandte und Bekannte. Junge Kollegen traten beispielsweise auf der Baustelle an ihn heran und zollten ihm Respekt – sie hätten ihn im Fernsehen gesehen oder davon gehört oder gelesen und wünschten ihm viel Kraft, vor allem im Kampf gegen die vielen Vorurteile. Andreas und Nadine sind die Gesichter der Kampagne „Positiv arbeiten“ in Westösterreich, die sich, mitinitiiert von den AIDS-Hilfen Österreichs, gegen die Diskriminierung HIV-Infizierter am Arbeitsplatz einsetzt. Außerdem habe er einen Arzt in seiner Nähe gefunden, der bereit ist, sich in das Thema einzulesen, und der ihm in Zukunft als sein Hausarzt zur Verfügung stehen möchte – was sehr erfreulich sei, sagt Andreas. „Die Mythen und die Ängste der Menschen müssen endlich aus der Welt geschaffen werden“, findet Andreas. „Dafür wollen Nadine und ich uns in Zukunft stärker einsetzen. Es scheint aber noch ein langer Weg zu sein.“

6020

: Kann ich mich durch einen Handschlag mit dem HI-Virus anstecken? Mario Sarcletti: Nein. HIV wird über ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie von Blut-zu-Blut-Kontakt, also über offene Wunden, übertragen. Und selbst dann muss eine gewisse, gar nicht so geringe Menge an Partikeln transferiert werden, damit es zur Infektion kommt. Selbst ungeschützter sexueller Kontakt mit einem unbehandelten HIV-Infizierten führt nicht automatisch zur Übertragung, sondern ist, mathematisch gesehen, sogar recht unwahrscheinlich. Ungeschützter sexueller Kontakt mit einem erfolgreich Behandelten ist im Hinblick auf HIV bedenkenlos – wobei ich grundlegend dazu rate, sich vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen mit Kondom zu schützen. Gibt es abgesehen von diesen zwei Wegen noch weitere Möglichkeiten, sich anzustecken? Es kursieren Gerüchte, dass man sich über Mücken, Aerosole oder durch eine Schmier­infektion, also über die Türklinke oder eine Klobrille, anstecken kann. All das ist falsch. In Ländern, in denen eine nicht repressive Drogenpolitik herrscht und Substitutionstherapien, Spritzen- und Nadeltauschprogramme existieren, ist auch die Infektion über intravenösen Drogenkonsum sehr selten – auch in Tirol. Vererbt man die Krankheit eigentlich? Nein. Eine schwangere HIV-Infizierte, deren Viruslast bei der Entbindung unter der Nachweisbarkeitsgrenze liegt, bringt mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99 Prozent ein HIV-negatives Kind zur Welt. Eine HIVpositive Schwangere, die nicht behandelt ist, bringt mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 75 Prozent ein HIV-negatives Kind zur Welt. Daher ist der frühe HIV-Test in jeder Schwangerschaft besonders wichtig. Grundsätzlich ist für alle infizierten Frauen, deren HIV-Infektion frühzeitig erkannt und behandelt wird, auch die Familienplanung kein großes Problem.


Entgeltliche Einschaltung

IVB News

Drei Seiten Mobilität


ivb.at

Auf Probefahrt

Die IVB sind aktuell auf der Suche nach möglichst umweltfreundlichen Antriebsarten für ihre Busflotte. Dafür werden laufend E-Busse getestet. Die Umstellung dieselbetriebener Busflotten zugunsten neuer,

Trotz dieser und ähnlicher Herausforderungen ist man bei den

klimafreundlicher Antriebssysteme ist aktuell die zentrale

IVB zuversichtlich, spätestens ab 2023 die ersten E-Busse in

Herausforderung im öffentlichen Personennahverkehr.

den Normalbetrieb integrieren zu können. Die Vorbereitungen

Auch die IVB unterziehen in diesem Zusammenhang immer

dazu laufen jedenfalls auf Hochtouren, und man beobachtet die

wieder neue Fahrzeuge einer eingehenden Prüfung.

Entwicklung sauberer Antriebsarten für den öffentlichen Verkehr genau, um so schließlich den idealen Mix an möglichst

Nachdem bereits im Sommer der Einsatz des Mercedes-Bus

emissionsfreien Fahrzeugen für Innsbruck umsetzen zu können.

e-CITARO getestet wurde, waren die IVB zuletzt mit einem Fahrzeug des bayerischen Herstellers MAN im Stadtgebiet

Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl begrüßt die intensiven

unterwegs. Der zwölf Meter lange Lion’s City 12E mit einem

Probeläufe: „Der Verkehr ist einer der Hauptverursacher für den

Fassungsvermögen von 38 Sitz- und 40 Stehplätzen kam

CO2-Ausstoß. Wir wollen für die Lebensqualität der Menschen

dabei auf den Linien A und M zum Einsatz.

in Innsbruck hier neue und mutige Wege gehen. Eine saubere Öffi-Flotte ist dazu ein wichtiger Beitrag.“ Bürgermeister

„Uns geht es in erster Linie darum, die Fahrleistung und das

Georg Willi wiederum betont: „Spätestens 2023 sollen die

Fahrverhalten im täglichen Betrieb zu testen“, informiert

ersten E-Busse im Regelbetrieb sein. Die Investitionen für die

IVB-Betriebsleiter Harald Jösslin. Tatsächlich stellten nämlich

Umrüstung sind beträchtlich, aber gut fürs Klima.“

die Linienverläufe aufgrund der speziellen Topografie der Landeshauptstadt eine besondere Herausforderung für

Für Jänner 2022 haben die IVB bereits den nächsten Testlauf

E-Busse dar: „Vor allem die Steigungen im Verlauf der Linien

geplant. Dann soll ein E-Bus des schwedischen Herstellers Scania

verkürzen die Reichweite.“

auf Herz und Nieren geprüft werden.


Entgeltliche Einschaltung

Gutes Zeugnis Die IVB müssen sich nicht vor anderen Verkehrsdienstleistern verstecken – zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Befragung.

Um die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem öffentlichen

über 40 verschiedenen Leistungsmerkmalen befragt.

Personen­nahverkehr ging es auch in der letzten Ausgabe des

Einen besonderen Schwerpunkt legte man dabei auf Corona

ÖPNV-KundInnenbarometers. Insgesamt 37 Verkehrsunterneh-

bzw. dessen Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr.

men und -verbünde beteiligten sich an der Studie, darunter auch

Eine Erkenntnis der Befragung: Mehr als die Hälfte aller

die IVB – als einziges österreichisches Verkehrsunternehmen.

Viel­fahrerInnen hat die eigenen Fahrten zwar reduziert, doch ein Großteil davon plant, sie künftig, nach der Pandemie,

Das Ergebnis der Innsbrucker Verkehrsbetriebe kann sich sehen

wieder aufzunehmen.

lassen: Im internationalen Städtevergleich landete man 16-mal in den Top drei, in gleich zehn Kategorien – unter anderem

IVB-Geschäftsführer Martin Baltes sieht den Weg der IVB

Sauberkeit und Ausstattung der Fahrzeuge und Haltestellen

durch die Umfrage bestätigt: „Die Befragung zeigt deutlich,

sowie Informationen bei Störungen und Verspätungen –

dass ein gutes und attraktives Angebot von den Menschen auch

belegte man sogar den ersten Platz.

genutzt wird. Es war uns auch im Lockdown wichtig, jenen, die mobil sein müssen, ein zuverlässiges und sicheres Angebot

Für die Studie wurden zwischen April und August des

anzubieten. Wir haben hier sehr viele positive Rückmeldungen

ver­gangenen Jahres 500 InnsbruckerInnen telefonisch zu

seitens der Fahrgäste erhalten.“

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH / Brunecker Straße 3 / 6020 Innsbruck, T +43 512 58 60 20 / marketing@ivb.at / www.ivb.at; Gestaltung: Zimmermann Streiter Werbeagentur; Fotos: IVB/Berger


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6020 isst sich einmal quer durch die Stadt, verrät, was schmeckt, was nicht und was es Neues zu entdecken gibt.

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ENDSTATION BURGER Das Franchiseko nz e p t L E B U RG E R i m E i n kaufszentrum D EZ s e t z t ne ue M aß s t ä be.

D

ie Wiener Unternehmerfamilie Tauber trat 2014 den Siegeszug durch Österreich an. Sieben Jahre später gibt es LE BURGER inzwischen sechsmal in Wien und mit Innsbruck zehnmal in Österreich (und einmal – warum auch immer – in Dubai), weitere Standorte kommen dieses Jahr dazu. Vorwiegend mit Franchisenehmern umgesetzt (in Innsbruck mit Michael Meindl) und stets in Einkaufszentren oder zumindest Einkaufsstraßen, erkennt man sofort, dass hinter LE BURGER viel Arbeit steckt. Burger – zu Ende gedacht. Neben wirklich ausgezeichneten Burgern in allen Variationen (man kann sich diese auch selbst zusammenstellen), umfasst das Angebot besondere Side-Dishes (Pommes in allen Variationen, leckerer Coleslaw, Maiskolben …), Milchshakes, zeitgemäße Bowls wie Salate, solide Steaks und amerikanische Desserts. Das Angebot von LE BURGER ist riesig und die Qualität dabei auffällig gut. Man versichert, stets frische Zutaten zu verwenden, das österreichische Fleisch taggleich zu faschieren, das Brot backfrisch anzubieten und auch alle Saucen (zwölf Variationen zur freien Entnahme) täglich aufs Neue selbst anzurühren. Auch eine eigene Cola hat man kreiert, die den Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen braucht. Angesichts der großen Angebotspalette und der herausstechenden Leistung ist die Preisgestaltung mehr als fair (Burger starten bei 7 Euro). Lobenswert auch das Takeaway-Konzept. Der Verpackungsmüll, der entsteht, ist nachhaltig produziert, die Trinkhalme kann man sogar essen (sollte man aber nicht). Kurzum: Hier hat man es aus dem Stand zu Innsbrucks bestem Burgerladen geschafft. Die Konkurrenz darf sich nur über einen Umstand freuen: dass LE BURGER im DEZ beheimatet ist und damit urbane Laufkundschaft nicht gerade anlockt. Wäre das Franchise in der Innsbrucker Innenstadt beheimatet, würde das vielerorts zu Recht ordentlich Kopfweh und die eine oder andere Daseinsberechtigungsdebatte auslösen.

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S E R I E

die Zu ku n ft d e r Stadt

Wenn Pudu das Essen bringt Neben vielen fleißigen Händen helfen im Yami Asia auch zwei Roboter bei der Bewirtung der Gäste – und liefern einen Vorgeschmack darauf, wie immer mehr Technologie in der Gastronomie Einzug halten könnte. Text: Julia Narr – Fotos: Axel Springer

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in Roboter namens Pudu greift dem Serviceteam des größten Asia-Restaurants in Tirol seit Mai vergangenen Jahres unter die Arme. Nach einem erfolgreichen Probelauf in Wien organisierte man auch für den Tiroler Standort der Restaurantkette Yami Asia einen elektronischen Helfer, der dem Team eine Menge Arbeit abnehmen und für Erstaunen bei den Gästen sorgen kann. Seit einigen Monaten sind nun im Lokal im Greifcenter Innsbruck bereits zwei Serviceroboter im Einsatz. SO FUNKTIONIERT’S. Einmal am Tag werden die Roboter aufgeladen, um beim Ansturm auf Mittags-

und Abendessen den Gästen zuverlässig Gerichte und Getränke zu servieren. Mittels Sensoren, die sich an der Decke des im November 2019 eröffneten Lokals befinden, bahnen sich die Kellner auf Rädern ihren Weg zu den jeweiligen Tischen. „Es ist ein sehr zuverlässiges System, denn beide Roboter finden jeden Tisch in unserem Restaurant“, erklärt die Chefin. Das Tempo der Roboter wurde so eingestellt, dass die Speisen noch heiß bei den Gästen landen, ohne dabei das rege Treiben am Buffet zu stören. Die Küche stellt die bestellten Gerichte auf eine der regalartig angeordneten Tabletts und kann dann am oben befind36


ERMÖGLICHT VOM VVT Mit dieser Serie unterstützt der VVT den unabhängigen Journalismus zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.


MITHILFE VON AN DER DECKE ANGEBRACHTEN SENSOREN können sich die Roboter orientieren.

d i e Z u k u n f t d e r S ta dt

lichen Bildschirm die jeweilige Tisch­ nummer eingeben. DIE ROBOTER BRAUCHEN PLATZ. Das Yami Asia eignet sich gut für solch eine technologische Neuheit, da das Raumkonzept genügend Abstand zwischen den Tischen bietet, damit sich die zwei Roboter gut fortbewegen können. „Die Gäste können sich ihr Essen und ihre Getränke selbstständig herunternehmen und die Roboter fahren wieder Richtung Küche, sobald sie ihre Bestellungen ausgeliefert haben“, erklärt die Chefin. Besonders in Pandemiezeiten ist der kontaktlose Service also durchaus eine Bereicherung für die Gastronomie.

Bei Bedarf spielt Pudu auch Geburtstags­ ständchen.

EIN ALLROUNDER. Doch wer glaubt, dass die beiden Roboter nur den Kellnern und Kellnerinnen unter die Arme greifen können, der irrt. Neben dem Service bietet das in China entwickelte System eine weitere Funktion, die vor allem bei besonderen Anlässen für Schmunzeln sorgt. „Bei einer Geburtstagsfeier in unserem Lokal können die Pudus auch ein Geburtstagslied abspielen“, erzählt eine Mitarbeiterin. Wer an seinem Ehrentag im Yami Asia zum Essen

vorbeikommt, dem singen die Roboter ein Ständchen, wenn sie die Gerichte zum Tisch servieren. Außerdem werden an den Servicehilfen auch Sternspritzer oder Geburtstagsraketen befestigt, um für einen besonders stimmungsvollen Auftritt für das Geburtstagskind zu sorgen. DIE KELLNER DER ZUKUNFT? Auch wirtschaftlich haben die Serviceroboter einen positiven Einfluss auf das 38


© MISO ROBOTICS

Über dem Tellerrand International setzen immer mehr Gastrounternehmen auf Robotik, künstliche Intelligenz und neue Technologien. Am Times Square in New York verbindet eine Filiale von Taco Bell die Vergangenheit mit Innovation: In einem der ältesten Gebäude der Stadt, dem Paramount Building, bestellt man über Touchscreen und das Essen kann selbst abgeholt werden. Bei der Food-Delivery-Plattform DoorDash wiederum bereitet Roboter Sally Salate und Bowls zu und bei der Burgerkette White Castle frittiert Roboter Flippy Pommes frites. Mithilfe künstlicher Intelligenz ist aber noch mehr möglich, um die Effizienz der Automatisierung für die Gastronomie zu nutzen. Mit dem CookRightSystem von Miso Robotics werden Köche beim Braten von Fleisch unterstützt – mittels Kamera wird von der Maschine erkannt, wann die perfekte Garzeit erreicht ist. Roboter-Barkeeper Barney kann Cocktails mixen und versucht, seine Gäste sogar mit Witzen zum Lachen zu bringen.

Geschäft – zumindest aus Unternehmersicht. „Durch die Hilfe der Roboter konnten wir Mitarbeiter einsparen, da sie uns sehr viel Arbeit abnehmen und einwandfrei funktionieren“, verrät die Chefin. Trotzdem wird im Yami Asia auch in Zukunft nicht völlig auf menschliches Personal verzichtet. Die Roboter ebnen aber einen innovativen Weg in Richtung technologisierte Zukunft und zeigen, welche Vorteile die Digitalisierung mit sich bringen kann. AUF PUDU IST VERLASS. Im Restaurant im Greifcenter wird es vorerst bei zwei Exemplaren bleiben. Die Anschaffungskosten für einen Roboter belaufen sich in etwa auf 7.000 Euro. Bei

Personalengpässen oder regem Betrieb im Lokal ist auf Pudu I und Pudu II konstanter Verlass. Auch bei den Gästen sorgen die Serviceroboter für Begeisterung, berichtet die Chefin: „Von Jung bis Alt, alle sind erstaunt über unsere technischen Helfer. Sie locken immer mehr Menschen in unser Lokal.“ Ob sich die Roboter in Zukunft auch in anderen Gastronomiebetrieben in Tirol etablieren werden, wird die Zeit zeigen. Doch der erfolgreiche Einsatz der Serviceroboter im Yami Asia spricht für sich und zeigt, dass die Zukunft der Stadt mitunter auch einen mutigen Schritt in Richtung Digitalisierung erfordert, um von den Vorteilen der Technologie zu profitieren. 39

In der nächsten Ausgabe Smart City – viel verwendet, oft gehört. Aber was versteht man darunter und wie „smart“ können Städte schon sein?

ERMÖGLICHT VOM


T E ST

CHAI, CHAI, CHAI Chai Latte – Gewürztee mit Zimt, Anis, Kardamom, Nelken und heißer Milch – ist kein Exot mehr in Innsbruck. 6020 hat sich durch das unerwartet große An­gebot gekostet.

MUSEUMSTRASSE 4

MOMO Im Café in der Wagner'schen kommt der Chai Latte mit besonders vielen Gewürzen daher – unter anderem auch Fenchel, Rooibos und Ingwer. Das Ergebnis ist ein cremiges, süßlich-würziges Milchgetränk – schmeckt! Preis: 3,80 € (+ 0,30 € für Hafermilch)

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INNSTRASSE 2

HAEPINEST Der Chai Latte schmeckt deutlich nach Tee, ist nicht zu süß und geschmacklich sehr rund. Ein Vorzeige-Chai-Latte. Preis: 3,90 € (+ 0,30 € für Hafermilch)

MARKTGRABEN 14A

GREENROOTS COFFEEROOM Herb im Geschmack und eher wässrig in der Textur, dafür aber mit Zimt-Zucker-Topping kommt der Chai Latte im Café des Unverpackt-Ladens daher – wer’s mag. Pluspunkte gibt es für die Hafermilch, die man hier ohne Aufpreis bekommt. Preis: 3,90 €

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HERZOG-OTTO-STRASSE 8

MOUSTACHE Serviert im Teekännchen mit losem Tee und heißer Milch fällt der Chai Latte im Moustache optisch und geschmacklich eindeutig in die Kategorie Teegetränk. Weil die Portion eine ordentliche ist, sollte man etwas Zeit (und Gesellschaft oder ein Buch) mitbringen.

eissieg r P

Preis: 3,60 €

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KIEBACHGASSE 2

HOUSE OF TEA AND COFFEE Das Geschäft in der Altstadt bietet gleich drei Chai-Varianten an: Spiced, Vanille und Dirty – also mit einem Espressoshot. Letztere zwei sind super cremig, reichhaltig und süß muss man definitiv aber mögen. Preis: Chai Latte 3,30 €, Dirty Chai 3,90 €

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MARIA-THERESIEN-STRASSE 31

COFFEESHOP COMPANY Den Chai Latte bekommt man hier praktischerweise in drei verschiedenen Größen. Mit seinem sämigsüßen Geschmack erinnert er auch hier eher an einen warmen Milchshake denn an einen Tee. Preis: klein 3,40 € (ohne Aufpreis für Sojamilch)

FAZIT

Chai Latte ist nicht gleich Chai Latte. Bei den einen ein reichhaltiges Milchgetränk, bei den anderen Gewürztee mit Milch – am besten, man weiß, welche der zwei Varianten man lieber mag.

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WEIN IN ORANGE Natural Wine: der letzte heiße Scheiß oder ein neuer Weg, der Winzer und Weintrinker gleichermaßen überzeugt? Text: Linda Pezzei

Die Lese von biologisch- dynamisch angebautem Wein ist echte Handarbeit und er forder t viele f leißige Helfer.

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ORANGE WINE Dabei handelt es sich um Weißwein, der wie Rotwein hergestellt wird. Die Trauben werden mit der Schale (Maische) vergoren, was zu einer vermehrten Extraktion an Farbstoffen führt: Der Wein erhält eine dunkelgelbe bis orange Tönung und ist meistens etwas trüb. Der Ausbau kann – aber muss nicht – in Amphoren erfolgen.

NATURAL WINE Weine, die möglichst ohne Zusätze und aufwendige önologische Verfahren produziert werden. Andere Namen: „Artisan Wine“, „Naked Wine“, „Vin Vivant“, „Vin Naturel“ oder auch „Naturreiner Wein“. Allerdings ist diese Benennung umstritten, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Wein immer ein Naturprodukt darstellt. Dennoch hat sich dieses Wording in der Szene bereits etabliert.

© SHUTTERSTOCK, AMON BARBARA, STEFAN JOHAM

Charakteristisch für den Anbau • biologische, bio-dynamische Bewirtschaftung • keine synthetischen Mittel • nur gesunde Trauben Charakteristisch für den Ausbau • keine Anreicherung • nur die traubeneigenen Hefen sind für die Vergärung erlaubt • keine Schönungsmittel • keine Filterhilfsmittel • natürliche Klärung • Verzicht auf Schwefel (umstritten)

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eiß, rot, rosé und jetzt auch noch orange? Wie so oft ist auch der Hype um das neue Produkt „Natural Wine“ eigentlich ein alter Hut. Oder eben eine Rückbesinnung auf den traditionellen An- und Ausbau von Weinen auf Basis der zusatzfreien Spontanvergärung biologisch-dynamisch angebauter Trauben. In Georgien ließ man schon zu Zeiten der Antike vor 4.500 bis 5.000 Jahren die Trauben mittels spontaner Maische­ gärung in Amphoren zu Wein werden. Bis heute wird diese Art der Weinbereitung vor Ort gepflegt und hat sich seit dem 20. Jahrhundert auch international verbreitet. Unter anderem in Österreich. Wer niemandem auf den Schlips treten möchte, der verwendet anstelle der Bezeichnung „Naturwein“ oder „Natural Wine“ den unumstrittenen Ausdruck „Orange Wine“ – obwohl Letzterer eigentlich nur für den Prozess der Maischegärung steht. Wenn man es nicht ganz so genau nehmen möchte: Die verschiedenen Weintypen sind zwar voneinander unabhängig, aber letztendlich miteinander vereinbar. VIEL ARBEIT, GEDULD UND LIEBE ZUM PRODUKT. Da bei der Herstellung von Natural Wine auf jegliche Zusatzstoffe verzichtet wird, ist die Gesundheit des Lesematerials besonders wichtig. Daraus ergibt sich bereits am Weinberg selbst ein erhebliches Maß an Mehrarbeit. Auch der Standort ist von entscheidender Bedeutung für die spätere Qualität des Weines. Dazu kommt ein generell größerer Zeitaufwand. All das schlägt sich in einem

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etwas höheren Verkaufspreis nieder. Die junge Winzerin Johanna Markowitsch sagt: „Die größte Herausforderung liegt beim punktgenauen Ernten. Mich selbst hat zudem überrascht, was bei Maischegärungen im Weißweinbereich möglich ist.“ Bei der Haltbarkeit ohne Schwefel sieht Johanna bei stabilen PH-Werten kein Problem. Dennoch set-zen Winzer auf diesen Zusatz – auch, weil die trübe Farbe immer noch eine große Hürde bei den Konsumenten darstellt. Unter „Natural Wine“ versteht Johanna, dass dem Wein absolut keine Zusätze hinzugefügt werden. Das Weingut Markowitsch fährt dementsprechend zwei Linien. Markowitsch steht für biologischen Anbau bei spontaner Vergärung und repräsentiert das traditionelle, herkunftsorientierte Weingut. Johannas eigene Linie JOMA umfasst Weine, die komplett ohne Zusätze und Filtration auskommen sowie frei von Schwefel sind: „Ich wollte Weine machen, die von einer Leichtigkeit geprägt sind. Etwas jugendlicher, frischer, verspielter. Ich versuche immer, ans eigene Limit zu gehen und zu schauen, was möglich ist.“ DIE JUNGEN WILDEN. Wie im Falle von Johanna kann auch Matthias Warnung aus dem Kamptal auf eine lange familiäre Weinbautradition zurückblicken. Ein Besuch in Südafrika eröffnete ihm unvermittelt eine völlig neue Dimension des Winzerdaseins, das er seit 2010 in seiner eigenen Philosophie lebt: Nonkonformität trifft anspruchsvolles Handwerk. Die Arbeit, die im Weingarten passiert, soll so unverfälscht wie möglich in die Flasche gelangen.


NATURAL WINE lässt sich of t schon an den fantasievoll gestalteten Etiket ten erkennen.

Neuer Ansatz Pet Nat oder Pétillant Naturel steht für „natürlich perlend“ und bezeichnet die Flaschengärung ohne Zugabe von Hefe und Zucker. Er ist oft trüb, kann trocken sein oder eine Restsüße aufweisen und je nach Zuckergrad im Most moussierend bis sprudelnd ausfallen.

Natural Wine ist daher immer anders, oftmals überraschend und manchmal auch ein bisschen verrückt. Die Persönlichkeit der Winzerin oder des Winzers sozusagen abgefüllt in eine Flasche, dazu immer eine spezielle Geschichte und ganz viel Charakter. Das spiegelt sich meistens auch in einem ausgefallenen Design der Etiketten wider. „Am Anfang habe ich mich da noch selber drangewagt, dann aber durch Zufall einen Grafiker in Graz kennengelernt, der mich heute als guter Freund unterstützt“, erzählt Matthias. Auch Weinbauer Andreas Gsellmann vom Neusiedlersee setzt seit 2006 auf biologischen Anbau und seit 2011 auf maischevergorene Weine: „Für uns ist der Verzicht auf die Filtration ein großer Vorteil. Mehr Geschmack und ein ehrlicher Ansatz. Das ist genau mein Weg. Uns ist es wichtig, den Übergang des Weintrinkers von konventionell auf biologisch und natural zu erleichtern. Ich selber trinke gleichermaßen klare, filtrierte Weine und Natural Wine.“ Das Verständnis und der Zugang zu Natural Wine sind also durchaus verschieden. Vielleicht ein Grund, warum Österreich in der Szene im Ausland einen guten Ruf genießt. „Das liegt an der Arbeit aller Winzer, egal ob natural oder konventionell. Ich würde die Tendenz eher als eine Entwicklung in Richtung Authentizität und Qualität in allen Bereichen der Winzerarbeit beschreiben. Ich denke, es ist kein Trend, es ist kontinuierliche Veränderung“, unterstreicht Matthias das große Potenzial im eigenen Land und weltweit.

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SUPPORT YOUR LOCAL DEALER. Noch bedient Natural Wine eine Nische. In den Großstädten ist aber seit geraumer Zeit ein deutlicher Boom zu verzeichnen und gerade die jungen Weintrinker ab 20 Jahren sorgen für einen erheblichen Aufschwung am Markt. Der etablierte österreichische (Online-) Weinshop Wein & Co, der auch mit einer Filiale in Innsbruck vertreten ist, hat im Gegensatz zu vielen anderen Händlern Natural Wine im Programm. Derzeit macht das Angebot nur 2,4 Prozent des gesamten Sortiments aus – Tendenz leicht, aber kontinuierlich steigend. Neben „Urgesteinen“ wie Ernst Triebaumer, Claus Preisinger, Loimer, Jurtschitsch oder Gernot Heinrich lassen sich hierbei aus österreichischer Sicht auch Newcomer wie Johanna Markowitsch finden. Bei Wein & Co überwiegt der private Konsum mit 92 Prozent den der Gastronomie noch bei Weitem. Und auch wenn Wien beim generellen Absatz ganz weit vorne liegt, so ist auch Innsbruck schon lange kein blinder Fleck mehr auf der nationalen Natural-WineLandkarte. Die Lokale Riese, Infield und Haepinest haben naturreinen Wein und sogenannte Pet Nats ebenso auf der Karte wie das Oniriq. Gerade Letztgenannte freuen sich über den großen Zuspruch und das positive Feedback der Gäste. Andernorts (wie beispielsweise im Lichtblick) lohnt es sich in jedem Fall nachzufragen – oft findet sich dann im gut sortierten Weinkeller noch das eine oder andere naturbelassene Fläschchen …


3 Fragen an

Matthias Warnung,

Michael Hörl,

Sommelier im Oniriq

Haepinest

1. SEIT WANN PRODUZIERST DU NATURAL WINE UND WARUM?

1. WARUM HABT IHR NATURAL WINE MIT AUF DIE KARTE GENOMMEN?

1. SEIT WANN BIETET IHR NATURAL WINE AN?

Mein erster Wein ist aus 2010 – ein Grüner Veltliner. Einen Teil der Trauben habe ich aus der Maische vergoren. Es hat sich für mich richtig angefühlt und (Winzer-)Freunde wie Craig Hawkins oder Jurgen Gouws haben mich mit ihrer Arbeit und ihren Weinen inspiriert. 2. WAS SIND DABEI DIE GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN?

Ich denke, die größte Herausforderung – abgesehen von der Natur – ist es, Vertrauen und Ruhe im gesamten Prozess, vom Weingarten bis zur gefüllten Flasche Wein, aufzubauen.

© SHUTTERSTOCK, EVI HUBER/HELMREICH FOTOGRAFIERT (3), JÜRGEN SCHMÜCKING, DIRK JHONSTON, MATTHIAS WARNUNG, JOHANNA MARKOWITSCH (2), AMON BARBARA

Nikolai Prachensky,

Winzer aus dem Kamptal

3. WELCHEN DEINER WEINE WÜRDEST DU ZUM EINSTIEG EMPFEHLEN?

Puh, eigentlich alle. Unterschiedliche Weine sprechen schließlich unterschiedliche Menschen an.

„Es hat sich für mich richtig angefühlt.“ Matthias Warnung, Winzer aus dem Kamptal

Es geht uns darum, dass wir einen gesunden Mix aus Klassik und Neuem anbieten. Die Innsbrucker Weinkarten werden von den lokalen Weinhändlern und deren Sortiment dominiert. Das wollen wir aufgreifen, aber auch erweitern. Wir nutzen dafür unsere direkten Beziehungen zu Winzern und Weinhändlern außerhalb Innsbrucks.

Wir sind seit mittlerweile zwei Jahren mit dabei und finden das Thema superspannend. Natural Wine ist in unseren Augen nicht nur geschmacklich besser als konventionell hergestellter, auch die Philosophie der Winzer überzeugt uns: neben dem biologisch-dynamischen Anbau in den Weinbergen wird auch im Keller im Einklang mit der Natur gearbeitet.

2. DEIN PERSÖNLICHER WEINTIPP UND WARUM?

2. WO STEHT ÖSTERREICH IM HINBLICK AUF NATURAL WINE?

Wir arbeiten sehr eng mit Erich & Michael Andert aus Pamhagen im Burgenland zusammen, die 4,5 Hektar Rebfläche biologisch-dynamisch bewirtschaften. Aktuell schenken wir den Pamhogna 2013 in der Weinbegleitung aus. Der Grund dafür ist klar: die puristische, ehrliche Stilistik, die nur durch sauberes, auf den Punkt geerntetes Traubenmaterial entstehen kann. Keine Marmelade, sondern Weine mit Spannung und Trinkfluss. 3. IST NATURAL WINE IN DER AUSBILDUNG EIN THEMA?

Die Ausbildung zum DiplomSommelier am WIFI oder auch für die ersten Level des WSET – Wine & Spirit Education Trust – ist großteils noch sehr klassisch angehaucht. Das ist nicht unbedingt verkehrt, da eine gute Basis den Grundstein dafür legt, sich individuell weiterzuentwickeln.

„Ein gesunder Mix aus Klassik und Neuem“ Nikolai Prachensky, Sommelier im Oniriq 47

Im Ausland ist Österreich gerade als extrem spannende Gegend im Gespräch. Da passiert richtig viel, das sieht man von Dublin über London bis Paris überall. Dazu kommen die Naturwein-Urgesteine wie Tschida oder Muster, die schon lange im Noma in Kopenhagen ausgeschenkt werden. 3. WO BEZIEHT IHR EUREN WEIN?

Abgesehen vom Direktkauf bestellen wir viel bei Weinskandal aus Wien, aber auch bei den Natural Wine Dealers aus Salzburg, Unchained aus Krems und einigen mehr.

„Die Philosophie der Winzer überzeugt uns.“ Michael Hörl, Haepinest


SERIE

MI LC H SCHNITTE MundArt beginnt das Jahr höfisch, wie zu Kaisers Zeiten, schabt die Milz und macht draus Milzschnitten. von Flo Seidl

Am Hofe hier zu Kaisers Zeiten ließ man sich allerlei bereiten, ob Rind, ob Kalb und auch Geflügel, dazu ein Bier, serviert im Krügl, auch Biberschwanz und raren Fisch kredenzte man am Kaisertisch. Dazwischen gab es Gänseleber, glaciert, gefüllten Eber, Rebhuhnbrüstchen, Kohlsoufflé, zudem die süße Crème brûlée, auch Krebsschwanz, Hummer und Garnelen erfreu'n die adeligen Kehlen. Begonnen wurd' das köstlich' Mahl im prunkvoll-großen Kaisersaal, nach höfisch-alter Sitte mit Suppe, drin ’ne Milzschnitte.

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MUNDA RT

Die Milz Das lymphatische Organ zählt zu den Innereien und gehört möglichst frisch verarbeitet. Innereien werden heute leider nicht mehr als Gustostückerln eines Rindes betrachtet. Dabei können sie wirklich köstlich schmecken, wenn man sie gut zubereitet. Innereien sind nährstoffreich, enthalten Vitamine, Mineralstoffe und viel Eiweiß.

Das Rezept: Milzschnittensuppe Zutaten: 200 g frische Milz, 1 Ei, 1 Knoblauchzehe, frischer Thymian, Petersilie, Pfeffer, Salz, Toastbrot, Butterschmalz Für die Suppe: 2–4 Markknochen, 800 g Beinfleisch, 2 Zwiebeln, 1 Bund Suppen­ grün (Karotten, gelbe Rüben, Lauch, Sellerie, Petersilwurzel), Petersilie, Pfeffer, Salz, Lorbeerblatt Zubereitung: Suppe: Halbierte Zwiebeln und Mark­ knochen waschen und im trockenen Topf heiß anrösten, bis der Boden Farbe annimmt. Das Suppenfleisch mit dem Gemüse im kalten Wasser aufstellen und zum Kochen bringen. Einmal aufkochen lassen und dann bei kleiner Flamme zwei Stunden sieden lassen. Das Fleisch in der Suppe abkühlen lassen und anderweitig verwenden. Suppe abseihen und kräftig mit Pfeffer und Salz würzen und noch etwas einkochen lassen.

Milzschnitten: Zunächst „schabt“ man die Milz. Dazu schneidet man die äußere Haut an und löst sie zu einer Seite hin ab. Dann schabt man mit dem Messer das rote, weiche Gewebe zur Seite. Dieses verwendet man für die Milzschnitten. Knoblauch und Petersilie fein hacken, Thymianzweige entblättern. Milz mit Ei und Gewürzen gut vermengen, mit Pfeffer und Salz würzen. Toastbrot dünn bestreichen, eventuell zusammenklappen und die Oberseite nochmals bestreichen. Ein paar Minuten einziehen lassen. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Milzschnitten mit der von Milz be­ strichenen Seite nach unten im heißen Fett anbraten. Nach ein paar Minuten wenden und nochmals anbraten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und in dekorative Stücke schneiden, in der Suppe anrichten. Mahlzeit!

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6020 und SPAR verlosen

EINE SPARGUTSCHEINKARTE IM WERT VON 50 EURO

Kennwort: „MundArt“ Einsendeschluss: 31. Jänner 2022 Rechtsweg ausgeschlossen keine Barablöse Brunecker Straße 3 6020 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at


PROGRAMM JÄ N N E R 2022

KABARETT

4. BIS 7. JÄNNER 20 UHR

H E ITE R E R RÜCKB LI CK JAHRMARKT DER HEITERKEITEN 2021 IM TREIBHAUS

Der fast schon traditionelle Jahresrückblick von und mit Markus Koschuh findet nach der Zwangspause zum bereits zwölften Mal statt. Wie gewohnt arbeitet der Kabarettist die politischen, medialen und gesellschaftlichen Highlights und Lowlights des letzten Jahres ab, einiges Absurdes und Skurriles inklusive.

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LITERATUR

24. JÄNNER 9 UHR

R E I S E N M IT FO LG E N

MONTAGSFRÜHSTÜCK: URLAUB MACHEN, WO ANDERE LEBEN

Reisesehnsucht, Gastlichkeit und ökonomische Notwendigkeit auf der einen, die unabwendbaren Folgen für Mensch und Umwelt auf der anderen Seite: Die gegensätzlichen Facetten des Tourismus waren noch nie so deutlich sichtbar wie in den letzten beiden Jahren. Der Fotograf Lois Hechenblaikner (u. a. Bildband Ischgl) und die Autorin Selma Mahlknecht diskutieren, wie man Tourismus weiterdenken und transformieren kann.

AUSSTELLUNG

BIS 11. MÄRZ BU NTE M I S CHU N G GRUPPENAUSSTELLUNG IN DER GALERIE ARTINNOVATION

In einer großen Gruppenschau zeigt die Galerie ARTINNOVATIOn Werke von mehr als 30 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern, darunter unter anderem Benjamin Ammer, Ilse Gams, Jeanette Sherly Hippelein, Manfred Pani, Günther Villgrattner und Maria Ziegler.

AUSSTELLUNG

BIS 26. MÄRZ Z E ITR E I S E

Raum für Literatur

© BÖHM, HECHENBLAIKNER, GALERIE ARTINNOVATION

RIO BRANDL IN DER GALERIE ELISABETH & KLAUS THOMAN

Die Ausstellung zeigt die 1989 auf der 20. Kunstbiennale in São Paulo ausgestellten Werke des österreichischen Malers Herbert Brandl, der den Neuen Wilden zugerechnet wird – einer Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern, die in den 1980ern in Deutschland und Österreich mit unbekümmerten, subjektiven und abstrakten Gemälden für Aufregung sorgten.

Lesungen Gespräche Diskussionen Schreibwerkstätten

www.literaturhaus-am-inn.at 51


PROGRAMM

AUSSTELLUNG

AB 13. JÄNNER AKUSTI SCH E R STÄ DTETR I P

SONDERAUSSTELLUNG SENCITY IM AUDIOVERSUM

Zentrales Thema der Sonderausstellung ist die Stadt, ein von Menschen für Menschen gebauter Organismus und seine Klänge: die von ihm erzeugten, die verbannten oder die von seinen tönenden, mechanischen Gehilfen. Die Künstlerin Deborah Sengl hat dafür ein dreidimensionales Stadtlabyrinth gebaut, das Besucherinnen und Besucher durch Bewegung und Zuhören erobern. Via Kopfhörer taucht man in eine erweiterte Audio-Welt ein und kann sich auf die klangbasierte Augmented Reality konzentrieren.

KONZERT

6. JÄNNER

Wir sind das Bier, Widerstand ist zwecklos!

10.30 UHR

facebook.com/JollyInnsbruck

MUS I K ALI SCH E R START

NEUJAHRSKONZERT DES TIROLER KAMMERORCHESTERS INNSTRUMENTI IM CONGRESS

Das Kammerorchester InnStrumenti läutet das neue Jahr unter der Leitung von Gerhard Sammer mit einer Mischung aus klassischen Neujahrshits, Werken von Komponisten mit besonderen Jubiläen und einigen Überraschungen ein. Freuen darf man sich unter anderem auf Werke von Lincke, Schütz, Xenakis, Franck, Bernstein, Brahms, Wonder, Elgar, Smetana und Johann Strauss.

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KONZERT

6. JÄNNER 19 UHR

JA Z Z I N D E R KI RCH E AROUND THE BLOCK MIT HI5 IN DER SPITALSKIRCHE

WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? SCHAUSPIEL VON EDWARD ALBEE AB 22. JÄNNER 2022 IM GROSSEN HAUS

Der Kulturverein Legends of Rock leitet das neue Jahr mit einem besonderen Konzert ein. In der Spitalskirche performen HI5 ihre Minimal Jazz Chamber Music, allerdings etwas anders als gewohnt: Sie lassen die letzten – nicht nur für die Band – sehr ereignisreichen Jahre Revue passieren und spielen ein von diesen Erlebnissen inspiriertes und für die Location adaptiertes Programm.

THEATER

6., 9., 16., 23. UND 30. JÄNNER 16 UHR

© AUDIOVERSUM, SPITALSKIRCHE, LEOBÜHNE, INNSTRUMENTI

TI E R I S CH

„FLORIANE FROSCH GEHT AUF REISEN“ IN DER LEOBÜHNE

40 %

E RMÄ S

SIGU NG

unter für alle en 27 Jahr

Theater für die ganze Familie: Floriane Frosch ist kein gewöhnliches Froschmädchen. Sie hat eine goldene Brille auf der Nase und trägt einen rotweiß getupften Rock – und eines Tages beschließt sie, ihr Haus auf dem großen Seerosenblatt zu verlassen. Auf ihrer Reise erlebt sie Abenteuer mit Theo Eule, Emil und Esther Erdkröte, dem kurzsichtigen Storch Leo Langbein und vielen anderen Tieren.

www.landestheater.at


PROGRAMM

Sen

GEHÖRT GESEHEN SONDERAUSSTELLUNG

City

3-D SOUNDSTORY

EIN AKUSTISCHER STÄDTETRIP Ausstellung der Künstlerin DEBORAH SENGL in einer Augmented Audio-Installation von SONIC TRACES. Ein gemaltes Stadtlabyrinth in 3-D, das man durch Bewegung und Zuhören erobert. Die Ausstellung ist ab 13. Jänner 2022 zu sehen.

www.audioversum.at

Mamma mia! Das schnelle Skivergnügen für die sportliche Familie. LITERATUR

Bist du wild genug?

14. JÄNNER 19 UHR

TE X T AL S B I LD

VERNISSAGE HANS DRAGOSITS: TEXT-TRANS­ FORMATIONEN IM LITERATURHAUS AM INN

Funpark ab sofor t geöffnet

Hans Dragosits versucht in seinen text-transformationen, den letztlich nicht aufzulösenden Rätseln poetischer Texte näherzukommen. Das Ergebnis sind am Computer generierte, grafische Gebilde, die wiederum offen sind für weitere Versuche dieser Art. Texte von Ingeborg Bachmann, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Marie Luise Kaschnitz und Josef Winkler dienen als Grundlage für die Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt werden.

Nur 21 Minuten von Inns Innsbruck 54


Philade lphy Quart e t t

WERTHER KONZERT

5. JÄNNER

LYRISCHES DRAMA VON JULES MASSENET AB 04. DEZEMBER 2021 IM GROSSEN HAUS

20 UHR

KL AN GV I E LFA LT PHILADELPHY QUARTETT IM STROMBOLI

Die Erfahrung der avantgardistischen Freiheit, die Leichtigkeit des freien Jazz und die Tiefe des Blues verschmelzen beim Philadelphy Quartett mit Rock und swingenden Grooves zu einem Geflecht aus Songs und Kompositionen, die poetisch schillern und durch famose Vielfalt betören.

40 %

E RMÄ S

SIGU NG

unter für alle en 27 Jahr

AUSSTELLUNG

© STROMBOLI/INGO FOLIE, LITERATURHAUS AM INN, AUDIOVERSUM

AB 4. JÄNNER G E S E H E N U N D G E H Ö RT „ON WAVELENGTHS“ IM AUDIOVERSUM

Die Fotografin und Medienkünstlerin Sissa Micheli thematisiert in der Sound-Gallery des Audioversums die sinnliche Beziehung des Menschen zu Optik und Akustik. In der Ausstellung „On Wavelengths“ zeigt sie sechs fotografische Arbeiten aus ihrer gleichnamigen Foto-Sound-Serie. Dabei handelt es sich um abstrakte Langzeitbelichtungen von ins Bild geworfenen Textilien, die im leeren Raum schweben und von Wellenlängen und Schwingungen erzählen.

www.landestheater.at


„DAS THEATER IST NICHT UMZU­ BRINGEN“ Seit Kurzem steht fest: Die gebürtige Linzerin Irene Girkinger wird im September 2023 neue Intendantin des Tiroler Landestheaters. Mit der Vorarbeit hat sie bereits begonnen. Im 6020-Interview spricht sie über den Mut zu Experimenten, ihren Willen zu einer Öffnung des Hauses und ihre Angst vor der Nordkette. Interview: Christiane Fasching – Fotos: Franz Oss

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„Theater ist Kommunikation und Austausch und stillt damit ein Grundbedürfnis der menschlichen Existenz.“ Irene G irkinger

6020

: Frau Girkinger, TheaterEnfant-Terrible Franz Xaver Kroetz hat schon vor zehn Jahren gemeint, dass das Theater keine gesellschaftliche Funktion mehr habe. Oder wie er es formulierte: „Das braucht kein Schwein“. Wie sehen Sie das? Irene Girkinger: Das glaube ich nicht: Wenn wir das Theater tatsächlich nicht mehr brauchen würden, dann würde es auch nicht mehr existieren. Theater ist Kommunikation und Austausch und stillt damit ein Grundbedürfnis der menschlichen Existenz. Das war schon in der Antike so, als Geschichten auf öffentlichen Plätzen verhandelt wurden und damit Gesellschaftspolitik eine Bühne bekommen hat. Diese Kraft hat das Theater immer noch. Das Theater ist nicht umzubringen.

Ein queerer, moderner Spielplan, der über Österreich hinausblickt. Verschreckt man damit nicht das Abopublikum? Ich hoffe nicht. Mir geht es überhaupt nicht darum, das Publikum zu verschrecken. Mein Anliegen ist es, Theater für das Publikum zu machen. Und meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass tatsächlich jede Form von Publikum zu erreichen ist: Allerdings wollen die Menschen im Saal schon verstehen, warum bestimmte Dinge auf der Bühne passieren. Es geht also um eine dementsprechende Einbettung von Themen und natürlich um Qualität. Man muss das Publikum ernst nehmen. Aber herausfordern wollen Sie die Innsbrucker schon auch? Ja, positiv herausfordern. Natürlich finde ich starke Regiezugriffe und ästhetische Konzepte großartig, aber für mich geht es um ein Gesamtbild. Das Tiroler Landestheater ist der größte Kulturanbieter der Stadt und des Landes und soll ein breites Publikum abholen. Weil die Geschmäcker verschieden sind, ist es wichtig, einen Spielplan anzubieten, der niemanden ausschließt. Mutig kann man aber trotzdem sein.

Das Tiroler Landestheater soll unter ihrer Intendanz internationaler, diverser und zeitgenössischer werden. Fehlten diese Punkte bislang im Profil des Hauses? Ja, zum Teil schon. Aber diese Punkte fehlen generell im Theater, das hat nicht nur etwas mit Innsbruck zu tun. Das Theater macht – wie die Gesellschaft auch – gerade einen großen Wandel durch. Lange Zeit hat es auf bestimmte Themen nur reagiert, dabei wäre es höchste Zeit gewesen, zu agieren. Gerade jetzt, wo wir extreme Polarisierungen miterleben, hat das Theater mehr denn je den Auftrag, die Möglichkeiten des Lebens durchzuspielen, Fragen zu stellen, Antworten anzubieten oder Sichtweisen auf gewisse Dinge zu verändern. Auch die Tatsache, dass unsere Welt extrem vernetzt und international geworden ist, muss sich im Theater widerspiegeln.

Theaterhäuser standen in den vergangenen zwei Jahren coronabedingt immer wieder still. Haben Sie die Befürchtung, dass sich dadurch eine Kulturskepsis aufgebaut hat? In den letzten Monaten waren wir alle mit so vielen noch nie dagewesenen Erlebnissen konfrontiert, dass es kaum Zeit dafür gab, die fehlende Kultur angemessen zu vermissen. Viele haben sich hinter ihrer Routine verschanzt und wollen den Hebel gar nicht mehr umlegen, um wieder 57


Tir ole

estheate and r L r

„Viele haben sich hinter ihrer Routine verschanzt und wollen den Hebel gar nicht mehr umlegen, um wieder live Kultur zu konsumieren.“

MUSIK ALISCHE REISE: Die Rossini- Oper „L’italiana in Algeri“ steht seit 19. Dezember auf dem Landestheater-Spielplan.

• 450 Mitarbeiter:innen aus 48 Nationen arbeiten vor und hinter den Kulissen des Tiroler Landestheaters. • Zur 2005 geschaffenen Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck gehören seit 2016 auch die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik als Tochtergesellschaft. Seit 2018 ist die Betriebsführung für das Haus der Musik beim Landestheater angesiedelt. • 34 Millionen Euro stehen dem DreiSparten-Haus als Jahresbudget zur Verfügung. Knapp 29 Millionen davon lukrieren sich aus den Subventionen von Land (55 Prozent) und Stadt (45 Prozent). Der Rest stammt aus Ticketverkäufen und sonstigen Erlösen. • In einer normalen Spielzeit kommen ca. 30 Produktionen (aufgeteilt auf 600 Vorstellungen) zur Aufführung.

Mehr Infos: www.landestheater.at

Zu beobachten ist ein Rückzug in eine Art Biedermeier-NetflixSetting. Mit welchen Strategien wollen Sie das Publikum da wieder herauslocken? Das Problem ist ja, dass das Theater in Zeiten von Corona fast einer Festung gleicht. Bis man auf seinem Platz sitzt, muss man viele Mühen auf sich nehmen. Und wenn man sich davor oder danach nicht einmal auf ein Glasl treffen kann, dann fehlt der gesellschaftliche Mehrwert. Das Einzige, was in dieser Lage hilft, ist ein möglichst attraktives Programm. Trotzdem ist es im Moment schwierig, Menschen fürs Theater zu motivieren. In Bozen ist uns das mit einem U-35-Abo gelungen, das für die ganze Spielzeit 25 Euro gekostet hat. Das ist total gut angekommen. Wäre so ein Angebot auch für Innsbruck denkbar? So ein Angebot kann man sicher nur in Ausnahmezeiten anbieten, in denen es wichtiger ist, wieder Leute zu erreichen, als Einnahmen zu generieren. Irgendwann ändert sich das auch wieder: Natürlich muss man dann auch auf eine gute Auslastung hinarbeiten, damit wir langfristig ein qualitätvolles Programm präsentieren können. Aber mir ist es schon wichtig, attraktive Angebote für junge Menschen zu entwickeln und ihnen den Zugang zu Karten zu erleichtern. Da wird sicher einiges passieren. 58

Ein gutes Theater ist auch ein Ort für dramatische Experimente, die nicht allen gefallen, dafür aber aufrütteln. Ist das auch Ihr Anspruch? Oder ist Ihnen ein volles Haus lieber? Am liebsten wäre mir natürlich beides, aber das geht sich halt nicht immer aus. Mir ist es wichtig, mit dem Publikum einen gemeinsamen Weg zu gehen. Und dieser Weg beinhaltet, dass man sich auch einmal auf etwas Neues einlässt. Im Idealfall wird man dann auch nicht enttäuscht. Bei zeit­ genössischer Literatur ist das sicher eine Gratwanderung: Deshalb ist es wichtig zu schauen, was gerade so in der regionalen, europäischen und internationalen Dramatikwelt los ist und welche Themen, Stoffe, Schreibweisen und Autorinnen und Autoren für Innsbruck interessant sind. Die Zeitgenossenschaft soll in meiner Intendanz auf alle Fälle gestärkt werden. Unter anderem durch Auftragswerke und Stückentwicklungen. Bislang wurden Theaterexperimente in Innsbruck vornehmlich im [K2], dem kleinsten Saal des Hauses, gezeigt. Bleibt das so? Das Landestheater hat die Aufgabe, zeitgenössische Stoffe zu unterstützen und ihnen eine größere Sichtbarkeit und einen dementsprechenden Platz zu geben. Damit meine ich auch das Große Haus. Selbst wenn diese Stücke dann nicht immer ausverkauft sind, werden sie doch für Gesprächsstoff sorgen – das bringt lebendiges Theater mit sich. Sie haben angekündigt, dass unter Ihrer Intendanz auch der öffentliche Raum zur Bühne werden soll. Gibt es da konkrete Pläne? Mir geht es darum, für das Publikum die Stadt und die Region neu zu entdecken. Passieren kann das zum

© BIRGIT GUFLER, ANDREA LEICHTFRIED

live Kultur zu konsumieren: Dagegen anzuspielen, ist schwierig. Vorerst spüre ich schon eine gewisse Zurückhaltung beim Publikum. Und auch eine Verunsicherung, weil Theater auch Begegnung bedeutet und Nähe seit Corona ein Risiko ist – selbst wenn die Cluster im Kulturbereich ja ausgeblieben sind.


Zur Person Irene Girkinger (geb. 1976) übernimmt mit der Spielzeit 2023/2024 die Intendanz am Tiroler Landestheater. Die Linzerin hat in Salzburg Romanistik und an der Sorbonne in Paris Theaterwissenschaft studiert und einen Master in Kulturmanagement. Seit 2012 ist sie Intendantin der Vereinigten Bühnen Bozen, zuvor arbeitete sie als Dramaturgin am Volkstheater Wien, am Schauspielhaus Salzburg und am Theater Phoenix in Linz. Bei den Salzburger Festspielen war sie zudem acht Jahre lang Produktionsleiterin beim „Jedermann“. Girkinger ist nicht inszenierende Intendantin und überlässt das Regieführen lieber anderen. Ihre Selbsterkenntnis: „Das kann ich nicht. Wie beim Schauspielen bin ich in diesem Bereich talentfrei.“

Beispiel über Performances bei Stadtteilfesten oder über Audio-Walks. Bei den Spielorten gibt es viele Möglichkeiten: Das kann von der Almwiese bis zur Seilbahnstation reichen. Das Landestheater soll in der Stadt buchstäblich eine tragende Rolle spielen und dabei an relevante Themen wie Sport, Transit oder Tourismus anknüpfen. Mir ist hier auch die Zusammenarbeit unter anderem mit der Uni, den Museen und der freien Szene wichtig. Privat sind Sie schon länger mit Tirol verbunden. Ihr Mann Alexander Kratzer ist gebürtiger Innsbrucker und aktuell künstlerischer Leiter am Theater an der Effingerstrasse in Bern. Er gehörte in der Intendanz von Brigitte Fassbaender zum TLTSchauspielensemble und hat auch immer wieder am Haus Regie geführt. Wird er in Ihrer Intendanz wieder in Innsbruck inszenieren? Mein Mann braucht mich glücklicherweise nicht als Karriere-Booster. In Bozen hat er mehrere dokumentarische Projekte inszeniert – was

ich wegen seiner Fähigkeiten und Kontakte für richtig und wichtig empfunden habe. Wenn seine Arbeit für Innsbruck richtig und wichtig ist, dann kann ich mir vorstellen, dass er auch wieder hier inszenieren wird. Aber Quote gibt es da keine. Innsbruck wird ja bald zu Ihrem Lebensmittelpunkt. Worauf freuen Sie sich hier am meisten? Ich freue mich darauf, die Stadt im Alltag kennenzulernen. Und ich freue mich auf die Nähe zur Natur, die ich in meiner Zeit in Bozen schätzen und lieben gelernt habe. Die Nähe zu Deutschland, der Schweiz und Italien finde ich unglaublich spannend. Ich sehe es als Geschenk, dass ich nach wie vor mit dem Süden verbunden bleibe: Diese Lebenswelt schwappt ja auch nach Innsbruck rein. Und wovor haben Sie Bammel? Vor dem Föhn. Und vor der Vorstellung, jeden Tag die Nordkette vor der Nase zu haben. Vielen Dank für das Gespräch. 59

„Das Landes­theater hat die Aufgabe, zeitgenössische Stoffe zu unterstützen und ihnen eine größere Sichtbarkeit und einen dementsprechenden Platz zu geben. Damit meine ich auch das Große Haus.“


n i e s Mir h c s i t " n e h au t

"

Sie sind laut. Sie sind frech. Und schaffen den Spagat zwischen Radio Tirol und FM4. Die Oberländer Band Jesse geht nach einem Gig im Innsbrucker Treibhaus mit ihrem Debütalbum „Uno“ auf Österreich-Tour. 6020 hat sie in ihrem Proberaum besucht. Text: Melina Mitternöckler – Fotos: Franz Oss

B „Es geht um L iebe, die schianen T hemen und K ar tenspieln.“ DAVE LE NZ

ereit?“ Sie schauen einander an, lachen. Der Sänger tritt nah ans Mikro heran. Ein paar Zupfer auf der EGitarre. Das tiefe Brummen der Tuba. Mit einem Schlag setzen die Drums ein. Und kurz darauf Gesang im Tiroler Dialekt. Das Lied präsentiert sich melancholisch. Bis zu dem langsam anschwellenden und schließlich stark aufgeladenen Teil, der an die eine Sequenz von „Strawberry Fields Forever“ von den Beatles erinnert, bei der man das Gefühl hat, durchzudrehen. (Zumindest, wenn man direkt neben den Lautsprechern sitzt.) Auf einmal wird es wieder leiser (oder man hört jetzt einfach schlechter), die Melancholie kehrt zurück. Eine Blaskapelle spielt auf, ein paar Momente später findet man sich gedanklich in einem verrauchten Keller wieder, in dem Blues in der Luft liegt. Dann wird’s rockig und stürmisch, bevor wieder die Melancholie einsetzt, um schließlich der Zuversicht zu weichen. So war die Live-im-Proberaumfür-6020-Performance von „Koffer“. Eines der zehn neuen Lieder, die Jesse für ihr Debütalbum „Uno“ aufgenommen haben. AUS DER ZUKUNFT. Wer sich jetzt fragt, ob mit „Uno“ das Kartenspiel gemeint ist: Yes! Genau das macht Sänger Jesse Grande, Drummer Dave Lenz, Gitarrist Thomas Hackl, den Bassis60

ten und Tubisten Andreas Cesen und den Parttime-Ziachorgel-Spieler Al Figl auch aus: Sie spielen. Sei es mit Spielkarten oder mit ihren Instrumenten sowie den Wörtern, die sie singsprechend um sich werfen. Sie probieren aus, sie experimentieren mit Lauten und Dialekttexten und schaffen so den Spagat zwischen Radio Tirol und FM4. Wer die Musik der Oberländer hört, sollte sich öffnen und treiben, alle Zwänge gehen lassen. Vor allem den Zwang zur Schubladisierung. Einem Genre zuordnen kann man Jesse nicht. „Ja, des is schwierig. I moan, mir kennens Genre scho, weil mir sein aus da Zukunft“, will Jesse einen glauben machen, während er versucht, sich ein Grinsen zu verkneifen. Tatsächlich beschreibt er die Musik seiner Band als eine Mischung aus „Weltraumblues und Dialektpop“. Dave bleibt realistischer: „Es is authentische Musik, bei der einem nix zu bled sein derf. Viel kennma ja nit, aba des, was ma kennen, des tiama. Und Jesse singt


DAS ARTWORK hat der junge Tiroler Künstler Jakob Auer gestaltet, für die G raf ik war Meindl Taxer von den Tripsit tern zuständig.

SÄNGER JESSE SCHAUT IM MUSIK VIDEO DER SINGLE „K AUGUMMI“ aus einem kleinen Zugfenster.

aso, wie ea redd.“ Authentisch auf jeden Fall: Ein Gespräch mit den Jungs vermittelt das gleiche Lebensgefühl wie deren künstlerische Werke. Musik und Text sind voller Witz, der Dialekt hat seinen ganz eigenen Charme, die unkonventionellen Musikvideos bringen einen zum Schmunzeln und das Ergebnis ist die Erkenntnis, dass man das Leben nicht allzu ernst nehmen sollte. „Es isch guat, wenn ma mit am Augenzwinkern durchs Leben geht“, glaubt Dave. So gehe es in den Texten der Band vor allem um „Liebe, die schianen Themen und Kartenspieln“. Jesse fügt hinzu: „Um essen, trinken, feiern, es fein haben, guat auskemmen, es Himmelreich auf Erden errichten und schiane Sachn machn.“

LOCKDOWN: „DES WAR GSCHISSN“. Weniger schön waren für die Band die Lockdowns: „Ohne Corona war des Album scho vor einem Jahr draußn gwesn“, ist sich Dave sicher. Im Dezember nun war es so weit, erst erschien die Single „Kaugummi“, dann das Album „Uno“. Der Weg dorthin war allerdings beschwerlich, sagt Jesse: „Die ham allaweil koane Farbn herkriegt für des Cover zum Drucken, weil mir so a farbenaufwendiges Cover hom. Und a kuan Karton.“ Dave bringt es auf den Punkt: „Des is so gschissn, du konnsch übahaupt nix tian. Hättesch a Album in da Hand, hasch nit, weil sies nit mochn kennen, und donn willsch es präsentian und konnsch decht nit.“ Immerhin konnte die Band vergangenen Sommer am Woodlight-Festival auftreten. Schlussendlich war es auch möglich, Ende des Jahres das Album im Treibhaus vorzustellen und in der Heimatgemeinde Telfs aufzuspielen. Wohin Jesse der Weg im neuen Jahr nun führt, können 61

sie noch nicht so genau sagen. Geplant ist eine Österreich-Tour mit Abstechern etwa in Wien, Graz und Linz. „Es is jetz aba ganz schwar Clubtouren ausmachen“, sagt Jesse. Wegen der Pandemie mussten sie übrigens schon Konzerte in Frankfurt und Berlin absagen. „A VOGEL, DER FLIAGN MUAS“. Trotzdem war das Jahr 2020 ein gutes für die Gruppe, denn Sänger Jesse Grande wurde mit dem Hubert-von-Goisern-Preis ausgezeichnet. Das hat das Album erst möglich gemacht: „Es is natürlich suppa, wenn du a Geld kriegsch, dass eppas tian konnsch. Des Vinylalbum und des Mastering ... des hattma uns olles nit leisten kennen.“ So konnte das Album in Hatting aufgenommen und die Platte in der Steiermark gepresst werden. „I glaub, was da Hubert bei der Laudatio gsog hot, triffts ziemlich guat: Da Jesse isch a Vogel und der muas fliagn“, erzählt Dave und grinst.


w o h S e h T .. . n o o g t s mu Rechtzeitig zum Jahreswechsel präsentiert 6020 einen Ausblick auf die spannendsten Streaming- und Kinostarts 2022, echtes Guilty Pleasure inkludiert. Text: Klaus Erler

Es ist gar nicht so leicht, sich im Wust der Kino- und Streamingneuerscheinungen zurechtzufinden. Zum Glück gibt es dafür eigene Wikipedia-Einträge (u. a. „2022 in American Television“ und „2022 in Film“) und natürlich 6020. Mit diesen Hilfen sollte sich dann auch im neuen Jahr die eine oder andere elegante Alltagsflucht via Bigund Small-Screen ausgehen.

The Gilded Age, HBO Jänner Wer Julian Fellowes „Downton Abbey“ mochte, geht hier sicher nicht leer aus. Seine neue Serie „The Gilded Age“ spielt in New York des 19. Jahrhunderts. Die junge Marian zieht in die Stadt, um bei den steinreichen Tanten zu leben. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, wird sie wenig später in einen wilden Kampf zwischen „Old Money“ und „Neureich“ hineingezogen. Diese Zutaten sollten für aufregende Sittenbilder reichen.

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THE BIG SCREEN

Pachinko, Apple TV+ Frühling

DAS ERWARTET UNS IM KINO

„Pachinko“ basiert als Big-BudgetProduktion auf dem gleichnamigen, internationalen Bestseller von Min Jin Lee. Die achtteilige Miniserie startet im von Japan besetzten Korea 1910 und entwickelt ihren generationsübergreifenden Handlungsstrang entlang des Schicksals von koreanischen Migranten in Japan bis 1989.

Matrix Resurrections seit Dezember Lana Wachowski führte beim lang erwarteten vierten Teil von Matrix Regie.

Tod auf dem Nil Feber Mit Kenneth Branagh als Regisseur und brillanter Reinkarnation von Hercule Poirot.

Moonfall Feber Roland Emmerich at his best und die Erde geht ein weiteres Mal spektakulär den Bach runter.

© NETFLIX, HBO, APPLE TV+, AMAZON STUDIOS, WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC, 20TH CENTURY STUDIOS, THE WALT DISNEY COMP GMBH, A NEW ERA, CONSTANTIN FILM, UNIVERSAL PICTURES

Der Herr der Ringe, Amazon Prime September

Downton Abbey: A new Era

Zeitlich mehr als 1.000 Jahre vor „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ angesiedelt, hält sich Amazon bezüglich genauer Handlung und des endgültigen Titels noch bedeckt. Was schon jetzt klar ist: Diese Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ ist die teuerste je gedrehte TV-Serie. Kolportierte 465 Millionen Dollar flossen alleine in die erste Staffel.

März Großmutter erbt eine Villa in Frankreich, der opulente Rest lässt sich mit folgendem Satz zusammenfassen: „They’re better be warned, the British are coming!“

Top Gun: Maverick Mai Captain Pete „Maverick“ Mitchell kehrt nach 34 Jahren in die Kinos zurück, Tom Cruise ebenfalls.

NOPE

House Of The Dragon, HBO Starttermin offen

Juli Jordan Peele ist für feinsten Horror bekannt. Nach „Get Out“ (2017) und „Wir“ (2019) kommt jetzt „NOPE“.

Was liegt näher, als rund um „Game of Thrones“ jede Menge Sequels, Prequels and Spin-offs zu drehen? Richtig, nichts: Also startet HBO schon mal mit „ House Of The Dragon“, und das 200 Jahre vor den Ereignissen von GOT. Im Zentrum der Handlung steht – wer hätte es nicht erraten – das Haus Targaryen. Der König von Westeros ist gerade gestorben, zwei seiner Kinder streiten um den Thron. Damit stürzen sie das Königreich in ein Chaos, das von Drachen sicher zusätzlich „befeuert“ wird.

Avatar 2 Dezember Seit 13 Jahren leben Jake Sully und Neytiri nun zusammen. Die alte Bedrohung „Menschheit“ lässt sie allerdings nicht in Ruhe, sie müssen in bisher unbekannte Gegenden Pandoras flüchten.

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SERIEN

„TO BE CONTINUED“

The Star Wars Shows, Disney+

The Marvelous Mrs. Maisel, Season 4

Es gib ernst zu nehmende Zeitgenossen, die behaupten, eine Serie ohne Raumschiffe könne keine gute Serie sein. Nun denn: An Raumschiffen wird es in den diversen Star-Wars-Spin-offs von 2022 keinen Mangel geben. Ein profundes Spezialistentum hilft, sich hier zurechtzufinden.

Feber auf Amazon Prime

Outlander, Season 6 März auf Starz

Obi-Wan Kenobi (Mai): Zeitlich zehn Jahre nach „Revenge of the Sith“ angesiedelt, ist Obi-Wan intensiv damit beschäftigt, auf den jungen Luke Skywalker aufzupassen ... Mit Ewan McGregor.

Stranger Things, Season 4 Sommer auf Netflix

The Book of Boba Fett (Dezember): Wer ist noch mal gleich Boba Fett? Fans von „The Mandalorian“ werden sich auskennen, alle anderen sind in dieser Liste wahrscheinlich eh schon bei der Überschrift ausgestiegen.

The Crown, Season 5 November auf Netflix

The Mandalorian, Season 3 TBA auf Disney+

In Produktion und voraussichtlich ebenfalls 2022 zu sehen: die Miniserie „Ahsoka“ als Sequel der zweiten Staffel von „The Mandalorian“, „The Acolyte“ mit besonderem Fokus auf die weiblichen Star-Wars-Figuren und „Andor“ als Prequel zu „Rogue One“. Und das ist noch längst nicht alles, Stichwort „Lando“ ...

Ted Lasso, Season 3 TBA auf Apple TV+

Peaky Blinders, Season 5 TBA auf Netflix

Tokyo Vice, HBO Max Was Regisseur Michael Mann zu leisten imstande ist, hat er spätestens mit „Heat“ unter Beweis gestellt: Seine Schussszenen waren derart gut choreografiert, dass man dabei eher an ein hochkomplexes Ballett denn an einen Gangsterfilm erinnert wurde. Mit dem Pilotfilm zu „Tokyo Vice“ transferiert Mann jetzt sein Talent in Richtung TV und beleuchtet den Kampf eines westlichen Journalisten mit der Unterwelt von Tokyo.

Netflix will mit seiner neuen, in StopMotion-Technik gedrehten Serie rund um „The House“ und seine Bewohner gleichzeitig düster, surreal und komisch sein. Schaut man sich den Trailer an, gelingt das perfekt.

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© DISNEY+, HBO MAX, NETFLIX

The House, Netflix Jänner


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Statt Anrecht ist hier die Frau des Quasselonkels gefragt

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So ungeschickt kommst du wohl nur mit super Schlappen daher

(ZU JE EINEM WERT VON 140,80 €) Kennwort: „Rätsel“, Lösungswort angeben! Einsendeschluss: 31. Jänner 2022 Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse

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Das ist Lohn bei unschwerer Arbeit

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Im Vatikan ver-Ort-et: Wäre Heidis Freund zur Schule gegangen, wäre das seine Sitzgelegenheit gewesen (1–2W.)

4

Sorgt für Klang: Getöpfter Schädel?

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Kontinental zu sehen: „Aus China, Japan, solchen Staaten, / sind d‘ Leut stets …!“

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Dort geht’s im Osten gebirgig hoch hinaus: Chefs der kleinen Gebirgsvertiefungen?

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Das schnelle Musikstück hört sich für Italiener lustig an

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Reptilienart-ig zu sehen: Bordellschlange?

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Gewobenes in der Altkleidersammlung: „Ich fand erst kürzlich auf dem Müll, / nen Netzschleier gemacht aus …!“

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Mach Mat zur selbsttätigen Maschine

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Sorgt für weichen Tritt: Egal welche Laune du hast, ist er eigentlich immer gut ausgelegt

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Nichts mit Vollbeschäftigung: Die Ära des Stückwerks?

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Der Mime spielt hier verrückt die kopfstehende Biene

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Rastlos: Umgangssprachlich ausgeschlafen?

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LÖ S U N G D E R L E T Z T E N AU S G A B E

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dass die Coronaimpfung nicht einmal zur Schwangerschaftsvermeidung zu 100 Prozent wirkt.“ Nach

Insider berichtet: Bald auch Chipmangel bei der Impfung Was in der Autoindustrie schon seit geraumer Zeit für Sorgenfalten bei

MEINE FREIHEIT

mit Sigmar Harndl (53), Beamter

Freiheit bedeutet für mich: nicht impfen, Neger sagen, mein Schäferhund Kelomat © SHUTTERSTOCK.COM

Kann wieder lächeln: Sandra M., schwanger trotz Verhütung

© SHUTTERSTOCK.COM

Der Schock steht Sandra M. noch ins Gesicht geschrieben: Trotz Zweifachstich ist die 29-jährige Epiliererin nun unerwartet schwanger. „Die Impfung mit Pfizer/Biontech verlief total unauffällig“, berichtet Sandra M. – Nachsatz: „Jetzt weiß ich auch, warum: Sie funktioniert überhaupt nicht!“ Stimmt, sagt Experte Hartmut F., der die sympathische Innsbruckerin als ehrenamtlicher Impfberater betreut: „Es gibt unzählige Studien, die belegen,

© SHUTTERSTOCK.COM , CANVA

Wirkungslos: Frau (29) trotz Impfung schwanger

Herstellern und Konsumenten sorgt, scheint nun auch in der Pharmabranche

Wetter Kaltfront bringt Schnee und Dauerfrost. Tiefstwerte: –8 bis –2 Grad, Höchstwerte: –1 bis +3 Grad.

der ersten Aufregung freut sich Sandra M. nun auf den unverhofften Nachwuchs. „Wir wissen’s schon:

Es wird ein Mädchen“, verrät sie freude­strahlend. „Mein Freund hatte Tennissocken an.“

unmittelbar bevorzustehen: Die Chips für die Coronaimpfung drohen auszugehen. Ein mit der Impfstoffproduktion vertrauter Insider verrät: Spätestens wenn es aufgrund der Impfpflicht zu verstärkter Nachfrage kommt, werden die erforderlichen Chips fehlen. „Die Industrie hat eigentlich nur zwei Möglich-

keiten: Entweder sie verimpft wieder mal nur Kochsalzlösung. Oder es wird ein chipfreies Serum gespritzt.“ Das Ergebnis bleibt das gleiche, so der Insider: „Die Steuerungsfunktion via Mobilfunkmasten muss dann im Zuge eines späteren Firmware-Updates in den Patienten eingespielt werden.“

Horoskop Ihr tägliches Horoskop für Ihr Sternzeichen 69

Neues aus der Wissenschaft Laut jüngster Studien kann Ivermectin auch gegen Würmer und Milben einge­setzt werden.


Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

ESSAY

KHOMEINI1 Der Cyber-Tipp 2022: Verwenden Sie sichere Passwörter! von Johannes F. Park

E

s gibt auf der Welt schätzungsweise 21 Milcocktail in der Disko nie aus den Augen! Jemand liarden Hühner, aber nur 126 verschiedene könnte heimlich Fruchtsaft hineingeben und Passwörter. Grund: Der Mensch liebt Geflüanschließend versuchen, Ihren hilflosen Zustand gel, neigt jedoch zur Bequemlichkeit bei der auszunutzen. Jedes Kind jedenfalls weiß: Ein Passwort sollte Auswahl von Buchstaben- und Zahlenkombinationen, möglichst lang sein und am besten aus einer wirren die dazu angehalten sind, Dritten den Zugriff auf Abfolge aus Buchstaben und Ziffern bestehen. Eine Daten und so Zeugs zu verwehren. Gut möglich, dass durchschnittliche Matheschularbeit Sie in iranischen Atomkraftwerken mit Gymnasiumoberstufe wäre also her„khomeini1“ nicht nur ins Gast-WLAN LASSEN SIE DEN vorragend geeignet. Doch wie soll man kommen. Besonders beliebte Passwörter sind diesen Käse merken? DROGENCOCK- sich Experten raten zu Passwortsätzen. „123456“ oder auch das auf seine Art TAIL NIE AUS Dabei greift man gedanklich zu einer ja durchaus raffinierte „Passwort“. leicht zu memorierenden Äußerung in Hacker freilich lachen sich ob solcher DEN AUGEN! der Sprache seiner Wahl und bastelt Kennwörter eins in ihre Wollmasken oder schicken sich gegenseitig sich aus den Anfangsbuchstaben jedes Sektgläser-Emojis via Darknet-Messenger. Wortes ein Kennwort zusammen. Soll heißen: Aus Als im Sinne Sartres engagierter Kolumnen- und „Sonderzeichen wie % oder * am Handy einzugeben geht mir so was von auf die Eier“ würde Newsletterbetreiber, der seinen Rollkragenpullover Sw%o*aHegmswvadE. nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen trägt, sehe Aber Achtung, es gibt auch Sätze, die für diese ich es als meine Pflicht an, hier für Bewusstseinsbildung zu sorgen. Deshalb rufe ich Ihnen zu: VerwenMethode ungeeignet sind. Zum Beispiel: „Fischers den Sie sichere Passwörter! Fritz fischt frische Fische.“ Oder auch: „Frische Weil wir gerade dabei sind – beachten Sie bitte Fische fischt Fischers Fritz.“ Nein, dann schon lieber: „Das Wadi al-Ahmar auch folgende Hinweise: • Tragen Sie Schutzkleidung, wenn Sie Ihre virologi(deutsch: Rotes Tal) ist eine Talsenke nahe der sche Sammlung abstauben! Fällt das Röhrchen mit Küste der Großen Syrte im libyschen Munizip Surt.“ den neuen Coronaerregern zu Boden, ist sonst die Ergibt: DWa(d:RT)ieTndKdGSilMS. Gerne können Sie dieses supersichere Passwort Aufregung groß. gleich verwenden. Über eine kurze Rückmeldung, • Erwärmen Sie Schusswaffen niemals in der Mikrowelle! Man kann den kalten Stahl der Magnum ja für wie Sie damit zufrieden sind, würde ich mich sehr ein schläfenfeines Gefühl auch mit einem Mikrofafreuen. sertuch warm rubbeln oder so. Kennwort: Passwort. • Und jetzt noch eine Empfehlung an alle Menschen JFP wöchentlich newsletter.jf-park.com mit Fruktoseintoleranz: Lassen Sie Ihren Drogen-

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