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DOSSIER GRÜNDERFIEBER

Impact | März 2015

Hebammen familienfreundlich unterwegs ANDREA SÖLDI

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imo, Alma oder Linus – im lichten Raum mit Blick auf das Winterthurer Stadthaus sammeln sich die Geburtsanzeigen. Seit der Eröffnung vor drei Jahren dürften die Fachfrauen der Praxis «Hebamme unterwegs» schon gegen 1000 Eltern rund um die Geburt betreut haben. «In Winterthur gibt es genügend junge Familien», freut sich Corinne Graf. Die Nachfrage ist so gut, dass die drei Praxisgründerinnen ihr Angebot Anfang Jahr ausweiten konnten. Seither sind stets zwei Hebammen-Teams im Einsatz, von denen jedes 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar ist. Der Schritt in die eigene Praxis war für die drei Hebammen ein Wagnis. «Das erste halbe Jahr haben wir auf Lohn verzichtet», erinnert sich Susanne Haas. Sie haben sich mit Marktanalysen, Business- und Finanzplänen herumgeschlagen. In dieser Phase waren sie froh um die Projektleitung von Claudia Putscher. Die ZHAWDozentin mit einem Master of Business Administration hat langjährige Erfahrung als praktizierende Hebamme und selber eine eigene Praxis aufgebaut. «Das Job-Sharing-Modell ist für unseren Beruf neu und innovativ», sagt Putscher. Anders als im Kantonsspital Winterthur, wo sich die drei Hebammen kennengelernt haben, ist ihr Arbeitsmodell gut mit der Familie vereinbar. Alle haben selbst kleine Kinder und teilen sich untereinander ein 100-Prozent Pensum. Dazu kommen Wochenbett-

Besuche und telefonische Beratungen am Wochenende. Damit die Betreuung der Frauen und Neugeborenen klappt, sei eine gute Absprache nötig, betont Barbara Ehrat. Was die Familienfrauen zurzeit nicht anbieten können, sind Hausgeburten, denn dann müssten sie jederzeit abkömmlich sein. Das liegt nicht drin. Mit ihrer jetzigen Arbeitssituation sind sie rundum zufrieden. ◼

↘ www.hebamme-unterwegs.ch

Corinne Graf, Susanne Haas, Barbara Ehrat (v.l.) haben ein neuartiges Arbeitszeitmodell entwickelt.

Risikoüberprüfung für Investoren FLORIAN WEHRLI

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edgefonds sind spätestens seit der Finanzkrise 2008 nicht nur der Bankenwelt ein Begriff. Es handelt sich um geringer regulierte Investmentfonds, die aktiv verwaltet werden. Dach-Hedgefonds investieren in diverse einzelne Hedgefonds. Je komplizierter die Produkte, desto wichtiger ist für potenzielle Anleger die Einschätzung von Transparenz, Risiko und erwarteter Rendite. In dieser Nische hat sich das departementsübergreifende ZHAW-Spin-off Hedgeanalytics AG einen Namen gemacht. Gegründet wurde die Firma 2008 von Mitarbeitenden des Zentrums für Alternative Investments

& Risk Management (ZAI) der ZHAW School of Management and Law. «Die Grundlage für das Know-how ist im Rahmen von KTI-Forschungsprojekten zusammen mit der Complementa Investment-Controlling AG entstanden», erzählt Oliver Liechti vom ZAI. Für die Modellrechungen wurde das Institut für Datenanalyse und Prozessdesign der School of Engineering mit einbezogen. Getragen wird das Unternehmen durch derzeit rund 30 Anbieter von Dach-Hedgefonds. «Wir übernehmen die Due Diligence, also die Risikoprüfung, für potenzielle Investoren, die sich für die Hedgefonds interessieren», erklärt Oliver Liechti vom ZAI das Geschäftsmodell. «Den Hedgefonds verschaffen

wir durch unsere Arbeit eine hohe Visibilität für ihre Produkte.» Das Unternehmen finanziert sich heute nicht nur selbst, sondern teilweise auch die Forschung auf dem Gebiet der komplexen Dach-Hedgefonds. ◼

↘ www. hedgegate.com ZHAW IMPACT APP Weitere Erfolgsgeschichten über Netbreeze und InSphero.

Oliver Liechtis Spin-off bewertet das Investitionsrisiko bei Hedgefonds.

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ZHAW Impact 28/15  

Gründerfieber - wie bringt man Ideen zum Fliegen? -------------------------------------------------------------------- Neue Hochschulstrateg...

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