Page 30

DOSSIER GRÜNDERFIEBER

Impact | März 2015

Runway StaRtup IncubatoR

Startbahn ins Unternehmertum Beschleunigen und abheben sollen innovative Startups wie die Firma JDS Powersystems und ihre Stromerzeugungsmaschine für jedermann, dank eines niederschwelligen Angebots der ZHAW. SIBYLLE VEIGL

S

eit einen halben Jahr arbeitet David Brütsch im Gründerzentrum des ZHAW Runway Startup Incubators, der im Technopark Winterthur eingemietet ist. Seine Innovation: die autonome Stromversorgung. Er speichert Sonnenenergie in Form von Wärme, die dann zeitversetzt in Strom umgewandelt werden kann. Brütsch ist mit seiner Firma JDS Power Systems GmbH eines der ersten Startups, die von diesem Programm der ZHAW profitieren. Der Runway Startup Incubator will Geschäftsideen und Innovationen zum unternehmerischen Durchbruch verhelfen. «Dahinter steht die Metaphorik einer Startbahn, auf welche sich der Jungunternehmer begibt: Er beschleunigt und hebt ab», sagt Adrian Müller von der School of Management and Law und Projektverantwortlicher des Programms. Zu diesem Zweck wurde im Technopark im Herbst letzten Jahres ein kleines Gründerzentrum auf 60 Quadratmeter Bürofläche eingerichtet.

Coaching und Netzwerk «Das Programm zielt auf die Frühphase eines Unternehmens ab und ist sehr niederschwellig angelegt», sagt Alex von Siebenthal, welcher als Betreuer im Gründerzentrum tätig ist. Maximal anderthalb Jahre lang soll ein Jungunternehmer hier arbeiten, mit klar vereinbarten Leistungszielen. Im Zentrum steht aber das Coaching: Ingenieur Brütsch beispielsweise wird fachlich und unternehmerisch von Projektlei-

30

Eine Stromerzeugungsmaschine nach dem Prinzip Thermosflasche: David Brütsch hofft, dass sein Prototyp Investoren überzeugt. ter Müller begleitet. Nebst Beratung profitiert er vom Start-up-Netzwerk der ZHAW. Es bietet Events und Trainings, aber vor allem Kontakte zu Investoren. Auf das Angebot aufmerksam geworden ist Brütsch, als er im Frühjahr 2014 den CTI-EntrepreneurshipKurs «Business Modell» besuchte (vgl. Box S. 33). Die Infrastruktur überzeugte ihn, und er plante, mit dem Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering in den Räumen der School of Engineering (SoE) den Prototypen seiner Maschine zu bauen und zu testen. Mit dem Institut hatte er bereits früher als Entwicklungsleiter eines Industrieunternehmens zusammengearbeitet. «Das Ziel ist nun auch, einen Businessplan zu erarbeiten, um Geldgeber zu gewinnen», sagt Brütsch. Er hofft, mit seinem Prototypen die Kommission für Technologie und

Innovation (KTI) des Bundes überzeugen zu können, nachdem er die bisher über 100‘000 Franken Entwicklungsgeld bei Stiftungen und im privaten Kreis akquiriert hat. «Die kommende Feldtestphase wird inklusive Bau von zehn Maschinen zwischen 800‘000 und einer Million Franken kosten», verdeutlicht Brütsch. Derzeit testet er an der SoE seine Stromerzeugungsmaschine. Der Speicher für die Sonnenwärme ist ein doppelwandiger Stahltank, der 200 Liter Wasser fasst. «Eigentlich das Prinzip einer Thermosflasche», sagt er. Mit einem StirlingMotor wandelt er über mechanische Energie die Wärme in Strom um. Bei genügend Wärmezufuhr kann sein Gerät bis zu 30‘000 kWh Strom jährlich liefern. Zum Vergleich: Ein Schweizer Mehrpersonenhaushalt verbraucht jährlich etwa 4000 kWh. Brütsch sieht das Einsatzgebiet eher

ZHAW Impact 28/15  

Gründerfieber - wie bringt man Ideen zum Fliegen? -------------------------------------------------------------------- Neue Hochschulstrateg...

ZHAW Impact 28/15  

Gründerfieber - wie bringt man Ideen zum Fliegen? -------------------------------------------------------------------- Neue Hochschulstrateg...

Profile for zhaw