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Strukturelle arbeitslosigkeit Und gerade bei letzterem Punkt hakt es nach wie vor gewaltig. Vor allem auf dem Lehrlingssektor besteht enormer Nachholbedarf. „Die meisten Betriebe tun sich schwer, geeignete Lehrlinge zu finden – es nützt nichts, wenn sich viele bewerben, die meisten jedoch schon im Rechnen oder Schreiben Schwierigkeiten haben“, berichten die beiden regionalen Wirtschaftskämmerer Michael Gassner und Bernd Hammer. „Das Arbeitskräfteangebot und die Nachfrage nach Arbeitskräften weichen einfach zu sehr voneinander ab“, unterstreicht der Wirtschaftskammerpräsident. Deutlich sichtbar ge-

Gegen den negativen Trend arbeiten: Michael Gassner, Josef Herk und Bernhard Hammer.

macht wird diese Dokumentation noch durch die harten Fakten und Zahlen des heimischen Arbeitsmarktes. So gebe es allein beim AMS Knittelfeld 100 (!) offene Ausbildungsplätze für Lehrlinge, die aufgrund mangelnder Grundkenntnisse der Bewerber nicht besetzt werden können. „Dieses Problem zeigt auch betriebswirtschaftliche Konsequenzen“, ergänzt Gassner. „Viele Unternehmen sind dadurch gezwungen, in auftragsschwachen Zeiten ihr eingeschultes Personal zu halten, denn neue Fachkräfte sind kaum noch zu finden.“

Gebremste investitionsfreude Zur überwiegend pessimistischen Sicht der Zukunft fügt sich eine gebremste Investitionsfreude der Unternehmen im Murtal. „Die Auftragsauslastung der Betriebe in unserer

arBeitSloSiGKeit im murtal Schon im Jahr 2012 war die Anzahl der Arbeitslosen im Vergleich zu 2011 gestiegen und lag Ende 2012 im Bezirk Murau bei 6%, in den ehemaligen Bezirken Judenburg und Knittelfeld bei 7,1% und 7%. Eine Umkehr dieses Trends erwartet man sich beim AMS zumindest für die erste Hälfte des Jahres 2013 nicht. Eklatant war der Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem unter vormaligen Leiharbeiter. Weiters stark betroffen sind Anlern- und Hilfskräfte im industriellen Produktionsbereich sowie im Handel. Zur

Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Ziele strebt das AMS 2013 zum einen eine Verbesserung der Wiedereinstiegschancen für Frauen und für Arbeitnehmer über 50 an sowie eine schnelle Neuvermittlung Arbeitslosgewordener. Zum anderen ist man bemüht, die Qualität und Genauigkeit der Jobvermittlung zu optimieren. Esther Stering

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Region ist zwar kurzfristig relativ gut, mittelfristig überwiegen aber schlechte Perspektiven, weshalb viele Unternehmer vor neuen Investitionen Abstand nehmen“, berichtet der Murtaler Wirtschaftskammerobmann Bernhard Hammer.

Jungunternehmer trotzdem im Kommen Die schwachen Konjunkturaussichten vermögen zwar die Investitionsfreude zu trüben, nicht jedoch die Neugründung von Unternehmen. Denn hier ist vor allem das Murtal vorne mit dabei. So gab es im vergangenen Jahr 383 Neugründungen, die höchste Zahl seit 2008. „Wir liegen steiermarkweit am oberen Ende der Skala“, freut sich Wirtschaftskammerpräsident Herk, der Murtaler, voll Stolz. Michael Cencic

Die Geschäftsstellenleiter Günther Kaltenbacher (AMS Judenburg) und Robert Kalbschedl (AMS Knittelfeld) bei der Darlegung der Fakten.

Neves

ie steirische Wirtschaftskammer hat rund 700 Klein- und Mittelbetriebe (KMU) über ihre derzeitige Auftragslage sowie über die Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Zukunft befragt. Die Antwort: Die wirtschaftliche Lage der heimischen KMU gestaltete sich Ende 2012 noch überwiegend positiv, aufgrund der aufziehenden Gewitterwolken am globalen Konjunkturhimmel fällt der mittelfristige Blick in die Zukunft jedoch deutlich pessimistischer aus. Und in dieses Konjunkturbild passen auch die aktuellen Einschätzungen der KMU aus den Bezirken Murau und Murtal. „Die Zahl der Pessimisten überwiegt und das bedeutet, dass wir jetzt alle gegen diesen Trend arbeiten müssen“, erklärte der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Josef Herk, bei einem Gespräch in Knittelfeld. Man wünscht sich: Mehr Investitionsprämien, steuerliche Erleichterungen sowie mehr Qualifizierungsmaßnahmen für das Personal.

Cencic

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Murtal 1 - März 2013  

Ausgabe Nr. 66 von „Murtal 1“

Murtal 1 - März 2013  

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