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oststempel Fohnsdorf, 4. Februar 2013. Eine Ansichtskarte (siehe Faksimile rechts), geschrieben in der Therme Aqualux, erreicht unsere Redaktion. Der Karte Inhalt: „Für Sie wäre es besser, einmal ordentlich zu arbeiten, anstatt üble Nachreden… zu verbreiten“. Ein mit Schilehrergrüßen Winkender empfindet, dass Fakten, in Murtal1 publiziert, zur Gemeinde Fohnsdorf und damit, wir dürfen es annehmen, zu des Schilehrers Freund Bgm. Johann Straner dem „Naturgesetz“ der üblen Nachrede unterliegen. Zugegeben, es ist dies eine Möglichkeit, sich das idealisierte Bild eines Politikers nicht zerstören zu lassen. Trotzdem zu dieser Überportion von fantastischem Realismus ein Rat aus vollem Herzen – Gemeindebudget verstehen lernen, Rechnungshofberichte lesen, die Aussagen des Regierungskommissärs nicht gering schätzen. Und Vorsicht: Fohnsdorf ist nicht deswegen finanziell marod, weil einige Betriebe abgewandert sind oder weil bestimmte Protagonisten bei Murtal1 zu wenig arbeiten würden. Fohnsdorf ist finanziell schlicht deshalb am Ende, weil „eh alles in Ordnung ist“, wie das die herrschende politische Kaste offensichtlich bis heute dem Wählervolk glaubhaft verklickern kann.

„sterbebett“ knittelfeld In Briefform erreichten uns einige Protestnoten aus der Stadt Knittelfeld. Kurz der Hintergrund dazu: Unsere Mitarbeiterin Mag. Marie-Christine Romirer hat sich auf den Weg in die größte Stadt des Aichfeldes gemacht, um Geschäftsleute zu besuchen, die in diesen Tagen und Monaten ihre Läden schließen. Unvoreingenommen und erfrischend, wie es der Arbeitsstil der qualifizierten jungen Dame mit internationaler Medienerfahrung nun einmal ist, legte sie los. Das Ergebnis ist ein fein recherchierter Bericht zu besagter Personengruppe, gespickt mit einigen Zitaten, versehen mit dem nötigen Re-Check im Stadtmarketing. Na mehr brauchst nicht! Von höchster Stelle der Gemeinde und der steirischen Wirtschafts-

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Üble Nachrede?

kammer erreichten uns Protestschreiben, wie man nur so einseitig berichten könne. Knittelfeld am Sterbebett – lächerlich. Möglich lächerlich, zugegeben, jedoch kein Begriff von Murtal1, sondern das Zitat eines der befragten Handelstreibenden. Also bitte erst das Klima in der Stadt verbessern, ehe man nach außen schimpft, erst die „Marketing-Initiativen“ der Stadt auf eine Linie bringen, ehe man die „bösen“ Journalisten verbal prügelt. Herzig in diesem Zusammenhang die kleinmütige Reaktion eines Knittelfelder Printmediums, dessen leitender Redakteur sich, wie er festhält, „die Mühe machte“, seine Stadt nach dem Murtal1-Bericht zu erkunden. Dazu knapp nur das Folgende: Schön, wenn ein Medienbericht von außen auslöst, dass sich ein kleinregionaler Schreiber wieder einmal um seine Gassen kümmert. Schade, dass ihm das Mühe macht. Denn mit Freude an die Arbeit zu gehen macht nachweislich doppelten Spaß!

Apropos struktur Wie es so ist im Leben, läuft es da und dort nicht wirklich koordiniert ab. So auch bei

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der Gemeindestrukturreform, die nach wie vor im Kreuzfeuer zahlreicher Bürgermeister steht. Etwa bei Roland Pucher aus St. Margarethen bei Knittelfeld, der seinem Unmut einmal mehr in Murtal1 Luft macht. Dazu kommt ein Brief von Prof. Max Taucher vom Forum St. Lambrecht, der die Landesspitze zur Vernunft aufruft. Taucher, zur Erinnerung, ist „Feldherr“ von rund 126 Gemeinden im Kampf gegen die Reform. Eine gemischte Truppe aus SPÖ und ÖVP, der die Landeshauptmänner Franz Voves und Hermann Schützenhöfer langsam die Hand zur Versöhnung ausstrecken sollten. In diesem Zusammenhang werden die nächsten Wochen spannende in der steirischen (Reform-) Politik.

Danke, dass Sie Murtal1 intensiv lesen und uns das auch wissen lassen! Ihr ernst Wachernig

Murtal 1 - März 2013  

Ausgabe Nr. 66 von „Murtal 1“

Murtal 1 - März 2013  

Ausgabe Nr. 66 von „Murtal 1“

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