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Ein Magazin als künstlerisches Experiment Warum und in welcher Form konzipierte Ruediger John diese Publikation

Auf Einladung der ZU hat der Künstler Ruediger John in Zusammenarbeit mit der Agentur Schindler Parent das neue ZU-Hochschulmagazin auf konzipiert. Ulrike Shepherd, Kuratorin am artsprogramm der ZU, sprach mit dem österreichischen Künstler über künstlerische Perspektiven, Methoden und Interventionen in der kooperativen Konzeptionsentwicklung. Seit 2007 ist Ruediger John über künst­lerische Beiträge, Veranstaltungen und die Entwicklung zweier Publikationen im artsprogram der ZU vertreten.

In welchem Verhältnis steht die Aufgabe, das Magazin in einem gemeinsamen Prozess mit der ZU und der Agentur zu konzipieren, zu Ihrer bisherigen künstlerischen Arbeit? Aus künstlerischer Sicht interessieren mich die Übergangsbereiche zwischen gesellschaftlichen Subsystemen, wie beispielsweise die Überschneidungen zwischen Kunst und Wirtschaft oder Kunst und Wissenschaft. Ein prozesshaftes, künstlerische Arbeiten an diesen Peripherien bedient sich spezifischer Interaktionen und Interventionen, will man den gesellschaftlichen Dynamiken, Ritualen und Kommunikation in kritischer Form gerecht werden, also „sozial in-situ“ arbeiten. Die künstlerische Vorgehensweise bedient sich auch der Recherche von Fragestellungen und kritischen Diskursen außerhalb der fachspezifischen Kanons – für eine multiperspektivische, kritische Auseinandersetzung mit konkreten Situationen im transdisziplinären Arbeiten. In dieser Form kooperiere ich seit geraumer Zeit immer wieder mit Institutionen, sowohl im akademischen Umfeld, als auch mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Ich betrachte dies als eine Form „kritischer Ästhetik“ und arbeite in diesem Sinne seit Mitte der 90er Jahre definitorisch und praktisch in „künstlerischer Forschung“.

Die Arbeitsweise, welche auf einer anfänglichen ­Recherche basiert und den Entwicklungsprozess als integralen Bestandteil des jeweiligen Projektes ­ansieht, ist demzufolge situationsbezogen. Welche Ausgangssituation haben Sie für die Konzeption des Hochschulmagazins vorgefunden? Die ZU plante ein Magazin, welches einen zweijährlich erscheinenden Tätigkeits- und Forschungsbericht ersetzen sollte und damit zeitnaher und in einer neuen Qualität der Reflexion und Kommunikation der Tätigkeiten, Diskurse und Ideen der ZU vermitteln sollte. Aus einem ersten Brainstorming entstand der Auftrag, eine Konzeption aus künstlerischer Perspektive zu entwickeln und im Team mit der ZU und der Agentur Schindler Parent zu realisieren. Dabei war es ein gemeinsames Anliegen, das Magazin als Infrastruktur so zu gestalten, dass es neben der Funktion als Informationsmedium der Universität auch eine solide Basis für wechselnde Beiträge und Interventionen auch externer Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, sowie dabei vor allem auch Raum für visuelle Explorationen und Experimente bietet. Diese erste Ausgabe ist der Ausgangspunkt für weitergehende Versuche.

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auf #01 | Macht und Mitsprache  

„auf – Medium für Zwischenfragen der Zeppelin Universität“ ist ein monothematisches Wissensmagazin und erscheint zwei Mal jährlich jeweils i...

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