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Nr. 68

Herbst 2017

Schlösschen – Post Erlebtes & Aktuelles vom Sozialwerk

Berlin

Renate Hensler-Tresenreuter

Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband - Landesverband Berlin


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Inhaltsverzeichnis Leitartikel Auf ein Wort Das Porträt Glücklich sein kann man lernen Herbst

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Erlebtes und Aktuelles

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Berliner Ehrennadel an Dr. Ulrich Litzner Dampferfahrten mit Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen. Der Mitarbeiterjahresausflug nach Wittenberg Zeit Online - Veranstaltung Begrüßung der neuen Mitglieder

Gremienarbeit

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Erbauliche und vergnügliche Veranstaltungen im Schlösschen

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Erzähl-Café: „Kurt Tucholsky“ mit Dr. Bernd Ripke Dunkelrote Rosen, das charmante Konzert - nicht nur für die Frauen Das Panflötenkonzert Die Bootsmänner Mandolinenkonzert mit dem Taburaschenchor Wellebit Musik zum Verlieben mit dem IBM-Chor

Museumsbesuch Chili und Schokolade - der Geschmack Mexikos

Verschiedenes Adventsgestecke und -kränze Adventsbasar Vortrag über Syrien 3. und letzter Teil Wanderungen am Templiner- und Straussee Lebensweisheiten

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Schmunzelecke

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Veranstaltungen und Interessenkreise

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Wir gratulieren

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Beratungen – Informationen – Sprechstunden

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Impressum

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Der Engel im Herzen

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Leitartikel Das Bundesteilhabegesetz – ein Meilenstein für Menschen mit Behinderung Liebe Freunde! Am 1. Dezember 2016 beschloss der Bundestag in zweiter und dritter Lesung das neue Bundesteilhabegesetz. Dabei stimmten die CDU/CSU und die SPD für das Gesetz, die Linkspartei stimmte dagegen, die Grünen enthielten sich der Stimme. Inhalt dieses Gesetzes ist die Ermöglichung der gesellschaftlichen Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Dabei wird grundlegend die Trennung der Leistungen zum Lebensunterhalt aus dem Fürsorgesystem der Sozialhilfe von Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung durchgesetzt. Die Eingliederungshilfen werden zugleich ins Sozialgesetzbuch Neun (SGB IX) eingegliedert. Das Ganze kommt einem von allen für notwendig und gerecht erachteten Systemwechsel gleich. Zukünftig soll in mehreren Schritten die Eingliederungshilfe wegen schwerer Behinderungen vom Arbeitseinkommen und vom eigenen Vermögen unabhängig erfolgen. Dazu wird als ein erster Schritt eine Vermögensfreigrenze von 20.000 €, ab dem Jahr 2020 von 50.000 € und für ein jährliches Einkommen von 30.000€ eingeführt. Ebenfalls wurde ab 2020 die Befreiung eines Ehe- bzw. Lebenspartners eines Menschen mit Behinderung von der Finanzierungspflicht beschlossen und damit auch Eheschließungen und eingetragene Partnerschaften zwischen Menschen mit und ohne Behinderung erheblich erleichtert.

Auch werden die Entgelte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung erhöht und Arbeitgebern für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein unbefristeter Lohnkostenzuschuss von bis zu 75% gewährt. Von den ca. 7,5 Millionen anerkannten Schwerbehinderten in der Bundesrepublik haben derzeit ca. 700. 000 Anspruch auf Eingliederungshilfe. Karl Schiewerling, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Arbeit und Soziales“ der CDU-Bundestagsfraktion und zugleich Mitglied im Bundesvorstand der CDUSozialausschüsse (CDA), kommentierte, man habe mit dieser Reform den „richtigen Weg“ eingeschlagen, der nun zukünftig noch weiter ausgestaltet werden müsse. Auch für uns Mitglieder und Freunde des Sozialwerks Berlin ist dieser veränderte Umgang mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Behinderung ein Herzensanliegen und sollte unsere Zustimmung finden. Mit lieben Grüßen Ihr Joachim Krüger


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Auf ein Wort Liebe Leserinnen, liebe Leser, vor etwa 10 Jahren wurde in unseren Schulen das Unterrichtsfach Ethik eingeführt. Die Schüler konnten und können nun zwischen den U-Fächern Ethik und Religion wählen. Als ehemalige Lehrerin habe ich mich schon immer gefragt, weshalb unsere Kinder und Jugendlichen in der Schule so viel Überflüssiges lernen müssen und nicht mit den wirklich wichtigen Dingen ihres Daseins konfrontiert werden, die für sie (lebens)notwendig sind, zumal es offensichtlich immer schwieriger wird, in unserer von Arbeitslosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Flucht, Vertreibung und Gewalt schwer geplagten Welt zurechtzukommen. In Sicherheit und Frieden leben zu wollen, ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Denn allen Menschen sind die inneren Werte wie Achtsamkeit, Mitgefühl, Verantwortung sowie das Streben nach Glück angeboren. Das Streben nach eigenem Glück kann nicht ohne Mitgefühl für andere erfolgreich sein. „Ehrfurcht vor allem Leben“ hat schon Albert Schweitzer dieses Anliegen genannt. Der tibetische Religionsführer Dalai Lama hat sich im vergangenen Jahr mit einem Appell an die Welt gewandt, in dem er erklärt, weshalb Ethik (die Gesamtheit der sittlichen und moralischen Grundsätze) wichtiger als Religion ist. Ihm wurde in den letzten Jahren – vor allem damals infolge des islamistischen Terroranschlags auf die Redaktion der französischen Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und auf einen jüdischen Supermarkt in Paris – eine religionsübergreifende Ethik immer wichtiger. Bei seinen weltweiten Vorträgen spricht er immer häufiger über eine „säkulare (weltliche) Ethik jenseits aller Religionen.... Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.

In den Schulen ist Ethik-Unterricht wichtiger als Religionsunterricht. Warum? Weil zum Überleben der Menschheit das Bewusstsein des Gemeinsamen wichtiger ist als das ständige Hervorheben des Trennenden“. Auch der bekannte Wissenschaftler Carl Friedrich von Weizsäcker hat schon in den 90er Jahren konstatiert, dass ihm die Forderung eines weltweiten gemeinsamen Ethos für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Schutz der Natur unerlässlich scheint. Nach ihm kann der Kern eines Weltethos sein: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“. Dies setze keinen religiösen Glauben voraus. Achtsamkeit, Mitgefühl, Verantwortung – dies sind auch bei uns im Käte-TresenreuterHaus die wichtigsten Fragmente unseres Zusammenseins, Zusammenagierens und Denkens. Wir können die Welt nicht verändern, aber wir können bei uns selbst, in der Familie oder in sozialen Gemeinschaften, wie z. B. im Sozialwerk Berlin, viel erreichen, wenn wir es nur wollen, auch jenseits aller religiösen oder politischen Orientierung oder Verbundenheit. Ich jedenfalls will es! Herzlichst Ihre Christine Bökel-Striebeck


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Das Porträt In unserem Hause gibt es so viele ehrenamtliche Mitarbeiter/Innen, die schon so lange mit Freude ihren Dienst tun. Wir wollen ein wenig mehr von all diesen lieben Menschen erfahren, deren Gesicht wir zwar kennen, von denen und deren Schicksalen wir im Grunde aber viel zu wenig wissen.

Barbara Donbavand Guten Tag, liebe Frau Donbavand, Sie sind nun schon seit acht Jahren Mitglied und seit gut vier Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin in unserem Hause. Würden Sie mir ein wenig über Ihr Leben erzählen? Ich wurde am 6. Mai 1942 in Alt-Landsberg, Kreis Nieder-Barnim, geboren. Ich hatte eine ältere Schwester, nach sieben und neun Jahren kamen mein Bruder und eine weitere Schwester zur Welt. Meine Mutter war Säuglingsschwester, mein Vater Schneidermeister. Leider war er immer nur krank. Da meine Mutter aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Probleme hatte eine Arbeit zu bekommen, eröffnete sie in Klein-Machnow ein Kinder- und Säuglingsheim. Teilweise waren wir 70 Kinder. Auch ich war ein

Heimkind wie alle anderen Kinder auch, Mutti hatte leider nie Zeit. Wie verlief Ihre Schul- und Ausbildungszeit? 1948 wurde ich in die Grundschule Eisenherd eingeschult. Mein Vater starb 1950, da war noch nicht einmal meine jüngste Schwester auf der Welt. Wie es in der DDR üblich war, sollte das Heim verstaatlicht werden. Das wollte meine Mutter nicht. Ich bin dann mit neun Jahren, im Kinderwagen meine kleine 4 Monate alte Schwester, unter der Matratze Kohlen und Bronzefiguren, öfter durch den Schlagbaum nach Zehlendorf in ein nahe gelegenes Hotel gefahren, wo ich die Sachen in einem gemieteten Zimmer deponiert habe. Die Grenzsoldaten sagten mir nach mehreren Malen, dass sie auf mich schießen würden, das bedeutete für uns flüchten, ab in den Westen nach Berlin – Spandau. Hier besuchte ich die vierte Klasse in der Grundschule am Remscheider Weg. Danach ging es in die Mittelschule (Gottfried-Kinkel-Oberschule), um mit Erfolg die Mittlere Reife zu absolvieren. Eine weitere Schulausbildung war aus finanziellen Gründen leider nicht möglich. Im Jahre 1959 begann ich eine Lehre (Fa. Chemulack) als Lacklaborantin und schloss diese auch ab. Da diese Tätigkeit aber eine große gesundheitliche Beeinträchtigung für mich bedeutete, machte ich eine weitere zweijährige Ausbildung in der Liebig-Schule als Chemisch Technische Assistentin. Da die Schule Geld kostete, musste ich nach jedem Semester die Zeugnisse beim Jugendamt einreichen, damit die Gebühren bezahlt wurden.


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Wie ging es dann beruflich weiter? Von 1965 - 68 habe ich bei Motard (Kerzenfabrik) gearbeitet, danach ein Jahr lang bei der Fa. Velish im Textillabor, von 1969 - 72 in der Gerichtsmedizin (Hittorfstr.). 1972 – Bundesgesundheitsamt, Rückstandsanalytik, ab August 76 wieder BGA, jetzt BFA, Bundesinstitut für Analytik und Lebensmittel. Wie gestaltete sich Ihr privates Leben während dieser Zeit? Mit 23 Jahren bin ich drei Jahre lang zur Tanzschule 'Fink' gegangen und habe es dort bis zum Tanzturnier geschafft. Nebenbei habe ich in der Volkshochschule Kurse in Ausdruckstanz und Gymnastik besucht. Im Laientheater habe ich die „Viola“ in „Was ihr wollt“ von Shakespeare gespielt. Mit 12 Jahren bekam ich eine Mundharmonika geschenkt, konnte gleich alles spielen. Auch Malkurse für Porzellanmalerei standen auf dem Programm. Hatte viele Ausstellungen in Banken, Apotheken und Blumengeschäften. Auch hatte ich mehrere Jahre Gesangsunterricht, habe dann im Studio-Chor unter der Leitung von Stephan Bevier im Tenor – später Alt - gesungen (bis zu seinem Weggang) und singe seit 20 Jahren in einem Chor („Singfoniker“), in dem nur klassische Werke gesungen werden. Von 2006 bis 2011 habe ich im Mundharmonika-Orchester gespielt, dasselbe von 2011 bis 2016 geleitet und in dieser Zeit ca. 100 Konzerte gegeben. Mein privates Leben war schon recht umfangreich durch meine Hobbys geprägt, dennoch habe ich natürlich auch geheiratet (1973). Mein Mann war Engländer und somit habe ich durch viele Besuche bei seinen Eltern viel von der Landschaft gesehen und die Sprache gelernt. 1974 wurde unsere Tochter

Désirée geboren, die mir zwei Enkel, Charlene und Kolin, geschenkt hat. Auf welche Weise sind Sie zum Sozialwerk gekommen und welche Aufgaben übernehmen Sie hier? Unser Mundharmonika-Orchester hat einmal im Jahr ein Konzert im Schlösschen gegeben. Dabei bin ich wohl Frau Hankewitz aufgefallen, da ich auch öfter ein Solo gesungen habe... Auf diese Weise wurde ich sehr schnell Mitglied im Schlösschen-Chor, den ich seit Juli 2016 dirigiere. Ich nehme auch am GymnastikKurs von Frau Fischer teil, wo ich auch aushelfe, wenn sie verhindert ist. Außerdem bin ich bei kulturellen Veranstaltungen im Saaldienst tätig. Was gefällt Ihnen an unserem Schlösschen so gut? Das Haus, die Einrichtung, die Menschen – alles und alle strahlen eine angenehme Wärme aus. Wichtig sind für mich auch die interessanten Kontakte hier im Haus. Es ist schön, Verantwortung übernehmen zu können und die Dankbarkeit der verschiedenen Menschen zu erleben. Welches waren Ihre schönsten Erlebnisse im Leben? Das waren die Geburt meiner Tochter und unsere Reisen nach Nizza und an den Gardasee. Dazu kommen die Konzerte, die ich mit dem Studio-Chor in der Philharmonie hatte. Worauf freuen Sie sich in nächster Zeit? Ich freue mich auf den zukünftigen Erfolg und die schöne Zeit im Schlösschen. Liebe Frau Donbavand, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses sehr nette und interessante Gespräch. Christine Bökel-Striebeck


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Glücklichsein kann man lernen. Ist Perfektionismus wirklich erstrebenswert? Ist uns das Streben nach Perfektion in die Wiege gelegt oder ist es anerzogen? Die Natur verlangt sicher von uns keine Vollkommenheit. Wir sollen uns weiterentwickeln und dabei ist jeder Fehler erlaubt. Nur an unseren Unzulänglichkeiten können wir wachsen und deshalb sind sie sogar erwünscht. Perfektionismus ist uns also anerzogen und zwar genau von den Menschen, die daran gescheitert sind. Kann man überhaupt perfekt sein oder ist das alles nur eine Illusion? Es ist unmöglich, fehlerfrei zu sein. Je mehr wir danach streben, umso mehr Fehler werden sich einschleichen. Je mehr wir uns nämlich auf Perfektion konzentrieren, umso extremer tritt oftmals das Gegenteil ein. Ich setze Mangel in die Welt und ernte Unvollkommenes. Wir haben die genaue Vorstellung von etwas, um dann festzustellen, dass am Ende doch alles nur eine Illusion war und ist. Kann man wirklich perfekt planen?

vollkommen

Hier möchte ich ein Beispiel anführen. Ein Verein plant eine Veranstaltung mit dem Motto das blaue Fest. Alles soll also in Blau gehalten sein, sogar die Kleidung der Gäste ist dementsprechend vorgeschrieben. Die Vorbereitungen werden bis ins Detail geplant. Der Organisator wünscht absolute Perfektion. Doch immer wieder wird irgendwo ein unharmonischer Farbtupfer entdeckt, was die Mitarbeiter zur Verzweiflung bringt, denn dadurch muss etliches noch einmal umgestaltet werden. Schließlich ist alles

zufriedenstellend. Eine Stunde vor Beginn der Party wird endlich das Willkommensbanner geliefert, welches bei einer renommierten Druckerei bestellt und nach genauen Angaben gefertigt wurde. Und genau in diesem Moment fährt besonders dem Projektleiter, der immer so perfekt sein will, der Schock in die Glieder. Auf einem knallroten Banner ist in gelben Buchstaben Willkommen zum blauen Fest gedruckt. Wie wird normalerweise in solchen Fällen reagiert? Auch der Organisator reagierte nach folgendem Muster. Vertuschen und das Banner neu anfertigen ging nicht mehr. Er fühlte sich ganz elend und spürte einen heftigen Druck in der Magengegend. Ein Gefühl der Unvollkommenheit machte sich breit und er wäre am liebsten weggelaufen. Diese Empfindung möchte er so schnell wie möglich loswerden. Das geht am einfachsten, wenn er einen anderen Sündenbock findet. Genug Mitarbeiter hat er ja, die ihn abgelenkt haben könnten, als er das Kreuzchen an der Farbauswahl tätigte und den Text verfasste. Der Designer kommt ja auch noch in Frage, an dem er seine Wut erst einmal auslassen kann. Doch um nach außen hin einigermaßen gut dazustehen, will er sich einen öffentlichen Wutausbruch nicht leisten. Und das ist auch gut so, denn wenn man ehrlich ist, schadet man sich damit immer nur selbst. Es ist zwar wichtig, Emotionen auszudrücken, doch dazu gibt es bessere Methoden, als wild um sich zu schlagen, wenn mal etwas schiefgelaufen ist.


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Kann ein Fehler auch eine positive Wirkung haben? In unserem Beispiel kann nichts mehr geändert werden. Was kann man tun, um diesen unübersehbaren Schnitzer auszumerzen? Ganz einfach, nämlich alles so annehmen, wie es ist. Sehen wir uns doch einmal an, was wir alle im Leben eigentlich wollen. Wir möchten gesehen und anerkannt werden. Das werden wir aber besonders dann, wenn wir aus der Reihe fallen. Auch die Werbung baut heutzutage bewusst Macken ein, damit wir das Augenmerk darauf richten. Es ist bekannt, dass uns vor allem das auffällt, was angeblich nicht richtig ist. Darüber sprechen wir auch besonders lange. Je mehr Aufmerksamkeit eine Sache bekommt, umso interessanter wird sie. Und ist es nicht genau das, was auch mit dem Fest aus dem Beispiel erreicht werden sollte? Anfangs kam sich womöglich mancher brüskiert vor, weil er unbedingt blaue Kleidung ohne irgendeinen Farbtupfer anziehen sollte. Somit war schon im Vorfeld genügend Gesprächsstoff da, um die Party zum Laufen zu bringen. Die anfänglichen ironischen Spitzen, die nun bezüglich des eigenen Versehens verteilt wurden, gingen sicher schon bald in fröhliches Lachen über. Es war ein Fest, über das noch lange geredet wurde. Welche fatalen Folgen kann Perfektionismus haben? Wie schlimm jemand einen Fehler sieht, liegt allein in seinem Ermessen. Will er sich das Leben unnötig schwer machen, darf er ruhig weiter versuchen perfekt zu sein. Doch damit schließt er sich selbst von sehr viel Freude aus. Auch Freunde halten sich von Perfektionisten zurück, weil sie Bedenken haben, dem anderen

nicht zu genügen. Mit unserem eigenen Streben nach Vollkommenheit schaden wir also indirekt auch noch anderen, weil diese womöglich ein Gefühl der Kleinheit uns gegenüber bekommen. Absolute Meisterschaft wird niemals erreicht werden können und das Streben danach ist ein ständiger Kampf gegen Windmühlen, der vom Glücklich- und Zufriedensein abhält. Weshalb wollen wir eigentlich alles hundertprozentig machen? Die meisten von uns stehen unbewusst in einem ständigen Wettstreit mit sich und der übrigen Welt. Jeder will besser sein als der andere, damit er noch ein bisschen mehr geliebt wird. Doch mit jedem partiellen Vorsprung ernte ich auch Neid, Eifersucht und manchmal sogar Hass. Auch hier zeigt sich, dass ich genau das Gegenteil davon erhalte, was ich mir wünsche. Liebenswert sind vor allem die kleinen Macken und Schwächen, die zeigen, dass wir menschlich sind und Menschen machen und haben nun mal Fehler. Was kann ich tun, um Fehler anzunehmen? Beobachten Sie künftig ähnliche Situationen mal genau. Wie fühlen Sie sich in solchen Momenten? Geben Sie eigene Fehler und Schwächen zu oder suchen Sie im Innern nach einem anderen Schuldigen? Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf und lernen daraus. Sie werden staunen, wie gut Sie sich dadurch selber kennen lernen. Oder bauen Sie bewusst mal einen Fehler ein und schauen Sie, ob andere ihn überhaupt bemerken oder ob Sie ihn nur selbst so wichtig nehmen. Sabine Procher-Sonnenberg Bewusstseinstrainerin


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Herbst In bunten Farben leuchtet nun die Natur, die Blätter fallen, der Herbst beginnt, viel zu rasch die Zeit verrinnt. Der Sommer, der diesmal kein richtiger war es war schrecklich in diesem Jahr. Es freuten uns nur wenige Sonnentage, deshalb bleibt uns jetzt nur noch die Frage: Werden im Herbst noch ein paar warme Tage kommen, oder hat schon bald der Winter begonnen? Der Verlauf unseres Lebens ist bestimmt von den Jahreszeiten, Hochs und Tiefs uns immer begleiten. Leider ist das auch jetzt die Zeit, wo uns treue Mitglieder verlassen müssen. Doch alle sollen es wissen: Das Bedauern darüber ist von beiden Seiten sehr groß, die Erinnerung an unsere Gemeinsamkeiten lässt uns nie los. Doch soll unsere Stimmung jetzt nicht trübsinnig sein, herbstliche Gedanken an die Vergänglichkeit müssen nicht sein. Es muss schon geplant werden für die festlichen Zeiten, da ist wieder viel vorzubereiten. In der Gemeinschaft sind fleißige Hände gefragt, wie das gleich gute Laune macht. Auch neue Mitglieder haben den Weg zu uns gefunden, so wird der Kranz wieder neu gebunden. Abschied nehmen und willkommen sagen, so wird es sein in allen Jahren. Wir wollen aber dafür sorgen, dass die Beständigkeit überwiegt, weil uns das Schlösschen so am Herzen liegt! Christa Fischer Ehrenvorsitzende des Fördervereins des Sozialwerk Berlin e. V.


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Erlebtes und Aktuelles Berliner Ehrennadel an Dr. Hans-Ulrich Litzner verliehen Zweimal im Jahr verleiht der Berliner Senat an jeweils zwölf verdiente Bürgerinnen und Bürger die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement“. Ausgezeichnet werden Personen, die sich durch eine mindestens zehnjährige freiwillige Tätigkeit herausgehobene Verdienste erworben und dadurch, wie es in der Verleihungsurkunde heißt, dazu beigetragen haben, dass „die menschliche Zuwendung in der Großstadt Berlin erfahrbar bleibt.“ In einem Festakt am 18. Juli 2017 wurde die Berliner Ehrennadel durch Herrn Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales, an Dr. HansUlrich Litzner verliehen.

In der Begründung hob Herr Fischer das langjährige Engagement von Dr. Litzner für das Sozialwerk Berlin e. V. und für dessen Förderkreis sowie dessen Engagement im Landesseniorenbeirat Berlin hervor.

Der Vorstand und die Mitglieder des Sozialwerks Berlin und dessen Förderkreis gratulieren Dr. Litzner zu dieser hohen Auszeichnung sehr herzlich! Foto: Sabine Schlaak Text: Margit Hankewitz

27. Juli + 1. August: Dampferfahrten „Wir kommen im nächsten Jahr bestimmt wieder“. An diese Kernaussage konnte angeknüpft werden, denn Hunderte von Bewohner/Innen aus Pflegeeinrichtungen hielten sich an dieses Versprechen. So kam es, dass auch in diesem Jahr an beiden Tagen die traditionellen Dampferfahrten wieder, wenn auch bei etwas wechselhaftem Wetter, stattfinden konnten. Von unserer Seite war alles durch unsere ehrenamtlichen Verwöhner vorbildlich organisiert worden. Die Tische an Bord waren farbenfroh gedeckt und die vielen Ehrenamtlichen sahen der Ankunft der Busse frohgemut entgegen, um die zum

großen Teil mit Gehhilfen und Rollatoren ausgestatteten Gäste sicher an Bord zu geleiten. Dies erwies sich aber des Öfteren als etwas schwierig und langwierig. Einmal an Bord angekommen, konnten die Gäste an den einladenden Tafeln Platz nehmen und sich den Kaffee und Kuchen munden lassen. Höhepunkte der Veranstaltungen waren Joe Morris, der sowohl am Keyboard als auch mit Gesang auftrat, und die vorhandenen Mitglieder des „SchlösschenChors, die für Stimmung sorgten. Es waren alles in allem zwei sehr erholsame Nachmittage für die Gäste. Heidemarie Mangers


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Der Mitarbeiterjahresausflug nach Wittenberg Wenn die gutgelaunten Mitarbeiter des Schlösschens sich auf ihren wohlverdienten Ausflug begeben, passt sich meistens das Wetter der guten Stimmung an, oder umgekehrt. So war es auch am 8. August. Bestens vorbereitet von unserer Kora und ihrem Team, fuhren 2 Busse in Richtung Lutherstadt Wittenberg und das nicht ohne Grund. Steht doch die sonst so geruhsame Stadt mit gut 40.000 Einwohnern und vor der Wende 1989 fast vom Verfall bedroht, 2017 ganz im Mittelpunkt eines großen Jubiläums. Es gilt 500 Jahre Reformation zu feiern, mit vielen Ausstellungen, wie die Weltausstellung „Reformation“, zahlreichen Veranstaltungen, wie z.B. der Kirchentag im Mai, Vorträgen, Musikprogrammen und Workshops – auch für die Jugend bis zum Abschluss am 31. Oktober mit einem großen Festakt in der Schlosskirche. Über 100 Millionen Euro wurden benötigt, um die zahlreichen baulichen Veränderungen und Schönheitsreparaturen schon Jahre im Voraus durchzuführen. In welchem Glanz sich die herausgeputzte Stadt präsentiert, davon können sich vor allem Gäste wie wir überzeugen, die schon einige Jahre nicht mehr in Wittenberg waren. Bis unsere Reisegesellschaft jedoch in die Stadt kam, in der Martin Luther durch sein unerschrockenes Auftreten am 31. Oktober 1517 Europa und die Welt grundlegend veränderte durch kritische, auch schriftliche Äußerungen über Ablasshandel, Korruption, Prunksucht, Machtgier und andere Missstände der Kirche, wählten unsere Busfahrer eine reizvolle Route durch den Niederen Fläming abseits der Autobahn, denn lange Staus hatten sich angekündigt.

Die etwas längere Reisezeit nutzten unsere kundigen Reisebegleiter Eveline Harder und Wolf-Dieter Pätzold, um die Mitarbeiter mit interessanten Informationen über die Stadt und Luthers Leben, Wirken und die Veränderungen, vor allem in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen zu versorgen. In Philipp Melanchthon, der Malerwerkstatt Cranach und Katherina von Bora, seiner Frau, und vielen anderen fand er die nötigen Mitstreiter und Unterstützer. Die revolutionierte Drucktechnik durch Gutenberg verhalf Martin Luther, - für die damaligen Verhältnisse - ein „Medienstar“ und „Bestseller Autor“ (Bibel) zu werden. Nicht eingeplant, aber interessant für viele unserer Mitarbeiter war nach Ankunft in Wittenberg der etwas längere Fußweg durch die Altstadt mit seiner neu gestalteten Fußgängerzone. Beginnend am Lutherhaus/Augusteum, vorbei an Melanchthonhaus, Cranach-Hof und Marktplatz mit dem wunderschönen alten Rathaus, gelangten die Berliner Gäste rechtzeitig zur Schlosskirche mit der weltberühmten Tür der 95 Thesen, um sich ein 30-minütiges Orgelkonzert anzuhören. Leider waren aus Zeitmangel und der Größe der Gruppen Besuche in den historischen Gebäuden nicht möglich. Dazu zählte auch das sehenswerte, von Yadegar Asisi entworfene 360 GradPanorama, in dem das Leben in der Stadt am 31. Oktober 1517 sehr anschaulich dargestellt wird. Nach dem Konzert transportierten unsere Busse die inzwischen hungrigen und durstigen Mitarbeiter in die ehemalige Festungsanlage „Brückenkopf“, schön gelegen über dem Elbufer, liebevoll


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restauriert durch die engagierte Chefin des Hotels. In diesen historischen Gemäuern wurde das Mittagessen eingenommen.

Nach einer einstündigen, informativen Rundfahrt mit der Wittenberger Altstadtbahn bis in die Neustadt mit seinem bekannten von Friedensreich Hundertwasser umgestalteten Gymnasium, ließ man im schattigen Festungshof des Brückenkopfes, bei selbstgebackenem köstlichen Kuchen und Kaffee, den wunderschönen und ereignisreichen Tag ausklingen. Gegen 19:30 Uhr erreichten die nun etwas müden, aber zufriedenen Mitarbeiter nach einer Fahrt nun über die Autobahn wieder den Ausgangspunkt in Berlin. Am Ende dieses erlebnisreichen Tages dankte der stellv. Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Herbert Striebeck, Eveline Harder und Sabine Koralewski für die ausgezeichnete Organisation des Ausflugs. Text: Wolf-Dieter Pätzold Fotos: Jürgen Schambach

Zeit online-Veranstaltung Z2X17 am 2. September 2017 hier: Workshop „Alte Säcke und junge Spunde“ Unter Zeit online wurde zu einem Festival der neuen Visionäre aufgerufen. 1000 Interessierte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz meldeten sich dafür. 800 Teilnehmer/Innen wurden durch Verlosung ermittelt, die in Berlin erschienen. Z2X17 ist eine Gemeinschaft junger Visionäre im Alter von 2X, also zwischen 20 und 29 Jahre alt. Die Damen Irene Sauer und Eveline Harder nahmen als Vertreterinnen der älteren Generation teil sowie drei Vertreter/Innen der Berliner Seniorenvertretungen: Frau Elisabeth Graff, Herr Dr. Dieter Kloss und Frau Dr. Karin SauerHäberlein. Der Titel des Workshops lautete: „Alte Säcke und junge Spunde“. Dort wurde

dann ein Projekt von Miriam Fehmann unter dem Titel „Tante Inge“ vorgestellt. Frau Harder gefiel der Titel nicht, und sie erklärte Frau Fiedler von der ZEIT, dass hier der demografische Wandel überhaupt nicht berücksichtigt worden ist. Frauen sind im Alter in der Überzahl und gehören zur Generation der Hochaltrigen oder 80+. Deshalb schlug sie einen geänderten Titel vor: „Alte Schachteln und junges Gemüse“. Das Projekt von Frau Fehmann lautet ja auch „Tante Inge“ und nicht „Onkel Otto“. Das wurde begeistert vom Publikum aufgenommen. „Tante Inge sucht 1000 Enkel“ war eine Aktion, um hochaltrige Menschen vor Einsamkeit zu bewahren, indem junge Leute aufgerufen wurden, als „Enkel“


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aktiv zu werden: Spaziergänge, Kino-, Theater- oder Kaffeehausbesuch, Veranstaltungen gemeinsam zu besuchen, nach dem Motto Jung hilft Alt. So wie das Sozialwerk Berlin als Altenselbsthilfezentrum konzipiert wurde und dieses Programm auch lebt, so soll dieses neue Netzwerk funktionieren. Es läuft bereits in mehreren Städten an. Wir wünschen Frau Fehmann viel Erfolg mit diesem Projekt! 70-80 junge Leute waren in unserem Workshop vertreten. Nach der Vorstellung der Altengruppe fand ein speed dating statt. Dabei stellten wir fest, dass es alle Hochschulabsolventen (Juristen, Architekten, Unternehmensberater, Mediziner) waren. Aus unserer Sicht schon eine elitäre Gruppe. Es schloss sich eine Arbeit in fünf Gruppen an, wobei Frau Sauer „Kontakte“ und Frau Harder „Mehrgenerationenhäuser“ als Themenschwerpunkte hatten. Beide Themen wurden zusammengelegt und Frau Sauer eröffnete die Sitzung mit dem Appell,

Alexander Probst und Phil Dera für die ZEIT ONLINE

Im kleinen Kreis wurde Wein zusammen getrunken, wobei anschließend das Foto oben entstand.

dass die Zuhörer/Innen als nächste Generation die Kinder so erziehen sollten, dass Alt und Jung zusammengehören, und die Kommunikation zwischen den Generationen nicht abbrechen darf. Kontaktanzeigen „Jung sucht Alt“ ermöglichen die Gründung von Gesprächskreisen über Themen jeglicher Art. „Alte“ können gut zuhören und haben einen großen Erfahrungsschatz. Eine Quizrunde wurde eingeleitet und zum Schluss der Veranstaltung gaben die fünf Senior/Innen ein Resümee. Eine Aufforderung, sich in jungen Jahren schon politisch zu betätigen, großen Wert auf Kommunikation zu legen und nicht nur das Smartphone zu bedienen sowie aufgeschlossen das Leben zu betrachten. Eine wunderbare Veranstaltung mit regem Gedankenaustausch war das, die noch nachwirken wird. Eveline Harder

Alexander Probst und Phil Dera für die ZEIT ONLINE

Eveline Harder beim „Speed dating“ (Methode der Partnersuche durch kurze Gespräche mit wechselnden Personen)


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Empfang für die neuen Mitglieder am 16. September

Foto: Jürgen Schambach

Nach dem IBM-Konzert wurde den neuen Mitgliedern zum Auftakt im SchlösschenCafé ein Glas Sekt gereicht. Seitens der beiden Vorstände nahmen am Empfang teil: Margit Hankewitz, Vorsitzende und Beauftragte für Finanzen, Prof. Dr. Herbert Striebeck, stellv. Vorsitzender, verantwortlich für den Chor und die musikalische Begleitung, Organisator vergnüglicher Veranstaltungen, Jean Mangers, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, die Schlösschen-Post und die Beziehungen zu Ländern aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Christa Fischer, Ehrenvorsitzende des Förderkreises und Leiterin des Interessenkreises Bewegungslehre,

Dr. Hans-Ulrich Litzner, Vorsitzender des Förderkreises, Ingrid Junkuhn, Vorstandsmitglied des Förderkreises und Saaldienst. Die genannten Personen berichteten kurz über ihre jeweiligen Betätigungsfelder. Margit Hankewitz stellte dann Jürgen Schambach und Sabine Koralewski (Kora) als „Mann bzw. Frau für alle Fälle“ vor. Das Wort ergriff auch noch Peter Stawenow, Leiter des Kompetenzzentrums Offene Altenarbeit. Margit Hankewitz bedankte sich bei den Rednern für ihre Darstellungen und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die neuen Mitglieder sich bei uns wohlfühlen und gegebenenfalls auch mitarbeiten. Jean Mangers


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Christa Fischer hat zu diesem Anlass folgendes Gedicht verfasst: Wir sind heute hier zusammengekommen, um noch einmal zu sagen: „Herzlich willkommen“ in unserer Gemeinschaft, in unserem Verein, sie sollen nun ein Teil eures Lebensinhaltes sein. Ältere Menschen helfen älteren Menschen, sozial wird hier gedacht, in Politik und Verbänden haben wir uns einen Namen gemacht. Sich einzumischen, wenn es um unsere Interessen geht, das hat schon einiges bewegt. Selbstbewusst und aktiv sein, auch im Alter, in allen Jahren, keine Tätigkeit, keine Müdigkeit davor kann uns bewahren. Der Entschluss, in einer unserer Interessengruppen tätig zu sein, das kann auch für euch eine Bereicherung sein. Vielleicht habt ihr schon darüber nachgedacht, welches Angebot euch Freude macht. Auch Geburtstage werden von uns nicht vergessen, sind sie auch schon vor einigen Tagen gewesen, wir laden zu einer schönen Nachfeier ein, für unsere Jubilare soll das etwas ganz Besonderes sein. Unser Veranstaltungsprogramm ist ausgewählt mit Bedacht, mal gibt es etwas Klassisches, mal wird heitere Musik gemacht. In eurem Kalender könnt ihr nun Termine notieren, um nichts zu versäumen, keine Zeit zu verlieren. Wir freuen uns auf eure neuen Gedanken, sie sind erwünscht, für die wir gern danken. Mitzuwirken, dabei zu sein, das soll euer Wunsch und Bestreben sein. Habt ihr mal Sorgen oder Fragen, das kommt vor, dann hat man in unseren Sprechstunden immer ein offenes Ohr. In unserer Gemeinschaft sollt ihr euch wohl und geborgen fühlen, man kann hier Kummer und Nöte besiegen. Wir freuen uns, dass ihr den Weg zu uns gefunden, nun habt ihr für immer das Alleinsein überwunden. Christa Fischer Ehrenvorsitzende des Fördervereins des Sozialwerk Berlin e. V.


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Gremienarbeit Die Fachgruppe „Ältere Menschen“ des „Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin“ verständigte sich zum Dialogprozess 80+, der eine Rahmenstrategie zur Umsetzung der Ziele für hochaltrige Menschen beinhaltet. Die zuständige Senatorin Kolat hat formell zugesichert, dass das Projekt weitergehen soll. Finanzmittel für 80+ sollen in den Haushalt eingestellt werden. Als neuer Titel ist der Begriff „Pflege 2030“ vorgesehen. Herr Peter Stawenow vom Sozialwerk Berlin e. V. trägt für das Handlungsfeld 7 – Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – mit Verantwortung. Er arbeitet im Beirat bei der Senatsverwaltung mit. Im Land Berlin wird zurzeit an einem Mobilitätsgesetz gearbeitet. Der entsprechende Referentenentwurf ist gegenwärtig für die Diskussion in den Organisationen freigegeben. Der Landesseniorenbeirat wird sich in seiner Sitzung am 15. November 2017 ausführlich damit beschäftigen. Die zuständige Senatsverwaltung wird dazu eingeladen, um Rede und Antwort zu stehen. Das neue Verkehrskonzept der Berliner CDU wird in der FG Ältere Menschen besprochen, um auf die Landesseniorenbeiratssitzung gut vorbereitet zu sein. Am 27. September veranstaltete die Senatsverwaltung eine Fachtagung unter dem Thema „Älter werden im Kiez“. Sie dient dazu, die Leitlinien für die Seniorenpolitik in Berlin weiter zu aktua-

lisieren und abrechenbarer zu gestalten. Themen sind neben der gesundheitlichen Versorgung der öffentliche Personennahverkehr, Wohnen im Alter, aber auch Fragen der Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben. An verschiedenen Thementischen werden diese Anliegen mit Experten aus den Senatsverwaltungen und des Landesseniorenbeirates diskutiert. Vertreter des Sozialwerks Berlin werden das Sprachrohr der älteren Menschen sein. Darauf können sie sich verlassen. Über die Ergebnisse der Veranstaltung werden wir in der nächsten Ausgabe der „Schlösschen-Post“ berichten. Gegenwärtig wird in der Berliner sozialen Landschaft darüber heftig diskutiert, wie der § 71 vom SGB XII zur sozialstaatlichen Pflichtaufgabe gemacht und weiterentwickelt werden soll. Auf Bundesebene wird das von der BAGSO unterstützt. Dazu wird der Landesseniorenbeirat eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen, die sich dazu verständigt, wie dieses Anliegen in Berlin umgesetzt werden kann. Am 11. Oktober 2017 findet im Berliner Abgeordnetenhaus wieder die Veranstaltung „Senioren debattieren im Parlament“ statt. Das Schwerpunktthema wird Wohnen sein. Herr Dr. Litzner hat mit seiner Arbeitsgruppe im Kompetenzzentrum für die offene Altenarbeit des Sozialwerks Berlin schon eine Vielzahl an Fragen zusammengetragen, mit denen die Politiker aus dem Abgeordnetenhaus konfrontiert werden sollen. Peter Stawenow


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Erbauliche und vergnügliche Veranstaltungen Erzähl-Café am 16. Juli 2017 mit Herrn Dr. Bernd Ripke über „Kurt Tucholsky“

„Da, wo ich nicht bin, da ist das Glück“. Diese ewige Suche, innere Unruhe, das Lebenszittern, wie es Thomas Mann einmal ausdrückte, begleitete Kurt Tucholsky (1890-1935) sein Leben lang. Die vielen Frauen bedeuteten das auch, unersättlich zu sein. Seine erste Frau Else Weil prägte den Ausspruch „Als ich über mehrere Frauen hinwegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, reichte ich die Scheidung ein“, dem sich auch die zweite Frau Mary Gerold anschloss. Seine bekanntesten Werke sind „Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte“ und „Schloss Gripsholm“. Er nannte sich auch „der Mann mit den 5 PS“. Da er in der Zeitung nicht das ganze Blatt dominieren konnte, legte er sich einige Pseudonyme zu: Ignaz Wrobel, Peter Panter, Theobald Tiger und Kaspar Hauser. Mary Tucholsky gründete nach dem zweiten Weltkrieg das Kurt-TucholskyArchiv in Rottach-Egern, 1969 mit Fritz J. Raddatz die Tucholsky-Stiftung in Hamburg und gab mit Raddatz die Gesamtausgabe und viele andere Titel heraus. Obwohl er sich schon 1935 das Leben nahm, sind seine Texte heute noch aktuell wie nie. Fritz J. Raddatz spricht

über Tucholsky so wunderbar: „Als Künstler ist er ein Ganzes, als Mensch ein Zerrissener.“ Dr. Bernd Ripke führte uns im ErzählCafé eindrücklich vor, wie zeitnah die Tucholsky-Texte sind. Die Lesung der Kurzgeschichten in verschiedenen Stimmlagen und im Berliner Jargon war köstlich. Einige Gedichte hat Dr. Ripke vertont und vorgetragen, wie „Mutterns Hände“, „Irgendwas ist immer“ und „Verwandtschaft“. Die Zuhörer wurden mit eingebunden. Sie erhielten „Schnipsel“ zum Vorlesen: „Die Frauen sind die Holzwolle in der Glaskiste des Lebens“ oder „Ich sah sie an, und sie gab mir den Blick zurück, wir fassten uns mit den Augen bei den Händen“ oder „Erfahrungen vererben sich nicht, jeder muss sie allein machen“. Das war ein entspannter und fröhlicher Nachmittag. Die Teilnehmer haben diese lockere Atmosphäre genossen, das Café war überfüllt! Großer Dank an Bernd Ripke – wir hoffen auf ein Wiedersehen. Eveline Harder


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22. Juli: Dunkelrote Rosen In Abwesenheit von Frau Hankewitz begrüßte Herr Prof. Dr. Herbert Striebeck, stellv. Vorsitzender, sehr herzlich die trotz Regenandrohung und Verkehrsbeschränkung zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer sowie die vier Künstlerinnen und Künstler, die zum ersten Mal im Schlösschen auftraten.

Carl Millöcker und Paul Lincke zum Besten. Ein erster Höhepunkt stellte das Duett „Keiner liebt dich so wie ich“ aus „Paganini“ von Franz Lehár dar, bei dem beide Stimmen so richtig harmonisch zur Geltung kamen. Nach der Pause intonierte Christoph Schröter „Dunkelrote Rosen“, entsprechend dem Titel der heutigen Veranstaltung, aus der Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker. Nun erschien Esther Puzak in einer bordeauxfarbenen Robe und sang „Heia, Heia, in den Bergen ist mein Heimatland“ aus „Die Czardasfürstin“ von Emmerich Kálmán. Es schlossen sich Melodien von Franz Lehár, Carl Zeller und Gerhard Winkler an.

Foto: Jürgen Schambach

Die mit der Moderation beauftragte Maria Delling von den Senioren Berlin stellte im Detail folgende Vortragende vor: Esther Puzak, Sopran, Christoph Schröter von der Komischen Oper, Tenor, und am Flügel Christina HankeBleidorn, ehemaliges Mitglied des Metropol-Theaters, zu einem charmanten Konzert mit Beiträgen aus der Welt der Operette „nicht nur für Frauen“. Christoph Schröter begann den musikalischen Reigen mit: „Als flotter Geist, doch früh verwaist, hab’ ich die halbe Welt durchreist“ aus „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Dann gab Esther Puzak, in Grün gekleidet, die „Juliska aus Budapest“ aus „Die Maske in Blau“ von Fred Raymond. Nachdem die beiden Künstler sich so positiv eingeführt hatten, gaben sie noch Melodien von Franz Lehár, Robert Stolz,

Als weiteren Höhepunkt war das Duett aus „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán zu hören, in dem Esther Puzak die Mariza verkörperte und Christoph Schröter den Zsupan, der sich mehrmals unter großem Applaus der Zuhörer zu einem Kniefall vor Mariza hinreißen ließ. Prof. Dr. Herbert Striebeck war voll des Lobes ob des wunderbaren Nachmittags, der so recht zu unserer Alterklasse passte. Er bedachte die Künstler/Innen mit roten Rosen und Sekt. Als Zugabe gab es noch das herrliche Duett „Tanzen möcht’ ich, jauchzen möcht’ ich“ aus „Die Czardasfürstin“ von Emmerich Kálmán. Die herrlichen Stimmen klangen mitunter zu gewaltig für unseren doch recht großen Festsaal. Nichtsdestotrotz ein wunderbarer Nachmittag! Jean Mangers


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Hier nun die Meinung einer begeisterten Zuhörerin: Berlin, den 24.07.2017 Lieber Vorstand, liebe Frau Mangers, ich bin immer noch beflügelt und in anhaltend guter Stimmung durch die herrliche Vorstellung, die mir am 22.07.2017 geboten wurde. Für mich war es das „Highlight“ des Jahres. Die herrlichen stimmgewaltigen Sänger, ohne Mikrofon! Sie nahmen das Publikum in beeindruckender Weise mit. Sie ergänzten sich hervorragend. Die Melodien waren wunderbar ausgesucht. Dazu die Klavierbegleitung: Exzellent! Einmalig! Doch was wäre das alles ohne die hervorragende und charmante Moderatorin: So spritzig und mit Augenzwinkern vorgetragen. Dabei wurde fast Vergessenes wieder in Erinnerung gerufen. Noch lange werde ich an diesen 22. Juli denken. Welch herrliches Erleben! Herzlichen Dank für all Ihr Bemühen, uns so Schönes bieten zu können, sagt Ihnen Ihre Ellen Jordan. Danke auch an die „Ehrenamtlichen“, welche uns in gewohnter liebenswürdiger Weise verwöhnten.

Panflötenkonzert Am 5. August konnte Margit Hankewitz einen vollen Saal zum Panflötenkonzert begrüßen. Sie lobte die schön gedeckten Tische, die die ehrenamtlichen Verwöhner erneut „gezaubert“ haben. Dieses und das anstehende Konzert mit den „Shadows of Soul“ sind etwas für die Seele und für das Herz. Dem Prospekt entnehmen wir, dass „Naturklänge, Effekte und ursprüngliche Instrumente sich mit moderner Interpretation verflechten und die charakteristische musikalische Darbietung der 2011 gegründeten Gruppe LIGHT INTO „Shadows of Soul“ prägen. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Antonio Fonseca MORAVI, Panflöten, Gitarre und Gesang, sowie Elke SCHOTTMANN, Schlagzeug, Perkussion und Bühnenbilder.

Die Gruppe wird nach Bedarf mit Gastmusikern mittels Gitarre, Flöten oder Keyboard erweitert. Die Musiker scheinen mit ihren Instrumenten zu verschmelzen. Das ist das Geheimnis ihrer großen Kunst. Diese Musik weckt Sehnsüchte, sie erinnert an Träume und spendet Kraft, diese wieder aufzunehmen. Daher sind diese Klänge sehr bewegend: Die Künstler berühren mit unerschöpflicher


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Energie die Seelenseiten, die in den Schatten getreten sind.“ Elke Schottmann teilte mit, dass sich einiges Neue im Programm befände. Es handelte sich um eine Reise durch Peru, die sie selbst unternommen haben. Die Bilder, die dazu projiziert wurden, zeigten Szenen aus dem Alltag und vom Markt. Es klangen abwechselnd Panflöten und Querflöten. Der Weg zum Flötenbauer zeigte die Entstehung vom Rohmaterial bis zu der fertigen Flöte. An vielen Stellen Perus hielten die Künstler an und besangen die örtlichen Gegebenheiten, so die Isla la Paloma mit schönen Landschaften, Tieren, wie Vögeln und Pinguinen, Machu-Picchu, eine gut erhaltene Ruinenstadt, die zu den Welt-wundern gehört, Parque Nacional de la Manú, ein Nationalpark im Amazonasgebiet am Osthang der Anden. Er stellt ein Biosphärenreservat dar und ist seit 1982 zum Weltkulturerbe erhoben wor-den. Dort leben 200 Säugetierarten und eine sehr große Avifauna (Vögel). Nach der Pause ging es weiter mit der Reise durch Peru zur Région ICA, einer Gegend im südwestlichen Peru.

Auf Wunsch der Anwesenden brachten die Künstler El Condor Pasa zu Gehör. Wir machten auch die Bekanntschaft mit Los Uros, einer ethischen Gruppe Indigener am Titicacasee und konnten das 8. Weltwunder, die esca-Lini n, bewundern. Dies sind riesige Schaubilder in der Wüste Nazla, die das Indiovolk der Nazeo vor über 2000 Jahren hinterließ. Schließlich blicken wir noch in das Cola Tal, das heilige Tal der Inkas. Diese sehr aufschlussreiche Reise durch Peru brachte uns dessen Land, Einwohner, Trachten, Tiere und Pflanzen etwas näher. Margit Hankewitz bemerkte abschließend, dass dieser wunderschön illustrierte Vortrag uns in eine fremde Welt entführte, was den Alltag verschwinden ließ. Prof. Dr. Herbert Striebeck überreichte Blumen und Sekt. Als Zugabe gab es noch „Eviva la vota“, bei der Elke Schottmann durch die Reihen ging und die Zuhörer zum Mitsingen einlud. Jean Mangers

Die Bootsmänner Unter dem Motto: „Wir sind auf dem richtigen Dampfer“ konnten die Bootsmänner am 19. August vor einem vollbesetzten Saal auftreten. Prof. Dr. Herbert Striebeck begrüßte in Vertretung unserer Vorsitzenden Margit Hankewitz sehr herzlich die vier Künstler und die Anwesenden, die sich nach dieser Musik sehnten. Übrigens gehören zwei der vier Bootsmänner auch dem Shanty-Chor an, der bei den Mitgliedern und Freunden des Sozialwerks Berlin ebenfalls „sehr hoch im Kurs steht.“

Nun war die Reihe an den Bootsmännern, mit ihrem Spiel und Gesang aufzuwarten.


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Sie begannen mit „Liedern, so schön wie der Morgen“, gefolgt von „Komm auf das Schiff meiner Träume“. Dann ging es auf große Fahrt mit „Schiff ahoi“ und „Mein Herz bleibt im Hafen, mein Schiff sagt good bye“. Es schlossen sich sieben weitere Nummern an, und vor der Pause war noch „Das Märchen vom Fischer und seinem Sohn“ zu hören. Der zweite Teil begann mit „O la Paloma Blanca“. „Ein Stern der Südsee“ schloss sich an, und eine weiße Taube flog zur „Insel der Sehnsucht“. Die Bootsmänner gaben auch einige Beiträge in Englisch zum Besten wie zum Beispiel das Farewell-Shanty „Home from the sea“ und meinten „Wir lagen vor Madagaskar“ sowie „In Hamburg steht ein Schiff, das ist die schöne schlanke

Dorothee“. Zum Schluss gab es noch „La Paloma“. Herbert Striebeck gab sich überzeugt, dass die Bootsmänner in den vielen hier anwesenden Landratten die Sehnsucht nach dem Meer geweckt haben. Sabine Koralewski überreichte den durstig gewordenen Künstlern Sektflaschen. Diese wiederum bedankten sich für den überragenden Applaus mit einer Zugabe, bei der es um „Rum und Grog aus Jamaika“ ging, und sie sangen beim Verlassen des Festsaals „Alles klar, ihr wart wunderbar“. Ja, es war ein wunderbares Konzert, und wir hoffen, die Bootsmänner auch nächstes Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Jean Mangers

Musikalische Hochstimmung mit dem Zupforchester „Tamburaschenchor Wellebit 1902“ Am 2. September gastierte das Orchester zum wiederholten Mal bei uns.

In diesem Ensemble erklingen Tamburica - Zupfinstrumente, die in Serbien, Kroatien und Ungarn gespielt werden. Sie werden ähnlich der Mandoline gezupft und tremoliert. Verschiedene TamburicaInstrumente ergeben einen Tamburaschenchor.

In dem kroatischen Gebirgsgebiet Vellebit wurde Franz Krznar geboren, der zusammen mit den Deutschen Otto Grundmann und den Geschwistern Eduard und Franz Beinlich dieses Orchester 1902 in Berlin gegründet hat. Soweit zu der Erklärung des Namens unserer Künstler. Vor zwanzig Jahren fehlten dem Orchester Tamburica Spieler und es wurden auch Mandolinen und Gitarren dazugenommen. Die verschiedenen Instrumente ergeben einen ganz besonderen Klang. Und diesen konnten wir eindrucksvoll genießen. Unter der Leitung von Horst Budde spielten die 15 Musiker sehr abwechslungsreich.


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Zu Beginn des Konzertes wurden die Zuhörer von Horst Budde ermutigt, bei bekannten Melodien mitzusingen. Und sehr schnell ertönte ein vielstimmiger Gesang des Publikums bei den Walzern, den Operettenmedleys, den Volksliedern sowie den Berliner Gassenhauern. Es herrschte eine außerordentlich heitere und mitreißende Stimmung im Saal. Erstaunlich war die Textsicherheit vieler Sänger, so ließ an unserem Tisch Wilfried

Schmidt, selbst Musiker und Leiter des „Ensemble Kristall Berlin“, mit viel Freude seinen klaren Tenor erklingen. Margit Hankewitz war so begeistert, dass sie ihn zu einer Zugabe zusammen mit den Musikern überreden konnte. Nach „Kalinka“, von ihm auf Russisch gesungen, spielte das Orchester den „CanCan“ von Jacques Offenbach. Nach dem rasanten Abschluss waren sich alle einig: Er selbst spielt die Berda, die einem Kontrabass entspricht, und dem Tamburica-Ensemble die tiefen Grundtöne gibt. Sein Instrument ist bereits 100 Jahre alt.

Dieser höchst vergnügliche Nachmittag war ein besonderes Erlebnis durch das gemeinsame Singen mit den Künstlern. Text und Fotos: Wilfried Neumann


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16. September: Chor des IBM-Club Berlin mit Musik zum Verlieben Es fiel sofort auf, dass der Flügel vor der Bühne stand, dies um Herrn Michael Streckenbach, der gleichzeitig als

Klavierspieler und Dirigent fungierte, zu ermöglichen, den Chor im Auge zu behalten und ihm Anweisungen zu geben.

Foto: Jürgen Schambach

In ihrer Begrüßung wies unsere Vorsitzende Margit Hankewitz darauf hin, dass heute besondere Gäste unter uns weilen, und zwar die neuen Mitglieder, die nach der Veranstaltung noch zu einem Empfang gebeten werden. Nach ihrem Einmarsch stimmte der Chor „Wenn Freunde beieinander stehen“ an und der Chorleiter hielt eine kurze Ansprache. Er moderierte auch die Zwischentexte, die jeweils die Verbindung zu den Liedern herstellten. Das Programm umfasste 23 Nummern, zum Teil bekannte sowie unbekanntere und begann mit „Das gibt’s nur einmal“. Zu hören waren u. a. auch „Spiel mir eine alte Melodie“, „Die kleine Stadt will schlafen gehen“, „Kumbaya my Lord“ und „Bajazzo“. Letzteres wurde nur von den Männerstimmen gesungen. Nach der Pause lud uns der Chor zu einem „Tanzpotpourri mit Paul Abraham“ ein. Danach erklangen u. a. noch

bestbekannte Melodien wie „Hallelujah“, „Oh happy day“, „Nabucco“ von Guiseppe Verdi auf Italienisch, „My way“, bekannt durch die Interpretation von Frank Sinatra, „Der Mann mit dem Fagott“ und „Die kleine Kneipe“, beide von Udo Jürgens, „Kaimos“ (Du hast die Liebe gesehen) von Mikis Theodorakis und „Mein Traum“ von ABBA. Margit Hankewitz gestand, dass jeder so seine Träume hat, und dass sie jetzt von einer Zugabe träumte. Diese bestand aus dem „Gefangenenchor“ und eine weitere aus einem „Medley Berliner Melodien“. Dann kam es zu einer sehr großen Überraschung: Der Chor stimmte auf einmal unser neues von Marita Vennewald getextetes Schlösschenlied „Im Grunewald, da steht ein schönes Häuschen“ nach der Melodie „Jenseits des Tales“ an. Diese Überraschung war sehr gelungen, und der Chor erntete einen Riesenapplaus! Jean Mangers


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Museumsbesuch Chili und Schokolade – der Geschmack Mexikos Unser Besuch im Botanischen Museum am 24. August begann mit einer Enttäuschung. Bei Bauarbeiten war es zu einem Stromausfall gekommen und das Haus musste schließen. Alternativ führte uns eine junge Biologin durch den Garten, der mit 43 ha Fläche und ca. 22.000 Pflanzen zu den größten und artenreichsten botanischen Gärten der Welt gehört. Im Kakteen- und Nutzpflanzengewächshaus ist die farbenprächtige mexikanische Pflanzenwelt ebenfalls zu sehen. Bis zu acht Meter hoch wird der KakaoBaum. In seinen Früchten stecken bis zu 60 Samen, aus denen Kakao gewonnen wird. Der war in Mexiko schon vor 4000 Jahren beliebt – allerdings nicht in Form von Schokolade, sondern als eher bitteres Getränk. In Mexiko wachsen etwa 170 verschiedene Agaven, aus denen zum großen Teil Alkohol gewonnen wird. Aus der „Agave

te guilana“ wird der berühmte Schnaps Tequila hergestellt. Eine tropische Orchidee ist die Vanille, deren Sprossen bis zu zehn Meter lang werden, aber keine Blüte haben. Der kommerzielle Anbau begann 1760 in Mexiko, und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts behielt das Land das Monopol auf dieses wertvolle Gewürz. Die roten Früchte des Nopal-Kaktus sind roh essbar und sind die Wirtspflanze für Schildläuse, aus denen der rote Farbstoff Karmin gewonnen wird. Die wild wachsenden Früchte der ChiliSchoten gibt es in den unterschiedlichsten Schärfegraden und diese hängen vom Gehalt an Capsaicin ab. Unsere Führerin, Frau Gravendyck, erzählte spannend und mit viel Engagement, so dass wir trotz der anfänglichen Enttäuschung einen wunderschönen Tag hatten, den wir dann mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch ausklingen ließen. Dagmar Grün

Verschiedenes Liebe Leserinnen und Leser !

Wie in jedem Jahr kommt die Weihnachtszeit schneller als man denkt! Und deshalb schon jetzt folgende Ankündigung:

Vom 20.11. - 22.11.2017 in der Zeit zwischen 11°° und 16°° Uhr werden Sie

Gelegenheit haben, schöne Adventsgestecke und Adventskränze hier im Hause zu erwerben. Allerlei hübsche Kleinigkeiten werden ebenfalls dabei sein. Also, lassen Sie sich überraschen!

Ihr Deko-Team


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Unser Adventsbasar 2017 am 1. und 2. Dezember Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen. Für Spenden sind wir wie immer dankbar. Wir bitten aber nur um gebrauchsfähige Sachen. Textilien sollten gereinigt oder gewaschen sein. Annahme erfolgt bis zum 18. November. Ihr Basarteam

Zur Bedeutung der Religion im Syrien-Krieg Dritter und letzter Teil Der Islam ist keine in sich geschlossene Religion. Die deutliche Mehrheit aller Anhänger des Islams bezeichnet sich als Sunniten. Nur in wenigen arabischen Staaten wie im Irak und im Iran sind die Schiiten in der Mehrzahl. In Syrien bekennen sich ca. 74% der Bevölkerung als Sunniten. Darüber hinaus leben in Syrien die ebenfalls zum Islam gehörenden Alawiten, sie machen ca. 12% der Bevölkerung aus und sind in der dem Mittelmeer zugewandten Küstenregion angesiedelt. Ohne hier auf die religiösen Gegensätze im Islam ausführlich eingehen zu können, muss festgestellt werden, dass die einzelnen Richtungen (Sunniten, Schiiten, Alawiten) sich gegenseitig für von Glauben abtrünnige Menschen halten, die vernichtet werden müssen und für schlimmer gehalten werden als Ungläubige wie Juden und Christen. In den Jahrzehnten vor dem Syrischen Bürgerkrieg spielte die islamische Religion in Syrien eine eher geringe Rolle. Die Assad-Familie kommt aus dem Kreis der Alawiten, bekannte sich jedoch zunehmend zur Praxis des sunnitischen Islams.

Wer in Syrien an der Macht teilhaben wollte, musste sich sowohl unter Hafiz alAssad als auch unter seinem Sohn Baschar al-Assad weniger zum Islam als zum Herrscher und dessen politischen Zielen und Methoden bekennen. In den 80er Jahren wurden der militante Islamismus sowie die Muslimbrüder vom Regime blutig niedergeschlagen (Massaker von Hama mit 20 bis 30tausend Toten). Die Muslimbrüder lehnten alAssad und seine Baath-Partei ab und wollten einen Gottesstaat errichten. Soweit die in Syrien lebenden Christen, die etwa 10% der Bevölkerung ausmachten, die politische Führung tolerierten, konnten sie in den zurückliegenden Jahrzehnten vor dem Kriegsausbruch ihrem Beruf und ihrem religiösen Bekenntnis weitgehend unbeschränkt nachgehen. Der „Islamische Staat“ (IS) als radikalisiertes und militantes Bündnis zur gewaltsamen Durchsetzung des Gottesstaates findet seine Ursprünge im Irak-Krieg der Amerikaner, als sich unter Führung des Jordaniers Abu Musab al-Zarqawi eine islamistische Ausrichtung entwickelte, die die Schiiten zum Hauptfeind erklärte. Ab 2010 führte Abu Bakr al-Baghdadi diese Bewegung, im Juni 2014 nach dem Sturm


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auf Mossul ernannte er sich selbst als Nachfolger des Propheten Mohammed zum Kalifen Ibrahim und rief ein „Islamisches Kalifat“ aus. Zu den oppositionellen Kräften in Syrien zählt die Al-Nusra-Front, die die Beseitigung des Assad-Regimes mit Waffengewalt anstrebt, an dessen Stelle einen am Salafismus („Rückbesinnung auf die Altvorderen“) orientierten sunnitischen syrischen Staat errichten will. Ihre Ausrichtung sieht die USA und Israel als Hauptfeinde und bekennt sich dazu, die Christen und Alawiten aus Syrien vertreiben zu wollen. Dabei wird sie mit erheblichen finanziellen Mitteln aus den Golf-Staaten, allen voran aus Katar, unterstützt. Eine weitere oppositionelle Gruppe in Syrien ist die Peschmerga, die Organisation der bewaffneten kurdischen Kämpfer im Norden des Landes. Die Kurden sind Anhänger des sunnitischen Islams, werden jedoch in ihrer Mehrzahl für eher weltlich orientiert und tolerant gehalten. Ihre derzeit ca. 150tausend Soldaten umfassende Armee kämpft für einen unabhängigen kurdischen Staat auf dem Gebiet des Iraks, des Irans, der Türkei und Syriens und zugleich (mit amerikanischer Unterstützung) gegen den „Islamischen Staat“.

Die derzeitigen Einsätze der türkischen Luftwaffe und Armee in diesen Gebieten werden von Ankara offiziell als Bekämpfung des IS dargestellt, richten sich aber nach der Einschätzung vieler Beobachter vor Ort ebenso gegen die Kurden, da man deren Anspruch auf türkisches Staatsgebiet unbedingt entgegentreten will. Baschar al-Assad selbst gibt vor, sich kraftvoll mit seinen Truppen in die Bekämpfung des IS einzubringen, zugleich richtet sich sein Kampf aber (wohl vorrangig) gegen die eher demokratische Opposition in Syrien, um sein Regime am Leben zu halten. Die eher demokratische Opposition in Syrien ist vielfältig, nicht immer einig und militärisch der Armee al-Assads zahlenmäßig stark unterlegen. Zu diesen Gruppen zählen der Syrische Revolutionsausschuss, die Freie Syrische Armee, der Syrische Nationalrat, das Nationale Koordinierungskomitee für den demokratischen Wandel und die Syrische Koalition säkularer und demokratischer Kräfte. Diese Gruppierungen zusammenzuführen, um eine einheitliche Front gegen alAssad und für ein demokratisches Syrien bei gleichzeitiger Ausschaltung des IS zu erreichen, steht noch aus. Joachim Krüger

Wanderungen am Templiner – und Straussee Wenn auch mit längeren Fahrzeiten verbunden, zog es die Wanderer des Sozialwerks Berlin in den Sommermonaten an den Stadtrand und darüber hinaus bis nach Potsdam zu lohnenden Wanderzielen und wurden nicht enttäuscht. Am 29. Juli traf sich die Gruppe in Potsdam, um mit der Regionalbahn bis Pirschheide zu fahren.


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Bei idealem Wetter wanderten wir auf schattigen, befestigten Wegen entlang des glitzernden Templiner Sees durch die Pirschheide. Kleine Buchten mit herrlichen Ausblicken über den See bis Caputh – unser Ziel - luden zum Verweilen ein. Auch einen gut ausgebauten und belegten Campingplatz durchkreuzte die Wanderschar. Jugenderinnerungen an eigene „Zeltzeiten“ kamen dabei auf. Nach Umrundung des Kleinen Petzinsees mit seinen Ferienhäusern und blühenden Vorgärten, trennte uns nur noch die Havelverbindung zum Schwielowsee von unserem Lokal in Caputh, um sich ein wenig zu erholen. Eine Seilfähre „Tussy 2“ brachte die inzwischen hungrige und durstige Gruppe bis vor den Biergarten des Fährhauses. Gut gestärkt ging es weiter durch die hübsch restaurierte Altstadt des ehemaligen Schifferdörfchens mit einigen historischen Gebäuden. Eine anstehende Hochzeit verwehrte uns einen Besuch in die von 1929-1932 im italienischen Stil erbaute Kirche. Es ist ein Werk von August Stühler, einem Schüler Schinkels. Vorbei am Schloss und durch den Park, erreichten die nun etwas müden Wandersleute eine Dampferanlegestelle. Fast zufällig kam ein Schiff vorbei, um uns nach Potsdam und weiter nach Wann-

see zu schippern. Wunderschöne Landschaften und historische Baudenkmäler zogen an uns vorbei. Das war der krönende Abschluss eines schönen Wandertages. Der Augustwandertag am 12.08. nach Stadt Strausberg und gleichnamigem See stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Der Verlust einer Handtasche und diverse Bauarbeiten der S-Bahn, dadurch mehrmaliges Umsteigen, waren eine Herausforderung an die Gruppe. Auch das Wetter passte sich mit dicker Bewölkung der trüben Stimmung an. Im Laufe des Tages hellten sich beide wieder auf, nachdem wir ein wenig Abstand von dem Geschehen bekommen hatten. Unsere betroffene Helga blieb in Berlin und nahm Verbindung mit ihrer Familie auf. Die Stadt Strausberg feierte 2015 ihr 775-jähriges Jubiläum. Leider sind von Burg und Kloster keine Überreste mehr vorhanden, jedoch noch die die Altstadt umgebende Stadtmauer von 1700 Meter Länge, das alte Stadthaus und die mächtige Pfeilerbasilika St. Marien, im neugotischen Stil vor 750 Jahren erbaut. Ein engagierter Mitarbeiter der Kirchengemeinde ermöglichte der Gruppe einen Blick hinter die alte Sauerorgel mit den vielen Holzpfeifen zu werfen. Die nötige Luft kann noch manuell per Fuß und Körpereinsatz oder auch mittels Elektromotor erzeugt werden. Ein schönes zusätzliches Erlebnis. Vor der Stadtbesichtigung galt es auf wunderschönen, bewaldeten Uferwegen den südlichen Strausberger See zu umrunden. Um auf die andere Seite des Sees zu gelangen, musste die Gruppe den See überqueren und zwar – einmalig in Europa - mit einer elektrisch betriebenen Seilfähre. Der benötigte Strom (220 Volt) kommt über die Oberleitung, die auf 350


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Meter Länge, hoch über dem See, gespannt ist. Die beliebte Wanderstrecke durch den herrlichen Laubwald wird des Öfteren durch kleine Badebuchten unterbrochen und gibt schöne Ausblicke auf die Stadt Strausberg frei. Mit einer gelungenen Einkehr, direkt an der Fähre und dem eingangs erwähnten Stadtrundgang, endete ein etwas denkwürdiger Tag.

Leider sind bis heute weder die Handtasche noch der Inhalt gefunden und an die Eigentümerin weitergeleitet worden. Trotz der Umstände und Widrigkeiten will die Geschädigte an der nächsten Wanderung wieder teilnehmen. Text und Fotos: Wolf-Dieter Pätzold

Lebensweisheiten „Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin, und das Gute daran ist: Man bekommt stets Einzelunterricht.“ Inge Meysel

„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“ Albert Einstein

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

„Wem das Geld zu Kopf steigt, der hat keinen.“ Aristoteles Onassis

„Alt ist man erst dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft.“ Coco Chanel


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Schmunzelecke 

MAN SAGT, DASS MAN AUS FEHLERN LERNT….

DESHALB MACHE ICH SO VIELE FEHLER, WIE ES NUR GEHT…… BALD BIN ICH EIN GENIE !!!

KRASS, WAS DUSCHEN SO BEWIRKT.

EBEN NOCH MÜDE, KAPUTT, SCHLECHT GELAUNT. JETZT MÜDE, KAPUTT, SCHLECHT GELAUNT MIT VANILLIENGERUCH…….. 

NEULICH IN DER APOTHEKE:

„HALLO, ICH BRAUCHE ETWAS GEGEN HUSTEN!“ „SCHLEIMEN SIE AUCH?“ „WENN DAS HILFT, DU WUNDERSCHÖNER, SCHLAUER APOTHEKER!“ 

AUF MEINER NEUEN BROTDOSE

STEHT WAS VON EINEM SPÜLMASCHINENFEST – WEISS JEMAND WANN ODER WO ES STATTFINDET ???? Gefunden von Monika Borchert ICH HABE EINE GEHEIME SUPERKRAFT:

ICH KANN BARGELD IN KASSENBONS VERWANDELN… 


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Die Geschichte von neun Menschen, die auszogen ein Konzert zu besuchen……. 21.7.2017 - strahlender Sonnenschein, die Stimmung ist voller Vorfreude und die Frisur sitzt. Treffpunkt 14.45 Uhr Hauptbahnhof, Gleis 5. Sieben heitere Damen sind pünktlich da und wundern sich: Warum steht die achte auf Gleis 4 und wedelt mit den Armen? Na, da haben wir doch vor lauter Geschnatter die Ansage überhört, dass der Zug nach Stralsund heute von Gleis 4 abfährt. Doch waren wir nicht eigentlich neun? Richtig, unser männlicher Begleiter fehlt, also eine zurück auf Gleis 5. Nein, er wird nicht gesichtet, also wieder zurück, denn der Zug fährt jede Minute ab. So müssen acht reife Damen ohne männliche Begleitung die Reise zum Kloster Chorin alleine antreten. Einige Telefonate hin und her und siehe da, unser 9. Mann kommt einen Zug später.

Schmidt fehlt jede Spur. Wieder Charme und etwas Trinkgeld ins Spiel bringen und siehe da, der Bus fährt unserem Nachzügler sogar ein Stück entgegen. 17.45 erreichen wir mit Müh’ und Not unsere reservierten Plätze und können in Ruhe einem wunderbaren Konzert lauschen. Wir beschließen mit Rücksicht auf die, die nicht so gut zu Fuß sind, vor der Zugabe zum Bus zu gehen, sodass wir diesen in Ruhe erreichen können. Acht „Mädeln“ gelingt das auch, doch wo ist unser Herr Schmidt? Richtig, liebe Leser, er hört sich in aller Ruhe die Zugabe an. 20.30: Abfahrt in Richtung Bahnhof. Wieder sind wir in Sorge um unseren Nachzügler. Erreicht den Hof mit Müh’ und Not, heißt es im Schimmelreiter, zeitgleich mit dem Bus sind alle neun anwesend.

Kurzweilig vergeht die Zeit, doch bevor wir ankommen, vielleicht lieber noch einmal „auf 17“ gehen? Nanu, warum hält der Zug gerade, als die Schreiberin auf dem Thron sitzt? Ach du je, wir sind bereits in Chorin gelandet. Sieben beherzte Seniorinnen werfen sich fast vor den Zug, damit die 8. noch aussteigen kann. Mit Charme gelingt es ihnen, den Zugfahrer davon zu überzeugen, dass auch die 8. aussteigen müsse. Uff, geschafft.

Auf der Heimfahrt begleitet uns ein herrlicher Sonnenuntergang, der die Aufregung schnell vergessen lässt.

Nun schnell zum Shuttle-Bus. Weit und breit kein Bus zu sehen, nun ja, es ist ja auch noch Zeit. In Chorin haben wir mehr oder weniger geduldig gewartet, denn in Kürze muss ja auch unser männlicher Begleiter aus dem Zug steigen. Doch plötzlich, der Bus ist da, bloß von Herrn

Bemerkt sei an dieser Stelle, dass alle gesund, wenn auch nach neun Stunden nicht mehr munter, ihr Zuhause erreicht haben.

Liebe Leser, wenn Sie nun denken, dass wir gemütlich an unserem Ziel Hauptbahnhof ankommen - weit gefehlt. Am Bahnhof Gesundbrunnen wird uns mitgeteilt, dass der Zug einen Schaden hat und er gerade repariert wird. Einige glauben der Versprechung nicht und verlassen den Zug, um in verschiedenen Richtungen die Heimreise anzutreten.

Fazit: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Marita Vennewald


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Veranstaltungen und Interessenkreise Siehe dazu die einschlägigen Programme für Oktober, November und Dezember im Aushang und auf der Internetseite www.sozialwerk-berlin.de unter der Rubrik Schlösschenpost.

Wir gratulieren

Wir gratulieren allen Jubilaren der Monate Oktober, November und Dezember und wünschen ihnen weiterhin Gesundheit und viel Glück!

Beratungen – Informationen – Sprechstunden Behördliche Angelegenheiten: Renate Hensler-Tresenreuter, Tel.: 361 99 78 Sozialrechtliche Angelegenheiten: Heidemarie Mangers, dienstags, 16-18 Uhr Voranmeldung: Tel.: 650 15 999 Behindertenrecht und sozialrechtliche Angelegenheiten : Hannelore Rohde-Käsling Tel.: 891 10 51 (Rezeption) Sprechstunden: Sozialwerk und Förderkreis: Christa Fischer, Mo-Di-Do-Fr 10-16 Uhr

Impressum Herausgeber: Arbeitskreis „Schlösschen-Post" des „Sozialwerk Berlin e. V." Humboldtstr. 12, 14193 Berlin - Grunewald, Tel: 891 10 51/52 Redaktion: Jean Mangers, Christine Bökel-Striebeck, Monika Borchert, Wilfried Neumann Eigenverlag: Druckerarbeiten: Jürgen Schambach Beiträge: Renate Bökel, Christine Bökel-Striebeck, Monika Borchert, Christa Fischer, Dagmar Grün, Margit Hankewitz, Eveline Harder, Renate Hensler-Tresenreuter, Ellen Jordan, Joachim Krüger, Dr. Uli Litzner, Heidemarie Mangers, Jean Mangers, Wilfried Neumann, Wolf-Dieter Pätzold, Sabine ProcherSonnenberg, Peter Stawenow, Marita Vennewald Für Aufsätze und Berichte, die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichnet sind, trägt dieser die Verantwortung. Kleine, nicht sinnentstellende Korrekturen bleiben vorbehalten. Homepage: Diese Nummer ist unter www.sozialwerk-berlin.de, Rubrik „Schlösschen-Post“, einzusehen. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitgliedern der Redaktionskommission, den Autoren dieser Schlösschen-Post und Herrn Rieger für ihre wertvolle Mitarbeit sehr herzlich bedanken! Jean Mangers Redaktionsschluss für die Nummer 69: 12.01.2018


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Der Engel im Herzen In deinem Herzen wohnt ein Engel, aus deinen Augen scheint sein Licht. Der Engel schützt dich vor dem Dunkel und dass die Hoffnung nie zerbricht. Auch wenn dich manchmal Sorgen plagen, du bist mit ihnen nie allein. Du kannst dem Engel alles sagen, denn er wird immer bei dir sein. Die Freude wird er mit dir teilen, er ist ganz nah mit dir vereint. Der Engel trägt dich durch dein Leben, im Glück, doch auch, wenn deine Seele weint. Bist du mal traurig und verzweifelt, der Engel schenkt dir wieder Mut. Glaube an dein Licht im Herzen und alles wird am Ende gut. Margot Schuberth Ausgesucht von Renate Bökel

Schlösschen-Post Nr.68 Herbst 2017  

Erlebtes und Aktuelles vom Sozialwerk Berlin

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