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Nr. 61

Winter 2015/16

Schlösschen – Post Erlebtes & Aktuelles vom Sozialwerk

Berlin

Foto: Renate Hensler-Tresenreuter

Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband - Landesverband Berlin


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Inhaltsverzeichnis Leitartikel Auf ein Wort Das Porträt: Rosemarie Schäfer

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Erlebtes und Aktuelles 1.10.2015 - 25 Jahre Sozialwerk Potsdam 16.11. Verleihung des Freiwilligen-Passes 27.11. Eröffnung des Adventsbasars 2.-8.12. Weihnachtsfeiern für die Alten- und Pflegeeinrichtungen 11. + 12.12. Weihnachtsfeiern für unsere Mitglieder 18.12. Weihnachtsfeiern für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Gremienarbeit

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Erbauliche und vergnügliche Veranstaltungen im Schlösschen

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12.09. Erzähl-Café mit Dr. Marianne Suhr und Kostas Papanastasiou 3.10. Konzert der Vereinigung Kristall zum Tag der Deutschen Einheit Die Flüchtlinge 18.10. Vortrag von Joachim Krüger über Kopenhagen in Worten und Bildern 31.10. Vorstellung des „Clärchens Ballhaus“ 1.11. Autorenlesung mit Eva Tetz 8.11. Erzähl-Café mit Kazim Erdogan 14.11. Konzert des Shanty Chors Berlin

Unsere Kreise und Dienste Frischer Wind in der Herrenrunde Der Sitztanz Auftritte unseres Schlösschen-Chors Bericht der Wandergruppe: Farbenprächtige Herbstwanderungen

Museumsbesuche 24.09. Frauensache – wie Brandenburg Preußen wurde 22.10. The Botticelli Renaissance 19.11. Von Hockney bis Holbein aus der Sammlung Würth

Verschiedenes Noble Geste: Überreichung einer Spende seitens der Sparkasse Die Verkehrswacht im Schlösschen Reiseberichte des Jahres 2015

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Nein, ich gehe nicht zum Seniorentreff Aufgeschnapptes

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Wir gratulieren Beratungen – Informationen - Sprechstunden Impressum

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Schmunzelecke


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Leitartikel Liebe Leser, gestatten Sie mir einige Überlegungen aus der Perspektive der älteren Menschen. Von welcher Altersgruppe sprechen wir eigentlich? Von den über 65 bis 67Jährigen, die das Berufsleben beendet haben und in den verdienten Ruhestand gegangen sind. Die jetzt ihre Interessen und Hobbys ausleben. In Berlin haben 31.551 Menschen über diesen Zeitraum hinaus eine bezahlte Tätigkeit. Weil sie zu ihrer Rente etwas hinzuverdienen müssen oder weil sie gebraucht werden und das Gefühl haben, noch etwas Nützliches zu tun. Oder reden wir von den über 70-Jährigen, die ihre 90-jährigen Eltern betreuen? Im Dialog 80+ wird gegenwärtig von der Senatsverwaltung eine Diskussion geführt, was zu tun ist, um die Lebensqualität von Hochaltrigen weiter zu verbessern. Gegenwärtig gibt es in Berlin mehr 100-jährige Menschen als je zuvor. Es werden immer mehr Menschen, die diese Altersgrenze überschreiten. Frau Professor Lehr hat einmal gesagt, dass „es darauf ankommt, nicht nur dem Leben Jahre zu geben, sondern den Jahren Leben zu geben.“ Meiner Meinung nach ist das mit dem Alter ganz einfach und sehr individuell. Am besten ist es, wenn wir von unserem eigenen Alter ausgehen. Wer später geboren wurde, ist jünger und wer früher geboren wurde, ist älter. Also gibt es nur „Frühergeborene“ und „Spätergeborene“. Aus der Sicht der Frühergeborenen möchte ich gern einige Fragen aufwerfen, für die wir gemeinsam nach Antworten suchen sollten. Wenn ich mit offenen Augen durch unsere Stadt gehe, dann frage ich mich, wo können ältere Menschen sich hinsetzen und ausruhen, ohne gleich etwas verzehren zu müssen?

Manchmal wundere ich mich selbst, dass ich bei der kurzen Grünphase der Ampel noch rechtzeitig die rettende andere Straßenseite erreicht habe und frage mich, wie das ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen schaffen. Wo befindet sich in der Nähe die nächste (öffentliche) Toilette? Warum sind die preiswerten Produkte in den Regalen im Supermarkt immer ganz unten, wo sich ältere Menschen so schwer bücken können? Die Preise oder Inhaltsstoffe der Waren sind so klein geschrieben, dass man sie trotz Brille schwer lesen kann. Entsprechen die Packungsgrößen und Portionierungen dem tatsächlichen Bedarf, wenn Berlin mit über 56% Hauptstadt der Singlehaushalte ist? Warum gibt es, so wie es in den Wohnungsbaugesellschaften Mieterbeiräte gibt, in den größeren Einkaufszentren keine Kundenbeiräte, die Einfluss auf das Sortiment und deren Präsentation nehmen können? Sie sehen, es gibt noch viel zu tun, wenn wir das Leben für uns lebenswerter gestalten wollen. Fragen wir die „Frühergeborenen“ selber nach Antworten. Sie sind Experten in eigener Sache. Vielleicht fällt Ihnen noch etwas ein, wenn Sie diese Ausgabe lesen. Wir stehen Ihnen mit dem Sozialwerk Berlin e.V. gern zur Verfügung, wenn es darum geht, gute Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Jahr 2016, viel Freude beim Lesen und Nachdenken.

Ihre Margit Hankewitz Vorsitzende


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Auf ein Wort Liebe Leser/Innen, ich hoffe, Sie alle haben die letztjährigen Weihnachtsfeiertage froh und zufrieden verbracht und sind ebenso gut ins Neue Jahr gelangt. Zum Weihnachtsfest wünscht man sich oft viel Ruhe, Besinnlichkeit und FRIEDEN. Auch in unseren Gedichten und Liedern war und ist immer wieder von Frieden die Rede. Bei den verschiedensten Anlässen singt der Schlösschenchor das wunderschöne „Conquest of Paradise“ (Die Eroberung des Paradieses): Ein Paradies könnt die Erde sein, voll Harmonie und voll Glück, ein liebes Wort, wenn auch noch so klein, ein Strahlen in deinem Blick. Die Freiheit flöge von Ort zu Ort, wenn Grenzen nicht mehr besteh'n, der Frieden pflanzte sich fort und fort, wenn wir den andern versteh'n. Lasst Brücken uns bau'n, Menschen vertrau'n, Frieden bewahren! Wir wünschen uns Frieden und Harmonie zwischen den Menschen, zwischen UNS, denn wir wissen nur zu gut, dass uns gute soziale Kontakte und Beziehungen glücklich und zufrieden machen und sich auch besonders auf unser Wohlbefinden (sprich: Gesundheit) auswirken. Nun frage ich mich, weshalb diese Wünsche von Jahr zu Jahr immer und immer wieder aufs Neue ausgesprochen werden, aber nicht das Gefühl in mir aufkommt, dass dieses anscheinend so dringliche Verlangen nach Frieden, Geborgenheit und Harmonie umgesetzt wird. Wenn wir es wirklich ernst meinen mit diesem Verlangen, warum versucht nicht jeder einzelne in seinem kleinen

persönlichen Umfeld diesem Ziel Stück für Stück näherzukommen? (Natürlich gibt es schon viele, die es tun, es sind aber noch lange nicht genug!!) Warum gibt es Unaufrichtigkeiten, Hinterhältigkeiten, Lügen und Intrigen zwischen den Menschen? Warum denken Menschen, die von Frieden reden, trotzdem nur an sich selbst und nicht an das große Ganze – den Frieden für alle? Wäre es nicht realistischer und gleichsam wunderbar, wenn diese Menschen - WIRdiesen Frieden auch konsequent l e b e n würden? Bei dem Psychologen Sigmund Freud heißt es: „Von drei Seiten droht das Leiden, vom eigenen Körper her, der, zu Verfall und Auflösung bestimmt, sogar Schmerz und Angst als Warnungssignale nicht entbehren kann, von der Außenwelt, die mit übermächtigen, unerbittlichen, zerstörenden Kräften gegen uns wüten kann, und endlich aus den Beziehungen zu anderen Menschen. Das Leiden, das aus dieser Quelle stammt, empfinden wir vielleicht schmerzlicher als jedes andere….“ Auch der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre hat sich diesbezüglich zu Wort gemeldet: „Die Hölle, das sind die Anderen.“


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Wäre es nicht ein guter Vorsatz zu Beginn des Neuen Jahres, sich dafür einzusetzen, dass es mehr Frieden unter uns Menschen, unter uns Nachbarn, Kollegen und Familien gibt, dass wir füreinander, nicht gegeneinander sind und dies täglich neu überdenken, bis zum nächsten Weihnachtsfest, wenn wir wieder von Frieden reden werden: „Lasst Brücken uns bau'n, Menschen vertrau'n, FRIEDEN bewahren!“ Vom Akkordeonorchester zum Neujahrskonzert am 9. Januar wurde uns folgendes, hierzu sehr harmonisierendes Gedicht vorgetragen, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

„Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit, ein bisschen mehr Güte und weniger Neid, ein bisschen mehr Wahrheit immerdar und viel mehr Hilfe bei Gefahr. Ein bisschen mehr WIR und weniger ICH, ein bisschen mehr Kraft und nicht so zimperlich, und viel mehr Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens!"

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesundes Neues Jahr und ein friedvolles und harmonisches Miteinander! Herzlichst

Ihre Christine Bökel-Striebeck

„Wir dürfen nicht hoffen eine bessere Welt zu erbauen, ehe nicht die Individuen besser werden!“ Marie Curie

Das Porträt In unserem Hause gibt es so viele ehrenamtliche Mitarbeiter/Innen, die schon so lange Zeit mit Freude ihren Dienst tun. Wir wollen ein wenig mehr von all diesen lieben Menschen erfahren, deren Gesicht wir zwar kennen, von denen und deren Schicksalen wir im Grunde aber viel zu wenig wissen.

Rosi Schäfer Guten Tag, liebe Frau Schäfer, Sie sind nun schon seit 12 Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin in unserem Hause. Würden Sie mir ein wenig über Ihr Leben erzählen? Am 23. August 1940 wurde ich in Neddemin bei Neubrandenburg geboren. Ich war die Jüngste von vier Kindern, hatte zwei ältere Brüder und eine Schwester. Mein Vater nannte mich immer „seine Beste“.

Er arbeitete bei der Reichsbahn, wo unsere Familie eine Dienstwohnung bewohnte. Und wie verbrachten Sie Ihre Schulzeit? 1946 kam ich in Neddemin für ein Jahr in die Grundschule, wurde aber 1947 nach dem Umzug meiner Eltern nach Neubrandenburg erneut eingeschult und besuchte dort bis 1955 die Hauptschule.


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Wie gestaltete sich Ihr beruflicher Werdegang?

Wie verlief Ihr privates Leben in dieser Zeit?

Danach wollte ich eine Ausbildung machen, aber dadurch, dass mein Vater nicht in der Partei war, ließ sich dies nicht realisieren.

Die Hochzeit ließ nicht lange auf sich warten und 1962 kam unsere älteste Tochter zur Welt. In diesem Jahr starb mein Vater.

So arbeitete ich letztendlich zuerst bei der Post, dann bei einer Schneiderin im Haushalt und im Büro.

Der wirtschaftliche Aufschwung war ja in dieser Zeit nicht aufzuhalten und so kam es, dass mein Mann, der von Beruf Zimmermann war, nach Berlin übersiedelte, da man dort auf der Suche nach Facharbeitern war. Ich folgte ihm im Mai `63 und im Juni wurde unsere zweite Tochter geboren. Ich bekam in der Rubensstraße in Friedenau eine Hauswartsstelle, wo wir auch eine Zweizimmerwohnung hatten. 1964 kam dann meine Mutter hierher, ist aber nach kurzer Zeit zu ihrer Schwester gezogen.

Eines Tages brachte mein Vater aus West-Berlin die „Morgenpost“ mit, in der jede Menge Stellenanzeigen waren: „Wir haben eine Stelle für dich gefunden!“ Ende September 1957 begleitete mich meine Mutter nach Berlin-Zehlendorf, wo ich bei einem Arzt eine Anstellung als Haushaltshilfe antrat. Hier blieb ich aber nicht lange: Ich musste im Behandlungszimmer auf einer Untersuchungsliege schlafen und hatte nur einen Spind im Keller des Hauses. Nun hat mir meine Großmutter, die in Friedenau wohnte, im Haushalt einer Fleischfabrikantenfamilie eine neue Stelle vermittelt, die ich ca. ein Jahr lang innehatte. Nachdem ich noch kurze Zeit bei einem anderen Fabrikanten im Haushalt tätig war, wollte ich unbedingt einmal westdeutsche Luft schnuppern und bewarb mich darum bei der entsprechenden Stelle in Kreuzberg. Bald darauf wurde ich nach Gießen ausgeflogen – mutterseelenallein und landete kurz darauf im Kurhaus von Schlangenbad, wo ich einige Jahre meinen Unterhalt als Zimmermädchen verdiente. Die nächste Station meiner beruflichen Laufbahn wurde Wiesbaden, wo ich ebenfalls als Zimmermädchen in einem Hotel, anschließend auch im Statistischen Landesamt arbeitete und hier auch 1961 meinen zukünftigen Mann kennenlernte.

Bald nach der Geburt unseres Sohnes im Februar `65 habe ich mich von meinem Mann getrennt und musste meine drei Kinder allein großziehen. Das Kindergeld betrug damals 75,- DM – für alle drei! So habe ich dann zwei Jahre lang in einer chemischen Fabrik in Tempelhof als 'Locherin' gearbeitet (wie auch schon zuvor in Wiesbaden) und zwei weitere Jahre in demselben Beruf bei der Firma Eternit. Ab 1969 erhielt ich nun eine Anstellung im öffentlichen Dienst beim Versorgungsamt, hier war auch die Kriegsopferfürsorge angeschlossen. Dort war ich mit zwei Kollegen in der Datenverarbeitung tätig. Hier wurden die Zahlungsaufträge für die Kriegsopfer, für die Ehrensöldner und Witwen und Waisen des ersten Weltkrieges erstellt. Nach Auflösung dieser Abteilung wechselte ich in die Schwerbehindertenabteilung, wo ich bis zum Jahre 2000 als Sachgebietsleiterin tätig war.


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Ich wohne noch immer in der Dreizimmerwohnung, die ich am 1. Juli `64 mit meinen drei Kindern bezogen hatte. Auf welche Weise sind Sie ins Sozialwerk Berlin gekommen? Im Jahre 2003 lernte ich Frau Ehrenheim kennen und freundete mich mit ihr an. Sie erzählte mir viel von der ehrenamtlichen Arbeit ihres Mannes im Schlösschen. Da ich auch vorhatte, mich ehrenamtlich zu betätigen, gab Frau Ehrenheim meine Telefonnummer an Paula Priester weiter......So wurde ich 2004 Mitglied. Welche Aufgaben haben Sie hier übernommen? Ich begann sofort mit dem Besuchsdienst, den ich dann bis 2012 aufrecht erhalten habe. Des Weiteren unterstütze ich bei den alljährlichen Dampferfahrten die Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen, singe seit 2007 im Schlösschenchor und kümmere mich intensiv um unseren Trödelmarkt beim Weihnachtsbasar. Wegen einer schwierigen Krankheit muste ich dies alles vor einigen Jahren um ca. 18 Monate unterbrechen.

Was gefällt Ihnen so gut im KäteTresenreuter-Haus? Das ganze Haus mit all seinen gemütlichen Räumen und dem Garten gefällt mir sehr. Und ich mag die Gemeinschaft mit vielen netten Menschen. Es ist immer jemand da, der einem strahlend entgegenkommt – da fühle ich mich aufgehoben.... Welches waren Ihre schönsten Erlebnisse im Leben? Das waren natürlich die Geburten meiner drei Kinder und dann die der Enkelkinder, auf die ich alle sehr stolz bin. Ein weiteres und sehr besonderes Erlebnis war mein 50. Geburtstag, bei dem ich nach dem Mauerfall im November `89 erstmalig wieder meine ganze Familie um mich scharen konnte. Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit? Auf den Frühling!!! Liebe Frau Schäfer, ich danke Ihnen sehr herzlich für dieses freundliche und interessante Gespräch! Christine Bökel-Striebeck

Erlebtes und Aktuelles 25 Jahre Sozialwerk Potsdam Am 1. Oktober war der Chor zum 25jährigen Jubiläum des Sozialwerk Potsdam e.V. ins Gasthaus „Zum Lindenhof“ in Potsdam/Alt-Drewitz eíngeladen, um am Unterhaltungsprogramm mitzuwirken. Zu diesem Anlass hatte unsere Chorleiterin Barbara Pudig ein Sonderprogramm mit uns erarbeitet.

Vom Sozialwerk Berlin haben von Beginn der Festveranstaltung an als Ehrengäste und Mitglieder teilgenommen: Margit Hankewitz, Vorsitzende, Jean Mangers, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit, Dagmar Grün, Mitglied des Vorstandes des Sozialwerk Potsdam, sowie als Überraschungsgast Lore Nitzschke. Das Sozialwerk Potsdam ist ein Verein zur Betreuung von vorwiegend erblinde-


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ten oder mit einer Sehschwäche behafteten Mitgliedern und Senioren. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass ein blinder Musikant am Keyboard für die musikalische Untermalung sorgte. Nach unzähligen Grußworten und Festansprachen, u. a. durch die Landtagspräsidentin Britta Stark und Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen sowie Ehrungen von ehemaligen Vorsitzenden und Vorständen, war die Reihe an Margit Hankewitz, Grußworte des Sozialwerk Berlin e.V. zu überbringen.

Im Vorfeld gab Lore Nitschke in ihrer unübertrefflichen Manier das Gedicht: „Lächeln“ zum Besten. Margit Hankewitz erläuterte die Beziehung zwischen den beiden Sozialwerken, war doch ihre Mutter, Käte Tresenreuter, damals die Mitinitiatorin und –begründerin des Sozialwerk Potsdam e.V.. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken war kurz nach 16 Uhr das Unterhaltungsprogramm an der Reihe.

Foto: Annemarie Hocke

Dann begann unser Chor, begleitet am Klavier von Prof. Dr. Herbert Stiebeck, mit „Wir grüßen euch!“, gefolgt von den „60 Liedern“, die sogleich auf großen Anklang beim Publikum stießen. Im Übrigen wurden alle unsere Darbietungen mit großem Applaus bedacht. Das Lied „Conquest of Paradise“ kam besonders gut an und trieb so manchem, ob Teilnehmer aus dem Publikum oder Chormitglied, die Tränen in die Augen.

Unser musikalischer Beitrag schloss mit dem melancholischen Abschiedslied „Wieder neigt sich der Tag seinem Ende…“, das ein Wiedersehen in Aussicht stellt. Diesem wird schon dadurch entsprochen, dass regelmäßig eine starke Delegation von Potsdamern anlässlich der Sommerfeste und der Weihnachtsfeiern zu uns ins Schlösschen kommt.

Dazu ein Dankesschreiben anlässlich der Weihnachtsfeier von Annemarie Hocke, einer begeisterten Potsdamerin: Sehr geehrte Frau Hankewitz, gerne sende ich Ihnen das Originalbild vom Schlösschenchor zu. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Ihnen und allen fleißigen Helferinnen und Helfern zu danken. Ich war 2014 das

erste Mal dabei und war sehr begeistert. Auch in diesem Jahr war es eine sehr schöne und gelungene Feier. Die Bühnendeko ist mir als Erstes aufgefallen und auch die "kleine Weihnachtsmaus" hat ihren Auftritt gut gemeistert.

Jean Mangers

Wenn man selbst Oma ist, dann geht einem das Herz richtig auf.


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Es ist schön zu sehen, mit wie viel Spaß und Freude Ihre Helferinnen und Helfer mit dabei sind. Ich wünsche Ihnen und Ihrem gesamten Team eine frohe und

besinnliche Weihnachtszeit Wichtigste: Gesundheit.

und

das

Herzliche Grüße aus Potsdam Annemarie Hocke

Ehrenamtliche Mitarbeiter des Sozialwerks Berlin mit dem Berliner Freiwilligen-Pass geehrt Seit 2004 wird im Land Berlin der Berliner Freiwilligen-Pass an solche Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren. In diesem Engagement sieht das Land Berlin eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherung der demokratischen Gesellschaft. Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig für andere einsetzen, leisten nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters von Berlin

einen wichtigen Beitrag für eine soziale Gemeinschaft und zum solidarischen Miteinander. Die Berliner Freiwillen-Pässe 2015 wurden im Rahmen eines Festaktes im Roten Rathaus am 16. November von Frau Staatssekretärin Hella Dunger-Löper übergeben. Zu den Geehrten gehörten auch die abgebildeten fünf verdienstvollen Vertreter des Sozialwerks Berlin:

Peter Richter, Eveline Harder, Helga List, Heike Supper, Karin Stengert

Der Vorstand des Sozialwerks Berlin freut sich mit den Geehrten über diese Auszeichnung und gratuliert ihnen sehr herzlich!


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Unser Adventsbasar Am Freitag, dem 27. November fand die Eröffnungszeremonie unseres traditionellen zweitägigen Adventsbasars im Beisein von Judith Stückler, Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg/Wilmersdorf, statt.

Foto: Internet

Unsere Vorsitzende Margit Hankewitz bedankte sich bei den treuen Gästen für ihr Interesse und bei den vielen fleißigen Ehrenamtlichen, die wochenlang alle notwendigen Vorbereitungen getroffen haben, damit auch dieser Basar wieder so erfolgreich wie in den vergangenen Jahren werden sollte. Es gab verschiedene Änderungen bei der Raumaufteilung, so dass unsere Gäste das große Angebot entspannter bewundern konnten und besonders die selbstgebackenen Kekse überall entdeckten. Auch gab es dieses Mal ein besonders großes Angebot von edlen Kleidungsstücken, die in unserer „Boutique“ in der ersten Etage verkauft wurden.

Foto: Margit Hankewitz

Nicht zu übersehen war auch die äußerst reichhaltige Tombola, diesmal wieder der Renner der ganzen Basarveranstaltung.


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Foto: Jürgen Schambach

Karin Alber trug nun folgendes Gedicht vor, das auf großen Anklang bei den Zuhörern stieß: Es ist ja wirklich nicht ergötzlich Weihnachten kommt stets so plötzlich. Zwar, man stapelt bergeweise Schokoladen – Nikoläuse, Kringel und die wundervollen Marzipan- und Butterstollen ab September in den Läden als ein Warnsignal für jeden. Doch wird solcherlei Geschehen leider immer übersehen. Erst, wenn über Wurst und Nudeln traute Weihnachtslieder dudeln, registrieren wir mit Beben: Morgen, Kinder, wird `s was geben. Eilends muss man nun bedenken, wen soll man womit beschenken, und dann hektisch loszulaufen, auszusuchen, einzukaufen, auch noch schmücken und verpacken, Weihnachtsplätzchen sind zu backen und das Festmenü, das feine,

macht sich auch nicht von alleine. Schließlich sinkt entnervt man nieder und schwört abgekämpft: Nie wieder! Künftig wird man sich beizeiten schon im Sommer vorbereiten. Doch Silvester sind indessen alle Schwüre schon vergessen, und dann zeigt sich, wie entsetzlich, „Weihnachten, wie immer, plötzlich!“ Frau Judith Stückler überbrachte die Grüße ihres Gremiums und wünschte dem Basar einen vollen Erfolg. Sie schloss ihren Beitrag überraschenderweise mit dem Lied: „Wann ist Advent?“ und erntete stürmischen Beifall. Es hat sich nach den zwei Basartagen herausgestellt, dass der Gesamterlös fast wieder dem vom Vorjahr entsprach, obwohl es weniger Besucher gab. Auf jeden Fall wieder eine gelungene Veranstaltung! Jean Mangers

„Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart.“ Dalai Lama


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Die Weihnachtsfeiern im Schlösschen: 1. Die Feiern für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen Sie fanden traditionsgemäß an sechs Tagen, vom 2.-8. Dezember, statt und vereinigten über 900 Gäste aus Pflegeeinrichtungen im Schlösschen zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

Foto: Jürgen Schambach

Foto: Jürgen Schambach

Dieses Jahr gab es zwei Premieren: Die Bühne war in ein stimmungsvolles weihnachtliches Weiß gekleidet und überirdische engelhafte Wesen haben uns heimgesucht. Unser Schlösschen-Chor unter der Leitung von Barbara Pudig bzw. Barbara Donbavand sorgte an allen sechs Tagen für den musikalischen Hintergrund. Er wurde tatkräftig unterstützt und ergänzt durch Resi am Akkordeon und den stimmgewaltigen Gert. Alle Künstler zauberten eine wunderbare Stimmung herauf, die viele Anwesende dazu verleitete, kräftig mitzusingen.


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Herr Clemens Schulze-Beiring, Einrichtungsleiter des Seniorenheimes Gürtelstraße machte sich zum Sprecher der geladenen Pflegeeinrichtungen und betonte, dass sich deren Bewohner schon das ganze Jahr auf die Einladung ins Sozialwerk Berlin zur Weihnachtfeier freuen. Es gefällt allen sehr gut hier im „Schlösschen“ und sie hoffen, dass sich diese bewundernswerte Tradition noch lange aufrechterhalten lässt. Am Ende eines jeden Tages erhielten die Gäste noch eine gut gefüllte Tüte mit Leckereien, ehe sie die obligate Lichterfahrt über den hell erleuchteten und herrlich geschmückten Kurfürstendamm antraten. Auch dies stellt für sie immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis dar und versetzt sie in eine wundervolle vorweihnachtliche Stimmung. Für die finanzielle Unterstützung seitens der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales möchten wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen! Im Anschluss an die Weihnachtsfeier hat uns folgendes Dankesschreiben erreicht:

Ein Gast aus der Gruppe Biesdorf-Süd

2. Die Feiern für unsere Mitglieder Sie wurden am Freitag, dem 11. und am Samstag, dem 12. Dezember durch ein Konzert der Chorvereinigung „Concordia“ aus Berlin Mitte unter der Leitung von Heiko Jerke und mit Drina Franz am Flügel verschönert.

Foto: Jürgen Schambach

Das Konzert stand unter dem Motto: „Freude im Advent“ und brachte dazu 18 Lieder zu Gehör. Die Moderatorin Christa Schumann rief das Publikum zum gemeinsamen Singen auf, wozu die Medleys sich besonders gut eigneten. Heiko Jerke meinte, das Schönste an


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Weihnachten wären die Geschichten und er trug „Das Lametta“ in verschiedenen Episoden vor. Ein Höhepunkt war die Zugabe am 12.12.2015 der 88-jährigen Sängerin mit dem Lied „Ave Maria“, das sie auf Wunsch des Sozialwerks Berlin erklingen ließ. Ein Sturm der Begeisterung brach los und endete mit stehendem Beifall des Publikums. Zum Abschluss sangen wir alle zusammen „O du fröhliche“, ehe wir das leckere Abendbrot in Angriff nahmen. Jean Mangers

3. Die Mitarbeiterweihnachtsfeier am 18. Dezember 2015 Zum Abschluss eines ereignisreichen Jahres wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Dank für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu dieser Weihnachtsfeier eingeladen. Nach der Begrüßung durch Margit Hankewitz überreichte Joachim Krüger, MdA, an zehn Ehrenamtliche die „Ehrenamtskarte“ des Berliner Senats als Anerkennung für engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Zur musikalischen Einstimmung des Nachmittags spielte danach unsere KeyboardGruppe unter der Leitung von Kapellmeister Wilfried Schmidt einige bekannte Weihnachtslieder zum Mitsingen.

Bezirksstadtrat Carsten Engelmann dankte im Namen des Bezirks dem Sozialwerk Berlin für die wieder vorbildliche Arbeit des vergangenen Jahres.


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Dann betrat der Chor Alt-Lietzow die weihnachtlich geschmückte Bühne. Unter der Leitung von Mathis Richter-Reichhelm begann das Programm mit „Hört ihr wie die Engel singen“ und „Fröhliche Weihnacht überall“. Bei dem Sopran-Solo „Weihnacht, was bist du“ von Rolf Zuckowski heißt es: Weißt du, viele Menschen brauchen dich so sehr. Mancher weiß es selbst noch nicht und fühlt es umso mehr.

Bei uns im Saal kam dieses Weihnachtsgefühl schnell auf, denn nach dem „Transeamus“ des Chores trug die Solo-Sopranistin, am Flügel begleitet von Mathis Richter-Reichhelm, das „Ave Maria“ sehr stimmungsvoll vor. Immer wieder wurden die Zuhörer zum Mitsingen der schönen Weihnachtslieder aufgefordert. So bildete der ganze Saal eine große singende Gemeinschaft. Lore Nitzschke trug das Gedicht von den vier Adventskerzen vor, die für Frieden, Glaube, Liebe und Hoffnung stehen.

Zum krönenden Schluss sang dann der Chor Alt-Lietzow zusammen mit unserm Schlösschen-Chor „Stille Nacht, heilige Nacht“. Mit großem Beifall wurden die Sänger und ihr Dirigent für die sehr schönen und abwechslungsreichen Darbietungen belohnt.


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Dank der großzügigen Unterstützung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (PS Sparen) sowie des Paritäters ging als Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz der Ehrenamtlichen dieser gemütliche Nachmittag mit einem leckeren Weihnachtsessen und einem großen Überraschungs-Weihnachtsstiefel zu Ende. Text und Fotos: Wilfried Neumann

Ein herzliches Dankeschön! Einen Brief einer Sängerin des Chores Alt-Lietzow zu dem Weihnachtskonzert vom 18. Dezember möchten wir auszugsweise wiedergeben: Liebes Team vom Käte-TresenreuterHaus! Schon der Empfang war ganz herzlich, wir wurden begrüßt wie liebe Gäste, ja fast wie Familie. Die nächste Überraschung war dann der lieb gedeckte Tisch für uns in der Bibliothek. Kaffee, Tee, Erfrischungsgetränke und gleich drei Torten zur Auswahl! So etwas haben wir ganz selten. Sie machten uns eine große Freude. Dann unser Auftritt … vorbei an wunderschön dekorierten Tischen mit den erwartungsvollen Besuchern hin zur ganz in Weiß ausgeschlagenen Bühne. Ich war aufgeregt! …. Aber der Applaus machte uns Mut..... wir sangen nun völlig frei!

…. Es machte ja auch eine große Freude, all die frohen Gesichter und auch die Kerzen im Raum zu sehen. Weihnachtsstimmung kam da auf. In der Pause waren alle von uns glücklich, dass unser Konzert so gut lief und wir die Gäste so gut unterhalten konnten. Zum Abschluss sangen wir mit dem Schlösschen-Chor gemeinsam „Stille Nacht“ und wohl alle waren sehr ergriffen. Beim Abgang von der Bühne wurde uns eine kleine Überraschungstüte überreicht, das war echt toll. Ich (und sicher auch alle Chormitglieder) möchten Ihnen dafür ganz herzlich danken. Sie haben uns eine große Freude gemacht. Ich war ganz gerührt! Mit herzlichen Grüßen Jutta Kuhnert

Gremienarbeit Am 23./24. November 2015 fand die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros statt, an der Frau Hankewitz, Frau Rode-Käsling und Herr Stawenow teilnahmen. Thema dieser Fachveranstaltung war: „Mit Seniorenbüros die Zukunft gestalten – Für eine gerechte Generationenpolitik und das bürgerschaftliche Engagement“. Wir konnten als „Sozialwerker“ uns gut in die Diskussion einbringen und von vielen Beispielen aus der Praxis berichten. Im Roten Rathaus wurde mit einer Festveranstaltung der 20. Jahrestag

der BaS gefeiert. Auf der im Anschluss stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde unser Verein als Mitglied in die BaS aufgenommen. Das ist insofern von Bedeutung, da es im Land Berlin kein Seniorenbüro mehr gibt und wir mit dem Kompetenzzentrum für die offene Altenarbeit diese „Lücke“ sach- und fachkompetent schließen werden. Zum fast selben Zeitpunkt am 25./26.11. 2015 fand auch die Jahresversammlung der BAGSO, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, statt,


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die ebenfalls mit einer Fachtagung zum Thema: „Kein schöner Land…“ gekoppelt wurde. Das Sozialwerk Berlin war durch Frau Hankewitz, Frau Kübler, Herrn Rolf Meier und Peter Stawenow vertreten. Fachleute und haupt- und ehrenamtliche Akteure aus der Seniorenarbeit diskutierten über die besonderen Herausforderungen des Alterns, zeigten Lösungsansätze auf und erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Neben Impulsreferaten und einer Podiumsdiskussion mit Frau Prof. Lehr und Herrn Müntefering gab es einen Markt der Möglichkeiten, bei dem die Gelegenheit bestand, sich über ausgewählte Initiativen zu informieren. Auf der Mitgliederversammlung wurde Frau Prof. Lehr für ihr Engagement als 1. Vorsitzende gedankt und sie wurde als 2. Vorsitzende einstimmig gewählt. Neuer 1. Vorsitzender ist Franz Müntefering. Damit verfügt die BAGSO über eine sachkundige und einflussreiche Doppelspitze. Das waren nur zwei wichtige Ereignisse aus der Vielzahl der Tagungen, bei denen

wir als Sozialwerk Berlin aktiv mitgewirkt haben. Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch die Mitgliederversammlung des Paritätischen Berlin am 25.11.2015, auf der die uns sehr vertraute Frau Prof. John wieder als Vorsitzende gewählt wurde. Frau Mangers nahm an dem Workshop zum Handlungsfeld 3 und 4 (Krankenhausversorgung und Vernetzung ambulanter und stationärer Versorgung) im Rahmen des Dialoges 80Plus teil, der von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales initiiert wurde. Am 7. Dezember fand in Frankfurt am Main die Auswertung des Deutschen Seniorentages statt. Herr Stawenow nahm daran teil, um Lobby zu machen, dass der nächste Seniorentag in Berlin stattfinden kann. Sie sehen, es ist immer was los, wo sich Vertreter des Sozialwerkes einmischen. Wenn Sie nähere Informationen haben wollen, können Sie sich gern an mich wenden. Peter Stawenow

Erbauliche und vergnügliche Veranstaltungen Autorenlesung mit Frau Dr. Marianne Suhr „Wir sind angekommen“ - Gespräche mit Einwanderern Am 12. September 2015 fand die Lesung und eine Aussprache über das Thema „Wir sind angekommen“ im SchlösschenCafé statt. Frau Dr. Suhr, promovierte Soziologin, las aus ihrem 2013 erschienen Buch Auszüge und brachte – zu unserer großen Freude – Herrn Kostas Papanastasiou zum Interview und Diskussion mit. Foto: Peter Foerster-Baldenius


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Wir leben schon lange mit Nachbarn, die aus dem Ausland zu uns gekommen sind, und kennen inzwischen vielleicht einige persönlich, aber die meisten nehmen wir nur mit dem in der Großstadt üblichen Desinteresse wahr. In jüngster Zeit hat sich die Debatte um Einwanderung und Integration verschärft, welche negativen Folgen die Zuwanderung für die deutsche Gesellschaft habe. Es handelte sich bei dieser Lesung um Einwanderer zum Unterschied der jetzigen Debatte, nicht um Flüchtlinge. Nach kurzer Einführung übernahm dann Kostas Papanastasiou das Wort und begann mit einem Gedicht „Wie viele?“. „Wie viele Gedichte soll ich schreiben, bis eine Träne fließt? Wie viele Gedichte soll ich schreiben, damit ein Kind dem Hungertod entrinnt?“ Sehr berührend erzählte er von seiner Jugend mit fünf Geschwistern in einer dörflichen, armen Umgebung in Griechenland. Nach dem Abitur ging er zum Studium nach Wien, weil er die Studiengebühren in Griechenland nicht zahlen konnte. Drei Begriffe kannte er in deut-

scher Sprache: Schwiegermutter, Schwiegersohn und Zuckerzange“. Da ihm das Geld zum Lebensunterhalt in Wien fehlte, kam er 1956 nach Berlin, weil hier an den Berliner Unis Minijobs zur Finanzierung des Studiums vermittelt wurden. Er hatte aber nicht das Geld für die Immatrikulation. Erst als sein Vater ihm 15 Dollar schickte, konnte er sich einschreiben lassen. Nach diesen Schwierigkeiten nahm er das Studium der Architektur auf. Heute kann er auf Tätigkeiten wie Architekt, Sänger, Schauspieler und Dichter zurückblicken. Viele kennen ihn aus der TV-Serie „Lindenstraße“ als griechischen Wirt oder als Inhaber des Restaurants „Terzo Mondo“. – Immer wieder las er Gedichte aus seinem Büchlein vor und erzählte uns die griechische Sage über EUROPA/ZEUS und andere Mythen. Kostas Papanastasiou erzählte mitreißend und freimütig über seine Erfahrungen als Einwanderer, und es wurde eifrig mit ihm diskutiert. Diese Aufgeschlossenheit und Menschlichkeit werden uns in Erinnerung bleiben. Eveline Harder

Konzert zum „Tag der Deutschen Einheit“ mit dem Ensemble „Kristall Berlin“


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Der 3. Oktober 2015 war dieses Jahr ein ganz besonderer Tag, da vor 25 Jahren die deutsche Einheit vollzogen wurde. „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, das sagte Willy Brandt am 9. November 1989. Mit diesem Ausspruch begann Margit Hankewitz ihre Begrüßungsrede. Bei den älteren Menschen werden teilweise noch Unterschiede zwischen den beiden ehemaligen Teilen Deutschlands wahrgenommen. Die junge Generation jedoch ist bereits in der Einheit aufgewachsen. Während der „MauerZeit“ flüchteten immerhin bis zu 2,5

einer launigen Moderation kündigte Willfried Schmidt die einzelnen Musiktitel an. In wechselnden Besetzungen ging es quer durch Europa, angefangen in Berlin mit Melodien von Paul Lincke. „Heut' ist ein Feiertag für mich“ von Lothar Olias passte natürlich hervorragend zu diesem Anlass. Ein kurzer Abstecher nach Amerika führte zum „Ragtime“ von Scott Joplin, der sehr schwungvoll von der Geigerin Dina Grinman vorgetragen wurde.

Millionen Menschen in die Bundesrepublik. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden 4,5 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. All diesen Menschen ist damals geholfen worden. Auch die Flüchtlinge der aktuellen Situation benötigen Hilfe. So sollen vom Sozialwerk Berlin Patenschaften für anerkannte Flüchtlinge aus Syrien übernommen werden, um z. B. bei Behördengängen oder Einkäufen unterstützend zu helfen. Auch Deutschunterricht speziell für Frauen soll hier im Hause angeboten werden. Eine Kinderbetreuung während der Kurse könnte parallel dazu stattfinden. Nach diesen besinnlichen Worten hieß es dann „Bühne frei“ für den festlichen Nachmittag mit dem Ensemble „Kristall Berlin“, das sich übrigens erst kurz nach der Wende gegründet hat und seit 1992 hier auftritt. Einige der Musiker kommen aus Russland. Unter der Leitung von Kapellmeister Wilfried Schmidt (am Flügel) wurde das Programm mit dem Frankfurter Handwerkerlied „Es, es, es und es“ eröffnet, da in diesem Jahr die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main stattfanden. Mit

Das Ehepaar Ludmila Saks (Sopran) und Emanuil Saks (Bariton) aus der Ukraine, das schon seit längerem eine Musikschule in Berlin betreibt, sang einzeln oder im Duett bekannte Lieder und Arien. Das Publikum bedankte sich für die schönen Darbietungen bei allen Ausführenden mit rhythmischem Beifallklatschen zum traditionsgemäßen letzten Titel des Konzerts, der „Berliner Luft“ von Paul Lincke. Text und Fotos: Wilfried Neumann


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Die Flüchtlinge ( nach Ferdinand Freiligrath,“ Die Auswanderer“) Ich kann den Blick nicht von euch wenden, Ich muss euch ansehen immerfort: Ihr reicht mit halb erstarrten Händen Dem Seemann euer Kind an Bord. Und ihr, die Körper voller Wunden Von messerscharfem Stacheldraht, Mit Fetzen notdürftig verbunden, Doch unbeirrt auf eurem Pfad – Sagt mir, warum all diese Leiden? Hat Afrika nicht seltenes Erz? Öl? Diamanten? Kostbarkeiten? Was wagt ihr so viel Tod und Schmerz?

Einst hat in Bagdad, in Damaskus Weisheit und Wissenschaft geblüht – Weshalb verheert nun Fanatismus die Städte, und die Seelen mit? Elend, Gewalt und nirgends Frieden! Verzweifelt treibt ihr durch die Welt. Sei jedem doch ein Ort beschieden der seine Türen offenhält……… Doris Jerathe, Bruchsal

„Kopenhagen in Worten und Bildern“ mit Joachim Krüger, MdA Am 18. Oktober 2015 konnte Joachim Krüger wieder für einen Dia-Vortrag in unserem Hause gewonnen werden. In bewährter Form berichtete er über die Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt.

Wo sind die Kronjuwelen des dänischen Königshauses „versteckt“? Wo ist in Kopenhagen seit mehr als 150 Jahren „Party“ angesagt? Und wie entstand die künstliche Insel mit dem Namen „Drei Kronen“ vor der Einfahrt zum Hafen der Hauptstadt? Auf diese und viele andere Fragen gab Joachim Krüger eine Antwort und illustrierte dies mit seiner Bilderserie. Besonders eng sind die Beziehungen zwischen Wilmersdorf und Kopenhagen, weil die langjährige Partnerschaft Gladsaxe direkt an die Hauptstadt angrenzt und Herr Krüger unter anderem für diesen Kontakt seit vielen Jahren zuständig ist.

Foto: Wikipedia

Wie konnte eine kleine Meerjungfrau zum weltbekannten Symbol Kopenhagens werden?

Brillant wie immer legte Herr Krüger uns diese schöne Stadt ans Herz. Das begeisterte Publikum dankte mit herzlichem Applaus! Eveline Harder


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Clärchens Ballhaus Versuch einer etwas Tanzveranstaltung!

anderen

Die Autorin des Buches „Berlin tanzt in Clärchens Ballhaus“, Marion Kiesow, machte am 31. Oktober einen kulturgeschichtlichen Streifzug durch die verschiedenen Epochen seit der Eröffnung des Ballhauses im Jahre 1913. Sie erzählte von der Entstehung des Buches, las auszugsweise daraus vor und beleuchtete die Tanzgeschichte der letzten hundert Jahre vom Tango über Lipsi bis zum Twist und Rock’n Roll.

Die ausführliche Dia-Schau wurde teilweise aufgelockert durch die Einspielung von Schlagern des jeweiligen Jahrzehnts und durch ein Tanzpaar, das insgesamt drei Tänze der damaligen Zeit veranschaulichte. Dem damaligen Motto „Ick jeh` bei Clärchen“ zum Tanzen und Amüsieren konnte an diesem Nachmittag leider nur theoretisch gefolgt werden. Wilfried Neumann

Autorenlesung mit Eva Tetz „Gereimtes und Ungereimtes“ Am 1. November 2015 fand diese Autorenlesung statt. Eva Tetz, Jahrgang 1932, aufgewachsen in Berlin-Mitte/ Prenzlauer Berg, im Zweiten Weltkrieg zwei Jahre im Kinderlandverschikkungslager in Kärnten in der Nähe von Villach evakuiert und dann 1945 im Februar über Dresden zurück nach Berlin gekommen. 1951 Abitur und nach dem Studium 40 ½ Jahre Lehrerin in der POS Prenzlauer Berg.

Foto: Jürgen Schambach

Sie las Tagebuchaufzeichnungen und Briefe aus der KLV, Gedichte und Gedanken zur Lebenssituation, Briefauszüge an ihre Schwester in der BRD und sogar Aufsätze aus der Schulzeit. Zwischendurch spielte sie das Stück „Lieber Leierkastenmann“ ein, das wir alle leise mitsangen. Es passte so gut in die Stimmung ihrer berlinerischen Texte. Jede/r Zuhörer/in bekam kleine Textausschnitte/Aphorismen zum Vorlesen, so dass wir alle mit einbezogen waren. Ein Spruch lautete: „Liebe ist, wenn Treue Spaß macht“. 1991 ging sie in den (Un-)Ruhestand und arbeitet seit dieser Zeit beim Kabarett „Die Kreuz- und Querberger“ mit. Am Sonnabend, dem 23. Januar 2016, 14:30 Uhr, tritt die Truppe zum letzten Mal auf, und zwar bei uns im Humboldt-Schlösschen. Eine Abschiedsvorstellung! Vielen Dank Eva Tetz, das war unterhaltend und schnurrig, machte nachdenklich und auch froh! Eveline Harder


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Erzähl-Café mit Kazim Erdogan „Gesicht geben – Geschichten erzählen“ Am 8. November 2015 hatten wir das große Glück, Kazim Erdogan, Psychologe, Soziologe im Bezirksamt Neukölln, zu gewinnen. Er ist Jahrgang 1953 und wuchs mit sieben Geschwistern auf. Sein Vater war Bahnarbeiter, die Mutter erledigte die Feldarbeit und kümmerte sich um Haushalt und Kindererziehung. Beide Elternteile waren Analphabeten.

Foto: Jürgen Schambach

Sie ermöglichten ihrem Sohn eine Internatsausbildung. Er war der erste Abiturient und Hochschulabsolvent seines Heimatdorfes Gökceharman. 1974 kam er zum Studium nach Berlin. Er sprach kein Wort Deutsch. So scheiterte er schon beim Kauf einer Fahrkarte von München nach Berlin. Diese Begebenheit, wunderbar von ihm vorgetragen, trug dazu bei, dass er sich verstärkt für ehrenamtliche Projekte, z. B. „Die Woche der Sprache und des Lesens“, in Neukölln einsetzte. Inzwischen gibt es viele Nachahmer im In- und Ausland, die seine Projekte weiterführen. 2007 gründete er die erste türkische Männergruppe, die er bis heute leitet und durch die er

außerordentliche Medienpräsenz erfuhr. „Männer gegen Gewalt“ heißt dieser Verein. Kazim Erdogan brachte uns zwei T-Shirts mit, auf denen zwei Engelsflügel und darunter ein Schnauzbart abgebildet sind mit dem Spruch vorn „Männer gegen Gewalt“ und auf dem Rücken das Gleiche in türkischer Sprache. Am 12. November 2015 erschien ein ganzseitiger Artikel in der ZEIT über Kazim Erdogan, in dem ganz berührend seine vielfältigen Tätigkeiten aufgelistet wurden. Er hat viele Auszeichnungen in den letzten zehn Jahren erhalten, u. a. 2012 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Nach seinem Lebens- und Arbeitsbericht schloss sich eine intensive Diskussion an. Er ging auf alle Fragestellungen (Ehrenmord, Zwangsverheiratung, Kopftuch tragen, politische Situation in der Türkei) ein, erläuterte einiges mit persönlichen Erfahrungswerten und wies immer wieder darauf hin: „Wenn jeder kleine Brötchen backt, dann haben wir zusammen das größte Brot der Welt.“ Also runter vom Sofa und mitmachen, diskutieren und anpacken, wenn wir etwas ändern wollen – und nicht nur meckern. Wir bleiben mit Kazim Erdogan in Verbindung und wollen den Gedankenaustausch weiter pflegen.

Zukunft ist etwas, was die meisten Menschen erst lieben, wenn sie Vergangenheit geworden ist. William Somerset Maugham, englischer Erzähler und Dramatiker

Eveline Harder


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Der „Shanty-Chor Berlin“ im Schlösschen

Am Sonnabend, dem 14. November 2015, war ein recht stürmisches Wetter, das uns dann auch 34 Seemänner in den Saal wehte. Unter den Klängen ihres Auftrittsliedes betraten die Sänger des Shanty -Chors Berlin die Bühne, die kaum allen Platz bot. Mit ihren kräftigen Stimmen nahmen sie uns sogleich mit auf die Seereise: „Heut` geht es an Bord“. Zur musikalischen Unterstützung hatten sie zwei Akkordeonspieler, zwei Gitarristen und einen Schlagzeuger angeheuert. Mit „Einmal noch nach Bombay“ wurde die große Sehnsucht der Matrosen besungen. Als dann „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ angestimmt wurde, klatschten alle Zuhörer sofort mit. Wie schon so oft hier im „Schlösschen“ war es dem Chor wieder einmal gelungen, alle auf eine fröhliche Seefahrt mitzunehmen. Dazu trug auch die launige Moderation von einem der singenden Kameraden bei. Frage an einen Matrosen: „Wo ist der Matrose zu Hause?“ Antwort: „Na, auf der ganzen Welt!“ „Und wo ist deine

Braut?“ Der Matrose lächelt und erwidert: „Zuhause!“ Als gesungen wurde: „Wenn die „Nordseewellen trekken an den Strand“, schunkelte der ganze Saal wie auf einem schwankenden Schiff. Doch irgendwann kam die Erkenntnis: „Auch Matrosen haben eine Heimat“ und mit Volldampf ging es wieder nach Hause. So singt auch der Chor immer wieder: „Wir sind der Shanty-Chor Berlin und singen viele Melodien, von Liebe, Heimweh und der See, zu Hause sind wir an der Spree“. Ohne Zugaben durften sie natürlich zum Schluss das „Schiff“ nicht verlassen. Bei einem bekannten Seelieder-Medley sangen alle begeistert mit. Unter rhythmischem Beifallklatschen des Publikums gingen die singenden Seeleute von „Bord“. Im nächsten Jahr werden sie bestimmt wieder bei uns anlegen. Bericht und Foto: Wilfried Neumann


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Unsere Kreise und Dienste Frischer Wind in der Herrenrunde! Im Herbst dieses Jahres hat sich die Leitung der Herrenrunde verändert. An der Spitze steht jetzt Herr Christoph A. Weidlich.

Zur Person: Christoph A. Weidlich, Jahrgang 1931, kommt aus Hindenburg/ Oberschlesien. Er ist gelernter Einzelhandelskaufmann, der in Osnabrück, Hannover, Karlsruhe und München tätig war. 1954 machte er sich als Handelsvertreter selbstständig und kam so 1959 nach Berlin. 1967 baute er eine eigene Produktion in der Plastik- und Papierverarbeitungsbranche auf. Im Jahre 2000 errichtete Herr Weidlich ferner einen Campingplatz und führte diesen bis zum vierten Stern. Mit großem

Geschick und Erfolg leitete er mehrere Unternehmen. 2005 zog er sich langsam aus dem Geschäftsleben zurück, und im Jahr 2012 veräußerte er auch den Campingplatz. Neben seiner beruflichen Arbeit engagierte er sich immer in der Partei und in Verbänden, in denen er bis heute noch tätig ist. Herr C. A. Weidlich ist seit 37 Jahren verheiratet und hat aus erster Ehe einen Sohn und jetzt eine Enkelin. Das Programm der Herrenrunde bietet 2016 am 12. Januar einen Besuch der Müllverarbeitungsfirma Alba an. Weiterhin sind vorgesehen ein Vortrag über die 5. Gewalt (Presse)“, über die „Reformation und deren Auswirkungen“ sowie eine Spargelreise auf ein Gut in Oranienburg und im Herbst eine „rustikale Jägermahlzeit“. Das aktuelle Programm entnehmen Sie bitte jeweils dem Veranstaltungsplan. Eveline Harder

Sitztanz In unserem Hause gibt es vielfältige Möglichkeiten sich zu betätigen. Die verschiedensten Interessenkreise wurden hierfür gegründet. In dieser Ausgabe geht es um den Sitztanz. In einem Selbstversuch wollte ich erfahren, wie man eigentlich im Sitzen tanzen kann. Die Sitztanzgruppe unter der Leitung von Frau Sabine Räbiger musste an diesem Tag mit dem Malraum vorlieb nehmen,

da der große Saal, in dem sonst das wöchentliche Treffen stattfindet, für eine Veranstaltung vorbereitet werden musste. Trotzdem nahmen wir alle in Erwartung der heutigen Übungen, auf den Stühlen Platz. Zu Beginn wurden sanft die Füße und Arme gelockert. Dann erfolgte zu flotter Musik der allmähliche Spannungsaufbau der einzelnen Muskelpartien.


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Beine, Oberkörper, Schultern, Rücken und Bauch wurden zu rhythmisch passenden Klängen bei kontrollierter Atmung trainiert. Zwischendurch wurde immer wieder für Lockerungen der betreffenden Körperpartien gesorgt. Einige Übungen können auch im Stehen mit Abstützung auf der Stuhllehne durchgeführt werden. Als Höhepunkt wurden dann, im Kreis gehend mit möglichst aufrechtem Körper, im Takt der Musik geschmeidige Bewegungen ausgeführt. Zum Abschluss war jeder bei ruhigen, entspannenden Klängen mit geschlossen Augen ganz in sich versunken. Am Ende fühlte ich mich ausgeglichen und spürte eine angenehme Wärme im ganzen Körper. Es war erstaunlich, wie auch im Sitzen bei beschwingten Melodien die Beweglichkeit trainiert werden kann. Möglichst jede Woche sollen andere Übungen auch z. B. mit Bällen oder Tüchern ausgeführt werden.

Frau Räbiger gründete die Gruppe vor zwei Jahren. Als ausgebildete Yoga-Lehrerin und Bewegungstherapeutin wollte sie für ältere Menschen eine gezielte und sanfte Trainingsmethode einführen. Bei neuem Eintritt in die Gruppe werden die gesundheitlichen Einschränkungen geklärt. Jeder soll die Übungen nur nach seinen Möglichkeiten durchführen. Wer Interesse am Sitztanz hat kann sich bei Frau Sabine Räbiger, Tel.: 37580442 melden. Die Gruppe trifft sich immer donnerstags von11:00 bis 12:00 Uhr. Im kommenden Jahr soll eine neue Tanzgruppe gegründet werden. Im Einzeltanz sollen gemeinschaftlich verschiedene Tänze, wie z. B. Line-Dance eingeübt werden. Näheres wird Frau Räbiger zu gegebener Zeit bekannt machen. Fotos und Text: Wilfried Neumann


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Auftritte unseres Schlösschen-Chors Im Herbst 2015 entwickelte unser Chor eine sehr rege Aktivität. Schon am 29. September traten wir mit unserem Herbstprogramm im Seniorenheim Königsallee der Wilmersdorfer Seniorenstiftung auf. Wir wurden sehr herzlich von Lydia Hurtienne, einer Beschäftigungstherapeutin, willkommen geheißen. In ihrer Antwort begrüßte Margit Hankewitz die Zuhörer ebenfalls ganz herzlich und stellte die Chorleiterin Barbara Pudig sowie Prof. Dr. Herbert Striebeck am Flügel vor. Sie sagte auch die einzelnen Nummern an. Unsere lebhaft eingebrachten Gesangseinlagen und die von Christine Bökel-Striebeck, Rolf Meyer und Herbert Striebeck vorgetragenen Gedichte sorgten für eine gute, kontrastreiche Stimmung. Unser Begleithund Bella mischte sich ebenfalls Schwanz wedelnd unter die Streicheleinheiten verteilenden Zuhörer. Unser einstündiges Konzert endete mit dem wunderschönen Abgesang „Wieder neigt sich der Tag seinem Ende…“, der so manchem Teilnehmer Tränen in die Augen zauberte. Wir hatten im wunderschön gelegenen Seniorenheim Königsallee einen sehr schönen Nachmittag. Lydia Hurtienne überreichte uns zum Dank einen Stapel von den Bewohnern der Einrichtung selbst gemalter Postkarten. Über unseren Auftritt am 1. Oktober in Potsdam anlässlich des 25. Jahrestages des Sozialwerk Potsdam e. V. haben wir oben schon ausführlich berichtet. Nicht minder erfolgreich waren unsere Auftritte in den Pflegeeinrichtungen der Holsteinischen Straße am 20. Oktober und im Wilhelmstift am 3. November, die nach dem gleichen Muster abliefen und den dortigen Bewohnern einen schönen Nachmittag bescherten. Jean Mangers

Farbenprächtige Herbstwanderungen Langsam ist es schon eine Selbstverständlichkeit geworden, dass auch unsere Wanderungen in den Monaten September – Oktober – und November von Sonnenschein und angenehmen Temperaturen begleitet wurden. Ideale Voraussetzungen, um die noch prächtig blühenden Parkanlagen in Babelsberg und Britzer Garten zu bewundern. Die Sonderausstellung „Dahlienfeuer“ machte ihrem Namen alle Ehre und wir hatten am 10. Oktober das Glück, noch die volle Pracht zu erleben und zu genießen, denn bereits am nächsten Tag – nach einer Frostnacht – war es mit der Herrlichkeit der aus 300

Sorten bestehenden Blüten vorbei. Man muss auch ein wenig Glück haben!! Außer den schön angelegten Blumenrabatten hat der für die Bundesgartenschau 1985 gestaltete Park eine Menge mehr zu bieten. Ein Blick von den aufgeschütteten Hügeln – Aushubmasse von den ausgebaggerten Teichen im Garten – zeigen den Besuchern schön gestaltete Themengärten, einen Rosen- und den Foersters Staudengarten sowie viele Ruhe-, Wasser – und Spielbereiche. Neben den vielen Musikveranstaltungen sind das Fest zur Sonnenwende und das Open Air Konzert die Höhepunkte des Jahres!!


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Einen Monat früher, am 12. September, erfreute sich die Wanderschar auf ihrer Schlösser-Tour an den Parkanlagen von Babelsberg und Glienicke. Sie sind Teil der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Potsdamer Kulturlandschaft. Beginnend im alten Weberviertel von Babelsberg durchstreifte die wohlgelaunte Gruppe den vom bekannten Gartenarchitekten Lené 1833 geplanten Park. Er wollte die wasserreiche Umgebung in ein Gesamtkunstwerk verwandeln. Das ist ihm in der Tat auch gelungen. Darüber waren sich alle begeisterten Teilnehmer einig. Vor allem die einmaligen Blicke von den Höhen des Flatow-Turmes und des fast fertigen, aufwändig restaurierten Schlosses Babelsberg auf Potsdam, seine schönen Gewässer und historischen Gebäude, wie Matrosenhaus, Gerichtslaube, kleines Schloss und Dampfmaschinenhaus. 1843/45 von Persius erbaut, galt es für die damalige Zeit als technische Errungenschaft. Es diente der

Bewässerung der hügeligen und weitläufigen Parkanlage. Auf dem Weg zum Glienicker Schloss – dem Endpunkt einer wunderschönen Wanderung – konnte die Gruppe nicht an einem der schönsten Berliner u. Brandenburger Biergärten, dem an der Glienicker Lake liegenden „ Bürgershof“, ohne Einkehr vorbeigehen. Bei reichlicher Speise- und Getränkeauswahl erholte sich die Wanderschar von der etwas anstrengenden, aber erlebnisreichen Tour. Ein wahrhaft goldener Herbst lockte die Wandersleute am 7. November in den von1926-29 erbauten Volkspark Rehberge. Vorbei an Westhafen und Plötzensee, Rest einer ehemaligen Eiszeitrinne, heute grundwassergespeist, durchsteifte die Gruppe den weitläufigen Park mit seinen großflächigen Wiesen, Baumbeständen und Alleen, wobei vor allem mächtige Buchen mit ihren fast goldenen Blättern farbliche Akzente setzten und den begeisterten Wanderern einen wahr-


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lich bunten Teppich auf den Wegen bereiteten. Eingebettet in den Park, der vor allem im Sommer von den angrenzenden Wohngebieten gern aufgesucht wird, befinden sich noch eine Fasanerie, Damwild und Wildschweingehege sowie Freizeiteinrichtungen. Leider zeigt sich die einstmals bekannte Freilichtbühne unter dem Leutnantsberg in einem schlechten Zustand und wird nach Jahren der Schließung in den Sommermonaten als Freiluftkino betrieben. Übrigens bestehen die Höhen der Rehberge zum Teil aus dem Aushub des Spandauer Schifffahrtskanals. Bevor die Wandergruppe das angrenzende Afrikanische Viertel mit dem Zielbahnhof „U-Rehberge“ erreichte,

lockte das urige Lokal „Schatulle“ zur gemütlichen Einkehr und die kleinen Teiche, mit ihren buntbelaubten Bäumen am Wegesrand, erfreuten zum Abschluss noch einmal die Sinne. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in das neue Jahr 2016 nach dem Motto: Bleiben Sie fit, wandern Sie mit. Ein abwechslungsreiches Programm wartet auf Sie.

Ihr Wanderleiter W.-Dieter Pätzold

Fotos: W. Dieter Pätzold

Museumsbesuche „Frauensache – wie Brandenburg Preußen wurde.“ Am 24. September 2015 nahm unser Kulturkreis an einer Führung im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg teil, die uns die Geschichte der Frauen der Hohenzollern in unserer Heimat Brandenburg nahegebracht hat. Im Jahre 1415 übernahm die Dynastie der Hohenzollern die Herrschaft über Brandenburg. 500 Jahre lang prägte diese Familie die Entfaltung Brandenburgs, Preußens und Deutschlands, und sie bestärkte durch ihre Ehen die Bindung zu Europa. Jede neue Regentin hatte die Pflicht, dem Land einen Thronfolger zu schenken, nur dann erlangte sie Anerkennung in dem Land. 1918 endete die Herrschaft der Hohenzollern schlagartig. Hier bei diesem Rundgang stehen die Frauen der Hohenzollern, die Kultur, Wissenschaft und Mode nach Preußen

brachten, erstmals im Vordergrund. Kurfürstin Elisabeth (1527) setzte sich für die Reform Martin Luthers ein, Kurfürstin Anna (1614) konnte durch das Erbe ihrer Eltern Preußen erheblich vergrößern, die Kurfürstin von Brandenburg, Luise Henriette von Oranien (1663), richtete das erste europäische Porzellankabinett ein, Königin Sophie Charlotte (1700) brachte italienische Opern- und französische Gartenkunst ins Land, Königin Luise (1807) bemühte sich um eine freizügigere Mode, Kronprinzessin Cecilie (1914) zeigte sich in Uniform und Pickelhaube, sie wurde 1910-1913 Chef des 2. Leibhusaren-Regiments. Die Braut brachte zu ihrer Hochzeit wertvolle Geschenke - eine so genannte Mitgift – mit, meist in besonders geschmückten Truhen. Die Gaben wurden vorher ausgestellt.


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Hier in dieser Ausstellung sehen wir beeindruckende Ausstellungsobjekte, die unter anderem von verschiedenartigsten Ideen und Neuerungen der Hohenzollerinnen stammen: Das älteste Frauenkleid aus Brandenburg sowie ein rotsamtener Krönungsmantel der preußischen Königin und späteren deutschen Kaiserin Augusta - mit einer viereinhalb Meter langen Schleppe - und eine Uniform der letzten Kaiserin Auguste Viktoria, bestehend aus Rock und Jacke mit versilberten Verzierungen, versetzen uns in die Vergangenheit. Das 1706 eingeweihte Paradebett Friedrichs I mit eingestickten Silberfäden auf dem Damast mit einem Baldachin galt als wichtiges erstes Lager nach der Hochzeit der Hohenzollern. Hier musste die Zeugung der Nachfolger stattfinden. Weitere Exponate: Der Schädel eines Opfers aus dem Dreißigjährigen Krieg, eine Statuette nach dem Reiterstandbild des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (aus Eisen, lackiert), ein Gemälde „Großes Staatswappen des Königreichs Preußen“, ein Lederfutteral der preußischen Königskrone, das innen mit grünem Plüsch ausgeschlagen ist und zum Transport der Krone benutzt wurde. Auch Tauf- und Hochzeitsgeschenke sind

ausgestellt: Ein mit Silbermünzen besetzter Bierhumpen, eine Kaminuhr mit Lapislazuli verziert, ein goldener Taufpokal, anlässlich der Heirat Elisabeths Ludovika von Bayern mit Friedrich Wilhelm IV ein Kartenspiel mit Darstellungen preußischer Könige und bayerischer Kurfürstinnen. Da sich Elisabeth nach ihrer Heimat sehnte, erhielt sie als Trost von Friedrich Wilhelm IV. ein Porzellanservice mit alpenländischen Motiven und ein Haus in bayerischer Bauweise. Auch bewundern wir ein Collier, Brautgeschenk ihres Vaters, dem Bayerischen König Maximilian I. Joseph. Die Preußische Geschichte weist viele interessante und intelligente Frauenpersönlichkeiten auf, die einen beträchtlichen Einfluss auf das Denken und Handeln und dadurch auch auf die Politik Preußens hatten. Hervorzuheben ist Königin Luise - ihr Leben, ihre Gestalt und ihr Mut machen sie unvergesslich - und auch Sophie Charlotte ist eine außergewöhnliche Königin. Wir verneigen uns und nehmen Abschied von unseren adligen Vorfahren. Gisela Telchow

F Ü H R U N G durch die AUSSTELLUNG „The Botticelli Renaissance“ Am 22.10.2015 war Ziel des Kulturkreises die Wiederentdeckung des florentinischen Altmeisters der Renaissance SANDRO BOTTICELLI (1445-1510) in der Gemäldegalerie in Tiergarten. Um die verschiedenen Neuinterpretationen, die Botticellis Kunst seit dem 19. Jh. erfahren hat, sichtbar zu machen, führte die Ausstellung uns Besucher auf eine Zeitreise zurück durch die Ge-

schichte – angefangen von der Gegenwart bis zu seiner Geburt im 15. Jh. Interpretationen und Verfremdung von Botticellis Dekor und Mustern in Design (Vasen), Mode (Kleidern und Stoffen), Bildteppichen und Werbung liegen offensichtlich eng beieinander. - Niemals hätte Botticelli selbst im Traum daran gedacht, dass sein „Venusgesicht“ auf Duschvor-


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hängen, Einkaufsbeuteln und Kaffeetassen landen würde. Botticellis wichtigster Auftraggeber in Florenz war Papst Sixtus IV. - Für ihn malte er Gemälde für die Sixtinische Kapelle in Rom. Wir waren umgeben von Kunstwerken vieler Stilrichtungen der letzten 200 Jahre aus den bedeutendsten Sammlungen der Welt – immer glitt unser Blick zwischen jüngeren und älteren Werken hin und her - wie z. B. Werken von René Magritte, Jean – Auguste - Dominique Ingres und Edgar Degas u. a. bis hin zu Werken von Andy Warhol, die das bedeutendste Botticelli-Motiv der „Venus mit Kind“ auch in jüngster Zeit wiederentdeckt, interpretiert, reproduziert und auch digital verarbeitet haben und sich als Bewunderer und Kenner Botticellis erwiesen. Diese Ausrichtung der Ausstellung in Kooperation mit dem „Victoria and Albert Museum in London“ stellt ein spannendes Konzept für Workshops von Schülern und Studenten im Hinblick auf Kunstvermittlung, Fälschung und Verän-

derung von Kunstwerken, Fashion und innovatives Design bis hin zu neuen Modetrends dar. Als neue selbständige Kunstwerke der Gegenwart gingen diese Gemälde und Exponate eigene, von den Originalen getrennte Wege und wurden ebenfalls bedeutend und bekannt. - Im Hinblick auf das universale Bildgedächtnis für Botticellis „Venusportrait“ handelt es sich bei ihnen um kopierte, verfremdete und interpretierte Malerei . Die heutige Berühmtheit des „Superstars“ ist nicht selbstverständlich. - Nach seinem Tode wurde er für mehr als 300 Jahre vergessen und erst im 19. Jahrhundert durch die englische Künstlerbewegung von Kunstschaffenden und Bewunderern wiederentdeckt. Mit Sicherheit lässt sich deshalb sagen, dass Botticelli wie kaum ein zweiter Altmeister die Kunst der Moderne und der Gegenwart inspiriert hat. Deshalb ist die Ausstellung aktuell, sehr sehenswert und verdient das Prädikat: Wertvoll! Renate Hensler-Tresenreuter

Führung durch die Ausstellung „VON HOCKNEY BIS HOLBEIN “die Sammlung Würth im Martin-Gropius-Bau: Am 19. November 2015 unternahm der Kulturkreis eine Führung durch die Ausstellung „DAS WUNDER VON WÜRTH“, eine gigantische Präsentation in 27 Räumen des Martin-Gropius-Baus, bestehend aus 435 Werken der bedeutendsten Künstler der zeitgenössischen Moderne bis zurück zum Mittelalter.Der „Schraubenkönig“, die „Sammlerpersönlichkeit“ Reinhold Würth“, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, ein Weltmarktführer im Bereich Montagetechnik mit 68.000 Angestellten in 80

Ländern und mit zehn Milliarden Euro Umsatz im Jahr, sammelt seit 50 Jahren Kunstwerke. – Seine Sammlung umfasst nunmehr insgesamt 17.000 Werke aller Kunstepochen. Wir Ausstellungsbesucher wurden empfangen von David Hockneys poppig buntem „Jahreszeitenzyklus“, einem Werk der Poesie des Malens in der freien Natur, und am Ende der Führung wurden wir verabschiedet durch Holbeins berühmter „Schutzmantelmadonna“, dem


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Bild der „Maria“ mit dem nackten Jesuskind auf dem Arm . Zwischendurch folgte z.B. Impressionistisches von Max Liebermann, surreale Collagen von Max Ernst , Werke von Edvard Munch, Gerhard Richter, Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Georg Baselitz, Andy Warhol, Meisterwerke aus dem Mittelalter, Skulpturen und Grafiken von Henry Moore u. a., Meisterwerke von Friedrich Hundertwasser und, last but not least, Kubistisches von Picasso. Dass Reinhold Würth sich beim Kunstkauf und Sammeln nicht um museale Konventionen scherte, wurde uns

Kunstbetrachtern anlässlich der Ausstellung auch bewusst: „Diese Werke sind beeindruckend, farbenfroh und expressiv in der Abstraktion. Jedes von ihnen hat mir gefallen, und da habe ich sie denn eben gekauft!“ Reinhold Würth lebt nur noch für die Kunst und lässt uns Kunstliebhaber genussvoll an dem Augenschmaus seiner Sammlung teilhaben. - Das Beste vom Besten aus seiner gigantischen Sammlung hat er nach Berlin schaffen lassen, um es im Gropius-Bau zu präsentieren. Renate Hensler-Tresenreuter

Nächste Führungen: Donnerstag, den 21.01.: „Tanz auf dem Vulkan“ im Ephraim-Palais Donnerstag, den 18.02.: „Zeitenwende“ im Bröhan-Museum (Siehe Programm)

Noble Geste

Anlässlich der Mitarbeiterbesprechung vom 2. November würdigte Herr Liehr von der Berliner Sparkassenfiliale Steglitz/Zehlendorf die herausragenden Aktivitäten des Sozialwerk Berlin e. V. mit einem Scheck über 10.000 Euro.


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Unsere Vorsitzende Margit Hankewitz nahm diese großzügige Spende dankbar entgegen und teilte mit, dass sie für die Anschaffung eines Kleinbusses eingesetzt werden würde.

Die Verkehrswacht im Schlösschen Am 2. Oktober tagte die Berliner Verkehrswacht wieder einmal bei uns. In einem halbstündigen Vortag wurden interessierte Teilnehmer mit den wichtigsten Verhaltensweisen im Straßenverkehr vertraut gemacht. An den Bildschirmen konnten wir in verschiedenen Verkehrssituationen unsere Reaktionsschnelligkeit testen

oder einen vorgegebenen Pfad abschreiten.

Diese löbliche Initiative der Verkehrswacht stieß auf großes Interesse und sollte periodisch wiederholt werden. Jean Mangers


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Reiseberichte des Jahres 2015 Leider ist es mir aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2015 nicht möglich gewesen mehrere Reisen mit Mitgliedern des Schlösschens zu machen. Im Mai war ich mit einigen Damen in Apelern/Schaumburger Land im Hotel „Zum alten Friederich“. Dort ist es immer gemütlich und wir sind gern gesehene Gäste. Diesmal war es besonders spannend, denn zur gleichen Zeit befanden sich Messegäste im Haus, aus Schweden, Georgien und Aserbaidschan. Die Schweden konnten ganz gut Deutsch sprechen, aber mit den Georgiern und Aserbaidschanern haben wir auch Hände, Füße, einen Handy-Translater, unsere Englisch-Kenntnisse, die Hilfe der Köchin Sabine mit Türkisch und meine verbliebenen Russischkenntnisse genutzt. Es war lustig. Die Gäste aus Schweden waren über Deutschland gut informiert. Die anderen Gäste haben uns viele Fragen gestellt, vor allem wollten sie unser Alter wissen und wunderten sich, dass wir Frauen in diesem hohen Alter noch so weite Reisen zu unserem Vergnügen machen. Ihre Mentalität ist eine ganz andere, sie haben einen halben Vormittag gefrühstückt und abends natürlich lange getagt. Ansonsten waren sie sehr hilfsbereit und zuvorkommend und immer fröhlich. Spaziergänge im Ort und Ausflüge am Nachmittag, z. B. zum Steinhuder Meer, nach Obernkirchen, Rinteln oder Bückeburg und anderen Zielen in der Umgebung (mit Kaffeepause) wurden natürlich auch unternommen.

meistens sehr gewogen. Sollte es einmal regnen, auch nicht schlimm, dann machen wir entweder eine kleine Bustour in die Umgebung, z. B. durch das Weserberglan mit Kaffeepause oder bleiben im Haus, halten ein Mittagsschläfchen und trinken unseren Nachmittagskaffee, natürlich mit Kuchen, im Haus. Die Zeit vertreiben wir uns mit Erzählen, Lesen, Handarbeiten oder Kartenspielen. Im Herbst gibt es dann auch noch die Möglichkeit auf der nahe gelegenen Streuwiese Äpfel zu pflücken oder zu sammeln, daraus macht uns Herr Höhle dann leckeren Apfelkuchen oder es gibt Eisbecher schwedisch. Alles BIO. Das Essen ist sehr gut und Langeweile gibt es nicht.

Im Oktober waren wir noch einmal dort. Wir hatten Glück, der Wettergott ist uns

Barbara Pudig

Auch in diesem Jahr können wir wieder nach Apelern fahren, im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Termine kann ich mit der Familie Höhle absprechen. Leider hat im vergangenen Jahr die Familie einen schweren Schicksalsschlag verkraften müssen. Die Seele des Hauses, Frau Höhle, ist nach schwerer Krankheit verstorben. Dazu unser aufrichtiges Mitgefühl. Wir Berliner sind aber weiterhin herzlich willkommen. Es gibt noch folgende Möglichkeiten zum Reisen: Kottenheide im Vogtland, Masuren oder Fulpmes am Arlberg, dies bei ausreichendem Interesse und genügender Beteiligung.


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Schmunzelecke Nein !!! Ich gehe nicht zum ……Seniorentreff……... Dieses Buch hat mir meine Kollegin zum Ausstieg aus meinem Berufsleben geschenkt. Mein Plan war - natürlich nicht irgendwo - weiterzuarbeiten, denn nach 48 Arbeitsjahren konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich nicht mehr arbeiten werde. So war mein Plan. Doch das Leben hatte etwas anderes vor. Am ersten Rententag habe ich mir den Arm gebrochen und ein halbes Jahr später habe ich mir beim Sturz von der Leiter mein Bein zertrümmert. Die Folge: 17 Wochen Rollstuhl und drei große Operationen. Nun fragt man sich bei solchen Ereignissen: „Wozu soll das gut sein?“ Auf jeden Fall hatte ich mich „entschleunigt“. In dieser Zeit habe ich nähere Kontakte zu meiner Nachbarin Frau Drescher bekommen, die ging seit einiger Zeit zu einem Seniorentreffen in der Humboldtstraße und erzählte begeistert von dem „Schlösschen“. Ich hörte geduldig zu und dachte „never ever“ gehe ich dahin. Doch eines Tages berichtete sie von dem Chor, in dem sie jetzt mitsingt. Singen, das ist etwas, was ich sehr gerne gemacht hätte, aber reicht meine Stimme für den Chor? Sie meinte, komm einfach mal mit - und am 13.1.2015 war es dann soweit – ich ging mit. Die Chorleiterin, Frau Pudig, begrüßte mich sehr freundlich und meinte: Sie singen dann einfach mal was vor und dann entscheiden wir, ob Ihre Stimme für den Chor reicht. Hiiiilllfe, alleine singen, nun ja, wenn es danebengeht, komme ich nicht wieder und sehe die Menschen nicht mehr wieder. Oh Wunder, Frau Pudig meinte sogar, es ist ein Sopran, wer hätte das gedacht?

Na ja, dachte ich, du gehst da singen und nichts weiter. 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft bei einem anderen Verein haben mich gelehrt: „Wenn du erst mal anfängst, wird leicht mehr daraus.“ Und das wollte ich auf keinen Fall. Die Chormitglieder waren freundlich, aber zunächst sehr reserviert, was meinem Vorhaben sehr entgegenkam. Ich kam, sang und ging wieder. Doch eines Tages erreichte der Chor mit seinen Mitgliedern mein Herz. Die EURAG tagte im Haus und der Chor war u. a. für das Unterhaltungsprogramm zuständig. Das erste Mal fühlte ich: Hier bist du richtig und was noch besser war, du gehörst dazu. An diesem Tag kam Frau Fischer auf mich zu und fragte: „Sind sie Frau Vennewald“? Ja, die war ich und nun war es soweit, sie meinte: „Wer hier länger herkommt, muss Mitglied werden“. Nun ja, ich wollte singen, also wurde ich Mitglied in einem Verein, etwas, was ich nie in meinem Leben mehr wollte. Doch im Laufe der Zeit fühlte ich mich zunehmend wohler und das Gefühl dazuzugehören stellte sich immer mehr ein, nicht zuletzt auch während der wunderbaren Zeit, als der Chor in Rheinsberg zum Seminar war. Nun war ich doch im Seniorentreff gelandet. Im Laufe der Zeit habe ich da wunderbare Menschen kennengelernt und besonders einige der Frauen in höherem Alter haben meine vollste Hochachtung und Anerkennung. Christine Bökel-Striebeck schreibt in der letzten Schlösschen-Post von wundervollen Frauen in der Geschichte. Ich habe solche im Schlösschen gefunden, sie heißen nicht Charlotte von Bingen, Herta


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von Suttner oder Rosa Luxemburg, sondern Paula, Barbara, Lore, Sabine, Rosi, Erika, Ingrid u.s.w., u.s.w….Das alles sind Frauen, die mir Mut machen alt zu werden. Ich hoffe, dass ich von deren Fröhlichkeit, Weisheit und Engagement viel abschauen kann.

Nie habe ich gedacht, dass man sich im Seniorentreff jung fühlen kann. Ich danke allen für die wirklich herzliche Aufnahme und stelle fest, ein Verein ist doch nicht so schlecht und für mich kann ich sagen: Ja!!! Ich gehe zum Seniorentreff !!! Marita Vennewald

Aufgeschnapptes „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ Albert Schweitzer, Arzt und evangelischer Theologe

Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zun tun. Orson Welles, US-amerikanischer Filmregisseur Herausgesucht von Jean Mangers

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Gratulationen Am 20. November wurde unsere langjährige, sehr rührige ehemalige Mitarbeiterin Frau Ruth Querhammer 101 Jahre alt. Zusammen mit ihrer verstorbenen Schwester Frau Augustin war sie besonders aktiv im Kulturbereich, bei den Reisen und im Besuchsdienst.

Frau Helga Rohrlack überbrachte ihr an ihrem jetzigen Wohnsitz in der Vivantes Pflegeeinrichtung in Kladow im Namen von Frau Hankewitz und dem Sozialwerk Berlin persönliche Glückwünsche.


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Wir gratulieren außerdem allen Jubilaren der Monate Januar, Februar und März und wünschen ihnen weiterhin Gesundheit und viel Glück!

************************************************** Beratungen, Informationen, Sprechstunden Behördliche Angelegenheiten: Renate Hensler-Tresenreuter, Tel.: 361 99 78 Sozialrechtliche Angelegenheiten: Heidemarie Mangers, dienstags, 16-18 Uhr Voranmeldung: Tel.: 650 15 999 Behindertenrecht: Hannelore Rohde-Käsling Tel.: 891 10 51 (Rezeption) Rechtsberatung: RA Andreas Kaatz, (17.00 Uhr) Anmeldung: In der Rezeption Sprechstunden: Sozialwerk und Förderkreis: Christa Fischer, Mo-Di-Do-Fr 10-16 Uhr

Impressum Herausgeber: Arbeitskreis „Schlösschen-Post" des „Sozialwerk Berlin e. V." Humboldtstr. 12, 14193 Berlin - Grunewald, Tel: 891 10 51/52

Redaktion: Jean Mangers, Christine Bökel-Striebeck, Monika Borchert, Wilfried Neumann Eigenverlag: Druckerarbeiten: Jürgen Schambach Beiträge: Christine Bökel-Striebeck, Margit Hankewitz, Eveline Harder, Renate Hensler-Tresenreuter, Annemarie Hocke, Doris Jerathe, Jutta Kuhnert, Jean Mangers, Wilfried Neumann, WolfDieter Pätzold, Barbara Pudig, Peter Stawenow, Gisela Telschow, Marita Vennewald Für Aufsätze und Berichte, die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichnet sind, trägt dieser die Verantwortung. Kleine, nicht sinnentstellende Korrekturen bleiben vorbehalten.

Homepage: Diese Nummer ist hier unter www.sozialwerk-berlin.de, Rubrik „Aktuelles“, einzusehen. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Mitgliedern der Redaktionskommission, den Autoren dieser Schlösschen-Post und dem ABS für ihre wertvolle Mitarbeit sehr herzlich bedanken! Jean Mangers

Redaktionsschluss für die Nummer 62: 11. März 2016

Schlösschen-Post Nr. 61, Winter 2015/16  

Erlebtes und Aktuelles vom Sozialwerk Berlin

Schlösschen-Post Nr. 61, Winter 2015/16  

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