Issuu on Google+

1

Nr. 49

Winter 2012

Schlösschen - Post Erlebtes & Aktuelles vom Sozialwerk

Berlin

Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Landesverband Berlin e.V.


2

Inhaltsverzeichnis Beitrag

Seite

Leitartikel Auf ein Wort & Weihnachten ist immer Desiderata Das Portrait Unser Konzeptseminar Eröffnung Adventsbasar Unsere Weihnachtsfeiern für die Pflegeeinrichtungen Beim Streicheln verfliegt die Traurigkeit Vom Fischerhaus zur Stadtvilla Mythos Olympia Die „Schinkel-Ausstellung“ im Kulturforum Kulturprogramm Januar - Februar Besuch im Zeiss-Planetarium Der Radweg Berlin-Usedom 3. Tag Meine 9. Reise Kleiner Bericht zum Schlösschen-Chor Ferien im Bayerischen Wald Urlaub in den Masuren Reise-Angebote Neuer Interessenkreis Schmunzel-Ecke: Wenn ich Doktor wär Veranstaltungen im Schlösschen Das wünsch ich mir

3 4 6 7 9 11 13 13 17 18 20 21 22 23 25 26 27 28 30 30 30 31 32

Impressum: 49. Ausgabe

Winter 2012

Herausgeber: Arbeitskreis „Schlösschen-Post“ des „Sozialwerk Berlin e.V.“ Humboldtstr. 12, 14193 Berlin - Grunewald, Tel: 891 10 51/52 Redaktion:

Jean Mangers, Eveline Harder, Gabriele Losse, Inge Neureither, Brigitte Schulz, Christine Bökel-Striebeck

Beiträge:

Käte Tresenreuter, Lilian Bischoff, Christine Bökel-Striebeck, Rosemarie Erdbrügger, Renate Hensler-Tresenreuter, Eva Hinke, Horst Leder, Heidemarie Mangers, Jean Mangers, Daniela Martens, Lore Nitzschke, Barbara Pudig, Helga Rohrlack, Karin Schmidt, Prof. Dr. Herbert Striebeck, Gisela Telschow

Fotos:

Gabriele Losse, Rosemarie Erdbrügger (Danny S. 14)

Für Aufsätze und Berichte, die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichnet sind, trägt dieser die Verantwortung. Kleine, nicht sinnentstellende Korrekturen bleiben vorbehalten.


3

Meine lieben Mitarbeiter, Mitglieder und Freunde des Sozialwerks Berlin, ich grüße Sie sehr herzlich anlässlich der Winterausgabe 2012 unserer SchlösschenPost. Mein besonderer Dank gilt unseren vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die unermüdlich für das Sozialwerk Berlin tätig sind. Was hat sich nun die letzten drei Monate ereignet? Die EURAG beging Ende September in Graz den 50. Jahrestag ihrer Gründung und ich nahm in Begleitung von Frau Karin Schmidt als Ehrengast an der Festveranstaltung teil. Am 5. Oktober hielt Herr Prof. Dr. Manfred Runge, ehem. Chefarzt am Vivantes Klinikum Spandau, einen Vortrag über Herz- und Kreislauferkrankungen im Alter. Vom 8. -10. Oktober haben wir ein weiteres Seminar durchgeführt, das sich mit internen, inhaltlichen und organisatorischen Themen und auch mit unserem neuen Kompetenzzentrum „Offene Altenarbeit“ befasste. Am 12. Oktober bzw.16. November trat unser Schlösschen-Chor mit Bella im Seniorendomizil Wilhelms-Stift sowie in der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg auf. Zum 1. November kamen Sozialstadträte verschiedener Berliner Bezirke ins Schlösschen zu einer Informationssitzung über unser „Kompetenzzentrum Offene Altenarbeit“. Der Staatssekretär, Herr Michael Büge, nahm ebenfalls an dieser Sitzung teil. Bei dieser Gelegenheit trug ich auch die Eckpunkte des Sozialwerk Berlin e.V. vor. Fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern, und zwar den Damen Edeltraut Braun, Irmgard Elzholz, Gabriele Rominger, Karin Schmidt und Herrn Jean Mangers wurde von Herrn Sozialstaatssekretär Büge am 19. November im Roten Rathaus der Berliner Freiwilligenpass überreicht. Herzlichen Glückwunsch! Das Sozialwerk Berlin nahm in einer würdigen Feierstunde am 26. November von zwei sehr verdienstvollen Mitarbeiterinnen, den Damen Ilse Großmann und Anny Warmt, die im 95. Lebensjahr standen, Abschied. Unser beliebter Adventsbasar, der dieses Jahr zum 30. Mal in unserem Haus durchgeführt wurde, kannte am 30. November und 1. Dezember wieder einen vollen Erfolg. Die 6 Weihnachtsfeiern für die Pflegeeinrichtungen, bei denen an 6 Tagen über tausend Bewohner mit vielen Rollatoren zu uns geladen wurden, die u. a. von unserem Schlösschen-Chor mit seinen Weihnachtsliedern verschönert wurden und deren Abschluss die traditionelle Lichterfahrt über den Kurfürstendamm bildete, fiel zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer/Innen aus. Erwähnen möchte ich nicht zuletzt den Auftritt unseres Schlösschen-Chors mit unserem Therapiehund Bella in einer Einrichtung für blinde Bewohner in der Auerbacher Straße. Unsere Mitglieder-Weihnachtsfeiern hier im Hause finden am 14. & 15., und die besondere Weihnachtsfeier für unsere fleißigen ehrenamtlichen Mitarbeiter am18. Dezember statt. Liebe Mitarbeiter, Mitglieder und Freunde des Sozialwerks Berlin, ich danke Ihnen für Ihre Treue zu unserem besonderen Verein und wünsche Ihnen und Ihrer Familie frohe Weihnachten und für 2013 alles erdenklich Gute! In herzlicher Verbundenheit Ihre Käte Tresenreuter


4

Auf ein Wort…. Eine Bekannte sagte einmal zu mir: „Das ganze Jahr über wird in unserer Familie gestritten und zu Weihnachten sind alle besonders nett und tun so, als wär`nichts gewesen.“ Ich denke, dies ist ein Extremfall (oder?), aber warum wünschen wir uns eigentlich immer nur zu Weihnachten Ruhe, Frieden und Besinnung? Benötigen wir Ruhe und Frieden nicht das ganze Jahr über und sollten wir uns nicht öfter als ein Mal im Jahr besinnen? Denken wir in den letzten Tagen des Jahres wirklich an die Geburt des Christkindes und die damit verbundene Freude und den Frieden auf Erden, den Jesus über die Menschheit bringen sollte, und sind deshalb freundlicher und großzügiger unseren Mitmenschen gegenüber? Oder sehnen wir uns nach einem arbeits- und stressreichen Jahr einfach nur nach ein paar Tagen Ruhe und Erholung (die bei vielen ob des exorbitanten Konsumwirbels sowieso nur eine Illusion bleiben) und feiern Weihnachten, weil es eben Usus ist in der christlichen Welt, und sind besonders nett zueinander um dem „Fest der Liebe“ seine Berechtigung zu zollen? Hierzu mag es sicher sehr viele und differenzierte Theorien geben und Diskussionen darüber würden ins Unendliche verlaufen... Als wir noch Kinder waren, ging unser Vater am Heiligen Abend immer mit meiner Schwester und mir in die Kirche, damit Mutter indes die Bescherung vorbereiten konnte (Dies war immer das größte und schönste Ereignis im ganzen Jahr!). Ich erinnere mich noch genau an einen dieser Weihnachtsabende, da war unsere Kirche so voll, dass wir nur noch einen recht engen Stehplatz hatten. Der damalige Pfarrer, ein wirklich guter und realistischer Mensch, er hieß Pfarrer Born, predigte von der Kanzel und ließ es sich dabei nicht nehmen, den Gemeindemitgliedern seinen Unmut darüber auszudrücken, dass die Kirche das ganze Jahr über fast leer sei und dass man den heutigen Kirchgang wohl nur bräuchte um sich Anregung für die festliche Stimmung zu verschaffen. Obwohl ich damals erst 10 oder 11 Jahre alt war, haben mich seine Worte sehr beeindruckt und ich fühlte mich ganz auf seiner Seite; denn ich ging jeden Sonntag mit meiner Schwester zum Kindergottesdienst. Heute bin ich schon lange nicht mehr Mitglied der Kirche, aber als Christin verstehe ich mich allemal, denn „Christ-Sein“ bedeutet für mich in erster Linie Nächstenliebe in Form von Respekt und Verantwortung gegenüber meinen Mitmenschen. Deshalb ist für mich auch das ganze Jahr über „Weihnachten“.


5

Was ich explizit damit meine, drückt folgendes Gedicht aus, wofür ich sehr dankbar bin, denn besser hätte ich meine Gedanken nicht formulieren können:

Weihnachten ist immer! Wenn du beginnst, menschlich zu denken und menschlich zu handeln, versuchst, in Liebe die Welt zu verändern und in deiner Nähe anfängstDann wird in deinem Herzen Weihnachten. Wenn du erlebte Freude weiterschenkst an den, der keinen Grund zur Freude findet Dann wird dieses Schenken Weihnachten. Wenn du es wagst, dich auf jemanden einzulassen ohne Angst, vereinnahmt zu werden Dann erlebst du in dieser Stunde Weihnachten. Wenn du dich angeregt fühlst, deine Hand dem entgegenzustrecken, der dich beleidigt hat Dann ist diese Anregung Weihnachten. Wenn du die Bereitschaft empfindest, in dich zu gehen, wieder neu anzufangen Dann freu dich, weil du schon Weihnachten lebst.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen erholsame Feiertage und ein sehr gutes und vor allem „weihnachtliches“ neues Jahr 2013! Herzlichst Ihre Christine Bökel-Striebeck


6

Desiderata Für 2013 und darüber hinaus Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast und denke daran, wie ruhig es sein kann in der Stille. So weit als möglich - ohne Dich aufzugeben - sei auf gutem Fuß mit jedermann. Das, was Du zu sagen hast, sprich ruhig und klar aus und höre Andere an, auch wenn sie langweilig oder töricht sind, denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen. Meide die Lauten und Streitsüchtigen, sie verwirren den Geist. Vergleichst Du Dich mit Anderen, kannst Du hochmütig oder verbittert werden, denn immer wird es Menschen geben, die bedeutender und besser sind als Du. Erfreue Dich am Erreichten und an Deinen Plänen. Bemühe Dich um Deinen eigenen Beruf, wie bescheiden er auch sein mag; er ist ein fester Besitz im Wechsel der Zeit. Sei vorsichtig bei Deinen Geschäften, denn die Welt ist voller Betrüger. Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen, denn Tugend ist auch vorhanden. Viele streben nach Idealen, und überall im Leben gibt es Helden. Sei Du selbst. Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor. Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht, denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht, sondern wächst weiter wie Gras. Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters und verzichte mit Anmut auf Dinge der Jugend. Stärke die Kräfte Deines Geistes, um Dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen. Quäle Dich nicht mit Wahnbildern. Viele Ängste werden durch Müdigkeit und Einsamkeit geweckt. Bei aller angemessenen Disziplin - sei freundlich mit Dir selbst. Genau wie Bäume und Sterne, so bist Du ein Kind der Schöpfung. Du hast ein Recht auf Deine Existenz. Und auch wenn Du das nicht verstehst, entfaltet sich die Welt gewiss nach Gottes Plan. Bleibe also im Frieden mit Gott, was auch immer er für Dich bedeutet und was immer Deine Sehnsüchte und Mühen in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien - bewahre den Frieden in Deiner Seele. Bei allen Enttäuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen ist es dennoch eine schöne Welt. Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein. Nach dem englischen Original von 1692, gefunden in der St. Pauls Kirche von Baltimore Zur Verfügung gestellt von Eva Hinke


7

Das Portrait In unserem Hause gibt es so viele ehrenamtliche Mitarbeiter/Innen, die schon so lange Zeit mit Freude ihren Dienst tun. Wir wollen ein wenig mehr von all diesen lieben Menschen erfahren, deren Gesicht wir zwar kennen, von denen und deren Schicksalen wir im Grunde aber viel zu wenig wissen. In der letzten Schlösschen-Post des Jahres 2012 kommt unsere emsige Schatzmeisterin, Frau

Christa Fischer

zu Wort.

Guten Tag, liebe Frau Fischer. Sie sind nun schon seit 11 Jahren unsere hochangesehene Schatzmeisterin. Für unsere Leser ist es sicher sehr interessant, etwas über Ihren Lebensweg zu erfahren. Ich bin am 31. Mai 1925 in Dresden geboren. Meine Kindheit war geprägt durch eine fürsorgliche Familie. Im privaten „Fröbel`schen Kindergarten“ lernten meine Schwester und ich mit den Kindern der „Reichen“ Sitte und Anstand. Nach der Mittleren Reife habe ich eine kaufmännische Lehre bei einer angesehenen Speditionsfirma absolviert, die ich aufgrund meiner besonderen Leistungen schon nach zwei Jahren mit dem Abschluss bei der IHK beenden durfte. Und wie ging es dann weiter in der schweren Kriegszeit? Anfang des Jahres 1944 nutzte der Rückstellungsantrag meines Arbeitgebers nichts mehr und der Einberufung zum Arbeitsdienst musste Folge geleistet werden: Zuerst Einsatz in einem Dorf in der Lausitz, dann als Flakhelferin in einem großen Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Baden bei Wien, am Scheinwerfer. Kurz vor Ende des Krieges Einsatz zum Schutz des Kohletagebaus bei Leipzig. Von dort musste ich das verheerende Flammenmeer von der Vernichtung meiner Heimatstadt Dresden im Februar 1945 mitansehen. Die Sorge um Mutter und Schwester, der Vater war eingezogen, war unerträglich. Deshalb habe ich eine günstige Gelegenheit genutzt um nach Hause zu kommen. Mithilfe einer Panzerbrigade habe ich mich auf den Weg nach Dresden gemacht, wobei wir noch von Tieffliegern beschossen wurden. Das Elternhaus war nur durch Brandbomben beschädigt, die Restfamilie war notdürftig im Erdgeschoss als Untermieter untergebracht. Wie gestalteten sich Ihr Leben und Ihre berufliche Karriere nach Kriegsende? Das Leben normalisierte sich allmählich wieder und die Jugend versuchte die verlorenen Jahre irgendwie nachzuholen. Alles war knapp, der Schwarzmarkt blühte, aber es gab wieder Theater, Oper, Kabarett und Tanzvergnügen. In dieser Zeit lernte


8

ich meinen ersten Mann, einen Konditormeister und Patissier, kennen und heiratete im Juni 1946. Ich konnte nun auch wieder in den Beruf einsteigen, da mich mein Lehrchef als Sekretärin dringend brauchte. 1947 hatten wir die Möglichkeit in Bad Elster ein Café zu übernehmen, bis Anfang 1949 die Betriebe enteignet und HO wurden. So gingen wir nach Berlin, wo ich eine neue Aufgabe bei der ersten Bäcker- und Konditoren-Ausstellung fand, später als Buchhalterin arbeitete und in der Abendschule das Abitur nachmachte und die Bilanzbuchhalter-Prüfung bestand. Später übernahmen mein Mann und ich eine eigene Bäckerei und Konditorei in Berlin-Wilmersdorf, für die ich sieben Tage die Woche arbeiten musste. Während dieser Zeit kam auch mein Sohn Lutz zur Welt. 1961 heiratete ich meinen zweiten Ehemann, Erwin Fischer, Ingenieur bei der AEG, später Siemens. Würden Sie uns auch erzählen, wie Sie das Schicksal zu Ihrem „Traumjob“ ins Hotel Palace geführt hat? Die Geschäftsleitung des Pepper-Konzerns hatte Beziehungen zu meinem damaligen Arbeitgeber am Kurfürstendamm. Man war auf die kompetente Kraft aufmerksam geworden und ich wurde – mit Einverständnis – abgeworben. Damit begann meine 35 Jahre währende Karriere als kaufmännische Direktorin des 5-Sterne-Hotels bis zu meinem 70. Lebensjahr. Es war eine wunderbare Zeit, von der ich keinen Tag missen möchte. Sie sind jetzt 87 Jahre alt. Es ist nicht selbstverständlich in diesem Alter noch so wach und aktiv zu sein. Welches Geheimnis steckt dahinter? Ich war schon seit meiner Kindheit ein wahrer Bewegungsmensch. Zuerst habe ich in Dresden beim Opernballett mitgewirkt, habe Unterricht in Gymnastik genommen, bin viel Rad gefahren, geschwommen und habe mich im Winter mit Langlaufski vergnügt. Meine Schwester hatte in München ein Studio für Ballett, Stepp und andere sportliche Aktivitäten. Dort habe ich auch öfters Unterricht gegeben, wenn sie einmal verhindert war. Da ich bis zum heutigen Tag sportlich aktiv bin – es ist ja bekannt, dass ich im Schlösschen einen Kurs für Bewegungslehre leite – und mich auch täglich geistig betätigen muss, habe ich mir auf diese Weise meine körperliche und geistige Fitness erhalten können. Wann und wie sind Sie zum Sozialwerk gekommen? Vor 12 Jahren starb ganz plötzlich mein lieber Mann und ich fiel in ein tiefes Loch. Um der leeren Wohnung zu entfliehen, begab ich mich ein Jahr lang auf Reisen und lernte dabei unsere liebe Mitstreiterin Inge Kotowski kennen, die mich sogleich für das Sozialwerk anwarb, wo ich nun schon seit 2001 ehrenamtlich tätig bin. Welches sind Ihre ständigen Aufgaben in diesem Bereich? Ich führe die Kassen des Sozialwerks und des Fördervereins einschließlich der damit verbundenen Buchführung. Außerdem verwalte ich die Mitgliederkartei, halte Sprechstunden zur Mitgliederkontaktpflege und kassiere die Beiträge. Ich organisiere sozialkulturelle Veranstaltungen mit, bin für den Kartenverkauf zuständig und beteilige mich an der Erstellung der Veranstaltungsprogramme. Wie schon erwähnt,


9

leite ich den Interessenkreis Bewegungslehre. Was mögen Sie besonders im Sozialwerk? Wenn ich Unterlagen für neue Mitglieder ausfüllen kann. Und Frau Tresenreuter! Liebe Frau Fischer, ich danke Ihnen sehr für dieses interessante und nette Gespräch! Christine Bökel-Striebeck

Erlebtes und Aktuelles: Unser Konzeptseminar An diesem internen Seminar vom 8. – 10. Oktober 2012 haben insgesamt bis zu 36 Personen teilgenommen. Am 10. Oktober wohnte Herr Jens Meißner, Leiter des Sozialamtes in Treptow/Köpenick, dem Seminar bei, sprach den demografischen Wandel an und berichtete über die in seinem Bezirk Wirklichkeit gewordene „Offene Altenarbeit“.

Nach der Begrüßung durch Frau Käte Tresenreuter, Vorsitzende, kamen unter der Leitung von Frau Käte Tresenreuter und der Moderation von Herrn Peter Stawenow folgende Themen zur Sprache: 1. Anliegen des Seminars: Erstellung einer Konzeption des Hauses und Zusammenstellung von umfassendem Material zur Herstellung eines Handbuches 2. Ziele des Sozialwerks Berlin, die durch die Satzung verdeutlicht werden 3. Definition und Prinzipien der offenen Altenarbeit, diskutiert und mit Praxisbeispielen unterlegt 4. Inhalte der offenen Altenarbeit mit Beratungs-, Betreuungs-, Begegnungs- und Bildungsangeboten 5. Kultur-Veranstaltungen und Angebote: Die Aufgaben dieses Bereiches und der Zusammenhang mit anderen Bereichen (Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Küche, Saaldienst, Hausverwaltung) wurden erläutert.


10

6. Die Bereiche des Sozialwerk Berlin e. V. und deren Aufgaben wurden von den Leitern vorgetragen. 7. Zusammenwirken der Bereiche/Struktur: Aus den Berichten der Bereichsleiter wurde ein Organigramm und die Struktur vom Vorstand bis zu den Mitarbeitertätigkeiten zusammengestellt.

8. Ehrenamtliche Mitarbeiter/Mitverantwortung - Die Prinzipien der Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter wurden gemeinsam erarbeitet. Deren Rechte und Pflichten wurden angesprochen. - Eine Diskussion über die Vertretung und Nachfolge der Bereichsleiter sowie über den Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitern erfolgte. - Eine Herangehensweise für die Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern wurde erarbeitet. 9. Beratungszyklen und Informationsflüsse Nach einem Eingangsstatement wurden Vorschläge zu Inhalten und zur Organisation der Beratungsformen unterbreitet. 10. Zugangsformen zum Sozialwerk Berlin e. V. Diese Möglichkeiten wurden zusammengefasst (z. B. Leitfaden für ein Erstgespräch). 11. Öffentlichkeitsarbeit - Die Darstellung der Bereiche, der Struktur und des Organigramms wurde durch die Präsentation der Öffentlichkeitsarbeit mit deren vielfältigen Inhalten, Methoden und Aktivitäten vervollständigt. - Vorschläge zur weiteren Ausgestaltung der Öffentlichkeitsarbeit wurden unterbreitet. 12. Finanzierung - Die Vereinsziele und die Entstehung des Hauses sowie deren Finanzierungssicherung (Bau/Ausstattung) wurden erläutert. - Die Finanzierungsquellen zur Sicherung der Aktivitäten und des Unterhalts des Hauses wurden dargelegt.


11

13. Materiell-technische Ausstattung und räumliche Bedingungen Die Rahmenbedingungen für die Arbeit, die Verständigung zur Optimierung der Raumauslastung und der Sicherheit wurden vorgestellt. 14. Darstellung der objektiven Rahmenbedingungen Zusammenfassende Informationen zu Veränderungen (Finanzlage, demografische Entwicklung, sich ändernde Bedürfnisse der Menschen usw.) wurden gegeben. 15. Mitarbeit des Sozialwerk Berlin e. V. in Gremien Eine Übersicht darüber, wer das Sozialwerk in welchen Gremien vertritt, wurde vorgestellt und ergänzt. Im Verlauf des Seminars wurden zu den einzelnen Rubriken eine Reihe von Feststellungen, Anregungen und Vorschlägen gemacht, wovon deren fünf als vordringlich angesehen werden. Frau Käte Tresenreuter bedankte sich abschließend für die gehaltvollen Impulsreferate, die lebhaften Diskussionsbeiträge und die rege Mitarbeit der interessierten Seminarteilnehmer. Ein Seminarbericht wurde erstellt, der auf Wunsch erhältlich ist. Als erste Maßnahme im Anschluss an das Seminar wurde ein Rundschreiben an eine Reihe von Mitgliedern verschickt zwecks Werbung neuer fördernder Mitglieder aus deren Verwandtschaft bzw. Freundschaft. Werbematerial wird gerne zur Verfügung gestellt. Informationen über unseren Verein können auch auf unserer Homepage www.sozialwerk-berlin.de erhalten werden. Jean Mangers

Eröffnung unseres Adventsbasars Am 30. November war es wieder mal so weit. Frau Käte Tresenreuter ließ es sich nicht nehmen in ihrer Begrüßungsansprache darauf hinzuweisen, dass dies der 30. vom Sozialwerk Berlin organisierte Adventsbasar ist. Ihm war immer ein sehr großer Erfolg beschieden. Auch heute lasse er sich angesichts der vielen schon anwesenden Besucher gut an. Als besondere Überraschung war ein echter Weihnachtsmann in der Person von Prof. Dr. Herbert Striebeck zu uns gekommen, der die Besucher herzlich begrüßte und ihnen einen angenehmen Aufenthalt in den herrlich geschmückten und gut ausgestatteten Räumen sowie viel Glück bei der reichlich bestückten Tombola wünschte.


12

Frau Käte Tresenreuter in Begleitung des Weihnachtsmannes

Als Ehrengast war Herr Joachim Krüger, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, erschienen. Er freute sich nach der grauen Novemberzeit in dem wunderbaren lichtdurchfluteten „Schlösschen“ zu sein und dass es Frau Tresenreuter immer besser gehe. Dann sprach er in seiner Laudatio die großen Vorbereitungsbemühungen vieler fleißiger, ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter/ Innen für die Ausrichtung dieses Traditionsbasars an: „So etwas könnten weder der Staat noch der Bezirk leisten. Das Sozialwerk Berlin lebt von dem Engagement seiner Mitarbeiter, aber auch vom finanziellen Engagement. Daher wünsche ich dem Basar einen großen Erfolg und Ihnen allen angenehme Festtage!“ Es folgte die Ehrung von drei besonders verdienstvollen Mitarbeitern, und zwar die Damen Irmgard Elsholz, die über fünfhundert Gewinne für die Tombola


13

eingepackt hat und Käthe Schiller, die sich um die vielen hübschen Gestecke gekümmert hat, sowie Herr Horst Bade, der ehemalige langjährige Hausverwalter, der traditionell den Aufbau des imposanten Weihnachtsbaumes verantwortet. Der Weihnachtsmann stimmte abschließend das Lied: „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ an und eröffnete den diesjährigen 30. Adventsbasar, an dem auch dieses Mal wieder gute Gelegenheitseinkäufe und tolle Gewinne im Angebot sind. Jean Mangers

Unsere Weihnachtsfeiern für Heimbewohner Am 6. Dezember, am Nikolaustag, fand die zweite von insgesamt sechs Weihnachtsfeiern für Bewohner von Pflegeeinrichtungen im Sozialwerk Berlin statt. Wir laden traditionell jedes Jahr in der Adventszeit über tausend Bewohner von Pflegeeinrichtungen, darunter viele Rollstuhl- und Rollatorfahrer, zu uns ein um ihnen eine schöne, gediegene Feier zu bieten. Frau Käte Tresenreuter konnte an diesem Tag als Ehrengast Herrn Carsten Engelmann, Sozialstadtrat von Charlottenburg/Wilmersdorf begrüßen, der nette Worte an die Gäste richtete, spontan im Schlösschen-Chor mitsang und aktiv bei der Verteilung der Weihnachtstüten mitwirkte.

Jean Mangers

Beim Streicheln verfliegt die Traurigkeit Studien haben bewiesen: Hunde halten ältere Menschen fröhlich und beweglich. Im Sozialwerk Berlin im Grunewald gehören sie dazu – sogar als ChorMaskottchen. Es ist eine Art Liebesgeschichte und Rosemarie Erdbrügger erzählt sie immer wieder gern. Sie sitzt an einem großen Tisch mit Kaffee und Kuchen, feiert gerade im Altenselbsthilfe-und Begegnungszentrum „Käte-Tresenreuter-Haus“ ihren Geburtstag. Dort leitet sie seit einiger Zeit den Malkreis. „Meine


14

Bedingung, den zu übernehmen, war, dass ich meinen Lebensgefährten mitbringen kann“, sagt sie lachend. Der Lebensgefährte liegt zu ihren Füßen auf dem Teppich und blinzelt aus dunklen Knopfaugen herauf. „Danny ist mein erster Rüde, die sind besonders liebenswert. Ich hatte mein ganzes Leben lang Hunde, und als mein Mann gestorben ist, da habe ich mir noch mal einen ganz jungen gegönnt.“ Sie streichelt das lockige hellbraune und grauschwarze Fell des etwa kniehohen Welshterriers und beginnt vom Alltag mit ihm zu schwärmen. „Im Alter ist es so positiv, einen Hund zu haben. Weil man dreimal am Tag mit ihm raus und ihn füttern muss, hat man einen festen Lebensrhythmus. Depressionen kann man sich da nicht leisten. Und es ist immer jemand zum Quatschen da. Es ist ja wichtig, dass man überhaupt spricht, wenn man, wie ich, allein lebt.“ Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. In mehreren Studien haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ältere Tier-, und besonders Hundebesitzer, nicht so leicht zu Depressionen neigen, nicht so schnell zum Arzt gehen wie andere – und sogar seltener erhöhte Blutfettwerte, erhöhten Blutdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten bekommen. Kein Wunder, sie gehen schließlich ständig spazieren. Auch Gefühle der Isolation, Belastung und Angst könnten Herz-Kreislauf-Krankheiten auslösen, besagen Studien. Die hätten Hundebesitzer seltener. „Das entspannende Element beim Streicheln eines Hundes sei ein entscheidender Faktor“, sagt Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité. Vor kurzem sei für eine Studie das Thema Hundetherapie in Pflegeeinrichtungen untersucht worden. Besonders auf verwirrte, apathische oder aggressive Heimbewohner habe die Begegnung mit Hunden einen positiven Einfluss gehabt. Offenbar ersetzt dies die fehlende menschliche Ansprache. „Ein solches Erfolgserlebnis motiviert“, meint Heinz. Hundebesuchsdienste sind seiner Ansicht nach auch ein gutes Mittel gegen die Einsamkeit im Alltag alter Menschen. „Einsamkeit heißt auch, ein Gefühl der Sinnlosigkeit zu verspüren“, sagt der Psychiater. Wer dagegen einen Hund hat und mit ihm spazieren geht, kommt auch mit anderen Menschen in Kontakt. Die Golden-Retriever-Hündin Bella ist sozusagen ein laufendes, bellendes Medikament gegen Depression. Sie ist zum Therapiehund für den Besuchsdienst ausgebildet und gehört, wie der Rüde Danny, schon fest zum Seniorenzentrum in Grunewald. Anders als er darf sie ohne Leine durchs Haus laufen. Bella gehört Margit Hankewitz, 63, Tochter von Käte Tresenreuter, der Gründerin des Sozialwerk Berlin e.V. „Ich hatte Bella mal bei einer Dampferfahrt mit 200 Bewohnern aus Pflegeeinrichtungen dabei - selbst da ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen“, erzählt ihre Besitzerin. Jetzt schaut Bella mal kurz bei der


15

Geburtstagsfeier von Rosemarie Erdbrügger vorbei und lässt sich von Gertrud Cortes streicheln, die dafür ihre Kuchengabel beiseitelegt. Getrud Cortes hat Probleme mit dem Gedächtnis. „Aber das liegt am Alter, wissen Sie, ich bin 97“, sagt sie entschuldigend. „Es ist schön, die Hunde hier zu treffen, besonders die Blonde, die ist so eine liebe, ruhige. Ich liebe Tiere. Ich hatte selbst mal einen Hund.“ Der Name ihres Cockerspaniels aber will ihr nicht mehr einfallen, der von Bella auch nicht. „Also so was“, sagt sie ein bisschen empört über sich selbst. „Mein Hund fehlt mir jedenfalls, 13 ist er geworden, dann musste ich ihn einschläfern lassen. Daran erinnere ich mich.“ Bella steht ganz ruhig da und lässt sich kraulen. Plötzlich fällt es Gertrud Cortes wieder ein: „Mecki hieß mein Hund. Sehen Sie, ich weiß es ja doch noch.“ Sie strahlt. Glücklich über ihr kleines Erinnerungserfolgserlebnis. „Wenn ich unvernünftig wäre, würde ich mir wieder einen Hund anschaffen“, sagt sie lachend. Aber das Laufen gehe nicht mehr wie früher. Wie sie, reden viele Senioren hier. Einige von ihnen kann man im großen Saal nebenan treffen. Gerade ist Chorprobe, Bella will schnell hin, denn da singt gerade Frauchen, und Bella klettert gern mit auf die Bühne, wenn der Chor dort steht.

Sie ist auch immer dabei, wenn die Gruppe in Pflegeeinrichtungen für die Bewohner singt; alle zwei Wochen macht sie das. „Durch den Hund sind viele Leute uns gegenüber viel schneller aufgeschlossen und singen mit“, sagt Ingrid Junkuhn, eine sehr zierliche, sportlich wirkende 79-Jährige. „Auch die Demenzkranken. Und bei unserer Chorprobe hier ist die Atmosphäre mit Bella gleich viel schöner, lockerer, privater. Bella gehört einfach dazu, sie gehört uns allen ein bisschen.“ Neben ihr steht Karin Schrader und nickt nachdrücklich. Auch die 74-Jährige vermisst ihren Hund, aus gesundheitlichen Gründen hat sie sich keinen neuen angeschafft. „Das kann ich keinem Hund zumuten. Aber ich gehe mit Danny und mit Bella spazieren. Besonders in Bella habe ich eine Kameradin, der ich meine Alltagssorgen erzählen kann.“


16

Bellas Halterin, Margit Hankewitz, hat bei der Anschaffung eines Hundes nicht so viele Vorbehalte. „Manchmal werden Tiere bei alten Leuten zwar nicht artgerecht gehalten“, sagt sie, „etwa, wenn dicke Damen auch ihren Dackel dick füttern. Aber da bin ich mal ganz egoistisch und sage, es ist wichtiger, dass die alte Dame jemanden als Gesellschafter und zum Verhätscheln hat.“ Beinahe gerät sie ins Schwärmen: „Dieses warme Streicheln und Anfassen, da fallen gleich die Sorgen ab.“ Und man dürfe die Wach-und Schutzfunktion eines Hundes nicht unterschätzen. „Alte Menschen haben oft Angst und fühlen sich beschützt, wenn jemand kommt und der Hund anschlägt.“ Egal, wie klein der vierbeinige Freund ist. Um zu betonen, wie groß der Einfluss von Hunden auf das Leben von alten Menschen sein kann, erzählt sie in ihrer burschikosen Art gern von einer älteren Nachbarin, heute 89, der sie jede Woche einmal Gesellschaft leistet. „Vor Bella hatte ich einen anderen Hund. Mit dem ist die alte Dame immer spazieren gegangen und hat ihm allen Kummer erzählt. Und der Hund hat geguckt, als würde er alles verstehen. Dann starb Bellas Vorgänger; Margit Hankewitz- und damit auch die Nachbarin- hatten ein halbes Jahr kein Tier. Da ist die alte Dame plötzlich gar nicht mehr rausgegangen, auf einmal ging es ihr viel schlechter. Sie bekam einen Schlaganfall und ihre Demenz verschlimmerte sich.“ Wenn sie jetzt mit Bella zu Besuch komme, lächele die heute 89-Jährige immer und es gehe ihr etwas besser. Natürlich funktioniert das längst nicht bei allen Menschen: „Wer früher keine Hunde mochte, mag sie auch nicht, wenn er alt und dement wird“, sagt Margit Hankewitz. „Aber Bella spürt, wer keinen Draht zu ihr hat. Zu diesen Menschen geht sie einfach nicht hin. „Im Chor hat Bella etwas verändert: Sie wird selbst von denen gemocht, die keine ausgesprochenen Hundefans sind. „Lo-ho-ho-hoho-ho-ho“, jodelt der Chor beim Einsingen. Der Golden Retriever Bella läuft schwanzwedelnd zwischen den Sängern/Innen umher und lässt sich streicheln. „Wenn ihr gut singt, liegt sie unter dem Tisch und schläft, sonst läuft sie unruhig umher“, meint die Chorleiterin Barbara Pudig - und alle lachen. Als das Singen beginnt, rollt Bella, das Chor-Maskottchen, sich unter einem Tisch zusammen und legt den Kopf auf den Teppich. „Wenn alte Menschen gar nicht mehr fit sind, tut es auch eine Katze“, sagt Margit Hankewitz später. „Aber das ist nicht das Gleiche.“ Nach einem Artikel von Daniela Martens aus dem Tagesspiegel

Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand aber das Außergewöhnliche ihren Wert. Verfasser unbekannt Herausgesucht von Heidemarie Mangers

****************************************************************


17

Aus unserem Kulturkreis Der Kulturkreis, der je nach Angebot mit 10 bis 25 interessierten Teilnehmern rechnen kann, besuchte von September bis November folgende Ausstellungen:

1. „Vom Fischerhaus zur Stadtvilla – Emil Nolde und Mies van der Rohe“ Führung durch die Ausstellung im Nolde-Museum Noch einmal waren die Bilder von Emil Nolde Ziel eines Besuches für unseren Kulturkreis: Am 13. September, einem sonnigen Spätsommertag, trafen sich eine kleine Gruppe „Nolde-Begeisterter“ mit Frau Grün in der Jägerstraße am Gendarmenmarkt, um sich die farbenfrohen Nolde-Bilder in Verbindung mit der Architektur von Mies van der Rohe im Nolde-Museum anzusehen. Die ersten Ölgemälde der Ausstellung zeigten Frauenporträts im Pointillismusstil seiner früheren Jahre (1906-1908). – Harmonisch in den Farben, „zart wie ein Duft“ und melancholisch, wie sie nicht charakteristisch für Nolde waren, - Frauengesichter, umgeben von Gartenblumen, deren „Farben aus sich heraus leuchten“. Zu dieser Zeit übte Nolde noch den Beruf eines Holzschnitzers aus und war als Maler des Expressionismus noch nicht bekannt. Seine Frau Ada entwarf und dekorierte damals Stoffe, nach denen ihr Mann Blumenmotive und Ornamente malte. Bereits 1906 entstanden farblich herrliche Landschaftsmotive mit kleinen Häusern unter Gewitterwolken, wie „Das Haus am Hang“ oder „Schwüler Abend mit Blumen“, die extrem in den Farbkontrasten waren und von Rot und Grün dominiert sind. Auch als Bergpostkartenmaler verdiente er sich und seiner Frau zunächst den Lebensunterhalt. In dieser Zeit entstanden groteske, durch das Zeitalter des Dadaismus hervorgerufene abstrakte Wesensformen, wie z.B. in dem Bild „Fernes Gesindel“. Ab 1910 wurde für eine 10-jährige Bauphase das Noldehaus in Seebüll geplant und gebaut, wofür die Architekten und Zeichner Mies van der Rohe und Georg Rieve ihre Zeichnungen und Ideen zugrundelegten. 1920 ging Nolde zur Aquarellmalerei mit seiner berühmten Aquarelltasche, die seine gesamten Malutensilien beherbergte, über. Von dem Zeitpunkt an entstanden seine „Farbkontraste wie aus Zufall“, es waren Bilder aus dem „Farbenrausch“ heraus gemalt. 1920 bis 1928 engagierte sich Nolde für ein Wohnprojekt mit einem 100 qm großen Bildersaal im Rahmen einer Stiftung mit Unterstützung von Mies van der Rohe. Er hatte bereits das 1000 qm große Grundstück dafür gekauft. Seine Frau


18

Ada riet ihm jedoch von der Mühe der Realisierung ab, so dass er schließlich innerlich Abstand nahm und sich nur auf sein „Haus Sebüll“ konzentrierte. 1939 war sein „Haus in Seebüll“ mit Galerie fertiggestellt. Es diente ihm seinerzeit als Rückzugsort für seine Malerei. 1941 wurde Emil Nolde von den Nationalsozialisten mit einem Malverbot belegt, so dass in den folgenden Jahren seine 1300 kleinformatigen „Ungemalten Bilder“ entstanden. Durch einen Bombentreffer im Februar 1944 verbrannten von seinem Werk etwa 3000 unwiederbringliche Zeichnungen. Kurz vor dem Tode seiner Frau Ada, 1946, wurde das Haus in Seebüll testamentarisch als „Stiftung Emil und Ada Nolde“ ernannt. 1948 verheiratete sich Nolde ein zweites Mal mit einer Dänin namens Jolanthe Erdmann, die eine Kunstprofessorin war und Nolde um 44 Jahre überlebte. Seit dem Tode Emil Noldes, 1956, ist das „Haus Seebüll“ ein idyllisches Museum und ein Ausstellungsort nach Noldes Wünschen und Vorstellungen. Beeindruckt und fasziniert von den wunderbaren Farbkombinationen der Noldebilder verließen wir das Museum und genossen den wolkenlos, blauen warmen Sonnenschein inmitten der vielen Touristen auf den nach draußen gestellten Tischen am Französischen Dom. Renate Hensler-Tresenreuter

2. „MYTHOS OLYMPIA – KULT UND SPIELE“ Am 11. Oktober traf sich unser Kulturkreis unter der Leitung von Frau Grün im Martin-Gropius-Bau zur Ausstellung: „Mythos Olympia-Kult und Spiele in der Antike“. Eine Kunsthistorikerin versetzte uns während ihrer Führung in die Zeit der Antike – in die Anfänge von Olympia. Die ersten Olympischen Spiele in der Antike fanden 776 v.Chr. statt, in einer Landschaft am Fuße des Berges Olymp, Sitz der Götterwelt, auf der Peloponnes. Zu Ehren des Göttervaters Zeus wurde hier ein skulpturengeschmückter Tempel erbaut, der eine 12 m hohe Zeusstatue, eines der sieben Weltwunder der Antike, beherbergte. Dieses Heiligtum war in jener Zeit eines der größten Kulturzentren Griechenlands. Es wurde im Jahre 1829 von einer französischen Expedition bei Ausgrabungen wiederentdeckt. Hier in der Ausstellung sind im Lichthof des Martin-GropiusBaus Rekonstruktionen der beiden Giebel des Zeustempels zu bewundern. Die darauf befindlichen Figuren sind Abgüsse der Originale aus dem Archäologischen Museum Olympia. Ein Teil des Zeuskultes waren die Olympischen Spiele, die sich im Rhythmus von vier Jahren wiederholten. Zur ältesten Sportart gehörte der Wettlauf der Männer. Sie legten eine gerade Laufstrecke von 197,27 m zurück. Die Startposition war vorgegeben: Der Läufer


19

stand vorgebeugt auf einer Steinschwelle, um seine Zehen in die Steinrille zu bohren. Das Ziel, zum Altar des Zeus ausgerichtet, war für den Sieger ehrenvoll. Er entzündete das Feuer auf dem Altar vor dem Zeustempel, dem Allerheiligsten. Auf diesem Altar unter freiem Himmel wurde täglich ein Stier geopfert, manchmal auch eine Herde, als Opfergabe für Zeus. Die Asche dieser Brandopfer wurde gesammelt und zum Hügel aufgetürmt. Die Sieger der Wettläufe ließen sich durch Statuen feiern, und Ritzspuren an ihren Oberschenkeln bedeuten: Ich gehöre Zeus. Alle anderen Teilnehmer waren schmachvolle Verlierer und schlichen sich davon. Teilnehmende griechische Städte übertrumpften sich bei diesen Spielen mit Geschenken, Weihegaben mit Tier- und Menschendarstellungen und Waffen. Seit dem 19. Jahrhundert – 1875 – wurden diese Funde von einer deutschen Expedition freigelegt, und ein Vertrag besagte, dass die Originale in Olympia verbleiben, aber Deutschland Kopien herstellen durfte mit Hilfe von Gipsabdrücken, die man auch später nutzen konnte. Einen breiten Ausschnitt der originalen Funde wie Becher, Tonkrüge, Halsketten, Lanzenspitzen u.v.m. zeigt diese Ausstellung erstmals in der Öffentlichkeit im Ausland, es sind über 500 wertvolle Leihgaben aus Griechenland. Besonders hervorzuheben ist eine Statuette eines jungen Wettläufers aus Bronze, kaum größer als ein Zeigefinger. Im Laufe der Jahre wurden die Sportdisziplinen erweitert. Der Weitsprung bis zu 16 m – mit Sprunggewichten, Diskuswerfen, Speerwerfen, Ringkampf und Boxen, hier mussten zwei Regeln unbedingt eingehalten werden: Augen und Mund schützen. Auch Pferdesportwettbewerbe wurden ausgetragen. Die Statuen der Siegerbilder, die Darstellung des nackten Körpers eines jeden Sportlers, lösten eine Folge in der Kulturgeschichte der Menschheit aus. Ihre gut gebauten Körper, ihre Bewegungen und das Muskelspiel bei den Wettkämpfen und auch ihre Gesichtszüge entwickelten im Laufe der Zeit ein ideales Menschenbild und prägen noch heute unser Schönheitsideal. In einem Saal am Ende unserer Führung sahen wir lebensgroße Statuen, wie zum Beispiel den Diskuswerfer und vor allem noch eine beeindruckende Statue einer Wettläuferin, deren rechte Brust entblößt ist. Die olympischen Spiele für die Männer fanden alle vier Jahre statt. Die Damen trugen ihren Wettkampf jeweils zwei Jahre danach aus. Nach unserem „langsamen“ Lauf, der uns viel Neues gebracht hat, verdienten wir eine Ruhepause im Restaurant des Hauses, und wir stellten fest: „Nach interessanten Stunden in der Antike waren wir nun wieder in der heutigen Zeit“. !! Eine lange Zeitspanne !! Gisela Telschow


20

3. Die “SCHINKEL-AUSSTELLUNG” im KULTURFORUM - GESCHICHTE & POESIE Am 8. November trafen sich ca. 20 Teilnehmer des Kulturkreises am Matthäikirchplatz in Tiergarten, um sich durch die Karl-Friedrich-SchinkelAusstellung des Kupferstichkabinetts führen zu lassen. Der moderne Bau des Kulturforums mit den zahlreichen gleichzeitig laufenden Sonderausstellungen stellte auch bei unserem Besuch wieder den besonderen Genuss eines Kunstereignisses dar. Zu bestaunen waren auf 1 200 Quadratmetern 300 Exponate des Schinkelschen Gesamtwerks, des bedeutendsten europäischen Architekten, Malers, Zeichners, Bühnenbildners, Designers - und Familienvaters -, eines faszinierenden Workaholics des 19. Jahrhunderts! Die Ausstellung wurde zum 200. Jahrestag eines Ereignisses eröffnet, das im September 1812 stattfand: Der Brand Moskaus während der Besetzung durch Napoleon, das Schinkel durch ein Schaubild rekonstruiert hatte und das zu bewundern war. Geboren am 13. März 1781 in Neuruppin, zog Karl Friedrich Schinkel nach dem Tod seines Vaters 1794 mit seiner Mutter und vier Schwestern nach Berlin. Ab 1797 wurde er Schüler des berühmten Architekten Gilly, dessen Bauwerke er nach dessen Tod 1800 auch vollendete. Als Abschluss seiner Ausbildung unternahm er 1803 - 1805 eine Italienreise, die ihn auch nach Sizilien geführt und sehr inspiriert hatte. Nach Berlin zurückgekehrt, betätigte sich Schinkel ein Jahrzehnt als Entwerfer von effektvollen Schaubildern, als Maler und ab 1815 als Bühnenbildner. Höhepunkte bildeten seine Gemälde und Entwürfe für patriotische Dome. Ab 1816 entstand mit der „Neuen Wache“ sein bedeutendstes Werk als Architekt, danach folgten das Schauspielhaus auf dem Gendarmenmarkt, die Schlossbrücke, das Alte Museum am Lustgarten, die Friedrichswerdersche Kirche und die Bauakademie. Auch um Berlin herum lassen sich heute noch zahlreiche Schinkelorte ausfindig machen. 1827 war Schinkel auch für die Einrichtung des Museumsneubaus als „Bilderrahmenentwerfer“ zuständig, so sind insbesondere „vergoldete SchinkelTabernakelrahmen“ noch erhalten. Als Höhepunkt des Schinkelschen Spätwerks war der Entwurf eines Zarenschlosses auf der Krim anzusehen. Faszinierend zu betrachten waren auch Schinkels Entwürfe von Möbeln, Gläsern und Pokalen. In den 1820-er Jahren kamen verstärkt Aufträge des preußischen Königs hinzu.


21

Diese zusätzliche Belastung führte zu einer permanenten Überlastung Schinkels, sodass er nach einer einjährigen Krankheit 1841 starb. In der Ausstellung eröffneten sich uns integrale Blicke auf romantische Bildnisse und Portraits seiner Kinder, die erst in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts von seinen Nachkommen in die USA verkauft wurden. Mächtige Originalentwürfe zur „Zauberflöte“ waren zu bewundern, berühmte Domgemälde zu betrachten und „Der Blick in Griechenlands Blüte“, das Glanzstück der Schinkel-Ausstellung, zu entdecken. Außerdem konnten wir Einblick bekommen in „königliche Arbeiten für den Hof“, darunter den prunkvollen Tafelaufsatz, den Wilhelm II. 1918 mit ins Exil nahm. Begeistert von dem Gesamtwerk Schinkels, eines Genies der Moderne, beschlossen wir unseren Rundgang und stärkten uns zunächst genussvoll bei einem Gespräch im Museumsrestaurant. Renate Hensler-Tresenreuter

********************************************* Kulturgruppe: Programm Januar und Februar 2013 ********************************************* Donnerstag, 10. Januar, 12.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung: „Russen und Deutsche“ (100 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur) im Neuen Museum. Treffpunkt: 11.45 Uhr, Bodestraße 1-3, Mitte. Donnerstag, 7. Februar, 11.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung: „Im Atelier der Geschichte“ (Aus der Gemäldesammlung des Deutschen Historischen Museums) Treffpunkt: 10.45 Uhr, Unter den Linden 2, Mitte. Fahrverbindungen für beide Museen: Busse TXL, 100,200. Anmeldungen bei Frau Grün ( 821 44 53 und 0162-5745662) oder Frau Telschow (813 38 48)

********************************************* Kabarettkreis im Sozialwerk Berlin? Alle Interessierten an der Bildung eines solchen Kabarettkreises sind für Donnerstag, den 17. Januar um 14.30 Uhr herzlich zu einem ersten Gedankenaustausch eingeladen. Thekla und Ingolf vom Kabarett „Die Schlitzohren“ halten sich mit Rat und Tat zu unserer Verfügung.  Anmeldung zum Treff: Rezeption Tel. Nr. 891 1051 ********************************************************


22

Unser Besuch im Berliner Zeiss-Planetarium am Insulaner

Im Planetarium am Insulaner gab es am 23. Oktober eine Sonderveran-

staltung für Senioren/Innen mit dem verheißungsvollen Titel: „A Night at the Opera“ (Eine Nacht in der Oper). Zuerst aber eine Information, wie es dazu kam.

Die Idee, eine Extra-Veranstaltung zu organisieren, kam von der Rangsdorferin Barbara Pudig, die sich seit etlichen Jahren ehrenamtlich für alte Menschen im Käte-Tresenreuter-Haus, d.h. im Altenselbsthilfe-und Beratungszentrum des Sozialwerk Berlin e.V. einsetzt und schon einige Veranstaltungen in Rangsdorf durchgeführt hat. Nach einem Gespräch mit der wissenschaftlichen Leiterin des Planetariums Frau Staesche, waren die Weichen gestellt und die Kriterien vorgegeben. Eine Voraussetzung war die Teilnahme von mindestens 90 Personen. Frau Pudig nahm Kontakt mit dem Sozialwerk Berlin, dem Seniorenbeirat Rangsdorf, dem Seniorenbeirat Mittenwalde und der Ev. Kirchengemeinde in Rangsdorf auf, um ihr Vorhaben vorzustellen und um Teilnahme zu werben. Alle hatten ihr sofort zugesagt, sich zu beteiligen und waren optimistisch, die vorgegebene Teilnehmerzahl zu erreichen. Mit diesem Zuspruch konnte die Terminierung vorgenommen werden. Am 23. Oktober war es dann soweit. Die Teilnehmer kamen mit gemieteten Bussen und eigenen Autos zum Insulaner, um diese Nachmittags-Veranstaltung erleben zu können. Nachdem die Zuschauer und Zuhörer in bequemen Sesseln mit weit nach hinten verstellbaren Lehnen Platz genommen hatten, erlebten sie in dem über sich befindlichen 360° Fulldome nicht nur einen wechselnden Sternenhimmel, sondern auch die zur vorgetragenen Musik passenden Illustrationen. Die hat der Techniker Jürgen Neye mithilfe der in der Mitte befindlichen modernsten Projektionstechnik gekonnt zelebriert. Während der 2 ½ stündigen Veranstaltung wurden nicht nur die schönsten Arien und Lieder aus Oper und Musical: Von „Turandot“ bis zu „Cats“, vom „Phantom der Oper“ bis zu „La Traviata“ zu Gehör gebracht. Monika Staesche sorgte mit ihrer äußerst sympathischen Stimme mit Zwischentexten für einen „roten Faden“. Die Zeit verging wie der Flug eines Kometen. Glücklich und von der Vorstellung entzückt, mit Programmen und Flyern über kommende Veranstaltungen versorgt, trat die „Hundertschaft“ die Heimreise an. Text: In Anlehnung an die Vorgabe von Herrn Horst Leder

Grafik: Planetarium


23

Der Radweg Berlin-Usedom in 5 Etappen 3.Tag

Die dritte Etappe ist 68 km lang und geht von Prenzlau bis Ueckermünde. Wir verlassen Prenzlau und durchqueren auf einsamen Straßen, vorbei an ursprünglichen kleinen Dörfern,

weiter die malerische Uckermark. Hinter Pasewalk wird die Landschaft flacher und es ist ein ständiger Wechsel. Riesige Felder, die jetzt abgeerntet werden, große Ställe mit Schweinen oder Kühen, dann wieder Koppeln mit großen Pferdeherden und auch die ersten Kraniche, die hier überwintern sind schon da. Es ist eine wunderschöne Fahrt, die auch geschichtlich sehr interessant ist. Bereits um 700 war das Gebiet der heutigen Stadt Pasewalk slawisch besiedelt. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Pasewalk nach Kämpfen mit den Dänen brandenburgisch und erhielt das Stadtrecht. Die Stadt gehörte aber immer zu Pommern und war daher ein ständiges Streitobjekt der brandenburgischen Markgrafen und der pommerschen Herzöge. Der mittelalterliche Stadtkern bildete eine Ellipse und bestand aus der von den Wenden gegründeten Unterstadt und einer sich anschließenden, von deutschen Siedlern gegründeten Oberstadt. Mit dem Bau der Stadtmauer im 14. Jahrhundert war die Entwicklung der Stadt vorläufig beendet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Pasewalk 1630 von den kaiserlichen Truppen komplett zerstört. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Stadt Schwedisch-Pommern zugeordnet. Nach dem Nordischen Krieg


24

kam die Stadt 1720 zu Preußen und gehörte bis 1945 zur Provinz Preußen. König Friedrich-Wilhelm I. förderte nach 1720 den Wiederaufbau der Stadt, indem er z. B. Bauholz aus den königlichen Forsten zur Verfügung stellte. Außerdem verlegte er das Ansbach-Bayreuth- Dragonerregiment in die Stadt. Das Regiment war nicht nur Schutz des neuen Territoriums, sondern auch ein großer Wirtschaftsfaktor. Ebenfalls kam es um 1720 auf Betreiben des Königs zur Ansiedlung von Hugenotten, die zahlreiche neue Gewerbe mitbrachten. Besondere Bedeutung hatte der bis dahin in der Region noch unbekannte Tabakanbau. Pasewalk entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum Hauptumschlagplatz für uckermärkischen Rohtabak. Seit 1812 setzte eine jüdische Zuwanderung aus dem Osten ein. Ein bedeutender jüdischer Unternehmer war Paul Behrendt, der in Pasewalk eine große Eisengießerei betrieb und z. B. Kanaldeckel herstellte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts veränderte die Stadt sich nicht nur optisch. War Pasewalk bis dahin eine Stadt der Ackerbürger, prägten nun das Handwerk und Gewerbe, die Beamten und die Kaufleute das Stadtbild. Tabak, Stärke und Kartoffelflockenfabriken sowie Holzhandel gaben nun der Stadt ihr Gesicht. Pasewalk blieb ein Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte und bis 1992 auch Garnisonsstadt. Eine kurze Fahrt zur Entspannung und wir besichtigen Torgelow. Der Name der Stadt kommt aus dem Slawischen und bedeutet einfach Handelsplatz. Archäologische Funde weisen auf eine slawische Besiedelung um die erste Jahrtausendwende hin. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert lag die Vogtei an der nördlichen Grenze des Kurfürstentums Brandenburg und war somit immer ein Streitobjekt. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt dem Herzogtum Pommern angeschlossen. Nach dem Nordischen Krieg kam das Gebiet an Preußen. Bald darauf wurde der preußische Staat auf das Raseneisenerz aufmerksam und somit begann in Torgelow die Zeit als Industriestandort. Es entstanden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts 14 Eisengießereien. Geprägt wurde Torgelow aber auch als Garnisonsstadt durch die Kasernen und Truppenübungsplätze. Nach einigen km kommen wir zur Ortschaft Eggensinn. Im Jahre 1216 wurde Eggensinn zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Herzog Bogislaw schenkte den Ort dem Kloster Grobe auf der Insel Usedom. Jahrhunderte war das Leben in Eggensinn von der Holzund Ziegelindustrie sowie von der Kahnschifffahrt geprägt. 1950 wurde der Ort Garnisonsstadt. Heute ist sie eine kleine attraktive Kleinstadt im Grünen. Der letzte Halt ist unser Tagesziel Ueckermünde. Die Stadt kann auf eine 750-jährige Geschichte zurückblicken. Die vielen Backsteinhäuser weisen darauf hin, dass die Ziegelindustrie hier sehr bedeutend war. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1178 zurück. 1260 wurde ein Kloster gebaut und der Ort bekam das Stadtrecht. Etwa zur gleichen Zeit wurde auf einem Hügel am Ufer der


25

Uecker eine Burg errichtet. 1546 ließ der Herzog von Pommern Philipp I. anstelle der Burg ein Schloss bauen, das heute noch steht. Durch Belagerungen, Brand und die Pest sind alle alten Dokumente und Urkunden vernichtet worden. 1639 gab es nur noch 10 bewohnbare Häuser in Ueckermünde. Die Haupterwerbsquelle der Stadt war über Jahrhunderte die Fischerei; Ueckermünde blieb Hafen- und Festungsstadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren mehrere größere Werften angesiedelt. Im 19. und 20. Jahrhundert kam es durch die Ziegel, die Kahnschifffahrt und die Eisenindustrie zu einem industriellen Aufschwung. Seit 2001 ist die sehenswerte kleine Stadt staatlich anerkannter Erholungsort. Wir haben hier eine sehr romantische Übernachtungsmöglichkeit gefunden und genießen noch den schönen Abend. Helga Rohrlack

Meine 9. Reise: Christmas-Shopping in New York Mein Sohn flog von Hamburg nach New York. Er hatte dort ein sehr schönes altes Hotel in Manhattan im englischen Stil. Meine Tochter und ich wohnten in der Nähe 45. Straße, nicht weit vom Waldorf Astoria und Central Park. Das Zimmer war wirklich winzig und wir wussten nicht wohin mit unserem Koffer. Schlaf war kaum angesagt, denn in N.Y. kommen die Müllmänner nachts und da wir die Aussicht auf den Hof hatten, hörten wir es ordentlich scheppern, aber das tat der Freude keinen Abbruch, wir waren sowieso aufgeregt und freuten uns auf die nächsten Tage. Übrigens gleich nach dem Flug hatten wir eine Verabredung in einem Restaurant, wo mein Sohn, er ist in der Musikbranche, sich mit einigen Sängern traf. Meine Tochter kramte ihr Schulenglisch raus und es wurde sehr lustig. Künstler sind eine besondere Spezies, so herrlich locker, darum ging es auch bis nachts um 1. Jetlag hatten wir nicht. Am nächsten Tag war das Rockefeller Center angesagt, wo eine große Eisbahn war und ein Weihnachtsmann seine Lieder sang. Wir wollten ihn natürlich fotografieren, aber der gute Mann machte eine ablehnende Geste, bis wir kapierten, dass er erst einen Dollar wollte. Da New York angelegt ist wie ein Schachbrettmuster, war es verhältnismäßig leicht sich zu orientieren. Grüne Straßenschilder mit weißer Schrift. In Harlem sind die Schilder braun, d.h. da gibt es wundervolle alte denkmalgeschützte Häuser. Wir waren dort in einer Baptistenkirche und hörten Gospelgesang. Abends ging es in die NBC-Studios, mein Sohn bekam die Tickets gratis und wir sahen die Rosy O'Donnell Show, die für die Weihnachtssendung aufgezeichnet wurde. In den Pausen hatten wir einen Warm Upper (der die


26

Pausen füllt, was nicht übertragen wird). Wir wurden aufgefordert zwischendurch etwas zu singen. Den folgenden Abend ging es zur Radio City Music Hall, wo wir Karten in der 3. Reihe hatten für die Christmas Show, die einzigartig war. Den nächsten Tag wollten wir zum Empire State Building (84. Stock), morgens bei Tiffany vorbei (leider nur vorbei), ich erinnere mich an den Film mit Audrey Hepburn "Frühstück bei Tiffany", dann zu Macys, die machten am Sonntag erst um 10.00 Uhr auf, es ertönte die Nationalhymne und dann konnten wir rein. Es gab für die ersten Kunden eine Tasse Kaffee (fand ich prima). Bloomingdales in der 59. Straße unser nächstes Ziel. Danach war noch der Wal Mart dran, einfach riesig, hohe Regale und man musste aufpassen, dass man sich wiederfand. Überall Weihnachtsgedudel. Mit vielen schönen Eindrücken, von der Weihnachtsstimmung angesteckt, ging es leider nach einer Woche wieder nach Hause. Lilian Bischoff

Ein kleiner Bericht zum „Schlösschen-Chor“ Vor 5 Jahren bei einer Geburtstagsfeier der 1936 Geborenen, wurde tüchtig gesungen. Bei dieser Gelegenheit kam mir die Idee, dass in einem Selbsthilfezentrum das Singen für das Wohlbefinden und die Gesundheit älterer Menschen eine wichtige Rolle spielt. Es hilft der Seele, dem Gehirn und auch, durch eine besondere Atmung, den Lungen. Im September 2007 haben sich ca. 15 Damen zum gemeinsamen Singen getroffen. Es hat Spaß gemacht, aber wir wussten noch nicht so genau, in welche Richtung es gehen sollte. In erster Linie wollten wir deutsche Volkslieder und Kanons singen. Der Anfang war gemacht. Es meldeten sich inzwischen immer mehr sangesfreudige ältere Menschen, auch Herren, denn die Meisten hatten seit ihrer Kinder- und Jugendzeit und vielleicht noch mit den eigenen Kindern, nicht mehr gesungen. Wir sind jetzt 32 Sängerinnen und Sänger. Auch unser Liederprogramm wurde erweitert. Bekannte Schlager wurden versucht und schon mal dieses oder jenes Lied mehrstimmig. Nicht immer klappte alles auf Anhieb, aber schließlich sind wir keine Profis. Dann wurde nach einem Namen für den Chor gesucht, denn bei gut 30 Personen handelt es sich um einen Chor, egal ob einstimmig oder mehrstimmig gesungen wird. Es gingen viele Vorschläge ein, letztendlich einigten sich die Mitglieder des Chores auf den Namen „Schlösschen-Chor“.


27

Ja, und nun haben wir in den 5 Jahren schon einiges erlebt. Wir haben inzwischen bei Weihnachtsfeiern für die Heime gesungen, haben die Faschingsfeiern mitgestaltet. Zwei Modenschauen in Selbstverantwortung und mit den Mitgliedern des Chores als Mannequins durchgeführt. Aber auch unsere bisher zwei Wochenendchorseminare in Fangschleuse bei Erkner und in Klausdorf haben viel zur Gemeinschaft und dem besseren Verstehen untereinander beigetragen. Das aufregendste Erlebnis war allerdings unsere Chorreise nach Kottenheide im Vogtland im März dieses Jahres. Dort haben wir als Botschafter unseres Sozialwerks Berlin anlässlich des Internationalen Frauentages vor ca. 350 älteren Menschen singen dürfen. Wir haben diesen Menschen mit unseren Frühlingsliedern viel Freude bereitet. Sie haben tüchtig mitgesungen. Ganz besonderen Spaß hat ihnen aber der Vortrag eines Gedichtes durch unsere älteste Mitsängerin Lore Nitzschke gemacht. Diese Chorreise war bis jetzt unser Chorhöhepunkt. Ich selbst bin sehr glücklich, dass ich so tolle Vertreter habe, wenn ich einmal bei einer Probe nicht dabei sein kann. Dann sind Frau Lore Nitzschke und Herr Prof. Herbert Striebeck jederzeit bereit, die Leitung zu übernehmen. Barbara Pudig

Ferien im Bayerischen Wald Im August dieses Jahres waren zwei Gruppen des „Schlösschens“ in Bodenmais im Bayerischen Wald. Wir wurden von dem Hotelbesitzer, Herrn Heidel, persönlich morgens um 9.00 Uhr am Schlösschen abgeholt. Ca. gegen 15.30 Uhr sind wir nach einer angenehmen Fahrt und ohne Zwischenfälle gut in Bodenmais angekommen. Unsere Zimmer verteilten sich auf zwei Etagen, alle waren Doppelzimmer, die als Einzelzimmer belegt werden konnten. Alle Zimmer waren mit TV, WC und Dusche ausgestattet, zum Teil auch mit einem Balkon. Frühmorgens war ein reichliches Frühstücksbuffet aufgebaut, und da wir fast jeden Tag einen Ausflug gemacht haben, wurde dann wieder abends im Hotel gegessen. Es gab jeden Tag eine Suppe, ein Hauptessen und ein Dessert. Es schmeckte sehr gut, wir waren zufrieden und satt. Ein Abendessen stellte etwas Besonderes dar: Ein typisches bayerisches Essen, mit Weißwürsten, Brezeln, Leberkäse und Haxen. Es war einfach lecker. Die Wirtsleute spendierten am ausflugfreien Nachmittag Kaffee und Kuchen. Der Chef persönlich hat alle Ausflüge mit uns durchgeführt und alles wunderbar erklärt. Mit einer Arberrundfahrt begann unser Urlaubsprogramm. Leider hatte sich an diesem Tag der große Arber in dicken Nebel gehüllt. Am großen Arbersee haben wir einen Rundgang gemacht und anschließend wurde eine „Bärwurzerei“ besucht. Dort erfuhren wir, wie der für den Magen gut


28

bekömmliche Bärwurz hergestellt wird. Auch lernten wir in einem dort ansässigen Museum etwas über die Wolpertinger, eine nur in den bayerischen Wäldern vorkommende sehr scheue Tierart. Ein Besuch des Passauer Doms mit Orgelkonzert und anschließender Schifffahrt auf einem Kristallschiff auf der Donau stand auch auf dem Programm. Selbstverständlich haben wir auch zwei im Bayerwald ansässige Glasbläsereien besucht. Es war schwer, die wunderbar gestalteten Verkaufsräume und die mit Glaskunst gestalteten Gärten ohne etwas zu kaufen wieder zu verlassen. Ich denke, ein Andenken hat sich jeder von uns erworben. Im Ort selbst gibt es eine kleine Bimmelbahn, mit der man rund um Bodenmais fahren kann auch das war bei schönem Wetter gemütlich und schön, denn es war möglich an den einzelnen Stationen auszusteigen, sich etwas anzusehen und beim nächsten Mal, wenn die Bahn vorbeikam, wieder einzusteigen. Ein kleiner Ausflug führte uns auch nach Tschechien. Die interessanteste Fahrt ging zum Waldspaziergang über den Wipfeln eines Waldes. Dieser Steig über die Wipfel der Bäume ist vor ca. zwei Jahren erst angelegt worden. Es gab da sehr viele Dinge zu sehen. Erzählen kann man es nicht, man sollte es sich ansehen. Allerdings ist Bodenmais nur etwas für Menschen, die einigermaßen gut zu Fuß sind, denn es ist ein bergiger Ort. Es gibt aber für diese Menschen einen so genannten City-Bus, der alle halbe Stunde durch den Ort fährt. Die Woche war schnell vorbei, wir hatten wunderschönes Herbstwetter. Herr Heidel hat uns wieder sicher nach Hause gebracht. Unterwegs wurden viele Brandenburger Lieder gesungen. Barbara Pudig

Urlaub in den Masuren Im September dieses Jahres war ich mit einer Dame unseres Sozialwerks Berlin für 10 Tage in Ostpreußen, im Gebiet Ermland/Masuren. Die Anreise von Berlin nach Scheufelsdorf in der Nähe von Passenheim wurde in einem bequemen Reisebus zurückgelegt. Eine etwas längere und ein bisschen anstrengende, aber auch spannende Fahrt. Wir sind nicht die ganze Strecke auf der Autobahn unterwegs gewesen, sondern auf Landstraßen und konnten uns dadurch vom langsamen Aufbau und allmählichen Fortschritt in Polen ein Bild machen. Die Straßen sind in einem guten Zustand. Auf den Feldern wird noch sehr viel Getreide angebaut (z. B.: Hafer, Roggen und Weizen, aber nicht so viel Mais, wie hier in Deutschland). Die Landschaft war sehr abwechslungsreich: weite, große Felder, hügelig und auch waldreich. Unsere Fahrt führte uns durch das ehemalige Pommern und durch das Weichselland (sehr viel Obstanbau). Wir berührten Landsberg/ Warthe, Bromberg und Graudenz und machten einen längeren Aufenthalt, um die Kirche Marienwerder in Kwidzyn an zusehen. Nun ging es direkt zum Hotel „Haus Panorama“ in Scheufelsdorf. Dort gab es ein hervorragendes und stärkendes Abendessen, damit sich die Lebensgeister nach der langen Fahrt erholen konnten. Die Zimmer sind mit allem ausgestattet,


29

was man sich wünscht, und die Betten sind sehr gut. Das Haus Panorama liegt direkt am Kalbensee und gehört der Familie Siegfried und Brigitte Taday aus Düsseldorf. Der 2. Tag begann mit einer Fahrt nach Allenstein (jetzt Olsztyn) mit Stadtbesichtigung und Führung. Dort konnten wir Geld umtauschen. Am Tag 3 ging es nach Lötzen, Rastenburg (Wolfsschanze/Hitlerbunker) und zum Kloster Heilige Linde. Selbstverständlich waren immer Deutsch sprechende Reiseführer dabei. Im Kloster „Heilige Linde“ konnten wir die berühmte Orgel hören und genießen. Die Tage 4 und 5 waren für die Jubiläen des Hotels und der Goldenen Konfirmation des Besitzers vorbehalten. Ganz besonders beeindruckt waren wir von dem evangelischen Gottesdienst anlässlich der Goldenen Konfirmation, den der polnische Pfarrer für 6 goldene Konfirmanden, 3 grüne Konfirmandinnen und 2 goldene Brautpaare in Deutsch und Polnisch zelebriert hat. Die goldenen Jubilare sind vor 50 Jahren in der Passenheimer Kirche getraut und konfirmiert worden. Diese Feier werden wir bestimmt nicht vergessen. Am 6. Tag ging die Fahrt nach Danzig. Dort fand gerade ein Handwerkermarkt statt. Ein Glück, dass wir eine so tolle und kompetente Stadtführerin hatten, sonst wären wir überall stehen geblieben und hätten von Danzig nicht viel gesehen. Es gab so viel Bernsteinschmuck zu sehen und zu bestaunen, dass wir Frauen uns kaum trennen konnten. Danzig ist so wunderbar wieder aufgebaut worden, wir waren beeindruckt und fasziniert. Dort möchte ich auf jeden Fall noch einmal hin. Der 7. Tag war einer Schifffahrt auf dem Oberlandkanal vorbehalten: Zu Wasser und zu Land mit dem Schiff. Anschließend waren wir in dem Freilichtmuseumsdorf Hohenstein. Dort sind alte Häuser, Schulen und Kirchen aus dem früheren Ostpreußen aufgebaut. Man zeigt dort, wie die Menschen früher gelebt haben. Sehr aufschlussreich. Am 8. Tag wurde noch eine große Masurenrundfahrt gemacht, mit Besichtigung des Ferienortes Nikolaiken. Selbstverständlich war auch eine Schiffsrundfahrt auf dem großen Spierdingsee dabei. Anschließend begaben wir uns zur Krutina, einem Gebiet wie der Spreewald, nur viel größer und urwüchsiger. Es ging noch einmal aufs Wasser, in Booten, ähnlich wie im Spreewald. Der letzte Tag war der absoluten Entspannung und Erholung und natürlich zum Kofferpacken reserviert. Die ganze Zeit war es sehr warm und schön. Die Störche auf dem Mast vor dem Haus fütterten ihre Jungen. Die Urlauber badeten im See am Haus oder ruderten im hauseigenen Boot auf den See hinaus oder genossen einfach die Ruhe. Das Essen war gut und reichlich, wir haben gesungen und gelacht und uns sehr wohl gefühlt. Eine Reise, die man empfehlen kann. Barbara Pudig


30

Reise-Angebote 1. Für das Jahr 2013 ist eine Reise nach Ostpreußen/Masuren vorgesehen. Termin und Preis werden im Frühjahr bekanntgegeben. 2. Vom 9. – 13. September 2013 ist eine Reise nach Kottenheide im Vogtland geplant. - Preis und Infos ab Frühjahr 2013 3. Bei genügend Interessenten können wir auch eine oder zwei Reisen nach Apelern unternehmen.  Auskünfte und Vermittlung bei Barbara Pudig an der Rezeption ********************************************************

Achtung: Neuer Interessenkreis Ab Januar 2013:

Sonntagsspaziergang mit stützender Begleitung Treffpunkt: 14.00 Uhr im Foyer des „Schlösschens“ Anschließend: Kaffeetrinken, Spiele etc. Leitung: Frau Erdbrügger 80 40 98 56 ****************************************************************

Unsere Schmunzel-Ecke Wenn ich Doktor wär... Also eins steht fest: Wenn ich Doktor wär, wärst Du längst wieder gesund! Wenn ich Doktor wär, bekämst Du persönlich von mir verschrieben: die süßesten Pillen, die besten Salben, die knusprigsten Menüs. Wenn ich Doktor wär, würde ich dafür sorgen, dass Du nie mehr das Krankenbetthüten müsstest.


31 Und wenn es trotzdem wieder passieren sollte, würde ich Dir die nettesten Schwestern schicken, die frischesten Blumen, mehrere Zeitungen am Tag und spannende Bücher, so dass Du übers Kranksein die Krankheit vergäßest. Wenn ich Doktor wär, wärst Du längst wieder gesund! Und ich würde Dir eine mehrwöchige Nachkur verschreiben – auf Kosten der Krankenkasse – irgendwo im Schwarzwald oder Hunsrück, in der Lüneburger Heide oder im Bayerischen Wald, in Bad Ems oder in Kissingen. Ja, wenn ich Doktor wär, dann ging's Dir gut! Dann wärst du der gesündeste Patient auf diesem Planeten. Leider bin ich kein Doktor. Umso mehr wünsche ich Dir recht schnelle Genesung, alles Liebe und Gute, ganz besonders Gottes Segen. Und vergiss nicht: Wenn ich Doktor wär, wärst Du längst wieder gesund. Zur Verfügung gestellt von Lore Nitzschke

Veranstaltungen im Schlösschen Alle zwei Wochen, jeweils samstags um 14.30 Uhr 5. Januar: Unser festliches Neujahrskonzert mit der Akkordeon Spielgemeinschaft Neukölln ************************************************** 19. Januar: Internationale Chansons und russische Romanzen bietet das Duo Churikova und Goldberg ************************************************** 9. Februar: Faschingsvergnügen veranstaltet vom Schlösschen-Chor mit musikalischer Begleitung **************************************************


32

23. Februar: „Die Bootsmänner“ verbreiten wieder gute Laune ************************************************** 16. März: „Ensemble Zeitlos“ Ein Männergesangverein stellt sich vor. ************************************************** 30. März: Zu Ostern spielt das Berliner Mundharmonika-Orchester auf.

Das wünsch` ich mir Ich möcht so gern, dass Menschen sich nicht sorgen. Ich möcht, dass alle glücklich sind. Dass sie sich freuen auf den nächsten Morgen, am Licht sich wärmen, eh die Nacht beginnt. Ich möcht, dass Menschen viel mehr lachen. Dass es mehr Freude gäbe – wenig Leid. Dass man beim fröhlichen Erwachen die Angst vergisst und auch die Einsamkeit. Ich möcht, dass Menschen stets in Frieden leben, in schweren Zeiten immer zueinander stehen. Wo sie auch sind – nur immer danach streben: mehr miteinander reden und nicht vorübergehen. Ich möcht, dass Menschen viel mehr Liebe zeigen, mehr FREUDE – und nicht immer NEID. Und nicht zum Selbstmitleid sich neigen. Nein! - Selbstvertrauen zeigen und mehr Heiterkeit. Verfasser unbekannt

Herausgesucht von Prof. Dr. Herbert Striebeck


Schlösschen-Post Nr.49 Winter 2012