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Park- und Freiflächenbetreuungim 22. Bezirk Donaustadtstraße 30 und Viktor Kaplan Straße 11 Jahresbericht 2011


Park- und Freifl채chenbetreuung im 22. Bezirk DonaustadtstraSSe 30 und Viktor Kaplan StraSSe 11

Jahresbericht 2011


IMPRESSUM Zeit!Raum – Verein für soziokulturelle Arbeit Sechshauser Straße 68–70 A-1150 Wien Tel.: +431/892 74 00 Email: office@zeitraum.org Website: http://www.zeitraum.org ZVR: 431576440 Für den Inhalt verantwortlich: Reinhold Eckhardt Text: Karoline Herbst, Elke Aigner, Fatma Akcay-Akbulut, Stefanie Siller, Helmut Frauenlob, Michaela Riegler, Muhammed Arkac Satz und Layout: Magda Lesniowska Fotos: Zeit!Raum Archiv Druck: digitaldruck.at, Leobersdorf © Alle Rechte vorbehalten 2012


Inhalt Executive SUMMARY

6–7

EINLEITUNG Zeit!Raum – Verein für soziokulturelle Arbeit

8–9

Der Stadtteil Donaustadtstraße 30/ Viktor-Kaplan-Straße im 22. Bezirk Das pädagogische Grundkonzept im soziokulturellen Kontext des 22. Bezirkes Pädagogische Zielsetzungen

10–11

Leitlinien des Vereines Der Jahresschwerpunkt 2011 „Gesellschaft und Verantwortung“

12–13

INHALTLICHE ARBEIT

14–21

Zielgruppen und ihre Problemlagen Inhaltliche Zielsetzungen Das ganzjährige Betreuungsangebot im 22. Bezirk Angebote und Aktionen im Speziellen STATISTIK Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

22–45 46 47–48

Das Betreuungsteam

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Resumée und PERSPEKTIVEN

50


Executive Summary

Z

eit!Raum – Verein für soziokulturelle Arbeit – ist eine gemeinnützige Organisation, die in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Kultur-, Bildungs- und Sozialarbeit, Antidiskriminierung und Diversität, Gesundheitsprävention, Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Fremden und Flüchtlingsfamilien sowie sozialwissenschaftlicher Forschung und Evaluierung tätig ist. Im 22. Bezirk bietet der Verein Zeit!Raum Park und Freiflächenbetreuung an. Während der Sommermonate sind wir in der Viktor Kaplan Straße und der Donaustadtstraße 30 vor Ort, während der Wintermonate respektive bei Schlechtwetter findet die Betreuung in unserem Betreuungslokal in der Viktor Kaplan Straße 11 statt. Das Betreuungsangebot umfasst freizeitpädagogische Aktivitäten, wie Angebote um die innewohnende Kreativität zu entwickeln, Theaterpädagogik, und vielfältige Gesellschaftsspiele. Die Förderung des Gesundheitsbewusstseins geschieht durch Sport und Bewegungsangebote sowie gesunde Ernährung und gegenseitige Inspiration durch interkulturelles Kochen während der Betreuung. Im Jahr 2011 hatten wir insgesamt 4680 Kontakte zu Kindern und Jugendlichen, die im 22. Bezirk leben, dies ergibt im Vergleich zum Vorjahr 929 mehr Kontakte.

Die MitarbeiterInnen unterstützen und begleiten junge heranwachsende Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. In diesem Zusammenhang spielt die gute Vernetzung mit Einrichtungen, die unsere Zielgruppe und deren Anliegen und Bedürfnisse professionell begleiten können eine wichtige Rolle, sowie die inhaltliche Auseinandersetzung im Sinne des Empowerments während der Betreuungseinheiten. Das Bewusstsein der jungen Menschen dahingehend zu fördern, sich selbst als wesentlichen Teil der Gesellschaft zu sehen und die Möglichkeit der Beteiligung und Mitgestaltung zu schaffen ist ein wichtiger Aspekt der täglichen Arbeit. Um eine professionelle Begleitung zu gewährleisten steht ein multiprofesionelles Team bestehend aus Sport – und SozialpädagogInnen sowie JugendarbeiterInnen, mit unterschiedlichen muttersprachlichen Zugängen den Kindern, Teenies und Jugendlichen zur Verfügung.

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Einleitung Der Verein Zeit!Raum

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eit!Raum – Verein für soziokulturelle Arbeit – ist eine gemeinnützige Organisation, die in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Kultur-, Bildungs- und Sozialarbeit, Antidiskriminierung und Diversität, Gesundheitsprävention, Betreuung und Begleitung von unbegleiteten minderjährigen Fremden und Flüchtlingsfamilien sowie sozialwissenschaftlicher Forschung und Evaluierung tätig ist. Zeit!Raum sieht eine seiner wesentlichen Aufgaben darin, Menschen zu selbstständigem Handeln anzuregen und ihnen dadurch soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit in Bezug auf das tägliche Leben, Arbeit und Bildung zu ermöglichen. Ausgehend von der positiven Auswirkung freizeitpädagogischer Konzepte in der Aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit, mit der Zeit!Raum 1995 begonnen hat, initiiert und unterstützt der Verein seither unterschiedliche soziokulturelle Projekte für eine breite Zielgruppe weit über die Grenzen Wiens hinaus. Ein Ziel der Arbeit ist es, das interkulturelle, integrative und generationsübergreifende

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Miteinander zu fördern, zu unterstützen und zu begleiten. Neben der Aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit arbeitet der Verein ganz in diesem Sinne an generationsübergreifenden Integrationsprojekten, führt einen geschlechtssensiblen Kindergarten und entwickelt unterstützende Projekte für Familien, Asylsuchende, Flüchtlinge und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Darüber hinaus bietet Zeit!Raum ein breit gefächertes Spektrum von Kinderanimation und Festgestaltung an. Sozialwissenschaftliche Forschung und Begleitung, Bildungsarbeit – sowohl im Kinder und Jugendbereich als auch im Erwachsenenbereich sind weitere Betätigungsfelder des Vereins. Der Verein Zeit!Raum hat in den letzten Jahren sein Betätigungsfeld sukzessive erweitert. Die Palette reicht von der Konzeption und Durchführung von Anti-Diskriminierungstrainings für Jugendliche, JugendarbeiterInnen und (Sozial-) PädagogInnen, über Besuchsbegleitung, dem Aufbau eines Europäischen Jugendparlaments und der Durchführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen bis hin zu internationalen Austausch- und Vernetzungstreffen für Jugendliche und JugendarbeiterInnen.


Der Stadtteil Donaustadtstraße/Viktor-Kaplan-Straße im 22. Bezirk

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as Einzugsgebiet unserer Arbeit im 22. Wiener Bezirk umfasst den Bereich Donaustadtstraße 30 und die Viktor-Kaplan-Straße 11 und ist durch eine hohe Anzahl von Gemeindebauten und Kleingartensiedlungen mit Einfamilienhäusern geprägt. Bei den BewohnerInnen dieser Wohnhausanlagen handelt es sich vorwiegend um sozial benachteiligte Familien und Menschen mit Migrationshintergrund. Verglichen mit anderen Wiener Gemeindebezirken weist der 22. Bezirk einen großen Anteil an Grünflächen wie die Donauinsel, die Lobau und viele Parks auf. Diese Erholungsräume sind jedoch schwer ohne Begleitung zu erreichen, da sie häufig in weiter Entfernung vom Wohnort liegen. Die stark frequentierte Donaustadtstraße und Erzherzog-Karl-Straße (Querstraße zur ViktorKaplan-Straße) stellen insbesondere für jüngere Kinder und ältere Menschen eine unüberwindbare Grenze dar. Der größte Teil der Freizeitgestaltung der von uns betreuten Kinder- und Jugendlichen spielt sich daher hauptsächlich im Bereich der Wohnhausanlagen ab. Dort tei-

len sich die BewohnerInnen unterschiedlicher Generationen und Kulturen wenig Raum miteinander. Dies birgt ein erhöhtes Konfliktpotential in sich, da das natürliche Bedürfnis der Kinder nach Bewegung teilweise durch Verbote wie „Ball spielen verboten“ oder „Fahrrad fahren verboten“ eingeschränkt wird. Durch gezielte Angebote, wie beispielsweise Ausflüge in die nahe Umgebung, antworten wir auf diese Herausforderungen sowohl für die jungen heranwachsenden Menschen als auch deren Eltern. Somit fördern wir die Mobilität und das Vertrauen der Kinder- und Jugendlichen, indem wir ihnen Möglichkeiten zeigen, die diese wiederum in ihrer Freizeit mit ihren Eltern erproben können. Diese räumlichen und sozialen Bedingungen stellen eine grundlegende Basis für unsere Arbeit in diesem Stadtteil dar. Unser Wirken ist daher in erster Line davon geprägt, ein besseres Miteinander zu fördern und eine sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche anzubieten und zu ermöglichen.

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Das pädagogische Grundkonzept im soziokulturellen Kontext des 22. Bezirkes Pädagogische Zielsetzungen

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ie Arbeit von Zeit!Raum ist interkulturell und generationsübergreifend und verfolgt das Anliegen, Menschen zu selbstständigem und emanzipiertem Handeln anzuregen und sie in unterschiedlichen Lebensabschnitten unterstützend zu begleiten. Die Grundprinzipien unserer Arbeit beruhen auf Solidarität, Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, Partizipation, Interkulturalität und Toleranz. Die tägliche Arbeit von Zeit!Raum integriert sich in den gesellschaftlichen Kontext, sodass gesellschaftliche Problemfelder ganzheitlich und nicht isoliert betrachtet werden. Leitziele des Vereins Zeit!Raum sind die Förderung ld  er Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und der Lebensqualität ld  er gewaltfreien Kommunikation und Entwicklung der Konflktlösungskompetenz

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ld  er Chancengleichheit und sozialen Ge-

rechtigkeit ld  er sozialen Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern ld  es gegenseitigen Verständnisses und der kulturellen Vielfalt l des interkulturellen Lernens ld  er Entwicklung und Erhaltung von Orten und Stadtteilen l von solidarischem Verhalten l der Betreuung von benachteiligten Gruppen l eines modernen Familienbegriffs ld  er Partizipation auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene lU  nterstützung bei der Aneignung von öffentlichem Raum (in räumlicher und sozialer Sicht) l Förderung des Gesundheitsbewusstseins lV  erbesserung des sozialen Klimas im öffentlichen Raum


Die pädagogische und inhaltliche Zielsetzung der Parkund Freiflächenbetreuung im 22. Bezirk

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ie Park- und Freiflächenbetreuung im soziokulturellen Umfeld des 22. Bezirkes der Stadt Wien verfolgt das Ziel, die Ressourcen, Kompetenzen und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen unter Einbeziehung der in der Einleitung beschriebenen Rahmenbedingungen zu fördern. Daher bietet Zeit!Raum zielgruppen- und bedarfsorientierte sowie freizeit- und sozialpädagogische Angebote, um die individuelle und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu fördern. Alle unsere Angebote unterstehen natürlich dem Grundprinzip der Freiwilligkeit der Teilnahme.

Unsere Arbeit setzt bei den Stärken und Potentialen der Kinder und Jugendlichen an. Daher orientieren sich unsere Angebote an dem, was die Mädchen und Burschen können und mitbringen. Partizipation wurde als eines unserer Grundprinzipien schon genannt. Die differenzierten Weltbilder unserer BesucherInnen, die meist aufgrund unterschiedlicher Herkunft entstanden sind, gelten in der Arbeit von Zeit!Raum als Anlass für gegenseitiges Lernen, Verstehen und Akzeptieren vielfältiger Ansichtsweisen. Soziokulturelles Arbeiten im 22. Bezirk bedeutet vor allem eine generationen- und kulturübergreifende Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeit für alle Menschen zu schaffen.

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Der Jahresschwerpunkt 2011 ›› Gesellschaft und Verantwortung ‹‹

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er Jahresschwerpunkt 2011 der Bildungs- und Jugendabteilung der Stadt Wien stand unter dem Motto „Gesellschaft und Verantwortung“. Dies nahmen wir zum Anlass für eine Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit Themenbereichen zu „Gesellschaft und Verantwortung“. Gezielte Aktivitäten nahmen vor allem Bezug auf das Lebensumfeld der Kinder, Teenies und Jugendlichen. Laufende Sensibilisierung und Bewusstwerdung während der Betreuungseinheiten verfeinerten den Umgang mit sich selbst und somit auch mit anderen Menschen sowie den Lebensräumen, in denen sich die Zielgruppe aufhält. Nach dem Motto „Tue keinem anderen was du nicht willst, das man dir tut“ versuchten wir durch spielerische, kreative Aktionen das Miteinander zu stärken. Eigenverantwortung zu wecken und Jugendliche auf Beratungsstellen und Einrichtungen, die ihnen Halt und Unterstützung bieten, sowie auf ihre Rechte und Möglichkeiten im Zusammenhang mit Diskriminierung hinzuweisen, war und ist wichtiger Bestandteil während der Betreuungszeiten. Es ist uns ein Anliegen, jene Jugendlichen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, über die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche auf struktureller, arbeitsmarktpolitischer Seite aufzuklären, um Klarheit über die herausfordernde Situation am Arbeitsmarkt zu schaffen und ihnen somit Schuldgefühle zu nehmen und ihre Frustration durch die Aufklärung über mögliche Ursachen dieser Entwicklungen zumindest ein bisschen zu lösen. Dabei sollen sie dahingehend Unterstützung bekommen: „Was kann jeder/jede Einzelne tun?“ um die freie Zeit zu nutzen. Wir ermuntern die Jugendlichen im Zusammenhang 12 22. Bezirk | Jahresbericht 2011

mit dem Thema Bildung ihre Ressourcen zu erweitern, was oftmals bereits bei der Vollendung des Pflichtschulabschlusses anfängt. Somit können die Jugendlichen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, einen Schritt nach dem anderen machen. Es ist ein wahrer Hochseilakt zwischen der Eigenverantwortung und strukturellen, politischen Entwicklungen und Festlegungen, die sich auf die Lebensqualität von jungen heranwachsenden Menschen auswirken. Das Thema Diskriminierung war besonders bei Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren Thema. Unter dem Titel „Von der Schule zum Job ohne Diskriminierung!“ fanden während der Betreuung immer wieder Aktivitäten statt. Einzelne Übungen hatten zum Ziel, die Sensibilisierung und Bewusstwerdung der Jugendlichen bezüglich des Umgangs mit Vorurteilen anzuregen und somit das Verständnis von ausschließenden, diskriminierenden Mechanismen zu entwickeln, um das Miteinander und das Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Im Rahmen des Jahressschwerpunktes fand zum Thema „verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt“ beispielsweise im Mai 2011 gemeinsam mit den Wohnpartnern 22 im Hof der Donaustadtstraße 30 die Aktion „Frühlingserwachen“ statt. Bei dieser Aktion ging es darum den „Hof “ fit für den Frühling zu machen, aber zugleich auch um Themen wie Mülltrennung, Müllvermeidung sowie Recycling. Das zentrale Thema „Umweltschutz“ wurde allen Interessierten und BesucherInnen mit einem altersgerechten Programm näher gebracht.


Unter dem Motto „Lesen im Park“ verwandelten sich im Juni 2011 unsere Betreuungsorte Donaustadtstraße 30 und Viktor-Kaplan-Straße zu Freiluftbibliotheken. Im Rahmen der Parkbetreuung fand erstmals ein Leseprojekt statt. Ein Monat lang tauschten wir unsere Spiele- gegen eine Bücherkiste aus. Insgesamt standen den Kindern 25 unterschiedliche Bücher zu verschiedenen Themengebieten – wie „gesunde Ernährung“ oder „Umweltschutz“ – zur Verfügung.

Wie aus diesen Ausführungen hervorgeht, waren unsere Aktivitäten im Jahr 2011 durchwoben von dem Thema „Gesellschaft und Verantwortung“. Inhaltlich haben wir uns sehr intensiv mit der Ausdifferenzierung der Themenbereiche Eigenverantwortung und gesellschaftliche Verantwortung mit den Kindern, Teenies und Jugendlichen beschäftigt.

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Zielgruppen und deren Spezifika

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orrangig erreichen wir folgende Zielgruppen mit unserer Arbeit im 22. Bezirk:

l Kinder von 6 bis 9 Jahren l Teenies von 10 bis 13 Jahren l Jugendliche im Alter von 14-16 Jahren

Ein Großteil unserer BesucherInnen stammt aus sozial schwächeren Familien und viele von ihnen haben einen migrationsspezifischen Hintergrund. Daraus ergeben sich immer wieder spezielle Anforderungen, die es in unserer sozialpädagogischen Betreuung zu berücksichtigen gilt, einige Beispiele dazu sind:

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l Das Aufeinandertreffen verschiedener

Kulturen und Generationen verursacht (immer wieder und immer noch) Konflikte. l Das oft niedrige Ausbildungsniveau der Jugendlichen, bedingt durch die erschwerten Ausgangssituationen und durch das Fehlen entsprechender integrativer Maßnahmen, verstärkt die Motivations- und Perspektivenlosigkeit. l Das nach wie vor in vielen Familien vorherrschende traditionelle Rollenbild von Frauen und Mädchen begrenzt zusätzlich die Chancen von Mädchen und Frauen. l Eingeschränkte Spiel- und Freizeitmöglichkeiten – mitbedingt durch schwer erreichbare Freizeitangebote oder Verbote – bedeuten auch eine Einschränkung der Mobilität sowie der Entwicklung der Persönlichkeit und Kreativität.


Inhaltliche Zielsetzungen

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uf Grund der oben erwähnten Rahmenbedingungen ergeben sich folgende Zielsetzungen: l Nachhaltige Stärkung der Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und somit Selbstorganisation l Erhöhung der Mobilität durch vertrauenstärkende Aktivitäten im Rahmen von Ausflügen l Förderung des Miteinanders und der Toleranz sowie des gegenseitigen Verständnisses l Sensibilisierung und Bewusstwerdung betreffend dem Themenkreis Vorurteile - Umgang mit Vorurteilen, Aufzeigen und Begreifen von diskriminierenden Mechanismen, Stärkung der Kinder- und Jugendlichen betreffend der Nutzung ihrer Rechte l Förderung des Körper- und Gesundheitsbewusstseins durch bewusste Ernährung während der Betreuung l Förderung der motorischen Fähigkeiten durch gezielte Bewegungsangebote l Förderung des kreativen und schöpferischen Potentials durch Einbeziehung von bildnerischen und darstellenden Medien l Ressourcenorientierung l Förderung individueller Potentiale l Erweiterung der Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien l Sensibilisierung bezüglich des Umgangs mit Vielfalt l Unterstützung und Weiterleitung der Kinder, Teenies und Jugendlichen in herausfordernden Lebenssituationen bezogen auf Themen wie Schule, Eltern, Job, Freundschaften, etc.

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Das ganzjährige Angebot von Zeit!Raum im 22. Bezirk

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ährend der Sommermonate sind unsere Einsatzorte: l Wohnhausanlage Viktor-Kaplan-Straße 11 (Lokal und Freiräume der Anlage) l Wohnhausanlage Donaustadtstraße 30 Diese semi-öffentlichen Einsatzorte werden von uns während eines Kalenderjahres vom 1. April bis 31. Oktober Freitag und Samstag nachmittags betreut. Neben Freude und Begeisterung führt das regelmäßig angebotene, animativ- freizeitpädagogische Programm der Park- und Freiflächenbetreuung des Vereins Zeit!Raum erkennbar zu einer Reduktion sozialer Spannungen und vieler Alltagsrassismen. Die unterschiedlichen Spielund Kreativangebote in der Gruppe ermöglichen soziales Lernen und fördern Konfliktlösungs16 22. Bezirk | Jahresbericht 2011

kompetenzen. Ebenso geben sie den Kindern und Jugendlichen Raum zum Einüben neuer Umgangsformen. Einen Fixpunkt für die Erweiterung der begrenzten Wohn- und Freiraumverhältnisse bilden die Ausflüge, die regelmäßig an Sonntagen stattfinden. Um außerhalb der regulären Betreuungszeiten mit uns in Kontakt treten zu können, gibt es einmal wöchentlich, immer Donnerstagnachmittags, einen Journaldienst. Nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern, BewohnerInnen der Wohnhausanlagen, InteressentInnen etc. sind eingeladen, im Journaldienst vorbeizuschauen und persönlich mit uns ins Gespräch zu kommen oder sich für diverse Programme, Ausflüge oder Feriencamps anzumelden.


Spezielle Angebote während der Wintermonate

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on Jänner bis März und von November bis Dezember finden die Aktivitäten im Zeit!Raum Lokal in der Viktor-Kaplan-Straße 11 statt und zusätzlich in Räumlichkeiten, wie der Turnhalle des BG/BRG und BORG Polgarstraße oder der Sport & Fun Halle. An warmen Herbstund Wintertagen wird die Betreuung oftmals ins Freie verlegt. Das Angebot von Zeit!Raum während der kalten Jahreszeit setzt sich aus vielfältigen Programmen zusammen. Lerntrixx wird vorwiegend von 6–13jährigen in Anspruch genommen. In entspannter Atmosphäre – losgelöst von jeglichem Leistungsdruck und Bewertung – ist der Mensch aufnahmefähiger. Spielerisch und lustvoll werden Lerninhalte vermittelt sowie die Begeisterung am selbstständigen Lernen geweckt. Die Stärkung des Kindes bzw. der Zielgruppe im schulischen Umfeld und die Förderung der Selbstbefähigung sind wesentliche Aspekte bei der Begleitung der Kinder und eine Antwort auf vermehrt auftretende Fragen im schulischen Bereich. Die „Chillout“ Zone bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Ideen, Sorgen, Wünschen und Herausforderungen Raum zu geben und in einem geschützten Rahmen zu artikulieren. Jene Themen, die die heranwachsenden Menschen beschäftigen, sowie das Bedürfnis, unter Menschen zu sein und gemeinsam etwas zu inszenieren, stehen im Vordergrund. Interkulturelles Kochen, inhaltliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Themenkreisen wie Antidiskriminierung, Umgang mit Vorurteilen, Jobsuche, Perspektivenlosigkeit, Freundschaft, Bildung und künstlerischer Ausdruck stehen im Vordergrund.

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S

port und Bewegung findet regelmäßig im BG BRG Polgarstraße statt. Bei den TeilnehmerInnen soll die Faszination und Freude an Bewegung, im speziellen am Fußballspiel, erweckt bzw. aufrechterhalten sowie Sicherheit und Selbstvertrauen bezüglich des eigenen Körpers entwickelt werden. Weiters soll im Zuge des Sportprogramms die Koordination und das Rhythmusgefühl der Kinder und Jugendlichen gefördert werden.

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ngebote, die den kreativen Ausdruck fördern, fließen kontinuierlich in die Betreuung ein. Das gemeinsame schöpferische Tun eröffnet Wege der Kommunikation, die jenseits der Sprache liegen. Durch das gemeinsame Tun und der Begegnung durch die Künste entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, der die Kinder, Teenies und Jugendlichen verbindet und das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt. Der schöpferische Ausdruck bringt die Kinder an innere Kräfte heran, die Berge versetzen können. Dadurch wird der Glaube an die Kraft der eigenen Fähigkeiten gestärkt. Dem Zitat von Pablo Picasso folgend:“ Jeder Mensch ist ein Künstler, die Frage ist, wie er ein Künstler bleibt.“ Durch das Angebot von bildnerischen und darstellenden Medien werden die jungen heranwachsenden Menschen an ihre ureigene schöpferische Quelle herangeführt bzw. wird ein natürlicher, spontaner Umgang mit kreativem Ausdruck gepflogen.

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Kochaktionen

Immer wieder finden während der Betreuungseinheiten heiß begehrte Kochaktionen statt. Interkulturelles Kochen als Begegnungsform, die alle gewinnen lässt, erfreut die Gemüter und stärkt das Wir-Bewusstsein. Eine tolle Gelegenheit, die Selbstorganisationskräfte zu stärken, und in die Vielfalt, die uns ständig umgibt, aktiv einzutauchen. Besonders erwähnenswert ist, dass im Jahr 2011 mehrmals Kochaktionen von Kindern für ihre Eltern stattgefunden haben. Die Idee dazu ist im Laufe des partizipatorischen Prozesses der Umgestaltung des Alfred Klinkan Hofes in einen „Generationenhof “ entstanden. Um Dialogräume zu schaffen und als Brücke zwischen den einzelnen VertreterInnen unterstützend einzuwirken, gab es im Zeit!Raum Lokal die Möglichkeit für einzelne BewohnerInnen, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen. Vorwiegend Frauen aus dem arabischen Raum und der Türkei ergriffen diese Möglichkeit der Mitgestaltung und haben nun eine Vertreterin im MieterInnenbeirat, die ihre Anliegen nach Außen vertritt.

20 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


und aktiv sein Haidmannspark

winterProgramm 2011/12 sommerprogramm 2011 15. 22. 1. April 2011 31.31. Oktober Änderungen vorbehalten! vorbehalten! GültigGültig von 1.vom November 2011bis bis März 2011 2012–Änderungen

Achtung: In den Monaten April und Oktober beginnt und endet das Programm um eine Stunde früher! Aufsuchende Jugendarbeit 15. Bezirk Teil) NEU: Erweiterte Beetreuung DonaustadtstraßeKinder30 für dieund Monate Mai, Juni und September: Freitag(südlicher 15.00–20.00 und Samstag 14.30–20.00

Zeit!Räume – Sechshauser Straße 68–70, 1150 Wien, Tel.: +431 892 74 00, Email: office@zeitraum.org, Web: www.zeitraum.org Park- und Freiflächenbetreuung im 22. Bezirk, Gebiet Donaustadtstraße/Viktor-Kaplan-Straße Kinder- und Jugendtreff Viktor-Kaplan-Straße 11, 1220 Wien Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Tel.: 01/203 34 58, Email: office@zeitraum.org, Web: www.zeitraum.org Journaldienst: Montag bis Freitag 10.00–16.00 Uhr, Zeit!Räume Sechshauser Straße 68-70

Donnerstag

15.00–17.00 lerntrixx Tipps, Tricks und Hilfe 16.00–18.00 beim Lernen Journaldienst Sechshauser Straße im Kinderund68–70 Jugendtreff 17.00–19.00 FingertiPs “Handarbeit“, Basteln, Malen, Ausprobieren Sechshauser Straße 68–70 16.00–18.00 tischtennis Üben mit Profitrainer KMS Kauergasse 3–5 (rechte Turnhalle) 18.00–21.00 gruPPensPort Verschiedene Sportarten (Anmeldung erforderlich) KMS Kauergasse 3–5 (rechte Turnhalle)

Freitag

15.00–17.00 14.00–16.00 Schulsupport moBiles team Unterstützung beim Lernen Unterwegs im Bezirk 16.00–19.00 Sechshauser Straße 68–70 Z!r bewegt 16.00–18.00 Sport- Spiel- Spaß 17.00–18.30 Boy`s world Viktor- Kaplan- Straße 11 entdecKungsreise Offenes Angebot Für Kinder Sechshauser Straße 68–70 bzw. 15.00–20.00 16.00–19.00 Erfahren, Entdecken, Z!r bewegt Suchen & Finden … 18.00–21.00 Sport-Spiel-Spaß Sechshauser Straße 68–70 wohnZimmer 30 Tolle FreizeitangeboteDonaustadtstraße und Alfred- Klinkan- Hof 18.30–20.00 Ausflüge für Jugendliche

Samstag

Sonntag

2x im Monat 14.00–16.00 Z!r moBiles team Kinder und Jugendliche unterwegs 15.00–19.00 Offenes Angebot Tolle Angebote für Mädchen Spannende und interesSechshauser Straße 68–70 Unterwegs im Bezirk unterwegs Z!r activitY sante Ausflüge Workshops zu allen möglichen Themen Ausflüge: die Stadt und ihre Umgebung erkunden 15.00–17.00 16.00–17.30 ViktorKaplan- Straße 11 KindergruPPe sPort Fürwas? wann? wo? Offenesbzw. Angebot mädchen 15.00–19.00 14.30–20.00 Siehe wöchentlichen Aushang beim Sechshauser Straße 68–70 Tanzen, Turnen … alle Z!r activitY Kinder- und Jugendtreff angeBote WMS Kauergase 3–5 Alfred- Klinkan- Hof Anmeldung erforderlich! sind 16.00–18.00 (linke Turnhalle) Donaustadtstraße 30 gratis!* BallsPiele Für *Bei Ausflügen wird eventuell ein Kinder 17.30–19.00 kleiner Unkostenbeitrag fällig entdecKungsreise Sechshauser Straße 68–70 WMS Kauergasse 3–5 Pc exPerts 19.30–21.30 Für Jugendliche (rechte Turnhalle) Computer besser nützen wohnZimmer für Jugendliche *Bei Ausflügen wird Erfahren, Entdecken, Sechshauser Straße 68–70 eventuell ein kleiner Platz für deine Ideen in chilliger Atmosphäre Suchen & Finden … 18.00–21.00 Unkostenbeitrag fällig. alle BallsPiele Für Viktor- Kaplan-Sechshauser Straße 11 Straße 68–70 Jungs ANGEBOTE siNd (ab 14 Jahren) gratis!* KMS Kauergasse 3–5 (rechte Turnhalle) 16.00–19.00

mädchen Zone

Ihr findet das Programm zum Download und aktuelle Ankündigungen unter:http://www.zeitraum.co.at/de/donaustadt

www.zeitraum.org

22.

winterProgramm 2011/12 Gültig von 1. November 2011 bis 31. März 2012 Änderungen vorbehalten!

Park- und Freiflächenbetreuung im 22. Bezirk, Gebiet Donaustadtstraße/Viktor-Kaplan-Straße Zeit!Räume – Viktor-Kaplan-Straße 11, 1220 Wien Tel.: 01/892 74 00, Email: office@zeitraum.org, Web: www.zeitraum.org

Donnerstag 15.00–17.00 Journaldienst Informationen, Fragen, Anmeldungen Viktor-Kaplan-Straße 11

Freitag 15.00–16.30 lerntrixx Tipps, Tricks und Hilfe beim Lernen Viktor-Kaplan-Straße 11

Samstag 14.00–18.00 Z!r sPeZial Spezielle Angebote und Programme, Kochen, Kreatives Viktor-Kaplan-Straße 11

Sonntag Kinder und Jugendliche unterwegs Mit Zeit!Raum die Stadt und ihre Umgebung erkunden; Ausflüge was? wann? wo? Siehe wöchentlichen Aushang am Fenster des Z!R-Lokals Anmeldung erforderlich!

16.30–18.00 chillout Freiraum, Spiele und Internet Viktor-Kaplan-Straße 11 17.00–18.00 hallenKicK Sport&Fun/Turnhalle Polgarstraße Treffpunkt 16.45 vor dem Z!R-Lokal

alle

angeBote sind

gratis!*

18.30–21.00 JugendcaFÉ Zusammenkommen, Plaudern Viktor-Kaplan-Straße 11

Ihr findet das Programm zum Download und aktuelle Ankündigungen unter: http://www.zeitraum.co.at/de/donaustadt

* Bei Ausflügen wird eventuell ein kleiner Unkostenbeitrag fällig

w w w . z e i t r a u m . o rProjektbericht g 2011 | 22. Bezirk 21


Spezielle Angebote und Aktionen im Jahr 2011

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ie Angebote und Aktionen umfassen die Bereiche Kunst, Kultur, Sport, Gesellschaft und Bildung.

Kinder Kung-Fu! Am Sonntag den 23.01.2011 besuchten wir mit 8 Kindern aus dem 22. Bezirk die KampfkunstSchule Shaolin Kung Fu in der Leopoldstadt. An diesem Tag wurden den Kindern nicht nur Techniken zur Selbstverteidigung gezeigt, sondern sie durften diese an Ort und Stelle eine Stunde lang auch selbst erproben.

22 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


Spieletage im Rathaus Zwei BetreuerInnen begleiteten am 06.02.2011 die Kids aus der Donaustadtstraße ins Rathaus. Denn hier erwarteten die Kinder jede Menge Action und Spielespaß. Die Spielpalette umfasste nicht nur die neuesten Brett- und Gesellschaftsspiele, sondern auch Computer- und Konsolenspiele für Kinder ab 7 Jahren. Eine Spiele-Werkstatt, Schminkstation, Malstation, Puppenbühne sowie Bewegungs-Parcours füllten das Programm. Die Kinder waren sowohl von dem großen Festsaal des Wiener Rathauses sowie von der Mega-Spielzone begeistert und wurden auf das tolle Angebot der WienXtra Spielebox aufmerksam.

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Rodelausflug am Semmering Ab in den Schnee und den Berg hinunter, hieß es am 26.02.2011! Gemeinsam mit den BetreuerInnen von Zeit!Raum ging es am Semmering zum Rodeln. Die Kinder konnten es kaum erwarten sich endlich auf die Rodeln zu setzen und die 3,3 km lange Rodelpiste hinunter zu flitzen. Zuerst ging es mit dem Lift hinauf. Nach einer kurzen Sicherheitseinschulung stand dem Rodelvergnügen nichts mehr im Weg. Nach einigen Fahrten wurden die Kinder langsam müde und es gab eine Stärkung in der Hütte. Mit neuer Energie ging es zurück auf die Rodelbahn. Der Ausflug machte allen großen Spaß und die Kinder waren kaum mehr von den Rodeln zu bekommen.

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Frühlingsfest in den Blumen­gärten Hirschstetten Pünktlich zum Frühlingsbeginn machten wir uns gemeinsam mit den Kindern auf den Weg zum Frühlingsfest in Hirschstetten, wo neben dem überwältigenden Blumengarten viele weitere Attraktionen auf uns warteten. Nach unserer Ankunft spazierten wir erst einmal ein wenig durch die Blumenanlagen, bestaunten die Fische im Teich sowie die Hasen, Ziegen und Schafe, welche in einer Art Streichelzoo untergebracht waren. Bei einer kleinen Essenspause auf der Wiese konnten alle wieder ein bisschen Kraft für die bevorstehende Aktivität tanken. Wir begaben uns schließlich in das mit Spannung erwartete Labyrinth und wurden auch nicht enttäuscht, denn wir verbrachten einige Zeit damit, wieder herauszufinden. Beim Ausgang des Labyrinths warteten bereits die nächsten Spielmöglichkeiten: Dosenschießen und auf Stöcken gehen waren hier die beliebtesten Angebote. Zum Abschluss wollten die Kinder noch zum Spielplatz im Blumengarten gehen. Dort verbrauchten auch die letzten Kinder noch ihre überschüssige Energie.

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Donaustadt Jugendliche rappen Auf Wunsch der Jugendlichen fanden im März 2011 drei zweistündige Rap-Einheiten statt. In den Workshops hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, Musik selbst aufzunehmen und die eigene Stimme zu erproben. Das nötige Equipment stellte der Rap-Trainer Roland Stadler zur Verfügung, der über die Jugendlichen eine sehr erfreuliche Aussage machte: „ In den Jugendlichen schlummern Talente.“ In den drei Einheiten wurden die Fähigkeiten gefördert und die Jugendlichen lernten einige Basics wie: Welche Kriterien müssen beim Rappen beachtet werden? Wie betont man Rap richtig? Der Trainer beobachtete die Jugendlichen und bemerkte, wie der Mut der Jugendlichen sich von Mal zu Mal verbesserte und wie sich die gegenseitige Rücksichtnahme während der Aufnahme entwickelte. „War es anfangs noch laut, während der Aufnahme wurde beim letzten Mal schon geschwiegen, um die Aufnahme der Kollegen nicht zu unterbrechen“, so Roland Stadler.

Kinderliteraturfestival im Palais Auersperg Für junge Leseratten und Büchertiger gab es am 27.03.2011 jede Menge Futter. Kinder der Viktor-Kaplan-Straße und Donaustadtstraße konnten sich an rund 2.000 Büchern erfreuen. In den unterschiedlichen Räumen des Palais Auersperg durften sie schmökern, lesen und blättern. Zugleich war es möglich, namhafte österreichische Kinderbuchautoren, aber auch Gäste aus aller Welt zu treffen. Weitere Highlights des größten Wiener Kinderliteraturfestivals „Literatur für junge LeserInnen“ waren das Kindertheater, Märchen- und Sprachspiele, Bilderbuchkino, musikalische Lesungen, Hörbücher und Malworkshops.

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Osterfest in der Donaustadt Um die Kinder der Donaustadtstraße vermehrt in das Programm der Viktor-KaplanStraße einbinden zu können, setzten wir zur Osterzeit folgende Aktivitäten fest: Eier auspusten und bemalen, um im Anschluss daran, das Lokal in der VKS damit schmücken zu können, gekochte Eier färben, Osternesterl aus Gras basteln und schlussendlich gemeinsam feiern. Zuerst spielten wir mit allen Kindern ein Kennenlernspiel im Kreis. Danach wurden Osterlieder gesungen und getanzt. Anschließend suchten alle TeilnehmerInnen versteckte Osternesterl in der Umgebung von der Viktor-Kaplan-Straße. Die Feier endete erst nach dem Eierlaufspiel, bei dem circa 40 Kinder mitmachten. Mit dieser Feier spürten die TeilnehmerInnen die Freude am gemeinsamen Feiern.

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Pferdefest im Heeresgeschichtlichen Museum Am Sonntag, den 23.5.2011, unternahmen wir einen Ausflug ins Heeresgeschichtliche Museum, wo das alljährliche Pferdefest stattfand. Bevor man allerdings selbst auf einem Pferd reiten konnte, musste man einige knifflige Aufgaben bewältigen. Beim Hufeisenwerfen und Bogenschießen mussten die Kinder ihr Geschick unter Beweis stellen. Anschließend schmiedeten sich alle einen Glücksbringer in Form eines kleinen Hufeisens. Beim Quiz wurden nicht nur Fragen zu Pferden gestellt, sondern auch zu so manchen Ausstellungsstücken. Manche Fragen waren ganz schön schwierig, aber gemeinsam haben wir es schließlich geschafft und konnten nun zur letzten Stadion weitergehen. Dort durfte sich jedes Kind noch ein eigenes Steckenpferd basteln bevor es schließlich nach draußen zu den Pferden ging. Für manche war es das erste Mal, dass sie einem Pferd so nahe kamen. Deshalb war die Aufregung groß. Nachdem alle mit einem passenden Helm ausgestattet waren, ging es auch schon los. Jeder bekam sein eigenes Pferd und gemeinsam wurden einige Runden gedreht. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, stärkten wir uns noch alle mit einem Eis und genossen die Sonne im Garten des Museums. 28 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


Madame Tussauds Beim Ausflug in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett ließen sich die Kinder in eine Phantasiewelt verzaubern, in der plötzlich vieles möglich ist. So näherten sie sich dem Bundespräsidenten, genossen das Beisein der Queen, standen am Podest mit Gerhard Berger und staunten über den einen oder andere Hollywood Star.

Ausflug Lobau Wir sind mit den Kindern aus der Donaustadtstraße und der Viktor-Kaplan-Straße mit der Straßenbahn, der U-Bahn und dem Bus in die Lobau gefahren. Dort haben wir mit ihnen einen sehr schönen Tag verbracht. Nach der Ankunft sind wir zuerst einmal in das Nationalparkhaus gegangen, wo sich die Kinder die ausgestellten Informationen durchgelesen und die interaktiven Ausstellungselemente genutzt haben. Danach haben wir einen gemütlichen Spaziergang genossen und Energie sowie Kraft in der Natur getankt.

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Perlenaktion Im Rahmen des WienXtra Ferienspiels fand im Juli die Aktion „Perlentiere basteln“ statt. Sorgfältig und geduldig kreierten die Kinder Tiere aus Perlen und Draht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Frühlingserwachen in der Wohnhausanlage Donaustadtstraße 30 Gemeinsam mit den Wohnpartnern, Wiener Wohnen, MA 48, Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH haben die Z!R Kids am 2. Mai 2011 die Grünflächen der Wohnhausanlage – Donaustadtstraße für den Frühling fit gemacht. Einerseits wurde in der Anlage der Müll vom Winter weggeräumt, andererseits wurde den Kindern die Wiederverwendung dieser Gegenstände gezeigt. Die Kinder waren begeistert, als sie aus Klopapierrollen und alten Bechern wunderschöne Stiftehalter zauberten. Auch die Tontöpfe, die sie mit Unterstützung des Z!R Teams bemalten, sorgten für Begeisterung bei den Kindern.

30 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


Mittelalterfest Alterlaa Mit großer Spannung machten wir uns auf in Richtung Ritterfest, das dem Namen nach ein Zusammentreffen von Mittelalterbegeisterteten aus allerlei Ländern war. Unzählige Verkaufsstände und ein Stand speziell für Kinder (Schmink- und Bastelstation) waren nur einige der unterhaltsamen Attraktionen des Festes. Zum krönenden Abschluss konnten wir noch eine halbstündige Ritterkampfaufführung bestaunen.

Projektbericht 2011 | 22. Bezirk 31


Ausflug Sport und Fun Halle Am Sonntag, den 19.6.2011, unternahmen wir einen Ausflug in die Sport und Fun Halle im 22. Bezirk. Gemeinsam spielten wir Basketball, Federball, Tischtennis und Volleyball. Am Ende forderten die Kinder der Donaustadtstraße die Kinder der Viktor-Kaplan-Straße noch bei einem Fußballspiel heraus. Der Nachmittag endete mit einem spannenden Match zwischen den Kindern, wobei rasch die Freude am Spiel überwog und der Konkurrenzkampf in den Hintergrund rückte.

Leseprojekt:“ Lesen unter freien Himmel“ Unter dem Motto „Lesen im Park“ verwandelten sich im Juni 2011 unsere Betreuungsorte Donaustadtstraße 30 und Viktor-Kaplan-Straße zu Freiluftbibliotheken. Im Rahmen der Parkbetreuung fand erstmals ein Leseprojekt statt. Ein Monat lang tauschten wir unsere Spielekiste gegen eine Bücherkiste aus. Insgesamt standen den Kindern 25 unterschiedliche Bücher zu verschiedenen Themengebieten zur Verfügung. 32 22. Bezirk | Jahresbericht 2011

Neben allgemeinen Kinderbüchern lag ein besonderer Schwerpunkt auf den Themen „Ernährung“ und „Umweltbewusstsein“. Für jede Altersgruppe war etwas Passendes dabei. Sogar für die allerkleinsten Parkbesucher war gesorgt. Diese konnten zwischen unterschiedlichen Bilderbüchern wählen oder sich von den BetreuerInnen oder den älteren Kindern etwas vorlesen lassen.


Die Kinder hatten neben der Verbesserung ihrer Lesefähigkeiten zusätzlich die Möglichkeit auf spielerische Weise etwas über die Themen „gesunde Ernährung“ sowie die Bedeutung des verantwortungsvollen Umgangs mit der Umwelt zu erfahren. Um neben dem Lesen für etwas Abwechslung zu sorgen, gab es zusätzlich zu der Lesestation auch immer unterschiedliche Sportstationen, wie zum Beispiel Seilspringen, Sackhüpfen oder Federball. Viele waren sofort mit Feuereifer bei der Sache, andere mussten erst durch gemeinsames Lesen bzw. lautes Vorlesen motiviert werden. Jedes Kind, das an dem Leseprojekt teilnehmen wollte, bekam einen eigenen Lesepass in dem alle gelesenen Bücher sowie die absolvierten Sportstationen eingetragen wurden. Insgesamt galt es 10 Stempel zu sammeln. Um zu kontrollieren, ob die Bücher auch wirklich gelesen wurden, bekamen nur die Kinder einen Stempel, die es schafften jeweils drei Fragen zu dem gelesenen Buch zu beantworten. All jene, die insgesamt 10 Stempel gesammelt haben, hatten nun die Möglichkeit bei einer Verlosung teilzunehmen und einen von drei tollen Preisen, nämlich ein Fahrrad, ein Waveboard oder einen Ball zu gewinnen.

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WienXtra Aktion Feuerb채lle basteln Feuerb채lle mit langen, bunten Schweifen wurden bei dieser Aktion gestaltet und auch gleich ausprobiert!

34 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


Schwimmen Großfeldsiedlung Spiel und Spaß an heißen Sommertagen. Die üblichen Sonntagsausflüge für die Kinder in der Donaustadt wurden an ungewöhnlich warmen Tagen in das Großfeldsiedlungsbad verlegt. Damit die Freude und der Spaß im Wasser nicht nur auf Abkühlung und Unterhaltung reduziert werden, wurden gemeinsam mit den Kindern verschiedene Übungen wie z.B. Tauchen, Gleiten, Springen, Fortbewegen etc. ausgeführt. Die Kinder wurden je nach Schwimmkenntnissen individuell unterstützt. Dadurch wurde die Selbständigkeit gefördert.

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Jugendliche grillen in den Sommerferien Anfang Juli 2011 war die Freude der Schulkinder enorm groß, da sie ein Schuljahr hinter sich hatten. Einige Kinder freuten sich auf die bevorstehende Auslandsreise, andere wiederum auf die schulfreien Tage in Wien. Damit auch jene Kinder- und Jugendlichen, die nicht ins Ausland fahren können bzw. wollen, ihre Sommerferien mit unvergesslichen Erlebnissen verbinden können, gingen Zeit!Raum BetreuerInnen am 10. Juli 2011 mit den Jugendlichen grillen. Für das gemeinsame Grillen und Picknicken wurde auf der Donauinsel ein guter Platz, an dem sich die Gruppe wohlfühlte, gesucht und gefunden. An einem der Grillplätze auf der Donauinsel bereiteten wir gemeinsamen mit den Jugendlichen das Essen vor. Da die Jugendlichen in die Planung, Zubereitung und den Transport eingebunden waren, wurde das gemeinsame Grillen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Das gemeinsame Picknicken hatte neben dem sozialen Ereignis, wie zum Beispiel dem Erleben von Gemeinschaft auch eine kulturelle Dimension, da die Essensbräuche von Jugendlichen anderer Herkunft kennengelernt und erprobt wurden. 36 22. Bezirk | Jahresbericht 2011


Bezirksferienspiel – Experimentieren mit Salzteig Ein Angebot im Rahmen des Bezirksferienspiels war ein „Kreativ-Workshop“ in den Sommermonaten. In diesem Workshop experimentierten die TeilnehmerInnen mit dem Material Salzteig. Kleine Figuren wurden geformt, Schmuckstücke erschaffen sowie Hand- und Fußabdrücke hergestellt, auf die die Kinder sichtlich stolz waren. Ziel des Workshops war die Förderungen des kreativen Selbstausdruckes sowie die Verfeinerung der taktilen Wahrnehmung der Kinder durch das Experimentieren, Formen und Gestalten mit Salzteig.

Projektbericht 2011 | 22. Bezirk 37


CoCamp Sherwood Forrest, England 28.07.–11.08.2011 Das CoCamp war ein internationales Camp, das sich inmitten des Walesby Forest befand, und jungen Menschen aus der ganzen Welt die Chance bietet kooperative Werte in der Praxis zu erfahren. Der internationa¬le Charakter der Veranstaltung zeigte eine Reihe von unterschiedlichen Perspektiven auf, und gab den Jugendlichen die Chance andere Kulturen, Sichtweisen und Sprachen kennen zu lernen. Das Camp bot 40 verschiedene pädagogische und Abenteuer-Aktivitäten wie Rafting, Klettern, Team Sportarten, Holzarbeiten und vieles mehr. Zudem fanden auch regelmäßig Workshops zu verschiedenen Themengebieten statt. Mit einem Zwischenstopp in der französischen Hafenstadt Calais kamen wir am 30. Juli 2011 an unserem Ziel an. Unsere erste Aufgabe im CoCamp bestand darin unsere Zelte aufzubauen, die unsere Unterkunft für die nächsten 10 Tage waren. In dieser Zeit wurden nicht nur neue Freundschaften geknüpft, sondern auch Wörter in anderen Sprachen gelernt. Zu den Highlights des Aufenthalts zählten die Tagesausflüge nach London und Nottingham.

Die Fahrt mit dem London Eye und der anschließende Stadtrundgang mit Mittagessen in China Town sowie einer ausgiebigen Shoppingtour auf der Oxford Street, haben den Jugendlichen besonders viel Spaß gemacht. In Nottingham besuchten wir das Galleries of Justice und erfuhren Interessantes zur Geschichte des Helden „Robin Hood“.

Von Calais ging’s mit den Zeit!Raum Bussen mit der Fähre nach Dover(GB) und von dort weiter nach Sherwood Forrest ins Camp.

In Calais haben sich die TeilnehmerInnen die Wartezeit auf die Fähre mit diversen Strandaktivitäten vertrieben.

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Am Trafalgar Square wurden die LĂśwen besetz.

In einem Londoner Park – Zeit!Raum Kids!

Alltag im Camp: Die einen bauen ein Kartenhaus, die anderen tauschen sich mit Freunden aus England aus.

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Montmartre Kunstfestival Über 400 Künstlerinnen und Künstler verwandelten beim Montmartre-Kunstfestival den Türkenschranzpark in eine riesige Freiluftbühne. Das Angebot reichte von Musik, Tanz, Malerei bis hin zu Schmuck- bzw. Keramikhandwerk. Diese Gelegenheit wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und besuchten mit den Kindern aus der Donaustadt dieses Kunstfestival.

Nachdem wir uns bei einem kleinen Picknick im Park gestärkt hatten, machten wir uns auf und erkundeten bei einem Rundgang die unterschiedlichsten Kunstwerke. Im Anschluss daran gab es auch noch die Gelegenheit selber mitzumachen und beim Malen, Töpfern oder Singen seiner eigenen Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Cinemagic Kinobesuch: ››Nenn mich einfach Axel!‹‹ Am Sonntag, den 18.9.2011, besuchten wir mit den Kindern aus dem 22. Bezirk die Kinovorstellung „Nenn mich doch einfach Axel“. Axel ist ein kleiner Junge, der in den Ferien eigentlich mit seinem Vater in den Urlaub fahren wollte. Da dieser aber kurzfristig keine Zeit hat, muss Axel die Ferien zu Hause verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen beschließt Axel an einem Gesangswettbewerb im Nachbarschaftszentrum

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teilzunehmen. Dabei erlebt er mit seinen Freunden viele lustige und spannende Abendteuer, die ihn schnell vergessen lassen, dass er eigentlich den Sommer am Meer verbringen wollte. Schon nach wenigen Minuten waren alle gepackt von Axels Geschichte und so verbrachten wir einen schönen und aufregenden Kinonachmittag.


Kürbis schnitzen beim Pfadfinderbund Gemeinsam mit den Zeit!Raum BetreuerInnen hatten die Kinder die Möglichkeit zum Kürbissschnitzen bei den Pfadfindern. Mit viel Freude und Begeisterung wurden die Kürbisse ausgehöhlt und ausdruckstarke Gestalten gebildet.

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Kids Farm Eine Farm mitten in Wien – ein unvergesslicher Tag, den wir mit großer Freude erlebten. Jede Menge Tiere, Hühner, Ziegen, Hasen, Schweine, Pferde und ein stolzer Hahn. Ein spannendes Abenteuer getragen von der Begegnung mit den Tieren, wobei der Umgang mit Tieren verfeinert und Berührungsängste gelöst werden konnten. Die Freude des bedingungslosen Angenommen-Seins durch das Tier bewegte die TeilnehmerInnen sehr.

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Haus der Musik Ein Erlebnis für alle Sinne war unser Aufenthalt im Haus der Musik für unsere Kinder. Wir sahen den Aufbau des Ohrs, die ersten Kompositionsschriftstücke Mozarts und eine riesige Trommel, auf der zur Freude der Kinder auch richtig getrommelt werden durfte. Nach einer Zeitreise in die Klangwelt eines ungeborenen Kindes (echte Aufnahmen) hatten wir die einmalige Chance, die Wiener Philharmoniker zu dirigieren (eine realistische Computeranimation). Zum Abschluss durften unsere Kids dann auch noch selbst in die Rolle des Künstlers schlüpfen und so konnten sie mittels Handbewegung verschiedenste Klänge und Töne ihrer Wahl nacheinander abspielen und Musik erschaffen.

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Eislaufen In der Albert-Schutz Halle konnten unsere Kinder ihre Sportlichkeit, Balance und Mut beweisen und sich aufs Eis wagen. Mit viel Elan und einer großen Portion Spaß wurden ohne ein Aufkommen von Schwindel Runde um Runde in der Halle gedreht und mit kleinen Verschnaufund Essenspausen zwischendurch die Müdigkeit ferngehalten.

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Kreative Stunden in der Weihnachtszeit Während der Adventszeit gab es ein sehr abwechslungsreiches Angebot in der VKS. Es wurde viel gebastelt, gebacken und gespielt. Unter anderem fertigten wir bunte Fensterbilder an. Hierbei mussten unsere Kinder und Jugendlichen ihr Fingerspitzengefühl und ihre Gewissenhaftigkeit unter Beweis stellen. Auch beim Basteln unseres schönen Nikolo-Adventskalenders und der Fimo-Schlüsselanhänger waren Kreativität und vor allem das Miteinader gefragt. An einem kalten Samstagnachmittag haben wir alle zusammen köstliche Kekse gebacken, die je nach Belieben mit bunter Lebensmittelfarbe und einer Schokoglasur verziert wurden. Beim Verzieren der Vanillekipferl, Schokokekse, und Lebkuchen konnte jeder seinen Ideen freien Lauf lassen. Das Essen der Kekse und das Trinken von Kinderpunsch bereitete allen eine große Freude.

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Statistik Jahresübersicht 2011 Aktivitäten

KINDER

JUGENDLICHE

ERWACHSENE

weibl.

männl.

weibl.

männl.

weibl.

männl.

Lerntrixx/Flexxible

90

112

32

138

9

2

Sporthalle Polgarstraße

56

13

48

Wohnzimmer für Jugendliche

Gesamt 383 117

105

482

11

7

605

Zeit!Raum Spezzial

101

144

31

138

7

2

423

Ausflüge

294

147

53

41

42

7

584

Betreuung Viktor-Kaplan-Straße

478

403

135

192

47

17

1272

Betreuung Donaustadtstraße 30

488

483

126

114

98

32

1296

Gesamt

1462

1289

495

1153

214

67

4680

D

er BesucherInnenanteil der Kinder von 8–13 Jahren ist eindeutig am höchsten. Vor allem bei den Programmpunkten Lerntrixx/ Flexxible und Zeit!Raum Spezzial sowie den sonntäglichen Ausflügen fühlt sich diese BesucherInnengruppe sehr angesprochen. Die inhaltliche Gestaltung der sonntäglichen Ausflüge wird je nach Altersgruppe – ob Kinder, Teenies oder Jugendliche – variiert, und größtenteils von den einzelnen Zielgruppen selbst ausgewählt und geplant. Insgesamt fanden 584 Kontakte statt. Die Erhöhung der Mobilität und das Hinausblicken in andere Bezirke sowie das Erleben der vielfältigen Angebote der Stadt Wien sind wesentliche Aspekte der Ausflüge. Die Gesamtzahl der Kontakte in der Donaustadtstraße 30 ist auf 1296 gestiegen. Durch die Ausdehnung der Betreuungszeiten in den BesucherInnen starken Monaten Mai, Juni und September können wir erfreulicherweise noch mehr Mädchen und Burschen erreichen. Die Anzahl der betreuten Kinder und Jugendlichen in der Viktor-Kaplan-Straße während des Sommerprogramms hat sich auch gut entwickelt. Hier gab es 1296 Kontakte. Auf das schlechte Wetter der Sommersaison reagierten wir mit der Öffnung des Betreuungslokales und boten direkt im Lokal ein Alternativprogramm an.

46 22. Bezirk | Jahresbericht 2011

Bei den Jugendlichen gilt festzustellen, dass vorwiegend männliche Jugendliche (482 Kontakte) das Angebot Zeit!Raum Wohnzimmer nutzen, vereinzelt tauchen jedoch auch Mädchen in Begleitung von Burschen auf. Die Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren betonen immer wieder, dass sie einen geschützten Raum für sich in Anspruch nehmen wollen, dies ist jedoch auf Grund der begrenzten räumlichen Gegebenheiten in unserem Betreuungslokal nicht leicht möglich. Im nächsten Jahr werden wir jedoch gezielt in Form von speziellen Programmangeboten auf die Bedürfnislage der Mädchen antworten. Deutliches Interesse am Angebot „Sport in der Polgarstraße“ konnten wir im Jahr 2011 vor allem seitens der Mädchen feststellen. In den Wintermonaten bis Juni wurde der Turnsaal eher von männlichen Jugendlichen genutzt, ab Oktober gab es regelmäßig für Mädchen der Donaustadtstraße und der Viktor-Kaplan-Straße abwechselnd die Möglichkeit sich zu bewegen, vor allem das Fußballspiel stand hier an erster Stelle. Es freut uns sehr, dass im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Kontakte im Jahr 2011 auf insgesamt 4680 angestiegen ist.


Öffentlichkeitsarbeit Kultur und Medien

Vereinszeitschrift

D

D

ie Kultur- und Medienarbeit des Verein Zeit!Raum versteht sich als ein Brückenschlag zwischen den Zielgruppen und einer breiteren Öffentlichkeit. Bei den Zeit!Raum Medienprojekten gibt es einerseits die Möglichkeit der Beteiligung und Erweiterung von Kompetenzen. Andererseits gewähren die Medien den InteressentInnen einen authentischen Einblick in die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und Menschen anderer Herkunft und unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Die Bewusstwerdung dahingehend, Vielfalt als Chance zu erkennen und wahrzunehmen, wird dadurch angeregt. Partizipation und das Vermitteln von Verständnis für andere Menschen bestimmen die Medienarbeit des Vereins.

ie Öffentlichkeitsarbeit hat zum Ziel Kinder, Jugendliche, Eltern, Kindergärten, Geschäftsleute, Schulen, Netzwerkorganisationen, KooperationspartnerInnen auf Landes- und Bundesebene, MedienpartnerInnen und FördergeberInnen über die Betreuungsangebote zu informieren. Im Zentrum stehen die Vereinszeitschrift mit einer Auflage von 17.000 Exemplaren und die Website www.zeitraum.org. Die Zeitung erscheint vierteljährlich und hat das Ziel, zum Verständnis unserer Arbeit beizutragen und somit die Lebenssituation von Kindern und Jugendliche, die an unseren Angeboten teilnehmen, zu fördern.

011 rbeit 1/2 urelle A o Z i o k u lt ft für s i r h c s t i Ze

ZeitschRift füR soZiok u lt u R e l l e a RBeit 2/201 1

201Da1s Jahr

tätigkeit Der Freiwilligen

PfingstcamP

aM Faakersee

spielZeugfReieR kinDeRgaRten Vom VeRkauf DeR ÖsteRReichischen BeRge Das Zeit! Raum DaDleRpaRk kunstpRojekt

Zeit!rAum ehrenAmtliche rstütZen PAtinnen unte Jugendliche

ing ...... Rodeln am SemmeR

len! ...... Toolbox beSTel

! ...... Tanze miT unS miT

......

...... F orschungsk

indergarten ...... Move it! ...... sowieso ......

Projektbericht 2011 | 22. Bezirk 47


Vernetzung

I

n regelmäßigen Abständen finden regionale und überregionale Vernetzungstreffen statt. Diese bieten Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Vernetzungsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit und stellt somit einen zentralen Aspekt der Arbeit von Zeit!Raum dar. Weiters stellt eine gute Vernetzung auch eine gute Basis für die Weitervermittlung von KlientInnen dar. Eine positive Zusammenarbeit besteht mit der Bezirksvertretung des 22. Bezirks, den Wohnpartnern 22 und dem Jugendtreff Donaustadt. Weiters findet regelmäßig eine ExpertInnenrunde zum Thema Donaustadtstraße 30 statt, die neue Perspektiven der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen des Bezirkes bietet und fruchtbare Synergien in der Umsetzung der Anliegen der unterschiedlichen NutzerInnen ermöglicht. Die projektspezifische Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang mit der Bezirksvertretung des 22. Bezirkes und anderen Einrichtungen im 22. Bezirk – wie zum Beispiel den Wohnpartnern, Wiener Wohnen, Jugendtreff Donaustadt und dem MieterInnenbeirat – besteht beispielsweise bei der Umgestaltung des Alfred Klinkan Hofes in einen „Generationenhof “.

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Einerseits steht bei den Vernetzungstreffen der Austausch der MitarbeiterInnen in Bezug auf die tägliche Arbeit mit Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt aber auch der Austausch über relevante fachliche Fragestellungen. Da wir alle zum Wohl der Menschen, die in der Donaustadt leben, an einem Strang ziehen wollen, bildet die regelmäßige Vernetzung eine grundlegende Basis unserer Arbeit. Auch im Jahr 2011 hat Zeit!Raum 22 einen Beitrag zum Bezirksferienspiel geliefert und somit sein Angebot für Kinder und Jugendliche, aber auch deren Begleitpersonen, die bis dato nicht in die Betreuung involviert waren, geöffnet. Über das ganze Jahr verteilt bieten wir auch immer wieder Angebote für das WienXtra Kinder- und Jugendprogramm.


Das Betreuungsteam

U

nser pädagisches Team besteht aus engagierten jungen Frauen und Männern, die zum Teil selbst mit Migrationshintergrund und unterschiedlichen muttersprachlichen Kenntnissen unserer Zielgruppe empathisch begegnen. Eine gut funktionierende Kommunikation leistet einen Beitrag zum interkulturellen Austausch im Umgang mit unseren unterschiedlichen Zielgruppen. Nach dem Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter besteht das Team ausgeglichen aus Männern und Frauen. Das multiprofessionelle und multikulturelle Team nimmt sich um die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen an. Arbeitsmethoden sind Freizeit-, Outdoor- und Erlebnispädagogik, Methoden der Aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit, Parkbetreuung, Stadtteilarbeit, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Vernetzungsarbeit mit Institutionen, öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Vereinen und KollegInnen aus der Kinder- und Jugendarbeit.

Auch PraktikantInnen aus dem Ausbildungsbereich der Sozialen Arbeit und Zivildiener sind in unserem Team und bei der Zielgruppe herzlich willkommen. Eine Programmklausur, regelmäßige Teamsitzungen, Gruppensupervision, Weiterbildung und Schulungen der MitarbeiterInnen bildeten auch 2011 zentrale Aspekte der Arbeit und trugen zur Qualitätssicherung bei.

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Resumée und Perspektiven

W

ir werden wie in den vergangenen Jahren, den Kindern und Jugendlichen kostenlos aktive Freizeitmöglichkeiten an unseren Einsatzorten anbieten, wobei Bedürfnisorientierung und Attraktivität im Vordergrund stehen werden. Die Angebote entstehen gemeinsam mit den jungen Menschen und unseren NetzwerkpartnerInnen. Der partizipative Ansatz unserer Arbeit soll weiter mit den Kindern und Jugendlichen erlebt und vertieft werden. Wir werden Angebote und Anregungen unserer Fördergeber berücksichtigen und auch bei der Umsetzung von Ideen, Anliegen und Bedürfnissen dieser und anderer KooperationspartnerInnen mitarbeiten. Wir arbeiten immer noch daran. die Situation in der Donaustadtstraße 30 (Generationenkonflikte, Anfeindungen, Lärmbelästigung) zu entschärfen und arbeiten sehr eng mit unterschiedlichen ExpertInnen zu diesem Thema zusammen. In einem partizipatorischen Prozess werden die Bedürfnisse aller NutzerInnengruppen erhoben und in der Umgestaltung des Alfred Klinkan Hofes in einen „Generationenhof “ berücksichtigt. Der Verein Zeit!Raum versucht für die BewohnerInnen der Wohnhausanlage anderer Herkunft, vor allem jenen aus dem arabischen Raum und der Türkei, Dialogräume zu schaffen, indem wir mit den Kindern der Donaustadtstraße ko-

50 22. Bezirk | Jahresbericht 2011

chen und ihre Eltern zum Essen einladen. Dies führte bereits dazu, dass nun BewohnerInnen im MieterInnenbeirat vertreten sind, die sich für ihre Interessen und Bedürfnisse stark machen können und gleichzeitig als Sprachrohr dienen. Über diese alltägliche Arbeit hinaus, möchten wir auch im Jahr 2012 wieder spezielle Angebote und Aktionen zum Schwerpunktthema „Zusammen leben“ entwickeln und anbieten. Für 2012 sind unter anderem Aktionen wie – Burschenfußballturniere, Mädchenfußballturniere, Selbstverteidigungskurse für Mädchen, Rapstunden für Burschen, Kids kochen für ihre Eltern – geplant. Unsere tägliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im 22. Bezirk leistet einen Beitrag zur verantwortungsvollen Teilhabe an der Gesellschaft und zur sozialen Inklusion unserer BesucherInnen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, die Lebensqualität der BewohnerInnen des 22. Bezirkes zu steigern.


Danke Wir bedanken uns bei:

l Bezirksvorstehung Donaustadt l Magistratsabteilung 13 – Fachbereich Jugend/Pädagogik l Stadt Wien



Jahresbericht Park- und Freiflächenbetreuung 22. Bezirk-2011