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AUSGABE NR. 20 / SoSe 2013

DIE ZEITUNG DES VERBANDS SOZIALISTISCHER STUDENT_INNEN ÖSTERREICHS - SEKTION GRAZ

THEMA:

ÖH-Wahl 2013 - #oehw

ahl

UNSERE SPITZENKAND FÜR EIN FAIRES BEIHIL

IDAT_INNEN

FENMODELL

SEITE 06

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editorial

sommersemester ist WaHl-semester! J o h a n n a m ay r

inHalt dieser

ausgabe

02

edito rial // inhalt dieser ausga be

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Wer Wir sind

04

... s t u d i e r t m at h e m at i k

AJL A IMŠIROVIĆ

studiert anglistik /

i Want You to vote!

a m e r i k a n i s t i k ...

06-07

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Liebe Freundinnen und Freunde, Alle zwei Jahre werden wir Studierenden zur Urne gebeten, um unsere Vertretung gegenüber Institut, Rektorat und Ministerium zu wählen - die ÖH-Wahl. Auch heuer, im geschichtsträchtigen 2013 ist es wieder so weit, ihr könnt entscheiden! Für eine starke Vertretung ist es wichtig, dass ihr von dieser Möglichkeit, diesem demokratischen Recht, auch wirklich Gebrauch macht und wählen geht, Der VSStÖ ist die letzte bestehende ÖH-Fraktion, die an der Gründung eben jener beteiligt war und besteht heuer seit unglaublichen 120 Jahren. Aber das Schwelgen in Erinnerungen reicht uns nicht. Deshalb haben wir auch für dieses Wahljahr wieder ein umfassendes Programm für euch zusammengestellt, das wir euch in dieser Ausgabe gerne vorstellen würden. Alles, was wir zur Umsetzung in der ÖH dafür brauchen, ist eure Stimme bei den Wahlen von 14.-16 Mai. Mehr Infos findet ihr nur noch unter vsstoegraz.at Jo & Ajla impressum: H e r a u s g e b e r : Ve r b a n d S o z i a l i s t i s c h e r S t u d e n t _ i n n e n - S e k t i o n G r a z , M o r e l l e n f e l d g a s s e 41/ P, 8 0 10 G r a z , c o n t a c t @ v s s t o e g r a z . a t , w w w.v s s t o e g r a z . a t Đ C h e f _ i n n e n r e d a k t i o n J o h a n n a M a y r, A j l a I m s i r o v i c Đ m i t a r b e i t e r_ i n n e n N a t a l i e Z i e r m a n n , M a t t h i a s R a t h , I r i s S c h w a r z e n b a c h e r, P a u l Z i e r m a n n , A n d r e a S t a c h e l , S e b a s t i a n Pay Đ Layout & Satz K lemens Wieringer Đ Gestaltung Büro A ler ta! Đ Fotos: c o v e r : V S S t Ö B u n d e s o r g a n i s a t i o n , s 4: f l i c k r. c o m / d o n k e y h o t e y, s o n s t i g e F o t o s : V S S t Ö, S J Ö Đ D r u c k F l y e r a l a r m Đ O f f e n l e g u n g g e m . P a r a g r a p h 2 5 M e d i e n g e s e t z : zeitlinks ist die S tudierendeninformationszeitung des VSS t Ö Gra z. Đ Blat tlinie: Die Z e i t u n g d i e n t d e r I n f o r m a t i o n d e r S t u d i e r e n d e n i n G r a z s o w i e d e r Ve r b r e i t u n g d e r Meinungen und Positionen des VSStÖ Graz.

interv ieW mit unser en sPitZe nkand idat_ innen

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studi eren unabh ängig vom geldbÖrse l

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Für ein Faires beihil Fenmo dell

10-11

Was War? Was komm t?

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die FaQs Zur Öh-Wa hl und dem vsstÖ

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konkr ete ProJek te auF den tisch legen

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mein arsch gehÖr t ins straF gesetZ

16 Waru m Wohn en leistb ar Werde n muss

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mobil itätss check bleibt

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verbe sserun g der studi enbedin gung en JetZt!


Wer wir sind & was wir wollen Wie du wahrscheinlich schon mitbekommen hast, sind im Mai wieder ÖH Wahlen. Diese Ausgabe der Zeitlinks dient dazu, dich über unsere wichtigsten Forderungen und Ideen zu informieren. Zu Beginn möchten wir uns einmal in aller Kürze selbst vorstellen. n ata l i e z i e r m a n n n ata l i e . z i e r m a n n @v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t G e n d e r s t u d i e s .

Der Verband Sozialistischer Student_innen Österreichs (also wir) verbindet als einzige Fraktion Service und Politik. Wir setzen der gerade in der Bildungspolitik weit verbreiteten Orientierungslosigkeit oder neoliberalen Elite-Vorstellungen ein klares, fortschrittliches Konzept entgegen. Wir wollen uns nicht mit Symptombekämpfung und Fehlerkorrekturen zufrieden geben, sondern grundlegende Veränderungen einleiten. Wir sind gegen Zugangsbeschränkungen, gegen Studiengebühren und für ein faires Beihilfensystem. Unsere Grundwerte – Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Soli-

darität – sind die Bezugspunkte für unser politisches Handeln. Freiheit heißt für uns frei von Ausbeutung und Unterdrückung zu sein. Sie manifestiert sich durch Demokratie, staatsbürgerliche Rechte und einen vollwertigen Zugang zu Bildung, Arbeit und Information für jeden Menschen. Gleichheit bedeutet für uns, die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt als gleichwertig anzusehen. Gleichheit ist die Absage an jede Form der Privilegien- und Klassengesellschaft und meint vor allem Chancengerechtigkeit. Gerechtigkeit sichert die Würde des Menschen, sein Recht auf eine menschenwürdige Existenz. Eine primäre Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft ist die Beseitigung von Benachteiligungen und Behinderungen durch die Gesellschaft. Darüber hinaus fordern wir eine gerechte Verteilung aller gesellschaftlichen Güter, insbesondere von Kapital, Bildung, Arbeit, Information und Macht. Solidarität bedeutet, dass Menschen, die sich gemeinsam gegen ihre Lebensverhältnisse auflehnen, mehr verändern können. Auf diesen Grundsätzen aufbauend, versuchen

wir die gesellschaftlichen Probleme zu analysieren, Zielvorstellungen zu formulieren und Lösungswege aufzuzeigen. Die Erarbeitung detaillierter Konzepte und konkreter Modelle sowie (die Forderung nach) ihrer politischen Umsetzung sind Bestandteile unserer täglichen Arbeit. Universitäten dürfen sich nicht in den berühmten Elfenbeinturm zurückziehen oder nur für den ‘Wirtschaftsstandort’ arbeiten. Sie müssen Teil einer demokratischen Gesellschaft sein – und als solcher auch demokratisch organisiert sein. Wir stehen für die Vertiefung und den Ausbau der studentischen Mitbestimmungsmöglichkeiten durch die ÖH und eine Studierendenvertretung, die transparent und offen ist. Nur sie kann die Wahrung studentischer Anliegen gegenüber der Regierung und anderen öffentlichen Einrichtungen und in inneruniversitären Gremien entsprechend wahrnehmen. Wie wir uns all diese Sachen konkret vorstellen und noch vieles mehr erfährst du in den darauffolgenden Artikeln.

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vertretung und Studienvertretung(en) wählen kannst.

I want you to vote at ÖH-Wahl was die ÖH ist und macht & warum deine Stimme wichtig ist

Von 14. bis 16. Mai finden, wie alle 2 Jahre, die ÖH-Wahlen statt, bei der alle Studierenden aufgerufen sind, ihre lokale Vertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft zu wählen.

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Die Studienvertretung ist die Vertretung für dein Studium. Sie ist die erste Anlaufstelle bei Problemen im Studium und kümmert sich um studienspezifische Angelegenheiten, zB im Rahmen der Curriculakommission um die Erstellung eines Curriculums oder um die Lehrplanung, aber auch um Beratung und manchmal auch um die Organisation von Festen. Bei der Wahl zur Studienvertretung kannst du direkt Kandidatinnen und Kandidaten wählen, je nach Größe der zu vertretenden Studienrichtung(en) besteht die Studienvertretung dann aus 3 bis 5 Mandatar_innen. Die Studienvertretung entsendet danach in die Fakultätsvertretung, die nicht mehr direkt gewählt werden kann. Die Universitätsvertretung vertritt die Anliegen der Studierenden gegenüber der Universität und dem Ministerium. Sie organisiert Beratung bei Fragen zu Sozialem, aber auch für MaturantInnen, ist in verschiedenen Gremien wie dem Senat, wo unispezifische Angelegenheiten beschlossen werden, vertreten und steht in Kontakt mit dem Rektorat. Hier werden keine Personen mehr gewählt, sondern Fraktionen – auch der VSStÖ ;) – treten zur Wahl an, man kann also nur Listen wählen. Je nach Wahlergebnis werden Mandatarinnen und Mandatare in die ÖHBundesvertretung entsendet, die leider nicht mehr direkt gewählt werden kann.

chen können. Für die ÖH hat das den Vorteil, dass sie unabhängig von Rektoraten oder Ministerien arbeiten kann, da sie nicht von diesen abhängig ist. Das macht die ÖH zu einem starken und politisch unabhängigen Vertretungsgremium. Die ÖH-Versicherung, die 50c des ÖH-Beitrags J o h a n n a M ay r ausmacht, deckt alle Schäden und j o h a n n a . m ay r @v s s to e g r a z . at Unfälle ab, die im Rahmen des Stu... S t u d i e r t m at h e m at i k . diums, also auf der Uni, aber auch Was ist die ÖH? bei Exkursionen oder beim MittagIn diesem Sommersemester wer- essen-kaufen zwischen zwei Lehrden, wie alle 2 Jahre, alle Ebenen veranstaltungen, passieren könnten. der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von den Studie- How to vote? renden neu gewählt. Die ÖH ist die Kandidieren können alle Studierengesetzliche Interessenvertretung der den, die in Österreich ein ordentliStudierenden in Österreich, im Prin- ches Studium belegen, aktiv wählen zip also eine Gewerkschaft für Stu- dürfen hingegen aber nur Studiedierende. Durch den ÖH-Beitrag von rende, die aus dem Europäischen 17,50€, den alle zu Semesterbeginn Wirtschaftsraum kommen, was eine Jetzt liegt es nur mehr an dir, werüberweisen müssen, um sich zum Diskriminierung von ausländischen te Leserin oder werter Leser, dich zu Studium rückzumelden, sind alle Studierenden darstellt. informieren, deine Meinung zu bilden Studierenden automatisch Mitglie- Von 14.-16. Mai sind über das Un- und wählen zu gehen! der, wodurch sie die Service- und igelände verstreut Wahllokale zu finVertretungsleistungen beanspru- den, in denen du deine Universitäts-


Wieso sollte jemand VSStÖ wählen? Wir sind toll, weil …

Wäre es nicht einfacher, irgendeine Fraktion ohne IGrundwerte zu wählen? Oder gleich gar nicht wählen zu gehen? n ata l i e z i e r m a n n n ata l i e . z i e r m a n n @v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t G e n d e r s t u d i e s .

und mutige Politik kein Widerspruch sind, sondern sich vielmehr gegenseitig ergänzen, wir kennen die Probleme der Studierenden, da sie uns selbst treffen. Wir wollen hilfreichen Service und informative Beratung für Studierende bereitstellen, um ihnen den ohnehin schwierigen Studienalltag dadurch zu erleichtern und ihre Probleme zu lindern, das machen wir aufgrund unserer Überzeugung, dass die Studienbedingungen an den Hochschulen verbessert werden müssen, wobei wir mittels politischer Arbeit versuchen, die Probleme gänzlich zu lösen. Wir sagen in Verhandlungen nicht nur „Nein“, sondern wir legen konkrete Vorschläge und Konzepte auf den Tisch und entwickeln Modelle (wie unser Modell zur sozialen Absicherung auf S.9), die auch umgesetzt werden können.

Nein, wäre es nicht. Die ÖH zu wählen, bedeutet das Recht auf Mitbestimmung zu nutzen, wer nicht zur Wahl geht, verliert diese Möglichkeit. Eine Fraktion zu wählen, die keine Ideologie hat, bedeutet, ins Ungewisse zu wählen, da sich die Prioritätensetzung je nach personellen Vorlieben verschiebt Der VSStÖ hingegen steht zu seinen Grundsätzen (Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität), an denen wir unser Handeln und unsere Forderungen ausrichten. Deswegen treten wir für eine Gesellschaft ein, in der niemand auf- So haben wir in den vergangenen grund von Herkunft, Geschlecht, Al- zwei Jahren in der ÖH-Bundester, Weltanschauung oder sexueller vertretung Einiges umgesetzt: das Orientierung diskriminiert wird. SMS-Erinnerungsservice, das an alle wichtigen Fristen und Termine Und wie wirkt sich das auf unsere erinnert, die ÖH-Helpline, die man Arbeit in der ÖH aus? bei psychischen Problemen konWir wissen, dass guter Service taktieren kann, und den Ausbau

des Gütesiegels Praktikum, das anzeigt, welche Unternehmen fair bezahlte Praktika vergeben. Auch der Versicherungsschwerpunkt in der Beratung ist uns zu verdanken. Am Projekt „Forum Hochschule“, in dem ein alternativer Hochschulplan entwickelt wurde, haben wir tatkräftig mitgearbeitet. In Graz haben wir, ohne ÖH-Mittel, Sozialberatung über E-Mail angeboten und kostenlose Kulturveranstaltungen wie Filmabende oder Lesungen organisiert. Wir haben im Alleingang ein Modell für eine echte soziale Absicherung von Studierenden gestaltet, da wir der Meinung sind, dass alle, unabhängig vom Kontostand der Eltern, die Möglichkeit zu studieren haben sollten und zwar ohne Druck aufgrund von Altersgrenzen oder einem Job, der die Zeit zum Studieren nimmt. Wir sind die Fraktion, welche die Konzepte und das KnowHow hat. Wir sind die Fraktion, die ein politisches Bewusstsein und vor allem Rückgrat hat. Und wir sind die Fraktion, die auf der ÖH beides vereint und eine starke Stimme für die Interessen der Studierenden bildet.

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Unsere Spitzenkandidat_innen für die ÖH Wahl 2013 Simon Fandler (22) studiert Humanmedizin an der Meduni Graz und ist ÖH-Vorsitzender, Johanna Mayr (19) studiert Mathematik an der KFU, ist Ausschussvorsitzende für Bildung und Politik sowie Mitglied der IG Mathematik. Matthias Rath (25) studiert Elektrotechnik an der TU Graz. Simon, du warst bereits zwei Jahre ÖH-Vorsitzender an der Meduni Graz. Was sind deine Ziele für die ÖH Wahl 2013? Ich hoffe, dass die Studierenden an der Meduni Graz unsere Arbeit der letzten zwei Jahre honorieren werden und uns damit die Möglichkeit geben, unsere Projekte weiter fortzuführen und auszubauen.

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Johanna, der VSStÖ war bei der letzten ÖH-Wahl der große Wahlsieger an der KFU, trotzdem ist er in den letzten zwei Jahren in Opposition gewesen. Was erwartest du dir für die Wahlen?

tive Zusammenarbeit mit den anderen Studierendenvertreter_innen und möchte die soziale Expertise des VSStÖ in die HTU einbringen.

Johanna, sollte der VSStÖ in die Exekutive kommen, was sind konVon den anderen Fraktionen erwar- krete Projekte, die du umsetzen te ich mir vor allem Fairness und ge- möchtest? genseitigen Respekt im Wahlkampf, da die Diskussion auf inhaltlicher Nachdem die Studiengebühren für und nicht auf persönlicher Ebene Studierende, die nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum komgeführt werden soll. Ich persönlich hoffe, dass wir mit men, verdoppelt wurden, ist das den Stimmen der Studierenden wie- wichtigste Projekt die Einführung der die Möglichkeit erhalten, die ÖH- eines Studiengebühren-Sozialfonds in Kooperation mit der Uni Graz, Arbeit maßgeblich mitzugestalten. wodurch den Studierenden, die sich Matthias, auch an der TU Graz ist keine Studiengebühren leisten könder VSStÖ in Opposition. Was sind nen, diese rückerstattet werden können. deine Ziele? Ein anderes Projekt ist das GüteIch erwarte mir eine gute, koopera- siegel Lehre, wodurch Studierende


die didaktischen Kenntnisse ihrer Simon: Qualitativ gute ÖH-Arbeit das Gelbe vom Ei? im Sinne der Studierenden. Vortragenden bewerten können. Unseren Kernkompetenzen sind Die Frage geht auch an dich Mat- Matthias: VSStÖ steht für kompe- Soziales und Gleichberechtigung. thias, was möchtest du an der TU tentes und energisches Auftreten für Wir sind davon überzeugt, dass wir die Studierenden. Graz verändern? in diesen Bereichen bessere Arbeit leisten können, die Fachschaftsliste An der TU Graz gibt es viel Poten- Wenn du Wissenschaftsministe- widmet diesen wichtigen Themen zial für Veränderungen: So wollen wir rin wärst, Johanna, was würdest nur verstreut Aufmerksamkeit und erreichen, dass Kurse im für Techni- du als erstes an den Unis verän- vergisst so auf Kernaufgaben der ker_innen wichtigen Textverarbei- dern? ÖH. tungsprogramm LaTeX angeboten werden. Auch das Sprachangebot Ich würde versuchen, das Hoch- Johanna, warum VSStÖ an der muss aufgestockt werden, da der- schulsystem von Grund auf zu än- KFU? Was hat die AG-FLUG-Koazeit viel zu wenige Studierende die- dern, anfangen würde ich mit einer lition deiner Meinung nach falsch ausreichenden Finanzierung aller gemacht? ses in Anspruch nehmen können. Universitäten. Simon, was konntet ihr als HerzWir sind die Fraktion, die es schafft, links in den letzten Jahren an der Politik und Service zu verbinden, wir INFOBOX. Meduni erreichen und was wollt sind die Fraktion, die nicht nur Nein ihr in den nächsten zwei Jahren sagt, sondern konkrete Konzepte auf Mehr lesen... in Angriff nehmen? den Tisch legt. Die Koalition hat sich Im Web: auf bloßes Systemerhalten versteift, vsstoegraz.at linksblog.at Wir haben das gesamte ÖH-Team wir hingegen wollen die ÖH Uni Graz herzlinks.at gestellt und als solches eine grozu einer starken Interessensvertrefacebook.com/ vsstoegra z ße Anzahl an Projekten umgesetzt: tung für die Studierenden machen. facebook.com/herzlinks Beispielhaft kann ich hier die Mot w i t t e r. c o m / v s s t o e g r a z dulinfoveranstaltungen, Beratung Zum Schluss noch eine persönzum Auswahlverfahren und für Erstliche Frage: was macht ihr außersemestrige, die White-Coat-Ceremhalb eurer ÖH-Tätigkeit? ony sowie die ÖH-Partys Heartbeats Simon, abgesehen von den Punkund Doktorspiele nennen. Darüber ten, die du genannt hast, warum Simon: In meiner Freizeit bin ich als hinaus haben wir in beinahe tägli- sollen Studierende ausgerechnet Notfallsanitäter bei der Rettung aktiv cher Arbeit in den Unigremien die Herzlinks wählen? und vertreibe darüber hinaus gerne Curricula verbessert, die StudienZeit mit Computerspielen, YouTube, bedingungen erleichtert und gene- Wir sind das mit Abstand größte Facebook und anderem Computerrell die Interessen der Studierenden Team an Studierendenvertreter_in- zeug. nen an der Meduni Graz und leisten vertreten. bestmögliche Arbeit in der ÖH. Die Jo: Ich gehe gerne mit Freund_inIn einem Satz, für was steht ÖH-Wahl wird entscheiden, ob wir nen auf einen Kaffee oder Bier. Sonst VSStÖ beziehungsweise Herzlinks diese Arbeit fortsetzen können. lese ich auch gerne. für euch? Matthias, was bringt es für Stu- Matthias: Ich spiele gerne CompuJo: VSStÖ steht für mich für glaub- dierende an der TU Graz den terspiele und koche gerne Lasagne. haftes und engagiertes Einsetzen für VSStÖ zu wählen? Warum ist die Fachschaftslistenexekutive nicht Vielen Dank für das Interview! die Interessen der Studierenden.

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Studieren unabhängig vom Geldbörsel Mit der Kampagne “Für faire Beihilfen“ startet der VSStÖ in die ÖH-Wahlen 2013. Kennst du das ungute Gefühl auf dem Weg zur Bank? Den leisen Verdacht, dass dein Konto leer ist? Die Sorge, wie du trotzdem die nächste Miete zahlst? J o h a n n a M ay r j o h a n n a . m ay r @v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t m at h e m at i k .

Vielen Studierenden ergeht es so, da das Beihilfensystem löchrig ist, nur wenigen und nicht ausreichend hilft. Viele Studierende müssen ihr Studium aus finanziellen Gründen abbrechen. Studieren darf jedoch keine Frage des finanziellen Hintergrundes sein. Der VSStÖ fordert daher ein faires Beihilfensystem – denn Studieren muss wieder leistbar sein!

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Studienbeihilfe erhöhen Für Studierende, die Studienbeihilfe beziehen, reicht die Unterstützung

meist nicht aus. Die Höchstbeihilfe ist mit 670 Euro weit unter der Armutsgrenze, durchschnittlich ausbezahlt werden sogar nur 250 Euro. Der VSStÖ fordert eine Anhebung der Studienbeihilfe auf ein existenzsicherndes Niveau – für ein Studieren über der Armutsgrenze, damit am Ende vom Geld nicht noch zu viel Monat übrig bleibt. Ausweitung der Toleranzsemester Kaum jemand schafft es, ein Studium innerhalb der Mindeststudiendauer zu beenden. Die Toleranzsemester für den Beihilfenbezug sollen an die tatsächliche Studienrealität angepasst werden, damit man von der Inskription bis zum Abschluss mit einer tatsächlichen Unterstützung rechnen kann. Deshalb fordert der VSStÖ, dass der Beihilfenbezug nicht nur für die Mindeststudienzeit, sondern für die durchschnittliche

Studienzeit plus zwei Toleranzsemester gewährt wird. Damit sich auch das nächste Semster finanziell noch ausgeht. Abschaffung der Altersgrenzen bei Beihilfen Mit dem 24. Geburtstag verliert der Großteil der Studierenden die Familienbeihilfe. Im Schnitt sind Studierende an Universitäten jedoch knapp 27 Jahre alt – die Altersgrenze von 24 Jahren orientiert sich also keinesfalls an der Realität. Viele zwingt der Verlust der Beihilfe dazu, ihr Studium abzubrechen oder einen (weiteren) Nebenjob annehmen zu müssen. Der VSStÖ fordert daher einen Beihilfenbezug für alle Studierenden unabhängig des Alters für die Mindesstudiendauer zusätzlich der Toleranzsemester. Damit du dich wieder auf deinen 24. Geburtstag freuen kannst!


Für ein faires BeihilfenModell

Das VSStÖ-Modell zur langfristigen sozialen Absicherung von Studierenden Der VSStÖ fordert mit der Erhöhung der Studienbeihilfe, der Ausweitung der Toleranzsemester und mit der Abschaffung der Altersgrenzenregelung für den Beihilfenbezug wichtige MaSSnahmen, die sofort umgesetzt werden können. MAt t h i a s r at h m at t h i a s . r at h @v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t E l e k t r ot e c h n i k .

Mittelfristig braucht es jedoch ein umfassendes Konzept, das Studieren tatsächlich für alle jungen Menschen möglich macht - unabhängig vom Geldbörserl der Eltern. Deshalb hat der VSStÖ ein Modell ausgearbeitet, das aus vier Säulen besteht und gewährleistet, dass sich Studierende das Studium wieder leisten können. 1. Säule – Basissicherung Die erste Säule besteht aus einer Basissicherung für alle Studierenden – in Form der direkten Auszahlung der Familienbeihilfe in der Höhe von 250€ – und einem leistbaren Studierendenticket für öffentliche Ver-

kehrsmittel. Dieses Ticket soll allen Studierenden unabhängig vom Alter um 60 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.

halter_innenstipendium, ein eigens errechnetes Stipendium für Studierende mit Kind oder ein Studienabschluss- und Wiedereinstiegs-Stipendium. Um Studierende mit Kind 2. Säule – Unterhalt zu unterstützen, muss außerdem die Die zweite Säule des Modells stellt kostenlose und flexible Kinderbedie einkommensabhängige Unter- treuung an allen Hochschulstandorhaltsleistung der Eltern dar. Stu- ten ausgebaut werden. dierende werden automatisch zu Studienbeginn über die Höhe des 4. Säule – Sachleistungen Unterhaltsanspruches informiert. Die letzte Säule des VSStÖ-MoAußerdem soll eine Schlichtungs- dells umfasst Sachleistungen für stelle eingesetzt werden, die es für Studierende mit geringen finanzielStudierende leichter macht, ihren len Mitteln. Darunter fallen ermäßigte Anspruch auf Unterhalt durchzuset- Mensapreise und Kopierpreise, die zen, ohne dafür vor Gericht gehen kostenfreie studentische Selbstverzu müssen. Denn wer verklagt schon sicherung und eine einmalige Startgern die eigenen Eltern? Können die hilfe für Studienanfänger_innen (z.B. Eltern aufgrund ihrer finanziellen Si- für den Kauf eines Laptops). tuation nicht so viel zur finanziellen Unterstützung von Studierenden Durch dieses Beihilfenmodell soll beisteuern, wird der restliche Betrag gewährleistet werden, dass Studiedurch die Studienbeihilfe und durch rende monatlich einen Betrag zur Sachleistungen (3. und 4. Säule) Verfügung haben, der tatsächlich ausgeglichen. zum Leben reicht. Denn Studierenden muss wieder leistbar sein! 3. Säule – Studienbeihilfe Die Studienbeihilfe richtet sich Nähere Details findest du unter nach den unterschiedlichen Bedürf- www.vsstoe.at. Langfristig halten nissen von Studierenden. So gibt wir an der Idee eines Grundstipendies die Möglichkeit auf ein Selbster- ums fest - grundstipendium.at

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Heiratsflashmob am hauptplatz

1. M ä r z / G r a z e r H au p t pl at z

Am 1. März veranstalteten wir zusammen mit der SJ, aks und SOHO am ´Grazer Hauptplatz den "Heiratsflashmob" unter dem Motto "Wir heiraten wen & wo wir wollen!", um damit Druck auf die Stadtregierung auszuüben, den Trauungssaal der Stadt Graz endlich für Eingetragene Partner_ innenschaften zu öffnen.

Aktion am Weltfrauentag + LEsung "Der Frauenporno" 7. M ä r z / H au p t u n i

Bei unserer Aktion an KF, TU und MedUni informierte unsere Frauengruppe über die feministische Arbeit des VSStÖ und unsere Ziele und Forderungen für die nächste ÖH-Wahl. Danach luden wir am Abend zur Lesung und Diskussion mit Autorin Verena Chiara Kuckenberger über ihr Buch "Der Frauenporno. Alternatives Begehren und emanzipierte Lust?" am RESOWI-Zentrum der KFU.

Mädlsnachmittag "Alltagssexismus" 12 . M ä r z / Ca fé PA r ks

Der Mädlsnachmittag ist ein offenes und unverbindliches Treffen der VSStÖ Frauengruppe mit allen interessierten Frauen. Am 12.3. ging es um das leidige Thema "Alltagssexismus", da der #aufschrei neuen Wind in die Debatte gebracht hat, was denn nun Sexismus ist, und was nicht.

Unikino:"Were the world mine"

2 0 . M ä r z / R e s ow i

In Kooperation mit der SOHO Steiermark zeigten wir das queere Filmmusical "Were the world mine" über den Teenager Timothy, der in den Star des Rugby-Teams verliebt ist, und von seinen homophoben Mitschüler_innen tyrannisiert wird. Durch eine Rolle in Shakespeares Sommernachtstraum findet er das Rezept für einen magischen Liebestrank und verzaubert das ganze Dorf.


Erklär mir die Finanzkrise - von & mit Robert Misik

2 5 . A pr i l / HS 15 . 0 4 ( RE s oWI ) / 18 :3 0 Am 25.04. um 18:30 Uhr kommt Robert Misik in den HS 15.04, um aus seine sen und uns die Finanzkrisem neuen Buch vorzulezu erklären, aber auch Fragen zu beantworten. Wir freuen uns schon auf angeregte Diskussionen mit euch und Robert!

Fettes Fest

3 0 . A pr i l / Sc h lo s s b e rg / ab 16: 0 0 - o pe n E n d! Am 30.4. veranstalten wir mit "W ir retten Graz" ein fettes Fest auf den Kasematten am Schlossberg. Gute Musik (u.a. mit Klangkarussell!) und Getränke zu stu die rendenfreundlichen Preisen werden euc h erwarten!

VSStÖ Strandparty

7. M a i / TU I n ffe l d g as s e / a b 13 h Am 7.5. gibt's noch ein Fest und zwar auf Standort Inffeldgasse: die legendäre Vaus der TU, t Strandparty geht in die dritte Runde. Wie in den Jahren davor ist für billige Getr sorgt, nebenbei wird euch das entspann änke gedes Jahres erwarten. Und für die, die's gernteste Fest ein bisschen aufregender haben: natürlich gibt's auch Musik und Spiele (u.a. einen Riesenwuzzler!) wieder

»

D u w i l l s t m e h r? U n t e r » fac e b o o k .c o m / vs s to eg r a z e r fä h r s t d u i m m e r das N eu e s t e!

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Was sagt der VSStÖ zu… Hier möchten wir dir einen kleinen Überblick über unsere gesellschaftspolitischen Positionen geben. Da dieser aus Pl atzmangel nicht vollständig sein kann, findest du mehr dazu unter vsstoegraz. at.

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…Antifaschismus und Antirassismus Dass Österreich den Faschismus unter Hitler und zuvor Dollfuß noch lange nicht verarbeitet und aufgearbeitet hat, zeigt ein Blick in die politische Landschaft: rechtsextreme Burschenschaften erleben derzeit wieder einen Aufschwung. H.C. Strache spricht auf der Universität mit rechtsextremen Studierenden, Martin Graf ist Nationalratspräsident, etc. Der VSStÖ erteilt Rechtsextremismus, Rassismus und (Neo-)Faschismus eine klare Absage und fordert eine offensive Auseinandersetzung mit Faschismus und Rassismus seitens der ÖH, aber auch seitens der Universitäten. Wegschauen und ig-

norieren sind die falschen Antworten auf diese bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung. Braunes Gedankengut darf gerade an Universitäten keinen Platz haben.

demokratisch bestimmen, welche Bedürfnisse sie haben und wie sie diese befriedigen wollen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle die gleichen Möglichkeiten zur selbständigen Gestaltung ihres Lebens haben. Wir wollen den Ausbau demokratischer Mitbestimmungsprozesse und die Verwirklichung von Chancengerechtigkeit – insbesondere zwischen den Geschlechtern. Wir kämpfen für eine Alternative zur derzeitigen kapitalistischen Gesellschaft, für eine Gesellschaft, in der Entwicklungen auf demokratischer Willensbildung basieren. Für uns bedeutet Sozialismus auch die Demokratisierung von politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Prozessen. Eine gerechte Gesellschaft – in der diese Grundwerte verwirklicht sind – ist möglich!

…Sozialismus Eines ist sicher, der Kapitalismus funktioniert einfach nicht. Zumindest für die Meisten – einige Wenige hingegen verdienen sich sprichwörtlich eine goldene Nase. Dass es auf der einen Seite Slums, Hunger und Elend und auf der anderen Villen, Yachten und Überfluss gibt, ist aber kein Fehler in diesem System, es ist sein grundsätzlichster Bestandteil. Denn niemand kommt mit neutralem gesellschaftlichem Status zur Welt und so bleibt es dabei, dass die Kinder reicher Eltern später meistens selber reiche Eltern werden, wohingegen die Kinder armer Eltern selbst …Umweltschutz eher arme Eltern werden. Daher setzen wir uns letztendlich Soziale Gerechtigkeit scheint auf für die Verwirklichung des demokra- den ersten Blick mit Umweltschutztischen Sozialismus ein, einer Ge- maßnahmen im Widerspruch zu sellschaft, in der Menschen frei und stehen. Beispiele dafür sind die


Forderungen der ÖVP nach einer Mineralölsteuer, mit der man eine Massensteuer unter dem Deckmantel des Umweltschutzes etablieren möchte, oder sündteure Solaranlagen, die sich “Normalsterbliche” nicht leisten können. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Umweltschutzmaßnahmen überwiegend sehr positive soziale Wirkungen entfalten. Die Vernachlässigung umweltpolitischer Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltschäden würde in Zukunft zu noch viel stärkerer finanzieller Belastung der Geringverdiener_innen führen. Im Sinne der Zukunftsvorsorge für die nächste Generation lautet das Gebot der Stunde Prävention. Wenn nicht jetzt endlich etwas unternommen wird, werden die finanziellen Belastungen für die Folgegenerationen ins Unermessliche steigen, die Natur unwiederbringbar zerstört sein. Ebenso fördert das kapitalistische System, in dem wir leben, die Gier nach mehr, was oft dazu führt, dass für Profite auch Disaster wie jenes von BP im Golf von Mexico hingenommen wird. Umweltschutz ist also eine zentrale Forderung des VSStÖ, er darf nur nicht auf Kosten sozial benachteiligter Menschen stattfinden. …Homosexualität und Eingetragene Partner_innenschaft Am 10. Dezember 2009 ist Österreich endlich dort angekommen, wo Dänemark schon vor über 20 Jahren war. Im Nationalrat wird das sogenannte Eingetragene PartnerschaftGesetz (EPG) angenommen. Durch dieses Gesetz können gleichge-

schlechtliche Paare in Österreich die „Eingetragene Partnerschaft“ schließen, sprich eine staatlich anerkannte ehe-ähnliche Partner_innenschaft. Das EPG war ein erster Schritt in die richtige Richtung, mehr jedoch auch wieder nicht. Noch immer wird diskriminiert: so verwehrt sich die ÖVP in Graz zum Beispiel nach wie vor dagegen, dass homosexuelle Paare ihre Partner_innenschaft im Trauungsaal des Rathauses eintragen lassen können. Am zahlreichsten sind die diskriminierenden Elemente im EPG jedoch in Bezug auf Regenbogenfamilien, sprich lesbische und schwule Pärchen mit Kindern. So ist ihnen künstliche Befruchtung und die Fremdkindadoption untersagt. Außerdem sind die Rechte und Pflichten gegenüber Kindern des Partners oder der Partnerin stark eingeschränkt Die konservativen Kräfte in Österreich versuchen so weiterhin, ihre “heilige Institution Ehe” vor den für sie anscheinend nicht gleichwertigen Homosexuellen zu “schützen”. Das ist inakzeptabel! Wir fordern sofortige Gleichstellung der Eingetragenen Partner_innenschaft mit der Ehe in allen Belangen und gleiche Rechte für Homo-, Bi- & Transsexuelle! …Feminismus Der VSStÖ bekennt sich dazu ein feministischer Verband zu sein. Wir erkennen die strukturelle Unterdrückung der Frauen im Gesellschaftssystem und sind davon überzeugt, dass Sozialismus ohne Feminismus nicht möglich ist. Deshalb treten wir heute stärker denn je mit feministischen Themen nach außen. Wir wol-

len die Diskriminierung der Frauen in allen Lebensbereichen nicht hinnehmen und setzen uns für eine wirkliche Gleichstellung der Geschlechter ein. …Unifinanzierung In Österreich läuft in der Hochschulpolitik schon lange vieles schief. Nur 1,3% des BIPs (Quelle: Statistik Austria “Bildung in Zahlen 08/09) werden in Österreich für den Tertiären Bildungssektor aufgewandt – das ist uns zu wenig. Wir fordern ein Ende des Kaputtsparens und deswegen 2% des BIP für Universitäten und Fachhochschulen. Offiziell ist das auch das Ziel der momentanen Regierung – jedoch bis 2020. Wir entfernen uns jedoch schon länger von diesem Ziel, Budgetkürzungen und Einsparungen gefährden das Recht auf qualitativ hochwertige Bildung. Die Zeit zu sparen sollte längst vorbei sein. Da momentan jedoch Wissenschafts- wie auch Finanzministerium in Hand der ÖVP sind, können wir uns von Seiten der Regierung wohl nicht viel erwarten. Die reaktionäre Eliten-Politik des VP-Wissenschaftsministeriums ist genau so bekannt wie die Tatsache, dass die ÖVP lieber in Rüstung investiert (man denke an den Eurofighter-Skandal unter Schwarz/Blau) als in Bildung. Deswegen müssen wir Studierenden dafür eintreten, dass sich endlich etwas tut im Bereich der Unifinazierung. Denn es kann und darf nicht sein, dass Studierende für ihre Bildung auch noch zahlen müssen, wenn der Staat versagt. 2% des BIP den Unis – JETZT!

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das gibt’s doch nicht, dass ein Studium so ausschauen muss. Besonders an der WU hat mich gestört, dass Studierenden zu Studienbeginn als aller erstes die Lust am Studieren ausgetrieben wird und 80 Prozent hinausgeprüft werden. Seitdem setze ich mich dafür ein, dass an Hochschulen echte Orientierung ermöglicht wird anstatt der unfairen Knock-Out-Phase.

Konkrete Konzepte auf den Tisch legen Die VSStÖ-Spitzenkandidatin Julia Freidl über Eisverkauf, faire Praktika & löchrige Beihilfensysteme. Julia Freidl, gebürtige Grazerin, studiert an der Wirtschaftsuniversität in Wien im Master Volkswirtschaft. Während ihres Bachelor-Studiums hat sie ein Ausl andssemester in Neuseel and absolviert. Seit 2012 ist sie Sozialreferentin der ÖH-Bundesvertretung und Sozialsprecherin des VSStÖ.

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Ihre Erfahrung, die sie durch die Beratung zahlreicher Studierender sammeln konnte, möchte sie auch weiterhin in die ÖH einbringen und tritt deshalb als VSStÖ-Spitzenkandidatin für die ÖH-Wahlen von 14. bis 16. Mai 2013 an.

Eines der wichtigsten Ziele ist es für mich, dass Studieren wieder für alle leistbar wird und zwar unabhängig vom Geldbörserl der Eltern. Als ÖH-Sozialreferentin hab ich sehr viel mit Studierenden zu tun, die massive Schwierigkeiten haben, sich ihr Studium und ihr Leben finanzieren zu können. Genau da möchte ich ansetzen und mich mit den politisch Verantwortlichen an einen Tisch setzen, um auf eine Reformierung des Beihilfensystems hinzuarbeiten. Natürlich können wir das nicht von heute auf morgen verwirklichen. Deswegen werden wir auf der ÖH konkrete Projekte umsetzen, die den Studierenden schnell und direkt helfen.

Hallo Julia, du hast dich dazu entschlossen, als Spitzenkandidatin für den VSStÖ in die ÖH-Wahl zu gehen. Wenn man sich die Situation an den Unis so ansieht, wartet viel Arbeit auf dich. Welche Ziele hast du dir gesetzt?

Du bist seit 2008 beim VSStÖ. Warum bist du politisch aktiv geworden? Ich bin politisch aktiv geworden, nachdem ich mich durch die Eingangsphase an der WU gekämpft hab. Ich hab mir damals gedacht,

Viele Studierende müssen neben dem Studium arbeiten. Oft sind das nicht die spannendsten und gut bezahlten Jobs. Hast du damit Erfahrungen? Jede Menge (lacht). Von der Eisverkäuferin bis zur Babysitterin hab ich schon alles gemacht. Auch in der ÖH hab ich die Erfahrung gemacht, dass gerade Praktika, die mittlerweile ja für die meisten Studierenden zum Studienalltag gehören, oft sehr schlecht oder gar nicht bezahlt sind. Da muss sich endlich etwas ändern, damit faire Praktika gewährleistet werden. Warum braucht es aus deiner Sicht den VSStÖ in der ÖH? Weil wir uns für Studierende mit geringen finanziellen Mitteln einsetzen, für die sich sonst niemand einsetzt. Außerdem ist es für uns als VSStÖ wichtig, in Verhandlungen nicht immer nur laut “Nein“ zu schreien, sondern konkrete Konzepte auf den Tisch zu legen und Verhandlungsstärke zu beweisen. Für uns ist es zentral, Studierenden Beratung und konkrete Hilfestellungen im Alltag zu bieten. Das tun wir seit einigen Jahren mit unseren Beratungs- und Serviceangeboten besonders im Sozialbereich und das wollen wir auch in Zukunft fortsetzen.


Mein Arsch gehört ins Strafgesetz Ein #aufschrei und seine Reaktionen

Es ist schon wieder einige Monate her, dass die deutsche Journalistin berichtet hat, dass Rainer Brüderle sich ihr gegenüber anzüglich geäuSSert hatte. Sie wurde zwar ernst genommen, aber sehr schnell kamen auch Gegenstimmen, sie hätte das auch schon ein Jahr früher sagen können, als es passierte, und nicht jetzt, im Jahr der Wahlen. I r i s Sc h wa r z e n b a c h e r i r i s . s c h wa r z e n b a c h e r @v s s to e . at ... i s t B u n d e s - f r a u e n s p r e c h e r i n d e s v s s tö .

Solche Handlungen sind bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht strafbar. Auch hier entfacht sich eine hitzige Diskussion, ob das strafbar sein sollte oder nicht. Natürlich finden sexistische Handlungen weniger am hellichten Tag statt, als beim Fortgehen. Hier üben Frauen meist Selbstjustiz. Trotzdem brauchen wir eine Gesetzesgrundlage.

nicht so“ oder “reg dich doch nicht so auf“ abgetan wird. Jetzt wird mal wieder darüber diskutiert, gut. Könnte man meinen, da tut sich etwas. Doch gleichzeitig werden auch die Stimmen laut, die meinen: “Kann man denn alles verbieten und kontrollieren?“ Die Apokalypse wird ausgerufen: In Zukunft wird kein Flirt mehr straffrei sein, unbescholtene Männer werden im Gefängnis lanNeulich höre ich in der Straßen- den. bahn zwei Typen hinter mir: “Oida, die scheiß Heinisch-Hosek (FrauenDa frag ich mich jetzt aber: Ist es ministerin, Anm.) will jetzt verbieten, Männern zuzutrauen, zwischen Flirt dass ich einer Braut auf den Arsch und Übergriff, zwischen erwünschgreif”. Arge Sache, denke ich mir. ter Annäherung und Belästigung Dass es doch tatsächlich Menschen zu unterscheiden? Ich sage ja. Der gibt, die finden, dass sexuelle Über- Trick ist, Frauen nicht als Objekte griffe strafrechtlich belangt werden zu betrachten, über die man verfükönnen. Grapscht mir heute jemand gen kann, sondern auf Augenhöhe auf den Hintern oder küsst mich un- mit Respekt zu begegnen. Dann hat gefragt in der Öffentlichkeit, habe ich man auch kein Problem damit, Fraukeine Möglichkeit, mich rechtlich zu en endlich die Selbstbestimmung wehren. Denn so weit reicht weder über ihren Körper zuzugestehen und das Gleichbehandlungsgesetz noch keine Grenzen zu überschreiten. das Strafrecht. Ganz einfach eigentlich.

Ob Kalkül oder nicht, das will ich ihr nicht unterstellen, aber wenn, dann sollte frau sofort handeln. Natürlich ist auch Österreich keine Insel der Seligen, wie man in Graz merkte, als eine Passantin Opfer einer „Grapschattacke“ wurde. Wie surreal mutet die Vorstellung an, die Sackstraße entlang zu bummeln und dann greift einem aus dem Nichts jemand auf die Brüste. Oder frau steht Durch die auf Twitter entbrannte in der Schlange um sich einen Kaffee Sexismus-Debatte wird endlich ein zu holen und total unmotiviert „bam“ Thema öffentlich diskutiert, dass sonst so oft mit “jetzt hab dich doch Hand am Hintern.

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diesem Spiel? Richtig – die privaten Immobilienbesitzer_innen. Seit 2005 sind die Mieten privater Firmen um 25 Prozent gestiegen, jene von Wohnungen, die Städten oder Ländern gehören, nur um 13 Prozent. Im Klartext: Die Gewinne privater ImmoblienbesitzerInnen explodieren, während die steigenden Mieten für immer mehr Menschen existenzbedrohend werden!

Wohnen muss wieder leistbar werden Vom Dach über dem Kopf und grauslichen Mieten. Die erste eigene Wohnung, das erste WG-Zimmer – raus aus dem Hotel Mama/Papa, rein ins richtige Leben. Ausziehen ist für die meisten jungen Menschen wohl einer der wichtigsten Schritte in die Unabhängigkeit. Für viele Studierende bedeutet es gleichzeitig eine neue Umgebung und eine unbekannte Uni-Stadt, ein ganz neues Leben also.

a b e r v o r a l l e m S oz i o l o g i e .

lich eine Bleibe gefunden hat, ist besonders in Uni-Städten wie Graz mit steigenden Mieten und allerlei Gebühren konfrontiert – von der Makler_innen-Provision bis zur MüllGebühr. Wirklich billige Wohnungen lassen sich fast nur am Stadtrand finden, abgeschnitten von Öffis und wichtiger Infrastruktur. Heimplätze sind oft rar und auf die wenigen Gemeindewohnungen kann man im Durchschnitt zwei bis vier Jahre warten. Klar, Wohnen ist ein Grundrecht – aber offensichtlich eines, das immer schwieriger umzusetzen ist. Aber warum?

Zur Kehrseite der Unabhängigskeits-Medaille wird dann oft die Suche nach der neuen Wohnung/ WG. Je nachdem, wie viel die Eltern zur Miete dazuzahlen wollen oder können, sind das Durchforsten der verschiedenen Wohnungs-Börsen, das Durchtelefonieren potentieller VermieterInnen und natürlich die Besichtigungen meist eine kleine Sysiphos-Aufgabe. Wer dann end-

Schauen wir uns die Entwicklung der Wohnungsmieten in Österreich an: Zwischen 2000 und 2011 sind die Mieten im Durchschnitt um circa 40 Prozent teurer geworden, die Löhne wurden (entsprechend der Inflation) nur um 25 Prozent erhöht. Was gibt’s für eine Begründung dafür, dass die Mieten um zwei Drittel stärker steigen als die Löhne, mit denen sie bezahlt werden? Wer gewinnt bei

S e b a s t i a n pay s e b a s t i a n . pay@ s j o e . at ... S t u d i e r t e i g e n t l i c h e h a l l e s ,

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Aber was kann man tun, um leistbares Wohnen endlich wieder zum Grundrecht zu machen, das es sein sollte? Für uns hilft nur ein 3-Stufenplan: Punkt 1 – die Zweckwidmung des Wohnbaugeldes. Alle Bundesländer müssen sich verpflichten, das Wohnbaubudget auch endlich wieder für den Bau leistbarer Wohnungen im großen Stil auszugeben und nicht damit zu spekulieren wie in Niederösterreich. Punkt 2 – Ein bestimmter Teil dieser Gemeindewohnungen soll als Startwohnungen für junge Menschen deklariert werden. Diese sollen auf die Dauer der Ausbildung der BewohnerInnen beschränkt, dafür aber billiger sein. In vielen europäischen Städten funktioniert das längst! Punkt 3 – Der privaten Bereicherung den Hahn zudrehen: Ein modernes Mietrecht, Mietzinsobergrenzen (also klare Regeln, wann Mieten wie teurer werden dürfen) und Höchstgrenzen für Makler_innen-Provision und Kaution! Und auch diese Schritte sind nur erste Schritte – es bleibt viel zu tun, um leistbares Wohnen für alle wieder zu dem bedingungslosen Grundrecht zu machen, das es eigentlich sein sollte. Genauere Infos findet ihr auf: www.sjoe.at/wohnen


Jetzt dürfen wir ihn also doch behalten Wen, was? NA, den Mobilitätsscheck, natürlich! Der Wermutstropfen dabei: Er ist nun nur mehr 40 statt 50 Euro wert und trotz des Mobilitätsschecks ist öffentlicher Verkehr gerade in Graz noch immer enorm teuer für Studierende. Pa u l z i e r m a n n Pa u l . z i e r m a n n @v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t L e h r a m t G e s c h i c h t e /

so schrittweise den Zugang zur Mobilität zu verwehren. Wir als Studierende, welche meistens nicht gerade Geld im Überfluss haben, sind von dieser Situation stark betroffen. Neben den ohnehin schon hohen Kosten für Wohnen, Verpflegung, Studium und Leben spielt auch der Verkehr eine immer stärker zunehmende Rolle.

Germanistik

Student_innen mit Hauptwohnsitz in Wien bezahlen gerade einmal 75 Euro im Semester für eine weitaus größere Verkehrsregion. In Linz sind es mit 50 Euro sogar noch weniger. In Graz beträgt der Preis für ein Studierendensemesterticket auch mit Mobilitätsscheck noch über 100 Euro. Auch ist es für Studierende leider nach wie vor nicht möglich ermäßigte Stunden-, Tages- oder Wochenkarten zu beziehen. Gerade in Zeiten wie diesen, wo wir vor großen ökologischen und sozialen Problemen stehen, ist es auf jeden Fall der falsche Weg öffentlichen Verkehr kontinuierlich zu verteuern und sozial schwächeren Schichten

Es gibt aber auch einen anderen Weg, wie uns die estnische Stadt Tallinn gezeigt hat. Dort haben sich die Bürger_innen im März 2012 in einer Volksabstimmung für gratis öffentlichen Verkehr im Stadtgebiet ausgesprochen und seit Anfang 2013 besitzen die Einwohner_innen Tallinns eine elektronische Karte, mit der sie kostenlos alle öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt benutzen können. Auch wir, der VSStÖ, fordern langfristig einen kostenlosen öffentlichen Personalverkehr. Mobilität kann und muss für alle möglich, dass heißt auch leistbar, sein. Gerade bei öffentlichem Verkehr darf es keine soziale Selektion geben. Tallinn zeigt,

dass diese Forderung keinesfalls utopisch oder weltfremd ist. Dennoch ist uns natürlich klar, dass dies unter dem derzeitigen Grazer Bürgermeister nicht so bald geschehen wird. Dass die Preise für Öffis in Graz jedoch noch immer gerade im Direktvergleich mit Wien extrem hoch bei einem vergleichsweise kleinem Geltungsbereich sind, ist keinesfalls tragbar. Das versuchte „Verschwindenlassen“ des Mobilitätsschecks für das Sommersemester 2013 war dabei noch zusätzlicher Hohn gegenüber den Studierenden. Auch wenn die Situation trotz Mobilitätsscheck kaum als wünschenswert zu bezeichnen ist, so ist es dennoch gut, dass er uns dank des öffentlichen Drucks doch noch erhalten geblieben ist. Schon bei der Entkoppelung des Studitickets von der Familienbeihilfe war der VSStÖ maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt. Jetzt heißt es, aktiv für weitere Verbesserungen zu kämpfen!

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Verbesserung der Studienbedingungen jetzt! Wer von uns kennt das nicht: bei Lehrveranstaltungen am Boden sitzen müssen, zittern aus Angst vor einem kommissionellen Prüfungsantritt oder den Frust, wenn man wieder keinen Pl atz in der L abor- oder Übungsgruppe bekommen hat. A n d r e a S ta c h e l A n d r e a . s ta c h e l@v s s to e g r a z . at ... S t u d i e r t V e r fa h r e n t e c h n i k .

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Wir als VSStÖ haben uns in den letzten Jahren immer den Problemen von uns Studierenden gewidmet und werden das auch in den nächsten Jahren wieder tun. Daher haben wir uns wieder der aktuellen Hürden im Studium angenommen, um diese ganz abzubauen oder zumindest zu verbessern.

Materialkosten Im Laufe des Studiums müssen wir alle extrem viel Geld für Bücher, Skripten oder andere lehrveranstaltungsrelevante Materialien ausgeben. Viele Professoren und Professorinnen bestehen darauf, dass wir deren selbstgeschriebene Bücher kaufen müssen, um die Lehrveranstaltung positiv absolvieren zu können. Da sehr viele Studierende neben dem Studium arbeiten müssen, um sich den Lebensunterhalt leisten zu können, ist es für einige unmöglich, auch noch diese Unterlagen zu erwirtschaften. Das gleiche Problem tritt bei Kursen auf, in denen mit Programmen gearbeitet wird, deren Lizenzen nur auf den Computern der Universität laufen. Viele Studierende können sich zu Hause besser auf die Arbeit konzentrieren, können sich aber die völlig überteuerten Studie-

rendenlizenzen nicht leisten. In einigen anderen Universitäten in Europa wurde dieses Problem mittlerweile gelöst, indem die Lehrveranstaltungsunterlagen zur Gänze online zu finden sind. Diese freie Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien über das Internet nennt sich „Open Courseware“ und macht nicht nur den Zugriff auf vorhandenes Wissen einfacher, sondern fördert auch dessen Weiterentwicklung. Daher fordern wir für alle Grazer Universitäten die Bereitstellung von benötigter Software und digitalisierten Skripten bei Lehrveranstaltungen. Lernplätze und Laborplätze Da aber auch viele Studierende lieber auf der Uni als daheim lernen, da es auf der Uni meist weniger Ablenkungen als zu Hause gibt, sollten


ausreichend Lern- und Arbeitsplätze mit entsprechender technischer Ausstattung (PCs, Steckdosen etc.) zur Verfügung stehen. Vor allem an unseren Universitäten, an denen von uns jeden Tag präzise und richtige Arbeiten und ebenso erfolgreiche Prüfungen erwartet werden. Wir entwicklen gerade Folder für jede Uni mit einer Sammlung aller Lernplätze (du hast einen Tipp? » Email an andrea.stachel@vsstoegraz.at). Diese Folder sollen neben den Orten auch ein Bewertungssystem betreffend Steckdosen, Tageslicht oder Weg zum nächsten Kaffeeautomaten beinhalten. Da viele Studienrichtungen in Graz praxisorientiert sind, müssen zahllose Studierende im Laufe des Studiums ein Labor oder ein Praktikum besuchen. Ohne eine Ausweitung der Plätze und eine Überarbeitung der Reihungskriterien ist ein erfolgreiches und schnelles Studieren aber nicht möglich. Deshalb fordern wir eine Ausweitung aller Labore über das gesamte Studienjahr, um möglichst allen Studierenden ein schnelles Vorankommen zu garantieren. Prüfungsantritte Seit dem Wintersemester 2011 gibt es trotz großem Widerstand der Studierenden nur mehr 4 Prüfungsantritte an der KF-Uni. Dies war nur das i-Tüpfelchen nach einer Welle von Kürzungen, wie beispielsweise der Absenkung der Altersgrenze der Familienbeihilfe Durch die Kürzung der Prüfungsantritte an der KFU kann es passieren, dass aufgrund der Vernetzung von TU und KFU durch das NAWI-Projekt auch in diesem Bereich die Prüfungsantritte

gestrichen werden. Auch wenn nicht viele Studierende auf diesen Antritt angewiesen sind, bekommen Studierende durch ihn mehr Rückhalt und Sicherheit im Studium. Durch Kürzung dieses Antrittes steigt die Belastung von uns Studierenden enorm und das beeinflusst wiederum die Prüfungsergebnisse. Um diesen Teufelskreis zu beenden, fordern wir die Aufhebung der Kürzung des 5. Prüfungsantrittes an der KFU und die Beibehaltung des Antrittes für die TU und alle NAWI-Studien. Überbeanspruchung von ECTS Es gibt Dinge, die kann man verstehen, und dann gibt es Dinge, die sind unerklärlich. Zur ersten Kategorie gehört Quantenmechanik, zur zweiten gehören ECTS-Credits. Jeder Lehrveranstaltung werden auf der Uni Zahlen zugeordnet, die ihren Aufwand in der normalen Woche eines Studierenden über das Semester verteilt repräsentieren sollen. Doch je länger man studiert, desto mehr bekommt man Zweifel an dem Sinn dieses Systems. Weder ist diese Berechnung transparent noch nachvollziehbar. Wir alle kennen Kurse und LV's, deren Aufwand in keiner Relation zu den erhaltenen Credits steht. Wir fordern deshalb endlich eine transparente Berechnung der ECTSCredits in jedem Fach, nachvollziehbar sowohl für Studierende wie auch für Lehrende. Studieren und Arbeiten Studieren ist Arbeit, denn es ist ein Vollzeitjob, der viel von uns verlangt. Doch es gibt auch immer mehr von uns, die nebenbei arbeiten müssen, um sich nicht nur ein Studium, son-

dern auch ein Leben in Graz leisten zu können. Und genau deshalb fordern wir, dass Lehrveranstaltungen ganzjährig angeboten werden, Labore auch in den Ferien und von Kurse auch am Nachmittag. Vor allem Pflichtveranstaltungen können auch gut in der zweiten Tageshälfte platziert werden, um so allen Studierenden Chancen zur Teilnahme zu ermöglichen. Auch der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn soll erleichtert werden. Die Aufstockung des wissenschaftlichen Personals ist unumgänglich, um ein ausgeglichenes Betreuungverhältnis im Unibetrieb zu garantieren. Es würde durch mehr wissenschaftliches Personal zu weniger “Stau” bei Übungen oder Prüfungen kommen. Weiters muss wissenschaftliches Personal fair bezahlt werden. Aber auch viele Studierende müssen während ihres Studiums Praktika absolvieren. Diese sind meist eine Bereicherung an Erfahrung und gewähren tolle Einblicke in die praktische Seite unserer Studien. Da aber diese nur selten auch fair entlohnt werden, fordern wir auch eine gerechtere Bezahlung von wissenschaftlicher Mitarbeit.

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GASTKOMMENTAR

Suchbild? Suchbild? Suchbild? Suchbild? Suchbild?

ren, dass das Gesetz eben nur ein erster Schritt sein kann. Für parteiunabhängige Homosexuellen-Initiativen, wie das Rechtskomitee Lambda, hat es sich „bezahlt gemacht, dass wir und viele andere NGOs bis zur finalen Beschlussfassung im Nationalrat Druck gemacht h a b e n“. D a d u r c h s e i e n d i e u r s p r ü n g l ich e n 74 a u f 43 Ungleichbehandlungen gegenüber der heterosexuellen Ehe dezimier t worden.

Wo aber sind die nächst e n , n o t w e n d i g e n S c h r i tt e i n R i c h t u n g tat s ä c h l i che Gleichberechtigung lesbischer und schwuler Pa a r e i n Ö s t e r r e i c h?

Die Homosexuelleninitiativen wissen: es gilt weiterzukämpfen und weiterhin Druck auf die Regierung z u machen – 43 Ungleichbehandlungen sind immer noch zu viel. Zum Beispiel mu ss d a s Na men sre cht ve rbessert werden, Adoption und die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung für gleichgeschlechtliche Paare fehlen. Das Lambda plant eine Beschwerde beim Ve r f a s s u n g s g e r i c h t s h o f a u f grund der anhaltenden Ungleichbehandlung.

E

in erster Schritt in die richtige Richtung“ war die Begleitmusik des Eingetragenen Partner_ innenschaft-Gesetzes (EPG) ve rga ngenen Dezembe r. Ab seit s re cht e r u nd kon se rvativer Stimmen, die „unse r e t r a d it ionel le Fa m i l ie a l s d a s h ö h e r w e r t i g e G u t “ Vo n r o t e r R e g i e r u n g s s e i t e (FPÖ-Abgeordneter Kurz- gibt es Absichtserklärungen: m a n n) b ez eich ne n , wa r von Fr aue n m i n ist e r i n Hei n isch progressiver Seite zu hö-

Hosek ist laut Aussendung „froh über die Eingetragene Partnerschaft, froh, dass homosexuelle Menschen im Krankenhaus Auskunft über den Gesundheitszustand ihr e s P a r t n e r s e r h a l t e n .“ D i e fehlende Adoptionsmöglichkeit bedauert auch sie. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim sieht ebenfalls einen „Schritt in die richtige R i c h t u n g “. Wo a b e r s i n d d i e n ä c h s t e n Sch r it t e? Wie la nge mü sse n w i r a u f s i e w a r t e n? D i e Ve r schnaufpause der Regierung u nd der SPÖ d auer t m it tlerweile über drei Monate. Das ist noch keine Ewigkeit, dennoch: zu langes Ausr uhe n f ü h r t z u Tr äg heit . Auch we n n sich m it e i n e r ÖV P i n s o ph i e wo l l n e r D i e 24 - j ä h r i g e S t u d e n t i n d e r G e r m a n i s t i k u n d Po l i t i k w i s s e n s c h a f t i s t B u n d e s v o r s i t z e n d e d e s Ve r b a n d s S oz i a l i s tischer Student_innen. S i e b l o g g t r e g e l m ä ßi g a u f s o p h i e w o l l n e r.w o r d p r e s s . c o m

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