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Das Magazin zum Kulturportal www.actlive.de Schutzgebühr 5 €

Teatro Colombino JAZZfestival Freiburg 2012 Lux − Theater des Moments staufener kulturwoche

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l'Art de Vivre à la Danoise

Ab November wieder in der Salzstraße 23!

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Grünwälderstr. 10 (bis Ende 2012) Salzstraße No 23 79098 Freiburg Telefon 0761– 36455 2-laender-stube@web.de 3


Inhalt actlive · Kultur in Baden · September / Oktober 2012

Theater/Bühne/Tanz 6–7 LUX – Theater des Moments 8–9 LILIOM / BALETTWERKSTATT: JOHN NEUMEIER – Festspielhaus Baden Baden 10 – 13 TEATRO COLOMBINO – Palazzo Colombino Freiburg 14 – 15 «EVA & LILITH»– Theater Galli 16 – 17 STAUFENER KULTURWOCHE – Staufen

Musik JAZZFESTIVAL Freiburg 2012 Jan Gabarek Group / SPARK / Correira & Agwa von Mourad Merzouki Al Jarreau & Joe Sample

18 – 19 20 21

Kunst Hermann Hesse «Farbe ist Leben» Freilichtausstellung / Liebe auf den ersten Blick – Sammlung Würth Germain Roesz Farbwelten CoBrA international − Momente einer Utopie 13 Künstlerateliers in Haslach

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verschiedenes LESUNGEN − Thommie Bayer / Katharina Hagena / Helmut Krausser / Karen Duve 30 – 32 33 Studio 45 34 – 35 Mini-Tipps

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Impressum Herausgeber | Stefan Sinn (V.i.S.d.P.) Email: sinn@zeitform-medien.de

TeaTro Colombino JaZZfesTival freiburg 2012 lux − TheaTer des MoMenTs sTaufener kulTurwoChe

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Al Jarreau

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Geschäftsführung | Alexandra Lippeck M.A. Email: a.lippeck@zeitform-medien.de Tel.: +49-761-76 77 69 0 Fax: +49-761-76 77 69 99 Organisation | Maike Schaechtele Email: orga@zeitform-medien.de Tel.: +49-761-76 77 69 0 Artdirektion | Christoph Rankers www.rankers-kreation.de

Autorenkürzel Alexandra Lippeck (AL) Stefan Sinn (StS) Text Veranstalter (TV)

Verlag | ZeitForm Medien GmbH Kulturpark Freiburg Haslacher Str. 43 79115 Freiburg Tel.: +49-761-76 77 69 0

Nicht namentlich gekennzeichnete Artikel kommen teilweise vom Veranstalter und müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Copyright für Inhalt: Die Herausgeber. Alle Inhalte sind vollumfänglich urheberrechtlich geschützt. Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung. Alle Bilder: So weit nicht anders angegeben vom Veranstalter.


Liebe Leserinnen und Leser, auch mit dieser Ausgabe wollen wir Sie wieder zur Teilnahme an möglichst viel Live-Kultur anregen. Dazu präsentieren wir Ihnen wieder eine Auswahl an sehenswerten Veranstaltungen und bemerkenswerten Künstlern. Zu den Highlights, die in nächster Zeit in unsere Region kommen, zählen sicher Al Jarreau und der Jan Gabarek Group. Aber auch der Erneuerer des Handlungsballets, John Neumeier, kommt ins Festspielhaus Baden-Baden. Wir stellen Ihnen seine aktuelle Aufführung ‚Liliom’ vor und berichten über seine ‚Ballett-Werkstatt’, in der er einen Einblick gibt, wie er zu seinen Ideen kommt und wo er sich inspirieren lässt. Wir zeigen Ihnen eine Übersicht über das Programm der 23. Staufener Kulturwoche. Ihr Motto ‚Zähne zeigen’ bezieht sich dabei weniger auf das Lachen der Zuschauer und Künstler, sondern auf den Wunsch der Veranstalter, sich trotz der finanziellen Belastung der Stadt durch die Hebungs-Schäden, ein spannendes Live-Programm zu bieten. Außerdem bringen wir Sie auf die Spur des Theater Lux und informieren, wo und wann Sie dieses erleben können, ‚Farbe ist leben’ heißt die Ausstellung im KunstPalais Badenweiler, die noch bis Ende Oktober original Aquarelle von Hermann Hesse aus seiner Zeit im Tessin zeigt. Mit Germain Roesz Farbwelten und CoBra international – Momente einer Utopie ist das Museum für Aktuelle Kunst Sammlung Hurrle gleich zwei Ausstellungen vertreten. Im Weiteren kündigt sich bereits das Teatro Colombino an, dessen Regisseur, Stefan Warmuth, schildert wie er zum Varieté gekommen ist und berichtet von seiner Begeisterung über die neue Dinnershow, die ab November wieder Artisten auf Weltniveau nach Freiburg bringt. Auch wenn urlaubsbedingt, in dieser Ausgabe leider die Seiten der Theater Freiburg und Basel, deren aktuelles Bildmaterial bei Redaktionsschluss leider noch nicht vorlag, fehlen, hoffen wir doch, Ihnen viele Anregungen für LiveErlebnisse zu bieten.

Herzlichst

Heiner Schwär Gestaltung

Stefan Sinn Herausgeber

individueller 79117

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An f e rt i g u n g

Brillen aus Naturhorn

Freiburg

tel. 0761 - 61

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w w w . s c h w a e r - h o r n - a r t . d e


Olaf Garz © Lux – Theater des Moments

Lux Theater des Moments Der Lux geht um

Samstag Abend mitten in der Freiburger Altstadt: Eine Horde Menschen läuft zwei Herren in Anzug hinterher. Immer wieder halten sie an und kurz darauf ertönt schallendes Gelächter. Anwohner schauen von den Balkonen herab, Passanten bleiben stehen. Was passiert da? Lux – Theater des Moments erregt mit einer seiner Produktionen wieder einmal ungewöhnliche Aufmerksamkeit. Actlive sprach mit dem Inhaber Christian Sauter. Was machen Sie denn? Wir improvisieren. Aus dem Nichts heraus werden Szenen und Geschichten auf die jeweilige Bühne gebracht. Aus den Vorgaben des Publikums und der Inspiration des Moments entwickeln die Schauspieler mit viel Wortwitz und Situationskomik intelligente und kraftvolle Szenen, die die Lachmuskeln der Zuschauer in Anspruch nehmen.

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© Lux – Theater des Moments

Wer ist denn Lux – Theater des Moments? Lux – Theater des Moments ist ein badisches und mittlerweile auch internationales Ensemble, das seit nun 6 Jahren auf der Bühne ist. Es entwickelte zahlreiche innovative Produktionen, wurde mehrfach ausgezeichnet und plant immer wieder außergewöhnliche Theater-Events. Und Sie machen das Ganze auch für Unternehmen? Ja. Neben diesen Impro-Comedy-Shows bietet Lux auch Entertainment und seriöse thematische Improvisation für Firmen und Verbände. Zum Beispiel runden wir Ihre Veranstaltung mit einem improvisierten Spiegeltheater ab. Vom Firmen-Krimi über szenische Impulse bis zur Produktpräsentation – wir bringen Humor ins Spiel. Und die Themen der Kunden auf die Bühne. Und als Weiterbildung kann man Sie auch buchen? Genau. Wir bieten für Unternehmen Seminartheater, Work-

shops und Auftrittsberatung an. In den Schulungen werden die Stärke der Spontaneität und die Vorteile der Improvisation vermittelt. Auf humorvolle Weise werden soziale und kommunikative Kompetenzen der Teilnehmer trainiert. Hier arbeiten wir unter anderem mit Indoortrainern von Unternehmen zusammen oder bieten mit mcm hay smith Freiburg im Bereich Marketing, Coaching und Konfliktmanagement vor allem individuelle Komplettlösungen an. Kann man Sie auch mal sehen? Natürlich. In Freiburg etwa im Winter im E-Werk und im Sommer in der Altstadt. Neuerdings ist Lux – Theater des Moments auch in Berlin zu sichten. Alle Infos und auch Videoclips auf www.theater-lux.de

Weitere Informationen unter www.theater-lux.de

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Lilliom © Holger Badekow

Liliom Hamburg Ballett – John Neumeier Eine Ballettlegende von John Neumeier in sieben Bildern und einem Prolog frei nach Ferenc Molnár.

Liliom lebt als Handlanger auf dem Rummel. Als er sich in Julie verliebt, verliert er seine Arbeit am Karussell. Seine Liebe ist echt, aber sie äußert sich in Schlägen. Am Ende sieht er nur einen Ausweg: Selbstmord. Doch es ist nicht wirklich das Ende. Liliom erhält im Himmel eine zweite Chance. Er darf einen Tag lang zurück auf die Erde – und dort nutzt er seine Chance, so gut er es kann. Mit „Liliom“ gelang John Neumeier etwas, was man von dem Choreographen nicht erwartet hätte: eine Art Ballett-Musical ohne Worte. Wie stets verlangt Neumeier von seinen Tänzern das Äußerste an Ausdruck und Körperbeherrschung. Und so 8

ist es nicht verwunderlich, das die beiden Tänzer Carsten Jung (Liliom) und Alina Cojocaru (Julie) für diese Rollen jüngst den ‚Ballett-Oscar’, Prix Bennois, erhielten. Die Musik wurde eigens vom Oscarpreisträger Michel Legrand komponiert, der mit Filmmusiken zu „Sag niemals nie“ und „Yentl“ populär wurde. Für „Liliom“ setzt er nun nicht nur ein Sinfonieorchester ein, sondern auch die NDR Bigband. Fr 12. - Sa 13. Oktober – 20 Uhr So 14. Oktober – 19 Uhr Ort: Festspielhaus Weitere Informationen unter www.festspielhaus.de


Werkstatt © Holger Badekow

Ballett-Werkstatt: John Neumeier Zu Illusionen – wie Schwanensee und zu Liliom Wie funktioniert Kreativität? Wie kommt ein Ballettmeister auf Ideen, wo holt er seine Inspirationen her? John Neumeier, der Erneuerer des Handlungsballetts, lässt sich gern alle Zeit der Welt. Er liest, reist, lernt, recherchiert. Und in der legendären Ballett-Werkstatt im Festspielhaus werden diese Ideen wieder herausdestilliert: Der Choreograph kommt auf die Bühne, erzählt, weist hin und verrät Geheimnisse. Und endlich wird einem bewusst, wie selbst kleinste Gesten zu Romanen werden, wenn sie ein Meister einsetzt. So 14. Oktober – 11 Uhr Ort: Festspielhaus Weitere Informationen unter www.festspielhaus.de

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Teatro Colombino - Magic Moments Ab dem 21. November 2012 öffnet das teatro COLOMBINO im Freiburger Colombipark wieder seine Tore. Die Säulen der Dinnervarietéshow bilden das besondere Ambiente des Spiegelpalasts, Darbietungen internationaler Ausnahmekünstler sowie ein 4-Gang Gourmetmenü, kreiert von Starkoch Alfons Schuhbeck. Offensichtlich war Veranstalter Clemens Zipse mit seinem Restauranttheater in der letzten Saison so erfolgreich, dass sich vor lauter Respekt kein weiterer Bewerber für die diesjährige Ausschreibung gefunden hatte. Nun hat er Planungssicherheit für die nächsten drei Jahre und kann investieren, wie zum Beispiel in einen nagelneuen Spiegelpalast für über 400.000 Euro. Einen entscheidenden Beitrag zu diesem Erfolg hatte sicher auch der Regisseur und künstlerische Leiter der Show, Stefan Warmuth. Wir sprachen mit ihm über das neue Konzept und über seine Liebe zum Varieté 10


Spiegelpalast © teatro colombino

Herr Warmuth, woher kommt ihre Begeisterung fürs Varieté und die Dinnershows? SW: Schon während meines Musikstudiums habe ich sehr viel am Theater gearbeitet, unter anderem als Regieassistent am Schillertheater unter Helmut Baumann, und für Musicals im Theater des Westens, wo seinerzeit Rolf Kühn einer der ganz großen deutschen Jazzmusiker musikalischer Leiter war. Von ihm habe ich sehr viel gelernt und mit ihm verbindet mich noch immer eine enge Freundschaft. Ich habe viel geschrieben, hatte ein eigenes Orchester und bin über die Arbeit mit André Heller zum Genre Varieté gekommen. Ich arbeite an verschiedensten Showkonzepten, die sowohl in großen Varietéhäusern als auch regelmäßig einmal im Jahr in München im Prinzregententheater mit einer großen Magiershow

umgesetzt werden. Das ist die ganz große Illusion, die man auf normalen Varietébühnen so nicht umsetzen könnte. Wir reden da von fliegenden Konzertflügeln oder spektakulären Illusionen mit bis zu acht Löwen. Zudem hatte ich im Jahr 2007 die große Freude und Ehre, das fünfzigjährige Jubiläum der Europäischen Union kreativ mitzugestalten. Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen ist die Besonderheit des teatro COLOMBINO die Nähe zum Publikum. Die Trennung zwischen Bühne und Auditorium entschwindet und so werden die Darbietungen der einzelnen Künstler für die Zuschauer erfahrbarer. Die Nähe ermöglicht es, dass der Zuschauer beispielsweise bei einer Hand-auf-Hand-Darbietung hautnah miterleben und sehen kann, welche Kräfte angewandt und welche Muskelpartien beansprucht werden, wenn ein Artist seinen Partner auf einer Hand balanciert. Einen solchen Effekt 11


erreicht man nicht in einem großen Zirkuszelt oder in einer großen Halle, wo man als Zuschauer unter Umständen 20-30m von der Bühne entfernt sitzt. Für die Artisten ist diese Nähe oftmals eine neue Erfahrung. Clemens Zipse und ich halten weltweit auf Festivals, auf denen immer wieder neue Showideen entstehen, Ausschau nach Nachwuchskünstlern, die wirklich hervorragend sind. Diese kommen oftmals direkt von Artistenschulen und haben im teatro ihre erste Auftrittsmöglichkeit. Es gibt aber auch Künstler, die bereits Showerfahrung gesammelt und mit anderen großen Veranstaltern, wie dem ‚Cirque du Soleil’ gearbeitet haben. Diese Großproduktionen gastieren oft in riesigen Hallen, wo die Distanz zwischen Bühne und Publikum sehr groß ist. Meine Aufgabe ist es, diese Künstler mit ihren unterschiedlichsten Showerfahrungen und aus den verschiedensten Disziplinen zusammenzuführen. Häufig muss man die Nummern, aufgrund der räumlichen Begebenheiten des Spiegelpalasts, ein bisschen abändern.

Was erwartet die Zuschauer bei Magic Moments? Die Show wird ihren Schwerpunkt in der witzigen und virtuosen Umsetzung der Musik haben. Im Mittelpunkt stehen die Kavaliere Fritz und Anton, ein eingespieltes Komikerduo, das sehr ungewöhnliche Instrumente spielt. Fritz spielt zum Beispiel die Gastrophonika (gestimmte Wasser- und Weingläser) und ein Burning Xylophon, das er so rasant spielt, bis es tatsächlich zu rauchen und brennen beginnt. Anton kommt mit Schüsseln aus der Küche und spielt dazu. Das ist natürlich zuerst der nackte Irrsinn, wird dann aber zunehmend virtuos und mündet schlussendlich in einem fulminanten musikalischen Feuerwerk. Sie sind aber mehr als nur Musik-Clowns. Sie wissen auch durch Zauberei, Slapstik, umwerfende Situationskomik und kabarettistische Einlagen zu begeistern und sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen. Anton ist der etwas Unbedarfte, der eigentlich immer alles richtig machen will, aber letzten Endes doch kein Fettnäpfchen auslässt.

Die Kavaliere © teatro colombino

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Emilia Arata © teatro colombino

White Gold © teatro colombino

Fritz ermahnt ihn unermüdlich und meist vergebens, dass doch eigentlich Niveau vereinbart war. In einem Seitenstrang der Handlung ist Anton auf der Suche nach einer Lebenspartnerin. Fritz gibt ihm Ratschläge, wie man sich niveauvoll einer Frau nähert. Besonders schwer für Anton, der in schwäbischer Tonart meist so spricht wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Wenn etwas professionell gut gemacht ist, wird das jeder gut finden. Wenn aber darüber hinaus noch eine persönliche Begeisterung der Künstler zu spüren ist, dann wertet das noch einmal unheimlich auf. Herr Warmuth, vielen Dank für das Gespräch.

(TV)

Gegenüber anderen vergleichbaren Acts haben die beiden den Vorteil, dass sie immer sehr genau und diszipliniert vorbereitet sind. Und dennoch schaffen sie es, dass ihre Sketche so beim Publikum ankommen, als wären sie aus der Situation heraus im selben Moment entstanden. Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut, wie sie sich auf den Moment einstellen können. Sie haben ein sensationelles Timing und darüber hinaus sind sie trotzdem in der Lage zu improvisieren, sie greifen gerne eine Idee aus dem Publikum auf und fallen dabei nicht aus ihrer Schiene, können wortlos darauf einsteigen und finden umgehend auch wieder ihren roten Faden. Man kann ihre Lust am gemeinsamen Spielen spüren. Die Basis dafür ist eine tiefe persönliche Freundschaft und viel Spaß am gegenseitigen Spiel. Das übertragen Sie jeden Abend und das spürt das Publikum.

21. November 2012 bis 13. Januar 2013 Ort: Freiburg, Colombipark Ticketbestellungen unter 01805 – 599 110 oder info@teatro-colombino.de Weitere Informationen unter: www.teatro-freiburg.de

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© Galli Theater

«Eva & Lilith» Der uralte Mythos brandaktuell inszeniert.
 Eine mythologische Komödie von Johannes Galli Wer war Adams erste Frau? Wer hier spontan “Eva” einsetzt, liegt falsch. Denn aus mythologischer Sicht war es: Lilith. 
 Einem uralten sumerischen Mythos zufolge, war Lilith Adams erste Frau und von Gott aus dem gleichen Material erschaffen, die ihm jedoch fortlief, weil sie nicht bereit war sich von ihm beherrschen zu lassen. So wurde sie auf die Rückseite des Mondes verbannt, von wo sie nun einsam gegen alles wütet, was sich binden will. im Laufe der Jahrtausende entstanden viele Legenden um Lilith, in denen sie als gefährliche Verführerin des Mannes gegeißelt wurde. Eva, die zweite Frau Adams, schuf Gott nun aus dessen Rippe. Dabei sprach Er:
Ich werde sie nicht aus dem Kopf des Mannes machen, sonst wird sie ihren Kopf in hochmütigem Stolz tragen; und nicht aus dem Auge, sonst wird sie lüsterne Blicke bekommen; und nicht aus dem Ohr, sonst wird sie 14


Matilda Mara © Galli Theater

Tricia Patrick © Galli Theater

© Galli Theater

überheblich; und nicht aus dem Mund, sonst wird sie eine Schwätzerin; und nicht aus dem Herzen, sonst wird sie zu Neid neigen; und nicht aus der Hand, sonst mischt sie sich in fremde Angelegenheiten; und nicht aus dem Fuß, sonst wird sie eine Herumtreiberin." 
Für sich selbst schuf der Mann somit das Bild der Eva, die sich vor allem als treue Ehefrau und Mutter ihm gefügig unterordnet. 
 Auf dieser Grundlage dieser beiden Frauentypen, inszenierte Johannes Galli ein Theaterstück mit scharfem Witz und dem Tiefgang eines gewaltigen Mythos.

In diesem Theaterstück geht es um ein sehr altes und doch immer aktuelles Thema: Die Spaltung der Frau in die heimliche Geliebte und die öffentliche Ehefrau. In dieser spannungsund erotikgeladenen Komödie begegnen sich beide auf besondere Weise. Geballte Kraft der Gegensätze mit unerbittlichem Humor und leiser Zartheit formen ein ungewöhnliches Theaterstück. Die beiden Schauspielerinnen, Tricia Patrick und Matilda Mara, formen wandlungsfähig und wortgewandt diese ungewöhnliche Komödie. Eine Konfrontation mit Spaß, Humor und Tiefsinn.

Zum Stück: Eva Maria Binder, die aufopfernde und treue Ehefrau wagt abenteuerliches. Sie besucht die Geliebte ihres Ehemannes –Lilian Mondrücken – in deren Wohnung und stellt sie zur Rede: "Sie zerstören unsere Ehe"

Fr 14. - Sa 15. September – 20 Uhr Ort: Galli Theater Freiburg Fr 12. - Sa 13. Oktober – 20 Uhr Ort: Galli Theater Freiburg Weitere Informationen unter www.galli-freiburg.de So 16. September – 20.30 Uhr Ort: Maja Bühne Emmendingen Weitere Informationen unter www.maja-emmendingen.de

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Salon Elegance © Kulturwoche Staufen

23. Staufener Kulturwoche Die Fauststadt Staufen führt in diesem Jahr ihre 23. Staufener Kulturwoche vom 3. bis 14. Oktober unter dem Motto „Zähne zeigen“ wieder im historischen Spiegelzelt durch. Das Motto bezieht sich dabei nicht nur auf das Lachen des Publikums und auf Künstler mit Biss, die Veranstalter zeigen auch auf andere Art Zähne: Trotz der schwierigen Finanzsituation der Stadt durch die enormen Hebungsrisse-Schäden in der historischen Altstadt soll das für Staufen typische Kulturangebot aufrecht und vor allem erschwinglich gehalten werden. Die Eintrittspreise sind deshalb mit 20 und 15 Euro bewusst niedrig gehalten, was - ebenso wie die Anmietung des Spiegelzeltes - nur dank des Engagements durch die Sponsoren der Kulturwoche möglich ist. Am Feiertag, Mittwoch 3.10., wird das Staufener Festival eröffnet. Den Eröffnungsabend bestreitet eine Diva - Romy Haag, authentisch, cool und kosmopolitisch. Charmant und stilsicher und gespickt mit reichlich Anekdoten aus ihrem wahrlich wilden Leben zwischen der Frontstadt Berlin, Paris und New York, führt Romy Haag ihre Moderation und interpretiert auf unverwechselbare Art Songs von Leonard Cohen, Michael Jackson, Zarah Leander, Lou Reed und anderen. Gleich am nächsten Tag kann man David Knopfler „live and acoustic“ erleben (4.10.). Knopfler, der mit seinem Bruder Mark die Dire Straits gründete, spielt in der schönen Clubatmosphäre 16

des Spiegelzeltes eines seiner seltenen Konzerte, begleitet von seinem kongenialen Gitarrenkumpel Harry Bogdanovs. Weitere eingeladene Künstler sind Michael und Jennifer Ehnert, die sich einen preisgekrönten Rosenkrieg liefern (6.10.), der begnadete Parodist und politische Kabarettist Reiner Kröhnert (7.10.), zwei shooting stars der Szene, Florian Schroeder (8.10.) und La Signora Carmela de Feo (9.10.), der badische Nationalkabarettist Jörg Kräuter (10.10.), das charmante Damen-Duo Queenz of Piano mit seiner Tour d’amour (11.10.), der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert (12.10.) und das Buenos Aires Tango Ensemble mit seiner humorvollen Show zur 100jährigen Geschichte des Tangos (13.10.). Außerdem kann man eine Festmatinee und eine Abendveranstaltung zum 25jährigen Jubiläum von Auerbachs Kellertheater Staufen (14.10.) erleben sowie zum 35jährigen Jubiläum der Öffentlichen Bibliothek Staufen die fulminante Aufführung „Der Drache aus dem Höllental“ von Gregor Schwanks Marionettenbühne (14.10.) und von Johannes Minuths Freiburger Puppenbühne „Goethes Faust – die Puppenschau für Erwachsene“ (11./12.10.) besuchen. (TV) 03. bis 14. Oktober 2012 Ort: Spiegelzelt, Staufen Weitere Informationen unter www.staufen.de/kultur/kulturwoche


ROMY HAAG EVERYBODY KNOWS Mit ihrer Jubiläums-Show, 50 Jahre Drama Queen, begeistert Romy wie eh und jeh ihr Publikum. Charmant und stilsicher, gespickt mit reichlich Anekdoten aus einem wahrlich wilden Leben, führt die laszive Diva mit der unverkennbaren Stimme ihre Moderation und interpretiert auf unverwechselbare Art Songs von Leonard Cohen, David Bowie, Zarah Leander, Lou Reed u.v.a. (TV) "Standing Ovations, Applaus, Hingabe, Glückseligkeit, die Szene betet ihre mütterliche Göttin an und feiert sie bis zur letzten Minute.“ (BZ Berlin, 7.11.2011) Mi 03.10. – 20.00 Uhr Ort: Spiegelzelt

© Romy Haag

DAVID KNOPFLER & HARRY BOGDANOVS LIVE AND ACOUSTIC Ende der 70er Jahre gründete David Knopfler die Dire Straits und feierte mit seinem Bruder Mark Knopfler weltweit große Erfolge. Unmittelbar nach dem Ausstieg bei den Dire Straits startete David Knopfler eine Solokarriere und begann in regelmäßigen Abständen Alben zu veröffentlichen. David Knopfler ist Kult für eine treue Fangemeinde, die Konzerte in intimer Atmosphäre liebt. Bei seinen seltenen Auftritten erfreut er seine zahlreichen Fans mit tiefsinnigen und zeitlosen Songs in höchster Qualität. David Knopfler wird zusammen mit seinem musikalischen Langzeitpartner Harry Bogdanovs, (Westernhagen, John Farnham, Shadows und Elton John) im Duo auftreten. (TV) Do 04.10. – 20 Uhr Ort: Spiegelzelt

© David Knopfler

EHNERT vs. EHNERT KÜSS LANGSAM In der Realität sind Jennifer und Michael Ehnert glücklich verheiratet, auf der Bühne stehen sie kurz vor der Trennung. Die Zeiten von "Chefmaus" und "Zauberhase" sind vorbei. "Dauergeiler Deckhengst" und "verspannte Krampfader" nennen sich Ehnert und Ehnert nun - nach dreijähriger Ehe sitzen sie in der Warteschlange zum Scheidungstermin. Eine Scheidung macht Spaß, wenn man dabei boxen darf. Ein lustvoll verbaler Schlagabtausch mit harten Bandagen und scharfem Wortwitz. (TV) Sa 06.10. – 20.00 Uhr Ort: Spiegelzelt © Ehnert vs. Ehnert

REINER KRÖHNERT KRÖHNERT'S KRÖNUNG Der Kabarettist Reiner Kröhnert gehört zu den begnadetsten Parodisten deutscher Zunge. Kein plattes Stimmennachmachen - sein Imitationstalent lässt ihn die Figuren mit solch umwerfender Perfektion auf die Bühne zaubern, dass man meint, den gespielten Personen persönlich zu begegnen. Gepaart wird diese geniale Imitationskunst mit scharfem politischen Kabarett, das mit zum besten in Deutschland gehört. In seinem neuesten Soloprogramm, dem inzwischen neunten, lässt Kröhnert mehr als zwanzig Figuren aufmarschieren – Politiker, Künstler und Sportpromis in unglaublich echt wirkenden Fälschungen aus Gestik, Mimik und Sprache. (TV) So 07.10. – 20 Uhr Ort: Spiegelzelt

© Kröhnert

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Unterbiberger, Foto: Lena Semmelroggen

Jacob Karlzon, Foto: Miki Anagrius

JAZZFESTIVAL FREIBURG 2012 Zum Saisonauftakt setzt das Freiburger Jazzfestival ein prall gefülltes Programm aus spannenden Bands der Region, Blues, Pop, Tango, Musette und klassisch komponierten Jazz in den Mittelpunkt. Jakob Karlzon 3 (So 16.09. – 20 Uhr, Jazzhaus), Pianist und Kopf des zurzeit aufregendsten Jazztrios aus Schweden, zieht den Hörer von der ersten Sekunde in seinen Bann, in dem er Impressionismus, Ethno und US-Metal auf zeitgenössischen, lyrischen Jazz aus Skandinavien treffen lässt.

Die Musik von Nik Bätsch´s Ronin (Fr 21.09. – 20 Uhr, E-Werk) spielt mit Folklorismen und Ritualmusik und erinnert an manche Bands der frühen siebziger Jahre wie Soft Machine oder Nucleus. Mit dem 2001 gegründeten Zen-Funk Quintett RONIN arbeitet Nik Bärtsch an seiner "Ritual Groove Music" weiter. Zusammen spielen sie eine Musik, die einer durchgehenden Ästhetik folgt: mit minimalen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen. Gerade die durchdachte Art der Präsentation macht diese Musik für ein jüngeres Publikum wieder interessant.

Die Unterbiberger Hofmusik (Do 20.09. – 20 Uhr, E-Werk) hatte sich ursprünglich der Volksmusik verschrieben, pflegte und entwickelte diese aber weiter, indem sie sie mit Jazz, brasilianischen Rhythmen und Klängen oder der Musik türkischer Tradition verschmolz. Als Gast tritt der deutsche Jazz-Trompeter Matthias Schriefl, national wie international in der Szene ein Begriff!, auf. Ein „Crossover“ auf höchstem Niveau, das das Publikum überall begeistert!

In Cyminology (Sa 22.09. – 20 Uhr, Jazzhaus) vereint sich kammermusikalischer Jazz mit persischer Lyrik, Ost mit West, Alt mit Neu, zu einer bruchlosen Synthese. In den Kompositionen von Cymin Samawatie verschmelzen die Klangfarben des Impressionismus mit der Lebendigkeit des zeitgenössischen Jazz. Ihre Texte sind beeinflusst von den großen persischen Dichtern, wie Hafis, Rumi, Khayyam und der aktuellen Lage im Iran. Das glänzend aufeinander eingespielte Berliner

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Hildegard Lernt Fliegen, Foto: Reto Andreoli

Cyminology, Foto: Kai von Rabenau

Quartett mit persischen, indischen und deutschen Wurzeln erschafft mit seinen Klangkompositionen Bilder und Phantasien, die die Zuhörer verzaubern. Das junge Londoner Portico Quartett (Sa 22.09. – 20 Uhr, E-Werk) macht außergewöhnliche Musik und präsentiert dabei ein so authentisches Projekt, dass sie sowohl von Jazzpuristen als auch von einem breiteren Publikum mit offenen Armen empfangen wird. Portico selber bezeichnet sich als eine "Post-Jazz" spielende Indie-Band und besteht aus vier außergewöhnlichen Musikern, deren Besetzung aus pulsierenden Drums, erdigem Bass, Elektro, himmlisch-feurigen Saxophonen und dem hypnotisierenden Klang des Hang besteht. Hier trifft Elektronik auf Jazz des 21. Jahrhunderts. Im Sommer 2005 gründete der Sänger und Komponist Andreas Schaerer eine Band, die seitdem nicht mehr locker lässt. Die Musik aus der Feder Schaerers entwindet sich jeder Beschreibung, wie die Regenbogenforelle der Hand des Anglers.

Hildegard Lernt Fliegen (23.09. – 20 Uhr, Jazzhaus) ist einer der interessantesten und kreativsten musikalischen Exporte, den die Schweiz derzeit zu bieten hat. Die Band um Andreas Schaerer bietet eine großartig-quirlige Ästhetik, die international für Furore sorgt. Mit satten Bläser-Linien und dem höchst virtuosen Vokalisten Schaerer wird so lustvoll fabuliert. Die theatralisch dargebotene Musik ist mal vertrackt, mal fein gewoben, mal üppig ausgestattet. Sie schwirrt zwischen Variété und Konzertsaal, zwischen Frank Zappa und Kurt Weill. Das Festival endet mit dem Uferjazz an der Dreisam ( Sa 23.09. ab 15 Uhr) - umsonst und draußen - bei der die Freiburger Szene mit dem Rauschen der Dreisam aufspielt und bei schönem Wetter ein tolles Spektakel am Ufer der Dreisam zwischen Kronenbrücke und Mariensteg steigen lässt. (TV) 15. bis 23. September 2012 Ort: verschiedene Orte in Freiburg Weitere Informationen unter www.jazzfestival-freiburg.de

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© Jan Garbarek

Jan Garbarek Group 
 Special Guest: Trilok Gurtu

Bei Jazzmusikern kommt einem das Attribut „Superstar“ nicht so leicht über die Lippen. Der Norweger Jan Garbarek allerdings siedelt nahe an dieser Sphäre. Im Laufe seiner über 40 Jahre währenden Karriere hat der Saxophonist ein lyrisches, melancholisches Timbre ausgeprägt, mit dem er auch immer wieder in ethnischen und mystischen Gefilden vor Anker ging. Ein steter Gratwanderer zwischen Mainstream, World und Folkjazz, der abendländische Spiritualität mit hymnischer Dramatik, versunkene Stille mit höchster Expressivität zu paaren vermag. In Quartettbesetzung entfaltet sich Garbareks nordische Ton20

© Trilok Gurtu

kunst nach wie vor am eindrücklichsten. Mit dem Inder Trilok Gurtu verfügt er in seiner aktuellen Vierergruppe zudem über einen Klangzauberer, der für ausgefallene perkussive Würze sorgt.
 Besetzung: Jan Garbarek, Saxophon | Rainer Brüninghaus, Piano | Yuri Daniel, Bass | Trilok Gurtu, Percussion

Di 16. Oktober 2012 – 20.00 Uhr Ort: Burghof Lörrach Weitere Informationen unter www.burghof.com

(TV)


SPARK − Die Klassische Band Folk Tunes. Sounds Like Home Spark präsentiert seinem Publikum eine ganz eigene, verwegene Volksmusik. Virtuos verwebt das Ensemble traditionelle Lieder und Tänze mit klassischer Musik, Avantgarde, Minimal Music und Art-Pop. Mit einem Ohr für das Ungewöhnliche und Ungehörte zeigt Spark, wie spannend Musik klingt, die sich den klassischen Wurzeln verpflichtet fühlt und gleichzeitig der Innovation verschrieben hat. Gemeinsam erspüren die fünf musikalischen Pioniere den Zauber europäischer Volksweisen und holen diese zeitlosen Melodien mitten ins 21. Jahrhundert. Alte deutsche Balladen, Evergreens von den britischen Inseln, feurige Balkanrhythmen, skandinavische Mystik, Alpencharme, russische Seele, mediterrane Lebensfreude und ein Hauch von bayerischer Blasmusik verschmelzen zu einem einzigartigen Konzerterlebnis, das Grenzen sprengt und ein gemeinsames Europa feiert. „Eine hochkarätige Band.“ (Die Welt)

Im Rahmen dieses Konzertes findet am Vormittag ein Workshop für Lörracher Schülerinnen und Schüler statt. (TV)

Spark © Peter Hönnemann

Besetzung: Daniel Koschitzki, Blockflöte | Andrea Ritter, Blockflöte | Stefan Glaus, Violine/Viola | Victor Plumettaz, Violoncello | Mischa Cheung, Klavier Sa 13. Oktober 2012 – 20.00 Uhr Ort: Burghof Lörrach Weitere Informationen unter www.burghof.com

Correira & Agwa von Mourad Merzouki Brasilien ist längst das gelobte Land für Europas Choreographen geworden. Mourad Merzouki (Compagnie Käfig) wurde an der Copacabana fündig. Für die Companhia urbana de danza schuf er zwei außergewöhnliche Stücke. Correira taucht uns in ein wildes, hektisches Rennen gerade wie dasjenige, das unser tägliches Leben bestimmt. Körper, Bewegung und eine Show, die einem den Atem nimmt! Agwa (Wasser) ist sowohl ein wertvoller, lebenswichtiger Bestandteil unseres Körpers als auch eine natürliche, sparsam zu verwendende Ressource und ein Symbol der Erneuerung. Die Begegnung mit den zehn B-Boys aus Rio erlaubte Merzouki, sich selbst neu zu erfinden. Die Tänzer vermischen HipHop, Capoeira, Samba, elektronische Musik und Bossa Nova, um einen Tanz mit erstaunlicher Akrobatik, voller Energie und Neuerung hervorzubringen. (TV) Choreographie: Mourad Merzouki „Die elf Tänzer kompromittieren sich völlig, energetisch, freudig. Absolut unwiderstehlich!“ (Le Figaro)

AGWA © Michel Cavalca

Mi 24. Oktober 2012 – 20.00 Uhr Ort: Burghof Lörrach Weitere Informationen unter www.burghof.com

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Blick vom Weinberg 1922 © Hermann Hesse

Hermann Hesse »Farbe ist Leben« Original-Aquarelle aus dem Tessin Anlässlich des 50. Todesjahres von Hermann Hesse zeigt das KunstPalais Badenweiler vom 1. September bis 28. Oktober 2012 Original-Aquarelle von Hermann Hesse im Rahmen der Badenweiler Literaturtage, die unter dem Motto „Die Heilkraft der Literatur“ stehen (3.-7.Oktober). Hermann Hesse, der sich als Kurgast zweimal in Badenweiler aufhielt, steht auch im Mittelpunkt verschiedener Vorträge. Mitten im 1. Weltkrieg und als Selbsthilfe während der gefährlichsten Zeit seines Lebens im Alter von fast vierzig Jahren begann Hermann Hesse zu malen. Zunächst illustrierte er Handschriften eigener Gedichte und verkaufte sie als bibliophile Kuriositäten an Liebhaber, um Geld für seine Kriegsgefangenenfürsorge zu erschließen, nach dem Krieg und während der Inflationsjahre aber, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. „Nicht, dass ich mich für einen Maler hielte“, schrieb er 1925, „aber das Malen ist wunderschön. Man hat nachher nicht, wie beim Schreiben, schwarze Finger, sondern rote und blaue.“ 22

Nach durchaus autodidaktischen Anfängen mit gedeckten Temperatönen hat sich Hesses Aquarellpalette seit seiner Übersiedlung in die südlich farbenfrohe Landschaft des Tessins die leuchtende Skala des Expressionismus erobert. Von den vielen hundert Aquarellen, die er im Laufe seines Lebens gemalt hat, ungeachtet tausender mit kleinen Aquarellen versehenen Briefe, zeigt die Ausstellung eine charakteristische Auswahl und liefert den Beweis für Hesses Briefnotiz von 1920: „Sie werden sehen, dass zwischen Malerei und Dichtung keine Diskrepanz herrscht, dass ich auch hier nicht der naturalistischen, sondern der poetischen Wahrheit nachgehe.“ Die historischen Räumlichkeiten des ehemaligen Großherzoglichen Palais in Badenweiler, erbaut 1888 im neobarocken Stil und bis zu ihrem Tod 1952 bewohnt von der Gemahlin Großherzog Friedrichs des II., Großherzogin Hilda, bieten einen stilvollen Rahmen für diese Ausstellung. (TV) 01.09. – 28.10.2012 Ort: KunstPalais, Badenweiler Weitere Informationen unter www.kunstpalais-badenweiler.de


Freilichtausstellung 17 KünstlerInnen bespielen das historische Wegenetz der barocken Wehranlage des französischen Festungsbaumeisters Vauban. Der Freiburger Schlossberg wird zum öffentlichen Raum für die Kunst. Josef Bücheler, Matthias Dämpfle, Pascal Häusermann, Thaddäus Hüppi, Rüdiger Krenkel, CW Loth, Edit Oderbolz, Thomas Putze, Markus Schwander/Tina Z´Rotz, Reiner Seliger, Holger Walter, Jeanette Zippel. Studentengruppe „per spectrum“: Theres Raschle, Duane Roper, Stefan Rudin, Ali Gharib (TV) 07.07. bis 04.11. Ort: Freiburger Schlossberg

© Krenkel

Weitere Informationen unter www.kuratorium-schlossberg.de

Al Jarreau & Joe Sample − JAZZnight mit der NDR Big Band „Singend, gurgelnd, mit der Zunge schnalzend, stöhnend, schreiend, flatternd, flüsternd, seufzend, knatternd“– das ist nicht etwa ein Alien, der um Landeerlaubnis bittet, sondern der Klang der Stimme von Al Jarreau, wie sie der große deutsche Jazzkenner Joachim-Ernst Berendt beschrieb. Man könnte noch hinzufügen, dass der Besitzer dieser Ausnahmestimme auch wunderschöne Flötentöne erzeugen kann und sich selbst gerne auf den Arm nimmt. Im Festspielhaus Baden-Baden tritt Al Jarreau mit Joe Sample auf, dem berühmten Jazzpianisten, Sänger und Mitbegründer der Band „The Crusaders“. Ein Gipfeltreffen des Jazz! Und ein Wiedersehen zweier guter Freunde. (TV)

Al Jarreau © Universal Music

Mi 31.10. – 20 Uhr Ort: Festspielhaus Baden-Baden Weitere Informationen unter www.festspielhaus.de

Liebe auf den ersten Blick − Sammlung Würth Mit der hochkarätigen Sammlungsausstellung «Liebe auf den ersten Blick» feiert das Forum Würth das 50-jährige Jubiläum von Würth AG, das diese im Jahr 2012 begeht. Die Auswahl aus der Sammlung Würth beleuchtet bedeutende Kapitel der Kunst der Moderne – vom Impressionismus bis heute. Hierfür stehen herausragende Künstler wie Max Liebermann, Max Beckmann, Pablo Picasso, Max Ernst, Paul Klee, Roy Lichtenstein, Alex Katz, David Hockney, Christo und Jeanne-Claude, Gerhard Richter und Anselm Kiefer. Auch die im 20. Jahrhundert so revolutionierende Bewegung der Abstraktion ist wesentlich repräsentiert mit Werken von Willi Baumeister, Victor Vasarely oder Jesús Rafael Soto. Einen Querschnitt durch 100 Jahre lebendigste Kunstgeschichte bietet die Ausstellung, basierend auf dem persönlichen Augenmerk des Sammlers Reinhold Würth. (TV)

Nude on Beach © Liechtenstein

bis 06.01.2013 Ort: Forum Würth Arlesheim, Schweiz Weitere Informationen unter www.wuerth-ag.ch

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Germain Roesz, Ouananiche (recto), 1994, Acryl auf Leinwand, 196 x 296 cm, Foto: Patrice Bouvier, © Germain Roesz

Germain Roesz Farbwelten Ab September 2012 zeigt das Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle in Durbach in der Reihe „Profile in der Kunst am Oberrhein“ unter dem Titel „Farbwelten“ Werke des Straßburger Künstlers Germain Roesz. Es gibt kaum einen potentiellen Bildträger, der vor der farbfreudigen Schaffenskraft des 1949 in Colmar geborenen Künstlers sicher wäre: ob klassische Leinwand, Holzplatten, Planken, Käsedosen, bedruckte Stoffe aus Isphahan oder loses Tuch, stets entfalten sich Farbwelten von großer Ausdrucksstärke. Auch beschränkt sich Roesz keineswegs auf die Malerei und Bildhauerei, sondern er ist zugleich ein begabter Dichter. Dass es für ihn keine Grenzen zwischen den Künsten gibt, zeigen seine reich illustrierten Bücher im Stil chinesischer Leporellos ebenso wie seine farbig gefassten dreidimensionalen Objekte, die gelegentlich in Gemälde übergehen. Germain Roesz ist seit 1984 an der Universität Strasbourg als 24

Professor für Kunst und Dekan der kunstwissenschaftlichen Fakultät tätig, war (Gründungs-)Mitglied mehrerer Künstlergruppen und Herausgeber und Autor von Kulturzeitschriften und Büchern. Mit „Farbwelten“ stellt das Museum Hurrle die Bandbreite und expressive Kraft des künstlerischen Werks von Germain Roesz vor, das sich seit seinen Anfängen in den späten 70er Jahren beständig weiterentwickelt und neue Formen angenommen hat. Die Ausstellung unternimmt einige Ausflüge in die Geschichte des Künstlers, von den fast monochromen, an B. Riley (70er Jahre) orientierten Werken über die metaphysische Strömung der 90er Jahre, bis hin zur Abstraktion und ihren Reminiszenzen an den Konstruktivismus (K. Kobro). 01. September bis 25. November 2012 Ort: Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach Weitere Informationen unter www.museum-hurrle.de


Karel Appel, "le chat" (een dag zonder reden) zu "De Blijde en onvo onvor-

Jan Nieuwenhuijs, Robot , 1950 © Künstler und Rechtsnachfolger

ziene week" CoBrA Bibiliothek No. 1, Paris 1950, 1949, 
© VG Bild-Kunst

CoBrA international − Momente einer Utopie Mit über 100 Werken der 1948 in Paris gegründeten Künstlergruppe CoBrA, deren Namen sich aus den drei Hauptwirkungsorten der Künstler zusammensetzt: Copenhagen, Brüssel und Amsterdam, zeigt das Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Werke von Asger Jorn, Constant, Corneille, Karel Appel, Pierre Alechinsky, K.O. Götz. u.v.a. Der CoBrA-Spezialist und Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe Axel Heil konnte als Kurator für die Ausstellung gewonnen werden. Aus der Sammlung Hurrle sowie aus französischen, holländischen und dänischen Museen und Sammlungen wurden Gemälde aus der Blütezeit dieser ersten europäischen Künstlergruppe nach dem 2. Weltkrieg zusammengetragen. Aber auch die weitere Entwicklung der einzelnen Künstler sowie der weitreichende Einfluss auf die europäische Kunst der Folgejahre werden verdeutlicht. Ergänzt wird die Ausstellung durch über

80 Originaldokumente, welche die Dynamik dieser heterogenen Gruppe belegen, die durch den Willen zur Gemeinsamkeit zusammengehalten wurde. Zeitweise waren mehr als 50 Künstler an den gemeinsamen Treffen und Ausstellungen beteiligt. Als 1951 zwei der Hauptakteure – Asger Jorn und Christian Dotremont – an Tuberkulose erkranken, ist mit der Auflösung der Gruppe 1952 die Geschichte von CoBrA noch lange nicht am Ende: Der viel beschworene „Spirit of CoBrA“ lebt in verschiedenen Formen und Gruppierungen bis heute weiter.

bis 06. Januar 2013 Ort: Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach Weitere Informationen unter www.museum-hurrle.de

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13 Künstlerateliers in Haslach

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Tag der offenen Tür in der Bettackerstr. 10 a-c

Professionelle Künstler öffnen ihre Ateliers und zeigen, wie sie sich ihrer Individualität verpflichtet fühlen. Die Künstler selbst sind an diesem Tag Ansprechpartner und präsentieren ausgewählte Werke. Dadurch geben sie einen Einblick über ihr künstlerisches Schaffen. Ob abstrakt, detailliert, objektbezogen, grafisch, zeichnerisch, figürlich, oder experimentierfreudig, der Überblick auf die unterschiedlichen Arbeitsprozesse in den Ateliers sollen Lust hervorrufen und den Besucher veranlassen selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. (TV)

1* IngOhmes, ingohmes@web.de, www.ingOhmes.de; 2* Feri Tabrisi, tabfer@t-online.de / www.tabrisi.com; 3* Thomas Böhler, mail@ t-boehler.de / www.t-boehler.de; 4* Sonja Wagner, atelier.sonjawagner@gmail.com / www.galerie.sonjawagner.de; 5* Irmgard Waning, I.Waning@web.de / www.waning-skulpturen.de; 6* Christina Cau, keramikatelier.cau@gmx.de / www.kurse-mitton.de; 7* Regine Pustan, regine@regine-pustan.de / www.regine-pustan.de; 8* Karl Streicher, kunst@karl-streicher.de / www.karl-streicher.de; 9* Mirabelle Korfsmeier, mira.korfsmeier@web.de; 10* Traute Ziegenfuß, info@flowingwalls.de / www.augenblick-flaechendesign.de; 11* Waldemar Kebleris, Atelier & Malschule, T: 0170-400 79 66; 12* Jaqueline Marucha, info@malort-

18. November 2012 – 11-17 Uhr

in-freiburg.de / www.malort-in-freiburg.de; 13* Helmut Winter, winter.

Ort: Bettackerstr. 10-10c, Freiburg

nordweil@gmx.de

Weitere Informationen unter www.actlive.de

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Haare her.

egal wo, gleich wann Mit dem Titel der diesjährigen Ausstellung bei Domani in Merdingen stellt Christof Schröder die Frage nach dem Zusammenhang von Moden und Zeit. Nicht ohne tieferen Sinn stellen seine neuen Arbeiten stilisierte Kreisläufe in verschieden gebrochenen Zuständen dar. Anläßlich des 30 jährigen Jubiläums der Schreinerei Domani bringt das Thema der Ausstellung den Anspruch von Thomas Link, dem Gründer und Inhaber des Unternehmens, zum Ausdruck, den dieser an seine Arbeiten stellt: frei von modistischen Schnörkeln sollen diese Skulpturen im Raum sein.

Atelier Claus Sander Waschen, schneiden, fönen. Nach allen Regeln der Kunst.

Den musikalischen Rahmen der Ausstellungseröffnung bildet das Morandi Quintett, bestehend aus Mitgliedern des philharmonischen Orchesters Freiburg. Christof Schröder, Bildhauer und Maler arbeitet in Freiburg und Koblenz und begleitet die Firma Domani seit vielen Jahren mit jährlich wechselnden Ausstellung. Am Tag der Vernissage präsentieren sich: Kaner & Kaner, Buchhandlung und Antiquariat, inVito Lichtstudio, goShintai Gartengestaltung, Spanndeckenzentrum Freiburg, stayconcrete die Beton-Design-Fabrik, Weingut Kalkbödele, die Holzofenleckerei und Sünje Melchert Schmuck. (TV)

So 21.10. – 11 Uhr Ort: Domani Möbelwerkstatt, Römerweg 4, Merdingen

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Weitere Informationen unter www.domani-moebel.de Thiemo Schwarz, Mitglied im Ensemble Schauspielhaus Düsseldorf Britt Schilling, Fotografie


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Thommie Bayer © Peter Peitsch

Thommie Bayer liest aus „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“

Vier Freundschaften und ein Todesfall. Emmis Tod bringt die vier Schulfreunde wieder zusammen. Viel ist inzwischen geschehen, und noch mehr wird sich ereignen, wenn sie herausfinden, was ihnen ihre Freundschaft wirklich wert ist und was genau sie all die Jahre nicht losgelassen hat. Nicht wenige Trauergäste haben nach ihrem Gesang Tränen in den Augen. Und gleich an Emmis Grab beschließen die vier alten Schulfreunde, sich noch einmal zu treffen, auf ein Wochenende in Venedig. Sie begegnen einander als Fremde, Michael, Bernd, Wagner und Thomas. Doch in der weltläufigen Atmosphäre des venezianischen Palazzo, in den Michael sie zu ihrer großen Überraschung eingeladen hat, legen rasch alle ihre Masken ab. Dahinter kommen Erfolge und Enttäuschungen hervor. Vor allem aber die große, unbeantwortete Frage nach der Liebe – und warum sie alle so kläglich an ihr gescheitert sind. Allen voran Michael, dem das Leben nach Emmis Beerdigung vielleicht noch eine letzte Chance gibt.»Vier Arten, die Liebe zu vergessen« erzählt von den großen Themen des Lebens: Respekt, Freundschaft, Liebe und der Kraft, unsere Enttäuschungen zu überwinden. Thommie Bayer, 1953 in Esslingen geboren, studierte Malerei und war Liedermacher, bevor er 1984 begann, Stories, Gedichte und Romane zu schreiben. Neben anderen erschienen von ihm »Die gefährliche Frau«, »Singvogel«, der für den Deutschen Buchpreis nominierte Roman »Eine kurze Geschichte vom Glück« und zuletzt »Fallers große Liebe«. (TV)

Litera-Tour - Sa 29.09. – 20 Uhr Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg Weitere Informationen unter www.theater.freiburg.de Stühlingerstr 11 79106 Freiburg www.simpel.ch


Katharina Hagena © Henrik Spohler

Katharina Hagena liest aus „Vom Schlafen und Verschwinden“

In ihrem neuen Roman entfaltet Katharina Hagena ein dichtes Netz von Geschichten, gesponnen in einer einzigen schlaflosen Nacht. Zwei Frauen, deren Schicksalsfäden sich nur leicht berühren und doch unauflösbar miteinander verwoben sind, erzählen vom Schlaf, von der Liebe und vom Tod. Ellen glaubt, Andreas gesehen zu haben, mitten im windigen Hamburg. Dabei gehört der stumme Briefträger zu Grund, ihrem Heimatort im Süden, zwischen Rhein und Wald. Dort ist nichts, wie es scheint, doch Andreas liest die Zeichen und kennt die Geheimnisse der Dorfbewohner. Während unter Ellen die U-Bahnen vibrieren, liegt sie, die Schlafmedizinerin, wach und denkt an den Schlaf und die Geschichten derer, die sie liebt: die Mutter, die Todesanzeigen verschlingt und deren Kuchen zu leben scheinen. Den Vater, der seine Frau mit Renaissance-Liedern aus der Unterwelt singen möchte. Ihre Tochter Orla, deren Kopf sich schon bei der Geburt quergestellt hat. Und ihre Liebhaber, vor allem Benno, der Schlafwandler, der einem Deserteur auf den Fersen ist und dann selbst abtrünnig wird. Marthe singt im gleichen Chor wie Ellen. Ihr Sohn Lutz verschwand über Nacht aus Grund. Still wie ein Graureiher verharrt sie in ihrem Schmerz abseits der anderen. Doch ihr Verlangen nach Gerechtigkeit wächst. Sie schaut, schätzt ab und stößt zu. Ein sprachlich betörender Roman voller Sehnsucht und Eigensinn. Klug, vielschichtig, bewegend und voller Leuchtkraft erzählt er von der Macht des Schlafs, der Erschöpfung als Schöpfung und von dem, wofür wach zu bleiben sich lohnt. Katharina Hagena, geboren 1967 in Karlsruhe, lebt als freie Schriftstellerin mit ihrer Familie in Hamburg. 2008 erschien ihr Bestseller »Der Geschmack von Apfelkernen«. (TV) Litera-Tour - Do 04.10. – 20 Uhr Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg Weitere Informationen unter www.theater.freiburg.de

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Helmut Krausser © Hagen Schnauss

Karen Duve © Thomas Müller

Helmut Krausser

Karen Duve

liest aus „Nicht ganz schlechte Menschen“

liest aus „Grrrimm“

1915 kommt ein Zwillingspaar zur Welt, das gegensätzlicher nicht sein könnte: Max und Karl sind zeit ihres Lebens Kontrahenten und bleiben doch eng verbunden. Als es ihnen im Deutschland der dreißiger Jahre zu eng wird, fliehen sie mit der Prostituierten Ellie nach Frankreich. Als Illegale suchen sie in Paris ihr Glück – und finden das Leben. Zwischen liebeshungrigen Hoteliers und Schach spielenden Buchhändlern, zwischen Mordanschlägen und Affären geraten die drei in einen rasenden Reigen, der sie schwindelig werden lässt. Dass Karl aufbricht, um im Spanischen Bürgerkrieg für eine bessere Welt zu kämpfen, macht die Lage nicht einfacher.

Karen Duve ist seit jeher eine begeisterte Leserin von Märchen, Heldensagen und Rittergeschichten. Besonders liebt sie die Märchen der Brüder Grimm. Darin allerdings geschieht viel, was mit dem gesunden Menschenverstand nicht zu erklären ist! Wie wahrscheinlich ist es zum Beispiel, dass eine außergewöhnlich gut aussehende junge Frau den Haushalt für sieben mittelalte kleinwüchsige Junggesellen führt und sich nicht einer der Herren an sie ranmacht? Und: Wer glaubt wirklich, dass ein echter Prinz sein Leben mit einer Frau verbringen will, die bereits mit sieben Männern gelebt hat? Wie kann es sein, dass eine wichtige Fee von einer Taufe ausgeladen wird, nur weil nicht genügend Teller vorhanden sind? Wie gestaltet es sich praktisch, wenn man nach einem hundertjährigen Schlaf unter Zentimeter dicken Staubschichten aufwacht? Und überhaupt: Wie hält sich ein Prinz fit, der hundert Jahre warten muss, bis er seine Prinzessin wach küssen kann? Karen Duve kam nicht umhin, ihre eigenen Versionen der Geschichten zu erzählen. Und die sind voll von dem, was Duves Romane sonst auch auszeichnet: familiäre Abneigungen, Bindungsängste, bizarre Liebesvorstellungen, Vaterkomplexe, Selbstzweifel, Trotzreaktionen und Minderwertigkeitsgefühle. Was dabei herauskommt, sind komische, unbarmherzig seelensezierende Geschichten in bester Duve-Manier.

Helmut Kraussers neuer Roman verflicht meisterhaft die Erschütterungen der 1930er-Jahre mit den turbulenten Lebensläufen dreier Menschen. Helmut Krausser, geboren 1964, lebt in Berlin. Er veröffentlichte neben dem Gedichtband ›Plasma‹ (2007) die Romane ›Eros‹ (2006), ›Die kleinen Gärten des Maestro Puccini‹ (2008), ›Einsamkeit und Sex und Mitleid‹ (2009) und ›Die letzten schönen Tage‹ (2011) sowie die Tagebücher ›Substanz‹ (2010) und der Kriminalroman ›Aussortiert‹ (2011). Seine Romane ›Der große Bagarozy‹ und ›Fette Welt‹ wurden fürs Kino verfilmt. (TV)

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt mit Pferd, Esel, zwei Katzen und diversen Hühnern auf dem Lande in der Märkischen Schweiz. Ihre Romane Regenroman (1999), Dies ist kein Liebeslied (2002), Die entführte Prinzessin (2005) und Taxi (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien von ihr Anständig Essen (2010). (TV) Litera-Tour - Di 16.10. – 20 Uhr Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg

Litera-Tour - Mi 31.10. – 20 Uhr Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg

Weitere Informationen unter www.theater.freiburg.de

Weitere Informationen unter www.theater.freiburg.de

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Studio 45 Am Martinstor in Freiburg wird weiter Theater gespielt © City Theater

Nach der Übernahme des ehemaligen Theaters am Martinstor kann Christina Schnock-Schafheutle, die Leiterin der Freiburger Ballett Schule 'Dance Emotion', einen weiteren Erfolg verbuchen. Mit dem argentinischen Schauspieler, Autor und Regisseur Benito Gutmacher, konnte sie einen neuen künstlerischen Leiter für das Theater gewinnen. Benito Gutmacher, der seit dreißig Jahren in Freiburg lebt, ist in der regionalen und nationalen Theaterszene stark verwurzelt und hat unter anderem mit der freien Theatergruppe Pan. Optikum weltweit Erfolge erzielt. Im CityTheater am Martinstor wird er sowohl eigene Produktionen spielen, als auch den zahlreichen Theatergruppen aus Freiburg und Umgebung die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. Somit werden die Räumlichkeiten der Freien Theaterszene als Spielstätte erhalten bleiben. Dieser Ort ist ein Versuch der Zusammenarbeit von Ausbildungsstätte und Veranstaltungsort: Unter der Woche wird Dance-Emotion, die staatlich anerkannte Tanzakademie und die ebenfalls staatlich anerkannte Musicalschule - unter der Leitung von Massimo Gerace - die Räume beleben und an den Wochenenden wird das CityTheater mit seinem Programm vertreten sein.

Dank eines überragenden Lehrerkollegiums ist die Schule innerhalb von 15 Jahren mit zurzeit annähernd 1000 Schülerinnen und Schülern zu einer der größten in der ganzen Republik geworden. Auch die zwischenzeitlich gegründete staatlich anerkannte Berufsfachschule die Freiburger Akademie für Tanz ist sehr erfolgreich und kann nun mit der neu dazu gekommenen Freiburger Musical Schule unter der Leitung von Massimo Gerace von den entstehenden Synergieeffekten profitieren. Am Samstag den 6. Oktober können am Tag der offenen Tür die Räume des City Theaters in der Kaiser Josef Straße 234 über der Markthalle besichtigt werden. (TV)

Sa 06.12. Ort: City Theater, Kaiser Josef Straße 234, Freiburg Weitere Informationen unter www.danceemotion.de/schule/danceemotion-studio-45.phtml

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Mini-Tipps

ITALIENISCHE KLASSIKER:

Espresso und Cappuccino

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Warsteiner

............................................................................. DER TRENDSETTER:

Aperol Spritz

.............................................................................

Foto: Dawning VIII, Moving Silence ©WP

Foto: © Kunstraum foth

Foto: © EBL quatuor

bis 27. Januar 2013

15. September bis 9. November 2012

16. September 2012

Werner Pawlok – Fotografien Ort: Kunsthalle Messmer, Riegel www.messmerfoundation.com In einer umfangreichen Werkschau des international ausgezeichneten Stuttgarter Fotografen Werner Pawlok (geb. 1953) präsentiert die kunsthalle messmer einen Querschnitt aus mehr als drei Jahrzehnten künstlerischen Schaffens.

Kunstraum foth Einladung zu Manuel Frattini Ort: Kunstraum foth, Freiburg ww.artww.de/kunstraumfoth/index.htm Die Sommerpause ist vorbei und wir eröffnen aus Anlass der diesjährigen Nocturne (Galerien- und Museen-Rundgang in Freiburg) die Wintersaison mit einer Ausstellung von Manuel Frattini. Zu sehen gibt es Installationen und Malerei von Manuel Frattini.

L’Ensemble Baroque de Limoges Ort: Schloss Beuggen, Rheinfelden www.skb-beuggen.com L’Ensemble Baroque de Limoges tritt in ganz Europa sowie in Japan und den USA bei den renommiertesten Festivals für Alte Musik auf. Die instrumentenkundlichen und musikwissenschaftlichen Verdienste sowie die zahlreichen CD-Veröffentlichungen des Ensembles, wurden u.a. mit dem Choc du Monde de la Musique und dem „Laboratoire de recherche appliquée“ des französischen Kulturministeriums ausgezeichnet.

Foto: © Artkelch

Foto: © Bruno Schulz

Foto: © Donatas Katkus

14. September bis 13. Oktober 2012

15. September bis 21. Oktober 2012

26. bis 30. September 2012

Ausstellung Ort: Artkelch, Günterstalstraße 57, Freiburg www.artkelch.de ARTKELCH präsentiert 4 vielversprechende Künstler der Aboriginal Art Szene Australiens. Ihr Stil ist ursprünglich und vielfältig und fußt auf den Jahrtausende alten Sand- und Körpermalereien. Teils roh und archaisch, wie bei Whiskey Tjukangku, teils lyrisch und sanft wie bei Ngupulya Pumani, besingen die Künstler in ihren Gemälden die heiligen Stätten in ihrem Land.

Die Bilderkammer des Bruno Schulz – Das letzte Werk eines Genies Ort: E-Werk, Galerie www.ewerk-freiburg.de Zum 120. Geburtstag von Bruno Schulz rekonstruiert Benjamin Geissler in seiner mobilen Installation die Bilderkammer von Bruno Schulz - vom Fund über die verschiedenen Zerstörungen bis hin zur virtuellen Rekonstruktion.

„les muséiques – Musik im Museum“ Ort: Skulpturhalle Basel, Brasilea u.a. www.les-museiques.ch Bereits zum 11. Mal findet „les muséiques" in und um Basel statt. Unter dem Motto „...von der Muse geküsst“ hat die Künstlerische Leiterin Florence Sitruk (Foto) ein Programm zusammengestellt, das klassische wie auch zeitgenössische Musik an ungewohnten Orten neu erfahrbar macht. Das Festival bietet insgesamt 15 Konzerte, Kinderveranstaltungen, Lesungen und Film.

DER PERFEKTE GENUSS:

White Russian

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Caipirinha

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CinemaxX

Weitere Veranstaltungen finden Sie unter www.actlive.de

Skulpturen und Objekte auf dem Freiburger Schlossberg

Freilichtausstellung 7. Juli bis 4. Nov. 2012 Freiburger Schlossberg

aussichtKUNST c/o Freiburger Münsterbauverein e.V. · Schoferstr. 4 79098 Freiburg · Tel.: 0761-28 54 79 60 · info@aussichtkunst.de www.aussichtkunst.de · Veranstalter: Kuratorium Freiburger Schloßberg e.V. www.kuratorium-schlossberg.de

17 KünstlerInnen bespielen das historische Wegenetz der barocken Wehranlage des französischen Festungsbaumeisters Vauban. Der Freiburger Schlossberg wird zum öffentlichen Raum für die Kunst.

  Josef Bücheler   Matthias Dämpfle   Pascal Häusermann   Thaddäus Hüppi   Rüdiger Krenkel   CW Loth   Edit Oderbolz   Thomas Putze   Markus Schwander/Tina Z’Rotz   Reiner Seliger   Holger Walter   Jeanette Zippel   Studentengruppe „per spectrum‟:   Theres Raschle, Duane Roper, Stefan Rudin, Ali Gharib


Foto: © Gauguin

Foto: © Konferenz der Vögel

Foto: © maertens

Foto: © Tibet Kailash Haus

28. September 2012 bis 20. Januar 2013

05. bis 08. Oktober 2012

12. Oktober bis 11. November 2012

November 2012

Paul Gauguin – das Druckgrafische Werk Ort: Kunsthaus Zürich www.kunsthaus.ch Paul Gauguin ist einer der Gründerväter der modernen Malerei. Zu wenig ist aber bis heute bekannt, dass er auch ein zwar relativ schmales, aber vielfältiges grafisches Werk hinterlassen hat. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Holzschnitte. Doch während in den Gemälden vorab die heitere Seite der Welt zur Geltung kommt, zeigt uns das Holzschnittwerk auch die nächtliche und dämonische Seite des Tropenparadieses.

Saisoneröffnung: Die Konferenz der Vögel Ort: Burghof Lörrach www.burghof.com Das Thema der Konferenz ist alles andere als gesellig. Einige von ihnen haben es satt. Ständig Zwist, Kampf, Streit, Mord und Krieg. Jeder neidet dem anderen, was er hat. Wie können sie dem ewigen Zwist entkommen, der Missgunst, dem Neid? Das Versepos von Farid-du-Din Attar kann heute gelesen werden wie ein buntes, kaleidoskopartiges Buch, episodenhaft, dennoch einer Idee folgend.

Denzlinger Kulturkreis Ort: Galerie im Alten Rathaus, Denzlingen www.denzlinger-kulturkreis.de Der Denzlinger Kulturkreis zeigt in seiner Herbstausstellung Tuschearbeiten von Dieter Maertens. In den gegenständlichen Arbeiten setzt er sich in Schwarzweiß mit dem Impressionismus auseinander und beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verhältnis der Linie zum Leerraum der Fläche oder er begreift die Fläche als Strukturraum.

Tour für den Inneren Frieden 2012 Ort: Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart Acht tibetische Lamas aus dem Kloster Gaden Shartse werden im November 2012 in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart sein. Sie sind Teil der 8. weltweiten Tour für den Inneren Frieden, die vom Büro seiner Heiligkeit des XIV. Dalai Lama veranstaltet wird.  Das Ziel dieser Tour für den Inneren Frieden ist, das universelle Mitgefühl mit Hilfe von buddhistisch-tibetischen Ritualen und Praktiken im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen zu fördern.

Foto: © Ana Samelia

Foto: Group of dark vessels © Christiane Wilhelm

Foto: © Anne-Florence Marbot

Foto: © Tibet Kailash Haus

30. September 2012

12. Oktober bis 25. November 2012

21. Oktober 2012

04. November 2012

„Bewegte Motive“ – fotografische Ausstellung Ort: Sprachschule zum Ehrstein, Freiburg Unter dem Titel „Bewegte Motive“ präsentiert die georgische Künstlerin Ana Samelia ihre Fotografien. Ihre Ausstellung befasst sich mit verschiedenen Themen, bezogen auf Bewegung. Diese festzuhalten und an den Betrachter weiterzugeben, ist ihr zentrales Anliegen.

Christiane Wilhelm Ort: Keramikmuseum, Staufen Die Rostockerin (Jg. 1954), die seit 1987 in München lebt und arbeitet, hatte ihre Lehre einst bei Else Harney und Wendelin Stahl absolviert und Ende der Siebziger Jahre bei Dieter Crumbiegel und Wolf Matthes in HöhrGrenzhausen studiert. Ihre Gefäße zeichnen sich in Form, Farbe und Oberflächenstruktur durch eine besondere Nähe zu Metallgeräten aus Gold, Silber oder Eisen, zu Lack- oder Perlmutarbeiten aus. Mit dem Messer geschnittene Schraffuren und Muster wurden ihr Markenzeichen.

Liederabend mit Anne-Florence Marbot und Tatiana Korsunskaya Ort: Schloss Beuggen, Rheinfelden www.skb-beuggen.com Als gefragte Opern- und Konzertsängerin, ist Anne-Florence Marbot regelmässiger Gast an Schweizer Sommerfestspielen. Seit 2011 ist sie als freischaffende Konzert-, Lied- und Opernsängerin im In- und Ausland unterwegs.. Die Pianistin Tatiana Korsunskaya zählt seit Anbeginn zum bewährten Dozententeam der ISAM Schloss Beuggen.

Heilige Gesänge und Tänze Ort: Tibet Kailash Haus www.tibet-kailash-haus.de Diese heiligen Gesänge und Tänze sind Riten und Anrufungen der heiligen Erde zum Wohle aller Wesen. Die Tänze werden von einem multitonalen Chor von Mönchen begleitet, die rituelle Originalgewänder tragen. Wir sehen den Tanz der Dakinis, Choed (Heilige Gesänge) eine dialektische Debatte sowie den Yaktanz. 

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21.11.2012 bis 13.01.2013 Colombipark Freiburg Men端kreation Alfons Schubeck

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