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Kärntner Heimatlied 1.-3. Strophe von Johann Thaurer von Gallenstein (1822), 4. Strophe von Agnes Millonig (1930)

Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt, des Glockners Eisgefilde glänzt; wo aus dem Kranz, der es umschließt der Leiter reine Quelle fließt, laut tosend längs der Berge Rand, beginnt mein teures Heimatland. Wo durch der Matten herrlich Grün des Draustroms rasche Fluten zieh'n; vom Eisenhut, wo schneebedeckt sich Nordgaus Alpenkette streckt, bis zur Karawanken Felsenwand dehnt sich mein freundlich Heimatland. Wo von der Alpenluft umweht Pomonens schönster Tempel steht; wo sich durch Ufer, reich umblüht, der Lavant Welle rauschend zieht, im grünen Kleid ein Silberband schließt sich mein liebes Heimatland. Wo Mannesmut und Frauentreu' die Heimat sich erstritt aufs neu', wo man mit Blut die Grenze schrieb und frei in Not und Tod verblieb; hell jubelnd klingt's zur Bergeswand: Das ist mein herrlich Heimatland!


Liebe Schülerinnen und Schüler! Heuer wird das Jubiläum „90 Jahre Volksabstimmung" unter dem Motto „Gestern – Heute – Morgen" mit vielen Veranstaltungen begangen. Es geht um das dankbare Erinnern und Gedenken an die Menschen vor 90 Jahren, um ihre Heimatliebe und ihr entschlossenes Handeln. Sie haben in einer Zeit voller Not und Elend einen Abwehrkampf für Kärnten geführt und sich in einer Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 dafür entschieden, dass unser Bundesland als Einheit erhalten und bei Österreich bleibt. Die vorliegende Broschüre dient dazu, euer Interesse an den damaligen Ereignissen zu wecken und euch näher zu informieren. Aus diesem Gedenken heraus sehen wir es als gemeinsame Verpflichtung an, für Frieden und Freiheit und gute Nachbarschaft einzutreten. Wir sollen uns bewusst sein, was die Generationen vor uns Positives geleistet haben, und darauf aufbauend unsere Zukunft gestalten. Wir alle können und sollen einen Beitrag dazu leisten. Um der schwierigen Zeit zu gedenken, gibt es in Kärnten eine Vielzahl von Veranstaltungen, zu denen wir euch sehr herzlich einladen. Es würde uns aber auch sehr freuen, wenn wir einander beim großen Landesfestzug am 10. Oktober in der Innenstadt von Klagenfurt treffen würden.

Gerhard Dörfler Landeshauptmann

Dipl.-Ing Uwe Scheuch Landeshauptmann-Stellvertreter

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1. Vielvölkerstaat - Minderheiten Selbstbestimmungsrecht Bilde Wörter, die mit National…. beginnen. National ................................…, National ................................…, National ................................…, National ................................… In fast allen Begriffen steckt ein gewisser Stolz auf das eigene Land und damit verbunden auch auf die eigene Geschichte dahinter. Dies gilt auch für das Bundesland Kärnten! Eine Auswahl von Bildern und Dokumenten beweisen dir das! Der Herzogstuhl diente im Rahmen der Herzogseinsetzung der Rechtssprechung, Huldigung und Lehensvergabe. Er gilt als Symbol der Landeseinheit.

Fürstenstein

Kärnten wurde schon 976 n. Chr. ein eigenes Herzogtum, es war auch viel größer als das heutige Bundesland. Der Fürstenstein stand in Karnburg, heute steht er im Wappensaal des Landhauses in Klagenfurt. Der „Herzogbauer“ saß auf dem Stein, fragte zuerst den Landesfürsten in „windischer red“, wer er sei und räumte den Platz am Stein erst, als er sich überzeugt hatte, dass der neue Landesherr ein guter Richter, Christ und Beschützer der Armen sein werde.


Das amtliche Volksabstimmungsergebnis

Das Zusammenleben der deutsch- und slowenischsprachigen Unterfertig Bevölkerung verlief t vo u nterzeichne n der Abstimmungsk in Kärnten bis zum ommission, t am 13. 10 . 1920. Ende des 18. Jahrhunderts friedlich. Den Grundherren war es egal, ob die Bauern Slowenisch oder Deutsch sprachen, solange sie ihre Abgaben pünktlich entrichteten. In unseren Breiten begannen sich im 19. Jahrhundert Nationen herauszubilden. Nationale Bewegungen formierten sich. Einige setzten sich zum Ziel, nationale Vorrechte zu erzwingen und zu behaupten. Andere strebten die gesellschaftliche Emanzipation ihrer Gruppe an. Überzogener NaHerzogstuhl tionalismus ist gefährlich, man lobt das eigene Volk in höchsten Tönen, wertet andere Völker ab, will sich auf deren Kosten ausdehnen, schafft sich ein starkes Heer an, diskriminiert Minderheiten. Im Vielvölkerstaat der Habsburgermonarchie, wo gereiht nach der Stärke Deutsch, Ungarisch, Tschechisch, Polnisch, Kroatisch, Serbisch, Ukrainisch, Slowakisch, Slowenisch, Italienisch und andere Sprachen gesprochen wurden, war das der Beginn der Auflösungstendenzen. Mit der Niederlage im 1. Weltkrieg war es so weit, und es entstanden die sogenannten „Nachfolgestaaten“ (Österreich, Ungarn, Italien, Tschechoslowakei, Polen, Rumänien, Jugoslawien). 5 tner

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2. Weltkriegsende und kein Schweigen der Waffen – das Selbstbestimmungsrecht nur auf dem Papier? Schon am 8. 1. 1918 verkündete der damalige US-Präsident Wilson das Selbstbestimmungsrecht der Völker und ein demokratisches Europa als Leitlinie für einen weltweiten Frieden. Die politische Wirklichkeit sah anders aus, als Wilson es sich vorgestellt hatte. Am 29. 10. 1918 kam es zur Bildung des Staates der Slowenen, Kroaten und Serben. Dieser wurde diplomatisch jedoch nicht anerkannt. Am 1. 12. 1918 kam es zur Vereinigung mit dem Königreich Serbien und Montenegro, daraufhin entstand das Königreich SHS (Abkürzung für Serben, Kroaten= Hrvati, Slowenen). Am 12. 11. 1918 bildete sich die Republik Deutsch-Österreich (später nur mehr Österreich). Im gleichen Monat wurden vom Königreich SHS große Teile Kärntens gefordert. Man verlieh dieser Forderung Nachdruck, indem Truppen einmarschierten. Am 30. 11. 1918 fielen das Mießtal ebenso wie das Jaun- und Rosental, aber auch Völkermarkt in die Hände der SHS-Militärs. In einigen Gemeinden wie in Ferlach übernahmen Vertreter der slowenischen Partei die Verwaltung. Am 5. 12. 1918 beschloss der Kärntner Landtag militärischen Widerstand zu leisten, aber auch gleichzeitig auf dem Verhandlungswege Lösungen zu finden. Der Kärntner Abwehrkampf, welcher nachfolgend in einer groben Übersicht dargestellt wird, war kein Einzelfall was Grenzkonflikte betraf. Auf Kärntner Seite taten sich dabei folgende Persönlichkeiten hervor: · Landesbefehlshaber Ludwig Hülgerth · Hans Steinacher, führender Abwehrkämpfer · Landesverweser* Arthur Lemisch In vielen Kärntner Städten und Orten sind Plätze, Straßen und Denkmäler nach ihnen benannt. * damalige Bezeichnung für das Amt des Landeshauptmannes


Trage alle 7 Abschnitte des Abwehrkampfes in den Zeitstreifen ein und zwar mit einer roten Linie, wenn SHS-Truppen erfolgreich waren, mit einer grünen, wenn Kärntner Truppen inklusive ihrer Hilfstruppen erfolgreich waren, mit abwechselnd rot-grün, wenn es auf keiner Seite einen durchschlagenden Erfolg gab (bereits eingetragen).

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1. Abschnitt: 5. 12. – 14. 12. 1918: SHS-Truppen besetzen Klein St. Veit, Tainach, Rosenbach, Grafenstein 2. Abschnitt: 15. 12. – 24. 12. 1918: Erste Erfolge des Kärntner Abwehrkampfes bei Grafenstein 3. Abschnitt: 5. 1. – 14. 1. 1919: Weitere Erfolge der Abwehrkämpfer: Befreiung von Arnoldstein, Fürnitz, Rosegg, St. Jakob, Rosenbach, Ferlach 4. Abschnitt: 14. 1. – 28. 4. 1919: Waffenstillstand, von SHS-Truppen gebrochen, weitere Kämpfe mit wechselnden Erfolgen 5. Abschnitt: 29. 4. – 7. 5. 1919: Letztes für Kärnten erfolgreiches Gefecht, kein SHS-Soldat steht mehr auf Kärntner Boden 6. Abschnitt: 28. 5. – 6. 6. 1919: Großangriff der SHS-Truppen, Besetzung Klagenfurts und des Zollfeldes, Waffenstillstand 7. Abschnitt: 28. 7. 1919: Festlegung einer „Demarkationslinie“ zwischen den Zonen A und B. Diese Linie war streng bewacht, eine Überschreitung war nur an wenigen Kontrollpunkten und das sehr schwer möglich.

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3. Dank Diplomatie und Abwehrkampf entstand internationales Interesse Zur Übersicht zeigt dir eine Grafik, welche Staaten und österreichischen Bundesländer (mit Blau hervorgehoben) einen Einfluss auf das folgende Geschehen in Kärnten hatten.

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- US-Präsident Wilson verkündet am 8. 1. 1918 das Selbstbestimmungsrecht der Völker. - Im November 1918 marschierten Truppen des SHS-Staates in Kärnten ein (siehe Seite 6). - Vorlage von Gebietsforderungen des Königreichs SHS in Paris (siehe Seite 10). - Die Siegermächte des 1. Weltkrieges planen die Friedenskonferenz von Paris, führen sie von 18. 1. – 10. 9. 1919 aus, bestimmen dort, lassen die Verlierer nicht einmal zum Verhandlungstisch.


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- Waffenstillstandsverhandlungen in Graz 16. – 18. 1. 1919, schon am 19. 1. wird der Waffenstillstand von Jugoslawien gebrochen.

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- Zögernde Unterstützung der österr. Regierung in Wien, um die Friedensverhandlungen in Paris nicht zu gefährden.

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- Miles-Kommission bereist Südkärnten von 27. 1. – 6. 2. 1919, Vorschlag der Durchführung einer Volksabstimmung (siehe Seite 10). - Die interalliierte Plebiszitkommission gewährleistet die korrekte Vorbereitung und Durchführung der Volksabstimmung von 21. 7. – 18. 11. 1920 (siehe Seite 14).

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-> Seite 10 Der Abwehrkampf lenkte die Aufmerksamkeit bis in die Vereinigten Staaten von Amerika. Schließlich waren sie diejenigen, welche das Selbstbestimmungsrecht angewendet haben wollten. Im Falle Südkärnten wollten sie genauso wie die Kärntner Landesregierung dieses Recht in die Tat umgesetzt haben (siehe Grafik Seite 8–9). Aus riesiger Entfernung einen solchen Streitfall zu entscheiden, war nicht möglich. So sollte eine US-Kommission unter der Führung von Sherman Miles das fragliche Gebiet persönlich bereisen, um sich selbst ein Bild zu machen. Seine Empfehlung lautete: „Das Klagenfurter Becken ist eine geographische Einheit und die Karawanken eine natürliche Grenze“. Sie war ausschlaggebend für das Handeln der Pariser Friedenskonferenz (siehe Übersicht Seite 8–9). Zunächst präsentierte dort das Königreich SHS seine Wunschlinie, die vom Nassfeld nach Hermagor, über den Kobesnock – Gummern – Gerlitzen – Ossiacher Tauern – Ulrichsberg – Magdalensberg – Kleine Saualpe – Lavamünd führen sollte.

Die Volksabstimmung wird in Paris endgültig beschlossen. Kontrolle durch eine interalliierte Kommission.


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-> Seite 12 Im Mai 1919 beschließen die Siegermächte die Abhaltung einer Volksabstimmung. Endgültig wird die Sache aber erst am 21. 6. 1919, da inzwischen Truppen des Königreichs SHS u. a. auch Klagenfurt besetzten (siehe Kapitel 2). Das umstrittene Gebiet wird in 2 Zonen geteilt. Die Grenze der Zone A verlief vom Mallestiger Mittagskogel über Maria Gail – Rosegg mitten durch den Wörthersee (er war 1920 zugefroren!) – Ebenthal – Poggersdorf – Diex – Kleine Saualpe – Pustritz – Ettendorf. Bei einer jugoslawischen Mehrheit in der Zone A hätte 14 Tage später auch in der Zone B eine Abstimmung stattfinden müssen.

4. Die korrekte Durchführung der Volksabstimmung – eine Einmaligkeit? Zunächst ist für dich einmal der Unterschied zwischen einer Volksabstimmung und einer Wahl zu klären.

Volksabstimmung Beispiele: a) 10. 10. 1920: Kärntner Volksabstimmung, für einen Verbleib bei Österreich: 59,04 % für einen Anschluss an Jugoslawien: 40,96 % b) Juni 1994: Abstimmung über den EU-Beitritt Österreichs. JA-Stimmen: 66,58 % NEIN-Stimmen: 33,42 % eiten: Auswahlmöglichk gegen abstimmen da er od r fü da nn Man ka bindend, im is ist für die Politik bn ge Er n: ge un irk bestimAusw chtlich, das Selbst re er lk vö r ga so n mieren“. Falle Kärnte nur einmal „konsu an m nn ka t ch re mungs


Wahl Beispiel: a) Landtagswahl vom 1. 3. 2009: für BZÖ: 44,89 % für SPÖ: 28,74 % für ÖVP: 16,83 % für Grüne: 5,15 % für FPÖ: 3,76 % für KPÖ: 0,53 % für STARK: 0,06 % für GPÖ: 0,05 %

Wahllokal Stimmabgabe heute

Auswahlmöglichkeiten: mehrere Par teien oder mehrere Personen oder beides Auswirkungen: In einem mehrstufigen Ermittlungsverfahren wird der %-Anteil in die Zahl der Abg eordneten im Landtag umgerechnet.

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-> Seite 14 Wie war der Ablauf der Volksabstimmung 1920? · Jeder Wähler bekam 2 Stimmzettel: einen grünen mit der Aufschrift Österreich-Avstrija und einen weißen mit Jugoslavija-Jugoslawien. Wenn jemand für Österreich abstimmen wollte, musste er den weißen zerreißen, aber beide Zettel in das Wahlkuvert geben und dieses in die Urne werfen. · 95 % der Bevölkerung nahmen an der Volksabstimmung teil. Vergleiche dies mit der Beteiligung heute! · Überwachung der Durchführung und Auszählung durch die interalliierte Plebiszitkommission (siehe Kapitel 3). · Versiegelung der Urnen und gesicherter Transport in den nächsten Bezirksort (die Auszählung dauerte allerdings 3 Tage!). · Trotz Protesten von jugoslawischer Seite wurde die Gültigkeit des Ergebnisses nie bestritten. Österreich bekam ein unanfechtbares Recht auf die Einbeziehung der Abstimmungszone A in sein Staatsgebiet. Mehr als 10.000 Slowenisch sprechende Kärntner stimmten für den Verbleib bei Österreich. Durch den Staatsvertrag von St. Germain 1919 kamen das Kanaltal mit Tarvis an Italien, ebenso das Mießtal mit Unterdrauburg (Dravograd) und die Gemeinde Seeland (Jezersko) ohne Volksabstimmung an das Königreich SHS.


5. 90 Jahre danach: Sind bewachte Grenzen, Vorurteile über Slowenien, Benachteiligung der slowenischen Volksgruppe noch immer ein Thema? Die politische Landkarte Europas hat sich gravierend verändert, das ehemalige Jugoslawien ist in folgende Nachfolgestaaten zerfallen: Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien Die Europäische Union hat sich stark vergrößert, Österreich gehört ihr seit 1995 an, Slowenien seit 2004. Die EU ist ein Friedensprojekt, daher sind gutnachbarliche Beziehungen ein Gebot der Stunde. Seit dem Beitritt Sloweniens zum Schengener Abkommen, wo es unter anderem darum ging, dass man beim Grenzübergang keinen Reisepass mehr vorweisen musste, sind die Grenzen offen und der Austausch zwischen beiden Ländern kann un5 gehindert erfolgen. e 1 ntner

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-> Seite 16 Als Beispiele für grenzübergreifende Zusammenarbeit seien angeführt: · Gründung der ARGE (=Arbeitsgemeinschaft) Alpen-Adria 1978, ihre derzeit aktuellen Mitglieder findest du in der Karte!

Senza confini

· Gemeinsame Bewerbung für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2006 (leider gescheitert) unter dem Logo

Brez meja Ohne Grenzen


· Alpen-Adria wurde Namen gebend für etliche Institutionen in Kärnten: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Hypo AlpeAdria-Bank, Alpen-Adria-Markt und Alpen-Adria-Gymnasium Völkermarkt · Zahlreiche Partnerschaften mit Schulen in Slowenien und Friaul (falls deine Schule so etwas eingegangen ist, schreibe den Namen und den Ort der Partnerschule auf!):

· Zahlreiche grenzüberschreitende Projekte im Rahmen von „INTERREG“ (= Förderung der Zusammenarbeit zwischen Regionen der EU), z. B. Geschichtsspuren und mineralogischer Lehrpfad rund um die Petzen-Peca, Hemmawanderweg, Zusammenschluss der Naturschutzgebiete „Vellacher Kotschna“ und „Logarska dolina“. · Kärntner Unternehmen sind in Slowenien genauso präsent wie slowenische Unternehmen in Kärnten. · Ein Zukunftsprojekt ist die Ausrichtung der Dreiländer-SkiWM im Jahr 2017 mit Kranjska Gora als Host City und Bad Kleinkirchheim und Tarvis als Austragungsstätten. · Die Euregio „Senza Confini“ mit dem Sitz in Triest wurde 2010 von den Regionen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto gegründet. Slowenien und zwei kroatische Regionen sollen in Zukunft dieser Euregio beitreten.

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6. Kärnten legt viel Wert auf die slowenische Volksgruppe Das Land Kärnten unterstützt seit dem Jahr 2002 mit hohem finanziellen Aufwand die Führung zweisprachiger Kindergartengruppen, damit schon Kleinkinder mit der slowenischen Sprache vertraut werden. Über 40 % der Volksschüler im gemischtsprachigen Gebiet besuchen zweisprachige Volkssschulen. Und auch in höheren Schulen wie der zweisprachigen Handelsakademie, dem Slowenischen Gymnasium oder der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ist der Unterricht in slowenischer Sprache eine Selbstverständlichkeit geworden. Im Jahr 1990 wurde beim Amt der Kärntner Landesregierung das Volksgruppenbüro gegründet, mit dem Auftrag die Volksgruppe aktiv zu unterstützen. Die vom Volksgruppenbüro alljährlich ausgerichtete „Kulturwoche der Kärntner Slowenen“ fördert das Zusammenleben der Mehrheitsbevölkerung mit der Volksgruppe und sorgt für kulturellen Austausch zwischen deutschen und slowenischen Kultur- und Bildungseinrichtungen. Der jährlich stattfindende Volksgruppenkongress hat sich die Aufgabe gestellt, Vertreter von europäischen Minderheiten zusammenzubringen und gemeinsame Themen wissenschaftlich zu beleuchten.


7. Hast Du Lust auf eine Selbstkontrolle? Füge je einen Satzteil links mit einem Satzteil rechts zu einem ganzen Satz zusammen, welcher historisch richtig ist. Setze in der zweiten Spalte die richtige Zahl ein.

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Das Habsburgerreich war ein

Wappensaal des Landhauses in Klagenfurt.

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Zu den Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie gehörten unter anderem

des ehemaligen Jugoslawiens.

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Als Symbol der Landeseinheit Kärntens gilt

das Selbstbestimmungsrecht.

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Wer bei der Kärntner Volksabstimmung für Jugoslawien stimmen wollte,

nicht einmal zum Verhandlungstisch. Besetzung Klagenfurts und des Zollfeldes.

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Kärnten war schon 976 n. Chr.

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Der Fürstenstein steht heute im

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US-Präsident Wilson verkündete schon Anfang Jänner 1918

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Der Zeitraum vom 28. 5. – 6. 6. 1919 war gekennzeichnet von der

das Kanal- und Mießtal verloren.

9 Die Überschreitung der Demarkationslinie

tat dies mit einem weißen Stimmzettel.

Mitglied der ARGE Alpen-Adria. von überzogenem Nationalismus. Vielvölkerstaat.

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10 Sherman Miles hielt das Klagenfurter Becken 11 Kärnten gingen ohne Abstimmung 12

Kärnten ist gemeinsam mit Slowenien und der Steiermark

13 Kroatien ist einer der Nachfolgestaaten 14

Eine Abwertung anderer Völker ist ein Zeichen Die Siegermächte des 1. Weltkrieges

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der Herzogstuhl. an wenigen Kontrollpunkten möglich. Ungarn und die Tschechoslowakei. ein eigenes Herzogtum. für eine geographische Einheit.

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Das Habsburgerreich war ein Vielvölkerstaat. Zu den Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie gehörten unter anderem Ungarn und die Tschechoslowakei. Als Symbol der Landeseinheit Kärntens gilt der Herzogstuhl. Wer bei der Kärntner Volksabstimmung für Jugoslawien stimmen wollte, tat dies mit einem weißen Stimmzettel. Kärnten war schon 976 n. Chr. ein eigenes Herzogtum. Der Fürstenstein steht heute im Wappensaal des Landhauses in Klagenfurt. US-Präsident Wilson verkündete schon Anfang Jänner 1918 das Selbstbestimmungsrecht. Der Zeitraum vom 28. 5. – 6. 6. 1919 war gekennzeichnet von der Besetzung Klagenfurts und des Zollfeldes. Die Überschreitung der Demarkationslinie war nur an wenigen Kontrollpunkten möglich. Sherman Miles hielt das Klagenfurter Becken für eine geographische Einheit. Kärnten gingen ohne Abstimmung das Kanal- und Mießtal verloren. Kärnten ist gemeinsam mit Slowenien und der Steiermark Mitglied der ARGE Alpen-Adria. Kroatien ist einer der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens. Eine Abwertung anderer Völker ist ein Zeichen von überzogenem Nationalismus. Die Siegermächte des 1. Weltkrieges ließen in Paris die Verlierer nicht einmal zum Verhandlungstisch.


Literatur:

Ogris Alfred u. a. „Der 10. Oktober 1920 – Kärntens Tag der Selbstbestimmung“, Kärntner Landesarchiv (Hrsg.), Klagenfurt 1990. Fräss-Ehrfeld Claudia: „Kärnten 1918–1920 – Sind neue Fragestellungen nötig“, Geschichtsverein für Kärnten (Hrsg.), Klagenfurt 2010. Fräss-Ehrfeld Claudia: „Fragen an den 10. Oktober“ Landeshauptstadt Klagenfurt (Hrsg.), Klagenfurt 2000. Rumpler Helmut (Hrsg.): „Kärntens Volksabstimmung 1920“, Klagenfurt 1981. Pleterski Janko: „Koroški plebiscit 1920“, Ljubljana 2003. Domej Theodor: „Anmerkungen zur Kärntner Volksabstimmung 1920“, in: „Als Mitteleuropa zerbrach. Zu den Folgen des Umbruchs in Österreich und Jugoslawien nach dem Ersten Weltkrieg“, Graz 1990. Pleterski Janko und Weinzierl Erika: „Kärnten – Volksabstimmung 1920“, Wien 1981. Hellwig Valentin u. a. (Hrsg.), „Die Kärntner Volksabstimmung 1920 und die Geschichtsforschung. Leistungen, Defizite, Perspektiven“, Klagenfurt 2002.

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Unser Landle (Primus Lessiak, gekürzte Version)

D'r Herrgott håt glåcht, wie er's Landle håt gmåcht, håt si selber recht gwundert über går so viel Pråcht.

Und ringsum drei Hauptstädt, dö seint wie drei Stern, a neue, an ålte, und ane kunt's wern.

Kennst wohl unser Wåppn? Drei Löwn seint drin, mit schreckliche Tåtzn gehnt se dahin.

Då seint Wiesn und Felder und Wåld - weite Strich, brave Leut, liabe Örtlan, guate Ålbm, schians Viech.

Dö neue is Klågnfurt, dö alte Sånkt Veit, dö dritte is Villach, wia das wåchst, is a Freid.

Und dås karntnerische Liad is bekånnt die Welt aus, und der is ka Karntner, der nit singt und nit jauzt.

Und mittn im Gårtn zwa See, a feins Påår, wie vom Herrgott die Augn, so blau und so klår.

Dö ane is greaßer, dö åndern mehr klan, dö sege håt an Lindwurm, dö åndern håmt kan.

Wir håltn föst zsåmm, unsere Klåmmern seint Ståhl. D'r karntnerischn Håmat bleib ma treu allemål.

Impressum: – Landesregierung, Abteilung 6 Herausgeber: Amt der Kärntner Brauchund tur skul Volk t. UAb ur, Bildung, Generationen und Kult Klagenfurt am Wörthersee tumswesen, Bahnhofplatz 5, 9020 rchiv, Fotos: Prof. Walko, BroFotonachweis: Kärntner Landesa ung - 80 Jahre“, „Historischer timm sabs schüre „Kärntner Volk Wien 2000, „Fragen an den 10. Weltatlas“ Putzger-Brockmüller AKL, timmung, Landesfeiern 2000“ Oktober“, „Kärntner Volksabs die Presse, 0, 200 lege atpf Heim und m Abt. Volkskultur, Brauchtu .gv.at, www.pixelio.de, www.istockphoto.com, www.ktn ://de.wikipedia.org, http g, ia.or med wiki http://commons. i.at, .egg www.austria-lexikon.at, www www.siebenbuerger.de


Vorname: Nachname: StraĂ&#x;e: PLZ/Ort: Telefonnummer: Schule/Klasse: Einsendeschluss: 29. Oktober 2010


# 1. Wie hieß der Landesbefehlshaber im Kärntner Abwehrkampf?

2. In wie vielen Sprachen war das Logo für die Bewerbung zur Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2006 abgefasst? 3. Welche Farbe hatte bei der Kärntner Volksabstimmung der Stimmzettel mit der Aufschrift Österreich-Avstrija?

Amt der Kärntner Landesregierung UAbt. 6 - Volkskultur & Brauchtumswesen Bahnhofplatz 5 9021 Klagenfurt

Einsendeschluss: 29. Oktober 2010 (Es gilt das Datum des Poststempels.) Die Gewinner werden mittels Losziehung ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preise können nicht in bar abgelöst werden.


90 Jahre Kärntner Volksabstimmung