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Meinung, Tipps & mehr für volle 14 Tage Samstag, 15. Februar 2020

Samstag, 15. Februar 2020

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Ausgabe 285 am 15. Februar 2020 Samstag, 15. Februar 2020

Bonds Soundtrack Reportage In London entsteht gerade der Soundtrack für den neuen James Bond Film. Ein Besuch bei den Musikern im legendären Air Studio, einer umgebauten Kirche. Seite 2

Samstag, 15. Februar 2020

Von Liebe und Hass

Glatzen-Streich

Leben

MP-Wahl in Thüringen

Shakespeares „Romeo und Julia“ wird mit 100 Kindern, Jugendlichen sowie älteren Menschen von Jugend Pro Arte als Tanzaufführung auf die Bühne gebracht. Seite 7

Das abgesprochene Wahlverhalten von Kemmerichs FDP, Mohrings CDU und Höckes AfD zum Sturz von Bodo Ramelow lösten bundesweit Entsetzen, aber auch höhnische Genugtuung aus. Seite 10

Zeig her dein Gesicht! Winfried Kretschmann hat sich landesväterlich geäußert, als er sagte, dass in einer offenen Gesellschaft jeder sein Gesicht zeigen müsse. Das könnte man angesichts der Gesichtserkennung als angewandter Technik falsch verstehen. Von Michael Zäh

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infried Kretschmann ist diversen Umfragen zufolge der beliebteste Politiker im Ländle. Dies mag an seinem oft sachlichen politischen Pragmatismus liegen. Nun hat der grüne Landesvater einen Satz gesagt, der bedenkenswert ist: „Ich finde, in einer offenen Gesellschaft muss jeder sein Gesicht zeigen!“ Schon gleich springt ins Auge, dass die Worte „offen“ und „muss“ sich nicht so recht vertragen wollen. Doch dazu später mehr. Zunächst zum Kontext: Es war „seine“ baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), die zuvor angekündigt hat, das Schulgesetz so zu ändern, dass eine Vollverschleierung an Schulen verboten ist. Nun ja, das könnte man noch von der lustigen Seite nehmen. Wenn es nämlich erlaubt wäre, das Gesicht völlig zu verschleiern, dann könnte ja auch kein Lehrer mehr kontrollieren, wer nun eigentlich die Klassenarbeit wirklich geschrieben hat. Denn hinter dem Vollschleier könnte das Kind ja ausgetauscht sein, quasi im Job-Sharing, weshalb dann vielleicht auch alle anderen Schüler aus der Klasse auf dieselbe Idee kämen und mit Masken jedweder Art dafür sorgen würden, dass die Eins in der Klassenarbeit steht. Weil da brauchst du gar nicht mehr abschreiben, wenn doch jeweils das passende Genie für Mathe, Deutsch oder Physik sich trickreich unter der Vollverschleierung verbirgt. Doch Spaß beiseite. Der eilige Vorstoß von Susanne Eisenmann (der übrigens zuvor nicht mit dem „Chef“ Kretschmann abgesprochen gewesen sein soll) war eine schnelle

HALLO ZUSAMMEN

Amerikanischer Klinsi-Abschied

Reaktion auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Hamburg, das einer 16jährigen Berufsschülerin darin Recht gab, dass sie auch im Unterricht ihr Gesicht verhüllen darf. Die Schülerin dürfe sich nämlich auf die „vorbehaltlos geschützte Glaubensfreiheit“ berufen - also solange das (hamburgische) Schulgesetz diese nicht explizit einschränkt. Das will die Stadt Hamburg nun nachholen. Schleswig-Holsteins Regierung hat ebenfalls vorsorglich ein Vollverschleierungsverbot beschlossen, wie es Eisenmann und Kretschmann in Baden-Württemberg nun auch tun wollen. Bayern und Niedersachsen verbieten den Schleier schon seit 2017. Nun ist es aber so, dass auch Kretschmann einräumte, dass ihm in ganz Baden-Württemberg kein einziger Fall bekannt sei, wo das künftige Gesetz nötig gewesen wäre.

Das nennt man dann mit Kanonen auf Spatzen schießen. Es ist der Donner selbst, der dabei angestrebt wird, zum Beispiel um politisches Kapital daraus zu schlagen. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man sagt, dass Susanne Eisenmann als CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl sich Wählerstimmen davon verspricht, wenn sie sagt: „Auch die Religionsfreiheit hat ihre Grenzen.“ Na, das nennen wir mal energisch durchgegriffen, also in Anbetracht der Tatsache, dass der Fall im Ländle noch gar nie vorkam. Doch zurück zu Kretschmann und seiner Aussage, dass jeder sein Gesicht zeigen müsse. Dies könnte man angesichts Gesichtserkennung als angewandter Technik auch ganz anders verstehen. Denn die „offene“ Gesellschaft ist womöglich bald eine unfreie Gesellschaft, wenn das gezeigte Gesicht gescannt wird.

Dabei kommt der technische Vorgang als solcher oft auf dem Wege der „Nützlichkeit“ daher. Ist es nicht sogar toll, wenn du in den Supermarkt gehst, dein Gesicht gleich am Eingang gescannt wird und deine Lieblingsprodukte dir sofort angepriesen werden? Es soll bald auch Arztpraxen geben, wo du über Gesichtserkennung sofort erkannt und entsprechend schneller behandelt werden kannst. Und der Staat, na klar, scannt ja auch nur in deinem Sicherheitsinteresse, gell? Es ist naiv zu glauben, dass solche Techniken aufzuhalten sind. Die „offene Gesellschaft“ ist anfällig dafür. Und das betrifft so gut wie alle Bürger im Ländle (und anderswo), im Unterschied zum aufgeplusterten Einzelfall der Vollverschleierung in Hamburg. „Zeig her dein Gesicht“ birgt Gefahren.

Tja, diese Sache mit den überraschenden Rücktritten scheint in Mode zu kommen. Nach jenem von AKK in Sachen CDU gab es in Berlin gleich noch einen spektakulären weiteren Spontanrücktritt: Auch Jürgen „Klinsi“ Klinsmann wollte nicht mehr, nach viel Tamtam (von wegen „Big City Club“ und so) und rund 75 Millionen teuren Einkäufen der Hertha in der Winterpause. Der Mann aus Kalifornien hat gerade mal zehn Wochen als Trainer der Berliner absolviert, quasi als verlängerter Weltbürger-Arm von Investor Lars Windhorst, bevor er sich auf die ganz und gar amerikanische Art, also via Facebook, davon machte. Und noch mehr: Klinsmann schreibt darin von mangelndem Vertrauen und von fehlendem Zusammenhalt im Verein. Er erweckt somit den Anschein von tobenden Machtkämpfen im Hintergrund der Hertha, der er ja zunächst als Aufsichtsrat zur Seite gestellt worden war, bevor er auch das Traineramt übernahm. Totalschaden! Die Aufsicht über Berlin ist Klinsi auch los, ganz wie AKK jene über die CDU. Trotzige Zeiten! Michael Zäh


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FPI OL MR TMRUASI ITK

LITERATUR REPORTAGE

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©Foto: Barbara Breitsprecher

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Bonds Soundtrack Besuch im Londoner Air Studio, wo gerade ein Symphonieorchester die Musik für den neuen James Bond-Film aufnimmt. Von Barbara Breitsprecher

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usstieg aus der Tubestation Belsize Park, dann einige hundert Meter durch den eleganten Stadtteil im Norden Londons die Belsize Lane hinauf, den gleichnamigen Song von The Kings Parade im Ohr. Und schon erhebt es sich hinter der nächsten Kreuzung, das alte, stattliche Gebäude Lyndhurst Hall. Der legendäre Beatles-Produzent George Martin hat diese frühere Kirche zu einem Aufnahmestudio umgerüstet – einem der weltweit besten und größten. Derzeit wird hier gerade der Soundtrack für den neuen James Bond-Film aufgenommen, live gespielt von einem großen Symphonieorchester.

©Foto: Barbara Breitsprecher ®Fotos: Barbara Breitsprecher

Wenn die teuren Aufnahmen in Kürze abgeschlossen sind, ist auch das letzte fehlende Teilchen für die Fertigstellung des Kinofilms komplett und „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ kann im April ins Kino kommen (übrigens mit einer netten kleinen Rolle für Christoph Waltz). Komponiert wurde die Musik von Hans Zimmer zusammen mit Steve Mazzaro. Der gebürtige Frankfurter Hans Zimmer, der seit vielen Jahren in Hollywood lebt, hat sich mit der Musik für Filme wie „Gladiator“, „Inception“ oder „Dunkirk“ einen unvergesslichen Namen gemacht. Und nun also James Bond. „Einer meiner wildesten Träume wird wahr – Ich komponiere einen Bond Film!!“ schrieb er in englisch begeistert auf Twitter. Wie actionreich, fantastisch oder verrückt Filme auch sein mögen, für die hier in London die Musik aufgenommen wird, die Atmosphäre im Air Studio ist das Gegenteil. Extrem professionell, sachlich, konzentriert. Für englische Verhältnisse fast ein bisschen nüchtern und ernst. Gerade ist Mittagspause. Die Musikerinnen und Musiker, die etwas müde aus dem großen Lyndhurst Saal heraus schlurfen, nachdem das rote Licht aufgehört hat zu blinken, gehören zu den besten und bestbezahltesten in England. Was man ihnen aber nicht ansieht. Typisch britisches Understatement sind die Schuhe abgenutzt, die Strickjacken ausgebeult und die verrutschten Lesebrillen haben sicher maximal neun Pfund bei Boots gekostet. Auch der Engländer Frank Schaefer holt sich eine Suppe in der kleinen Cafeteria, die ebenfalls in der früheren Kirche untergebracht ist und einen für Londoner Verhältnisse ausgezeichneten Kaffee anbietet. Er sieht ein wenig müde aus, die vergangenen Tage hat er täglich zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Studio gestanden, manchmal auch abends noch. Die Aufnahmezeit ist unfassbar kostbar, im wahrsten Sinne des Wortes. Entsprechend knapp ist sie bemessen, maximal zwei Wochen, dann muss alles fix und

Cellist Frank Schaefer: Der Londoner Musiker ist seit vielen Jahren dabei, wenn im Air Studio der Soundtrack zu Filmen entsteht, So saß er beispielsweise bei der Musik für „1917“, bei den Harry-Potter-Filmen, aber auch bei „Star Wars“ am Cello. Im Abspann der Filme sind die Namen der Musiker so gut wie nie zu sehen.

Lyndhurst Hall, Air Studio: In der viktorianischen Kirche im eleganten Londoner Stadtteil Belsize Park, die 1884 von dem Natural History Museum-Architekten Alfred Waterhouse erbaut wurde, ist das Air Studio untergebracht. Es wurde vom legendären Produzenten der Beatles, George Martin, gegründet und ist eines der weltweit größten Aufnahmestudios.

fertig im Kasten sein. Für die Musikerinnen und Musiker bedeutet das hochkonzentriertes Arbeiten auf den Punkt genau. Sich verspielen und nochmal von vorne beginnen, das gibt es hier nicht. Und Proben auch nicht. Am ersten Tag wurde einmal alles durchgespielt, vom zweiten Tag an aufgenommen. Ob jemand wie Frank dafür dann entsprechend viel Zuhause übt? Lachend winkt er ab. „Das hier hat weniger mit Kunstfertigkeit als mit Technik zu tun. Wenn ich Solist bei einem Beethoven-Stück bin, dann muss ich natürlich üben. Aber hier, bei der Filmmusik, da muss ich im entscheidenden Augenblick bereit sein und die richtigen Noten spielen, das ist alles.“ Dieses „das ist alles“ ist natürlich ebenso wie die Kleidung etwas untertrieben. Nicht umsonst werden hier die Besten beschäftigt. Sie sind die Meister des punktgenauen, korrekten Musizierens nach Noten. Sie wissen exakt, was wann von ihnen gefordert ist. Manchmal, so berichtet Frank, müssen auch nur die Bässe oder nur die Cellos spielen und alle anderen lautlos dabei sitzen. Das findet er dann nicht so spannend. Nun erklären sich auch die aufgeschlagenen Bücher, die überall neben den Notenpulten auf dem Boden liegen – Lesestoff für die Minuten des Nichtstuns. Ob er sich den neuen Bond auch anschauen wird, wenn er ins Kino kommt? Na klar, bestätigt er, während er das letzte Stück Brot in der Suppe versenkt, meist geht das ganze Orchester zusammen in die Filme, für die sie die Musik gemacht haben. Ist es dann nicht bedauerlich, dass ihre Namen nicht beim Abspann aufgelistet werden, während jeder Caterer und jeder Kabelträger namentlich genannt wird? Frank zuckt mit den Schultern – und genau in diesem Augenblick taucht hinter seinem Rücken Hans Zimmer auf. Begleitet von einem kleinen Pulk Mitarbeiter nimmt er einen Tisch in Beschlag, spricht mit drei Leuten gleichzeitig, während er in sein Handy tippt und die Brille abwechselnd hoch und runter schiebt. Also einmal tief Luft geholt, mit wenigen Schritten an seinen Tisch gegangen und erst auf Englisch um Entschuldigung für die Störung gebeten, um dann auf Deutsch – ist schließlich ein Landsmann – für ein spontanes Interview anzufragen. Mit breitem amerikanischen Akzent erklärt mir Hans Zimmer, dass er gerade dabei sei, seiner Tochter eine Nachricht zu schreiben, nämlich die, dass er zu beschäftigt sei, um mit ihr zu telefonieren, worum sie ihn gebeten hatte. Da könne er nun ja unmöglich mit mir sprechen, das müsse ich bitte verstehen. Kein Problem, ein paar Worte haben wir ja doch gewechselt.


HINTERGRUND

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POLITIK

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Schaum und Traum CDU-Vorsitz. Die Ankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer, auf eine Kanzlerkandidatur zu verzichten und den CDU-Vorsitz beizeiten abzugeben, offenbart eine schon lange bestehende Spaltung der CDU. Von Michael Zäh

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ei der Ankündigung ihres Rücktritts als CDU-Chefin wirkte Annegret Kramp-Karrenbauer aufgeräumt bis heiter. Fast so, als sei sie mit sich im Einklang. Fast so, als habe sie verstanden, dass sie diese CDU nicht führen kann. Auf jeden Fall so, als lasse sie damit auch all die Qual hinter sich, die sie zuletzt erlitten hatte. Noch vor der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen hatte die CDU-Chefin ihren „Parteifreunden“ im dortigen Landtag ans Herz gelegt, sich bei einem eventuellen dritten Wahlgang der Stimme zu enthalten. Doch Pustekuchen, wen schert schon das Wort der CDU-Vorsitzenden? Als das dann passiert war, was sie zu verhindern versucht hatte, wollte AKK mit Thüringens CDU-Chef Mike Mohring so eine Art Schadensbegrenzung betreiben. Was für ein Schaden? So sagten Thüringer CDU-Leute.

Also klar, diese Vorgänge in Erfurt (siehe dazu Seiten 10 und 11) waren wahrlich ein guter Anlass für den Rückzug Annegret Kramp-Karrenbauers von ihren Ambitionen als CDU-Vorsitzende und als mögliche Kanzlerkandidatin 2021. Aber sie waren nicht der tiefere Grund, sondern eher ein Ausdruck dessen, welch ein Richtungskampf in der CDU herrscht. Man könnte glatt von zwei Lagern sprechen, die sich innerhalb der Partei erbittert bekriegen. Dieser Richtungskampf bestand ja schon bei der Wahl von AKK zur Parteivorsitzenden im Dezember 2018, als sie sich knapp gegen Friedrich Merz und Jens Spahn durchsetzte. Genau genommen war der Richtungsstreit auch schon zuvor der Grund gewesen, weshalb sich Angela Merkel im Herbst 2018 nach üppigen 18 Jahren als

CDU-Vorsitzende entschloss, diese Funktion aufzugeben und nur noch den Rest ihrer Kanzlerinnenzeit zu absolvieren. Tiefe Strömungen in der CDU wollten damals, dass Merkel weg müsse. Selbige Strömungen wollten nun bewirken, dass Annegret Kramp-Karrenbauer aufgibt. Beides geschah. Aber beides geschah zum Ärger der anderen Hälfte der Partei, die einen liberalen Kurs der Mitte wollen, den Angela Merkel so viele Jahre erfolgreich für die CDU fuhr. Die Konservativen in der CDU bis hin zu der erzkonservativen „Werte-Union“ wollen hingegen einen deutlichen Rechtsruck der Partei. Friedrich Merz ist für diese Strömung in der CDU das ideale Gesicht (auch Jens Spahn darf als konservativ bezeichnet werden). Merz war ja auf dem Parteitag im Dezember 2018 nur knapp mit

seiner Bewerbung um den Parteivorsitz unterlegen. Seither hat er beobachtet, wie AKK – auch durch eigene Fehler und und politisch törichte Vorschläge – immer mehr ihr Profil verwässerte und in den Umfragen immer weiter absackte. Es wird wohl kein Zufall sein, dass Friedrich Merz kürzlich sein lukratives Aufsichtsratsmandat bei dem Vermögensverwalter Blackrock zum 31. März abgegeben hat – und zwar schon vor den Ereignissen in Thüringen und dem folgenden Rücktritt von AKK. Er wolle nun nämlich seine Zeit nutzen, sagte Merz bei einer Rede, „die CDU noch stärker bei ihrer Erneuerung zu unterstützen und mich weiter politisch einzubringen.“ Friedrich Merz wird offen von Wirtschaftsbossen unterstützt, aber sein Kurs ist entscheidend davon geprägt, der AfD „die Hälfte ihrer

Wähler“ wieder abjagen zu wollen. Also würde die CDU unter ihm in der Flüchtlingspolitik restriktiv sein. Im Gegensatz zu den Überzeugungen von Armin Laschet, Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, der für Respekt gegenüber allen Religionen und Minderheiten eintritt und bis heute die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel verteidigt. Merz steht also für die rechte Strömung, Laschet für den Kurs der Mitte. Beide haben offiziell noch nicht erklärt, CDU-Chef und dann auch Kanzlerkandidat werden zu wollen. Und es ist nicht in Sicht, wie die in zwei Lager gespaltene CDU versöhnt werden könnte. Annegret Kramp-Karrenbauer hat ja erklärt, dass sie nun noch den Prozess der Kandidaten-Findung „von vorne führen“ wolle. Merz sagte, er fände das gut. Doch das ist nur Schaum und Traum. Und Lüge.

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P OW R TE RL TA I T

LITERATUR PROMIS

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PR OMIN ENT

Ausgabe 285 am 15. Feb Samstag, 15. Februar 2020

FORSCHE FRAUEN VON FUSSBALLERN Gleich drei Frauen von Fußballern haben jüngst in den sozialen Netzwerken das Wort ergriffen. Da war Cathy Hummels, die voller Freude bei Instagram postete, dass sie bald für einen Moderations-Job einen Monat nach Thailand fliegt – mit Söhnchen Ludwig im Gepäck. Ihre Follower konfrontieren sie mit den Vorwürfen, eine schlechte Ehefrau und Mutter zu sein. „Was ist mit Mats? Ein Monat ohne sein Kind? Er sieht es doch eh so wenig, oder?“, hieß es da etwa. Doch die 32-jährige Ehefrau von Fußballprofi Mats Hummels konterte: Sie sehe zwei Probleme in der Gesellschaft: „1.: Das moderne Frauenbild wird immer noch hart kritisiert und verurteilt UND dann 2.: Im Internet Dampf ablassen lenkt von eigenen Problemen ab.“ Und weiter: „Wenn ein Mann einen Job annimmt, der mehrere Wochen geht (auch mein Mann ist oft für Wochen weg), dann schreiben die wenigsten: ‚Wie kannst du deine Frau alleine lassen? Dein Kind. Du siehst es dann vier Wochen nicht.‘“ Das nennen wir aktive Vorwärtsverteidigung und wissen nun auch, was die Influencerin Cathy und Mats Hummels verbindet. Apropos: Sophia Thomalla und Fußballtorwart Loris Karius haben ein ähnliches Problem, nur anders herum. „Türkische Medien setzen eine Trennung in die Welt,

erzählen daraufhin, Loris würde deswegen nur Party machen und nicht hart genug an sich arbeiten, erfinden Zitate, die niemals stattgefunden haben“, schrieb Thomalla. Alles frei erfunden! „Im Übrigen würde ich mir die ein oder andere Party mehr mit ihm wünschen“, wirft sich Sophia Thomalla schützend vor ihren Torhüter-Mann. Das tat auch Shanga Forsberg, nachdem ihr Mann Emil von Leipzigs Trainer Nagelsmann beim Spitzenspiel in München wieder 90 Minuten auf der Bank gelassen wurde. „Niemand auf der Welt hat das Recht, dich wie Scheiße zu behandeln. Vergiss das nicht“, schrieb sie auf Instagram. Man merkt: Shanga Forsberg hat selbst auf hohem Niveau Fußball gespielt, für die schwedische U19-Nationalmannschaft sowie die RB-Leipzig-Frauen. Der kann so ein jungfrischer Nagelsmann nix vormachen. miz

KNITTERGESICHT KEITH RICHARDS AUF „NO-FILTER“-TOUR Keith Richards selbst hat ja in seinen Memoiren sarkastischen Humor bewiesen, als er davon berichtete, wie etliche Leute in seinem Umfeld ihm immer gesagt hätten, dass sein Lebenswandel im Drogenrausch zu seinem frühen Tod führen würde – und er dann am Grab dieser anständigen Menschen stand. „Flowers on my grave“, wie ein Stones-Titel auf „Sticky Fingers“ das nennt. Inzwischen ist Keith Richards 76 Jahre alt und hat laut eigener Auskunft seit Oktober 2019 mit dem Rauchen aufgehört. Das sei ihm viel schwerer gefallen als mit dem Heroin aufzuhören, sagte Richards. Seine jahrelange Heroinabhängigkeit überwand er schon Ende der 70er-Jahre. Kokain und anderen Drogen soll er dagegen erst mit über 60 Jahren nach der Jahrtausendwende abgeschworen haben. Erst Ende 2018 hatte Richards in einem Interview mit der Zeitschrift „Rolling Stone“ (na klar, wo sonst?) bekannt gemacht, dass er sich größtenteils auch vom

Alkohol verabschiedet habe. Aber keine Sorge: Ein Gesundheitsapostel wird Keith Richards nicht mehr. Die „Nadel“, an der er noch hängt, ist der Hals seiner Gitarre. Kürzlich haben die Rolling Stones neue Daten für ihre „No Filter“-Tour (ha ha!) bekannt gegeben. Im Mai, Juni und Juli wird die legendäre Rock-Band den amerikanischen Kontinent bereisen, mit insgesamt 15 Auftritten. Sowohl Sänger Mick Jagger als auch er selbst hätten nach der letzten Tour das Gefühl gehabt, dass sie gerade erst warm geworden seien, so Richards in einem Radio-Interview weiter. Deshalb müsse es weitergehen. Bis es ultimativ heiß wird, mit den so bösen Stones unserer Jugend, die nun echte RockOpas sind. Aber Hauptsache, Keith Richards fängt nicht auch noch das Joggen an und wirbt faltenfrei (geht bei seinem Knitterface ja nicht ohne Schminke) für ein fehlerfrei gesundes Leben! Bitte nicht! miz

BRAD PITT MIT LÄSSIGEM NEBENDARSTELLUNGSHIEB Brad Pitt ist halt ziemlich lässig. Nachdem er nun mit 56 Jahren seinen ersten Oscar als Schauspieler in Händen hielt (als „Bester Nebendarsteller“ wurde er für seine Rolle als Stuntman Cliff Booth im Tarantinos„Once Upon a Time in Hollywood“ ausgezeichnet. Pitt hatte als Mit-Produzent des Dramas „12 Years a Slave“ bereits 2014 erstmals den Oscar gewonnen), wahrte er gekonnt die Reihenfolge. Zuerst hat Brad Pitt den Oscar seinen sechs Kindern gewidmet. „Ihr macht alles bunt, was ich tue“, dann kam ein Gruß an Kultregisseur Quentin

Tarantino und seinem Co-Star Leonardo DiCaprio: „Leo, ich schwimme gerne jederzeit auf deiner Erfolgswelle mit. Die Aussicht ist fantastisch.“ Um dann cool und clever eine Botschaft zu Donald Trump zu senden. Er habe für seine Dankesrede 45 Sekunden Zeit, „das sind 45 Sekunden mehr, als der Senat John Bolton diese Woche gegeben hat“, so Pitt in Anspielung an das wirklich sehr miserable Theater (darin kennt der Schauspieler sich ja aus, was gut und was schlecht gespielt ist) im Amtsenthebungs­verfahren gegen Trump. miz

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Kein Licht zu sehen

HALLO FREIBURG

Discos und Ruhestörungen Wer sich immer mal gefragt hat, was ein Kulturanthropologe und Medienkulturwissenschaftler so macht, wenn er nicht gerade an der Uni Studierende in Kulturanthropologie oder Medienkulturwissenschaft unterrichtet, dem sei nun das neue Buch von Dr. Dr. Michael Fischer empfohlen, seines Zeichens Kulturan... na, schon klar. Es geht darin um Diskotheken im ländlichen Raum als populäre Orte des Vergnügens und genau so heißt auch der Titel des 256 Seiten umfassenden Buches. Buggingen, Kirchzarten, Freiamt oder Hausach– überall gab es die örtlichen Discos, scheinbar unspektakuläre Orte und doch so wichtig für die jungen Menschen damals. Den Wis-

senschaftler haben dabei besonders die Konfliktsituationen interessiert. Dafür führte er Interviews und stöberte in Akten, beispielsweise Aufzeichnungen zur legendären „Arche“ in Waldkirch. Nachbarinnen und Nachbarn beschwerten sich damals über Lärm und die lautstark anfahrenden Jugendlichen, die Polizei kümmerte sich um die Eindämmung des Drogenkonsums oder um die Durchsetzung des Gaststättenrechts. Kommt uns bekannt vor, ist heute kaum anders als in den 1970er oder 1980er Jahren. „Die Diskotheken im Schwarzwald waren zentrale Orte jugendlicher Sozialisation, noch heute schwärmen die Ältergewordenen von ihren Musik-, Tanz- und Freundschaftserlebnissen“, weiß der Autor Michael Fischer vom Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) der Albert-Ludwigs-Universität. Ein Ansatz, den man ruhig auch heute im Auge haben sollte, wenn es um „nächtliche Ruhestörungg“ an Samstag Abenden geht. Barbara Breitsprecher

Ausgabe 285 am 15. Februar 2020 Samstag, 15. Stadttunnel Februar 2020kommt, Wann der

Samstag, Februar 2020 ist ungeklärt. Das15. Forum Dreisamufer hatte einige Fragen an das Regierungspräsidium, die Antworten lassen vieles offen. Von Barbara Breitsprecher

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er Stadttunnel für Freiburg wird sich weiter verzögert, das hat eine Anfrage des Forums Dreisamufer an das Regierungspräsidium ergeben. Demnach wird die Entwurfsplanung für den Stadttunnel frühestens 2023 abgeschlossen, was aber bedeutet, dass ab 2021 in die Zuständigkeit der neuen „Autobahn GmbH“ des Bundes mit Sitz in Berlin übergeht sowie die Zuständigkeit für die Planfeststellung vom Regierungspräsidium zum Fernstraßenbundesamt mit Sitz in Leipzig wechselt. Das Forum fürchtet dadurch neue Planungsunsicherheiten.

Aus der Antwort des Regierungspräsidiums an das Forum Dreisamufer geht hervor, dass mit einer Fertigstellung – auch ohne gerichtliche Auseinandersetzungen – nicht vor 2038 zu rechnen sei. Die Bauzeit wird dabei optimistisch auf sieben Jahre veranschlagt, was der zurückliegenden Bauzeit der neuen Unibibliothek entspräche. Falls tatsächlich Stadttunnel und Falksteintunnel gleichzeitig fertig werden sollen, dann wäre jedoch dieser Termin ohnehin unhaltbar, das die Entwurfsplanung für den Falksteintunnel erst ab 2025 begonnen werden soll. Noch 2014 hatten Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Baubürgermeister Martin Haag von einen erhofften Baubeginn des Stadttunnels 2018/2019 gesprochen. Die Schätzungen der Kosten, die der Bau eines Stadttunnels verursachen würden, stammen nach wie vor aus dem Jahr 2014. Bislang wurden sie nicht aktualisiert. Damals hieß es, Baukosten in Höhe von 325,5 Millionen Euro seien zu erwarten. Seit 2014 sind

jedoch die Preise für Straßenbau drastisch gestiegen, laut Statistischem Bundesamt um 21 Prozent im November 2019 gegenüber Februar 2014. Rund 10 Millionen Euro Kosten werden bis zum Ende der Entwurfsplanung angefallen sein, so das Regierungspräsidium. Von weiteren 15 Prozent der Baukosten seien für die weiteren Planungen auszugehen. Derzeit wird laut Jürgen Kaiser, Referatsleiter Straßenplanung, ein detailliertes 3-D-Modell des sogenannten Ganterknotens erstellt, als Teil des Planungs­ prozesses. Nach wie vor steht der geplante Stadttunnel als Projekt mit „vordringlichem Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 – neben 116 anderen Straßenbauprojekten in Baden-Württemberg. Der Freiburger Gemeinderat hatte 2018 um ein Gutachten gebeten, das zeigen soll, was im Falle einer Störung im Tunnel passiert. Das Regierungspräsidium teilte nun mit, dass dieses Gutachten in Arbeit sei. Auch ein Verkehrsgutachten sei beauftragt, es lägen derzeit aber noch keine Ergebnisse vor.


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FREIBURG

STADT

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Damals & morgen

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©Foto: Extended Vision

Jubliäum: Erfolgreiche Archäologie-Ausstellung imSamstag, Augustinermuseum 15. Februar 2020 und spannende Geschichts-App. Von Barbara Breitsprecher

D IMPRESSUM Herausgeber: Michael Zäh und Christopher Kunz Verlag: Zeitung am Samstag Verlags GmbH, Benzstraße 22, 79232 March. Tel. 076 65/9 34 58-0, Fax -286, e-mail: info@zas-freiburg.de Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet Chefredakteur: Michael Zäh (visdp), Tel.: 0170 / 739 17 87, m.zaeh@zas-freiburg.de Redaktion: Barbara Breitsprecher, redaktion@zas-freiburg.de

Anzeigen und Verkauf: Michael Metzger (Verkaufsleitung), Tel. 07641 / 967 50 20, anzeigen@zas-freiburg.de Grafik, Layout & Herstellung: Sebastian Schampera; Tel: 0761 / 20887122 Adrian Kempf, dtpwork.de, Tel. 07663 / 8342970 Druck: Bechtle Druck&Service Zeppelinstraße 116, 73730 Esslingen Vertrieb und Verteilung: Sprint GmbH, Tel.: 0761/ 78 070, sprintgmbh@breisnet-online.de

Die neue, kostenlose Freiburg-App „Freiburg Zeitreise“, die 900 Jahre Stadtgeschichte lebendig werden lässt, wurde inzwischen 1300 mal heruntergeladen. An über 100 ausgewählten Stationen kann man dadurch mit dem Smartphone oder Tablet sehen, wie Freiburg an dieser Stelle früher ausgesehen hat und auch, wie es voraussichtlich 2030 hier sein wird. Zudem berichten Freiburger Persönlichkeiten aus ihrem Leben und über die Epochen. Luftaufnahmen vom Münsterplatz zeigen so die Trümmerwüste von 1944 und den Wiederaufbau. Und virtuell sind mit der App auch

©Foto: Estelle Frommherz

as Jubiläumsprogramm zur 900-Jahr-Feier Freiburgs hat erfolgreich begonnen. Bereits in den ersten paar Wochen konnten rund 25.000 Besuche von Veranstaltungen verzeichnet werden. Den größten Ansturm erlebte dabei die Jubiläumsausstellung „Freiburg Archäologie – 900 Jahre Leben in der Stadt“ im Augustinermuseum, dort waren bislang schon allein mehr als 12.000 Besucherinnen und Besucher. schon im Voraus die neuen Wohngebiete im Stühlinger-West und ein neu gestalteter Colombipark zu sehen. Per GPS-Navigation führt die Zeitreise-App, die das Freiburger Unternehmen Extended Vision realisiert hat, zielgenau zu einzelnen Stationen. Dort lassen sich exakt aus derselben Perspektive historische

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Fotos und geplante Bauprojekte mit der Smartphone- Kamera in die Realität einblenden. Aktuelle Vergleichsbilder lassen Veränderungen auch aus der Entfernung nachvollziehbar werden. Mit einem Bild-Slider kann man den Bildausschnitt von links nach rechts verschieben und die Perspektiven verschmelzen lassen. Das ganze Jahr über wird auf dem Platz der Alten Synagoge ein Info-Container zum Stadtjubiläum stehen. Eine städtische Mitarbeiterin bietet hier Auskünfte und verschiedene Gruppen können sich präsentieren.

TICKER

Brand bei der Gartenmesse

Wer will, bekommt Neun Millionen wöchentlich geleert für mehr Mbit

Bei der Freiburger Messe „Gartenträume“ war es am 9. Februar zu einem Brand gekommen. An einem Stand mit Ethanol-Kaminen konnte von Messemitarbeitern mit Feuerlöschern und einem ´Wasserschlauch noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr ein Feuer gelöscht werden. Allerdings wurde bei dem Brand eine Person schwer und vier weitere Personen leicht verletzt. Der Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Die nicht betroffenen Hallen konnten schon bald wieder für die Besucher freigegeben werden.

Die Stadtverwaltung verschickt jetzt die jährlichen Gebührenbescheide mit neuer Marke für die Abfallentsorgung. Wer künftig statt 14-tägig seine Tonne wöchentlich geleert haben möchte, kann seine Gebührenmarke für 9,48 Euro umtauschen. Der Umtausch einer Tonne kostet 26,98 Euro und eine abschließbare Mülltonne 54,35 Euro. Es reicht ein formloser Antrag an die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (AFS), Hermann-Mitsch-Str. 26, 79108 Freiburg (die Gebührenmarke 2020 dazulegen). Weitere Infos: Tel. 0761/76707-430 oder info@abfallwirtschaft-freiburg.de

Beim Ausbau der Breitbandinfrastruktur darf die öffentliche Hand nur begrenzt mit staatlichen Zuschüssen in den freien Markt eingreifen. So darf das Land derzeit uneingeschränkt nur in den sogenannten weißen Flecken fördern. Das sind Regionen, in denen die Breitbandverfügbarkeit unter 30 Mbit im Download liegt. Nun erhält der Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald 8.976.549 Euro vom Land. Seit 2016 hat das Land rund 1900 Breitbandprojekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 450 Millionen Euro unterstützt.


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© Dorothee Wetzel

Ausgabe 285 am 15. Februar 2020

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Von Liebe und Hass „Romeo und Julia“: Über 100 Jugendliche und Kinder bringen Shakespeares Meisterstück als genreübergreifendes Tanztheater auf die Bühne. Von Barbara Breitsprecher

Ein Jahr lang hat sich Chantal Kohlmeyer und mit ihr alle engagierten Tänzerinnen und Tänzer diesem Projekt gewidmet. Wer auch immer teilnehmen wollte, musste sich auch an einem Workshop beteiligen und sich damit für das Zustandekommen der Aufführung auch im Hintergrund einbringen. Das konnte die Gestaltung des Programmheftes oder der Pressetextesein, ebenso der Bühnenbau und die Kostüme oder aber die Arbeit an der Konzeption des Stücks. Auf der Bühne standen letztlich nicht nur Menschen mit Tanzerfahrung, sondern auch Neulinge, die einfach mitmachen wollten und sich von der übergreifenden Begeisterung anstecken ließen. Und auch sie haben schlussendlich großartig auf der Bühne gewirkt. Ein Jahr ist eine lange Zeit. Das Team ist in diesen Monaten stark zusammengewachsen, das Gefühl „wir gehen durch dick und dünn miteinander“ verbündete

alle. Und all die Energie, die sich über diese Zeit ansammelte, konnte sich dann auf der Bühne entladen in diesem Stück, in dem es so sehr um gesellschaftliche Verstrickungen und alte Feindschaften geht – und natürlich auch um unendliche Liebe. Für Chantal Kohlmeyer, die künstlerische Leiterin

politische Entscheidungen getroffen werden, wurden dabei diskutiert. Die Jugendlichen wollten wissen, ob sich junge Menschen aus vererbten Strukturen befreien können, wie Dialog zwischen verfeindeten Fronten möglich werden kann. Und wie kann letztlich Hass überwunden werden? Diese Themen haben Eingang gefunden in das Tanz-Großprojek, ebenso wie genreübergreifend ganz unterschiedliche Musik- und Tanzstile, von zeitgenössisch bis zu Hip Hop und Breakdance. Die Choreografie wechselt dabei zwischen poetischen Momenten und kraftvollen Auftritten. Die Bilder zeigen zwei junge Menschen, die gestärkt durch ihre Liebe aus dem Netz der gesellschaftlichen und politischen Verwicklungen hinausfinden wollen. Es war nicht nur das bekannte tragische Ende dieses Shakespearschen Meisterwerks, welches das Publikum so bewegt zurückließ. Es war auch diese spürbare Energie, die von den Tänzerinnen und Tänzern ausging. Und neben all den emotionalen und tragischen Momenten gab es dann auch die pure Fröhlichkeit, beispielsweise wenn eine der jüngsten Mitwirkenden, eine Zweijährige, mit einer 18-Jährigen tanzt. © Dorothee Wetzel

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weimal ein restlos ausverkauftes Haus im Theater Freiburg, zweimal ein zutiefst gerührtes Publikum und ein Ensemble, das vor Energie zu vibrieren schien. Der Verein Jugend Pro Arte brachte unter der Leitung der Choreografin Chantal Kohlmeyer zusam­ men mit rund 100 Kindern und Jugendlichen William Shakespeares „Romeo und Julia“ als Tanzstück auf die Bühne. Die Auf­ führungen werden am 6. und 7. März im E-Werk Freiburg wiederholt.

des Projekts, bestand die Aktualität des Stücks gerade auch in der Verknüpfung gesellschaftlicher und menschlicher Fragen und Probleme. Zur inhaltlichen Vorbereitung traf sich die Projektgruppe, die sich aus Jugendlichen und Kindern vielfältiger Hintergründe Familien zusammensetzt, mit der damaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae. Themen wie Demokratie, Grundrechte und die Frage, wie

■ Tanztheater „Romeo und Julia“ mit Jugend Pro Arte e.V., 6. März, 18 Uhr, und 7. März, 15 Uhr, E-Werk Freiburg, Eintritt: 15/8 Euro


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LEBEN

ag, 15. Februar 2020 Lesung

und klug

schön

©Foto: Laurien_Riha

Beglückend m 15. Februar 2020

Tanzperformance

TA N Z T H E AT E R

„Morning Flower“ ist der erste Teil einer Trilogie der Freiburger Tänzerin und Choreografin Emi Miyoshi, die auf Versen und Kommentare des japanischen Dichters Shuntaro Tanigawa basiert. Inspiriert von dessen „Morning Relay, bildet das tägliche Morgenritual in unterschiedlichen Kulturen und Generationen den roten Faden, der die drei interdisziplinären Tanzstücke miteinander verbindet. Tanigawas Gedicht verwandelt Augenblicke der Einsamkeit in Momente von Zugehörigkeit, indem er das Erleben des Morgens zu einem unsichtbaren Band der

©Foto: Marion Ettlinger

Mit ihrem achten Buch ist Sigrid Samstag, 15. Februar 2020 Nunez der große Durchbruch gelungen. „The Friend“, auf deutsch „Der Freund“ (Aufbau Verlag), erhielt den National Book Award und ist ein ganz wunderbares, erhebendes und erhellendes Buch, das man nicht mehr aus den Händen legen möchte, auch wenn man die Lektüre gerade beendet hat. Erzählt wird aus der Perspektive einer allein lebenden Schriftstellerin, die ihrer tiefen Trauer über den Suizid eines geliebten Freundes und schreibenden Weggefährten mit unsentimentalen Worten Ausdruck verleiht, deren

Die Kraft der Morgenrituale

©Foto: Marc_Doradzillo

Leben aber eine neue Wendung bekommt, als sie die riesige, ebenfalls trauernde Dogge des Toten vermacht bekommt. Es geht um Freundschaft und Verlust, Einsamkeit und Einfallsreichtum, Mensch und Tier, aber natürlich auch um das Schreiben. Und was Sigrid Nunez schreibt, ist so klug, so unwiderstehlich und humorvoll, dass es eine Freude ist. Nun kommt die Schriftstellerin für eine Lesung des Carl-Schurz-Hauses nach Freiburg.

Let it Rain: Nach „The Age of Aquarium“ (2019) zeigt die Choreografin und Tänzerin Nadine Gerspacher mit ihrer neuen Tanzperformance „Let it Rain“ den zweiten Teil ihrer Trilogie, die sich mit der zunehmenden Verflechtung des Menschen mit zukunftsgewandten Technologien beschäftigt. Als multimediales zeitgenössisches Tanztheater mit Märchencharakter erzählt sie von futuristisch anmutenden Realitäten, in denen die scheinbar

■ Lesung Sigrid Nunez (Englisch und Deutsch), 5. März, 20 Uhr, Peterhofskeller, Niemensstr. 10, Eintritt: 8/7/5 Euro

Baden Classics

Atemberaubend! Voltigier- und Springwettkämpfe in Offenburg

Daniel Kaiser; im|press|ions/Messe Offenburg

Für Pferdefans waren die Baden Classics in Offenburg ein großes Highlight. Besonders der internationale Voltigier-Wettkampf, bei dem fünf Teams ihre beeindruckenden Kür auf dem galoppierenden Pferd vorführten, war ein absoluter Höhepunkt. Bis zu drei Voltigierern waren gleichzeitig auf dem Pferderücken, wobei schon die Kleinsten der Mannschaft in schwindelerregender Höhe kunstvoll umher gewirbelt wurden. Sieger des zweiten Wettbewerbumlaufs wurde die Schweizer Voltige Lütisburg, wobei es für Zuschauende schwer nachvollziehbar war, nach

welchen Kriterien die einzelnen Teams platziert wurden, da alle eine atemberaubende Show im Einklang mit dem Pferd zeigten. Auch im Springreiten gab es viel zu sehen. Neben dem großen Internationalen Hallen-Springtunier – bei dem schlussendlich Niklaus Rutschi mit seinem zehnjährigen Hengst Quinao de Chandor Z den Großen Preis von Offenburg gewann (Foto) – zeigten Spring­ reitprofis bei einem Demo-Training, einen guten Einblick in diesen komplexen Sport und gaben viele Tipps. Elena Lukanow und Vivian Backs

leblose Materie ihre Menschlichkeit entdeckt, während der Mensch sich zunehmend seines Körpers zu entledigen sucht. Dafür haben Nadine Gerspacher und ihr Tanzpartner Jefta Tanate das Format des Duetts gewählt. n Tanzperformance Nadine Gerspacher, „Let it Rain“, 27./28./29. Februar, 20 Uhr sowie 1. März, 19 Uhr, E-Werk Freiburg, Tickets: 16/12 Euro

Verbundenheit zwischen den Menschen macht. Emi Miyoshi und der Fotograf Marc Doradzillo hatten im Rahmen einer Forschungsreise durch Japan und Taiwan Interviews geführt, Tanz-Workshops angeboten sowie mit Fotos und Videos die Morgenrituale der dortigen Bewohner eingefangen. Szenen, Worte und Emotionen aus diesen Begegnungen wurden dann in die Bewegungssprache von sechs internationalen Tänzerinnen und Tänzer übersetzt. ■ Tanzperformance Shibui Kollektiv, „Morning Flower“, 15. Februar, 20 Uhr, E-Werk Freiburg, Tickets: 16/12 Euro


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POLITIK

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Glatze schreib Samstag, 15. Februar 2020

Ministerpräsidentschaftswahl Thüringen. Natürlich war diese Wahl eine abgekar der gefährliche Rechtsaußen Björn Höcke hat damit seine Ziele vollständig erreich

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ndlich eine Glatze, die im Geschichtsunterricht aufgepasst hat“, war im Wahlkampf in Thüringen auf einem Plakat des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich sowohl zu lesen, wie auch abgebildet, nämlich in Form der Glatze des Kandidaten von hinten. In diesem Wahlkampfscherz steckte schon viel Wahrheit. Erstmal ganz banal die Tatsache, dass sich da ein Politiker nicht mit seinem Angesicht zeigt, sondern von hinten mit poliertem Schädel abgelichtet ist. Später wird man sagen können, dass dies dem Strohmann Kemmerich (von Gnaden der AfD und dem rechtsnationalen „Flügel“ des Faschisten Björn Höcke) ganz gut entspricht. Ein Strohmann braucht ja kein Gesicht. Es reicht, sich als Glatze missbrauchen zu lassen. Und auch die scheinbare Konfrontation auf dem Glatzenplakat gegenüber rechtsextremen Skinheads ist ein verräterischer Witz. Denn der beinhaltet ja schon, dass man Teil der Glatzen ist, auch wenn man sich darüber erheben will. Später wird man sagen können, dass dieses „Teil davon sein“ unumkehrbar im Vordergrund steht. Und schließlich hat der Werbespruch dann auch

noch eine Pointe, die wohl so nicht beabsichtigt war, aber im Nachhinein sehr aussagekräftig ist: Im Februar 1930 wurde Hitlers NSDAP erstmals an der Macht beteiligt - in Thüringen! Hitler notierte damals unter anderem: „Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute wirklich die ausschlaggebende Partei. [...] Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Mitwirkung keine Majorität aufzubringen.“ A. Hitler, 02.02.1930“ - wie der abgewählte Bodo Ramelow twitterte. Man könnte also prompt sagen, dass die FDP-Glatze namens Kemmerich tatsächlich im Geschichtsunterricht aufgepasst hat und nun im Februar 2020 aus dieser Kenntnis heraus die einmalige Gelegenheit nutzte, Geschichte zu schreiben, indem er sie hat wiederholen lassen. Er ließ sich den Steigbügel zum Amt des Ministerpräsidenten von Höcke und Co. halten und hat so umgekehrt der AfD den größtmöglichen Erfolg beschert. Das Foto des Handschlags zwischen Björn Höcke, der dem soeben (von ihm) gewählten Thomas Kemmerich scheinbar demütig gratuliert, wird eines für

ZUR SACHE

die Geschichtsbücher sein, auf die ja die Glatze so steht, die im Geschichtsunterricht nun nicht mehr nur aufpasst, sondern diesem eine neue pikante Note hinzu fügt. Das ganze nachträgliche Blabla ist nicht einmal wert, hier wiederholt zu werden. Natürlich war diese Wahl zwischen Kemmerichs FDP, Möhrings CDU und Höckes AfD genauso geplant worden wie sie dann verlief. Das kann sich jeder Mensch ganz einfach selbst herleiten, wenn man sich die Abläufe der Wahl vor Augen führt: Im dritten Wahlgang, bei dem derjenige gewinnt, der die meisten Stimmen erhält, treten also an: Bodo Ramelow (Linke; bisheriger Ministerpräsident), Christoph Kindervater, den keiner kennt, für die AfD und eben Thomas Kemmerich von der FDP als vermeintlicher Vertreter des „bürgerlichen Lagers“ (was natürlich ohnehin schon ein Witz ist, da die FDP es mit sage und schreibe 73 Stimmen über die Fünfprozenthürde und damit überhaupt in den Landtag geschafft hatte). Dann wird das Ergebnis verkündet: 44 Stimmen für Ramelow, keine einzige Stimme für Kindervater, 45 Stimmen für Kemmerich. In diesem

ZUR SACHE

Das stolze Grinsen der Alice Weidel

Die Katastrophe für Lindner und die FDP

Alice Weidel hat fortwährend wie das berühmte Honigkuchenpferd in die Kameras gegrinst. An diesem Abend bei „Anne Will“ sah sich die AfD-Politikerin mit Peter Altmaier (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP), Kevin Kühnert (SPD), Sahra Wagenknecht und der Journalistin Melanie Amann vom SPIEGEL zwar fünf Gegnerinnen und Gegnern gegenüber. Aber weil diese sich nur mit sich selbst und den Fehlern untereinander beschäftigt haben, musste Weidel dies alles immer nur „unglaublich“ finden, mit kaum verborgenem Siegerstolz und unverhohlenem Spott. Diese Sendung hat allen Zuschauern glasklar vor Augen geführt, was in Thüringen passiert ist und wie die AfD dies empfindet. Ja, man darf fast schon sagen: Von oben herab hat Weidel die anderen Gäste in der Sendung betrachtet, weil alles, was gesagt und diskutiert wurde immer nur weiter belegte, dass die AfD mit ihrem Manöver in Thüringen schon alles erreicht hatte, was man sich als AfD nur wünschen kann. Sie ist in aller Munde, auch und gerade im Munde all derer, die sich gegenseitig die Schuld dafür geben. miz

Die FDP ist in der Folge der Volte von Thüringen nach diversen Umfragen in der Wählergunst abgestürzt und käme bei Neuwahlen in Thüringen gar nicht mehr in den Landtag. FDPChef Christian Lindner hat zwar eine von ihm selbst angesetzte Vertrauensfrage gewonnen: Von 36 Vorstandsmitgliedern haben ihm 33 das Vertrauen ausgesprochen. Eine Nein-Stimme gab es, zwei Enthaltungen. Aber das ist doch nur Schminke, da der Zeitpunkt nicht da war, dass der FDP-Vorstand den Lindner tatsächlich in die Wüste geschickt hätte (aus der er ja die FDP wieder zurück in den Bundestag führte). Zweifel an der Führung und dem politischen Instinkt von Christian Lindner bleiben jedoch. Sie begannen schon mit seinem Rückzug aus den Koalitionsverhandlungen im Bund, als er „lieber nicht regieren“ wollte, was natürlich jetzt konterkariert wurde durch einen FDP-Mann in Thüringen, der am allerliebsten regieren wollte, egal um welchen Preis. Lindner spricht inzwischen selbst von der „Katastrophe“ von Erfurt, als habe er damit gar nichts zu tun. Doch das glaubt ihm und der FDP keiner. miz


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POLITIK

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bt Geschichte Samstag, 15. Februar 2020

rtete Sache zwischen Kemmerichs FDP, Möhrings CDU und Höckes AfD. Aber nur ht. Denn er hat die „Altparteien“ vorgeführt, die er ja verachtet. Von Michael Zäh Moment bricht johlender Jubel auf den Bänken der AfD aus. Und danach erst bekommt Kemmerich offiziell die Frage gestellt, ob er die Wahl zum Ministerpräsidenten annimmt. Jedem ist ja sofort klar, dass die komplette AfD ebenso wie die komplette CDU und natürlich die FDP für Kemmerich gestimmt haben müssen. Jedes Wort, was dieser Mann später sagt, von wegen Brandmauer zur AfD, ist schlicht gelogen. Denn er hätte angesichts der leicht zu rechnenden Erkenntnisse nach der Stimmabgabe einfach sagen können, dass er die Wahl nicht annimmt. Aber gut, Kemmerich hatte ja im Wahlkampf auch nur behauptet, dass er eine Glatze sei, die in Geschichte aufgepasst habe. Von Mathe war nicht die Rede. Deshalb sagt der FDPMann: „Ich nehme die Wahl an!“ Er war dann Ministerpräsident in Thüringen. Und brach damit alle Tabus. Völlig egal, was danach noch alles passierte oder noch kommen wird. Der Gewinner dieser Wahl in Thüringen heißt Björn Höcke, der gefährliche Rechtsaußen der AfD. Denn er hat mit seinem Manöver nicht nur das vordergründige Ziel erreicht, Ramelow und somit Rot-Rot-Grün

ZUR SACHE

in Thüringen abwählen zu lassen. (Das könnte sich ja sogar nochmal drehen, etwa wenn es nach dem später erfolgten Rücktritt Kemmerichs zu weiteren Wahlvorgängen im Parlament kommt oder gar wenn es zu Neuwahlen käme). Nein, das eigentliche Ziel von Höcke und seinem rechtsnationalen „Flügel“ ist ja, das bestehende politische System von innen heraus zu beschädigen und möglichst ganz zu zerstören. Und diesbezüglich ist Höcke einen riesigen Schritt weiter gekommen, also quasi mit einem Glatzen-Quantensprung, egal was in Thüringen noch folgt. Er hat bewiesen, dass die Politiker von FDP und CDU aufgrund ihrer Eitelkeiten und ihrer Machtgeilheit ganz leicht zu Marionetten gemacht werden können – also: wer will die denn künftig noch wählen? Er hat die von der AfD so genannten „Altparteien“ vorgeführt. Das ist „Sieg Höcke!“ (Es wird für einen Moment sehr dunkel) Na klar, Thüringen ist dann doch ein bisschen zu klein, um ganz Deutschland in Angst und Schrecken zu versetzen und die Bundesrepublik Deutschland 2020 ist nicht die Weimarer Republik 1930. Vor allem ist vieles anders,

was Wirtschaft und Wohlstand angeht, aber auch was die Technik und die Medien und damit die Möglichkeit des Informationstransfers betrifft. Nicht ganz zufällig hat das Verhalten von FDP und CDU bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen unmittelbar zu einem Aufschrei in sozialen Netzwerken und zu spontanen Demonstrationen überall in Deutschland geführt. Aber umgekehrt ist die Höcke-Gefahr nicht schon dadurch gebannt, dass etwa Angela Merkel von ihrem Afrika-Trip aus die Vorgänge von Erfurt als „unverzeihlich“ geißelte und dann prompt von Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel größtes Lob ausgesprochen bekam, da Merkel „die Ehre Deutschlands gerettet“ habe. Es reicht nämlich nicht, nur solche wohlfeilen Statements abzugeben. Die Frage muss eher sein, was konkret aus den Verfehlungen sogenannter „bürgerlicher Parteien“ folgt, die sich in Thüringen zu unbehaarten Affen der AfD haben machen lassen. Die Glatzen auf Plakaten und die Mitläufer der Mitte müssen bald Geschichte sein. Die Lehre daraus muss bleiben. Sonst kostet es die Demokratie.

ZUR SACHE

Wie die Wahl des MP nun weiter geht

Gegen Beschlüsse der Bundes-CDU

Nach dem so genannten „Eklat von Erfurt“ (der ja dann auch Anlass zum angekündigten Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Vorsitzende ist, siehe Seite 3) soll in Thüringen nun also erneut ein Ministerpräsident vom Landtag gewählt werden, sozusagen in böser Erfahrung der letzten Wahl und natürlich unter größtmöglicher „Aufsicht“ von allen Granden der jeweiligen Parteien. Und Bodo Ramelow, der bisherige Ministerpräsident von der Linken hat sich bereit erklärt, dass er sich dem Votum erneut stellen will. Die Linke ist ja als stärkste Partei aus den Landtagswahlen hervor gegangen (im Duell mit der AfD) und Ramelow hat sich in den letzten Jahren als Ministerpräsident in Thüringen schon auch als lupenreiner Demokrat erwiesen. Dass aber die Linke jetzt im Vorfeld einer erneuten Wahl eine Mindeststimmwahl von vier CDU-Abgeordneten für eine absolute Mehrheit gleich im ersten Wahlgang fordert, ist völlig daneben. Es würde ja auch reichen, dass sich CDU-Abgeordnete im dritten Wahlgang enthielten. miz

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring hat direkt nach der Wahl seinen Gedanken freien Lauf gelassen: „Wer mit dem Risiko der Minderheit antritt, muss damit rechnen, dass er keine Mehrheit bekommt.“ Kann man übersetzen mit: Bodo Ramelow, der bisherige Ministerpräsident von der Linken wurde gestürzt, weil ein eitler Mohring das so wollte. Er nahm in Kauf, dass dies nur zusammen mit der AfD ging und diese damit die CDU sogar vor den rechten Karren gespannt hat. Da kann man sich doch rausreden, dachte Mohring: „Fakt ist: Wir sind nicht verantwortlich für das Wahlverhalten anderer Parteien.“ Mit dieser sturen Haltung hat Mohring für die CDU ein Fass aufgemacht, das er selbst als politisches Leichtgewicht natürlich nicht überleben kann. Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte folglich ihren Laden nicht im Griff, wie sie selbst einräumt, wenn sie sagt, die Thüringer CDU habe gegen die Beschlusslage der Bundes-CDU gehandelt. Nicht zuletzt deshalb erklärte Kramp-Karrenbauer nun ihren Rücktritt (siehe auch Seite 3). miz

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KOMPETENZEN

IN MEDIZIN

GESUNDHEIT

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Samstag, 15. Febru

Arthrose im Sprunggelenk

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Mit gesunden Füßen durch die kalte Jahreszeit: Unsere Füße lassen uns aufrecht durchs Leben gehen. Bequemes Samstag, 15.Schuhwerk, Februar 2020 regelmäßige Gymnastik und Wechselduschen fördern ihre Gesundheit – insbesondere an kühlen Tagen.

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Unsere Sprunggelenke müssen einiges aushalten: Ob beim Gehen oder Springen - ohne diese Verbindung zwischen Wade und Fuß liefe buchstäblich gar nichts. Dabei ist Höchstleistung gefordert: „Unsere Sprunggelenke tragen das Fünffache unseres Körpergewichts“, betont Dr. Thomas Schneider, leitender Orthopäde und Fußchirurg der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Kein Wunder, dass kein anderes Gelenk so häufig verletzt wird wie dieses: Bänderdehnungen oder Verstauchungen sind nur einige der typischen Blessuren nach Unfällen, Stürzen oder anderen traumatischen Ereignissen. Das Dilemma: Diese Beschwerden setzen die Betroffenen nicht nur kurzfristig außer Gefecht – häufig haben sie gravierende Spätfolgen. Denn bedingt durch diese „Vorschäden“ entwickelt sich vielfach langsam, aber sicher über einen Zeitraum von durchschnittlich 20 Jahren (!) eine sogenannte sekundäre Arthrose. „In über 90 Prozent aller Fälle ist ein Verschleiß des Sprunggelenks die Folge schon lange zurückliegender Verletzungen“, betont der Facharzt. Im Gegensatz zu anderen Verschleißerkrankungen der Gelenke sind davon meist jüngere Menschen betroffen. „Etwa ein Prozent aller Erwachsenen haben

Fotos: Gelenkklink

nsere Sprunggelenke lassen uns laufen, hüpfen und springen. Doch oft verschleißen sie schon in jungen Jahren. Helfen können Bandagen, Physiotherapie etc. Und selbst bei fortgeschrittener Arthrose muss es nicht gleich eine Prothese sein.

Unsere Sprunggelenke tragen das Fünffache unseres Körpergewichts“, so Dr. Thomas Schneider (rechts), leitender Orthopäde und Fußchirurg der Gelenk-Klinik Gundelfingen. eine schmerzhafte Sprunggelenks­ arthrose“, erklärt Dr. Schneider. Meist spüren Betroffene die Abnutzungserscheinungen erst spät. „Durch den fortschreitenden Abrieb geht die stoßdämpfende Funktion des Gelenkknorpels im Sprunggelenk mehr und mehr verloren.“ Das Gelenk ist wie „eingerostet“, häufig entzündet und geschwollen. Typisch sind Beschwerden am Morgen nach dem Aufstehen, nach Sitzpausen oder Ruhephasen. Im Endstadium ist das Sprunggelenk versteift und es helfen nur noch Prothese oder Arthrodese, also eine Gelenkversteifung. „Mit Hilfe der konservativen, also nichtoperativen Therapie, lässt sich diese Entwicklung jedoch vielfach aufhalten oder zumindest verzögern“, so Dr. Thomas Schneider.

Funktionelle und ästhetische Störungen der Nasenatmung sowie der Nasenform können heutzutage minimal-invasiv und damit durch sehr viel schonendere Techniken als früher behandelt werden. Die Schnarchtherapie kann operativ oder konservativ, also im Einzelfall auch ohne Operation, durch sogenannte Schnarcherschienen erfolgen, die individuell angepasst werden. Für die genaue Beurteilung, ob ein operatives, ein konservatives Vorgehen oder sogar das Tragen einer nächtlichen Atemmaske zu bevorzugen ist, ist immer eine genaue Untersuchung des nächtlichen Schlafs erforderlich. Die HNO-Praxis Dr. Rossbach passt den Unterkiefer vorverlagernde Schienen in Zusammenarbeit mit einem auf Schnarchern spezialisierten Zahnarzt an. Es werden verschiedene Modelle für Schnarcher

Was hilft bei Verschleiß? Basis der konventionellen Standard-Behandlung ist die Physiotherapie. „Durch Muskeltraining und koordinative Übungen, vor a­llem

im Rahmen von Krankengymnastik oder spezieller Sprunggelenkschule, kann die Führung des Sprunggelenks verbessert werden“, weiß Dr. Schneider aus jahrelanger Erfahrung. Hilfreich sein können auch orthopädische Schuhe. Grundlage der medikamentösen Behandlung bilden meist entzündungshemmende Schmerzmittel. Wohltuend wirken darüber hinaus spezielle Bandagen zur Ruhigstellung des Gelenks oder Injektionen von Hyaluronsäure. Durch dieses „Schmiermittel“ lassen sich Arthrose-Schmerzen im frühen Stadium häufig verbessern, wie Studien belegen. Die Wirkung ist aber nicht bei jedem Patienten sicher.

Übungen mit einem Therapiekreisel (Balance Board) fördern die Koordination und die Schutzreflexe im Sprunggelenk.

Was gibt es für chirurgische Lösungen? Sind die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgereizt, bleiben praktisch nur operative Eingriffe. An erster Stelle steht hier die Sprunggelenksarthroskopie. Mittels kleiner Kamerasonden, die in das Gelenk eingeführt werden, kann der Fuß- und Sprunggelenksspezialist die Situation im Gelenk direkt inspizieren und den Zustand von Bändern, Knochen und Knorpel in direkter Kamerasicht ermitteln. Dank kleiner, oberflächlicher Schnitte verläuft die Wundheilung relativ schnell und die Narbenbildung ist entsprechend gering. Ist die Gelenkfläche durch Knorpelschäden beeinträchtigt, empfehlen Orthopäden nicht selten eine Knorpeltransplantation. „Dank der Übertragung von im Labor gezüchteten Knorpelzellen können Schäden geheilt und der Gelenkverschleiß gestoppt werden“, berichtet der Facharzt. Bei weit fortgeschrittener Arthrose am Sprunggelenk sind Prothesen eine Option – vorausgesetzt, es ist nur das obere Sprunggelenk beschädigt und andere Fußgelenke sind intakt. Zudem sollte eine ausreichende Knochenstabilität zur Verankerung gegeben sein. Gleichzeitig müssen auch hier zuvor eventuelle Fehlstellungen operativ korrigiert werden, damit die Prothese hält. ■ Orthopädische Praxis und Gelenk-Klinik, Zentrum für Arthrosetherapie und Endoprothetik Tel: 0761/55 77 58 0 Alte Bundesstrasse 58 79194 Gundelfingen patienten@gelenk-klinik.de

Diagnose zu Hause Die HNO-Praxis Dr. Rossbach beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Problemen rund um die Nase und des Schnarchens. Moderne Diagnostik und moderne Therapie für erholsamen Schlaf ohne Schlafapnoe und für Schnarcher mit Schlafapnoe angepasst. Dr. Rossbach setzt mit dem Watchpat200 ein besonders anwenderfreundliches und genaues Gerät zur Beurteilung nächtlicher Atemstörungen und des Schnarchens ein. Mit dem WatchPAT200 steht eine durch viele internationale Studien klinisch geprüfte diagnostische Technik zur Verfügung, die eine akkurate Erfassung schlafbezogener Atem-

störungen zu Hause ambulant ermöglicht und ebenso erkennen lässt, ob der Schlaf genügend erholende Tiefschlafanteile und Traumphasen enthält. Dabei werden geringste Veränderungen der Gefäßspannung und Volumenänderungen in den Fingerarterien registriert und die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Eine kleine Messelektrode, die auf die Haut in die Grube unterhalb des Kehlkopfs geklebt wird, bestimmt die Zahl der Atemverzögerungen und Aussetzer. Eine Sonde, die auf der Brust geklebt wird, bestimmt die Abhängigkeit der Körperlagen

in der Atemstörungen auftreten. Das am Handgelenk befestigte WatchPAT200 führt zu sehr zuverlässigen Ergebnissen und kann oft unbequemen Messmethoden vorgezogen werden, bei denen Geräte bedingt häufiger die Rückenlage eingenommen wird, was zu einer Verschlechterung der Ergebnisse führt . ■ Dr. med. Thomas Michael Rossbach, HNOArzt- Allergologie - Plastische Operationen Günterstalstraße 44, 79100 Freiburg Tel. 0761/74055, www.schnarchzentrum.com


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m 15. Februar 2020

Der Regulator

Brennpunkt Samstag, 15. Februar Bauchspeicheldrüse: 2020

Kostenfreie Expertenvorträge im Bürgerhaus am Seepark in Freiburg

speicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der häufig erst spät erkannt wird. Es ist oft schwierig, ihn von einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung zu unterscheiden. Das wichtigste Therapieverfahren dabei ist die Operation. ■ Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung aber erforderlich: innere-lok@rkk-klinikum.de, Telefon 0761 / 7084-157

Professor Dr. Thorsten Vowinkel

Die Bauchspeicheldrüse bzw. das Pankreas liegt hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule und ist wichtig für die Verdauung, die Steuerung der Blutzuckerregulation und die Neutralisierung der Magensäure. „Die am häufigsten auftretenden Erkrankungen sind der Diabetes mellitus, die Bauchspeicheldrüsenentzündung und der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bis auf die akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die mit Schmerzen einhergeht, sind die anderen Erkrankungen schleichend und werden zunächst nicht bemerkt“, so Dr. Konrad van Aaken, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie im RKK Klinikum. Dr. Hans-Christian Schmidt, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie ergänzt: „Beim Typ-1-Diabetes richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper und zerstört die insulinproduzierenden Zellen. Beim Typ-2-Diabetes verliert das körpereigene Insulin zunehmend seine Wirksamkeit“. Der Bauch-

Foto: © RKK Klinikum

PD Dr. Christian Weißenberger

Foto: © Zentrum für Strahlentherapie

©Foto: Shutterstock

D

ie Bauchspeicheldrüse produziert Hormone, die wichtig für Stoffwechsel und Verdauung sind. Gerät der Blutzucker durcheinander, treten stechende und in den Rücken ausstrahlende Schmerzen im Oberbauch sowie Übelkeit und Erbrechen auf oder es kommt zu Durchfällen. Eine schnelle Abklärung durch einen Facharzt ist notwendig. Das RKK Klinikum und das Zentrum für Strahlentherapie laden ein zum Gesundheitsforum „Brennpunkt Bauchspeicheldrüse“ am 31. März um 19 Uhr im Bürgerhaus Seepark (Gerhart-Hauptmann-Straße 1, Freiburg). Interessierte haben die Möglichkeit, sich aus erster Hand über moderne Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zu informieren. Die Referenten Dr. Konrad van Aaken, Dr. Thomas Backhaus, Dr. Hans-Christian Schmidt, Prof. Dr. Thorsten Vowinkel und Dr. Christian Weißenberger stehen auch für Fragen zur Verfügung.

FORSCHUNG

Roboter für Operationen Forscher aus den Niederlanden haben ein System namens MUSA entwickelt, das Chirurgen bei Operationen an kleinen Gefäßen unterstützt soll. Der Assistenzroboter wurde nun erstmals an Menschen getestet. Dafür operierte ein erfahrener Arzt bei 20 Patienten die Lymphgefäße, die durch Brustkrebsoperationen angeschwollen waren. Zwölf Operationen manuell, acht mit MUSA. Hinterher wurden Patienten und Chirurg befragt. Das Ergebnis: Die neue Methode ist zwar anwendbar, wurde aber nicht besser als der herkömmliche Eingriff bewertet. Das Zittern, das der Roboter verringern soll, sei nicht das entscheidende Problem in Mikrochirurgie, so Christian Taeger, Universitätsklinikum Regensburg , dies könne durch genug Erfahrung der Chirurgen ausgeglichen werden.


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GESUNDHEIT

HÖREN

Samstag, 15. Februar 2020

Samstag, 15. Febru

Weniger Stress

Kopfhörer

Ist das erlaubt?

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Mehr Zeit für die Familie und gutes Hören – solche guten Vorsätze Samstag, 15. Februar 2020 haben auch mit gutem Hören zu tun ©Foto: FGH

Musik ist ein ständiger Begleiter im Leben vieler Menschen. Klar: Schöne Klänge machen gute Laune oder sie trösten uns, wenn wir traurig sind. Mit einem Kopfhörer lässt sich der Hörgenuss in vollen Zügen genießen. Wenn wir dabei auf dem heimischen Sofa sitzen, ist das auch in Ordnung. Inzwischen sieht man allerdings immer mehr Verkehrsteilnehmer mit Kopfhörern. Oftmals ist das leichtsinnig und gefährlich – egal, ob als Fußgänger, Radfahrer oder am Steuer eines Autos. Für Autofahrer und Radfahrer gilt: Musik mit Kopfhörern zu hören, ist nicht ausdrücklich verboten. Doch heißt es in der Straßenverkehrsordnung: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer auf der Straße unterwegs ist, muss jederzeit aufmerksam sein. Das bedeutet konkret: Der Lärmpegel bei Kopfhörern darf grundsätzlich nur so hoch sein, dass sich Umgebungsgeräusche wie Hupen oder Sirene von Polizei und Feuerwehr noch gut wahrnehmen lassen. Besser ist es jedoch im Straßenverkehr auf Kopfhörer zu verzichten: Nur so können Verkehrsteilnehmer ihre Umwelt so gut wie möglich wahrnehmen. Und nur so können sich alle auf unseren vielbefahrenen Straßen sicher bewegen.

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Viele Menschen tragen Kopfhörer im Straßenverkehr – ob auf dem Rad, zu Fuß oder auf dem E-Scooter.

Außerdem bieten Kopfhörer immer häufiger eine aktive Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. „Noise Cancelling“ heißt das im Technikjargon. Dieser Trend ist laut Experten bedenklich: Eine aktive Geräuschunterdrückung sei für Musikliebhaber hervorragend – doch für die Verkehrsteilnahme denkbar ungeeignet. Wer Musik mit Kopfhörern hört, ist vom Geschehen auf der Straße abgelenkt – egal, wie gut die Umgebung noch zu hören ist. Im Straßenverkehr sollte man grundsätzlich auf das Tragen von Kopfhörern oder das Hören von übermäßig lauter Musik deshalb verzichten. Das gilt nicht nur im Auto und auf dem Fahrrad, sondern auch für Fußgänger und auf dem E-Scooter.

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tress vermeiden und mehr Zeit für Familie und Freunde haben – das steht bei den guten Vorsätzen zum neuen Jahr 2020 bei vielen ganz oben auf der Liste. Dabei könnte schon ein einfacher Hörtest bei einem Hörakustiker in manchen Fällen kurzfristig Stressursachen aufklären und die nachhaltige Grundlage für ein ausgeglichenes und kommunikatives Zusammenleben in Familie, Verwandtschaft und Beruf legen. Stressvermeidung (64 Prozent) und mehr Zeit für Familie und Freunde (64 Prozent) stehen auch in diesem Jahr laut einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage Ende vergangenen Jahres durch Forsa im Auftrag der DAK wieder mehrheitlich auf der Liste der guten Vorsätze. Dass das Umsetzen häufig nicht gelingt, wenn das neue Jahr Fahrt aufnimmt und wieder Routine in den Alltag einkehrt, ist eine geradezu klassische Erkenntnis. Dabei könnte schon ein einfacher Hörtest bei einem Hörakustiker in manchen Fällen kurzfristig Stressursachen aufklären und die Grundlage für ein ausgeglichenes und kommunikatives Zusammenleben unter Verwandten und Bekannten legen.

Gutes Hören ist in fast jeder Lebenssituation wichtig und beeinflusst Wohlbefinden und Gesundheit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass schon geringe Einschränkungen der Hörleistung die Anstrengung beim Sprachverständnis stark erhöhen können. Dadurch treten Stresssymptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, vorzeitige Ermüdung und Antriebslosigkeit auf. Gleichzeitig leidet die Qualität der zwischenmenschlichen Kommunikation. Anhaltspunkte für Hörminderungen gibt es im Alltag mehr als genug: Je lauter die Umgebungsgeräusche und je mehr durcheinander geredet wird, umso schwieriger wird es, den Unterhaltungen zu folgen. Diese Situationen sind auf die Dauer anstrengend, führen zu Missverständnissen und erzeugen Stress. Wenn in ruhiger Umgebung dann wieder die gewohnt normale Verständigung möglich ist, denkt kaum jemand daran, dass mit seinen Ohren etwas nicht stimmen könnte. Hörminderungen werden von den Betroffenen selbst anfangs entweder nicht bemerkt oder verdrängt, weil sie sich ganz allmählich einstellen. Die damit einher-

gehende Gewöhnung verhindert, dass die Veränderungen auffallen. Man hört ja auch noch fast alles. Nur die punktuellen Defizite bei bestimmten Tonhöhen beeinträchtigen das Sprachverstehen und verstärken den negativen Einfluss von Störgeräuschen. Mancher Vorsatz kann sich daher mit einem Hörtest leichter umsetzen lassen oder gleich erledigen: Denn nicht selten sind Stresssymptome Anzeichen für unerkannte Hördefizite. Und dem Familienleben und der Lebensqualität kommen gutes Hören und Verstehen immer und grundsätzlich zugute. Eine erste Einschätzung der persönlichen Hörleistung bietet der Online-Hörtest der Fördergemeinschaft Gutes Hören: www.fgh-info.de/hoertest/hoertest-online. Im Selbsttest kann man hier überprüfen, wie gut wir Sprache verstehen, wenn sie von Störgeräuschen überlagert wird. Das Verfahren ist wissenschaftlich evaluiert, es ersetzt aber nicht die fachgerechte Überprüfung der Ohren durch einen Hörakustiker.


MARKT

SENIOREN

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ag, 15. Februar 2020

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„Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulant betreute WGs“: Neue kostenlose Broschüre des Freiburger Seniorenbüros.

Samstag, 15. Februar 2020

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Die Broschüre bietet einen Überblick über 23 Pflegeeinrichtungen und 4 ambulant betreute Wohngemeinschaften in Freiburg und dient als Orientierung bei der oft schwierigen Suche nach einem geeigneten Platz in einer Einrichtung oder Wohngruppe. Weitergehende Beratung gibt es kostenlos beim Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt im Rathaus im Stühlinger (Fehrenbachallee 12; Mo, Mi und Fr 9-12 Uhr, nachmittags

©Foto: Photographee.eu, stockadpbe

ie Broschüre „Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften in Freiburg“ ist nun in 14. Auflage erschienen. Herausgeber sind das Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt der Stadt Freiburg und die Träger der Einrichtungen.

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nach Vereinbarung). Hier werden auch Alternativen abgeklärt, passende Einrichtungen ausgewählt und alle Schritte erläutert, die beim Umzug in eine Pflegeinrichtung notwendig

sind. Die Broschüre gibt es kostenlos im Seniorenbüro. Sie kann auch unter www.freiburg.de/senioren heruntergeladen werden. Weitere Informationen unter Tel. 0761/201-3032.

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dem Tag, an dem ihre Oma im Nachthemd im Salon steht ... Oma Stine kommt in ein Pflegeheim. Romy fragt sich, ob es ihr dort gut geht. Bestimmt würde sie sich freuen, wenn sie noch einmal an den Strand ihrer Kindheit fahren könnte… Wunderbar anrührender Film über Demenz. (Läuft aktuell in Freiburg)

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Reformbedarf sieht Aeternitas deshalb auch bei den Vorschriften zur Umbettung Untere Dorfstr. 9 von Totenasche, 79241 also derIhringen Entnahme einer Urne aus der aktuellen und der WiederbeisetTelefon: 0 76 68-99 65 81 zung anderen Mobil:in einer 01 70-19 18 253Ruhestätte. Dies ist derzeit in den meisten Fällen E-Mail: reiffer@trauerzeit.de Internet: www.trauerzeit.de verboten. Zum Beispiel reicht den Behörden der Wunsch der Angehörigen, ein Grab an ihrem Wohnort statt weit entfernt besuchen und pflegen zu können, in der Regel als Begründung nicht aus. Eine große Mehrheit von 69 Prozent der Befragten gibt jedoch an, dass die Umbettung einer Urne auf Wunsch der Hinterbliebenen immer erlaubt sein sollte - sofern der Wille der verstorbenen Person nicht dagegen spricht. Nur 17 Prozent sind hingegen der Ansicht, die Verlagerung der sterblichen Überreste sollte nur genehmigt werden, wenn der Verstorbene sich dies vor seinem Tod explizit gewünscht hat. Lediglich

fünf Prozent der Befragten sind im Übrigen der Meinung, dass die Umbettung einer Urne grundsätzlich nicht möglich sein sollte. Vier Prozent hingegen geben an, dass die Umbettung immer erlaubt sein sollte. Diskutiert wird in der Öffentlichkeit auch immer wieder die Entnahme von Implantaten wie zum Beispiel Zahngold oder künstlichen Hüftgelenken nach einer Einäscherung. Die weit überwiegende Mehrheit der Befragten (69 Prozent) meint, dass solche Metalle - mit Zustimmung der Hinterbliebenen - weiter entnommen und verwertet werden sollten, wie es derzeit in zahlreichen Krematorien üblich ist. Nur 23 Prozent sind der Ansicht, dass diese Überreste mit der Asche beigesetzt werden sollten. Nach den geltenden Bestattungsgesetzen ist eine solche Entnahme übrigens unproblematisch, obwohl sie meist nicht explizit erwähnt wird.

GEBÜHRENORDNUNG

Höhere Kosten

für die ärztliche Leichenschau Angehörige müssen seit Anfang des Jahres höhere Gebühren für eine ärztliche Leichenschau zahlen. Die neue Gebührenordnung entpuppt sich als noch intransparenter als die bisherige. Jede verstorbene Person muss in Deutschland einer eingehenden ärztlichen Leichenschau unterzogen werden, bevor er bestattet werden darf. Bezahlt wird diese von den Angehörigen, abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Seit Jahresbeginn ergibt sich daraus ein üblicher Kostenrahmen zwischen 103 Euro und 265 Euro - abhängig von Dauer und Umfang der Leistung, Todesumständen, Uhrzeit und Wochentag sowie der

Entfernung der Arztpraxis (alternativ des Wohnorts des Arztes) zum Ort der Leichenschau. Bisher durfte die Leichenschau maximal (und das nur für besondere Fälle) bis zu 76,56 Euro kosten, korrekt abgerechnet ergaben sich meist Beträge zwischen 20 und 60 Euro. Die Reform der GOÄ hat die Bundesregierung damit begründet, dass die bislang vorgesehenen Beträge für den notwendigen zeitlichen Aufwand einer hochqualifizierten Berufsgruppe nicht mehr angemessen waren. In der Praxis führte dies in zahllosen Fällen dazu, dass Ärzte falsch abrechneten und überhöhte Rechnungen für Leichenschauen schrieben. Die meisten Angehöri-

gen zahlten aufgrund fehlender Informationen anstandslos und stellten die Rechnungen nur infrage, wenn Sie ihnen außerordentlich hoch erschienen. Grundsätzlich sinnvoll wäre es nach Ansicht der Verbraucherinitiative Aeternitas, wenn die Krankenkassen die Leichenschaugebühren übernehmen würden. Zum einen wären die Angehörigen von diesen Kosten entlastet, zum anderen würde so ein letztes Mal die Solidargemeinschaft der Versicherten für den Einzelnen aufkommen. Auch würden Einzelne nicht mehr mit im Vergleich besonders hohen Zahlungen aufgrund von nicht zu beeinflussenden Zufälligkeiten, wie Sterbeort- und -zeit, Auffindesituation oder Anfahrtsweg des Arztes belastet. Ein weiterer Vorteil wäre, dass bei den zuständigen Krankenkassen genug Fachwissen vorhanden wäre, um falsche oder überzogene Rechnungen schneller zu erkennen.


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Schallschutzfenster bringen mehr Lebensqualität in Städten. Schallschutzgläser können noch mehr als Wärmedämmfenster

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Samstag, 15. Februar 2020

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er Lärm in Großstädten ist für die Menschen eine Be­ lastung: Bei der Arbeit kann man sich nicht konzentrieren und daheim raubt einem der Krach den gesunden Schlaf. Doch es gibt ein Gegenmittel: Moderne Schallschutz­ fenster sind hocheffektiv und schüt­ zen innerhalb des Hauses vor dem zunehmenden Straßenlärm. Mehr Informationen aus erster Hand gibt es dazu auch auf der Messe GETEC. Bei Schallschutzfenstern wird die Verglasung – also die Doppelverglasung oder die heute üblichere Dreifachverglasung – asymmetrisch

Glas- / Fassaden und Profilitverglasung

In diesem Jahr stehen Mittel von rund 650.000 Euro bereit. Die Stadt fördert künftig drei Themengebiete: Gebäudehülle optimal gedämmt, Heizung und Lüftung effizient und erneuerbar sowie die erneuerbare Stromerzeugung mit Photovoltaik (PV). Zu allen drei Bereichen gibt es zusätzlich kostenlose oder subventionierte Beratungsangebote. Die Wärmedämmung der Außenwand, des Dachs oder der Kellerdecke wird ebenfalls gefördert. Auch ein Fensteraustausch, allerdings nur bei ausreichender Dämmung der Außenwand. Es werden Zuschüsse bis zu 5.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser beziehungsweise maximal 14.000 Euro pro Gebäude bezahlt. Zusätzlich gibt es für Sanierungen zum KfW-Effizienzhausstandard bis zu

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Fenster und Reparaturen Wohltuende Ruhe: dafür sorgen Schallschutzfenster selbst an stark befahrenen Straßen. und stärker ausgeführt. „Während beim normalen Wärmedämmfenster die Glasscheiben einheitlich dick sind, werden beim Schallschutzfenster unterschiedliche und auch dickere Glasscheiben verbaut“, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF), Frank Lange. Dazu kommen besondere Schallschutzfolien, die im Glas verarbeitet werden. Zudem sind

Rahmen und Dichtungen besonders gegen den Lärm isoliert und verstärkt ausgebildet. „Einen noch besseren Schallschutz bieten Verbundund Kastenfenster. Mit ihnen lässt sich die Fassade attraktiv aufwerten und auch der Lärm wird noch wirksamer reduziert. Auch können bei diesen Konstruktionen integrierte Verdunklungs- oder Sonnenschutz­ anlagen eingebaut werden.“

Noch mehr Förderbausteine in Freiburg: Städtisches Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ bietet noch mehr

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Mehr Zuschüsse ereits seit 2002 unterstützt die Stadt die Freiburger Haus­ eigentümer mit Fördermitteln bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden. In diesem Jahr wur­ de das bewährte Programm mit neuen Förderbausteinen ergänzt und bietet unter dem neuen Namen „Klima­ freundlich Wohnen“ noch attrak­ tivere Förderkonditionen.

Sonnenschutz / Rolladen

10.000 Euro, je nach Effizienzklasse. Hier muss der Antrag vor Auftragsvergabe gestellt werden, bei den anderen Förderbausteinen wird der Antrag nachträglich zusammen mit den Rechnungen eingereicht. Die kostenlose Einstiegsberatung Zuhause A+++ bietet einen Einstieg ins Thema Gebäude und Heizungssanierung. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer werden weiterhin bei den Kosten für den Energieberater mit bis zu 600 Euro unterstützt. Für Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es bis zu 1.100 Euro. Es wird die Umstellung besonders ineffizienter Heizungs-Altanlagen auf umweltfreundliche Heizkessel mit einem pauschalen Betrag von 1.000 Euro bezuschusst. Dazu gehören Heizkessel ohne Brennwertkesselnutzung auf Basis fossiler Energien oder eine bestehende Elektroheizung (auch Nachtspeicherheizungen). Diese müssen durch eine Biomasseanlage, eine effiziente Wärmepumpe oder durch die Einbindung einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage modernisiert werden. Es muss gleichzeitig eine Förderung des Bundesförderprogramm „Anreiz-

programm Energieeffizienz (APEE)“ der BAFA in Anspruch genommen werden. Durch diese Kombination gibt es Zuschüsse zwischen 2.200 und 7.000 Euro. Erstmalig wird der nachträgliche Einbau von dezentralen oder zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bei Altbausanierungen je nach Gebäudegröße mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst. Bei Heizungsmodernisierungen gibt es als Einstiegsangebot für alle Wohngebäude einen Vor-OrtCheck, der pauschal mit bis zu 300 Euro bezuschusst wird. Für größere Gebäude mit mehr als drei Wohneinheiten gibt es weiterführende Beratungsangebote. Die Förderhöhen liegen hier bei 1.200 Euro bzw. 2.000 Euro. Antragsunterlagen können im Rathaus im Stühlinger, Fehrenbachallee 12 abgeholt werden. Informationen, Förderrichtlinien und Antragsunterlagen auch unter der Hotline 0761-79177-17 oder unter www.freiburg.de/klimawohnen ■ Mer Infos zu „BHKW – Solarstrom – Solarwärme“ bei der Messe GETEC auf der städtischen Sonderfläche Halle 3, Stand-Nr. 3.3.70

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Samstag, 15. Febru

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Ausgabe 285 am 15. Feb

Erstmal ein FSJ: Ein Freiwilliges Soziales Jahr nach der Schule und vor dem Samstag, 15. Februar 2020 Studium oder der Ausbildung bietet viele Chancen

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Freiwilligen stehen bei einem einjährigen Dienst insgesamt 25 Seminartage zu. Die Seminare zählen beim FSJ als Arbeitszeit. Dabei kann man sich mit anderen Freiwilligen austauschen. Die Themen betreffen die praktische Arbeit in der Einsatzstelle, aber auch Aktuelles aus Gesellschaft, Politik, Religion oder Kultur. Weitere Leistungen bei einem FSJ: monatliches Taschengeld, Urlaub, pädagogische Begleitung, Sozialversicherung: Kranken-,

©Foto: ©ehrenberg-bilder - stock.adobe.com

Unfall-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Ansprüche auf Kindergeld und (Halb-) Waisenrente bleiben bestehen. Einige Anbieter stellen Dienstunterkunft und Verpflegung zur Verfügung. Neben dem klassischen Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es verschiedene Sondermodelle. Sie

sind auf bestimmte Inhalte zugeschnitten - zum Beispiel auf die Pflege, Politik oder Kultur. Es gibt aquch Angebote, das FSJ mit einem Schulabschluss zu kombinieren. Diese Modelle werden oftmals nur von einzelnen Anbietern in einer bestimmten Region in Deutschland angeboten.

Führungsstrategien Kaufmännische Qualifikation für Führungsaufgaben: Fachkurs startet bei der Gewerbe Akademie Freiburg

©Foto: Pixel-Shot StockAdobe

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ach der Schule anpacken und sich sozial engagieren: Ob im Kindergarten oder im Seniorenheim, du kannst etwas bewegen! Für dein Engagement im FSJ gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Wenn du zwischen 16 und 26 Jahre bist, kannst du ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Du arbeitest Vollzeit (zirka 40 Stunden pro Woche). Das FSJ kann in Ausnahmefällen auf sechs Monate verkürzt oder auf bis zu 18 Monaten verlängert werden.

Wettbewerbsfähigkeit fördert der Fachkurs „Geprüfter Fachmann/Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung (HwO)“, den die Gewerbe Akademie Freiburg anbietet.

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rundlegende kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse können gewerblich-technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Handwerk sowie auch anderer Branchen in einem Fachkurs „Geprüfter Fachmann/Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung (HwO)“ erlernen. Das Wissen wird in vier Handlungsfeldern an der Gewerbe Akademie am Standort Freiburg ab dem 18. Mai in Vollzeitunterricht vermittelt. Drei Handlungsfelder befassen sich unter anderem mit

Wettbewerbsfähigkeit, Gründung und Übernahme sowie Führungsstrategien in einem Unternehmen. In einem vierten Handlungsfeld geht es um die Buchhaltung im Handwerksbetrieb unter Einsatz branchenüblicher Software. Der Fachkurs kann unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Bildungsgutschein der Arbeitsagentur gefördert werden. ■ Weitere Auskünfte erteilt die Gewerbe Akademie, Telefon 0761 15250-25 oder unter www.gewerbeakademie.de

Für das Jahr 2020 suchen wir Auszubildende in den folgenden Ausbildungsberufen:

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Samstag, 15. Februar 2020 

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„Berufsfachschule für Pflege Nonnenweier“ mit vielfältigem Angebot: Samstag, 15. Februar 2020 Viel mehr als nur Theorie

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So abwechslungsreich die Möglichkeiten, so besonders ist auch die Ausbildung. In der „Berufsfachschule für Pflege Nonnenweier“ spielen neben den typischen Lerninhalten auch ganz besondere Angebote eine große Rolle. So finden beispielsweise in jedem Schuljahr Exkursionen in engem Zusammenhang mit dem Ausbildungsberuf statt. So wurden schon Ziele wie Mallorca, Rom, Köln oder Düsseldorf besucht. Mehr als bloße Theorie bietet der Unterricht in der Schule in Nonnenweier. In einer Projektwoche im zweiten Ausbildungsjahr wird etwa die Möglichkeit geschaffen, über den eigentlichen Bereich der Pflege hinauszublicken. Die Auszubildenden können dabei Erfahrungen im Rettungsdienst, bei Bestattern

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SPORT

SC FREIBURG

Samstag, 15. Februar 2020

Samstag, 15. Febru

Ausgabe 285 am 15. Feb

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Samstag, 15. Februar 2020

Mit Liebe zum Klassenerhalt SC Freiburg. Nach dem glücklichen Sieg über Hoffenheim dürfte nach hinten nix mehr anbrennen, scheint es aber angesichts zum Teil erschreckender Leistungen auch nicht sehr wahrscheinlich, noch das Ticket für Europa zu lösen. Von Michael Zäh

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ach dem etwas glücklichen 1:0-Sieg im Derby gegen Hoffenheim ist der SC Freiburg wohl endgültig aus dem Abstiegsstrudel raus. Mit 32 Punkten auf dem Konto und somit 15 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz (sowie das 22 Tore bessere Torverhältnis) wird nach unten nix mehr anbrennen. Vor der Partie gegen Hoffenheim war dies gar nicht mal so sicher, weil der SC gegen Paderborn (0:2) und in Köln (0:4) so schwach spielte, dass man sogar einen kompletten Absturz nach der Winterpause auch wieder für möglich halten konnte. Man durfte sich verwundert die Augen reiben, wie die Niederlagen gegen Paderborn und in Köln zustande kamen. Es war tatsächlich so, dass man sich des Eindrucks einer erlahmten Einstellung nicht erwehren konnte. Viel Ballbesitz und viel Schlendrian damit. Es war exemplarisch, wie ein Dominique Heintz vor dem spielentscheidenden 0:1 der Parderborner in Höhe der Mittellinie den Ball so lange am Fuß führte, bis er diesen vertändelt hatte und somit

leichtfertig den Konter einleitete, der eine Krise über zwei Spieltage manifestierte. Und ehrlich gesagt: Es war gegen Hoffenheim ja zunächst auch nicht anders, was die

So blau: In den knalligen Auswärts­ trikots gab es für Luca Waldschmidt und Dominique Heintz zuletzt nix zu holen

haarsträubenden Fehlpässe in der Spielerföffnung anging. Etwa als Amir Abrashi den Gegenspieler Munas Dabbur im eigenen Sechzehner anspielte, der dann frei und allein auf Alexander Schwolow zulief. Das ging dieses Mal gut, weil Schwolow (Foto oben) mit überragendem Reflex hielt und dann auch später mehrmals Tore der Gäste mit den Fingerspitzen (einmal sogar unter Mithilfe des Torpfostens) gerade noch so verhinderte. Nun gut, unterm Strich darf es ja auch mal glücklich sein. Wenn man so will war dann die kleine Rede von Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder quasi schon die abschließende Gratulation zum Klassenerhalt des SC. „Ich muss meinen Kollegen beglückwünschen. Weil ich lieb ihn einfach“, sprach der Holländer, der ja mit den Hoffenheimern durchaus erfolgreich ist, mit 33 Punkten auf Platz sieben, nur zwei Zähler hinter dem Europa-League-Platz sechs, den derzeit Schalke besetzt, und nur vier Punkte hinter dem Quali-Platz zur Champions-League, den derzeit Leverkusen (nach dem 4:3 über Dortmund) inne hat. „Was soll ich jetzt noch sagen? Es ist eigentlich alles gesagt“, entgegnete Christian Streich seinem

Kollegen. Da der SC ja nur einen Punkt hinter Hoffenheim steht, wären natürlich auch Rechnungen und Hoffnungen möglich, in dieser außergewöhnlichen Saison noch die Fahrkarte für Europa zu lösen. Nach den Leistungen zuletzt scheint dies derzeit allerdings eher unwahrscheinlich. Da müsste schon nochmal neuer Schwung ins Spiel kommen, ohne leichtfertige Fehlpässe im Aufbauspiel, aber vor allem auch bezüglich herausgespielter Torchancen, an denen es zuletzt mangelte. Gegen die unangenehmen Gegner in Augsburg (Samstag, 15.2. um 15.30 Uhr) und gegen Düsseldorf (Samstag, 22.2. um 15.30 Uhr) wird sich schon zeigen, ob es kreative Lösungen nach vorne gibt. Nur wenn das in diesen Partien klappt, ist dann das Gastspiel in Dortmund (Samstag, 29.2. um

15.30 Uhr) ein spannendes Highlight, quasi zum Warmlaufen für Europa. Mit Liebe zum Klassen­erhalt zu gelangen, ist aber auch gut genug.

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285. Ausgabe, ET 15.02.2020  

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