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HERDERNMAGAZIN Oktober 2015

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

GUNDELFINGENMAGAZIN GUNDELFINGENMAGAZIN St. Carolushaus

Eine Rikscha für das Netzwerk Herdern Interview

Wie erleben Flüchtlingskinder die Abschiebung? Botanischer Garten

Tipp: Im Winter in die tropischen Gewächshäuser

Claudia Herzer hat sich einen Traum erfüllt: In ihrem Laden repariert sie Streichinstrumente


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Engagement und kritische Gedanken

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erdern und Neuburg gehören zu den Freiburger Stadtteilen mit den meisten Einzelpersonenhaushalten mit über 65-jährigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Das Netzwerk Herdern, das seine Treffen in der Begegnungsstätte des St. Carolushauses hat, will der daraus resultierenden zunehmenden Vereinsamung entgegentreten. Engagierte Mitstreiter werden gesucht – ebenso übrigens ein neuer Name für das Netzwerk!

Gleichzeitig ist dieser Stadtteil aber unglaublich erfrischend jung. Das Friedrich-Gymnasium bringt seine über 100 Jahre alte Aula technisch auf den neuesten Stand, das Droste-Hülshoff-Gymnasium verjüngt den Gesamtvorstand seines Klimaschutzvereins. Wenn das nicht Zeichen sind. Engagement zeigt sich aber auch in der Meinung, die frei geäußert auch andere zum Nachdenken und Diskutieren anregen kann. Deshalb wollen wir in unserer neuen Rubrik „Streitschrift“ Menschen zu Wort kommen lassen, die eine klare Haltung zu einem gesellschaftlichen oder politischen Thema haben, das auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Herdern bewegt. Andreas Hege hat sich in dieser Ausgabe in „Streitschrift“ mit der Verteilung des öffentlichen Raums beschäftigt: Wie viel Platz wird Autos zugesprochen, und wie viel dagegen Fahrrädern und Fußgängern? Und stimmt dieses Verhältnis eigentlich? Die Debatte um die Flüchtlinge geht weiter. Im Interview macht Professorin Nausikaa Schirilla von der Katholischen Hochschule Freiburg deutlich, dass bei Flüchtlingskindern noch genauer hingesehen werden muss. Denn deren psychisches und physisches Leiden in Folge von Abschiebung ist groß. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre. Barbara Breitsprecher Chefredakteurin Magazin

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Freiburg Herdern Stadtteilmagazin | 3


HERDERN-MAGAZIN

Inhaltsverzeichnis Netzwerk Herdern:

Eine Rikscha wird gebraucht Seite 5

Kürbis-Rezept:

Ein japanischer Kürbiskuchen Seite 17

Streitschrift:

Bach Pur Festival:

Beitrag von Andreas Hege Seite 9

Über Bach hinaus denken Seite 18

Klimaschutzverein:

Botanischer Garten:

Neuer Gesamtvorstand gewählt Seite 10

Für Lehre und Erholung Seite 20

Caritas-Neubau:

Herderbau:

Die Planung steht Seite 12

Ein Innenhof wird zum Juwel Seite 22

Bebauung Pferdewiese:

Behördenparkplätze:

Die Treubau Freiburg steigt ein Seite 15

5

Wohnungen statt Asphalt? Seite 24

Händelwohnheim:

Neue Bauten für Studierende Seite 26

12 Begegnungsstätte Carloushaus: Hier trifft man sich gerne

Violinchen:

Neuer Laden für alte Geigen Seite 32

„Tatort“:

Dreharbeiten auch in Herdern Seite 34

Schänzle-Bräu:

Blick ins Familienalbum von Annette Christine Hoch Seite 37

Tipps:

Veranstaltungen & Buch-Abdruck ab Seite 40

34 „Tatort“: Heike Makatsch in Freiburg

Die Planung steht: Das „Wirtshaus zu Amerika“ ist weg – der Neubau kann kommen

Klimaschutzverein: Neuer Gesamtvorstand gewählt

Flüchtlingskinder:

Interview mit Nausikaa Schirilla Seite 29

12

15 Friedrich-Gymnasium: Technisch au neuestem Stand

IMPRESSUM Stadtteilmagazin Zeitung am Samstag Verlags GmbH Benzstraße 22, 79232 March Tel. 07665-93 458-0 Fax 07665-93 458-286 Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet

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Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de Fotos (soweit nicht anders angegeben): Michael Zäh Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de

Grafik, Layout & Herstellung: dtpwork design, Herbolzheim Adrian Kempf, Tel. 07643-39 42 65 00 e-mail: layout@dtpwork.de Meisterdruck GmbH Druckerzeugnisse Kreuzmattenstraße 13 79276 Reute bei Freiburg Tel: 07641-9178-0 info@meisterdruck.de


Fotos: Michael Zäh

NETZWERK HERDERN

Sich gegenseitig helfen Das St. Carolushaus ist auch Heimat der Begegnungsstätte und des Netzwerks Herdern. Hier treffen Menschen aus dem Stadtviertel zusammen, hier kann um Unterstützung gebeten oder Hilfe angeboten werden.

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ine Rikscha möchte Stephanie Kirner gerne haben. Damit will sie dann durch Herdern radeln, Menschen ansprechen, Kontakte knüpfen und schauen, wo Hilfe gebraucht wird oder wer helfen kann. Seit knapp einem Jahr ist sie die Leiterin der offenen Begegnungsstätte im St. Carolushaus. Hier in der Cafeteria des neuen Baus können sich nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims bei einem guten Stück Kuchen oder wechselndem Mittagstisch treffen, sondern jeden Mittwoch Nachmittag ist dies auch ein offener Treff für alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils. Träger des St. Carolus-

hauses ist der Orden der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul. Der Orden, der seinen Sitz nach wie vor in der Habsburgerstraße hat, ist im sozial-caritativen Bereich engagiert und Gesellschafter von Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Begegnungsstätte im St. Carolushaus bietet auch die Basis für ein Netzwerk, das zusammen mit dem Bürgerverein Herdern sowie den Kirchengemeinden St. Urban und Ludwigskirche im Mai 2014 gegründet wurde. Das Ziel ist, das nachbarschaftliche Miteinander zu fördern. Konkret heißt das: Hilfsbedürftigkeit erkennen, Hilfe anbieten, Hilfe annehmen. Gerade auch in Herdern wohnen immer mehr Menschen alleine, sie werden älter

und oftmals vereinsamen sie. Herdern und Neuburg sind die Stadtteile mit den meisten Einzelpersonenhaushalten mit über 65-Jährigen in Freiburg. Das Netzwerk möchte daran mitwirken, dass Beziehungen aufgebaut werden, dass sich Menschen kennenlernen, dass eine funktionierende, lebendige Nachbarschaftshilfe aufgebaut wird. Auch deshalb wünscht sich Stephanie Kirner eine Rikscha. Die fällt auf und macht beweglich. Mit solch einem ungewöhnlichen Gefährt würde sie auf die Märkte und zu den Stadtteilfesten fahren, Informationen und Programme verteilen und geradezu dazu einladen,

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NETZWERK HERDERN

Das St. Carolushaus in Herdern ist ein Heim für Pflegebedürftige, aber bietet auch eine Begegnungsstätte für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtviertels an.  Foto: Michael Zäh

sie einfach mal anzusprechen. „Wir müssen weg von der ‚Komm-Struktur‘, die greift zu kurz“, ist Stephanie Kirner überzeugt. „Man muss raus, zu den Menschen und vor Ort Kontakte knüpfen.“ Daher hat sich Stephanie Kirner auch sehr gefreut, dass die Stadt Freiburg ihr den Antrag auf Projektgel-

Engagiert im Netzwerk Herdern: Diese Menschen wollen helfen und unterstützen. Foto: Michael Zäh

der für das Koordinationsnetz unter dem Stichwort „Mobil in Herdern-Neuburg“ in großen Teilen genehmigt hat. Für eine Rikscha reicht das allerdings noch nicht, weshalb die Leiterin der Begegnungsstätte auf weitere Spenden und Sponsoren (die sich auch mit Firmenlogo auf der Rikscha präsentieren könnten) hofft. Außerdem muss das Netzwerk einen neuen

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Carolushaus Öffnungszeiten Cafeteria: Mittwoch bis Samstag: 12 bis 17.30 Uhr, Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 17.30 Uhr; Immer mittwochs ist offener Treff, ab 14 Uhr ist auch Stephanie Kirner immer dabei. Kontakttelefon des Netzwerks: 0761/2823240, Sprechzeit ist dienstags von 14.30 bis 16.30 Uh oder Mail an begegnungsstaette@carolushaus.de Spendenkonto für das Netzwerk Herdern: Sparkasse Freiburg IBAN: DE51 8605 0101 0002 0175 03 BIC: FRSPDE66XXX Stichwort: Rikscha-Projekt

Namen finden. Was bislang unter dem Titel „Z‘sämme in Herdere“ lief, muss wegen einer Namensähnlichkeit mit dem Zusammenschluss in Waltershofen neu betitelt werden. Das Netzwerk Herdern hat deshalb einen Wettbewerb ausgeschrieben und wartet nun auf Ideen, die bis zum 28. November beim St.

Treffen in der Cafeteria des Carolushauses: Hier kann man sich begegnen und austauschen. Foto: M. Zäh

Carolushaus, Habsburgerstraße 107a, eingereicht werden können. Das nächste Treffen des Netzwerk Herdern findet am 11. November im St. Carolushaus statt und jeder ist dabei willkommen. Gefragt sind Menschen, die sich einbringen und engagieren wollen. Derzeit sind rund 20 bis 30 aktiv Leute dabei. Wenn es


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Stephanie Kirner (rechts) ist immer offen für Begegnungen.  Foto: Michael Zäh

beispielsweise darum geht, einem älteren Menschen bei Computerproblemen zu helfen, nach einem Beinbruch den Einkauf zu übernehmen, auf Kinder aufzupassen, während die Mutter zum Arzt geht oder nach einem Trauerfall Begleitung bei einem Spaziergang zu sein, dann kann das Netzwerk aktiv werden. Dank der Fördermittel der Stadt Freiburg kann nun auch ein Mini-Job für die Besetzung des Kontakttelefons ausgeschrieben werden. Über dieses Kontakttelefon mit der Telefonnummer 0761/2823240, das nun jeden Dienstag von 14.30 bis 16.30 Uhr besetzt ist und angerufen werden kann, können sich Hilfe- oder Unterstützungsuchende an das Netzwerk wenden. Natürlich kann auch eine Mail geschrieben werden an: begegnungsstaette@carolushaus.de. Stephanie Kirner wiederum vermittelt dann den Kontakt zu den entsprechenden Personen des Unterstützerkreises. „Wichtig ist, man darf keine Scheu haben, Hilfe anzunehmen“, betont die engagierte Leiterin der Begegnungsstätte.

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„Man darf keine Scheu haben, Hilfe anzunehmen.“ Stephanie Kirner, Leiterin der Begegnungsstätte St. Carolushaus

Es gibt eben Situationen, wo man gut Unterstützung gebrauchen kann und umgekehrt gibt es Menschen, die sich gerne einbringen und engagieren wollen. Um die Menschen im Stadtteil noch mehr zueinander zu bringen, wünscht sie sich für die Zukunft noch viele weitere Projekte. So könnte es beispielsweise ein Familienfrühstück auf dem Alten Friedhof geben, ein Boule-Turnier oder eine Sommer-Sonnenwende-Feier. Weitere Ideen und Angebote für ehrenamtliche Veranstaltungen, Vorträge oder Reiseberichte sind beim Netzwerk immer hoch willkommen. Barbara Breitsprecher

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Flächengerechtigkeit

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©Foto: privat

erkehr ist für viele BürgerInnen privat - kaum jemand möchte sich da reinreden lassen. Doch den innerstädtischen öffentlichen Raum teilen wir uns alle - zu Fuß Gehende, Radfahrende, Pkws. Personen, die mit dem Auto fahren, beanspruchen dabei weit mehr Raum für sich als alle anderen, denen dadurch Freiraum und damit Lebensqualität genommen wird.

Andreas Hege

Streitschrift

Durch eine andere Flächenverteilung zu mehr Lebensqualität. Eine Meinung.

Heute dominiert unbestritten der Pkw den Straßenverkehrsraum, auch in Freiburg. Auch wenn der Modal Split - die Aufteilung der Beförderungsleistung unter den einzelnen Verkehrsarten - in Freiburg verhältnismäßig umweltfreundlich ausgerichtet ist, steht den Pkws weiterhin ein überproportional hoher Anteil an den Verkehrsflächen zur Verfügung. Dabei wird der Pkw nur für rund ein Drittel aller innerstädtischen Wege genutzt (1999 waren es 32%). Das Fahrrad muss sich mit einstelligen Prozentanteilen an der Verkehrsfläche begnügen, obwohl mit ihm gegenwärtig in Freiburg wohl mehr als 30% aller Wege zurückgelegt werden (1999: 27%). Der zweifelsohne vorhandene Trend zu mehr Fahrradverkehr in Freiburg muss dringend durch eine neue Aufteilung der innerstädtischen Flächen begleitet werden. Dabei sollte auch auf den Fußverkehr (ca. 20% des innerstädtischen Verkehrsaufkommens) vermehrt Wert gelegt werden. Diesem wird leider auch immer mehr durch illegales Zuparken noch zusätzlich Fläche weggenommen. Es muss

doch nicht so bleiben, dass jemand, der sich entscheidet, eine Strecke mit dem Auto zu fahren, automatisch mehr Platz beanspruchen darf als jemand, der mit dem Rad fährt oder zu Fuß geht? Ein Verkehrsmittel „verdient“, je nachdem wie häufig es gewählt wird, einen entsprechenden Raumanteil. Da Fuß- und Radverkehr für dieselbe Beförderungsleistung deutlich weniger Fläche benötigen, würde der freiwerdende Raum für andere, allen BürgerInnen zu Gute kommenden Zwecken verfügbar: Begegnungszonen für die Nachbarschaft, Aufenthaltsbereiche für Kinder, ohne dass ihre Eltern ständig um deren Leben fürchten müssten, nur um hier zwei Beispiele zu nennen. Bei dann weiter abnehmendem KFZVerkehr würde die Luftqualität wieder besser, die Lärmbelastung geringer und übrigens auch der Verkehrsfluss für die weniger gewordenen PKWs besser. Die innerstädtisch frei werdenden Flächen (v.a. größere Parkplätze) könnten zum Teil auch genutzt werden, um dort neuen Wohnraum zu schaffen. Was für eine Verschwendung! Knappe innerstädtische Flächen nur für das Abstellen für PKWs zur Verfügung zu stellen. Diese Flächen gehören überbaut, der Druck im Freiburger Umland auf der grünen Wiese neue Bauflächen zu erschließen würde deutlich geringer. Es passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit immer weiter Flächen zu versiegeln. Landwirtschaftliche Böden sind viel zu wertvoll, um zubetoniert zu werden! Für eine menschengerechte, komfortable Mobilität braucht es eine Stärkung der Quartiere und Stadtteilzentren um der „Stadt der kurzen Wege“ näher zu kommen, Barrierefreiheit, breitere Fahrradwege (Lasten-, Elektrofahrräder), die vermehrte Ausweisung von Fahrradstraßen, eine Entschleunigung des innerstädtischen Verkehrs (Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften), vermehrtes Car-Sharing und nicht zuletzt auch verstärkte Kontrollen um der Anarchie im Straßenraum (zugeparkte Kreuzungsbereiche, Fahrrad- und Fußwege) Einhalt zu gewähren Andreas Hege Informatiker und ehrenamtlich bei Greenpeace Freiburg aktiv

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KLIMASCHUTZVEREIN

Droste-Hülshoff-Gymnasium

Engagement für Umweltschutz

©Foto: Droste-Hülshoff-Gymnasium

Der Klimaschutzverein des Droste-Hülshoff-Gymnasiums hat einen neuen Vorstand gewählt. Der Verein hat bereits drei Photovoltaikanlagen auf dem Schuldach installiert.

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enerationswechOben von links: Martin Rupp (Direktor des Droste-Hülssel“ beim Klimahoff-Gymnasiums) sowie die ausgeschiedenen VorstandsAm Droste-Hülshoff-Gymnasium wird schutzverein des mitglieder Wolf-Dieter Winkler, Wolfgang Körner und Gerd viel Wert auf Umwelterziehung gelegt. Droste-Hülshoff-GymnasiBachmann. Zum Konzept gehört auch der Klimaums. Der bisherige Ersschutzverein der Schule. te Vorsitzende Wolf-DieUnten von links: Die neue Erste Vorsitzende Beate Lenkeit, ter Winkler wird von der Wendy Buhk, Susanne Meyer und Uwe Gleißner Physikerin Beate Lenkeit abgelöst. Der Verein, der 2005 gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, den Umschaftlichen und mathematischen Fächern, da der Verein überwelt- und Klimaschutz zu fördern und diese Förderung mit zeugt ist, dass ein gutes Wissen in diesen Fächern Voraussetzung der Erziehung und Ausbildung Jugendlicher zu verknüpfen. für das Verständnis umweltbezogener Themen ist. Ziel ist, den Schülerinnen und Schülern ökologische ZusamNach zehn Jahren wechselte nun fast der komplette Vorstand menhänge nahe zu bringen, dies geschieht auch in Form von des Klimaschutzvereins. Bestand er zuvor aus einer reinen MänProjekten und Arbeitsgemeinschaften. So gibt es am Drosnerriege, so ist das Gremium nun vorrangig mit Frauen besetzt. te-Hülshoff-Gymnasium beispielsweise eine Solar-AG und eine Neben Beate Lenkeit als neuer Erster Vorsitzenden leitet Wendy Unesco-AG. Buhk als Zweite Vorsitzende die Geschicke des Vereins. Neue Schriftführerin ist Susanne Meyer. Einzig Uwe Gleißner, ein ehemaliger Schüler des Droste-Hülshoff-Gymnasiums, bleibt Droste-Hülshoff-Gymnasium weiterhin der Kassenwart. Der Verein gründete sich vor zehn Jahren unter Federführung des damaligen Lehrers und heutigen Schulleiters des Wentzinger-Gymnasiums, Joachim von der Ruhr. In den Jahren Das Droste-Hülshoff-Gymnasium ist eine Unesco-Projekt-Schule 2005, 2008 und 2011 wurden vom Verein unter Mitarbeit von mit sprachlichem, naturwissenschaftlichem und künstlerischem Schülern, Eltern und Lehrern sowie Lehrerinnen in diversen Profil. Unesco-Schulen haben sich weltweit zum Ziel gesetzt, WeltArbeitsschritten drei Photovoltaikanlagen auf dem Dach des frieden durch Bildung und Erziehung zu sichern. Entsprechend viel Droste-Hülshoff-Gymnasiums installiert. Diese wurden auch Wert wird auf Erziehung zur Demokratie und auf globales Lernen durch Sponsoren-Sporttage der Schüler mit finanziert. Die drei und interkulturelle Kompetenz sowie Umwelterziehung gelegt. Anlagen mit einer Leistung von 22,42 Kilowatt Peak (kWp) Rund 800 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule. Englisch bringen dem gemeinnützigen Verein jährlich rund 7000 Euro und Französisch oder Latein wird ab der 5. Klasse unterrichtet. Ab an Einspeisevergütungen. Damit werden vor allem Aktivitäten der achten Klasse kann man Italienisch dazu wählen. Ab Klasse 5 und Lehrmaterial im Umweltschutzbereich finanziert. Ein Teil kann Bildende Kunst als Schwerpunktfach belegt werden. des Geldes fließt auch in Nachhilfestunden in den naturwissen-

Unesco-Projekt-Schule

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BEBEFIZKONZERT

Mit Musik Menschen unterstützen Benefiz-Abend für syrische Flüchtlinge im Libanon

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leich drei überzeugende Gründe gibt es, das Benefizkonzert des Serenus Quartetts für AMICA e.V. am 13. November in der St. Michaelskapelle beim Alten Friedhof in Herdern zu besuchen: ein Klassikprogramm erster Güte, ein wunderbarer (für viele neu zu erkundender) Veranstaltungsort und die Unterstützung eines Vereins, dem Hilfe für Frauen und Mädchen in Krisen- und Kriegsgebieten seit zwei Jahrzehnten ein Anliegen ist. „Denke dir einen Menschen, sage ich, dessen glänzendste Hoffnungen zu Nichte geworden sind, dem das Glück der Liebe und Freundschaft nichts bieten als höchstens Schmerz.“ Es scheint als wäre dieses Schubert-Zitat Flüchtlingen der heutigen Zeit auf den Leib geschrieben. „Es ist uns ein großes Anliegen“, so Alexander Knaak vom Serenus Quartett, „mit diesem Benefizkonzert Projekte zu unterstützen, die der Unterstützung von Menschen auf der Flucht dienen.“ Das Ensemble wurde 2005 aus Mitgliedern des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg gegründet. Neben Schuberts „Streichquartett G-Dur“ konzertiert das Serenus Quartett mit Juan Crisóstomo de Arriaga „Streichquartett Nr. 3 Es-Dur“ und dem so genannten „Lodi-Quartett“ Streichquartetts Nr. 1, das während der Italien-Reise von Vater und Sohn Mozart entstand. Bereits das dritte Mal unterstützen Alexander Knaak (Violine), Michael Mayer-Freyholdt (Violine), Dorothea Funk (Bratsche) und Dita Lammerse (Cello) AMICA e.V. mit einem Benefizkonzert. Wer schon immer gerne einmal einen Blick in die St.-Michaels-Kapelle des Alten Friedhofs in Herdern werfen wollte, hat damit die Gelegenheit, diese Kapelle von ihrer besten Seite kennenzulernen: Im Licht der Kronleuchter und Kerzen entwickelt diese Kapelle einen ganz eigenen Zauber. Außerdem wird eine 20-minütige kunstgeschichtliche Vorstellung der Kapelle durch Professor Wolfgang Stopfel direkt vor dem Konzert angeboten. Im Libanon fördert AMICA e.V. ein Frauenzentrum, dessen Aufgabe darin besteht, die Lebensbedingungen für geflohene Frauen und Kinder erträglicher zu gestalten. Die meisten syrischen Flüchtlinge (75 - 80 Prozent) sind Frauen und Kinder, aber nur ein Drittel der Flüchtlinge in Deutschland ist weiblich. Oft gelingt ihnen nur die Flucht in ein benachbartes Land. Die Verantwortung für Kinder und alte Menschen hemmt sie in ihrer Beweglichkeit. Und nicht selten wird das Geld der Familien eher in die Flucht männlicher Angehöriger investiert.

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n Benefizabend für syrische Flüchtlinge im Libanon mit dem Serenus Quartett, 13. November, 20 Uhr, St. Michaelskapelle, Alter Friedhof Herdern, Eingang Karlstraße, Eintritt: 16 /14 Euro

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NEUBAUTEN HABSBURGERSTRASSE

Caritas- und Gisinger-Neubau

Die alten Häuser sind weg, die Planungen abgeschlossen Der Entwurf des Freiburger Architekturbüros Harter + Kanzler wurde überarbeitet. Auf dem Grundstück an der Habsburgerstraße/Ecke Wölflinstraße entstehen rund 100 neue Wohnungen sowie ein Bürogebäude.

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Der Lageplan zeigt, wie die Bebauung entlang der Habsburgerstraße sowie im rückwärtigen Bereich einmal aussehen soll.

©Foto: Michael Zäh

Nachdem es zunächst zwei Gewinner für den zweiten Platz (und keinen ersten) des Architekturwettbewerbs für die Neubebauung gab – sowohl das Konstanzer Architekturbüro Bächlemeid wie auch das Freiburger Büro Harter + Kanzler – fiel die Entscheidung zuletzt auf das Freiburger Architekturbüro. Allerdings erst nachdem dort die Pläne noch einmal intensiv überarbeitet worden waren. In diesen Prozess wurden auch weitere Fachplaner und städtebauliche Berater mit einbezogen. Vermutlich auch die Konsequenz aus den deutlichen Protestnoten, die aus verschiedenen Bürgerinitiativen und Zusammenschlüssen sowie Nachbarn herrührten und die ganz offen Kritik an den Bauplänen geübt hatten. Zu den hinzu gezogenen Fachleuten gehörten auch die beiden Preisgerichtsmitglieder Christl Drey, Professorin für Städtebau an der Universität Kassel, und Professor Burkhard Pahl, Direktor des Instituts für Grundlagen des Bauens und Planungsmanagement an der Universität Leipzig. In den neuen Entwürfen wurde vor allem die Fassaden- und Hofgestaltung überarbeitet, damit sich die neuen Gebäude besser in das Umfeld eingliedern. Immer wieder war aus der Bevölkerung der Wunsch gekommen, dass die Fassadengestaltung vielfältiger sein sollte. Die Einzelhäuser sollten in Baustruktur, Grundrissen und Fassadengestaltung klar erkennbar sein. Auch über die Höhe der Gebäude wurde neu nachgedacht: Durch die unterschiedliche Höhe der Gebäude sowie durch die Vor- und Rücksprünge der Fassaden wirken die neu geplanten Häuser

©Plan: Gisinger Gruppe

ie letzten Reste des alten „Wirtshaus zu Amerika“ in der Habsburgerstraße/Ecke Wölflinstraße sowie die vier weiteren Häuser auf dem Areal sind abgerissen. Nichts erinnert dort mehr an das geschichtsträchtige Haus aus dem Jahr 1777, das lange leer stand und über dessen Verbleib oder Abriss es heftige Debatten gab. Auf dem 6800 Quadratmeter großen Grundstück, das dem Deutschen Caritasverband gehört und von der Firma Gisinger bebaut wird, bestimmen jetzt Bagger, Lastwagen und Bauarbeiter das Bild.

Bagger. Lastwagen und Bauarbeiter bestimmen derzeit das Bild auf der abgesperrten Großbaustelle an der Habsburgerstraße.


©Visualisierung: Gisinger Gruppe

NEUBAUTEN HABSBURGERSTRASSE

halb Meter reduziert. Die Gebäudehöhe orientiert sich nun an der gegenüberliegenden Bestandsbebauung Habsburger-/Ecke Tennenbacher Straße. Für Christian Engelhard, Geschäftsführer der Gisinger Gruppe, ist es „eine spannende Aufgabe, Gestaltungselemente der verschiedenen Bauepochen bewusst in den Neubaufassaden widerspiegeln“ zu lassen, „ ohne dabei historisierend zu wirken“. Der nördliche Teil der Habsburgerstraße ab Höhe Tennenbacher- und Wölflinstraße weist sowohl Bestandsgebäude aus der Gründerzeit auf, als auch Bauten der 1960er Jahre und Neubauten aus den 2000er Jahren. Nur das älteste Gebäude der Habsburgerstraße, das frühere „Wirtshaus zu Amerika“, das fehlt eben nun. Überarbeitet wurde auch die Stellplatzsituation für die Besucher des Bürogebäudes. Die Zu- und Christian Engelhard, Gisinger Abfahrt wurde über die Wölflinstraße zentral im südlichen Grundstücksbereich gebündelt. Anders als im ersten Wettbewerbsentwurf findet nunmehr keine Durchfahrt über den Innenhof statt. Im Ergebnis zeigten sich alle Beteiligten, darunter Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag sowie Roland Jerusalem, Leiter des Stadtplanungsamtes, mit der Weiterentwicklung des Bebauungsplans des Architekturbüros Harter + Kanzler zufrieden. „ Der jetzt vorliegende Entwurf ist moderne Architektur, die sich in der umliegenden Bestandsbebauung der Habsburgerstraße widerspiegelt“, so Martin Haag. bb

„Gestaltungselemente der verschiedenen

Bauepochen sollen sich in den Neubaufassaden widerspiegeln.“ nun deutlich aufgelockerter. Ebenso wurden nun unterschiedliche Fensterformate eingeplant, herausragende und französische Balkone sowie Loggien und Erker sind als Gestaltungselemente hinzu gekommen. Als weiteres Gestaltungsmerkmal ist ein Materialmix der Fassaden geplant. So sollen die neuen Häuser Putz-, Klinker- sowie Steinfassaden und unterschiedliche Farben bekommen. Die Höhe des Bürohauses an der Ecke Wölflinstraße, dem künftigen Unternehmenssitz der Gisinger Immobiliengruppe, wurde gegenüber dem ersten Wettbewerbsentwurf um etwa zweiein-

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Ein Badezimmer soll ein Ort der Ruhe und Entspannung sein, möglichst sogar barrierefrei. Götz + Moriz, der größte Baustoffhändler Südbadens und Zentrum für Bauen und Modernisieren, mit über 75 Jahren Unternehmens-Erfahrung, bietet Kunden umfangreiche Hilfe bei der Planung eines Badezimmers an. Neben der Wahl an Farben und Materialien lautet das Ziel, mit guter Planung die individuelle Gestaltung eines Bads umzusetzen. Der Einsatz einer „Living Wall“, einer großformatigen 3D-Computer-Planung, macht dabei eine anschauliche Visualisierung möglich.

Badplanung in 3D:

DIE LIVING WALL IST KINOERLEBNIS

Innenarchitekt Michael Kenkel entwirft für Götz + Moriz-Kunden in Freiburg eine erste Bad-Planung, bei der die Ideen der Eigenheimbesitzer optimal umgesetzt werden. Wenn es dann darum geht, die passenden Fliesen und Bodenbeläge auszusuchen, beweist sich die ganze Stärke der „Living Wall“: Auf der lebensgroßen Projektionsfläche, die so in Südbaden einzigartig ist, können die verschiedenen Variationen anschaulich dargestellt oder aber eine Auswahl an Fliesen direkt vor die Leinwand gelegt werden. Der Effekt ist verblüffend. Badplanung als Kinoerlebnis – fast möchte man hineingehen und das Bad gleich benutzen. Das „fertige“ Badezimmer ist wirklichkeitsgetreu zu sehen, noch bevor die Planung umgesetzt und

Badplanung mit Götz+Moriz: Anhand von Grundrissen wird eine passende Badgestaltung ausgearbeitet, die mit einer lebensgroßen Projektionsfläche individuell gestaltet wird.

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So könnte es aussehen, das neue Badezimmer als 3D-Computer-Planung

das Bad gebaut wurde. Jede Entscheidung für bestimmte Fliesen oder Bodenbeläge können so anhand realistischer Bilder getroffen werden, Unsicherheiten und Zweifel werden ausgeräumt und die Badplanung wird zum nachhaltigen, positiven Ereignis. Auf Wunsch vermittelt Götz + Moriz darüber hinaus gerne qualifizierte Betriebe, die den Einbau von Sanitärkeramik, Armaturen, Duschen und Badmöbeln sowie das Verlegen der Fliesen übernehmen. Damit steht einem Traum-Bad nichts mehr im Weg.bb

Visualisierte Badplanung

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AKTUELL IN HERDERN

Bebauung Pferdewiese

Die Treubau übernimmt – Bauprojekte ohne Erbpacht? Nachdem der Staufener Investor aus dem Bauvorhaben Pferdewiese ausgestiegen ist und jahrelang hier alles friedlich war, steigt nun die Freiburger Treubau ein und die Stiftung will Grundstücke tauschen.

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s bewegt sich wieder etwas auf der sogenannten Pferdewiese an der Sonnhalde in Herdern – und das sind keine Pferde. Nachdem es lange ruhig geblieben war um das Hanggrundstück mit dem herrlichen Blick, für das es zwar seit 2011 eine Baugenehmigung gibt, aber auf dem seitdem nichts passiert ist, könnten nun neue Bauvorhaben doch umgesetzt werden.

Die Staufener Firma SBB hatte sich die Baugenehmigung hart erkämpft, die vielen Proteste der Anwohner und einer Bürgerbewegung gegen das Bauprojekt scheiterten. Und dennoch wurden die Baupläne nicht umgesetzt, denn der Investor konnte keines seiner geplanten Luxuswohnungen vermarkten. Nach mehr als drei Jahren ist deshalb die SBB aus dem Bauvorhaben ausgestiegen und hat das Projekt der Freiburger Treubau übergeben. Ein Problem für die Vermarktung der Wohnungen war bislang, dass die Wohnungseigentümer eine Erbpacht an die Grundstücks-Eigentümerin, die Heiliggeistspitalstiftung, hätten bezahlen sollen. Doch wer so teure

Wohnungen kauft, will natürlich auch den Grund und Boden dazu besitzen. Nun scheinen sich die Stiftung und die Treubau darauf geeinigt zu haben, dass Grundstücke getauscht werden könnten. Dann würde die Stiftung auf die Erbpacht verzichten. Die Bürgerinitiative, die gegen eine Bebauung ist, zeigt sich entsetzt: Die Stiftung sei vor über 100 Jahren zu einem Vorzugspreis in den Besitz des Hebsackareals gekommen, unter der Maßgabe, das Gebiet für die Allgemeinheit zu bewahren.

Moderne trifft Tradition

In der alten Aula des Friedrich-Gymnasiums prangt noch der Reichsadler unter der Decke, aber hinsichtlich Elektrik, Licht- und Tontechnik ist sie jetzt rundum erneuert.

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ie Aula des Friedrich-Gymnasiums – immerhin 111 Jahre alt – wurde mit viel Eigenarbeit von Seiten der Schülerinnen und Schüler sowie mit finanzieller Unterstützung der Stadt und aus der Elternschaft technisch auf den neuesten Stand gebracht und gleichzeitig neu gestrichen. Das Friedrich-Gymnasium in Herdern in der Jacobistraße 22 hat 50000 Euro investiert, um Elektrik, Ton- und Lichttechnik in der Aula komplett zu erneuern. Die Stadt Freiburg hat noch einmal 50000 Euro dazu gegeben, und mit dieser Summe konnte besonders die Aula, das Herzstück des Gymnasiums, nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht werden, sondern

darüber hinaus auch neu verputzt und neu gestrichen werden sowie eine neue Trägerstruktur erhalten. An diesen können nun bedenkenlos Lautsprecher und Scheinwerfer aufgehängt werden. Die Eltern zeigten sich spendabel und die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Gymnasiums legten bei den Sanierungsarbeiten tatkräftig selbst mit Hand an. Wer sich für die Schule interessiert: Stefan Gönnheimer, der neue Leiter des Friedrich-Gymnasium, bietet von ihm Hausrundgänge an jedem letzten Freitag der nächsten Monate an, am 30. Oktober und 27. November. Der halbstündige Rundgang beginnt jeweils um 15.30 Uhr am Eingang der Schule. Anmeldung unter Telefon 0761/201-7660.

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Lust

auf schönes

Wohnen Hier sprüht es vor Ideen:

Deco-Point Mayer in Gutach/Bleibach überzeugt mit einer Riesenauswahl an Wohnstoffen, Teppichen und Fußböden und bietet fachkundige Beratung, Planung und Ausführung aus einer Hand.

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erbst und Winter stehen vor der Tür, es beginnt die Zeit, in der man sich gerne ins warme Zuhause zurückzieht. Kuschelig möchte man es haben, behaglich soll die Atmosphäre sein, warme Töne umschmeicheln unsere Sinne. Eine Quelle der Inspiration und Vielfalt für die Gestaltung von Räumen, gepaart mit Fachwissen und echter Handwerkskunst sowie jahrzehntelanger Erfahrung, bietet der Raumausstatter Deco-Point Mayer in Gutach/Bleibach im Gewerbegebiet Stollen. Ein Besuch bei Deco-Point Mayer löst eine Flut an Ideen sowie Lust auf Kreativität und Veränderung aus. Gerlinde Mayer, die zusammen mit ihrem Mann Meinrad Mayer Deco-Point

16 | Freiburg Herdern Stadtteilmagazin

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Herbst-Rezept

Japanischer Kürbiskuchen Ein Rezept von Junko Nishi aus ihrer Heimat.

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igentlich ist Kuchenbacken keine ureigentliche japanische Tradition, erzählt Junko Nishi. Inzwischen aber backt man dort auch, weil man gerne international sein möchte. In den Buchhandlungen gibt es Backbücher, in Zeitschriften stehen Backrezepte und die Zutaten kann man in Kaufhäusern bekommen. Man backt allerdings in kleinen Öfen, weil japanische Herde meistens keine Backöfen haben. Stattdessen ist in jeder altmodischen japanischen Küche ein Fischgrillgerät integriert. Kürbiskuchen aus einem japanischen Kochbuch: 150 g Hokkaido-Kürbis 70 g Butter 150 ml Milch 70 g Zucker

150 g Mehl 2 TL Backpulver 1 Ei Puderzucker, Zimt

1. Kürbis in kleine Stücke schneiden. Nicht schälen, Kerne entfernen. 2. Die Kürbisstücke mit wenig Wasser kochen. Die obere Hälfte der Kürbisstücke darf nicht mit Wasser bedeckt sein. 3. Wenn die Kürbisstücke weich sind, mit Butter und Milch stampfen. Ei und Zucker dazu geben und verrühren. 4. Mehl und Backpulver dazugeben und unter die Kürbismasse mischen. 5. Den Teig in eine eingefettete Springform geben und im vorgeheizten Ofen 15 bis 20 Minuten bei 180 Grad backen. 6. Nach dem Erkalten Puderzucker und Zimt auf den Kuchen streuen. „Als ich vor 25 Jahren nach Deutschland kam, konnte man hier noch keine Hokkaido-Kürbisse kaufen. Ich habe den intensiven Geschmack vom Kürbis so sehr vermisst. Jetzt kann man Hokkaido-Kürbis auch in Deutschland kaufen und ich freue mich jeden Herbst darüber!“ Junko Nishi, Sängerin

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KONZERTE

©Foto: Marco Borggreve

Bach Pur Festival

Freie Sicht auf Bach Das Freiburger Bach Pur Festival mit Stars wie der britischen Sopranistin Carolyn Sampson und der Lust von Musikern, Bachs Ideen weiter zu entwickeln

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n Bach kommt keiner vorbei.“ Diese Erkenntnis gab für den Freiburger Cellisten Juris Teichmanis letztlich den Ausschlag, in Freiburg ein jährlich stattfindendes Bach-Festival zu gründen. Wegen Renovierungsarbeiten findet das „Bach Pur“-Festival in diesem Jahr vom 30. Oktober bis 1. November nicht in der Christuskirche, sondern in der Friedenskirche statt.

©Foto: privat/Fernow

Aufführungspraxis. Außerdem werden neben Juris Teichmanis auch Sabine Bauer am Cembalo sowie Petra Müllejans auftreten, die renommierte Geigerin des Freiburger Barockorchesters. Der musikalische Gedanke von Bach wird in der darauffolgenden Bach-Nacht am Samstag, 31. Oktober, ab 19 Uhr noch weiter entwickelt. Hier zeigen Improvisationskünstler wie Wolfgang Fernow, wie sie Bach für sich weiter entwickeln und sein grundlegendes Werk Programm für freie Improvisation wird. Unter dem Titel „Freie Sicht auf Johann Sebastian Bach“ wird Wolfgang Für Juris Teichmanis, der viele Jahre in Herdern gelebt hat, ist Fernow am Kontrabass zusammen mit Felix Borel an der Violine Johann Sebastian Bach „einer der großartigsten Komponisten“. ab 21 Uhr auftreten. Zuvor wird bereits um 19 Uhr Sabine Bauer Und natürlich steht Bach im Zentrum des gleichnamigen Festiam Cembalo zu hören sein, die sich Louis Couperins Suite g-moll, vals, das in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet, jedoch geht Bachs Chromatische Fantasie und Fuge sowie Carl Philipp Emaes musikalisch weit darüber hinaus, auch das ist dem Organisator nuel Bachs Phantasie C-Dur ausund Leiter des Festivals wichtig. gewählt hat. Ab 19.45 gehört die Die Bandbreite dessen, was sich Bühne dann Petra Müllejans mit aus Bachs Musik, beziehungsBachs Chaconne aus der d-moll weise aus der intensiven BePartita für Violine. schäftigung von Musikern oder Um 21.45 Uhr schließlich weranderen Komponisten mit Bachs den alle Musiker des Abends Kompositionen ergibt, ist groß. noch einmal zusammen auftreAls Beispiel nennt Juris Teichmaten und miteinander zur Chaconnis den britischen Komponisten ne improvisieren. Jedes dieser Henry Purcell, dessen an Bach kurzen Konzerte, die sich in der angelehntes Werk unter dem Bach-Nacht wie Perlen aneinanTitel „Freude und Schmerz“ am derreihen, bietet im Übergang Freitag, 30. Oktober, um 20 Uhr zum nächsten eine Pause, in der aufgeführt wird. Star dieses Wein und Brot zusammen mit Konzertabends wird die britider Möglichkeit geboten wird, sche Sopranistin Carolyn Sampdas Gehörte zu überdenken und son sein. Sie tritt unter anderem zu besprechen. regelmäßig an der English Natio- Der Bassist Wolfgang Fernow sucht immer wieder das SpannungsAm Vormittag des Samstag, 31. nal Opera in London auf und gilt feld zwischen Komposition und Improvisation. Er studierte KontraOktober, wird um 11 Uhr das als Spezialistin für historische bass in Freiburg und Perugia.

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KONZERTE

Junge Podium auftreten, bei dem sich auffallende Nachwuchstalente mit Werken von Bach und Brahms vorstellen. Auch hier, bei Brahms Sonate für Klavier und Violoncello e-moll, ist Bachs Einfluss unverkennbar, ganze Teile klingen nach der Kunst der Fuge. Das Bach Pur-Festival wird am 1. November um 10 Uhr mit einem Kantatengottesdienst ausklingen. Juris Teichmanis sieht in der „freigeistigen“ Haltung zu Bach, die dieses Festival widerspiegelt, kein Problem, im Gegenteil. Er ist ganz klar dafür, im Umgang mit Bach stets offen für alles zu sein. „Das ernsthafte Beschäftigen mit dieser Musik ist die einzige Voraussetzung“, so Juris Teichmanis. Er selbst hat ein sehr emotionales Verhältnis zu Bach, dessen Stücke ihm nahe gehen. Mit zwölf Jahren hat er mit dem Cellospiel begonnen, nachdem er eine erste Erfahrung mit diesem Instrument im Alter von sechs Jahren nach nur einem halben Jahr beendet hat – „Ich fand das Cello schrecklich“., lacht er. Aber die Liebe zur Barockmusik war größer als der erste Schrecken. Mit seinem ersten durchs Musikmachen selbstverdienten

©Foto: Wouter Jansen

©Foto: Wouter Jansen

Der 49-jährige Cellist Juris Teichmanis, der aus einer lettischen Musikerfamilie stammt und in Freiburg geboren wurde, ist Leiter und Organisator des Bach Pur Festivals, bei dem er auch selbst auftreten wird. Sein Vater Atis Teichmanis war renommierter Cellist und lehrte an der Freiburger Musikhochschule

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Geld kaufte er sich das Gesamtwerk von Bach, erinnert er sich vergnügt, beim damals legendären Freiburger Laden „Zweitausendeins“. Juris Teichmanis tritt als freier Musiker als Solist oder in kammermusikaliFREITAG SONNTAG schen Engagements 1. November 30. Oktober, 20 Uhr auf, häufig und ger10 Uhr FREUDE & SCHMERZ KANTATENVokal- und Instrumentalmusik ne auch zusammen von J. S. Bach und H. Purcell GOTTESDIENST Carolyn Sampson, Sopran J. S. Bach: Kantate mit dem Dirigenten Petra Müllejans, Violine „Aus der Tiefe“ Juris Teichmanis, Violoncello BWV 131 Frieder Bernius aus Sabine Bauer, Cembalo Solisten, Christuskantorei Ensemble BachPur Stuttgart. Am 14. Hae-Kyung Jung SAMSTAG 31. Oktober November wird der Freitag 20 Uhr 11 Uhr Karten zu 18,- / erm. 15,Freiburger Cellist JUNGES PODIUM BZ Kartenservice www.reservix.de BACH PUR Abendkasse im Kreuzgang der Nachwuchstalente stellen sich vor Samstag 11 Uhr J. S. Bach, J. Brahms Eintritt frei Samstag 19-21.45 Uhr St. Martinskirche BACHNACHT 15,- / erm. 12.an der Abendkasse Fantasia: Form und Improvisation am Rathausplatz J. S. Bach, G. Ph. Telemann, Improvisation... zusammen mit dem 19 Uhr Friedenskirche Freiburg Sabine Bauer Pianisten Hansjacob 19:45 Uhr Petra Müllejans Staemmler auftreten 21 Uhr Felix Borel, Violine und Werke von BeeWolfgang Fernow, Kontrabass thoven und Ferdin21:45 Uhr Petra Müllejans, Felix Borel, and Ries spielen. Juris Teichmanis, Wolfgang Fernow, Sabine Bauer www.bachpur-freiburg.de Barbara Breitsprecher

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©Foto: Michael Zäh

B QO UTI AA NQIUS A CH T EEM R G AA URT TE EMN

Biologie

Ehenis et etur ma arum il

Obit ea que nit in exerfero explabo rporioris aspe si asperum repel magnatecti dolute velique volupta tiurerum, ommoluptiost ommos volectur, vit volores ad escid que numque si remquo que sitas

Lernen kann so einfach sein In erster Linie ist der Botanische Garten Freiburg der Lehre und Forschung verpflichtet. Doch darüber hinaus ist er ein wunderbarer Erholungsort für die Öffentlichkeit. Wer will, kann hier überdies eine Menge lernen.

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enn es jetzt herbstlich wird, wenn es draußen stürmt und regnet, dann ist es in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens am Schönsten. In warm-feuchter Luft gedeihen üppige, tropische Pflanzen und zeigen leuchtende Blüten und glänzende Blätter. Für Friederike Gallenmüller, genannt Freddi, sind die Gewächshäuser ebenfalls der Lieblingsplatz im Botanischen Garten, der auch ihre Arbeitsstätte ist. Auch ihre Doktorarbeit hat die studierte Biologin und akademische Oberrätin über tropische Pflanzen geschrieben. Sie ist die Kustodin hier, was in etwa vergleichbar ist mit einer Kuratorin im Museum. Zusammen mit dem Direktor des Botanischen Gartens, Professor Thomas Speck, Lehr-

stuhlinhaber für Botanik, Funktionelle Morphologie und Bionik, erarbeitet sie das Gesamtkonzept des Botanischen Gartens, auch in wissenschaftlicher Hinsicht. Und so empfinden sie und ihre Kollegin Heidi Petarus, die Leitende Gartenmeisterin und technische Leiterin des Botanischen Gartens, ihre Wirkungsstätte auch: als „lebendiges Museum“. Denn trotz aller Wohlfühl-Effekte und Erholungsfaktoren, die diese öffentlich und gratis (!) zugänglichen Anlagen für Besucher bieten, in erster Linie ist der Botanische Garten ein Institut, das zur Fakultät für Biologie der Universität Freiburg gehört. Er ist somit eingebunden in die Lehre und ebenso in die Forschung. Geforscht wird beispielsweise in der Bionik. Hier wirken Pflanzen als Ideengeber für technische Entwicklungen. So wurde

der Lotuseffekt am Botanischen Garten in Bonn entwickelt. Erforscht wird aber auch, wie es Pflanzen schaffen, sich selbst zu reparieren oder wie man sich bei ihnen Anregungen für die Architektur holen kann. In Freiburg wurde sogar extra ein öffentlich zugänglicher Lehrpfad Bionik angelegt, der beschilderte Pflanzen zeigt, die schon als Ideengeber fungiert haben. „Der Botanische Garten ist Schaufenster der Wissenschaft“, erklärt Freddi Gallenmüller. Und sie ist stolz darauf, dass der Botanische Garten Freiburg – im Vergleich zu einigen anderen Städten – für Besucher keinen Eintritt verlangt. Wie nah und offen sich der Botanische Garten Freiburg zur Bevölkerung fühlt, zeigt sich auch daran, wie viel Zeit den Sorgen und Fragen von Besuchern zu deren Pflanzen eingeräumt wird. Jeden Mittwoch Nachmittag wird eine kosten

©Foto: Michael Zäh

Botanischer Garten

Öffnungszeiten

Gartenmeisterin Heidi Petarus im Gewächshaus des Botanischen Gartens

20 | Freiburg Herdern Stadtteilmagazin

Freiland: täglich von 8 bis 18 Uhr Gewächshäuser: Montag bis Donnerstag 12 bis 16 Uhr sowie Sonn- und Feiertag 14 bis 16 Uhr (letzter Einlass 15.45 Uhr) Pflanzenberatung: jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr www.botanischer-garten.uni-freiburg.de


BOTANISCHER GARTEN

©Fotos: Michael Zäh

lose Pflanzenberatung angeboten, ebenso können Anfragen per Mail gestellt werden. Hier können Probleme und Krankheiten von Pflanzen besprochen oder Tipps und Infos zu Pflanzen eingeholt werden. Zunehmend werden auch globale Krankheiten und Schädlinge von weit her eingeschleppt, wie beispielsweise der Oleanderkrebs. Gartenmeisterin Heidi Petarus kann dann zeigen, wie man den Oleander beschneiden muss, um ihn vielleicht zu retten. Außerdem fühlt sich das Team des Botanischen Gartens dem Gedanken der öffentlichen Bildung verpflichtet. Deshalb werden neben Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen auch Lernspiele angeboten, wofür der Botanische Garten sogar schon den Hochschulwettbewerb

„Alltagstauglich“ gewonnen hat. Für Kinder-Geburtstage lässt sich eine Schatzsuche buchen, für ältere Jugendliche anspruchsvolle Parcours. „Allein der Kontakt mit der Natur bewegt schon viel“, weiß Freddi Gallenmüller, „dann kommt das Lernen einfach dazu“. Für Biologie-Studierende, egal ob Bachelor, Master oder Lehramt, gehören Gänge in den Botanischen Garten

ohnehin zum Studium dazu, die Pflanzen hier dienen ja der Forschung und Lehre. Aber es wird eben auch der Bevölkerung Wissen vermittelt, und zwar auf sehr schöne, angenehme Weise. Aber darüber hinaus ist der Botanische Garten eben auch Erholungsraum. Und Gesprächsort. Denn beim Gehen denkt und spricht es sich oftmals besser. Barbara Breitsprecher

Fenster und Haustüren

Heidi Petarus (oben), die Leitende Gartenmeisterin und Technische Leiterin des Botanischen Gartens und Friederike Gallenmüller (unten), Akademische Oberrätin und Kustodin, schätzen die Arbeit in dem „lebenden Museum“

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HERDERBAU

Universitäts-Fakulktät

©Foto: Roland Halbe

Ein Innenhof wird zum Juwel

Im Westflügel des Herderbaus ist nun eine Universitäts-Fakultät sowie die Archäologische S untergebracht. Behutsam wurde hier saniert und schöne, neue Arbeitsräume sind entstand

Eindrucksvoll und doch leicht spannt sich über den Innenhof ein Aufbau mit einer durchsichtigen, hochbeständigen Spezialfolie als Dach, das auf vier tragenden „Baumstützen“ ruht und den Innenhof zu einem riesi-

Die Archäologische Sammlung der Universität erstrahlt in hellem Glanz: Figuren und Gipsköpfe im Original und als Abguss.

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gen, geschützten Innenraum und Foyer große Hitze macht. Diese raffinierte Konstruktion einer Cafe gewährt dem Altbau und seiner FasInnenhof sade zudem Schutz, so musste auch Archäolo mode & accessoires nicht über weitere DämmmaßnahUni. Im men nachgedacht werden. Selbst des Herd Gutschein die alten Fenster konnten Dank gelagerte * der durch aufgeblasene Luftkissen ein erstau isolierenden Überdachung belassen 1000 Quadr * IN DIESEM HEF T werden. Das im Rahmen eines Konlogische Expo junkturprogramms finanzierte Spezialdach Gipsabgüsse ausg ermöglicht selbst in kalten Wintern eine konstante ge Beleuchtung und einem Temperatur im Innenhof von rund acht Grad. Und schacht entfalten die Figur auch im vergangenen heißen Sommer war es mögbesonderen Zauber. Für lich, durch nächtliches Öffnen der großen Dachluken Raumklima sorgen neu geb und der Oberlichter der schweren Eingangstore, die Lehmziegeln und ein Lehm

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©Foto: Ingeborg F. Lehmann

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as einst ein etwas herunter gekommener Hinterhof mit Blechschuppen und parkender Autos war, ist heute ein Juwel. Der Westflügel des denkmalgeschützten Herderbaus gehört inzwischen zur Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg und wurde aufwändig und einfühlsam saniert. Im ehemaligen Keller des Baus befindet sich zudem die öffentlich zugängliche, gar wundersame archäologische Exponate-Sammlung der Universität, die früher über die ganze Stadt verteilt war.


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©Foto: Roland Halbe

eines Kellers aufnimmt. Sitzstufen mit Kissen laden zum Verweilen oder Studium ein, nebenan gibt es einen Schulungs- sowie einen Werkraum, in dem Studierende lernen, wie Gipsabgüsse hergestellt werden. Die Hälfte des großen Gebäudeteils wurde zwischenzeitlich saniert, der andere Teil muss noch warten. In einem der alten, türmchengleichen Treppenhäuser konnten die ursprünglichen Eichenstufen und das

Sammlung den.

Ein neu eingezogenes Oberlicht gewährt den Gipsfiguren der Archäologischen Sammlung im ehemaligen Papierkeller viel Licht.

©Foto: MIngeborg F. Lehmann

©Foto: Oliver Kern

draußen zu halten. Neben eteria findet sich in diesem f auch der Eingang zur ogischen Sammlung der m ehemaligen Papierkeller der-Verlags, unter dem voren Rasenstück, bietet sich unlicher Anblick: Auf rund ratmetern sind hier archäoonate im Original oder als gestellt. Durch die großartim neu konstruierten Lichtren und Köpfe einen ganz eine angenehm trockenes baute Wände aus massiven mputz, der die Feuchtigkeit

alte Geländer erhalten werden. Wo früher eine nicht regulierbare Dampfheizung brodelte, sorgen jetzt Brunnenwasserheizung und Fernwärme-Heizung für umweltfreundliche Wärme. Im sanierten Teil der Fakultät wurden Wände versetzt, Industrieverglasungen eingebaut, und Säulen neu mit Sichtbeton charaktervoll neu ummantelt, woraufhin sie jetzt selbstbewusst und exponiert hervortreten. Die alten, mit Gipskarton verputzten Stahlsäulen konnten aus Brandschutzgründen so nicht bleiben. „Wir wollen ja nichts komplett Neues machen“, erläutert Karl-Heinz Bühler, Leiter des Universitätsbauamtes. „Wir wollten mit dem Material und der Struktur behutsam umgehen.“ Noch kann man genau sehen, wie diese Herangehensweise gelungen ist, in dem man den fertigen und den noch nicht sanierten Teil durchwandert und vergleicht. Neue Räume sind entstanden, Flure haben sich geweitet und bieten Platz für Arbeitstische und Treffpunkte. Die komplette alte WC-Anlage, die einst zum Hof hin alles verbaute, wurde entfernt und versetzt, so dass nun große Fenster einen Blick hinab in den überdachten Innenhof erlauben. Die Archäologische Sammlung im Keller des Herderbaus ist dienstags bis donnerstags, 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Barbara Breitsprecher

©Foto: Rokosch

©Foto:Roland Halbe

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BEHÖRDENPARKPLÄTZE

Viel zu wenig bezahlbare Zimmer für Studierende Studierende fordern mehr günstigen Wohnraum und hatten dafür kurzzeitig die Parkplätze im Behördenviertel zwischen Tennenbacher-, Sautier- und Stefan-Meier-Straße besetzt.

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ergangenen Sommer besetzten Studierende einen Teil der rund 650 Parkplätze in Herdern. Sie wollten damit zeigen wie viel Platz parkenden Autos eingeräumt wird, wo doch gleichzeitig günstiger Wohnraum fehlt. So originell die Aktion war, greifbare Auswirkungen hat sie bis dato keine gezeigt. Dabei ist das Ansinnen, die oberirdischen Parkflächen gerade im zentrumsnahen Behördenviertel zu überdenken, aktueller denn je. Von 20 deutschen Universitätsstädten, in denen es für Studierende besonders schwierig ist, eine Woh-

24 | Freiburg Herdern Stadtteilmagazin

WG-Zimmer In Freiburg kostet die Miete für ein Studenten-Zimmer durchschnittlich 381 Euro. Damit liegt Freiburg über dem Mittelwert von 304 Euro. Der Mietpreis für Single-Wohnungen ist in Freiburg in diesem Semester um elf Prozent gestiegen. Die BAFÖG-Wohnkostenpauschale liegt derzeit bei 224 Euro und soll im Oktober 2016 auf 250 Euro erhöht werden.

nung zu finden, liegen sieben allein in Baden-Württemberg. Freiburg liegt dabei auf Platz 6 der deutschen Uni-Städte, in denen es besonders schwer ist, eine Bleibe zu finden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) moniert: „Anstatt sich auf das Studium konzentrieren zu können, müssen Studierende auf provisorische Lösungen ausweichen, weite Anfahrtswege in Kauf nehmen oder mehr arbeiten, um sich teure Zimmer in Universitätsnähe leisten zu können. Zu einer guten Ausbildung gehört auch die Chance, ein bezahlbares Zimmer zu finden“. Die Gewerk-


BEHÖRDENPARKPLÄTZE

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Lucius Annaeus Seneca

Werte verbinden 0761 / 28 29 30 schaft fordert hier auch mehr Engagement der Kommunen. Bis weit in die 1980er Jahre hinein haben viele Städte in Deutschland, aber auch in der Schweiz, wertvolle Innenstadtplätze mit parkenden Autos verschandelt. Erst nach und nach entwickelte sich die Erkenntnis, dass die Stadtzentren aufgewertet würden, wenn Autos daraus verbannt würden. Neben ästhetischen Aspekten die für Freiflächen (ohne Autos) sprechen, kommen aber inzwischen auch ganz praktische Erwägungen hinzu, die gegen oberirdische Parkplätze in innenstadtnahen Zonen sprechen. Stadtnaher Wohnraum ist kostbar und Bebauungsgrundstücke sind rar geworden, außerdem werden für Neubaustadtteile weitere Flächen versiegelt und Wiesen oder Äcker umgewandelt. Die aktuelle Flüchtlingssituation lässt eine zusätzliche Dynamik auf dem Wohnungsmarkt entstehen. Die Freiburger Studierenden beklagen, dass für rund 35000 Freiburger Studentinnen und Studenten nur etwa 6000 Wohnheimplätze zur Verfügung stehen und die Mietsituation auf dem freien Markt extrem angespannt ist. Auch der Umweltschutzverein Ecotrinova fordert ein Umdenken, gerade auch für die ParkplätDoro Moritz, ze im Behördenviertel, GEW-Landesvorsitzende wo auch das Finanzamt und das Kreiswehrersatzamt ihren Sitz haben, zwischen Tennenbacher-, Sautierund Stefan-Meier-Straße. Hier wären Wohnungen sinnvoller, findet Georg Löser von Ecotrinova – und rennt damit bei der Stadtverwaltung offene Türen ein. Das Problem ist jedoch, dass das Gelände dem Land und dem Bund gehört, nicht der Stadt. Und die beiden Geländeeigentümer sind bislang noch nicht entschieden, welche Flächen sie künftig noch brauchen und welche nicht. Georg Löser von Ecotrinova schlägt vor, die 500 Parkplätze im behördenviertel unter die Erde zu verlegen. Er rechnet vor, dass auf den dadurch frei werdenden Flächen bei einer vierstöckigen Bebauung für rund 1000 Menschen Wohnungen geschaffen werden könnten oder bis zu 1500 Wohnheimplätze für Studierende. Würden die Behörden überdies zusammen rücken könnte die Zahl noch weitaus höher sein. bb

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©Foto: Michael Zäh

HÄNDELWOHNHEIM

Platz für 159 Studierende In der Händelstraße sind die beiden neuen Wohnblöcke des Händelwohnheims mit weiteren WG-Zimmern und Appartements für Studentinnen und Studenten eröffnet worden.

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er weiße Turm auf dem Altbau in der Händelstraße ist wohlbekannt. In dem denkmalgeschützten, ehemaligen Waisenhaus, das 1930 erbaut wurde, ist seit 1983 ein Studentenwohnheim untergebracht, das vom Studierendenwerk Freiburg (SWFR) verwaltet wird. Zum neuen Semester sind nun zwei Neubauten im Innenhof des Ensembles eingeweiht worden, die Häuser 18 a und 18b. Den Bauplänen waren einige Diskussionen vorausgegangen. So hatte sich unter anderem der Bürgerverein Herdern und der Gestaltungsbeirat, aber auch etliche studentische Bewohner und auch Nachbarn ihre Bedenken gegen die vom Architekturbüro Amann Händelwohnheim

Neue Studentenwohnheime Haus 18a bietet 72 Plätze in 48 Einzelappartements und je vier Zweire- und Vierer-Wohngemeinschaften sowie zusätzlich Sozialräume im Untergeschoss. Haus 18b hat 87 Plätze in 63 Einzelappartements und ebenfalls je vier Zweier- und Vierer-Eohngemeinschaften. Alle Vierer-WGs sind barrierefrei.

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–Burdenski–Munkel–Preßer sowie dem Architekten Jochen Gerlach vom Studierendenwerk geplanten Neubauten im Innenhof des alten Studentenwohnheims. Moniert wurde, dass der Innenhof deutlich kleiner würde und die Anordnung der neuen Gebäude quer zu den alten. Dennoch, das Studierendenwerk ließ aller Kritik zum Trotz die beiden Wohnheime für rund zehn Millionen Euro in 13 Monaten zwischen August 2014 und September 2015 bauen. Das Land Baden-Württemberg hat sich an den Baukosten mit 1,272 Millionen Euro Fördermitteln beteiligt. Davon können nun 159 Studentinnen und Studenten profitieren, die auf dem umkämpften Wohnungsmarkt in Freiburg einen der Wohnplätze ergattert haben. Die meisten Plätze sind Einzimmerappartements, aber es gibt in den neuen Wohnheimen auch Zweier- und Vierer-WGs. Es gibt möblierte und unmöblierte Zimmer. Im denkmalgeschützten vorderen Altbau gibt es 270 Wohnplätze, verteilt auf überwiegend große Wohngemeinschaften mit bis zu acht Zimmern. Das gesamte Händelwohnheim ist damit zu 75 Prozent mit WG-Zimmern belegt und zu 25 Prozent mit Appartements. Im Altbau gibt es WG-Zimmer ab 227 Euro Miete, im Neubau muss man für ein solches bis zu 295 Euro bezahlen. Die Miete für ein Appartement beträgt im Altbau zwischen 360 und 375 Euro, im Neubau zwischen 388 und 398 Euro. Bei den Monatsmieten han-


HÄNDELWOHNHEIM

©Foto: Michael Zäh

delt es sich um Warmmieten, stoff stammt aus regionaler das heißt, inklusive der Kosten Forstwirtschaft und verursacht für Strom, Wasser, Müll und keinen Ausstoß von fossilem Internet. CO2. Ergänzt wird die EnergieerIm Untergeschoss des Neubaus zeugung durch ein Block18A ist ein großer Mehrzweckheizkraftwerk, welches eiraum entstanden. Dieser ist nen erheblichen Teil des im barrierefrei erreichbar und verWohnheim benötigten Stroms fügt über WC- Anlagen (ebenerzeugt. Die Abwärme des falls barrierefrei) und eine techBHKWs wird in das Wärmenische Ausrüstung mit Musiknetz eingespeist. anlage und Beamer. Außerdem Allen Bewohnern und Bewohgibt es im Untergeschoss einen nerinnen steht im Händelschallgedämmten Musik- und wohnheim (alt und neu) ein Proberaum. Im Außenbereich Internetanschluss mit einer wurden unter anderem eine Bandbreite von 64 mBit zur Kletterwand, ein Mehrzweck- Händel-Studentenwohnheim: Einige liebe den Flair des denkmalgeVerfügung. Außerdem ist die spielfeld und überdachte Fahr- schützten Altbaus, andere schwören auf den Komfort des Neubaus. Wohnanlage per 400 mBit radabstellplätze gebaut. Richtfunkstrecke an das Landeshochschulnetz (Be/Wue) angeDie Händel-Neubauten sind Standard KfW 40-Gebäude und schlossen. energetisch vergleichbar mit einem Passivhaus. Um diesen Vor allem die zentrale Lage hat es den Studentinnen und StuStandard zu erreichen, wurden hochwertige dreifach verglaste denten, die hier wohnen angetan: Mit dem Fahrrad ist man in Fenster eingebaut und die Außenwand weist eine Dämmstärke weniger als zehn Minuten in der Innenstadt oder an der Uni, die von 30 Zentimetern auf. Aber auch die Wärmeversorgung der Straßenbahnhaltestelle und der Bahnhof Freiburg-Herdern sind Energiezentrale im Altbau hat ihren Anteil: Dort wird Wärme zu Fuß schnell erreichbar. aus Holzhackschnitzeln produziert. Der nachwachsende RohAnz.90x130mm:Layout 1 02.04.15 09:55 Seite 1

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Freiburg Herdern Stadtteilmagazin | 27


FIRMENPORTRÄT

ALLES AUS EINER HAND Die Glottertäler Metzgerei Reichenbach hat ein bestechend einfaches und klares Konzept: eigener Futteranbau, eigne Aufzucht, eigene Schlachtung sowie Fleisch- und Wurstverarbeitung und Verkauf nur in eigenen Läden. Das Konzept ist bestechend, einfach und klar: Metzgermeister Ulrich Reichenbach bietet mit seinem Team alles aus einer Hand. Das ist nicht nur wohlklingender Slogan, sondern wird von der Glottertäler Metzgerei konsequent verfolgt und konkret umgesetzt. „Alles aus einer Hand“ bedeutet, dass vom Futteranbau, der Aufzucht der Tiere, über die hauseigene Schlachtung bis hin zum Verkauf ausschließlich in eigenen Läden bei der Metzgerei Reichenbach alles zu hundert Prozent in eigener Regie läuft. Das ist ein hoher Anspruch, zumal die Qualität des Fleisches und der Wurstwaren stets allerhöchsten Erwartungen genügen soll. Dass dies der ualität aus Fall ist, zeigen nicht nur die vielen zueigener ufzucht friedenen Kunden sondern auch die zahlreichen Aus-

beste

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©Foto: Barbara Breitsprecher

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Herstellung

zeichnungen und Goldmedaillen. Zwei Mutterkuhherden der selten gewordenen Hinterwälder-Rasse gehören der Metzgerei Reichenbach, die im Glottertal grasen. Eine Bio- Limousin-Mutterkuhherde weidet zudem auf der Landwirtschaftsfläche des Mundenhofs im Naturschutzgebiet Freiburg. Außerdem gibt es noch eine weitere große Mutterkuhherde in einem Naturschutzgebiet in der benachbarten Ortenau. Ein Jahr lang dürfen die Kälber bei ihren Müttern im frischen Grün und im Wechsel der Jahreszeiten, mit viel Bewegung und Abwechslung aufwachsen. So gedeihen sie prächtig und sind unempfindlich für Krankheiten. Ulrich Reichenbach kennt jedes seiner Tiere, er ist vertraut im Umgang mit ihnen und schätzt sie. Die Jungrinder werden später von heimischen Landwirten entsprechend einer klaren und natürlichen Futtervorgabe dann weiter versorgt. Haben die Rinder das entsprechende Alter und Gewicht, holt Ulrich

Reichenbach sie ab und bringt sie – ganz ohne lange, stressige Fahrwege – zum eigenen Schlachtbetrieb ins Glottertal. Hier wurde 2012 ein neues Betriebsgebäude mit der ersten komplett FCKW-freien Kühlanlage Baden-Württembergs und einer großen Photovoltaikanlage gebaut. Auch in technischer Hinsicht zeigt sich die Metzgerei Reichenbach damit konsequent innovativ und umweltfreundlich. Unmittelbar nach der hauseihenen Schlachtung werden sie hier zerlegt und verwertet. Mit der Frische, die man bei allen Reichenbach-Produkten schmecken kann, werden Fleisch, Würste und Aufschnitt im Verkaufsraum im Gewerbegebiet Glottertal oder in einer der Reichenbach-Filialen im Zentrum von Glottertal, in Gundelfingen, in Umkirch, in Sexau oder in Freiburg-St. Georgen, beziehungsweise in die Verkaufswägen auf den Freiburger Wochenmärkten angeboten.  bb

Im Jahr 2014 wurde die Metzgerei Reichenbach zum Handwerksunternehmen des Jahres ausgezeichnet und erhielt von der Handwerkskammer Freiburg den Sonderpreis für Nachhaltigkeit und Umwelttechnik. Eine Auszeichnung auf die das ganze Team rund um Metzgermeister Uli Reichenbach zu Recht stolz sein kann.

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INTERVIEW

Nausikaa Schirilla

Psychische, brutale Folgen Interview mit Professorin Nausikaa Schirilla von der Katholischen Hochschule Freiburg, zum Umgang mit Flüchtlingskindern in Deutschland und den Folgen von Abschiebungen für diese Kinder.

W

Stadtmagazin: Nach dem Grundgesetz sind Eltern und Staat für den Kinderschutz verantwortlich. Erfüllt der Staat diese Aufgabe, wenn Familien mit Kindern abgeschoben werden? Nausikaa Schirilla: Wir haben da einmal das Jugendhilferecht SBG VIII und als andere rechtliche Grundlage die Kinderrechtskonvention. Und da steht drin, dass bei allen staatlichen und politischen Maßnahmen das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen ist. Bei Abschiebungen stellt sich aber natürlich die Frage, ob da auch immer das Wohl des Kindes berücksichtigt wird. Die Datenlage ist da etwas dürftig. Wir wissen natürlich aus Helferkreisen sowie aus pädagogischen Einrichtungen, dass Abschiebungen für Kinder sehr oft eine Belastung darstellen, die möglicherweise Folgen haben werden. Stadtmagazin: Ist das nicht auch davon abhängig wie lange diese Kinder schon in Deutschland gelebt haben? Nausikaa Schirilla: Es gibt Studien, zum Beispiel von Unicef, zu Kindern, die sehr lange in Deutschland gelebt haben oder zum Teil auch hier geboren wurden, und die in den Jahren 2010 und 2011 in den Kosovo abgeschoben wurden. Hier zeigte sich, dass ein Teil dieser Kinder Depressionen hatte und auch körperliche Symptome entwickel-

©Foto: Michael Zäh

as bedeutet es für Kinder, wenn sie als Flüchtlinge mit ihren Familien kein Asyl bekommen und wieder abgeschoben werden? Und inwieweit lassen sich solche Abschiebungen und ihre Folgen für Kinder mit dem staatlichen Auftrag, das Wohl eines Kindes vorrangig zu berücksichtigen, vereinbaren? Barbara Breitsprecher sprach darüber mit Nausikaa Schirilla, Professorin für Soziale Arbeit, Migration und Interkulturelle Kompetenz an der Katholischen Hochschule Freiburg.

te, die in die Richtung posttraumatische Belastungsstörungen gingen. Ursächlich war zum einen der Akt der Abschiebung, also die Ungewissheit und die Angst vor der Polizei, zum anderen der Verlust des alten sozialen Umfelds, die anderen Schulbedingungen im anderen Land, ein Leben in Armut dort sowie das Erleben der Eltern, die Schwierigkeiten haben, ihr Lebenseinkommen zu sichern. Stadtmagazin: Und teilweise ist den Kindern doch auch die dortige Sprache fremd? Nausikaa Schirilla: Bei Kindern aus Roma-Familien ist tatsächlich die Sprache ein besonderes Problem, weil sie in der Sprache der Länder, in die sie abgeschoben werden, wie beispielsweise Kosovo-albanisch, gar nicht sozialisiert sind. Prof. Dr. habil.

Nausikaa Schirilla Professorin an der Katholischen Hochschule Freiburg seit 2005, Lehrstuhlinhaberin für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Migration und interkulturelle Kompetenz. Studium der Philosphie, Soziologie und Pädagogik in Köln, Leeds/GB, Frankfurta.M.

Sie sprechen nur eine Roma-Sprache und Deutsch. Stadtmagazin: Für Kinder sind bereits zwei oder drei Jahre eine lange Zeit. Wie verhält es sich für diese Flüchtlings-Kinder? Nausikaa Schirilla: Nach einigen Jahren sind natürlich auch die hier sozialisiert und verankert und haben Deutsch gelernt. Deshalb muss man auch bei diesen Kindern schauen, inwieweit sie Schaden nehmen können bei Abschiebungen. Stadtmagazin: Wie sieht die rechtliche Situation aus? Müsste man das Kindeswohl nicht stärker berücksichtigen? Nausikaa Schirilla: Bislang wurde die rechtliche Seite so interpretiert, dass das Wohl des Kindes gewahrt blieb, wenn die Familie zusammen bleiben konnte. Nun sagen aber viele Rechtsexperten, das reicht nicht. Da es eben auch viele andere relevante Belastungen bei Abschiebungen gibt. Es gibt eben auch den humanitären Ansatz, der nach der Verwurzelung fragt. Was bedeutet es, wenn man irgendwo lange lebt und integriert ist? Deshalb müsste der rein rechtliche Aspekt ergänzt werden um die Sicht auf psychische Folgen von Abschiebung und dies in die Verwaltungsakte mit aufgenommen werden.

Freiburg Herdern Stadtteilmagazin | 29


INTERVIEW

Stadtmagazin: Wie könnte das konkret aussehen? Nausikaa Schirilla: Es müsste eigentlich immer eine Prüfung stattfinden, ob es zu schwerwiegenden Folgen für die Kinder kommen kann. Das Jugendamt müsste bei jeder Abschiebung mit einbezogen werden, damit es nicht nur um ausländerrechtliche Belange geht, sondern auch um das Kindeswohl. Stadtmagazin: Liegt hier nicht auch eine Chance, wenn man die Kinder frühzeitig im Sinne des Kindeswohls mit einbezieht? Nausikaa Schirilla: Das ist richtig. Jugendliche, die geduldet sind, aber schon länger in Deutschland leben und hier eine Ausbildung machen, können zum Beispiel ein Bleiberecht bekommen. Unter Umständen auch ihre Eltern. Stadtmagazin: Aber bekommen sie überhaupt einen Ausbildungsplatz, wenn sie nur geduldet sind? Nausikaa Schirilla: Das ändert sich langsam. Mittlerweile ist es eben auch möglich mit einer Duldung in Ausbildung zu gehen. In dieser Richtung müssten die gesetzlichen Entwicklungen weiter ausgebaut werden Der Fachkräftemangel in Deutschland spielt da auch eine Rolle. Stadtmagazin: Ist es aber nicht ein enormer Unterschied, ob Familien und Kinder sich aufgehoben oder eben als Geduldete auf dem Abschiebeast fühlen? Inwieweit ist da Integration überhaupt möglich? Nausikaa Schirilla: Das ist ganz entscheidend. Es gibt Studien, die zeigen, dass

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Familien, die nicht wissen, ob sie hier bleiben können, extreme Energie aufwenden müssen, um sich zu integrieren. Stadtmagazin: Die Zahl der Flüchtlinge, die wieder abgeschoben werden, wird hoch sein, zumal weitere Länder als sichere Herkunftsländer um deklariert werden sollen. Nausikaa Schirilla: Im Umgang damit gibt es zwei Möglichkeiten im Umgang: Einmal eine verbesserte Rückkehrberatung, beziehungsweise legale Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme zu verbessern. Oder mehr auf die psychischen und psychosozialen, brutalen Folgen einer Abschiebung einzugehen. Stadtmagazin: Neben dem humanitären Gedanken gibt es ja auch wirtschaftliche Faktoren, die für die Aufnahme von Flüchtlingen sprechen. Nausikaa Schirilla: Deutschland braucht Zuwanderung aufgrund des demografischen Wandels. Es gibt Studien, unter anderem eine neue von der Bertelsmann-Stiftung, wonach Deutschland

400 000 bis 500 000 Zuwanderungen pro Jahr braucht, um das Verhältnis von Erwerbspersonen und in Rente gegangenen Personen zu erhalten. Stadtmagazin: Es gibt ja noch eine Generation, die als Kind den Krieg oder Flucht erlebt hat. Da müsste es ja eigentlich noch ein besonderes Verständnis für die Flüchtlinge geben, die jetzt zu uns kommen? Nausikaa Schirilla: Dieses Thema war ja auch oft tabuisiert. Zwischen 1945 und 1949 kamen über zwölf Millionen Vertriebene hierher, alles deutsche Flüchtlinge. Und Deutschland hat es damals auch geschafft, diese zu integrieren. Die Vertriebenen von damals berichten von ähnlich ablehnenden Reaktionen, wie sie heutige Flüchtlinge teilweise erleben. Sie sprachen zwar Deutsch, aber sie waren dennoch in vielen Dingen fremd. Sie kamen aus anderen sozialen Gefügen, brachten andere Berufe mit und hatten andere politische Erfahrungen gemacht. Es ist interessant noch einmal genauer auf diese Periode zu schauen, wo die Integration letztlich ja gelungen ist. Und davon hat Deutschland ja profitiert. Stadtmagazin: Jüngere Menschen in Deutschland haben dagegen keinerlei derartige Erfahrungen gemacht.… Nausikaa Schirilla: Laut der neuen Shell-Studie denken Jugendliche in Gleichheitskategorien. Die anderen sind Menschen wie wir, denen muss man helfen, wenn sie nicht die gleichen Voraussetzungen haben, unabhängig von ihrem Pass.

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INTERVIEW

werden. Deshalb müsste man bestimmte ausländerrechtliche Bestimmungen bei uns in Frage stellen oder modifizieren.

Kindeswohl

Kinderrechtskonvention Artikel 3: Bei allen Maß­nah­men, die Kinder betr­e­f­f en, gle­ichviel ob sie von öffentlichen oder pri­vaten Ein­rich­tun­ gen der sozialen Für­sorge, Gerichten, Ver­wal­tungs­be­hör­den oder Geset­zge­ bung­sor­ga­nen getrof­f en wer­den, ist das Wohl des Kindes ein Gesicht­spunkt, der vor­rangig zu berück­sichti­gen ist.

Stadtmagazin: Gibt es da aktuelle Vorstöße?

Stadtmagazin: Empathie und humanitäres Gedankengut ist also völlig unabhängig von selbst erfahrenem Leid? Nausikaa Schirilla: Da bin ich sehr vorsichtig. Meine Eltern sind selber Flüchtlinge gewesen, was die Rolle und Identität meines Vaters in der Flüchtlingsberatung, wo er tätig war, sehr geprägt hat. Es gibt da ganz verschiedene Auswirkungen, ich weiß nicht ob man das so verallgemeinern kann. Mir ist oft begegnet, dass es aufgrund von selbst erfahrenem Leid mehr Verständnis gab für andere. Stadtmagazin: In den Ländern, aus denen die Menschen fliehen, zählen Kinderrechte de facto nichts. Macht das ihre Rechte bei uns umso wichtiger? Nausikaa Schirilla: Wenn Menschen keine Rechte als Staatsbürger haben, so haben sie doch Menschenrechte und Kinderrechte. Diese müssen gewährleistet

Nausikaa Schirilla: Es ist noch sehr am Anfang, aber es gibt Verfahrensvorschläge. Der ehemalige Jugendamtsleiter des Landkreises Offenbach hat versucht diese umzusetzen. So wurden Kinder in Absprache mit der Familie in Obhut genommen, weil sie von Abschiebung betroffen waren. Er hat auch Vorschläge unterbreitet, wie Jugendämter einbezogen werden könnten in Abschiebeverfahren. Stadtmagazin: Die Kinderrechte gelten für jedes Kind auf der Welt, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Alle Staaten – außer den USA – haben die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert und haben sich damit völkerrechtlich dazu verpflichtet, für das Wohlergehen ihrer Kinder zu sorgen. Wie kann das auch für Flüchtlingskinder bei uns umgesetzt werden? Nausikaa Schirilla: Wir hatten hier eine Veranstaltung mit dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit, da hatten wir diesen ehemaligen Jugendamtsleiter des Landkreises Offenbach eingeladen. Er hat dabei vorgeschlagen, dass auf kommunaler Ebene eine Vereinbarung getroffen werden müsste, dass bei einer

drohenden Abschiebung, bei der auch Kinder unter 18 Jahren betroffen sind, durch das Jugendamt, das dann von der Ausländerbehörde eingeschaltet wird, geprüft werden müsste, ob die bevorstehende Abschiebung erhebliche Wirkung auf das Kindeswohl dieser Kinder hätte. Die rechtliche Begründung dafür bietet die Kinderrechtekonvention. Der Paragraph 3 dort spricht von der Kindeswohlprüfung. Bei drohender Abschiebung müsste also Ausländerbehörde und Jugendamt zusammen gebracht werden. Stadtmagazin: Das heißt, um diesen Ansatz fort zu entwickeln, wäre der nächste Schritt Basisarbeit… Nausikaa Schirilla: Das ist richtig. Auch um die Fachdiskussion stärker in dieser Richtung zu beeinflussen. Die beste Chance ist ja, so etwas kommunal zu verwirklichen und zu erproben. Vortrag & Workshop

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©Fotos: Michael Zäh

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Claudia Herzer hat in Herdern in der Hauptstraße einen kleinen Laden aufgemacht, in dem sie neben Wohn-Accessoires und alten Möbeln vor allem auch Geigen verkauft.

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or acht Jahren wagte die heute 40-jährige Claudia Herzer einer langjährigen Faszination nachzugeben und begann das Geigenspiel zu erlernen, nachdem sie zuvor Klavier und Flöte gespielt hatte. Schon bald darauf machte sie sich an eine erste Reparatur des Instruments, in dem sie den Klangstock optimierte. Das handwerkliche Geschick der gelernten Betriebswirtin ist ein Familienerbe. Auf die erste selbst reparierte Geige folgten schon bald weitere. Und immer weiter vertiefte Claudia Herzer ihre Kenntnisse und ihre Fähigkeiten, übers Ausprobieren, Fachbücher und die Ratschläge eines

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NEU IN HERDERN

©Fotos: Michael Zäh

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Nürnberger Geigenbauers. Dann kamen die ersten Verkäufe von Streichinstrumenten hinzu, mit so großem Erfolg, dass sie 2012 schließlich ein Gewerbe anmeldete. Hauptsächlich sind es Schülerinstrumente, die Claudia Herzer ankauft, repariert oder im Klang optimiert und dann weiter verkauft. Vereinzelt sind aber auch mal hochwertige Einzelstücke dabei. Die Geigenverkäufe erfolgten die ersten Jahre ausschließlich übers Internet, die Claudia Herzer, Inhaberin Violinchen Resonanz machte der Freiburgerin viel Mut. Und der war nun groß genug, ihren eigenen kleinen, liebevoll eingerichteten Laden mit angrenzender Werkstatt in der Hauptstraße zu eröffnen. Neben Geigen, die sie hier repariert und verkauft, bietet sie auch dänische Wohn–accessoires und originelle Blechschilder voller schräger Sprüche und Lebensweisheiten an. Außerdem kann man hier auch alte Möbel, im „shabby-chic“-Stil aufbereitet, erwerben. In erster Linie gehört ihr Laden aber ihrer eigentlichen Liebe, den Geigen. Mittlerweile hat sie über 300 Geigen sowie auch einige Bratschen und Celli gerichtet. Sie weiß, dass jede Veränderung am Instrument eine Veränderung im Klang mit sich bringt. Und ihr Ziel ist es, für jeden Besitzer das Instrument passend zu machen, bis in die Nuancen eines dunklen oder aber brillanten Klangs. Inzwischen gibt es auch einen großen Markt mit günstigen Streichinstrumenten aus China. Auch solche Geigen überarbeitet Claudia Herzer, in dem Bestreben ihnen einen besseren Klang zu verleihen. Sie selbst hat musikalisch eine neue Herausforderung angenommen: Vor zwei Jahren hat sie mit dem Cellospielen begonnen. Barbara Breitsprecher

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„TATORT“-DREHARBEITEN

©Foto: SWR

„Tatort“-Team: Redakteur Ilrich Hermann, Heike Makatsch, Regisseurin Katrin Gebbe, Produzent Marc Muller-Kaldenberg, Bildgestalter Matthias Bollinger (v. l.)

„Emotionale Brücke“ zu Herdern Die Dreharbeiten zum ersten Freiburg-„Tatort“ sind abgeschlossen. Heike Makatsch ist die neue „Tatort“-Ermittlerin. Besonders begeistert hat sie Herdern.

D

ie Dreharbeiten zum ersten Freiburg „Tatort“ sind beendet, das ganze Fernsehteam samt Filmstar Heike Makatsch ist wieder abgezogen. Der Krimi mit dem Arbeitstitel „Tatort: Fünf Minuten Himmel“, der 2016 zu sehen sein wird, spielt unter anderem in Herdern. Heike Makatsch, die während der Drehtage ein Appartement gegenüber des Stadtgartens bewohnte, schwärmt vom Flair des Herdemer Stadtviertels. Was lange währt…

Freiburg schon im Jahr 2000 im Visier Schon einmal wurde Freiburg vom SWR als neuer Ermittlungsort für die TV-Serie „Tatort“ ins Visiergenommen. Bereits im Jahr 2000 stand Freiburg in der engeren Wahl, denn neben Ludwigshafen und Stuttgart sollte ein dritter Krimischauplatz installiert werden. Schlussendlich hat sich der Sender dann damals aber doch für Konstanz entschieden. Freiburg biete aber auch weiterhin „vielfältige Möglichkeiten, einen spannenden Kriminalfall zu erzählen“, hieß es damals aus der Baden-Badener Fernsehspielabteilung.

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Allerdings habe sie sehr viel arbeiten müssen und deshalb nur wenig „Privatvergnügen“ in Freiburg erleben dürfen, bedauert Heike Makatsch. Zu Herdern habe sie sehr schnell eine „emotionale Brücke“ geschlagen, so die Schauspielerin. Für sie sah es da schon „fast aus wie in Bullerbü, mit den bunten Holzfassaden und den Häusern mit den großen Gärten drum herum“. Sie schwärmt vom „Geschmack, dem Intellekt“ der Herdemer und natürlich von der hier praktizierten Nachhaltigkeit. Gleichzeitig könne sie sich aber ebenso vorstellen, dass auch ein Aufwachsen in solch einer Gegend und in solchen Kreisen Probleme mit sich bringen könne. Damit spielt sie natürlich auf den Krimiplot an. „Freiburg assoziiert man ja in erster Linie mit nach-


©Foto: Hans Sigmund/Gasthaus Weinberg

©Foto: Gasthaus Weinberg

©Foto: Michael Zäh

haltiger Lebensweise, mit hoher Lebensqualität und sozialem grünen Denken. Dass es auch eine Kehrseite zu der augenscheinlichen Idylle gibt, macht Freiburg umso interessanter“, erklärt die Schauspielerin. Wobei diese „Kehrseite“ natürlich rein fiktiv ist: Im neuen, gerade abgedrehten „Tatort“ kehrt Hauptkommissarin Ellen Berlinger (gespielt von Heike Makatsch) nach 14 Jahren in ihre Heimatstadt Freiburg zurück. Hier begegnet sie nicht nur ihrer Mutter, zu der sie ein problematisches Verhältnis hat, sondern auch „Herdern ist fast wie ihrer inzwischen 15-jährigen Tochter, Bullerbü, mit den bunten die sie nach der Geburt in die Obhut Holzfassaden und den Häuihrer Mutter gegeben hatte. Der erste sern mit den großen Gärten Mordfall, um den sie sich in Freiburg drum herum.“ gleich mal kümmern muss, ist ein erHeike Makatsch drosselter Mitarbeiter des Jobcenters. Nach Anfängen als TV-Moderatorin und als kleine Nebendarstellerin, entwickelte sich die Schauspielerin und heutige zweifache Mutter, die sechs Jahre lang bis 2004 mit James Bond-Darsteller Daniel Craig liiert war und mit ihm in London lebte, zur anerkannten Charakterdarstellerin. Mit dem Badischen kommt die 44-jährige gebürtige Düsseldorferin nach eigenen Angaben „gut klar“ – aber erst seitdem sie mit einer Kollegin zusammen gearbeitet hat, die so stark Dialekt sprach, dass sie deren Worte nur verstehen konnte, weil sie den Text kannte. Barbara Breitsprecher

©Foto: SWR

„TATORT“-DREHARBEITEN

Echte badische Klassiker Wer den ursprünglichen Geschmack sucht und die klassische badische Küche schätzt, kann sich weiterhin über das Gasthaus zum Weinberg in Herdern freuen. Gekocht wird im „Weinberg“ mit regionalen Produkten. Suppen und Soßen sind hausgemacht, auf Geschmacksverstärker wird komplett verzichtet. Diese Einstellung wurde mit einem

Eintrag im Slow Food-Führer 2014 und einem weiteren für das Jahr 2015 belohnt. „Hier schmeckt‘s wie auf dem Land“ – solch ein Lob hat Inhaberin Franziska Schwer, die das Gasthaus zusammen mit ihrer Tochter Sarah und ihrem Lebensgefährten Bernd Rasmus führt, mehr als einmal gehört. Der Renner in dem liebevoll geschmückten Lokal, das im Winter mit einem Kaminzimmer und

im Sommer mit einem idyllischen Garten lockt, sind Gerichte wie Zunge, Leberle, hausgemachte Rindsrouladen oder jetzt im Herbst Blutund Leberwürste. Stolz ist die Wirtin, die früher das Gasthaus Eiche in Haslach führte, auch auf die Schnitzel, die – da sind sich die Gäste einig – zu den besten in ganz Freiburg gehören. Am 11.11. lädt der Weinberg wieder zum traditionellen Gänsees-

sen ein. Die Gäste werden dabei erst einmal draußen am Lagerfeuer mit einem dampfenden Glühwein begrüßt. Um Reservierung hierfür sowie für die Mittagstische an Weihnachten wird gebeten. n Gasthaus zum Weinberg Franziska Schwer Hauptstraße 70 79104 Freiburg Telefon 0761 1208395 info@gasthaus-weinberg.de

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BRAUEREI SCHÄNZLE

Schänzle-Bräu

Wer nix wird, wird… Wirtin

©Foto: Archiv Hoch

Ein Blick ins Familienalbum: Um die Brauereifamilie Hoch, die lange Zeit die Freiburger Brauerei Schänzle bewirtschaftete, ranken sich viele Geschichten und Anekdoten, die sich liebevoll ganz persönlich erzählen lassen.

W

ie haben wohl die Eltern meiner Großmutter geschaut, als ihnen das einzige Töchterlein im Winter 1934 eröffnete, dass es zu heiraten gedächte? Nein, nicht irgendwohin, sondern ins Schänzle-Bräu nach Freiburg? „‘Die hat in die Klitsche eingeheiratet‘, sagte Oma Reuter immer“, lacht mein Onkel Klaus. Schließlich entstammte Fräulein Agathe Reuter, seine Mutter, einem wohlbestallten Beamten-

haushalt. Sogar ein Studium war der jungen Dame nach der Banklehre im heimatlichen Recklinghausen genehmigt worden. Ja, man konnte sich die Großzügigkeit leisten: der Herr Papa war Oberkreisbeigeordneter. „Frag mich nicht, was das ist, aber irgendwie muss es ein guter Posten bei der Stadt oder beim Landkreis gewesen sein“, fügt Klaus Hoch hinzu.„Da kann man sich natürlich denken, dass so eine Wirtschaft unter ihrem Niveau war.“

Und auch die Gegenseite war nicht sehr angetan von der Tatsache, dass der Sohn ein Beamtentöchterlein ins gastfreundliche Heim schleppte. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 1926 – ein tragischer Arbeitsunfall hatte den Braumeister Friedrich Hoch im blühenden Alter von 44 Jahren aus dem Leben katapultiert – führte „Witwe Anna Hoch“ die Geschäfte im Schänzle-Bräu mit strenger Hand. Als Anna Feierling (ja, genau... die Feierlings. Die mit der Brauerei auf der Insel) war

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BRAUEREI SCHÄNZLE

Der Turm der Schänzle-Brauerei in der Habsburgerstraße steht bis heute. Foto: Friedrich Hoch

sie einst in das Metier hineingeboren worden und als alleinstehende Braumeisterswitwe hatte sie dafür zu sorgen, dass die Geschäfte auch nach dem Tod des Mannes liefen. Vielleicht war es ja einfach Bier statt Blut, was da durch Annas Adern floss? Meine medizinisch tendenziell fragwürdige Erklärung überzeugt meine Onkel nicht. „Die war ein bisschen bösartig. Die hat nur gearbeitet“, erzählt Friedrich stattdessen von seiner Großmutter. Noch heute, über ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod, mischt sich ein Hauch von Schmerz und Wut in die Worte des Endsiebzigers, der den Namen seines so früh verstorbenen Großvaters trägt. Aber egal, wie die Umstände waren, und egal, dass die eine lieber „eine Wirtsfrau als eine Studierte“ hätte haben wollen und die anderen lieber „einen Professor statt eines Beizers“ gehabt hätte, wie es Friedrichs Bruder Klaus formuliert – die mutige Agathe und der schmucke Willi ließen sich von der mangelnden Begeisterung ihrer Eltern angesichts der Auswahl ihrer Zukünftigen nicht beeinflussen. Und so verkündeten an Weih-

38 | Freiburg Herdern Stadtteilmagazin

nachten 1934 Fräulein Agathe Reuter („Recklinghausen, Westf.“) und Herr Willi Hoch („Freiburg im Breisgau, Zähringerstraße 88“) ihre Verlobung. Und am 14. Mai 1936 stand auf der Karte aus dem Breisgau zu lesen: „Ihre Vermählung geben bekannt: Willi Hoch und Agathe Hoch, geb. Reuter. Freiburg i. Br., Adolf-Hitler-Str. 62 (frühere Zähringerstraße 88)“. Gefeiert wurde standesgemäß bei Ochsenschwanzsuppe mit Madeira und Seezunge in Weißweintunke nebst Sahne-Eisbombe „Agathe“, die Siebenundzwanzigjährige zog von ihrer Studentinnenbude ins „Schänzle“ mit der – zeitweilig – bösen Adresse und lebte fortan mit dem Mann ihrer Wahl unter einem Dach. Und auch mit ihrer Schwie-

germutter. Was nicht einfach gewesen sein dürfte: „Ihr ganzes Leben lang haben Mutti und Oma Hoch ein angespanntes Verhältnis gehabt“, beschreibt Klaus Hoch das Miteinander von Mutter und Oma. Wie mag wohl das Verhältnis von Anna und ihrer Schwiegermutter gewesen sein? Darüber ist nichts bekannt. Auch nicht darüber, wie Anna und ihr Mann Friedrich ursprünglich eigentlich ins Schänzle-Bräu, das zunächst eine Brauerei mit angeschlossener Gaststätte war, gekommen waren. Noch heute erinnert der denkmalgeschützte Brauereiturm im Hinterhof des Edeka-Markts in der Habsburgerstraße 62 an die Zeiten, in denen im Sudhaus Bier hergestellt wurde. Friedrich, der traditionsbewusste Erstgeborene, ist als ehemaliger Zeitungsmann ein Freund der schnellen Recherche: „Da“, sagt er, „guck bei Google: da steht’s.“ Richtig, 1856 – oder auch 1870, je nach Quelle – gründete Carl Dold die Schänzle Bräu Carl Dold, die ihren Namen von der Lage des Brauereigebäudes nahe einem der Vauban’schen Befestigungswälle bekommen haben dürfte. „Dold 1900“ steht auch


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Habsburgerstraße

Heute – nach erfolgreicher Renovierung der Habsburgerstraße und Verjüngung des ganzen Umfelds – entsteht im Hof des alten Schänzle-Bräu neues, junges Leben: ein Studentenwohnheim. Und ein kleiner Ten Teil vom „Schänzle“ hat sich in meinen nen bac Keller gerettet... in Form von Tafelsilber her Straße und dem historischen Wirtshausschild. Danke, Oma! Annette Christine Hoch

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Die Mutter war nicht weniger rührig: Sie führte das bemerkenswerte Restau-

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damit zu tun hatte, dass Willi inzwischen als Angestellter der Brauerei dafür zu sorgen hatte, dass im Breisgau immer genügend Rothaus-Bier getrunken wurde. Kein unstressiger Job: „Der hat wirklich verruckt viel geschafft: Er saß immer ewig im Büro und ist dann abends noch zur Kundschaft und hat die ganzen Beizen im Umkreis abgeklappert. Und daneben hat er auch noch die Mutter unterstützt: Er hat die Einkäufe fürs Restaurant gemacht und mittags auch noch geholfen zu servieren“, erinnert sich Klaus an seinen Vater.

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Und sie hat auch gewusst, wer mit wem ins Bett ging.

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ihn der Schuh drückt.

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wusste von jedem wo

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Agathe Hoch, Die Schänzle-Wirtin, kannte ihre Gäste,

Ihre Augen liegen uns am Herzen!

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Und so wurde aus dem Ort, an dem einst das gute „Schänzle Bräu“ gebraut wurde, die Breisgauer Niederlassung der Badischen Staatsbrauerei Rothaus. Aus der Brauereigaststätte wurde, wie die Badische Zeitung formulierte, ein „gutes, bürgerliches Restaurant mit bemerkenswerter Küche“. Mit ebenfalls bemerkenswertem Bierausstoß. Was vielleicht etwas

rant, domptierte Schwiegermutter und Personal und hielt bei allem beruflichen Wirken an der heiligen Stunde für ihre drei Buben fest: „Am Abend ist die Mutter immer zu uns gekommen und hat sich uns gewidmet. Jeden Tag von acht bis neun. Das war ein Riesenaufwand für sie! Aber wir haben gewusst: Jeden Abend ist die Mutter von acht bis neun für uns da.“ Irgendwann in den Sechzigern, als seine Gesundheit keine Lust mehr auf „verruckt viel“ Arbeit hatte, verabschiedete sich Willi (der einst nach Kriegsende via Nachtmarsch von Prag aus in die Heimat gelaufen war, um sein „Schänzle“ fast unzerstört vorzufinden) per Schlaganfall von der Doppelbelastung. Die Gattin führte das Restaurant fortan alleine. „Frau Agathe Hoch, die Schänzle-Wirtin, kannte ihre Gäste, wusste von jedem Stammgast, wo ihn der Schuh drückte“, notiert die Badische Zeitung. Und Friedrich ergänzt trocken: „Stimmt. Die hat auch gewusst, wer mit wem ins Bett ging. Meine Mutter wusste alles.“ Daneben war die Beamtentochter großzügig (das dreizehnte Bier ging immer aufs Haus) und clever (dank der Gratisaktion liefen pro Jahr etwa 800 Hektoliter Gerstensaft durch die Zapfhähne). Irgendwann aber fand auch diese Ära ein Ende – die goldenen Zeiten der Nachkriegsära, in denen die Schweine vom Hof jeden Dienstag mit Knöchle, Ripple und Metzelsuppe für glänzende Augen bei der Kundschaft sorgten, war längst vorbei: Im April 1971 rückte in der Habsburgerstraße ein Bagger an, der das alte Restaurant plattmachte. An seiner Ei ch ste tte Stelle wurde ein „modernes GeschäftsrS haus“ hochgezogen. Agathe setzte sich traße als erfolgreiche und von der Männerwelt umschwärmte Privatière zur Ruhe, sie reiste und lebte. Nach ihremReTod ging nn we das „Schänzle“ auf ihre drei Jungs –gmeine Freiburg-Herdern Onkel Friedrich und Klaus sowie meinen Papa Hansjörg – über, die die Gebäude nach und nach verkauften. W al dk

heute noch an dem Backsteingebäude, in dem bis 1921 Bier gebraut wurde. Anschließend – ein neu eingeführter gesetzlich festgeschriebener Mindestausstoß führte zum Massensterben kleiner Brauereien – wurde das Brauerei-Equipment abgebaut und nach Argentinien verkauft. Alles, was mit dem Gebäude fest verbunden war – Kühlanlage, Fasskeller, Flaschenkeller – existierte weiter. Was sich, meint Klaus, „Rothaus zunutze gemacht hat: Die haben das Ganze gemietet.“

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Habsburgerstrasse 51 3 79104 Freiburg Tel.: 0761 6006280 www.albrecht-optik.com Öffnungszeiten: Mo - Fr: 09.00 -18.30 Uhr Freiburg Herdern Stadtteilmagazin | 39 Sa: 09.00 -14.00 Uhr

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TIPPS

Notwendiges Liedgut (Musikkabarett)

Matthias Deutschmann (Kabarett)

Hasemanns Töchter

27. Dezember, 19 Uhr sowie 28.-30. Dezember, 20 Uhr

Freitag, 6. November, 20 Uhr

Wie soll man Hasemanns Töchter beschreiben? Vielleicht so: Sie sind eine Mischung aus Pippi Langstrumpf, Erni Singerl und Liesl Karlstadt, tragen Dirndl und Ringelshirt und sind alte Hasen in Sachen bayerisch „rustikaler Exotik“. Es stehen an diesem Abend zwei Akkordeons, zwei Vollblutschauspielerinnen und hinreißende Sängerinnen sowie jede Menge bayerischer Wahnsinn auf der Bühne. Sie werfen sich treffsicher die Humorbälle zu, und halten selbst in der größten Gaudi diverse uns wohl bekannte Abgründe in der Hinterhand und egal ob gesungen, gejodelt, gesprochen oder gedichtet wird, im Handumdrehen werden sie uns mit Schirm, Charme und Akkordeon erobern. Denn „Alles was Punk ist an uns, ist Wiese“ sagen die Töchter vom Hasemann und dem können wir beim besten Willen nicht widersprechen.

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n Freitag, 6. November, 20 Uhr, Vorderhaus, Habsburgerstr. 9

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Wie sagen wir‘s dem Volk?

Der Mann mit dem Cello, Opus Dreizehn: „Wie sagen wir’s dem Volk?“ heißt das dreizehnte Programm des Freiburger Kabarettisten Matthias Deutschmann, der 1986 mit seinem Solo „Eine Schnauze voll Deutschland“ erstmals in den Ring stieg. „Wie sagen wir’s dem Volk?“ ist ein Programm über die öffentliche Meinung und ihre tägliche Herstellung. Ein Abend über Desinformation, Geheimdienste, Staatskabarett, Verschwörungstheorien und eine Kanzlerin die alles verwaltet und nichts entfaltet. Bevor Sie sich in die politikfreie Komfortzone der Republik verdrücken, sollten Sie sich Opus Dreizehn von Matthias Deutschmann ansehen. n Premiere am Sonntag, 27. Dezember, 19 Uhr weitere Vorstellungen: 28. bis 30. Dezember, jeweils 20 Uhr Vorderhaus – Kultur in der Fabrik Habsburgerstr. 9 www.vorderhaus.de

Kasper und das kleine Schlossgespenst Sonntag, 1. November, 11 Uhr

Seltsame Dinge ereignen sich auf Burg Eulenfels: Spurlos verschwindet ein Schatz nach dem anderen! Der verzweifelte Graf denkt schon an den Verkauf seiner Burg! Doch da kommt plötzlich das kleine Schlossgespenst ins Spiel! n Freiburger Puppenbühne Vorderhaus der Fabrik, Habsburgerstr. 9 „Kasper und das kleine Schlossgespenst“, ab 4 Jahren, Kartenreservierungs-Telefon: 0761 / 52313


TIPPS & INFOS

Unterwegs ...

Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr Zu Fuß zum nächsten Bäcker, mit dem Fahrrad in den nächsten Ort, mit dem Zug in die nächste Stadt oder dem Flieger auf den nächsten Kontinent. Dabei ist das Ziel zweitrangig, denn der Weg ist das Ziel! Denn die Geschichten, die das Leben schreibt, schreibt es halt meistens unterwegs und so handelt Boettchers Programm genau davon: Von Menschen, die man nicht kennengelernt und das oft nicht einmal bedauert hätte und Situationen,die daheim nie passiert wären, weswegen sie einem dort auch keiner glaubt. Und von Erlebnissen, die einen vielleicht auch nicht wirklich weiter, aber durchaus zum Lachen bringen. n Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr Vorderhaus, Habsburgerstr. 9

Schinzingersteige gesperrt

Erneuerung Trinkwasserleitung

Der Schinzingersteige in Herdern zwischen Längenhardstraße und Wintererstraße musste gesperrt werden, da die Böschung saniert wird. Die Sperrung dauert noch voraussichtlich bis Freitag, 30. Oktober . Die Böschung des Fußwegs war im Laufe der Jahre sanierungsbedürftig geworden. Deshalb werden die alten und morschen Holzpalisaden durch Granitstelen ersetzt. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) bittet um Verständnis für die entstehenden Verkehrsbehinderungen. Weitere Informationen über aktuelle Baustellen Freiburg im Internet unter www.freiburg.de/baustellen

Badenova erneuert im Freiburger Stadtteil Herdern eine alte Trinkwasserleitung in der Brahmsstraße. bnNETZE, die Netztochter von Badenova, hat die Sanierung des rund 310 Meter langen Leitungsabschnitts übernommen. Spätestens zu Weihnachten sollen die Arbeiten beendet sein. Die bisherige Leitung stammt noch aus den 1950er Jahren. Kurzzeitig mussten für die Sanierungsarbeiten die Trinkwasserversorgung abgestellt werden. Vorübergehend kann es auch zu Baulärm und verkehrstechnischen Einschränkungen kommen, erklärt die Badenova-Tochter bnNETZE. Nicht nur der Hauptwasserleitungsstrang wird saniert, auch die Netzanschlussleitungen werden rundum erneuert.

11. Herdermer Weihnachtsmarkt: Am Samstag,28. November von 14 – 19 Uhr, auf dem Herdemer Kirchplatz. Neben Weihnachtsständen wird es wieder ein kleines Rahmenprogramm sowie viele Spiel- und Bastelangebote für Kinder geben.

©Foto: Badenova

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Buch-Tipp Renate Klöppel

Namibia – Namibia Renate Klöppels neuer Roman handelt von der Rückkehr einer Suchenden nach Namibia. Wir veröffentlichen hier die ersten Seiten als Auszug:

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m Westen, wo die Vulkankegel des Hegaus dunkel vor dem Himmel standen, war tief über dem Horizont die Wolkendecke aufgerissen. Eine orangefarbene Sonne sendete ihre Strahlen wie ausgestreckte Finger über das Land. Erst spät sah Emilia die Gestalt. Sie trat vom Straßenrand in das Zentrum des Leuchtens und verharrte dort wie ein Schattenriss mit erhobenem Arm und ausgestrecktem Daumen. Emilia fuhr nicht schnell und doch war sie vorbei, ohne das Gesicht gesehen zu haben. Die Begegnung berührte sie und sie schien ihr wie ein verheißungsvolles Zeichen in der Ungewissheit, die ihr Leben in diesen Wochen beherrschte. Nie zuvor hatte sie für einen Anhalter gebremst. Sie drehte um und kehrte zu dem Menschen

Sie betrachtete sich und » versuchte, sich in den Blick eines fremden hinein zu versetzen…“ am Straßenrand zurück. Es war eine Frau, die jetzt vom Straßenrand zurückgetreten war. Sie lehnte am Stamm eines mächtigen Birnbaumes, die Arme über der Brust verschränkt und den Blick auf die Straße gerichtet. Ihr Gesicht, von der Sonne abgewandt, war auch jetzt nicht zu erkennen. Der Ort war ungewöhnlich für eine Anhalterin: Nirgendwo ein Hof, von dem sie gekommen sein mochte, nirgendwo eine Abzweigung, zu der sie ein anderes Auto gebracht haben konnte. Es war eine menschenleere Anhöhe mit dem hellen Grün frisch gemähter Wiesen und ein

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paar knorrigen Obstbäumen, aber kein Weg führte hier entlang, nur die schmale Straße, auf der Emilia gekommen war. Die Frau schien ohne Gepäck zu sein – keine Tasche, kein Rucksack –, auch hatte sie keinen Schirm, obwohl noch die letzten Tropfen aus den abziehenden Regenwolken fielen. Sie stand in dem roten Licht wie eine glühende Erscheinung, alles an ihr war rot, der lange, weite Rock, das enge T-Shirt, das die Taille freiließ, vor allem aber die Haare, die ihr wie ein roter Wasserfall über die Schultern fielen. Noch einmal wendete Emilia und fuhr der untergehenden Sonne entgegen. Die Frau am Straßenrand trat wieder hinein in das nun schwächer werdende Leuchten und hielt ihren ausgestreckten Arm dem Auto entgegen. Ihr Gesicht blieb auch jetzt im Schatten. Emilia fuhr nicht vorbei, sie hielt an unter demselben Zwang, der sie eben zum Umkehren genötigt hatte. „Ich wusste, dass Sie mich mitnehmen würden“, sagte die Fremde mit einem feinen Lächeln, und sie stieg so selbstverständlich ein, als sei dies Teil eines festgelegten Plans, der sich Emilia irgendwann offenbaren würde. „Ich möchte nach Singen“, sagte sie. „Ja. Ich fahre in diese Richtung.“ – Also zunächst nach Singen, warum nicht. Emilias Ziel war diese Stadt nicht gewesen, auch keine andere Stadt, kein anderer Fleck. Als sich die letzten Trauergäste nach Michaels Beerdigung verabschiedet hatten, war sie in den weißen Bungalow hinter den hohen Kirschlorbeerhecken zurückgekehrt, den sie neunzehn Jahre gemeinsam bewohnt hatten. Eine Stunde saß sie tatenlos im Wohnzimmer. Erst das Klingeln des Telefons weckte sie aus ihrer Erstarrung, aber sie nahm das Gespräch

Die Geschichte einer Suche in Afrika Die Freiburger Medizinerin und Autorin Renate Klöppel, die bereits etliche Krimis geschrieben hat, erzählt in ihrem neuen Roman „Namibia – Namibia“ die Geschichte zweier Frauen, die eine schwarz, die andere weiß. Neben klugen psychologischen Momenten bietet der Roman auch tiefe Einblicke in die Endphase der deutschen Kolonialherrschaft.

nicht an. Sie streifte das schwarze Kleid und die schwarzen Strümpfe ab, dann zog sie sich aus, bis sie nackt vor dem Spiegel im Schlafzimmer stand. Sie betrachtete sich und versuchte, sich in den Blick eines fremden Menschen hinein zu versetzen, versuchte, sich zu sehen, wie andere sie sahen. Es gelang ihr nicht. Das, was sie immer gestört hatte – die breiten Schultern, das Muttermal unter dem rechten Schlüsselbein, die zu muskulösen Beine, die dünnen aschblonden Haare – zogen ihren Blick an, wie sie es immer getan hatten. Sah sie jünger aus, wie ihr Michael immer versichert hatte, oder sah sie aus wie eine Frau, die vor drei Jahren ihren vierzigsten Geburtstag gefeiert hatte? Sie wandte sich vom Spiegel ab, ohne eine Antwort gefunden zu haben.


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