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Ausgabe 185 am 11. Juli 2015

Plan des Provokateurs Spieltheorie

Berührend, schräg und böse

Basteln am Team

Leben

Der Rücktritt von Yanis Varoufakis war womöglich ein geplanter Abgang in einer griechischen Tragödie kurz vor dem letzten Akt. Seite 2

SC Freiburg

Das Freiburger Filmfest lockt mit 37 Premieren und vielen anwesenden Regisseuren und Darstellern in Mensagarten und Kinos. Seite 7

Trainer Christian Streich arbeitet daran, aus vielen neuen Spielern und einem bestehenden Kern ein gutes Team zu formen. Seite 11

Götzendämmerung Kann es Europa wirklich wurscht sein, wenn Griechenland aus dem Euro gedrängt wird und dann in Isolation verarmt? Im Kampf der ordentlichen Ordnungsökonomen gegen wild gewordene Linke wird es bald zum Schwur kommen.Von Michael Zäh

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HALLO ZUSAMMEN

Arsen und Kindermützchen

Montage: S. Schampera

s ist nicht mehr länger eine Frage der Finanzen, sondern eine Frage von historischem Ausmaß: Kippt Griechenland aus dem Euro, kann das entweder das Ende oder der Anfang einer starken Gemeinschaft sein. Das hängt vom Blickwinkel ab. Dieser wiederum wird derzeit in doch erschreckendem Maße verengt. Man könnte auch von Plattitüden sprechen. Da geht es tatsächlich so zu, dass auf der einen Seite die (konservativen) Sparfreaks und auf der anderen Seite die wild gewordenen Linken stehen. Jeder ordentliche Ordnungsökonom sagt permanent, dass nun kein Geld mehr nach Griechenland fließen darf, weil dort jede Ordnung dahin sei. Hier wird auch gerne mit ganz finsteren Argumenten hantiert, dass nämlich dies alles dann ungesetzlich sei. Und dem gegenüber riskiert ein Alexis Tsipras eine brutale Not seiner Landsleute, indem er sich weigert, eben jenen Reformbedingungen zuzustimmen, die Ordnungsökonomen für ordentlich halten könnten. Und dafür bekommt er sogar breiten Rückhalt der Griechen, obwohl sie derzeit überwiegend Schlange vor Geldautomaten stehen, die kaum noch etwas ausspucken. Das Referendum, das Tsipras am vergangenen Sonntag abhalten ließ und für das er ein noch bestehendes „Hilfsprogramm“ sausen ließ, hat mit seinem Ergebnis von 61 Prozent „stolzen Nein“-Sagern zu den von den europäischen Geldgebern bisher verhängten Bedingungen nicht so sehr Festcharakter für die Wiege der Demokratie, sondern war wohl eher ein Aufbegehren gegen lange Not und Zwänge, vielleicht auch ein Stück weit eine Utopie. Aber das

von den EU-Partnern (besonders in Deutschland) reflexartig sofort in Stellung gebrachte Argument, dass ja die anderen 18 Mitgliedsländer ebenfalls Demokratien seien und nicht dem demokratischen Votum nur eines Volkes unterworfen, greift viel zu kurz. Manche haben sogar die Rechnung aufgemacht, was wohl wäre, wenn die Bürger aller EU-Staaten abgestimmt hätten und haben dabei ein Verhältnis von 18 gegen eins angenommen. Doch wenn in einer EU-Demokratie eine Mehrheit bestimmen könnte, was eine Minderheit zu ertragen habe, dann wäre das ein ebenso seltsamer Demokratiebegriff wie umgekehrt, dass Griechenland dem Rest der EU seine Vorstellungen aufzwingen könnte. Und das ist ja auch nicht so. Es geht vielmehr darum, dass eine Minderheit ihr Recht wahrnimmt,

sich gegen Reformen und Sparzwänge aufzulehnen, die in den letzten fünf Jahren immer weiter nach unten führten, für alle dieser Minderheit spürbar, während dies anderen Ländern wie Deutschland nicht so ging. Ganz im Gegenteil und vielleicht hat eine jede Krise auch ihre Profiteure. Dies ist eine Abstimmung mit dem Bauch voller Erfahrungen. Aber es gibt viele angesehene Leute außerhalb Griechenlands, welche mit Nobelpreis und welche ohne, die als gelehrte Ökonomen (also mit dem Kopf und nicht mit dem Bauch) schon seit Jahren sagen, dass die europäische Krisenpolitik daran krankt, dass es eine reine Spar- und Ordnungspolitik ist und dabei zu wenig in Betracht zieht, dass eine schon kränkelnde Wirtschaft völlig abgewürgt wird, wenn man das so macht. Und damit natürlich dann

auch eine ungerechte Verteilung der sozialen Lasten einher geht. Solange sich niemand wehrt, wird das halt so gemacht, weil es diejenigen, die dabei keinerlei Not haben, nicht ändern werden. In dem Moment der Gegenwehr kommt es zum Schwur. Kann es Europa wirklich wurscht sein, wenn Griechenland aus dem Euro gedrängt wird und in Isolation verarmt? Oder ist das dann der Anfang vom Ende einer europäischen Idee, weil dann nur noch nationaler Egoismus und Profit über allem steht? Tsipras hat Recht, wenn er fordert, dass es nicht so weiter gehen kann wie in den letzten Jahren. Der beste Beweis ist, dass ihn diese Jahre ja an die Macht gebracht haben, als Ausdruck der Leute für eine Veränderung. Und die will er unbedingt.

Es sind zwei reizende, ältere Damen, die sich rührend um ihre Zimmergäste kümmern – und dabei einen nach dem anderen vergiften. Der schwarze Humor, den wir in dem alten Film „Arsen und Spitzenhäubchen“ so lieben, ist aber in Wirklichkeit noch viel, viel böser: Denn wir, die liebevollen Mütter und Väter, sind es, die unseren süßen Nachwuchs vergiften, in dem wir ihm, wann immer er möchte, eine Reiswaffel in Hand und Mund drücken. Reis enthält giftiges Arsen, das wussten Sie nicht? Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schon. Die wissen nun auch, dass der Arsengehalt in Reiswaffeln noch viel höher ist als im Reiskorn selbst. Und deshalb wird jetzt gewarnt: Kleinkinder und Babys nur ganz selten Reiswaffeln knabbern lassen. Die Warnung kommt für viele Kinder, die mit Reiswaffeln quasi aufgewachsen sind, ungefähr so spät, als würde man die beiden Tanten in „Arsen und Spitzenhäubchen“ sanft darauf hinweisen, dass es vielleicht besser gewesen wäre, keine Leichen im Keller zu vergraben. B. Breitsprecher


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FREIBURG

UND DIE WELT

Samstag, 11. Juli 2015

Planspiel des Provokateurs

Essay. Der Rücktritt von Yanis Varoufakis war womöglich ein geplanter Abgang in einer griechischen Tragödie kurz vor dem letzten Akt. Der Mann ohne Krawatte hat seine Rolle perfekt gespielt. Von Michael Zäh

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n keiner anderen Person lässt sich das Missverstehen und Hineinphantasieren in der Griechenland-Krise besser ablesen als an Yanis Varoufakis. Sein Rückzug als griechischer Finanzminister wurde von manchen Medien in Deutschland zum Anlass genommen, den Mann geradezu hemmungslos mit Dreck zu beschmeißen und zu beschimpfen. Das wiederum zeigt aber, dass Yanis Varoufakis einen Nerv getroffen hat und genau dies wohl auch wollte. Kaum eine Beschreibung von Yanis Vauroufakis hebt nicht darauf ab, dass der Mann ohne Krawatte daher kam, das Hemd gerne lässig über der Hose trug und den Kragen seiner Sakkos am liebsten aufstellte. Und jetzt mal ehrlich: Wen das wirklich echauffiert, der blamiert sich doch bis auf die eigene Krawattennadel. Denn natürlich sehen die Anzüge und Krawatten der Euro-Politiker nun auch nicht besser aus, obwohl sich da viele Leute Mühe geben und auch teuren Zwirn tragen. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass es nur um die Etikette geht. In Deutschland war diese ja seit dem Einzug der Grünen in dicken Pullis und mit mächtigen Bärten in den Bundestag auch schon mal außer Kraft gesetzt. Damals stand das Outfit der Grünen natürlich für ein politisches

Programm. Und so ist es auch mit dem Outfit von Varoufakis gewesen. Es enthielt eine Botschaft, die vom ersten Moment an buchstäblich im Raum stand: Ich bin selbstbewusst, ich bin schick, ich bin stark und ich schere mich nicht um Konventionen. Natürlich hat sich Varoufakis damit interessant gemacht und dabei all jenen eine Falle gestellt, die sich an seinem Outfit orientierten. Es ist ja völlig schnuppe, ob einer Krawatte trägt oder nicht. Wenn das aber zum Thema wird, stehen halt die mit der Krawatte am Ende nackt da. Sie sind dann denunziert als Langweiler und Bürokraten. Und genau dieses Bild wollte Varoufakis gerne in der Welt haben. Nicht weniger lächerlich ist es, wenn die Medien darauf abfahren, dass da ein grichischer Minister auf seinem Motorrad angefahren kommt. Was sollte besser an jenen Bildern sein, wenn Euro-Minister in dicken Limousinen vorfahren, die noch dazu die Einflussnahme der Wirtschaft, also halt der Autobauer, symbolisieren? Das Motorrad von Varoufakis, noch dazu eine Stilikone der 90er Jahre (eine Yamaha und keine Harley, wie sie Putin gerne fährt), sagt aus: Einzelgängertum, Männlichkeit, Beweglichkeit im Stau, und hinten nur noch Platz für seine Frau, die mit ihm nach seinem

Rücktritt auf und davon brauste. Das ist alles ein schlüssiges Bild. Weshalb etliche Leute Varoufakis den Gefallen taten, sich daran zu stören oder auch nur aufzuhalten, ist schwer zu sagen. Es kommt aber rüber wie eine Mischung aus Neid und Abscheu. Und wie sehr das Teil des Kalküls gewesen sein könnte, sagte der Abschiedssatz von Yanis Varoufakis bei seinem Rücktritt als Finanzminister. Eine weitere gezielte Provokation: „Ich werde die Abscheu der Gläubiger mit Stolz tragen“. Wer Varoufakis abschätzig als Rocker bezeichnete - und weil das nicht ganz stimmt (man frage bei Putin, der ja nicht allein fährt), dann zu „Rockstar“ kommt – der hat nicht verstanden, dass die permanente Provokation Teil des Spiels war, das der Spieltheoretiker Yanis Vaurofakis da aufführte. Und diese Provokation als Teil des Spiels war nicht etwa sinnlos oder ohne ein Ziel zu verfolgen. Sie war und ist durchdacht, bis hin zum letzten Akt, nämlich dem Rücktritt. Wenn einer wie Schäuble über Varoufakis (oder dessen Vorschläge und Vorträge) sagt, dass dies alles „ohne Sinn und Verstand“ sei, dann übersieht er halt dabei, dass es Varoufakis und Tsipras immerhin geschafft haben, dass das Thema Griechenland inzwischen ein politisches ist und nicht mehr ein

ewig dahinsiechendes Finanzthema. Es geht nicht mehr nur ums Geld, sondern um Reputation von womöglich historischem Ausmaß. Etwa weil sich Angela Merkel dadurch am Scheideweg befindet, ob sie als jene Politikerin in die Geschichte eingehen will, die Europa als führende Ordnungskraft in den Untergang gestoßen hat. Im Sinne der Spieltheorie war Varoufakis für das griechische Vorgehen ein „wichtiger Protagonist“ (so Regierungschef Tsipras), weil er die Funktion erfüllte, ständig zu überraschen und zu verunsichern. Es war nämlich von Vornherein klar, dass Tsipras und Varoufakis die bestehenden Verhältnisse aufbrechen wollten, und dabei bereit waren, mit höchstem Einsatz zu spielen. Das wurde spätestens nach der Volte klar, überraschend ein Referendum abzuhalten und diese Abstimmung der griechischen Bevölkerung auch noch zu einem klaren Sieg von über 61 Prozent der Stimmen für ein „stolzes Nein“ zu führen. Nachdem dadurch eine neue politische Dimension entstanden ist, gepaart mit der zunehmenden Not der Bevölkerung durch fehlendes Geld, ist vor dem letzten Akt dieser griechischen Tragödie (siehe auch Titelthema) der Abgang von Yanis Varoufakis planmäßig erfolgt. Er

gibt sich in Griechenland als Diener seines Landes, das in den jetzt in die wirklich entscheidende Phase gehenden Verhandlungen ohne ihn besser aufgestellt sei. Dafür sehen ihn viele seiner Landsleute fast als Märtyrer. Viele Griechen denken, dass Varoufakis halt kein Blatt vor den Mund nahm, deshalb in der EU angeeckt ist und auf Druck aus Brüssel gehen musste. Eher ist es aber so, dass der Provokateur nach dem Erreichen der geplanten Ziele mit dem „gewonnenen“ Referendum jetzt mit seinem Rücktritt einfach nur den Platz frei macht, weil nun kein Provokateur mehr gebraucht wird. Nach seinem Rücktritt wurde Varoufakis nachgeworfen, er sei ein „Blender“ gewesen. Das stimmt nur insofern, als Varoufakis genau die Leute „geblendet“ hat, die ihn so sehr verachten, dass sie ihm schnell das Etikett eines „Blenders“ anheften müssen. Als Marxist und Anhänger des berühmten Argentiniers Ernesto Laclau verfolgte Varoufakis nämlich inhaltlich einen Plan, mit dem er in der Welt der Ökonomen nicht allein steht. Ob er am Ende ein „Blender“ oder ein „Aufrüttler“ gewesen sein wird, entscheidet sich (wie auch die Beurteilung von Merkel, Schäuble, Hollande und Co.) darin, was aus Griechenland und aus Europa wird. Das wird sich ja bald zeigen.


MEINUNG

Samstag, 11. Juli 2015

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ie Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei, die Gedanken sind frei.“ So geht es, das alte Volkslied. Über Jahrhunderte schien der Text wahr, aber diese Sicherheit kippt jetzt. Nach der NSA sind es nun die Autohersteller und Amazon, die uns beim Denken zuschauen wollen. Ab 2018 wird es keine Neuwagen mehr ohne bereits eingebautes eCall-System geben. Vorrangig ist das ausgeklügelte System dafür da, bei einem Verkehrsunfall automatisch die Notrufzentrale zu alarmieren. Bei einem Aufprall wird also Polizei und Notarzt verständigt, ob der Fahrer oder Fahrerin das will oder nicht. Das System kann aber noch viel mehr. Es registriert permanent die Standortdaten des Fahrzeugs, die Fahrtwege, die Zahl der Insassen, Zustand des Fahrzeugs, Fahrverhalten und die Zeiten, in denen das Auto genutzt wird. All diese Daten werden automatisch an den Autohersteller weitergeleitet. Diese höchst persönliche Datensammlung möchten aber natürlich auch die KfZ-Versicherungen haben, derzeit werden bereits intensiv Verhandlungen darüber geführt. Denn erhalten die Versicherungen keinen Zugang zu den Daten, könnten sie ihr Geschäftsfeld schon bald an die Autoindustrie verlieren. Die Autohersteller könnten dann selbst eigene maßgeschneiderte Policen anbieten. Auch heute schon sammeln moderne Autos unentwegt Daten. Bis zu 100 internetfähige Sensoren befinden sich in der Karosserie. Geschwindigkeit, Bremsleistung und vorgänge, Motortemperatur, Drehzahlbereich und Beschleunigung werden jetzt schon permanent gespeichert. Mit den Informationen lassen sich leicht Rückschlüsse auf das Fahrverhalten ableiten. Bislang können diese Daten allerdings nur mit einem Diagnosegerät in einer KfZ-

KONTROLLE Autohersteller wissen bald alles über uns. Nicht nur die NSA speichert unsere Daten, auch moderne Autos, Amazon-eBooks und Spielkonsolen kontrollieren unser Verhalten und letztlich damit unser Denken. Von Barbara Breitsprecher

Werkstatt ausgelesen werden. Ab 2018 wird das viel leichter und viel interessanter für all die Unternehmen, die mit den Daten ihrer Kunden Geschäfte machen. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale gab 2014 eine Umfrage in Auftrag, die ein „deutliches Unwohlsein“ der Verbraucher gegenüber einer zunehmenden Fahrzeugdatennutzung und möglichem Datenmissbrauch ergab. Seitdem ist die technische Innovation zügig vorangeschritten, die Datenschutzbedenken aber stagnieren oder sind eher rückläufig. Die Versicherungen frohlocken bereits, dass sie eine zunehmende Akzeptanz in der Bevölkerung ausma-

Markisen Beschattungen Jalousien Rollos Plisseevorhänge u.v.m.

chen, was den Datenschutz angeht. Aber es geht ja eigentlich um viel mehr als den reinen Datenschutz. Es geht um die persönliche Freiheit der Fortbewegung, die eben keine Kontrolle erlaubt, wann man mit wem wohin fährt und wie schnell (entsprechend der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit natürlich). Diese Freiheit ist grundsätzlich und unverhandelbar, egal ob man zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto unterwegs ist. In dem Maße, in dem das eCallSystem unsere Bewegungen kontrolliert, startet Amazon nun den Versuch auch unsere Gedanken zu registrieren. Und zwar nicht per Algorithmen, die das Online-Käufer-

verhalten auswerten und dem Kunden eigenmächtig entsprechende Produkte anbieten, sondern indem unser Leseverhalten kontrolliert wird - zumindest wenn man sich eBooks antut. Amazon hat das Bezahlsystem für Autoren der Kindle-Bücher geändert. Autoren bekommen ihre Tantiemen nun nicht mehr entsprechend der Abo-Zahlen, sondern nur noch pro tatsächlich gelesener Seite ausbezahlt. Amazon schaut uns also zu, wenn wir mit dem Tablet lesen, Seiten überblättern oder gar ein Werk nicht zu Ende lesen. Dies sei ein „kontrollierender Eingriff in den intimen Dialog des Lesers mit dem Buch“, empört sich die Vorsitzende

GESELLSCHAFT

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des Deutschen Schriftstellerverbandes, Eva Leipprand, zu Recht. Aber es geht hier nicht nur um die Rechte der Autoren und um deren Sorge vor Autonomie- und Einnahmeverlust. Es geht hier wirklich ums Denken. Während wir lesen denken wir, produziert unser Gehirn Bilder, das Sprachzentrum ist aktiv, ebenso der Motorcortex (zuständig für die Bewegung), außerdem Gehirnbereiche, die für sinnliche Empfindungen zuständig sind. Wir lesen eine bestimmte Seite vielleicht zweimal oder gar nicht, weil wir dabei etwas denken. Und Amazon sieht das, weiß das. Als vor zwei Jahren Microsoft eine neue Xbox-Spielkonsole herausbrachte, haben sich viele junge Menschen die schwarze Kiste begeistert ins Kinderzimmer geholt. Und damit einen Riesen geschaffen. Denn die Xbox One hatte die totale Kontrolle über seine Nutzer. Sie vernetzt sich mit Smartphones, Computer und sozialen Netzwerken, reagiert auf Sprache und Gesten und erkennt sogar Stimmen und Gesichter. Es sind die Gesichter, die ins Gerät schauen, denn die werden mit einer hoch auflösenden Kamera gefilmt – dank Infrarottechnik auch im Dunkeln. Mit der 3-D-Technologie erkennt das Gerät sogar, ob der Nutzer sitzt oder liegt. Außerdem werden Reaktionen der Zuschauer registriert und Rückschlüsse daraus gezogen. Die Ansammlung der Daten ist immens, die Kontrolle perfekt. Damit sich dieser auch niemand entziehen kann, muss das Gerät alle 24 Stunden online gehen, sonst stoppt Microsoft die Spielfunktion. Immerhin: über die Xbox One und ihre „BigBrother-Funktion“ wurde heftig debattiert – im Internet natürlich. „Ich denke was ich will, und was mich beglücket(…) Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei“, heißt es in dem Lied weiter. Was also tun? Oldtimer zulegen? Bücherregale auffüllen? Mensch-ärgere-Dich-nicht spielen? Ja! Und aufbegehren gegen jegliche Form der Kontrolle.

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FREIBURG

RECHT / FREIZEIT

Samstag, 11. Juli 2015

Der Weg zur modernen Tumorchirurgie Neoadjuvante Therapie. Gesundheitsforum am Mittwoch, 22. Juli 2015 im Bürgerhaus Zähringen

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as RKK Klinikum lädt zusammen mit dem Zentrum für Strahlentherapie in Freiburg zum Gesundheitsforum ein. PD Dr. Stephan Kersting, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Josefkrankenhaus und PD Dr. Christian Weissenberger, Leiter des Zentrums für Strahlentherapie, bieten Interessierten die Möglichkeit, sich aus erster Hand über moderne Therapieverfahren für Krebserkrankungen des Darmes, der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre zu informieren.

Eingriff erzielen zu können. "Die Qualität der Operation kann in vielen Fällen durch eine vorbereitende, neoadjuvante Therapie gesteigert werden“, betont PD Dr. Stephan Kersting, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Josefskranken-

haus in Freiburg. Es ist daher wichtig, dass alle Krebspatienten vor und nach der Operation in einer interdisziplinären Behandlungskonferenz zwischen Chirurgen, Onkologen, Strahlenthera-

peuten und Pathologen besprochen werden und für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt wird. Dank der umfangreichen interdisziplinären Kompetenzen im Bauchzentrum kann das RKK Klinikum seinen Patienten bei verschiedenen Tumorerkrankungen zusammen mit den niedergelassenen Partnern schnell und zuverlässig helfen, so dass jedem Patienten die optimale Therapie ermöglicht wird. „Für die

Die moderne Tumorchirurgie setzt heute immer mehr auf das enge Zusammenspiel der verschiedenen Behandlungsformen bei Krebs im Bauchbereich; hierzu erfolgt unterstützend für die Operation eine Strahlentherapie – meist in Kombination mit einer Chemotherapie. Ziel dabei ist die Verkleinerung des Tumors, um so optimale Resultate beim nachfolgenden chirurgischen

IMPRESSUM Herausgeber: Michael Zäh und Christopher Kunz Verlag: Zeitung am Samstag Verlags GmbH, Benzstraße 22, 79232 March. Tel. 076 65/9 34 58-0, Fax -286, e-mail: info@zas-freiburg.de Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet Chefredakteur: Michael Zäh (visdp), Tel.: 0170 / 739 17 87, m.zaeh@zas-freiburg.de Redaktion: Barbara Breitsprecher, redaktion@zas-freiburg.de

Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 076 65/9 34 58-21, 0179/739 6639, m.metzger@zas-freiburg.de Grafik, Layout & Herstellung: Sebastian Schampera; Tel: 0761 / 429 63 97 Adrian Kempf, www.dtpwork.de Tel. 07643 / 39 42 65 00

Strahlentherapie heißt optimal, dass der Behandlungsstrahl möglichst zielgenau in den Tumor gebracht und umgebendes Gewebe weitgehend geschont wird“, betont PD Dr. Christian Weissenberger. Als Partner der bestehenden Tumorzentren und der niedergelassenen Ärzte steht das ambulante Zentrum für Strahlentherapie und Radioonkologie in Freiburg für eine Philosophie, die höchste medizinische Kompetenz in Verbindung mit menschlicher Zuwendung und Servicequalität in ansprechender Atmosphäre als integralen Bestandteil moderner Strahlentherapie betrachtet. ■ „Neoadjuvante Therapie: Der Weg zur modernen Tumorchirurgie“ Mittwoch, 22. Juli, 19Uhr, Bürgerh. Zähringen, Lameystr. 2 Der Eintritt ist frei; aufgrund der begrenzten Kapazität ist eine Anmeldung erforderlich: info@stz-fr.de, 0761/ 151 864 05

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ZaS-Leserin Elena K.: Ich beginne in ein paar Tagen meine erste Stelle und bereite mich gerade auf den Arbeitsbeginn vor. Dabei überlege ich, ob es wichtige Dinge gibt, die man am ersten Arbeitstag oder grundsätzlich innerhalb der Probezeit beachten sollte. Ich bin ein sehr genauer Mensch und möchte nichts falsch machen und wenn ich ehrlich bin, spüre ich schon jetzt eine gewisse Aufregung. Ich überlege die ganze Zeit, ob es irgendwelche Stolpersteine gibt, auf die man sich im Vorfeld vorbereiten kann. Natürlich möchte ich gleich einen guten Eindruck hinterlassen und nichts falsch machen. Welche Tipps können Sie mir mit auf den Weg geben? Jobcoach Alexandra Feder: Liebe Frau K., ein gewisses Maß an Aufregung ist völlig normal, denn schließlich ist es die erste berufliche Station in Ihrem Leben. Ich finde es sehr gut, dass Sie sich intensiv Gedanken machen, denn wie Sie sagen: Stolpersteine und Fettnäpfchen können überall lauern und gute Vorbereitung ist immer schon die halbe Miete. Allerdings gilt es aus meiner Sicht im Wesentlichen, die normal üblichen Benimmregeln zu beachten. Das Wichtigste: Seien

An dieser Stelle können Leser kostenlos Fragen zu Berufswahl, Bewerbung, Vorstellungsgespräch usw. an Jobcoach Alexandra Feder richten. Zuschriften an: jobcoach@alenova.de. Die Namen werden von der Redaktion geändert.

Sie einfach Sie selbst und verstellen Sie sich nicht. Selbstverständlich wird auf einen Mitarbeiter, der die Probezeit gerade durchläuft ein spezielles Augenmerk gelegt und der Arbeitgeber versucht in dieser Zeit herauszufinden, ob der Mitarbeiter zum Unternehmen passt und man sich eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen kann. Das gilt aber auch für Sie. Es ist eine wertvolle Zeit, in der Sie herausfinden

können, ob Sie das richtige Unternehmen ausgewählt haben. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Sie sich neugierig, interessiert und engagiert zeigen und sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Begeben Sie sich am Anfang ruhig ein wenig in die Beobachterposition, denn nichts ist wichtiger, als erst einmal herauszufinden, wie die Konstellationen innerhalb des Teams sind, welche oder ob überhaupt irgendwelche Hierarchien oder Regeln vorherrschen und wie wer miteinander umgeht. Gehen Sie auf die neuen Kollegen offen zu, stellen Sie sich vor und bringen Sie Ihre Freude zum Ausdruck, dass Sie Teil dieses Teams sein dürfen. Suchen Sie gleich Anschluss und gehen Sie mit den Kollegen in die Mittagspause oder in die Kantine. Auch hier können Sie auf informellem Weg viel über das Unternehmen und die Kollegen erfahren. Liebe Zas-Leserinnen und –leser. Was ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie mir an jobcoach@alenova.de. Alexandra Feder arbeitet als Beraterin und Coach in Freiburg und ist Geschäftsführerin von alenova Personalmanagement


STADT

Samstag, 11. Juli 2015

FREIBURG

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Projekt des Aktionstheaters Pan.Optikum wird von der EU gefördert. Kooperation mit neun internationalen Partnern. Von Barbara Breitsprecher

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an. Optikum, das in Freiburg ansässige freie Aktionstheater, ist der einzige Antragssteller aus Deutschland, der es geschafft hat: Die Europäische Kommission hat die Unterstützung eines großen, über drei Jahre andauernden Projektes bewilligt, an dem neun Theater-Partner aus verschiedenen europäischen Ländern beteiligt sind. Eine Million Euro werden als Fördergeld fließen. Die Freude bei den Theatermachern ist riesengroß. Das Projekt soll kommenden Herbst in Kirkenes, Norwegen mit dem dortigen Partner Pikene på Broen starten. Weitere Theater-Partner sind in Spanien das Fira de Tárrega, ein vier Tage andauerndes katalanisches Theater-Festival, das Straßentheaterfestival Imagiarius im portugiesischen Maria de Feira, in der Nähe von Porto, das polnische Cyprian Kamil Norwid Theater in Jelenia Góra, The Corn Exchange Trust im britischen Newbury, das Teatrul National „Radu Stanca“ aus Sibiuin Rumänien, das Passage Festival in Helsingør in Dänemark, das sich mit seinen Straßentheater-Produktionen

bis ins schwedische Helsingborg erstreckt, die Creative Foundation, in Folkestone in England und das Gerhart-Hauptmann-Theater in GörlitzZittau, einem Vier-Sparten-Theater. Seit 1995 gibt es hier auch ein Internationales Straßentheater-Festival. Pan.Optikum konnte die Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA), der Europäischen Kommission mit einem schlüssigen Konzept und für sich sprechende, erfolgreiche frühere Produktionen für das länderübergreifende Projekt überzeugen. Das Ziel ist, Jugendliche und junge Erwachsene aus den verschiedenen Städten in die Theaterproduktionen mit einzubinden. Wichtig ist den Organisatoren dabei, auch Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsschichten in das Projekt zu integrieren. Ein wichtiges Element ist für Pan.Optikum inzwischen HipHop geworden. Mit diesem Stilelement können junge Menschen leichter erreicht werden, auch solche, die sonst üblicherweise nicht ins Theater gehen. Auch in der jüngsten Freiburger Produktion „Zeit heilt alle Stunden“ im vergangenen Jahr in der Alten

Güterhalle hat die Theater-Crew von Pan.Optikum höchst erfolgreich und überzeugend mit HipHop-Elementen im Tanz und Gesang mit Jugendlichen zusammen gearbeitet. Im Rahmen des neuen EU-geförderten großen Projekts sollen nun die einzelnen Partner in den verschiedenen Ländern jeweils eigene Theater-Workshops und kleinere Aufführungen organisieren. Auch hier soll es maßgeblich auf die Begegnung mit und unter jungen Menschen ankommen, Identitätsfragen sollen aufgegriffen werden. In dieser Phase wird es einen regelmäßigen Austausch zwischen den Partnern untereinander geben. Im Sommer kommenden Jahres soll dann in Freiburg eine große Produktion erarbeitet werden, an der jeweils auch einige der Darsteller und Darstellerinnen aus den europäischen Partner-Vorführungen teilnehmen werden. Ein Plan ist, die jungen, internationalen Ensemblemitglieder sechs Wochen lang zusammen leben und arbeiten zu lassen. Das neue Stück soll dann in Freiburg Premiere haben und im Anschluss auf Tournee gehen.

TICKER

Amtsgericht verurteilt Polizeibeamten zu Haft

Vortrag und Diskussion zum Fall Gustl Mollath

Gegen Abrisspläne Meierhof in der Kartaus

Der Polizeibeamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK), der vergangenes Jahr auf der A5 bei Freiburg betrunken auf einen 55-jährigen Motorradfahrer aufgefahren war, wurde nun vom Amtsgericht Freiburg zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Motorradfahrer war bei dem Unfall getötet worden, der Polizist war von der Unfallstelle geflüchtet. Erst am nächsten Tag hatte sich der 32-Jährige dann gestellt. Das Gericht sieht durch das alkoholisierte Fahren des Polizisten ein erhebliches Maß an Verantwortungslosigkeit.

Zu einer Diskussionsveranstaltung zum Fall Gustl Mollath laden die Humanistische Union und das Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht der Uni Freiburg mit dem Arbeitskreis kritischer Juristen am 16. Juli um 20 Uhr in die Uni, KG I, Raum 1098 ein. Der Rechtsanwalt von Gustl Mollath, Gerhard Strate aus Hamburg, wird über den Fall referieren. Gustl Mollath war aufgrund fragwürdiger Gutachten sieben Jahre lang in einem Psychiatrischen Krankenhaus eingesperrt und wurde erst nach einem Wiederaufnahmeverfahren freigelassen.

Auch der bundesweit tätige Verein Stadtbild Deutschland hat sich zum geplanten Abriss des denkmalgeschützten Meierhofs in der Kartaus zu Wort gemeldet. Der Verein lehnt einen Abriss ab und verweist auf die besondere Verantwortung, die der Stadt und der Denkmalpflege zukomme. Es gelte das Gebäude zu erhalten und zu sanieren, gerade auch weil der Hof einzigartig auf Freiburger Gebiet sei. Der Verein befürchtet, dass ein Nachfolgebau dem „üblichen ‘Klötzchenbild’“ entspreche, das in Freiburg „leider sehr häufig anzutreffen“ sei.


FILMFEST

Samstag, 11. Juli 2015

LEBEN

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Berührend, schräg und bitterböse 12. Freiburger Filmfest vom 16. bis 26. Juli: 37 Freiburger Premieren, 19 Regisseure und Darsteller, die kommen und viele hinreißende Komödien, Dramen und Dokus werden im Mensagarten, in der Harmonie und im Friedrichsbau zu sehen sein. Erstmals gibt es auch eine Kurzfilmnacht. Von Barbara Breitsprecher

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Fotos: Filmfest Freiburg

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ei einer solchen Fülle hochkarätiger Filmpremieren, unter denen auch etliche mit einem Bären in Berlin ausgezeichnete Filme sind, ist es nicht einfach, von Highlights zu sprechen. Ganz sicher aber ist „Taxi Teheran“ (Bild 6∞ 17.7, 21.30 Uhr Mensagarten) ein solches.

In seiner Heimat Iran hat der Regisseur Jafar Panahi Berufsverbot, ausreisen darf er auch nicht. Deshalb arbeitet er nun als Taxifahrer – und macht daraus einen Film. Das Taxi als Filmstudio, nie wird es langweilig darin. Als Fahrgäste kommt da ein Mann, der die Hinrichtung von Dieben fordert, eine Lehrerin, die dagegenhält, ein Schwarzhändler mit der neuesten Staffel von „The Walkind Dead“ in der Tasche, ein Mann, der nach einem Motorradunfall unbedingt noch schnell sein Testament ablegen will, eine Anwältin, deren Klientin ein Fußballspiel besuchen wollte. Ein witziges, liebevolles und hoffungsvolles Porträt der Menschen im Iran. Zur Eröffnung des Filmfests wird der Film „Mr. Kaplan“ aus Urugay gezeigt (Bild 5; 16.7., 21.30 Uhr Mensagarten) und der Schauspieler Rolf Becker wird anwesend sein. Als in der jüdischen Gemeinde Montevideos das Gerücht kursiert, ein deutscher Nazi halte sich an der Küste versteckt, wird der über 70-jährige Jacob Kaplan aktiv und begibt sich zusammen mit einem ungeschickten Ex-Polizisten auf Nazijagd: ausgelassen komisch, voller Überraschungen und vielen grundsätzlichen Gedanken über das Leben.

Eine bitterböse Abrechnung mit der Kirche ist das chilenische Psychodrama El Club, das in Berlin mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde (18.7., 22.30 Uhr, Harmonie). Eine Gruppe straffälliger Priester begegnen einem ihrer Missbrauchsopfer. Den Berliner Ehrenbären bekam Claude Lanzmann für seine monumentale Doku „Der letzte der Ungerechten“ (18.7., 17 Uhr und 19.7., 15 Uhr, Friedrichsbau). Der Regisseur, der mit seinem Film „Shoah“ bereits für Furore sorgte, interviewte damals auch Benjamin Murmelstein, der während der Nazi-Zeit in Theresienstadt Judenältester und gleichzeitig Verbindungsmann zwischen den KZ-Häftlingen und den Nazis gewesen war. Dafür haben ihn viele gehasst. Claude Lanzmann zeigt den inzwischen Verstorbenen als Mann mit Mut, faszinierender Intelligenz und großem Humor. Eine sehr schräg-böse Annäherung an die braune Lage der Nation liefert der deutsche Film „Heil“ (Bild 1; 19.7., 21.30 Uhr Mensagarten). Und zu Gast bei der Filmvorführung wird die ganze Star-Riege mit Dietrich Brüggemann, Benno Fürmann, Jacob Matschenz und Jerry Hoffmann sein. Fahrstunden fürs Leben gibt es in „Learning to Drive“ (Bild 3; 18.7., 21.30 Uhr Mensagarten), wenn nach 21 führerscheinloser Ehejahren eine Amerikanerin bei einem Sikh Fahrunterricht nimmt. Aus Norwegen kommt der Film „Here is Herold“ (Bild 2; 19.7., 21.10 Uhr,

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Wunderbare Filme: Fast alle Filme werden am Tag nach der Abendpremiere wiederholt. Im Mensagarten ist ab 20.30 Uhr Einlass, bei Regen finden die Vorführungen im Friedrichsbau statt. Harmonie), in dem ein kleiner Möbelhändler aus Angst vor dem Ruin den Ikea-Gründer Ingvar Kramprad entführen will – der aber geradezu glücklich darüber ist. Und was ist eigentlich mit Sherlock Holmes, wenn er nicht gerade im Körper von Benedict Cumberbatch steckt? 1947 lebt er zurückgezogen in England, ist steinalt und züchtet Bienen. Ein kleiner Junge fordert im Film „Mr. Holmes“ (Bild 4; 21.7., 21.30 Uhr Mensagarten) das Gedächtnis des alten, genialen Mannes heraus. Sein letzter Fall wird noch einmal aufgerollt – eine grandiose Rolle für den Schauspieler Ian McKellen. Großartige Schauspielkunst zeigen auch Charlotte Rampling und Tom Courtenay in „45 Years“ (23.7., 21.30 Uhr Mensagarten). Das Ehepaar bereitet gerade die Feier zum 45. Hochzeitstag vor, als die Nachricht eintrifft, dass die Leiche seiner Jugendliebe in einem Gletscher entdeckt wurde, Jahrzehnte nach ihrem Unfalltod auf einer gemeinsamen Bergtour. Alles Erreichte im Leben des Paares steht mit einem Mal in Frage. ■ 12. Freiburger Filmfest vom 16. bis 26. Juli im Friedrichsbau und im Mensagarten (Tel. 0761/36031) sowie in der Harmonie (Tel. 0761/3866521); www.filmfest-freiburg.de


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LEBEN

TIPPS

Samstag, 1

OPEN AIR IM PARK

Rockstars aus den 70ern: Mit Manfred Mann’s Earth Band und Barclay James Harvest feat. Les Holroyd kommen zwei legendäre Hit-Giganten mit beeindruckender musikalischer Karriere zum Open-Air im Park nach Bad Krozingen. „Blinded by The Light“, „Davy’s On The Road Again“ oder „For You“ sind Manfred Mann’s Songs, die unauslöschlich zu einer bestimmten Ära gehören. Genau so verhält es sich mit „Hymn“ oder „Life is for Living“ von Barclay James Harvest. Bis heute

JUGENDKUN

ist der Sound der beiden Rock-Dinosaurier unverwechselbar, ihre Shows sind virtuos und beeindruckend, die Bands mitreißend für ein Publikum jeglichen Alters. ■ Open Air im Park Bad Krozingen: Barclay James Harvest feat. Les Holroyd, 24. Juli, 20 Uhr; Manfred Mann’s Earth Band, 1. August, 20 Uhr; Tickets: Tel. 07633/4008-164, www.bad-krozingen.info

Finale Grande beim JugendKunstParkour 3.0: Seit März arbeiten Jugendliche und junge Erwachsene unter professioneller Anleitung in den Sparten Theater und Figurenspiel, Graffiti und Kunst, Poetry Slam und Video zusammen. Am 11. Juli findet um 11 Uhr eine Street-Art-Aktion am Bauzaun des Technischen Rathauses, Fehrenbachallee statt. Am gleichen Tag gibt es um 20 Uhr im ArTik in der alten Siegesdenkmal-Un-

Konzert

Mongoleifest

Konzert

Theater

Abschiedskonzert nach zwölf Jahren

Feiern mit den Erben Dschingis Khans

Bratschen-Solo und Scheherazade

Erinnerung an die Freiheitskämpfer

Im Juli 2003 standen Dennis Schälicke und Jack Huttmann nach zweijähriger Vorlaufzeit zum ersten Mal mit ihren Songs auf der Bühne – damals hatte die Band noch keinen Namen. In der Diskussion waren: „Alte Männer“, „Menopause“, „Vorspiel“, „Bauch, Beine, Po“, aber die Marketingabteilung legte ein Veto ein. Also wurde das Publikum gefragt, wer denn einen Namen wüsste

Freiburg und Ulan Bator liegen auf dem 48. Breitengrad. Der nächtliche Sternenhimmel ist deshalb in beiden Städten identisch. Wer ein Pferd

80 Studentinnen und Studenten des KHG-Sinfonieorchesters präsentieren unter der Leitung von Helmuth Reichel Silva zum Semesterabschluss Edvard Griegs Konzert-Ouvertüre „Im Herbst“. Außerdem wird das Rhapsodiekonzert für Viola und Or-

Zur Erinnerung an die Freiheitskämpfer Maximilian Dortu, Friedrich Neff und Gebhard Kromer veranstaltet die Initiative zur Erinnerung an die Badische Revolution eine Gedenkfeier auf dem ehemaligen Wiehrefriedhof (jetziger Spielplatz Ecke Dreikönigstraße/Erwinstraße) für die an dieser Stelle vor 166 Jahren vom preußischen Militär hingerichteten Teilnehmer des Aufstandes für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Dazu gehört auch ein

für diese wunderbare Band – und damit hatte sie ihn auch schon. Ende 2005 stieß Georg Marschall zur Band, 2009 kam Mike Sillmann hinzu und ein jahr später Hans Brugger. Seitdem sind mehr als 60 Songs entstanden und 117 Konzerte gespielt worden. Nun wollen die fünf Musiker ein letztes Mal miteinander auftreten und damit Abschied nehmen.

oder Kamel auf dem Mundenhof besteigt und immer nach Osten reitet, landet nach 8231 Kilometern in der mongolischen Hauptstadt. Seit sieben Jahren steht eine Jurte des Mongolei-Zentrums auf dem Mundenhof und bietet Besuchern einen Einblick in die Lebensform der größten Nomadenkultur der Welt. Jedes Jahr im Juli feiern die Mongolen ihr Nationalfest: das Naadam. Mit Kalligraphie, Märchen, Liedersingen, Spielen und Filzarbeiten wird nun bei uns gefeiert.. Bernhard Wulff, Kulturbotschafter der Mongolei, erzählt ̈ uber Dschingis Khan, Schamanen und Reisen in die Mongolei.

chester des Tschechen Bohuslav Martinů aufgeführt. Solistin wird die 23-jährige Niederländerin Marie-Louise de Jong sein, die derzeit an der Musikhochschule Freiburg Bratsche studiert. Des weiteren wird die sinfonische Dichtung „Scheherazade“ von Nikolai Rimski-Korsakow gespielt, die auf der Erzählung „Tausendundeine Nacht“ beruht und sich durch eine farbenfrohe Instrumentation auszeichnet. In Russland war Ende des 19. Jahrhunderts die Begeisterung fürs Orientalische groß.

Theaterexperiment, das sich auch den Problemen der Menschen in einer modernen Gesellschaft widmet. Die Schauspieler Wigand Alpers, Peter Haug-Lamersdorf und Burghard Wein stellen sich als die von ihnen dargestellten Freiheitskämpfer die Frage: „Hat es sich gelohnt?“

■ Abschiedskonzert von Diese wunderbare Band, 25. Juli, 19 Uhr, Wodanhalle, Leo-Wohleb-Str. 4 in Freiburg

■ Mongoleifest des Mongolei-Zentrums Freiburg, Sonntag, 12. Juli, 14 bis 17 Uhr, Mundenhof, Eintritt frei

■ Konzert KHG-Orchester, 17. Juli, 19.30 Uhr, Werkseinführung um 19 uhr, Audimax Uni Freiburg, Eintritt: 7,50/5 Euro

■ Aufführung zur Badischen Revolution, 31. Juli, 18 Uhr, ehem.Wiehre-Friedhof Ecke Dreikönig-/Erwinstraße (jetzt Spielplatz), Eintritt frei

terführung ein Konzert mit ju Weiter geht es dann am 16. Theatergastspiel des Stuttg im E-Werk. Am 17. Juli ab 14 Uhr gibt es dann die gro der Projekte im E-Werk un Kubus3, Haslacher Straße 4 Black Forest Battle am 18

GAUKLER

Die Glücksgeige ist ein Märchen, das beim Gauklerfestival im Vauban aufgeführt wird. Unter offenem Himmel wird Theater und Artistik gezeigt, gibt es Musik und viele humorvolle Einlagen. Die Compagnie Pas de Deux, das Robert Agusto Clowntheater und die Musiker und Artisten des Ensembles Voili Voila aus Freiburg zeigen ihre neuen Produktionen auf der Wanderbühne. Fantastisch, bezaubernd und unterhaltsam


TIPPS

1. Juli 2015

STPARKOUR

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KLOSTERFEST

dem sich internationale Freestyle-Tänzer beim HipHop, Popping und Breakdance messen. Vom 18. bis 26. Juli sind außerdem „Junge Kunst“-Werke in den Galerieräumen im E-Werk zu besichtigen. ■ JugendKunstParkour 3.0, 17./18. Juli, E-Werk & Projektwerkstatt Kubus3; www.jugendkunstparkour-freiburg.de

FESTIVAL

wird es auf dem Marktplatz Vauban zugehen, wenn die Komödianten des Gauklerfestivals, die alle auf der berühmten Scuola Teatro Dimitri im Tessin ihre Kunst gelernt haben, auftreten werden. Eigens für diese Tournee durch Südbaden haben sie sich zusammen geschlossen. ■ Gauklerfestival, 16. bis 19. Juli, AlfredDöblin-Platz, Freiburg-Vauban

Benediktinische Lebenskultur möchten die Schwestern des Klosters St. Lioba geben, wenn sie die frühere toskanisch anmutende Villa in Günterstal für ein Fest öffnen. Rund 60 Ordensschwetsern leben und arbeiten hier, alle zwei Jahre wird das Klosterfest gefeiert. Es werden Führungen durch das Gebäude angeboten und der Kräutergarten gezeigt. Außerdem stehen Workshops rund ums klösterliche Leben auf dem Programm. Die indischen Schwetsern, die derzeit

ebenso hier wohnen, zeigen wie man einen „Chai“ zubereitet und informieren über Hilfsprojekte in ihrer Heimat. Und auch der Klosterladen wird an diesem Tag geöffnet sein und Waren aus verschiedenen Klöstern sowie aus der Region und aus dem Fairhandel anbieten. Das Fest beginnt und endet jeweils mit einem gemeinsamen Gebet. ■ Kloster-Fest St. Lioba, Samstag, 18. Juli, 13.30 bis 17.45 Uhr, Freiburg Günterstal

Konzert

Turmgespräche

Konzert

Debatte

Philippinischer Chor mit Studierenden

Vortrag zu Arbeit und Gesundheit

Neue Musik ganz persönlich

Abschiebungen: Kinder leiden dabei

Sie erhielten die sogenannte „Pavarotto-Trophäe“ und wurden beim ältesten und renommiertesten Chorwettbewerb in Großbritannien bereits zwei Mal zum „Choir oft the World“ gewählt. Die Universitiy of Santo Tomas Singers, kurz USTSingers, aus der Philippinischen Hauptstadt Manila treten in Freiburg

Im Rahmen der Turmgespräche, die einmal im Jahr vom Förderkreis des Walter-Eucken-Gymnasiums und der Kaufmännischen Schulen I e.V.

Werke des jungen Komponisten Johannes Motschmann führen Solisten des SWR Sinfonieorchesters in einem Kammerkonzert auf. Der Komponist wird anwesend sein und im Gespräch Einblicke in seine Arbeit geben. Gespielt wird „Arpeggiator“ (2012) für Klavierquintett, „Sustain Release“ (2010) für Vibraphon und

Eine Debatte um Kinderrechte auch bei Flüchtlingen will der Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit (AKS-Freiburg) anstoßen. Zu diesem Arbeitskreis haben sich 2005 Hochschullehreinnen und -lehrer zusammen geschlossen. In der Jugendhilfe wird der Begriff „Kindeswohlgefährdung“ meist gebraucht, wenn eine Bedrohung von Kindern durch Eltern oder nahe Familienangehörige befürchtet wird. In der nun angeregten Debatte soll diskutiert werden, ob auch bei Abschiebungen das Wohl von Kindern gefährdet ist, wie es auch eine

auf. Das Repertoire beinhaltet geistliche und weltliche Chormusik aus verschiedenen Epochen bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Hinzu kommt philippinische Folklore und Gospel, Pop sowie MusicalStandards. Der 30-köpfige Chor, der aus Studentinnen und Studenten sowie Ehemaligen der Universität in Manila besteht, wird von Fidel Calalang jr., Chorleiter, Pianist, Arrangeur und Sänger, geleitet.

organisiert werden, referiert in diesem Jahr Dr. phil. Nina Pauls zum Thema „Arbeit und Gesundheit – Forschungsergebnisse und Empfehlungen“. Nina Pauls ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie an der Universität Freiburg. Sie forscht über die Zusammenhänge zwischen Arbeit und psychischer Gesundheit sowie betriebliche Rahmenbedingungen. Vor Beginn des kostenfreien Vortrags besteht ab 18 Uhr für Kleingruppen die Möglichkeit, den Turenne-Turm zu besteigen. Anmeldung bis zum 14. 7. über foerderkreis.weg@weg-freiburg.de.

fünf Streicher, „Augmented Reality“ für konzertierende Celesta, Ensemble und Sampler, „Scripted Reality“ (2012) für Klavier, Celesta und zwei Schlagzeuger. Es werden spielen: Akiko Okabe, Klaus Steffes-Holländer (Klavier und Celesta), Vivica Percy, Matia Gotman (Violine), Jean-Christophe Garzia (Viola), Markus Tillier (Cello), Lars Schaper (Kontrabass) sowie David Friederich und Yu Fujiwara (Schlagzeug).

■ Konzert der University of Santo Tomas Singers (UST), 15. Juli, 19.30 Uhr, Markuskirche, Am Hägle 15 in Freiburg-Mooswald, Eintritt frei

■ Vortrag Nina Pauls „Arbeit und Gesundheit – Forschungsergebnisse und Empfehlungen“, 15. Juli, 19.30 h, Lycée Turenne, Schützenallee 31

■ SWR Sinfonieorchester PortraitKammerkonzert Johannes Motschmann, 12. Juli, 11 Uhr, Konzerthaus Freiburg, Tickets: 12/8 Euro

© UNICEF/Lena Dietz

ungen Bands und Musikern. . Juli um 20 Uhr mit einem garter Ensemblers Lokstoff 19 Uhr und am 18. Juli ab oße Abschlusspräsentation nd in der Projektwerkstatt 43. Ein Highlight wird der 8. Juli im E-Werk sein, bei

LEBEN

Unicef-Studie nahelegt. Referenten werden sein: Georg Horcher, Jugendamtsleiter Kreis Offenbach a.D., Harald Schandl, Rechtsanwalt Freiburg, und Carlos Marí, Jugendhilfswerk Freiburg e.V.. ■ „Abschiebung als Kindeswohlgefährdung?“, 14. Juli, 19.30 Uhr, Kath. Hochschule, Karlstr. 63, Haus 3, Raum 3000


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FUSSBALL

Fotos: Neidhard Schneider

Samstag, 11. Juli 2015

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SPORT

Hoffnungsträger: Nils Petersen, der sich für den SC Freiburg und damit für die Zweite Liga entschieden hat, kommt hier im Testspiel gegen Spartak Moskau einen Schritt zu spät

Die Findungsphase läuft Nach all den Meldungen von Abgängen beim SC Freiburg kam ein Transfer dann doch überraschend und kommt einem Signal gleich: Nils Petersen entschied sich für den SC Freiburg und geht damit noch einmal einen Schritt zurück in die Zweite Liga, wo er schon einmal Toptorschütze war.

Derzeit bastelt Trainer Christian Streich im Trainingslager in Schruns daran, aus einem Stamm verbliebener Spieler um Kapitän Julian Schuster, den erfahrenen Sascha Riether und eben Nils Petersen sowie einer Vielzahl von meist jungen Neuzugängen in relativ kurzer Zeit (bereits in gut 14 Tagen startet die Zweite Liga) ein Team zu formen.

Gerade weil der Umbruch doch sehr erheblich ist und zum Saisonstart womöglich bei einigen Spielern noch immer Unklarheit herrschen könnte, ob sie bleiben oder gehen, sollte man gerade in der Anfangsphase der Saison nicht zu viel erwarten. Es kann gar nicht möglich sein, dass der Sc in den ersten Partien gleich ein eingespieltes Spitzenteam ist. Vielmehr

wird das Team noch eine Weile in der Findungsphase sein, wie auch die Fans, die sich erst einmal ein Bild machen müssen, welcher Neue was drauf hat. Das allein ist ja auch schon mal spannend und wird allen Beteiligten helfen, in die neue Saison in Liga Zwei reinzufinden. Und gleich zum Auftakt wird sich das wie Erste Liga anfühlen, wenn Nürnberg kommt.miz

Wirkt alles entspannt: Christian Streich bastelt im Trainingslager in Schruns daran, ein neues Team zu formen, in dem viele junge Spieler stehen könnten BETONINSTA SETZUNG

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MARKT

AUSBILDUNG

Samstag, 11. Juli 2015

Starke Identifikation

enige Noch w frei! Plätze

Dualer BWL-Studiengang am IBA-Studienort Freiburg reakkreditiert Studierende gaben in Interviews hohe Zufriedenheit an

◗ 2-jährige Wirtschaftsschule Ziel: Mittlere Reife

◗ 1-jährige Berufsfachschule Metalltechnik

Foto: IBA

Anmeldung für das Schuljahr 2015/16

Ziel: Vorbereitung auf eine Ausbildung im Berufsfeld Metalltechnik

◗ Berufseinstiegsjahr (BEJ)

Infoabend: Donnerstag, 23.07.15 um 18.00 Uhr Carlo Schmid Schule Freiburg · Private Schule für Wirtschaft und Soziales Straßburger Straße 3a · 79110 Freiburg css-freiburg@internationaler-bund.de

www.carlo-schmid-schule.de Tel. 0761 8888582

D

ie Agentur AHPGS hat die Akkreditierung des dualen Bachelor-Studiengangs „International Business Management“ – Schwerpunkte Hotelmanagement, Immobilienwirtschaft, Marketing und Sportmanagement – bis 2021 verlängert. Die Qualität der Lehre in Bachelor- und Master-Studiengängen wird in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Agenturen begutachtet. Bei diesen sogenannten Akkreditierungsverfahren werden zum einen umfangreiche Berichte über den Studienbetrieb und die Modulbeschreibungen der Studiengänge geprüft. Zum anderen werden bei ergänzenden Interviews und Begehungen auch die Infrastruktur der Einrichtungen, die personelle Ausstattung sowie qualitätssichernde Maßnahmen beleuchtet. In den letzten Monaten durchlief der duale Bachelor-Studiengang „International Business Management“

Karriere im Blick:

Duales Studium in Freiburg Studiengang:

International Business Management (staatlich anerkannter Bachelor of Arts) Schwerpunkte:

Immobilienwirtschaft Marketing Hotelmanagement Sportmanagement Fakten zum Studium: • Duales Studium im 3-Monats-Modell • Campus mit bester Infrastruktur • Eigenes Studenten-Wohnheim • Internationales Netzwerk • Studienbeginn: 1.10., 1.1. und 1.7. Einige unserer Kooperationspartner:

Infotag

:

Mi, 22. J uli 18:00 U hr

IBA Studienort Freiburg • Kronenstraße 2-4 • 79100 Freiburg • 0761 70329-169 • info@iba-freiburg.de • www.iba-freiburg.de

am IBA-Studienort Freiburg diesen Zertifizierungsprozess. Durchführende Agentur war die in Freiburg ansässige AHPGS, die ihrerseits wiederum vom Deutschen Akkreditierungsrat akkreditiert ist. Die von der AHPGS beauftragte Gutachtergruppe, der unter anderen drei Hochschul-Professoren angehörten, stellt in ihrem Bericht fest: „Die Studierenden haben eine starke Identifikation mit der IBA gezeigt, es wurde eine hohe Zufriedenheit mit den Dozierenden und dem Studium allgemein rückgemeldet. Die Studierbarkeit wird auch durch die ansprechende und vollumfängliche Ausstattung gewährleistet und trägt zu einer positiven Studienatmosphäre bei.“ Dr. Regina Schwab, wissenschaftliche Leiterin am IBA-Studienort Freiburg zeigt sich zufrieden: „Besonders gefreut haben wir uns über die positive Hervorhebung der Ergebnisse aus den Interviews mit unseren Studierenden. Wir verstehen

uns als Dienstleister für unsere Studierenden und legen neben einer hohen Qualität der Lehre auch viel Wert auf eine gute Studienatmosphäre, weil dies die Arbeitsergebnisse positiv beeinflusst. Gleichzeitig unterstützen wir mit dem Konzept des dualen Studiums die Unternehmen der Region, die gezielte Nachwuchsförderung und -sicherung betreiben können.“ Nach der erfolgreichen Reakkreditierung sieht der IBA-Studienort Freiburg nun einen Arbeitsauftrag darin, das Studienangebot um weitere Studienschwerpunkte zu ergänzen. Das nächste Reakkreditierungsverfahren steht 2021 an. Die nächsten Infoveranstaltungen am IBA-Studienort Freiburg finden am 22. Juli und 19. August jeweils um 18 Uhr statt.

■ Weitere Informationen erhalten Sie unter www.iba-freiburg.de Tel. 0761 703 29 169.


Sinnvolle Investition

F

Last-Minute-Börse 2015 Frühbucher-Börse 2016

Auf seinem beruflichen Weg hat Marco rückblickend die Angebote der Carlo Schmid Schule als besonders unterstützend empfunden: Praktika, intensiv begleitet von der Jugendberufshelferin, kleine Klassen, engagierte Lehrer/innen aber auch hauseigene Seminare in seiner

Da geht noch was! Foto: Carlo Schmid Schule

ür Marco Eberle war es genau die richtige Entscheidung: Nach der Hauptschule hat er in der Wirtschaftsschule der Carlo Schmid Schule den Mittleren Bildungsabschluss gemacht. Danach schloss er seine zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen bei der Fachspedition Karl Dischinger GmbH ab und erhielt sogar den IHK-Förderpreis für besonders gute Leistungen.

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EXPERTENTIPPS ZU VIELEN THEMEN

Mittlere Reife und passgenaue Vorbereitung auf den Beruf mit der Carlo Schmid Schule

Im Anschluss konnte er seine Ausbildung um ein Jahr aufstocken und 2014 seine Ausbildung als „Fachkraft für Lagerlogistik“ beenden. Das ist genau der passende Beruf für den 2,05 Meter großen, sportlichen Mann aus Offnadingen, den er nun beim Laborgerätehersteller IKAWerke GmbH & Co. KG in Staufen in Festanstellung ausübt.

MARKT

BERUF & KARRIERE

Samstag, 11. Juli 2015

Rolle als Klassensprecher, wie z.B. das Gewaltpräventionsseminar in München, haben ihn besonders angesprochen.

der privaten Carlo Schmid Schule erhobene Schulgeld – waren rückblickend für Marco eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Angestachelt vom Erfolg des großen Bruders besucht mittlerweile auch Marco´s jüngere Schwester Jasmin die Wirtschaftsschule an der Carlo Schmid Schule in Freiburg. 70 Euro monatlich – soviel beträgt das von

■ Umfassende Informationen Informationsabend am Donnerstag, 23. Juli um 18:00 im IB Bildungszentrum, Straßburger Str.3a, in 79110 Freiburg oder www.carlo-schmid-schule.de

Am Mittwoch, den 29. Juli, von 15 bis 17 Uhr, treffen sich in der Agentur für Arbeit Freiburg, Lehener Straße 77, Experten des Ausbildungsmarktes und Lehrstellensuchende zur „Last-Minute-Börse“. Auf dem Lehrstellenmarkt wird vor Beginn der Schulferien der Endspurt eingeläutet. Bewerber ohne Ausbildungsstellen haben noch gute Chancen. Sie dürfen allerdings nicht ausschließlich ihren Traumberuf vor Augen haben, sondern sollten berufliche Alternativen in ihre Suche mit einbeziehen. Jugendliche können sich auf der Frühbucher-Börse bereits über Ausbildungsstellen mit Beginn im Herbst 2016 informieren. Viele Arbeitgeber haben Ihren Bedarf für das nächste Jahr bereits gemeldet. Die Last-Minute-Börse ist eine Gemeinschaftsaktion der Agentur für Arbeit Freiburg, der Industrie- und

Handelskammer Südlicher Oberrhein und der Handwerkskammer Freiburg. Berufsberater und Ausbildungsexperten der Kammern informieren und beraten Jungen und Mädchen, die in diesem Jahr noch mit einer Ausbildung starten wollen. Darüber hinaus geben sie einen Überblick über die noch freien Ausbildungsplätze bei Betrieben und Schulen. Expertentipps gibt es zu den Themen Eignungstest, Berufswahl, Bewerbung und Vorstellungsgespräch. Zudem gibt es Informationen zum Thema Bundesfreiwilligendienst. Angesprochen sind Jugendliche unter 25 Jahre ohne Erstausbildung aus den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie der Stadt Freiburg. Ende Juni waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg noch knapp 1.600 Ausbildungsstellen für Herbst 2015 unbesetzt.

NEUERÖFFFNUNG AM 1. JULI IN FREIBURG

„Es ist dein Geburtsrecht glücklich zu sein“ Dieser Satz stammt von Yogi Bhajan, dem Yogameister, der Kundaliniyoga in den 70er Jahren in den Westen brachte. Inzwischen wird es auf der ganzen Welt von Millionen von Menschen praktiziert. Am 1. Juli öffnet nun mit dem Dharam Raj Yogahaus das erste Kundaliniyogazentrum in Freiburg seine Türen! Hier entsteht ein Zentrum für Inspiration, Bewegung, Freude, Bewusstsein, Entspannung, Meditation und Gemeinschaft. Eine typische KundaliniYogastunde besteht aus: Einstimmung, Aufwärmen, Übungsreihe,

Entspannung und Meditation. Kundalini-Yoga ist eine ganzheitliche Methode von Körper- und Energiearbeit. Über Atemübungen, Yogahaltungen, dem Chanten von Mantras, Entspannung und Meditation wird Stress reduziert, das Körpergefühl verbessert, neue Energie und Lebensfreude erfahren und eben auch das eingangs erwähnte Gefühl, glücklich zu sein. Das Dharam Raj Yogahaus bietet dabei für alle das passende Angebot –

für Anfänger, Fortgeschrittene, Frauen, Männer, Kinder, Schwangere, Senioren… ob in der Mittagspause, am Morgen oder am Abend. Zudem werden regelmäßig Workshops zu bestimmten Themen, Vorträge, Filmabende, Mantrasingen, gemeinsames Essen und ein Raum zum Teetrinken und Bücher lesen angeboten. ■ Dharam Raj Yogahaus Freiburg, Barbarastr. 10, 79106 Freiburg, Tel. 0176-22593146, www.yogahaus-freiburg.de

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MARKT

SANIEREN

Samstag, 11. Juli 2015

Jedes zweite Fenster Fenster aus Kunststoff überzeugen bei energetischer Sanierung und werden inzwischen auch bei Neubauten zumeist verwendet.

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Der Hauptgrund für das anhaltende Wachstum von Kunststofffenstern liegt in ihrer Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit, was sie besonders für den Einsatz in der energetischen Sanierung attraktiv macht. Nach wie vor herrscht in Deutschland Nachholbedarf auf diesem Gebiet, sowohl bei Privat-

als auch bei Geschäftsimmobilien. Für Fenster aus Kunststoff spricht ihre Energieeffizienz. Sie erreichen mühelos Passivhaus-Standards. Auch ihre Langlebigkeit und der geringe Pflegeaufwand im Vergleich zu anderen Fenstergattungen sind überzeugende Merkmale. Mit Kunststofffenstern in zahl-

reichen Form- und Farbvarianten lassen sich die Vorstellungen von Bauherren bequem realisieren. Kunststofffenster in Holz-Optik sind von den Originalen aus Holz heute kaum noch zu unterscheiden. Aber nicht nur die Optik ist entscheidend. Moderne Systemeerhöhen zudem die Einbruchsicherheit. Führende Hersteller bieten zudem spezielle Beschläge mit Sicherheitspilzzapfen sowie hochwertige Profile mit Stahlverstärkungen, die die Sicherheit weiter maßgeblich beeinflussen.

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Beton auf der Deponie Baustoffe müssen irgendwann auch wieder entsorgt werden. Ob sie sortenrein sind oder verunreinigt, entscheidet über die Kosten.

B

austoffe, wie zum Beispiel Beton, können nur recycelt werden, wenn sie sortenrein und frei von Rückständen, beispielsweise Putz, Gips oder Lack, sind. Entsprechend unterscheiden sich die Kosten pro Tonne bei der Entsorgung von sortenreinen Baustoffen und solchen mit anhaftendem Putz oder Lack. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Millionen Kubikmeter Baustoffe auf Deponien angeliefert, meist handelt es sich um Beton und Mauerwerk. Zunehmend werden die Auflagen für die fachgerechte Entsorgung verschärft, um das grundwasser zu schützen und eine Verseuchung des Erdreichs zu verhindern. Die Entsorgungskosten pro Tonne für mit Schadstoffen belastete Baustoffe unterscheiden sich drastisch von sogenannten sortenreinen Baustoffen. Während mit Schadstoffen belastete Baustoffe als Sondermüll gehandhabt werden, ist bei Beton und Mauerwerk mit Gips- oder Putzrückständen oft die Auslegung noch regional verschieden. Bei Gipsund Putzanhaftungen werden aber Sulfate ausgeschwemmt, was wiederum das Grundwasser verunrei-

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Fenster und Reparaturen

eutzutage ist mehr als jedes zweite verkaufte Fenster in Deutschland aus Kunststoff. Neben den alternativen Materialien wie Holz, Aluminium oder Stahl haben die Modelle aus Kunststoff den größten Marktanteil – allein für das Jahr 2015 prognostizierte der Verband Fenster + Fassade (VFF) einen Anteil von 58,1 Prozent – mit steigender Tendenz. Mehr als 60 Prozent aller verbauten Fenster kommen bei Renovierungen und Modernisierungen zum Einsatz. Das bei Neubauten eingesetzte Volumen wächst und beläuft sich laut VFF auf 39,7 Prozent.

nigt. Für Abbruchunternehmen ist es bislang meist günstiger mit Schadstoffen behaftete Baustoffe zu entsorgen statt diese vorab zu reinigen. Im Sanierungsbereich jedoch führt meist kein Weg am Abschleifen von Wänden und Fassaden vorbei. Gerade bei Baustoffen, die deutschlandweit die größte Abfallmenge bilden, sollte deshalb bereits bei der Herstellung auf eine gute Ökobilanz geachtet werden. Von mehr als 380,5 Millionen Tonnen Abfällen die im Bundesgebiet 2012 produziert wurden, entfielen ungefähr 199,3 Millionen Tonnen auf Bau- und Abbruchabfälle. In Baden-Württemberg wurden 2013

laut Statistischem Landesamt rund 45,5 Millionen Tonnen an Abfällen produziert, davon entfielen etwa 35,5 Millionen Tonnen auf Bauund Abbruchabfälle. Mit über 23 Millionen Tonnen machte der Bodenaushub, der aus Erde und Steinen besteht, im Jahr 2012 fast zwei Drittel der Gesamtmenge an Bau- und Abbruchabfällen aus. Der Gesamtbestand an Bauwerken in Deutschland ist mit rund 50 Milliarden Tonnen inzwischen ein bedeutendes, menschengemachtes Rohstofflager, das nach dem Nutzungsende auch wieder dem Recycling zugeführt werden kann und muss.


TRAUER

Samstag, 11. Juli 2015

MARKT

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Sich selbst sicher sein Zu Lebzeiten die Bestattung regeln. Wer sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzt, nimmt auch den Angehörigen viele Sorgen ab

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chon zu Lebzeiten sollten Menschen sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen und die Bestattung regeln. Damit helfen sie sich selbst und ihren Angehörigen. Man sollte schon frühzeitig den äußeren Rahmen der Bestattung klären. Damit gibt man sich selbst die Sicherheit, dass der eigene Wille Beachtung findet – und man nimmt gleichzeitig auch den Angehörigen die Sorge, in Zeiten arger Trauer sich auch noch um Bestattungsfragen kümmern zu müssen. So vermeidet man auch das Orakeln über den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. Bestatter bieten dafür sogenannte Bestattungsvorsorge-Beratungen an. Gemeinsam mit dem Kunden wer-

den in einem Bestattungsvorsorgevertrag alle Punkte festgehalten,

die dereinst für die Bestattung wichtig sein sollen. Beratung und Vorsorgevertrag sind kostenlos. Zu den Punkten, die in einem Bestattungsvorsorgevertrag geklärt werden, gehören unter anderem die Fragen nach einer Erd- oder Feuerbestattung, dem Blumenschmuck, der Trauerfeier und vielem mehr. Dabei regelt man auch den finanziellen Rahmen. Laut einhelliger Expertenmeinung macht es Sinn, langfristig für die Bestattung finanziell vorzusorgen, sobald man mit dem Bestatter seines Vertrauens den Vorsorgevertrag abgeschlossen hat. Der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bietet beispielsweise die treuhänderische Verwaltung von Geldern an.

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Baumbestattungen sind in Deutschland erst seit zehn Jahren möglich und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei naturverbundenen Menschen

Baumbestattungen sind in Deutschland erst seit zehn Jahren möglich. Am 7. November 2001 eröffnete im nordhessischen Reinhardswald der erste deutsche Friedwald. Die ersten Menschen, die sich für die Bestattung in kompostierbaren Urnen unter dem grünen Blätterdach interessierten, hätten davon nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Heute ist das anders, denn Naturgräber liegen im Trend. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage wünscht sich inzwischen jeder vierte Deutsche eine Beisetzung im Wald oder auf See. Wer seine letzte Ruhe zu Füßen eines Baumes finden will, hat heute die freie Auswahl. Insgesamt gibt es hierzulande rund 200 Bestattungswälder. Auf die Grabstätten verweist nichts außer einem kleinen Namensschild an dem Baum, den sich die Verstorbenen meist noch zu Lebzeiten ausgesucht haben. Oft ist es auch so, dass die Menschen ihren Angehörigen die Friedhofspflege nicht zumuten wollen. In den Friedwäldern ist eine Grabpflege explizit nicht vorgesehen. Hatte der Verstorbene einen starken Bezug zur Natur, wählen die Hinterbliebenen oftmals die Baumbestattung für die

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s gibt in Deutschland immer öfter das Verlangen, einem größeren Ganzen anzugehören und in der Natur Frieden zu finden. Dazu passt der Wunsch, sich unter Bäumen bestatten zu lassen. Eine Möglichkeit dazu ist der Friedwald - eine Naturbestattung, die immer beliebter wird. In extra dafür ausgewiesenen Wäldern wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen unter einem Baum beigesetzt. In Deutschland gibt es rund 200 solcher Wälder.

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Baumbestattung für alle, die sich in der

Beisetzung der Urne. Meist ist dies mit dem Gedanken verbunden, dass die sterblichen Reste des Verstorbenen auf diese Weise schnell wieder in den Naturkreislauf zurückgelangen. Um die Umwelt zu schützen, werden für diese Beisetzungsart spezielle Urnen verwendet. Die sogenannten Bio-Urnen werden aus ökologisch abbaubaren Materialien hergestellt. Häufig wird ein Bio-Kunststoff eingesetzt, der auf Maisstärke oder Flüssigholz besteht. Eine solche Urne zerfällt somit später in ökologisch unbedenkliche Bestandteile. Für eine Baumbestattung kann aber auch eine Urne aus Holz verwendet werden. Wie bei den traditionellen Bestattungsarten gibt es bei der Baumbestattung unterschiedliche Grabarten. Der Familien- oder Freundschaftsbaum dient als Ruhestätte für ganze Familien oder Freundeskreise. Bei einem Familienbaum können in der Regel bis zu zehn Personen beigesetzt werden. Stehen sich zwei Personen, etwa Ehepartner oder Geschwister, besonders nahe, kann für die Beisetzung ein Partnerbaum gewählt werden. Es ist zudem möglich den Verstorbenen an Gemeinschaftsbaumplät-

zen in einem Einzelgrab beisetzen zu lassen. Bei der Baumbestattung ist eine Grabgestaltung, ähnlich wie bei traditionellen Erdgräbern oder Urnengräbern, in der Regel nicht möglich. Meist ist es nicht gestattet eine Kennzeichnung der Grabstätte durch Grabsteine oder anderen Grabschmuck vorzunehmen. Um das natürliche Bild des Waldes zu erhalten, werden die Grabstätten durch kleine Namenstafeln an den Bäumen gekennzeichnet. Eine Grabpflege durch die Hinterbliebenen wird daher meist nicht verlangt. Die Waldpflege wird in der Regel von der Friedhofsverwaltung beziehungsweise den Waldbesitzern übernommen. Die Idee zu Baumbestattungen hatte 1993 erstmals der Schweizer Ueli Sauter, der nach einer naturnahen Bestattung für einen Freund suchte. Er erfand die Bestattung in einem “Friedwald” und ließ sich die Idee in der Schweiz und in der EU patentieren. Innerhalb kurzer Zeit erfuhr diese Bestattungsart großen Zuspruch, weil sie althergebrachte Strukturen aufbrach und naturverbundenen Menschen eine Alternative bot.

Idee geborgen fühlen, dass ein Baum für sie nach den Sternen greift.

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185. Ausgabe, ET 11.07.2015  

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