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HERDERNMAGAZIN 21. März 2015

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Baupläne an der Habsburgerstraße

Was wird aus dem „Wirtshaus zu Amerika“? Alter Friedhof

Im Lauf der Zeit – ein Rundgang Leben in Herdern

Kulturtipps Kabarett Kindertheater

Tanz & Akrobatik vom Feinsten

Showteam Matrix aus Herdern


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H E R E I N S PA Z I E R T

„Klein-Nizza“ in Freiburg – hier hält der Frühling zuerst Einzug Vom Winzerdorf zum lebendigen Stadtteil. Was fehlt ist ein „Herdernhaus“ für zwanglose Treffen der Bewohner. Ein Gastbeitrag. rkundlich wird das Winzerdorf Herdern erstmals im Jahr 1008 n. Chr. erwähnt und gehört damit zu den am frühesten besiedelten Orten des heutigen Stadtkreises Freiburg.

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Auf eine lange Tradition hier im Stadtteil blicken der Löschzug 3 der Freiwilligen Feuerwehr, der Turnverein und die Lallizunft zurück. Diese sind übrigens auch dafür verantwortlich, dass unser Hock seit über 30 Jahren rund um die Kirche stattfindet.

1457 wurde das Dorf an Freiburg verkauft und nun war es der Stadt möglich, sich auch nach Norden hin auszubreiten. Zahlreiche Gründerzeit- und Jugendstilvillen aus dem ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zeugen noch heute von der intensiven Bautätigkeit zwischen dem ehemaligen Dorfkern und der Altstadt.

Der Herdermer Bürgerverein, besteht seit 116 Jahren, kann also auf eine lange Tradition zurück blicken. Er entstand aus der Unzufriedenheit einiger Bürger über so manches, was im Zuge der wachsenden Stadt an Bautätigkeiten in Herdern erfolgte, wie beispielsweise die „Irrenklinik“ und das Gefängnis. Diese Thematik zieht sich bis heute wie ein roter Faden durch die Sitzungen und Beratungen des Bürgervereins. Viele alte Bauten sind bereits verschwunden und damit geht auch die Geschichte des kleinen Winzerdorfes mehr und mehr verloren. Daher ist es dem Bürgerverein ein großes Anliegen, alte Bausubstanz zu erhalten.

Daran, dass Herdern über Jahrhunderte hinweg in erster Linie ein Winzerdorf war, erinnert heute leider fast gar nichts mehr. Denn auch an den Berghängen, wo bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ausgedehnte Rebberge und Streuobstwiesen lagen, steht inzwischen Villa an Villa. Was hat Herdern heute zu bieten? Es wird immer noch „Klein Nizza“ genannt, denn auch heute noch scheint der Frühling alljährlich zuerst seinen Einzug in Herdern zu halten. Herdern ist nicht nur ein bunter, lebendiger Stadtteil, nein, es scheint alles zu haben, was gebraucht wird, um sich wohl zu fühlen. Entlang der Habsburgerstraße und natürlich rund um den Kirchplatz gibt es Geschäfte aller Art für fast jeden Bedarf. Polizeiposten und Gerichtsbarkeit sind im Stadtteil präsent. Sogar eine der wichtigsten Institutionen – das Finanzamt – hat seinen Sitz in Herdern. Der Anschluss an die Innenstadt und die anderen Stadtteile ist durch Bus und Straßenbahn recht gut gewährleistet.

Ein Stadtteil lebt davon, dass sich die Bewohner kennen, dass sie die Möglichkeit haben, sich zwanglos zu treffen, sich auszutauschen. Seit Jahren bemüht sich der Bürgerverein um ein „Herdernhaus“, das als Treffpunkt dienen und in dem der Vorstand zu seinen Besprechungen zusammen kommen könnte. Wegen der hohen Mieten ist dies aber noch unrealistisch. Im Mai finden beim Bürgerverein Herdern Neuwahlen des Vorstands statt. Wir sind wir auf der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für ihren Stadtteil aktiv einsetzen möchten. Sie können jederzeit Mitglieder unseres Bürgervereins werden und sich zur Verfügung stellen, wir freuen uns auf Sie! Ingrid Winkler Vorsitzende des Bürgervereins Herdern

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S C H Ö N E AU S S I C H T E N

Inhaltsverzeichnis Herein Spaziert: Gastbeitrag von Ingrid Winkler __ Seite 3 Showteam Matrix: Tanz & Akrobatik vom Feinsten __ Seite 5 Habsburgerstraße:. Ein Haus voller Geschichte(n) __ Seite 9

Schön Wohnen und mehr Zur ersten Ausgabe des neuen Herdern-Magazins

Alter Friedhof: Jedes Grab erzählt __________ Seite 13 Universitäts-Bauamt: Umzug nach Herdern ________ Seite 16 Feste feiern: Der Herdemer Hock ________ Seite 19 Veranstaltungs-Tipps ________ Seite 20 Kultur-Tipps ______________ Seite 22

IMPRESSUM Stadtteilmagazin Zeitung am Samstag Verlags GmbH Benzstraße 22, 79232 March Tel. 07665-93 458-0 Fax 07665-93 458-286 Geschäftsführer: Christopher Kunz, Rüdiger van der Vliet Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 Redaktion: Michael Zäh, Tel. 0170-73 91 787 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de Titelfoto: Barbara Breitsprecher, Alex Koch Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de Grafik, Layout & Herstellung: dtpwork design, Herbolzheim Adrian Kempf, Tel. 07643-39 42 65 00 e-mail: layout@dtpwork.de

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Sie halten es in den Händen: Unser erstes Herdern-Magazin. Künftig wollen wir zweimal im Jahr ein solches Heft, das sich intensiv dem Stadtteil Herdern widmet, herausbringen. Mit Herdern verbindet man eine ruhige, aber innenstadtnahe Lage, grünes Wohnen und teure Villen. Herdern ist aber viel mehr: Der Stadtteil mit dem wunderbar dörflichen Ortskern, den kleinen Läden und den Festen auf dem Kirchplatz sowie dem reichen Kulturangebot im Vorderhaus, ist auch einer der kinderreichsten Stadtteile Freiburgs. Wobei den älteren Jugendlichen hier nach wie vor der Schulhof als Treffpunkt genügen muss. Es wäre spannend zu wissen, was Herderns Jugend sich wünscht, was sie gebrauchen könnte, an Freiflächen, Angeboten oder Jugendzentrum. Mit diesem Magazin und unserer langjährigen Erfahrung als Team der Zeitung am Samstag möchten wir Herdern gerne begleiten, auf einem Weg, der Veränderungen bringt und Traditionelles erhält. Dazu gehören Porträts und Interviews von Menschen und Gruppen, die sich für ihren Stadtteil stark machen. Ebenso gehört aber dazu, heiß diskutierte Themen aufzugreifen – denn auch eine konstruktive Auseinandersetzung, bei der am Ende eine sachliche, gut begründete Lösung gefunden wird, ist etwas, was einen Stadtteil stark macht. Und natürlich möchten wir Veranstaltungen und Termine nennen, die für die Bürgerinnen und Bürger interessant sind. In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre. Barbara Breitsprecher Chefredakteurin Magazin


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Matrix

Tanz und Akro batik vom Feinsten

©Alex Koch

Vor elf Jahren gründete Tina Plötze das Showteam Matrix. Inzwischen hat die Trainerin und Choreografin ihr Ensemble, das Modern Dance, Kunstturnen und Akrobatik vereint, an die Spitze geführt.

D

ie Konzentration ist fast mit Händen zu greifen.Intensive Aufwärmübungen bei treibender Musik. Was danach kommt ist atemberaubend: Tänzerinnen, Turner und Akrobaten des Showteams Matrix proben gemeinsam in der Halle des Friedrich-Gymnasiums für ihren nächsten Auftritt und zeigen dabei kraftvoll-geschmeidige Anmut und spektakuläre Einlagen. Energievolle Kraftakte wechseln sich bei diesem Training mit fröhlichem Lachen ab. Hier ein zupackender Griff, dort ein Sprung gefolgt von einem kritischen Blick, dann ein herzliches Schulterklopfen. Ein kräftiger, breitschultriger Turner stemmt eine grazile 16Jährige hoch, als wäre sie eine Feder. Daneben fliegt gerade einer der Turner durch die Luft, hochgeschnellt über die Rücken anderer, ohne Trampolin, und aufgefangen von den starken Armen weiterer Akrobaten. Befreites Lachen, als die Landung klappt. Währenddessen bewegen die Tänzerin- ©Barbara Breitsprecher

nen im Vordergrund ihre beweglichen Körper mit einer gleichförmigen, schwebenden Leichtigkeit und verweben zu einer faszinierenden Einheit. Dazwischen Tina Plötze (Foto). Ein bewegliches Energiebündel, beim Aufwärmtraining – an dem sie selbstverständlich teilgenommen hat – schien ihr Atem

» ALS AKROBAT BRAUCHT MAN MUT. TINA PLÖTZE, TRAINERIN MATRIX kaum schneller zu gehen. Sie ist die Gründerin, Trainerin und Choreografin von Matrix. Das Showteam lebt von ihrem Einsatz, ihren Ideen und ihrer Energie. Sie überlegt sich die Schrittabfolgen, denkt sich die turnerischen Einlagen aus und entscheidet über Ko-

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©Alex Koch

Zusammen mit Orso präsentierte Matrix vergangenes Jahr mit „Empört Euch!“ eine höchst beeindruckende Aufführung.

stüme und Requistiten, die den Aufführungen ihren glamourösen Touch geben. Der nächste Auftritt findet gemeinsam mit Orso statt, am 18. April um 20 Uhr im Konzerthaus. „Sounds of Cinema“ lautet das Thema des Abends , bei dem das Orsophilharmonic Orchestra unter der Leitung von Wolfgang Roese zusammen mit dem Showteam Matrix bekannte Filmmusik spektakulär interpretieren wird. Seitdem hört Tina Plötze immer und immer wieder die Klänge des Orchesters und studiert in ihrem Wohnzimmer passende Choreografien ein. Es ist nicht das erste Zusammenwirken von Matrix und Orso – vergangenes Jahr hatten sie zusammen einen Auftritt mit „Empört Euch!“, wobei der akrobatische Tanz, der Text von Stéphane Hessel und die Musik von Dmitri Schostakowtisch damals zu einer großartigen Komposition verschmolzen. „Es ist so eine tolle Gruppe“, schwärmt Tina Plötze von ihrem Showteam. Angefangen hatte alles vor elf Jahren mit einigen Mädchen aus der Leistungsriege der Turnerinnen. Sie nahmen an den Badischen Meisterschaften teil, ihr Stück hieß „Matrix“,

die Gruppe selbst hatte noch keinen Namen. Sie kamen unter die besten Drei und qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften.Das Programm wurde ihr Name: Matrix. Ein Jahr später kamen die ersten Männer dazu, allesamt Turner. Dann vergrößerte und verfeinerte sich die die Gruppe mit weiteren Mädchen aus dem Modern- und Jazztanz.Was sie alle miteinander bei Matrix einbringen, bringt Tina Plötze zum Schwärmen: „Das ist ganz hohes Niveau“. Sie selbst hat mit drei Jahren im Leistungssport angefangen. Zunächst im Ballett, später kam das Turnen hinzu. Ihre Eltern entschieden dann jedoch, sie aus dem Kader herauszunehmen und sie stattdessen in leistungsorientierten Gruppen traiShowteam Matrix

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Christina Plötze gründete 2004 das Showteam Matrix. Heute trainieren 29 aktive Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 47 Jahren unter Anleitung der Trainerin und Choreografin. Matrix, das zum Turnverein Freiburg-Herdern gehört, ist seit 2006 offizielle Showgruppe des Deutschen Turnerbundes und wurde drei mal zur „Freiburger Mannschaft des Jahres“ gewählt. Seit Bestehen des Showteams ist Matrix jedes Jahr für seine sportlichen Erfolge beim Bundesfinale der Showperformance oder bei den Weltmeisterschaften der Showperformances mit der Goldmedaille der Stadt Freiburg geehrt worden. Internationaler Erfolg hatten sie mit Auftritten in Tokyo, Fiuggi, Seoul, Busan, Dornbirn, Lausanne, Siauliai und Kapstadt, dabei gab es zweimal die Goldmedaille bei internationalen Weltmeisterschaften. 2015 geht es nach Helsinki zur Weltgymnastrada.


Modern Dance, Kunstturnen, Akrobatik – Das Showteam Matrix vereint alle drei Elemente zu faszinierenden Aufführungen. Hier beim Training. Foto: Barbara Breitsprecher

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nieren zu lassen. Hier war die Förderung spielerischer. Tina Plötze stammt gebürtig aus Göttingen, mehrere Umzüge brachten sie unter anderem nach Berlin, später dann nach Freiburg. Bis sie 16 Jahre alt war, nahm sie am Balletttraining teil, dann entdeckte sie für sich eine andere große Leidenschaft: den Jazztanz. Vier mal pro Woche nahm sie am Tanztraining teil, hinzu kam weiterhin drei mal pro Woche das Kunstturnen. Ob ihr etwas in der Jugend gefehlt habe, vielleicht Freizeit? Tina Plötze schüttelt lachend den Kopf: „Das war meine Freizeit. Ich hatte hier meine Freundinnen, wir haben immer eine Menge Spaß gehabt.“ Bis heute, so hat sie festgestellt, sind die meisten aktiven Turnerinnen auch sehr gut in der Schule, die vielen Trainingszeiten stellen also dabei keine zu große Belastung dar. Was war zuerst? Die Disziplin oder die Begabung? Auch Tina Plötze kennt die Antwort nicht. Nach dem Abitur studierte sie in Freiburg Sport, Deutsch und Geschichte, sie wollte Lehrerin werden. Heute unterrichtet sie am Gymnasium in Gengenbach und ist darüber sehr glücklich. Im übrigen ist sie eine der Sportlehrerinnen, die tatsächlich alle Übungen immer mitmachen. Während des Studiums wechselte sie zeitweise nach München und besuchte dort abends parallel die Iwanson-Schule, eine der größten Institute in Europa für zeitgenössische Tanzausbildung. Damals reifte der Gedanke, nach dem Abschluss und der Rückkehr nach Freiburg zusammen mit den besten Mädchen dort eine Show-Tanzgruppe zu gründen. Sie selbst tanzte weiterhin bei den Freiburger Jazzetts, unter der Leitung von Helga Mayer-Ehret. Es war eine ungeheuer intensive Zeit, jeden Abend kam Tina Plötze erst gegen 22.30 Uhr nach Hause. „Aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht“, bekräftigt die sympathische 36-Jährige, die heute Mutter von zwei Kindern ist. „Ich bereue gar nichts.“ Bei Matrix ist der jüngste Turner vor kurzem 16 Jahre alt geworden, der älteste ist 47, aber al-

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Foto: Barbara Breitsprecher

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tersmäßig kaum von den anderen zu unterscheiden. Neben den Turnern und Turnerinnen gehören Sportstudierende, ehemalige aktive Turner und die Modern- und Jazz-Tänzerinnen zur Truppe. Männliche Modern Dance-Tänzer zu finden ist hierzulande kaum möglich, während es in den USA begandete Tänzer gibt. „Bei uns ist das einfach keine Mode“, bedauert Tina Plötze das.

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„Offizielle Showgruppe des Deutschen Turnerbundes DTB“ inne. Einer der Höhepunkte von Matrix war 2007 die Reise nach Japan, wo das Freiburger Showteam drei verschiedene Aufführungen präsentierte. „Wir wurden dort gefeiert wie Stars“, erinnert sich Tina Plötze. Seitdem ist die Gruppe fast jedes Jahr für Auftritte im Ausland unterwegs. In diesem Jahr geht es nach Helsinki zur Weltgymnastrada, die Tänzerinnen, Turnerinnen und Turner haben schon den Urlaub dafür gebucht. Das große Ziel, das Tina Plötze und Matrix anvisieren, steht dann im Juli 2017 an: Da findet in Oslo die dritte „Gym for Life Challenge“ statt. Das Freiburger Showteam hat den Ehrgeiz, dort nicht nur in einer Kategorie, sondern in allen Gruppen Gold zu holen. Barbara Breitsprecher

TINA PLÖTZE, TRAINERIN MATRIX Derzeit sind 29 Frauen und Männer bei Matrix aktiv mit dabei, bei Bedarf kann Tina Plötze sicher sein, dass einige Auswärtige Sportler für Aufführungen mit dazu stoßen. Zweimal pro Woche trainiert das Showteam miteinander, daneben haben die Turner, Turnerinnen und Tänzerinnen mehrmals in der Woche noch ihr eigenes Training. Neben der körperlichen Fitness, Stärke und Technik brauchen die Turner und Turnerinnen von Matrix aber noch etwas: „Mut braucht man als Akrobat“, weiß Tina Plötze. Seit 2006 hat das Showteam Matrix durchgängig den jährlich zu vergebenden Titel Anzeige

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©Bild: Stadtarchiv Freiburg

Habsburgerstraße

Auf dieser Bauskizze von 1819 ist der Häuserkomplex Habsburgerstraße/Ecke Wölflinstraße in seiner Gesamtheit gut zu erkennen.

Ein Haus voller Geschichte(n) Ein historischer Gebäudekomplex und damit auch ein geschichtsträchtiges ehemaliges Wirtshaus ohne Denkmalschutz stehen vor dem möglichen Abriss. Das Areal Habsburger-/Wölflinstraße soll neu bebaut werden.

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esonders ansehnlich ist das Haus an der Ecke Habsburgerstraße/Wölflinstraße nicht.Viele Jahre lang war hier ein Autohaus ansässig, schicke Jaguar standen hinter großen Fensterscheiben. Später zog ein Farbengeschäft ein, nun steht das Gebäude seit geraumer Zeit leer und wirkt fast ein wenig verwahrlost. Dabei verbirgt sich hinter der Fassade die überaus interessante Geschichte eines der ältesten Häuser in Herdern. Das Haus gehört zu einem Areal, das von der Firma Gisinger im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes bebaut werden soll. Ein Teil des Grundstücks – zu dem auch das alte Eckhaus gehört – hat Gisinger selbst erworben, hier soll der neue Firmensitz gebaut werden. Daneben sollen weitere Büros und Geschäfte sowie Wohnungen entstehen.

Caritas und Gisinger haben die Gebäude bewertet und sind bislang zu dem Schluss gekommen, dass sie die Bausubstanz der vier alten Häuser auf dem knapp 7000 Quadratmeter großen Grundstück für denkbar schlecht halten und davon ausgehen, dass die Häuser abgerissen werden müssen. Keines der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Doch das mit dem notwendigen Abriss sehen nicht alle so, es formiert sich Widerstand in der Bürgerschaft von Herdern und Neuburg. Ingrid Winkler, die Vorsitzende des Bürgervereins Herdern, wünscht sich, dass das Haus Habsburger-/Ecke Wölflinstraße erhalten bleiben und sich nur auf der Rückseite eine neue Bebauung erschließen soll. Dafür, räumt sie ein, seien allerdings Ideen und Phantasie gefragt. „Für mich hat Architektur etwas mit Kunst zu tun“, bekräftigt Ingrid Winkler, die sich

Habsburgerstraße

„Wirtshaus zu Amerika“ Das kulturgeschichtliche interessante Gebäude Habsburgerstraße 101 an der Ecke zur Wölflinstraße gehört zu einem der wenigen in Freiburg noch erhaltenen Häusern aus der Pionierbebauung und ist vermutlich eines der ältesten Häuser der Habsburgerstraße. Diese wiederum gehört seit dem Mittelalter zu einer alten Siedlungs- und Verkehrsachse, die Linienführung der Habsburgerstraße entspricht weitgehend bis heute dem mittelalterlichen Verlauf. Im Keller sowie im Obergeschgoss und unterm Dach des Hauses sind noch erhebliche Teile der barocken Baustruktur erhalten.

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Herdern 1852

» DER ABRISSDES HAUSESWÄREEIN UNERSETZBARER VERLUST.“ BERNHARD MERK, FORUM NEUBURG auch vorstellen könnte, dass an diesem Ort, im alten „Wirtshaus zu Amerika“ eine Art Bürgertreff für den Stadtteil unterkommen könnte. Und auch das Forum Neuburg, eine neu gegründete Bürgerinitiative zur Erforschung der Geschichte und zum Erhalt des Stadtbildes, spricht sich vehement für den Erhalt des fraglichen Gebäudes aus. Als Beispiel, wie ein Haus in seiner Außenansicht erhalten, innen aber anders bebaut und genutzt werden kann, nennen Bernhard Merk, Michael Managó und Atai Keller vom Forum Neuburg den Freiburger Maria-Hilf-Saal. Würde das historische Aussehen erhalten bleiben, so wird argumentiert, könnte im rückwärtigen Bereich dennoch der Platz für neue Gebäude genutzt werden. Das Haus, um das es den Bürgerinnen und Bürgern vor allem geht, stammt aus dem Jahr 1776 und wurde als Wohn- und Gasthaus erbaut. Der Grund, warum ein solch altes Haus nicht unter Denkmalschutz steht, ist für viele nicht nachvollziehbar und lässt sich wohl auch nur durch die vielen Umbauten erklären, die im Laufe der Jahrhunderte an dem Gebäude vorgenommen wurden. Die spannende Geschichte des Hauses beginnt als „Wirtshaus zu Amerika“ beginnt mit Johann Baptist Messy, der als Soldat eines FranzösischSchweizer-Regiments desertierte und sich über Amsterdam nach Niederländisch-Guyana absetzte. Als Aufseher einer Zuckerrohrplantage erwarb er ein gewisses Vermögen und kehrte damit 1776 zurück in seine Heimatstadt Freiburg. Er heiratete die Tochter eines Bierbrauers und baute sich ein Wirtshaus. Sein Gasthaus „Zu Amerika“ wurde gern besucht, auch von durchreisenden Händlern, denn Messy konnte offensichtlich spannend von seinen Abenteuern

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Habsburgerstraße 101 an der Ecke zur Wölflinstraße: Das ehemalige „Wirtshaus zu Amerika“ von 1776. Ein Architektenwettbewerb soll über die Zukunft eines der ältesten Häuser der Habsburgerstraße entscheiden. Foto: Gisinger

in der Neuen Welt erzählen. Und er war gesellschaftlich so anerkannt, dass er auch den Posten des Polizeiinspektors inne hatte. Nach Messys Tod 1795 wechselte das Wirtshaus mehrfach Besitzer und Namen. 1837 wurde es zu einer Unterkunft für Blinde. Später wurde das Anwesen parzelliert und zu einem kleinen Gewerbezentrum. 1907 wurde das Eckhaus zur Badeanstalt, die bis 1961 hier bestand. Neben Wannenbädern wurden hier auch „UnterwasserMassagen“ angeboten. 1911 wurde ein Seitengebäude Sitz der Freiburger Filmproduktionsfirma „Welt-Kinematograph“. Das Unternehmen eröffnete auch in der Kaiser-Joseph-Straße das erste Freiburger Kino. Der Erste Weltkrieg setzt der Filmbranche und der Freiburger Firma jedoch zu, Anfang der 20er Jahre muss sie schließen.

Foto: Gisinger

Unter den wenigen Häusern, die es 1852 in Herdern gab, befand sich das „Wirtshaus zu Amerika“ in der heutigen Habsburgerstraße. Bild: Joseph Wilhelm Lerch/Foto: Hans-Peter Vieser, Augustinermuseum Freiburg


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1940 erĂśffnete Franz Speck in dem Eckgebäude eine Kfz-Werkstatt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Autohaus Speck wurde und bis 1992 hier bestand. Dem Autohaus sind die groĂ&#x;en Schaufenster geschuldet, ebenso der innere Umbau des Barockbaus, der vermutlich entscheidend zum amtlichen Verzicht des Denkmalschutzes beigetragen hat. Als letztes hatte hier ein Farben- und Tapetengeschäft seine Ladenfläche. Seit dem Auszug von Gänshirt Raum & Farbe steht das Gebäude leer. Im Spätsommer 2014 hat die Unternehmensgruppe Gisinger eine Teilfläche des Areals zwischen Habsburger- und WĂślflinstraĂ&#x;e vom Deutschen Caritasverband gekauft. Der Caritasverband hatte 2012 ein Investorenauswahlverfahren gestartet und dabei ein Unternehmen gesucht, das in enger Kooperation mit Caritas das Gelände neu entwickelt und bebaut. Auf rund einem Drittel der Fläche will der Caritasverband Mietwohnungen entstehen lassen. HANS-JĂ–RG MILLIES, CARITAS Nun soll ein Architekturwettbewerb Ăźber das zukĂźnftige Aussehen der Habsburger-/Ecke WĂślflinstraĂ&#x;e entscheiden. 15 renommierte ArchitekturbĂźros, darunter auch Christoph Mäckler, der fĂźr den eindrucksvollen Umbau des Augustinermuseums verantwortlich ist, haben Vorschläge erarbeitet, Ăźber die nun entschieden werden soll. Ob das älteste Haus in der HabsburgerstraĂ&#x;e, das geschichtsträchtige „Wirtshaus zu Amerika“, bei diesen Plänen erhalten und mit einbezogen wird, war bis Redaktionsschlusses ungewiss. Die Historie, der bauliche Zustand und die emotionale Bedeutung des „Wirtshauses zu Amerika“ seien in dem Auslobungstext, der den beteiligten Architekten vorliege, ausfĂźhrlich berĂźcksichtigt und im Kolloquium in Anwesenheit der teilnehmenden Architekten besprochen worden, versichert Kerstin Osygus, zuständig fĂźr Marketing und Ă–ffentlichkeitsarbeit bei der Unternehmensgruppe Gisinger. Das Preisgericht, das Ăźber die eingereichten Beiträge der ArchitekturbĂźros entscheiden wird, setzt sich aus Vertretern der Sachund Fachpreisrichter sowie Sachverständigen und Gästen zusammen. In enger Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung und den Bauherren konnten namhafte Professoren, ein Vertreter des Freiburger Gestaltungsbeirates, Vertreter der Stadtverwaltung sowie des Gemeinderates, ein Vertreter des BĂźrgervereins, Nachbarn und Immobiliensachverständige fĂźr diese verantwortungsvolle Aufgabe gewonnen werden. Am 19. März hat das Preisgericht getagt und wird nun Ăźber die EntwĂźrfe auf Grundlage des Auslobungstextes Ăźber das Areal Habsburger-/WĂślflinstraĂ&#x;e und die Zukunft des Hauses Nr. 101 entscheiden. Barbara Breitsprecher

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Alter Friedhof

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Der Alte Friedhof in Herdern birgt viele kleine Schätze der Grabmalkunst. Nicht nur christliche Symbole wurden hier verwendet, sondern auch antike Motive und darstellende Kunst

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in erster Frühlingstag im März 2015. Die Sonne scheint auf den Alten Friedhof in Herdern. Viele Grabmale leuchten im Licht der Sonne. Es ist umso mehr zu sehen, wie sehr der Zahn der Zeit bereits an ihnen nagt. Der Alte Friedhof wurde im Jahr 1683 angelegt. Bis 1872 wurden Freiburger Bürger beigesetzt. Berühmte Personen sind hier begraben: Der Architekt Christian Wentzinger am Eingang Stadtstraße rechts. Der Historiker Carl von Rotteck an der Südmauer älterer Teil. Der liberale Verleger Bartholomä Herder. Boniface de Mirabeau, der Bruder des Präsidenten der franz. Nationalversammlung, der 1792 im Freiburger Exil starb.

Hans Sigmund (Foto) wartet auf einem der Bänkchen vor der Kapelle. Er ist extra hier auf den Alten Friedhof gekommen, um uns zu helfen, einen fotografischen Rundgang zu machen. Den Mann kennt man in Herdern, er ist Ehrenvorsitzender des Bürgervereins, im Beirat der „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofes“ und vieles mehr. Er begleitet uns mit viel Fachkenntnis auf unserem Weg entlang der Friedhofsmauer. „Wir haben hier auf dem Alten Friedhof drei Werkstoffe, die verwendet wurden. Einmal der Stein, vor allem Sandstein, nur ganz wenig Marmor, dann haben wir die schmiedeeisernen Arbeiten und schließlich noch die ganz einfachen Holzkreuze. Das sind eigentlich Dorfkreu-

ze gewesen“, erzählt Hans Sigmund. Es sind derzeit rund 1000 Gräber, die noch erhalten sind auf dem Alten Friedhof. Viele werden von den Familien gepflegt,

» DREI WERKSTOFFE WURDENVERWENDET:

STEIN, EISENUND HOLZ HANSSIGMUND teils mit größerem finanziellen Aufwand. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofes (siehe auch Seite 15) kümmert sich generell um den Erhalt der Grabmale, wie etwa jenen in der Friedhofsmauer, die ganz besonders leiden. Teilweise müssen die Grabmale aus der Mauer genommen werden, um dahinter, wo es feucht ist, zu sanieren. „Eigentlich ist es ein Kampf, den man auf Dauer verlieren wird“, sagt Hans Sigmund. „Es geht darum, die Gräber so wie sie sind zu erhalten. Es wird also keine Schrift erneuert, sondern der Zustand wie er ist, wird fixiert“, erklärt er den alljährlichen Kampf gegen die Zeit. Der Alte Friedhof birgt viele kleine Schätze der Grabmalkunst. Es sind nicht nur die christlichen Symbole, die auf den Gräbern dargestellt sind, sondern oft auch antike Motive oder Darstellende Kunst, auf der etwa eine trauernde Familie in der damaligen Kluft zu sehen ist, oder ein Arzt, der Michael Zäh einer Frau den Puls fühlt.

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ALLE FOTOS: MICHAEL ZÄH

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Biedermeier-Kunst: Eine Familie, anhand der Kleidung als wohlhabende Kaufleute einzustufen, trauert um die Mutter.

Detailgetreue darstellende Kunst: Das Grabmal des Arztes zeigt ihn, wie er zu Lebzeiten einer Patientin den Puls fühlt.

Monumentale Kunst: Eingearbeitet in eine Ecke der Friedhofsmauer ein häufiges Motiv mit Kind

“Ihren Lieben Eltern”, heißt es hier. Da sind drei Kinder dargestellt, mit Kreuz und mit dem Baum des Lebens.

Das schlafende Mädchen ist wohl das berühmteste Grab auf dem Alten Friedhof. Es ist niemals ohne Blumenschmuck.

Nicht nur die Engelsflügel sind hier interessant, sondern auch das unten rechts ganz klein eingearbeitete Münster.

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S TA DTG E S C H I C H T E

ALLE FOTOS: MICHAEL ZÄH

Freunde & Förderer des Alten Friedhofs

Ständige Sanierung

Antike Symbole, oben der häufig auf dem Alten Friedhof zu findende Totenkopf und das Kreuz rechts gehören zusammen.

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofes wurde im Jahr 2000 gegründet und hat derzeit 360 Mitglieder. Vorsitzende der Gesellschaft ist Ingrid Kühbacher (3.v.r.), die auch zwei Bücher über den Alten Friedhof verfasst hat:„Sie lebten in Freiburg“ (2006) und„In Freiburg bekannt“ (2009). In den vergangenen beiden Jahren hat die „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs“ rund 110 000 Euro in die Sanierung von Grabmalen investiert. Davon bringen die Mitglieder im Jahr zwischen 10 000 und 15 000 Euro auf. Die jährlich von der Gesellschaft der Freunde und Förderer aufgebrachte Summe für Sanierungen wird dann von Denkmalamt und der Stadt Freiburg aufgestockt. „Wenn wir 55 Prozent eines Sanierungsvorhabens aufbringen, werden die anderen 45 Prozent von der öffentlichen Hand aufgestockt“, erklärt Hans Sigmund. Neben den Mitgliedsbeiträgen gibt es auch oft Einzelspenden, die teilweise zweckgebunden sind, etwa um den Alten Friedhof im Frühjahr überall mit Blumen zu schmücken. Seit Gründung der Gesellschaft wurden bereits über 400 000 Euro für Sanierungen aufgewendet.

So manches Grab wurde im Laufe der Zeit beschädigt, wie diese Jesusfigur am Kreuz, der die Füße fehlen.

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Das nächste Herdern-Magazin erscheint am 24. Oktober 2015. Anzeigen-Verkaufsleitung: m.metzger@zas-freiburg.de, Tel. +49 (7665) 93 458 21 Anzeigenschluss ist der 28. September Kulturtipps und Termine gerne an: redaktion@zas-freiburg.de

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NEU IN HERDERN

Universitäts-Bauamt

Bauprojekte bis ins Jahr 2021 Das Universitäts-Bauamt ist von der Hugstetter Straße nach Herdern, in die Starkenstraße 44 umgezogen. Das ehemalige Gebäude des Gesundheitsamtes wurde dafür grundlegend umgebaut und modernisiert.

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as Universitäts-Bauamt ist aus der Hugstetter Straße ausgezogen und hat nun seit Januar seinen Sitz in Herdern, in der Starkenstraße 44, im ehemaligen Gebäude des Gesundheitsamtes. Das Bauwerk aus den 60er Jahren wurde komplett entkernt und die Raumzuschnitte auf die neuen Bedürfnisse angepasst. Das Gebäude, das in Eigenplanung des Universitäts-Bauamtes umgebaut wurde, ist nun auch „energetisch auf Top-Standard“, wie Karl-Heinz Bühler, der Leiter des Universitäts-Bauamtes, betont. Die gültige Wärmeschutzverordnung wurde sogar um 30 Prozent unterschritten. Dafür hat das Haus eine komplett neue Fassade bekommen, die neuen großen Fenster, die die gesamte Raumhöhe einnehmen und viel Licht in die Arbeitsräume lassen, bestehen aus einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung. Die großen, alten Bäume, die um das Gebäude herumstehen, werden im Sommer mit ihrem dichten Laub das ihre dafür tun, dass keine große Hitze im Gebäudeinneren entstehen wird. Neben der neuen Raumstruktur und Isolierung wurden auch Schadstoffe bei den Altmaterialien entsorgt, die Elektroinstallationen komplett neu verlegt und vor allem in den Brandschutz investiert. Dazu gehört beispielsweise auch eine neu gebaute Metall-Außentreppe als Rettungsweg.

Im ehemaligenGebäude des Gesundheitsamtes ist das Universitäts-Bauamt eingezogen – nach grundlegenden Umbauten. Foto: Oliver Kern

Nach dem Auszug des Gesundheitsamtes stand das Gebäude nur kurz leer, wurde es zwischenzeitlich doch auch kurz für die Exzellenzforschung der Uni genutzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitäts-Bauamtes mussten sich nach dem Umzug nach Herdern durchaus umgewöhnen: So wohnt ein Großteil von ihnen außerhalb Freiburgs und kommt mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit. In dieser Hinsicht war die Hugstetter leichter zu erreichen. Karl-Heinz Bühler, der selbst täglich mit der Bahn nach Freiburg fährt, hat inzwischen ein Fahrrad Universitäts-Bauamt

Foto: Oliver Kern

350 Gebäude betreuen

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Das Universitäts-Bauamt ist eines von 15 Ämtern des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Es ging 1965 aus der Fusion des Wiederaufbaubüros der Universität und des Klinikbaubüros hervor. Seinen Sitz hatte das Amt zunächst in der Hugstetter Straße 53. Im Januar 2015 zog das Universitäts-Bauamt um in die Starkenstraße 44, in das ehemalige Gebäude des Gesundheitsamtes. Von hier aus werden nun rund 350 Gebäude des Universitätsklinikums und der Universität betreut.

am Bahnhof stehen, mit dem er nach Herdern radelt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet das Universitäts-Bauamt auch 15 Dienstfahrräder an, darunter sogar fünf E-Bikes. „Die Räder kommen extrem gut an“, freut sich Karl-Heinz Bühler. Damit können die Angestellten ins Stadtzentrum, zur Universität fahren, ins Institutsgebiet, ans Uni-Klinikum, an den Flugplatz, zur Pädagogischen Hochschule oder zu den Uni-Sportanlagen an der Dreisam – alles Gebiete, in denen das Universitäts-Bauamt für die Betreuung des gesamten Gebäudebesitzes zuständig ist. Insgesamt sind das mehr als 350 Gebäude mit einem Zeitwert von mehr als zwei Milliarden Euro. Darunter ist viel Nachkriegsarchitektur aus den 50er Jahren. Alle Reparaturen, Ausbesserungen, Änderungen oder Erweiterungen, Umbauten und Neubauten laufen hier über das Universitäts-Bauamt. Auch das neue Laborgebäude der Universitätsklinik am Flughafen gehört dazu. Die bisherige Unterkunft des Universitäts -Bauamtes, der Flachbau in der Hugstetter Straße, wo das Amt seit seiner Gründung 1970 seinen Sitz hatte, wird in wenigen Wochen abgerissen. Hier soll ein neues Tumorzentrum der UniversitätsKlinik entstehen, dessen Bau noch mehr kosten wird als die neue Universitäts-Bi-


NEU IN HERDERN

bliothek: rund 55 Millionen Euro sind bislang dafür veranschlagt. Ein weiteres anstehendes Projekt ist die Generalsanierung des KG III der Uni. „Das wird aber nicht so ein Fall wie die UB“, ist sich Karl-Heinz Bühler sicher. Das KG III steht sogar unter Denkmalschutz. Aus Sicht von Karl-Heinz Bühler mit gutem Grund: „Das sind hochkarätige Einzelbauten, die für damalige Zeiten eine hohe Qualität im gestalterischen Sinne aufweisen, mit typischen Details und Bauweisen“. Ein anderer solcher Bau unter Denkmalschutz ist das Labor für Physiologie in der Hermann-Herder-Straße, welches gleichermaßen für eine architektonische Sicht in der damaligen Zeit steht. Die vor einiger Zeit notwendig gewordenen Sanierungen sind von außen nicht auszumachen. Ein Sanierungsgrund, der etliche der älteren Gebäude betrifft, die in den Zuständigkeitsbereich des Universitäts-Bauamtes fallen, ist die aktuelle Vorschriftenlage, die sich in jüngster Zeit extrem verändert hat. Vor allem hinsichtlich des Brandschutzes erfüllen einige Gebäude noch nicht die neuen Vorschriften. Hinzu kommen energetische Aspekte, außerdem ist meist die komplette Haustechnik veraltet. Auf dem großen Planungskalender, der bei Karl-Heinz Bühler im Büro an der Wand hängt, sind Projekte bis 2021 eingetragen. Insgesamt stehen sie für ein Volumen in Höhe von 600 Millionen Euro. Alle angepeilten Ausgaben sind aber immer nur ungefähre Zahlen, weiß der Leiter des Universitäts-Bauamtes. Bei jedem Bauprojekt ist eine Wende möglich, eine Karl-Heinz Bühler, Leiter des UniversitätsBauamtes, freut sich darüber, dass sein Amt nun zu Herdern gehört. Foto: Breitsprecher

Die Raumaufteilung ist nun großzügig und hell.

Veränderung, die mit einem Mal die Zahlen hoch schnellen lässt. Die Erfahrungen mit der UB sprechen da für sich und haben Karl-Heinz Bühler einige schlaflose Nächte bereitet, wie er einräumt. „Wir sind ja einen Erfolg schuldig, aber müssen immer mit unglaublich vielen Mitspielern planen.“ Seit 2003 ist Karl-Heinz Bühler der Leiter des Universitäts-Bauamtes, davor war er in der Bauverwaltung des Landesbetriebs Vermögen und Bau BadenWürttemberg in verschiedenen Städten tätig. Er hat an der Hochschule Architektur studiert und war nach dem Studium auch bei freiberuflichen Architekturbüros tätig gewesen. Eine zusätzliche Ausbildung hat ihm den Weg in den sogenannten höheren bautechnischen Verwaltungsdienst gewiesen. Heute ist er Regierungsbaumeister und Beamter.

Foto: Oliver Kern

Zu seinen Aufgaben gehört neben der Verwaltung der jährlichen Bauausgaben in Höhe von rund 60 Millionen Euro auch die Kommunikation mit vielen Stellen und Institutionen, wie dem Finanzministerium, Ministern, der Betriebsleitung in Stuttgart, dem Baurechtsamt, dem Planungs- und dem Landesdenkmalamt. Er nimmt aber bis heute durchaus nicht nur funktionell sondern auch gestalte-

» WIRSINDJAEINEN ERFOLG SCHULDIG, ABERMÜSSENMIT VIELEN MITSPIELERNPLANEN.“ KARL-HEINZ BÜHLER, UNIVERSITÄTS-BAUAMT risch Einfluss auf die Arbeiten der freiberuflichen Architekten, die vom Universitäts-Bauamt beauftragt werden, wenn das Amt die Planungen nicht selbst übernimmt. 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für das Universitäts-Bauamt, darunter Architekten, Ingenieure, Zeichner und Verwaltungsangestellte. Und der Personalbedarf steigt: Es werden weitere Architekten und Ingenieure gesucht, denn künftig sollen Planungen und Bauleitung mit eigenem Personal noch weiter ausgebaut werden. Barbara Breitsprecher

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Herdemer Hock

Vier Tage lang feiern ©Hans Sigmund

Seit 35 Jahren gibt es jeden Sommer in Herdern ein geselliges Zusammensein auf dem Kirchplatz und entlang des Glasbachs: Der Herdemer Hock findet in diesem Jahr vom 10. Juli bis 13. Juli statt.

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eit Mitte der 1970er-Jahre gibt es vielerorts eine Rückbesinnung auf die Wurzeln in den einzelnen Gemeinwesen, der Mittelpunkt im engeren Lebensumfeld wird wieder gesucht. Überall entstehen in dieser Zeit Stadtteilfeste und gesellige Zusammenkünfte, sogenannte Hocks. Träger und Ausrichter der Veranstaltungen sind in den meisten Fällen örtliche Vereine.

©Hans Sigmund

In Herdern warben im Jahre 1978 die beiden langjährigen Freunde Peter Bilger und Hermann Jörger, beide Feuerwehr-

männer in Herdern, für die Idee, im alten Dorfkern einen „Hock“ zu veranstalten. Sie nahmen Kontakt mit den Vorständen der Lalli-Zunft (damals Werner Schnurr) und des Turnvereins (damals Günter Vetter) auf und fanden dort bereitwillig Gehör für ihr Unterfangen. Gemeinsam mit den Kameraden des Löschzuges 3 (Kommandant damals Paul Merkle) wurde begonnen für Mitte Juni 1979 einen dreitägigen Hock auf dem Kirchplatz und entlang des Glasbachs zu planen. OB Eugen Keidel, der Bürgerverein Herdern und Stadtpfarrer Franz Kern unterstützten das Vorhaben. Zusammen mit den damals in Alt-Herdern ansässigen Metzgereien Heinz Stein und Hermann Hanser, der Bäckerei Fritz Weber und dem Feinkostgeschäft Bernd Boos wurde ein Essensangebot ausgearbeitet. In die Kastanienbäume des Kirchplatzes wurden elektrische Lichtergirlanden verlegt, deren bunte Lampen von Sonnenuntergang bis zum mitternächtlichen Hockende für eine traumhafte Stimmung sorgten. Am Abend des 22. Juni 1979 stach das Stadtoberhaupt Eugen Keidel das erste Fass an und eröffnete damit das Stadtteilfest. Seit nun über 35 Jahren gibt es jedes

Eröffnung 1. Herdemer Hock 1979 mit Pfarrer Franz Kern (2.v.l.), OB Eugen Keidel (3.v.l.), Justizminister Heinz Eyrich (4.v.l.) Fotos: Hans Sigmund

Jahr den Herdermer Hock. Inzwischen auf vier Tage ausgedehnt (am Montagabend feiert man den Kehraus mit einem Sürpflertreffen), ist er zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Inzwischen haben bei der Hock-Eröffnung schon alle Freiburger Bürgermeister den hölzernen Hammer geschwungen und das erste Fass angezapft. Vom Mitte JuniTermin ist man in den Juli ausgewichen, statt den hölzernen Buden beim Glasbach ist man auf luftige Party-Zelte umgeschwenkt. Mindestens sechs Musikkapellen unterhalten während der vier Tage die Besucher. Hinzu kommen ein Ökumenischer Gottesdienst in der Urbanskirche und das Kinderfest am Sonntagnachmittag, organisiert vom Jugendforum und dem TV-Herdern. Dieses Jahr wird der Hock von Freitag, den 10. Juli bis Montag, den 13. Juli veranHans Sigmund staltet. 1979 – 2015

Der Herdemer Hock 22.06.-24.06.1979 20.06.-23.06.1980 19.06,-22.06.1981 18.06.-21.06.1982 18.06.-21.06.1983 22.06.-25.06.1984 21.06.-24.06.1985 20.06.-23.06.1986 12.06.-15.06.1987 10.06.-13.06.1988 09.06.-12.06.1989 08.06.-12.06.1990 21.06.-24.06.1991 19.06.-23.06.1992 18.06.-21.06.1993 17.06.-20.06.1994 16.06.-19.06.1995 14.06.-17.06.1996 13.06.-16.06.1997 19.06.-22.06.1998 18.06.-21.06.1999 16.06.-19.06.2000 15.06.-18.06.2001 21.06.-24.06.2002 20.06.-23.06.2003 18.06.-21.06.2004 17.06.-20.06.2005 16.06.-19.06.2006 15.06.-18.06.2007 20.06.-23.06.2008 19.06.-22.06.2009 18.06.-21.06.2010 08.07.-11.07.2011 13.07.-16.07.2012 12.07.-15.07.2013 18.07.-21.07.2014

OB Dr. Eugen Keidel; 1 . Hock in kleinem Umfang Pfarrer Dr. Franz Kern, St. Urban Dekan Karl-Heinz Ronecker, Ludwigspfarrei OB Dr. Eugen Keidel OB Dr. Rolf Böhme, erstmals im Amt als OB OB Dr. Rolf Böhme Pfarrer Jochen Kraft, Ludwigspfarrei Pfarrer Konrad Hauser, St. Urban; OB Dr. Rolf Böhme Dekan Karl-Heinz Ronecker, Ludwigspfarrei; 10. Jubiläums-Hock OB Dr. Rolf Böhme BGM Hansjörg Seeh BGM Dr. Peter Heller BGM Thomas Landsberg OB Dr. Rolf Böhme BGM Dr. Sven von Ungern-Sternberg BGM Otto Neideck Landtagsabgeordnete Ursula Kuri BGM Gerda Stuchlik BGM Otto Neideck; 20. Jubiläums-Hock OB Dr. Rolf Böhme BGM Otto Neideck OB Dr. Rolf Böhme OB Dr. Rolf Böhm OB Dr. Dieter Salomon, erstmals als neuer OB BGM Otto Neideck BGM Otto Neideck BGM Otto Neideck OB Dieter Salomon Oberbrandrat Ralf-Jörg Holoch; 30. JubiläumsHock, 1000 Jahre Herdern: Besuch aus Herdern in der Schweiz BGM Ulrich von Kirchbach BGM Otto Neideck BGM Martin Haag; erstmaliger Hock im Juli OB Dieter Salomon; erstmals Aufbau von Zelten Pfarrer Frank Prestel BGM Gerda Stuchlik

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TIPPS

Comedy

Figurentheater

Kabarett

Stand Up –Offroad

Berührende Kinderstücke

Der Frauenflüsterer

Ein Mann, ein Mikrofon und absolut null Action: Das bietet Rick Kavanian bei seiner Vorpremiere seines neuen Programms „Offroad“.

Mit verschiedenen FigurentheaterStücken werden im Vorderhaus berührende Aufführungen für Kinder geboten.

Martin Herrmann tritt mit „Keine Frau sucht Bauer“ als „erster amtlicher Frauenflüsterer“ am 17. April um 20 Uhr im Urbansaal auf.

Stand-Up Comedy im klassischen Sinne und vom Feinsten. Rick Kavanian will zurück zu seinen Wurzeln – nur wo sind die? Armenien, Bukarest, New York oder doch München? Persönlich wie nie, einer Zerreisprobe nahe, geht Rick der Frage nach: wer, wann und warum ausgerechnet er? Jenseits des Mainstreams verwirklicht Rick endlich seinen Bühnentraum: er wird intim und spricht über die Dinge, über die er sonst nicht sprechen konnte, weil er ständig von seinen Eltern, Pep Guardiola und Spastelruther Katzen unterbrochen wurde. Diesmal muss Rick endgültig vor Rick die Hosen runterlassen

Am Samstag, 21. März, um 15 Uhr und am Sonntag, 22. März, um 11 Uhr wird vom Marotte Figurentheater „Der kleine Eisbär“ nach den Büchern von Hans de Beer für Kinder ab drei Jahren gezeigt. Am Samstag, 28. März, um 15 Uhr und am Sonntag, 29. März, um 11 Uhr zeigt das Figurentheater Körner das Stück „Weißt du eigentlich wie lieb ich dich hab?“ nach den Bilderbüchern von Sam McBratney für Kinder ab drei Jahren. Am Sonntag, 5. April, um 11 Uhr lässt die Freiburger Puppenbühne „Kasper und der Osterhase“ auftreten. Das Kasperletheater ist für Kinder ab drei Jahren.

Kabarett für Neoromantiker von und mit Feingeist Martin Herrmann, der sich mit Wort und Lied um den Zeitgeist zwischen Stadt und Land kümmert. Salonkabarett von und mit Martin Herrmann ist ein rasanter, garantiert unpolitischer Jahresrück-Vorausblick mit dem selbsternannten ersten amtlichen Frauenflüsterer Deutschlands. Martin Herrmann „Keine Frau sucht Bauer“ ist mehr als nur eine Persiflage auf die RTL-Doku-Soap. Es geht um Stadt und Land, vor allem aber um Mann und Frau, gespickt mit Sprachwitz und Wortspielen, poetischen Liedern oder Sprechgesang, bösem Sarkasmus und bissigem Witz.

n Rick Kavanian, Offroad Vorpremiere, 15. April, 20 Uhr, Vorderhaus, www.vorderhaus.de

n Gigs für Kids im Vorderhaus: Tel. 0761/ 50365-47; Freiburger Puppenbühne: Tel. 0761/52313; www.vorderhaus.de

n Martin Herrmann, „Keine Frau sucht Bauer“, 17. 4., 20 Uhr, Urbansaal, Hauptstr. 42, Veranstalter: Dritte Welt-Team St. Urban

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TIPPS

Theater & Konzerte

Lesung

Kabarett

Geschichte einer Jugend

Bin ich noch Charlie?

Fil ist Berliner, ein echter, aufgewachsen im Märkischen Viertel, dem Nordberliner Pendant zur Sozialhölle Gropiusstadt, und Ex-Punk ist er auch.

Mit einem „Omelette surprise“ und der Frage „Bin ich noch Charlie?“ wartet Kabarettist Matthias Deutschmann auf. Am Flügel: Helmut Löscher.

In seinen gefeierten Bühnenshows, seinen Comics und CDs setzt sich Fil mit dieser maßvoll rauen Herkunft auseinander. Nun schreibt er über sich als Kind in der Hochhaussiedlung, als Erziehungsobjekt in einer raumschiffartigen Gesamtschule der Siebziger, als Punk in feindlicher Umwelt und als Heranwachsender, der nicht weiß, wer ihm mehr Rätsel aufgibt: die Eltern, die Lehrer, die Mädchen oder er sich selbst. Erschienen ist seine Autobiografie „Pullern im Stehen“ beim Rowohlt-Verlag. Die Zeitschrift Titanic schreibt: „Das Resultat ist kultiviertes Chaos. (…) Und das ist lustig? Ich schwöre, das ist es“.

Zu einem „bunten Abend in eigener Sache“ lädt der Kabarettist Matthias Deutschmann aus aktuellem Anlass ins Vorderhaus ein. Es wird viel Bitterböses zu erwarten sein, intelligentes Polit-Theater, satirische Wertarbeit. Seit über 30 Jahren tritt der Kabarettist mit seinem Cello als lyrischem Kontrapunkt und mit sonorer Stimme auf und setzt messerscharfe, giftige Pointen, die seine Bühnenauftritte zu Höhepunkten des politischen Kabaretts machen. Sein aktuelles „Omelette Surprise“ hat im Vorderhaus Premiere, weitere Veranstaltungen zum aktuellen Thema sollen folgen.

n Fil, Lesung aus „Pullern im Stehen“, 26. März, 20 Uhr, Vorderhaus; www.vorderhaus.de; www.fil-berlin.de

n Matthias Deutschmann, „Omelette surprise! Bin ich noch Charlie?“, 29. März, 19 Uhr und 26. April, 19 Uhr, Vorderhaus

Theater im Friedrich-Gymnasium Die Theater AG des Friedrich-Gymnasiums führt am 10./11./12./13. Mai, jeweils 19.30 Uhr „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht auf.

Chormusik in der Ludwigskirche Am 3. Mai ,19 Uhr wird in der Ludwigskirche „Regina coeli laetare“, Die Auferstehung in der Chormusik, von der Freiburger Kantorei aufgeführt. Unter anderem sind Werke von Bach, Mozart und Haydn zu hören. Die Leitung hat Frank Leenen.

Konzert Purple Chariots in der Weiherhofschule Das Jahreskonzert der Purple Chariots mit dem Titel „The Gift to be Free“ findet am 28. Juni um 19.30 Uhr in der Aula der Weiherhof-Schule statt. Die Leitung hat Helen Ens.

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Chronik von Herdern

Vom Jagdgebiet zum Stadtteil Sie laufen wieder

Im Jahre 1008 wurde das einstige Winzerdorf Herdern erstmals urkundlich erwähnt. Damals verlieh der deutsche König Heinrich II. dem Bischof Adalbero von Basel das Jagdrecht in einem größeren Waldgebiet in der Breisgauer Bucht (dem Gebiet des heutigen Mooswalds). Bei den in der Urkunde aufgezählten Orten, die den Jagdbann begrenzten, wird auch der Ort „harderen“ genannt. Es gehörte später zum Stammbesitz der Zähringer und Bischof Rudolf von Lüttich. Ein Sohn Konrad I., starb hier 1191 in „seinem Dorf Herdern“ nach der Rückkehr von einem Kreuzzug mit Kaiser Barbarossa. Am 4. Juli 1457 kaufte die Stadt Freiburg den „Dinghof“ und das Dorf von der

22 | Freiburg Herdern Stadtteilmagazin

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um zwölften Mal läuft am 29. März der Freiburg-Marathon durch den Ortskern von Alt-Herdern. Die ersten Läufer werden auf der 42,195 Kilometer langen Strecke gegen 11.15 Uhr am Kirchplatz erwartet. Die Lalli-Zunft wird wieder für Essen und Trinken sorgen und eine Band sorgt für die musikalische Untermalung. Da dieser Tag gleichzeitig der Palmsonntag ist, wird bereits um 10 Uhr der Gottesdienst in St. Urban stattfinden. Zuvor gibt es eine Prozession vom Gemeindehaus durch die Hauptstraße zur Kirche. Dabei werden die Kinder wieder viele der bunten Palmstangen tragen, die schon seit Jahrhunderten zum christlichen Brauchtum gehören.

Buch-Tipp

„1000 Jahre Herdern“ Das Buch von Hans Sigmund,„1000 Jahre Herdern – Vom ehemaligen Winzerdorf zum „Klein-Nizza“ von Freiburg“, LavoriVerlag Freiburg 2007, zum Preis von 29,80 Euro, kann über den Buchhandel, den Bürgerverein Herdern (www.buergerverein-herdern.de) den Autor (hanssigmund@t-online.de) oder direkt über den Lavori-Verlag (www.lavori-verlag.de) erworben werden.

©Hans Sigmund

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er heutige Stadtteil Herdern war einstmals ein kleines Winzerdorf weit vor den Toren der Stadt Freiburg gelegen. Zum Jahrtausendjubiläum von Herdern hat Hans Sigmund, Ehrenvorsitzender des Bürgervereins Herdern, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit Herdemer Hock und Chronist der Lalli-Zunft-Herdern, 2007 das Buch „1000 Jahre Herdern – Vom ehemaligen Winzerdorf zum „Klein-Nizza“ von Freiburg“ veröffentlicht, eine umfassende geschichtliche Darstellung, die im Freiburger LavoriVerlag erschienen ist.

Deutschordens-Commende. Seit dieser Zeit gehörte der frühere Vorort und heutige Stadtteil zur damaligen vorderösterreichischen Stadt. Auf 480 Seiten mit über 300 Schwarzweiß- und 70 Farbfotos hat Hans Sigmund in seinem Buch „1000 Jahre Herdern“ chronologisch die Zeit bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgearbeitet. Die neuere Zeit seit der Gründerepoche. unter Oberbürgermeister Otto Winterer werden anhand der Straßen im nördlichen Stadtteil beschrieben. Auch die Geschichte der Kirchen, Schulen und Wirtshäuser wird behandelt, ebenso berichtet Hans Sigmund über die alten Herdermer Familiengeschlechter. Den Abschluss des Buches bildet eine Vorstellung der Vereine und Persönlichkeiten aus dem Freiburger Stadtteil. Während an den Hängen über Herdern prächtige Villen stehen und man auf Panoramastraßen eine herrliche Sicht über die gesamte Freiburger Bucht bis zum Schönberg, Kaiserstuhl und den Vogesen genießen kann, ist das Gebäudeensemble des alten Ortskerns am Glasbach noch immer vom einstmals bäuerlichen Charakter geprägt. Viel traditionelles Brauchtum und eine rege Stadtteilkultur sorgen bis heute für ein harmonisches Zusammenleben von Alteingesessenen und Neubürgern – auch dafür steht das Buch von Hans Sigmund über die Geschichte des Freiburger Stadtteils Herdern.

Freiburg-Marathon und Palmsonntag am 29. März

©Hans Sigmund

„1000 Jahre Herdern – Vom ehemaligen Winzerdorf zum „Klein-Nizza“ von Freiburg“: Hans Sigmund beschreibt die Geschichte Herderns.


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