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TITELTHEMA

und den Geheimnissen einer aufstrebenden Firmenkultur.

Peter Diederich, Geschäftsführender Gesellschafter der WIFO-Consult GmbH Foto: Schaab/IHK

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Was glauben Sie, wie die Zukunft der Fortbewegung aussieht? Was wird sich in der Automotive-Branche verändern? Diederich: Das ist schwer zu sagen, vielleicht schweben wir mit Luftkissenfahrzeugen durch die Gegend. Eines ist aber klar, solange wir Öl und Benzin haben, wird die deutsche Automobilindustrie kein Interesse an Alternativfahrzeugen oder Elektroautos haben, weil das nicht ihre Heimat ist. Solange man für das Auftanken eines Elektroakkus zehnmal länger braucht, als für das Auftanken mit Benzin, wird sich nichts ändern. Die Deutschen empfinden grundsätzlich neue Technik als belastend. Da sind uns andere Länder weit voraus. Die Amerikaner zum Beispiel mit ihrem Spieltrieb und ihrer Experimentierfreude, wagen wenigstens etwas. Die Japaner sind zwar planungsextensiv, aber immer noch schneller als die Deutschen. Und die Chinesen kommen langsam aber sehr stetig nach Deutschland. Sie kaufen unsere Firmen auf. Der Niedergang der deutschen Automotive-Branche ist quasi programmiert. Wir, von der WIFO-Consult GmbH, versuchen mit unseren innovativen Beratungskonzepten diesen Niedergang wenigstens bis in die zweite oder dritte Generation zu verzögern.

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Interview mit Peter Diederich

Mit kontinuierlichem Verbesserungsprozess zum Erfolg M

ehr als 25 Jahre war Peter Diederich erfolgreich in der internationalen Automobilindustrie tätig. Als Direktor der GKN-Löbro (heute GKN-Driveline in Offenbach) war er unter anderem zuständig für „Ganzheitliche Unternehmensveränderungsprozesse“ und machte den Konzern mit sei-

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nem Konzept zur „Fabrik des Jahres 1993“ in Deutschland. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der WIFO-Consult GmbH mit Büros in Dreieich sowie Frankfurt am Main und begleitet rund 100 Firmen auf ihrem Weg zum Erfolg. Im Gespräch mit unserer Zeitschrift berichtet er von seiner Methode

Was genau macht Ihre Firma? Diederich: Seit den 90er Jahren beraten wir Unternehmen im Hinblick auf ganzheitliche Veränderungsprozesse. Wir analysieren die Firmenstrukturen und bieten Lösungsansätze an, die auf die langfristige, wirtschaftliche Verbesserung abzielen. Dabei setzen wir folgende Schwerpunkte: totale Kunden-, Lieferanten- und Mitarbeiterorientierung, Ablauf-, Prozess- und Zeitmanagement, Nutzen- sowie Kostenmanagement mit Kennzahlen, Visualisierung und Zielvereinbarung, Qualitätsmanagement, Teamarbeit mit Konsens und verstärkter Eigenverantwortung, Disziplin, Konsequenz, Mitarbeiterqualifizierung sowie verstärkte Kooperationen mit Partnern. Es soll eine vorbildliche Unternehmenskultur entstehen und zwar mit Hilfe der sogenannten KVP-Philosophie oder KVP-Methode.

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Was versteht man unter KVP? Diederich: KVP ist die Abkürzung für Kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Ich sage

Offenbacher Wirtschaft 9 | 2011

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24.08.2011 14:50:40 Uhr

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