Page 1

5 | 2011 DAS IHK-MAGAZIN AUS DER LANDESHAUPTSTADT FÜR WIESBADEN | RHEINGAU-TAUNUS | HOCHHEIM


Klimaneutral drucken Eine national und international anerkannte und bereits von vielen Unternehmen genutzte Möglichkeit des Engagements im freiwilligen Klimaschutz bietet der klimaneutrale Druck.

Eine unternehmerische Verantwortung Als erstes Druckhaus in Frankfurt am Main sind wir, das Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, in der Lage, die Produktion Ihres Druckauftrages klimaneutral abzuwickeln. Mit Zarbock klimaneutral zu drucken, bedeutet echtes und nachhaltiges Engagement für Ihr Unternehmen in Sachen Klimaschutz. Wir arbeiten dabei ausschließlich mit Klimaschutz-Zertifikaten, die nach dem „Gold Standard“ zertifiziert sind, der vom WWF (World Wildlife Fund) initiiert und mitgegründet wurde.

Ihr Einstieg in den freiwilligen Klimaschutz. Nachhaltig, transparent und glaubwürdig.

n, e uns a i S n e h e S p re c Sie gern n e t a r 0 wir be 2 09 03-

/4 Tel.: 069

nachhaltiger Klimaschutz Sontraer Straße 6 60386 Frankfurt / Main Tel.: 069 / 42 09 03-0 E-Mail: info@zarbock.de


EDITORIAL

Die Weichen sind gestellt – jetzt dynamisch voran Die Kommunalwahl ist vorbei, die Plakate mit den Köpfen und den politischen Versprechungen sind (weitgehend) aus dem Straßenbild verschwunden. Im Rheingau-Taunus-Kreis kann Landrat Burkhard Albers nach der gewonnenen Stichwahl seine Politik fortsetzen. In der Landeshauptstadt muss sich die Koalition derzeit noch finden. Die im Vorfeld überall spürbare Anspannung scheint verflogen, die verbalen Zuspitzungen sind vergessen und haben einer fast schon merkwürdigen Ruhe Raum gegeben. Das ist grundsätzlich gut. Wir Unternehmer brauchen in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich unsere Geschäfte gut entwickeln können. Schrille Töne und parteipolitische Spielchen, die die Lösung der Sachfragen aus dem Blick geraten lassen, sind aus Sicht der Wirtschaft kontraproduktiv.

Andreas Voigtländer | Vizepräsident der IHK Wiesbaden und Vorsitzender des Handelsausschusses

Es muss daher jetzt darum gehen, auf Grundlage stabiler politischer Verhältnisse die drängenden Aufgaben in unserem IHK-Bezirk anzupacken und in die Tat umzusetzen. Im Bereich des Einzelhandels in Wiesbaden wurde in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht, einige neue Projekte wurden angestoßen. Dazu zählen beispielsweise die Neugestaltung der innerstädtischen Fußgängerzone und der Kleinen Schwalbacher Straße sowie die Entwicklung neuer Einkaufszentren wie Lilien-Carré, Luisen-Zentrum und Dern´sche Höfe. Dies hat sich in der Summe nachweislich positiv auf den ohnehin schon starken Besucherstrom ausgewirkt. Doch es gibt auch die andere Seite. Wiesbaden hat im vergangenen Jahr gleich in zwei bedeutenden Städte-Rankings in punkto Dynamik deutlich an Boden verloren und wird bei den Zukunftschancen nicht mehr ganz so positiv bewertet. Auch wenn derartige Ergebnisse nicht überbewertet werden dürfen, so zeigt sich doch wie wichtig es ist, Problemlagen zu lösen und Ideen auch in die Tat umzusetzen. So müssen die Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt dringend verbessert werden, da sonst nicht nur das Image der Stadt, sondern auch der Einzelhandel, die Gastronomie und der Tourismus darunter leiden. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht und aufmerksam die Meldungen der Tagespresse über Überfälle und Diebstähle liest, weiß, dass hier gehandelt werden muss. Alles andere ist Augenwischerei. Auch darf sich die Frage nach dem Standort der Rhein-Main-Hallen nicht noch mehr in die Länge ziehen. Wir brauchen eine attraktive Messe-, Kongress- und Veranstaltungshalle, die Besucher in die Stadt spült. Die Pläne für den Neubau müssen offen gelegt und alle Standortoptionen geprüft werden. Jede Vorfestlegung auf einen Standort ist unverständlich, sofern nicht die jeweiligen Vor- und Nachteile der Varianten nüchtern gegeneinander abgewogen werden. Dieses Thema lässt keinen weiteren Aufschub zu! Mit gewisser Sorge sehe ich auch das Tempo bei der Entstehung der Law School in der Moritzstraße. Seit dem Wegzug des Landgerichts sehnen sich die dort ansässigen Einzelhändler und Gastronomen den Baubeginn herbei, damit das Quartier endlich wieder durch mehr zahlungskräftige Kundschaft belebt wird. Weitere Themen sind der Platz der Deutschen Einheit, das Stadtmuseum und die Nutzung der Mauritius-Galerie. Kurzum: Die politischen Weichen sind gestellt – jetzt dynamisch voran!

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

3


Inhalt TITEL 05 | Kommentar

26 | Unternehmensmeldungen

06 | Betriebliches gesundheits-

30 | Vorstellungsgespräch:

management

Kaufleute im Gesundheitswesen

08 | So bleiben Sie fit: Büroübungen für jeden Tag

09 | Schlechte Führung kann kein Arzt heilen

11 | Preiswürdig: Soziales Engagement

6 | TITEL MEnSCHEn 36 | Steckbrief: Gabriele Werle-Schmid,

Betriebliches Gesundheitsmanagement bedeutet mehr, als einen Lauftreff zu gründen.

Inhaberin von „WeitSicht“

37 | Im Bilde

ausgezeichnet

12 | Pflicht und Kür: Die betriebliche Gesundheitsförderung

RuBRIKEn 38 | Kompakt

14 | Motivierte Mitarbeiter bringen Erfolg

41 | Neues aus Berlin und Brüssel

15 | IHK-Gesundheitsausschuss führt

42 | Kultur: Das bietet der

Akteure zusammen

Rheingau im Sommer

43 | Termine STAndoRT 16 | Wie sicher ist Wiesbaden?

45 | Wirtschaftsjunioren: Jetzt mal im Ernst

18 | Das Pfingstturnier wird 75

21 | InTERnATIonAL Euro-Rettungsschirm: Die weltweite Schuldenkrise strapaziert die Haushaltslage vieler europäischer Staaten dramatisch.

IHK-FoRuM InTERnATIonAL 19 | Afrika: Die Löwen setzen

46 | 150 Jahre DIHK – ein Gespräch mit Prof. Gerd Hardach

zum Sprung an

21 | der Euro-Rettungsschirm – ein Fass ohne Boden?

58 | Namensverzeichnis 51 | Impressum

unTERnEHMEn 23 | gründerporträt: pizza in Hütchenform

24 | Kooperations- und Nachfolgebörse 26 | Jubiläen 4

VERLAGSFOCUS 31 | Versicherungen 34 | Forderungsmanagement und Factoring

23 | unTERnEHMEn Deutschlands erste Konopizza-Filiale hat in Wiesbaden eröffnet. Dort gibt es Pizza als Waffel in Hütchenform.


TITEL  Gesunde Unternehmen

Spots zum Titelthema Kommentar Was ist Gesundheit? Gesundheit wird von unterschiedlichen Experten unterschiedlich definiert und bezieht sich auf Kognition, Motivation, Emotion, Biologie oder Verhalten eines Menschen. Die Definition der Weltgesundheitsorganisation von 1948 als soziales, psychisches und körperlichen „Wohlbefinden“ dürfte heute weithin geteilt werden. Die Umschreibung, dass Gesundheit lediglich die Abwesenheit von Krankheit bedeutet, greift hingegen zu kurz. Gesundheitspolitik vs. Gesundheitsmanagement Die betriebliche Gesundheitspolitik bildet den Rahmen zur Festlegung von Zielen zum Schutz und zur Förderung von Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und des dabei zur Anwendung kommenden Verständnisses von Gesundheit und der angenommenen Wechselwirkungen. Als Teil der Unternehmenspolitik muss sie den Unternehmenszielen ebenso dienen wie dem Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Betriebliches Gesundheitsmanagement hingegen ist das systematische und nachhaltige Bemühen zur Gestaltung von gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen und zur Befähigung der Beschäftigten zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten.“ Quelle: Social Capital & Occupational Health Standard

Gesunde Organisation Wann gilt eine Organisation als „gesund“? Das ist relativ kurz zu beantworten. Gesund ist eine Organisation, deren Führung, Kultur, soziale Netzwerke und Arbeitsbedingungen so geschaffen sind, dass sie die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitglieder ebenso fördern wie ihre Qualität und Produktivität.“ Quelle: Social Capital & Occupational Health Standard

Steuerliche Förderung Arbeitgeber können seit 2009 ihren Mitarbeitern bestimmte gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, die bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr steuerfrei bleiben Die begünstigten Maßnahmen müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen des Pragraphen 20 des Sozialgesetzbuches V entsprechen. Damit fallen unter die Steuerbefreiung insbesondere die Themenfelder, die im „Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen“ genannt sind. So etwa die Maßnahme mit dem etwas sperrigen

Dr. Gerd Eckelmann, Präsident der IHK Wiesbaden und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses

Noch vor ein paar Jahren wurde das Thema „Betriebliche Gesundheit“ in deutschen Unternehmen recht eng unter dem Aspekt der Reduzierung von krankheitsbedingten Kosten betrachtet. Inzwischen hat sich der Fokus geweitet: Gesundheit im Betrieb wird heute in den Kontext der Unternehmenskultur gestellt. Neben der Führungsverantwortung stehen dabei das persönliche Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter sowie unterstützende Strukturen im Unternehmen auf der Agenda. Selbstverständlich ist der Aspekt des Krankenstands in diese Herangehensweise integriert. Die Aufmerksamkeit für Gesundheit als Unternehmenswert hat zugenommen. Zufriedene, leistungsfähige und belastbare Mitarbeiter sind der entscheidende Faktor für langfristig erfolgreiche Unternehmen. In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gilt dies umso stärker.

Titel „Förderung individueller Kompetenzen der Belastungsverarbeitung zur Vermeidung stressbedingter Gesundheitsrisiken. www.menschen-und-arbeit.de

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

Es gibt kein einheitliches „Gesundheits-Modell“, welches sich

auf große, mittelständische und kleine Unternehmen branchenübergreifend übertragen lässt. Es kann nur individuell abgestimmte Lösungen in der betrieblichen Gesundheitsförderung geben. In vielen großen Unternehmen ist bereits ein Gesundheitsmanagement etabliert, das von externen Anbietern professionell betreut und in den vorhandenen Strukturen eingebettet wird – ein Prozess, der sich über mehrere Jahre erstreckt. Aber auch die kleinen und mittelständischen Betriebe investieren in betriebliche Gesundheitsförderung durch Maßnahmen wie Gesundheitstage, gesunde Ernährung in Kantinen, Bewegungs- und Sportangebote für Mitarbeiter, Führungskräftecoachings sowie Seminare zur Stressreduzierung. Gerade kleine Unternehmen haben oft nicht die Ressourcen und Voraussetzungen, um diese Aufgabe in die Hände eines externen Anbieters zu übergeben. Häufig gibt es auch keinen unternehmenseigenen Ansprechpartner für die betriebliche Gesundheitsförderung. Diese Unternehmen müssen sich auf die Wirkung einzelner Maßnahmen verlassen, die nicht immer zentral gesteuert werden können. Der Vorteil kleiner und mittelständischer Betriebe liegt jedoch darin, dass die Unternehmensleitung näher am Mitarbeiter ist und individuelle Bedürfnislagen wahrnimmt. Dabei gilt es, viele Fragen zu klären. Die IHK Wiesbaden ist auch hier ein kompetenter Ansprechpartner. 5


TITEL  Gesunde Unternehmen

Gemeinsam Laufen – nur eine vieler Sportmöglichkeiten, die Betriebe anbieten können. | Foto: Pixelio

Wenn die Arbeit krank macht Die Regel ist einfach: Gesunde Unternehmen benötigen gesunde Beschäftigte. Denn Betriebe, die auf Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter achten, erhöhen dadurch n i c h t nur deren Lebensqualität. Sie haben auch Vorteile im Wettbewerb. Denn: Mit der Motivation der Beschäftigten wächst auch die Produktivität einer Firma. Die beiden Zauberworte heißen „Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Der Einstieg ins Arbeitsleben fängt gut an: Man erlernt einen Beruf, der den eigenen Neigungen und Fähigkeiten entspricht und findet danach einen guten Job. Noch besser wird es, wenn man für ein florierendes Unternehmen tätig ist, in einem Büro mit ansprechender Einrichtung und ergonomisch gestalteten Möbeln arbeitet und einen krisensicheren Arbeitsplatz hat. Und es geht noch schöner: Nette Kollegen versüßen den Arbeitstag und werden mit der Zeit zu Freunden. Der Chef ist kommunikativ, an den Belangen seiner Angestellten interessiert und setzt sich für gute soziale Rahmenbedingungen ein. Kurz: Das Betriebsklima ist hervorragend. Da lässt sich das Arbeitspensum gut bewältigen, Verantwortung noch besser tragen und es bleibt auch noch genug Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Herrlich! Und dann klingelt der Wecker, der viele Millionen Arbeitnehmer unbarmherzig aus diesem Traum in die Realität befördert. Und die spricht eine ganz andere Sprache. Denn immer mehr Menschen sind an ihrem Arbeitsplatz schlichtweg unzufrieden. Sie haben sich geistig schon ver-

abschiedet, innerlich gekündigt sozusagen. Es wird „Dienst nach Vorschrift“ verrichtet und dabei leidenschaftslos nicht mehr als unbedingt nötig erledigt. Viele werden krank, weil sie die Belastungen, denen sie sich ausgesetzt fühlen, nicht mehr ertragen können. Stress, Mobbing, körperliche Probleme – die Gründe sind vielfältig. Gesundheit am Arbeitsplatz ist jedoch die wichtigste Voraussetzung, um im Job fit und leistungsfähig zu sein. Nirgendwo sonst verbringt man schließlich so viel Zeit. Diesem Befund schließt sich Professor Dr. Thomas Weber, Arbeitsmediziner an den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden, an und unterfüttert das Ganze mit weiteren Zahlen: „Die Gallup Umfrage des Jahres 2010 hat heraus gefunden, dass nur 13 Prozent der Mitarbeiter eine hohe Motivation und Unternehmensloyalitätaufweisen.“ 21 Prozent haben innerlich gekündigt und bei 66 Prozent reicht die innere Bindung gerade so für den Dienst nach Vorschrift. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit des einzelnen Mitarbeiters, sondern auch um die Gesundheit des Unternehmens, für das er arbeitet. Die

n , m . / - 6

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


TITEL  Gesunde Unternehmen

Produktivität des Betriebes wird eingeschränkt, im schlimmsten Fall droht eine handfeste Krise. Und nicht zuletzt entsteht auch volkswirtschaftlicher Schaden. Gehen viele Arbeitnehmer vorzeitig in Ruhestand, bedeutet dies eine zusätzliche finanzielle Belastung, die von der Allgemeinheit der Steuerzahler getragen werden muss. Psychische Probleme und Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten Ursachen, dass Menschen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Mobbing, Burn-out-Syndrom oder Bandscheibenvorfälle stehen ebenfalls ganz weit oben auf der Liste. Eine Studie der Allianz Versicherung hat ergeben, dass fast jeder vierte deutsche Arbeitnehmer an einem mehr oder weniger schweren Fall des Burn-out-Syndroms leidet. Und in dem Bericht „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz in Deutschland des Berufsverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen steht, dass psychische Erkrankungen binnen fünf Jahren – von 2003 bis 2008 – um 59 Prozent zugenommen haben. Weiter heißt es: „Schätzungen zufolge werden die depressiven Verstimmungen bis zum Jahr 2020 nach den Herzerkrankungen an die zweite Stelle der weltweiten Krankheitsbelastungen rücken.“ Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kann diesem Trend entgegenwirken. Es beinhaltet die systematische Anwendung von gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits-und Gesundheitsschutz, Gesundheitsförderung und den gesundheitsrelevanten Anteilen des Human Ressources Managements. „Man muss selbst etwas tun, aber man braucht auch gute Arbeitsbedingungen“, umschreibt Professor Weber das Prinzip. Ein gutes BGM findet auf allen Ebenen eines Betriebes statt. Das heißt: Führungskompetenz und Führungskultur im Unternehmen zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Und die Gesundheit der Mitarbeiter muss als strategische Führungsaufgabe erkannt werden. (Siehe Seite 9). „Betriebliches Gesundheitsmanagement zielt auf eine win-win-Situation zwischen Mitarbeitern und Unternehmen mit dem Resultat Mitarbeiterzufriedenheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit.“ Zumindest in großen Unternehmen wird dies immer häufiger umgesetzt. Ein umfassendes Gesundheitsmanagement hat etwa die R+V Versicherung mit Sitz in Wiesbaden für ihre 4.000 Mitarbeiter eingeführt. Bereits vor 15 Jahren hatte man damit begonnen, Elemente einer betrieblichen Gesundheitsförderung anzubieten, wie etwa diverse Sportangebote. Doch das große Gesamtkonzept startete erst 2008. „Wir haben damals angefangen, uns noch mal intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen“, erklärt Reinhard Bohn, Ab-

teilungsleiter Personalentwicklung Innendienst bei der R+V. „Wir haben das, was wir bereits gemacht haben, auditieren lassen und dann überlegt, wie wir alle Themen in ein großes Ganzes integrieren können. Neben einer Sozialberatung, die Hilfestellung in persönlichen und beruflichen Fragen bietet, wurde die Human Protect Consulting GmbH gegründet. Vor allem bei psychichen Krisensituationen finden Mitarbeiter dort schnelle Hilfe. So wurde auf die Tatsache reagiert, dass die Fehlzeiten am Arbeitsplatz zwar insgesamt rückläufig sind, Fehltage aufgrund von psychischen Beschwerden jedoch kontinuierlich zunehmen. Flexible Arbeitszeitmodelle, Eltern-Kind-Büros, Betriebliches Eingliederungsmanagement, zahlreiche Weiterbildungsangebote und viele Sportgruppen: Alls dies soll dazu beitragen, das selbst gesteckte Ziel attraktiver und nachhaltiger Arbeitsplätze, zu erreichen. Bohn: „Für unser BGM haben wir zwei feste Mitarbeiter eingestellt, hinzu kommen der Betriebsrat und viele Ehrenamtliche, die mit uns zusammenarbeiten.“ Nicht zuletzt bietet die Kantine jeden Tag zwei kalorienreduzierte Gerichte an und verwendet nur gesunde Nahrungsmittel. Kleinere und mittlere Unternehmen werden, alleine schon wegen ihrer Größe und dem notwendigen finanziellen Aufwand, kein derart umfassendes BGM einführen können. Das ist jedoch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Hat ein Unternehmen zehn Mitarbeiter, kann man beispielsweise einen Lauftreff organisieren oder sie dazu motivieren, ins Fitnessstudio zu gehen und auch Geld dazugeben“, rät Professor Weber. „Einrichtungen, die in großen Unternehmen direkt angesiedelt sind, kann ein kleines Unternehmen nach außen verlagern.“ Und auch der einzelne Mitarbeiter kann gezielt etwas tun. Die sinnvolle Gestaltung von Ernährung und Bewegung gehört laut Professor Weber ebenso dazu wie ein maßvoller Konsum von Alkohol oder das Rauchen aufzugeben. „Darüber hinaus braucht man eine gute WorkLife Balance, also einen vernünftigen Ausgleich zwischen Leistung und Entspannung.“ Es zeigt sich: Insgesamt stehen viele Unternehmen bei dem Thema noch am Anfang. Text: Florian Grösch, IHK Wiesbaden

- 0 1 2 3 4 ~ HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

7


TITEL  Gesunde Unternehmen

Büroübungen für jeden Tag Kleine Sport- und Gesundheitsübungen fürs Büro tragen dazu bei, das Wohlbefinden zu verbessern und orthopädische Probleme zu vermeiden. Die Hessische Wirtschaft stellt neun Übungen für zwischendurch vor und beschreibt, welche Körperpartien trainiert werden. 1. Schulterkreisen Mit den Händen am Rand eines Schreibtischstuhls locker festhalten. Die Ellenbogen leicht beugen, schwer nach unten sinken lassen und dann sanft zur Seite ziehen. Die Wirbelsäule lang ziehen, den Nacken entspannen und die Schultern bewusst nach außen und unten lösen. Dies entspannt den Schultergürtel, und verbessert Haltung sowie Motorik. Zusätzlich wird die Feinmuskulatur gestärkt. 2. Rückenstrecker Man legt sich auf den Boden und hält sich an den Sesselbeinen fest. Dann die Beine waagrecht nach hinten ausstrecken und diese Position fünf bis zehn Sekunden halten. Fünf bis zehn Mal wiederholen. Die Übung kräftigt die Rückenmuskulatur. 3. Fersenheben Hinter den Schreibtischstuhl stellen und an der Lehne festhalten. Beine hüftbreit, die Füße parallel und einen guten Stand finden. Gewicht auf den Fußballen verlagern und Fersen anheben. Etwa vier Sekunden in der Streckung halten und dann langsam zurückgehen. Fünf bis zehn Mal wiederholen. Ziel: Hilft bei Rückenschmerzen und Müdigkeit. 4. Scheinsitzen Man stellt sich vor den Schreibtischstuhl, nimmt eine hüftbreite Stellung ein und blickt nach vorne. Dann das Gesäß in Richtung Sitzfläche bewegen, aber nicht vollständig hinsetzen. Spannung in den Beinen halten. Dabei ausatmen. Nach einigen Sekunden wieder in die Ausgangsposition zurückgehen, dabei die Beine jedoch nicht gänzlich durchstrecken. Während des Aufstehens einatmen. 20 bis 30 Wiederholungen. Ziel: Die Übung kräftigt den Rücken-, Beinund Hüftstrecker sowie den Po. 5. Wolken fangen Auf die Zehenspitzen stellen und immer höher nach oben greifen. Dann die Spannung bis in die Fingerspitzen halten und sich dabei so lang wie möglich machen. Etwa 20 bis 30 Sekunden halten. Da-

nach in alle Himmelsrichtungen strecken und dehnen. So oft und lange wiederholen, wie es Spaß macht. Gähnen nicht vergessen, das gehört dazu, sonst wirkt die Übung nicht. Ziel: Entlastet den Rücken und macht schnell wieder wach. 6. Powergähnen Schultern aus den Gelenken nach hinten kreisen, den Kopf etwas in den Nacken legen und mit den Augen nach oben gucken. Jetzt ordentlich gähnen. Die Übung löst Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. 7. Handpresse Die Handflächen vor der Brust zusammendrücken, sodass die Arme richtig zittern. Dabei ganz normal weiter atmen. Die Schultern dabei nicht hochziehen. Den Druck 30 Sekunden halten, lösen und die Übung noch zweimal wiederholen. Die Übung kräftigt Schulter, Brustund Armmuskulatur. 8. Augengymnastik Mit aufgerichtetem Oberkörper hinsetzen und Augen fünf bis sieben Sekunden schließen. Anschließend einen Fixpunkt beim Geradeaussehen suchen. Jetzt so tief wie möglich nach unten sehen und anschließend gerade nach vorn. Dann weit nach oben und erneut geradeaus. Nun nach rechts, danach wieder nach vorne. Jetzt nach links und anschließend wieder den Fixpunkt erfassen. In jede Blickrichtung etwa zehnSekunden schauen. Nun die Augen fünfmal gegen und fünfmal im Uhrzeigersinn kreisen lassen und danach entspannen. 9. Die Rückenrolle Aufrecht auf den Schreibtischstuhl setzen. Die Füße nehmen eine hüftbreite Stellung ein. Ober- und Unterschenkel bilden einen rechten Winkel. Die Arme hängen seitlich nach unten und man schaut nach vorne. Nun den Kopf und den Oberkörper langsam auf die Oberschenkel senken. Dabei Wirbel für Wirbel abrollen. Arme und Kopf hängen nach unten, die Handflächen berühren den Boden. Währenddessen langsam ausatmen. Anschließend den Rücken Wirbel für Wirbel wieder nach oben rollen. Erst in der Ausgangsposition den Kopf heben. Während des Aufrichtens langsam einatmen. Die Übung dehnt den Rückenstrecker und sollte fünf bis sieben Mal wiederholt werden. Quelle: www.hafawo.at

n ,m ./-8

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


TITEL  Gesunde Unternehmen

Pillen, und im schlimmsten Fall die Krankschreibung: Das droht Führungskräften, wenn die psychosozialen Schutzfaktoren fehlen. | Foto: Thorben Wengert

Schlechte Führung kann kein Arzt heilen Auf den ersten Blick mag es überraschend sein, wenn ein Arzt sich mit dem Thema Unternehmensführung beschäftigt und sogar eigene Studien, darunter die SHAPE-Studie, darüber erstellt. Dr. Walter Kromm arbeitet und forscht seit vielen Jahren an der „Nahtstelle“ zwischen Gesundheit und Unternehmensführung. In der Hessischen Wirtschaft beschreibt Dr. Kromm, wie man es besser machen kann, frei nach dem Motto: Gesundheit in Unternehmen hat weniger mit Medizin als mit Führung zu tun. Die sehr häufig praktizierten Strategien zur Förderung der Gesundheit von Mitarbeitern durch das Organisieren von Lauftreffs und „low-fat“Kochkursen oder das Aufstellen von Obstkörben führen selten zu einer bedeutsamen Verbesserung der Mitarbeitergesundheit. Weiterhin ist zu bemerken, dass sich gesunde und leistungsfähige Führungskräfte von ihren gesundheitlich belasteten und demotivierten Kollegen deutlich darin unterscheiden, wie sie ihre sozialen Arbeitsumwelten und die Unternehmenskultur in ihrem Betrieb beschreiben. Aufbauend auf diesen Beobachtungen begann ich mich der Frage zu widmen, wie wird ein Unternehmen „gesund“ – sowohl hinsichtlich der im Unternehmen agierenden Menschen, als auch in Bezug auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Möchte man Letzteres erreichen, muss man sich den Fragen widmen:

• Was hilft Leistungsträgern, trotz vieler potenziell gesundheitsgefährdender Einflüsse, gesund zu bleiben?

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

• Was sind die wichtigsten gesundheitsbeeinflussenden Faktoren in einem Unternehmen? • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Gesundheit und Betriebsergebnis?

Um das heraus zu finden, wurde die SHAPE-Studie (Studie an beruflich hoch ambitionierten Persönlichkeiten) initiiert. Bei der Konzeption der Studie musste ein Perspektivwechsel vollzogen werden. Es galt nicht herausfinden, was Führungskräfte krank macht, sondern was sie gesund erhält. Durch diesen Perspektivwechsel erforschten wir nicht mehr länger nur die Personen, die wegen Krankheit fehlen, sondern analysierten verstärkt, von welchen Faktoren die Qualität der Arbeitsleistung der vielen anwesenden Mitarbeiter abhängt. Befragt wurden Führungskräfte und deren Lebenspartner oder beste Freunde, insgesamt etwa 1.000 Personen. Damit ist die Studie eines der bisher umfangreichsten Forschungsprojekte an Managern im deutschen Sprachraum. Im Sommer 2008 wurden im Rahmen des Forums

9


TITEL  Gesunde Unternehmen

Leadership and Health bei der Schweizer UBS, die ersten Ergebnisse vorgestellt. Die Ergebnisse des Forums, an dem mehr als 120 Wissenschaftler und Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz mitwirkten, gaben schließlich den Impuls für das Buch mit dem Titel „Unternehmensressource Gesundheit“.

Leistungsträger identifizieren wir die Qualität der Führung: Langfristig gesunde und motivierte Mitarbeiter und der langfristige betriebswirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens sind die zwei Seiten der selben Medaille – und beide werden zentral beeinflusst von den Bestimmungsfaktoren guter Führung.

Die Definition der „Managerkrankheit“ besagt, dass in erster Linie von einem hohen „workload“, also hoher quantitativer Arbeitsbelastung, hoher Verantwortung für Mitarbeiter und hohem Erfolgsdruck, ein gesundheitsgefährdendes Potenzial ausgeht. Die Ergebnisse der SHAPEStudie widersprechen jedoch dieser Annahme. Führungskräfte erleben zwar einen deutlich höheren „workload“ als die Allgemeinbevölkerung. Allerdings führen diese höheren Anforderungen nicht, wie lange angenommen, automatisch auch zu mehr körperlichen und psychovegetativen Beschwerden. Vielmehr hängt das Fehlen von psychosozialen Schutzfaktoren mit dem Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden zusammen.

Obwohl die ärztliche Kunst in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht hat, steigt die Zahl der Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder Burn-out-Syndromen in den hochentwickelten Industriestaaten ständig weiter an. Aus zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen ist zu erkennen, dass viele Menschen an Stress leiden, weil sie über zu geringe Kompetenzen zur Stressbewältigung verfügen und die Fähigkeit zur konstruktiven Beziehungsgestaltung nur unzureichend entwickelt ist. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Atmosphäre am Arbeitsplatz, dem Ort, wo die Erwerbstätigen den größten Teil ihrer Wachzeit verbringen. Gesundheit im Unternehmen hat weniger mit Sport-, Ernährungs- und Abnehmprogrammen als mit Führung zu tun. Führungskraft heißt ja deshalb Führungskraft weil von ihr Kraft ausgehen sollte. Das wichtigste Potenzial eines Unternehmens sind deshalb all jene Führungskräfte, die es vermögen ihren Mitarbeitern mehr stärkende und motivierende Erfahrungen zu Teil werden zu lassen und damit bei ihnen die Lust wecken sich einzubringen, mitzudenken, mitzugestalten und ihr kreatives Potenzial zu entfalten.

Ein erhöhtes Krankheitsrisiko ergibt sich also nicht in erster Linie aus hohen Anforderungen sondern aus dem Fehlen von gesundheitsförderlichen Ressourcen, wie beispielsweise

• Achtung und Wertschätzung. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass bei Frustration des Bedürfnisses nach Wertschätzung und Achtsamkeit weniger Botenstoffe für das „Innere Antriebssystem“ verfügbar sind und die Menschen dadurch daran gehindert werden, ihr Potenzial zu entfalten. • Einschränkung des Wachstumsbedürfnisses, also der Freiheit, über Arbeitsausführung und Arbeitsaufgaben weitgehend selbst bestimmen und die eigenen Potenziale entfalten zu können. • Einschränkung des Bindungsbedürfnisses, also soziale und emotionale Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte.

Menschen, die wenig soziale Unterstützung erfahren und denen kaum Freiheiten bei der Ausübung ihrer Arbeitstätigkeit eingeräumt wird, werden gesundheitlich stark von hohen quantitativen Arbeitsanforderungen getroffen. Im Gegensatz dazu erleben Führungskräfte, die hohe Arbeitsanforderungen bewältigen müssen, dann die wenigsten körperlichen Beschwerden, die beste Schlafqualität und schätzen ihre körperliche Gesundheit am positivsten ein, wenn sie über hohe Kontrollmöglichkeiten und gute soziale Unterstützung bei der Arbeit verfügen und Wertschätzung erfahren für das, was sie leisten.

Dennoch dringt die Thematik der achtsamen, wertschätzenden und unterstützenden Führungskultur nur sehr verhalten in die Führungsetagen der Unternehmen und in die Lehrpläne von Business Schools vor. Deshalb ist eine neue Studie geplant – SHAPE 2. Aufbauend auf den Erkenntnissen unserer bisherigen Forschungsprojekte und der international publizierten Literatur bezüglich „Ertrags- und gesundheitsorientierter Unternehmensführung“, sollen in einem mehrjährigen Untersuchungszeitraum diejenigen Interventionen auf ihre Wirksamkeit und gesundheitsökonomische Effizienz untersucht werden, die Führungskräfte befähigen, die Arbeitsbedingungen in ihrem Verantwortungsbereich – trotz hoher Anforderungen – möglichst gesundheitsgerecht zu gestalten. Der erhoffte Erkenntnisgewinn käme nicht nur den Unternehmen zugute sondern auch den im Unternehmen agierenden Menschen und deren sozialem Umfeld. Text: Dr. med. Walter Kromm, Master of Public Health, Ortenberg

Literaturhinweis Dr. Walter Kromm hat zusammen mit Dr. Gunter Frank das Buch

Eine achtsame, unterstützende und wertschätzende Unternehmenskultur hilft Leistungsträgern, die potenziell gesundheitsgefährdenden Effekte hoher Arbeitsbelastung abzupuffern. Als Hauptverantwortlichen für den Gesundheitszustand der im Unternehmen agierenden 10

„Unternehmensressource Gesundheit“ herausgegeben. Es bietet einen Überblick der Möglichkeiten, wie Betriebe in die Gesundheit von Führungskräften und Mitarbeitern investieren. Erschienen ist es im Symposion-Verlag. HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


TITEL  Gesunde Unternehmen

Soziales Engagement europaweit ganz vorne Das Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden wurde in London mit dem European Employee Volunteering Award 2011 ausgezeichnet. Über 250 Organisationen aus 22 Ländern hatten sich an dem erstmalig durchgeführten Wettbewerb beteiligt. Ausgezeichnet werden damit Unternehmen und Verwaltungen, die das bürgerschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiter fördern. Das Amt für Soziale Arbeit erhielt den Preis für die Entwicklung einer Corporate Citizenship-Strategie und deren Umsetzung. Hierfür wurde ein eigenes Servicebüro eingerichtet, das verschiedene aufeinander abgestimmte Angebote für Unternehmen entwickelt und umsetzt. Beginnend mit dem leichten Einstieg im Rahmen eines jährlichen Aktionstages, über ein langfristiges Mentoring-Programm im Bereich Bildung und Integration, bis hin zur Etablierung einer lokalen Anerkennungskultur. Bis heute haben rund 290 Unternehmen und 3.500 Beschäftigte durch die Projekte des Servicebüros einen Zugang zu bürgerschaftlichem Engagement gefunden. Insgesamt 50.000 Menschen haben von den Ergebnissen der Projekte profitiert. | FG

Sue Bird (links), Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, überreichte den Preis an (von links) Arno Goßmann, Leiter des Amtes für Soziale Arbeit, Elisabeth Ganss, Geschäftsführerin der Dow Corning GmbH und IHK-Vizepräsidentin, Juliane PhilippLankes, Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden und der Unternehmensberater Prof. Dr. Tom Sommerlatte, der das Projekt begleitet hat. | Foto: UPJ

BUSINESSFORBUSINESS. Das Regionalportal für den Mittelstand.

B

WIESBADEN

NEU

m kostenlose it m : ie S r Fü g uch-Eintra Branchenb

Kureck. Ob fünfeckige Badewannen oder kreisrunde Whirlpools

DAS WIRTSCHAFTSLEBEN UNSERER REGION www.B4BWIESBADEN.de

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

– Produkte von Reichwein stecken in vielen Wiesbadener Bädern. Kein Wunder: Wiesbadener Bauherren vertrauen unserer Fachkompetenz und unserem zuverlässigen und freundlichen Service rund um Baustoffe schon seit 120 Jahren.

Reichwein BAUZENTRUM

EIN ECHTES STÜCK WIESBADEN. SEIT 1890.

11


TITEL GEsunDE unTERnEhMEn

Pflicht und Kür in der betrieblichen Gesundheitsförderung Ein Unternehmen, das ein Bewegungsangebot für seine Mitarbeiter gestaltet oder einen Früchtekorb in der Kantine bereitstellt, betreibt betriebliche Gesundheitsförderung aber kein betriebliches Gesundheitsmanagement. Der Unterschied liegt in der systematischen Steuerung. Doch wo liegt der Unterschied zwischen betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) und betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM)? Die Gesundheitsförderung, so steht es in der Luxemburger Deklaration nachzulesen, umfasst „alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“. Das BGM hingegen ist das systematische und nachhaltige Bemühen zur Gestaltung von gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen zur Befähigung der Beschäftigten zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten.

Unternehmen stehen einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber: Innovationsfähigkeit erhalten, psychische Belastungen der Mitarbeiter wahrnehmen und reduzieren, demografischer Wandel, Fachkräftemangel. Ein Unternehmen, das sich mit betrieblicher Gesundheitsförderung befasst und sie im Unternehmen intensiv betreibt, wird diesen Herausforderungen trotzen können. Denn aktiv sein in der unternehmenseigenen Gesundheit bedeutet, die Pflege einer gesunden Unternehmenskultur, ein verbessertes Betriebsklima, eine Steigerung der Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft der Mitarbeiter. Das wiederum erhöht das innovative Pozential, den Unternehmenserfolg, macht das Unternehmen interessant für Fachkräfte und erhöht den Wettbewerbswert. Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein komplexes und vielschichtiges Handlungsfeld. Bei genauerer Betrachtung, bewegt man sich zwischen den beiden Polen „Individuum“ (individuelle Gesundheitsförderung auf der Verhaltensebene), und „Organisation“ (betriebliche Verhältnisebene), sowie im Pflicht- und Kürbereich. Abb. 1: Der Pflichtbereich, gesetzlich verankert und verpflichtend für jedes Unternehmen, ist auf der Achse „Pathogenese“ abgezeichnet, befasst sich mit Themen wie Arbeitssicherheit und Unfallverhütung, der Frage also „was verhindert Krankheit?“. Die Kür „Salutogenese“ hingegen ist sehr viel breiter aufgestellt, hierzu zählen alle Maßnahmen die zur Gesunderhaltung dienen und Ressourcenentwicklung bedeuten.

12

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


TITEL GEsunDE unTERnEhMEn

Aufwand und Nutzen der Gesundheitsförderung Nutzen Gesunde Unternehmenskultur Führungsstil Prozessoptimierung unter Berücksichtigung der ArbeitsBewältigungsfähigkeit Gesundheitstag

Gestaltung der Arbeitsplätze

Welcher individuelle Weg für das eigene Unternehmen der richtige ist, muss mit der Beantwortung von Fragen wie „Welches Ziel wollen wir mit betrieblicher Gesundheitsförderung erreichen?“ und „Wie ist die

1. Unternehmenskultur 2. Führung 3. Persönliches gesundheitsverhalten 4. Unterstützende Systeme Die Wirksamkeit der Maßnahmen zeigt die Grafik links. Mit dem Nutzen steigt auch die Komplexität, was mitunter auch mit eine stärkere finanzielle Belastung zur Folge hat. Die Grafik zeigt auch: Schon mit einfachen Mitteln lassen sich erste Erfolge erreichen.

Teamevent mit Körperlichem Einsatz

Grafik: IHK Wiesbaden

Bedürfnislage der Mitarbeiter?“ analysiert werden. Grundsätzlich gibt es vier Hauptbausteine in der betrieblichen Gesundheitsförderung:

Komplexität

Text: Dr. Nicole Zinckernagel, IHK Wiesbaden

Die IHK Wiesbaden ist auch kompetenter Ansprechpartner bei Fragen zur Gesundheitsförderung und zum Gesundheitsmanagement. Dr. Nicole Zinckernagel, n.zinckernagel@wiesbaden.ihk.de


TITEL GEsunDE unTERnEhMEn

Motivierte Mitarbeiter für den Erfolg Dass Mitarbeiterorientierung, die Förderung beruflicher Entwicklungen, ein faires Miteinander und die Identifikation mit dem Unternehmen das Engagement der Mitarbeiter erhöhen, ist in den Führungsetagen deutscher Unternehmen zumindest in der Theorie bekannt. Diese Erkenntnisse stehen auch in direktem Zusammenhang mit dem finanziellen Unternehmenserfolg, Krankenstand und Fluktuation. Das Potenzial engagierter Mitarbeiter wird von zahlreichen Unternehmen nur unzureichend erkannt und nicht zielorientiert genutzt. Laut einer aktuellen Studie gehen lediglich vier von zehn deutschen Arbeitnehmern vollends motiviert in ihren Arbeitsalltag. Unzufrieden mit der eigenen Arbeit ist fast jeder Fünfte. Drei Viertel der Mitarbeiter sind „im Großen und Ganzen zufrieden“. Das ist eine abnehmende Tendenz zu einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2001. Doch kein Unternehmen kann damit einverstanden sein, „im Großen und Ganzen“ zufriedene Mitarbeiter zu beschäftigen. Welche Erfolge könnte ein Unternehmen mit hoch motivierten Mitarbeitern haben, die zufrieden mit ihrer Arbeit sind?

Für den finanziellen Erfolg kann erwiesenermaßen die Unternehmenskultur zu einem Drittel verantwortlich sein. Wie ist das nun im „echten Leben“. Die meisten Unternehmen sind in Abteilungen gegliedert, die in den jeweiligen Aufgabenbereichen ihren Job machen, wie beispielsweise Einkauf, Vertrieb, Marketing und Buchhaltung. Eine gute Teambildung geschieht meist in einzelnen Abteilungen – selten werden alle Abteilungen eines Unter-

Für die Motivation der Mitarbeiter sind verschiedene Faktoren entscheidend: Neben der Identifikation mit dem Unternehmen, sind die Teamorientierung, das Zeigen von Interesse an der eigenen Person und Wertschätzung ausschlaggebend. Bessere Bezahlung spielt eine untergeordnete Rolle, emotionale Gründe sind entscheidend.

nehmens von den Mitarbeitern als Team wahrgenommen. Gründe dafür, warum etwas nicht einwandfrei funktioniert oder Reklamationen auftauchen werden in anderen Abteilungen oder in der Unternehmenspolitik gesucht. Sympathien und eben auch Antipathien bestimmen viele Handlungsabläufe. Wenn die „Chemie“ unter den verschiedenen Abteilungen nicht passt, dann werden Blockaden aufgebaut, die ein Unternehmen intern selten lösen kann. Teamentwicklungsprozesse mit externen Beratern und Trainern außerhalb eines Unternehmens bringen unerwartete Potenziale zum Vorschein. Konflikte werden offengelegt und können mit effektiven Lösungen bewältigt werden. Eine gute Unternehmenskultur bedeutet also nicht nur die Motivation und Wertschätzung der Mitarbeiter, sondern bietet auch eine große Chance interne Blockaden zu entdecken und Wege für erfolgreiches und zielorientiertes Arbeiten im Team zu fördern.

In der Praxis ist die mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur in vielen Betrieben ausbaufähig. Wäh-

rend den – sicherlich wichtigen – Themen Kunden- und Leistungsorientierung in allen befragten Unternehmen eine große Bedeutung beigemessen wird, ist die Bereitschaft im Bereich Mitarbeitermotivation und Förderung der Teamarbeit zu investieren, gering. Die laut der Studie „Erfolgreichen“ am Markt haben die Bedeutung des Engagement der Mitarbeiter als wichtigsten Wettbewerbsfaktor erkannt. Der Fokus der „weniger Erfolgreichen“ liegt beim Preis. Sie haben ein festes Budget zur fachlichen Mitarbeiterweiterbildung, fordern und fördern jedoch nicht die Identifikation mit dem Unternehmen 14

Es gibt viele sinnvolle Angebote auf dem Markt – doch sie müssen genutzt werden. Dabei spielt die Unternehmensgröße keine Rolle. Mitarbeiter verzinsen diese Investitionen durch neues, erhöhtes Engagement. Text: Holger Jo Scholz, Firmenberater, Rüdesheim am Rhein Bild: Pixelio

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


TITEL GEsunDE unTERnEhMEn

Ausschuss soll Gesundheitsstandort stärken Ziel des 2009 gegründeten IHK-Gesundheitsausschusses ist es, alle Akteure aus dem Bereich Gesundheit zusammen zu führen, sie miteinander ins Gespräch zu bringen, vorhandene Angebote transparenter zu machen, neue Produkte zu entwickeln und die Attraktivität des Gesundheitsstandortes als Ganzes zum Nutzen aller Akteure zu stärken. Obwohl die meisten Unternehmen aus diesem Bereich der Industrieund Handelskammer nicht angehören, hat die IHK ein großes Interesse an einer positiven Entwicklung der Gesundheitsbranche: Die pharmazeutische Industrie, die Medizintechnik, die Bio- und Gentechnologie und der Groß- und Facheinzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Produkten sind Zulieferindustrie. Ihre Produkte und Dienstleistungen werden ausschließlich für den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft erbracht. Auch Wellness- und gesundheitsbezogene Sport- und Freizeitangebote sowie der Gesundheitstourismus, Gesundheitskongresse oder allgemein Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote tragen zur Wertschöpfung der Branche bei. Für sie sind gute Rahmenbedingungen, zu denen auch die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes zu einem attraktiven Gesundheitsstandort gehört, von großer Bedeutung auch für ihren individuellen Erfolg. Dafür setzt sich die IHK ein.

fend zu Potenzialen am Gesundheitsmarkt auszutauschen. Weil das Interesse an diesem Themenkomplex so groß war, wird es an einem runden Tisch diskutiert werden. Text: Dr. Nicole Zinckernagel, IHK Wiesbaden

MITgLIEdER dES AuSSCHuSSES: Dr. Gerd Eckelmann (Vositzender), Emmi Bödeker, Maximilian Guido Broglie, Sven Clasen, Petra Dittmann, Dr. Verena Drebing, Dr. Jost Elborg, Hani El-Khouri, Karin Engel, Christa Adlheid Ewen, Thomas Geiger, Theresia Grüning, Dr. Gisela Hank-Haase, Dr. Wolfgang Hartmann, Frank Höhn, Torsten Hornung, Dr. Cornelia Jaursch-Hancke, Jutta Killgen, Dr. Christina Klein, Oliver Kramer, Elmar Kunz, Silvia Küpper, Dr. Ekkehard Ludwig, Dr. Holger

Aktionen des IHK-Gesundheitsausschuss

Meireis, Daniel Maximilian Metzler, Karl Nüser, Dr. Hamid Pese-

Am 1. Februar 2011 veranstaltete die IHK das erste Gesundheitsforum zum Thema „Revolution von oben –Rollenstruktur des gesundheitlichen Mittelstandes gerät unter die Räder“. Vertreter aller Segmente der Gesundheitsbranche haben die Möglichkeit genutzt, sich fachübergrei-

Schade, Rose-Lore Scholz, Prof. Dr. Uwe Schwien, Dirk Seyberth,

schkian, Dr. H. Christian Piper, Dr. Franz-Josef Prott, Hans Joachim Thilo Söhngen, Ingrid Strack, Holger Syhre, Prof. Dr. Ralph Tunder, Dr. Reinhard Völker, Lothar Wondrak, Henning Wossidlo, Oliver Zimmer, Dirk Zinckernagel

STANDORT DER WIRTSCHAFT VON MORGEN.

Individuell Zentral

Passt!

Jetzt Maßgrundstück sichern!

w w w. b l a u e r- s e e - r u e s s e l s h e i m . d e Stadtentwicklungsgesellschaft Rüsselsheim Telefon 0 6142 - 83 20 50

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

15


Standort

Menschen nehmen auch Störungen der öffentlichen Ordnung wahr, die nicht strafrechtlich relevant sind – wie etwa der Alkoholkonsum auf dem Luisenplatz in Wiesbaden. | Foto: Andreas Schlote

Sicherheit in der Stadt Sicherheit und Ordnung sind für viele Menschen zentrale Themen in ihrer Kommune. Eigene Opfererfahrungen, von anderen Gehörtes, Medienberichte, aber auch einzelne, Aufsehen erregende Gewalttaten wie die brutalen Überfälle in Berliner und Münchener U-Bahnen auf Fahrgäste bringen die Kriminalität in der Stadt immer wieder auf die Tagesordnung. Auch in Wiesbaden wurde im März dieses Jahres ein Mensch in einer Parkanlage ums Leben gebracht, Taten wie diese schüren die Furcht der Menschen. Das Gesamtbild der kommunalen Sicherheit, und der Eindruck, den die Menschen von ihrer Stadt haben, besteht allerdings nicht nur aus diesen – seltenen – brutalen Einzeldelikten. Die Bewohner nehmen häufig auch Störungen der öffentlichen Ordnung, die keine strafrechtliche Relevanz besitzen, als bedroh-

lich wahr. Das können Alkohol konsumierende und laute Jugendliche sein, die an einem öffentlichen Platz herumstehen, Drogenkonsumenten und Obdachlose, aber auch mehr oder weniger aggressive Bettler, die die Innenstädte und Einkaufszonen bevölkern. Häufig prallen hier einfach unterschiedliche Auffas-

sungen davon, wie man sich in der Stadt zu verhalten hat, aufeinander. Die Interessen aller dieser kommunalen „Nutzer“, also der Einwohner, Gewerbetreibenden, Touristen, Arbeitspendler, aber auch die der eben genannten „Störer“, in der Balance zu halten, ist ein komplexes Unterfangen.

• Hoch- und Ingenieurbau • Brücken- und Verkehrsbauwerke • Trinkwasseranlagen • Abwasserbauwerke • Industrieböden und Beschichtungen • Zugelassener Fachbetrieb nach dem WHG • Qualitätssicherung: ISO 9001 + Gütezeichen Zentrale 65189 Wiesbaden Weidenbornstr. 7– 9 Tel. 06 11/ 79 08-0 Fax 06 11/ 76 11 85

Niederlassung 01159 Dresden Ebertplatz 7– 9 Tel. 03 51/4 24 41-0 Fax 03 51/4 24 41-11

www.wiedemann-gmbh.com

60 Jahre

16

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Standort

Es ist heute nicht mehr alleine Aufgabe der Polizei, die Sicherheit und Ordnung in einer Stadt zu gewährleisten, auch andere Akteure wie private Sicherheitsdienste, kommunale Ordnungsbehörden, freiwillige Polizeidienste und private Vereine sind in deutschen Städten aktiv. In diesem Kontext wird die Herstellung kommunaler Sicherheit zu einer Aufgabe, die erstens ein koordiniertes und gemeinsames Vorgehen aller relevanten lokalen Akteure notwendig macht. Und die zweitens die Prävention als Mittel zur Schaffung von Sicherheit und zur Reduzierung von Ängsten, die durch Kriminalität verursacht werden, stärker in den Vordergrund stellen sollte.

Hier hilft oft auch ein Blick über die Landesgrenzen hinweg, um zu sehen: Was wirkt, was nicht?

Veranstaltung Andreas Kohl ist am Montag, 16. Mai, Referent des Handelsforums der IHK Wies-

Aber gerade in der Prävention liegen noch Chancen, unsere Städte sicherer und damit lebenswerter zu machen. So zum Beispiel im Konzept „Kriminalprävention durch Gestaltung des öffentlichen Raums“. Denn besonders die Implementation präventiver Aspekte schon in die Planung öffentlichen Raumes ist besonders effektiv und auch kostengünstiger als späteres Nachbessern. Hier sind vor allem Planer gefordert, offen für präventive Konzepte zu sein.

badenzum Thema „Wie sicher ist Wiesbaden? – Kriminalität im Spannungsfeld zwischen Statistik und Wahrnehmung.“ Beginn ist um 19 Uhr im großen Saal der IHK, Wilhelmstraße 24-26, in Wiesbaden. Die Anzahl der Straftaten in Wiesbaden ist laut aktueller Kriminalstatistik rückläufig und die Aufklärungsquote steigt. In vielen anderen Städten ist die Situation vergleichsweise schlechter. Eine Verschie-

Go l

Gerade die Sekundärprävention, also etwa die Reduzierung von Tatgelegenheiten, stellt ein geeignetes Instrument dar, um im kommunalen Kontext festgestellte Probleme bekämpfen zu können. Wichtig ist hier, dass vor jeder Aktion eine sorgfältige Analyse erfolgt, und dass Instrumente ausgewählt werden, die als „Good Practice“ anderswo schon erfolgreich eingesetzt wurden. Beispielhaft zu nennen ist die Videoüberwachung, die durchaus ihren Nutzen im Kontext kommunaler Sicherheit hat, aber, wie internationale Studien gezeigt haben, nicht in jedem Zusammenhang sinnvoll anwendbar ist. Wenn also Videokameras auf Parkplätzen erfolgreich Kriminalität red b e c k _ WI E 9 3 _ 0 5 . p d f Se i t duziert haben, heißt dies noch nicht, dass sie es auch in öffentlichen Parks bewerkstelligen.

SOLAR

Gebäude und aus einer Hand

Von besonderer Bedeutung ist, dass kriminalpräventive Anstrengungen evaluiert werden, um bereits während der Durchführung kontinuierlich Probleme zu erkennen und diese für zukünftige Projekte vermeiden zu helfen. Der Gedanke der Evaluation ist in Deutschland in den letzten Jahren populärer geworden, obschon in der Praxis häufig noch Probleme auftreten. Auch hier existiert noch Verbesserungspotenzial. Ein Mangel an Präventionsinstitutionen und -initiativen herrscht eigentlich nicht in Deutschland. Jetzt geht es darum, die Qualität ihrer Arbeit für die Zukunft weiter zu verbessern. e 3 1 1 . 0 4 . 1 1 , 1 2 : 4 6 Text: Andreas Kohl M.A., Europäisches Zentrum für Kriminalprävention e.V., Münster

bung ist jedoch auch bei der Art der Delikte festzustellen. Fälle schwerer Körperverletzung, Raubdelikte und Wohnungseinbrüche nehmen zu. Handelt es sich dabei um ein allgemeines gesellschaftliches Problem? In seinem Vortrag beleuchtet Kohl neben der allgemeinen Kriminalitätslage in Wiesbaden die Wahrnehmung ansässiger Händler. Vorgestellt werden Möglichkeiten der kommunalen Kriminalprävention sowie Best Practice-Beispiele und Handlungsansätze anderer Städte. Weitere Informationen und Anmeldung: IHK Wiesbaden, Anja Moedebeck, Telefon 0611 1500-160, a.moedebeck@wiesbaden.ihk.de

Gewerbebau mit System: wirtschaftlich, schnell und nachhaltig konzipieren bauen betreuen. www.goldbeck.de

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

GOLDBECK Süd GmbH, Am Martinszehnten 13 60437 Frankfurt/Main, Tel. 069 / 95 09 03-0

17


Standort

Links: Der Turnierplatz von 1951. Rechts: Vielseitigkeitsweltmeister Michael Jung vor dem Biebricher Schloss. | Fotos: Reit- und Fahrverein Wiesbaden

Pfingstturnier wird 75 Vom Stadtturnier zum internationalen Sportereignis – nicht nur der Austragungsort des Wiesbadener Pfingstturniers hat sich im Laufe seiner Geschichte geändert, auch der Aufwand ist gestiegen. 2011 werden 350 ehrenamtliche Helfer 2.000 Stunden arbeiten, um Fachpublikum, Familien, Reiter und Pferde drei Tage lang zu begeistern. Wenn vom 10. bis 13. Juni 2011 im Biebricher Schlosspark auf 10.000 Quadratmetern Zelte stehen, fünf Kilometer Kabel und fünf Kilometer Wasserschläuche liegen und 4.000 Quadratmeter Gummimatten den Rasen vor 200 Tonnen Sand schützen, dann findet zum 75. Mal das Internationale Pfingstturnier statt. Das Fachpublikum wird die sportlichen Leistungen der Weltelite analysieren, viele Eltern mit ihren Kindern Tiere und Wettbewerb mit Picknickdecke und Kühltasche erleben. Pferdebesitzer und Reiter werden an Ständen wieder Zubehör vom Sattelfett bis zum Reitstiefel finden. Der große Kutschenkorso durch die Wiesbadener Innenstadt wird am Dienstag, 7. Juni, das Pfingstturnier ab 18 Uhr ankündigen; die „Wiesbadener Pferdenacht“ das Turnier am 10. Juni 2011 eröffnen. Bei den Springwettbewerben sieht das Publikum die besten Reiter der Weltrangliste bei sportlichen Höchstleistungen. Der „Große Preis von Wiesbaden“ 18

wird am Pfingstmontag ausgetragen. Höhepunkt der Dressurwettbewerbe ist traditionell die Grand Prix Kür international unter Flutlicht am Sonntagabend um 21 Uhr.

Vom Kleinfeldchen in den Schlosspark Der Wiesbadener Reit- und Fahrclub feiert mit dem Internationalen Reit- und Springturnier das 75-jährige Jubiläum. Als der neu gegründete Club den Wettbewerb im Jahr 1929 zum ersten Mal ausrichtete, war das ein lokal begrenztes Ereignis. Bis heute hat sich das Turnier in den vier Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Voltigieren zu einer festen Größe im internationalen Pferdesport entwickelt. Auf dem Sportplatz „Kleinfeldchen“ fing alles an. Doch schon im zweiten Jahr, 1930, war die Turnierfläche zu klein. Der Reit- und Fahrclub zog mit der Veranstaltung auf die frühere Rennbahn in Wiesbaden-Erbenheim um. Aber

auch die bot auf die Dauer zu wenig Platz. Zusammen mit der Stadt baute der Club das Turniergelände unter den Eichen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Feld allerdings nicht mehr zur Verfügung. Die Amerikaner erteilten dem Reit- und Fahrclub 1949 die Erlaubnis, die Tradition der Wiesbadener Pfingstturniere im Biebricher Schlosspark weiterzuführen. Das erste Turnier wurde 1952 auf dem neuen Platz ausgetragen. 2001 fand das Pfingstturnier ausnahmsweise im September statt. Der Vorstand musste es wegen der Maul- und Klauen-Seuche in den Herbst verschieben. In diesem Jahr wurde auch erstmals ein Wettbewerb der RIDERS TOUR im Schlosspark ausgetragen. Seitdem kämpfen die Springreiter nicht nur um WeltranglistenPunkte sondern auch um Wertungspunkte für den „Rider of the Year“. www.pfingstturnier.org Text: Anette Schminck, IHK Wiesbaden

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


International

Die Löwen setzen zum Sprung an Mit Angola, Ghana und Nigeria stellen sich drei Länder der deutschen Wirtschaft vor, die vor allem aufgrund ihres Rohstoffreichtums große Potenziale für Investitionen und den Ausbau von Handelsbeziehungen bieten. Und alle drei senden starke Wachstumssignale an die Weltwirtschaft aus. Nachdem das letzte Jahrzehnt durch ein starkes Wachstum der wirtschaftlichen Beziehungen Afrikas mit China geprägt war, erhoffen sich die afrikanischen Regierungen nun auch ein Anziehen der Nachfrage von europäischer – und hier insbesondere von deutscher Seite. Die Vorzeichen sind besser als je zuvor: Afrika hat die Weltwirtschaftskrise nahezu unbeschadet überstanden und steuert in diesem Jahr auf ein Wirtschaftswachstum von rund 7 Prozent zu. Das ist Vorkrisenniveau. Die deutsche Politik hat bereits reagiert und für einen Ausbau des Netzes deutscher Auslandshandelskammern gesorgt. Während in Ghana und Angola neue, so genannte Delegiertenbüros errichtet wurden, ist die Repräsentanz in Nigeria ausgebaut worden.

jedoch, dass auch mit einer „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Korruption und der Bereitschaft, vor Ort mit dem eigenen Unternehmen präsent zu sein, erfolgreiche Geschäfte in Angola gemacht werden können.

Wegweisende Chancen in Afrika. | Foto: DIHK

Mit Angola präsentiert sich ein Land, das seit dem Ende des 30-jährigen Bürgerkrieges im Jahr 2002 eine fulminante Entwicklung genommen hat. Finanziert durch seine riesigen Erdölreserven baut das Land derzeit seine marode Infrastruktur auf. Neben Straßen, Schienen und Häfen gehört auch das Gesundheitswesen zu den Sektoren, in denen das Land mit Hilfe ausländischer Technologie in kürzester Zeit seinen Rückstand gegenüber anderen Wachstumsmärkten aufholen möchte. Auch die Versorgung der eigeHESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

nen Bevölkerung möchte das Land möglichst rasch in den Griff bekommen: Das an Wasserressourcen reiche Land möchte seine riesigen landwirtschaftlichen Flächen mit ausländischem Know-how kultivieren und wie bereits in den siebziger Jahren Exporteur von Nahrungsmitteln werden. Große Probleme ergeben sich durch das hohe Maß an Bürokratie in Verbindung mit einer begrenzten Transparenz von Entscheidungsprozessen der öffentlichen Hand. Die steigende Anzahl vor Ort niedergelassener deutscher Unternehmen zeigt

Ghana gilt als Musterknabe unter Afrikas Staaten, wenn von einer demokratischen Regierungsführung auf Basis rechtstaatlicher Prinzipien die Rede ist. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land bei der Optimierung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen noch einen weiten Weg vor sich hat. Ein Ausbau der Infrastruktur auch in die Nachbarländer hinein ist Voraussetzung, um Ghanas Anspruch als „Tor nach Westafrika“ zu realisieren. Exportorientierte deutsche Unternehmen könnten Ghana dann als „sicheren Hafen“ nutzen und von dort aus weitere Länder in der Region erschließen. Grund zu Optimismus bieten die jüngsten Ölfunde vor der ghanaischen Küste im Golf von Guinea: Das Land wird in den kommenden fünf Jahren in die Top Ten der afrikanischen Erdölexporteure aufsteigen. Dank der verantwortungsvollen Regierungsführung ist damit zu rechnen, dass die zusätzlichen Einnahmen in die Entwicklung des Landes investiert werden und damit breiten Bevölkerungskreisen zugute kommen. Das erhöht die Kaufkraft der Men19


International

schen und die Investitionsmöglichkeiten der ghanaischen Regierung, was zu einer Erweitung der Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen führt. Nigeria hat es zuletzt in die von Top-Ökonomen erstellte Liste der „Next-Eleven“ geschafft. Die Aufnahme des rohstoffreichen Landes in den Kreis lukrativer Zukunftsmärkte ist auch aufgrund der hohen Kaufkraft seiner Bevölkerung und seiner regionalen Integrationsfunktion gerechtfertigt. Viele international agierende Unternehmen, die die Märkte West- und Zentralafrikas bedienen möchten, haben ihren Sitz in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos. Hier kann die deutsche Wirtschaft bereits seit 1978 auf eine eigene Repräsentanz zurückgreifen. Die deutschnigerianische Energiepartnerschaft ist weiterer Ausdruck der wirtschaftlichen Bedeutung des westafrikanischen Schwergewichts für deutsche Unternehmen.

Aber auch das politische Klima spielt beim wirtschaftlichen Austausch eine entscheidende Rolle. Die aktuellen Entwicklungen in der Elfenbeinküste haben vor Augen geführt, dass die politische Situation besonders in Westafrika von einer dauerhaften Stabilität noch weit entfernt ist. Andererseits zeigt das anziehende Interesse deutscher Unternehmen für bilaterale Aktivitäten wie Delegationsreisen und Wirtschaftsforen mit Angola, Ghana und Nigeria, dass das Abwägen von Chance und Risiko immer häufiger zu einem Engagement

Text: Heiko Schwiderowski, DIHK

IHK Veranstaltung AFRIKA – Geschäftschancen in Angola, Ghana und Nigeria Termin: 30. Mai 2011, 15 bis 18 Uhr, in der IHK Wiesbaden. Die Besucher erhalten Infos zu Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken, Zahlungsund Sicherungsmöglichkeiten, Erfahrungsberichte, Möglichkeit individueller Gespräche mit den Experten. Programm und Anmeldung: Geschäftsbereich International, Telefon 0611 1500-186, international@wiesbaden.ihk.de

Was kompliziert aussieht, kann ganz einfach sein! Gutscheincode: HeWi0511 10 % Rabatt bis 1. 9. 2011

vor Ort führt. Dabei profitieren deutsche Firmen von einer äußerst hohen Reputation, die „Made in Germany“ in den Ländern genießt. Das Ziel vieler afrikanischer Regierungen, die Abhängigkeit von asiatischen Investoren zu verringern und stattdessen hohe qualitative, aber auch soziale und ökologische Standards bei sich zu etablieren, soll vor allem mit Unterstützung der deutschen Wirtschaft erreicht werden.

Kompliziert ist anders. Einfach und zuverlässig ist der Onlineshop für Präsentationsmappen www.mappenmeister.de. Hier finden Sie eine große Auswahl an hochwertigen Mappen aus besten Materialien, die nach Ihren Vorgaben bedruckt werden. Durch die leichte Bedienerführung und übersichtliche Struktur erhalten Sie mit nur wenigen Klicks Ihre Mappe im individuellen Layout für gelungene Präsentationen und das zu super Preisen. Eine professionelle Präsentation braucht eine professionelle Verpackung.

Für jeden die richtige Mappe

20

Präsentationsmappen Firmenmappen Angebotsmappen Pressemappen Projektmappen …

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011 FÜR JEDEN DIE RICHTIGE MAPPE


International

Das große Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. | Foto: ESF

Euro-Rettungsschirm: Ein Fass ohne Boden? Die 2008 in den USA verschärfte Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich längst zu einer weltweiten Schuldenkrise entwickelt. Die ohnehin bereits angespannte Haushaltslage der europäischen Staaten hat sich zum Teil drastisch verschärft. Die Besorgnis erregenden Schuldenstandsquoten – das heißt die Verschuldung der Staaten, gemessen an der jeweiligen Wirtschaftsleistung – sind in allen großen Volkswirtschaften der Eurozone deutlich angestiegen. Je höher die Verschuldung eines Staates, desto schwieriger ist es, sich über den Kapitalmarkt zu günstigen Zinsen mit Finanzmitteln zu versorgen. Nach Griechenland und Irland sah Anfang April 2011 auch Portugal keinen Ausweg mehr und musste aufgrund deutlich gestiegener Finanzierungszinsen und zur Wahrung der Zahlungsfähigkeit auf die Hilfe der europäischen Staaten setzen. Inzwischen ist klar: Portugal benötigt rund 80 Milliarden Euro. Konnte Griechenland im Frühjahr 2010 noch auf gemeinsame Hilfen der Europäischen Kommission, der EZB und des InternationaHESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

len Währungsfonds hoffen, so ist Portugal das zweite Euroland nach Irland, das ausschließlich Mittel des Europäischen Rettungsfonds (EFSF) in Anspruch nimmt. Ab 2013 tritt der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) an die Stelle des EFSF. Kern dieses neuen Rettungsschirmes ist eine auf Dauer angelegte Ausrichtung durch Bürgschaften, abrufbares Kapital und Bareinlagen. Finanziert durch einen Umverteilungsschlüssel entsprechend ihrer Wirtschaftskraft, leisten die Eurostaaten somit Garantien, um ihre europäischen Nachbarn bei schwerwiegenden Finanzproblemen zu unterstützen.

Ökonomen weisen jedoch auf eine eklatante Fehlkonstruktion des ESM hin und befürchten einen großen Schritt in Richtung Transferunion. Es wird kaum bei einmaligen Hilfestellungen bleiben. Der Anreiz der Staaten, ihre Überschuldung vor Inanspruchnahme des Rettungsschirms zu reduzieren, wird aufgrund des „Sicherungsnetzes“ ESM kaum zunehmen. Zwar sieht die Inanspruchnahme von Mitteln aus dem ESM die Umsetzung von Strukturreformen und Haushaltskonsolidierungen vor, dies aber erst nachdem bereits Finanzmittel geflossen sind. Ein Staat würde diese Mittel schlicht verschenken, wenn er bereits zuvor sparen würde. 21


International

Der ESM erzeugt faktisch Fehlanreize. Staaten können sich auf die Mittel Dritter verlassen. Im bestehenden System besteht die Gefahr, zum Trittbrett fahren einzuladen. Die Folgen einer schlechten, unter Umständen verschwenderischen Haushaltsführung werden nicht verursachungsgerecht zugeordnet sondern sozialisiert. Die Gemeinschaft bürgt für ein etwaiges Fehlverhalten Einzelner. Prof. Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, stellt zurecht die Frage, wo die Grenzen des Umfanges der Hilfsmittel liegen, besonders dann, wenn der nächste Staat hinzu komme, beispielsweise Italien. Mit einer prognostizierten Verschuldungsquote von 120,2 Prozent für 2011 ist die Lage in Italien beispielsweise deutlich prekärer als in Irland (107 Prozent), Portugal (88,8 Prozent) oder Spanien (67,9 Prozent). Jedoch warnen Experten davor, allzu nationalistisch zu denken und die Unterstützungsleistungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Sollte ein Staat zahlungsunfähig werden, hätte dies ungeahnte Dominoeffekte auf andere Staaten. Deutsche Banken und Versicherungen sind zum Beispiel in dreistelliger Milliardenhö-

he in Griechenland, Irland und Portugal beteiligt. Ein Ausfall dieser Forderungen würde enorme Folgen haben. Die Stabilität des Eurosystems sollte aber nicht nur deswegen einen enormen Stellenwert hierzulande haben: Wie kein anderes Land profitiert Deutschland vom Euro. Einen Großteil seiner Waren und Dienstleistungen liefert die Exportnation ins europäische Ausland (EU-Anteil am deutschen Export 2010: 60 Prozent). Ohne Gemeinschaftswährung würde der Standort Deutschland deutlich schlechter dastehen. Einerseits hat Deutschland ein begründetes Interesse an einer gesunden und wirtschaftsstarken Eurozone. Andererseits zählt das Land sowohl heute als auch im ab 2013 vorliegenden ESM zu den größten Geldgebern. Rund 27 Prozent des Gesamtvolumens dieses Rettungsschirmes in Höhe von 700 Milliarden Euro finanziert Deutschland (190 Milliarden Euro), entsprechend seinem wirtschaftlichen Gewicht. Daher sollte es Deutschland gelegen sein, dass diese Mittel zielorientiert und effizient verwendet werden.

einer funktionsfähigen Gemeinschaft und einer soliden Gemeinschaftswährung haben. Diesen Vorteilen sind etwaige Kosten aus Hilfestellungen – egal es sich hierbei um Bürgschaften handelt, deren letztlich notwendige Inanspruchnahme durch ein Land nicht sicher ist, oder um Bareinzahlungen – gegenüber zu stellen. Im Bedarfsfalle sind die Hilfestellungen definitiv zu erbringen. Aufgrund der zahlreichen Vorteile Deutschlands und seiner ausgeprägten Wirtschaftsstärke sollte das Land seinen Solidariätsverpflichtungen auch nachkommen. Nationale Interessen sollten gegenüber europäischen Interessen nachrangig eingeordnet werden. Ein Missbrauch der Leistungen oder mögliche Potenziale zum Missbrauch sollten aber verhindert werden. Ähnlich dem in Deutschland in den Sozialsystemen verankerten Prinzips des Förderns und Fordern sollte dies auch im ESM geschehen; versehen mit einer strikten Vermeidung von Fehlanreizen in der Ausgestaltung des Rettungsschirmes.

Fazit: Deutschland profitiert von der Eurozone und sollte ein nachhaltiges Interesse an

Text: Dr. Sascha Genders, IHK WürzburgSchweinfurt

Standpunkte des DIHK Die Eurozone hat die Chance, aus der Schuldenkrise gestärkt hervorzugehen. Voraussetzung hierfür ist, dass jetzt die Weichen klar in Richtung Wettbewerbsfähigkeit gestellt werden. Eine stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung ist sicher notwendig. Sie muss sich aber an den finanzpolitisch soliden Ländern und nicht am Durchschnitt orientieren. Gleichzeitig müssen die Sanktionsmechanismen im Stabilitäts- und Wachstumspakt ebenso rechtzeitig wie quasi-automatisch greifen und in ihrer Wirkung spürbar sein. Die Beschlüsse des Euro-Gipfels zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder (Euro-Pakt) und der Einrichtung eines dauerhaften Krisenmechanismus (ESM) sind wichtige Bestandteile einer neuen europäischen Stabilitätspolitik. Die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit der Euro-Länder gewinnt eine neue Qualität und mit dem ESM liegen klare Regeln für eine Notfallhilfe ab 2013 vor. Das erhöht die Planungssicherheit und nimmt Druck von den Märkten. Private Gläubiger wissen nun zumindest, dass sie im schlimmsten Fall auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen. Eine Aktivierung des Hilfspaketes kann nur Ultima Ratio zur Rettung des Euro-Währungsgebietes sein. Wir müssen daher früher 22

ansetzen, damit es gar nicht erst zum Ernstfall kommt: Hierfür ist die Schärfung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes mit einer stärkeren Berücksichtigung der 60-Prozent-Verschuldungsgrenze ein wichtiger Schritt. So wichtig wie die Stabilität des Euro ist – Europa darf keinesfalls zu einer Transferunion werden. In den letzten Monaten ist auf politischer Ebene bereits einiges erreicht worden. Das Bewusstsein, dass wir als Eurozone eng miteinander verbunden sind und jedes Mitgliedsland seinen Beitrag zum Erfolg des Euro beitragen muss, ist weiter gewachsen. In den am stärksten verschuldeten Ländern sind notwendige Anpassungsprozesse auf den Weg gebracht worden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Eine unsolide Haushaltspolitik und falsche wirtschaftspolitische Entscheidungen einzelner Mitgliedstaaten schwächen nicht nur deren eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern sie gefährden auch die Stabilität des Euro. Das wiederum belastet letztlich die Unternehmen in allen Euro-Staaten. Die Einführung nationaler Schuldenbremsen muss daher die Mitgliedstaaten zu einer soliden Finanzpolitik bringen. Dabei ist es wichtig, den Rotstift im Staatskonsum anzusetzen und nicht bei den Investitionen.

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Unternehmen

Pizza mal ganz anders Wer sagt eigentlich, dass eine Pizza rund ist und in einem Karton ausgeliefert werden muss? Enrico Gulino jedenfalls nicht. Er hat als erster Franchisenehmer in Deutschland eine „Konopizza“-Filiale in Wiesbaden eröffnet. Dort erhält der Kunde die italienische Spezialität als Waffel in Hütchenform, handlich, zum Mitnehmen. muss ebenso geschaffen werden. Andererseits gibt es durchaus Spielräume für eigene Ideen. „Bei der Ladeneinrichtung sind uns die Farben vorgeschrieben, ansonsten konnten wir viel selbst gestalten“, sagt Marilena Natola. Davon zeugt ein großes Schwarz-Weiß-Portrait ihres Vaters, das anstelle der sonst üblichen Mittelmeer-Sehnsuchts-Bilder die Wand schmückt.

Das Konopizza-Trio: Enrico Gulino und Marilena Natola mit Sohn Alessio. | Foto: Verena Maas

Fehlenden Mut kann man Enrico Gulino nicht vorwerfen. „Keiner weiß was das ist“, sagt der Gastronom über sein Produkt „Konopizza“. Kono ist italienisch und heißt Waffel. Also Pizza-Waffel? Oder Pizza-Tüte? Wie wär’s mit Pizza-Hütchen? Die Idee dahinter ist jedenfalls verblüffend einfach, aber auch darauf muss man erst mal kommen. Enrico Gulino nimmt ein „Kono“, füllt es mit Tomatensauce, Salciccia, Champignons und Käse. Dann steckt er es – ein bisschen Show gehört dazu – auf einen Halter, der einen gläsernen Ofen durchwandert, und fertig ist die „Konopizza“. Entdeckt hat Enrico Gulino diese etwas andere Pizza im Internet. Zufällig ist er auf der italienischen Seite von „Konopizza“ gelandet, und war sofort begeistert. „Fastfood mit gesunden Zutaten! Das muss auch in Deutschland HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

funktionieren“, beschreibt er seine Eindrücke. Außerdem kann man die Pizza in der Waffel ganz einfach mitnehmen, ohne einen lästigen, unhandlichen Pizzakarton. Reizvoll war auch, dass es in Deutschland noch kein „Konopizza“ gab, man wäre also Pionier. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Marilena hat er sich das Konzept vor Ort in Padua angeschaut. Für die Verhandlungen mit dem Franchisegeber „Konopizza“ war es vorteilhaft, dass alle Beteiligten italienisch sprechen und die Mentalität „stimmt“. Wie immer beim Franchising gibt es bestimmte Pflichten. So müssen einige Zutaten beim Franchisegeber bezogen werden, beispielsweise die für das Produkt typische Waffel, aber auch die Tomatensauce und der Mozzarella. Natürlich ist auch das Logo vorgegeben. Ein italienisches Ambiente

Probleme gab es eher beim Start in Wiesbaden. Fast zwei Jahre wurde nach einem geeigneten und bezahlbaren Laden gesucht. „Viele Vermieter mit denen wir gesprochen haben konnten sich nicht vorstellen, dass so etwas Ungewöhnliches wie Konopizza läuft“, erklärt Enrico Gulino. Am Standort Wiesbaden wollte er aber unbedingt festhalten, da er mit seiner Ehefrau schon das Restaurant „Al Gusto“ in der Moritzstraße betreibt. Dass die Situation dort nach dem Wegzug des Landgerichts nicht einfacher geworden ist, war ein zusätzlicher Antrieb, ein zweites Standbein zu bekommen. Und wie schafft man es zwei Läden auf einmal zu organisieren? „Das geht nur, indem wir als Familie zusammenhalten und uns aufteilen“, erklärt Marilena Natola, lacht und spendiert ihrem jüngsten Sohn seine Lieblings-Kono, gefüllt mit Nutella und Schokolade. Text: Friedemann Götting-Biwer, IHK Wiesbaden

Die IHK Wiesbaden unterstützt Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit – von der Beratung zur Finanzierung bis zur Besprechung eines Geschäftskonzepts. Ansprechpartnerin: Susanne Horn, Telefon 0611 1500-189, s.horn@wiesbaden. ihk.de.

23


Unternehmen

Kooperationsbörse Dienstleistungen Vertriebspartner mit Eigeninitiative von weltweit operierendem Unternehmen im Bereich Gesundheit/Wellness gesucht. Keine finanziellen Investitionen notwendig. Einarbeitung und Betreuung erfolgt durch erfahrenes Team. Keine Gebietsbeschränkung. WI -35106 -D Kooperation/Zusammenarbeit mit Immobilienmakler/in gesucht! Renommiertes Immobilienbüro in Wiesbaden sucht Sie zu Verstärkung! Langfristige Zusammenarbeit erwünscht. WI -38008 -D Wir suchen die Kooperation mit Handelsvertretern, die ein naturreines basisches Hochgebirgsquellwasser aus einem unberührten UNECSO Weltnaturerbe als Zusatzprodukt im Bereich Prävention, Gesundheit und Wellness auf Provisionsbasis anbieten können. Keine Investitionen notwendig. Schulung durch den Gründer. Interesse an einer vertrauensvollen und nachhaltigen Zusammenarbeit. WI -38710 -D Gut etablierte Personalberatung im Rhein-Main-Gebiet (gegründet 1990) sucht Kooperation mit weiteren Personalberatern oder Führungskräften, die sich als Berater etablieren wollen. Spätere Partnerschaft ist möglich. Neben Studium und Führungserfahrung ist ein gutes persönliches Netzwerk zu Entscheidern hilfreich. Vorab Info unter 0172-6909140. WI -38810 -D Kooperation mit überregionalen, ortsfremden Unternehmen gesucht. Kaufmännisch/technisches Büro mit Sitz in Wiesbaden bietet auswärtigen Unternehmen (Interessen-) Vertretung, Abwicklung und Überwachung von Projekten, Dienstleistungen, Problemlösungen, Recherchen, Kontaktadresse, Vertrieb und Beschaffung etc. im Großraum Rhein-Main-Gebiet an. WI -39110 -D Bekannter Wiesbadener Wohn-Makler bietet Bürogemeinschaft mit Gewerbemakler, Versicherung, Hausverwalter odgl. auch für die Nutzung von Synergie-Effekten. Teilen Sie mit uns eine großzügige Altbauetage in zentraler Wiesbadener Lage mit Pkw-Stellplatz. Kontakt: IHK Wiesbaden WI -39210 -D

Betonfertigteilhersteller sucht Kooperationspartner im Raum Wiesbaden, bevorzugt Logistik- oder Transportunternehmen für die Lagerung, einschließlich Umschlag und Versand von Betonfertigteilen und Zubehör. Benötigt werden Außen – und Hallenflächen, insgesamt ca. 500 – 800 m2. WI -39411 -D Wir sind: ein etabliertes Kurierunternehmen (Paket, Briefpost, Dokumente, med. Proben, ID-Verfahren u. ä.) im Rhein – Main - Geb. mit lokaler Ausrichtung und festem Auftragsbestand. Es stehen mehrere Fahrzeuge mit einer Nutzlast bis 750 Kg und Umschlagflächen zu Verfügung. Wir bieten: zuverlässige, schnelle und preiswerte Zustellung für b2b und b2c in der Region und bundesweit. Wir suchen: Kooperation mit überregionalem oder lokalem Logistikunternehmen als Subunternehmer, Endauslieferer oder Vertragspartner für Direktkunden. WI -39511 -D Kooperation mit Call-Center gesucht, um Internet-Angebot www.golfcam.info zu bewerben. WI -39611 -D

Handel Etablierter Weinhandel sucht für die Niederlassung im Raum Giessen einen engagierten marketingorientierten Mitarbeiter oder Kooperationspartner. Wir suchen den Allrounder, der sich für den lokalen Weinvertrieb engagiert und ausbaut, jedoch auch für den globalen Handel fit ist und über fundierte Kenntnisse in der EDV/Internet (z.B. TYPO3, HTML, PHP, social network...) sowie Bildbearbeitung (Photoshop, Katalog, Werbung...) verfügt. GI -109 -H Erfolgreiches, langjährig bestehendes Grosshandelsunternehmen in der Mitte Deutschlands ist aus Altersgründen zu verkaufen. Wir sind im Produktionsverbindungshandel mit Stahl, Befestigungstechnik, Werkzeugen und Beschlägen am Markt tätig. Weiterhin vermarkten wir zertifiziert!) mechatronische und digitale Schließ- und Zutrittskontrollsysteme. Neben einem Verkauf kommen auch Beteiligung oder Einbringung in Betracht. Das Unternehmen ist ebenfalls ideal auch als Filiale/ Niederlassung zur Ausweitung des Kundenstamms und Nutzung von Synergieeffekten geeignet. KS -1108 -H

verlags focus 5. Juli 2011: Safety

First: Von der Firewall bis zu Wachpersonal Präsentieren Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen den 15.900 Lesern der HESSISCHEN WIRTSCHAFT. Den Entscheidern aus der Region Wiesbaden, Hochheim am Main und dem Rheingau-Taunus-Kreis.

Rückfax an (0 69) 42 09 03-70 Verlagshaus Zarbock. Frankfurt. Wir interessieren uns für eine Präsentation in diesem verlagsfocus.

Ihre individuelle Präsentationsmöglichkeit als ergänzende Veröffentlichung. Ihr selbst erstelltes Firmenporträt in Verbindung mit Ihrer Anzeige.

Bitte schicken Sie uns weitere Informationen.

anzeigen schluss : 21. juni 2011

24

Ansprechpartner

Telefon

Straße

PLZ/Ort

Foto: bellagee/Photocase

Firma

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Italienische Konditorei, die seit 1913 italienisches Feingebäck wie Panettone, Pandora, Polenta und Colomba mit Originalität und unverwechselbaren Geschmack herstellt, sucht Vertriebspartner, Importeure, Vertretungen im Lebensmittelbereich mit Kontakten zu Einzelhandel und Delikatessenshops im Gebäckbereich zum Aufbau einer langfristigen und soliden Geschäftsbeziehung. KS -1113 -H

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Produktion Leistungsstarker Kooperationspartner zur Herstellung von zur Montage vorkonfektionierten Stahlprofilen gesucht. Es sollen Stahlhohl- und Stahl-T-Profile mit neu entwickelten Systemverbindern versehen und auf dem europäischen Markt vertrieben werden. Die erforderlichen Leistungen sind Schweißen (eventuell mit Roboterschweißgerät), Läser- oder Plasmaschneiden sowie Fräsen und Bohren. KS -1109 -P Unternehmen für Metallbau und Blechbearbeitung bietet folgende Leistungen an: Zuschneid-, Kant- und Schweißarbeiten als Lohnfertigung, Herstellung von Blech- und Rohrkonstruktionen, Bau von drucklosen Behältern, Werkstoffe: Edelstahl, Aluminium, Stahl. Herstellerqualifikation zum Schweißen von Stahl- und Aluminiumbauten (Klasse D, Klasse B). WZ -K-1101 -P Mitgliedsunternehmen der IHK Wiesbaden haben die Möglichkeit, kostenlos in den Börsen zu inserieren. Angebote und Nachfragen von Beteiligungen oder Unter­neh­­men: IHK Wiesbaden, Ge­schäftsfeld Standortpolitik, Ursula Neuefeind, Postfach 3460, 65024 Wiesbaden. Interessenten für veröffent­lichte Angebote und Nach­fragen wen­den sich eben­falls an die IHK Wiesbaden. Zuschrif­ten wer­den ungeöffnet weitergeleitet.

Nachfolgebörse Gesuch Erfahrene Führungspersönlichkeit sucht gesundes Unternehmen zwecks Nachfolge 49 jähriger, international erfahrener Geschäftsführer, verantwortlich für die kaufmännische Leitung eines europäischen Geschäftes im Gesundheitsbereich mit einem Umsatz im dreistelligen Millionenbereich und über 1000 Mitarbeitern sucht Unternehmen. Spezifische Erfahrungen in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Finanzen, Customer Care Center, Logistik, Personalwesen, IT sowie M&A, Unternehmenszusammenführungen und Private Equity. Das Unternehmen muss ein(e) etablierte(s) differenzierende(s) Produkt oder Dienstleistung, eine gesunde finanzielle Struktur sowie eine ausbaufähige Zukunftsperspektive bieten. Gesucht wird bundesweit, wobei das Rhein - Main - Gebiet bevorzugt wird. Das Unternehmen soll in einer Nachfolgeregelung veräußert werden, wobei es ausdrücklich gewünscht wird, dass der Unternehmer den Käufer für eine Übergangszeit begleitet. Kapitalnachweis des Inserenten jederzeit möglich. Chiffre: WI 03/11

Angebot Textielgeschäft Freizeitbekleidung aus Altersgründen abzugeben. 1a Lage 5 Schaufenster überdachte Terrasse, 2 Parkplätze, Büro, Personalraum, Küche. Zuschriften bitte nur per Brief. Chiffre WI 04/11 Interessenten für Gesuche und Angebote der Nachfolgebörse wenden sich an: IHK Wiesbaden, StarterCenter, Petra Faßbinder, Postfach 3460, 65024 Wiesbaden, p.fassbinder@wiesbaden.ihk.de. Interessenten für veröffentlichte Angebote und Nachfragen wenden sich ebenfalls an Petra Faßbinder. Zuschriften werden ungeöffnet weitergeleitet.

Bewährtes pflegen oder neue Wege gehen? Donnerstag, 25. Mai 2011 Congress Park Hanau Infos und Anmeldung unter: Hanau Marketing GmbH • Fon: 06181· 4289480 Email: info@hanau-marketing-gmbh.de www.HessischerStadtmarketingtag.hanau.de

Mit freundlicher Unterstützung von:

HANAU HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Unternehmen

200 Jahre RotkäppchenMumm Sektkellereien GmbH

Gründung: Matheus Müller kauft den Freiherrlich von Sohlern‘schen Hof in Eltville und gründet 1811 die Firma Matheus Müller zunächst als Weinkellerei und Weinkommissionärsgeschäft. Geschäftsführer: Gunter Heise, Michael John Branche: Sektherstellung und -vermarktung Aktuelle Mitarbeiterzahl: 529, davon 28 Auszubildende Aktueller Umsatz: 778 Millionen Euro Geschichte: 1835: Start der Sektherstellung 1837: Verkauf der ersten Schaumweine 1886: Aufbau des Riesenfasses für den Inhalt von 165.000 Flaschen (existierte bis 1970)

26

1889: Start klassischer Werbung, die kontinuierlich bis in die 1980er Jahre mit regelmäßig neuen Motiven fortgesetzt wurde 1894: Am 1. 10. wurde als eines der ersten Markenzeichen „MM“ beim Kaiserlichen Patentamt zur Eintragung angemeldet 1913: Die bisher als Offene Handelsgesellschaft (OHG) geführte Firma wurde in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt 1922: Seit diesem Jahr wurde auch MummSekt bei Matheus Müller versektet 1928: Bau des repräsentativen Empfangsgebäudes an der Erbacher Straße, heute Matheus-Müller-Platz 1 in Eltville 1984: Kauf der Matheus Müller Sektkellereien durch Seagram, einen großen internationalen Spirituosenkonzern 2002: Übernahme des deutschen Sektgeschäftes mit MM Extra, Mumm und Jules Mumm durch die Rotkäppchen Sektkellerei: die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH entsteht 2007: Nach Übernahme des Eckes-Spirituosengeschäftes durch die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien entsteht „Deutschlands Haus aus Sekt, Spirituosen und Wein“ 2009: MM Extra erreicht als zweitgrößte deutsche Sektmarke die historisch größte Absatzmenge mit 22,9 Millionen 0,75 l-Flaschen. Unternehmensphilosophie: Marken brauchen Tradition und Herkunft. Und eine Vision für die Zukunft. Die RotkäppchenMumm Sektkellereien stehen zu ihrer Verpflichtung der Bewahrung gewachsener Werte - und zu ihrer Weitergabe an die nächste Generation. Mit starken Marken und motivierten und hochqualifizierten Mitarbeitern. Zukunftswunsch / Pläne: Mit unseren Sekt-, Spirituosen- und Weinmarken möchten wir auch weiterhin Konsumenten genussvolle Stunden bereiten, den Handel mit starke Marken unterstützen, unseren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz bieten und unseren Lieferanten und unserem Umfeld ein guter Partner sein. Für junge Menschen stellen wir Ausbildungsplätze zur Verfügung. Wir werden weiter kontinuierlich investieren und Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern halten.

125 Jahre Otto Schulz GmbH

Gegründet: 10. Mai 1886 von Otto Schulz in Berlin Inhaber: Ernst Otto Schulz Branche: Juwelen, Gold, Perlen, Uhren Aktuelle Mitarbeiterzahl: 3 Geschichte: Der Vater des jetzigen Inhabers, Otto Schulz sen., wird 1936 Teilhaber im elterlichen Geschäft. Otto Schulz sen. Eröffnet 1956 in Wiesbaden, An den Quellen 6, sein Juweliergeschäft 194 wird er zum Obermeister der Juweliere als vereidigter Sachverständiger berufen Ernst Otto Schulz, die 3. Generation, tritt in das Geschäft ein. 1985 wird Otto Schulz sen. Ehrenobermeister der Juweliere 1986 begeht Juweliere Schulz das 100-jährige Jubiläum. 2011: Verleihung der Auszeichnung „Exzellente Schmuckkultur 2011“ der Branchenzeitschrift „Schmuck Magazin“. Unternehmensphilosophie: Als inhabergeführtes Juwelier-Geschäft legen wir besonderen Wert darauf, ein sehr persönliches Vertrauensverhältnis zu unseren Kunden aufzubauen.

DG Verlag eG Geplanter Rückgang des Umsatzes in 2010 Der Deutsche Genossenschafts-Verlag eG (DG Verlag) erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Gesamtumsatz vor Erlösschmälerung und vor genossenschaftlicher Rückvergütung von 145,4 Millionen Euro. Dieser Umsatzrückgang gegenüber 183 Millionen Euro im Vorjahr war HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Unternehmen

Technogroup IT-Service GmbH Computer fĂźr die Christophorus-Schule Die Technogroup IT-Service GmbH aus Hochheim hat die Aufbauzweig-ChristophorusSchule mit PCs und Bildschirmen ausgestattet. Damit haben jetzt alle SchĂźler Zugang zum Internet und kĂśnnen im Unterricht lernen, mit dem Medium umzugehen. Die Schule in MĂźhltal bei Darmstadt ist eine private, staatlich genehmigte heilpädagogische FĂśrderschule. „Dass sich eine solche Schule wesentlich aus Spenden finanziert, war uns gar nicht bewusst. Erst durch den persĂśnlichen Kontakt eines Mitarbeiters sind wir auf die Situation aufmerksam geworden“, sagt der Marketingleiter der Technogroup, Harald Wieneke. 140 Mitarbeiter sind an Standorten in Deutschland, Ă–sterreich und der schweiz fĂźr das Unternehmen tätig. Zudem bildet die Technogroup jährlich mindestens zehn jungen Menschen aus.

GARREIS-Gruppe 4.400 Quadratmeter Photovoltaik auf dem Dach Die Unternehmensgruppe GARREIS mit Sitz in Geisenheim hat eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Firmengebäudes installiert: Auf 4.400 Quadratmetern Dachfläche befinden sich dort insgesamt 540 Solar-Module. Nach Unternehmensangaben ist es die grĂśĂ&#x;te Anlage in Geisenheim und eine der grĂśĂ&#x;ten Anlagen im gesamten Rheingau. „Mit Eintragung der Anlage im Solaranlagen-Kataster der Stadt hat GARREIS den Anteil an Solarstromgewinnung im Ort Ăźberdurchschnittlich erhĂśht“, sagte der Produktionsleiter der GARREIS-Gruppe, FrĂŠdĂŠric Hagen, „wir produzieren mit der neuen Solaranlage mehr als den kompletten eigenen Stromverbrauch. Damit ist unsere Betriebsstätte CO2-neutral.“ Das Bild zeigt von linke: Leo Garreis, Klaus GroĂ&#x;mann (Leiter Fachbereich Bauen), Thomas Garreis, Paul Meuer (Vorstand Rheingauer Volksbank) und Frank Kilian (BĂźrgermeister Geisenheim). | Foto: GARREIS

SV SparkassenVersicherung Neuer Notrufmelder ruft selbst an Gerade die ersten Minuten nach einem Unfall entscheiden Ăźber Leben und Tod und die Schwere der Verletzungen. Je schneller die Rettung eintrifft, desto grĂśĂ&#x;er sind die Chancen zu Ăźberleben. Die SV SparkassenVersicherung (SV) mit Sitz in Wiesbaden bietet ihren Kunden seit April einen Crash-Sensor an, der bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzt und die Helfer zur Unfallstelle lotst. Der so genannte „SV Copilot“ kann in jedes Auto eingebaut werden. Registriert der Sensor in der Box eine Kollision, bestimmt das System mittels GPS-Satellitennavigation den Unfallort und setzt Ăźber das Funknetz eine Meldung an die Ă–RAG Service GmbH ab. Das Unternehmen in DĂźsseldorf organisiert seit knapp 20

Jahren Hilfs- und Serviceleistungen fĂźr die Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe. Bei einem leichten Aufprall nimmt diese per Handy direkten Kontakt mit dem Fahrer auf. Ist der Fahrer nicht erreichbar oder wurde ein schwerer Unfall registriert, alarmiert die Notrufleitstelle sofort den Rettungsdienst.

KION Group Kräftiger Zuwachs Die KION Group hat 2010 nach eigenen Angaben von der deutlichen Erholung der weltweiten Märkte profitiert. Der Auftragseingang steigerte sich um 27,5 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro. Der Nettoumsatz nahm um 14,6 Prozent auf ßber 3,5 Milliarden Euro zu. Laut Unternehmen beträgt der Weltmarktanteil des Gabelstapler- und Lagertechnikherstellers mit ZZZERVEDFKGH

nach Unternehmensangaben jedoch geplant. Er resultiere aus den Vier-Jahres-Zyklen der Karten-Hauptausstattung, in denen das Jahr 2010 das umsatzschwächste war. 2010 produzierte der Verlag sieben Millionen Debitund Kreditkarten. „Wenn unsere Generalversammlung am 1. Juli 2011 zustimmt, planen wir, eine Dividende von sechs Prozent auf die Geschäftsanteile sowie eine genossenschaftliche RĂźckvergĂźtung in HĂśhe von drei Prozent auszuschĂźtten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Manfred Biehal. Zum Jahresende 2010 beschäftigte der Verlag mit Sitz in Wiesbaden 424 Mitarbeiter und 17 Auszubildende. Neben Karten produziert der Verlag Formulare, FachverĂśffentlichungen und Kundeninformationen.

67$+/+2&+%$8 Pt5HIHUHQ]HQXQGPHKUĂ­QGHQ6LHEHL

ZZZVFKZHYHUVUDDEGH HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

6&+:(9(56 5$$% _ 6WDKO+RFKEDX*PE+ :DOEHFNHU6WUDÂĄHĂ– _ *HOGHUQ 7 _ ) (0DLOLQIR#VFKZHYHUVUDDEGH

27


Unternehmen

Sitz in Wiesbaden mehr als 15 Prozent. Das Gewicht der Wachstumsregionen Osteuropa, China und Südamerika sei deutlich gestiegen. Die Nachfrage nach Flurförderzeugen in Osteuropa habe sich auf fast 40.000 Einheiten verdoppelt. Dennoch lägen die west- und osteuropäischen Märkte noch mehr als 25 Prozent und teilweise mehr als 40 Prozent unter früheren Höchstständen. Der chinesische Markt habe um 70 Prozent zugelegt. Die Zahl der Beschäftigten am Standort Wiesbaden blieb 2010 mit rund 100 Mitarbeitern stabil. Weltweit hat due Gruppe 19.968 Mitarbeiter.

Cytec GmbH & Co. KG Mit informativen Podcasts Sicherheitspreis gewonnen Das Sicherheitsunternehmen Cytec Surface Specialties Germany GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Wiesbaden wurde mit dem zweiten Preis des Baden Württembergischen Sicherheitspreises ausgezeichnet. Mit dem Einsatz von Podcasts geht die Firma, die auch einen Sitz in Östringen hat, bei ihrer Sicherheitskampagne neue Wege. Sicherheitsthemen werden den Mitarbeitern in spannenden Geschichten mit eingängigen Figuren vermittelt. Das Projekt mache deutlich, dass beim Thema Sicherheit nicht allein auf technische Maßnahmen gesetzt werden darf, heißt es in einer Pressemitteilung zur Preisverleihung.

Die IHK Wiesbaden gratuliert zum Firmenjubiläum! 25 Jahre 01.04.2011 HEINZ + FEIER GmbH, Wiesbaden www.heinz-feier.de 01.05.2011 Franz Joachim Mayerhofer, Eltville am Rhein 09.05.2011 KCI Medizinprodukte GmbH, Wiesbaden 15.05.2011 Peter Kuntz, Wiesbaden 28

Asklepios Paulinen Klinik Neues Bistro und Kiosk

In der Wiesbadener Asklepios Paulinen Klinik haben das „medic in“ Bistro und der „medic in“ Kiosk eröffnet. Damit stehen Patienten, Besuchern und Mitarbeitern zwei neue Anlaufpunkte in der Klinik zur Verfügung. „Wir möchten unsere Gäste glücklich machen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Bistro und Kiosk, Dennis Uitz. 170 Gäste finden Platz: 140 Sitzplätze gibt es im Bistro, das auch einen Zugang zum Internet anbietet, 30 in der Lounge mit Club-Atmosphäre und zwei plätschernden Brunnen. Bei gutem Wetter kommen 50 Terrassenplätze dazu. Pro Schicht sind acht Mitarbeiter im Einsatz, die an rückenschonenden Arbeitsflächen sowie in der Profi-Küche tätig sind. Künftig finden die Patientenveranstaltungen, wie „Medizin Bürgernah“, „Medizin für Jedermann“, und die Infoabende der Geburtshilfe in den neuen Räumen statt. | Foto: Asklepios

Feinkost Dittmann GmbH 13,5 Millionen in neues Hochregallager investiert Etwa 40 Augenpaare richten sich nach oben und erblicken säuberlich sortierte Paletten. Sie tragen all die Zutaten, aus denen die Produkte der Feinkost Dittmann Reichold Feinkost GmbH in Taunusstein später werden. Insgesamt 28 Meter hoch ist das neue Hochregallager, das die geladenen Gäste zur Einweihung betrachten. 13,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in das Projekt investiert, insgesamt 12.500 Stellplätze für Paletten stehen jetzt zur Verfügung. Stellt man sie nebeneinander, käme eine Strecke von 15 Kilometern zustande. Damit jede einzelne Palette zum richtigen Platz hin und auch wieder weg befördert werden kann, sind insgesamt 327 Meter Fördertechnik nötig. 57 Tonnen wiegt allein diese Anlage. Und weil das Ganze im Zweifel auch brennen kann, wurde eine Sprinkleranlage installiert, die aus einer mit einer Million Liter Wasser gefüllten Zisterne gespeist wird. „Wir

passen uns mit dem neuen Hochregal auch den gestiegenen Anforderungen des Wettbewerbs an“, sagt Geschäftsführer Thorsten Reichhold. Das Unternehmen wurde 1901 gegründet und beschäftigt derzeit 300 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 150 Millionen Euro.

Easy Gourmet GmbH Ausgezeichnete Gewürzmühlen Die Gourmet Bio-Gewürzmühlen und die KidsMühlen der Easy Gourmet GmbH aus Wiesbaden wurden von 10.000 Verbrauchern zum „Produkt des Jahres 2011“ gewählt. Für insgesamt 50 verschiedenen Produktsparten hatte die Kölner Agentur „Produkt des Jahres“ zur Abstimmung gebeten. Den Teilnehmern gefiel besonders der höhere Gewürzanteil durch weniger Salz und dass auf künstliche Zusätze verzichtet wird. Aus den Kids-Mühlen kommt statt Gewürzen Süßes, mit dem sich die CornFlakes oder das Müsli anreichern lassen. HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Unternehmen

Nassauische Sparkasse Gutes Jahr zur Substanzstärkung genutzt „Wir haben ein wirklich gutes Jahr hinter uns“, sagte Naspa-Vorstandsvorsitzender Stephan Ziegler bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2010. Die Naspa hat ihr Vermögen deutlich um rund 107 Millionen Euro gestärkt. Das Teilbetriebsergebnis aus Zinsüberschuss, Provisionen und Verwaltungsaufwand hat die Sparkasse um ein Drittel auf 123,3 Millionen Euro erhöht (2009: 92,2 Millionen Euro). Die Risikovorsorge ist mit 29 Millionen Euro auf dem niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre (2009: 44,9 Millionen Euro). „Statt einen hohen Jahresüberschuss auszuweisen haben wir die gute Entwicklung genutzt, um unsere wirtschaftliche Substanz weiter zu stärken. Aktuell erfüllen wir alle Anforderungen an die Kapitalausstattung nach Basel III“, betonte Ziegler. Dieses internationale Regelwerk fordert von Banken bis 2019 die deutliche Erhöhung ihres Kernkapitals und größere Kapitalpuffer zum Schutz vor Krisen. Die Bilanzsumme sank geplant um 1,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro (2009: 2 Milliarden Euro). Damit ist die Naspa nach wie vor eine der größten Sparkassen Deutschlands. Mittelfristig wird indes eine Bilanzsumme von 10,5 Milliarden Euro angestrebt. Die Naspa hat das zurückliegende Jahr auch genutzt, um fast 10 Millionen Euro bei den Personal- und Sachkosten zu sparen. Entsprechend beschäftigt die Naspa nunmehr 2.132 Mitarbeiter – 59 weniger ( = 42 Vollzeitstellen) als noch Ende 2009. Der Abbau sei im Bereich der Verwaltung erfolgt und nicht in der Kundenberatung. In ihrem Geschäftsgebiet unterhält die Naspa drei Firmenkunden-Center, 20 Private BankingCenter und 147 Finanz-Center (-2). Vom erfolgreichen Geschäftsjahr hat auch die NaspaStiftung profitiert, deren Stiftungskapital um eine Million Euro auf 16 Millionen Euro aufgestockt wurde. Äußerst kritisch äußerte sich Ziegler bei der Bilanzpressekonferenz zum derzeitigen Verhältnis von Banken und Politik. „Das Erscheinungsbild unserer Branche leidet massiv unter politischem Aktionismus HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

und Populismus“. In Folge der Finanzkrise würden alle Banken unter Generalverdacht gestellt und mit Regelungen überzogen. Ohne Not sei eine Vertrauenskrise heraufbeschworen worden. „Manchmal frage ich mich, was eigentlich mit unseren Politikern geschähe, wenn für sie die gleichen strengen Regeln gälten, die sie jetzt den Banken auferlegen. Kabinettstisch und Plenarsaal wären wohl gähnend leer“, sagte Ziegler.

R+V Versicherung AG Ergebnis erneut gesteigert und 400 Arbeitsplätze geschaffen „2010 war für die R + V ein schönes Jahr mit dem wir sehr zufrieden sind. Dank des exzellenten Neugeschäfts und niedriger Verwaltungskosten konnten wir den stabilen Erfolgskurs der letzten Jahre fortsetzen und erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielen“, sagte R+V-Vorstandsvorsitzender Dr. Friedrich Caspers anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Der R+V Konzern konnte seine gebuchten Bruttobeiträge in 2010 um 5,5 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigern. Unterm Strich erwirtschaftete der R+V Konzern ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 261 Millionen Euro (+29 Prozent). Das Kapitalanlageergebnis kletterte auf 2,9 Milliarden Euro (+12,1 Prozent). Die R+V-Erstversicherer steigerten ihre Beitragseinnahmen in Deutschland um 2,6 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Im Jubiläumsjahr ihres 50-jährigen Bestehens hat die R+V-Kreditversicherung ihre Position als zweitgrößter deutscher Anbieter weiter ausgebaut (+17,4 Prozent). Die gebuchten Beitragseinnahmen der R+V Lebensversicherung AG als größter Einzelgesellschaft stiegen auf 5,9 Milliarden Euro (+3,4 Prozent). Die Grundlage für die guten Zahlen dafür bildete die bewährte Zusammenarbeit mit den Partnern in der genossenschaftlichen Finanz-Gruppe. „Außerdem gehört R+V zu den finanzstärksten Versicherungsunternehmen in Deutschland, wie unabhängige Ratings immer wieder bestätigen. Das schafft Sicherheit und Vertrauen bei unseren Kunden und Vertriebspartnern“, erklärte Dr. Caspers. 2010 wurden mehr als 400 neue

Arbeitsplätze geschaffen, so dass sich die Zahl der Beschäftigten auf insgesamt 13.294 erhöhte. Allein in Wiesbaden arbeiten 4.200 Beschäftigte und damit 170 mehr als noch Ende 2009. Damit stärkte die R + V ihre Position als größter privater Arbeitgeber der Landeshauptstadt. Das laufende Jahr sei ebenfalls gut gestartet: Die Beitragseinnahmen im Inland lagen in allen Sparten über dem Vergleichsquartal des Vorjahres und vor wenigen Tagen wurde der schicke Neubau am neuen Raiffeisenplatz bezogen, in dem 1.100 Mitarbeiter arbeiten. Allerdings sei die R+V auch von der Naturkatastrophe in Japan betroffen. Obwohl die Schadenhöhe voraussichtlich zwischen 60 und 100 Millionen Euro liege – das Nuklearrisiko ist nicht mitversichert – werde dies keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben. „2011 erwarten wir erneut Wachstum bei den Beitragseinnahmen und werden weiter in neue Arbeitsplätze investieren“, sagte Caspers. Kritisch äußerte sich der Vorstandsvorsitzende hingegen zu den verschärften regulatorischen Vorschriften für die Versicherungsbranche. Kein gutes Haar ließ er zudem an den vom Europäischen Gerichtshof jüngst verordneten Unisex-Tarifen: „Wir sehen darin keinen Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung, sondern die Gefahr einer anders gelagerten Diskriminierung und nicht risikogerechter Tarife“.

R aum f üR EnERgiEEf f iziEnz Am Sägewerk 5b | D-55124 Mainz Tel +49.6131.228375 | Fax 235112 www.friedrich-hallenbau.de

29


Unternehmen

Kaufleute im Gesundheitswesen müssen in zahlreichen bereichen fit sein. | Fotos: Sanitätshaus Achim Kunze

Vielfalt im Gesundheitswesen Mehr als 350 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es bundesweit: viele Möglichkeiten für junge Menschen, die einen Beruf erlernen wollen, viele Möglichkeiten für Betriebe, die ausbilden wollen. Die Hessische Wirtschaft stellt Berufsbilder vor, zusammen mit den Menschen, die dahinter stehen. Diesmal: Kaufleute im Gesundheitswesen im Sanitätshaus Achim Kunze in Wiesbaden.

Michael Geyer ist Geschäftsführer und Ausbildungsleiter des Sanitätshauses Achim Kunze.

„Welche Eigenschaft muss ein Bewerber für diesen Beruf unbedingt mitbringen?“

Als erstes und wichtigstes natürlich die Freude am Umgang mit Menschen, gepaart mit einem großen Einfühlungsvermögen. Unsere Kunden befinden sich, wenn sie Kontakt zu uns aufnehmen, oft in einer schwierigen Lebenssituation. Außerdem ein hohes Verantwortungsbewusstsein, denn in Notfällen müssen wir schnell reagieren. Eine weitere Eigenschaft, die ein Bewerber oder eine Bewerberin mitbringen sollte, ist Neugier und Spaß daran, sich immer wieder auf Neues einzustellen. „Was sind die drei wichtigsten Dinge, die angehende Gesundheitskaufleute bei Ihnen lernen?“

Das wichtigste ist Flexibilität, da die Branche ständigen Veränderungen unterliegt. Bei all den vielen Modalitäten, die sich immer wieder verändern, steht aber immer der Patient im Mittelpunkt. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem die Zusammenarbeit im Team, denn die Versorgung von vielen Kunden erfordert 30

die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Bereiche wie Werkstatt, Rehaabteilung und Sanitätshaus. Diese Koordination organisieren Kaufleute im Gesundheitswesen. Sie werden damit zum „Casemanager“ und damit Hauptansprechpartner für unsere Kunden. Hinzu kommt die besondere Ausrichtung unseres Hauses. Die Auszubildenden sollen einen ganzheitlichen Ansatz erlernen. Also nicht nur Hilfsmittel anzubieten, sondern auch, den Kunden umfangreich und problemorientiert zu beraten. Auch im Bereich der Prävention und der Betreuung von Sportlern. „Wie hat sich Ihr Unternehmen auf die Ausbildung vorbereitet und welche Voraussetzungen wurden geschaffen?

Wir bilden seit vielen Jahren in unserem Haus aus und mittlerweile bieten wir fünf unterschiedliche Berufsbilder an. Das gibt den Auszubildenden die Chance, die gewünschte Teamarbeit beim internen Unterricht zu trainieren. Wir arbeiten häufig mit Herstellern zusammen und die Auszubildenden erhalten die Möglichkeit, an Schulungen teilzunehmen, die auch andere Berufsbilder absolvieren, Wir sehen darin die Chance, die Vernetzung der verschiedenen Bereiche im Haus schon in der Ausbildung zu trainieren. Diese besondere Qualifikation ist auch der Grund, warum wir Auszubildende, wenn sie sich bewähren, sehr gerne übernehmen.

Natalie Kurte Auszubildende

Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?

Ich wollte einen kaufmännischen Beruf erlernen und kam zu einem Praktikum ins Sanitätshaus. Es war überraschend, wie vielfältig die Arbeit ist. Es ist nicht nur Büroarbeit, man hat auch viele nette Kundenkontakte. Und das schönste ist, dass wir täglich Menschen mit dieser Arbeit helfen können. Was ist für Sie in Ihrer Ausbildung besonders interessant?

Der Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen. Viele Probleme kann man nur im Team lösen und es ist eine große Herausforderung immer wieder neue Lösungen zu finden. Toll ist auch, dass ich in der Ausbildung alle Bereiche kennen lerne. Ich glaube die Berufschancen nach der Ausbildung sind sehr gut, da man in der Schule auch vieles über die Arbeit in Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Versicherungen lernt. Text: Florian Grösch, IHK Wiesbaden

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


verlagsfocus

versicherungen forderungsmanagement und factoring

Betriebliche Altersversorgung? Nein danke – viel zu kompliziert, denken viele Arbeitgeber. Dabei ist sie jetzt bei R+V ganz einfach: mit nur einer Unterschrift können Arbeitgeber und ihre Mitarbeiter von einer Betriebsrente profitieren.

II

Impressum: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Werner Jakobartl, Verlagsleiter Sontraer Straße 6, 60386 Frankfurt am Main, Telefon 0 69/42 09 03-71 Die Textbeiträge in diesem Verlagsfocus wurden von den werbenden Unternehmen verfasst.


verlagsfocus

versicherungen

Arbeitsschutzpreis 2012 der VBG – Sicherheit gewinnt immer Bis zu 50.000 Euro Preisgeld Alle Unternehmen, die Projekte im Arbeitsschutz betreiben und bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG Mitglied sind, können gewinnen. Also heißt es, sich jetzt zu bewerben. Insgesamt stehen beim VBG-

Arbeitsschutzpreises bis zu 50.000 Euro an Preisgeldern bereit, die in mehreren Kategorien vergeben werden. Der Bewerbungszeitraum läuft vom 1. 5. 2011 bis einschließlich 31. 10. 2011. „Das Bewerbungsverfahren ist in diesem Jahr noch einmal vereinfacht worden. Viele Unternehmen haben Arbeitsschutzprojekte, die in unserem Wettbewerb gute Chancen auf einen Preis hätten. Jetzt können wir sie nur dazu aufrufen, sich für den Arbeitsschutzpreis zu bewerben“, so Karl-Heinz Jung, Projektleiter des Arbeitsschutzpreises bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG. Unternehmen brauchen keine neuen Projekte zu starten, sondern können die guten Arbeitsschutz-Maßnahmen, die sie jetzt schon umsetzen, ins Rennen schicken. Alle teilnehmenden Unternehmen erhalten für gute Projekte eine Urkunde. Nominierte Unternehmen und Gewinner werden zusätzlich im Rahmen einer Abendveranstaltung der VBG Mitte 2012 geehrt. Ausgezeichnet werden innovative und beispielhafte Beiträge zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz. Bei der Bewertung sind für die Jury Kriterien wie Innovationsgrad, Übertragbarkeit auf andere Unternehmen, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Alle Informationen zum Arbeitsschutzpreis 2012 und die Bewerbungsunterlagen sind unter www.vbg.de/arbeitsschutzpreis und im VBG-Kundenmagazin, dem Sicherheitsreport, zu finden.

Wann hat Sie das letzte Mal eine Telefon-Hotline genervt? Sicherlich kennen Sie das Gefühl, alles 3-4 Mal erzählen zu müssen, bis man Ihnen helfen kann. „Moment, da verbinde ich Sie weiter…“ Von persönlicher Betreuung, ganz zu schweigen von einer individuellen Beratung, kann man in diesen Fällen wirklich nicht sprechen. All das bleibt Ihnen bei uns erspart! Uns ist das PERSÖNLICHE sehr wichtig und wir möchten es als das verstehen, was es ist: Ein Gespräch von Person zu Person, am besten unter 4 Augen. Diese Meinung haben wir seit 1948 nicht geändert.

verständlich kostenlos aber unsagbar wertvoll, denn Sie wissen sich in guten Händen. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine seriöse und bedarfsgerechte Beratung nur dann stattfinden kann, wenn wir alle Gegebenheiten unserer Kunden kennen. Aus diesem Grund halten wir wenig von Pauschal-Angeboten, die jegliche Individualität und detailliertes Know-How vermissen lassen. Die Zufriedenheit unserer Kunden gibt uns hierbei Recht und bestätigt uns darin, unsere erfolgreiche Geschäftspolitik unverändert fortzusetzen.

Wir bieten Ihnen eine Rund-Um-Beratung, die alle relevanten Versicherungsbereiche und die persönliche Lebens- und Finanzsituation einschließen. Selbst-

Ihr Versicherungspartner in Wiesbaden. Generalvertretung Weygandt. In der 3. Generation für Sie da.

Generalvertretung Oliver Weygandt Albrecht-Dürer-Str. 5 65195 Wiesbaden Tel. 06 11 / 9 44 80-0 Fax 06 11 / 9 44 80-27 Was auch passiert:


verlagsfocus

versicherungen

Auf die Schnelle zur betrieblichen Altersversorgung Betriebliche Altersversorgung? Nein danke – viel zu kompliziert, denken viele Arbeitgeber. Dabei ist sie jetzt bei R+V ganz einfach: mit nur einer Unterschrift können Arbeitgeber und ihre Mitarbeiter von einer Betriebsrente profitieren. Angebote schreiben, Aufträge hereinholen, Fristen einhalten – der Alltag in kleinen und mittelständischen Firmen ist oft hektisch. Überstunden sind die Regel, freie Wochenenden selten. Und dann auch noch an die betriebliche Altersversorgung denken? Nach einem 12-Stunden-Tag im Unternehmen haben viele Chefs dafür keinen Kopf. Dabei muss jeder Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine betriebliche Zusatz-Versorgung anbieten. Direktversicherung von R+V Und das mit gutem Grund. Denn die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht viel mehr als eine Grundversorgung sein: Bereits heute erhält der sogenannte Eckrentner, ein Durchschnittsverdiener, der 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, im Alter nur eine Bruttorente von rund 1.200 Euro (West) bzw. knapp 1.100 Euro (Ost). Umso wichtiger also die betriebliche Altersversorgung, erst recht, weil beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – von geringeren Abgaben profitieren. Doch gerade kleine und mittelständische Unternehmen scheuen oft den Aufwand. Genau hier setzt die neue R+V-Direktversicherung mit Privileg an – sie richtet sich gerade an solch kleine Firmen. Einfach und unbürokratisch „Unsere neue Direktversicherung ist einfach, leicht verständlich und unbürokratisch“, erklärt Erik Waidner von R+V. Der Arbeitgeber schließt dazu bei seiner

Volksbank oder Raiffeisenbank einfach nur eine Rahmenvereinbarung für mindestens fünf Mitarbeiter ab. Dieser Vertrag enthält alle Konditionen, die Leistungen und Laufzeiten. Und das Besondere: Mit dieser Vereinbarung erhalten alle Mitarbeiter des Unternehmens das Recht – also das Privileg – das Angebot zu nutzen und eine eigene betriebliche Altersvorsorge zu diesen Bedingungen abzuschließen. Eine zusätzliche Unterschrift des Chefs ist nicht mehr nötig. Er hat mit der betrieblichen Altersversorgung in seinem Unternehmen so gut wie nichts mehr zu tun. Dafür aber zufriedene Mitarbeiter.

R+V Lebensversicherung AG Markus Zahn Abteilung Makler- und Industriegeschäft bAV Raiffeisenplatz 2 65189 Wiesbaden Telefon 06 11/5 33-25 63 E-Mail Markus.Zahn@ruv.de www.ruv.de III


verlagsfocus

forderungsmanagement und factoring

Forderungs- und Risikomanagement Tage 2011 Über 270 Teilnehmer auf den „Forderungs- und Risikomanagement Tagen“ haben alle Erwartungen übertroffen – Mit komplett ausgebuchten Terminen in München und Köln waren die „Forderungs- und Risikomanagement Tage“ der Neuen DEUTSCHEN KONGRESS GmbH wie in den letzten Jahren sehr gut besucht! Auch Hamburg konnte im Vergleich zum letzten Jahr stark zulegen. So mussten kurzfristig in München wie auch in Köln Stuhlreihen angebaut werden, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Auch die Sponsoren und Aussteller erfreuten sich an dem regen Zuspruch, „der so noch nicht dagewesen war“, so Frank Poschmann von der ABIT GmbH. Durch das Zusammenrücken der Aussteller und die Verkleinerung der Ausstellungsfläche war schnell klar, dass in dem Raum, der ursprünglich für 70 Personen ausgelegt war, die Durchführung mit so vielen Teilnehmern kein Problem werden wird. Die Aktualität des Themas bestimmte die Veranstaltung und die fundierten Vorträge und die spannenden Diskussionen hinterließen bei Teilnehmern und Ausstellern sehr zufriedene Gesichter. „Die Veranstaltungsreihe zeigt, dass die DEUTSCHE KONGRESS ein wichtiges Thema zur richtigen Zeit mit den richtigen Partnern und Sponsoren besetzt hat.“, so Bernhard Klier, Geschäftsführer der DEUTSCHEN KONGRESS in Frankfurt. Top-Thema 2011 – Großer Zuspruch und hochklassige Vorträge Getreu dem Motto der Veranstaltung „Die Chancen im Aufschwung – sicheres Kreditmanagement in wirtschaftlich guten Zeiten!“ standen Informationen zur Bonitätsprüfung und zu Inkassoprozessen auf der Tagungsordnung. Verantwortliche aus den Bereichen Accounting, Finanzen, Kreditmanagement, Debitorenmanagement, Risikomanagement und Scoring informierten sich über die aktuellen Herausforderungen im Risiko- und Forderungsmanagement, sowie über Schritte zu nachhaltigen Prozessverbesserungen. Dr. Stefan Hirschmann, Bereichsleiter Zeitschriften bei der Bank-Verlag Medien GmbH in Köln, führte gekonnt durch die Veranstaltung und wies in seinen Beiträgen speziell auf die aktuellen Herausforderungen in den Forderungsmanagement-Prozessen hin. Für 2011 konnte er berichten, dass die Unternehmensinsolvenzen nach der Krise schon wieder zurück gehen und die Zahlungsausfälle den unteren Boden schon gesehen haben. Lösungen für die gewachsenen Herausforderungen Am Vormittag stand das Thema „Wenn der Kunde nicht zahlt“ besonders in dem Vortrag von der EOS Deutschland GmbH im Vordergrund. Vertreten durch insgesamt drei Referenten , Michaela Wittmann in München, Derya Köksal in Köln und Timo Seelmann in Hamburg ging es in den sehr präzisen Beiträgen

besonders um die Themen Intelligente Lösungen im Privatkundengeschäft und um innovative Wege beim Forderungseinzug. Es folgte im zweiten Beitrag des Tages Dr. Michael Sauter (Guardean GmbH), der das Thema der Vorredner aufgriff und weiter auf die neuen intelligenten Prozesse im Forderungsmanagement hinwies bei gleichzeitiger Kundenbindung. Nach dem ebenfalls zu Kontakten und Gesprächen in der begleitenden Fachausstellung einladenden Mittagessen gingen die Teilnehmer dann frisch gestärkt in die Nachmittags-Sessions. Frank Poschmann (ABIT GmbH) berichtete über Überlegungen zum wirtschaftlich, effizienten Forderungsmanagement im Hinblick auf Inhousebearbeitung oder Outsourcing und zeigte den Teilnehmern praktische Beispiele für deren Nutzen. Andreas Kulpa von Arvato Infoscore, Geschäftsbereich Risk Management, zeigte Möglichkeiten auf, wie mit modernen Analyseverfahren betrugsverdächtige Bestellprofile entdeckt und das damit verbundene Risiko gezielt gemanagt werden können. Wertvolle Kontakte und Gespräche im Rahmen der begleitenden Fachausstellung Nach einem letzten Networking-Break und Besuch der Fachausstellung standen zwei weitere wichtige Themen auf der abwechslungsreichen Agenda. Zunächst analysierten Frank G. Behnke von der Intrum Justitia das moderne Kredit- und Forderungsmanagement und was ein idealer Partner im Bereich Forderungsmanagement Bereich die Industrie können muss. Den krönenden Abschluss erlebten die Teilnehmer durch den sehr hochgradig besetzten Vortrag von Jörg Rossen, Mitglied der Geschäftsleitung, Verband der Vereine Creditreform. Zum Thema „Sicher aus der Krise – Pro-aktives Forderungsmanagement in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“ konnte er besonders bei dem Thema Lieferantenkredite mit sehr guter Rhetorik überzeugen. Glückliche Gewinner am Schluss Die Verlosung des Buches „Risiko Manger Jahrbuch 2010/2011“ am Ende des Tages verfolgten die Teilnehmer gespannt. Die glücklichen Gewinner waren z.B. in Hamburg Otto Office, die Stadtwerke Leipzig und der Hermes Versand. Insgesamt ein Tag mit vielen Anregungen, Beispielen und Lösungsansätzen erlebt zu haben, der zahlreiche Ansätze zu konkreten Verbesserungen in ihren jeweiligen Unternehmen bot, war das sehr positive Resumee der Teilnehmer und Sponsoren. Besonders positiv viel die Steigerung der Teilnehmer zum Vorjahr um über 30 % auf, was viele Sponsoren dazu veranlasste, schon jetzt wieder die Folgeveranstaltung zu reservieren.

Wachstum gezielt angehen Jürgen Süssmann Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland Marktregion Darmstadt/Wiesbaden der Deutsche Bank AG Die Wirtschafts- und Finanzkrise hinterlässt zwar Spuren. Aber in vielen Exportunternehmen stehen die Zeichen schon wieder auf Expansion. Durch gezielte Absicherung von Ausfuhrrisiken wird der Wachstumspfad begleitet. „Made in Germany“ ist gefragt wie selten zuvor. Nach dem krisenbedingten Rückgang der Ausfuhren im Jahr 2009 hat der deutsche Export und somit die gesamte Deutsche Wirtschaft 2010 ein beeindruckendes Comeback geschafft. Klassische Exportbranchen wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Fahrzeugbau verbuchten steigende Auftragseingänge aus Europa und vor allem aus den Emerging IV

Markets. In diesem Jahr steht Deutschland vor einem Export-Rekordjahr. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) dürften in 2011 erstmals Waren von mehr als einer Billion Euro ausgeführt werden. Nicht nur für die Großindustrie, sondern auch für den weltweit präsenten deutschen Mittelstand war diese Entwicklung lang herbeigesehnt. Doch selbst mit dem Rückenwind dieser wirtschaftlichen Erholung bleiben viele globale Ausfuhrrisiken aktuell: Auslandskunden können plötzlich nicht mehr zahlen, Währungen geraten überraschend unter immensen Druck, ausländische Banken geraten auf einmal in Zahlungsnot oder ein ganzes Land steckt plötzlich in Schwierigkeiten. Die globale Wirtschaft wird bis auf weiteres risikoanfälliger bleiben als vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Damit müssen exportorientierte Unternehmen umgehen.


verlagsfocus

forderungsmanagement und factoring Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit denen sich der Mittelstand gegen Risiken schützen und die Weichen für zukünftiges Wachstum stellen kann. Nach einer sorgfältigen Analyse der mit dem Auslandsgeschäft verbundenen Länderund Adressrisiken, von Wechselkursen und Rohstoffpreisen können die unternehmerischen Ziele mit kalkulierbaren und vertretbaren Kosten erreicht werden. Flexible Absicherungsstrategien helfen Unternehmen zudem, bei begrenztem Risiko vom aktuell niedrigen Zinsniveau profitieren. Zinsen, Währungen und Rohstoffe sichern Viele Mittelständler sichern Zinsrisiken bisher noch nicht ausreichend ab. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bank unter 400 Unternehmen aus dem Jahr 2010. Dabei gingen vier von fünf befragten Unternehmen davon aus, dass die Zinsen mittel- und langfristig wieder steigen. 73 Prozent befürworten auch prinzipiell eine Absicherung, aber nur bei 38 Prozent spielt das Thema Zinssicherung eine wichtige Rolle. Weniger als die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) haben überhaupt Erfahrung mit der Zinssicherung von Krediten. Der Verzicht auf Zinssicherung kann gefährlich werden, wenn die Konjunktur anzieht und einen höheren Finanzierungsbedarf mit sich bringt. Dabei können sogar Unternehmen mit laufenden Finanzierungen vom aktuellen Niedrigzins profitieren. Wenn sich der Zinstrend wieder gedreht hat, verschlechtern sich die Konditionen für eine Absicherung merklich. Die Kalkulation der Im- und Exporte kann aber auch hinfällig werden, wenn sich die Währungsrelationen zwischen Auftrag und Abwicklung ändern. Schwankungen müssen Unternehmen auch an den Rohstoffmärkten verkraften. Die Preise für Öl und Energierohstoffe-, aber auch für Industrierohstoffe sind höchst volatil. Unternehmen können zwischen einer Reihe unterschiedlicher Instrumente und Absicherungsstrategien für Marktrisiken wählen – Termingeschäfte sorgen für Sicherheit, Optionsgeschäfte bieten auch Möglichkeiten, von den Schwankungen zu profitieren.

Bewährte Instrumente für Wachstumsstrategien genutzt Die Finanzkrise hat bewährte Instrumente der Exportabsicherung wieder in den Blickpunkt gerückt. Akkreditive und Auslandsgarantien helfen Unternehmen, weltweit die Ausfuhr-Risiken zu beherrschen. Sie sorgen bei allen Beteiligten – Exporteure, Importeure und Bankpartner – für zusätzliche Sicherheit. Zudem hilft die öffentliche Hand Exporteuren bei der Risikoadjustierung von Länderrisiken und Adressrisiken, speziell bei Exporten in Länder mit hohen ökonomischen oder politischen Risiken . Beim sogenannten Exporteur- oder Lieferantenkredit etwa kann das wirtschaftliche und politische Kreditrisiko über den Bund via Hermes-Bürgschaften abgesichert werden. Ein solcher Kredit verlängert das Zahlungsziel bei einer Lieferung ins Ausland von den normalerweise üblichen 90 Tagen auf mitunter mehrere Jahre. Der Exporteur kann im Zuge einer Forfaitierung seine Forderung aus solchen Exportgeschäften an eine Bank verkaufen, um sich vorzeitig Liquidität zu verschaffen. Genauso wichtig wie die Wahl der richtigen Sicherungs-Produkte ist jedoch der Service rund um den Export. Eine gute Außenhandelsbank ist in den wichtigsten Ausfuhrländern präsent und kennt die jeweiligen Bedingungen vor Ort. So kann sie die jeweiligen Ausfuhrrisiken individuell analysieren und den Unternehmen passgenaue Konzepte empfehlen, zu denen auch der Einbau öffentlicher Fördermittel gehört. Stark ausgeweitete öffentliche Förder- und Kreditprogramme haben die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise vor allem für mittelständische Unternehmen gemindert. Diese Förderung wird auch in der Phase des Wachstums noch unterstützend wirken. Das gilt um so mehr, wenn die Hausbanken einen neuen unternehmerischen Expansionskurs mit den entsprechenden Finanzierungen begleiten. Die Deutsche Bank AG hat im schwierigen Jahr 2009 die Kredite für den Mittelstand gegen den Trend ausgeweitet und wird diese Geschäftspolitik weiter fortsetzen.

Finanzugang

Deutsche Bank firmenkunden.db.com

der; ‹mittelständisch›: Möglichkeit der Finanzierung mit einem verlässlichen Partner; für den flexiblen und innovativen Mittelstand, auch in unsicheren Zeiten.

Die Deutsche Bank für den Mittelstand. Ein leistungsfähiger Mittelstand ist von fundamentaler Bedeutung für Deutschland. Die Deutsche Bank unterstützt ihn dabei mit individuell zugeschnittenen Finanzlösungen. Vom Betriebsmittel- über den Investitionskredit bis hin zu öffentlichen Förderprogrammen stehen wir dem Mittelstand als zuverlässiger, langfristiger Finanzpartner zur Seite. In Deutschland und weltweit. Mit unserer umfangreichen Branchenerfahrung unterstützen wir den Mittelstand, die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen. Uns vertraut heute jedes vierte mittelständische Unternehmen – vom Freiberufler über das Familienunternehmen bis hin zur Aktiengesellschaft.

V


Menschen  Steckbrief

Yes, we can! Beruf und Engagement Ein Sprung zurück in Ihre Kindheit: Was war Ihr Traumberuf?

Als kleines Mädchen habe ich mit Begeisterung ein paar Jahre klassisches Ballett getanzt. Mein Traumberuf war Primaballerina. Was davon finden Sie jetzt in Ihrem Beruf wieder?

Geblieben ist mir die Begeisterung für Projekte, Ausdauer und Präzision. Die Inszenierung von Produkten und Unternehmen zählt zu meinen Kernkompetenzen. Ich schaffe die Bühne für spannende Botschaften.

Warum engagieren Sie sich für die IHK?

Mein Focus liegt auf den Ein-Mann und EinFrau-Unternehmen der IHK. Mein Anliegen ist es, diesen Mitgliedern die IHK als Netzwerkplattform nahezubringen, von der sie nur profitieren können. Eine echte Aufgabe für eine PR-Managerin! Ihre wichtigste Forderung an die Politik?

Nachhaltige Familien- und Bildungspolitik, damit der Feststellung „Armut hat ein weibliches Gesicht“ entgegengewirkt wird. Die Förderung von Frauen in ihrem (Berufs)Alltag bedeutet immer auch Förderung von Kindern und Familie.

Mit wem würden Sie gerne für einen Tag die Arbeit tauschen?

Persönliches

Mit Michelle Obama. Wie authentisch kann ich im Spannungsfeld zwischen protokollarischem Zwang und individueller Gestaltungsmöglichkeit bleiben?

Wie entspannen Sie nach der Arbeit?

Welche Eigenschaften braucht ein guter Unternehmer?

Kreativität, Visionsfähigkeit, Durchhaltevermögen. Und die feste Überzeugung: Yes, we can!

In der Natur mit Nordic Walking und Shiatsu-Training. Was gefällt Ihnen an der Region am besten?

Der Rheingau als Kulturlandschaft und Weinbauregion mit seinen Klöstern, Schlössern und Winzern.

Und ein guter Mitarbeiter?

Und am wenigsten?

Blick und Neugier für den gesamten Produktions- und Arbeitsprozess. Ein guter Mitarbeiter fragt nach dem Sinn seiner Arbeit und bestimmt damit seinen eigenen Stellen-Wert. Nur wenn ihm selbst bewusst ist, welche Rolle seine Arbeit spielt, kann er mit der ihm übertragenen Aufgabe eigenverantwortlich umgehen.

Ich bin viel in Deutschland herumgekommen und habe touristische Strukturen aufgespürt und weiter entwickelt. Verglichen mit anderen Regionen leben wir hier in einer Gegend, die zu den schönsten Deutschlands zählt und in der Menschen gerne Urlaub machen.

Was war Ihr größter beruflicher Erfolg?

Anfang der neunziger Jahre die Übernahme der Geschäftsführung eines Bundesverbandes mit 800 mittelständischen Busunternehmen als erste weibliche Geschäftsführerin der Branche. 36

Gabriele Werle-Schmid ist Inhaberin des Unternehmens WeitSicht – einer Agentur für Strategie und Öffentlichkeitsarbeit. Die gebürtige Wiesbadenerin studierte Sprachwissenschaften in Mainz und startete ihre Laufbahn in einer stuttgarter PR-Agentur. Von dort aus baute sie den Bundesverband zur Qualitätssicherung für Bus und Busreisen auf und übernahm 1993 die Geschäftsführung. Anfang 2000 kam sie nach Wiesbaden zurück und gründete 2006 WeitSicht. Sie berät Unternehmen in den Bereichen Strategie, Unternehmens- und Produktpositionierung. Seit 2009 ist sie Mitglied der IHK-Vollversammlung. | Foto: Gabriele Werle-Schmid Geld, mehr Leben“ von Timothy Ferriss, um den Tagen für mich immer mehr Augenblicke zu geben, die Sinn machen. Welche drei Dinge würden sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein nachspürenswertes Buch, eine Trommel, um im Rhythmus zu bleiben und einen Sonnenhut.

Was halten Sie für die größte Erfindung?

Jede Epoche hat ihre großen Erfindungen. In unserer Region zählen für mich die Erfindung der Buchdruckkunst und das Automobil ganz sicher dazu.

Auf was können Sie am leichtesten verzichten?

Aufs Fernsehen. Was ist Ihr Lebensmotto?

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Die Vier-Stunden Woche Mehr Zeit, mehr

Nichts ändert sich, außer ich ändere mich. Alles ändert sich, sobald ich mich verändere. HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Menschen  IM BILDE

Benzin und Sekt: Zum zweiten Mal hat die Deutsche Tourenwagen Masters am Sonntag, 10. April, ihre Saisoneröffnung in Wiesbaden gefeiert. Und zum zweiten Mal öffnete die Henkell & Co. Sektkellerei KG am Abend zuvor ihre Pforten für einen Empfang. Dort trafen sich die DTM-Teams, die beteiligten Hersteller sowie Medien und Prominenz zu einem festlichen „Get-together“. Das Bild zeigt von links nach rechts: Dr. Hans-Henning Wiegmann, Sprecher der Geschäftsführung von Henkell, Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister von Wiesbaden und Dr. Thomas Betzler, Mitglied des ITR-Vorstands. | Foto: ITR

Unternehmensgründungen im interkulturellen Kontext waren das Thema einer Podiumsdiskussion bei der IHK Wiesbaden. Darüber sprachen (von links): Dr. René Leicht (IfM Institut für Mittelstandsforschung), Nil Esra Dagistan, (entera Coachingwelten), Dr. Friedemann Götting-Biwer (Leiter des Geschäftsbereichs Recht, Innovation und Starthilfe bei der IHK Wiesbaden), Wiesbadens Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, Christiane Stapp-Osterod (jumpp – Ihr Sprungbrett in die Selbstständigkeit) und Jochen Bloß (Projektleiter KIZ Finanzkontor). | Foto: Paul Müller

Wie man eine Marke designt, diskutierten vor 180 Gästen in der IHK Wiesbaden (von links): Innomark-Geschäftsführer Thomas Schiefer, Scholz & Volkmer-Geschäftsführer Peter Post, Hessen Design-Geschäftsführerin Cornelia Dollacker, Moderator und IHK-Pressesprecher Gordon Bonnet, der Präsident des Rats für Formgebung und ehemaliger Chefdesigner der Daimler AG Professor Peter Pfeiffer sowie Saturn-Geschäftsführer CarlChristian Bollmann. | Foto: Paul Müller.

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

Jubiläum: Zehn Wiesbadener Unternehmen hat die IHK Wiesbaden im Rahmen einer Feierstunde für ihr langjähriges Bestehen geehrt. „Wir feiern heute zehn individuelle, lebendige Firmen, und die Unternehmerinnen und Unternehmer, die deren Geschicke verantwortungsvoll in ihren Händen halten“, sagte IHK-Präsident Dr. Eckelmann (ganz links) in seiner Rede. Geehrt wurden folgende Unternehmen: 150-jähriges Jubiläum: vr Bank Untertaunus eG (Idstein); Koepp Schaum GmbH (Oestrich-Winkel); 125-jähriges Jubiläum: Hotel Gasthof Kern (Idstein); 75-jähriges Jubiläum: Renate Schibilsky & Heinz Meinel (Taunusstein); Blumen Werner (Wiesbaden); Liesel Heck & Sylvia Hofmann & Ralf Hofmann (Niedernhausen); 50-jähriges Jubiläum: Rainer Emmel (Wiesbaden); Zimmermann & Körtel GmbH (Wiesbaden); Heinrich Feder GmbH & Co. Verwaltungs KG (Wiesbaden); 25-jähriges Jubiläum: MIS Unternehmensberatung Eric Kroehl e.K. (Wiesbaden). | Foto: Paul Müller

37


Rubriken  Kompakt

Verlosung Manch notwendig gewordener Gang zum Arzt endet mit einer ganzen Menge Fragezeichen. „Was hat der Arzt mir noch gleich diagnostiziert? Wie heißt die Krankheit?“ Kurz: Mediziner werfen gerne mit Fachausdrücken um sich oder reden so verschwurbelt wie sie unleserlich schreiben. Mit solchen und vielen weiteren Klischees hat sich der Arzt und Comedian Dr. Eckardt von Hirschhausen beschäftigt und sie in seinem Buch „Arzt-Deutsch/ Deutsch-Arzt“ zusammengefasst. Passend zum Titelthema verlosen wir zwei Exemplare dieses Langenscheidt-Buches. Folgende Frage sollten die Teilnehmer richtig beantworten, um im Lostopf zu landen: Wie heißt das aktuelle Bühnenprogramm von Eckart von Hirschhausen? Die Antwort schicken Sie bitte bis 20. Mai an die E-Mail-Adresse presse@wiesbaden.ihk.de.

4 | 2011

DAS IHK-MAGAZIn AuS Der LAnDeSHAuptStADt für WIeSbADen | rHeInGAu-tAunuS | HocHHeIM

Die richtigen Markennamen unserer AprilVerlosung – die Teilnehmerzahl lag übrigens dreimal so hoch wie sonst – lauten: Walt Disney, Nivea, IKEA, Addidas, Google, UPS, IBM, Burger King, Canon, Tchibo, Microsoft, SAP, Nintendo, Pampers, Intel, NIKE, McDonalds, Coca Cola, Marlboro, Knorr, Acer, Sparkasse. Gewonnen haben: Christina Eigler (Geisenheim), Melanie Finster (Wiesbaden) und Christine Weißenberger (Walluf).

WettbewerbE BME-Innovationspreis 2011 für Einkauf und Logistik Wofür? Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) schreibt seit 1986 den „BME-Innovationspreis“ aus. Prämiert werden Leistungen und Konzepte, die die Effizienz von Einkauf und Logistik dauerhaft steigern und so das Unternehmensergebnis nachweislich deutlich verbessern. Bewerben können sich Einkaufs- und Logistikabteilungen aus Industrie, Handel und aus dem Dienstleistungssektor. Voraussetzung ist, dass das eingereichte Konzept in der Praxis verwirklicht wurde. Für welchen Preis? Preisverleihungs-Gala Bis wann bewerben? 30. Juni 2011 Wo? www.bme.de

Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit Wofür? Das Unternehmen Deichmann schreibt zum siebten Mal den Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit aus. Teilnehmen können Unternehmen, kirchliche Institutionen, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Verbände sowie Schulen, die in den letzten 12 Monaten im eigenen Arbeitsumfeld außergewöhnliche Projekte, Ausbildungsplätze, Vollzeitstellen oder befristete Beschäftigungsverhältnisse geschaffen haben. Insbesondere der Mittelstand und Initiativen von Schulen sind mit dem Wettbewerb angesprochen. Für welchen Preis? Preisgelder im Wert von insgesamt 100.000 Euro Bis wann bewerben? 30. Juni 2011 Wo? www.deichmann-foerderpreis.de

38

7. Online-Marketing-Tag Mehr Erfolg im Internet Durchblick im Dschungel der Online-Marketing-Möglichkeiten – das erwartet Besucher beim 7. Online-Marketing-Tag. Am Dienstag, 24. Mai 2011, findet dieser in der IHK Frankfurt von 10 bis 18 Uhr statt. Das Beratungs- und Informationszentrum Elektronischer Geschäftsverkehr (Bieg) Hessen organisiert die Veranstaltung, die 75 Euro Eintritt kostet. Keynote, Fachvorträge, Networking, Informationsaustausch speziell für kleine und mittlere Unternehmen sind Teil des Programms. Erwartet werden rund 400 Besucher. www.frankfurt-main.ihk.de

KfW Bankengruppe Zwei neue Produkte für Gründer Seit dem 1. April 2011 bietet die KfW Bankengruppe Gründern bessere Förderbedingungen. Der KfW-Gründerkredit „StartGeld“ ist das Nachfolgeprogramm des KfW-StartGelds. Mit einem Höchstbetrag von 100.000 Euro – davon bis zu 30.000 Euro für Betriebsmittel – wird dieser Gründerkredit zukünftig den Bedarf „der meisten Existenzgründer decken können“, so die Bank. Die 80-prozentige Haftungsfreistellung der Hausbank bleibt erhalten. Brauchen Gründer für den Start mehr als 100.000 Euro Fremdkapital, können sie den KfW-Gründerkredit „Universell“ beantragen. Mit ihm können 100 Prozent der notwendigen Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden. Eingeschlossen sind auch Übernahmen von Unternehmen oder Unternehmensteilen in Form von Asset-Deals. Der Höchstbetrag der Finanzierung liegt bei zehn Millionen Euro. Für beide Gründerkredite gilt: Erneute Unternehmensgründungen werden gefördert, wenn aus der ersten Gründung keine Verbindlichkeiten mehr bestehen.

Studientagung Wie können Bürger aktiv mitbestimmen? Nicht erst seit der Diskussion um Stuttgart 21 stehen große Infrastrukturprojekte und die Beteiligung der Bürger bei Entscheidungen zur Stadtentwicklung in der Diskussion. Urbanicom möchte auf seiner 34. Studientagung als Bühne und Plattform eines Netzwerkes Beispiele und Ansätze vorstellen und diskutieren, wie Bürger um sich aktiv und mit Macht in städtische Themen einschalten können. Die Tagung findet vom 29. bis 31. Mai im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Kaiser Friedrich Ring 75, in Wiesbaden statt. Referenten sind unter anderem Monika Dürrer, Geschäftsführerin für Mittelstandspolitik, Handelsverband Deutschland - HDE e.V. Der Einzelhandel und Prof. Dr. Jörg Bogumil, Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Öffentliche Verwaltung, Stadt- und Regionalpolitik. Informationen und Anmeldeunterlagen unter www.urbanicom.de HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Rubriken  Kompakt

US-Army Garnison Als starke Gemeinschaft ausgezeichnet

Beste Arbeitgeber Fünf Unternehmen aus Wiesbaden ausgezeichnet

Die US-Garnison Wiesbaden ist als weltweit beste Garnison der US-Armee ausgezeichnet worden. Sie wurde „gold winner 2011“ beim Wettbewerb „Army Community of Excellence (ACOE)“. Das weltweite Garnisons-Management „IMCOM“ hatte die Garnison als starke Gemeinschaft mit einem hervorragenden Dienstleistungsangebot, hilfreichen Menschen und einer guten Partnerschaft mit den deutschen Gastgebern gewürdigt. Wiesbadens Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller gratulierte dem Kommandeur Colonel Jeffrey W. Dill zu der Auszeichnung: „Zwischen der US-Garnison Wiesbaden und der Landeshauptstadt Wiesbaden besteht ein ganz besonders freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis.“ Der Kommandeur hat die Auszeichnung Mitte April in San Antonio, Texas, entgegen genommen. Insgesamt hatten sich 164 Militäreinheiten beworben.

Gleich fünf Unternehmen, die in Wiesbaden ihren Hauptsitz haben oder eine Dependance in der Landeshauptstadt betreiben, gehören zu den 100 besten deutschen Arbeitgebern: die deutsche Niederlassung des amerikanischen Silikontechnologie-Konzerns Dow Corning in Wiesbaden. Besonders positiv wurden dort die Übertragung verantwortungsvoller Aufgaben, Stolz auf den Arbeitgeber, Integration neuer Mitarbeiter sowie einzigartige Sozialleistungen und Arbeitsschutz bewertet. Ähnlich gut präsentierte sich die R+V Versicherung bei dem Wettbewerb, den das Institut „Great Place to work“ ausschreibt. Ausgezeichnet wurden auch die Ikano Bank sowie die Personaldienstleister DIS AG und Trenkwalder GmbH.

HOLM-Forum Demonstration der Stärke bei Logistik und Mobilität Im Übergang zwischen Terminal 1 des Flughafens Frankfurt und dem ICE-Bahnhof hat jetzt das HOLM-Forum (House of Logistics and Mobility) eröffnet. Damit solle die Stärke Hessens in Logistik und Mobilität gezeigt werden, sagte der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch. Er betonte die Notwendigkeit, neue Lösungen für Logistik und Mobilität zu finden. In dem Forum erhalten die Mitglieder des HOLMVereins sowie die Partnerunternehmen die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch für Veranstaltungen kann die rund 1.350 Quadratmeter große Fläche genutzt werden.

Zum ersten Mal Hessischer Außenwirtschaftstag und Hessischer Exportpreis Am Dienstag, 7. Juni 2011, findet der 1. Hessische Außenwirtschaftstag statt. Er bietet eine landesweite Plattform für alle im Auslandsgeschäft aktiven Unternehmen. Referenten am Vormittag sind der Hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch und der Direktor des Institutes der Deutschen Wirtschaft, Professor Michael Hüther. Im Mittelpunkt steht die Wachstumsregion Asien-Pazifik. Was sind die Herausforderungen auf den asiatischen Märkten? Was sind Chancen und Risiken? Welche Veränderungen wird es geben? Am Nachmittag werden in Workshops einzelne Auslandsmärkte vorgestellt. Mehr als 15 hessische Unternehmen berichten von Erfahrungen in China, Brasilien, Russland oder den USA. Experten aus den Deutschen Auslandshandelskammern stehen für Einzelberatungen zur Verfügung. Am Vorabend werden besonders erfolgreiche Internationalisierungsstrategien erstmals mit dem Hessischen Exportpreis 2011 ausgezeichnet. Nähere Infos unter: www.hessischer-aussenwirtschaftstag.de und www.hessischer-exportpreis.de. HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

Statistisches Landesamt Hessen Wirtschaft des Landes erholt sich kräftig Das hessische Bruttoinlandsprodukt, die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen, wuchs 2010 um 3,6 Prozent. Dies geht aus ersten Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ hervor, wie das Statistische Landesamt Hessen mitteilt. Die Erholung nach der stärksten Krise der Nachkriegszeit sei damit in Hessen ebenso kräftig ausgefallen wie in Deutschland insgesamt. Da die hessische Wirtschaft 2009 mit minus 4,1 Prozent jedoch nicht so stark geschrumpft sei wie der bundesweite Durchschnitt, habe sich Hessen über die beiden letzten Jahre insgesamt besser als der Bundesdurchschnitt entwickelt. Mit 11,3 Prozent verbuchte das Verarbeitende Gewerbe das stärkste Plus. Nach weitgehendem Ausfall im Jahr 2009 wurde die Energieerzeugung aus Kernkraft wieder aufgenommen und leistete einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Das Baugewerbe schnitt mit minus 0,6 Prozent schwächer ab als im Bundesschnitt. Vergleicht man allerdings die 2010-Ergebnisse der Baubranche mit dem Vorkrisenjahr 2008, so bleibt für hessische Unternehmen ein Plus von 0,6 Prozent, für Deutschland dagegen ein Minus von 0,1 Prozent. Ähnlich ist das außergewöhnlich hohe Wachstum der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei zu relativieren, das mit 9,4 Prozent weit vor dem Bundesergebnis von minus 0,3 Prozent lag.

Die IHK Wiesbaden gratuliert zu 40 Jahren im Unternehmen! 3. Mai Claudino Rodrigues, Auto-Müller GmbH 24. Mai Wilhelm Kolbinger, Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH

39


Rubriken  Kompakt

Auftragsberatungsstelle Hessen Umzug in neue Räume

Diktatur der Gutmenschen – Was Sie sich

Im Mai 2011 zieht die Auftragsberatungsstelle Hessen e.V. der Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und der Ingenieurund Architektenkammer in die neuen Büros in der Bierstadter Straße 9, Wiesbaden. Der Eigentümer des Hauses hat die gesamte Altbauvilla inklusive Fassade restauriert. Auf rund 250 Quadratmetern werden die Mitarbeiter dort zukünftig hessische Firmen und öffentliche Auftraggeber über alle Fragen des öffentlichen Auftragswesens informieren und beraten. Die Stelle ist eine gemeinnützige Einrichtung der zehn hessischen Industrie- und Handelskammern, der drei Handwerkskammern, der Ingenieurkammer und Architekten- und Stadtplanerkammer.

Verf.: Boris Grundl, Econ Verlag, 19,95 Euro

Sachverständigenwesen IHK sagt Danke Dr. phil. Klaus Kleinschmidt, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der IHK Wiesbaden, hat seine Bestellung zurückgegeben, nachdem er 9 Jahre als Gutachter für Gerichte, Staatsanwaltschaften und Privatleute tätig war. Sein Fachgebiet war „Zeitgenössische Fotokunst und 20. Jahrhundert“. Die IHK Wiesbaden dankt ihm dafür und für eine jederzeit gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Preisindex für die Lebenshaltung Vom Statistischen Bundesamt errechneter Preisindex für März 2011 Indexstand 2005=100 Verbraucherpreisindex für Deutschland .............................110,3 Veränderungen in Prozent • gegenüber Vorjahreszeitraum..........................................+ 2,1 • gegenüber Vormonat......................................................+ 0,5 Ausführliche Informationen im Internet unter: www.destatis.de

nicht gefallen lassen dürfen, wenn Sie etwas bewegen wollen

Lässt der Chef seine Mitarbeiter antanzen, nur um ihnen zu zeigen, wer das sagen hat, dann hält er sich für „gut“. Menschen, die anderen Menschen helfen, nicht um des Helfens willen, sondern um Dankbarkeit zu erfahren, halten sich für „gut“. Und Boris Grundl hält sie für „Gutmenschen“, denen nichts mehr am Herzen liegt, als ihr eigener Vorteil. Nur ganz sachte versteckt unter dem Deckmäntelchen des „gut meinens“ versuchen sie, Menschen zu manipulieren und für ihre eigenen, ganz und gar nicht guten Zwecke, auszunutzen. Grundl schreibt über die inzwischen nicht mehr so geheimen Machtspiele von Menschen, die sich auf Kosten der Schwachen profilieren wollen. Im ersten Teil des Buches zählt er sie auf, die Besserwisser, die Idealisten, die Angsteltern und Moralisten. Im zweiten Teil erklärt Grundl noch einmal, woran die Gesellschaft der Gutmenschen, in der wir leben, krankt. Dabei baut er seine Ideen weiter aus und diskutiert zahlreiche klassische Beispiele des Gutmenschentums. Der letzte Teil schließlich beschreibt den Gegenentwurf zu dieser harmoniesüchtigen Konsensgesellschaft mit ihrem fatalen Hang zur Kultivierung der Schwäche. Grundl kann schreiben, er kann den Leser einnehmen für sein Thema. Allerdings muss man sich auf die Umdeutung des Begriffs Gutmensch einlassen, um Grundl zu folgen. Und da krankt es mitunter, denn nicht immer gelingt es ihm stringent, die klassische Definition aus dem Kopf des Lesers zu verscheuchen. Das verursacht das ein oder andere semantische Fragezeichen. | FG Lesbarkeit ••• Inhalt •• Nutzen •• Das digitale Kontrollgerät Verf.: Christoph Rang, Verlag Heinrich Vogel, 18,90 Euro

In der inzwischen fünften Auflage beinhaltet das Buch auch Informationen über die neueste Generation der digitalen Kontrollgeräte für Logistikunternehmen und Fahrer. Zudem erfährt der Leser alles Wissenswerte über Gerätetypen, rechtliche Grundlagen und technische Details. Besonders das Kapitel zur Hard- und Software wurde erweitert. Auch die wichtigsten Fragen rund um Unternhemerpflichten, Fahrerpflichten und die tägliche Praxis werden beantwortet sowie der Datenschutz beleuchtet. Insgesamt eine umfassende, praxisgerechte Darstellung einer sehr schwierigen Materie. Sehr empfehlenswert für Fahrer und Transportunternehmer. | FG Lesbarkeit •• Inhalt ••• Nutzen ••• 40

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Rubriken  Neues aus Berlin und Brüssel

Erweiterung der Vorschriften für Chemieanlagen geht zu weit Brüssel. Das Ziel der EU-Kommission, Gefahren bei schweren Chemikalienunfällen besser beherrschbar zu machen, befürwortet der DIHK. Der Richtlinienentwurf beinhaltet jedoch einige zu weit gehende Verschärfungen der geltenden Vorschriften. So soll die Anzahl der als gefährlich eingestuften Stoffe erhöht werden, was angesichts des geringen Risikos, das von ihnen ausgeht, unverhältnismäßig wirkt. Dabei hätten die vorgesehenen erweiterten Informations- und Mitteilungspflichten womöglich sogar einen kontraproduktiven Effekt: So könnten sich kriminelle Kreise das zur Verfügung stehende Detailwissen nutzbar machen und für Sabotagezwecke missbrauchen. Zu allem erhöht sich rein statistisch die Zahl meldepflichtiger Unfälle, so dass aus Bagatellunfällen plötzlich Störfälle werden. Mit seiner Stellungnahme fordert der DIHK die Brüsseler Entscheidungsträger auf, den Richtlinienentwurf entsprechend zu ändern.

Wirtschaft gegen Onlinepranger Berlin. Das Verbraucherinformationsgesetz sollte die Markttransparenz für Kunden erhöhen. Doch die Verbraucher nutzen es bisher kaum, sie informieren sich bei Produktfragen offenbar lieber gleich bei den Herstellern. Jetzt soll das erfolglose Gesetz auch noch auf andere Produkte des täglichen Lebens (Haushaltsgeräte, Elektro- und Heimwerkerartikel) ausgeweitet werden. Zudem sollen Firmennamen und Vorwürfe bereits veröffentlicht werden, bevor ein rechtsstaatliches Verfahren stattgefunden hat. Einen solchen „Internetpranger“ lehnt der DIHK ab und fordert in seiner Stellungnahme an die Bundesregierung die Abschaffung des Gesetzes. DIHK-Expertin Tine Fuchs: „Es kann doch nicht sein, dass Verbraucher ungeprüft legale Produkte anprangern dürfen - und das, ohne den Unternehmen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.“

Chancenungleichheit zu beseitigen. Driftmann: „Das gelingt, wenn die bislang häufigeren und längeren Erwerbsunterbrechungen bei Frauen reduziert, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz erhöht werden.“ Diesen Weg gehen die IHKs mit dem Netzwerk Erfolgsfaktor Familie oder mit der Charta für familienbewusste Arbeitszeiten. Erste Erfolge gibt es bereits: Durch familienfreundliche Maßnahmen und vielfältige Förderprogramme hat sich der Anteil der Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene in den Unternehmen von 2002 bis 2010 von knapp 10 Prozent auf gut 20 Prozent verdoppelt.

Weniger Bürokratie durch einheitliche EU-Gewinnermittlung Brüssel. Unternehmen müssen künftig ihren zu versteuernden Gewinn nicht mehr aufwändig in jedem EU-Staat, in dem sie tätig sind, gesondert ermitteln. Das sieht ein kürzlich veröffentlichter Richtlinienentwurf der EU-Kommission vor. Eine einheitliche Gewinnermittlung in der EU hat auch der DIHK in der Vergangenheit immer wieder gefordert und unterstützt daher dieses EU-Projekt (GKKB) als einen Schritt hin zu weniger Bürokratie. Vor allem mittelständische Unternehmen, die in der EU grenzüberschreitend agieren, können davon profitieren – sie sparen unter anderem Kosten für Steuerberater. Wichtig: Die EUMitgliedstaaten legen auch weiterhin ihre Steuersätze selbst fest.

FARBE SATT FÜR KLEINES GELD.

Mehr Frauen in Führungspositionen – ohne Quote Berlin. Frauenquote ja oder nein, darüber diskutiert Berlin. Bundesfrauenministerin Kristina Schröder will Unternehmen gesetzlich verpflichten, sich regelmäßig selbst eine Quote zu setzen, bis sie einen Anteil von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen erreicht haben. Erfüllen sie dies nicht, drohen Sanktionen. Noch weiter gehen Vorschläge von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen oder auch ein Gesetzentwurf aus NRW: Sie wollen eine fixe Quote von bis zu 40 Prozent vorschreiben. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann betont: „Das Interesse der Wirtschaft an einer höheren Beteiligung von Frauen in Führungspositionen ist groß. Eine gesetzliche Quote halte ich aber für falsch.“ Der DIHK unterstreicht zudem, dass eine solche Quote gegen das Grundgesetz verstoße und auch europarechtlich nicht durchsetzbar sei. Sinnvoller und nachhaltiger ist es, die Ursachen der HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

Prall gefüllt mit neuester Technik: die neuen Farbdrucker von KYOCERA. Entdecken Sie perfekte Office-Qualität zu konkurrenzlos niedrigen Seitenpreisen. Jetzt bei uns. KYOCERA. RECHNEN SIE MIT UNS.

Kaiser-Friedrich-Ring 61 • 65185 Wiesbaden Tel: 0611/860-86 info@orgarent.de • www.orgarent.de

41


Rubriken  Kultur

Kunst, Wein und Gesang Über die Qualitäten des Rheingauer Weins muss keine weitere Zeile verloren werden. Doch neben den edlen Tropfen bewegt sich das Veranstaltungs- und Kulturangebot der Weinregion auf einem ähnlich hohen Niveau. Vor allem in den kommenden Frühlings- und Sommermonaten, wenn viele Weingüter ihre Tore öffnen. Die Hessische Wirtschaft gibt einen Überblick. Foyer des Hotel „Am Kurpark“ in Schlangenbad zu sehen ist. Gerigk, der seine Kunst auch bei Salvador Dali erlernte, zeigte seine surrealen Werke in den vergangenen 40 Jahren in über 100 Ausstellungen. Die Rheingauer Filmnächte bieten vor allem im Winter Cineasten mit einem Faible für gute Weine die Möglichkeit, beide Vorlieben zu kombinieren. Der letzte Termin der Saison findet am 26. Mai statt. Dann läuft im Weingarten des Weingutes „Prinz von Hessen“ der Fußball-Film „Das Wunder von Bern“. Neben dem Open-Air-Kinogenuss beinhaltet der Eintrittspreis von 25 Euro noch ein Glas Wein des Weingutes und einen Snack.

Das Arcanto-Quartett spielt am 28. Juni in Schloss Johannisberg. | Foto: Ansgar Klostermann

An erster Stelle steht die Musik – und damit das traditionelle Rheingau-Musik-Festival. Vom 28. Juni bis 25. August stehen von Rüsselsheim bis Lorch am Rhein entlang zahlreiche Bands, Orchester und Solo-Künstler auf den Bühnen, eingebettet in die Kulisse des Rheingaus. Das Programm der gut 150 Veranstaltungen findet sich auf der Webseite www.rheingau-musik-festival.de

Winzer interpretieren Weine wie Jazzmusiker ihre Standards, das ist klar. Doch was passiert, wenn Musiker Weine klingen und Winzer Lieder schmecken lassen? Wer es herausfinden will, kommt am 20. Mai zum Weingut Engelmann-Schlepper. Das Trio „Johann and the Neckbones“ wird versuchen, ausgesuchte Weine musikalisch zu beschreiben, während das Publikum sie probiert. 42

Eine ganze Woche lang Jazz, Swing, Jive und Bossa Nova bietet die Jazzwoche in OestrichWinkel vom 15. bis 24. Juli. Jedes Jahr kommen dazu tausende Jazzfreunde aus ganz Deutschland zu mehr als einem Dutzend erstklassiger Konzerte in den Rheingau. In vielen Winkeler und Mittelheimer Weingütern laden weltberühmte, aber auch heimische Musiker zu kultigen Konzerten. Dazu: Offene Weingüter mit Proben aus Keller und Küche. Unter dem Motto „Geist in Wein und Stein“ stellen noch bis zum 22. Mai Mitglieder des Foto-Clubs Rüdesheim in Kloster Eberbach Fotografien der Zisterzienserabtei aus, die unter anderem dem Mittelalter-Klassiker „Der Name der Rose“ als Kulisse diente. Surreales erwartet hingegen die Besucher der Werkschau von Helmut Gerigk, die noch bis 20. Juni im

Wer erleben will, wo Goethe, die Brüder Grimm und viele andere Künstler der deutschen Sprache im Rheingau zu Gast waren, der nimmt an einer der offenen Führungen durch das Brentanohaus in Oestrich-Winkel teil. Im Juni (11. und 25.), Juli (9. und 30.) und August (13. und 27.) findet sie jeweils zweimal statt. Das besondere: Eine Anmeldung ist diesmal nicht erforderlich. Vom 29. Juli bis 28. August steht im Langwerther Hof in Eltville das Ensemble der Burgfestspiele mit Lessings „Nathan der Weise“ auf der Bühne. In der berühmten Ringparabel beantwortet der Jude Nathan die Frage des Sultans Saladin, welche Religion die wahre sei: Es gibt keinen einzig „wahren“ Glauben. Jede Religion muss sich durch Humanität und Toleranz immer neu beweisen. Aufführungen sind jeweils mittwochs sowie an den Wochenenden angesetzt. Text: Florian Grösch, IHK Wiesbaden

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Termine

IHK-Weiterbildung Tag

| Monat | Zeit

| Thema

| Referent

| Gast

Mo, 9.

| Mai

| 9-17 Uhr

| Zeit- und Selbstmanagement für Azubis

| Christiane Rolauffs

| 125 EUR | 125 EUR

Do, 12.

| Mai

| 9-17 Uhr

| Der GmbH Geschäftsführer

| Hans-Joachim Schlimpert | 230 EUR | 180 EUR

Di, 17.

| Mai

| 9-17 Uhr

| Grundlagen des Arbeitsrechts

| Thomas Goerke

| 205 EUR | 160 EUR

Di, 17.

| Mai

| 9-16 Uhr

| Knigge für Azubis

| Markus Priester

| 105 EUR | 95 EUR

Di, 31.

| Mai

| 14-19 Uhr

| Das Einmaleins praktischer Pressearbeit

| Gordon Bonnet

| 85 EUR | 65 EUR

| 9-17 Uhr

| Gehälter und Monatslöhne richtig abrechnen

| Jörn Baumbusch

| 450 EUR | 360 EUR

Mi/Do, 24./25. | August

| Mitglied

Anmeldung: IHK-Wiesbaden, Selcuk Yigit, Telefon 0611 1500-132, s.yigit@wiesbaden.ihk.de

Veranstaltungen „Unternehmensfinanzierung extern und intern sicher gestalten“ | Do, 12. Mai | 9 bis 11 Uhr kostenfrei Unternehmensfinanzierung ist ein schwieriges und sensibles Thema. spielen kombiniert werden, sollen die Teilnehmer einen Einblick in Im Zuge von Basel III scheint die Kreditvergabe an kleine und mittle- Themen wie Forderungsmanagement, Erwartungen einer Bank an ein re Unternehmen erschwert. Wie kann der Zugang zu Krediten und so- mittelständisches Unternehmen und Finanzierungsmethoden erhalmit auch Liquidität, Investition oder Expansion gewährleistet werden? ten. Die Referenten können auf eine fundierte Expertise im Bankwesen zu- Ort: Nassauische Sparkasse, Rheinstraße 42-46, 65185 Wiesbaden rückgreifen und geben Einblick in die aktuelle Situation des Finanz- Anmeldung: IHK Wiesbaden, Aline Rohrbach, Telefon 0611 1500-124, marktes. Anhand von faktischen Aspekten, die mit praktischen Bei- a.rohrbach@wiesbaden.ihk.de Handelsforum „Wie sicher ist Wiesbaden?“ | Mo, 16. Mai | 19 bis 21 Uhr kostenfrei Wie sicher sich der Einzelne in einer Stadt fühlt, hängt neben den tat- anderem Möglichkeiten der kommunalen Kriminalprävention. Die Versächlich registrierten Straftaten auch vom subjektiven Sicherheitsemp- anstaltung bietet breiten Raum zur Diskussion. Im Anschluss besteht finden ab. Ein Vortag des Europäischen Zentrums für Kriminalpräven- bei einem Imbiss die Möglichkeit zum weiteren Austausch. tion beleuchtet neben der allgemeinen Kriminalitätslage in Wiesbaden Anmeldung: IHK Wiesbaden, Anja Moedebeck, Branchenthemen, Tedie Wahrnehmung ansässiger Unternehmen. Aufgezeigt werden unter lefon 0611 1500-160, a.moedebeck@wiesbaden.ihk.de Seminar „Internationales Business Development“ | Di, 17. Mai | 9:00 bis 16:30 Uhr 220 Euro Die neue globale Realität erfordert für die meisten mittelständischen Un- sind die kritischen Erfolgsfaktoren. Das Seminar soll Impulse zu einer ternehmen eine noch intensivere Vorbereitung, um attraktive Geschäfts- fundierten, systematischen Businessplanung geben und die Teilnehmer felder im Ausland zu identifizieren und erfolgreich aufzubauen. Die Fä- in die Lage versetzen, das jeweilige Geschäftsfeld den veränderten interhigkeit, die richtigen Märkte auszuwählen, den Markteintritt sorgfältig nationalen Rahmenbedingungen erfolgreich anzupassen. zu planen, effizienter Ressourceneinsatz und umsichtiges Management Anmeldung: IHK Wiesbaden, Geschäftsbereich International und des internationalen Netzwerks an Kunden, Partnern und Mitarbeitern Wein, Telefon 0611 1500-186, international@wiesbaden.ihk.de IMPULS – Das Jungunternehmertreffen | Mi, 18. Mai | 18:30 Uhr kostenfrei Sich in lockerer und ungezwungener Atmosphäre mit neuen und er- nen. Um die Teilnehmer der Veranstaltungen offline und online zufahrenen Unternehmern austauschen: Diese Möglichkeit bieten die sammen zu führen, wurde die Gruppe „IMPULS – Das JungunternehIHK und die Wirtschaftsjunioren Wiesbaden beim Jungunternehmer- mertreffen der IHK Wiesbaden“ auf der Social-Media-Plattform XING treffen IMPULS. Dabei erhalten Jungunternehmer die Möglichkeit, die eingerichtet. Kenntnisse erfolgreicher Unternehmer für Ihre Fragestellungen zu Anmeldung: IHK Wiesbaden, Susanne Horn, Telefon 0611 1500-189, nutzen. Lernen Sie an diesem Abend im Rahmen einer Talkrunde un- s.horn@wiesbaden.ihk.de seren Mentoren-Service mit unseren ehrenamtlichen Mentoren ken- Ort: Presseclub Wiesbaden, Villa Clementine, Wilhelmstraße 19 HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

43


Termine

Seminar „Warenursprung und Präferenzen in der praktischen Anwendung“ | Di, 24. Mai | 9 bis 17 Uhr 175 Euro Der Warenverkehr zwischen der EU und einer Vielzahl anderer Länder freiheit nutzen zu können. Das Seminar vermittelt die notwendigen ist im Rahmen der jeweiligen Präferenzabkommen überwiegend zoll- Kenntnisse im Ursprungsrecht sowie die Anwendung der umfassenden frei oder zollbegünstigt. Diese Zollpräferenz kommt jedoch nur solchen Vorschriften. Die Teilnehmer arbeiten aktiv mit den elektronischen ReWaren zugute, für die sämtliche Vorschriften einer umfangreichen Ur- cherche- und Anwendungsplattformen. sprungsregelung erfüllt worden sind. Die Beachtung der Ursprungsre- Anmeldung: IHK Wiesbaden, Geschäftsbereich International und geln ist somit unerlässliche Voraussetzung, um die gegenseitige Zoll- Wein, Telefon 0611 1500-186, international@wiesbaden.ihk.de Informationsveranstaltung „Aktuelle Exportrisiken bewerten und absichern“ | Mi, 8. Juni 2011 | 14 bis 17 Uhr kostenfrei Das Exportwachstum kommt zurzeit vor allem aus Ländern in Asien, halten. In dieser Informationsveranstaltung werden die wichtigsten Südamerika und aus nachrückenden Schwellenländern und –regio- Märkte analysiert, die Anforderungen an ein aktives Länder- und Denen. Dabei bleibt es wichtig, durch Engagements auf Auslandsmärkten bitorenmanagement beleuchtet und die Möglichkeiten der Absiche„Risikostreuung“ zu betreiben. Andererseits können oftmals die Aus- rung dargestellt. wirkungen auf einzelne Märkte, Lieferanten und Kunden nur schwer Anmeldung: IHK Wiesbaden, Geschäftsbereich International und beurteilt werden. Umso notwendiger ist es, das Risiko im Griff zu be- Wein, Telefon 0611 1500-186, international@wiesbaden.ihk.de Antworten auf den Fachkräftemangel mit Ursula von der Leyen | Do, 16. Juni | 11 - 14 Uhr kostenfrei Was auf Bundesebene derzeit heiß diskutiert wird, ist auch in Hessen ein Aus- und Weiterbildung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Problem: der Fachkräftemangel. Die hessischen Industrie- und Han- Nutzung der Potenziale älterer Arbeitnehmer sowie Zuwanderung. Nach delskammern befürchten, dass bis 2015 hessischen Unternehmen rund einem Vortrag von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen disku147.000 Fachkräfte fehlen – das betrifft nahezu jedes zweite Unterneh- tieren betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem Podimen. Neben dem Ingenieur- und Informatiker-Mangel könnten auch um. Den Abschluss bildet ein Erfahrungsaustausch bei einem Imbiss. Kaufleute und technische Angestellte in Zukunft fehlen. Vor diesem Hin- Anmeldung: IHK Wiesbaden, Geschäftsbereich Unternehmenskomtergrund müssen die Weichen rasch in Richtung Arbeitskräftesicherung munikation, Agnes Orlowski, Telefon 0611 1500-103, a.orlowski@ gestellt werden. Schlüsselelemente dabei sind: Information, Beratung, wiesabden.ihk.de Veranstaltungsort, soweit nicht anders angegeben: IHK Wiesbaden, Wilhelmstraße 24-26

Sprechtage im StarterCenter Termin

| Zeit

| Thema

| Kontakt

kostenfrei

1. Do. im Monat | 9-12 Uhr | Steuerberatung

| Birgit Mai | 0611 1500-152 | b.mai@wiesbaden.ihk.de

2. Di. im Monat | 15-17 Uhr | Unternehmenssicherung & Krisenbewältigung

| Aline Rohrbach | 0611 1500-124 | a.rohrbach@wiesbaden.ihk.de

3. Do. im Monat | 14-17 Uhr | Gründer- und Unternehmerssprechtag

| Verena Maas | 0611 1500-155 | v.maas@wiesbaden.ihk.de

1. Mi. im Monat | 9-12 Uhr | Patentberatung

| Ursula Neuefeind | 0611 1500-134 | u.neuefeind@wiesbaden. ihk.de

Mi, 18. Mai

| Aline Rohrbach | 0611 1500-124 | a.rohrbach@wiesbaden.ihk.de

| 14-17 Uhr | Marketing und Vertrieb

Termine der Wirtschaftsjunioren Termin

| Zeit

Di, 3. Mai

| 19:30 Uhr | Arbeitskreis Netzwerk

| Thema

| Ort | Ort wird auf der Homepage www.wj-wiesbaden.de bekannt gegeben kostenfrei

Mo, 9. Mai

| 19:30 Uhr | Arbeitskreis Wirtschaftspolitik

| Ort wird auf der Homepage www.wj-wiesbaden.de bekannt gegeben kostenfrei

Mi, 11. Mai

| 19:30 Uhr | 5. Juniorenabend

| IHK Wiesbaden, Großer Saal

Mo, 16. Mai

| 19:30 Uhr | Arbeitskreis Bildung und Wirtschaft | IHK Wiesbaden

kostenfrei kostenfrei

Kontakt: Wirtschaftsjunioren bei der IHK Wiesbaden, Pinar Özgenc, Telefon 0611 1500-145, p.oezgenc@wiesbaden.ihk.de, www.wj-wiesbaden.de

44

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


wirtschaftsjunioren

Jetzt mal im Ernst Das Deutschland mehr in Bildung investiert ist eine der zentralen Forderungen der Wirtschaftsjunioren. Doch der Verband fordert nicht nur, sondern leistet mit einer Vielzahl von Projekten einen eigenen Beitrag. Auch in Wiesbaden. Hier ist der Arbeitskreis Bildung & Wirtschaft besonders engagiert. net sich der Leitfaden durch konkrete Tipps und Tricks aus, zum Beispiel der Anleitung für einen richtigen Krawattenknoten. Neben der Unterstützung der Schülerfirma bei der Erstellung der Broschüre führt der Arbeitskreis Bildung & Wirtschaft Bewerbertrainings mit wechselnden Schulen durch und plant eine Diskussionsrunde mit Schülervertretern, Lehrern, Unternehmern und Politik rund um die Themen Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen, Erwartungen der Wirtschaft, Erwartungen der jungen Generation. Jennifer Wernli, Matthias Lohr, Ingrid Richter, AK-Leiterin Kim Czuma und Marc Bleser engagieren sich im Arbeitskreis Bildung & Wirtschaft. | Foto: Wirtschaftsjunioren Wiesbaden

Der Arbeitskreis Bildung & Wirtschaft, der sich innerhalb der Wirtschaftsjunioren bei der IHK Wiesbaden mit dem Bildungsthema befasst, trifft sich an jedem dritten Montag im Monat. Derzeit stehen die Projekte unter dem Motto „Jetzt mal im Ernst“. Ziel ist, Schülerinnen und Schüler beim Einstieg in den Beruf, den Ernst des Lebens, zu unterstützen. Dafür haben die Junioren unter anderem ihr Knowhow aus verschiedenen Berufen gesammelt, um den Jugendlichen Informationen an die Hand zu geben, die sie in der Schule so nicht erhalten. Das aus diesem Starterpaket eine richtige Informationsbroschüre geworden ist, ist dem guten Kontakt zu Ingrid Timm, Lehrerin an der Kellerskopfschule in Wiesbaden-Naurod, zu verdanken. Seit dem Schuljahr 2004/05 leitet die Pädagogin die Arbeitsgemeinschaft „Schülerfirma“. Eine Gruppe von Schülern entwickelt dabei eine Geschäftsidee und gründet eine Firma, um diese Idee zu vermarkten. Die Arbeitsgemeinschaft hat in den vergangenen Jahren mit ihren Firmen verschiedene Preise gewonnen, darunter einen Leonardo SchulHESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

Award der Wiesbaden-Stiftung. Angeregt durch die Teilnahme am Wirtschaftsführerschein der IHK entschlossen sich die Schüler im Schuljahr 2010/11 unter dem Namen „Steps-toFuture“ eine Informationsbroschüre für den Einstieg in die Arbeitswelt und die Unabhängigkeit vom Elternhaus zu sammeln. Dazu haben sie die fachlichen Informationen der Wirtschaftsjunioren in anschaulichen Texten aufbereitet. Entstanden ist eine über 40-seitige Broschüre mit Informationen zu Bewerbung und Vorstellungsgespräch, Versicherungen, Verhalten am Arbeitsplatz, Lebenshaltungskosten, dem ersten Auto, der ersten Wohnung und dem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet. Dabei zeich-

Ein besonderes Projekt ist „Schüler als Bosse“, das in ganz Hessen durchgeführt wird, in diesem Jahr am 6. Oktober. Jugendliche bekommen Gelegenheit, eine Führungskraft einen Tag lang auf Schritt und Tritt zu begleiten. Sie erhalten einen direkten Einblick in die täglichen Aufgaben und den Berufsalltag. Die kurze, aber intensive Erfahrung soll zum Nachdenken über die eigene berufliche Zukunft anregen. Die Wirtschaftsjunioren bei der IHK Wiesbaden suchen dafür Unternehmer und Führungskräfte, die bereit sind, sich einen Tag lang von einem Jugendlichen begleiten zu lassen. Interessenten melden in der Geschäftsstelle der Junioren bei der IHK. Text: Mathias Gundlach Vorstand der Wirtschaftsjunioren

Neuer Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Christian Ritter, Experte für Steuerrecht bei der IHK Wiesbaden, ist seit 1. April neuer Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Wiesbaden. Die Geschäftsstelle unterstützt die Wirtschaftsjunioren bei der Konzeption und Umsetzung von Veranstaltungen und Projekten, verwaltet die Finanzen und hilft bei der Mitgliedergewinnung und -betreuung. Christian Ritter ist erreichbar per Telefon 0611 1500-153, Fax 0611 1500-7153 und E-Mail an c.ritter@wiesbaden.ihk.de 45


IHK-Forum

Aktiver Begleiter der Wirtschaft Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist 150 Jahre alt. Die IHK-Dachorganisation wurde am 13. Mai 1861 in Heidelberg als Sprecher der deutschen Wirtschaft gegründet. Der DIHK ist damit älter als der moderne deutsche Staat. Wie und warum sind die IHKs und der DIHK prägend für Politik und Wirtschaft? Drei Fragen an Prof. Dr. Gerd Hardach, Autor des neu erschienenen Buches „Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag 1861–2011, Der Spitzenverband der Industrie- und Handelskammern im Wandel der Zeit“ Herr Prof. Hardach, Der DIHK ist ein Verein, in dem sich die deutschen IHKs organisieren, um nationale und europäische Interessen zu formulieren. Wann und warum kam die Idee auf, dass möglichst alle Unternehmen IHK-Mitglieder sein sollten? Veränderte sich diese Idee im Laufe der Zeit?

Hardach: Handelskammern als Vorläufer der heutigen Industrie- und Handelskammern gibt es in Deutschland seit dem frühen neunzehnten Jahrhundert; die ersProf. Gerd Hardach, ten Gründungen waist Autor des Buches ren die Handelskam„Der Deutsche Industmer Mainz 1802 und rie- und Handelskamdie Handelskammer mertag 1861–2011“. In den Jahren 1972 bis Köln 1803. Die Auf2006 war er Professor gaben der Kammern für Sozial- und Wirtwaren die Beratung schaftsgeschichte an der Behörden und die der Philipps-Universität Vertretung der GeMarburg. Sein Spezisamtinteressen der algebiet ist die Wirtschafts- und Sozialge- Gewerbetreibenden. Wegen der öffentschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. lichen Bedeutung Foto: Privat der Kammern war von Anfang an eine Pflichtmitgliedschaft der Betriebe vorgesehen, und dabei ist es auch zumeist geblieben. Ausnahmen waren eine freiwillige Kammermitgliedschaft im Großherzogtum Baden von 1863 bis 1878, und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Ländern der Amerikanischen Besatzungszone von 1945 bis 1956. Allerdings war der Kreis der kammerzugehörigen Betrie46

be in den verschiedenen Ländern unterschiedlich definiert. In Preußen und anderen norddeutschen Territorien waren lange Zeit nur die größeren gewerblichen Betriebe, die ins Handelsregister eingetragen waren, Kammermitglieder. In Süddeutschland und in Sachsen gehörte auch das Kleingewerbe zu den Kammern. 1933 wurde den Industrie- und Handelskammern in Preußen erlaubt, die Kleinbetriebe zu Kammerbeiträgen heranzuziehen. Diese Regelung wurde im Industrie- und Handelskammergesetz der Bundesrepublik Deutschland 1956 übernommen. Tatsächlich machten die Kammern von dieser Erlaubnis aber keinen Gebrauch, die Kleinbetriebe blieben beitragsfrei und hatten oft auch keinen Kontakt zur Industrie- und Handelskammer. Erst seit der Novellierung des Industrie- und Handelskammergesetzes 1992 besteht auch für das Kleingewerbe, mit Ausnahme sehr kleiner Betriebe, eine Beitragspflicht zur Industrie- und Handelskammer, soweit sie nicht zu einer Handwerkskammer gehören. Gibt es Konstanten in der IHK-Arbeit, etwa bei den Forderungen zur Bildungsoder Verkehrspolitik? Und besetzen die IHKs auch neue Themenfelder, um dort das Gesamtinteresse der Wirtschaft zu vertreten?

Hardach: Die Politikberatung, die Vertretung der Gesamtinteressen der gewerblichen Wirtschaft und die Beratung und Förderung der Mitgliedsunternehmen sind die wichtigsten Aspekte der Kammerarbeit. Im Rahmen der Kammerorganisation beschäftigen sich die In-

dustrie- und Handelskammern mit regionalen Fragen, der Industrie- und Handelskammertag als Spitzenverband der Industrie- und Handelskammern mit überregionalen Fragen und die Auslandshandelskammern mit der Förderung des Außenhandels. In den 150 Jahren, die seit der Gründung des Deutschen Handelstages vergangen sind, hat sich das Spektrum der Kammeraufgaben in der Auseinandersetzung mit den wirtschaftspolitischen Zeitfragen sehr stark verändert. In der Zeit des Kaiserreichs standen in der Außenwirtschaftspolitik die Debatte um Freihandel oder Schutzzoll, in der Verkehrspolitik die Debatte um Privatbahnen oder Staatsbahnen im Vordergrund. Seit der Zeit der Weimarer Republik gewann die Berufsausbildung für die Kammerorganisation an Bedeutung. In der Bundesrepublik Deutschland wurden seit den fünfziger Jahren die Energiepolitik und seit den siebziger Jahren die Umweltpolitik wichtige Themen. Zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts griff die Kammerorganisation die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als dringendes gesellschaftspolitisches Anliegen auf. Im Zeitalter des Berliner Lobbyismus sollte keine Organisation lautstark Erfolge für sich proklamieren. Wer das macht, wird von der Politik abgestraft und ist in der nächsten vertraulichen Runde nicht mehr dabei. Deswegen lässt sich der Erfolg von Lobbyisten kaum noch messen. Dennoch ist die Frage an den Historiker gestattet: Wie groß war und ist – aus Forschersicht – der Einfluss der IHK-Organisation auf die deutsche Politik? HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


IHK-Forum

Hardach: Fast eben so alt wie die Politikberatung als Kammeraufgabe ist die Frage nach dem Einfluss der Kammerorganisation auf die Politik, sei es auf der Ebene der Gemeinden, der Länder oder des Bundes. Die Antwort ist nicht leicht, denn der Einfluss war nicht zu allen Zeiten gleich; er hing ab von den Entscheidungen, um die es ging, von den politischen Konstellationen, von den wirtschaftlichen Bedingungen und von anderen Faktoren. Die Kammerorganisation war auch nicht die einzige Gruppierung im weiten Feld der Politikberatung; sie war eine von vielen Stimmen im wirtschaftspolitischen Konzert. Aber da die Industrie- und Handelskammern und ihr Spitzenverband nicht einzelne Branchen oder Regionen, sondern die Gesamtheit der gewerblichen Interessen vertraten, hatte ihre Meinung besonderes Gewicht. Text: Dr. Achim Knips, IHK Hanau

Bundesregierung ehrt DIHK mit Sonderbriefmarke

Zum 150. Jubiläum der Gründung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gibt das Bundesfinanzministerium eine DIHK-Sonderbriefmarke heraus. Sie ist damit eine von etwa 50 Sondermarken, die das Ministerium in diesem Jahr aus über 1.500 Vorschlägen ausgewählt hat. Die Marke hat einen Wert von 1,45 Euro und wird ab 5. Mai an allen Postschaltern zu kaufen sein. Auf der Sonderbriefmarke werden alle Hauptstandorte der 80 IHKs genannt. Staatssekretär Hartmut Koschyk (rechts) überreichte die Marke an DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. | Foto: DIHK

verlags focus 6. Juni 2011:

wirtschaftsstandort wiesbaden

Rückfax an (0 69) 42 09 03-70 Verlagshaus Zarbock. Frankfurt.

Präsentieren Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen den 15.900 Lesern der Hessischen Wirtschaft. Den Entscheidern aus der Region Wiesbaden, Hochheim am Main und dem Rheingau-Taunus-Kreis.

Wir interessieren uns für eine Präsentation in diesem verlagsfocus.

Ihre individuelle Präsentationsmöglichkeit als ergänzende Veröffentlichung. Ihr selbst erstelltes Firmenporträt in Verbindung mit Ihrer Anzeige.

Bitte schicken Sie uns weitere Informationen.

Firma Ansprechpartner

PLZ/Ort Telefon

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

chluss: s n e g i e z an 011 23. mai 2

Foto: bellagee/Photocase

Straße

47


Namensverzeichnis

Autoren dieser Ausgabe

Gordon Bonnet (bo) ist Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmenskommunikation der IHK Wiesbaden und Redaktionsleiter der Hessischen Wirtschaft. g.bonnet@wiesbaden.ihk.de

Andreas Kohl M.A. ist Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Kriminalprävention in Münster. kohl@ezkev.de Seite 16

Dr. Gerd Eckelmann ist Präsident der IHK Wiesbaden und Vorstandvorsitzender der Eckelmann AG. gerd.eckelmann@eckelmann.de Seite 5

Dr. Walter Kromm ist Arzt und Berater von Führungskräften, forscht über „Ertrags- und gesundheitsorientierte Unternehmensführung“ und doziert an unterschiedlichen Institutionen im In- und Ausland. dr.walter.kromm@t-online.de Seite 9

Dr. Sascha Genders ist Diplom-Volkswirt und Assistent der geschäftsleitung der IHK Würzburg-Schweinfurt. sascha.genders@wuerzburg.ihk.de Seite 21

Anette Schminck ist Online-Redakteurin der IHK Wiesbaden und Autorin der Hessischen Wirtschaft. a.schminck@wiesbaden.ihk.de Seite 18

Dr. Friedemann Götting-Biwer ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden und Leiter des Geschäftsbereichs Recht, Innovation und Umwelt. f.goetting@wiesbaden.ihk.de Seite 23

Holger Jo Scholz hat sich als Firmenberater auf die Themen Vertriebtraining, Kommunikation und Teamentwicklung spezialisiert. hs@TraPeO.de Seite 14

Florian Grösch (FG) ist Pressereferent bei der IHK Wiesbaden und Redakteur der Hessischen Wirtschaft. f.groesch@wiesbaden.ihk.de Seite 6, 11, 30, 42

Heiko Schwiderowski ist Leiter des Bereichs Afrika, Entwicklungspolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. schwiderowski.heiko@dihk.de Seite 19

Mathias Gundlach ist Geschäftsführer der Agentur „Fauth & Gundlach GmbH“ in Wiesbaden und Vorstand der Wirtschaftsjunioren. gundlach@fauth-gundlach.de Seite 45

Andreas Voigtländer ist Vizepräsident der IHK Wiesbaden, Vorsitzender des Handelsausschusses und Inhaber von Hut-Mühlenbeck. info@hut-muehlenbeck.de Seite 3

Dr. Achim Knips ist Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit, Volkswirtschaft und Statistik der IHK Hanau. a.knips@hanau.ihk.de Seite 46

Dr. Nicole Zinckernagel ist bei der IHK Wiesbaden Ansprechpartnerin rund um das Thema betriebliche Gesundheit. n.zinckernagel@wiesbaden.ihk.de Seite 12, 15

Firmen in diesem Heft Asklepios Klinik Wiesbaden GmbH Blumen Werner Cytec GmbH & Co. KG Deichmann SE DIS AG DG Verlag eG Dow Corning GmbH Easy Gourmet GmbH entera coachingwelten GbR Feinkost Dittmann GmbH GARREIS Warenpräsentation GmbH & Co. KG

48

S. 28 S. 37 S. 28 S. 38 S. 39 S. 26 S. 39 S. 28 S. 37 S. 28 S. 27

Heinrich Feder GmbH & Co. Verwaltungs KG Henkell & Co. Sektkellerei KG Horst-Schmidt-Kliniken GmbH Hotel Gasthof Kern Ikano Bank GmbH Innomark GmbH Institut für Mittelstandsforschung ITR e.V. KION Group GmbH Koepp Schaum GmbH Konopizza

S. 37 S. 37 S. 6 S. 37 S. 39 S. 37 S. 37 S. 37 S. 27 S. 37 S. 23

Liesel Heck & Sylvia Hofmann & Ralf Hofmann S. 37 MIS Unternehmensberatung Eric Kroehl e.K. S. 37 Nassauische Sparkasse S. 29 Otto Schulz GmbH S. 26 R+V Versicherung AG S. 7,29,39 Rainer Emmel S. 37 Renate Schibilsky & Heinz Meinel S. 37 Rotkäppchen Mumm Sektkellerei GmbH S. 26 Sanitätshaus Achim Kunze GmbH S. 30

Saturn Elektro Handelsgesellschaft mbH S. 37 SCHOLZ & VOLKMER GmbH S. 37 Springer Fachmedien München GmbH S. 40 SV SparkassenVersicherung Holding AG S. 27 Technogroup IT-Service GmbH S. 27 Trenkwalder GmbH S. 39 Ullstein Buchverlage GmbH S. 40 vr Bank Untertaunus eG S. 37 Weingut Engelmann-Schlepper S. 42 Weingut PRINZ VON HESSEN S. 42 WeitSicht S. 36 Zimmermann & Körtel GmbH S. 37

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011


Die blauen ImmobilienSeiten Büro-, Praxisfläche

Hausverwaltung Junker Immobilien KG Sie haben eine ETW oder ein MFH und suchen eine Hausverwaltung wir sind seit über 40 Jahren ein zuverlässiger Partner. Rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter unter 06106-84000.

Büroetage Bestlage Wiesbaden: Erwerben Sie 258 m2 Stilaltbau Wert für Ihre Firma 0611- 4451577 Immobilienexperten rhein-main

Immobiliengesuche Wollen Sie verkaufen? Wir suchen für unsere Kunden:

HÄUSER / VILLEN WOHNUNGEN GRUNDSTÜCKE

mit gesicherten Finanzierungen. Jetzt verkaufen und noch bis zu 1 Jahr wohnen bleiben! Anruf genügt! Wir beraten Sie gerne – kostenfrei für Verkäufer

Immobilien

BEWÄHRT SEIT ÜBER 45 JAHREN

Tipp-Prämie bis 1000 €

als Makler Ihres Vertrauens ☎ (06 11) 45 07 71 oder

www.hildebrandimmobilien.de

adler-immobilien.de

Wiesbaden-Erbenheim Neubau – ideal für Gewerbetreibende: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Kaufen Sie Ihr Haus mit ca. 400 qm Netto-Geschossfläche provisionsfrei für 270.000 € netto zum Individualausbau. Im Preis incl.: Grundstück, Erschließung, Vollkeller, Rohbau, Fenster, Dach und Fassade. Übergabe in 2011 möglich. Weitere Informationen erhalten Sie unter 069/21 97 98 65 direkt vom Bauträger. Bouwfonds Rhein-Main GmbH, Lyoner Straße 15, 60528 Frankfurt

06102. 71 00 50

Die blauen Seiten Aktenvernichtung

Elektroservice – Planung und Beratung – Gestellung der geeigneten Behältertechnik – Gesicherter Transport

Paul-Friedländer-Str. 10 65203 Wiesbaden-Biebrich Tel. (06 11) 9 67 39-99 Fax (06 11) 9 67 39-20 www.gauer.de

– Vernichtung von Datenträgern aller Art nach DIN 32757 – Entsorgung und Verwertung von Elektronikschrott

H

ELEKTRO HINNENBERG + Co. Nachf. GmbH

Unsere Erfahrung – Ihr Vorteil

– Archivierung von Schriftgut – Scandienstleistung

Stielstraße 18 • 65201 Wiesbaden Tel. 06 11/26 06 07 • Fax 06 11/26 06 09 www.hinnenberg.de

Druckdienstleistungen

❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑ ❑

Elektroinstallation – Kundendienst Antennen- und Satelliten-Anlagen Alarmanlagen Video-Überwachungsanlagen Briefkastenanlagen aller Art Photovoltaik-Anlagen Reklame- und Werbeanlagen Elektrische Garagentorantriebe EDV-Datennetze Überspannungsschutz E-Check EIB-Partner Notdienst

Hallenbau

Moderne Digitaldruckprodukte Werbesysteme und Mediendienstleistungen in allen Größen, Farben und Formen

Beratung, Konzept und Service GmbH für digitale Medien von XS bis XXL Fritz-Haber-Straße 4 | 65203 Wiesbaden | Tel. 0611-92850-0 www.bks-wiesbaden.de | team@bks-wiesbaden.de

Entsorgungsfachbetrieb

50 Ja hre

MSG

Lagerzelte

Lagerzelte Lagerze lt

seit 1960

Inh.: Daniel Wehle Geschäftsführer: Daniel Wehle

0 61 23 / 7 20 72

Tel.: Demontagen – Containerservice – Kabelrecycling und Elektroschrottentsorgung • Fax: 0 61 23 / 7 56 10 In der Rehbach 20 und Am Klingenweg 1 • 65396 Walluf/Rheingau 10.000 qm zertifiziertes Betriebsgelände

RÖDER HT HTS TS HÖCKER R GmbH Top T op o Konditione Konditionen en - Leasing und Kauf

Tel.: +49 (0) 60 49 / 95 10-0 T

verkauf@roeder-hts.de verkauf@roeder-hts s.de

Fax +49 (0) 60 49 / 95 10-20

www www.roeder-hts.de .roederr-hts.de


Die blauen Seiten Zäune, Gitter, Tore

Reisen

Übersetzungen

Luxusreisen individuell geplant

Atlantis Reisen Tel. 06 11 - 2 36 88 - 0

Freiberufliche Übersetzerin (BDÜ, ermächtigt) übernimmt Aufträge (EN>DE + DE>EN). Tel.: 0172-6641746 p.rose-h.j.werner@t-online.de 65207 Wiesbaden

Reisen. Spürbar nah.

Spezialtransporte Brandschutz Brandschutz Kreutz Feuerlöscher, Rauchmelder Prüfdienst, Brandschutzzubehör 06126/560245 Fax 560246 brandschutz.kreutz@t-online.de

Hallenbau

Werkzeugmaschinen

Erfahren, flexibel, zuverlässig www.pm-spezialtransport.de Frankfurt/M. 069-388464

Jetzt Angebot anfordern

Stahlhallenbau

neu und gebraucht, großer Lagerbestand

www.kurt-steiger.de Flachstr. 11, 65197 Wiesbaden

Detektei PERSONEN-SUCHE auch SCHULDNER- und Arbeitgeber-Ermittlung detmec@t-online.de

Fort- und Weiterbildung

See-, Sanitär-, Material-, Schadstoff- und LagerContainer.

Zeiterfassung TIME-INFO® Zeiterfassung Projektzeit, BDE, Urlaubsplanung & Zutrittssysteme, für alle Branchen mit berührungslosen Terminals www.time-info.de oder 06151-339097

www.renz-container.com

Die blauen Seiten GmbH

HALLEN Planung � Konstruktion � Montage Gebäudemanagement Bock Hausmeister- u. -Hausverwalter Renovierungen u. Modernisierungen Tel: 0611/3418 6948 www.gebaeudebock.de

Gewerbebau

92637 Weiden Vohenstraußer Straße 5 Tel. 09 61/3 89 89-0 Fax 09 61/3 89 89-49 Internet: http://www.goesta.de eMail: info@goesta.de

HALLENBAU

Gebäudemanagement

Ind. Stressmanagementberatung In der Hektik des Alltags Ruhe finden – Stress begegnen www.stefanie-martini.de

Individuelle Sprachschule INDUSTRIE- UND GEWERBEBAU Firmen- und Bürogebäude Industrie- und Lagerhallen Werkstätten ∙ Baumärkte

Haas Fertigbau GmbH Industriestraße 8 D-84326 Falkenberg Telefon +49 8727 18-0 www.Haas-Fertigbau.de

www.languagecenter.de Alle Weltsprachen – preisgünstig T 0611/18516 03 + 08 00/8 72 86 56

Lagertechnik

Lagertechnik Tel.06151 07062391878-6 23902-0 Tel. www.regatix.com 07062 391878-9 23902-29 Fax 06151

Regalsysteme

Wie Sie jetzt 4-farbig entdeckt werden:

Hünstetten

Waldems

Aarbergen Idstein Hohenstein Heidenrod

Niedernhausen

Rheingau-Taunus-Kreis

Bad Schwalbach

Taunusstein

Schlangenbad Kiedrich Wiesbaden Eltville am OestrichRhein Walluf Winkel Rüdesheim Rhein Geisenheim

Lorch am Rhein

Mit einer farbigen Anzeige in „Die blauen Seiten“. Damit machen Sie jeden Monat 15.499 Entscheider aus der Region Wiesbaden, Rheingau-Taunus und Hochheim auf Ihr Angebot aufmerksam – und zwar günstiger als Sie denken:

Hochheim am Main Main

für Aktion n: de Neukun ite 1/2 Se

+

Beispielrechnung: Branchenwunsch: _______________________________ kostenfrei 25 Anschläge

Breite 43mm Lagerbestand aucht, großer neu und gebr

Höhe 20mm

iger.de www.kurt-ste 197 Wiesbaden Flachstr. 11, 65

je mm Höhe bei 4c € 3,–*

Faxen Sie uns Ihren Eintrag und knüpfen Sie neue erfolgreiche Kontakte:

Name/Firma

Telefon / Fax / E-Mail

Straße

PLZ/ Ort

*) Preis gilt je Ausgabe bei mind. 5 Monaten Laufzeit zzgl. MwSt.

Tel. 069/420903-75 Fax 069/420903-70


ZuM Schluss

Die nächste Hessische Wirtschaft erscheint am 6. Juni 2011

Titel: Alles Öko, oder was?

Ihr Kontakt zur IHK Wiesbaden IHK-Service-Center, Wilhelmstraße 24-26, 65183 Wiesbaden, oder Postfach 3460, 65024 Wiesbaden, Telefon 0611 1500-0, info@wiesbaden.ihk.de, www.ihk-wiesbaden.de Mo bis Do 8-17 Uhr, Fr 8-16 Uhr Standortpolitik ................ 0611 Aus- und Weiterbildung . . 0611 International ................... 0611 Recht | Innovation | Starthilfe . ....................... 0611 Branchen ........................ 0611 Kommunikation . ............. 0611

| 1500-134 | 1500-163 | 1500-186 | 1500-155 | 1500-160 | 1500-162

Impressum Hessische Wirtschaft Offizielles Organ der IHK Wiesbaden 66. Jahrgang, erscheint 10 mal im Jahr Herausgeber Industrie- und Handelskammer Wiesbaden Kai Felmy: Scharfe Kurven in der Chefetage (c) 2010, Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, www.nwb.de

Verantwortlich für den Inhalt Hauptgeschäftsführer Joachim Nolde Redaktion: Gordon Bonnet (Leitung), Florian Grösch; presse@wiesbaden.ihk.de Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die Ansicht der IHK wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung und Quellenangabe. Verlag, Druck und Anzeigenverkauf Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Sontraer Str. 6, 60386 Frankfurt, Telefon 069 420903-72, Fax 069 420903-70 verlag@zarbock.de Anzeigendisposition Anette Kostrzewa, Telefon 069 420903-75 Zweigniederlassung Spessartstr. 112, 65205 Wiesbaden-Nordenstadt Zur Zeit gültige Anzeigen-Preisliste Nr. 38 Verlagsleitung: Werner Jakobartl Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Weitere Interessenten erhalten die Zeitschrift im Jahresabonnement gegen ein Bezugsentgelt von 28,50 Euro im Inland. Druckauflage 15.499 Ex., IVW-geprüft (3. Quartal 10) Beilagenhinweis Vollbeilage: vmm Wirtschaftsverlag GmbH & Co. KG

HESSISCHE WIRTSCHAFT | MAI 2011

51


WIR KÖNNEN. SIE AUCH ...

Kann man als kommunaler Energieversorger eigentlich die großen Stromriesen schlagen? Ja, wir von ESWE können das! Und kann man in Sachen Servicequalität die beste Note in ganz Deutschland bekommen? Ja, das können wir auch! Und kann auch ich zur ESWE wechseln? Ja klar, das können Sie! Ein Anruf genügt: 0800 780-2200. Mehr Infos: www.eswe-versorgung.de YES WE CAN! Denn ESWE Versorgungs AG ist die beste Wahl in Südwestdeutschland! Das sagen die unabhängigen Tester des Verbraucherportals Verivox.* * Verivox Stromanbietervergleich 2010: Bundesweit belegt ESWE Versorgungs AG in der Kategorie „Servicequalität“ die erste Position der Gesamtwertung.

IHK Wiesbaden, Postfach 3460, 65024 Wiesbaden, Deutsche Post AG, Postvertriebsstück, Entgelt bezahlt, A 3731

JESSICA MARTIN, PRIVATKUNDENBETREUUNG

Hessische Wirtschaft 05/11  

IHK Zeitschrift