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Das Futurotop.


Das Futurotop. Wo alles denkbar ist.

You can find the content of the English version at the end of the paper.

Falls Sie sich schon einmal die Frage gestellt haben, ob bei unserer täglichen Arbeit eine Glaskugel zum Einsatz kommt: Ja, wir besitzen eine! Sie ist glatt, kristallklar und hat einen Ehrenplatz in unserer Bibliothek. Wenn wir sie bei unserem wöchentlichen Meeting aus ihrem Bett aus roten Samttüchern heraus heben und sie fragen: „Liebe Glaskugel, wie wird die Welt in zehn, zwanzig oder gar fünfzig Jahren aussehen?“, dann antwortet sie – mit Schweigen. Wenn die Sonne durchs Fenster scheint, erkennen wir manchmal ein verschmitztes Blitzen in ihrem Inneren. Dann betten wir sie wieder in der Bibliothek und alle kehren zurück an die Arbeit. /// Woche für Woche aufs Neue sind es also die Köpfe unserer Mitarbeiter, in denen Zukunftsbilder und Visionen, Trends und Prognosen hin und her gedacht und zu Papier gebracht werden. Dort keimen Utopien, Gedanken und Szenarien. Dort existiert ein Lebensraum für denkbare Entwicklungen. Hier schlagen Theorien Wellen, tauchen Themen auf und manchmal wieder unter. Alles ist vorstellbar, alles ist möglich. Willkommen im Futurotop! /// Weil hier unter anderem unsere Wünsche für die nächsten zwölf Monate Zukunft entstehen, überreichen wir Ihnen für das Jahr 2009 eine Kollektion der Zukunftspartikel: Futurotopisches von Z_punkt. Fakten stehen neben Fiktionen, Bizarres steht neben Besonderem und Philosophisches neben Wünschenswertem. /// In diesem Sinne: Share, find and play! Ihr Klaus Burmeister und Andreas Neef /// Und das Team von Z_punkt


5. Weltweit wird es voraussichtlich im Jahr 2045 zum ersten Mal mehr ältere Menschen (60+) als Jüngere (bis 15) geben. Wann wird das in Nordamerika der Fall sein? A. 2035

B. 2025

C. 2015

8. Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen: Wie viel Prozent weniger verdienen europäische Frauen durchschnittlich für jede Arbeitsstunde? A. 17 % B. 15 % C. 08 %

6. Im August 2008 gab es rund 38 Millionen Festnetzanschlüsse in Indien. Wie viele Handy-Nutzer waren es im Vergleich? A. 315 Millionen B. 270 Millionen C. 025 Millionen

7. 25 % der HIV-Infizierten weltweit leben in Afrika. An den weltweiten Gesundheitsausgaben hat Afrika einen Anteil von wie viel Prozent? A. 01 % B. 05 % C. 12 %

9. Von 10 Brasilianern leben wie viele in der Stadt?

10. Wie viel Prozent der für das Autofahren eingesetzten Primärenergie werden tatsächlich für den Transport der Nutzlast (also des Fahrers) aufgewendet?

A. 3 B. 5 C. 8

A. ca. 45 % B. ca. 16 % C. ca. 01 %

Zukunfts-Quiz: Auflösung

A.

Frage 8

A.

Frage 7

A.

Frage 6

A.

Frage 5

A.

Frage 4

A.

Frage 3

A.

Frage 2

A.

Frage 1

B. B. B. B. B. B.

C. C. C.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Weitsicht und Ihrem Zukunftswissen. Brauchen Sie einen Job? Sie können gerne bei uns anfangen. Wir fürchten nur, wir können Sie uns nicht leisten. Chief Executive Officer of Corporate Visions (8 –10 richtige Antworten)

C. C.

In Sachen Zukunft sind Sie schon gut dabei, Sie verfügen über solides Wissen und entsprechendes Abstraktionsvermögen. Mit der richtigen Strategie und viel Visionskraft können Sie es in der Zukunft weit bringen.

C. Future Superintendent (4 –7 richtige Antworten)

B. B. B. B.

C. C. C. C.

Sie sind grundsätzlich offen für Zukunftsfragen, nur leider noch nicht bereit für den Abflug in die Zukunfts-Stratosphäre. Wir empfehlen Ihnen etwas Nachhilfe: Zum Beispiel die regelmäßige Lektüre des Z_punkt-Newsletters. Future Beginner (0– 3 richtige Antworten)

Wie steht es um Ihr Zukunfts- und Ihr Faktenwissen? Sind Sie bereit für den gehobenen Dienst in der Zukunftsbranche oder sollten Sie lieber noch einmal die Schulbank drücken? Machen Sie den Test!

A. 2 Milliarden B. 1 Milliarde C. 800 Millionen

A. 090 Millionen B. 130 Millionen C. 220 Millionen

A.

C. 42,1 %

4. Wieviele Menschen weltweit werden 2030 nach Schätzungen der UN in Slums leben?

A.

B. 16,9 %

A. Von der Industrie- zur Informationsgesellschaft B. Globalisierung der Märkte C. Klimawandel und Umweltbelastungen

3. 2005 fuhren 12 Millionen Autos auf Chinas Straßen: Wie viele werden es 2020 voraussichtlich sein?

Frage 9

A. 21,3 %

2. Welche langfristige Entwicklung hat John Naisbitt 1982 in seinem Buch „Megatrends“ nicht beschrieben?

Frage 10

1. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die Stromerzeugung mit Solarenergie weltweit zunehmen wird. Wie hoch schätzt die IEA den durchschnittlichen Anstieg (in Prozent) pro Jahr bis 2030?


BEST OF SCIENCE FICTION MOVIES

FUTURE CHARTS 1


BEST OF SCIENCE FICTION BOOKS

FUTURE CHARTS 2


BEST OF SCIENCE FICTION NOVELS

FUTURE CHARTS 3

1. William Gibson – Neuromancer (1984) Gibson, der wohl bekannteste und erfolgreichste Science-Fiction-Autor unserer Zeit, hat mit dem Roman »Neuromancer« Literatur- ebenso wie Popkulturgeschichte geschrieben und mit ihm sind auf immer die Begriffe Cyberspace und Matrix verbunden. 2. Douglas Adams – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (1979) Die bekannte Science-Fiction-Parodie des britischen Autors erlangte früh Kultcharakter: Der Durchschnittsengländer Arthur Dent entgeht mit knapper Not der totalen Zerstörung des Planeten Erde durch eine außerirdische Rasse. Satirisch, humorvoll, flashy. 3. Haruki Murakami – Hard-Boiled Wonderland and the End of the World (1985) Wie immer magisch und phantastisch erzählt der japanische Gegenwartsautor Murakami die Geschichte rund um den 35-jährigen Ich-Erzähler. Der Roman spielt zugleich in einem grotesk beschriebenen Tokio der Gegenwart, genannt Hard-Boiled Wonderland, und in einer Fantasy-Parallelwelt, dem Ende der Welt. 4. Kazuo Ishiguro – Never let me go (2005) Eine Geschichte über Waisenkinder, die als lebende Organspender herangezüchtet und gemeinsam im scheinbar idyllischen Internat Hailsham aufwachsen. Ishiguro bricht mit nahezu allen Codes des klassischen Zukunftsromans und nähert sich auf unterhaltsame Weise der Grundfrage nach den Folgen und der Ethik technologischer Machbarkeit. 5. Philip K. Dick – Do Androids Dream of Electric Sheep? (1968) Die Erde ist nach einem Atomkrieg kaum mehr bewohnbar. Ein Großteil der Überlebenden ist auf den Mars ausgewandert und die Grenzen zwischen Mensch und Androiden verschwimmen. Einzig mit der Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, unterscheiden sich Menschen von Androiden, so die Quintessenz des dystopischen Romans. 6. Dietmar Dath – Die Abschaffung der Arten (2008) Dath ist ein Fabeldichter und befreit in diesem Roman die Erde und die Tiere von den Menschen. Der Mensch ist ausgestorben samt seinen Todsünden, seinem Wachstumsglauben und der Klimakatastrophe. Damit erweitert Dath die Reihe großer spekulativer Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation von Thomas Morus, Voltaire und Mary Shelley über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. 7. Jasper Fforde – The Eyre Affair (2001) Der walisische Autor Jasper Fforde schreibt die unterhaltsamste Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Krimi, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Thursday Next heißt die comichaft überzeichnete AntiHeldin, die als »Special Operations Literary Agent 39139« an der Schnittstelle von Realität und Fiktion ermittelt: Inzwischen ist auch der »Bookjump« erfunden und Hetzjagden durch die Kulissen von JaneAusten-Romanen sind hier nicht ungewöhnlich. 8. T.C. Boyle – A Friend of the Earth (2000) Boyles einziger Science-Fiction-Roman ist eine Geschichte über Klimawandel und Umweltzerstörung. Der Protagonist ist rüstiger Mittsiebziger des Jahres 2025. Alt zu werden stellt kein Problem mehr da, jedoch ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln schwierig und die meisten Tiere sind ausgestorben. 9. Margaret Atwood – Oryx and Crake (2003) Eine Elegie über Einsamkeit, Weltuntergang und Postapokalypse. Die bekannteste zeitgenössische Autorin Kanadas meidet die Extreme und klingt vielleicht deswegen erschreckend plausibel in ihrer Zivilisationskritik und Satire auf die Gentechnologie. 10. Christian Kracht – Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (2008) Kracht schreibt ein Buch gegen die Geschichte: Was wäre geschehen, wenn Lenin 1917 das Schweizer Exil nicht Richtung Russland verlassen, sondern dort die erste Sowjetrepublik errichtet hätte? Als Leser kommt man rund 100 Jahre später hinzu und liest sich durch die überraschenden Folgen eines alternativen Verlaufs der Weltgeschichte.


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BEST OF ZUKUNFTSMUSIK

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SUGARHILL GANG RAPPER’S DELIGHT

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“Now what you hear is not a test – I’m rapping to the beat”:

MILES DAVIS KIND OF BLUE Die Geburtsstunde des modalen Jazz in traumhaftem Klanggewand.

Durchbruch des Rap. Die Musik war so neu, dass erklärt werden musste, was man da hörte.

7 2

BRIAN ENO MUSIC FOR AIRPORTS

Bowie hob das Spiel mit Identitäten und Begegnungen mit dem

Definierte die Mood Music und prägte den Begriff des »Ambient«.

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KRAFTWERK DIE MENSCH MASCHINE

DAVID BOWIE THE RISE AND FALL OF ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS Anderen auf ein neues Niveau. Androgynie wurde zum Megatrend.

8

FUNKADELIC FREE YOUR MIND AND YOUR ASS WILL FOLLOW

In bester futuristisch-modernistischer Tradition verwoben

Lieferte den Slogan für den Post-James-Brown-Funk und definierte

Kraftwerk Musik und Inhalt zu einem Gesamtkunstwerk.

die Standards für den Afro-Rock-Funk.

RICHARD WAGNER DER RING DES NIBELUNGEN

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JAMES BROWN LIVE AT THE APOLLO

Erfinder des Gesamtkunstwerkes und prägende Wende von der

Erstes wirklich populäres Doppelalbum: Live-Aufnahme aus dem

Melodik zur Harmonik.

Zentrum der schwarzen Kultur in Harlem.

HERBIE HANCOCK SEXTANT Der Höhepunkt des afro-futuristischen Spacejazz.

10 MASSIVE ATTACK BLUE LINES Stilprägend für den Bristol Sound. Erstes Trip-Hop-Album.


„Warum es den Menschen so schwer fällt, glücklich zu sein? Weil sie die Vergangenheit besser sehen als sie war, die Gegenwart schlechter als sie ist und die Zukunft rosiger als sie wird.“ Marcel Pagnol (1895–1974), französischer Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur.

Was ist Zukunft ?

„Führungskräfte erstellen eine Vision für die Zukunft und legen fest, welche Strategie zur Anwendung kommt: Sie bewirken Veränderung. Sie motivieren und begeistern andere, sich in die richtige Richtung zu bewegen, und sie erbringen – wie alle anderen auch – Opfer, um dorthin zu gelangen.“

Insights von gestern und heute

„Der soziale Fortschritt und der Übergang von einer Periode zur anderen erfolgt auf Grund der Fortschritte in der Befreiung der Frau, und der Niedergang der Gesellschaftsordnung wird durch die Abnahme der Freiheit für die Frau bewirkt. (...) Die Erweiterung der Privilegien der Frauen ist die allgemeine Grundlage allen sozialen Fortschritts.“

Professor John Kotter gilt als Koryphäe für „Leadership and Change“. Seit 1972 lehrt er an der Harvard Business School.

Charles Fourier (1772–1837), französischer Gesellschaftstheoretiker, war ein Vertreter des Frühsozialismus und ein scharfer Kritiker des frühen Kapitalismus.

„So ist die Zukunft für den Menschen als handelndes Subjekt der Bereich der Freiheit des Vermögens, für den Menschen als wissendes Subjekt der Bereich der Unsicherheit. Sie ist Bereich der Freiheit, weil es mir frei steht, zu entwerfen, was nicht ist, vorausgesetzt, dass ich es in der Zukunft ansiedele: Sie ist Bereich des Vermögens, weil ich eine gewisse Macht habe, das Entworfene zu verwirklichen (aber nicht etwa jeden beliebigen Entwurf). Und sie ist sogar der einzige Bereich, in dem wir etwas vermögen, denn nur auf die Zukunft hin können wir handeln: und das Gefühl, das wir von unserer Handlungsfähigkeit haben, lässt die Vorstellung eines ›behandelbaren Bereichs entstehen.“ Bertrand de Jouvenel (1903–1987), französischer Philosoph und Zukunftsforscher.

„Jede Gegenwart bildet immer eine neue, wieder unbekannte Zukunft. Das ermöglicht es, die Probleme der Gegenwart, ohne Widerspruch zu finden, in der Zukunft zu deponieren.“ Niklas Luhmann (1927–1998), deutscher Soziologe und Gesellschaftstheoretiker, ist einer der Begründer der soziologischen Systemtheorie.

„Es gibt drei Zeiten, nämlich Gegenwart von Vergangenem, Gegenwart von Gegenwärtigem und Gegenwart von Zukünftigem. Denn diese drei Zeiten sind gewissermaßen in der Seele da: anderswo aber sehe ich sie nicht. Es gibt Gegenwart von Vergangenem: nämlich Erinnerung, Gegenwart von Gegenwärtigem: nämlich Anschauung, Gegenwart von Zukünftigem: nämlich Erwartung.“ Augustinus (354–430), einer der bedeutendsten christlichen Kirchenlehrer und ein wichtiger Philosoph an der Zeitenwende zwischen Antike und Mittelalter.


„Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es darauf an, aus der Zukunft zu lernen.“ Herman Kahn (1922–1983), Militärstratege, Kybernetiker und Superstar der Zukunftsforscher. Bekannt wurde Kahn für seine zum Kalten Krieg entwickelten Theorien, in denen er „das Unvorstellbare“ zu überlegen wagte und Strategien für einen Atomkrieg entwickelte.

„Wenn wir über die Zukunft nachdenken, sollten wir die folgenden Wissenskategorien berücksichtigen: 1. Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. 2. Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen. 3. Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.“ Paul J. H. Schoemaker ist Research Director des Mack Center for Technological Innovation an der Wharton School, University of Pennsylvania.

„Wir werden nicht durch die Erinnerung an unsere Vergangenheit weise, sondern durch die Verantwortung für unsere Zukunft.“ George Bernard Shaw (1856–1950), irischer Dramatiker und Satiriker, erhielt 1925 den Literaturnobelpreis.

„Diese ‚neueste Welt‘ ist keine ferne Utopie, kein Geschehen aus dem Jahre 1984 oder einem noch ferneren Jahrhundert. Wir sind nicht wie in den Zukunftsromanen von Wells, Huxley und Orwell durch den breiten Graben der Zeit von dem reißenden Tier Zukunft getrennt. Das Neue, Andere, Erschreckende lebt schon mitten unter uns. So ist es, wie alle historische Erfahrung zeigt, immer gewesen. Das Morgen ist schon im Heute vorhanden, aber es maskiert sich noch als harmlos, es tarnt und verlarvt sich hinter dem Gewohnten. Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: die Zukunft hat schon begonnen. Aber noch kann sie, wenn rechtzeitig erkannt, verändert werden.“ Robert Jungk (1913–1994) war Publizist, Journalist und einer der ersten Zukunftsforscher. Er gehörte zu den bedeutendsten Pionieren der internationalen Umwelt- und Friedensbewegung.

„Die Zukunft der Erde sperrt sich aufgrund von drei Unbestimmtheitstypen: Unkenntnis, Zufall und Willensfreiheit. Erstens sind wir über den gegenwärtigen Zustand des Systems und die darin wirksamen Kräfte nur lückenhaft informiert; daraus resultiert eine starke statistische Streuung über mögliche zukünftige Zustände. Zweitens sind komplexe Systeme nicht determiniert, von daher ließe sich selbst bei vollständiger Datenlage die Entwicklung nicht eindeutig vorhersagen. Komplexe Systeme reagieren sehr empfindlich auf Ausgangsbedingungen. Von bestimmten Schwellenwerten aus entwickeln sie sich in die eine oder andere Richtung und bringen etwas vollständig Neues hervor. Diese Eigenschaft macht sie unberechenbar. Und drittens lässt sich Zukunft nicht vorhersagen, weil sie von Entscheidungen abhängt, die noch nicht getroffen wurden. Wie können wir angesichts dieser Unbestimmtheit sinnvoll über Zukunft nachdenken?“ Paul Raskin et. al. in: „Great Transition – Umbrüche und Übergänge auf dem Weg zu einer planetarischen Gesellschaft.“ (2003)


Überraschendes aus dem Futurotop

Silke Loh

Dr. Karlheinz Steinmüller

Klaus Burmeister

Alexandra Lohmann

Ben Rodenhäuser

Josef Hargrave

Holger Glockner

Beate Schulz-Montag

Cornelia Daheim Sylvia Veenhoff Kai Jannek

Monika Pawlitzki

Andreas Neef

Welche Überraschungen hält die Zukunft für uns bereit? Z_punkt-Mitarbeiter stellen ihre ganz persönlichen Visionen vor.

Dr. Gereon Uerz

Vanessa Watkins

Johannes Mahn


Klaus Burmeister: Ernsthaft überraschen würde mich, wenn der physische Transport von Waren und Menschen das Paradigma von Mobilität und Globalisierung bliebe. Die Zukunft gehört der geistigen Mobilität, dem freien Fluss von Bits and Bytes. Es wird ein Abschied ohne Groll, wenn wir den verstopften Städten, rollenden Lagern, überfüllten Zügen ade sagen. Die Schnittstellen zwischen Menschen und Maschinen werden immateriell. Zukünftig steuert unser Gehirn direkt den Computer – ohne Maus. Waren werden dezentral vor Ort produziert. Der 3-D-Drucker gehört zum Grundinventar der Haushalte. Nahrungsmittel werden ökologisch korrekt stadtnah in Hochhäusern produziert. Arbeiten, Einkaufen, Sport und Freunde treffen findet telepräsent in dreidimensionalen Welten statt. Totale Mobilität bei gleichzeitiger Immobilität ist kein Widerspruch. Die Teleportation, das Beamen, wird allerdings noch etwas auf sich warten lassen. /// Andreas Neef: Es würde mich sehr überraschen, wenn ich mit meinem Kühlschrank sprechen und meine Kinder den lieben langen Tag per GPS überwachen würde. Und diese dafür keine Latein-Vokabeln mehr büffeln müssten, weil sie das Wissen per Pille zu sich nehmen. Viele technische Visionen sind einfach „Godot-Trends“: Man wartet auf sie, weil alle davon reden, aber sie kommen nicht. Erstaunlich wäre es auch, wenn die Gesellschaft lernen würde, angemessener mit der Realität umzugehen. Das ständige Wechselspiel zwischen Panikmache und Euphorisierung gehört wohl zu den Konstanten der menschlichen Existenz. /// Beate Schulz-Montag: Das politische Establishment erkennt endlich die Realität unserer Arbeitswelt an und beschließt parteiübergreifend die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle – ohne Rechtfertigungszwang und Bedür ftigkeitsbürokratie, dafür mit vielen neuen Freiheiten, seine Arbeitskraft selbst bestimmt und sinnvoll einzusetzen. /// Karlheinz Steinmüller: E.T. telefoniert – wir haben ihn nur nicht verstanden. Wissenschaftler entdecken, dass im kosmischen Hintergrundrauschen ein Signal verborgen ist, das die große Wahrheit über das Leben, das Universum und den ganzen Rest enthält. /// Holger Glockner: Noch einmal 17 sein: Wissenschaftlern gelingt es, mit Hilfe von Gentherapien Alterungsprozesse zu stoppen. Wer nicht dauerhaft jung sein will, kann auch die neuen Angebote der Touristik in Anspruch nehmen: Zeitreisen! Einfach zwei Punkte aus unterschiedlichen Zeiten in der Raumzeit im rotierenden Universum über ein Wurmloch miteinander verbinden, durch Materie mit negativer Energiedichte stabilisieren und ab geht’s … Zu altern wie Dorian Gray würde mich dann aber wirklich überraschen. Oder wenn die Kirche doch recht hatte: Die Erde ist eine Scheibe. /// Vanessa Watkins: In der islamischen Welt sind spekulative Investments wie Hedge-Fonds oder Derivate schon lange verboten, sie fallen unter das MaysirVerbot (Glücksspiel und Spekulationen). Untersagt ist ebenso die Beteiligung an Waffenhandel, Pornografie, Tabak und der Kauf oder Verkauf von Schweinefleisch. 1,4 Milliarden Muslime wollen trotzdem ihr Geld gewinnbringend anlegen. Das hat westliche Finanzdienstleister in den letzten Jahren veranlasst, eine ganze Reihe innovativer Produkte für diese Zielgruppe zu entwickeln. Diese Entwicklung lässt mich hoffen, dass bald eine neue, diesmal breitere und kulturübergreifende Auseinandersetzung über ethische Geldanlagen aufkommen wird. Denn nicht nur die über 3 Millionen Muslime in Deutschland sind potenzielle Kunden, sondern auch Anleger anderer Glaubensrichtungen. /// Gereon Uerz: Die USA verlieren weltweit ihre ökonomische, kulturelle, technologische und militärische Vormachtstellung infolge der Wirtschaftskrise in der ausgehenden ersten Dekade des Dritten Jahrtausends. Amerika kehrt unter das Patronat des Vereinigten Königreiches zurück und die Leistungseliten emigrieren nach China, Afrika, den Mittleren Osten und nach Europa. Zurück bleibt ein gigantischer Agrarstaat, der mit Precision Farming maßgeblich zur Lösung des Hungerproblems beiträgt. Durch massive (Wieder-)Aufforstung eines 1000 km breiten

Nord-Süd-Streifens in der Mitte des Kontinentes wird zudem die größte CO2 -Senke des Planeten geschaffen. /// Cornelia Daheim: Vor lauter Klimawandel und Finanzdebakel, die gerade unsere ganze Konzentration erfordern, verpassen wir möglicherweise, dass Technik in rapidem Tempo ganz neue Bereiche des Lebens erobert – mit offenen Konsequenzen. Überraschung! Plötzlich betten und bespaßen Pflegeroboter alle unter versicher ten Hochbetagten, wenn die Quelle günstiger Pflegekräfte aus dem Osten versiegt. Und dank Gentechnologie bestellen wir unseren Nachwuchs nach Geschlecht, Haarfarbe und Körpergröße. Wenn die Transhumanisten wachsende Gefolgschaft finden, kann der Homo Fabricatus erheblich schneller Wirklichkeit werden, als die ethische Grundsatzdebatte um das Prinzip der Unvollkommenheit und die Grenzen des verantwortlich Machbaren voran schreitet. /// Kai Jannek: Humanistic Business – das heißt Menschenrechte werden auf juristische Personen (also Unternehmen!) ausgeweitet. Artikel 1: Kein Unternehmen darf feindlich übernommen werden. Artikel 2: Jedes Unternehmen hat das Recht auf selbst bestimmte Strategiewahl, die von Kunden und Märkten respektiert wird. Artikel 3: Jedes Unternehmen genießt Schutz in Phasen inneren Wandels. Artikel 4: Jedes Unternehmen hat das Recht auf Privatsphäre – auch bei Due Diligence. Ar tikel 5: Jedes Unternehmen hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub. /// Alexandra Lohmann und Silke Loh: Klimawandel, Tsunamis und sonstige Naturgewalten werden in die Evolution der Tierwelt eingreifen: Dann braucht man sich irgendwann nicht wundern, wenn einem ein krallenloser Enten-Ameisen-Bär oder eine Schildkröten-Katzen-Schlange ohne Panzer über den Weg läuft. Warten wir nicht sowieso alle jeden Tag auf die Eier legende Wollmilchsau? /// Cornelia Daheim und Vanessa Watkins: Wir schreiben das Jahr 2030, und die Erleuchtung ist da. Seit im Jahr 2018 die Har vard Medical School den drastisch lebensverlängernden Effekt regelmäßiger Meditation beweisen konnte, strömen die Westler in Scharen auf die östlich inspirierten Yogamatten und Meditationskissen. Der uner war tete Nebeneffekt: Erleuchtung en masse. Alle – Politiker, Wir tschaftsbosse, Wissenschaftler – erleben sich mithilfe von Pranayama in tiefer Trance als Teil des großen Ganzen und der Natur. Es werden seitdem nicht nur auf globaler, regionaler und lokaler Ebene Maßnahmen zum Klimaschutz beschlossen, sondern auch konsequent durchgesetzt … Omm. /// Josef Hargrave: Ein sonores Surren in den Metropolen erinnert uns daran, dass es in Europa bereits 50 Millionen Elektroautos gibt. 50% unserer Energie gewinnen wir durch Wind, Wasser und Sonne. Und der Anteil an regenerativen Energien steigt weiter. Wer hätte gedacht, dass im Jahr 2030 unsere größte Sorge nicht die Finanzkrise, der Rohstoffmangel oder der Klimawandel ist, sondern die Frage wie wir nach einer Vier-Tage-Woche unsere Freizeit verbringen? Ich für meinen Teil weiß es. Ich ziehe mir mein Trikot der „Köln Advanced Robotix“ an, starte mein Elektroauto und surre in Richtung Stadion. /// Sylvia Veenhoff: Eines Morgens schaue ich zu Hause aus dem Fenster und sehe auf der Straße den üblichen Verkehr, höre aber keinen Lärm. Lautlos fahren Fahrräder, Roller und Autos dahin. Und in der Baulücke gegenüber legen alle Nachbarn, darunter Kinder und Großeltern, gemeinsam einen Garten an. /// Johannes Mahn: In einer beispiellosen Massenprotestbewegung zwingt das chinesische Volk die Regierung zu einem Kurswechsel. Jede politische Entscheidung wird unter Nachhaltigkeitsaspekten bewertet. Gigantische Summen werden in die Entwicklung von erneuerbaren Energien, Elektroautos und die Gesundheit investiert. Weltweit folgen Menschen dem neuen Geist aus dem Osten, üben Druck auf ihre politischen und wirtschaftlichen Führungen aus. Die Initiative „keep it in the ground“, die Rohstoffquellen aufkauft, um sie anschließend nicht auszubeuten, gewinnt täglich neue Mitglieder.


THE FUTUROTOPE The Futurotope. Where everything’s conceivable. Should you have ever asked yourself whether we access a crystal ball for our daily work: yes, we have one! She’s beautiful, smooth, clear as crystal (naturally), and has a place of honour in our library. Whenever, during our weekly meetings, we lift her from her bed of red velvet and enquire: “Dear Crystal Ball, what will the world look like in ten, twenty, or even fifty years’ time?” her answer is – silence. When the sun is shining through the window, we will occasionally see a mischievous blinking in her depths. So we lay her back to rest in the library and everyone gets back to work. Week in, week out: It is the minds of our employees that think back and forth probabilities and visions, theories and trends and bring them to paper. Here, utopias, ideas, and future scenarios bud. This is where conceivable developments roam. Here, theories make waves, issues surface and occasionally go under. Everything is thinkable, everything is possible. Welcome to the Futurotope! And since it is here that, among others, our wishes for the coming 12 months of our future originate, we would like to provide you with your personal “collection” of future particles for 2009: Futurotopian content by Z_punkt. Where facts meet fiction, strange stands next to specific, and philosophy next to preferables. On this note: Share, find, and play! Yours sincerely, Klaus Burmeister, Andreas Neef and the Z_punkt team

10 Erroneous forecasts “I think there is a world market for maybe five computers.” Thomas Watson, chairman of IBM, 1943. “The Americans have need of the telephone, but we do not. We have plenty of messenger boys.” Sir William Preece, chief engineer of the British Post Office, 1876. “Self-operating cleaners powered by nuclear energy will probably be a reality a decade from now.” Alex Lewyt, president of vacuum cleaner company Lewyt Corp., in the New York Times in 1955. “Drill for oil? You mean drill into the ground to try and find oil? You’re crazy!” Workers whom Edwin L. Drake tried to enlist to his project to drill for oil in 1859. “Remote shopping, while entirely feasible, will flop – because women like to get out of the house, like to handle merchandise, like to be able to change their minds.” TIME, 1966, in one sentence writing of e-commerce long before anyone had ever heard of it. “Who the hell wants to hear actors talk?” H. M. Warner, Warner Brothers, 1927. “If anything remains more or less unchanged, it will be the role of women.” David Riesman, conservative American social scientist, 1967.

2. Which long-term development did John Naisbitt not describe in his 1982 book “Megatrends”? A. From the industrial to the information society B. Globalisation of markets C. Climate change and environmental pollution 3. In 2005, 12m cars were travelling the streets of China. How many are there expected to be in 2020? A. 90 million B. 130 million C. 220 million 4. According to UN estimates, how many people will be living in slums by 2030? A. 2 billion B. 1 billion C. 800 million 5. For the first time in history, there will be more older (60+) than younger people (<15) in 2045. When will this be the case in North America? A. 2035 B. 2025 C. 2015 6. In August 2008, India had ca. 38m landlines. By comparison, how many users of mobile phones were there? A. 315 million B. 270 million C. 25 million 7. 25% of all HIV-infected people worldwide are living in Africa. How high (as a percentage) is Africa’s share of the global health expenditure? A. 1 % B. 5 % C. 12 % 8. By comparison to their male colleagues: How much less, on average, do European women make per hour? A. 17 % B. 15 % C. 8 % 9. Out of 10 Brazilians, how many live in a city? A. 3 B. 5 C. 8

“By the year 1982 the graduated income tax will have practically abolished major differences in wealth.” Irwin Edman, Professor of Philosophy Columbia University, 1932.

10. Of the primary energy used in cars, how much (as a percentage) is actually used to transport the load (i.e. the driver, etc.)? A. ca. 45% B. ca. 16% C. ca. 1%

“Rail travel at high speed is not possible because passengers, unable to breathe, would die of asphyxia.” Dr. Dionysys Larder (1793–1859), Professor of Natural Philosophy and Astronomy, University College London.

Correct answers: Question 1: B, Question 2: C, Question 3: B, Question 4: A, Question 5: C, Question 6: A, Question 7: A, Question 8: B, Question 9: C, Question 10: C.

“The bomb will never go off. I speak as an expert in explosives.” Admiral William Leahy, U.S. Atomic Bomb Project.

Test Your Futurability What about your knowledge of the future – and the facts? Would you be prepared to hold a senior position in the future industry, or would it be better to hit the books again? Test yourself! 1. The International Energy Agency (IEA) assumes that electricity generation using solar power will increase worldwide. How high does the IEA estimate the annual growth (percentage) until 2030? A. 21,3% B. 16,9% C. 42,1%

Future Freshman (0–3 correct answers) In principle, you are open to questions of the future, but sadly not yet ready to take off for future stratospheres. We suggest hitting the books, e.g. routinely reading the Z_punkt-newsletter. Future Superintendent (4–7 correct answers) When it comes to the future, you’re game: you have solid knowledge and the necessary capacity for abstract thought. Using the right strategy and with ample visionary power you’ll be able to go far in the future. Chief Executive Officer of Corporate Visions (8–10 correct answers) Congratulations on your breadth of vision and your knowledge of all future things. Would you be interested in a job? It would be great if you could join us, it’s just that we’re afraid we won’t be able to afford you.


Future Charts Best of science fiction movies Metropolis 2001: A Space Odyssey Brazil Solaris A Clockwork Orange Gattaca Blade Runner Strange Days Twelve Monkeys Soylent Green

Fritz Lang, 1927 Stanley Kubrick, 1968 Terry Gilliam, 1985 Andrei Tarkowsky, 1972 Stanley Kubrick, 1971 Andrew Niccol, 1997 Ridley Scott, 1982 Kathryn Bigelow, 1995 Terry Gilliam, 1995 Richard Fleischer, 1973

Best of science fiction books – classics Utopia Gulliver’s Travels Vingt Milles Lieues sous les Mers Auf zwei Planeten The War of the Worlds Brave New World Nineteen Eighty-Four The Martian Chronicles Last Man on Earth Fahrenheit 451

Thomas Morus, 1516 Jonathan Swift, 1726 Jules Verne, 1870 Kurd Laßwitz, 1897 H. G. Wells, 1898 Aldous Huxley, 1932 George Orwell, 1949 Ray Bradbury, 1950 Mary Shelley, 1826 Ray Bradbury, 1953

Best of science fiction novels – newcomers 1. William Gibson – Neuromancer (1984) With the novel “Neuromancer”, Gibson – who is probably the best known and most successful science fiction author of our time – entered the histories of literature and pop culture. And while he was at it, he also influenced the terms cyberspace and matrix. 2. Douglas Adams – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (1979) The British author’s widely recognized Science Fiction parody soon achieved cult status: As an alien race destroys the planet Earth, English everyman Arthur Dent escapes only by the skin of his teeth. Satirical, humorous, in-your-face. 3. Haruki Murakami – Hard-Boiled Wonderland and the End of the World (1985) The contemporary Japanese author Marukami tells the story of the 35-years-old narrator in his usual dreamlike and fantastic manner. The novel is set simultaneously in a grotesquely exaggerated Tokyo called HardBoiled Wonderland and in a parallel fantasy world, the ‘End of the World’. 4. Kazuo Ishiguro – Never let me go (2005) A story about orphans raised to be living organ donors who are brought up together in the ostensibly idyllic boarding school Hailsham. Ishiguro breaks with almost all codes of the traditional science-fiction novel, opting instead for an entertaining approach to the fundamental question of the consequences and the ethics of technological feasibility.

5. Philip K. Dick – Do Androids Dream of Electric Sheep? (1968) Following a nuclear war, Earth has become all but uninhabitable. Most survivors have emigrated to Mars, the borders between humans and androids have become blurred. The bottom line of this dystopian novel is that man’s only distinguishing quality remains his capacity to empathise with others. 6. Dietmar Dath – Die Abschaffung der Arten [The Abolition of the Species] (2008) Dath is a fabulist, and in this novel he liberates both Earth and animals from man. Man has become extinct, and gone are his deadly sins, his faith in growth, and the climate crisis. Dath thus extends the tradition of great speculative literature about the downfall and rebirth of civilisation from Thomas Morus, Voltaire, and Mary Shelly and H.G. Wells and Jules Verne to Stephen King and William Gibson. 7. Jasper FForde – The Eyre Affair (2001) The Welsh author Jasper Fforde is writing the most entertaining mixture of science fiction, fantasy, and crime story currently available on the market. Thursday Next is the name of the cartoonishly exaggerated heroine, who – as “Special Operations Literary Agent 39139” investigates at the crossroads of reality and fiction: the “bookjump” has been invented, and chases through the settings of Jane Austen novels are not uncommon. 8. T. C. Boyle – A Friend of the Earth (2000) Boyle’s sole science-fiction novel tells the story of climate change and environmental destruction. Its protagonist is a spry 75-year-old living in 2025. Growing old has ceased to be an issue, but food supply is problematic and most animals have become extinct. 9. Margaret Atwood – Oryx and Crake (2003) An elegy on solitude, the end of the world, and the post-apocalypse. Canada’s most famous author avoids extremes and, maybe for this very reason, sounds disturbingly convincing in her criticism of civilisation and satire on genetic engineering. 10. Christian Kracht – Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten [I’ll be here in sunshine and in shadow] (2008) Kracht has written a counter-factual novel: What would have happened, had Lenin not left his Swiss exile for Russia in 1917, but had stayed to establish the first socialist republic? As readers, we join in about a century later and study the disastrous consequences of an alternative turn of world history.

Best of Zukunftsmusik (future music) 1. Sugarhill Gang – Rapper’s Delight “Now what you hear is not a test – I’m rapping to the beat”: the breakthrough of rap. The music was so new that artists had to explain what they were doing. 2. Brian Eno – Music for Airports Defined mood music and coined the term “ambient”.

3. Kraftwerk – Die Mensch Maschine In the best futuristic-modernistic tradition, Kraftwerk combined music and content to a complete artwork. 4. Richard Wagner – Der Ring des Nibelungen The man who coined the term Gesamtkunstwerk and the formative turn from melody to harmony. 5. Herbie Hancock – Sextant The apex of afro-futuristic space jazz. 6. Miles Davis – Kind of Blue The birth of modal jazz in a fantastic form. 7. David Bowie – The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars Bowie raised playing with identities and encountering the other to a whole new level. Androgyny became a megatrend. 8. Funkadelic – Free your Mind and your Ass will follow Gave the slogan for post-James-Brown-funk and defined standards for afro rock funk. 9. James Brown – Live at the Apollo The first ever really popular double album: live recorded from the centre of black culture in Harlem. 10. Massive Attack – Blue Lines Defined the character of Bristol Sound. First ever Trip Hop album.

What is the future? Insights past and present “The reason people find it so hard to be happy is that they always see the past better than it was, the present worse than it is, and the future less resolved than it will be.” Marcel Pagnol (1895–1974), French novelist, playwright, and filmmaker. “Leaders establish the vision for the future and set the strategy for getting there; they cause change. They motivate and inspire others to go in the right direction and they, along with everyone else, sacrifice to get there.” Professor John Kotter is considered an authority on “Leadership and Change”. He has been teaching at the Harvard Business School since 1972. “Social progress and the transition from one epoch to another is the result of progress made in the liberation of women, and the demise of a social order is the result of a reduction in the freedom of women. (…) Expanding the privileges of women is the foundation of any social progress.” Charles Fourier (1772–1837), a French social theorist, was a representative of early socialism and a strict critic of early capitalism. “For man as an acting subject, the future is hence a realm of free power, for man as a knowing subject, a realm of

insecurity. It is a realm of freedom, because I am free to design what does not exist, provided I locate it in the future: It is a realm of power, because I have a certain power to realise my design (but not any design). And it even is the only realm in which we are capable of acting, because it is only with regard to the future that we may act, and the impression that we have of our ability to act is such that the image of an ‘actionable’ realm emerges.” Bertrand de Jouvenel (1903–1987), French philosopher and futurologist. “Every present develops its own, once again unfamiliar future. It thus becomes possible to deposit today’s problems in the future without meeting opposition.” Niklas Luhmann (1927–1998), German sociologist and social theorist, was a prominent thinker in sociological systems theory. “Yet perchance it might be properly said, “there be three times; a present of things past, a present of things present, and a present of things future.” For these three do exist in some sort, in the soul, but otherwhere do I not see them; present of things past, memory; present of things present, sight; present of things future, expectation.“ Augustinus (354–430), one of the most important Christian theologicans and an influential philosopher at the turn between the ancient period and the middle ages. “Anyone can learn from the past. These days it is more essential to learn from the future.” Herman Kahn (1922–1983) was a military strategist, cyberneticist, and a superstar of futurology. He became famous for his theories on the Cold War, in which he articulated “the unthinkable” and developed strategies for nuclear war. “When contemplating the future, it is useful to consider three classes of knowledge: 1. Things we know we know. 2. Things we know we don’t know. 3. Things we don’t know we don’t know.” Paul J. H. Schoemaker is Research Director of the Mack Center for Technological Innovation at the Wharton School, University of Pennsylvania. “We are made wise not by the recollection of our past, but by the responsibility for our future.” George Bernard Shaw (1856–1950), Irish playwright and satirist, was awarded the Nobel Prize for Literature in 1925. “This ‘newest world’ is no far utopia, no fable of the year 1984 or an even more distant century. Unlike the science fiction novels of Wells, Huxley, and Orwell, we are not safely separated by the broad moat of time from the raging beast that is the future. The new, other, frightening is already among us. And so – as history shows - it has always been. The morrow is already present in today. But harmlessly masked still, hidden and disguised behind the familiar. The future is no fantasy cleanly distinguished from actual life; the future has already begun. Yet it can still be changed, if recognised in good time.” Robert Jungk (1913–1994) was a writer and journalist and also one of the very first futurologists. He is one of the most eminent pioneers of the international environmental and peace movement.

“Global futures cannot be predicted due to three types of indeterminacy – ignorance, surprise and volition. First, incomplete information on the current state of the system and the forces governing its dynamics leads to a statistical dispersion over possible future states. Second, even if precise information were available, complex systems are known to exhibit turbulent behavior, extreme sensitivity to initial conditions and branching behaviors at critical thresholds—the possibilities for novelty and emergent phenomena render prediction impossible. Finally, the future is unknowable because it is subject to human choices that have not yet been made. In the face of such indeterminacy, how can we think about the global future in an organized manner?” Paul Raskin et. al. in: “Great Transition – The Promise and Lure of times Ahead.” (2003)

Surprises from the Futurotope Which surprises does the future have in store for us? The Z_punkt staff present their highly individual visions: Klaus Burmeister: I would be seriously surprised if the physical transport of goods and people continued to remain the paradigm of mobility and globalisation. The future belongs to the mobility of the mind, the free flow of bits and bytes. There will be no ill-will when we say goodbye to congested streets, rolling inventories, and crowded trains. The interface between man and machine will become immaterial. In the future, our brains will control computers directly – no mouse needed. Goods will be produced decentralised, where they are needed. 3D printers will be basic household appliances. Food will be produced ecologically correct, in vertical farms close to the cities. We will work, shop, exercise, and socialise online in three-dimensional worlds. Unlimited mobility and simultaneous immobility are no contradictions. Teleportation or beaming, however, will be a long time coming. Andreas Neef: I would be very surprised if I was to talk to my fridge or use GPS to monitor my kids all day long. And if the latter no longer needed to cram Latin because they’d ingest knowledge using a pill. Many technological visions are merely ‘Godot’ trends: We keep waiting for them because they’re on everyone’s lips, but they never come. It would also be amazing if society learned how to handle reality more reasonably. Constant switching between alarmism and exuberance, however, seems to be one of the constants of human existence. Beate Schulz-Montag: At long last, the political community recognises the realities of the world of work and in cross-party agreement decides to introduce the unconditional basic income – for all of us, no explanations necessary, and no bureaucracy for the needy, but offering many new freedoms to make use of one’s labour autonomously and sensibly.

Karlheinz Steinmüller: E.T. telephoned – but we failed to understand him. In the cosmic white noise, scientists find a hidden signal which contains the whole truth about life, the universe, and everything. Holger Glockner: Sweet seventeen again: Using gene therapy, scientists manage to stop the ageing process. If you’re not interested in eternal youth, there’s always the tourism industry’s latest offer: time travels! Simply connect, in space-time, two points from different times in the rotating universe using a wormhole, take material with negative energy density to stabilise it, and off we go … Ageing like Dorian Gray, now that would really surprise me. Or if the church was actually right: the world is flat. Vanessa Watkins: In the Muslim world, speculative investment, e.g. hedge funds or derivates, have long since been prohibited, they come under the Maysir law (gambling and speculation). Similarly banned are participation in arms trading, pornography, tobacco, or the buying and selling of pork. 1.4bn Muslims still intend to invest their money with a profit. In recent years, western financial services have finally been prompted to develop an entire range of innovative products for this target group. This development lets me hope that we’ll soon see a new, broad, and cross-cultural debate on ethical investment, because it is not only 3m Muslims in Germany who are potential customers, but investors of other religious denominations. Gereon Uerz: As a result of the economic crisis, the United States lose their global economic, cultural, technological, and military supremacy in the late first decade of the 21st century. America returns under the United Kingdom’s patronage, and its social elites migrate to China, Africa, the Middle East, and Europe. What remains is an agricultural nation of gargantuan dimensions which relies on precision farming to contribute significantly to solving the hunger problem. In addition, (re)forestation of a 1,000km wide strip running from North to South in the continent’s middle succeeds in creating the planet’s largest CO 2 draw down. Cornelia Daheim: With everyone fully focused on climate change and financial disaster, we might possibly ignore that technology is rapidly conquering whole new areas of life – with unsettled consequences. Surprise! All of a sudden, care-giving robots bed and entertain each and every underinsured octogenarian, once the source of affordable nursing personnel in the East runs dry. And thanks to genetic engineering, we’re able to order our offspring according to sex, hair colour, and size. Should the transhumanists manage to increase their following, realisation of the homo fabricatus will considerably outpace progress in the ethical debate on the principle of imperfection and the limits of responsible feasibility. Kai Jannek: Humanistic Business, i.e. the human rights are extended to include legal entities (businesses!). Article 1: No


business shall be subjected to a hostile takeover. Article 2: Every business has the right to determine its own strategy, which is to be respected by customers and markets. Article 3: Every business shall enjoy protection in times of inner change. Article 4: Every business has the right to privacy – including due diligence. Article 5: Every business has the right to rest and leisure, including reasonable limitation of working hours and periodic holidays with pay. Alexandra Lohmann und Silke Loh: Climate change, tsunamis, and other forces of nature will affect the evolution of the species: We shouldn’t be surprised if we run into a clawless duck-anteater or a turtle-cat-snake. Aren’t we anyway on the lookout for the all-singing, all-dancing egg-laying, wool and milk yielding pig? Cornelia Daheim und Vanessa Watkins: It is 2030, and the enlightenment is here. In 2018, Harvard Medical School was able to verify the lifeprolonging effect of regular meditation practice, and since then, people from the West have flocked in droves towards Eastern-inspired yoga mats and meditation pillows. The unexpected side-effect: en masse enlightenment. Everyone – politicians, scientists, highranking executives – uses Pranayama to experience, in deep trance, herself or himself as a part of something bigger, of nature. Ever since, measures for climate protection are not only enacted on global, regional, and local levels, but also consistently realised … Omm. Josef Hargrave: A low-pitched whirring sound resonating through our urban environments reminds us of the fact that there are 50m electric cars in Europe alone. 50% of our power comes from wind, water, and the sun. And the share of renewable energies continues to grow. Who would have thought that by 2030, our biggest worry wouldn’t be the financial crisis, dwindling resources, or climate change, but how to spend our leisure time after a four-day work week? I, for my part, have found an answer. I put on my “Cologne Advanced Robotix” soccer jersey, start my electric car, and whiz off to the stadium. Sylvia Veenhoff: Looking out of my window one morning, I see the usual traffic crowding the streets, but there’s no audible noise. Silently, bicycles, scooters, and cars roll by. And on the empty lot across the street, all my neighbours – including children and grandparents – are planting a garden. Johannes Mahn: In an unprecedented mass protest movement, the Chinese people force their government to change course. All political decision-making is subjected to sustainability criteria. Huge sums are invested into the development of renewable energies, electric cars, and health care. All over the world, people join this new spirit coming from the East, and pile on the pressure on their political and economic leaders. “Leave it in the ground”, an action group which acquires untapped natural resources but does NOT extract them, is gaining new members every day.

Welche Überraschungen hält die Zukunft für Sie bereit? Kurbeln Sie Ihr Futurotop an und helfen Sie uns, neue Zukunftspartikel für 2010 zu sammeln. Schreiben Sie uns Ihre Überraschungen an information@z-punkt.de. Ihre Beiträge veröffentlichen wir während des kommenden Jahres in unserem Newsletter und in einem neuen Futurotop zum nächsten Jahreswechsel 2010.

What surprises does the future have in store for you? Fire up your own Futurotope and help us to collect new particles of the future for 2010. Mail your surprise to information@z-punkt.de. Your contribution will be published in one of our 2009 newsletters and in a new Futurotope in early 2010.

Impressum Z_punkt ist ein Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen und unterstützt seit 1997 das Management in den Bereichen Strategie, Innovation und Leadership. Der Beratungsansatz Corporate Foresight verknüpft dabei die Ergebnisse aus Trend- und Zukunftsforschung mit der strategischen Planung. Redaktion: Silke Loh / Autoren: Das Team von Z_punkt Übersetzung: Jörg Rampacher / Gestaltung: großgestalten Z_punkt GmbH / Anna-Schneider-Steig 2 / 50678 Köln / www.z-punkt.de © Z_punkt 2008

Imprint Z_punkt is a consultancy focusing on strategic future issues. Since 1997, we have been supporting executives in the areas of strategy, innovation, and leadership. Corporate foresight, our approach to consulting, combines the results of trend and future research and strategic planning. Editing: Silke Loh / Authors: The Z_punkt Team Translation: Jörg Rampacher / Design: großgestalten Z_punkt GmbH / Anna-Schneider-Steig 2 / 50678 Köln / www.z-punkt.de © Z_punkt 2008


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